diff --git "a/data/indices/DHd_index-cleaned.csv" "b/data/indices/DHd_index-cleaned.csv" new file mode 100644--- /dev/null +++ "b/data/indices/DHd_index-cleaned.csv" @@ -0,0 +1,46110 @@ +barcode,page,iiif_link,text_clean,text_orig,text_prep +Z166069305,5,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000005/full/full/0/native.jpg,"C. S.' Sonnin is, +ehemaligen Dffiziers uub Ingeniers des franzosischen Seewefent +und Mitgliedes mehrerer gelehrten und litterarisden +Gesellschaften, +Re is en +Ober: und Niederagypten, +auf Befehl der ehemaligen Regierung in Frankreich +unternominen. +Nebe +einem Kusjuge aus des Burger's Carl Norry, +Mitgliedes der philotechnischen Gesellschaft, +Bemerkungen uber Aegypten. +Uus en franzosischen. +Mit Unmerkungen und einem Sacyregister. +Erfter +Theil. +Di i t +Leipzig und Gera, +se i wi! h. Heinfi u 6. 1800.","! + +C. S.' Sonnin i’s, + +; +ehemaligen Dffiziers uub Ingeniers des franzöſiſchen Seewefent +und Mitgliedes mehrerer gelehrten und litterariſden + +Geſellſchaften, + +Re iſ en + +in + +3 + +Ober: und Niederågypten, +auf Befehl der ehemaligen Regierung in Frankreich + +unternominen. + +Nebe +einem Kusjuge aus des Bürger's Carl Norry, + +Mitgliedes der philotechniſchen Geſellſchaft, + +Bemerkungen über Aegypten. + +Uus en franzöſiſchen. + +Mit Unmerkungen und einem Sacyregiſter. + +Erfter + +Theil. + +Di í t + +6 + +n. + +Leipzig und Gera, +se i wi! h. Heinfi u 6. 1800. + +i + + +","C. S.' Sonnini's, +ehemaligen Offiziers und Ingenieurs des französischen Seewesens +und Mitgliedes mehrerer gelehrten und litterarischen +Gesellschaften, +Reise +ober- und Niederägypten, +auf Befehl der ehemaligen Regierung in Frankreich +unternommen. +Nebst +einem Katalog aus des Burger's Carl Norry, +Mitgliedes der philotechnischen Gesellschaft, +Bemerkungen über Ägypten. +Uebersetzt aus dem Französischen. +Mit Anmerkungen und einem Sachregister. +Erster +Theil. +Dicht +Leipzig und Gera, +bei Johann Heinrich. 1800." +Z166069305,6,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000006/full/full/0/native.jpg,"2125 murid +gobiothers +conale +KOENISE +KAISERLICHE +WIEN +CHE +HOFBIE +CLOTHERS","2125 murid + +gobiothers + +conale + +ܪܝ + +، فرد. برد. 3 + +KOENISE + +KAISERLICHE + +19.3 + +WIEN + +CHE + +HOFBIE + +CLOTHERS + +1 + + +","2255 Murdoch +Gouverneurs +Comte +KOENIGSE +KAISERLICHE +WIEN +DE +HOFBEAMTE" +Z166069305,7,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000007/full/full/0/native.jpg,"V o r re o e +De 6 u i berpe Bet,$. +undteichlitereis aufgreifen und sich +Wir lefen Bucher, um uns zu kultiviren und zu +belchren. Rcisebeschreibungen, deren Verfasser +roarflichtige Beobachter und kenntnisteiche Manner +find, die die Sitten und Meinungen der Mensthen, +die Produkte und Eigenheiten der Matur mit Ficis +und init Genauigkeit aufgreifen und darfteen, lie- +fern unsteichlichen Stoff zur Erreiung dieser Zwets +ke. Sie beschren und vergnugen uns zugleich, in +dein File Mannidsfaltigkeit der Segenftande mit +Schonheit und' Lebendigkefe der Darftellung verbins +den. Sie lerneri und die mekfibliche Natur in al- +lerlei Gestalten, und den menschlichen Geift In tau: +sen verschiedenen Acuserungen kennen! +Fennen!"", Sie zet- +gen uns,, +was dieser uber jene berniag. Wir erhalten +was die Natur uber den Menschen det +sie eine Kenntnis' von'den sonderbarsten und wohl- +thatigsten Erscheinungen, von dem Reichthum +der Natur, von der der Denks +tung von +weise der verschiedenen Mationen, welche uber die +weite allen Zonen verbreiter find.! +Aegypten ist Eines von deit' atm fidhesten +kultivirten Landern. Vor ihm gieng"" die Kultur +nach den afiatischen und europeisen griechischen +Staaten aus abef in ihmerjeagre fich auch der +Geift jekt +enthalt es eine Menge syslebengebion +, die in den +altesten und neuesten Zeiten die Wufmerksamkeit der +n durch +e Erde","V o r re o e +Dė 6 u i berpe Bét,$. + +undteichlitereis aufgreifen und sich + +Di + +Wir lefen Bücher, um uns zu kultiviren und zu +belchrén. Rciſëbeſchreibungen, deren Verfaſſer +róarflichtige Beobachter und kenntnißteiche Männer +find, die die Sitten und Meinungen der Menſthen, +die Produkte und Eigenheiten der Matur mit Ficiß +und init Genauigkeit aufgreifen und darftéđen, lie- + +, +fern unsteichlichen Stoff zur Erréiðung dieſer Zwets +ke. Sie beſchren und vergnügen uns zugleich, in +dein File Mannidsfaltigkeit der Segenftande mit +Schönheit und' Lebendigkefe der Darftellung verbins +den. Sie lerneri und die mekfibliche Natur in al- +lerlei Geſtalten, und den menſchlichen Geift In tau: +ſen verſchiedenen Acußerungen kennen! + +Fennen!"", Sie° zet- +gen uns,, +was dieſer über jene berniag. Wir ērhalten + +was die Natur über den Menſchen det +ſie eine Kenntniß' von'den ſonderbarſten und wohl- +thàtigſten Erſcheinungen, von dem Reichthum +der Natur, von der der Denks + +tung von +weiſe der verſchiedenen Mationen, welche über die +weite allen Zonen verbreiter find.! + +Aegypten iſt Eines von deit' atm fidheſten +kultivirten Ländern. Vor ihm gieng"" die Kultur +nach den afiatiſchen und europeiſen griechiſchen + +"" +Staaten aus abef in ihmerjéagre fich auch der + +Geift jekt +enthält es eine Menge syslebengebion + +, die in den +alteſten und neueſten Zeiten die Wufmerkſamkeit der + +n durch + +e Erde + +; + + +","Vorrede. + +Deutschland hat in betreff seiner geographischen Beschreibung noch viel zu wünschen übrig. Und doch ist das Interesse, welches wir an diesem Teile unsers Vaterlandes nehmen, sehr groß. Wir lesen Bücher, um uns zu kultivieren und zu belehren. Reisebeschreibungen, deren Verfasser rechtschaffene Beobachter und kenntnisreiche Männer sind, die die Sitten und Meinungen der Menschen, die Produkte und Eigenheiten der Natur mit Fleiß und innerer Genauigkeit aufgreifen und darstellen, liefern unvergleichlichen Stoff zur Erreichung dieses Zweckes. Sie beschreiben und vergnügen uns zugleich, indem sie die mannigfaltige Schönheit der Segenstände mit Leben und Lebendigkeit der Darstellung verbinden. Sie lehren uns die bunte Natur in allen Gestalten, und den menschlichen Geist in tausenden verschiedenen Aussprüchen kennen! + +Sie zeigen uns, was dieser über jene berichtet. Wir erhalten eine Kenntnis von den sonderbarsten und wohlthätigsten Erscheinungen, von dem Reichtum der Natur, von der Denkungsweise der verschiedenen Nationen, welche über die weite Erde in allen Zonen verbreitet sind! + +Ägypten ist Eins von den ältesten kultivierten Ländern. Vor ihm ging die Kultur nach den asiatischen und europäischen griechischen Staaten aus; auch in ihm hat sich der Geist entwickelt, welcher es enthält: eine Menge sinnreicher Gebilde, die in den alten und neuesten Zeiten die Aufmerksamkeit der Welt durch alle Erdenrundungen auf sich gezogen haben." +Z166069305,8,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000008/full/full/0/native.jpg,"Welt auf fich gezogen haben. Viele feiner Denk: +maler liegen zwar jezt in Trummern, aber dennoch +kann man ihnen feine Bewunderung nicht versagen. +Seine Pyramiden, die Natur- und Kunstprodukt +zugleich zu feyn soheinen, erregen das Erstaunen al- +ler Reisenden, die Aegypeen besuchen. Aber +welchen Zweck hatten diese Felfen- und Steinmassen? +Waren pie zur Aufnahme koniglicher leichname be- +stimmt, oder dienten fie, zu andern Absichten? +Negypten aber hat nicht allein Wunder der +Kunst, sondern auch der Natur aufzuweisen. Sein +Nil tritt alle Jahre aus, uberschwemmt und dungt +bas Landino lein oder +und sein Boden liefert hernach allerlei +Fruchte im Uiberfluffe +. Einige. Produkte wadosen +jezt wild, die von Menschenhanden gebauet und +gewartet in groserer Menge und vorzuglicherer +Gute, wachsen wurden. So fruchtbar aber aud +dieses( and ift, so thaten doch seine Bewoliner in +neuern Zeiten wenig fur dasselbe die Natur mugs +te alles fur Wun. Man lief, die zum acerbaue +und.jut +len oder verschlemmen: man lies die Luft verpestens +de Sumpfe entstehen: man zerstorte die beruhmte; +ften Denkmaler: Menschenhande vergriffen fich ah +den ehrwurdigsten Uiberresten des Alterthums, an +welchen selbst die zerstorungssuchtige Zeit ermudet +niedergesunken war. +Barbaren bewohnen jezt das Land und Rauber +beherrschten es: diese raubten dem Landmanne fein +Xauer erworbenes Gut uud benahmen ihm dadurd +alle luft, seine Feldse mit Fleis und Einficht zu be +bauen. Die Regierung sah das Volf als eine recht +masig erworbete. Beute an, die es nach Willkuhr +benuzzen konnte. Sie qualte es durch Mishandlun- +gen uno ohrch +hielt es Erpressungen aller Art in einer +ewigen Armuth. Das Volk muste blos arbeiten,","IV + +. + +Welt auf fich gezogen haben. Viele feiner Denk: +måler liegen zwar jezt in Trümmern, aber dennoch +kann man ihnen feine Bewunderung nicht verſagen. +Seine Pyramiden, die Natur- und Kunſtprodukt +zugleich zu feyn ſoheinen, erregen das Erſtaunen al- +ler Reiſenden, die Aegypéen beſuchen. Aber +welchen Zweck hatten dieſe Felfen- und Steinmaſſen? +Waren pie zur Aufnahme königlicher leichname be- +ſtimmt, oder dienten fie, zu andern Abſichten? + +Negypten aber hat nicht allein Wunder der +Kunſt, ſondern auch der Natur aufzuweiſen. Sein +Nil tritt alle Jahre aus, überſchwemmt und düngt +bas Landino lein oder + +und ſein Boden liefert hernach allerlei +Früchte im Uiberfluffe + +. Einige. Produkte wadoſen +jezt wild, die von Menſchenhanden gebauet und + +. +gewartet in größerer Menge und vorzüglicherer +Güte, wachſen würden. So fruchtbar aber aud +dieſes( and ift, ſo thatën doch ſeine Bewoliner in +neuern Zeiten wenig für daſſelbe die Natur mugs + +2. +te alles für Wun. Man lief, die zum acerbaue +und.jut +len oder verſchlemmen: man ließ die Luft verpeſtens +de Sümpfe entſtehen: man zerſtörte die berühmte; +ften Denkmåler: Menſchenhånde vergriffen fich ah + +an +den ehrwürdigſten Uiberreſten des Alterthums, an +welchen ſelbſt die zerſtörungsſüchtige Zeit ermüdet +niedergeſunken war. + +Barbaren bewohnen jezt das Land und Räuber +beherrſchten es: dieſe raubten dem Landmanne fein +Xauer erworbenes Gut uud benahmen ihm dadurd + +, +alle luft, ſeine Feldse mit Fleiß und Einficht zų be +bauen. Die Regierung ſah das Volf als eine recht + +. +måßig erworbete. Beute an, die es nach Willkühr +benuzzen könnte. Sie quålte es durch Mißhandlun- +gen uno ohrch + +hielt es Erpreſſungen aller Art in einer +ewigen Armuth. Das Volk mußte bloß arbeiten, + +> + + +","Welt auf sich gezogen haben. Viele seiner Denkmaler liegen zwar jetzt in Trümmern, aber dennoch kann man ihnen feine Bewunderung nicht versagen. Seine Pyramiden, die Natur- und Kunstprodukte zugleich zu sein scheinen, erregen das Erstaunen aller Reisenden, die Ägypten besuchen. Aber welchen Zweck hatten diese Felsen- und Steinmassen? Waren sie zur Aufnahme königlicher Leichname bestimmt, oder dienten sie zu anderen Absichten? + +Ägypten aber hat nicht allein Wunder der Kunst, sondern auch der Natur aufzuweisen. Sein Nil tritt alle Jahre aus, überschwemmt und düngt das Land reichlich oder und sein Boden liefert hernach allerlei Früchte im Überfluss. Einige Produkte wachsen jetzt wild, die von Menschenhand gebaut und gewartet in großer Menge und vorzüglicher Güte wurden. So fruchtbar aber auch dieses Land ist, so thaten doch seine Bewohner in neueren Zeiten wenig für dasselbe; die Natur müsste alles tun. Man ließ die zum Ackerbau ungeeigneten Stellen verkommen oder verschlemmen; man ließ die Luft verpesten, Sumpfe entstehen; man zerstörte die berühmtesten Denkmäler; Menschenhand griff sich an den ehrwürdigsten Überresten des Alterthums, an welchen selbst die Zerstörungssuchtige Zeit ermüdet niedergesunken war. + +Barbaren bewohnen jetzt das Land und Räuber beherrschen es; diese raubten dem Landmann sein erworbenes Gut und benahmen ihm dadurch alle Lust, seine Felder mit Fleiß und Einficht zu bebauen. Die Regierung sah das Volk als eine recht mäßig erworbene Beute an, die sie nach Willkür benutzen konnte. Sie quälte es durch Mißhandlungen und hielt es in Erpressungen aller Art in einer ewigen Armut. Das Volk mußte bloß arbeiten" +Z166069305,9,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000009/full/full/0/native.jpg,"und auslandische Sklaven genossen die Vortheile seis +ner Muhe und Urbeit. Die Mamelucen, die +fast alle von ch ytbeit. Eltern abstainmten, und +die man in Georgien, Tscherkarfien, Nad +tolien und andern tandern gekauft oder gestohlen +und dann nach Conftantinopel oder Kairo +auf den Markt gebracht atte, konnten allein Staats: +amter bekleiden: felbft der Sohn des Bey's konns +te nicht zu Wurden im Staate gelangen. +man diere Mamelucen nach egypten venn +Gracht hatte, musten fie die mahommedanische +Religion annehmen, und die turkische und ara- +i bische Sprache erlernen.', Konnten fie gut lesen +und schreiben, fo lehrte man sie den Alcoran. +0 Auserdem lernten sie von fruhefter Jugend an reu- +ten, Sabel, Wurfspies und Feuergewere handha- +ben. Durch diese fteten militarischen Uibungen +harteten fie ihren Korper gegen das heise Klima und +gegen den brennenden Durst in der Wuste ab, und +hatten sie das Alter von achtzehn Jahren erreicht, so +ftiegen sie nach und nach durch verschiedene Stufen +zu den Bedienungen der Bey's empor. Sobald +fie den Poften eines Kiafchefs oder Befehlsa- +ber's einer Stadt erlangt hatten, durften fie| +sic +felbft Mamelucen, d. i. Sklaven kaufen, die +dann die Erhohung und die Grose ihres Gebieters +befordern halfen. Endlich traten sie in die Anzahl +der vier und zwanzig Bey's ein, die Wegypten +beherrschten: in dieser Eigenschaft machten sie den +Divan, d. K. den obersten Staatsrath mit aus. +Der franzosische Generaladjutant Boyer fagt als +Augenzeuge von der Kriegsart und von den Kriegsra: +ftungen der Mameluden folgendes: 1.Jeder +Mamelyck hat zwei, drei bis vier Diener, die ihm +immer, felbft in der Slacht, nadfolgen. Die +Waffen eines Mamefu den zu Pferde find zwei",") + +- +I + +I + +1 + +11 + +r. + +und ausländiſche Sklaven genoſſen die Vortheile ſeis +ner Mühe und Urbeit. Die Mamelucen, die +faſt alle von ch ytbeit. Eltern abſtainmten, und +die man in Georgien, Tſcherkarfien, Nad +tolien und andern tåndern gekauft oder geſtohlen +und dann nach Conftantinopel oder Kairo +auf den Markt gebracht þatte, konnten allein Staats: +åmter bekleiden: felbft der Sohn des Bey's konns +te nicht zu Würden im Staate gelangen. +man diere Mamelucen nach egypten venn +Gracht hatte, mußten fie die mahommedaniſche + +Religion annehmen, und die türkiſche und ara- +i biſche Sprache erlernen.', Konnten fie gut leſén + +und ſchreiben, fo lehrte man ſie den Alcoran. +0 Außerdem lernten ſie von frühefter Jugend an reu- + +ten, Sábel, Wurfſpieß und Feuergeweøre handha- +ben. Durch dieſe fteten militäriſchen Uibungen +hårteten fie ihren Körper gegen das heiße Klima und +gegen den brennenden Durſt in der Wüſte ab, und +hatten ſie das Alter von achtzehn Jahren erreicht, ſo +ftiegen ſie nach und nach durch verſchiedene Stufen +zu den Bedienungen der Bey's empor. Sobald +fie den Poften eines Kiafchefs oder Befehlsħa- +ber's einer Stadt erlangt hatten, dürften fie| + +ſic +felbft Mamelucen, d. i. Sklaven kaufen, die +dann die Erhöhung und die Große ihres Gebieters +befördern halfen. Endlich traten ſie in die Anzahl +der vier und zwanzig Bey's ein, die Wegypten +beherrſchten: in dieſer Eigenſchaft machten ſie den +Divan, d. K. den oberſten Staatsrath mit aus. +Der franzöſiſche Generaladjutant Boyer fagt als +Augenzeuge von der Kriegsart und von den Kriegsrá: +ftungen der Mameluden folgendes: 1.Jeder +Mamelyck hat zwei, drei bis vier Diener, die ihm +immer, felbft in der Sølacht, nadfolgen. Die +Waffen eines Mamefu den zu Pferde find zwei + +1 + + +","Und ausländische Sklaven genossen die Vortheile ihrer Mühe und Unerbeit. Die Mamelucen, die fast alle von christlichen Eltern abstammten, und die man in Georgien, Tscherkarien, Nadtoliern und anderen Ländern gekauft oder gestohlen und dann nach Konstantinopel oder Kairo auf den Markt gebracht hatte, konnten allein Staatsämter bekleiden; selbst der Sohn des Bey's konnte nicht zu Würden im Staate gelangen. + +Man diere Mamelucen nach Ägypten verkaufte, mussten sie die mohammedanische Religion annehmen, und die türkische und arabische Sprache erlernen. Konnten sie gut lesen und schreiben, so lehrte man sie den Alcoran. Auserdem lernten sie von frühester Jugend an reiten, Säbel, Wurfspieß und Feuergewehr handhaben. + +Durch diese steten militärischen Übungen harten sie ihren Körper gegen das heiße Klima und gegen den brennenden Durst in der Wüste ab, und hatten sie das Alter von achtzehn Jahren erreicht, so stiegen sie nach und nach durch verschiedene Stufen zu den Bedienungen der Bey's empor. Sobald sie den Posten eines Kiaschefs oder Befehlsabers einer Stadt erlangt hatten, durften sie selbst Mamelucen, d. i. Sklaven kaufen, die dann die Erhöhung und die Größe ihres Gebieters befördern halfen. + +Endlich traten sie in die Anzahl der vierundzwanzig Bey's ein, die Ägypten beherrschten; in dieser Eigenschaft machten sie den Divan, d. h. den obersten Staatsrath mit aus. + +Der französische Generaladjutant Boyer sagt als Augenzeuge von der Kriegsart und von den Kriegsrüstungen der Mamelucen folgendes: Jeder Mamelyck hat zwei, drei bis vier Diener, die ihm immer, selbst in der Schlacht, nachfolgen. Die Waffen eines Mamefu zu Pferde finden zwei" +Z166069305,10,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000010/full/full/0/native.jpg,"grose Flinten, die ihm seine Diener zur Seite nach: +tragen und die er ein einziges mal losschiest. Dann +nimmt er zwei Paar Pistolen, die er im Gurtel +fuhrtz ferner acht Pfeile, die er in einem Fioches +tragt und mit der Hand mit groser Geschwindigkeit +wirft, hierauf bedient er sich zum Micderschlagen feia +ner Keyle. Sein letztes Hulfeitrittet find jwei Sa: +bel. Den Zaum reines Pferdes nimmt er zwischen +die Zahne und in jede Hand einen Sabel, sturzt auf +seinen Feind los uno hauet rechts und links ein +Aegypten ist von jeher cine Beute auslandi- +fcher Eroberer gewesen, und wenn sie sich in seinen +Befis gesezt batten, tyrannifirten fie dasiilbe auf dic +grausamste Weise. Ich will hier nach Slo kers +Weltgerichte die versdiedenen Wolfer anfuh: +ren, die es seit vier tausen Jahren beerrscht a-! +ben, und die an Kultur, Religion und Sprache! +unenslich von einander verschieden waren. Acgyp: +ten wurde +1) von den Pharaonen, bis vor Skrifti Gea +burt 524 I. +2) von den Perfern, 200 J. Lang, +3) von den macedonischen Ptolemaern, +300 J.( ang, +von den Romern, von Christi Geburt ans +5) von den Vyzantinern, 250 Jahre lang, +6 von 009 +) von 650 bis 972pm +7) von den Fatimiten Kurden und Ma: +inelucken 500 J. lang, +8) von den osmannischen Turken, seit 1517 be- +herrscht, +Das Urvolk unter den Pfaraonen ist nicht +mehr. Die Copten werden jezt fur die alten Ein- +wohner Aegyptens gehalten. Sie sind aber von +den Zeiten der Ptolemaischen, Romischen und +bis 4901","VI + +große Flinten, die ihm ſeine Diener zur Seite nach: +tragen und die er ein einziges mal losſchießt. Dann +nimmt er zwei Paar Piſtolen, die er im Gürtel + +, +führtz ferner acht Pfeile, die er in einem Fioches +trågt und mit der Hand mit großer Geſchwindigkeit +wirft, hierauf bedient er ſich zum Micderſchlagen feia +ner Keyle. Sein letztes Hülfeitrittet find jwei Så: +bel. Den Zaum reines Pferdes nimmt er zwiſchen +die Zähne und in jede Hand einen Såbel, ſtürzt auf +ſeinen Feind los uno hauet rechts und links ein + +.. +Aegypten iſt von jeher cine Beute ausländi- +fcher Eroberer geweſen, und wenn ſie ſich in ſeinen +Befis geſezt batten, tyrannifirten fie daſiilbe auf dic +grauſamſte Weiſe. Ich will hier nach Søló kers +Weltgerichte die verſdiedenen Wölfer anfüh: +ren, die es ſeit vier tauſen Jahren beħerrſcht þa-! +ben, und die an Kultur, Religion und Sprache! +unenslich von einander verſchieden waren. Acgyp: +ten wurde + +1) von den Pharaonen, bis vor Skrifti Gea + +burt 524 I. +2) von den Perfern, 200 J. Lang, +) +3) von den macedoniſchen Ptolemåern, + +300 J.( ang, + +von den Römern, von Chriſti Geburt ans +5) von den Vyzantinern, 250 Jahre lang, +6 von 009 + +) von 650 bis 972pm +7) von den Fatimiten Kurden und Ma: + +inelucken 500 J. lang, +8) von den osmanniſchen Türken, ſeit 1517 be- + +herrſcht, + +Das Urvolk unter den Pfaraonen iſt nicht +mehr. Die Copten werden jezt für die alten Ein- +wohner Aegyptens gehalten. Sie ſind aber von +den Zeiten der Ptolemáiſchen, Römiſchen und + +bis 4901 + + +","große Flinten, die ihm seine Diener zur Seite nachtragen und die er ein einziges Mal loschießt. Dann nimmt er zwei Paar Pistolen, die er im Gürtel führt; ferner acht Pfeile, die er in einem Köcher trägt und mit der Hand mit großer Geschwindigkeit wirft; hierauf bedient er sich zum Morderschlagen einer Keule. + +Sein letztes Hulfritt trifft zwei Säbel. Den Zaum eines Pferdes nimmt er zwischen die Zähne und in jede Hand einen Säbel, stürzt auf seinen Feind los und haut rechts und links ein. + +Ägypten ist von jeher eine Beute ausländischer Eroberer gewesen, und wenn sie sich in seinen Besitz gesetzt hatten, tyrannisierten sie das Land auf die grausamste Weise. Ich will hier nach Sloan's Weltgerichte die verschiedenen Völker anführen, die es seit vier tausend Jahren beherrscht haben, und die an Kultur, Religion und Sprache unendlich von einander verschieden waren. + +Ägypten wurde: + +1) von den Pharaonen, bis vor Schrifti Geburt 524, +2) von den Persern, 200 Jahre lang, +3) von den mazedonischen Ptolemäern, 300 Jahre lang, +4) von den Römern, von Christi Geburt an, +5) von den Byzantinern, 250 Jahre lang, +6) von den Arabern, 650 bis 972, +7) von den Fatimiten, Kurden und Mamelucken, 500 Jahre lang, +8) von den osmanischen Türken, seit 1517 beherrscht. + +Das Urvolk unter den Pharaonen ist nicht mehr. Die Kopten werden jetzt für die alten Einwohner Ägyptens gehalten. Sie sind aber von den Zeiten der Ptolemäischen, Römischen und Byzantinischen Herrschaft bis 490" +Z166069305,11,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000011/full/full/0/native.jpg,"Byzantinischen Herrschaft her, und ihre Anzahl +belauft sich noch jezt auf ungefahr 30,000 Fami- +lien. Sie fins +Christen. Die ubrigen Einwohner +find Hraber, Juden, Griechen, Turfen +. s. w. Der oben angefuhrte Boger entwirft in +einem Briefe an seine Eltern folgende Schilderung +von den Einwohnern und Hausern ulerans +driens, die im udgemeinen auf ganz Hegypten, +vorzuglich was die Mahom medaner betrift, +past. i, Stellen sie sich ein unempfindliches Wefert +vor, das alle Begebenheiten des Lebens nimmt, wie +fie kommen, fich aber nichts verwundert und keine- +andere Beschaftigung kennt, als mit der Tabaks- +pfeife im Munde auf untergeschlagenen Beinen zu +figen und das so vor seinem eigenen Hause oder vor +der Wohnung eines Grosen din ganzen Tag gus +bringt, ohne fich um seine Familie oder um seine +Kinder zu bekummern: Mutter, welche von dem +Kopfe bis zi: den Fusen in einen schwarzen Zumpen +gehullt umserirren und den Vorubergehenden ihre +Kinder zum Kaufe anbieten: halb natte Manner, +deren Korper der Bronze gleicht, und deren Ses +fichrsfarbe Ekel erweckt die in fumpfigen Graben +umherwuhlen und alles benagen und verjehren, was +fie darin finden; Hauser, Hochftens 20 Fus hoch, +mit platten Dachern, deren Inneres einem Stalle +gleicht und deren Heufeses nichts als vier Wande +jeigt: Dies ist der Anbliter porn Alesandrieu. +Bonaparte fagt uber"" Wegypten und seine Eins +wohner folgendes: u Schwerlich durfte man auf +der weiten Dberflache der Erde ein fruchtbareres Land +und ein etenderes stumpferes Volk finden. Es zieht +einen Knopf von unsern Soldaten einem Sechss +livresstucke vor. In den Dorfern weis es nicht eins +mal, was eine Scheere ift. Seine Hauser sind arms +felige Kothhutten, und fein Gerathe besteht in nichts","YM + +Byzantiniſchen Herrſchaft her, und ihre Anzahl +beläuft ſich noch jezt auf ungefähr 30,000 Fami- +lien. Sie fins + +Chriſten. Die übrigen Einwohner +find Hraber, Juden, Griechen, Türfen +it +. ſ. w. Der oben angeführte Boger entwirft in +einem Briefe an ſeine Eltern folgende Schilderung +von den Einwohnern und Häuſern ülerans +driens, die im udgemeinen auf ganz Hegypten, +vorzüglich was die Mahom medaner betrift, +paßt. i, Stellen ſie ſich ein unempfindliches Wefert +vor, das alle Begebenheiten des Lebens nimmt, wie +fie kommen, fich aber nichts verwundert und keine- +andere Beſchäftigung kennt, als mit der Tabaks- +pfeife im Munde auf untergeſchlagenen Beinen zu +figen und das ſo vor ſeinem eigenen Hauſe oder vor +der Wohnung eines Großen din ganzen Tag gus +bringt, ohne fich um ſeine Familie oder um ſeine +Kinder zu bekümmern: Mütter, welche von dem +Kopfe bis zi: den Füßen in einen ſchwarzen Zumpen +gehüllt umşerirren und den Vorübergehenden ihre +Kinder zum Kaufe anbieten: halb natte Månner, +deren Körper der Bronze gleicht, und deren Ses +fichrsfarbe Ekel erweckt die in fumpfigen Graben +umherwühlen und alles benägen und verjehren, was +fie darin finden; Häuſer, Hochftens 20 Fuß hoch, +mit platten Dächern, deren Inneres einem Stalle +gleicht und deren Heuféses nichts als vier Wände +jeigt: Dies iſt der Anbliter porn Alesandrieu. +Bonaparte fagt über"" Wegypten und ſeine Eins +wohner folgendes: u Schwerlich dürfte man auf +der weiten Dberfläche der Erde ein fruchtbareres Land +und ein etenderes ſtumpfères Volk finden. Es zieht +einen Knopf von unſern Soldaten einem Sechss +livresſtücke vor. In den Dörfern weiß es nicht eins +mal, was eine Scheere ift. Seine Häuſer ſind arms +felige Kothhütten, und fein Geråthe beſteht in nichts + + +","Byzantinischen Herrschaft her, und ihre Anzahl beläuft sich noch jezt auf ungefähr 30,000 Familien. Sie sind Christen. Die übrigen Einwohner finden Häber, Juden, Griechen, Türken usw. Der oben angeführte Boger entwirft in einem Briefe an seine Eltern folgende Schilderung von den Einwohnern und Häusern Alexandriens, die im allgemeinen auf ganz Ägypten, vorzüglich was die Mohammedaner betrifft, paßt. + +Stellen sie sich ein unempfindliches Wesen vor, das alle Begebenheiten des Lebens nimmt, wie sie kommen, sich aber nichts verwundert und keine andere Beschäftigung kennt, als mit der Tabakspfeife im Munde auf untergeschlagenen Beinen zu sitzen und das so vor seinem eigenen Hause oder vor der Wohnung eines Großen den ganzen Tag hindurchbringt, ohne sich um seine Familie oder um seine Kinder zu bekümmern. Mütter, welche von dem Kopf bis zu den Füßen in einen schwarzen Zumpfen gehüllt herumirren und den Vorübergehenden ihre Kinder zum Kaufe anbieten; halbnackte Männer, deren Körper der Bronze gleicht, und deren Gesichtsfarbe Ekel erweckt, die in schmutzigen Gräben umherwühlen und alles benagen und verjehren, was sie darin finden; Häuser, höchstens 20 Fuß hoch, mit platten Dächern, deren Inneres einem Stall gleicht und deren Heusse nichts als vier Wände zeigt. Dies ist der Anblick von Alexandria. + +Bonaparte sagt über Ägypten und seine Einwohner folgendes: ""Schwerlich dürfte man auf der weiten Oberfläche der Erde ein fruchtbareres Land und ein elenderes stumpferes Volk finden. Es zieht einen Knopf von unsern Soldaten einem Sechslivresstücke vor. In den Dörfern weiß es nicht einmal, was eine Schere ist. Seine Häuser sind armselige Kothütten, und sein Geräthe besteht in nichts." +Z166069305,12,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000012/full/full/0/native.jpg,"VIII +als einer Strohdecke und in zwei bis drei irdenen Tos +pfen., Es ist und braucht uberhaupt auserst wenig, +Man konnt den Gebrauch der Mahlen nicht: wir +lagerten bestandig auf ungeheuern Haufen vor: Ges +traide und konnten uns kein Mehl verschaffen: die +Armee war ficbzehn Tage ohne Brodt und lebre in +dieser Zeit nur von Fleisch und Gemuse, besonders +aber von Wassermelonen. Das wenige Getraide, +das man braucht, verwandelt man durch Reiben mit +Steinen in Mehl; nur in einigen arne Reiben mit +find Muhlen, die durch Dchsen getrieben werden.- +Wir wurden stets durch Sdwarme von Arabern +beunruhigt, die die grosten Diebe und Bosewichter +auf der Erde sind und sowohl Turken als Frans +ten und uberhaupt alles, was ihnen unter die Han- +de falt, ermorden. Sie halten sich mit ihren trefa +lich kleinen Pferden hinter Dammen und Graben +verborgen und wehe dem, der sich nur Hundert +Schritte von der Colonne entfernte! +ten hat wenig baares Geld, aber viel Getraide, +Gemuse und Vieh. Die Republik kann keine wohl. +gelegenere noch fruchtbarere Kolonie haben. +Das Klima ist sehr zesung, weil die Nachte fuhl +Aegyp +find. +wid 2 +Da die Coptsin, Juden und Griechen +in Aegypten von der Regierung fehr bedruct wur: +den und zugleich mehr Kenntnis als die andern Ein: +losnter befasen, fo nahmen sie die Franzosen +mit Freuden auf. Bonaparte landete den Ifien +Jul. 1798, ersturmte. Wlexandrien, lieferte +den Mamelucken ein paar Treffen und rudce +den 23sten Jul. deffelben Jahres in die Hauptstadt +Kairo ein. Er qraf das Land ohne cine regelmar +fige Kirgierung an. Er muste, daher eine neue","VIII + +als einer Strohdecke und in zwei bis drei irdenen Tos +pfen., Es iſt und braucht überhaupt äußerſt wenig, +Man konnt den Gebrauch der Mählen nicht: wir +lagerten beſtåndig auf ungeheuern Haufen vor: Ges +traide und konnten uns kein Mehl verſchaffen: die +Armee war ficbzehn Tage ohne Brodt und lebre in +dieſer Zeit nur von Fleiſch und Gemüſe, beſonders +aber von Waſſermelonen. Das wenige Getraide, +das man braucht, verwandelt man durch Reiben mit +Steinen in Mehl; nur in einigen arne Reiben mit +find Mühlen, die durch Dchſen getrieben werden.- +Wir wurden ſtets durch Sdwarme von Arabern +beunruhigt, die die größten Diebe und Böſewichter +auf der Erde ſind und ſowohl Túrken als Frans +ten und überhaupt alles, was ihnen unter die Hån- +de fált, ermorden. Sie halten ſich mit ihren trefa +lich kleinen Pferden hinter Dåmmen und Gråben +verborgen und wehe dem, der ſich nur Hundert +Schritte von der Colonne entfernte! +ten hat wenig baares Geld, aber viel Getraide, +Gemüſe und Vieh. Die Republik kann keine wohl. +gelegenere noch fruchtbarere Kolonie haben. +Das Klima iſt ſehr zeſung, weil die Nächte fühl + +1 + +3 + +Aegyp + +find.“ + +wid 2 + +Da die Coptsin, Juden und Griechen +in Aegypten von der Regierung fehr bedrůct wur: +den und zugleich mehr Kenntniß als die andern Ein: +loßnter befaßen, fo nahmen ſie die Franzoſen + +,. +mit Freuden auf. Bonaparte landete den Ifien +Jul. 1798, erſtürmte. Wlexandrien, lieferte +den Mamelucken ein paar Treffen und růdce +den 23ſten Jul. deffelben Jahres in die Hauptſtadt +Kairo ein. Er qraf das Land ohne cine regelmar +fige Kirgierung an. Er mußte, daher eine neue + + +","VIII +als einer Strohdecke und in zwei bis drei irdenen Töpfen. Es ist und braucht überhaupt äußerst wenig. Man konnte den Gebrauch der Mühlen nicht: wir lagerten beständig auf ungeheuren Haufen vor, Getreide und konnten uns kein Mehl verschaffen. Die Armee war sechzehn Tage ohne Brot und lebte in dieser Zeit nur von Fleisch und Gemüse, besonders aber von Wassermelonen. Das wenige Getreide, das man braucht, verwandelt man durch Reiben mit Steinen in Mehl; nur in einigen armen Reibern findet man Mühlen, die durch Dreschen getrieben werden. + +Wir wurden stets durch Schwärme von Arabern beunruhigt, die die größten Diebe und Bösewichter auf der Erde sind und sowohl Türken als Franzosen und überhaupt alles, was ihnen unter die Hände fällt, ermorden. Sie halten sich mit ihren trefflich kleinen Pferden hinter Dämmen und Gräben verborgen und wehe dem, der sich nur hundert Schritte von der Kolonne entfernte! + +Die Republik hat wenig baares Geld, aber viel Getreide, Gemüse und Vieh. Die Republik kann keine wohlgelegenere noch fruchtbarere Kolonie haben. + +Das Klima ist sehr gesund, weil die Nächte kühl sind. Ägypten ... + +Da die Kopten, Juden und Griechen in Ägypten von der Regierung sehr bedrückt wurden und zugleich mehr Kenntnisse als die anderen Einwohner besitzen, so nahmen sie die Franzosen mit Freuden auf. Bonaparte landete den 11ten Juli 1798, erstürmte Alexandria, lieferte den Mamelucken ein paar Treffen und rückte den 23sten Juli desselben Jahres in die Hauptstadt Kairo ein. Er ergriff das Land ohne eine regelmäßige Kriegführung an. Er musste daher eine neue" +Z166069305,13,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000013/full/full/0/native.jpg,"Staatsverwaltung organisiren. Es fehlte iym +aber auch zugleich an mehrern Dingen, die wir in +Europa zu den Nothwendigkeiten des Lebens und +jur Vertheidigung der Lander bedurfen. Er lies +daher Wasserz' und Windmuhlen, und Backofen +bauen, Forts errichten, Kanale wieder herstellen, +Vorsichtsanstalten gegen die Peft treffen, Denkmas +ler aufsuchen und vom Sande reinigen u. P. w. +traf Vertheidigungsmasregeln, und ordnete eine +Nationalgarde an. Auf der Insel des Mils, wo +der Medias steht, befahl er eine neue Stadt ans +zulegen. Diese Insel hat eine sehr angenehme lage +und heist kodda. Er errichtete ein Nationals +inftitut fur die Kunste und Wissenschafe +ten, das in die folgenden vier Abtheilungen, 1) der +Mathematik, 2) der Physik, 3) der politischen Des +konomie und 4) der Literatur und schonen Kunste +zerfallt. Die Abfidit dieses Institutes geht dahin, +1) Aufklarung in Aegypten zu verbreiten, und +2) Untersuchungen uber die Natur- und Kunstpro- +dufte und uber die Geschichte des Landes anzustellen. +Unter reine Mitglieder gehoren Monge, Ber: +tholet, Dolomieu, Bonaparte; Geofe +froi, Andreoffi, Dom Raphael( ein grie- +chischer Priester) u. P.. Schon in seiner ersten +Sisung wurden Fragen zur Beantwortung vorges +legt, die sich auf Vegypten bezogen; 3. B. +I) wodurch kann inan in Aegypten beim Bier: +brauen den Hopfen erreken? 2) wie kann man das +Walter hell und frisdy machen? 3) ist bei dem +jezzigen Zustande von Kairo' die Erbaunng von +Wasser- oder von Windmuhlen besser? Man jog +anfanglich die Wafferniuhlen vor, weil sie schneller +erbauet werden konnten. 4) Was fur Hulfsmittel +liefert Hegypten zur Zubereitung des Pulvers? +5) in welchem Zustande befindet fich in egypten","IX + +Staatsverwaltung organiſiren. Es fehlte iým +aber auch zugleich an mehrern Dingen, die wir in +Europa zu den Nothwendigkeiten des Lebens und +jur Vertheidigung der Länder bedürfen. Er ließ +daher Waſſerz' únd Windmühlen, und Backofen +bauen, Forts errichten, Kanåle wieder herſtellen, +Vorſichtsanſtalten gegen die Peft treffen, Denkmås +ler aufſuchen und vom Sande reinigen u. P. w. + +Er +traf Vertheidigungsmaßregeln, und ordnete eine +Nationalgarde an. Auf der Inſel des Mils, wo +der Medias ſteht, befahl er eine neue Stadt ans +zulegen. Dieſe Inſel hat eine ſehr angenehme lage +und heißt kodda. Er errichtete ein Nationals +inftitut für die Künſte und Wiſſenſchafe +ten, das in die folgenden vier Abtheilungen, 1) der +Mathematik, 2) der Phyſik, 3) der politiſchen Des +konomie und 4) der Literatur und ſchönen Künſte +zerfällt. Die Abfidit dieſes Inſtitutes geht dahin, +1) Aufklärung in Aegypten zu verbreiten, und +2) Unterſuchungen über die Natur- und Kunſtpro- +dufte und über die Geſchichte des Landes anzuſtellen. +Unter reine Mitglieder gehören Monge, Ber: +tholet, Dolomieu, Bonaparte; Geofe +froi, Andreoffi, Dom Raphael( ein grie- +chiſcher Prieſter) u. P.. Schon in ſeiner erſten +Sißung wurden Fragen zur Beantwortung vorges +legt, die ſich auf Vegypten bezogen; 3. B. +I) wodurch kann inan in Aegypten beim Bier: +brauen den Hopfen erreken? 2) wie kann man das + +Walter hell und friſdy machen? 3) iſt bei dem +jezzigen Zuſtande von Kairo' die Erbaunng von +Waſſer- oder von Windmühlen beſſer? Man jog +anfänglich die Wafferniühlen vor, weil ſie ſchneller +erbauet werden könnten. 4) Was für Hülfsmittel +liefert Hegypten zur Zubereitung des Pulvers? +5) in welchem Zuſtande befindet fich in egypten + + +","Staatsverwaltung organisiren. Es fehlte ihm aber auch zugleich an mehreren Dingen, die wir in Europa zu den Nothwendigkeiten des Lebens und zur Vertheidigung der Länder bedürfen. Er ließ daher Wasser- und Windmühlen und Backöfen bauen, Forts errichten, Kanäle wieder herstellen, Vorsichtsanstalten gegen die Pest treffen, Denkmäler aufsuchen und vom Sande reinigen u.s.w., traf Vertheidigungsmassregeln, und ordnete eine Nationalgarde an. Auf der Insel des Nils, wo der Medias steht, befahl er eine neue Stadt anzulegen. Diese Insel hat eine sehr angenehme Lage und heißt Kedda. Er errichtete ein Nationales Institut für die Künste und Wissenschaften, das in die folgenden vier Abtheilungen zerfällt: 1) der Mathematik, 2) der Physik, 3) der politischen Ökonomie und 4) der Literatur und schönen Künste. Die Absicht dieses Institutes geht dahin, 1) Aufklärung in Ägypten zu verbreiten, und 2) Untersuchungen über die Natur- und Kunstprodukte und über die Geschichte des Landes anzustellen. Unter seine Mitglieder gehören Monge, Berthollet, Dolomieu, Bonaparte; Geoffroy, Andréossi, Dom Raphael (ein griechischer Priester) u.s.w.. Schon in seiner ersten Sitzung wurden Fragen zur Beantwortung vorgelegt, die sich auf Ägypten bezogen: 3.B. I) Wodurch kann man in Ägypten beim Bierbrauen den Hopfen ersetzen? 2) Wie kann man das Wasser hell und frisch machen? 3) Ist bei dem jetzigen Zustande von Kairo die Erbauung von Wasser- oder von Windmühlen besser? Man jagte anfanglich die Wassermühlen vor, weil sie schneller erbaut werden konnten. 4) Was für Hülfsmittel liefert Ägypten zur Zubereitung des Pulvers? 5) In welchem Zustande befindet sich in Ägypten" +Z166069305,14,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000014/full/full/0/native.jpg,"die Rechtsgelehrsamkeit, die Burgerliche und peinti: +che Rechtsverwaltung und der Unterricht in dersel: +ben? Welcher Verbesserungen sind sie fahig und +ivolche Verbesserungen wunschen die Eingebornen +u.( w. +Anore offi legte einen Bericht uber die Fas +rifation des Pulvers ab, worin er sagt, das man +in Aegypten Salpeter im Uiberflusse finde, uno +das man durch eine forgfaltigere Benuzjung desselt +bon noch auser Den Bedurfnissen der Armee einen +betrachtlichen Handelszweig daraus machen konnte, +Die Kohlen, die inan hier findet, find vorzuglich +rauglidh gur Fabrikation des Pulvers und werden +von der Rupine geivonnen, die man in Gruben vers +und sodann zu Staube macht. Den Schwes +fel zieht man aus dem Auslande. Monge las in +der zweiten Sisung einen Auffaz uber das optische +Phdnomen vor, das die Seeleute Mirage nennen. +Auf dem Meere tritt oft der Fall ein, das ein in +der Ferne wahrgenommenes Schiff ganz am Hims +mel abgebildet und nicht auf das Wasser gestuzt zu +fenn scheint. Eine ahnliche Erscheinung sahen alle +Franzosen, als die Armee durch die Wuste mar: +schirte: die Dorfer, die man in der Ferne erblicte +schienen als wenn sie auf eine Insel mitten in einem +See erbauet waren. Je naher man an diefelber +kam, desto kleiner wurde die scheinbare Oberflache +des Wassers, und wenn man sich nur noch in einer +geringen Entfernung davon befand, verschwand fie +ganzlich, und dieselbe Tauschung fand wieder bei dem +nadsten Dorfe ftatt. Monge foreibt diese Ers +foheinung der verminderten Dichtigkeit der untern +Luftschicht zu. Diese Perminderung ruhrt in der +Wuste von der Vermehrung der Temperatur her, +Me eine Wirkung der Warme ist, welche die Sone","die Rechtsgelehrſamkeit, die Bürgerliche und peinti: +che Rechtsverwaltung und der Unterricht in derſel: +ben? Welcher Verbeſſerungen ſind ſie fähig und +ivolche Verbeſſerungen wünſchen die Eingebornen +u.( w. + +Anore offi legte einen Bericht über die Fas +þrifation des Pulvers ab, worin er ſagt, daß man +in Aegypten Salpeter im Uiberfluſſe finde, uno +daß man durch eine forgfältigere Benuzjung deſſelt +bon noch außer Den Bedürfniſſen der Armee einen +betrachtlichen Handelszweig daraus machen könnte, + +Die Kohlen, die inan hier findet, find vorzüglich +rauglidh gur Fabrikation des Pulvers und werden +von der Rupine geivonnen, die man in Gruben vers +st + +und ſodann zu Staube macht. Den Schwes +fel zieht man aus dem Auslande. Mongé las in +der zweiten Sißung einen Auffaz über das optiſche +Phdnomen vor, das die Seeleute Mirage nennen. +Auf dem Meere tritt oft der Fall ein, daß ein in +der Ferne wahrgenommenes Schiff ganz am Hims +mel abgebildet und nicht auf das Waſſer geſtüzt zu +fenn ſcheint. Eine áhnliche Erſcheinung ſahen alle +Franzoſen, als die Armee durch die Wüſte mar: +ſchirte: die Dörfer, die man in der Ferne erblicte +ſchienen als wenn ſie auf eine Inſel mitten in einem +See erbauet wåren. Je náher man an diefelber +kam, deſto kleiner wurde die ſcheinbare Oberfläche +des Waſſers, und wenn man ſich nur noch in einer +geringen Entfernung davon befand, verſchwand fie +gånzlich, und dieſelbe Täuſchung fand wieder bei dem +nadſten Dorfe ftatt. Monge foreibt dieſe Ers +foheinung der verminderten Dichtigkeit der untern +Luftſchicht zu. Dieſe Perminderung rührt in der +Wüſte von der Vermehrung der Temperatur her, +Me eine Wirkung der Wärme iſt, welche die Sone + +in + + +","Die Rechtsgelehrsamkeit, die bürgerliche und peinliche Rechtsverwaltung und der Unterricht in denselben? Welcher Verbesserungen sind sie fähig und welche Verbesserungen wünschen die Eingeborenen? + +Anore offi legte einen Bericht über die Fassifikation des Pulvers ab, worin er sagt, dass man in Ägypten Salpeter im Überflusse finde, und dass man durch eine forschäftigere Benutzung desselben noch ausser den Bedürfnissen der Armee einen beträchtlichen Handelszweig daraus machen könnte. + +Die Kohlen, die man hier findet, sind vorzüglich rauhlich für die Fabrikation des Pulvers und werden von der Rupe genommen, die man in Gruben verschwindet und sodann zu Staub macht. Den Schwefel zieht man aus dem Auslande. + +Monge las in der zweiten Sitzung einen Aufsatz über das optische Phänomen vor, das die Seeleute Mirage nennen. Auf dem Meere tritt oft der Fall ein, dass ein in der Ferne wahrgenommenes Schiff ganz am Himmel abgebildet und nicht auf das Wasser gestützt zu finden scheint. + +Eine ähnliche Erscheinung sahen alle Franzosen, als die Armee durch die Wüste marschierte: die Dörfer, die man in der Ferne erblickte, schienen, als wenn sie auf eine Insel mitten in einem See erbaut waren. Je näher man an dieselber kam, desto kleiner wurde die scheinbare Oberfläche des Wassers, und wenn man sich nur noch in einer geringen Entfernung davon befand, verschwand sie ganzlich, und dieselbe Täuschung fand wieder bei dem nächsten Dorfe statt. + +Monge erklärt diese Erscheinung der verminderten Dichtigkeit der unteren Luftschicht zu. Diese Verminderung rührt in der Wüste von der Vermehrung der Temperatur her, eine Wirkung der Wärme ist, welche die Sonne" +Z166069305,15,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000015/full/full/0/native.jpg,"me dem Sande mitgetheilt hat, mit welchem diese +Shiot in unmittelbarer Veruhrung steht. +Schicht +Monge gab in der dritten Siajung dem In- +ftitute von einigen zu Kairo gefundenen Alterthu. +mern mit Hieroglyphen Nachricht und zeigre eing +Probe von dem Steine vor, din man zum Mauer: +werk des SQlosses gebraucht hat, Dieser Stein +kommt aus dem namlichen Felfen, worauf das +Schlos steht; er ist aus der Muschel zusammengea +rekt +fest, die man m u nj muro el nennt, weil sie die +Gestalt kleiner Geldstucke hat. Man kann diese +Muschel Teichyt ihrer Die nach spalten: in dem Ing +nern sieht man eine feine Spirallinie, die sich an +verschiedenen Stellen ihres Laufs in mehrere Zweige +theilt; diese Spirallinie diente dem Thiere, von +welchem die Muschel gebildet worden ist, zum Auf- +enthaftsorte. +Die: Commission, der ein Bericht uber das +Brennholz abzustatten aufgetragen war, theilte fols +gendes Resultat mit: ,, die Saflore oder Safran +stengel, das Schilfrohr, das Maisstrop liefern +Brennholz imi Uiberflusse und zwar um einen weit +geringern Preis, als man das Holz in Frankreich +erhalt. Der Preis zwischen beiden Landern perhalt +sich wie zwanzig zu hundert. ** +Dolomi eu theilte dem Institute, seine Mei, +nung uber den Zeitpunkt der Errichtung der Poms +pejussaufe mit und behauptete, fie fen nach der +Regierung des Conftantinus errichtet worden. +Der Knauf und das Fusgestelle verrathen den Vers +fall der Kunst der damaligen Zeit: aber der Schaft +cheint alter zu seinn und aus dem bluhenden Zeital- +ter der Kunst Herzuruhren. Zu Bilbeis par man +verschiedene Munzen ausgegraben,. +Berthollet hat einen Auffak uber das Far: +ben des baumwollen Beuges' und der Leinwand mit","XI + +. + +me dem Sande mitgetheilt hat, mit welchem dieſe +Shiot in unmittelbarer Verührung ſteht. +Schicht + +Monge gab in der dritten Siajung dem In- +ftitute von einigen zu Kairo gefundenen Alterthú. +mern mit Hieroglyphen Nachricht und zeigre eing +Probe von dem Steine vor, din man zum Mauer: +werk des SQloſſes gebraucht hat, Dieſer Stein +kommt aus dem nåmlichen Felfen, worauf das +Schloß ſteht; er iſt aus der Muſchel zuſammengea +rekt +feßt, die man m ů nj muro el nennt, weil ſie die + +Mů +Geſtalt kleiner Geldſtücke hat. Man kann dieſe +Muſchel Teichyt ihrer Diđe nach ſpalten: in dem Ing +nern ſieht man eine feine Spirallinie, die ſich an +verſchiedenen Stellen ihres Laufs in mehrere Zweige +theilt; dieſe Spirallinie diente dem Thiere, von +welchem die Muſchel gebildet worden iſt, zum Auf- +enthaftsorte. + +Die: Commiſſion, der ein Bericht über das +Brennholz abzuſtatten aufgetragen war, theilte fols +gendes Reſultat mit: ,, die Safloré oder Safran +ſtengel, das Schilfrohr, das Maisſtrop liefern +Brennholz imi Uiberfluſſe und zwar um einen weit +geringern Preis, als man das Holz in Frankreich +erhält. Der Preis zwiſchen beiden Ländern perhalt +ſich wie zwanzig zu hundert. ** + +Dolomi eu theilte dem Inſtitute, ſeine Mei, +nung über den Zeitpunkt der Errichtung der Poms +pejusſaufe mit und behauptete, fie fen nach der +Regierung des Conftantinus errichtet worden. +Der Knauf und das Fußgeſtelle verrathen den Vers +fall der Kunſt der damaligen Zeit: aber der Schaft + +cheint àlter zu ſeinn und aus dem blühenden Zeital- +ter der Kunſt Herzurühren. Zu Bilbeis par man +verſchiedene Münzen ausgegraben,. + +Berthollet hat einen Auffak über das Får: +ben des baumwollen Beuges' und der Leinwand mit + +1 + + +","me dem Sande mitgetheilt hat, mit welchem diese Schicht in unmittelbarer Verbindung steht. + +Monge gab in der dritten Sitzung dem Institute von einigen zu Kairo gefundenen Alterthümern mit Hieroglyphen Nachricht und zeigte eine Probe von dem Steine vor, den man zum Mauerwerk des Schlosses gebraucht hat. Dieser Stein kommt aus dem nämlichen Felsen, worauf das Schloß steht; er ist aus der Muschel zusammengebacken, die man ""mu nj muro el"" nennt, weil sie die Gestalt kleiner Geldstücke hat. Man kann diese Muscheltheile nach spalten: in dem Inneren sieht man eine feine Spirallinie, die sich an verschiedenen Stellen ihres Laufs in mehrere Zweige theilt; diese Spirallinie diente dem Thiere, von welchem die Muschel gebildet worden ist, zum Aufenthaltorte. + +Die Commission, der ein Bericht über das Brennholz abzustatten aufgetragen war, theilte folgendes Resultat mit: ""die Saflor oder Safranstengel, das Schilfrohr, das Maisstroh liefern Brennholz im Überfluß und zwar um einen weit geringern Preis, als man das Holz in Frankreich erhalt. Der Preis zwischen beiden Ländern verhält sich wie zwanzig zu hundert."" + +Dolomi theilte dem Institute seine Meinung über den Zeitpunkt der Errichtung der Pompjäussäulen mit und behauptete, sie seien nach der Regierung des Constantin errichtet worden. Der Knauf und das Fußgestell verrathen den Versfall der Kunst der damaligen Zeit; aber der Schaft scheint älter zu sein und aus dem blühenden Zeitalter der Kunst herzurühren. Zu Bilbeis par man verschiedene Münzen ausgegraben. + +Berthollet hat einen Aufsatz über das Färben des baumwollen Beuges' und der Leinwand mit" +Z166069305,16,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000016/full/full/0/native.jpg,"XII +Die +Saflor vorgelegt. Dieses Farbematerial erhalt Eu- +rop'a' fast ganzlich durch den agyptischen Handel. +Man braucht es vorzuglich zum Farben von Seide. +In Logop ten wendet man es vorzuglich dazu an, +dem baumwollen Zeuge eine schone Farbe zu geben, +die man ihm in Europa nicht ertheilen kann. Der +Burger Bertholet hat die Unterschiede bemerkt, +die man in dem Verfahren beobachtet, und denen +man die schone Farbe zuschreiben mus: sie bestehen +1) darin, das man vermittelst eines ein wenig al: +talischen Wassers den gelben Thcil von der rothfar- +benden Substanz absondert, 2) das das Alkali uns +ter dem Muhlsteine mit dem Safior vermischt wird, +3) das der Farbekessel eine Warme von zo bis 40 +Graden erhalt, +Die Abweichung der Magnetnadel betragt ju +Kairo 121 +Das Nationalinstitut hat einigen Mitgliedern +den Auftrag gegeben, bei denen sich jejt in Kairo +aufhaltenden Einwohnern der benadybarten Lander +Hegyptens Erkundigungen uber den Zustand ihs +rer Lander, vorzuglich uber den Lauf des Nils, +uber die naturliche und burgerliche Geschichte von +Haberdh einzuziehen. +Ein Brief eines Chemiften und Mineralogisten +vom 12 ten August 1798 aus Alejandrien theift +folgende Nachrichten mit. Die Mineralogisten +haben nichts interessantes an diesen Drte gefunden, +Sie haben sich in dieser Rucksicht nur init den Uns +sisen des, an das +an das angebquete +and r +tigt, die die Winde aus Libnen verursachen. Die +Trummern haben ihnen eine weit reichlichere Erndte +gegeben. Die Menge von Saulen, die man alle +Hugenblice antrift haben ihnen Granit, Bresche +und agyptisde Marmore por ser grosten Schons +heit geliefert. Die erstaunlich grosen Denkmaler, +Sust +befchef-","XII + +1 + +i + +Die + +Saflor vorgelegt. Dieſes Farbematerial erhält Eu- +rop'a' faſt ganzlich durch den ägyptiſchen Handel. +Man braucht es vorzüglich zum Färben von Seide. +In Logop ten wendet man és vorzüglich dazu an, +dem baumwollen Zeuge eine ſchöne Farbe zu geben, +die man ihm in Europa nicht ertheilen kann. Der +Bürger Bertholet hat die Unterſchiede bemerkt, +die man in dem Verfahren beobachtet, und denen +man die ſchöne Farbe zuſchreiben muß: ſie beſtehen +1) darin, daß man vermittelſt eines ein wenig al: +taliſchen Waſſers den gelben Thcil von der rothfår- +benden Subſtanz abſondert, 2) daß das Alkali uns +ter dem Mühlſteine mit dem Safíor vermiſcht wird, +3) daß der Fårbekeſſel eine Wärme von zo bis 40 +Graden erhält, + +Die Abweichung der Magnetnadel beträgt ju +Kairo 121 + +Das Nationalinſtitut hat einigen Mitgliedern +den Auftrag gegeben, bei denen ſich jejť in Kairo +aufhaltenden Einwohnern der benadybarten Länder +Hegyptens Erkundigungen über den Zuſtand ihs +rer Lånder, vorzüglich über den Lauf des Nils, +über die natürliche und bürgerliche Geſchichte von +Haberdh einzuziehen. + +Ein Brief eines Chemiften und Mineralogiſten +vom 12 ten Auguſt 1798 aus Alejandrien theift +folgende Nachrichten mit. Die Mineralogiſten +haben nichts intereſſantes an dieſen Drte gefunden, +Sie haben ſich in dieſer Rückſicht nur init den Uns +ſisen des, an das + +♡ +an das angebquete + +and r +tigt, die die Winde aus Libnen verurſachen. Die +Trůmmern haben ihnen eine weit reichlichere Erndte +gegeben. Die Menge von Säulen, die man alle +Hugenblice antrift haben ihnen Granit, Breſche +und ágyptiſde Marmore por ser größten Schons +heit geliefert. Die erſtaunlich großen Denkmåler, + +13 + +ޓީ ޓީ.އޯ + +Suſt + +AL + +befchef- + + +","XII +Die Saflor vorgelegt. Dieses Farbematerial erhält Europa fast ganzlich durch den ägyptischen Handel. +Man braucht es vorzüglich zum Färben von Seide. +In Ägypten wendet man es vorzüglich dazu an, dem baumwollen Zeuge eine schöne Farbe zu geben, +die man ihm in Europa nicht ertheilen kann. Der Bürger Bertholet hat die Unterschiede bemerkt, +die man in dem Verfahren beobachtet, und denen man die schöne Farbe zuschreiben muss: sie bestehen +1) darin, dass man vermittelst eines ein wenig ägyptischen Wassers den gelben Teil von der rothfarbenden Substanz absondert, +2) dass das Alkali unter dem Mühlenstein mit dem Saflor vermischt wird, +3) dass der Farbekessel eine Wärme von 20 bis 40 Grad erhält. +Die Abweichung der Magnetnadel beträgt in Kairo 12°1'. + +Das Nationalinstitut hat einigen Mitgliedern den Auftrag gegeben, bei denen sich jezt in Kairo aufhaltenden Einwohnern der benachbarten Länder Ägyptens Erkundigungen über den Zustand ihrer Länder, vorzüglich über den Lauf des Nils, +über die natürliche und bürgerliche Geschichte von Haberds einzuziehen. + +Ein Brief eines Chemikers und Mineralogisten vom 12. August 1798 aus Alexandria theilt folgende Nachrichten mit. +Die Mineralogisten haben nichts interessantes an diesen Orten gefunden; +sie haben sich in dieser Rücksicht nur in die Untersuchung des Meeres gestürzt, das die Winde aus Libyen verursacht. +Die Trümmer haben ihnen eine weitreichendere Erndte gegeben. Die Menge von Säulen, die man alle Hügelblicke antrifft, +haben ihnen Granit, Breccien und ägyptischen Marmor in größter Schönheit geliefert. +Die erstaunlich großen Denkmale, die" +Z166069305,17,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000017/full/full/0/native.jpg,"die man hier sieht, haben uns einen Vorgeschmack +von den Wundern gegeben, die wir in Oberagy pa +ten zu sehen bekommen werden. +Die Pompes +jus sa ule, die D'belisken, die inan die Nadeln +der Cleopatra +a nennt, machen noch nicht so viel +Aufsehen, als eine agyptische Vase, die ganz mit +vollkommen gut erhaltenen Hieroglyphen bedeckt ist, +und die sich in einen +grosen Mosdhee in der Uras +berstadt befindet. +Ich habe mit dem Birger Csampi die Stek +ne an den Mauern der Araber ftadt untersucht. +Sie sind bis in die Mitte angefressen: es mus also +dafelbst Salpeter*) in grosem Liberfluffe fenn. +: Wir find erstaunt, das wir hier fast gar kein +Seefalt, und nur Teht wenig. Natrum angetroffen +haben. ustig 1910 +Die Astronomen lassen, zwei steinerne Pfeiler +serridhten. Sie werden von da aus gehen, um die +fu einer Charte won duine lande nothwendigen Trias. +gel zu machen +Die Ingeniers nehmen der plan von Akers +andrien und von seinen umliegenden Gegenden +cauf. for sin oma 997. 3 +Contd beschaftigt fich mitder Sammlung aller +Kunfte des Landes .. Er wil sauco: Lelegraphen an +den Kusten hin und auf dem Wege nach Kairn, ers +richten. +Alesandrien liegt mitten in der Wufte. +Die Stadt der Turken ist auf Kosten der Ara- +berstadt erbauet worden, wo man nur die Eister: +nen unberuhrt gelassen hat, wovon inan keine unter +der neuen Stadt hin gemacht hat. Die Gewachse +bestehen in schonen Palmbaunien, die ein etwas +Bei einer; genauern Untersuchung fand fich aber blog +si Kaikersuner auserst geringen Menge salpetersaues. +ter","دور و + +1 + +die man hier ſieht, haben uns einen Vorgeſchmack +von den Wundern gegeben, die wir in Oberăgy pa +ten zu ſehen bekommen werden. + +Die Pompes +jus ſå ule, die D'belisken, die inan die Nadeln +der Cleopatra +a nennt, machen noch nicht ſo viel + +so +Aufſehen, als eine ägyptiſche Vaſe, die ganz mit +vollkommen gut erhaltenen Hieroglyphen bedeckt iſt, +und die ſich in einen + +großen Moſdhee in der Uras +berſtadt befindet. + +Ich habe mit dem Birger Cşampi die Stek +ne an den Mauern der Araber ftadt unterſucht. +Sie ſind bis in die Mitte angefreſſen: es muß alſo +dafelbſt Salpeter*) in großem Liberfluffe fenn. + +: Wir find erſtaunt, daß wir hier faſt gar kein +Seefalt, und nur Teht wenig. Natrum angetroffen +haben. ustig 1910 + +Die Aſtronomen laſſen, zwei ſteinerne Pfeiler +serridhten. Sie werden von dà aus gehen, um die +fu einer Charte won duine lande nothwendigen Trias. +gel zu machen + +...? +Die Ingeniers nehmen der plan von Akers +andrien und von ſeinen umliegenden Gegenden +cauf. for sin oma 997. 3 + +Contd beſchäftigt fich mitder Sammlung aller +Künfte des Landes .. Er wil sauco: Lelegraphen an +den Küſten hin und auf dem Wege nach Kairn, ers +richten. + +Alesandrien liegt mitten in der Wüfte. +Die Stadt der Túrken iſt auf Koſten der Ara- +berſtadt erbauet worden, wo man nur die Eiſter: +nen unberührt gelaſſen hat, wovon inan keine unter +der neuen Stadt hin gemacht hat. Die Gewächſe +beſtehen in ſchönen Palmbåunien, die ein etwas + +Bei einer; genauern Unterſuchung fand fich aber blog +şi Kaikersuner außerſt geringen Menge ſalpeterſaues. + +2 + +1 + +ܘܢܙ + +ter + + +","die man hier sieht, haben uns einen Vorgeschmack von den Wundern gegeben, die wir in Oberägypten zu sehen bekommen werden. Die Pompes, jus sa ule, die D'belisken, die man die Nadeln der Kleopatra nennt, machen noch nicht so viel Aufsehen, als eine ägyptische Vase, die ganz mit vollkommen gut erhaltenen Hieroglyphen bedeckt ist, und die sich in einem großen Moschee in der Urasstadt befindet. + +Ich habe mit dem Bürger Champi die Steine an den Mauern der Araberstadt untersucht. Sie sind bis in die Mitte angefressen: es muss also da selbst Salpeter in großem Liberaufe sein. + +Wir finden erstaunt, dass wir hier fast gar kein Seefalt und nur thet wenig Natrum angetroffen haben. + +Die Astronomen lassen zwei steinerne Pfeiler errichten. Sie werden von da aus gehen, um die für eine Chartre der Lände notwendigen Triangulationen zu machen. + +Die Ingenieurs nehmen den Plan von Alexandrien und seiner umliegenden Gegenden auf. Vor sieben Jahren 1797. + +Conti beschäftigt sich mit der Sammlung aller Kunstwerke des Landes .. Er will auch Telegraphen an den Küsten hin und auf dem Wege nach Kairo errichten. + +Alexandrien liegt mitten in der Wüste. Die Stadt der Türken ist auf Kosten der Araberstadt erbaut worden, wo man nur die Eisterne unberührt gelassen hat, wovon man keine unter der neuen Stadt hingemacht hat. Die Gewächse bestehen in schönen Palmbäumen, die ein etwas. + +Bei einer genaueren Untersuchung fand ich aber bloß eine außerst geringe Menge salpetersaues." +Z166069305,18,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000018/full/full/0/native.jpg,"trauriges Aussehen haben, in cactus Opuntia, in +Feigenbaumen, in fdledten Halsenfruchten, denen +man, ju viel Ehre erweist, wenn man sie Kohl +Salicrampfer, Peterfilie u. T. w. nennt. Indesen +verdienen doch die Zwiebeln eine besondre Aufmerks +famkeit; sie sind viel harter, ein +ein wenig spisiger ges +ftaltet, und haben einen erivas fatfern Gefahmad, +als die unsrigen. Die Weintrauben, die man hier +feit 14 Tagen ist, kommen zu Walfer von Kaf +Ichio und von Empern. Die Waffermefonen sind +in ziemlichem Uiberflusse vorhanden und kommen +auch von Karthid. Man bauet fig zwar hier, +aber nur in geringer Anzahl. +fish Die Beduinen- Uraben, die in der Wuste +wohnen und ihr Bich nach Atorandrien zum +Verkaufe bringen, tragen eine weistuchene Klejs +idung, die mir viel mehnlichkeit mit der alten romi: +thens Kleidung fe haben foien und die die schonste +Wirkung macht. Die Mahler, ble ich um ihre Gies +danken daruber fragte, waren derselben Meinung. +Die Manner find hier> Mark, gros und wohl ges +bauet, Dies fominti ohne Sweifel von der Kleidung +her, die die Kinder und die niedrigste Volksklaffe +tragt und die fur in einem einfachen blauen Hemde +besteht, Sie spielen viel und entwickelnadadurch ihs +te Krafte cehr fruhzeitig. +Wir sind alle unpaslich gewefen: diefen Tribut +musten wir einem von dem unsrigen so sehr verschiede: +nen Klima, und vorzuglich dem Unterschiede der les +bensmittel zollen. Dbgleich dic Hise wegen des Sees +windes, der die Atmosphare abkuhlt, hier nicht his +her als bis 22 und 23 Grade steigt, so wirkt doch +die hygrometrische Beschaffenheit gar gewaltig auf +die +fer Jahrex Dekonomie: es regnet niemals in dies. +fer Jahreszeit, allein es falt Abends eine grose","$ + +trauriges Ausſehen haben, in cactus Opuntia, in + +Feigenbaumen, in fdledten Hålſenfrüchten, denen +man, ju viel Ehre erweiſt, wenn man ſie Kohl +Salicrampfer, Peterfilie u. T. w. nennt. Indeſen +verdienen doch die Zwiebeln eine beſondré Aufmerks +famkeit; ſie ſind viel hårter, ein + +ein wenig ſpißiger ges +ftaltet, und haben einen erivas fåtfern Gefähmad, +als die unſrigen. Die Weintrauben, die man hier +feit 14 Tagen ißt, kommen zu Walfer von Kaf +Ichio und von Empern. Die Wafferméfonen ſind +in ziemlichem Uiberfluſſe vorhanden und kommen +auch von Karthid. Man bauet fig zwar hier, +aber nur in geringer Anzahl. +fish Dië Beduinen- Uraben, die in der Wüſte +wohnen und ihr Bich nach Atorandrien zum +Verkaufe bringen, tragen eine weißtuchene Klejs +idung, die mir viel mehnlichkeit mit der alten romi: + +thens Kleidung fe haben foien und die die ſchönſte +Wirkung macht. Die Mahler, ble ich um ihre Gies +danken darüber fragte, waren derſelben Meinung. +Die Männer find hier> Mark, groß und wohl ges +bauet, Dies fominti ohne Sweifel von der Kleidung +her, die die Kinder und die niedrigſte Volksklaffe +trågt und die für in einem einfachen blauen Hemde +beſteht, Sie ſpielen viel und entwickelnadadurch ihs +te Krafte çehr frühzeitig. +re + +Wir ſind alle unpåßlich gewefen: diefen Tribut +mußten wir einem von dem unſrigen ſo ſehr verſchiede: +nen Klima, und vorzüglich dem Unterſchiede der les +bensmittel zollen. Dbgleich dic Hiße wegen des Sees +windes, der die Atmoſphäre abkühlt, hier nicht his +her als bis 22 und 23 Grade ſteigt, ſo wirkt doch +die hygrometriſche Beſchaffenheit gar gewaltig auf +die +fer Jahrex Dekonomie: es regnet niemals in dies. +fer Jahreszeit, allein es fält Abends eine große + +1 + + +","trauriges Aussehen haben, in Cactus Opuntia, in Feigenbäumen, in gefüllten Halsenfrüchten, denen man so viel Ehre erweist, wenn man sie Kohl, Salicrampfer, Peterfilie u. T. w. nennt. Indessen verdienen doch die Zwiebeln eine besondere Aufmerksamkeit; sie sind viel härter, ein wenig spitzer gesägt und haben einen erheblich fettern Geschmack als die unsrigen. Die Weintrauben, die man hier in 14 Tagen ist, kommen zu Walfer von Kaffa und von Empert. Die Waffermelonen sind in ziemlichem Überflusse vorhanden und kommen auch von Kartahid. Man baut Fig zwar hier, aber nur in geringer Anzahl. + +Die Beduinen-Araber, die in der Wüste wohnen und ihr Brot nach Alexandrien zum Verkaufe bringen, tragen eine weißgetünchte Kleidung, die mir viel Ähnlichkeit mit der alten römischen Kleidung zu haben scheint und die schönste Wirkung macht. Die Maler, die ich um ihre Meinung darüber fragte, waren derselben Meinung. + +Die Männer sind hier markant, groß und wohl gebaut, Dies kommt ohne Zweifel von der Kleidung her, die die Kinder und die niedrigste Volksklasse tragen und die in einem einfachen blauen Hemde besteht. Sie spielen viel und entwickeln dadurch ihre Kräfte sehr frühzeitig. + +Wir sind alle unpäßlich geworden: diesen Tribut müssen wir einem von dem unsrigen so sehr verschiedenen Klima, und vorzüglich dem Unterschiede der Lebensmittel zollen. Dabgleich die Hies wegen des Seewindes, der die Atmosphäre abkühlt, hier nicht höher als bis 22 und 23 Grade steigt, so wirkt doch die hygrometrische Beschaffenheit gar gewaltig auf die Jahresarbeiten: es regnet niemals in dieser Jahreszeit, allein es fällt Abends eine große" +Z166069305,19,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000019/full/full/0/native.jpg,"Menge Thau, dem man die Augenuber der Landesa +bewohner zuschreibt. +Die in Europa so sehr gefurchtete Peft inact +hier beinahe kein Yufsehn, ob sie gleich noch in der +Stadt in gewissen Haufern wuthet. Man wandert +auf den Strasen mit eben der Sicherheit herum, +als wenn man keine Gefahr liefe, einen von der Peft +Angestedten zu beruhren und diese grausame Sirants +heit zu bekommen. Der Chirurgus: Dubois +at sich viel mit einem Arzte unterhalten, der seine +Kunst seit langer Zeit in diefem Lande treibt: dieser +hat ihm verfichert, die Pest sen nicht so gefahrlid), +als man sich, gemciniglich +vorficle, und viele leute, +die von ansteckenden Krankheiten ergriffen wurden, +fterben aus Mangel an unterstusung, weil das +Sreen, das diese firankheit einilost, starker, ift, +als alle Zuneigung. Sobald wir hier aufamen, +wurde auch sogleich ein Lazareth errichtet: es befin +det sich auf der +ehemaligen Inhat Pharus am Em +gange in den alten Hafen."" +Der Burger. Conte, der mit dem General +Kleber bel Gelegenheit eines +gen der Einnahme von Kaird durch die Franjo +Pen feierte einen offentlichen Dit besuchte, wo +man Mufik machte, giebt hiervon folgende Mach: +richt: Es war ein Scerif nebst mehreren an: +dern Vorgesekten hier; fie erwiesen dem General al- +le Arten von Ehrenbezeugungen. Man bediente +uns mit Sorbet u. l. iv. Hierbei beobachtet man +folgenden Gebrauch: Ein zierlich gekleiderer Silas +de reicht Ihnen auf einem filbernen Becken ein Glas +mit Sorbet oder anderm Getranke. Ein anderer +Sklave halt Ihnen eine +gestreiften Muffeliin +, um Sie damit abzutronzit. +Wenn diese Ceremonie vorbei ift, bringen je +Sklaven in filbernen Gefasen, der Eine Koseminta +Kvad man we: +del","Menge Thau, dem man die Augenüber der Landesa +bewohner zuſchreibt. + +Die in Europa ſo ſehr gefürchtete Peft inact +hier beinahe kein Yufſehn, ob ſie gleich noch in der +Stadt in gewiſſen Häufern wüthet. Man wandert +auf den Straßen mit eben der Sicherheit herum, +als wenn man keine Gefahr liefe, einen von der Peft +Angeſtedten zu berühren und dieſe grauſame Siránts +heit zu bekommen. Der Chirurgus: Dubois +þat ſich viel mit einem Arzte unterhalten, der ſeine + +. +Kunſt ſeit langer Zeit in diefem Lande treibt: dieſer +hat ihm verfichert, die Peſt ſen nicht ſo gefährlid), +als man ſich, gemciniglich + +vorficle, und viele leute, +die von anſteckenden Krankheiten ergriffen würden, +fterben aus Mangel an unterſtüßung, weil das +Søređen, das dieſe firankheit einiloßt, ſtärker, ift, +als alle Zuneigung. Sobald wir hier aufamen, + +, +wurde auch ſogleich ein Lazareth errichtet: es befin +det ſich auf der + +ehemaligen Inhat Pharus am Em +gange in den alten Hafen."" + +Der Bürger. Conte, der mit dem General +Kleber bel Gelegenheit eines +gen der Einnahme von Kaird durch die Franjo +Pen feierte einen offentlichen Dit beſuchte, wo +man Mufik machte, giebt hiervon folgende Mach: +richt:„ Es war ein Scerif nebſt mehreren an: +dern Vorgeſekten hier; fie erwieſen dem General al- +le Arten von Ehrenbezeugungen. Man bediente +uns mit Sorbet u. l. iv. Hierbei beobachtet man +folgenden Gebrauch: Ein zierlich gekleiderer Silas +de reicht Ihnen auf einem filbernen Becken ein Glas +mit Sorbet oder anderm Getränke. Ein anderer +Sklave hålt Ihnen eine + +geſtreiften Muffeliin + +, um Sie damit abzutronzit. +Wenn dieſe Ceremonie vorbei ift, bringen je +Sklaven in filbernen Gefäßen, der Eine Koſeminta + +Kvad man we: + +del + + +","Menge Thau, dem man die Augen über der Landesbewohner zuschreibt. Die in Europa so sehr gefürchtete Pest hat hier beinahe kein Yussehen, ob sie gleich noch in der Stadt in gewissen Häusern wütet. Man wandert auf den Straßen mit eben der Sicherheit herum, als wenn man keine Gefahr lief, einen von der Pest Angesteckten zu berühren und diese grausame Seuche zu bekommen. + +Der Chirurgus Dubois hat sich viel mit einem Arzte unterhalten, der seine Kunst seit langer Zeit in diesem Lande treibt; dieser hat ihm versichert, die Pest sei nicht so gefährlich, als man sich gemeiniglich vorstellt, und viele Leute, die von ansteckenden Krankheiten ergriffen wurden, sterben aus Mangel an Unterstützung, weil das Strenglaubige, das diese Krankheit einflüst, stärker ist, als alle Zuneigung. Sobald wir hier ankamen, wurde auch sogleich ein Lazareth errichtet; es befindet sich auf der ehemaligen Insel Pharos am Eingange in den alten Hafen. + +Der Bürger Conte, der mit dem General Kleber bei Gelegenheit eines offentlichen Diners besuchte, wo man Musik machte, gibt hiervon folgende Meldung: Es war ein Scheich nebst mehreren anderen Vorgesetzten hier; sie erwiesen dem General alle Arten von Ehrenbezeugungen. Man bediente uns mit Sorbet u.s.w. Hierbei beobachtet man folgenden Gebrauch: Ein zierlich gekleideter Sklave reicht Ihnen auf einem silbernen Becken ein Glas mit Sorbet oder anderm Getränke. Ein anderer Sklave hält Ihnen eine gestreifte Muffel, um Sie damit abzutrocknen. + +Wenn diese Ceremonie vorbei ist, bringen die Sklaven in silbernen Gefäßen der Eine Kosmetin Kaffee man weiß nicht welcher Art." +Z166069305,20,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000020/full/full/0/native.jpg,"XVI +fer, das"" er Ihnen auf die Hande auf den Kopf +und auf den Bart, giest, der andere tragt eine Art +von Gefas,' worin brennende Kohlen fins, woruber +man Pulver von Algeholz ftreuet. Dieser Woht +geruch ist sehr angenehm und wird von den Morgens +Landern sehr gerhast. Die Musik besteht* in zwei +Trommeln, einem Dudelsacke und einigen Blasins +strumenten, die +viel Aehnlichkeit mit unfein Hobo's +haben. +Man( piste Melopien, die fapt gar nicht +abwechselh, und man hat Muse, etwas anders als +Gerausch zu unterscheiden."" +Seit der Eroberung Vegyptens durch die +ranjoren erscheinen auch politische Zeitungen, +B. der Courier de l'Egypte, +und ein literari- +Tches Journal, in diesem Lande. Das Journal heist +la Decade Egyptienne, journal literaire et dE- +conomie politique. Sein Herausgeber ift, wenn +ich nicht irre, Tallien Muler zehn Tage erfdeint +ein Stuck von 2 bis* Bogen, die zu Kairo bei +dem Armeebuchdrucker. Marc Aurel gedruct +werden, alles, was Wissenschaften Kunste, Hans +set, burgerliche und peinliche Gefesgebung, morali: +fore und religiose Einrichtungen berrift findet eine +Stelle darin +Sonnini's. Reife in Dber- wird Nies +deragop ten ist in diesem Jahre in Paris unter +folgendem Titel erfdicnen: Voyage dans ta haute +et balle Egypte +fait par Ordre de l'ancien +gouvernement, et contenant des obfervations +de tous genres; par C. S. Sonnini, ancien +Officier et Ingenieur de la marine francoise et +membre de plulieurs societes savantes et obiterai- +Avec une collection de 40 Planches, gra- +vees en taille- douce par J. B. P. Tardieu +etc. etc. 3 Vol. a Paris, an 7 de la republique. +res.","XVI + +. + +fer, das"" er Ihnen auf die Hände auf den Kopf +und auf den Bart, gießt, der andere trågt eine Art +von Gefäß,' worin brennende Kohlen fins, worüber +man Pulver von Algeholz ftreuet. Dieſer Woht + +' +geruch iſt ſehr angenehm und wird von den Morgens +Låndern ſehr gerhåßt. Die Muſik beſteht* in zwei +Trommeln, einem Dudelſacke und einigen Blasins +ſtrumenten, die + +viel Aehnlichkeit mit unfein Hobo's +haben. + +Man( pište Melopien, die fapt gar nicht +abwechſelh, und man hat Müße, etwas anders als +Geräuſch zu unterſcheiden."" + +Seit der Eroberung Vegyptens durch die +ranjoren erſcheinen auch politiſche Zeitungen, +B. der Courier de l'Egypte, + +und ein literari- +Tches Journal, in dieſem Lande. Das Journal heißt +la Decade Egyptienne, journal literaire et d’E- +conomie politique. Sein Herausgeber ift, wenn +ich nicht irre, Tallien Müler zehn Tage erfdeint + +, +ein Stück von 2 bis* Bogen, die zu Kairo bei +dem Armeebuchdrucker. Marc Aurel gedruct + ++ +werden, alles, was Wiſſenſchaften Künſte, Hans +set, bürgerliche und peinliche Gefeßgebung, morali: +före und religiöſe Einrichtungen berrift findet eine +Stelle darin + +Sonnini's. Reife in Dber- wird Nies +derågop ten iſt in dieſem Jahre in Paris unter +folgendem Titel erfdicnen: Voyage dans ta haute +et balle Egypte + +fait par Ordre de l'ancien +gouvernement, et contenant des obfervations +de tous genres; par C. S. Sonnini, ancien +Officier et Ingenieur de la marine francoiſe ét +membre de plülieurs ſociétés ſavantes et ºbiterai- + +Avec une collection de 40 Planches, gra- +vées en taille- douce par J. B. P. Tardieu +etc. etc. 3 Vol. a Paris, an 7 de la repúblique. + +0 + +res. + + +","XVI +fer, das er Ihnen auf die Hände auf den Kopf und auf den Bart gibt, der andere trägt eine Art von Gefäß, worin brennende Kohlen sind, worüber man Pulver von Algeholz streut. Dieser Wohlgeruch ist sehr angenehm und wird von den Morgenländern sehr gerühmt. Die Musik besteht in zwei Trommeln, einem Dudelsack und einigen Blasinstrumenten, die viel Ähnlichkeit mit unfeinen Hobos haben. + +Man spielt Melodien, die fast gar nicht abwechseln, und man hat Mühe, etwas anders als Gerausch zu unterscheiden. + +Seit der Eroberung Ägyptens durch die Franzosen erscheinen auch politische Zeitungen, z.B. der Courier de l'Égypte, und ein literarisches Journal in diesem Lande. Das Journal heißt la Decade Égyptienne, journal littéraire et d'économie politique. Sein Herausgeber ist, wenn ich nicht irre, Talleyrand. Alle zehn Tage erscheint ein Stück von 2 bis 3 Bogen, die zu Kairo bei dem Armeebuchdrucker Marc Aurel gedruckt werden; alles, was Wissenschaften, Künste, Handel, bürgerliche und peinliche Gesetzgebung, moralische und religiöse Einrichtungen betrifft, findet eine Stelle darin. + +Sonnini's Reise in Ober-Ägypten ist in diesem Jahre in Paris unter folgendem Titel erschienen: Voyage dans la haute et basse Égypte fait par ordre de l'ancien gouvernement, et contenant des observations de tous genres; par C. S. Sonnini, ancien officier et ingénieur de la marine française et membre de plusieurs sociétés savantes et littéraires. Avec une collection de 40 planches, gravées en taille-douce par J. B. P. Tardieu etc. etc. 3 Vol. à Paris, an 7 de la république." +Z166069305,21,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000021/full/full/0/native.jpg,"vit +Der Verfaffer sagt in seiner Vorrede, in seine +Reisebeschreibung wurde ohne die Erpedition des +Franjojen nach: #egypten wahrsiheinlicher: +weise nicht erschienen und die Materialien dazu wura +den in seiner Brieftasche vergraben geblieben remu. +Allein jezt hielt er es fur Pflicht, seinem Vaterlan; +de mit reinen Sienntniffen, und beobachtungen zu +nuzzen. Und dies bestimmte ihn zur Herausgabe +seines Perfes. Die Zeichnungen sind genau und +alle an Ort und Skille gemacht. +Der Uiberseger hat hier und da etivas Weni +zur Reise gehorre"" odet +ges, was nicht war +auch nicht belehrend war, weggelassen. Die An: +merkungen, die er hier und da beigefugt hat, fins +entweder aus Reisebeschreibungen oder aus franzosis +fchen Zeitungen genommen. Die Gradmessungen +S.57, 1. Th. find aus v. Zachs vortrefliden all. +gemeinen geographifden Ephemeriden +entlehnt. Seite 286, 1. th. hat der Uibersetzer +einen ganzen Abschnitt uber den Einflus des +agyptischen Clima's, auf die Gefundheit +seiner Bewonner, aus einein franzofijhen +Journale eingerucft. +Was nun den Werth von Sonninis Reise- +beschreibung betrift, so ist sie vorzuglich fur die Nas +turgeschichte und Menschenfunde lehrreich und in: +teressant. Der Verfaffer hat viel Fleis und Auf- +merksainkeit auf die Ankunft der Zugvogel in A e- +gypten und auf die Landesprodukte verwandt. Er +hat zwar nicht lauter Neues gefagt, aber er hat +doch das Bekannte auf eine angenehme Weise wie- +derkolt und das Irrige berichtigt. Mehrere Beobs +adtungen und Bemerkungen sind ihm ganz eigen. +Interessant ist das, was er uber die Beschneidung","vit + +6 +1 + +! + +1 + +1 + +Der Verfaffer ſagt in ſeiner Vorrede, in ſeine +Reiſebeſchreibung wurde ohne die Erpedition des +Franjojen nach: #egypten wahrſiheinlicher: +weiſe nicht erſchienen und die Materialien dazu würa +den in ſeiner Brieftaſche vergraben geblieben remu. +Allein jezt hielt er es für Pflicht, ſeinem Vaterlan; + +{ +de mit reinen Sienntniffen, und beobachtungen zu +nůzzen. Und dies beſtimmte ihn zur Herausgabe +ſeines Perfes. Die Zeichnungen ſind genau und +alle an Ort und Skille gemacht.“ +Der Uiberſeger hat hier und da etivas Weni + +zur Reiſe gehorre"" odet +ges, was nicht war +auch nicht belehrend war, weggelaſſen. Die An: +merkungen, die er hier und da beigefügt hat, fins +entweder aus Reiſebeſchreibungen oder aus franzoſis +fchen Zeitungen genommen. Die Gradmeſſungen +S.57, 1. Th. find aus v. Zach’s vortrefliden all. +gemeinen geographifden Ephemeriden +entlehnt. Seite 286, 1. th. hat der Uiberſetzer +einen ganzen Abſchnitt über den Einfluß des +ágyptiſchen Clima's, auf die Gefundheit +ſeiner Bewonner, aus einein franzófijhen +Journalé eingerücft. +Was nun den Werth von Sonninis Reiſe- + +"" +beſchreibung betrift, ſo iſt ſie vorzüglich für die Nas +turgeſchichte und Menſchenfunde lehrreich und in: +tereſſant. Der Verfaffer hat viel Fleiß und Auf- +merkſainkeit auf die Ankunft der Zugvögel in A e- +gypten und auf die Landesprodukte verwandt. Er +hat zwar nicht lauter Neues gefagt, aber er hat +doch das Bekannte auf eine angenehme Weiſe wie- +derkolt und das Irrige berichtigt. Mehrere Beobs +adtungen und Bemerkungen ſind ihm ganz eigen. +Intereſſant iſt das, was er über die Beſchneidung + +* + + +","Der Verfasser sagt in seiner Vorrede, dass seine Reisebeschreibung ohne die Expedition der Franzosen nach Ägypten wahrscheinlicherweise nicht erschienen wäre und die Materialien dazu in seiner Brieftasche vergraben geblieben wären. Allein jetzt hielt er es für Pflicht, seinem Vaterland mit reinen Sinntnissen und Beobachtungen zu nützen. Und dies bestimmte ihn zur Herausgabe seines Werks. Die Zeichnungen sind genau und alle an Ort und Stelle gemacht. + +Der Übersetzer hat hier und da etwas Weniges zur Reise gehörendes oder nicht belehrendes weggelassen. Die Anmerkungen, die er hier und da beigefügt hat, sind entweder aus Reisebeschreibungen oder aus französischen Zeitungen genommen. Die Gradmessungen S. 57, 1. Th. find aus v. Zachs vortrefflichen allgemeinen geographischen Ephemeriden entlehnt. Seite 286, 1. th. hat der Übersetzer einen ganzen Abschnitt über den Einfluss des ägyptischen Klimas auf die Gesundheit seiner Bewohner aus einem französischen Journal eingerückt. + +Was nun den Werth von Sonninis Reisebeschreibung betrifft, so ist sie vorzüglich für die Naturgeschichte und Menschenkunde lehrreich und interessant. Der Verfasser hat viel Fleiß und Aufmerksamkeit auf die Ankunft der Zugvögel in Ägypten und auf die Landesprodukte verwandt. Er hat zwar nicht lauter Neues gesagt, aber er hat doch das Bekannte auf eine angenehme Weise wiederholt und das Irrige berichtigt. Mehrere Beobachtungen und Bemerkungen sind ihm ganz eigen. + +Interessant ist das, was er über die Beschneidung" +Z166069305,22,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000022/full/full/0/native.jpg,"XVIII +der Madchen in Aegypten, uber die Schlangens +fresser u. s. w. sagt. +Die Meilen, die in der Uebersebung vorkom- +men, find franzosische Meilen, wovon funf und +zvanzig auf einen Grad gehen. +Unter den Kupfern hat man eine zweckmasige +Auswahl ju treffen gesucht. +Der zweite und lekte. Band der Uebersetzung +wird in kurzem erscheinen. Diegem wird ein Sach- +register und einige Bemerkungen aus der neuesten +franzosischen Ausgabe von Volney's Voyage en +Syrie et en lEgypte, aus den Conquetes des +Francois en Egypte u.. w. und ein Auszug aus +folgendem Werke: Relation de l'expedition de +l'Egypte, suivie de la description de plusieurs +monumens de cette contree, et ornee de figures, +par Charles Norry, membre de la societe +philotechnique. Paris, 1799. 64 S. angehangt +Teyn. Der Verfasser begleitete Bonaparte nach +Degypten, aber feine Gesundheitsumftande zwan- +gen ihn, dies land wieder zu verlassen. Er ist da- +her vor kurzem in Frankreich wieder angekoms +men, und hat obiges Werk herausgegeben. +Leipzig den 5. Oct. 1799. +Der Uiberseker.","XVIII + +1 + +121 + +V + +der Mädchen in Aegypten, über die Schlangens +freſſer u. ſ. w. ſagt. + +Die Meilen, die in der Ueberſebung vorkom- +men, find franzöſiſche Meilen, wovon fünf und +zvanzig auf einen Grad gehen. + +Unter den Kupfern hat man eine zweckmäßige +Auswahl ju treffen geſucht. + +Der zweite und lekte. Band der Ueberſetzung +wird in kurzem erſcheinen. Diegem wird ein Sach- +regiſter und einige Bemerkungen aus der neueſten +franzöſiſchen Ausgabe von Volney's Voyage en +Syrie et en l’Egypte, aus den Conquetes des +François en Egypte u.. w. und ein Auszug aus +folgendem Werke: Relation de l'expedition de +l'Egypte, ſuivie de la deſcription de pluſieurs +monumens de cette contrée, et ornée de figures, +par Charles Norry, membre de la ſocieté +philotechnique. Paris, 1799. 64 S. angehängt +Teyn. Der Verfaſſer begleitete Bonaparte nach +Degypten, aber feine Geſundheitsumftånde zwan- +gen ihn, dies land wieder zu verlaſſen. Er iſt da- +her vor kurzem in Frankreich wieder angekoms +men, und hat obiges Werk herausgegeben. + +I + +Leipzig den 5. Oct. 1799. + +Der Uiberſeker. + +fo + + +","XVIII. + +der Mädchen in Aegypten, über die Schlangensfresser u. s. w., sagt: Die Meilen, die in der Übersetzung vorkommen, sind französische Meilen, wovon fünfundzwanzig auf einen Grad gehen. + +Unter den Kupfern hat man eine zweckmäßige Auswahl zu treffen gesucht. + +Der zweite und letzte Band der Übersetzung wird in kurzem erscheinen. Demgemäß wird ein Sachregister und einige Bemerkungen aus der neuesten französischen Ausgabe von Volney's Voyage en Syrie et en l'Egypte, aus den Conquêtes des François en Egypte u.s.w. und ein Auszug aus folgendem Werke: Relation de l'expédition de l'Égypte, suivie de la description de plusieurs monuments de cette contrée, et ornée de figures, par Charles Norry, membre de la société philotechnique. Paris, 1799. 64 S., angehängt werden. + +Der Verfasser begleitete Bonaparte nach Ägypten, aber seine Gesundheitsumstände zwangen ihn, dieses Land wieder zu verlassen. Er ist daher vor kurzem in Frankreich wieder angekommen und hat obiges Werk herausgegeben. + +Leipzig den 5. Oct. 1799. +Der Übersetzer." +Z166069305,23,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000023/full/full/0/native.jpg,"XIX +oras +EPS +I n h 21$ a neige +des erften Bandebat +1. Capitel. Einleitung. Beweggrunde, +warum +re Entdeckungen seisenden eilen, ih +Urfachen der spaten Erscheinung dic: +fer Reisebeschreibung Reifende +Haffelquist Savar v +S. I +u. Capitel. Buffon- Abreise von Nont: +bard- Corallen- Zaunkonig Langue: +dok- Phalangist Aufbewahrung der Fische +Meerbuse'n von Lion +meget +III. Capitel .. Abreise von Toulon -Einlaufen +Rusten von Corsita Benua die Insel +Elba und die benachbarten Inseln Windstos +Ankunft zu Palermo +Iy. Capitel. Palermo und seine umliegenden Ger +genden +V. Capitel. Uiberfahrt von Palermo nach Mal: +tha Untersuchungen mit dem Sentblet zwi: +chen Sizilien und der Insel Maltha und zwi: +fchen dieser und Afrika Kufte von Sizilien +Panteleria die Insel Baltha +ihre Be: +schaffenheit ihre Stadte und ihre Produtte 26","XIX + +oras + +EPS +I n h 21€$ a neige + +des erften Bandebat + +1. Capitel. Einleitung.— Beweggründe, + +warum +re Entdeckungen seiſenden eilen, ih +Urfachen der ſpåten Erſcheinung dic: +fer Reiſebeſchreibung Reifende +Haffelquiſt Savar v + +S. I + +u. Capitel. Búffon- Abreiſe von Nont: +II +i + +bard- Corallen- Zaunkönig Langue: +dok- Phalangiſt Aufbewahrung der Fiſche +Meerbuſe'n von Lion + +meget + +10 + +- + +C + +III. Capitel .. Abreiſe von Toulon -Einlaufen + +Rüſten von Corſita Benua die Inſel +Elba und die benachbarten Inſeln Windſtoß + +Ankunft zu Palermo + +14 + +i + +Iy. Capitel. Palermo und ſeine umliegenden Ger + +genden + +20 + +V. Capitel. Uiberfahrt von Palermo nach Mal: + +tha Unterſuchungen mit dem Sentblet zwi: + +chen Sizilien und der Inſel Maltha und zwi: +fchen dieſer und Afrika— Kufte von Sizilien +Panteleria die Inſel Baltha + +ihre Be: +ſchaffenheit ihre Städte und ihre Produtte 26 + +A + + +","XIX. Vorrede. + +EPS. +I. Band. 1. Capitel. Einleitung. Beweggründe, warum die Entdeckungen sich verzögerten, ihre Ursachen der späten Erscheinung dieser Reisebeschreibung Reifende Häufelquist Savar v. S. I. u. + +2. Capitel. Buffon - Abreise von Nontbard - Corallen-Zaunkönig Langue: dok-Phalangist Aufbewahrung der Fische Meerbusen von Lion. + +III. Capitel. Abreise von Toulon - Einlaufen Rusten von Corsica Benua die Insel Elba und die benachbarten Inseln Windstöße Ankunft zu Palermo. + +IV. Capitel. Palermo und seine umliegenden Gegend. + +V. Capitel. Überfahrt von Palermo nach Malta Untersuchungen mit dem Senkblet zwischen Sizilien und der Insel Malta und zwischen dieser und Afrika Küsten von Sizilien Pantelleria die Insel Malta ihre Beschaffenheit ihre Städte und ihre Produkte 26" +Z166069305,24,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000024/full/full/0/native.jpg,"VI. Capitel Meteorologiche Beobachtungen +Galeeren von Maltba- politisch philosophischer +Blick auf den Maitheferorden Alterthumer +und Mundart auf der Suel Waltha -- Malthesis: +fche Runde Uiberfahrt von Maltha nach Can: +dia Zugvogel Ankunft in Aegypten +S. 39 +VII. Capixel. 5 saken Libyens i Kuften von +Aegypten- Thurm der Araber- Annaherung +an Alexandaert feiner Hafen Fein Handel +Blick auf die Stadt Alexandrien +VIII. Capitel. Das neue Alexandrien Feine +Einwohner- Suden- rachfuchtiger Ocist. +vcrabter euchelmors an dem Consul yon 2lleran: +dria und an einem Hollander +Sprache +Trummern !! +IX, Capitel. Einfassung von Alexandrien durch die +Araber Spizfaule der Cleopatra +tra Pallast der Konige von Aegypten +Carte des poinpejus +X. Cavitel. Nuinen- Kanal vor Alterandrien +Cisternen -- Anbait' der Gegenden um den Ka: +Salzkraut( Soude) Bogel Sper: +tingen Cataconiben Chamaleons cha: +tals 10 +nal +XI. Capitol. Naturgeschichte des Springhaafens +oder Ferboas in Aegypten nebst Bemerkungen +aber die Naturgeschichte uberhaupt und eine in: +mertung uber einen Reiseentwurf in das Innere +yon Afrika +XII. Capitel, Franzosische Faktorei; Statue +Adanson, fein Ungluck- Auguste, ein anderer +franzofischer Dollmetscher- altes Grabmal +Allerenders Name wird noch in Aegypten in Eh: +ren gehalten Venetianer und Englander +Kandel- dermed Fische","XX + +VI. Capitel Meteorologiche Beobachtungen + +Galeeren von Maltba- politiſch philoſophiſcher +Blick auf den Maitheferorden Alterthümer +und Mundart auf der Suel Waltha -- Maltheſis: +fche Runde Uiberfahrt von Maltha nach Can: +dia Zugvögel Ankunft in Aegypten + +S. 39 + +- + +VII. Capixel. 5 saken Libyens i Küften von + +Aegypten- Thurm der Araber- Annäherung +an Alexandäert feiner Hafen Fein Handel + +Blick auf die Stadt Alexandrien + +48 + +5 + +VIII. Capitel. Das neue Alexandrien Feine + +Einwohner- Suden- rachfüchtiger Ociſt. +vcråbter euchelmors an dem Conſul yon 2lleran: +dria und an einem Hollander + +Sprache +7"" + +Trummern !! +IX, Capitel. Einfaſſung von Alexandrien durch die + +Araber Spizfäule der Cleopatra +tra Pallaſt der Könige von Aegypten +Carte des poinpejus + +56 + +66 + +X. Cavitel. Nuinen- Kanal vor Alterandrien +Ciſternen -- Anbait' der Gegenden um den Ka: + +' +Salzkraut( Soude) Bogel Sper: +tingen Cataconiben Chamäleons cha: +tals 10 + +nal + +78 + +XI. Capitol. Naturgeſchichte des Springhaafens + +oder Ferboas in Aegypten nebſt Bemerkungen +åber die Naturgeſchichte überhaupt und eine in: +mertung über einen Reiſeentwurf in das Innere +yon Afrika + +89 + +XII. Capitel, Franzöſiſche Faktorei; Statue + +Adanſon, fein Unglück- Auguſte, ein anderer +franzöfiſcher Dollmetſcher- altes Grabmal +Allerenders Name wird noch in Aegypten in Eh: +ren gehalten Venetianer und Engländer +Kandel- dermed Fiſche + +107 + + +","VI. Capitel +Meteorologische Beobachtungen Galeeren von Malta - politisch-philosophischer Blick auf den Maitheferorden Alterthümer und Mundart auf der Süd-Waltha-Malthesis: erste Runde Überfahrt von Malta nach Candia Zugvogel Ankunft in Ägypten + +VII. Capitel +5 Säcken Libyens i Küften von Ägypten - Thurm der Araber - Annäherung an Alexandria feiner Hafen Fein Handel Blick auf die Stadt Alexandrien + +VIII. Capitel +Das neue Alexandrien Feine Einwohner- Süden- rachfuchtiger Ocist vcrabter euchelmors an dem Consul von Malterra und an einem Holländer Sprache Trummern !! + +IX. Capitel +Einfassung von Alexandria durch die Araber Spitzfaule der Cleopatra tra Pallast der Könige von Ägypten Carte des Ptolemaeus + +X. Capitel +Nile-Kanal vor Alexandria Cisternen -- Anblick der Gegenden um den Ka Salzkraut Soude Bogel Sperlingen Catacombichen Chamäleons Chaussees + +XI. Capitel +Naturgeschichte des Springhaafens oder Ferkboas in Ägypten nebst Bemerkungen über die Naturgeschichte überhaupt und eine Einladung über einen Reiseentwurf in das Innere von Afrika + +XII. Capitel +Französische Faktorei Statue Adanson fein Unglück - Auguste ein anderer französischer Dolmetscher altes Grabmal Allerenders Name wird noch in Ägypten in Ehren gehalten Venetianer und Englander Kandel- dermed Fische" +Z166069305,25,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000025/full/full/0/native.jpg,"1XXI +XIII.- Capitel. Reise von Hlerandrien nach Raichit +Maadie -- Heraklium- Rachid. nebli den um: +liegenden Gegenden- Uiberbit des Deltas S. 119 +XIV. Capitel. Unruhen zu Cairo Morgenlan: +dische Tradit- Nilfahrzeuge Winter +Rasdi Handel- Reis feine Bearbei: +tung und sein Alterthum in Aegypten ch; +sen und Kuhe +IV. Capitel. Einwohner von Maschid- Tabaks: +pfeifen- Kaffee arabische Mahrden- Art, +den Kaffee zuzubereiten fchandliche Lafter der +Aegypter Fraiten der Reihen Unterbat: +tung durch Zeichen mit einer von denselben -ber +sondere Nachrichten von diesen Frauen Eifer +sucht der Manner in den Frauen gejolltet +Eribut +XVI. Capitel. Frauen unter dem Polfe Schwarz 7 +je det ugen Bleiglanz( alquifoux) +Rothe an den Handen und Fusen Szenna +Haarfalbert Wohlbelcibtheit der Weiber= +ihre Reinticiteit und ihre Sdmintmittel +XVI. Capitel. Aegyptische unde Karen +ein schones Thier"" diefet Alt, das der Verfatter +exwahnt sat Hausthiere der Mungo' oder +der Icheneumon- Crocodile Cine Nit von +Nilschildkrote,' eine Feindin der Crocodile 183 +XVIII. Eapitel. Schlos von Rarchid. Huhu +Wiedehopfe Turteltauben- Kauglein- +Lotus eine Art Cactus Caffiabaum Sys +komor Schishme +Durra +indische Nels +te Enten Droseln- Waldsdynepfen +Baldsdynepfen""? 201 +XIX. Capitel. Natrum- Bieichen der Leinwand +und des Garnes- andere Benuzgungen des Naz +truins Senesbaum Vogel Beschreibung +einer Art von Falken Bachsieljen- Wafier","1XXI + +XIII.- Capitel. Reiſe von Hlerandrien nach Raichit + +Maadie -- Heraklium- Rachid. nebli den um: +liegenden Gegenden- Uiberbit des Deltas S. 119 + +& + +XIV. Capitel. Unruhen zu Cairo Morgenlån: + +diſche Tradit- Nilfahrzeuge Winter +Raſdið Handel- Reiß feine Bearbei: +tung und ſein Alterthum in Aegypten ch; +ſen und Kühe + +133 + +IV. Capitel. Einwohner von Maſchid- Tabaks: + +pfeifen- Kaffee arabiſche Mährden- Art, +den Kaffee zuzubereiten fchåndliche Lafter der +Aegypter Fraiten der Reihen Unterbat: +tung durch Zeichen mit einer von denſelben -ber +ſondere Nachrichten von dieſen Frauen Eifer +ſucht der Männer in den Frauen gejolltet +Eribut + +192 + +XVI. Capitel. Frauen unter dem Polfe Schwarz 7 + +je det ugen Bleiglanz( alquifoux) +Rothe an den Händen und Füßen Szenna +Haarfalbert Wohlbelcibtheit der Weiber= +ihre Reinticiteit und ihre Sdmintmittel + +167 + +XVIŁ. Capitel. Aegyptiſche unde Karen + +ein ſchönes Thier"" diefet Alt, das der Verfatter +exwähnt sat Hausthiere der Mungo' oder +der Icheneumon- Crocodile Ciné Nit von + +Nilſchildkröte,' eine Feindin der Crocodile 183 +XVIII. Eapitel. Schloß von Rarchid. Huhu + +Wiedehopfe Turteltauben- Käuglein- +Lotus eine Art Cactus Caffiabaum Sys +komor Schishme + +Durra + +indiſche Nels +te Enten Droſeln- Waldſdynepfen + +Baldſdynepfen""? 201 + +- + +XIX. Capitel. Natrum- Bieichen der Leinwand + +und des Garnes- andere Benuzgungen des Naz +truins Senesbaum Vögel Beſchreibung +einer Art von Falken Bachſieljen- Wafier + + +","XXI +XIII. Kapitel. Reise von Alexandria nach Rachid. +Madinie -- Heraklium -- Rachid, nebst den umliegenden Gegenden. Ueberblick des Deltas. + +S. 119 +XIV. Kapitel. Unruhen zu Cairo. Morgenländische Traditionen. Nilfahrzeuge. Winter. Raschid Handel. Reise nach Bearbeitung und sein Alterthum in Aegypten, chsen und Kühe. + +IV. Kapitel. Einwohner von Maschid -- Tabakspfeifen -- Kaffee -- arabische Mähren -- Art, den Kaffee zuzubereiten -- schändliche Laster der Ägypter -- Freuden der Reichen -- Unterhaltung durch Zeichen mit einer von denselben abgesonderten Nachrichten von diesen Frauen. Eifer sucht der Männer in den Frauen geheult. + +Eribut +XVI. Kapitel. Frauen unter dem Pölfe Schwarz, je det ugen Bleiglanz (alquifoux), rothe an den Händen und Füssen -- Szenna Haarfärbung -- Wohlbeleibtheit der Weiber -- ihre Reinlichkeit und ihre Schminittel. + +XVI. Kapitel. Ägyptische und Karen, ein schönes Thier, die Fet Alt, das der Verfasser exwahnt sat Hausthiere der Mungo oder der Ichneumon -- Crocodile Cine Nit von Nilschildkröten, eine Feindin der Crocodilen. + +XVIII. Kapitel. Schloß von Rachid. Hühner, Wiedehopfe, Turteltauben, Kauglein -- Lotus, eine Art Cactus -- Caffiabaum -- Syskomor -- Schishme Durra indische Nelken, Enten, Droseln -- Waldsdynepfen, Baldsdynepfen. + +XIX. Kapitel. Natron -- Bleichen der Leinwand und des Garnes -- andere Benutzungen des Natrons -- Senesbaum -- Vogel Beschreibung einer Art von Falken -- Bachsielchen -- Wafier" +Z166069305,26,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000026/full/full/0/native.jpg,"XXII +dine +jungfern Weppesti: Grille Regen +Delta- kleiner weiser Reiher- das schwarze +Wasserhuhn 4 Wachteln Heerschnepfe +gewafnete Regenpfeifer- Bokshorn +S. 216 +XX. Capitel. Reise nach bukit Trummern +Beduinen Hafen und Rhede- Judischer +Drogman +rothe Rebbuhner eine sehr grose +Canopus Gouverneur- +Schlos und Dorf 2bukir kleine Pyramide +Ruckreise nach Rachid +kanelirte Statue +xxi. +XXI. Capitel. Beduinen -- Vogel- Boghas +Thurm von Canoplis Abu Mandur +Weintrauben Wuste dakals- Eidech +sen- Insekten Schlange Schwierigkei +ten in Betref der Pyramide von Abukir Mei +nung der Araber uber Reifende +C :?: +-- edu +Serie +XXII. Capitel. Adamsfeigenbaum Cachiman: +baum Pappelkraut- Judenpappelu Ba: +inier Atle Buffel, Milwasser Pert +Clima von Aegypten +Gestorbeng UITDR002 +tenecker Krankheiten +Elephantiasis- Uu: +genkrankheiten +Ener +hor +Nachtrag fu dem XXII.' Capitel. Bon dem +11 i berieber. Von dem Einflusse 0.5 agypti: +{ djen Climas auf die Gefundheit der Einwohnerz +von dem Burger Olivier, Affocie' des Natio: +nalinstitutes zu Paris +uten, +286 de +tea +XXIII. Capitel, Beschneidung der Frauenzimmer +Sekte der Saadi oder Solangenfresser +XXIV. Capitel. Binter- Nilaat- Schildfrd; +te- Vogel- Raubvogel- Kauzleix +weise Bachstelje -- Eisvdgel +Eisvogel- Reiher- Suls +tanshuhn getpafnete Regenpfeifer Wiede: +hopfen Schattenkafer- Pomeranzen +Swiebeln Knoblauch Lattig- Harong;","XXII + +MC + +dine + +jungfern Weppesti: Grille Regen +Delta- kleiner weißer Reiher- das ſchwarze +Waſſerhuhn 4 Wachteln Heerſchnepfe +gewafnete Regenpfeifer- Bokshorn + +S. 216 +XX. Capitel. Reiſe nach bukit Trůmmern +Beduinen Hafen und Rhede- Jüdiſcher + +. +Drogman + +rothe Rebbühner eine ſehr große + +Canopus Gouverneur- +Schloß und Dorf 2bukir kleine Pyramide +Rückreiſe nach Rachid + +236 + +känelirte Statue + +14 + +- + +xxi. +XXI. Capitel. Beduinen -- Vogel- Boghas + +Thurm von Canoplis Abu Mandur +Weintrauben Wüſte dakals- Eidech +ſen- Inſekten Schlange Schwierigkei +ten in Betref der Pyramide von Abukir Mei +nung der Araber über Reifende + +246 + +13 + +C :?: +-- edu + +3: +2246 + +Serie + +XXII. Capitel. Adamsfeigenbaum Cachiman: + +baum Pappelkraut- Judenpappelu Ba: +inier Atle Büffel, Milwaſſer Pert +Clima von Aegypten + +Geſtorbeng UITDR002 +tenecker Krankheiten +སྣ) + +Elephantiaſis- Uu: + +Au +genkrankheiten + +261 + +Ener + +3 + +hor + +Nachtrag fu dem XXII.' Capitel. Bon dem + +11 i berieber. Von dem Einfluſſe 0.5 agypti: +{ djen Climas auf die Gefundheit der Einwohnerz +von dem Bürger Olivier, Affocie' des Natio: +nalinſtitutes zu Paris + +uten, + +286 de + +tea + +XXIII. Capitel, Beſchneidung der Frauenzimmer + +Sekte der Saadi oder Solangenfreſſer + +290 + +XXIV. Capitel. Binter- Nilaat- Schildfrd; + +te- Vogel- Raubvögel- Kauzleix +weiße Bachſtelje -- Eisvdgel +Eisvogel- Reiher- Suls + +- +tanshuhn getpafnete Regenpfeifer— Wiede: +hopfen Schattenkäfer- Pomeranzen +Swiebeln Knoblauch Lattig- Harong; + + +","XXII. + +Dine Jungfern, Weppeschi: Grille, Regen-, Delta- kleiner weißer Reiher- das schwarze Wasserhuhn, 4 Wachteln, Heerschnepfe, gewaffnete Regenpfeifer- Bockshorn. + +S. 216 +XX. Capitel. Reise nach Bukit Trummern, Beduinen Hafen und Rhede- Jüdischer Drogman, rothe Rebhühner, eine sehr große Canopus, Gouverneur- Schloß und Dorf 2 Bukir, kleine Pyramide, Rückreise nach Rachid, kanellierter Statue. + +XXI. +XXI. Capitel. Beduinen, Vogel- Boghas, Thurm von Canoplis Abu Mandur, Weintrauben, Wüste, Dakals, Eidechsen, Insekten, Schlange, Schwierigkeiten in Betreff der Pyramide von Abukir, Meinung der Araber über Reifende. + +C:?: +-- edu +Serie + +XXII. Capitel. Adamsfeigenbaum, Cachiman: Baum, Pappelkraut- Judenpappel, Bainier Atle Buffel, Milchwasser Pert, Klima von Ägypten, Gestorbene an UITDR002 tenecker Krankheiten, Elephantiasis- Urogenkrankheiten. + +Ener +hor + +Nachtrag zum XXII. Capitel. Bon dem 11. berieber. Von dem Einflusse des ägyptischen Climas auf die Gesundheit der Einwohner von dem Burger Olivier, Affocie' des Nationalinstitutes zu Paris. + +286 de +tea + +XXIII. Capitel. Beschneidung der Frauenzimmer Sekte der Saadi oder Salangenfresser. + +XXIV. Capitel. Binther- Nilaat- Schildfröste- te- Vogel- Raubvogel- Kauzleix, weise Bachstelze -- Eisvogel, Eisvogel- Reiher- Sulstanhuhn, getupfte Regenpfeifer, Wiedehopfen, Schattenkäfer- Pomeranzen, Swiebeln Knoblauch Lattig- Harong;" +Z166069305,27,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000027/full/full/0/native.jpg,"XXIII +wurzel Mungo Thaleb Art und Weis +fe, wie die Afrikaner die Menschen benennen +Ratten und ause Schaafe Ziegen +Anstalten zur Abreise von Rashid meteorolo: +gische Beobachtungen Windstose aus Suden +XXV. Capitel. breise von Rafchid Beduinen +- Uibereinkunft mit den Arabern Aufstand +fu Abukir~ Kusten zwischen Ubutir und Alerans +drien wilde Ochsen- Folge des Auffrandes +Inschrift- Beduinenlager +Kamele- Unruhe in dem Lager- Gastfreiheit +und Sitten der Beduinen Besondere Meinung +dieser Beduinen- Araber- antiter Wurfel +zu butit +Das +XXVI. Capitel. Reise durch die Provinz Bahire +Beduinen Staare Bohnen +manhur verbreitete Geruchte uber die Reise +des Verfassers Baumwolle offentliche +Madchen Fortsegung der Reise bis in die Wu: +ste flaglicher Zustand der Landleute herrli: +che Ebenen +Wuste Haase: 1- Vogel- +wilde Ochsen Gazellen Tiger +Sirause 377 +XXVII. Capitet. Natrumsseen Kloster der +Copten in der Aufte- Zusammentreffen mit +einer Horde rauberischer Araber e fonderbare +Szenen, wozu dieses Gelegenheit gab +Sowies +rigkeiten, in das Kloster hinein zu kommen +wilde Schweine +XXVIII. Capitel. Hussein's Abreise- koptische +Monce- ihr Kloster, ihre Kirche, ihre Mefs. +fen, ihre kirchlichen Gebrauche, ihre Nahrung, +ihre Kleidung ihr Garten Fulful Beladi +Gpps +Steinsal; andere Kloster in der +Wuste Meer ohne Wasser Vahr belama +Beduinen Schlechtes Betragen der Mons +che Nebel und Regen","XXIII + +i + +/ + +wurzel Mungo Thaleb Art und Weis +fe, wie die Afrikaner die Menſchen benennen +Ratten und auſe Schaafe Ziegen +Anſtalten zur Abreiſe von Raſhid meteorolo: +giſche Beobachtungen Windſtoße aus Süden + +309 + +XXV. Capitel. breiſe von Rafchid Beduinen + +- Uibereinkunft mit den Arabern Aufſtand +fu Abukir~ Kuſten zwiſchen Ubutir und Alerans +drien wilde Ochſen- Folge des Auffrandes + +Inſchrift- Beduinenlager +Kamele- Unruhe in dem Lager- Gaſtfreiheit +und Sitten der Beduinen Beſondere Meinung +dieſer Beduinen- Araber- antiter Würfel + +zu butit + +354 + +Das + +XXVI. Capitel. Reiſe durch die Provinz Bahire + +Beduinen Staare Bohnen +manhur verbreitete Gerüchte über die Reiſe +des Verfaſſers Baumwolle öffentliche +Mädchen Fortſegung der Reiſe bis in die Wů: +ſte flåglicher Zuſtand der Landleute– herrli: +che Ebenen + +Wüſte Haaſe: 1- Vögel- +wilde Ochſen Gazellen Tiger + +Sirauße 377 + +XXVII. Capitet. Natrumsſeen Kloſter der + +Copten in der Aufte- Zuſammentreffen mit +einer Horde räuberiſcher Araber é fonderbare +Szenen, wozu dieſes Gelegenheit gab + +Sowies +rigkeiten, in das Kloſter hinein zu kommen +wilde Schweine + +1 + +397 + +- + +XXVIII. Capitel. Huſſein's Abreiſe- koptiſche + +Mönce- ihr Kloſter, ihre Kirche, ihre Mefs. +fen, ihre kirchlichen Gebrauche, ihre Nahrung, +ihre Kleidung ihr Garten Fulful Beladi +Gpps + +Steinſal; andere Kloſter in der +Wüſte Meer ohne Waſſer Vahr belama + +Beduinen Schlechtes Betragen der Mons +che Nebel und Regen + +414 + + +","XXIII. Wurzel Mungo Thaleb Art und Weisheit, wie die Afrikaner die Menschen benennen: Ratten und außerdem Schafe Ziegen. Anstalten zur Abreise von Rashid meteorologische Beobachtungen Windstoße aus Süden. + +XXV. Capitel. Breise von Rafchid Beduinen-Uibereinkunft mit den Arabern Aufstand zu Abukir Küsten zwischen Ubahir und Aléransdrien wilde Ochsen-Folge des Aufrührs Inschrift-Beduinenlager Kamele-Unruhe in dem Lager-Gastfreiheit und Sitten der Beduinen Besondere Meinung dieser Beduinen-Araber-antiter Wurfel zu bieten. + +Das XXVI. Capitel. Reise durch die Provinz Bähire Beduinen-Staare Bohnen Manhur verbreitete Gerüchte über die Reise des Verfassers Baumwolle öffentliche Mädchen Fortsetzung der Reise bis in die Wüste fläglicher Zustand der Landleute herrliche Ebenen Wüstenhase Vogel wilde Ochsen Gazellen Tiger Serause 377. + +XXVII. Capitel. Natrumsseen Kloster der Copten in der Aufté Zusammentreffen mit einer Horde rauberischer Araber efonderbare Szenen, wozu diese Gelegenheit gab Schwierigkeiten, in das Kloster hinein zu kommen wilde Schweine. + +XXVIII. Capitel. Hussein's Abreise koptische Mönche ihr Kloster, ihre Kirche, ihre Messen, ihre kirchlichen Gebrauche, ihre Nahrung, ihre Kleidung ihr Garten Fulful Beladi Ggps Steinsalz andere Kloster in der Wüste Meer ohne Wasser Wahr belama Beduinen Schlechtes Betragen der Mönche Nebel und Regen." +Z166069305,28,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000028/full/full/0/native.jpg,"XXIV +XXIX. Capitel. 26reise von Zaidi el Baramus +Zaidi Surian. Leblab. Tamarinde Here +Bruce- Amba Bifchoi- Amba Monguar +Edelmuthigkeit eines Beduinen- Wardan- +Weg nach Kairo mom westliches Nilufer- Schiff: +fahrt auf dem Nil von Schubra an bis nac, Ra: +( chid- Rauber auf dem Nil -- gewafnete Re: +genpfeifer Veerdigung- Hochzeit +liche Eigenschaften der Beduinen- Mittel ge! +gen Augenkrankheiten Nebka Tauben +Fortsetung der Schifffahrt auf dem Nil Ters +tana Taubenhauser Badyfteljen Enten +Krahen +loba +S. 43","XXIV + +XXIX. Capitel. 26reiſe von Zaidi el Baramus + +Zaidi Surian. Leblab. Tamarinde Here +Bruce- Amba Bifchoi- Amba Monguar +Edelmüthigkeit eines Beduinen- Wardan- +Weg nach Kairo mom weſtliches Nilufer- Schiff: +fahrt auf dem Nil von Schubra an bis nac, Ra: +( chid- Räuber auf dem Nil -- gewafnete Re: +genpfeifer Veerdigung- Hochzeit +liche Eigenſchaften der Beduinen- Mittel ge! +gen Augenkrankheiten Nebka Tauben +Fortſetung der Schifffahrt auf dem Nil Ters +tana Taubenhäuſer Badyfteljen Enten + +Kråhen + +löba + +: + +S. 43 + +PA + +w + + +","XXIV. +XXIX. Capitel. + +26te Reise von Saidi el Baramus Zaidi Surian. Leblab. Tamarinde Heere Bruce- Amba Bijchoi- Amba Monguar Edelmuthigkeit eines Beduinen-Wardan- Weg nach Kairo vom westlichen Nilufer- Schifffahrt auf dem Nil von Schubra an bis nach Rachid-Räuber auf dem Nil -- bewaffnete Regenpfeifer-Vereidigung- Hochzeitliche Eigenschaften der Beduinen- Mittel gegen Augenkrankheiten Nebka Tauben Fortsetzung der Schifffahrt auf dem Nil Tersana Taubenhauser Badyfteljen Enten Krahen +S. 43" +Z166069305,29,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000029/full/full/0/native.jpg,"Re i file +Ober:- und Nieders gupt e n. +Erste$ C a pitel. +Einleitung. +Beweggrunde, warum die meisten Reifenden ihre +Entdeckungen bekannt zu machen eilen. +Ursachen +der spaten Erscheinung dieser Reifebeschreibung. 7 +Reisende Hasselquist +Savary. +Sch +betrete ein wenig fpat eine Laufbahn, die ich +schon langit hatte durchlaufen haben sollen. Die Reift, +die bier erscheint, war schon im Jahre 1780 geendigt. +Kein Reisender hat so lange gezaubert; feine Reise dem +Publikum mitzutheilen; beinahe alle habent geeilt, ihre +Entdeckungen und Arbeiten bekannt zu machen. Dieser +Eifer, der ohne Zweifel alles Lob verdient, ist auch sehr +taturlich: denn wenn man den Muth gehabe bat, fic, +so zu sagen, in fernen wuften finderos boer was noch +schlimmer ist, in folchen aufzuopfern, die von Nationen +beipohnt werden, bei welchen eine beginnende oder halb. +vollendete Civiliation weit gefahrlicher ift als felbft der +Zustand des Wilden; wenn man die Starke gehabt hat, +Bonnini Reifen ir Bo.","Re i file + +in +Ober:- und Nieders gupt e n. + +Erſte$ C a pitel. + +a + +Einleitung. + +Beweggründe, warum die meiſten Reifenden ihre +Entdeckungen bekannt zu machen eilen.— + +Urſachen +der ſpåten Erſcheinung dieſer Reifebeſchreibung. 7 +Reiſende Haſſelquiſt + +Savary. + +Sch + +betrete ein wenig fpåt eine Laufbahn, die ich +schon långit håtte durchlaufen haben ſollen. Die Reift, +die bier erſcheint, war ſchon im Jahre 1780 geendigt. +Kein Reiſender hat ſo lange gezaubert; feine Reiſe dem +Publikum mitzutheilen; beinahe alle habent geeilt, ihre +Entdeckungen und Arbeiten bekannt zu machen. Dieſer +Eifer, der ohne Zweifel alles Lob verdient, iſt auch ſehr +tatürlich: denn wenn man den Muth gehabe bat, fic, +ſo zu ſagen, in fernen wüften finderos boer was noch +ſchlimmer iſt, in folchen aufzuopfern, die von Nationen +beipohnt werden, bei welchen eine beginnende oder halb. +vollendete Civiliation weit gefährlicher ift als felbft der +Zuſtand des Wilden; wenn man die Stärke gehabt hat, +Bonnini Reifen ir Bo. + +M + +* + + +","Reise + +Ober- und Niedersachsen. + +Erstes Kapitel. +Einleitung. + +Beweggründe, warum die meisten Reisenden ihre +Entdeckungen bekannt zu machen eilen. Ursachen der späten Erscheinung dieser Reisebeschreibung. + +Reisende wie Hasselquist und Savary betrat ein wenig früher eine Laufbahn, die ich schon längst hätte durchlaufen sollen. Die Reise, die hier erscheint, war schon im Jahre 1780 beendigt. +Kein Reisender hat so lange gezögert, seine Reise dem Publikum mitzuteilen; beinahe alle haben geeilt, ihre Entdeckungen und Arbeiten bekannt zu machen. Dieser Eifer, der ohne Zweifel alles Lob verdient, ist auch sehr natürlich: denn wenn man den Muth gehabt hat, sich so zu sagen in ferne, unwirtliche Gefilde hinauszuwagen oder was noch schlimmer ist, in solche aufzugehen, die von Nationen befehdet werden, bei welchen eine beginnende oder halb-vollendete Civilization weit gefährlicher ist als selbst der Zustand des Wilden; wenn man die Starke gehabt hat, + +Bonanni's Reisen ir Bod." +Z166069305,30,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000030/full/full/0/native.jpg,"die im Stande ift, die Hindernisse zu besiegen, die Auss, +dauer, die nothwendig ist, um die bei jedem Schritte +wiederkehrende Schwierigkeiten zu uberwinden, und die +Standhaftigkeit, die uns mitten unter moralischen und +phyfirchen Uebeln, die von solchen Unternehmungen uns +gertrennlich sind, aufrecht erhalt; wenn man endlich +durch Geschicklichkeit, Erfahrung oder Gluck zahlreiche +Unbequemlichkeiten uberstiegen hat, und Gefahren, die +nicht weniger zahlreich find,' entkommen ist, ro fuhlt man +eine wahre Zufriedenheit, wenn man die verschiedenen +Ereignisse, die wahrend der Reise Eindruck auf uns +gemacht haben, die Widerspruche, die Muhreligkeiten, +die Gefahren, womit das Leben des Reifenben wechsels- +weise gemartert oder bedrohet gewefen ist, wieder im +Gedachtnis erneuert, und wenn es angenehm ist, fich wieder +an reine uberstandenen Leiden zu erinnern, so mus es +ein noch groseres Bergnugen, fenn, sie wieder zu erzahlen. +Wenn der Reisende, der sich den Gefahren einer +langen Reise preisgegeben hat, mit diesen blos perfon. +lichen aber nicht desto weniger oft allgemein interessanten +Beweggrunden, hohere Absichten verbindet; wenn er von +Ruhmliebe oder, was gleich viel ist, von der Liebe zum +allgemeinen Beften getrieben, fo glucklich geiveren. ift, +Ben Freis der Kenntnisse zu crweitern, und das Gebiet +Der Wissenfchaften durch neue Eroberungen zu vergrop +fern, so ist es fur ihn eine beilige Pflicht, von feinen +Arbeiten Rechnung abzulegen, und jede Verzogerung, +jede Vernachlasigung verdient alsdann gleich grosen +Zadel. Meine Feder schreibt offenbar mein eigen Per. +Dammungsurtheil nieder sidenn es ist nicht mglich, das +meine Sammlung bei der ungeheuren Menge von Men- +fchen und Dingen, die ich wahrend meiner zwolfjahrigen +Reifen und Beobachtungen gesehen habe, nicht viele +interessante, ja einige ganz neue Gegenstande enthala +ten route. Un Duifmunterungen fehlte es mir nicht.","2 + +/ + +die im Stande ift, die Hinderniſſe zu beſiegen, die Auss, +dauer, die nothwendig iſt, um die bei jedem Schritte +wiederkehrende Schwierigkeiten zu überwinden, und die +Standhaftigkeit, die uns mitten unter moraliſchen und +phyfirchen Uebeln, die von ſolchen Unternehmungen uns +gertrennlich ſind, aufrecht erhalt; wenn man endlich +durch Geſchicklichkeit, Erfahrung oder Glück zahlreiche +Unbequemlichkeiten überſtiegen hat, und Gefahren, die +nicht weniger zahlreich find,' entkommen iſt, ro fühlt man +eine wahre Zufriedenheit, wenn man die verſchiedenen +Ereigniſſe, die während der Reiſe Eindruck auf uns +gemacht haben, die Widerſprüche, die Mühreligkeiten, +die Gefahren, womit das Leben des Reifenben wechſels- +weiſe gemartert oder bedrohet gewefen iſt, wieder im +Gedächtniß erneuert, und wenn es angenehm iſt, fich wieder +an reine überſtandenen Leiden zu erinnern, ſo muß es +ein noch größeres Bergnügen, fenn, ſie wieder zu erzählen. + +1 + +1 + +Wenn der Reiſende, der ſich den Gefahren einer +langen Reiſe preißgegeben hat, mit dieſen bloß perfon. +lichen aber nicht deſto weniger oft allgemein intereſſanten +Beweggründen, höhere Abſichten verbindet; wenn er von +Ruhmliebe oder, was gleich viel iſt, von der Liebe zum +allgemeinen Beften getrieben, fo glücklich geiveren. ift, +Ben Freiß der Kenntniſſe zu crweitern, und das Gebiet + +Der Wiſſenfchaften durch neue Eroberungen zu vergrop +fern, ſo iſt es für ihn eine beilige Pflicht, von feinen +Arbeiten Rechnung abzulegen, und jede Verzögerung, +jede Vernachlaßigung verdient alsdann gleich großen +Zadel. Meine Feder ſchreibt offenbar mein eigen Per. +Dammungsurtheil nieder sidenn es iſt nicht møglich, daß +meine Sammlung bei der ungeheuren Menge von Men- +fchen und Dingen, die ich während meiner zwölfjährigen +Reifen und Beobachtungen geſehen habe, nicht viele +intereſſante, ja einige ganz neue Gegenſtånde enthala +ten route. Un Duifmunterungen fehlte es mir nicht. + +1 + +و ۰۴, ۲ + + +","Die im Stande ist, die Hindernisse zu besiegen, die Ausdauer, die nothwendig ist, um die bei jedem Schritte wiederkehrenden Schwierigkeiten zu überwinden, und die Standhaftigkeit, die uns mitten unter moralischen und physischen Übeln, die von solchen Unternehmungen uns zuträglich sind, aufrecht erhält; wenn man endlich durch Geschicklichkeit, Erfahrung oder Glück zahlreiche Unbequemlichkeiten überstiegen hat, und Gefahren, die nicht weniger zahlreich sind, entkommen ist, so fühlt man eine wahre Zufriedenheit, wenn man die verschiedenen Ereignisse, die während der Reise Eindruck auf uns gemacht haben, die Widersprüche, die Mühseligkeiten, die Gefahren, womit das Leben des Reisenden wechselweise gemartert oder bedrohet gewesen ist, wieder im Gedächtnis erneuert, und wenn es angenehm ist, sich wieder an überstandene Leiden zu erinnern, so muss es ein noch größeres Vergnügen sein, sie wieder zu erzählen. + +Wenn der Reisende, der sich den Gefahren einer langen Reise preisgegeben hat, mit diesen bloß persönlichen aber nicht desto weniger oft allgemein interessanten Beweggründen, höhere Absichten verbindet; wenn er von Ruhmliebe oder, was gleich viel ist, von der Liebe zum allgemeinen Besten getrieben, so glücklich gewesen ist, den Frei der Kenntnisse zu erweitern, und das Gebiet der Wissenschaften durch neue Eroberungen zu vergrößern, so ist es für ihn eine heilige Pflicht, von seinen Arbeiten Rechnung abzulegen, und jede Verzögerung, jede Vernachlässigung verdient alsdann gleich großen Tadel. + +Meine Feder schreibt offenbar mein eigenes Dammungsurteil nieder, indem es ist nicht möglich, dass meine Sammlung bei der ungeheuren Menge von Menschen und Dingen, die ich während meiner zwölfjährigen Reisen und Beobachtungen gesehen habe, nicht viele interessante, ja einige ganz neue Gegenstände enthalten sollte. An Durchmusterungen fehlte es mir nicht." +Z166069305,31,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000031/full/full/0/native.jpg,"Freunde, die die Wirenfihaften und funfte beruhmt +gemacht haben, drangen in mich, meine Reisen durch den +Druck bekannt zu machen; und Buffon, der mich fur +wurdig hielt, einige Hugenblicke der Gehulfe bei seinen +unsterblichen Arbeiten zu seyn, schrieb mir im Jahre 1781; +nich zweifle nicht, das Sie eine Menge vortreflicher +Beobachtungen eingesammelt haben, die ihnen zur grosen +Ehre gereidhen wurden, wenn Sie dieselben bekannt +machen wollten."" +tid +Allein ich genos nicht die Freiheit, eine Urbeit 30 +unternehmen, die Ruhe der Secle und Heiterkeit des +Geistes erfodert. Ach! wie weit war ich entfernt, diese +Fruchte der Ruhe zu geniesen! Die Natur hatte, fo en +sagen, mir felbst meine Bestimmung vorgezeichnet. Bei +einer gluhenden Einbildungskraft, bei Liebe zu den Wiffena +schaften, bei einem leidenschaftlichen Hange zu Entdefe +fungen, bei einer Staltblutigkeit des Muthes und bei +einer festen korperlicher Constitution, Tchieu ich zu den +gefahrlichsten Unternehmungen und zur Ausfuhrung der +ungewohnlichsten Reiseentwurfe berufen zu seyn, und als +id) nad) langen Uebungen bierin noch jungin mein +Vaterlan) zuruck fam, Tchien mich diefelbe Natur, die +jeden unter und besondere Neigungen mitgetheilt hat, +fur meine Zuruckgezogenheit zu beftrafen und zugleich eine +Regierung anzuklagen die beinahe niemals die Menschen +auf den Posten zu stellen, der ihnen angemessen war, noch +fich durch Wahlen zu ehren verstand, die keine Intrique +oder Verkauflichkeit befleft hatten. Diese Feste und starte +Natur, die dem heisent Clima von Afrifa und der stedene +den Feuchtigkeit des Uequators im mittagigen Amerika +widerstanden hatte, und die weder grose Beschwerlich +keiten noch groser Mangel zu gerratten vermocht hatten, +unterlag einer ermattenden Rube. Es folgten heftige +Krankheiten auf einander: eine dasterer Melancolie nahm +die Stelle der Sharigkeit des Geistes ein, und eine +U 2","3 + +Freunde, die die Wirenfihaften und fünfte berühmt +gemacht haben, drången in mich, meine Reiſen durch den +Druck bekannt zu machen; und Büffon, der mich für +würdig hielt, einige Hugenblicke der Gehülfe bei ſeinen +unſterblichen Arbeiten zu ſeyn, ſchrieb mir im Jahre 1781; +nich zweifle nicht, daß Sie eine Menge vortreflicher +Beobachtungen eingeſammelt haben, die ihnen zur großen +Ehre gereidhen würden, wenn Sie dieſelben bekannt +machen wollten."" + +1 + +1 + +3 + +! + +tid + +7 + +1 + +Allein ich genoß nicht die Freiheit, eine Urbeit 30 +unternehmen, die Ruhe der Secle und Heiterkeit des +Geiſtes erfodert. Ach! wie weit war ich entfernt, dieſe +Früchte der Ruhe zu genießen! Die Natur hatte, fo en +ſagen, mir felbſt meine Beſtimmung vorgezeichnet. Bei +einer glühenden Einbildungskraft, bei Liebe zu den Wiffena +ſchaften, bei einem leidenſchaftlichen Hange zu Entdefe +fungen, bei einer Staltblutigkeit des Muthes und bei +einer feſten körperlicher Conſtitution, Tchieu ich zu den +gefährlichſten Unternehmungen und zur Ausführung der +ungewöhnlichſten Reiſeentwürfe berufen zu ſeyn, und als +id) nad) langen Uebungen bierin noch jungin mein +Vaterlan) zurück fam, Tchien mich diefelbe Natur, die +jeden unter und beſondere Neigungen mitgetheilt hat, +für meine Zurückgezogenheit zu beftrafen und zugleich eine +Regierung anzuklagen die beinahe niemals die Menſchen +auf den Poſten zu ſtellen, der ihnen angemeſſen war, noch +fich durch Wahlen zu ehren verſtand, die keine Intrique +oder Verkäuflichkeit befleft hatten. Dieſe Feſte und ſtarte +Natur, die dem heißent Clima von Áfrifa und der ſtedene +den Feuchtigkeit des Uequators im mittågigen Amerika +widerſtanden hatte, und die weder große Beſchwerlich +keiten noch großer Mangel zu gerrätten vermocht hatten, +unterlag einer ermattenden Rube. Es folgten heftige +Krankheiten auf einander: eine dåſterer Melancolie nahm +die Stelle der Sharigkeit des Geiſtes ein, und eine + +U 2 + + +","Freunde, die die Wissenschaften und Kunst berühmt gemacht haben, drangen in mich, meine Reisen durch den Druck bekannt zu machen; und Buffon, der mich für würdig hielt, einige Hülfsmomente der Gehülfe bei seinen unsterblichen Arbeiten zu seyn, schrieb mir im Jahre 1781; ich zweifle nicht, dass Sie eine Menge vortrefflicher Beobachtungen eingesammelt haben, die Ihnen zur großen Ehre gereichen würden, wenn Sie dieselben bekannt machen wollten. + +Allein ich genoss nicht die Freiheit, eine Urarbeit zu unternehmen, die Ruhe der Seele und Heiterkeit des Geistes erfordert. Ach! wie weit war ich entfernt, diese Früchte der Ruhe zu genießen! Die Natur hatte, so sagen, mir selbst meine Bestimmung vorgezeichnet. Bei einer glühenden Einbildungskraft, bei Liebe zu den Wissenschaften, bei einem leidenschaftlichen Hange zu Entdeckungen, bei einer Stalblütigkeit des Mutes und bei einer festen körperlicher Constitution, schien ich zu den gefährlichsten Unternehmungen und zur Ausführung der ungewöhnlichsten Reiseentwürfe berufen zu seyn, und als nach langen Uebungen hierin noch jung in meinem Vaterland zurück kam, schien mich die selbe Natur, die jedem unter besonderen Neigungen mitgetheilt hat, für meine Zurückgezogenheit zu bestrafen und zugleich eine Regierung anzuklagen, die beinahe niemals die Menschen auf den Posten zu stellen, der ihnen angemessen war, noch sich durch Wahlen zu ehren verstand, die keine Intrigue oder Verkauflichkeit befleckt hatten. Diese feste und starke Natur, die dem heissen Klima von Afrika und der starken Feuchtigkeit des Äquators im mittägigen Amerika widerstanden hatte, und die weder große Beschwerlichkeiten noch großen Mangel zu überwältigen vermocht hatten, unterlag einer ermattenden Rube. Es folgten heftige Krankheiten auf einander: eine dauernde Melancholie nahm die Stelle der Schärfe des Geistes ein, und eine" +Z166069305,32,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000032/full/full/0/native.jpg,"fchmerzliche Unruhe des Seele folgte der beilsamen Be +wegung des Korpers auf dem Fuse nach. Eine Abwa +senheit, von mehreren Jahren hatte die Habsucht einiger +Verwandten fuhn gemacht. Um das Meinige wieder zu +erhalten, muste ich in das hineintreten, was man das +mals das Heiligthum der Gerechtigkeit nannte, und das +in der That nur das Labyrinth der Chicane war, an +beffen Wanden, die voller fpisiger Hacken waren, die +Haut von denjenigen hieng, die so unbesonnen waren, +dahinzudringa. Von einer andern Seite misbraucht: n +fchandliche Menschen, unter welchen ich mich mit Bedau +ern nach der Treulosigkeit der meisten Morgenlander +und nach der Raubsucht der Araber zuruck rehnte, +meine unerfahrenheit in Geschaften, meine Sorglosigkeit in +Geldangelegenheiten, und incine Offenherzigkeit; und mein +Zutrauen und die Hingebung eines edelmuthigen Charaf, +ters, der aber allzuschwach worden war, sturzten mich +in tausend Verlegenheiten und Zwistigkeiten: und endlich +glukte es unverschamten Raubern, sich in die betracht. +lichen Ueberbleifel meines Vermogens zu theilen. +Si Wie konnte ich also mich unter so vielen Verorus. +keiten unter solchen unangenehmen Zerstreuungen, and +unter so vielen fur eine empfangliche Seele abzuheftigen +Erfdjutterungen mit einer Arbeit befcheftigen, die meine +gange Aufmerksamkeit verlangte? Wie hatte ich alle die. +jenigen Schwierigkeiten aberwinden sollen, die felbft VoR +der Befchaffenheit dieser Arbeit herruhrten? Es ist nicht +zu leugnen, das man fich in zwolf Jahren, die man mit +Reisen in entfernten Gegenden zubringt, wohl Kenntnisse +erwerben und Erfahrung machen kann, allein durch diese +Aufopferung erwirbt man nicht die Geschiklichkeit u +schreiben, und die Gewohnheit an solche Arten von Reifen +ist also wenig geschikt, einen Schriftsteller zu bilden. +Bertraut mit dem Bilde reiner Vernichtung), das ihm +die taglichen: Gefahren unaufhorlich vorhalten, von Be.","4 + +7 + +fchmerzliche Unruhe des Seele folgte der beilſamen Be +wegung des Körpers auf dem Fuße nach. Eine Abwa +ſenheit, von mehreren Jahren hatte die Habſucht einiger +Verwandten fühn gemacht. Um das Meinige wieder zu +erhalten, mußte ich in das hineintreten, was man das +mals das Heiligthum der Gerechtigkeit nannte, und das +in der That nur das Labyrinth der Chicane war, an +beffen Wänden, die voller fpißiger Hacken waren, die +Haut von denjenigen hieng, die ſo unbeſonnen waren, +dahinzudringa. Von einer andern Seite mißbraucht: n +fchåndliche Menſchen, unter welchen ich mich mit Bedau +ern nach der Treuloſigkeit der meiſten Morgenlander +und nach der Raubſucht der Araber zurück rehnte, +meine unerfahrenheit in Geſchäften, meine Sorgloſigkeit in +Geldangelegenheiten, und incine Offenherzigkeit; und mein +Zutrauen und die Hingebung eines edelmuthigen Charaf, +ters, der aber allzuſchwach worden war, ſtürzten mich +in tauſend Verlegenheiten und Zwiſtigkeiten: und endlich +glükte es unverſchämten Råubern, ſich in die betracht. +lichen Ueberbleiðfel meines Vermogens zu theilen. + ++ + +. + +Si Wie konnte ich alſo mich unter ſo vielen Verörüß. +keiten unter ſolchen unangenehmen Zerſtreuungen, and +unter ſo vielen für eine empfängliche Seele abzuheftigen +Erfdjütterungen mit einer Arbeit befcheftigen, die meine +gange Aufmerkſamkeit verlangte? Wie hatte ich alle die. +jenigen Schwierigkeiten åberwinden ſollen, die felbft VoR +der Befchaffenheit dieſer Arbeit herrührten? Es iſt nicht +zu leugnen, daß man fich in zwölf Jahren, die man mit +Reiſen in entfernten Gegenden zubringt, wohl Kenntniſſe +erwerben und Erfahrung machen kann, allein durch dieſe +Aufopferung erwirbt man nicht die Geſchiklichkeit u +ſchreiben, und die Gewohnheit an ſolche Arten von Reifen +iſt alſo wenig geſchikt, einen Schriftſteller zu bilden. +Bertraut mit dem Bilde reiner Vernichtung), das ihm +die täglichen: Gefahren unaufhörlich vorhalten, von Be. + + +","Schmerzliche Unruhe der Seele folgte der beschwerlichen Bewegung des Körpers auf dem Wege nach. Eine Abwesenheit von mehreren Jahren hatte die Habsucht einiger Verwandten für mich gemacht. Um das Meinige wieder zu erhalten, musste ich in das hineintreten, was man damals das Heiligtum der Gerechtigkeit nannte, und das in der That nur das Labyrinth der Chikane war, an befesten Wänden, die voller spitziger Hacken waren, die Haut von denjenigen hieng, die so unbesonnen waren, dahinzudringen. Von einer andern Seite misbrauchten feindselige Menschen, unter welchen ich mich mit Bedauern nach der Treulosigkeit der meisten Morgenländer und nach der Raubsucht der Araber zurück sehnte, meine Unerfahrenheit in Geschäften, meine Sorglosigkeit in Geldangelegenheiten, und meine Offenherzigkeit; und mein Zutrauen und die Hingebung eines edelmüthigen Charakters, der aber allzuschwach worden war, stürzten mich in tausend Verlegenheiten und Zwistigkeiten: und endlich glückte es unverschämten Räubern, sich in die beträchtlichen Ueberbleifel meines Vermögens zu theilen. + +Wie konnte ich also mich unter so vielen Verwirrungen unter solchen unangenehmen Zerstreuungen, und unter so vielen für eine empfängliche Seele abzuheftigen Erschütterungen mit einer Arbeit befassen, die meine ganze Aufmerksamkeit verlangte? Wie hatte ich alle diejenigen Schwierigkeiten aberwinden sollen, die selbst vor der Beschaffenheit dieser Arbeit herrührten? Es ist nicht zu leugnen, dass man sich in zwölf Jahren, die man mit Reisen in entfernten Gegenden zubringt, wohl Kenntnisse erwerben und Erfahrung machen kann, allein durch diese Aufopferung erwirbt man nicht die Geschicklichkeit zu schreiben, und die Gewohnheit an solche Arten von Reifen ist also wenig geschickt, einen Schriftsteller zu bilden. + +Beträut mit dem Bilde reiner Vernichtung), das ihm die täglichen Gefahren unaufhörlich vorhielt," +Z166069305,33,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000033/full/full/0/native.jpg,"fichwerlichkeiten angefallen, und von beinahe immerwahrena +den Bedurfniffen gedrangt, mus der Reisende feinert +Geist mit einem dreifachen Walle umgeben, der ihn gegen +Furcht und Unruhe schuzt. Oft von barbarischen und +wilden Menschen umringt, mus man manchmal folche +Reute mit sich nehmen, die fchwer im Zoum zu halten find, +man mus diesen seine eigene Unerschrockenheit mittheilen, +und da es nicht immer leicht ist, auf rehe und gefuhllore +Menschen Eindruck zu machen, so fiht man sich bis. +weilen gezwungen, ihre Sprache zu borgen, um sie zu +feinen Abfichten zu benuger. Alle diese Umstande laffen ein +Geprage von Feftigkeit zuruck, das allzu zarten Augen zu +nahe an Rohheit zu grenzen scheint, und unvermerkt auf +die Schreibart Einflus hat. Jndem man ubrigens fich bes +muht, fremde Sprachen zu verstehen, und zu sprechen, +vergist man endlich seine Muttersprache. Man kann sich +auch nicht mit Literatur beschaftigen, weil man sowoht +feine Gelegenheit als keine Zeit dazu hat. Diese Schwies +rigkeiten wurde ich wahrscheinlicher Weise gefuhlt haben, +und diefelben uberwinden muffen, wenn ich meine Reise +sogleich nach ihrer Beendigung hatte. herausgeben wollen. +Wenn der Reifende ein Geschidytfchreiber der Menschen +ist, die er antrift, so ist er auch der Geschichtschreiber +der Natur, und um mit mehr Wurde davon zu sprechen, +mus er sie sowohl in ihrer Pracht als in ihrer edlen Ein- +fachheit zu mahlen verstehen. +gch weis nicht, ob ich mich tausche, aber ich glaube, +das mein Werk in der legtern Rufficht durch seine spate +Erscheinung viel gewinnen mus: und ich darf mir Ghit +munschen, die Regel des Montaigne befolgt zu +haben, der von den Schriftstetlern sagt: fie mochten erft +denken lernen, ehe sie fchrieben; wer jagt +fie denn? Versuch. III. 5. 9. Cap. +A egypten, diese uralte Wiege der Wiffenschaften, +Wo die Wunder der Kunst und der Natur fich um unsere","31 + +fichwerlichkeiten angefallen, und von beinahe immerwährena +den Bedürfniffen gedrangt, muß der Reiſende feinert +Geiſt mit einem dreifachen Walle umgeben, der ihn gegen +Furcht und Unruhe ſchůzt. Oft von barbariſchen und +wilden Menſchen umringt, muß man manchmal folche +Reute mit ſich nehmen, die fchwer im Zoum zu halten find, +man muß dieſen ſeine eigene Unerſchrockenheit mittheilen, +und da es nicht immer leicht iſt, auf rehe und gefühllore +Menſchen Eindruck zu machen, ſo fiht man ſich bis. +weilen gezwungen, ihre Sprache zu borgen, um ſie zu +feinen Abfichten zu benuger. Alle dieſe Umſtände laffen ein +Gepräge von Feftigkeit zurück, das allžu zarten Augen zu +nahe an Rohheit zu grenzen ſcheint, und unvermerkt auf +die Schreibart Einfluß hat. Jndem man übrigens fich bes +müht, fremde Sprachen zu verſtehen, und zu ſprechen, +vergißt man endlich ſeine Mutterſprache. Man kann ſich +auch nicht mit Literatur beſchäftigen, weil man ſowoht +feine Gelegenheit als keine Zeit dazu hat. Dieſe Schwies +rigkeiten würde ich wahrſcheinlicher Weiſe gefühlt haben, +und diefelben úberwinden müffen, wenn ich meine Reiſe +ſogleich nach ihrer Beendigung hätté. herausgeben wollen. +Wenn der Reifende ein Geſchidytfchreiber der Menſchen +iſt, die er antrift, ſo iſt er auch der Geſchichtſchreiber +der Natur, und um mit mehr Würde davon zu ſprechen, +muß er ſie ſowohl in ihrer Pracht als in ihrer edlen Ein- +fachheit zu mahlen verſtehen. + +gch weiß nicht, ob ich mich täuſche, aber ich glaube, +daß mein Werk in der legtern Rúfficht durch ſeine ſpate +Erſcheinung viel gewinnen muß: und ich darf mir Ghit +münſchen, die Regel des Montaigne befolgt zu +haben, der von den Schriftſtetlern ſagt: fie mochten erft +denken lernen, ehe ſie fchrieben; wer jagt +fie denn? Verſuch. III. 5. 9. Cap. + +A égypten, dieſe uralte Wiege der Wiffenſchaften, +Wo die Wunder der Kunſt und der Natur fich um unſere + +4 + +1 + + +","Ich weiß nicht, ob ich mich täusche, aber ich glaube, dass mein Werk in der leichtern Rücksicht durch seine späte Erscheinung viel gewinnen muss: und ich darf mir Glauben zumessen, die Regel des Montaigne befolgt zu haben, der von den Schriftstellern sagt: sie möchten erst denken lernen, ehe sie schrieben; wer jagt sie denn? Versuch. III. 5. 9. Cap. + +Ägypten, diese uralte Wiege der Wissenschaften, +Wo die Wunder der Kunst und der Natur sich um unsere Blicke häufen, und die Denkmalzeichen einer vorzeitlichen Größe uns zur Bewunderung aufstapeln, ist nicht das Land, wo man sich mit leichter Muße niederlässt. + +Furchwerlichkeiten angefallen, und von beinahe immerwährenden Bedürfnissen gedrängt, muss der Reisende seinen feineren Geist mit einem dreifachen Wall umgeben, der ihn gegen Furcht und Unruhe schützt. Oft von barbarischen und wilden Menschen umringt, muss man manchmal solche Rücksichten mit sich nehmen, die schwer im Zaum zu halten sind; man muss diesen seine eigene Unerschrockenheit mitteilen, und da es nicht immer leicht ist, auf rohe und gefühllose Menschen Eindruck zu machen, so fühlt man sich bisweilen gezwungen, ihre Sprache zu borgen, um sie zu feinen Absichten zu benutzen. + +Alle diese Umstände lassen ein Gepräge von Festigkeit zurück, das allzu zarten Augen zu nahe an Rohheit zu grenzen scheint, und unvermerkt auf die Schreibart Einfluss hat. Indem man sich übrigens bemüht, fremde Sprachen zu verstehen und zu sprechen, verliert man endlich seine Muttersprache. Man kann sich auch nicht mit Literatur beschäftigen, weil man sowohl keine Gelegenheit als keine Zeit dazu hat. + +Diese Schwierigkeiten würde ich wahrscheinlicher Weise gefühlt haben, und dieselben überwinden müssen, wenn ich meine Reise sogleich nach ihrer Beendigung hätte herausgeben wollen. Wenn der Reisende ein Geschichtschreiber der Menschen ist, die er antrifft, so ist er auch der Geschichtschreiber der Natur, und um mit mehr Würde davon zu sprechen, muss er sie sowohl in ihrer Pracht als in ihrer edlen Einfachheit zu malen verstehen." +Z166069305,34,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000034/full/full/0/native.jpg,"Bewunderung stritten, ist das Ziel philosophischer Wan. +derungen unter den Alten und unter den Neuern gewesen. +Vom Herodotus an bis zu Bolney, zweien +gleich beruhmten Schriftstellern, zeugen die wiederhohlten +Erzahlungen von einem kande, dergleichen man nirgend +auf der Erde findet, von der Neugierde, die es algemein +erregte. Allein troz dieser Art von Ueberflus an Reiseina +den, werde ich dennoch meine Stelle darunter finden, und +die Furcht, nach so vielen andern von Aegypten zu spre. +chen, hat mich keineswegs zurutgehalten. Barbarei ist +auf Kultur, und Trummer find auf die Denkmaler des +Alterthumes gefolgt, und die Schwierigkeit, Unter: +fudzuagen und Beobachtungen anzustellen, hat die neuern +Reifenden gehindert, alles zu untersuchen. Es blieb +nach ihnen vieles, wenn aud) nicht zu sehen, doch wenig. +ftens genau zu befehen, zuruk, wie auch nach mir noch +pieles zu untersuchen ubrig bleiben wird. Nicht jeder +Beobachter steht die Gegenstande aus einem und demsels +ben Gesichtspunkte, und nur von einer Vereinigung +mehrerer Reiseberichte kann man eine vollstandige Rennt. +nis von einem so interessanten kande erwarten, da jeder +Reifende feine Lieblingsgegenstande hat, weldien er vors +zuglich seinen Fleis und seine Zeit widmet. So sieht der +Krauterkenner oft nichts als Pflanzen; der Zoologist +nichts als Thiere; der Alterthumskenner nichts als +Alterthumer, der Naturkundige nichts als Erscheinungen +der Natur; Der Saufmann bekummert sich blos um die +smittel, wie er rein Vermogen vermehren kann, und der +Politiker untersiicht nur die Verhaltnisse der Volker unter +einander. Dieser verabscheuet das Eindringen in das +Einzelne, und stellt nur die Resultate in Maffen auf, +wahrend jener bis zum Eckel bei Kleinigkeiten derweilt: +der Eine opfert manchmal die Wahrheit der Schonheit +der Beschreibung oder dem Reichthum des Ausdruckes +auf der Andere, der zwar ein genauer, aber unge. +fchifter und geistloser Beobachter itt, macht durch","6 + ++ + +1 + +1 + +1 + +1 + +Bewunderung ſtritten, iſt das Ziel philoſophiſcher Wan. +derungen unter den Alten und unter den Neuern geweſen. +Vom Herodotus an bis zu Bolney, zweien +gleich berühmten Schriftſtellern, zeugen die wiederhohlten +Erzählungen von einem kande, dergleichen man nirgend +auf der Erde findet, von der Neugierde, die es algemein +erregte. Allein troz dieſer Art von Ueberfluß an Reiſeina +den, werde ich dennoch meine Stelle darunter finden, und +die Furcht, nach ſo vielen andern von Aegypten zu ſpre. +chen, hat mich keineswegs zurútgehalten. Barbarei iſt +auf Kultur, und Trůmmer find auf die Denkmåler des +Alterthumes gefolgt, und die Schwierigkeit, Unter: +fudzuagen und Beobachtungen anzuſtellen, hat die neuern +Reifenden gehindert, alles zu unterſuchen. Es blieb +nach ihnen vieles, wenn aud) nicht zu ſehen, doch wenig. +ftens genau zu befehen, zurük, wie auch nach mir noch +pieles zu unterſuchen übrig bleiben wird. Nicht jeder +Beobachter ſteht die Gegenſtände aus einem und demſels +ben Geſichtspunkte, und nur von einer Vereinigung +mehrerer Reiſeberichte kann man eine vollſtändige Rennt. +niß von einem ſo intereſſanten kande erwarten, da jeder +Reifende feine Lieblingsgegenſtände hat, weldien er vors +züglich ſeinen Fleiß und ſeine Zeit widmet. So ſieht der +Kråuterkenner oft nichts als Pflanzen; der Zoologiſt +nichts als Thiere; der Alterthumskenner nichts als +Alterthümer, der Naturkundige nichts als Erſcheinungen +der Natur; Der Saufmann bekümmert ſich bloß um die +smittel, wie er rein Vermogen vermehren kann, und der +Politiker unterſiicht nur die Verhältniſſe der Völker unter +einander. Dieſer verabſcheuet das Eindringen in das +Einzelne, und ſtellt nur die Reſultate in Maffen auf, +während jener bis zum Eckel bei Kleinigkeiten derweilt: +der Eine opfert manchmal die Wahrheit der Schönheit +der Beſchreibung oder dem Reichthum des Ausdruckes +auf der Andere, der zwar ein genauer, aber unge. +fchifter und geiſtloſer Beobachter itt, macht durch + +2 + +1 + + +","Bewunderung streiten, ist das Ziel philosophischer Wanderungen unter den Alten und unter den Neuen gewesen. Vom Herodotus an bis zu Belzoni, zweien gleich berühmten Schriftstellern, zeugen die wiederholten Erzählungen von einem Lande, dergleichen man nirgend auf der Erde findet, von der Neugierde, die es allgemein erregte. Allein trotz dieser Art von Ueberfluss an Reiseanden, werde ich dennoch meine Stelle darunter finden, und die Furcht, nach so vielen andern von Aegypten zu sprechen, hat mich keineswegs zurüchgehalten. Barbarei ist auf Kultur, und Trümmer finden auf die Denkmäler des Alterthums gefolgt, und die Schwierigkeit, Untersuchungen anzustellen und Beobachtungen zu machen, hat die neueren Reisenden gehindert, alles zu untersuchen. Es blieb nach ihnen vieles, wenn auch nicht zu sehen, doch wenigstens genau zu befehlen, zurück, wie auch nach mir noch vieles zu untersuchen übrig bleiben wird. + +Nicht jeder Beobachter steht die Gegenstände aus einem und demselben Gesichtspunkte, und nur von einer Vereinigung mehrerer Reiseberichte kann man eine vollständige Kenntnis von einem so interessanten Lande erwarten, da jeder Reisende seine Lieblingsgegenstände hat, welchen er vorzüglich seinen Fleiß und seine Zeit widmet. So sieht der Kräuterkenner oft nichts als Pflanzen; der Zoologe nichts als Thiere; der Alterthumskundler nichts als Alterthümer; der Naturkundige nichts als Erscheinungen der Natur; Der Kaufmann bekümmert sich bloß um die Mittel, wie er rein Vermögen vermehren kann, und der Politiker untersieht nur die Verhältnisse der Völker untereinander. + +Dieser verabscheuet das Eindringen in das Einzelne, und stellt nur die Resultate in Masse auf, während jener bis zum Ekel bei Kleinigkeiten derweilt; Der Eine opfert manchmal die Wahrheit der Schönheit der Beschreibung oder dem Reichthum des Ausdruckes auf, der Andere, der zwar ein genauer, aber ungeschickter und geistloser Beobachter ist, macht durch" +Z166069305,35,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000035/full/full/0/native.jpg,"die Troenheit seiner Arbeit feine Erzahlungen noch +trofner. +Ein auffallendes Beispiel von dieser Vorliebe findet +man in Friedrich Haffelquist s Reisen. Dieser +3dgling des Linnaus, ein eifriger, aber ausschliesender +Liebhaber der Naturgeschichte, ist zu Cairo und will die +Pyramiden von Memphis besuchen; als er am Fuse +dieser auserordentlichen Denkmaler des Alterthumes an: +langt, wendet er plozlich feine Augen davon weg, um +nur die Ameisenldien zu betrachten, die sich in groser +Menge in dem Sande dieses Bezirkes aufhalten: er +beschaftigt sich nur mit diesen Insekten, und eines der +wundernswurdigsten Werke des Alterthumes hat kein +Interesse mehr fur ihn. So herrlich auch diese Pyras +miden sind, sagt er, so machen sie doch auf einen Liebhas +ber der Naturgeschichte weniger Eindruk als, der Fleis +dieser Chierchen.*)"" +Man wird nicht allgemein der Meinung des schwedi- +( chen Naturforschers seyn, gegen welchen inan auser der +Sonderbarkeit der Bergleichung noch die Einwendung +machen kann, das es sich nicht der Muhe verlohne, bis +nach Memphis zu reifen, um uber Ameisenlomen' in +Entzuckung zu gerathen, die auch in andern Landern und +felbfi in Europa gemein fino, und das fich ein Reisender +ladherlich macht, wenn er nur solche Gegenstande seiner +Beobachtung werth halt, fur welche er leidenschaftlich +eingenommen ist. +Ich:' mus noch bemerken, das wenige' franzosische +Reisende bis nach oberagypten hinaufgedrungen sind. +einer von denen, welche in den neuern Zeiten einen Ruf +erlangt haben, hat seine Nachforschungen weiter als bis +*). S. derfelben Reise in die Levante.","die Trođenheit ſeiner Arbeit feine Erzählungen noch +trofner. + +Ein auffallendes Beiſpiel von dieſer Vorliebe findet +man in Friedrich Haffelquiſt s Reiſen. Dieſer +3dgling des Linnáus, ein eifriger, aber ausſchließender +Liebhaber der Naturgeſchichte, iſt zu Cairo und will die +Pyramiden von Memphis beſuchen; als er am Fuße +dieſer außerordentlichen Denkmåler des Alterthumes an: +langt, wendet er plozlich feine Augen davon weg, um +nur die Ameiſenldien zu betrachten, die ſich in großer +Menge in dem Sande dieſes Bezirkes aufhalten: er +beſchäftigt ſich nur mit dieſen Inſekten, und eines der +wundernswürdigſten Werke des Alterthümes hat kein +Intereſſe mehr für ihn.„ So herrlich auch dieſe Pyras +miden ſind, ſagt er, ſo machen ſie doch auf einen Liebhas +ber der Naturgeſchichte weniger Eindruk als, der Fleiß +dieſer Chierchen.*)"" + +5 + +3 + +7 + +Man wird nicht allgemein der Meinung des ſchwedi- +( chen Naturforſchers ſeyn, gegen welchen inan außer der +Sonderbarkeit der Bergleichung noch die Einwendung +machen kann, daß es ſich nicht der Mühe verlohne, bis +nach Memphis zu reifen, um über Ameiſenlomen' in +Entzückung zu gerathen, die auch in andern Låndern und +felbfi in Europa gemein fino, und daß fich ein Reiſender +ládherlich macht, wenn er nur ſolche Gegenſtände ſeiner +Beobachtung werth hålt, für welche er leidenſchaftlich +eingenommen iſt. + +Ich:' muß noch bemerken, daß wenige' franzöſiſche +Reiſende bis nach oberágypten hinaufgedrungen ſind. +einer von denen, welche in den neuern Zeiten einen Ruf +erlangt haben, hat ſeine Nachforſchungen weiter als bis + +*). S. derfelben Reiſe in die Levante. + + +","Die Trockenheit seiner Arbeit feine Erzahlungen noch trockener. +Ein auffallendes Beispiel von dieser Vorliebe findet man in Friedrich Hasselquist's Reisen. Dieser Schüler des Linnaeus, ein eifriger, aber ausschließender Liebhaber der Naturgeschichte, ist zu Kairo und will die Pyramiden von Memphis besuchen; als er am Fuße dieser außerordentlichen Denkmäler des Alterthums anlangt, wendet er plötzlich seine Augen davon weg, um nur die Ameisenleben zu betrachten, die sich in großer Menge in dem Sande dieses Bezirkes aufhalten: er beschäftigt sich nur mit diesen Insekten, und eines der wundernswürdigsten Werke des Alterthums hat kein Interesse mehr für ihn. So herrlich auch diese Pyramiden sind, sagt er, so machen sie doch auf einen Liebhaber der Naturgeschichte weniger Eindruck als der Fleiß dieser Kriechchen.) + +Man wird nicht allgemein der Meinung des schwedischen Naturforschers sein, gegen welche man außer der Sonderbarkeit der Bergleichung noch die Einwendung machen kann, dass es sich nicht der Mühe verlohne, bis nach Memphis zu reisen, um über Ameisenleben in Entzückung zu geraten, die auch in andern Ländern und selbst in Europa gemein sind, und dass sich ein Reisender lächerlich macht, wenn er nur solche Gegenstände seiner Beobachtung wert hält, für welche er leidenschaftlich eingenommen ist. + +Ich muss noch bemerken, dass wenige französische Reisende bis nach Oberägypten hinaufgedrungen sind. Einer von denen, welche in den neueren Zeiten einen Ruf erlangt haben, hat seine Nachforschungen weiter als bis ...). S. der selben Reise in die Levante." +Z166069305,36,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000036/full/full/0/native.jpg,"uber die Ebene von Saccara, d. 5. bis uber die umlien +genden Gegenden von Cairo, hinaus fortgesezt. Selbst +Savary, der zwei Bande uber Oboragypten herauss +gegeben hat, ist niemals mit einem Fuse dahin gekommen, +und der zuverfichtliche Ton, mit welchem er davon spricht, +die einzelnen Umstande, die er von dieser Reife anfuhrt, +als wenn sie wirklich statt gefunden hatte, find fur die +Ehre dieses eleganten Schriftstellers ein Flecken. Ich habe +Savary genau gekannt; ich habe ihn zu Alexandrien, +auf der Insel Eandia und hernach auch wieder in Frank: +reich gesehen. Der Beifall, den der erste Band reiner +Briefe uber Uegypten erhielt, bei welchem es auch +nach seiner Absicht rein Betvenden haben sollte, weil er +diejenigen Theile von diefem Lande beschrieb, die er +bereift hatte, hatte ihn trunken gemacht. +Er wolte noch eine Reise hinzuthun, die er niemals +gemacht hatte, und er muste also Auszuge aus dem Hero. +dotus, Strabo, Diodorus und Andern machen. +Glutlicher als Savary und viele andere konnte ich +das Said, fo nennen die Araber aber egypten, +von Alt Cairo an bis A fruan, durchreisen und aus +diesem Gesichtspunkte betrachtet wird vielleicht mein Wert +einiges Interesse haben. +M. Aber welch machtigeres. Jnteresse gewahrt die Bea +fchaftigung mit Aegypten, wenn man bedenkt, das es +nidit mehr in den Handen der M a melucken ist, die +es unterdrukten, das die Franzosen das eiserne Joch +zerbrochen haben, unter welchem die Abkommlinge des +beruhmtesten Volkes"" des Alterthumnes verwildert sind*), +*) Mar Halt namlich die Copten fur die altesten Eingebornen +Aegyptens; allein fie find nicht das Urvolk des Landes, +welches unter den Pharaonen einheimisdy sondern ein +Gemisch von Perfern, +non und andern- +Polfern. +Der Ueberseker.","8 + +1 + +A + +über die Ebene von Saccara, d. 5. bis über die umlien +genden Gegenden von Cairo, hinaus fortgeſezt. Selbſt +Savary, der zwei Bände über Oborågypten herauss +gegeben hat, iſt niemals mit einem Fuße dahin gekommen, +und der zuverfichtliche Ton, mit welchem er davon ſpricht, +die einzelnen Umſtände, die er von dieſer Reife anführt, +als wenn ſie wirklich ſtatt gefunden håtte, find für die +Ehre dieſes eleganten Schriftſtellers ein Flecken. Ich habe +Savary genau gekannt; ich habe ihn zu Alexandrien, +auf der Inſel Eandia und hernach auch wieder in Frank: +reich geſehen. Der Beifall, den der erſte Band reiner +Briefe über Uegypten erhielt, bei welchem es auch +nach ſeiner Abſicht rein Betvenden haben ſollte, weil er +diejenigen Theile von diefem Lande beſchrieb, die er +bereift hatte, hatte ihn trunken gemacht. + +. + +be + +Er wolte noch eine Reiſe hinzuthun, die er niemals +gemacht hatte, und er mußte alſo Auszüge aus dem Hero. +dotus, Strabo, Diodorus und Andern machen. +Glútlicher als Savary und viele andere konnte ich +das Said, fo nennen die Araber aber egypten, +von Alt Cairo an bis A fruan, durchreiſen und aus +dieſem Geſichtspunkte betrachtet wird vielleicht mein Wert +einiges Intereſſe haben. + +5 + +M. Aber welch mächtigeres. Jntereſſe gewährt die Bea +fchäftigung mit Aegypten, wenn man bedenkt, daß es +nidit mehr in den Händen der M a melucken iſt, die +es unterdrükten, daß die Franzoſen das eiſerne Joch +zerbrochen haben, unter welchem die Abkommlinge des +berühmteſten Volkes"" des Alterthumnes verwildert ſind*), + +! + +*) Mar Hålt nämlich die Copten für die älteſten Eingebornen + +Aegyptens; allein fie find nicht das Urvolk des Landes, +welches unter den Pharaonen einheimiſdy ſondern éin +Gemiſch von Perfern, + +non und andern- +Pólfern. + +Der Ueberſeker. + + +","über die Ebene von Saccara, d. i. 5. bis über die umliegenden Gegenden von Cairo, hinaus fortgesetzt. Selbst Savary, der zwei Bände über Oberägypten herausgegeben hat, ist niemals mit einem Fusse dahin gekommen, und der zuversichtliche Ton, mit welchem er davon spricht, die einzelnen Umstände, die er von dieser Reise anführt, als wenn sie wirklich stattgefunden hätte, findet für die Ehre dieses eleganten Schriftstellers ein Flecken. Ich habe Savary genau gekannt; ich habe ihn zu Alexandrien, auf der Insel Rhodos und hernach auch wieder in Frankreich gesehen. Der Beifall, den der erste Band seiner Briefe über Ägypten erhielt, bei welchem es auch nach seiner Absicht rein Betrügendes haben sollte, weil er diejenigen Theile von diesem Lande beschrieb, die er bereist hatte, hatte ihn trunken gemacht. + +Er wolte noch eine Reise hinzuthun, die er niemals gemacht hatte, und er musste also Auszüge aus dem Herodotus, Strabo, Diodorus und Andern machen. Glücklicher als Savary und viele andere konnte ich das Said, so nennen die Araber aber Ägypten, von Alt-Cairo an bis Assuan, durchreisen und aus diesem Gesichtspunkte betrachtet wird vielleicht mein Wert einiges Interesse haben. + +M. Aber welch mächtigeres Interesse gewährt die Beschäftigung mit Ägypten, wenn man bedenkt, dass es nicht mehr in den Händen der Mamelucken ist, die es unterdrückten, dass die Franzosen das eiserne Joch zerbrochen haben, unter welchem die Abkömmlinge des berühmtesten Volkes des Alterthums verwildert sind?*) Mar Halte namlich die Copten für die ältesten Eingebornen Ägyptens; allein sie sind nicht das Urvolk des Landes, welches unter den Pharaonen einheimisch war, sondern ein Gemisch von Persern, Nubien und anderen Völkern. + +Der Übersetzer." +Z166069305,37,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000037/full/full/0/native.jpg,"l und ihnen mit der Freiheit die Mittel in die Hande geben, +Kenntnisse und Aufklarung wieder zu erobern, die zuerst +das Eigenthum ihrer Vorfahren waren! Aegypten wird +bald nicht mehr das seyn, wie ich es gefehen und geschildert +habe. Ein ungeheuerer Zeitraum wird in wenigen Tagen +berfloffen reyn, und ich werde bald nur noch, vielleid) t bei +meinen Lebzeiten, ein Reisender aus alten Zeiten seyn, +wie es jene des Alterthumes jebt in Ruksicht unserer find. +Stadte werden aus ihrer Asche wieder emporsteigen, man +wird die Denkmaler, deren Besuch die wilden Beherrscher +verboten, endlich kennen lernen; diejenigen, die Unwissens +heit und Wildheit zu zerstoren bemuht waren, werden +ihren alten Glanz wieder erhalten, wahrend man Andere +pieder zum Vorscheine kommen sehen wird, die unter dem +Sande vergraben find. Allenthalben wird das Bild des +Glanzes die Stelle des haslichen Gemaldes der Zerstorung +einnehmen. Die menschlichen Kenntnisse werden sich mit +Riefenschritten erweitern. Man wird Canale- die +fruchtbare Quelle des Wohlstandes- graben oder aus. +beffern. Der Welthandel wird wieder feinen ihm von +der Natur angeivieren Weg nehmen, und das, was die +Pharaonen mit aller ihrer Macht nicht zu unternetmen +wagten, namlich die Vereinigung der zwei Meere, werden +die Franzosen ausfuhren.","9 + +ľ und ihnen mit der Freiheit die Mittel in die Hände geben, + +Kenntniſſe und Aufklärung wieder zu erobern, die zuerſt +das Eigenthum ihrer Vorfahren waren! Aegypten wird +bald nicht mehr das ſeyn, wie ich es gefehen und geſchildert +habe. Ein ungeheuerer Zeitraum wird in wenigen Tagen +berfloffen reyn, und ich werde bald nur noch, vielleid) t bei +meinen Lebzeiten, ein Reiſender aus alten Zeiten ſeyn, +wie es jene des Alterthumes jebt in Rükſicht unſerer find. +Stådte werden aus ihrer Aſche wieder emporſteigen, man +wird die Denkmåler, deren Beſuch die wilden Beherrſcher +verboten, endlich kennen lernen; diejenigen, die Unwiſſens +heit und Wildheit zu zerſtören bemüht waren, werden +ihren alten Glanz wieder erhalten, während man Andere +pieder zum Vorſcheine kommen ſehen wird, die unter dem +Sande vergraben find. Allenthalben wird das Bild des +Glanzeß die Stelle des håßlichen Gemäldes der Zerſtörung +einnehmen. Die menſchlichen Kenntniſſe werden ſich mit +Riefenſchritten erweitern. Man wird Canåle- die +fruchtbare Quelle des Wohlſtandes- graben oder aus. +beffern. Der Welthandel wird wieder feinen ihm von +der Natur angeivieren Weg nehmen, und das, was die +Pharaonen mit aller ihrer Macht nicht zu unternetmen +wagten, nåmlich die Vereinigung der zwei Meere, werden +die Franzoſen ausführen. + +7. + + +","l und ihnen mit der Freiheit die Mittel in die Hände geben, +Kenntnisse und Aufklärung wieder zu erobern, die zuerst +das Eigentum ihrer Vorfahren waren! Ägypten wird +bald nicht mehr das sein, wie ich es gefeiert und geschildert +habe. Ein ungeheuerer Zeitraum wird in wenigen Tagen +berührt werden, und ich werde bald nur noch vielleicht bei +meinen Lebzeiten ein Reisender aus alten Zeiten sein, +wie es jene des Altertums jetzt in Rücksicht unserer finden. +Städte werden aus ihrer Asche wieder emporsteigen, man +wird die Denkmäler, deren Besuch die wilden Beherrscher +verboten, endlich kennen lernen; diejenigen, die Unwissenheit +und Wildheit zu zerstören bemüht waren, werden +ihren alten Glanz wieder erhalten, während man andere +wieder zum Vorscheinen kommen sehen wird, die unter dem +Sand vergraben finden. Allenthalben wird das Bild des +Glanzes die Stelle des häßlichen Gemäldes der Zerstörung +einnehmen. Die menschlichen Kenntnisse werden sich mit +Riesenschritten erweitern. Man wird Kanäle - die +fruchtbare Quelle des Wohlstandes - graben oder ausbessern. +Der Welthandel wird wieder seinen ihm von der Natur angewiesenen Weg nehmen, und das, was die Pharaonen mit aller ihrer Macht nicht zu unternehmen wagten, nämlich die Vereinigung der zwei Meere, werden +die Franzosen ausführen." +Z166069305,38,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000038/full/full/0/native.jpg,"3 we i t'e' s. E a pite I. +Buffon- Abreise von Montbard Corallen +Zaunkonig languedoc Phalangift- Auf +bewahrung der Fische Meerbusen von lion .. +Bei +Dei der Rikkehr von meiner zweiten Reife aus Amerika +begab ich mich nach Montbarb, wo mich Buffon zu +reben geivunscht hatte. Ich brachte beinahe rechs Monate +daselbst zu, und dieser Zeitraum, der nur auzugeschwind +voruber eilete, ist unstreitig die Epoche meines Lebens, +die mir die fusesten Erinneryngen zurukgelassen hat. +einem Aufenthalte in diesem Tempel der Wissenschaften +und des Geschmaks berbanke ich das Wenige, was ich +vermag. +Es war Winter und die rauhe Jahreszeit entfernte +die Ungestumen davon. Meine Tage verfloffen angenehm +bei der Arbeit und in der Gesellschaft des grosen Mannes. +Seine Unterhaltung war eben so angenehm als interessant, +und er mischte eine offen: Heiterkeit und einen Lon von +Sutmuthigkeit darunter, der jedermann entzukte. Mit +diesen gesellschaftlichen Eigenschaften verband er auch eine +fchone korperliche Gestalt. +Die Regierung hatte Herrn Sott gum Auffeber in +den safen der fevante und Barberei ernannt und +in dem Hafen von Toulon die Ausrustung einer Fregatte +befohlen, um ihn dahin zu bringen. Ich erhielt Befehl,","10 + +1 + +3 we i t'e' s. E a pite I. +Buffon- Abreiſe von Montbard Corallen +Zaunkönig– languedoc Phalangift- Auf + +bewahrung der Fiſche Meerbuſen von lion .. + +Bei + +Dei der Rikkehr von meiner zweiten Reife aus Amerika +begab ich mich nach Montbarb, wo mich Büffon zu +reben geivůnſcht hatte. Ich brachte beinahe rechs Monate +daſelbſt zu, und dieſer Zeitraum, der nur auzugeſchwind +vorüber eilete, iſt unſtreitig die Epoche meines Lebens, +die mir die füßeſten Erinneryngen zurükgelaſſen hat. +einem Aufenthalte in dieſem Tempel der Wiſſenſchaften +und des Geſchmaks berbanke ich das Wenige, was ich +vermag. + +Es war Winter und die rauhe Jahreszeit entfernte +die Ungeſtümen davon. Meine Tage verfloffen angenehm +bei der Arbeit und in der Geſellſchaft des großen Mannes. +Seine Unterhaltung war eben ſo angenehm als intereſſant, +und er miſchte eine offen: Heiterkeit und einen Lon von +Sutmüthigkeit darunter, der jedermann entzükte. Mit +dieſen geſellſchaftlichen Eigenſchaften verband er auch eine +fchone körperliche Geſtalt. + +Die Regierung hatte Herrn Sott gum Auffeber in +den såfen der fevante und Bårberei ernannt und +in dem Hafen von Toulon die Ausrüſtung einer Fregatte +befohlen, um ihn dahin zu bringen. Ich erhielt Befehl, + + +","3 weite Reise. +Erlaubnis. +Buffon - Abreise von Montbard Corallen +Zaunkönig languedoc Phalangift- Aufbewahrung der Fische Meerbusen von Lyon .. +Bei +Der Rückkehr von meiner zweiten Reise aus Amerika +begab ich mich nach Montbard, wo mich Buffon zu begrüßen gewünscht hatte. Ich brachte beinahe sechs Monate daselbst zu, und dieser Zeitraum, der nur auseinandergeschwind vorüber eilte, ist unstreitig die Epoche meines Lebens, +die mir die fröhsten Erinnerungen zurückgelassen hat. +Bei einem Aufenthalte in diesem Tempel der Wissenschaften +und des Geschmacks bekränkte ich das Wenige, was ich vermag. + +Es war Winter und die rauhe Jahreszeit entfernte +die Unruhestifter davon. Meine Tage verflossen angenehm +bei der Arbeit und in der Gesellschaft des großen Mannes. +Seine Unterhaltung war eben so angenehm als interessant, +und er mischte eine offene Heiterkeit und einen Ton von +Stimmigkeit darunter, der jedermann entzückte. Mit +diesen gesellschaftlichen Eigenschaften verband er auch eine +schöne körperliche Gestalt. + +Die Regierung hatte Herrn Sott zum Aufseher in +den Safern der levante und Barbarei ernannt und +in dem Hafen von Toulon die Ausrüstung einer Fregatte +befohlen, um ihn dahin zu bringen. Ich erhielt Befehl" +Z166069305,39,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000039/full/full/0/native.jpg,"mich auf dieses Kriegsfahrzeug mit einzuschiffen und seiner +Bestimmung zu folgen. Ulein hernach wurde die einige +verandert und ich verlies das Schiff zu Alexandrien, +um eine Reise in Aegypten zu machen. Nachdem mich +uffon umarmt und inir Glut gewunscht hatte, reiste +ich von Montbard ab und fuhr eilig mit der Post nach +Marseille, wo ich mich nur einige Augenblicke aufhielt. +Ein Privatmann hatte den Plan entworfen, einen +Sugel in der Gegend von Ciotat bis an das Meer zu +burchgraben, deffen Waffer an einigen Stellen an der +Rufte durch grose Hohlen unter der Erde hineindringt. +Er behauptete, diese unterirrdischen Hohlen enthielten +eine grose Menge Corallen, sie, wenn man sie so leicht +erhalten konnte, diesen Sandelszweig betrachtlich vermehr +ren und den Unternehmer bereichern musten. +Man hatte zu Versailles schriftliche Nuffage eingege- +ben, damit man Yufmunterung und unterstugung erhielte. +Der Minister hatte Buffon daruber zu Rathe gezogen, +der mir die Auffase uberlieferte, um an Ort und Stelle +Erkundigungen einzuziehen. Bei meiner Ankunft zu +Ciotat war schon nicht mehr die Rede von diesem, +unternehmen: man hatte die angefangenen Arbeiten +liegen lassen und dachte nicht weiter daran. +Man erzahlte mir zu Ciotat eine sonderbare Ceres +monie, die man safelbfi jahrlich in den ersten Tagen des +Nivole( zu Ende des Dezembers oder zu Anfange des +Januarius) verrichtet. Ein zahlreicher Trupp von Mens +fchen, der init Sabeln und Pistolen bewaffnet ist, macht +fich auf, einen fehr kleinen Vogel zu suchen, den die +Alten Troglodyt*) nannten. Wenn man ihn gefunden +hat, welches nicht schwer. balt ei toeil man Dafur sorge +) Motacilla troglodytes. Lin.","mich auf dieſes Kriegsfahrzeug mit einzuſchiffen und ſeiner +Beſtimmung zu folgen. Ulein hernach wurde die einige +verändert und ich verließ das Schiff zu Alexandrien, +um eine Reiſe in Aegypten zu machen. Nachdem mich +Þúffon umarmt und inir Glüt gewünſcht hatte, reiſte +ich von Montbard ab und fuhr eilig mit der Poſt nach +Marſeille, wo ich mich nur einige Augenblicke aufhielt. + +Ein Privatmann hatte den Plan entworfen, einen +Şügel in der Gegend von Ciotat bis an das Meer zu +burchgraben, deffen Waffer an einigen Stellen an der +Rüfte durch große Höhlen unter der Erde hineindringt. +Er behauptete, dieſe unterirrdiſchen Höhlen enthielten +eine große Menge Corallen, sie, wenn man ſie ſo leicht +erhalten konnte, dieſen Sandelszweig beträchtlich vermehr +ren und den Unternehmer bereichern mußten. + +Man hatte zu Verſailles ſchriftliche Nuffåge eingege- +ben, damit man Yufmunterung und unterſtügung erhielte. +Der Miniſter hatte Buffon darüber zu Rathe gezogen, +der mir die Auffäße überlieferte, um an Ort und Stelle +Erkundigungen einzuziehen. Bei meiner Ankunft zu +Ciotat war ſchon nicht mehr die Rede von dieſem, +unternehmen: man hatte die angefangenen Arbeiten +liegen laſſen und dachte nicht weiter daran. + +? + +Man erzählte mir zu Ciotat eine ſonderbare Ceres +monie, die man safelbfi jährlich in den erſten Tagen des +Nivole( zu Ende des Dezembers oder zu Anfange des +Januarius) verrichtet. Ein zahlreicher Trupp von Mens +fchen, der init Såbeln und Piſtolen bewaffnet iſt, macht +fich auf, einen fehr kleinen Vogel zu ſuchen, den die +Alten Troglodyt*) nannten. Wenn man ihn gefunden +hat, welches nicht ſchwer. bålt ei toeil man Dafür ſorge + +) Motacilla troglodytes. Lin. + + +","mich auf dieses Kriegsfahrzeug mit einzuschiffen und seiner Bestimmung zu folgen. Ulein hernach wurde die some verandert und ich verlies das Schiff zu Alexandrien, um eine Reise in Aegypten zu machen. Nachdem mich uffon umarmt und in ihr Glut gewünscht hatte, reiste ich von Montbard ab und fuhr eilig mit der Post nach Marseille, wo ich mich nur einige Augenblicke aufhielt. + +Ein Privatmann hatte den Plan entworfen, einen Kanal in der Gegend von Ciotat bis an das Meer zu bauen, dessen Wasser an einigen Stellen an der Rüfte durch grosse Hohlen unter der Erde hineindringt. Er behauptete, diese unterirdischen Hohlen enthielten eine grosse Menge Corallen, sie, wenn man sie so leicht erhalten konnte, diesen Sandelszweig beträchtlich vermehren und den Unternehmer bereichern müssen. + +Man hatte zu Versailles schriftliche Nufnage eingegeben, damit man Yufmunterung und Unterstützung erhielte. Der Minister hatte Buffon daruber zu Rate gezogen, der mir die Aufgabe überlieferte, um an Ort und Stelle Erkundigungen einzuziehen. Bei meiner Ankunft zu Ciotat war schon nicht mehr die Rede von diesem Unternehmen: man hatte die angefangenen Arbeiten liegen lassen und dachte nicht weiter daran. + +Man erzählte mir zu Ciotat eine sonderbare Ceremonie, die man scheinbar jährlich in den ersten Tagen des Novil (zu Ende des Dezembers oder zu Anfange des Januarius) verrichtet. Ein zahlreicher Trupp von Menschen, der mit Säbeln und Pistolen bewaffnet ist, macht sich auf, einen sehr kleinen Vogel zu suchen, den die Alten Troglodyt*) nannten. Wenn man ihn gefunden hat, was nicht schwer ist, hält man sorgfältig dafür Sorge.) Motacilla troglodytes. Linn." +Z166069305,40,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000040/full/full/0/native.jpg,"das immer Einer Borhanden ist, hangt man ihn mitten +an einer Stange auf die zwei Manner wie eine schwere +Laft auf den Schultern tragen. Diese luftige Bedeckung +durdylauft auf diese Weise die Stadt: man wiegt den +Sogel auf einer grosen Waage; dann regt man fich zu +Dische, wo man sich belustigt. Der Name dieses Troga +lodyten ist nicht weniger fonderbar als die Art des Festes, +zu welchem er Gelegenheit giebt. Man nennt ihn daselbst +Fitis oder Vater der Waldfchnepfer wegen der +Aehnlichkeit seines Gefieders mit jenem der Waldschnepfer +von welcher man glaubt, fte werde durch den Jltis +erzeugt, der eine grose Zerstorung unter den Vogeln +anrichtet, aber keinen wieder hervorbringt. +3u Cassis fand ich zwei Manufakturen, wo man +Corallen polirt und bearbeitet, die man groftentheils nach +den fuften von Afrika ausfuhrt und fie dafelbft gegen +Menschen vertauscht. Die um diese kleine Stadt liegenden +Beinberge liefern einen weisen im Rufe stehenden Wein. +Da man mit der Ausrustung der Fregatte noch nicht +fertig war, fo machte ich eine Ausflucht nach Langues +doc und begab mich zu Bande mit dem Sekretair des +Herrn Sott nach Cette. Auf einigen Spaziergangen +in den benachbarten Gegenden fand ich vulkanische Stoffe +und an der Kuste hin einiges Muschelwerk und Seepro. +bukte. Ich erstaunte, fogar am Ufer des Meeres und +im Feuchten Meergrase eine besondere Art von Kafer Zu +finden, die gegen Norben bon Frankreich felten ift und +der man den Namen Phalangift gegeben hat, weils +man behauptet, die langen Spisen ihres Harnisches batten +mit den Piquen Aehnlichkeit, womit der nncedonische +Phalanx bewaffnet war. linna u's benennt dieses: Insekt +mit dem Namen Scarabaeus Typhaeus, der freilich einem +Safer, der nur einige Linien lang und der fich unter +dem Viehmist verbirgt, wenig angemessen zu seyn scheint.","daß immer Einer Borhanden iſt, hängt man ihn mitten +an einer Stange auf die zwei Männer wie eine ſchwere +Laft auf den Schultern tragen. Dieſe luftige Bedeckung +durdyläuft auf dieſe Weiſe die Stadt: man wiegt den +Sogel auf einer großen Waage; dann regt man fich zu +Diſche, wo man ſich beluſtigt. Der Name dieſes Troga +lodyten iſt nicht weniger fonderbar als die Art des Feſtes, +zu welchem er Gelegenheit giebt. Man nennt ihn daſelbſt +Fitis oder Vater der Waldfchnepfer wegen der +Aehnlichkeit ſeines Gefieders mit jenem der Waldſchnepfer +von welcher man glaubt, fte werde durch den Jltis +erzeugt, der eine große Zerſtörung unter den Vogeln +anrichtet, aber keinen wieder hervorbringt. + +1 + +3u Caſſis fand ich zwei Manufakturen, wo man +Corallen polirt und bearbeitet, die man groftentheils nach +den fuften von Afrika ausführt und fie dafelbft gegen +Menſchen vertauſcht. Die um dieſe kleine Stadt liegenden +Beinberge liefern einen weißen im Rufe ſtehenden Wein. + +1 + +1 + +Da man mit der Ausrüſtung der Fregatte noch nicht +fertig war, fo machte ich eine Ausflucht nach Langues +doc und begab mich zu Bande mit dem Sekretair des +Herrn Sott nach Cetté. Auf einigen Spaziergangen +in den benachbarten Gegenden fand ich vulkaniſche Stoffe +und an der Küſte hin einiges Muſchelwerk und Seepro. +bukte. Ich erſtaunte, fogar am Ufer des Meeres und +im Feuchten Meergraſe eine beſondere Art von Kafer Zü +finden, die gegen Norben bon Frankreich felten ift und +der man den Namen Phalangift gegeben hat, weils +man behauptet, die langen Spißen ihres Harniſches båtten +mit den Piquen Aehnlichkeit, womit der nncedoniſche +Phalanx bewaffnet war. linnå u's benennt dieſes: Inſekt +mit dem Namen Scarabaeus Typhaeus, der freilich einem +Såfer, der nur einige Linien lang und der fich unter +dem Viehmiſt verbirgt, wenig angemeſſen zu ſeyn ſcheint. + + +","das immer Einer Befhanden ist, hangt man ihn mitten an einer Stange auf die zwei Manner wie eine schwere Last auf den Schultern tragen. Diese luftige Bedeckung durchläuft auf diese Weise die Stadt: man wiegt den Vogel auf einer großen Waage; dann regt man sich zu Disches, wo man sich belustigt. Der Name dieses Troglodyten ist nicht weniger sonderbar als die Art des Festes, zu welchem er Gelegenheit gibt. Man nennt ihn daselbst Jltis oder Vater der Waldschnepfer wegen der Ähnlichkeit seines Gefieders mit jenem der Waldschnepfer von welcher man glaubt, sie werde durch den Jltis erzeugt, der eine große Zerstörung unter den Vögeln anrichtet, aber keinen wieder hervorbringt. + +In Cassis fand ich zwei Manufakturen, wo man Corallen poliert und bearbeitet, die man großentheils nach den Küsten von Afrika ausführt und sie daselbst gegen Menschen vertauscht. Die um diese kleine Stadt liegenden Beinberge liefern einen weisen im Rufe stehenden Wein. + +Da man mit der Ausrüstung der Fregatte noch nicht fertig war, so machte ich eine Ausflucht nach Languesdoc und begab mich zu Bande mit dem Sekretair des Herrn Sott nach Cette. Auf einigen Spaziergängen in den benachbarten Gegenden fand ich vulkanische Stoffe und an der Küste hin einiges Muschelwerk und Seeprobukte. Ich erstaunte, fogar am Ufer des Meeres und im feuchten Meergrase eine besondere Art von Käfer zu finden, die gegen Norden von Frankreich felt und der man den Namen Phalangift gegeben hat, weil man behauptet, die langen Spitzen ihres Harnisches hätten mit den Piken Ähnlichkeit, womit der macedonische Phalanx bewaffnet war. Linnäus benennt dieses Insekt mit dem Namen Scarabaeus Typhaeus, der freilich einem Safer, der nur einige Linien lang und der sich unter dem Viehmist verbirgt, wenig angemessen zu seyn scheint." +Z166069305,41,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000041/full/full/0/native.jpg,"Diejenigen, die fich mit Sammlungen aus der +Naturgeschichte beschaftigen, wiffen, wie schwer es halt, +die Farben der Fische zu erhalten. So bald fie aus dem +Waffer heraus find, in welchem fie fich aufhalten und +obne welches fie nicht leben fonnen, verlieren fie sogleich +mit dem Leben das leuchtende und den Glanz ihrer +Schuppen ihre farbenlose Haut nimmt eine blaue und +fastanienbraune Farbe an und fie haben in unsern Cabis +netten nicht diesen Anschein von Reben, das daselbst noch +die ubrigen Claffen von Thieren zu beseelen scheint. +Bei dem Doctor der Arzneikunde Herrn Bories +zu Cette fand ich die Fische am besten erhalten. Er +hatte sich auf die Geschichte und die Zubereitung der Fische +gelegt, und die Proben, die er besas, hatteit +, wenn auch +nicht ben Glanz, doch wenigstens einen Theil von den +Farben der lebenden Natur."" Dierer Naturkundige machte +gegen mich ein Geheimnis aus seinen Erhaltungsmitteln; +indeffen versprach er mir, fie fur einige Vergutungen +Buffon mitzutheilen. Ich weis nicht, was der Briefe +wechsel zur Folge gehabt, den ich mich zweischen ihnen zu +veranstalten bemuhete. +asir berachten bon der einen Seite die Bader som +Balruc und von der Andern die Weinberge vor from +tignan, die einen geistigen und lieblichen Wein liefern. +Endlich war es Zeit, wieder zurukzufehren, und wir +entschloffen uns, es zu Baffer zu thun. Der Wind hatte +fich erhoben, das Meer war unruhig und der Himmel +mit Wolfen bedett. Auf mein dringendes Bitten reegel +ten wir endlich ab. Die Nacht war sturmisch und man +weis, das der Theil des mittellandischen Meeres, wo +fich die Rhone in dasselbe einsturzt, fur die Schiffahrt sehr +gefa hrlich ift. Man nennt ihn daher den Meerbufen von +kion( mare Leonis, Iowen Meer), weil er wegen der","13 + +Diejenigen, die fich mit Sammlungen aus der +Naturgeſchichte beſchäftigen, wiffen, wie ſchwer es hålt, +die Farben der Fiſche zu erhalten. So bald fie aus dem +Waffer heraus find, in welchem fie fich aufhalten und +obne welches fie nicht leben fönnen, verlieren fie ſogleich +mit dem Leben das leuchtende und den Glanz ihrer +Schuppen ihre farbenloſe Haut nimmt eine blaue und +faſtanienbraune Farbe an und fie haben in unſern Cabis +netten nicht dieſen Anſchein von Reben, das daſelbſt noch +die übrigen Claffen von Thieren zu beſeelen ſcheint. + +Bei dem Doctor der Arzneikunde Herrn Bories +zu Cette fand ich die Fiſche am beſten erhalten. Er +hatte ſich auf die Geſchichte und die Zubereitung der Fiſche +gelegt, und die Proben, die er beſaß, hatteit + +, wenn auch +nicht ben Glanz, doch wenigſtens einen Theil von den +Farben der lebenden Natur."" Dierer Naturkundige machte +gegen mich ein Geheimniß aus ſeinen Erhaltungsmitteln; +indeffen verſprach er mir, fie für einige Vergütungen +Búffon mitzutheilen. Ich weiß nicht, was der Briefe +wechſel zur Folge gehabt, den ich mich zweiſchen ihnen zu +veranſtalten bemühete. + +. + +asir berachten bon der einen Seite die Båder som +Balruc und von der Andern die Weinberge vor from +tignan, die einen geiſtigen und lieblichen Wein liefern. + +Endlich war es Zeit, wieder zurükzufehren, und wir +entſchloffen uns, es zu Baffer zu thun. Der Wind hatte +fich erhoben, das Meer war unruhig und der Himmel +mit Wolfen bedett. Auf mein dringendes Bitten reegel +ten wir endlich ab. Die Nacht war ſtürmiſch und man +weiß, daß der Theil des mittelländiſchen Meeres, wo +fich die Rhone in daſſelbe einſtürzt, für die Schiffahrt ſehr +gefå hrlich ift. Man nennt ihn daher den Meerbufen von +kion( mare Leonis, Iowen Meer), weil er wegen der + + +","Diejenigen, die sich mit Sammlungen aus der Naturgeschichte beschäftigen, wissen, wie schwer es halt, die Farben der Fische zu erhalten. So bald sie aus dem Wasser heraus sind, in welchem sie sich aufhalten und ohne welches sie nicht leben können, verlieren sie sogleich mit dem Leben das leuchtende und den Glanz ihrer Schuppen; ihre farbenlose Haut nimmt eine bläuliche und fast anienbraune Farbe an, und sie haben in unsern Kabinetten nicht diesen Anschein von Reben, dass dieselbst noch die übrigen Classen von Thieren zu beseelen scheint. + +Bei dem Doctor der Arzneikunde Herrn Bories zu Cette fand ich die Fische am besten erhalten. Er hatte sich auf die Geschichte und die Zubereitung der Fische gelegt, und die Proben, die er besaß, hatten, wenn auch nicht den Glanz, doch wenigstens einen Theil von den Farben der lebenden Natur. Dieser Naturkundige machte gegen mich ein Geheimnis aus seinen Erhaltungsmitteln; indessen versprach er mir, sie für einige Vergütungen Buffon mitzutheilen. Ich weiß nicht, was der Briefwechsel zur Folge gehabt, den ich mich zwischen ihnen zu veranstalten bemühte. + +Als wir von der einen Seite die Berge von Balruc und von der Andern die Weinberge vor Tignan sahen, die einen geistigen und lieblichen Wein liefern. Endlich war es Zeit, wieder zurükzukehren, und wir entschlossen uns, es zu Baffer zu thun. Der Wind hatte sich erhoben, das Meer war unruhig und der Himmel mit Wolken bedeckt. Auf mein dringendes Bitten regelten wir endlich ab. Die Nacht war sturmisch und man weiß, dass der Theil des mittelländischen Meeres, wo die Rhone in dasselbe einstürzt, für die Schiffahrt sehr gefährlich ist. Man nennt ihn daher den Meerbusen von Lion (mare Leonis, Löwen Meer), weil er wegen der" +Z166069305,42,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000042/full/full/0/native.jpg,"Sturme, die man da auszufleben Gat und wegen der +Schiffbruche, die hier nicht selten find, so zu sagen ro +fchreklich und grausam als der Lowe ift. Er hat also reinen +Namen nicht von der Stadt Lion, die Pehr weit davon +etnfernt ist. Wir kamen mit einigen Augenblicken von +Unruhe weg und liefen ohne einen widrigen Zufalt in +Marseille ein, wo ich sogleich nach Toulon abreiste. +Dr it fe Ca p it e I. +Abreise von Toulon Einlaufen Siusten von +Corsika Genua 7 .-- Insel +ole. +ciba und die +benachbarten Inseln Windstof Unfunft zu +Palermo. +Den 26ten April 1777 um 10 Uhr Abend gieng die Fregatte +Attalante, eine von den Schonsten der franzosischen +Marine, von der Rehbe von Toulon Unter Segel. Sie +"" turde von dem Capitain Durfort befehligt und war +-beinabe mit dreihundert Mann und mit 32 Sanonen +bewaffnet. Einige Personen von Versaille hatten die +Erlaubnis erhalten, sich darauf einzuschiffen und man +Polte fie nach Palermo, Syracus und Martha +bringen. Der Burger"" Venture, ein geschifter Dol. +metscher der morgenlandischen Sprachen und der jezt bet +Der Armee in Aegypten ist, befand sich auch mit auf den +Schiffe, das daher sehr' voll war. +Wir reifter mit gunstiger Witterung ab, bie aber +nicht von langer Dauer war. Der Wind blies uns bald","94 + +Stürme, die man da auszufleben Gat und wegen der +Schiffbrüche, die hier nicht ſelten find, ſo zu ſagen ro +fchreklich und grauſam als der Lowe ift. Er hat alſo reinen +Namen nicht von der Stadt Lion, die Pehr weit davon +etnfernt iſt. Wir kamen mit einigen Augenblicken von +Unruhe weg und liefen ohne einen widrigen Zufalt in +Marſeille ein, wo ich ſogleich nach Toulon abreiſte. + +f + +Dr it fe Ca p it e I. +Abreiſe von Toulon Einlaufen Siúſten von +Corſika Genua 7 .-- Inſel + +ole. + +ciba und die +benachbarten Inſeln Windſtof Unfunft zu + +Palermo. + +Den 26ten April 1777 um 10 Uhr Abend gieng die Fregatte +Attalante, eine von den Schönſten der franzöſiſchen +Marine, von der Rehbe von Toulon Unter Segel. Sie +"" turde von dem Capitain Durfort befehligt und war +-beinabe mit dreihundert Mann und mit 32 Sanonen +bewaffnet. Einige Perſonen von Verſaille hatten die +Erlaubniß erhalten, ſich darauf einzuſchiffen und man +Polte fie nach Palermo, Syracus und Martha +bringen. Der Bürger"" Venture, ein geſchifter Dol. +metſcher der morgenländiſchen Sprachen und der jezt bet +Der Armee in Aegypten iſt, befand ſich auch mit auf den +Schiffe, das daher ſehr' voll war. + +Wir reifter mit günſtiger Witterung ab, bie aber +nicht von langer Dauer war. Der Wind bließ uns bald + +1 + + +","Sturme, die man da auszuführen hat und wegen der Schiffbrüche, die hier nicht selten finden, so zu sagen roh und grausam als der Lowe ist. Er hat also seinen Namen nicht von der Stadt Lyon, die sehr weit davon entfernt ist. Wir kamen mit einigen Augenblicken von Unruhe weg und liefen ohne einen widrigen Zufall in Marseille ein, wo ich sogleich nach Toulon abreiste. + +Drüben Capitaine I. + +Abreise von Toulon Einlaufen Sisten von Corsika Genua 7.-- Inseln +Sicilien und die benachbarten Inseln Windstoß Unfall zu Palermo. + +Den 26ten April 1777 um 10 Uhr Abend ging die Fregatte Attalante, eine von den schönsten der französischen Marine, von der Reede von Toulon unter Segel. Sie wurde von dem Capitain Durfort befehligt und war beinahe mit dreihundert Mann und mit 32 Kanonen bewaffnet. Einige Personen aus Versailles hatten die Erlaubnis erhalten, sich darauf einzuschiffen und man hoffte sie nach Palermo, Syrakus und Malta bringen zu können. Der Bürger Venture, ein geschickter Dolmetscher der morgenländischen Sprachen und der jetzt bei der Armee in Ägypten ist, befand sich auch mit auf dem Schiffe, das daher sehr voll war. + +Wir reisten mit günstiger Witterung ab, die aber nicht von langer Dauer war. Der Wind blies uns bald" +Z166069305,43,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000043/full/full/0/native.jpg,"entgegen, indem er mit groser Heftigkeit nach Often +uinfchlug. Der Himmel war mit dicken Wolken bedekt +und. es regnete unanfherlich. Den Tag darauf frih +morgens Hogen. Vogel um si das Schiff herum. Ich +bemerkte garunter Turteltauben, kleine Seelerchen und +eine kleine Rohrbommel. Mehrege von diesen Vogeln +liesen sich auf dem Sadkelwerke nieder und waren durch +.Den Sturm Tol ermudet und Betaubt, das man einige +Seelerchen*) und eine Art von Reiher, unter dem Namen +der kleinen Rohrdommel **) bekannt, mit blosen Handen +fieng. +Das furmische Wetter zwang uns, einen Sichers +beitsort zu suchen, und wir warfen den Tag nach unserer +Abreise wieder auf deri Rehde von Vignettes in +der Bai von Loulon: Unker. Die Kuste, an welcher die +Fregatte geankert war, ift thoch, mit mancherlei Fruchtih +angebautet und von Zeit zu Zeit Ficht man Landhauser. +Der lachenbe, sie +angenehnu mit den troknen Seivahrt, kontrastirt sehr +hinter ihr liegen und die den Grund des Gemaldes aus. +machen. Demohngeachtet weisen bie vortreflichsten Hammel +aus der Gegend von Soulon am Abhange Einiger +von diesen Bergen und nabren fich von den nahrhaften +und wohlriechenden Pfangen. Die Erdbeeren, die wir +hier im Heberflusse fanden, waren die keblichsten, die ich +jemals gegeffen babe. +Die Jags, die tir nicht allzuweit vom Schiffe forte +Feben konnten, verschaffte uns blos einige Wachteln, die +schon von ihrer Wanderung zuruk waren. Man fab bier +auch einige Wiedehopfen. Ich tobtete eine gelbe: Bach +ftelze ***) und einen kleinen Vogel, dessen Hirt bor +) Charadrius hiaticlila. Lin. +**) Ardea minuta. Lin. +***) Motacilla baarula. Lin.","16 + +5 + +1 + +entgegen, indem er mit großer Heftigkeit nach Often +uinfchlug. Der Himmel war mit dicken Wolken bedekt +und. es regnete unanfherlich. Den Tag darauf frih +morgens Hogen. Vogel um si das Schiff herum. Ich +bemerkte gårünter Turteltauben, kleine Seelerchen und +eine kleine Rohrbommel. Mehrege von dieſen Vogeln +ließen ſich auf dem Sadkelwerke nieder und waren durch +.Den Sturm Tol ermüdet und Betäubt, daß man einige +Seelerchen*) und eine Art von Reiher, unter dem Namen +der kleinen Rohrdommel **) bekannt, mit bloßen Händen +fieng. + ++ + +2 + +Das fürmiſche Wetter zwang uns, einen Sichers +beitsort zu ſuchen, und wir warfen den Tag nach unſerer +Abreiſe wieder auf deri Rehde von Vignettes in +der Bai von Loulon: Unker. Die Küſte, an welcher die +Fregatte geankert war, ift thoch, mit mancherlei Früchtih +angebautet und von Zeit zu Zeit Ficht man Landhäuſer. +Der lachenbe, ſie +angenehnu mit den troknen Seivährt, kontraſtirt ſehr + +,, +hinter ihr liegen und die den Grund des Gemäldes aus. +machen. Demohngeachtet weißen bie vortreflichſten Hammel +aus der Gegend von Soulon am Abhange Einiger +von dieſen Bergen und nabren fich von den nahrhaften +und wohlriechenden Pfangen. Die Erdbeeren, die wir +hier im Heberfluſſe fänden, waren die keblichſten, die ich +jemals gegeffen babe. + +Die Jags, die tir nicht allzuweit vom Schiffe forte +Feben konnten, verſchaffte uns bloß einige Wachteln, die +ſchon von ihrer Wanderung zurük waren. Man fab bier +auch einige Wiedehopfen. Ich tobtete eine gelbe: Bach +ftelze ***) und einen kleinen Vogel, deſſen Hirt bor + +) Charadrius hiaticlila. Lin. +**) Ardea minuta. Lin. +***) Motacilla baarula. Lin. + + +","entgegen, indem er mit großer Heftigkeit nach Osten einschlug. Der Himmel war mit dicken Wolken bedeckt und es regnete unaufhörlich. Den Tag darauf früh morgens flogen Vögel um das Schiff herum. Ich bemerkte garunter Turteltauben, kleine Seelerchen und eine kleine Rohrdommel. Mehre von diesen Vögeln liessen sich auf dem Schiffe nieder und waren durch den Sturm toll ermüdet und betäubt, dass man einige Seelerchen*) und eine Art von Reiher, unter dem Namen der kleinen Rohrdommel **) bekannt, mit bloßen Händen fing. + +Das fürchterliche Wetter zwang uns, einen sicheren Hafen zu suchen, und wir warfen den Tag nach unserer Abreise wieder auf der Rhede von Vignettes in der Bai von Lulon anker. Die Küste, an welcher die Fregatte geankert war, ist hoch, mit mancherlei Früchten angebautet und von Zeit zu Zeit sieht man Landhäuser. + +Der lachende Bach, angenehm mit den trockenen Seivähren, kontrastiert sehr hinter ihr liegen und die den Grund des Gemäldes machen. Demohngeachtet weisen bei vortrefflichen Hammel aus der Gegend von Soulon am Abhange einiger von diesen Bergen und nähern sich von den nahrhaften und wohlriechenden Pfannen. Die Erdbeeren, die wir hier im Heberflusse fanden, waren die köstlichsten, die ich jemals gegessen habe. + +Die Jagd, die ihr nicht allzuweit vom Schiffe fort konnten, verschaffte uns bloß einige Wachteln, die schon von ihrer Wanderung zurück waren. Man sah hier auch einige Wiedehopfen. Ich todtete eine gelbe Bachstelze ***) und einen kleinen Vogel, dessen Hirt bor) Charadrius hiaticlila. Lin. +**) Ardea minuta. Lin. +***) Motacilla baarula. Lin." +Z166069305,44,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000044/full/full/0/native.jpg,"Buffort noch nicht beschrieben und den er 6 avonn +von dem Namen Chic. Gavotte benannt hat, den er in der +ehemaligen Provence hat, wo man ihn auch wegen der +schwarzen Binden um den Schnabel Chic- Moustache +( emberisa prouincialis Lin.) nennt. Diese leztern Vogel +sprangen paarweise auf den Gestrauchen herum, die um +die Landhauser stehen:.: Sie find fast gar nicht scheu und +ihr Flug ist kurz, niedrig und gleicht dem Sperlingsfluge. +Der Ostwind wurde immer ungestumer, das Wetter +sturmisch, und wir warfen einen zweiten Unfer aus .. Wir +blieben bis zum zweiten Mai hier, wo der Wind von +Nordwest fam und uns, die Anfer zu lichten erlaubte. +Den dritten mai faben wir mit Anbruch des Tages +die Infel Corfifa in einer Entfernung von fechs bis +fieben franzosischen Meilen von uns. Die Stuften grifchen +dem Vorgebirge Calvi und dem Vorgebirge Corfita finto +hohe Berge no* die durre scheinen und in Felfen mit grosen +Durchschnitten bestehen. Die Berge des Vorgebirges +Calvi, wo ein sicherer und breiter Hafen ist, sind die +bocbffen an diesem Theile der Kufte: ihre Gipfel waren +noch i mit Schnee bedekt. Wir entdekten auch in dem +Meerburen, der zwischen den Vorgebirgen Calvi und +Corfifa liegt, die fleine und niedrige Ittfel Roffa, +die den tiefen und wichtigen Hafen gegen Westwinde +schuzt. +Wir fahen mehrere Meerschweine*), die dem Wasser +gleich fchwammen, welches ein beinahe gewisses Kenn- +geichen von einem Sturme ist. Und wir waren wirklich +nicht mehr im Stande, uns weber Corfita gu nahern +noch unsere Reise fortregen, da der Wind.juns zuwider +war und sturmte. Wir entschlossen uns daher, in +*) Dolphinus phocaena. Lin.","16 + +Büffort noch nicht beſchrieben und den er 6 avonn +von dem Namen Chic. Gavotte benannt hat, den er in der +ehemaligen Provence hat, wo man ihn auch wegen der +ſchwarzen Binden um den Schnabel Chic- Mouſtache +( emberiſa prouincialis Lin.) nennt. Dieſe leztern Vogel +ſprangen paarweiſe auf den Geſträuchen herum, die um +die Landhauſer ſtehen:.: Sie find faſt gar nicht ſcheu und +ihr Flug iſt kurz, niedrig und gleicht dem Sperlingsfluge. + +Der Oſtwind wurde immer ungeſtümer, das Wetter +ſtürmiſch, und wir warfen einen zweiten Unfer aus .. Wir +blieben bis zum zweiten Mai hier, wo der Wind von +Nordweſt fam und uns, die Anfer zu lichten erlaubte. + +3 + +Den dritten mai faben wir mit Anbruch des Tages +die Infel Corfifa in einer Entfernung von fechs bis +fieben franzöſiſchen Meilen von uns. Die Stuften grifchen +dem Vorgebirge Calvi und dem Vorgebirge Corfita finto +hohe Berge no* die dürre ſcheinen und in Felfen mit großen +Durchſchnitten beſtehen. Die Berge des Vorgebirges +Calvi, wo ein ſicherer und breiter Hafen iſt, ſind die +bocbffen an dieſem Theile der Küfte: ihre Gipfel waren +noch i mit Schnee bedekt. Wir entdekten auch in dem +Meerburen, der zwiſchen den Vorgebirgen Calvi und +Corfifa liegt, die fleine und niedrige Ittfel Roffa, +die den tiefen und wichtigen Hafen gegen Weſtwinde +ſchůzt. + +1 + +Wir fahen mehrere Meerſchweine*), die dem Waſſer +gleich fchwammen, welches ein beinahe gewiſſes Kenn- +geichen von einem Sturme iſt. Und wir waren wirklich +nicht mehr im Stande, uns weber Corfita gu nähern +noch unſere Reiſe fortregen, da der Wind.juns zuwider +war und ſtürmte. Wir entſchloſſen uns daher, in + +*) Dolphinus phocaena. Lin. + + +","Buffort noch nicht beschrieben und den er 6 Avonnen von dem Namen Chic. Gavotte benannt hat, den er in der ehemaligen Provence hat, wo man ihn auch wegen der schwarzen Binden um den Schnabel Chic-Moustache ( Emberiza provincialis Lin.) nennt. Diese letztgenannten Vögel sprangen paarweise auf den Gestrauchen herum, die um die Landhäuser stehen. Sie finden sich fast gar nicht scheu und ihr Flug ist kurz, niedrig und gleicht dem Sperlingsfluge. + +Der Ostwind wurde immer ungestümer, das Wetter sturmisch, und wir warfen einen zweiten Anker aus. Wir blieben bis zum zweiten Mai hier, wo der Wind von Nordwest kam und uns die Anker zu lichten erlaubte. + +Den dritten Mai fuhren wir mit Anbruch des Tages die Insel Corfita in einer Entfernung von sechs bis sieben französischen Meilen von uns. Die Stüfte griffen dem Vorgebirge Calvi und dem Vorgebirge Corfita hin zu hohen Bergen, die dürr scheinen und in Felsen mit großen Durchschnitten bestehen. Die Berge des Vorgebirges Calvi, wo ein sicherer und breiter Hafen ist, sind die hochsten an diesem Teile der Küste: ihre Gipfel waren noch mit Schnee bedeckt. + +Wir entdeckten auch in dem Meerbuchten, der zwischen den Vorgebirgen Calvi und Corfita liegt, die kleine und niedrige Insel Roffa, die den tiefen und wichtigen Hafen gegen Westwinde schützt. + +Wir fuhren mehrere Meerschweine*), die dem Wasser gleich schwammen, welches ein beinahe gewisses Kennzeichen von einem Sturme ist. Und wir waren wirklich nicht mehr im Stande, uns über Corfita hinaus zu nähern noch unsere Reise fortzusetzen, da der Wind uns zuwider war und stürmte. Wir entschlossen uns daher, in +*) Dolphinus phocaena Lin." +Z166069305,45,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000045/full/full/0/native.jpg,"Genu a einzulaufert, wo wir den vierten um 10 Uhr +Vormittags anlangten. Der, widrige Wind hielt uns +hier gehn Tage lang auf, und wir konnten nicht eher als +bis zum 13ten mit einem starfen Nordwestivinde wieder +abreisen. Wir entfernten und schnell von dem Hafen und +den lachenden Pusten Dicfes schonen Sheiles von Italien. +Hinter uns erschienen die Seealpen wie ein unermesliches +Amphitheater, das mit wenigen Schnee bedekt ift. Die +hohen Berge, die den Meerbusen von Spezia eina +faffen, famen und zu Gesichte: ihr- Gipfel war mit +Sdnee uberdckt, und fie schienen wie durr zu feyn +und aus steilen Felsen zu bestehen. Sie liefern vorzuge +lich die schonen Marmore aller Art, die man aus +Italien bekommt. Wir liesen die Insel Gorgona +links. Sie gehrt dem Grosherzog von Doskana, +ist klein, rund, und ihre Berge scheinen von derselben +Beschaffenheit, wie jene an der Kufte zu rern. Wir +fuhren hierauf zwischen dem Vorgebirge Corrifa und +Capraria durch. Das leztere ist eine kleine Infel, +die der ligurischen Republik gehort. Sie ist fast nichts +als ein durrer Selfen, auf welchein einige Wohnungen +stehen, die gute Matrosen liefern. +Den 14ten war uns der Wind nicht mehr gunstig; +wir lavirten daher zwischen Corsika und der Insel Elba, +welche dem Konige von Neapel gehort. Sie hat zwei +gute Hafen und zwei Marmorbruche, aber Tie ift durch +ihre Eisenminen und Schmelzofen beruhmt, worinn man +bei der Bearbeitung des Eisens eine Methode befolgt, +die geschwinder forbert und vortheilhafter ist als jene in +den hohen Defen, die fu allgemein in dem ubrigen Europa +geivshnlich ist. Das Eisen wird dadurch dem besten +fichwedischen Erfen gleich. Die Eisen- und Magnetgruben +auf der Insel Elba machen den Seeleuten ihre Annahes +rung an diefelbe durch die Veranderungen am Komparsa +bemerkbar. +Connini Reifen if B0.","17 +. + +. + +! + +. + +Genu a einzulaufert, wo wir den vierten um 10 Uhr +Vormittags anlangten. Der, widrige Wind hielt uns +hier gehn Tage lang auf, und wir konnten nicht eher als +bis zum 13ten mit einem ſtarfen Nordweſtivinde wieder +abreiſen. Wir entfernten und ſchnell von dem Hafen und +den lachenden Púſten Dicfes ſchönen Sheiles von Italien. +Hinter uns erſchienen die Seealpen wie ein unermeßliches +Amphitheater, das mit wenigen Schnee bedekt ift. Die +hohen Berge, die den Meerbuſen von Spezia eina +faffen, famen und zu Geſichte: ihr- Gipfel war mit +Sdnee überdckt, und fie ſchienen wie dürr zu feyn +und aus ſteilen Felſen zu beſtehen. Sie liefern vorzüge +lich die ſchönen Marmore aller Art, die man aus +Italien bekommt. Wir ließen die Inſel Gorgona +links. Sie gehørt dem Großherzog von Doskana, +iſt klein, rund, und ihre Berge ſcheinen von derſelben +Beſchaffenheit, wie jene an der Küfte zu rern. Wir +fuhren hierauf zwiſchen dem Vorgebirge Corrifa und +Capraria durch. Das leztere iſt eine kleine Infel, +die der liguriſchen Republik gehört. Sie iſt faſt nichts +als ein důrrer Selfen, auf welchein einige Wohnungen +ſtehen, die gute Matroſen liefern. + +1 + +1 + +1 + +Den 14ten war uns der Wind nicht mehr günſtig; +wir lavirten daher zwiſchen Corſika und der Inſel Elba, +welche dem Könige von Neapel gehört. Sie hat zwei +gute Hafen und zwei Marmorbrüche, aber Tie ift durch +ihre Eiſenminen und Schmelzöfen berühmt, worinn man +bei der Bearbeitung des Eiſens eine Methode befolgt, +die geſchwinder forbert und vortheilhafter iſt als jene in +den hohen Defen, die fu allgemein in dem übrigen Europa +geivshnlich iſt. Das Eiſen wird dadurch dem beſten +fichwediſchen Erfen gleich. Die Eiſen- und Magnetgruben +auf der Inſel Elba machen den Seeleuten ihre Annähes +rung an diefelbe durch die Verånderungen am Komparſa +bemerkbar. + +Connini Reifen if B0. + + +","Genua einzulaufen, wo wir den vierten um 10 Uhr Vormittags anlangten. Der widrige Wind hielt uns hier einige Tage lang auf, und wir konnten nicht eher als bis zum 13ten mit einem starken Nordwestwind wieder abreisen. Wir entfernten uns schnell von dem Hafen und den lachenden Pusten des schönen Meeres von Italien. + +Hinter uns erschienen die Seealpen wie ein unermessliches Amphitheater, das mit wenig Schnee bedeckt ist. Die hohen Berge, die den Meerbusen von Spezia einschließen, färbten und zu Gesichte: ihr Gipfel war mit Schnee überdeckt, und sie schienen wie dürre Felsen zu bestehen. Sie liefern vorzüglich die schönen Marmore aller Art, die man aus Italien bekommt. Wir ließen die Insel Gorgona links. + +Sie gehört dem Großherzog von Toskana, ist klein, rund, und ihre Berge scheinen von derselben Beschaffenheit, wie jene an der Küste zu sein. Wir fuhren hierauf zwischen dem Vorgebirge Corsega und Capraia durch. Das letztere ist eine kleine Insel, die der ligurischen Republik gehört. Sie ist fast nichts als ein dürres Eiland, auf welchem einige Wohnungen stehen, die gute Matrosen liefern. + +Den 14ten war uns der Wind nicht mehr günstig; wir lavierten daher zwischen Corsika und der Insel Elba, welche dem Könige von Neapel gehört. Sie hat zwei gute Hafen und zwei Marmorbrüche, aber sie ist durch ihre Eisenminen und Schmelzöfen berühmt, worin man bei der Bearbeitung des Eisens eine Methode befolgt, die geschwinder fortgebracht und vortheilhaften ist als jene in den hohen Ofen, die für allgemein in dem übrigen Europa gebräuchlich ist. + +Das Eisen wird dadurch dem besten schwedischen Erz gleich. Die Eisen- und Magnetgruben auf der Insel Elba machen den Seefahrern ihre Annäherung an dieselbe durch die Veränderungen am Kompass bemerkbar." +Z166069305,46,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000046/full/full/0/native.jpg,"Derjenige Theil der corsikanischen Kusten zwischen +dem Vorgebirge Corrika und Bastia ist von eben +derselben Beschaffenheit als derjenige, der ihm gegen +uber liegt, und wovon ich schon gesprochen habe ;. D. h. +er besteht aus fteilen Bergen, worunter Sie hochsten noch +mit Schnee bedekt waren. Die Stadt Bastia geivehrte +uns einen angenehmen Anblik; fie liegt am Abhange +eines Berges, ihr Hafen kann keine Kriegsschiffe aufnch. +men, aber fur kleine Fahrzeuge ist er sehr bequem. +Gegen Mittag hatten wir gunstigen Wind, und wir +fuhren am Monte Chrifto vorbei, das ein durrer +und wufter Felsen im Suden ist, und nicht weit von der +Insel Elba liegt, von welcher er durch irgend eine von +jenen grosen Umkehrungen, die in diesen Meeren nicht +selten geipesen sind, losgeriffen worden zu reyn scheint. +Die Linie, die diese beiden Inseln miteinander vereinigte, +geht noch durch Planosa( Planouse, oder die Insel +Plate) welches ein Fels ist, der beinahe nicht hoher als, +das Meer ist, und der zwischen ihnen liegt. Man ragte +mir, er fei der Aufenthaltsort einer grosen Menge von +Seehunden und aschgranen Moven. +Wir fahen hinter dem Schiffe einen Trupp kleiner +Sturmvogel*); els pie und nahe kamen, pares +drei Uhr Nachmittags, das Wetter war schon, o +der +Wind sudost und beinahe ftiu. Aber um sieben Uhr +sprang der Wind mit vieler Heftigkeit in Sudwest un. +Der Himmel wurde trube und sturmisch, die Nacht war +sehr dunkel, und die wiederhohlten Blige vermehrten bas +Schrecken derselben. Das Meer gieng ungeheuer hoch, +und wir musten endlich die ganze Nacht unter unsern +niedrigen Segeln bleiben **). Dieser Windstos dauerte, +*) procellaria pelagica. +**) Was von der festen a linea an vorausgeht, erzahlt Buffon +in seiner Naturgeschichte des Sturmvogels als einen Uuszug +aus dem Tagebud eines Seefahrers ausgezogen. Diese Note +ist aus nieinem Tagebudze genommen.","18 + +Derjenige Theil der corſikaniſchen Küſten zwiſchen +dem Vorgebirge Corrika und Baſtia iſt von eben +derſelben Beſchaffenheit als derjenige, der ihm gegen +über liegt, und wovon ich ſchon geſprochen habe ;. D. h. +er beſteht aus fteilen Bergen, worunter Sie hochſten noch +mit Schnee bedekt waren. Die Stadt Baſtia geivehrte +uns einen angenehmen Anblik; fie liegt am Abhange +eines Berges, ihr Hafen kann keine Kriegsſchiffe aufnch. +men, aber für kleine Fahrzeuge iſt er ſehr bequem. + +Gegen Mittag hatten wir günſtigen Wind, und wir +fuhren am Monte Chrifto vorbei, das ein dürrer +und wüfter Felſen im Süden iſt, und nicht weit von der +Inſel Elba liegt, von welcher er durch irgend eine von +jenen großen Umkehrungen, die in dieſen Meeren nicht +ſelten geipeſen ſind, losgeriffen worden zu reyn ſcheint. +Die Linie, die dieſe beiden Inſeln miteinander vereinigte, +geht noch durch Planoſa( Planouſe, oder die Inſel +Plate) welches ein Fels iſt, der beinahe nicht höher als, +das Meer iſt, und der zwiſchen ihnen liegt. Man ragte +mir, er fei der Aufenthaltsort einer großen Menge von +Seehunden und aſchgranen Moven. + +Wir fahen hinter dem Schiffe einen Trupp kleiner +Sturmvogel*); els pie und nahe kamen, pares +drei Uhr Nachmittags, das Wetter war ſchon, o + +der +Wind ſüdoſt und beinahe ftiu. Aber um ſieben Uhr +ſprang der Wind mit vieler Heftigkeit in Südweſt un. +Der Himmel wurde trube und ſtürmiſch, die Nacht war +ſehr dunkel, und die wiederhohlten Blige vermehrten bas +Schrecken derſelben. Das Meer gieng ungeheuer hoch, +und wir mußten endlich die ganze Nacht unter unſern +niedrigen Segeln bleiben **). Dieſer Windſtoß dauerte, + +4 + +3 + +*) procellaria pelagica. +**) Was von der festen a linea an vorausgeht, erzählt Buffon + +in ſeiner Naturgeſchichte des Sturmvogels als einen Uuszug +aus dem Tagebud eines Seefahrers ausgezogen. Dieſe Note +iſt aus nieinem Tagebudze genommen. + + +","Derjenige Theil der corsikanischen Küsten zwischen dem Vorgebirge Corrika und Bastia ist von eben derselben Beschaffenheit als derjenige, der ihm gegenüber liegt, und wovon ich schon gesprochen habe; d.h. er besteht aus fetten Bergen, worunter die höchsten noch mit Schnee bedeckt waren. Die Stadt Bastia gewährte uns einen angenehmen Anblick; sie liegt am Abhange eines Berges, ihr Hafen kann keine Kriegsschiffe aufnehmen, aber für kleine Fahrzeuge ist er sehr bequem. + +Gegen Mittag hatten wir günstigen Wind, und wir fuhren am Monte Cristo vorbei, das ein dürrer und wüster Felsen im Süden ist, und nicht weit von der Insel Elba liegt, von welcher er durch irgend eine von jenen großen Umkehrungen, die in diesen Meeren nicht selten geheissen sind, losgeriffen worden zu sein scheint. Die Linie, die diese beiden Inseln miteinander vereinigte, geht noch durch Planosa (Planouse, oder die Insel Plate), welches ein Fels ist, der beinahe nicht höher als das Meer ist, und der zwischen ihnen liegt. + +Man sagte mir, er sei der Aufenthaltsort einer großen Menge von Seehunden und aschgrauen Möven. Wir fuhren hinter dem Schiffe einen Trupp kleiner Sturmvögel; sie kamen nähe und pie, und gegen drei Uhr Nachmittags war das Wetter schön, oder der Wind südost und beinahe still. + +Aber um sieben Uhr sprang der Wind mit vieler Heftigkeit in Südwest un. Der Himmel wurde trüb und sturmisch, die Nacht war sehr dunkel, und die wiederholten Blitze vermehrten das Schrecken derselben. Das Meer ging ungeheuer hoch, und wir mussten endlich die ganze Nacht unter unsern niedrigen Segeln bleiben. + +Dieser Windstoß dauerte, + +*) procellaria pelagica. + +**) Was von der festen a linea an vorausgeht, erzählt Buffon in seiner Naturgeschichte des Sturmvogels als einen Auszug aus dem Tagebuch eines Seefahrers ausgezogen. Diese Note ist nicht aus einem Tagebuche genommen." +Z166069305,47,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000047/full/full/0/native.jpg,"bis den 15ten zu Mittage. Wir waren alsdann gerade +der Hocca di Bonifacio oder der Meerenge gegenuber, +die Corsika von Sardinien scheidet, und ungefahr zwolf +bis funfzehn franzosische neilen von den Kusten intfernt. +Selten fahrt man auf diesen Hdhen,' obai schlimmes +Wetter auszuhalten zu haben. Das Meer, das in einer +entgegengesezten Nichtung an einem grosen Umfange der +Kusten und an Klippen durch Winde besturmt wird, deren +Richtung eine Menge von Meerengen oft vrrandert, geht +hier fast stets hoch und sturmisch.' Wahrend der furmischen +Witterung Vormittages liefen fich Bachteln und Turtels +tauben auf dem Schiffe nieder, weil sie daselbit Sdhuis +gegen den Sturm zil finden glaubtn. Aber dicke ungluka +lichen Reisenden trafen keine Sreiftatte gegen den End an: +fie liesen sich alle mit der Fond fangen, so ermidit oder +erschrocken waren fie durch die Wirt von Birw.rrung der +Elemente, in welchen fie fich befanden. Die Turtelteuben +famen paarweise. Zahlreiche Seerden son meirchweine +durchschnitten in einiger Entfernung von dem driffe das +Wasser, wahrend von der andern Seite langsam eine +Echildfrote auf seiner bbersiache trieb. +Den 16ten bekamen wit von Weftfudwest noch einen +Windstof, der aber weniger stark als der erstere far; +und am 17ten entdekten wir die zu Sizilien gehorige +Insel u sftica. Sie hat nur vier franzdfische Meilen +im Umfange, und scheint angebaut zu seyn. Sie war +ein Aufenthaltsort der Seer& uber und Verbannten, die +diere Anhohen unsicher machten. Indeffen hat der Konig +beider Sizilien vor ungefahr vier Jahren ein Fort +daselbst anlegen lassen, um sie zu entfernen. Vor uns +lagen auch die hohen Kusten des Vorgebirges San. +Bitto in Sizilien und um 10 Uhr Abends warfen wir +am Eingange des Safens von Palermo Anker.","19 + ++ + +bis den 15ten zu Mittage. Wir waren alsdann gerade +der Hocca di Bonifacio oder der Meerenge gegenüber, +die Corſika von Sardinien ſcheidet, und ungefähr zwolf +bis funfzehn franzöſiſche neilen von den Küſten intfernt. +Selten fåhrt man auf dieſen Hdhen,' obai ſchlimmes +Wetter auszuhalten zu haben. Das Meer, das in einer +entgegengeſezten Nichtung an einem großen Umfange der +Küſten und an Klippen durch Winde beſtürmt wird, deren +Richtung eine Menge von Meerengen oft vrrändert, geht +hier faſt ſtets hoch und ſtürmiſch.' Während der fürmiſchen +Witterung Vormittages liefen fich Bachteln und Turtels +tauben auf dem Schiffe nieder, weil ſie daſelbit Sdhuis +gegen den Sturm zil finden glaubtın. Aber dicke ungluka +lichen Reiſenden trafen keine Sreiftåtte gegen den End an: +fie ließen ſich alle mit der Fond fangen, ſo ermidit oder +erſchrocken waren fie durch die Wirt von Birw.rrung der +Elemente, in welchen fie fich befanden. Die Turtelteuben +famen paarweiſe. Zahlreiche Seerden son meirchweine +durchſchnitten in einiger Entfernung von dem driffe das +Waſſer, während von der andern Seite langſam eine +Echildfrote auf ſeiner bberſiache trieb. + +果。 + +Den 16ten bekamen wit von Weftfüdweſt noch einen +Windſtof, der aber weniger ſtark als der erſtere far; +und am 17ten entdekten wir die zu Sizilien gehörige +Inſel u sftica. Sie hat nur vier franzdfiſche Meilen +im Umfange, und ſcheint angebaut zu ſeyn. Sie war +ein Aufenthaltsort der Seer& uber und Verbannten, die +diere Anhöhen unſicher machten. Indeffen hat der König +beider Sizilien vor ungefähr vier Jahren ein Fort +daſelbſt anlegen laſſen, um ſie zu entfernen. Vor uns +lagen auch die hohen Küſten des Vorgebirges San. +Bitto in Sizilien und um 10 Uhr Abends warfen wir +am Eingange des Safens von Palermo Anker. + + +","Bis den 15ten zu Mittage. Wir waren alsdann gerade der Hocca di Bonifacio oder der Meerenge gegenüber, die Corsika von Sardinien scheidet, und ungefähr zwölf bis fünfzehn französische Meilen von den Küsten entfernt. + +Selten fährt man auf diesen Höhen, ob man schlimmes Wetter auszuhalten hat. Das Meer, das in einer entgegengesetzten Richtung an einem großen Umfange der Küsten und an Klippen durch Winde bestürmt wird, deren Richtung eine Menge von Meerengen oft verändert, geht hier fast stets hoch und sturmisch. + +Während der fürchterlichen Witterung Vormittags liefen sich Bächteln und Turteltauben auf dem Schiffe nieder, weil sie daselbst Schutz gegen den Sturm zu finden glaubten. Aber die unglücklichen Reisenden trafen keine Schriftatte gegen den End an: sie ließen sich alle mit der Fähre fangen, so ermüdet oder erschrocken waren sie durch die Wut von Burchung der Elemente, in welchen sie sich befanden. + +Die Turteltauben flamen paarweise. Zahlreiche Seehunde und Meerweine durchschnitten in einiger Entfernung von dem Schiffe das Wasser, während von der andern Seite langsam eine Eichhörnchen auf seiner Oberfläche trieb. + +Den 16ten bekamen wir von Westsüdwest noch einen Windstoß, der aber weniger stark als der erste war; und am 17ten entdeckten wir die zu Sizilien gehörige Insel Ustica. Sie hat nur vier französische Meilen im Umfange, und scheint angebaut zu sein. + +Sie war ein Aufenthaltsort der Seeräuber und Verbannten, die ihre Anhöhen unsicher machten. Indessen hat der König beider Sizilien vor ungefähr vier Jahren ein Fort daselbst anlegen lassen, um sie zu entfernen. + +Vor uns lagen auch die hohen Küsten des Vorgebirges San Bitto in Sizilien und um 10 Uhr Abends warfen wir am Eingange des Hafens von Palermo Anker." +Z166069305,48,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000048/full/full/0/native.jpg,"Viertes. Capitel. +Palermo und feine umliegenden Gegenden. +Wir blieben nur drei Tage zu Palermo: ich befah eilig +die Merkwurdigkeiten in der Stadt und in ihren umlie- +genden Gegenden. Der Hafen ist einer der sichersten auf +diesen Anhohen, und wird durch eine Festung beschuzt, +deren Artillerie nichts furchterliches hat. Er liegt in +einem Halbzirkel. Die Stadt, die Vorstadte und die +Spaziergange, die da herumlaufen, bilden ein eben so +angenehmes als mannichfaltiges Amphitheater. Hinter +der Stadt steigt ein Kette hoher nakter und unangebaueter +Berge empor, und macht ihre lage un so mahlerischer. +Sie hat vier schone Thore; zwei Strasen, die bis +an dieselben reichen, machen, indein sie sich fast im Mita +telpunkte durchkreuzen, einen Plaz von geringen Umfange +den man Ottangolo nennt, und von wo aus man die +vier Shore fieht. Diese Strasen find gerade, breit, gut +bebauet, und mit grosen Steinen gepflastert. Abends +findet man in der langsten und vornehmsten von dieren +beiden Strasen eine Menge Saufmannsladen und Staffees +baufer erlenchtet, Equipagen mit Fackeln und Fusganger. +Die Sizilianer, die nicht zur arbeitenden Klasse +gehoren, fahren; denn man wurde es fur unanstandig +halten, wenn ein Reicher von feinen Fusen Gebrauch +machen wollte. Die Anzahl der Wagen ist hier rehr +gros. fremde knnen sich einen ziemlich artigen Wagen","+ + +3 + +20 + +Viertes. Capitel. + +Palermo und feine umliegenden Gegenden. + +--- + +2 + +Wir blieben nur drei Tage zu Palermo: ich befah eilig +die Merkwürdigkeiten in der Stadt und in ihren umlie- +genden Gegenden. Der Hafen iſt einer der ſicherſten auf +dieſen Anhöhen, und wird durch eine Feſtung beſchůzt, +deren Artillerie nichts fürchterliches hat. Er liegt in +einem Halbzirkel. Die Stadt, die Vorſtådte und die +Spaziergänge, die da herumlaufen, bilden ein eben ſo +angenehmes als mannichfaltiges Amphitheater. Hinter +der Stadt ſteigt ein Kette hoher nakter und unangebaueter +Berge empor, und macht ihre lage un ſo mahleriſcher. + +1 + +1 + +Sie hat vier ſchöne Thore; zwei Straßen, die bis +an dieſelben reichen, machen, indein ſie ſich faſt im Mita +telpunkte durchkreuzen, einen Plaz von geringen Umfange +den man Ottangolo nennt, und von wo aus man die +vier Shore fieht. Dieſe Straßen find gerade, breit, gut +bebauet, und mit großen Steinen gepflaſtert. Abends +findet man in der långſten und vornehmſten von dieren +beiden Straßen eine Menge Saufmannslåden und Staffees +båufer erlenchtet, Equipagen mit Fackeln und Fußgånger. +Die Sizilianer, die nicht zur arbeitenden Klaſſe +gehören, fahren; denn man würde es für unanſtåndig +halten, wenn ein Reicher von feinen Füßen Gebrauch +machen wollte. Die Anzahl der Wagen iſt hier rehr +groß. fremde kønnen ſich einen ziemlich artigen Wagen + + +","Viertes Capitel. +Palermo und seine umliegenden Gegenden. +Wir blieben nur drei Tage zu Palermo: ich befah eilig die Merkwürdigkeiten in der Stadt und in ihren umliegenden Gegenden. Der Hafen ist einer der sichersten auf dieser Insel, und wird durch eine Festung beschützt, deren Artillerie nichts Furchterliches hat. Er liegt in einem Halbzirkel. Die Stadt, die Vorstädte und die Spaziergänge, die da herumlaufen, bilden ein ebenso angenehmes als mannichfaltiges Amphitheater. Hinter der Stadt steigt eine Kette hoher, nakter und unangebauter Berge empor, und macht ihre Lage so malerischer. + +Sie hat vier schöne Tore; zwei Straßen, die bis an dieselben reichen, machen, indem sie sich fast im Mittelpunkte durchkreuzen, einen Platz von geringem Umfange, den man Ottangolo nennt, und von wo aus man die vier Schoren sieht. Diese Straßen sind gerade, breit, gut bebaut, und mit großen Steinen gepflastert. Abends findet man in der längsten und vornehmsten von diesen beiden Straßen eine Menge Saufmannsläden und Staffees, beleuchtet, Equipagen mit Fackeln und Fußgänger. + +Die Sizilianer, die nicht zur arbeitenden Klasse gehören, fahren; denn man würde es für unanständig halten, wenn ein Reicher von seinen Füßen Gebrauch machen wollte. Die Anzahl der Wagen ist hier sehr groß. Fremde können sich einen ziemlich artigen Wagen" +Z166069305,49,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000049/full/full/0/native.jpg,"fur fieben bis acht Franken taglich verschaffen. Jeder. +manu tragt einen Degen. Der Schuhflicker mit seinem +ledernen Schurzfelle and reiner schmutigen Wefte, der +Pertickeninacher in seiner gewshnlichen Kleidung und mit +seinzin Paderbeutel, endlich jeder Handwerker, der in +Peiner Mutagskleidung ausgeht, ist an der Seite mit einein +langen Serispinsdegen bewaffnet; auf dem Kopfe tragt +er eine grose alte Perucke, und auch rehr oft auf der +Nase eine Brille. +Die Kirchen in Palermo find, wie fast in ganz Italien, +prachtig ausgeschmuckt. Einige, f. B. die Jesuiterkirche, +sind so init Zicraden und Feichthume uberladen, das fie +den guten Geschinack beleidigen. Auser den fchonen Ges +malden, womit der groste Theil dieser Gebaude im Innern +ausgeziert ist, bewundert man in der Stirche der heiligen +Catharina den prachtigen Altar, der von dem schonsten +Marmor erbauet ist, der durch einen sonderbaren Zufall +um den Altar umher einen breiten Rand von Blumen +bildet; in der Cathedralkirche, die achtzig Saulen von oriens +talischem Granit, auf welchen fie ruht, die Graber von +Porphyr, und ein sehr groses Hostienhauschen von Lapis +fazuli. Ein Briefier, der mit einer geheimnisvollen Miene +nach und nach vier bis funf Vorhange aufgezogen hatte, +jeigte mir ein groses holzernes Kreuz, von welchem er +crnfiaft versicherte, der heilige Nikodemus babe es an- +gefangen, und da er bei seiner Arbeit eingeschlafen fer, +fo for er hr erstaunt, als er es bei seinem Erwachen +Bodendet gefunden habe; +Wenn die Kirchen in Palermo sehr schon find, so ist +hingegen der den Wissenschaften und der Natur geweihte +Tempel in einem Zustande des ganzlichen Berfalles. +Man bemerkt daher mehr Andacht als Neugierde, mehr +Gottesfurcht als Geschmal fur den Unterricht. Das +Museum ist ein unordentliches Zusammenhaufen von Fehr","21 + +für fieben bis acht Franken täglich verſchaffen. Jeder. +manu trägt einen Degen. Der Schuhflicker mit ſeinem +ledernen Schurzfelle and reiner ſchmutigen Wefte, der +Pertickeninacher in ſeiner gewshnlichen Kleidung und mit +ſeinzin Paderbeutel, endlich jeder Handwerker, der in +Peiner Mutagskleidung ausgeht, iſt an der Seite mit einein +langen Serispinsdegen bewaffnet; auf dem Kopfë trågt +er eine große alte Perücke, und auch rehr oft auf der +Naſe eine Brille. + +Die Kirchen in Palermo find, wie faſt in ganz Italien, +prachtig ausgeſchmückt. Einige, f. B. die Jeſuiterkirche, +ſind ſo init Zicraden und Feichthume überladen, daß fie +den guten Geſchinack beleidigen. Außer den fchonen Ges +mälden, womit der größte Theil dieſer Gebäude im Innern +ausgeziert iſt, bewundert man in der Stirche der heiligen +Catharina den prachtigen Altar, der von dem ſchönſten +Marmor erbauet iſt, der durch einen ſonderbaren Zufall +um den Altar umher einen breiten Rand von Blumen +bildet; in der Cathedralkirche, die achtzig Såulen von oriens +taliſchem Granit, auf welchen fie ruht, die Gráber von +Porphyr, und ein ſehr großes Hoſtienhäuschen von Lapis +fazuli. Ein Briefier, der mit einer geheimniſvollen Miene +nach und nach vier bis fünf Vorhänge aufgezogen hatte, +jeigte mir ein großes hölzernes Kreuz, von welchem er +crnfiaft verſicherte, der heilige Nikodemus babe es an- +gefangen, und da er bei ſeiner Arbeit eingeſchlafen fer, +fo for er hr erſtaunt, als er es bei ſeinem Erwachen +Bodendet gefunden habe; + +1 + +Wenn die Kirchen in Palermo ſehr ſchön find, ſo iſt +hingegen der den Wiſſenſchaften und der Natur geweihte +Tempel in einem Zuſtande des gånzlichen Berfalles. +Man bemerkt daher mehr Andacht als Neugierde, mehr +Gottesfurcht als Geſchmal für den Unterricht. Das +Muſeum iſt ein unordentliches Zuſammenhäufen von Fehr + +Y + + +","fur fünf bis acht Franken täglich verschafft. Jeder Mann tragt einen Degen. Der Schuhflicker mit seinem ledernen Schurzfell und reiner schmutzigen Weste, der Perückenmacher in seiner gewöhnlichen Kleidung und mit seinem seidenen Beutel, endlich jeder Handwerker, der in seiner Montagskleidung ausgeht, ist an der Seite mit einem langen Spitzdegen bewaffnet; auf dem Kopfe tragt er eine große alte Perücke, und auch sehr oft auf der Nase eine Brille. + +Die Kirchen in Palermo finden, wie fast in ganz Italien, prächtig ausgeschmückt. Einige, z.B. die Jesuiterkirche, sind so mit Zieraden und Fechthümen überladen, dass sie den guten Geschmack beleidigen. Außer den schönen Gemälden, womit der größte Theil dieser Gebäude im Innern ausgeziert ist, bewundert man in der Kirche der heiligen Catharina den prächtigen Altar, der von dem schönsten Marmor erbaut ist, der durch einen sonderbaren Zufall um den Altar herum einen breiten Rand von Blumen bildet; in der Kathedralkirche die achtzig Säulen von orientalischem Granit, auf welchen sie ruht, die Gräber von Porphyr, und ein sehr großes Hostienhauschen von Lapis lazuli. Ein Bittierer, der mit einer geheimnisvollen Miene nach und nach vier bis fünf Vorhänge aufgezogen hatte, zeigte mir ein großes hölzernes Kreuz, von welchem er ernsthaft versicherte, der heilige Nikodemus habe es angefangen, und da er bei seiner Arbeit eingeschlafen sei, fand er es zu seinem Erstaunen bei seinem Erwachen fertig. + +Wenn die Kirchen in Palermo sehr schön finden, so ist hingegen der den Wissenschaften und der Natur geweihte Tempel in einem Zustande des ganzlichen Verfalls. Man bemerkt daher mehr Andacht als Neugierde, mehr Gottesfurcht als Geschmack für den Unterricht. Das Museum ist ein unordentliches Zusammenhaufen von Fehlern" +Z166069305,50,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000050/full/full/0/native.jpg,"wenig intereManten Gegenstand: n. Die Sammlung von +Thieren gehort unter die slendesten: fie besteht in einigen +in Weingeist aufbewahrten mifgeburten, und in einigen +von Wurmern benagten Hauten, die in Stucken fallen. +Dit 4662, der der Demonstrator dieses Cabinetts svar +erzabl +mir, die Jesuiten hateru iin Augenklicke ihrer +Vertreibung aus den Staaten des Tonigs von Neapel die +kostbarften Stucke mit weggenommen oder verkauft. Jus +deifen findet man noch einige merkwurdig: Derftein runs +gen und schone Stucke aus dem Alterthume, von welchen +nach dem Berichte des Demonstrators der gelehrte +Hamilton, englandischer Gesandte am Hofe zu Nea. +pel, Zeichnungen genommen,' und Beschreibungen ges +macht hat. Man sieht hier auch anatomische Einsprituns +gen von einem Manne und einer Frau, die ein noch leben. +bender fizikanischer Arzt volkommen gut ausgefuhrt hat. +fazello, der eine Geschichte Siziliens geschrieben +hat*), und andere Schriftsteller haben von Riefen, die +diere gufel bewohnt haben sollen, uns von ihren Sfelets +ten gesprochen, die man in den Grabern an gewpiffen +Drten entdeckt. Es giebt aber nichts dergleichen im +Museum von Palermo, das Bezug auf Menschen von +einer auserordentlichen Grose hatte: ich wu nschte mich +daruber mit meinem Anfuhrer in ein Gesprach einzulaffen, +allen wir konnten einander unmoglich verstehen, weil +wir das Latzinische auserordentlich verschieden aussprachen +und weil ich nicht genug Italienisch verstand. Unter den +Gelehrtea, welche ich zu Rathe zu ziehen Gelegenheit +gehabt habt, habe ich feinin gefunden, der fich nur im +geringsten erinnern konnte, das er jeinals ueberreste von + Rieren girehen, oder nur jemals hatte sagen boren, es +warin in Sizilien dergleichen vorhanden. +Die um die Stadt gelegenen Gegenden find ange +nehm. Vorzuglich merkwurdig wegen seiner schonen +*) Decades de rebus Siculis, Cataniae 1749.","22 + +! + +wenig intereManten Gegenſtand: n. Die Sammlung von +Thieren gehört unter die slendeſten: fie beſteht in einigen +in Weingeiſt aufbewahrten mifgeburten, und in einigen +von Würmern benagten Hauten, die in Stucken fallen. +Dit 4662, der der Demonſtrator dieſes Cabinetts svar +erzábl + +mir, die Jeſuiten håteru iin Augenklicke ihrer +Vertreibung aus den Staaten des Tonigs von Neapel die +koſtbarften Stücke mit weggenommen oder verkauft. Jus +deifen findet man noch einige merkwürdig: Derftein runs +gen und ſchone Stücke aus dem Alterthume, von welchen +nach dem Berichte des Demonſtrators der gelehrte +Hamilton, englåndiſcher Geſandte am Hofe zu Nea. +pel, Zeichnungen genommen,' und Beſchreibungen ges +macht hat. Man ſieht hier auch anatomiſche Einſprituns +gen von einem Manne und einer Frau, die ein noch leben. +bender fizikaniſcher Arzt volkommen gut ausgeführt hat. +fazello, der eine Geſchichte Siziliens geſchrieben +hat*), und andere Schriftſteller haben von Riefen, die +diere gufel bewohnt haben ſollen, uns von ihren Sfelets +ten geſprochen, die man in den Gråbern an gewpiffen +Drten entdeckt. Es giebt aber nichts dergleichen im +Muſeum von Palermo, das Bezug auf Menſchen von +einer außerordentlichen Große håtte: ich wů nſchte mich +darüber mit meinem Anführer in ein Geſpråch einzulaffen, +allen wir konnten einander unmöglich verſtehen, weil +wir das Latziniſche außerordentlich verſchieden ausſprachen +und weil ich nicht genug Italieniſch verſtand. Unter den +Gelehrtea, welche ich zu Rathe zu ziehen Gelegenheit +gehabt habt, habe ich feinin gefunden, der fich nur im +geringſten erinnern konnte, daß er jeinals ueberreſte von +· Rieren girehen, oder nur jemals hätte ſagen boren, es +wårin in Sizilien dergleichen vorhanden. + +Die um die Stadt gelegenen Gegenden find angé +nehm. Vorzüglich merkwürdig wegen ſeiner ſchönen + +21 + +) + +*) Decades de rebus Siculis, Cataniae 1749. + +1 + + +","wenig interessantes Gegenstand: n. Die Sammlung von Thieren gehört unter die seltensten; sie besteht in einigen in Weingeist aufbewahrten Missgeburten, und in einigen von Würmern benagten Häuten, die in Stücken fallen. + +Dieser 4662, der Demonstrator dieses Cabinetts war erzählte mir, die Jesuiten hätten im Augenblicke ihrer Vertreibung aus den Staaten des Königs von Neapel die kostbarsten Stücke mitgenommen oder verkauft. Juden findet man noch einige merkwürdige: Der Stein rungt und schöne Stücke aus dem Alterthume, von welchen nach dem Berichte des Demonstrators der gelehrte Hamilton, englischer Gesandter am Hofe zu Neapel, Zeichnungen genommen und Beschreibungen gemacht hat. + +Man sieht hier auch anatomische Einspritzungen von einem Manne und einer Frau, die ein noch lebender fizikanischer Arzt vollkommen gut ausgeführt hat. Fazello, der eine Geschichte Siziliens geschrieben hat*), und andere Schriftsteller haben von Riesen, die diese Gegend bewohnt haben sollen, uns von ihren Skeletten gesprochen, die man in den Gräbern an gewissen Orten entdeckt. + +Es gibt aber nichts dergleichen im Museum von Palermo, das Bezug auf Menschen von einer außerordentlichen Größe hatte: ich wünschte mich darüber mit meinem Anführer in ein Gespräch einzulassen, alle wir konnten einander unmöglich verstehen, weil wir das Lateinische außerordentlich verschieden aussprachen und weil ich nicht genug Italienisch verstand. + +Unter den Gelehrten, welche ich zu Rate zu ziehen Gelegenheit gehabt habe, habe ich keinen gefunden, der sich nur im geringsten erinnern konnte, dass er jeinals Überreste von Riesen gesehen oder nur jemals hatte sagen hören, es wäre in Sizilien dergleichen vorhanden. + +Die um die Stadt gelegenen Gegenden sind annehmlich. Vorzüglich merkwürdig wegen seiner schönen... + +*) Decades de rebus Siculis, Cataniae 1749." +Z166069305,51,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000051/full/full/0/native.jpg,"Ebenen, seiner mannichfaltigen Bebauung, Feines fruchts +baren Hodens und seiner zahlreichen Lufthauser ist der +drei franzosischen Meilen entfernte Bezirk Hagaria. +Der Weg bahin ist mit Aloe und indianischen Feigenbatmen +eingefast. Hier sieht man auch ein hasliches Denkmal, +das ein Prinz Palagoni dom rithlechteu Geschmacke +errichtet hat. An der Seite dieses Schlosses steht das +Schlos des Prinzen Valguarnera, das aber keine +Mehnlichkeit mit jenem hat. Seine Hauart, fo wie reine +Auszierung ist von einem guten Geschmackr. Seine +lage und seine Aussicht ist bezaubernd; ein geschmedvolles +Theater, auf welchem man Gesellschaftsstucke fpielt, prech- +tige Garten, angenehme Wasserquellen, und vorzuglich +der Edelmuth des Besibers machen diesen Ort zu einem +lieblichen Aufenthalte. +Ich gieng auch nach der kleinen Stadt Montereale, +die oben auf einem rehr steilen Berge steht. Ein prachti- +ger neugebauter Weg fuhrt dahin. Auf seinem fanften +Abhange findet man von Zeit zu Zeit fchone Springbrun- +nen, und an der Seit: ftehen Manern, die den Wande: +rer gegen jede Gefahr ruhigen; und die Luft, die man +einathmet, wird angenehm durch die Bluthen eines Drans +gin- und Citronenwaldes in einem Thale gewurzt. Je +weiter man auf diesem schonen Wege fommt, desto mehr +erweitert sich die Aussicht, und wenn man auf dem +Gipfel anlangt, so wird sie unermeslich. Man lieft hier +11.15 de zahlreiche Aufschriften. Die grose schone Kirche +zit montereale hat Guillaume le Bon gebauet: +sie ist ganz mit eingelegter Arbeit uberdeckt, und der +Hauptaltar ist von gediegenein Golde, und von einer Schoc +neut Airbeit. +unter der Menge von merkwurdigkeiten um Pas +lermo herum geigt man auch den neugierigen Reisenden +ein nicht weit von der Stadt gelegenes Capuzinerkloster,","23 +- + +Ebenen, ſeiner mannichfaltigen Bebauung, Feines fruchts +baren Hodens und ſeiner zahlreichen Lufthåuſer iſt der +drèi franzöſiſchen Meilen entfernte Bezirk Hagaria. +Der Weg bahin iſt mit Aloe und indianiſchen Feigenbåtmen +eingefaßt. Hier ſieht man auch ein häßliches Denkmal, +das ein Prinz Palagoni dom rithlechteu Geſchmacke +errichtet hat. An der Seite dieſes Schloſſes ſteht das +Schloß des Prinzen Valguarnera, das aber keine +Mehnlichkeit mit jenem hat. Seine Hauart, fo wie reine +Auszierung iſt von einem guten Geſchmackr. Seine +lage und ſeine Ausſicht iſt bezaubernd; ein geſchmedvolles +Theater, auf welchem man Geſellſchaftsſtücke fpielt, prech- +tige Garten, angenehme Waſſerquellen, und vorzüglich +der Edelmuth des Beſibers machen dieſen Ort zu einem +lieblichen Aufenthalte. + +Ich gieng auch nach der kleinen Stadt Montereale, +die oben auf einem rehr ſteilen Berge ſteht. Ein prachti- +ger neugebauter Weg führt dahin. Auf ſeinem fanften +Abhange findet man von Zeit zu Zeit fchöne Springbrun- +nen, und an der Seit: ftehen Manern, die den Wande: +rer gegen jede Gefahr ruhigen; und die Luft, die man +einathmet, wird angenehm durch die Blüthen eines Drans +gin- und Citronenwaldes in einem Thale gewürzt. Je +weiter man auf dieſem ſchönen Wege fommt, deſto mehr +erweitert ſich die Ausſicht, und wenn man auf dem +Gipfel anlangt, ſo wird ſie unermeßlich. Man lieft hier +11.15 de zahlreiche Aufſchriften. Die große ſchöne Kirche +zit montereale hat Guillaume le Bon gebauet: +ſie iſt ganz mit eingelegter Arbeit überdeckt, und der +Hauptaltar iſt von gediegenein Golde, und von einer Schoc +neut Airbeit. + +unter der Menge von merkwürdigkeiten um Pas +lermo herum geigt man auch den neugierigen Reiſenden +ein nicht weit von der Stadt gelegenes Capuzinerkloſter, + + +","Ebenen, seiner mannichfaltigen Bebauung, feines fruchtbaren Bodens und seiner zahlreichen Luft Häuser ist der drei französischen Meilen entfernte Bezirk Hagaria. Der Weg dorthin ist mit Aloe und indischen Feigenbäumen eingefasst. Hier sieht man auch ein häßliches Denkmal, das ein Prinz Palagoni von schlechtem Geschmack errichtet hat. An der Seite dieses Schlosses steht das Schloß des Prinzen Valguarnera, das aber keine Ähnlichkeit mit jenem hat. Seine Haltung, so wie reine Auszierung ist von einem guten Geschmack. Seine Lage und seine Aussicht ist bezaubernd; ein geschmücktes Theater, auf welchem man Gesellschaftsstücke spielt, prächtige Gärten, angenehme Wasserquellen, und vorzüglich der Edelmuth des Besitzers machen diesen Ort zu einem lieblichen Aufenthalte. + +Ich ging auch nach der kleinen Stadt Monreale, die oben auf einem sehr steilen Berge steht. Ein prächtiger neugebaute Weg führt dahin. Auf seinem fünften Abhange findet man von Zeit zu Zeit schöne Springbrunnen, und an der Seite stehen Mauern, die den Wanderer gegen jede Gefahr ruhigen; und die Luft, die man einatmet, wird angenehm durch die Blüten eines Dorn- und Citronenwaldes in einem Thale gewürzt. Je weiter man auf diesem schönen Wege kommt, desto mehr erweitert sich die Aussicht, und wenn man auf dem Gipfel anlangt, so wird sie unermesslich. Man liest hier 11.15 der zahlreiche Aufschriften. Die große schöne Kirche zu Monreale hat Guillaume le Bon gebaut: sie ist ganz mit eingelegter Arbeit überdeckt, und der Hauptaltar ist von gediegenem Golde, und von einer schönen Steinarbeit. + +Unter der Menge von Merkwürdigkeiten um Palermo herum zeigt man auch den neugierigen Reisenden ein nicht weit von der Stadt gelegenes Kapuzinerkloster," +Z166069305,52,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000052/full/full/0/native.jpg,"dessen schone Garten zum offentlichen Spaziergange dienek. +Unter diesem Hause zeigt man eine Hohle, die in vier ub: +theilungen abgetheilt ist, wo der Tag durch oben an jedem +ausersten Ende angebrachte Fenster hereinfaut. In dieser +Hohle bewahrt man nicht allein alle feit der Stiftung des +Klofters verstorbene Capuziner, sondern auch die Leich. +name einiger Personen aus der Stadt, nicht mit dem Fleische, +fondern blos in Haut und Knochen auf. Man behauptet, +than trofne die Ksrper um ihrer Erhaltung willen langsam +an einem sanften Feuer aus, so das das Fleisch verzehrt, +die Haut aber nicht allzusehr verandert werde. Wenn sie +vollkommen trocken find, zieht man ihnen die gewohnliche +Capuzinerkleidung an, und stellt sie aufrecht auf Stufen: +weise in die hohe gehende Repositorien an den Seiten +der Hohle hinauf: Kopf, Arme und Beine find nakt: +Aber eine solche Erhaltung ist nicht schon. Die bleiche, +trofne, kastanienbraune, an manchen Stellen zerriffene +Haut klebt unmittelbar auf den Knochen. +Allein wir wollen dieren traurigen Aufenthaltsort +verlassen, und unfere Blicke auf das lachende und lebhafte +Gemalde des begunstigten Bodens von Sizilien werfen. +Von der Spise des Himmels und von unterirrdischen +Feuern erivarint, bringt die Erde fast alles hervor. +Sie mag fich mit dem schonsten Grun schmucken, oder +mit dem Golde der Fluren bereichern, weshalb man sie +in alten Zeiten die Xornkammer Rom 8 nannte, +oder die Baume aller Art mogen fich mit lieblichen Blus +then und Fruchten bedecken, so erblickt man sie doch +iminer mit dem reichen Schmucke der Fruchtbarkeit geziert. +Was wurde sie nicht seyn, wenn fie besser durch die +Einwohner bearbeitet wurde, und wenn diese sie +Fruchtbarkeit derselben weniger forglos machte als fie +jezt find? +Die Frauen, die ich in dem von mir besuchten Theile +von Sizilien gesehen habe, find im allgemeinen fichon, +und man halt sie fur fehr zartlich.","24 + +deſſen ſchöne Garten zum offentlichen Spaziergange dienek. +Unter dieſem Hauſe zeigt man eine Höhle, die in vier ub: +theilungen abgetheilt iſt, wo der Tag durch oben an jedem +åußerſten Ende angebrachte Fenſter hereinfåüt. In dieſer +Hohle bewahrt man nicht allein alle feit der Stiftung des +Klofters verſtorbene Capuziner, ſondern auch die Leich. +name einiger Perſonen aus der Stadt, nicht mit dem Fleiſche, +fondern bloß in Haut und Knochen auf. Man behauptet, +than trofne die Ksrper um ihrer Erhaltung willen langſam +an einem ſanften Feuer aus, ſo daß das Fleiſch verzehrt, +die Haut aber nicht allzuſehr verändert werde. Wenn ſie +vollkommen trocken find, zieht man ihnen die gewohnliche +Capuzinerkleidung an, und ſtellt ſie aufrecht auf Stufen: +weiſe in die hohe gehende Repoſitorien an den Seiten +der Hohle hinauf: Kopf, Arme und Beine find nakt: +Áber eine ſolche Erhaltung iſt nicht ſchon. Die bleiche, +trofne, kaſtanienbraune, an manchen Stellen zerriffene +Haut klebt unmittelbar auf den Knochen. + +Allein wir wollen dieren traurigen Aufenthaltsort +verlaſſen, und unfere Blicke auf das lachende und lebhafte +Gemälde des begünſtigten Bodens von Sizilien werfen. +Von der Spiße des Himmels und von unterirrdiſchen +Feuern erivärint, bringt die Erde faſt alles hervor. +Sie mag fich mit dem ſchönſten Grün ſchmücken, oder +mit dem Golde der Fluren bereichern, weshalb man ſie +in alten Zeiten die Xornkammer Rom 8 nannte, +oder die Bäume aller Art mogen fich mit lieblichen Blus +then und Früchten bedecken, ſo erblickt man ſie doch +iminer mit dem reichen Schmucke der Fruchtbarkeit geziert. +Was würde ſie nicht ſeyn, wenn fie beſſer durch die +Einwohner bearbeitet würde, und wenn dieſe sie +Fruchtbarkeit derſelben weniger forglos machte als fie +jezt find? + +Die Frauen, die ich in dem von mir beſuchten Theile +von Sizilien geſehen habe, find im allgemeinen fichón, +und man hålt ſie für fehr zärtlich. + +1 + + +","dessen schöne Gärten zum öffentlichen Spaziergange dienen. +Unter diesem Hause zeigt man eine Höhle, die in vier Abtheilungen abgetheilt ist, wo der Tag durch oben an jedem äußersten Ende angebrachte Fenster hereinfällt. In dieser Höhle bewahrt man nicht allein alle seit der Stiftung des Klosters verstorbene Kapuziner, sondern auch die Leichname einiger Personen aus der Stadt, nicht mit dem Fleische, sondern bloß in Haut und Knochen auf. Man behauptet, dass man die Körper um ihrer Erhaltung willen langsam an einem sanften Feuer austrockne, so dass das Fleisch verzehrt, die Haut aber nicht allzusehr verändert werde. Wenn sie vollkommen trocken sind, zieht man ihnen die gewöhnliche Kapuzinerkleidung an, und stellt sie aufrecht auf Stufenweise in die hohe gehende Repositorien an den Seiten der Höhle hinauf: Kopf, Arme und Beine sind nackt. +Aber eine solche Erhaltung ist nicht schön. Die bleiche, trockene, kastanienbraune, an manchen Stellen zerrissene Haut klebt unmittelbar auf den Knochen. + +Allein wir wollen diesen traurigen Aufenthaltsort verlassen, und unsere Blicke auf das lachende und lebhafte Gemälde des begünstigten Bodens von Sizilien werfen. Von der Spitze des Himmels und von unterirdischen Feuern erneuert, bringt die Erde fast alles hervor. Sie mag sich mit dem schönsten Grün schmücken, oder mit dem Golde der Blüren bereichern, weshalb man sie in alten Zeiten die Kornkammer Roms nannte, oder die Bäume aller Art mogen sich mit lieblichen Blüthen und Früchten bedecken, so erblickt man sie doch immer mit dem reichen Schmucke der Fruchtbarkeit geziert. Was würde sie nicht sein, wenn sie besser durch die Einwohner bearbeitet würde, und wenn diese ihre Fruchtbarkeit derselben weniger vergallos machte als sie jetzt findet? + +Die Frauen, die ich in dem von mir besuchten Theile von Sizilien gesehen habe, sind im allgemeinen schön, und man hält sie für sehr zartlich." +Z166069305,53,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000053/full/full/0/native.jpg,"Auf den fetten Weiden trift man zahlreiche Seerden +von schonen Ochsen an, die zu eben der Art gehoren, zu +welcher man die franzosischen rechnet. Indessen unter- +scheiben sie sich stets von diesen durch die Gestalt der +Horner, die sehr lang und sehr regelmasig gebildet find; +diese Horner find nur leicht gebogen, und ihre gewshnliche +Lange betragt in gerade finie drei, manchmal auch drei +und einen halben Fus: alle find regelmasig gekrummt +und ganzlich gleichformig*). +Wildpret allerlei Art ist gemein, und der Vogel, +dessen Fleisch einen ausgesuchten Geschmal hat und der +ihm so gar vor dem Pharane den Vorzug verschafft, das +Berghuhn, ist hier nicht selten **). +Das Meer scheint mit dem festen Lande an Freiges +bigkeit zu wetteifern: man findet darin Fische in grosem +Ueberflusse.. Man fangt die Thunfische mit einer solchen +Umstellung von Nesen, die auch an den Stuften der +ehemaligen Provence gewohnlich ist. Wahrend meines +Aufenthaltes zu Palermo hatte man einen so reichen +Fang gethan, das die Fischer, die sie auf den Strasen +in Gesellschaft eines Tambours herumtrugen, das Pfund +nicht theuerer als fur zwei und ein halben Sous ver- +kauften, und nicht lange vorher bezahlte man bei unserm +Einlaufen zu Vignettes das Pfund von eben diesem Fische +mit Techs Sous. +Ein anderer Reichthum des Meeres an den Kusten +Siziliens sind die Corallen, die feinen Grund roth farben +*) Was ich hier durch Striche beinerkt habe, habe ich aus Buffon +genommen, der es von mir erhalten hat, und der davon in +dem Nachtrage zu seiner Naturgefcichte der vierfusigen Thiere +in dem zweiten Artikel von den och sen Gebrauch gemacht hat. +**) Diese Art von Berghuhn( Francolin) findet man gud in +andern heisen Landern,","25 + +Auf den fetten Weiden trift man zahlreiche Seerden +von ſchönen Ochſen an, die zu eben der Art gehoren, zu +welcher man die franzöſiſchen rechnet. Indeſſen unter- +ſcheiben ſie ſich ſtets von dieſen durch die Geſtalt der +Hörner, die ſehr lang und ſehr regelmäßig gebildet find; +dieſe Hörner find nur leicht gebogen, und ihre gewshnliche +Långe beträgt in gerade finie drei, manchmal auch drei +und einen halben Fuß: alle find regelmäßig gekrümmt +und gånzlich gleichförmig“*). + +Wildpret allerlei Art iſt gemein, und der Vogel, +deſſen Fleiſch einen ausgeſuchten Geſchmal hat und der +ihm ſo gar vor dem Pharane den Vorzug verſchafft, das +Berghuhn, iſt hier nicht ſelten **). + +Das Meer ſcheint mit dem feſten Lande an Freiges +bigkeit zu wetteifern: man findet darin Fiſche in großem +Ueberfluſſe.. Man fångt die Thunfiſche mit einer ſolchen +Umſtellung von Neßen, die auch an den Stuften der +ehemaligen Provence gewohnlich iſt. Während meines +Aufenthaltes zu Palermo hatte man einen ſo reichen +Fang gethan, daß die Fiſcher, die ſie auf den Straßen +in Geſellſchaft eines Tambours herumtrugen, das Pfund +nicht theuerer als für zwei und ein halben Sous ver- +kauften, und nicht lange vorher bezahlte man bei unſerm +Einlaufen zu Vignettes das Pfund von eben dieſem Fiſche +mit Techs Sous. + +1 + +Ein anderer Reichthum des Meeres an den Küſten +Siziliens ſind die Corallen, die feinen Grund roth fårben + +*) Was ich hier durch Striche beinerkt habe, habe ich aus Buffon + +genommen, der es von mir erhalten hat, und der davon in +dem Nachtrage zu ſeiner Naturgefcichte der vierfüßigen Thiere +in dem zweiten Artikel von den och ſen Gebrauch gemacht hat. +**) Dieſe Art von Berghuhn( Francolin) findet man gud in + +andern heißen Ländern, + + +","Auf den fetten Weiden trifft man zahlreiche Herden schönner Ochsen an, die zu eben der Art gehören, zu welcher man die französischen rechnet. Indessen unterscheiden sie sich stets von diesen durch die Gestalt der Hörner, die sehr lang und sehr regelmäßig gebildet sind; diese Hörner finden nur leicht gebogen, und ihre gewöhnliche Länge beträgt in gerade fünfzehn, manchmal auch drei und einen halben Fuß: alle finden regelmäßig gekrümmt und ganzlich gleichformig. + +Wildpret allerlei Art ist gemein, und der Vogel, dessen Fleisch einen ausgesuchten Geschmack hat und der ihm so gar vor dem Pharaon den Vorzug verschafft, das Berghuhn, ist hier nicht selten. + +Das Meer scheint mit dem festen Lande an Freigebigkeit zu wetteifern: man findet darin Fische in großem Überflusse. Man fängt die Thunfische mit einer solchen Umstellung von Netzen, die auch an den Küsten der ehemaligen Provence gewöhnlich ist. Während meines Aufenthaltes zu Palermo hatte man einen so reichen Fang gethan, dass die Fischer, die sie auf den Straßen in Gesellschaft eines Tambours herumtrugen, das Pfund nicht teurer als für zwei und ein halben Sous verkauften, und nicht lange vorher bezahlte man bei unserm Einlaufen zu Vignettes das Pfund von eben diesem Fische mit sechs Sous. + +Ein anderer Reichthum des Meeres an den Küsten Siziliens sind die Corallen, die feinen Grund roth färben. + +*) Was ich hier durch Striche beinahe merkte, habe ich aus Buffon genommen, der es von mir erhalten hat, und der davon in dem Nachtrage zu seiner Naturgeschichte der vierfüßigen Thiere im zweiten Artikel von den Ochsen Gebrauch gemacht hat. + +**) Diese Art von Berghuhn (Francolin) findet man gut in andern heißen Ländern." +Z166069305,54,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000054/full/full/0/native.jpg,"und mit deren Fang fich eine grose Anzahl von Fahrgeli- +gen beschaftigt. Und damit endlich nichts ohne Leben und +Bewegung erscheine, Zerspalten uber den Maften der in +den Safen eingelaufenen Schiffe Goelands reisenden +Fliiges in allen Richtungen die luft und machen einen +angenehinen Contrast mit ihrem schonen weisen Gefieber +gegen das glanzenbe Blau eines beinabe stets reiner +Himmels. +F.u n f t es Capitel. +Ueberfahrt von Palermo nach Maltha unter +suchungen mit dem Senfblei zwischen Sizilien +und der Insel Maltha und zwischen dieser und +Afrika. Kusten von Sizilien -- Panteleria -- +die Insel Maltha, ihre Beschaffenheit, ihre +Stadte und Produkte. +Den 22ten Mai kurz nach Mitternacht verliesen wir den +Ichonen Hafen von Palermo. Die Hofleute, die fich +auf unserm Schiffe von Frankreich aus befanden, waren +in Sizilien geblieben. In einiger Entfernung vom Hafen +machten wir bis den andern Tag zu Mittage halt. +grose Menge kleiner Fahrzeuge, die sich mit dem Corals +lenfange beschaftigten, waren um das Schiff herum +versammelt. Wir fahen eine grose Schildkrote und +mehrere von jenen Fischen, die die Seeleute im mittel- +Eine'","26 + +und mit deren Fang fich eine große Anzahl von Fahrgeli- +gen beſchåftigt. Und damit endlich nichts ohne Leben und +Bewegung erſcheine, Zerſpalten über den Maften der in +den Safen eingelaufenen Schiffe Goelands reißenden +Fliiges in allen Richtungen die luft und machen einen +angenehinen Contraſt mit ihrem ſchönen weißen Gefieber +gegen das glänzenbe Blau eines beinabe ſtets reiner +Himmels. + +F.ů n f t és Capitel. + +Ueberfahrt von Palermo nach Maltha unter +ſuchungen mit dem Senfblei zwiſchen Sizilien +und der Inſel Maltha und zwiſchen dieſer und +Afrika. Küſten von Sizilien -- Panteleria -- +die Inſel Maltha, ihre Beſchaffenheit, ihre + +Städte und Produkte. + +Den 22ten Mai kurz nach Mitternacht verließen wir den +Ichönen Hafen von Palermo. Die Hofleute, die fich +auf unſerm Schiffe von Frankreich aus befanden, waren +in Sizilien geblieben. In einiger Entfernung vom Hafen +machten wir bis den andern Tag zu Mittage halt. +große Menge kleiner Fahrzeuge, die ſich mit dem Corals +lenfange beſchäftigten, waren um das Schiff herum +verſammelt. Wir fahen eine große Schildkröte und +mehrere von jenen Fiſchen, die die Seeleute im mittel- + +Eine' + + +","und mit deren Fang sich eine große Anzahl von Fahrgästen beschäftigt. Und damit endlich nichts ohne Leben und Bewegung erscheine, zerspalten über den Masten der in den Safen eingelaufenen Schiffe Goelands reisenden Fliegen in allen Richtungen die Luft und machen einen angenehmen Contrast mit ihrem schönen weisen Gefieder gegen das glänzenbe Blau eines beinahe stets reinen Himmels. + +Fünftes Capitel. + +Ueberfahrt von Palermo nach Malta unter Suchungen mit dem Senkblei zwischen Sizilien und der Insel Malta und zwischen dieser und Afrika. Küsten von Sizilien -- Pantelleria -- die Insel Malta, ihre Beschaffenheit, ihre Städte und Produkte. + +Den 22ten Mai kurz nach Mitternacht verließen wir den sizilianischen Hafen von Palermo. Die Hofleute, die sich auf unserem Schiffe von Frankreich aus befanden, waren in Sizilien geblieben. In einiger Entfernung vom Hafen machten wir bis zum andern Tag zu Mittag halt. +Eine große Menge kleiner Fahrzeuge, die sich mit dem Corallenfang beschäftigten, waren um das Schiff herum versammelt. Wir fanden eine große Schildkröte und mehrere von jenen Fischen, die die Seeleute im mittel-" +Z166069305,55,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000055/full/full/0/native.jpg,"landischen Meere Monche*) nennen und die eine Art +von Bay find. +Buffon hatte mit Recht behauptet, das mittel- +landische, das anfanglich ein kleiner See gewesen fer, +habe in den entfernsten Zeiten einen plozlichen und +ungeheuern Zuwachs erhalten, als das schwarze Meer fich +einen Durchgang durch die Meerenge geoffnet und als +das Einfinken des Erbreichs, das an der Meerenge von +Gibraltar Afrika und Europa mit einander verband, +dem Dzean hereinzudringen verstattet habe **); er war der +Meinung gewesen, das der groste Theil der Inseln des +mittellandischen Meeres vor der grosen Revolution bon +einem Theile der Erde festes Land gewesen fer. um +nun zu einer grosern Geivisheit uber diese Epochen der +Natur zu gelangen, hatte er mich gebeten, Untersuchun- +gen uber die Tiefe des Meeres zivischen Sizilien und +Maltba anzustellen, und ich konnte keine gunstigere +Gelegenheit bekommen, feine Wunsche zu befriedigen. +Wir hatten einen alten sehr erfabrnen und in aller +Rufficht achtungswerthen Kustensteuermann an Bord, +der auf feinen zahlreichen Reifen diese Tiefe an verschies +denen Stellen untersucht hatte. Ich unterhielt mich mit +ihm und das Resultat reiner intereffanten Nachrichten, +die er mir mittheilte, ftimmte vollkommen mit Buffon's +Ideen uberein. Dic Tiefe des Wafers betragt wirklich +zwischen Sizilien und Maltha gemeiniglich funf und +zwanzig bis dreisig und in der Mitte des Canals, wo +es am tiefften ist, nicht mehr als hundert Klaftern. +Eon der andern Seite ist zwischen der Insel malth a +und dem Vorgebirge son in Afrika noch weniger +*) Man nennt Stefen Fisch auch Meerengel( poillon- ange) oder +blog Engel. Squalus squatina. Lin. Squalus pinnal carens, +ore in apice capitis. Artedi. gen. Pilc. +**) Theorie der Grbe und Epoden der Natur.","27 + +ländiſchen Meere Monche*) nennen und die eine Art +von Bay find. + +. + +Buffon hatte mit Recht behauptet, das mittel- +ländiſche, das anfänglich ein kleiner See geweſen fer, +habe in den entfernſten Zeiten einen plozlichen und +ungeheuern Zuwachs erhalten, als das ſchwarze Meer fich +einen Durchgang durch die Meerenge geöffnet und als +das Einfinken des Erbreichs, das an der Meerenge von +Gibraltar Afrika und Europa mit einander verband, +dem Dzean hereinzudringen verſtattet habe **); er war der +Meinung geweſen, daß der größte Theil der Inſeln des +mittelländiſchen Meeres vor der großen Revolution bon +einem Theile der Erde feſtes Land geweſen fer. um +nun zu einer großern Geivißheit über dieſe Epochen der +Natur zu gelangen, hatte er mich gebeten, Unterſuchun- +gen über die Tiefe des Meeres ziviſchen Sizilien und +Maltba anzuſtellen, und ich konnte keine günſtigere +Gelegenheit bekommen, feine Wünſche zu befriedigen. +Wir hatten einen alten ſehr erfabrnen und in aller +Růfficht achtungswerthen Küſtenſteuermann an Bord, +der auf feinen zahlreichen Reifen dieſe Tiefe an verſchies +denen Stellen unterſucht hatte. Ich unterhielt mich mit +ihm und das Reſultat reiner intereffanten Nachrichten, +die er mir mittheilte, ftimmte vollkommen mit Buffon's +Ideen überein. Dic Tiefe des Wafers beträgt wirklich +zwiſchen Sizilien und Maltha gemeiniglich fünf und +zwanzig bis dreißig und in der Mitte des Canals, wo +es am tiefften iſt, nicht mehr als hundert Klaftern. +Eon der andern Seite iſt zwiſchen der Inſel malth a +und dem Vorgebirge son in Afrika noch weniger + +*) Man nennt Stefen Fiſch auch Meerengel( poillon- ange) oder + +blog Engel. Squalus ſquatina. Lin. Squalus pinnal carens, + +ore in apice capitis. Artedi. gen. Pilc. +**) Theorie der Grbe und Epoden der Natur. + + +","landischen Meere Monche*) nennen, und die eine Art von Bay sind. + +Buffon hatte mit Recht behauptet, dass das mittelländische Meer, das anfanglich ein kleiner See gewesen war, in den entferntesten Zeiten einen plötzlichen und ungeheuern Zuwachs erhalten habe, als das schwarze Meer sich einen Durchgang durch die Meerenge geöffnet und als das Einfinken des Erdbodens, das an der Meerenge von Gibraltar Afrika und Europa mit einander verband, dem Meer hereinzudringen verstattet habe; er war der Meinung gewesen, dass der größte Teil der Inseln des mittelländischen Meeres vor der großen Revolution von einem Teile der Erde festes Land gewesen sei. + +Um nun zu einer größern Gewissheit über diese Epochen der Natur zu gelangen, hatte er mich gebeten, Untersuchungen über die Tiefe des Meeres zwischen Sizilien und Malta anzustellen, und ich konnte keine günstigere Gelegenheit bekommen, seine Wünsche zu befriedigen. Wir hatten einen alten sehr erfahrenen und in aller Rücksicht achtungswerten Küstensteuermann an Bord, der auf seinen zahlreichen Reisen diese Tiefe an verschiedenen Stellen untersucht hatte. + +Ich unterhielt mich mit ihm und das Resultat seiner interessanten Nachrichten, die er mir mitteilte, stimmte vollkommen mit Buffon's Ideen überein. Die Tiefe des Wassers beträgt wirklich zwischen Sizilien und Malta gemeiniglich fünf und zwanzig bis dreißig und in der Mitte des Canals, wo es am tiefsten ist, nicht mehr als hundert Klaftern. + +Von der andern Seite ist zwischen der Insel Malta und dem Vorgebirge von Afrika noch weniger. + +*) Man nennt Steifen Fisch auch Meerengel (poillon-ange) oder blond Engel. Squalus squatina. Lin. Squalus pinnal carens, ore in apice capitis. Artedi. gen. Pilc. + +**) Theorie der Erde und Epochen der Natur." +Z166069305,56,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000056/full/full/0/native.jpg,"Wasser, denn die Liefe betragt in der ganzen Breite des +Canales, der diese beiden Lander von einander trennt, +nur funf und zwanzig bis dreisig Klaftern. +Ein Ostwind brachte uns nach dem hohen und teilen +Vorgebirge San. Vitto. Von Palermo bis an dies +Vorgebirge sind die Kusten steil und von Chalern durch +schnitten, deren Boden reich an Fruchten ist und einen +angenehmen Contrast mit den benachbarten durren Felfen +macht. An den Kusten hin ist das Meer sehr tief und +die Schiffe konnen ohne Gefahr ihnen sehr nahe kommen. +Wir fuhren bald zwischen den zwei kleinen Inseln Mare +timo und Favoyanne durch, die dem Konige von +Neapel gehoren, und wo er reine Staatsgefangenen hin +verweist. Indem wir nach Maltha zu regelten, konns +ten wir eine grose Strede von den niedrigen Kraften von +Sizilien zwischen dem Vorgebirge Marfalla und dem +Vorgebirge Paffaro ubersehen, an dessen& aserstem +Ende man ein Fort erbauet hat. In der Ferne entdekten +wir eine Kette hoher Gebirge, die mit der Kuste parallel +Liefen. Das Wetter war schon, der Himmel beiter, das +Schiff rukte langsam auf einer Oberflache fort, die ein +fanfter Wind faum mit kleinen graufen Wellen bedekte, +und wir konnten nicht genug die grosen Ebenen bewuns +dern, die alle Reize der Natur und eine grose Verschie- +denheit des Anbaues verschonerten. +Den 25ten Morgens befanden wir uns nahe bei der +Insel Panteleria, die weit langer als breit, in ihrer +Mitte erhaben ist und sich an jedem ihrer ausersten Theile +in eine niedrige Spite endigt. Sie ist bewohnt und +ziemlich fruchtbar. Ein Schiffsoffizier, der auf einer +vorhergehenden Reise daselbst gelandet war, sagte mir, +auf der ganzen Insel fande man nur eine Quelle, aber +auf dem Gipfel des hochsten Berges, das ist, beinahe im +Mittelpunkte der Insel, ware ein ziemlich betrachtlicher","28 + +Waſſer, denn die Liefe beträgt in der ganzen Breite des +Canales, der dieſe beiden Lånder von einander trennt, +nur fünf und zwanzig bis dreißig Klaftern. + +! + +1 + +Ein Oſtwind brachte uns nach dem hohen und teilen +Vorgebirge San. Vitto. Von Palermo bis an dies +Vorgebirge ſind die Küſten ſteil und von Chålern durch +ſchnitten, deren Boden reich an Früchten iſt und einen +angenehmen Contraſt mit den benachbarten důrren Felfen +macht. An den Küſten hin iſt das Meer ſehr tief und +die Schiffe können ohne Gefahr ihnen ſehr nahe kommen. +Wir fuhren bald zwiſchen den zwei kleinen Inſeln Mare +timo und Favoyanne durch, die dem Könige von +Neapel gehoren, und wo er reine Staatsgefangenen hin +verweiſt. Indem wir nach Maltha zu regelten, konns +ten wir eine große Strede von den niedrigen Kräften von +Sizilien zwiſchen dem Vorgebirge Marfalla und dem +Vorgebirge Paffaro überſehen, an deſſen& aßerſtem +Ende man ein Fort erbauet hat. In der Ferne entdekten +wir eine Kette hoher Gebirge, die mit der Küſte parallel +Liefen. Das Wetter war ſchon, der Himmel beiter, das +Schiff růkte langſam auf einer Oberfläche fort, die ein +fanfter Wind faum mit kleinen graufen Wellen bedekte, +und wir konnten nicht genug die großen Ebenen bewuns +dern, die alle Reize der Natur und eine große Verſchie- +denheit des Anbaues verſchönerten. + +. + +Den 25ten Morgens befanden wir uns nahe bei der +Inſel Panteleria, die weit länger als breit, in ihrer +Mitte erhaben iſt und ſich an jedem ihrer åußerſten Theile +in eine niedrige Spite endigt. Sie iſt bewohnt und +ziemlich fruchtbar. Ein Schiffsoffizier, der auf einer +vorhergehenden Reiſe daſelbſt gelandet war, ſagte mir, +auf der ganzen Inſel fånde man nur eine Quelle, aber +auf dem Gipfel des höchſten Berges, das iſt, beinahe im +Mittelpunkte der Inſel, wäre ein ziemlich beträchtlicher + +1 + + +","Wasser, denn die Länge beträgt in der ganzen Breite des Canales, der diese beiden Länder von einander trennt, nur fünf und zwanzig bis dreißig Klaftern. Ein Ostwind brachte uns nach dem hohen und theilen Vorgebirge San Vitto. Von Palermo bis an dies Vorgebirge sind die Küsten steil und von Chalern durchschnitten, deren Boden reich an Früchten ist und einen angenehmen Contrast mit den benachbarten dürren Felsen macht. + +An den Küsten hin ist das Meer sehr tief und die Schiffe können ohne Gefahr ihnen sehr nahe kommen. Wir fuhren bald zwischen den zwei kleinen Inseln Mare Timo und Favoyanne durch, die dem Könige von Neapel gehören, und wo er reine Staatsgefangene hin verweist. + +Indem wir nach Malta zu segelten, konnten wir eine große Strände von den niedrigen Klippen von Sizilien zwischen dem Vorgebirge Marfalla und dem Vorgebirge Paffaro übersehen, an dessen äußerstem Ende man ein Fort erbaut hat. In der Ferne entdeckten wir eine Kette hoher Gebirge, die mit der Küste parallel lief. + +Das Wetter war schön, der Himmel heiter, das Schiff rückte langsam auf einer Oberfläche fort, die ein fanfter Wind faumte mit kleinen grauen Wellen bedeckte, und wir konnten nicht genug die großen Ebenen bewundern, die alle Reize der Natur und eine große Verschiedenheit des Anbaues verschönerten. + +Den 25ten Morgens befanden wir uns nahe bei der Insel Pantelleria, die weit länger als breit, in ihrer Mitte erhaben ist und sich an jedem ihrer äußersten Theile in eine niedrige Spitze endigt. Sie ist bewohnt und ziemlich fruchtbar. Ein Schiffsoffizier, der auf einer vorhergehenden Reise daselbst gelandet war, sagte mir, auf der ganzen Insel fände man nur eine Quelle, aber auf dem Gipfel des höchsten Berges, das ist, beinahe im Mittelpunkte der Insel, wäre ein ziemlich beträchtlicher" +Z166069305,57,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000057/full/full/0/native.jpg,"See. Dieser See ist ohne Zweifel der Crater eines verlos +schenen Vulcans, denn derfelbe Offizier hatte ade Kent. +zeichen davon gefunden, s. B. Lava, Bimsstein 1 !. P. W. +Die Seeleute furchten, vorzuglich im Winter, die Durch. +fahrt zwischen Panteleria, weil man selten ohne einen +Mindstos zu verspuren durchkommt. +Des Abends faben wir einige Schwalben, und den +26ten um drei Uhr Abends, liefen wir in den Hafen von +Maltba ein, der Einer der schonsten und grosten auf +der Erde ift +. Die Einfahrt ist sehr enge uns voird auf +jeder Seite durch ein furchtbares Castell vortheidigt: die +Schiffe muffen so viel als meglich die meisten Sigel vors +warts halten, damit sie die gehorige Geschwindigkeit +erhalten, uin uber diese Stelle hinwegzukommen, in +deren Mitte fie fich auf einmal wegen der hohen Forts, +die uber die Masten hinaus ragen, in Ruhe befinden. +Die Befestigungswerke, die den Hafen und die Stadt +vertheidigen, sind die besten von der Welt: sie werden +mit& userster Sorgfalt unterhalten. Man weis, das +die vereinigte Nacht der Turken an dieser unuberwindlichen +Fefte gescheitert ist. Der oberste Theil der Hauser ist, +wie in Italien und im ganzen Oriente, eine Terrasse. Die +Stadt Salette oder die neue Stadt ist gut gebauet; +die Stein, die man- rowohl zum Baue der Haufer als +zum Pflastern der vornehmsten Strasen braucht, haben +feine Festigkeit, wenn man sie perarbeitet: fie verharten +aber in der Luft und find zugleich so auserordentlich weis, +das fie den Augen beschwerlich find, vorzuglich wenn +fie die Strahlen der gluhenden Sonne zurufwerfen. +Der Palaft des Grosmeisters war sehr gros und von +Uusern und von Ihnem von einer schonen Einfachheit. +Der Maltheferorden hatte eine Sffentliche Bibliothet, +die sich ziemlich geschwind vermehrte: die Privatbibliothea","29 + +ܐ + +See. Dieſer See iſt ohne Zweifel der Crater eines verlos +ſchenen Vulcans, denn derfelbe Offizier hatte ade Kent. +zeichen davon gefunden, š. B. Lava, Bimsſtein 1 !. P. W. +Die Seeleute fürchten, vorzüglich im Winter, die Durch. +fahrt zwiſchen Panteleria, weil man ſelten ohne einen +Mindſtoß zu verſpüren durchkommt. + +Des Abends faben wir einige Schwalben, und den +26ten um drei Uhr Abends, liefen wir in den Hafen von +Maltba ein, der Einer der ſchönſten und großten auf +der Erde ift + +. Die Einfahrt iſt ſehr enge uns voird auf +jeder Seite durch ein furchtbares Caſtell vortheidigt: die +Schiffe muffen ſo viel als méglich die meiſten Sigel vors +wärts halten, damit ſie die gehörige Geſchwindigkeit +erhalten, uin über dieſe Stelle hinwegzukommen, in +deren Mitte fie fich auf einmal wegen der hohen Forts, +die über die Maſten hinaus ragen, in Ruhe befinden. + +Die Befeſtigungswerke, die den Hafen und die Stadt +vertheidigen, ſind die beſten von der Welt: ſie werden +mit& ußerſter Sorgfalt unterhalten. Man weiß, daß +die vereinigte Nacht der Türken an dieſer unüberwindlichen +Fefte geſcheitert iſt. Der oberſte Theil der Håuſer iſt, +wie in Italien und im ganzen Oriente, eine Terraſſe. Die +Stadt Salette oder die neue Stadt iſt gut gebauet; +die Stein, die man- rowohl zum Baue der Häufer als +zum Pflaſtern der vornehmſten Straßen braucht, haben +feine Feſtigkeit, wenn man ſie perarbeitet: fie verhårten +aber in der Luft und find zugleich ſo außerordentlich weiß, +daß fie den Augen beſchwerlich find, vorzüglich wenn +fie die Strahlen der glühenden Sonne zurüfwerfen. +Der Palaft des Großmeiſters war ſehr groß und von +Uußern und von Ihnem von einer ſchonen Einfachheit. + +Der Maltheferorden hatte eine Šffentliche Bibliothet, +die ſich ziemlich geſchwind vermehrte: die Privatbibliothea + + +","See. Dieser See ist ohne Zweifel der Krater eines verlorenen Vulkans, denn derselbe Offizier hatte adaquate Kenntzeichen davon gefunden, s.B. Lava, Bimsstein u.P.W. + +Die Seelenute fürchten, vorzüglich im Winter, die Durchfahrt zwischen Pantelleria, weil man selten ohne einen Mindstos zu verspüren durchkommt. + +Des Abends fahren wir einige Schwalben, und den 26ten um drei Uhr Abends liefen wir in den Hafen von Malta ein, der einer der schönsten und größten auf der Erde ist. Die Einfahrt ist sehr eng uns wird auf jeder Seite durch ein fürchterliches Castell bewehrt: die Schiffe müssen so viel als möglich die meisten Segel vorwärts halten, damit sie die gehörige Geschwindigkeit erhalten, um über diese Stelle hinwegzukommen, in deren Mitte sich auf einmal wegen der hohen Forts, die über die Masten hinaus ragen, in Ruhe befinden. + +Die Befestigungswerke, die den Hafen und die Stadt vertheidigen, sind die besten von der Welt: sie werden mit äußerster Sorgfalt unterhalten. Man weiß, dass die vereinigte Nacht der Türken an dieser unüberwindlichen Feste gescheitert ist. + +Der oberste Teil der Häuser ist, wie in Italien und im ganzen Oriente, eine Terrasse. Die Stadt Salette oder die neue Stadt ist gut gebaut; die Steine, die man sowohl zum Bau der Häuser als zum Pflastern der vornehmsten Straßen braucht, haben feine Festigkeit, wenn man sie bearbeitet: sie verhärten aber in der Luft und finden zugleich so außerordentlich weiß, dass sie den Augen beschwerlich sind, vorzüglich wenn sie die Strahlen der glühenden Sonne zurückwerfen. + +Der Palast des Großmeisters war sehr groß und von Ausern und von Innen von einer schönen Einfachheit. Der Malteserorden hatte eine öffentliche Bibliothek, die sich ziemlich geschwind vermehrte: die Privatbibliotheken" +Z166069305,58,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000058/full/full/0/native.jpg,"fen der Commandeurs famen nach ihrem Tode dazu: die +Dubbletten verkaufte man und das Geld, das man +daraus lofte, verwandte man auf den Ankauf von solchen +Buchern, die noch fehlten. Man sah in dieser Bibliothek +einige Gegenstande aus der Naturgeschichte, worunter +man einen grosen versteinerten Knochen bemerkte; ju +Maltha hielt man ihn fur ein vzrsteinertes Stuk Holz, aber +das brinigte Gewebe war leicht wieder zu erkennen und ich +uberz? ugte' von seiner Beschaffenheit auch unterrichtete Pers +fonen. Es ist ein Theil von einem Sdhenkelbeine eines +grosen vierfusigen Thieres, wovon ich Buffon eine +Zeichnung zugeschikt habe. +Ein anderes, aber reicheres Cabinet von Merkivurdig, +feiten besas ein Herr Barbaroux. Es enthielt, ohne +sehr ansehnlich zu seyn, kostbare Gegenstande, 3. B. mehrere +schone Muscheln und sonderbare Bersteinerungen; eine +grose Anzahl von Medaillen befanden sich in einem Munz. +cabinette von einer finnreichen Form. mitten unter den +Gegenstander der Kunst bemerkte man darlbst mit Ber. +gnugen eine sehr dicke Perle voller Figuren, einen schonen +Kopf auf Glasgeschirr' in Helldunkel gemahlt und ein +groses Bruftbild von Cristal von Michel Angelo. +Ich kann diese Erzahlung von Merkwurdigkeiten nicht +endigen, ohne noch das Portrait von einem kleinen +Madchen zu erwahnen, das ich bei dem franzosischen +Geschaftstrager, dem Ritter Despennes rah, an deren +Stirne ein drittes weit groseres Auge war als sie beiden +andern, weil es zwei Regenbogenhaute und zwei Augapfel +batte: das ubrige Gesicht war wie bei andern Menschen. +Unten an der Zeichnung las man in italienischer Sprache, +dies Kind rey den ziten Mai 1775 im Dorfe monte +Alegra de mercie geboren; cber die Aufschrift sagte +nicht und niemand konnte es mir auch sagen, ob dies +Wesen lange gelebt habe.","30 + +SH + +fen der Commandeurs famen nach ihrem Tode dazu: die +Dubbletten verkaufte man und das Geld, das man +daraus lofte, verwandte man auf den Ankauf von ſolchen +Büchern, die noch fehlten. Man ſah in dieſer Bibliothek +einige Gegenſtände aus der Naturgeſchichte, worunter +man einen großen verſteinerten Knochen bemerkte; ju +Maltha hielt man ihn für ein vzrſteinertes Stửk Holz, aber +das brinigte Gewebe war leicht wieder zu erkennen und ich +überz? ugte' von ſeiner Beſchaffenheit auch unterrichtete Pers +fonen. Es iſt ein Theil von einem Sdhenkelbeine eines +großen vierfüßigen Thieres, wovon ich Buffon eine +Zeichnung zugeſchikt habe. + +I + +W + +Ein anderes, aber reicheres Cabinet von Merkivürdig, +feiten beſaß ein Herr Barbaroux. Es enthielt, ohne +ſehr anſehnlich zu ſeyn, koſtbare Gegenſtande, 3. B. mehrere +ſchöne Muſcheln und ſonderbare Berſteinerungen; eine +große Anzahl von Medaillen befanden ſich in einem Münz. +cabinette von einer finnreichen Form. mitten unter den +Gegenſtänder der Kunſt bemerkte man darlbſt mit Ber. +gnügen eine ſehr dicke Perle voller Figuren, einen ſchönen +Kopf auf Glasgeſchirr' in Helldunkel gemahlt und ein +großes Bruftbild von Criſtal von Michel Angelo. + +! + +Ich kann dieſe Erzählung von Merkwürdigkeiten nicht +endigen, ohne noch das Portrait von einem kleinen +Mädchen zu erwähnen, das ich bei dem franzöſiſchen +Geſchåftstråger, dem Ritter Deſpennes rah, an deren +Stirne ein drittes weit großeres Auge war als sie beiden +andern, weil es zwei Regenbogenhåute und zwei Augåpfel +batte: das übrige Geſicht war wie bei andern Menſchen. +Unten an der Zeichnung las man in italieniſcher Sprache, +dies Kind rey den ziten Mai 1775 im Dorfe monte +Alegra de mercie geboren; cber die Aufſchrift ſagte +nicht und niemand konnte es mir auch ſagen, ob dies +Weſen lange gelebt habe. + +be + + +","Der Commandeur Samen nach ihrem Tode dazu: die Dubbletten verkaufte man und das Geld, das man daraus löfte, verwandte man auf den Ankauf von solchen Büchern, die noch fehlten. Man sah in dieser Bibliothek einige Gegenstände aus der Naturgeschichte, worunter man einen großen versteinerten Knochen bemerkte; zu Malta hielt man ihn für ein versteinertes Stück Holz, aber das brüchige Gewebe war leicht wieder zu erkennen und ich unterrichtete auch unterrichtete Personen von seiner Beschaffenheit. Es ist ein Teil von einem Schenkelbeine eines großen vierfüßigen Tieres, wovon ich Buffon eine Zeichnung zugeschickt habe. + +Ein anderes, aber reicheres Cabinet von Merkwürdigkeiten besaß ein Herr Barbaroux. Es enthielt, ohne sehr ansehnlich zu sein, kostbare Gegenstände, z.B. mehrere schöne Muscheln und sonderbare Bernstein-Erungenschaften; eine große Anzahl von Medaillen befanden sich in einem Münzcabinette von einer feinen Form. Mitten unter den Gegenständen der Kunst bemerkte man darin mit Vergnügen eine sehr dicke Perle voller Figuren, einen schönen Kopf auf Glasgeschirr' in Helldunkel gemahlt und ein großes Brustbild von Kristall von Michel Angelo. + +Ich kann diese Erzählung von Merkwürdigkeiten nicht endigen, ohne noch das Portrait von einem kleinen Mädchen zu erwähnen, das ich bei dem französischen Geschäftsträger, dem Ritter Despennes sah; an deren Stirne war ein drittes weit größeres Auge als die beiden anderen, weil es zwei Regenbogenhaut und zwei Augapfel hatte: das übrige Gesicht war wie bei andern Menschen. Unten an der Zeichnung las man in italienischer Sprache, dies Kind sey den 11ten Mai 1775 im Dorfe Monte Alegra de mercie geboren; über die Aufschrift sagte niemand und niemand konnte es mir auch sagen, ob dieses Wesen lange gelebt habe." +Z166069305,59,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000059/full/full/0/native.jpg,"Wir kamen aus einer Stadt, wo die Menge von +Magen viel Gerausch machte. Hier geht man zu Fus: +101 nur der Grosmeister besas einen Wagen mit fechs Pferden, +of defien er fich bediente, wenn er aufs Land fuhr. Die +T Ordensritter und andere Einwohner hatten zu demselben +ju Gebrauche Chaisen, vor welche bios ein Maulefel gespannt +war, den jemand an einer Leine fuhrte. Man trift in +Maltha eine grose Menge Venuspriesterinnen von allen +let's +Nationen an. +Bei meiner Anfunft waren die Gemuther fehr gegen +den englischen Reisenden Sridone aufgrbracht. Er +hat die Lobensart der Ritter geschildert, cine nur einen +dig einzigen wahreno reines Nufenthaltes auf dieser Inful +hm besucht zu habra: fein Gemalde ist daher nicht treffend. +Eine franzosische Meile von der neuen Stadt liegt +die Altstadt oder Citta Vecchia, wo sich der Bischof der +Insel aufhielt. Die Hauptkirche ist ein rehrschenes +Eebaude. Man sieht darin die herrlichsten Marmorarten +Po wie diejenigen, die man unter dem Namen grun und +g: lb antico kennt. Ob sie gleich sehr gros ist, so ist fte +doch in ihrer ganzen Lange im Innern mit farmosinrothem +Damaft behangt, der am Rande eine breite Borte von +feinen Golde hat. Diefe religiosen Denkmaler sind einfas +cher als in Genua und Palermo und nach meiner Meinung +cudly schoner und geschmakvoller. Von dem Thurme der +En hohen Qauptkirche herab entdekt man leicht den Berg +Netna und reine dicken Rauchsaulen, ob er gleich beinahe +funf und Techzig franzosische Meilen von hier entfernt ist. +och +Nahe bei dieser Kirche ist eine Grotte von einem +geringen Umfange, in deren Mitten eine schone Statue +dos heiligen Paulus emporsteigt. Dieser Apostel steht +bei den Malthefern in grosem Ansehen, weil er, wie Pie +bibuupten, auf ihrer Insel gelandet sey und sie auf immer","31 + +11 + +1 + +DI + +It + +Wir kamen aus einer Stadt, wo die Menge von +Magen viel Geräuſch machte. Hier geht man zu Fuß: +101 nur der Großmeiſter beſaß einen Wagen mit fechs Pferden, +of defien er fich bediente, wenn er aufs Land fuhr. Die +T Ordensritter und andere Einwohner hatten zu demſelben +ju Gebrauche Chaiſen, vor welche bioß ein Maulefel geſpannt + +war, den jemand an einer Leine führte. Man trift in + +Maltha eine große Menge Venusprieſterinnen von allen +let's + +Nationen an. +us + +Bei meiner Anfunft waren die Gemüther fehr gegen +den engliſchen Reiſenden Sridone aufgrbracht. Er + +hat die Lobensart der Ritter geſchildert, cine nur einen +dig einzigen wahreno reines Nufenthaltes auf dieſer Inful +hm beſucht zu habra: fein Gemålde iſt daher nicht treffend. + +TH + +4 + +9 + +! + +Eine franzöſiſche Meile von der neuen Stadt liegt +die Altſtadt oder Citta Vecchia, wo ſich der Biſchof der +Inſel aufhielt. Die Hauptkirche iſt ein rehrſchenes +Eebäude. Man ſieht darin die herrlichſten Marmorarten +Po wie diejenigen, die man unter dem Namen grün und +g: lb antico kennt. Ob ſie gleich ſehr groß iſt, ſo iſt fte +doch in ihrer ganzen Långe im Innern mit farmoſinrothem +Damaft behängt, der am Rande eine breite Borte von +feinen Golde hat. Diefe religioſen Denkmåler ſind einfas +cher als in Genua und Palermo und nach meiner Meinung + +cudly ſchöner und geſchmakvoller. Von dem Thurme der +En hohen Qauptkirche herab entdekt man leicht den Berg + +Netna und reine dicken Rauchſäulen, ob er gleich beinahe +id + +fünf und Techzig franzöſiſche Meilen von hier entfernt iſt. + +11 + +och + +7. + +Nahe bei dieſer Kirche iſt eine Grotte von einem +geringen Umfange, in deren Mitten eine ſchone Statue +dos heiligen Paulus emporſteigt. Dieſer Apoſtel ſteht +bei den Malthefern in großem Anſehen, weil er, wie Pie +bibuupten, auf ihrer Inſel gelandet ſey und ſie auf immer + +1 + + +","Wir kamen aus einer Stadt, wo die Menge von Magen viel Gerausch machte. Hier geht man zu Fuß; nur der Großmeister besaß einen Wagen mit sechs Pferden, of dem er sich bediente, wenn er aufs Land fuhr. Die Ordensritter und andere Einwohner hatten zum selben Gebrauche Chaisen, vor welche bloss ein Maultier gespannt war, das jemand an einer Leine führte. Man trifft in Malta eine große Menge Venuspriesterinnen von allen Nationen an. + +Bei meiner Ankunft waren die Gemüther sehr gegen den englischen Reisenden Sridone aufgebracht. Er hat die Lobensart der Ritter geschildert, eine nur einen einzigen wahren Ruf ihres Nufenthaltes auf dieser Insel besucht zu haben: sein Gemälde ist daher nicht treffend. + +Eine französische Meile von der neuen Stadt liegt die Altstadt oder Citta Vecchia, wo sich der Bischof der Insel aufhielt. Die Hauptkirche ist ein reiches Gebäude. Man sieht darin die herrlichsten Marmorarten, wie diejenigen, die man unter dem Namen grün und l'b antico kennt. Ob sie gleich sehr groß ist, so ist sie doch in ihrer ganzen Länge im Innern mit samtrothem Damast behängt, der am Rande eine breite Borte von feinem Golde hat. + +Diese religiösen Denkmäler sind einfacher als in Genua und Palermo und nach meiner Meinung sichtlich schöner und geschmackvoller. Von dem Turme der hohen Hauptkirche herab entdeckt man leicht den Berg Netna und seine dicken Rauchsäulen, ob er gleich beinahe fünf und sechzig französische Meilen von hier entfernt ist. + +Nahe bei dieser Kirche ist eine Grotte von einem geringen Umfange, in deren Mitten eine schöne Statue des heiligen Paulus emporsteigt. Dieser Apostel steht bei den Malthefern in großem Ansehen, weil er, wie sie beibehaupten, auf ihrer Insel gelandet sey und sie auf immer" +Z166069305,60,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000060/full/full/0/native.jpg,"von den Schlangen, womit fie geplagt war, befreiet +haben soll. Die Grotte ist in eine Art von weiser, weicher +und kalkartiger Erde gegraben, die man gemeiniglich +maltherische Erde*) nennt; dies ist aber eine unpass +fende Benennung, weil der Bolus eine mehr oder +Weniger reine und verglasbare Thonerde ist, die nicht +durch Scharfen angegriffen wird, da hingegen die malthe. +fische Erde von faltartiger Beschaffenheit ist und durch +( charfe aufldrende Salze in Gahrung gerath. Buffon +folgte hierin der Meinung der meisten Mineralpgiftent +und sah die maltherische Erde fur einen Bolus +ober fur Thcserde an; es ist aber schwer zu begreifen, +wie er sie malthefische Erde fur einen roihen Bolus +hat halten konnen, da fie so weis als Kreide ist, mit +welcher fie uberhaupt viel Aehnlichkeit hat. Zu Waltha +kennt man sie nur unter dem Namen: h. Pauls Erde.- +Man macht Gesimse davon, quf welche man das Bild +des Heiligen eindrukt, der in der Hand eine Schlange +balt, und verschikt fie in verschiedene europaische Lander, +vorzuglich nach Spanien und Italien. Von dieser Art +don Zuherzitung hat sie im Handel ro wie die andern +Erdarten und die Bolus, denen man verschiedene Geprage +giebt, den Namen Siegelerde erhalten. Zu malu +tha halt man sie fur ein wunderbares Heilmittel in +mehrera Krankheiten, und fur ein ficheres Spezifikum gegen +Fieber:, allein ale ihre Eigenschaften beschranken sid) blos +darauf, das fie einen leichten Schweis treibt. +Man halt diese Erde auf der Insel fur eine geheiligte +Substanz, weil fie nicht merflich abnimmt. Man kann +diese leichte Reproduktion der Feuchtigkeit der Grotte und +der geringen Festigkeit der Erde zuschreiben. +Auf der innern Oberflache der St. Pauls Grotte +wachst ein ganz weises Schorfmoos. +*) Bolus Melitensis.","32, +. + +1 + +4 + +von den Schlangen, womit fie geplagt war, befreiet +haben ſoll. Die Grotte iſt in eine Art von weißer, weicher +und kalkartiger Erde gegraben, die man gemeiniglich +maltheriſche Erde*) nennt; dies iſt aber eine unpaſs +fende Benennung, weil der Bolus eine mehr oder +Weniger reine und verglasbare Thonerde iſt, die nicht +durch Schärfen angegriffen wird, da hingegen die malthe. +fiſche Erde von faltartiger Beſchaffenheit iſt und durch +( charfe aufldrende Salze in Gahrung geråth. Buffon +folgte hierin der Meinung der meiſten Mineralpgiftent +und ſah die maltheriſche Erde für einen Bolus +ober für Thcserde an; es iſt aber ſchwer zu begreifen, +wie er sie malthefiſche Erde für einen roihen Bolus +hat halten können, da fie ſo weiß als Kreide iſt, mit +welcher fie überhaupt viel Aehnlichkeit hat. Zu Waltha +kennt man ſie nur unter dem Namen: h. Pauls Erde.- +Man macht Geſimſe davon, quf welche man das Bild +des Heiligen eindrükt, der in der Hand eine Schlange +balt, und verſchikt fie in verſchiedene europäiſche Lander, +vorzüglich nach Spanien und Italien. Von dieſer Art +don Zuherzitung hat ſie im Handel ro wie die andern +Erdarten und die Bolus, denen man verſchiedene Gépråge +giebt, den Namen Siegelerde erhalten. Zu malu +tha hålt man ſie für ein wunderbares Heilmittel in +mehrera Krankheiten, und für ein ficheres Spezifikum gegen +Fieber:, allein ale ihre Eigenſchaften beſchränken ſid) bloß +darauf, daß fie einen leichten Schweiß treibt. + ++ + +Man hålt dieſe Erde auf der Inſel für eine geheiligte +Subſtanz, weil fie nicht merflich abnimmt. Man kann +dieſe leichte Reproduktion der Feuchtigkeit der Grotte und +der geringen Feſtigkeit der Erde zuſchreiben. + +Auf der innern Oberfläche der St. Pauls Grotte +wächſt ein ganz weißes Schorfmoos. + +*) Bolus Melitenſis. + +Yo + + +","von den Schlangen, womit sie geplagt war, befreiet haben soll. Die Grotte ist in eine Art von weißer, weicher und kalkartiger Erde gegraben, die man gemeiniglich maltheisische Erde nennt; dies ist aber eine unpassende Benennung, weil der Bolus eine mehr oder weniger reine und verglasbare Thonerde ist, die nicht durch Scharfe angegriffen wird, da hingegen die maltheisische Erde von faltartiger Beschaffenheit ist und durch scharfe aufquellende Salze in Gährung gerät. Buffon folgte hierin der Meinung der meisten Mineralogen und sah die maltheisische Erde für einen Bolus oder für Thonerde an; es ist aber schwer zu begreifen, wie er sie maltheisische Erde für einen rohen Bolus hat halten können, da sie so weiß als Kreide ist, mit welcher sie überhaupt viel Ähnlichkeit hat. Zu Malta kennt man sie nur unter dem Namen: St. Pauls Erde. Man macht Gesimse davon, auf welche man das Bild des Heiligen eindrückt, der in der Hand eine Schlange hält, und verschickt sie in verschiedene europäische Länder, vorzüglich nach Spanien und Italien. Von dieser Art der Zubereitung hat sie im Handel roh wie die andern Erdarten und die Bolus, denen man verschiedene Gepräge gibt, den Namen Siegelerde erhalten. Zu Malta hält man sie für ein wunderbares Heilmittel in mehreren Krankheiten, und für ein sicheres Spezifikum gegen Fieber; allein als ihre Eigenschaften beschranken sich bloß darauf, dass sie einen leichten Schweiss treibt. + +Man hält diese Erde auf der Insel für eine geheiligte Substanz, weil sie nicht merkich abnimmt. Man kann diese leichte Reproduktion der Feuchtigkeit der Grotte und der geringen Festigkeit der Erde zuschreiben. + +Auf der innern Oberfläche der St. Pauls Grotte wächst ein ganz weißes Schorfmoos. +*) Bolus Melitensis." +Z166069305,61,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000061/full/full/0/native.jpg,"In einiger Entfernung von der alten Stadt findet +man sehr grose Hohlen, die man auf einem Boden, der +wenig Widerstand leistet, leicht graben und erweitern +kann. Sie theilen fich in zahlreiche Alesie, die so verviel, +facht sind, das sie ein labyrinth bilden, in welchem man +Gefahr liefe, fitch zu verirren und umzukommen, wenn +man nicht die Vorsicht gebraucht hatte, den Eingang in +einige von diesen unterirrdischen Galerien guzumquern: fie +waren ehemals ein Begrebnisplaz, und man nennt fie +daher noch jezt Catacomben. Steinerne Graber sind, +Eines uber dem Anbern, an jeder Seite gagebracht: man +sieht dergleichen von jeder Grose: ein Dom, der auch +von Stein ist, bedekt einige und man hat Ursache zu +vermuthen, das alle auf diese Art verschlossen gewesen +find. Der Theil von den Grabern, wo das Haupt des +Todten ruhte, ist ungefahr zwei Zoll uber den Grund +erhaben, und man batte hier die Gestalt des Kopfes und +des Halses eingehauen, so das fich diese Cheile in dieser +Art von Todtenkopfkuffen verivahrt fanden.. Einige Gra- +ber waren groser als die Anoern und trugen zwei Kopfe. +Die Zartlichkeit hatte dieselben ohne Zweifel fur Liebende +oder Gatten bestimmt. +Diese Catacomben scheinen auch den Bewohnern von +Maltha in neuern Zeiten zum Zufluchtsorte gedient zu +haben, wenn ihre Insel ein Raub des Krieges war, der +fie oft heimsuchte. Man bemerkt darin zwei alte Muhlen +und die Statue des heiligen Paulus, +Die Insel Maltha, sie beinahe in der Mitte des +mittellandischen Meeres zwischen Sizilien und U frika +liegt, hat in ihrer grosten lange, nur sieben und in ihrer +grosten Breite nur vier Meilen. Sie ist eigentlich nur ein +ganz nakter Felsen, der aus einem auserordentlich weisen +Ralksteine befieht, der locker und wenig fert ist und der +nicht der Fruchtbarkeit widersteht. Ob gleich der grafie +Sonnini Reisen ir Bo,","F +33 + +ཝ། + +In einiger Entfernung von der alten Stadt findet +man ſehr große Hohlen, die man auf einem Boden, der +wenig Widerſtand leiſtet, leicht graben und erweitern +kann. Sie theilen fich in zahlreiche Aleſie, die ſo verviel, +facht ſind, daß ſie ein labyrinth bilden, in welchem man +Gefahr liefe, fitch zu verirren und umzukommen, wenn +man nicht die Vorſicht gebraucht hatte, den Eingang in +einige von dieſen unterirrdiſchen Galerien guzumquern: fie +waren ehemals ein Begrebnißplaz, und man nennt fie +daher noch jezt Catacomben. Steinerne Gråber ſind, +Eines über dem Anbern, an jeder Seite gagebracht: man +ſieht dérgleichen von jeder Große: ein Dom, der auch +von Stein iſt, bedekt einige und man hat Urſache zu +vermuthen, daß alle auf dieſe Art verſchloſſen geweſen +find. Der Theil von den Gråbern, wo das Haupt des +Todten ruhte, iſt ungefähr zwei Zoll über den Grund +erhaben, und man batte hier die Geſtalt des Kopfes und +des Halſes eingehauen, ſo daß fich dieſe Cheile in dieſer +Art von Todtenkopfkůffen verivahrt fanden.. Einige Grå- +ber waren großer als die Anoern und trugen zwei Kópfe. +Die Zårtlichkeit hatte dieſelben ohne Zweifel für Liebende +oder Gatten beſtimmt. + +Dieſe Catacomben ſcheinen auch den Bewohnern von +Maltha in neuern Zeiten zum Zufluchtsorte gedient zu +haben, wenn ihre Inſel ein Raub des Krieges war, der +fie oft heimſuchte. Man bemerkt darin zwei alte Mühlen +und die Statue des heiligen Paulus, + +Die Inſel Maltha, sie beinahe in der Mitte des +mittelländiſchen Meeres zwiſchen Sizilien und U frika +liegt, hat in ihrer größten långe, nur ſieben und in ihrer +großten Breite nur vier Meilen. Sie iſt eigentlich nur ein +ganz nakter Felſen, der aus einem außerordentlich weißen +Ralkſteine befieht, der locker und wenig fert iſt und der +nicht der Fruchtbarkeit widerſteht. Ob gleich der grafie +Sonnini Reiſen ir Bo, + +C + +2 + + +","In einiger Entfernung von der alten Stadt findet man sehr große Höhlen, die man auf einem Boden, der wenig Widerstand leistet, leicht graben und erweitern kann. Sie theilen sich in zahlreiche Alesien, die so verwirrt sind, dass sie ein Labyrinth bilden, in welchem man Gefahr liefe, sich zu verirren und umzukommen, wenn man nicht die Vorsicht gebraucht hatte, den Eingang in einige von diesen unterirdischen Galerien zu bezeichnen. Sie waren ehemals ein Begräbnisplatz, und man nennt sie daher noch jetz Catacomben. Steinerne Gräber sind, eines über dem anderen, an jeder Seite gebracht: man sieht dergleichen von jeder Größe: ein Dom, der auch von Stein ist, bedeckt einige und man hat Ursache zu vermuten, dass alle auf diese Art verschlossen gewesen seien. Der Theil von den Gräbern, wo das Haupt des Toten ruhte, ist ungefähr zwei Zoll über den Grund erhaben, und man hatte hier die Gestalt des Kopfes und des Halses eingehauen, so dass sich diese Cheile in dieser Art von Totenkopfkissen verewigen fanden. Einige Gräber waren größer als die anderen und trugen zwei Köpfe. Die Zartheit hatte dieselben ohne Zweifel für Liebende oder Gatten bestimmt. + +Diese Catacomben scheinen auch den Bewohnern von Malta in neueren Zeiten zum Zufluchtsorte gedient zu haben, wenn ihre Insel ein Raub des Krieges war, der sie oft heimsuchte. Man bemerkt darin zwei alte Mühlen und die Statue des heiligen Paulus. + +Die Insel Malta, sie beinahe in der Mitte des mittelländischen Meeres zwischen Sizilien und Afrika liegt, hat in ihrer größten Länge nur sieben und in ihrer größten Breite nur vier Meilen. Sie ist eigentlich nur ein ganz nackter Felsen, der aus einem außerordentlich weißen Kalksteine besteht, der locker und wenig fest ist und der nicht der Fruchtbarkeit widersteht. Obgleich der Graf von Sonnini Reisen im Bo" +Z166069305,62,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000062/full/full/0/native.jpg,"Sheil von den zahlreichen Inseln des mittellandischer +Meeres der Feuerheerd oder das Resultat von schreklichen +Ausbruchen der Natur gewesen ist, so hat doch Maltha +nichts von ihrer Sjeftigkeit verspurt und hat einen ganz +anbern Ursprung. Man bemerkt keine Spur von einem +Bolkane, und wenn man lava entrift, ro ruhrt sie vom +Vesuv her, von welchem man sie geholt hat, um fie in +den Muhlen zu Muhlsteinen und in den Stadten zum +Pflaster zu brauchen. Man findet gar keine verglasbaren +Substanzen; alles ist kalkartig, wenn man den Taltstein, +den Gyps und den Thon davon ausnimmt; diefer leztere +aber ist felten und immer mit falfartigen Stoffen vermischt. +Auf der Insel Gozo, die sehr nahe bei Maltha liegt und +zu ihr gehort, fieht man ihn in groserer Menge und +reiner. +Weder auf Maltha noch auf 6030 giebt es +Berge: fie find eine durch einige wenig erhabene Hugel +durchschnittene Ebene. +Man kann nicht genug den Fleis, der malthefifchen +Landleute bewundern, die Fruchtbarkeit auf einen grose +tentheils naften oder kaum mit einigen Zollen Erde bedeften +Felfen gerufen haben. Um einen dem Anscheine nach ro +undankbaren Hoden fruchtbar zu machen, so hohlen diese +arbeitsamen feute den felfen aus und zerstosen ihn. Die +der Oberflache am nachsten liegenden Stucke, die die +Beruhrung der Luft gehartet hat, braucht man zur +Errichtung einer trofnen Mauer, die sowohl das Land +von den Steinen befreiet, die sich wegen ihrer allzugrosen +Festigkeit nicht zermalmen lassen wurden, als auch dafur +sorgt, das das Regenwasser die fruchtbare Erde nicht +wegschwemme. Ein Theil des Felsens wird durch die +Nacht der Industrie in gleiche Abtheilungen abgetheilt +und man mischt eine leichte lage von Dungererde darun. +ter, die man manchmal sogar aus Sizilien bolt. Diefe","34 + +* + +Sheil von den zahlreichen Inſeln des mittelländiſcher +Meeres der Feuerheerd oder das Reſultat von ſchreklichen +Ausbrüchen der Natur geweſen iſt, ſo hat doch Maltha +nichts von ihrer Sjeftigkeit verſpürt und hat einen ganz +anbern Urſprung. Man bemerkt keine Spur von einem +Bolkane, und wenn man lava entrift, ro rührt ſie vom +Veſuv her, von welchem man ſie geholt hat, um fie in +den Mühlen zu Mühlſteinen und in den Städten zum +Pflaſter zu brauchen. Man findet gar keine verglasbaren +Subſtanzen; alles iſt kalkartig, wenn man den Taltſtein, +den Gyps und den Thon davon ausnimmt; diefer leztere +aber iſt felten und immer mit falfartigen Stoffen vermiſcht. +Auf der Inſel Gozo, die ſehr nahe bei Maltha liegt und +zu ihr gehort, fieht man ihn in großerer Menge und +reiner. + +Weder auf Maltha noch auf 6030 giebt es +Berge: fie find eine durch einige wenig erhabene Hügel +durchſchnittene Ebene. + +Man kann nicht genug den Fleiß, der malthefifchen +Landleute bewundern, die Fruchtbarkeit auf einen große +tentheils naften oder kaum mit einigen Zollen Erde bedeften +Felfen gerufen haben. Um einen dem Anſcheine nach ro +undankbaren Hoden fruchtbar zu machen, ſo hohlen dieſe +arbeitſamen feute den felfen aus und zerſtoßen ihn. Die +der Oberfläche am nåchſten liegenden Stücke, die die +Berührung der Luft gehårtet hat, braucht man zur +Errichtung einer trofnen Mauer, die ſowohl das Land +von den Steinen befreiet, die ſich wegen ihrer allzugroßen +Feſtigkeit nicht zermalmen laſſen würden, als auch dafür +ſorgt, daß das Regenwaſſer die fruchtbare Erde nicht +wegſchwemme. Ein Theil des Felſens wird durch die +Nacht der Induſtrie in gleiche Abtheilungen abgetheilt +und man miſcht eine leichte lage von Düngererde darun. +ter, die man manchmal ſogar aus Sizilien bolt. Diefe + + +","Sheil von den zahlreichen Inseln des mittelländischen Meeres der Feuerherd oder das Resultat von schrecklichen Ausbrüchen der Natur gewesen ist, so hat doch Malta nichts von ihrer Schöpfung verspürt und hat einen ganz anderen Ursprung. Man bemerkt keine Spur von einem Vulkan, und wenn man Lava entdeckt, rohrt sie vom Vesuv her, von welchem man sie geholt hat, um sie in den Mühlen zu Mühlsteinen und in den Städten zum Pflaster zu brauchen. Man findet gar keine verglasbaren Substanzen; alles ist kalkartig, wenn man den Taktstein, den Gyps und den Thon davon ausnimmt; diefer letztere aber ist feinen und immer mit salzartigen Stoffen vermischt. + +Auf der Insel Gozo, die sehr nahe bei Malta liegt und zu ihr gehört, sieht man ihn in größerer Menge und reiner. +Weder auf Malta noch auf Gozo gibt es Berge: sie finden eine durch einige wenig erhabene Hügel durchschnittene Ebene. + +Man kann nicht genug den Fleiß der maltesischen Landleute bewundern, die Fruchtbarkeit auf einen großen Teils naften oder kaum mit einigen Zollen Erde bedeckten Felsen gerufen haben. Um einen dem Anscheine nach rohen und unthankbaren Boden fruchtbar zu machen, so hohlen diese arbeitsamen Leute den Felsen aus und zerstoßen ihn. Die der Oberfläche am nächsten liegenden Stücke, die die Berührung der Luft gehärtet hat, braucht man zur Errichtung einer trockenen Mauer, die sowohl das Land von den Steinen befreit, die sich wegen ihrer allzugroßen Festigkeit nicht zermalmen lassen würden, als auch dafür sorgt, dass das Regenwasser die fruchtbare Erde nicht weg schwemmt. Ein Teil des Felsens wird durch die Nacht der Industrie in gleiche Abtheilungen abgetheilt und man mischt eine leichte Lage von Düngererde darunter, die man manchmal sogar aus Sizilien holt." +Z166069305,63,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000063/full/full/0/native.jpg,"Mischung ist sehr, fruchtbar. Man bauet barin Getraide, +Hirre und sie Baumwollenstaude*); Feigen und andere +Fruchtbaume kommen darin sehr gut fort. Von Maltha +bekommt man auch die schonen und in Europa so geschag. +ten Pomeranzen mit rothem Fleische und mit lieblichem +Geruche. +Eroj ber Unstrengung und der Urbeiten der Malthefer +aber mus man dennoch gestehen, das ihre Gefielde nichts +Gefalliges haben: ihr Anblik ift sogar unangenehm. Die +Mauern, womit die ro febr zertheilten Befisungen einges +schlossen sind, die weisen Steine, ein gelber und trokner +Boden, der faft ganz ohne Baume und ohne Grun ift, +bilden ein sehr hartes und dem Auge misfalliges Gemalde +Das angebauete Land gewahrt nur dann einen lachenden +Unblit, wenn es durch die Natur unterstuzt wird. +Die Anlegung eines grosen Gartens auf dem Landa +haus des Grosmeisters eine halbe franzosische Meile von +der Stadt mus man als eine der grosten Anstrengungen +des malthefischen Fleises betrachten. Er ist in der That +ein Wunder in einem lande, wo die Ausschmuckung des +Bodens ro fchiver ift: ubrigens wurde man ihn an allen +andern Drien fur einen sehr gewohnlichen Garten halten, +ob er gleich mit vielen schonen Blumen z. B. mit prachtia +gen Klatschrofen **) und schonen Scabiosen ***) geziert +war. Die Aueen waren mit weisen Steinstucken bedekt +und daher zum Gchen unangenehm und fur das Auge +beschwerlich. Der Grosmeister Rohan gab uns auf +diesem Landhause ein Feft. In der Stadt fonnte niemand +mit diesem kleinen Souverain speisen und zu St. Antonius +durfte sich niemand an seinen Tisch reten. +< a +*) Galfypium herbaceum. Lin, +- **) Papaver rhaeas Lin. +***) Scabio.a atropurpurea. Lin.","35 + +i + +Miſchung iſt ſehr, fruchtbar. Man bauet barin Getraide, +Hirre und sie Baumwollenſtaude*); Feigen und andere +Fruchtbäume kommen darin ſehr gut fort. Von Maltha +bekommt man auch die ſchönen und in Europa ſo geſchåg. +ten Pomeranzen mit rothem Fleiſche und mit lieblichem +Geruche. + +! + +Eroj ber Unſtrengung und der Ürbeiten der Malthefer +aber muß man dennoch geſtehen, daß ihre Gefielde nichts +Gefälliges haben: ihr Anblik ift ſogar unangenehm. Die +Mauern, womit die ro febr zertheilten Befißungen einges +ſchloſſen ſind, die weißen Steine, ein gelber und trokner +Boden, der faft ganz ohne Båume und ohne Grün ift, +bilden ein ſehr hartes und dem Auge mißfålliges Gemälde +Das angebauete Land gewährt nur dann einen lachenden +Unblit, wenn es durch die Natur unterſtüzt wird. + +Die Anlegung eines großen Gartens auf dem Landa +hauſ des Großmeiſters eine halbe franzöſiſche Meile von +der Stadt muß man als eine der großten Anſtrengungen +des malthefiſchen Fleißes betrachten. Er iſt in der That +ein Wunder in einem lande, wo die Ausſchmückung des +Bodens ro fchiver ift: übrigens würde man ihn an allen +andern Drien für einen ſehr gewöhnlichen Garten halten, +ob er gleich mit vielen ſchönen Blumen z. B. mit pråchtia +gen Klatſchrofen **) und ſchönen Scabioſen ***) geziert +war. Die Aueen waren mit weißen Steinſtůcken bedekt +und daher zum Gchen unangenehm und für das Auge +beſchwerlich. Der Großmeiſter Rohan gab uns auf +dieſem Landhauſe ein Feft. In der Stadt fonnte niemand +mit dieſem kleinen Souverain ſpeiſen und zu St. Antonius +durfte ſich niemand an ſeinen Tiſch reten. + +< a + +*) Galfypium herbaceum. Lin, +- **) Papaver rhaeas Lin. +***) Scabio.a atropurpúrea. Lin. + + +","Mischung ist sehr fruchtbar. Man baut barem Getreide, Hirse und sie Baumwollstaude*); Feigen und andere Fruchtbaume kommen darin sehr gut fort. Von Malta bekommt man auch die schönen und in Europa so geschätzten Pomeranzen mit rothem Fleische und mit lieblichem Geruche. + +Eroj ber Unstrengung und der Urbeiten der Malthefer aber muss man dennoch gestehen, dass ihre Gefilde nichts Gefälliges haben: ihr Anblick ist sogar unangenehm. Die Mauern, womit die ro febr zertheilten Besitzungen eingeschlossen sind, die weisen Steine, ein gelber und trockner Boden, der fast ganz ohne Bäume und ohne Grün ist, bilden ein sehr hartes und dem Auge misfalliges Gemälde. Das angebaute Land gewährt nur dann einen lachenden Anblick, wenn es durch die Natur unterstützt wird. + +Die Anlegung eines großen Gartens auf dem Landsitze des Großmeisters eine halbe französische Meile von der Stadt muss man als eine der größten Anstrengungen des malthesischen Fleißes betrachten. Er ist in der That ein Wunder in einem Lande, wo die Ausschmückung des Bodens so schwer ist: übrigens würde man ihn an allen anderen Orten für einen sehr gewöhnlichen Garten halten, ob er gleich mit vielen schönen Blumen z. B. mit prächtigen Klatschrosen **) und schönen Scabiosen ***) geziert war. Die Auen waren mit weißen Steinstücken bedeckt und daher zum Gehen unangenehm und für das Auge beschwerlich. + +Der Großmeister Rohan gab uns auf diesem Landsitze ein Fest. In der Stadt fand niemand mit diesem kleinen Souverain zu speisen, und zu St. Antonius durfte sich niemand an seinen Tisch setzen. + +*) Gossypium herbaceum. Linn. +- **) Papaver rhoeas Linn. +***) Scabiosa atropurpurea. Linn." +Z166069305,64,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000064/full/full/0/native.jpg,"Der Boden von Maltha reicht auch lange nicht zur +Erhaltung feiner Bewohner hin. Den grosten Theil des +Getraides, das Dieb, und endlich alle Viktualien und +sogar die Erde, wie man oben gesehen hat, erhalt man +aus Sizilien, das buchstablich die Fornkammer und der +Markt der Maltheser ist. Die Fahrzeuge, die zur Herbei +fuhrung von Lebensmitteln bestimmt sind und die man +Speronaire nennt, find vielleicht sie geschwindesten, +die man finden kann und werden von den verwegenstem +Seeleuten von der Welt bestiegen. +Die Steine, die man in den Steinbruchen DOR +Maltha bricht, werden beim auserbau geschazt; ihre +geringe Harte, ehe man fie der Luft ausrezt, macht sie +zu vielen Dingen brauchbar: man schikt fie ganz behauen +in unsere mittaglichen Departements, nach Italien und +sogar nach der Levante. +Seit wenigen Jahren hatte man eine sphatige und +kalfastige Substanz entdekt, der man den Namen, Stein, +von Maltha, gab. Man hatte rehr schone Werke davor +gemacht und der Grosmeister Pinto war so eifersuchtig +auf den Besiz dieses Steines, das er die Ausfuhr desselben +verbot und das niemand als er denselben bearbeiten laffen +durfte. Seinen Nachfolger, Rohan Polduf, plagte +keine solche verachtliche Eifersucht; ich konnte mir daher +rohe und polirte Stucke verschaffen, die ich in das +Nationalcabinet geliefert habe. Aber die wahre Beschafs +fenheit dieser Materie schien noch unbekannt zu seyn; man +hielt sie allgemein fur einen Marmor, obgleich ihr Korn, +ihre Festigkeit und vorzuglich ihre Bildung gar rehr von +dem Korne, von der Harte und der Bildung des Mars, +mors verschieden war. +Uebrigens ist es nicht richtver, die Stelle zu bestimmen, +die der vorgebliche Marmor von Maltha unter der","36 + +: + +, + +Der Boden von Maltha reicht auch lange nicht zur +Erhaltung feiner Bewohner hin. Den größten Theil des +Getraides, das Dieb, und endlich alle Viktualien und +ſogar die Erde, wie man oben geſehen hat, erhålt man +aus Sizilien, das buchſtäblich die Fornkammer und der +Markt der Maltheſer iſt. Die Fahrzeuge, die zur Herbei +führung von Lebensmitteln beſtimmt ſind und die man +Speronaire nennt, find vielleicht sie geſchwindeſten, +die man finden kann und werden von den verwegenſtem +Seeleuten von der Welt beſtiegen. + +Die Steine, die man in den Steinbrüchen DOR +Maltha bricht, werden beim þauſerbau geſchåzt; ihre +geringe Hårte, ehe man fie der Luft ausrezt, macht ſie +zu vielen Dingen brauchbar: man ſchikt fie ganz behauen +in unſere mittäglichen Departements, nach Italien und +ſogar nach der Levante. + +Seit wenigen Jahren hatte man eine ſphatige und +kalfastige Subſtanz entdekt, der man den Namen, Stein, +von Maltha, gab. Man hatte rehr ſchöne Werke davor +gemacht und der Großmeiſter Pinto war ſo eiferſüchtig +auf den Beſiz dieſes Steines, daß er die Ausfuhr deſſelben +verbot und daß niemand als er denſelben bearbeiten laffen +durfte. Seinen Nachfolger, Rohan Polduf, plagte +keine ſolche verächtliche Eiferſucht; ich konnte mir daher +rohe und polirte Stücke verſchaffen, die ich in das +Nationalcabinet geliefert habe. Aber die wahre Beſchafs +fenheit dieſer Materie ſchien noch unbekannt zu ſeyn; man +hielt ſie allgemein für einen Marmor, obgleich ihr Korn, +ihre Feſtigkeit und vorzüglich ihre Bildung gar rehr von +dem Korne, von der Hårte und der Bildung des Mars, +mors verſchieden war. + +3 + +Uebrigens iſt es nicht richtver, die Stelle zu beſtimmen, +die der vorgebliche Marmor von Maltha unter der + + +","Der Boden von Malta reicht auch lange nicht zur Erhaltung seiner Bewohner hin. Den größten Teil des Getreides, das Diebe, und endlich alle Viktualien und sogar die Erde, wie man oben gesehen hat, erhält man aus Sizilien, das buchstäblich die Vorratskammer und der Markt der Malteser ist. Die Fahrzeuge, die zur Herbeiführung von Lebensmitteln bestimmt sind und die man Speronaire nennt, finden vielleicht die geschwindsten, die man finden kann und werden von den verwegensten Seeleuten von der Welt bestiegen. + +Die Steine, die man in den Steinbrüchen auf Malta bricht, werden beim Ausbau geschätzt; ihre geringe Härte, ehe man sie der Luft aussetzt, macht sie zu vielen Dingen brauchbar: man schickt sie ganz behauen in unsere mittäglichen Departements, nach Italien und sogar nach der Levante. + +Seit wenigen Jahren hatte man eine spätige und kalfastige Substanz entdeckt, der man den Namen Stein von Malta gab. Man hatte sehr schöne Werke daraus gemacht und der Großmeister Pinto war so eifersüchtig auf den Besitz dieses Steines, dass er die Ausfuhr desselben verbot und dass niemand als er denselben bearbeiten lassen durfte. Seinen Nachfolger, Rohan Polduf, plagte keine solche verächtliche Eifersucht; ich konnte mir daher rohe und polierte Stücke verschaffen, die ich in das Nationalcabinet geliefert habe. Aber die wahre Beschaffenheit dieser Materie schien noch unbekannt zu sein; man hielt sie allgemein für einen Marmor, obgleich ihr Korn, ihre Festigkeit und vorzüglich ihre Bildung gar sehr von dem Korne, von der Harte und der Bildung des Marmors verschieden war. + +Uebrigens ist es nicht richtig, die Stelle zu bestimmen, die der vorgebliche Marmor von Malta unter den" +Z166069305,65,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000065/full/full/0/native.jpg,"Steinarten einnehmen muk. Denn wenn man die Gestalt +und die Ordnung der Bundel Faden, woraus er besteht +untersucht, die koncentrischen Zirkel, die man entdeft, +wenn man ihn der Queere durch faget, beobachtet, seine +geringe Festigkeit bemerkt, weshalb man keine nur eini- +germasen grose Tafeln bearbeiten kann, ohne das fie +zerspalten, und uberhaupt seine Lage in den Felfen studirt, +ro erkennt man bald jene falfartigen Tropfsteine, jene +konkreten Massen, das Produkt des Eindringens des +Waffers in kalkartige Stoffe; mit einem Worte der +Alabaster der Naturkundigen, den man aber nicht mit +jenem hartern Alabaster vermengen mus, der eine ro +schone Politur annimmt und dessen auffallende Weise +man ruhmt. +Man findet ihn ziemlich allgemein in unregelmasigen +Blocken, deren Oberflache voller Drufen von derselben +Beschaffenheit ist. In Gozo allein trift man ihn +manchmal in ganzen, aber unregelmasigen und nicht +grosen Schichten an. Der Stalffelsen, der wieder +diese Blocke und Lagen bedekt, ist gemeiniglich weniger. +weis und von einem dichtern Forne als die ubrigen auf +den Inseln Maltba und Gozo: dies ruhrt von dem +Einfickern des Wassers her, das durch diesen Felsen +durchdringt und die leichtesten Cheile mit fich nimmt. +Die Farben des malthe schen Alabasters find nach den +Bezirken, wo man ihn bricht, verschieden: immer aber +hat er eine Misdrung von gelb, grgu und fchwarzlich. +Er nimmt eine schone Politur an. Ich habe in dem +Pallaste des Grosmeisters sehr schone Dirche und grose +Ecken davon gesehen. +Die Art von Flechte, die eine Farbematerial liefert +und unter) +. dem Namen Drreille bekannt ist, wachre +gemeiniglich auf den vom Meer bespielten Felsen*). +*) Fucus verrucosus tinctorius. Tournefort- Lichen raxella. Lin.","157 + +1 + +Steinarten einnehmen muk. Denn wenn man die Geſtalt +und die Ordnung der Bündel Fåden, woraus er beſteht +unterſucht, die koncentriſchen Zirkel, die man entdeft, +wenn man ihn der Queere durch fåget, beobachtet, ſeine +geringe Feſtigkeit bemerkt, weshalb man keine nur eini- +germaßen große Tafeln bearbeiten kann, ohne daß fie +zerſpalten, und überhaupt ſeine Lage in den Felfen ſtudirt, +ro erkennt man bald jene falfartigen Tropfſteine, jene +konkreten Maſſen, das Produkt des Eindringens des +Waffers in kalkartige Stoffe; mit einem Worte der +Alabaſter der Naturkundigen, den man aber nicht mit +jenem hårtern Alabaſter vermengen muß, der eine ro +ſchone Politur annimmt und deſſen auffallende Weiße +man rühmt. + +1 + +si + +Man findet ihn ziemlich allgemein in unregelmäßigen +Blocken, deren Oberfläche voller Drüfen von derſelben +Beſchaffenheit iſt. In Gozo allein trift man ihn +manchmal in ganzen, aber unregelmäßigen und nicht +großen Schichten an. Der Stalffelſen, der wieder +dieſe Blocke und Lagen bedekt, iſt gemeiniglich weniger. +weiß und von einem dichtern Forne als die übrigen auf +den Inſeln Maltba und Gozo: dies rührt von dem +Einfickern des Waſſers her, das durch dieſen Felſen +durchdringt und die leichteſten Cheile mit fich nimmt. +Die Farben des malthe ſchen Alabaſters find nach den +Bezirken, wo man ihn bricht, verſchieden: immer aber +hat er eine Miſdrung von gelb, grgu und fchwarzlich. +Er nimmt eine ſchöne Politur an. Ich habe in dem +Pallaſte des Großmeiſters ſehr ſchöne Dirche und große +Ecken davon geſehen. + +Die Art von Flechte, die eine Farbematerial liefert +und unter) + +. dem Namen Drreille bekannt iſt, wächre +gemeiniglich auf den vom Meer beſpielten Felſen*). + +*) Fucus verrucoſus tinctorius. Tournefort- Lichen raxella. Lin. + + +","Steinarten einnehmen muss. Denn wenn man die Gestalt und die Ordnung der Bündel Fäden, woraus er besteht, untersucht, die konzentrischen Zirkel, die man entdeckt, wenn man ihn quer durch schneidet, beobachtet, seine geringe Festigkeit bemerkt, weshalb man keine nur einigermaßen großen Tafeln bearbeiten kann, ohne dass sie zerspalten, und überhaupt seine Lage in den Felsen studiert, so erkennt man bald jene stalaktitischen Tropfsteine, jene konkreten Massen, das Produkt des Eindringens des Wassers in kalkartige Stoffe; mit einem Worte der Alabaster der Naturkundigen, den man aber nicht mit jenem harten Alabaster vermenge muss, der eine schöne Politur annimmt und dessen auffallende Weise man rühmt. + +Man findet ihn ziemlich allgemein in unregelmäßigen Blocken, deren Oberfläche voller Drüsen von derselben Beschaffenheit ist. In Gozo allein trifft man ihn manchmal in ganzen, aber unregelmäßigen und nicht großen Schichten an. Der Stalaktitenfelsen, der wieder diese Blöcke und Lagen bedeckt, ist gemeiniglich weniger weich und von einem dichteren Formen als die übrigen auf den Inseln Malta und Gozo: dies rührt von dem Eindringen des Wassers her, das durch diesen Felsen durchdringt und die leichtesten Schichten mit sich nimmt. + +Die Farben des maltesischen Alabasters finden nach den Bezirken, wo man ihn bricht, verschieden: immer aber hat er eine Mischung von gelb, grün und schwarzlich. Er nimmt eine schöne Politur an. Ich habe in dem Palaste des Großmeisters sehr schöne Dirsch und große Ecken davon gesehen. + +Die Art von Flechte, die ein Farbematerial liefert und unter dem Namen Drüll bekannt ist, wächst gemeiniglich auf den vom Meer bespülten Felsen. +*) Fucus verrucosus tinctorius. Tournefort - Lichen saxatilis. Lin." +Z166069305,66,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000066/full/full/0/native.jpg,"Der Grosmeister wollte diefen neuen Handelbzweig auf +seiner Insel in die Hohe bringen, den man der Muhe +und den Nachforschungen des Burgers Dolomieux +perdankt. +Das Meer an den Kusten liefert einen Ueberflus von +verschieden Arten von Fischen. Man schuzt hier denjeni. +gen fehr hoch, den die Eingebornen accola, und die +Franzosen thon blanc( weisen Thunfisch) nennen. Ich +habe die Gattung, zu welcher er gehort, nicht genau +bestimmen konnen, weil ich ihn nur zubereitet gesehen +babe: er wird eben so dit als der gewohnliche Thunfisch +aber fein Fleisch ist weiser und auch wohlschmeckender. +Er ist wahrscheinlicher Weise der alalunga, wopon Getti +guerst in seiner Geschichte der Firche Sardiniens +Seite 199 gesprochen hat*). Man fischt auch Corallen +and allerhand Muschelwerk. Diejenigen Muscheln, die +man am ofterften findet, find die Dattelmuscheln **), deren +Wurmer fich ohne Muhe in den weichen Suftenstein eins +quartiren; die. Stekmufcheln ***) unter welchen man sehr +grose antrift, indem einige uber zwei Fus lang find; die +Dornmuscheln+), die man felbst in dem Hafen fangt, die +Arche Noah Ft); einige Arten Selmuscheln, Erompetens +muscheln u. f. t. Man findet auc), aber felten, den +Papirnautilus tit), +* y Scomber alalunga, pinpis pectoralibus longissimis. Arted. +gen. pisc. S. 222. Scomber pinnis pectoralibus longissimis +caudae vtrinque leptem- fcomber alalunga Lin, +*"") Pholas dactylus Lin, +***) Pinna nobilis. Lin, +1) Ostrea varia. Lin. +* t1 Arca Noae. Lios ++++ 2 Argonauta argo. Lin.","38 + +Der Großmeiſter wollte diefen neuen Handelbzweig auf +ſeiner Inſel in die Höhe bringen, den man der Mühe +und den Nachforſchungen des Bürgers Dolomieux +perdankt. + +1 + +Das Meer an den Küſten liefert einen Ueberfluß von +verſchieden Arten von Fiſchen. Man ſchůzt hier denjeni. +gen fehr hoch, den die Eingebornen accola, und die +Franzoſen thon blanc( weißen Thunfiſch) nennen. Ich +habe die Gattung, zu welcher er gehört, nicht genau +beſtimmen konnen, weil ich ihn nur zubereitet geſehen +babe: er wird eben ſo dit als der gewöhnliche Thunfiſch +aber fein Fleiſch iſt weißer und auch wohlſchmeckender. +Er iſt wahrſcheinlicher Weiſe der alalunga, wopon Getti +guerſt in ſeiner Geſchichte der Firche Sardiniens +Seite 199 geſprochen hat*). Man fiſcht auch Corallen +and allerhand Muſchelwerk. Diejenigen Muſcheln, die +man am ofterften findet, find die Dattelmuſcheln **), deren +Würmer fich ohne Mühe in den weichen Süftenſtein eins +quartiren; die. Stekmufcheln ***) unter welchen man ſehr +große antrift, indem einige über zwei Fuß lang find; die +Dornmuſcheln+), die man felbſt in dem Hafen fångt, die +Arche Noah Ft); einige Arten Selmuſcheln, Erompetens +muſcheln u. f. t. Man findet auc), aber felten, den +Papirnautilus tit), + +7 + +* y Scomber alalunga, pinpis pectoralibus longiſſimiş. Arted. +gen. piſc. S. 222.– Scomber pinnis pectoralibus longiſſimis + +,,- +caudae vtrinque léptem- fcomber alalunga Lin, +*"") Pholas dactylus Lin, +***) Pinna nobilis. Lin, +1) Oſtrea varia. Lin. +* t1 Arca Noae. Lios ++++ 2 Argonauta argo. Lin. + + +","Der Großmeister wollte den neuen Handelszweig auf seiner Insel in die Höhe bringen, dem man die Mühe und die Nachforschungen des Bürgers Dolomieux verdankt. + +Das Meer an den Küsten liefert einen Überfluss von verschiedenen Arten von Fischen. Man schätzt hier denjenigen sehr hoch, den die Eingeborenen accola, und die Franzosen thon blanc (weisen Thunfisch) nennen. Ich habe die Gattung, zu welcher er gehört, nicht genau bestimmen können, weil ich ihn nur zubereitet gesehen habe: er wird ebenso wie der gewöhnliche Thunfisch aber feines Fleisch ist weißer und auch wohlschmeckender. + +Er ist wahrscheinlicherweise der alalunga, worüber Getti in seiner Geschichte der Fische Sardiniens Seite 199 gesprochen hat*). Man fischt auch Corallen und allerhand Muschelwerk. Diejenigen Muscheln, die man am oftsten findet, sind die Dattelmuscheln **), deren Würmer sich ohne Mühe in den weichen Süftenstein einquartieren; die Stekmuscheln ***), unter welchen man sehr große antrifft, indem einige über zwei Fuß lang sind; die Dornmuscheln +), die man selbst in dem Hafen fängt, die Arche Noah Ft); einige Arten Schildmuscheln, Erompetenmuscheln u. f. t. Man findet auch, aber selten, den Papirnautilus tit), + +* Scomber alalunga, pinpis pectoralibus longissimis. Arted. gen. pisc. S. 222. Scomber pinnis pectoralibus longissimis caudae vtrinque leptem- fcomber alalunga Lin, + +***) Pholas dactylus Lin. + +*** Pinna nobilis. Lin. + +1) Ostrea varia. Lin. +* t1 Arca Noae. Lios ++++ 2 Argonauta argo. Lin." +Z166069305,67,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000067/full/full/0/native.jpg,"Die Schichten von faltartigen Materien auf Maltha +und Gozo haben auch einen sehr grosen Ueberflus an +Bersteinerungen und Fossilien. Man kann sich leicht eine +reiche Sammlung davon verschaffen. Ich habe sphatige +kleine Bare, fehr dicke Wurmgestalten, Roggensteine, +Erbrensteine, Wirbelbeine von dem Rufgrate auserordent. +licher groser Fische, rehr grose Zungensteine und rehr +schone Krotensteine gesehen. Diese beiden leztern halt das +Volt fur Zungen und Augen von Schlangen, obgleich +Acherlich nicht die geringste Nehnlichkeit zwischen ihnen ift. +Sechstes Capitel. +Meteorologische Beobachtungen Saleeren von +Maltha- politischer und philosophischer Blik auf +den Maltaeserorden Alterthumer und Mundart +auf der Insel Maltha Malthesische Hunde- +Ueberfahrt von Maltha nach Candia Zug- +vogel Ankunft in Uegypten, +Wahrend unsers zivolftagigen Aufhaltes zu Maltha +veranderten sich die Winde von Nord nach Nordoft und +verhinderten das Auslaufen des Schiffes. Sie waren +ungestum; das Meer ward sehr unruhig und der bestandige +Regen, der jezt fiel, kam den Einwohnern als auserors +deutlich vor. Es regnet fonft zu Maltha in dieser +Jahreszeit gar nicht. Glaubwurdige Personen versicherten +mich, fie hatten seit ihrem vierzigjahrigen Aufenthalte auf +dieser Insel im Anfange des Monats Juni. feinen Regeu","39 + +Die Schichten von faltartigen Materien auf Maltha +und Gozo haben auch einen ſehr großen Ueberfluß an +Berſteinerungen und Foſſilien. Man kann ſich leicht eine +reiche Sammlung davon verſchaffen. Ich habe ſphatige +kleine Båre, fehr dicke Wurmgeſtalten, Roggenſteine, +Erbrenſteine, Wirbelbeine von dem Rüfgrate außerordent. +licher großer Fiſche, rehr große Zungenſteine und rehr +ſchone Krotenſteine geſehen. Dieſe beiden leztern hält das +Volt für Zungen und Augen von Schlangen, obgleich +Acherlich nicht die geringſte Nehnlichkeit zwiſchen ihnen ift. + +Sechstes Capitel. + +Meteorologiſche Beobachtungen Saleeren von +Maltha- politiſcher und philoſophiſcher Blik auf +den Maltậeſerorden Alterthümer und Mundart +auf der Inſel Maltha Maltheſiſche Hunde- +Ueberfahrt von Maltha nach Candia Zug- + +vogel Ankunft in Uegypten, + +3, + +Wahrend unſers zivólftågigen Aufhaltes zu Maltha +veränderten ſich die Winde von Nord nach Nordoft und +verhinderten das Auslaufen des Schiffes. Sie waren +ungeſtům; das Meer ward ſehr unruhig und der beſtåndige +Regen, der jezt fiel, kam den Einwohnern als außerors +deutlich vor. Es regnet fonft zu Maltha in dieſer +Jahreszeit gar nicht. Glaubwürdige Perſonen verſicherten +mich, fie håtten ſeit ihrem vierzigjährigen Aufenthalte auf +dieſer Inſel im Anfange des Monats Juni. feinen Regeu + + +","Die Schichten von faltartigen Materien auf Malta und Gozo haben auch einen sehr großen Überfluss an Versteinerungen und Fossilien. Man kann sich leicht eine reiche Sammlung davon verschaffen. Ich habe sphaerige kleine Beeren, fehr dicke Wurmgestalten, Roggensteine, Erbsensteine, Wirbelbeine von dem Rückgrat außerordentlich großer Fische, sehr große Zungensteine und sehr schöne Krotensteine gesehen. Diese beiden letztgenannten halten das Votum für Zungen und Augen von Schlangen, obgleich acherlich nicht die geringste Ähnlichkeit zwischen ihnen ist. + +Sechstes Capitel. + +Meteorologische Beobachtungen Saleeren von Malta - politischer und philosophischer Blick auf den Malteserorden Alterthümer und Mundart auf der Insel Malta Malthesischer Hunde- Ueberfahrt von Malta nach Candia Zugvogel Ankunft in Ägypten, + +Während unseres zwölftägigen Aufenthaltes zu Malta veränderten sich die Winde von Nord nach Nordost und verhinderten das Auslaufen des Schiffes. Sie waren ungestüm; das Meer ward sehr unruhig und der beständige Regen, der jetzt fiel, kam den Einwohnern als außerordentlich vor. Es regnet sonst zu Malta in dieser Jahreszeit gar nicht. Glaubwürdige Personen versicherten mich, sie hatten seit ihrem vierzigjährigen Aufenthalte auf dieser Insel im Anfange des Monats Juni keinen Regen" +Z166069305,68,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000068/full/full/0/native.jpg,"fallen sehen. Ein anderer Gegenstand des Erstaunens +waren die bestandigen Donnerschlage, womit dieser Regen +begleitet war; und die man niemals im Sommer hort: +im Winter hingegen sind sie sehr haufig und heftig. +Das schlechte Wetter, das man far eine auserordents +liche Erscheining in dieser Jahreszeit hielt, brachte die +Galeeren der Religion zuruk. Sie waren mit Unglaubigen +bewaffnet oder vielmehr bepaft, und prachtig ausgeschmuft. +Man weis, das die Hospitalitenbruder von St. +Johann zu Jeruralem ihren Namen mit dem Namen +Ritter vertauschten und mehr eine Vereinigung von +Kriegern als eine Gesellschaft von manchen wurden. Die +Menge von Kriegen, die sie gegen die. Mahommedaner +auszuhalten hatten, geishnte fie an unerschrockenheit. +Ihre Gisch chte ist eine Reihe von friegerischen Heldens +thaten: fie mochten nun der Machi und den unermeslichen +Anstrengungen unterliegen, und Rhodus zu verlassen +gezwungen Peyn, wo sie sich durch ciye Vertheidigung, +die an das Wunderbare grenzt, mit Rahm bedekt hatten; +oder fie mochten zu Maltha der Wuth und der Macht +Solimang fpotten und den turkischen Unternehmungen +ein Ziel reken: kurz, man fah fie bei allen Gelegenheiten +den klugen Muth zeigen, der eine Handvoll Menschen in +eine furchtbare Armee verwandelt. +Um diesen kriegerischen Eifer, diesen Geist der +Schlachten und der Siege zu unterhalten, musten fie: +auch jene Beobachtungen von Reg: lit, jene Formen von +Disciplin, jene strengen Sitten beibehalten, die die Starke +und Dauer jeder Vereinigung von Kriegern ausmachen. +Aber die Unthatigkeit oder vielmehr die Muthlosigkeit der +N u felmanner war auch die Epoche des Verfalls +von den Einrichtungen des Ordens. Man verlies nach +und nach die Gebrauche, die zwar dem Anscheine nach","7 +40 + +fallen ſehen. Ein anderer Gegenſtand des Erſtaunens +waren die beſtåndigen Donnerſchlage, womit dieſer Regen +begleitet war; und die man niemals im Sommer hört: +im Winter hingegen ſind ſie ſehr håufig und heftig. + +Das ſchlechte Wetter, das man får eine außerordents +liche Erſcheining in dieſer Jahreszeit hielt, brachte die +Galeeren der Religion zurük. Sie waren mit Unglaubigen +bewaffnet oder vielmehr bepaft, und prächtig ausgeſchmüft. + +Man weiß, daß die Hoſpitalitenbrüder von St. +Johann zu Jeruralem ihren Namen mit dem Namen +Ritter vertauſchten und mehr eine Vereinigung von +Kriegern als eine Geſellſchaft von manchen wurden. Die +Menge von Kriegen, die ſie gegen die. Mahommedaner +auszuhalten hatten, geishnte fie an unerſchrockenheit. +Ihre Giſch chte iſt eine Reihe von friegeriſchen Heldens +thaten: fie mochten nun der Machi und den unermeßlichen +Anſtrengungen unterliegen, und Rhodus zu verlaſſen +gezwungen Peyn, wo ſie ſich durch ciye Vertheidigung, +die an das Wunderbare grenzt, mit Rahm bedekt hatten; +oder fie mochten zu Maltha der Wuth und der Macht +Solimang fpotten und den türkiſchen Unternehmungen +ein Ziel reken: kurz, man fah fie bei allen Gelegenheiten +den klugen Muth zeigen, der eine Handvoll Menſchen in +eine furchtbare Armee verwandelt. + +Um dieſen kriegeriſchen Eifer, dieſen Geiſt der +Schlachten und der Siegė zu unterhalten, mußten fie: +auch jene Beobachtungen von Reg: lit, jene Formen von +Diſciplin, jene ſtrengen Sitten beibehalten, die die Stärke +und Dauer jeder Vereinigung von Kriegern ausmachen. +Aber die Unthätigkeit oder vielmehr die Muthloſigkeit der + +N u felmanner war auch die Epoche des Verfalls +von den Einrichtungen des Ordens. Man verließ nach +und nach die Gebräuche, die zwar dem Anſcheine nach + + +","fallen sehen. Ein anderer Gegenstand des Erstaunens waren die beständigen Donnerschläge, womit dieser Regen begleitet war; und die man niemals im Sommer hört: im Winter hingegen sind sie sehr häufig und heftig. Das schlechte Wetter, das man für eine außerordentliche Erscheinung in dieser Jahreszeit hielt, brachte die Galeeren der Religion zurück. Sie waren mit Ungläubigen bewaffnet oder vielmehr bepflanzt, und prächtig ausgeschmückt. + +Man weiß, dass die Hospitalitenbrüder von St. Johann zu Jerusalem ihren Namen mit dem Namen Ritter vertauschten und mehr eine Vereinigung von Kriegern als eine Gesellschaft von Mönchen wurden. Die Menge von Kriegen, die sie gegen die Mohammedaner auszuhalten hatten, geischtet ihre Unerschrockenheit. Ihre Geschichte ist eine Reihe von fürchterlichen HeldenThaten: sie mochten nun der Mattigkeit und den unermesslichen Anstrengungen unterliegen, und Rhodus zu verlassen gezwungen sein, wo sie sich durch ihre Vertheidigung, die an das Wunderbare grenzt, mit Ruhm bedeckt hatten; oder sie mochten zu Malta der Wuth und der Macht Salimans spotten und den türkischen Unternehmungen ein Ziel reichen: kurz, man sah sie bei allen Gelegenheiten den klugen Muth zeigen, der eine Handvoll Menschen in eine fürchterliche Armee verwandelt. + +Um diesen kriegerischen Eifer, diesen Geist der Schlachten und der Siege zu unterhalten, mussten sie auch jene Beobachtungen von Rechtlichkeit, jene Formen von Disciplin, jene strengen Sitten beibehalten, die die Stärke und Dauer jeder Vereinigung von Kriegern ausmachen. + +Aber die Unthätigkeit oder vielmehr die Muthlosigkeit der Nüfelmannner war auch die Epoche des Verfalls von den Einrichtungen des Ordens. Man verließ nach und nach die Gebräuche, die zwar dem Anscheine nach" +Z166069305,69,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000069/full/full/0/native.jpg,"kleinlich waren, durch deren Beobachtung fich aber eine. +Pflanzschule von Helden gebildet hatte: Lurus nahm die +Stelle der edlen Einfachbeit der Krieger ein, Musiggang +und seine berberblichen Begleiter folgten auf die Shatig- +keit und halbe Rohheit der Sitten; der Stolz der +fager verschwand vor der Weichlichkeit der Stadte. +Der Stampf zwischen den Rittern und den Turfen war +blos noch ein Phantom, wovon einige armselige Zuge +gegen die Corsareir den Schatten erhalten hatten; die +Kreuzzuge der Galceren waren nur noch Luftfahrten in +den reizenden Hafen Siziliens; die Bewachung dieser +prachtigen Festungen wurde fremden Saldlingen anverz +trauet. +Ein Heer vou Priester umgab den Maltheserorden. +Allenthalben ehrgeizig und unruhig, und noch verwegener +unter einem Himmelsstriche, der die Kopfe erhizt, ertrugen +fie mit ungeduld das Toch der Ritter. Mehr als einmal +hatten sie daffelbe abzuschutteln versucht, indem sie von +ihren Liblingswaffen"", von dem Aberglauben, der Treus +losigkeit und den Lugen, Gebrauch machten. Sie rechneten +auf die Nachlasigkeit und Sorglosigkeit, und hatten kurz +vor unserer Ankunft, fich eines von den Forts zu beinach- +tigen gewagt, welche die Stadt vertheidigen. Dieser +unerwartete Streich erwekte aber, doch nur fur einen +Augenblik, die alte Tapferkeit: funfzig Ritter mit dem +Commandeur d'Arnouville erstiegen das Fort und +ergriffen den grosten Theil der Aufruhrer. Man sprach +zu Malth a noch viel von diesem Aufruhre, bei welchem +der Bischof der Insel kein Fremdling war. +Indeffen war die Oberherrschaft, die der Malthefer +orden uber die beiden kleinen Inseln ausubte, nicht be: +druckend. Die nuglichfte Claffe der Einwohner, die +tandbewohner, wurde geschuzt, und erndtete in Frieden","41 + +kleinlich waren, durch deren Beobachtung fich aber eine. +Pflanzſchule von Helden gebildet hatte: Lurus nahm die +Stelle der edlen Einfachbeit der Krieger ein, Müßiggang +und ſeine berberblichen Begleiter folgten auf die Shatig- +keit und halbe Rohheit der Sitten; der Stolz der +fåger verſchwand vor der Weichlichkeit der Stadte. + +1 + +Der Stampf zwiſchen den Rittern und den Türfen war +bloß noch ein Phantom, wovon einige armſelige Züge +gegen die Corſareir den Schatten erhalten hatten; die +Kreuzzüge der Galceren waren nur noch Luftfahrten in +den reizenden Häfen Siziliens; die Bewachung dieſer +prächtigen Feſtungen wurde fremden Såldlingen anverz +trauet. + +2 + +Ein Heer vou Prieſter umgab den Maltheſerorden. +Allenthalben ehrgeizig und unruhig, und noch verwegener +unter einem Himmelsſtriche, der die Kópfe erhizt, ertrugen +fie mit ungeduld das Toch der Ritter. Mehr als einmal +hatten ſie daffelbe abzuſchütteln verſucht, indem ſie von +ihren Liblingswaffen"", von dem Aberglauben, der Treus +loſigkeit und den Lügen, Gebrauch machten. Sie rechneten +auf die Nachlaßigkeit und Sorgloſigkeit, und hatten kurz +vor unſerer Ankunft, fich eines von den Forts zu beinach- +tigen gewagt, welche die Stadt vertheidigen. Dieſer +unerwartete Streich erwekte aber, doch nur für einen +Augenblik, die alte Tapferkeit: funfzig Ritter mit dem +Commandeur d'Arnouville erſtiegen das Fort und +ergriffen den größten Theil der Aufrührer. Man ſprach +zu Malth a noch viel von dieſem Aufruhre, bei welchem +der Biſchof der Inſel kein Fremdling war. + +} + +Indeffen war die Oberherrſchaft, die der Malthefer +orden über die beiden kleinen Inſeln ausübte, nicht be: +drückend. Die nüglichfte Claffe der Einwohner, die +tandbewohner, wurde geſchůzt, und erndtete in Frieden + + +","Kleinlich waren, durch deren Beobachtung sich aber eine Pflanzschule von Helden gebildet hatte: Laurus nahm die Stelle der edlen Einfachheit der Krieger ein, Musiggang und seine barbarischen Begleiter folgten auf die Schatzigkeit und halbe Rohheit der Sitten; der Stolz der Väter verschwand vor der Weichlichkeit der Städte. + +Der Streit zwischen den Rittern und den Türken war bloß noch ein Phantom, wovon einige armselige Züge gegen die Corsaren den Schatten erhalten hatten; die Kreuzzüge der Galeren waren nur noch Luftfahrten in den reizenden Häfen Siziliens; die Bewachung dieser prächtigen Festungen wurde fremden Söldlingen anvertraut. + +Ein Heer von Priestern umgab den Malteserorden. Allenthalben ehrgeizig und unruhig, und noch verwegen unter einem Himmelsstrich, der die Köpfe erhitzt, ertrugen sie mit Ungeduld das Töchter der Ritter. Mehr als einmal hatten sie däfelbe abzuschütteln versucht, indem sie von ihren Lieblingswaffen"", von dem Aberglauben, der Treulosigkeit und den Lügen, Gebrauch machten. + +Sie rechneten auf die Nachlässigkeit und Sorglosigkeit, und hatten kurz vor unserer Ankunft sich eines von den Forts zu bemächtigen gewagt, welche die Stadt vertheidigen. Dieser unerwartete Streich erwekte aber doch nur für einen Augenblick die alte Tapferkeit: fünfzig Ritter mit dem Commandeur d'Arnouville erstiegen das Fort und ergriffen den größten Teil der Aufrührer. + +Man sprach zu Malta noch viel von diesem Aufruhr, bei welchem der Bischof der Insel kein Fremdling war. Indessen war die Oberherrschaft, die der Malteserorden über die beiden kleinen Inseln ausübte, nicht bedrückend. Die nützlichste Classe der Einwohner, die Landbewohner, wurde geschützt, und erntete in Frieden" +Z166069305,70,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000070/full/full/0/native.jpg,"ohne Thellung und ohne Abgaben die Fruchte ihrer +Urbeit. +Der ftete Ferieg, worin die Ritter mit den Surfer +lebten, und wozu die Verschiedenheit der religiosen Mein +nungeu den anscheinenden Beweggrund gab, war ohne +Zweifel eine onderbare Politif: fie waren aber wirklich +nur der Boripand dazu. +Als siori v. den Rittern son geruralem +fich auf Maltha und Gozo niederzulassent erlaubte, +foderte er von ihnen diefen Zustand von einer steten +Feindseligkeit.' Die Fortpflanzung der christlichen Relis. +gion lag ganz und gar nicht in feinem Plane. Die +Surfen hatten sich damals furchtbar geinacht; fie hat- +ten ihre Eroberungen auf eine fur die europaischen Machte +beunruhigende Weise immer weiter fortgesezt, und der +Monarch fand in einer Vereinigung von Kriegern, die +an die Bekampfung der Murerm anner gewohnt +waren, einen Wall, der seine Befigungen gegen ihre +Unternehmung zu sichern im Stande war, +Auch andere Nationen wusten die Verbindlichkeiten +zu benusen, die der Maltheferorden auf fich gea +genommen hatte. Vorzuglich zog Frankreich grose +Bortheile daraus. Ob nun gleich dieser Orden schon seit +langer Zeit reinen alten Ruhm verlohren hatte, obgleich +sein Krieg gegen die Surfen ein lezres Schreckenbild war, +und ob sich endlich gleich reine Feindseligkeiten nur auf +die Sorenzzuge einiger elenden Saper einschrankten, ro +war der malthefirche Name doch noch so sehr in pen tur. +Eischen Meeren gefurchtet, das die Erscheinung der kleinsten +Felucke, die die Flagge der Religion trug, hinlanglich +war, Furcht und Schrecken daselbst zu verbreiten und zu +verhindern, das die einheimischen Fahrzeuge nichts zu +unternehmen wagten.","42 + +ohne Thellung und ohne Abgaben die Früchte ihrer +Urbeit. + +1 + +1 + +1 + +Der ftete Ferieg, worin die Ritter mit den Surfer +lebten, und wozu die Verſchiedenheit der religioſen Mein +nungeu den anſcheinenden Beweggrund gab, war ohne +Zweifel eine onderbare Politif: fie waren aber wirklich +nur der Boripand dazu. + +Als siori v. den Rittern son geruralem +fich auf Maltha und Gozo niederzulaſſent erlaubte, +foderte er von ihnen diefen Zuſtand von einer ſteten +Feindſeligkeit.' Die Fortpflanzung der chriſtlichen Relis. +gion lag ganz und gar nicht in feinem Plane. Die +Súrfen hatten ſich damals furchtbar geinacht; fie hat- +ten ihre Eroberungen auf eine für die europäiſchen Mächte +beunruhigende Weiſe immer weiter fortgeſezt, und der +Monarch fand in einer Vereinigung von Kriegern, die +an die Bekämpfung der Murerm ånner gewohnt +waren, einen Wall, der ſeine Befigungen gegen ihre +Unternehmung zu ſichern im Stande war, + +3 + +Auch andere Nationen wußten die Verbindlichkeiten +zu benußen, die der Maltheferorden auf fich gea +genommen hatte. Vorzüglich zog Frankreich große +Bortheile daraus. Ob nun gleich dieſer Orden ſchon ſeit +langer Zeit reinen alten Ruhm verlohren hatte, obgleich +ſein Krieg gegen die Sürfen ein lezres Schreckenbild war, +und ob ſich endlich gleich reine Feindſeligkeiten nur auf +die Sorenzzüge einiger elenden Saper einſchränkten, ro +war der malthefirche Name doch noch ſo ſehr in pen tůr. +Eiſchen Meeren gefürchtet, daß die Erſcheinung der kleinſten +Felucke, die die Flagge der Religion trug, hinlänglich +war, Furcht und Schrecken daſelbſt zu verbreiten und zu +verhindern, daß die einheimiſchen Fahrzeuge nichts zu +unternehmen wagten. + +1 + + +","ohne Thellung und ohne Abgaben die Früchte ihrer Urarbeit. +Der stete Fehdezwist, worin die Ritter mit den Türken lebten, und wozu die Verschiedenheit der religiösen Meinungen den anscheinenden Beweggrund gab, war ohne Zweifel eine überaus kluge Politik: sie waren aber wirklich nur der Vorwand dazu. +Als solcher erlaubte er den Rittern, sich auf Malta und Gozo niederzulassen; er forderte von ihnen einen Zustand steter Feindseligkeit. Die Fortpflanzung der christlichen Religion lag ganz und gar nicht in seinem Plane. Die Türken hatten sich damals furchtbar gemacht; sie hatten ihre Eroberungen auf eine für die europäischen Mächte beunruhigende Weise immer weiter fortgesetzt, und der Monarch fand in einer Vereinigung von Kriegern, die an die Bekämpfung der Maurer gewohnt waren, einen Wall, der seine Befugnisse gegen ihre Unternehmungen zu sichern im Stande war. + +Auch andere Nationen wussten die Verbindlichkeiten zu benutzen, die der Malteserorden auf sich genommen hatte. Vorzüglich zog Frankreich große Vorteile daraus. Ob nun gleich dieser Orden schon seit langer Zeit reinen alten Ruhm verloren hatte, obgleich sein Krieg gegen die Türken ein letztes Schreckensbild war, und ob sich endlich gleiche Feindseligkeiten nur auf die Seeräubereien einiger elender Sapper einschränkten, so war der maltesische Name doch noch so sehr in den türkischen Meeren gefürchtet, dass die Erscheinung der kleinsten Fregatte, die die Flagge der Religion trug, hinlänglich war, Furcht und Schrecken daselbst zu verbreiten und zu verhindern, dass die einheimischen Fahrzeuge nichts zu unternehmen wagten." +Z166069305,71,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000071/full/full/0/native.jpg,"Alle Transporte geschahen in denjenigen Hafen, +worin die groste Hanselsthatigkeit herrschte, auf fremden +Schiffen. Marseille und die kleinen umliegenden, +Hafen schiften jahrlich beinahe funfhundert Fahrzeuge +dahin, die nach Verlauf von drei Jahren, wahrend deren +ihre Hemannung auf Kosten der Morgenlander gelebt hatte, +zurakkehrten, und unsere Hafen mit Piaffern aus per +Revante, und mit ungefahr sodo Matrosen bereicherten, +die diere Art von Stuftenhandel gebildet, und in der See +fchiffung eines durch ein Labyrinth von Juseln und Klips +pen gefahrliche Meeres geubt hatte. Diese Handels +und Seereichthumer verdankte Frankreich dem Malthesera +orden, und aus dicfem politischen Gesichtspunkte betrachtet +war es bei der Erhaltung defelben interessirt. +Ehe die Insel Maltha cine Befigung$ er Bruder +don St. Johann zu Jerusalem wurde, war es +nach und nach in den Hander mehrerer Bolker gewesen. +Von den Carthaginiensern an bis zu den Arabern +peranderte es mehrmals reine Gebieter. Man trift daber +auch nicht selten Spuren von Alterthumern an. Im +Jahre 1794. drukte man selbst zu Maltha ein italienis +fches Werk uber mehrer: von diesen alten ueberresten, die +eine Frucht von einem im Jahre 1788 ausgefuhrten Nach +graben waren*). +Soll man einigen Personen glauben, so ist die mals +thefische Sprache noch alter als der groste Theil von den +rummern, die man daselbst entdekt bat, ob man sie +gleich lange Zeit fur ein elenges Gemisch von Arabis +schem und Italienischem hielt. Ein gelehrter +Maltheser Antonio Paralli: hat ganz neuerlich +Degli apanzi di alcuni antichillimi edilizia scoperti in Maltha; +dissertatione storica- critica del March. Barbaro. Con copiofe +apnotazioni del medelimo' alitore 1794 in 4 Fig-","43 + +Alle Transporte geſchahen in denjenigen Hafen, +worin die größte Hanselsthätigkeit herrſchte, auf fremden +Schiffen. Marſeille und die kleinen umliegenden, +Häfen ſchiften jährlich beinahe fünfhundert Fahrzeuge +dahin, die nach Verlauf von drei Jahren, während deren +ihre Hemánnung auf Koſten der Morgenländer gelebt hatte, +zuråkkehrten, und unſere Häfen mit Piaffern aus per +Revante, und mit ungefähr sodo Matroſen bereicherten, +die diere Art von Stúftenhandel gebildet, und in der See +fchiffung eines durch ein Labyrinth von Juſeln und Klips +pen gefährliche Meeres geübt hatte. Dieſe Handels +und Seereichthümer verdankte Frankreich dem Maltheſera +orden, und aus dicfem politiſchen Geſichtspunkte betrachtet +war es bei der Erhaltung defelben intereſſirt. + +Ehe die Inſel Maltha cine Befigung$ er Bruder +don St. Johann zu Jeruſalem wurde, war es +nach und nach in den Händer mehrerer Bolker geweſen. +Von den Carthaginienſern an bis zu den Arabern +peränderte es mehrmals reine Gebieter. Man trift daber +auch nicht ſelten Spuren von Alterthümern an. Im +Jahre 1794. drukte man ſelbſt zu Maltha ein italienis +fches Werk über mehrer: von dieſen alten ueberreſten, die +eine Frucht von einem im Jahre 1788 ausgeführten Nach +graben waren*). + +Soll man einigen Perſonen glauben, ſo iſt die mals +thefiſche Sprache noch ålter als der großte Theil von den +rúmmern, die man daſelbſt entdekt bat, ob man ſie +gleich lange Zeit für ein elenges Gemiſch von Arabis +ſchem und Italieniſchem hielt. Ein gelehrter +Maltheſer Antonio Paralli: hat ganz neuerlich + +Degļi apanzi di alcuni antichillimi edilizia ſcoperti in Maltha; +diſſertatione ſtorica- critica del March. Barbaro. Con copiofe +apnotazioni del medelimo' alitore 1794 in 4 Fig- + + +","Alle Transporte geschahen in denjenigen Häfen, worin die größte Handelstätigkeit herrschte, auf fremden Schiffen. Marseille und die kleinen umliegenden Hafen schifften jährlich beinahe fünfhundert Fahrzeuge dahin, die nach Verlauf von drei Jahren, während deren ihre Heimathung auf Kosten der Morgenländer gelebt hatte, zurückkehrten, und unsere Häfen mit Piaffern aus Peru und mit ungefähr so vielen Matrosen bereicherten, die diese Art von Stützenhandel gebildet, und in der Seefahrt eines durch ein Labyrinth von Juseln und Klippen gefährlichen Meeres geübt hatte. Diese Handels- und Seereichtümer verdankte Frankreich dem Maltheserorden, und aus diesem politischen Gesichtspunkte betrachtet war es bei der Erhaltung desselben interessirt. + +Ehe die Insel Malta eine Besitzung des Bruders St. Johann zu Jerusalem wurde, war sie nach und nach in den Händen mehrerer Völker gewesen. Von den Carthaginensern an bis zu den Arabern wechselte es mehrmals seine Gebieter. Man trifft aber auch nicht selten Spuren von Alterthümern an. Im Jahre 1794 druckte man selbst zu Malta ein italienisches Werk über mehrere von diesen alten Überresten, die eine Frucht von einem im Jahre 1788 ausgeführten Nachgrabens waren. + +Soll man einigen Personen glauben, so ist die maltesische Sprache noch älter als der größte Theil von den Ruinen, die man daselbst entdeckt hat, ob man sie gleich lange Zeit für ein elendes Gemisch von Arabischem und Italienischem hielt. Ein gelehrter Malteser Antonio Paralli hat ganz neuerlich ""Degli avanzi di alcuni antichissimi edifizii scoperti in Malta; dissertazione storica-critica del March. Barbaro. Con copiose annotazioni del medesimo autore 1794 in 4""" +Z166069305,72,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000072/full/full/0/native.jpg,"Feine Nation gegen den Vorwurf gerechtfertige, als hatte +fie keine eigene Mundart, und er beweist, das diere fic +mit den reichsten lebenden Sprachen messen kann*). +Man sieht nur noch fehr selten die artigen Pudele! +mit langen Haaren, die man Malthe ser hunde +nennt, und die man nicht mit dem Bologneserhundchen +verwechseln darf. Die Race dieser kleinen Hunde schien +selbst zu Maltha zu verloschen, denn sie waren daselbst 13 +Tehr selten. Aber man konnte fich leicht eine schone Ark is +Wachtelhunde verschaffen. Dies erinnert mich auch, das +ich nirgend so viele und so schone Dachse angetroffen habe +als auf den Strasen zu Genu a. +Da das Meer ruhig und der Wind gunstig war, fo +verliesen wir den zten Juny 1777 um 3 Uhr Abends +den Hafen von Maltha, und regelten nach der Insel +Candia. +Den sten Morgens bei einem Tehr Ichonen Wetter +und bei einem leichten Nordweftwinde lies sich ein Raub +vogel, der ein Mannchen von einem Sperber **) zu seyn 6 +schien, auf der Segelftange der Fregatte nieder: wir +waren vierzehn bis funfzehn franzsfische Meilen von jedem +Lande entfernt. Die Matrosen nannten ihn einen Coro +Paren, weil er die Wachteln und, andere Zugvegel, die +uber diese Meere fliegen, wegfangt; eine Ueberfahrt, die +eine Menge von Gefahren begleitet: bald werden diese +interessanten und vertheidigungslosen Wesen durch die +ungestumen Winde in die Wellen herabgesturzt, bald +durch die grausamen Klanen berlugelter Kreuger zerfleischt, +und wenn sie a. ien Ufera anlangen, die ihnen nach lo +Nom +*) Worterbuch der maltheriiden Sprade. +***) Falco nisus. Lin.","44 + +Feine Nation gegen den Vorwurf gerechtfertige, als hätte +fie keine eigene Mundart, und er beweiſt, daß diere fic +mit den reichſten lebenden Sprachen meſſen kann*). + +Man ſieht nur noch fehr ſelten die artigen Pudele! +mit langen Haaren, die man Malthe ſer hunde +nennt, und die man nicht mit dem Bologneſerhündchen +verwechſeln darf. Die Race dieſer kleinen Hunde ſchien +ſelbſt zu Maltha zu verloſchen, denn ſie waren daſelbſt 13 +Tehr ſelten. Aber man konnte fich leicht eine ſchöne Ark is +Wachtelhunde verſchaffen. Dies erinnert mich auch, daß +ich nirgend ſo viele und ſo ſchöne Dachſe angetroffen habe +als auf den Straßen zu Genu a. + +Da das Meer ruhig und der Wind günſtig war, fo +verließen wir den zten Juny 1777 um 3 Uhr Abends +den Hafen von Maltha, und regelten nach der Inſel +Candia. + +Den sten Morgens bei einem Tehr Ichónen Wetter +und bei einem leichten Nordweftwinde ließ ſich ein Raub +vogel, der ein Månnchen von einem Sperber **) zu ſeyn 6 +ſchien, auf der Segelftange der Fregatte nieder: wir +waren vierzehn bis funfzehn franzsfiſche Meilen von jedem +Lande entfernt. Die Matroſen nannten ihn einen Coro +Paren, weil er die Wachteln und, andere Zugvégel, die +über dieſe Meere fliegen, wegfängt; eine Ueberfahrt, die +eine Menge von Gefahren begleitet: bald werden dieſe +intereſſanten und vertheidigungsloſen Weſen durch die +ungeſtümen Winde in die Wellen herabgeſtürzt, bald +durch die grauſamen Klanen berlügelter Kreuger zerfleiſcht, +und wenn ſie a. ién Ufera anlangen, die ihnen nach lo + +Nom + +*) Wörterbuch der maltheriiden Šprade. +1796. + +***) Falco niſus. Lin. + + +","Feine Nation gegen den Vorwurf gerechtfertigt, als hatte sie keine eigene Mundart, und er beweist, dass diese mit den reichsten lebenden Sprachen messen kann). Man sieht nur noch sehr selten die artigen Pudel! mit langen Haaren, die man Maltheserhunde nennt, und die man nicht mit dem Bologneserhundchen verwechseln darf. Die Rasse dieser kleinen Hunde schien selbst zu Malta zu verloschen, denn sie waren daselbst 13 sehr selten. + +Aber man konnte sich leicht eine schöne Art Wachtelhunde verschaffen. Dies erinnert mich auch, dass ich nirgend so viele und so schöne Dachse angetroffen habe als auf den Strassen zu Genua. + +Da das Meer ruhig und der Wind günstig war, verließen wir den 21ten Juni 1777 um 3 Uhr Abends den Hafen von Malta, und segelten nach der Insel Candia. + +Den nächsten Morgen bei einem sehr schönen Wetter und bei einem leichten Nordwestwinde lies sich ein Raubvogel, der ein Männchen von einem Sperber zu sein schien, auf der Segelfähne der Fregatte nieder: wir waren vierzehn bis fünfzehn französische Meilen von jedem Lande entfernt. Die Matrosen nannten ihn einen Corvo Paren, weil er die Wachteln und andere Zugvögel, die über diese Meere fliegen, wegfangt; eine Überfahrt, die eine Menge von Gefahren begleitet: bald werden diese interessanten und vertheidigungslosen Wesen durch die ungestümen Winde in die Wellen herabgestürzt, bald durch die grausamen Klauen berüchtigter Kreuger zerfleischt, und wenn sie an einen Ufer anlangen, die ihnen nach dem Nom +*) Wörterbuch der maltesischen Sprache. +***) Falco nisus. Linn. + +Den ersten Morgens bei einem sehr schönen Wetter +und bei einem leichten Nordwestwinde lies sich ein Raub +vogel, der ein Mannchen von einem Sperber **) zu seyn +schien, auf der Segelftange der Fregatte nieder: wir +waren vierzehn bis funfzehn franzosische Meilen von jedem +Lande entfernt." +Z166069305,73,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000073/full/full/0/native.jpg,"vielen Gefahren und Muhreligkeiten Ruhe gewahren konne +ten, todtet sie der Mensch, welcher der gefahrlichste und +gefuhlloseste unter ihren Feinden ist. +Wir regelten nach Osten, und bald wehete der Wind +aus dieser Gegend, und blieb uns nicht allein zwei Tage +lang zu wider, sondern wurde auch sehr heftig und bob +das. Meer auf eine Art die dem Schiffe sehr beschwerlich +war. Der Sturmvogel*), der Vorlaufer der Sturme, +hatte sich uber der Furche, die unser Schiff hinter sich +lies, gezeigt, und uns auf denjenigen vorbereitet, den +wir jest ausstanden. +Den 12ten war der Himmel heiter, ein gunstiger +: Wind schwellte unsere Segel an, und wir bekamen die +Insel Cerigo, das alte Cythere, zu Gesichte, wo +Venus landete, als sie aus dem Schaum des Meeres +gebildet worden war. +In einer geringen Entfernung davon entdekten wir +auch vier, durre, unbewohnte senkrechte gelsen. +Dvo, +deffen Gestalt einem Eie ziemlich ahnlich ist, die beiden +Couffes, die ziemlich gut die Art von Korben vorstellen, +die man so in dein levantischen Handel nennt; endlich +Cerigotte oder klein Cerigo. +Den 13ten warfen wir in der tiefen Bay von Sude +auf der Insel Candia Auker. +Den Tag nach unserer Abreise von Maltha, und +fwar gerade an dem Tage, als ein Sperber sich auf dies +Segelstange der Fregatte regte, liesen sich auch zwei ans +dere Vogel, eine kleine graue Grasmuicke **) und eine gelbe +*) Procellaria pelagica Lin. +**) Motacilla passerina Lin.","45 + +vielen Gefahren und Mühreligkeiten Ruhe gewahren könne +ten, tódtet ſie der Menſch, welcher der gefährlichſte und +gefühlloſeſte unter ihren Feinden iſt. + +1 + +Wir regelten nach Oſten, und bald wehete der Wind +aus dieſer Gegend, und blieb uns nicht allein zwei Tage +lang zu wider, ſondern wurde auch ſehr heftig und bob +das. Meer auf eine Art die dem Schiffe ſehr beſchwerlich +war. Der Sturmvogel*), der Vorläufer der Stürme, +hatte ſich über der Furche, die unſer Schiff hinter ſich +ließ, gezeigt, und uns auf denjenigen vorbereitet, den +wir jeßt ausſtanden. + +Den 12ten war der Himmel heiter, ein günſtiger +: Wind ſchwellte unſere Segel an, und wir bekamen die + +Inſel Cerigo, das alte Cythere, zu Geſichte, wo +Venus landete, als ſie aus dem Schaum des Meeres +gebildet worden war. + +In einer geringen Entfernung davon entdekten wir +auch vier, dürre, unbewohnte ſenkrechte gelſen. + +Dvo, +deffen Geſtalt einem Eie ziemlich ähnlich iſt, die beiden +Couffes, die ziemlich gut die Art von Korben vorſtellen, +die man ſo in dein levantiſchen Handel nennt; endlich +Cerigotte oder klein Cerigo. + +Den 13ten warfen wir in der tiefen Bay von Sude +auf der Inſel Candia Auker. + +Den Tag nach unſerer Abreiſe von Maltha, und +fwar gerade an dem Tage, als ein Sperber ſich auf dies +Segelſtange der Fregatte regte, ließen ſich auch zwei ans +dere Vogel, eine kleine graue Grasmuicke **) und eine gelbe + +*) Procellaria pelagica Lin. +**) Motacilla paſſerina Lin. + + +","Viele Gefahren und Mühseligkeiten Ruhe gewähren können, +tötet sie der Mensch, welcher der gefährlichste und gefühlloseste unter ihren Feinden ist. + +Wir segelten nach Osten, und bald wehte der Wind aus dieser Gegend, und blieb uns nicht allein zwei Tage lang zuwider, sondern wurde auch sehr heftig und hob das Meer auf eine Art, die dem Schiffe sehr beschwerlich war. Der Sturmvogel*), der Vorläufer der Stürme, hatte sich über der Furche, die unser Schiff hinter sich ließ, gezeigt, und uns auf denjenigen vorbereitet, den wir jetzt ausstanden. + +Den 12ten war der Himmel heiter, ein günstiger Wind schwellte unsere Segel an, und wir bekamen die Insel Cerigo, das alte Cythere, zu Gesichte, wo Venus landete, als sie aus dem Schaum des Meeres gebildet worden war. In einer geringen Entfernung davon entdeckten wir auch vier dürre, unbewohnte senkrechte Gelsen. + +Dvo, die Gestalt einem Ei ziemlich ähnlich ist, die beiden Couffes, die ziemlich gut die Art von Korben vorstellen, die man so in dem levantischen Handel nennt; endlich Cerigotte oder klein Cerigo. + +Den 13ten warfen wir in der tiefen Bay von Sude auf der Insel Candia Anker. Den Tag nach unserer Abreise von Malta, und es war gerade an dem Tage, als ein Sperber sich auf die Segelstange der Fregatte regte, ließen sich auch zwei andere Vögel, eine kleine graue Grasmücke **) und eine gelbe Procellaria pelagica Lin. + +**) Motacilla passerina Lin." +Z166069305,74,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000074/full/full/0/native.jpg,"Bachstelze*) auf den Segelwerken nieder. Da fte aber +weniger im Stande waren, die Muhreligkeiten einer ro +langen Reise zu ertragen, po liesen fie fich rait den Han. +den fangen. Man uberlieferte sie mir, weil ihre kleinen +Kerper nur wenig zu cien gaben. Ich bradyte fie in die +grose Kammer, und gab ihnen ihre Freiheit wieder. Sei +es nun, das fie die Sturme vorausfuhlten, die uns den +vorigen Tag uberfielen, oder das, da sie kein Land entdek, +ten, fie fich auf das hohe Meer zu wagen furchteten, +genug, fie kehrten nach einigem Hcrumflattern wiederum +durch das Fenster zurut, wo ich sie hinausgelassen hatte. +Von diesem Augenblicke an, verliesen sie die grose Kama +mer nicht mehr, und wenn sie von irgend einem Gerausche +erschrekt wnrben und durch ein Fenster des Sintertheiles +oder durch ein Schiesloch hinaus flogin, fo kehrten fie +gar bald auf einer andern Seite wieder zuruk. Ob fie +gleich Vogel verschiedener Art waren, fo lebten fie doch +im besten Einverstandnis miteinander; fie spielten auf +den schreklichen Maschinen, die Schrecken und Tod in +der Ferne verbreiten. Auf eine Konone batte man ihnen +ein wenig suses Wasser gesezt und Brodkrume gelegt: +fie war auch ihr Ruheplaz. Sie waren sehr zutraus +lich: fie sprangen uber unsern Tisch, ipo taglich vier und +zwanzig Personen mit vielem Gerausche speisten, und +diese liebenswurdigen Gaste machten durch ihr Zwitschern +und ihre lebhaften und anmuthigen Bewegungen einen fo +einformigen und armseligen Aufenthaltsort angenehm. +Als wir uns den Kusten der Insel Candia naherten,. +verliesen uns unsers artigen und interessanten Seefahrer, +und liesen ein leises Pfeifen, die fusen Zone ihrer Freude +und vielleicht ihrer Erkenntlichkeit, horen. +Ich habe noch ziet andere mal Gelegenheit gehabt, +das alte Creta zu besuchen, und die Beobachtungen, +* Motacilla baarula tin.","46 + +Bachſtelze*) auf den Segelwerken nieder. Da fte aber +weniger im Stande waren, die Mühreligkeiten einer ro +langen Reiſe zu ertragen, po ließen fie fich rait den Hån. +den fangen. Man überlieferte ſie mir, weil ihre kleinen +Kerper nur wenig zu cien gaben. Ich bradyte fie in die +große Kammer, und gab ihnen ihre Freiheit wieder. Sei +es nun, daß fie die Stürme vorausfühlten, die uns den +vorigen Tag überfielen, oder daß, da ſie kein Land entdek, +ten, fie fich auf das hohe Meer zu wagen fürchteten, +genug, fie kehrten nach einigem Hcrumflattern wiederum +durch das Fenſter zurüt, wo ich ſie hinausgelaſſen hatte. +Von dieſem Augenblicke an, verließen ſie die große Kama +mer nicht mehr, und wenn ſie von irgend einem Geräuſche +erſchrekt wnrben und durch ein Fenſter des Sintertheiles +oder durch ein Schießloch hinaus flogin, fo kehrten fie +gar bald auf einer andern Seite wieder zurük. Ob fie +gleich Vogel verſchiedener Art waren, fo lebten fie doch +im beſten Einverſtändniß miteinander; fie ſpielten auf +den ſchreklichen Maſchinen, die Schrecken und Tod in +der Ferne verbreiten. Auf eine Konone batte man ihnen +ein wenig ſüßes Waſſer geſezt und Brodkrume gelegt: +fie war auch ihr Ruheplaz. Sie waren ſehr zutraus +lich: fie ſprangen über unſern Tiſch, ipo täglich vier und +zwanzig Perſonen mit vielem Geråuſche ſpeiſten, und +dieſe liebenswürdigen Gåſte machten durch ihr Zwitſchern +und ihre lebhaften und anmuthigen Bewegungen einen fo +einförmigen und armſeligen Aufenthaltsort angenehm. +Als wir uns den Küſten der Inſel Candia näherten,. +verließen uns unſers artigen und intereſſanten Seefahrer, +und ließen ein leiſes Pfeifen, die füßen Zone ihrer Freude +und vielleicht ihrer Erkenntlichkeit, hören. + +Ich habe noch ziet andere mal Gelegenheit gehabt, +das alte Creta zu beſuchen, und die Beobachtungen, + +* Motacilla baarula tin. + + +","Bachstelze*) auf den Segelwerken nieder. Da waren sie aber weniger im Stande, die Mühseligkeiten einer so langen Reise zu ertragen, so ließen sie sich von den Händen fangen. Man überließ sie mir, weil ihre kleinen Körper nur wenig zu kosten gaben. Ich brachte sie in die große Kammer und gab ihnen ihre Freiheit wieder. Sei es nun, dass sie die Stürme vorausfühlten, die uns den vorigen Tag überfielen, oder das, dass sie kein Land entdeckten, sie sich auf das hohe Meer zu wagen fürchteten, genug, sie kehrten nach einigem Herumflattern wiederum durch das Fenster zurück, wo ich sie hinausgelassen hatte. Von diesem Augenblicke an verließen sie die große Kammer nicht mehr, und wenn sie von irgend einem Geräusche erschreckt wurden und durch ein Fenster des Sintertheiles oder durch ein Schießloch hinaus flogen, so kehrten sie gar bald auf einer andern Seite wieder zurück. Ob sie gleich Vögel verschiedener Art waren, so lebten sie doch im besten Einverständnis miteinander; sie spielten auf den schrecklichen Maschinen, die Schrecken und Tod in der Ferne verbreiten. Auf eine Kanone hatte man ihnen ein wenig süßes Wasser gesetzt und Brodkrümel gelegt: sie war auch ihr Ruheplatz. Sie waren sehr zutrauisch: sie sprangen über unseren Tisch, wo täglich vierundzwanzig Personen mit vielem Geräusche speisten, und diese liebenswürdigen Gäste machten durch ihr Zwitschern und ihre lebhaften und anmutigen Bewegungen einen so einformigen und armseligen Aufenthaltsort angenehm. + +Als wir uns den Küsten der Insel Candia näherten, verließen uns unsere artigen und interessanten Seefahrer, und ließen ein leises Pfeifen, die ersten Zone ihrer Freude und vielleicht ihrer Erkenntlichkeit, hören. +Ich habe noch zeit andere mal Gelegenheit gehabt, das alte Creta zu besuchen, und die Beobachtungen, +* Motacilla alba tin." +Z166069305,75,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000075/full/full/0/native.jpg,"dle ich hier gemacht habe, werden ire Stelle ia meiner +Reise nach Griechenland finden, die unmittelbar +auf diere Reise nach degypten folgen soll. Wir liefen zu +Paleo- Caftro, dem Vorgebirge Salomon gegen: +uber, an der sftlichften Spige der Insel Candia ein. +An diefem Ufer findet man keine andern Bohnungen als +Schaferhutten. Der Anblik eines Kriegsschiffes in Bes +gleitung einer Felucke brachte diese friedlichen Hirien auf +den Gedanken, es sei ein malthefisches Fahrzeug: fie +Alohen daher mit ihren zahlreichen Heerden in das Innere +der Insel, und uberliesen uns eine Cufte, die unsere +Ankunft in einem Augenblicke zur Eindde gemacht hatte. +Nach wenigen Tagen erreichten wir die nieorigen und +fandigen Ufer 4 egyptens.","47 + +3 + +dle ich hier gemacht habe, werden iðre Stelle ia meiner +Reiſe nach Griechenland finden, die unmittelbar +auf diere Reiſe nach degypten folgen ſoll. Wir liefen zu +Paleo- Caftro, dem Vorgebirge Salomon gegen: +ůber, an der sftlichften Spige der Inſel Candia ein. +An diefem Ufer findet man keine andern Bohnungen als +Schäferhütten. Der Anblik eines Kriegsſchiffes in Bes +gleitung einer Felucke brachte dieſe friedlichen Hirien auf +den Gedanken, es ſei ein malthefiſches Fahrzeug: fie +Alohen daher mit ihren zahlreichen Heerden in das Innere +der Inſel, und überließen uns eine Cufte, die unſere +Ankunft in einem Augenblicke zur Eindde gemacht hatte. +Nach wenigen Tagen erreichten wir die nieorigen und +fandigen Ufer 4 egyptens. + +! + +i + +1 + + +","Die ich hier gemacht habe, werden ihre Stelle in meiner Reise nach Griechenland finden, die unmittelbar auf diese Reise nach Ägypten folgen soll. Wir liefen zu Paleo-Kastro, dem Vorgebirge Salomon gegenüber, an der südlichsten Spitze der Insel Candia ein. An diesem Ufer findet man keine anderen Bewohnungen als Schäferhütten. Der Anblick eines Kriegsschiffes in Begleitung einer Feluke brachte diese friedlichen Hirten auf den Gedanken, es sei ein malthesisches Fahrzeug: sie alohen daher mit ihren zahlreichen Herden in das Innere der Insel, und überließen uns eine Küste, die unsere Ankunft in einem Augenblicke zur Einsiedde gemacht hatte. Nach wenigen Tagen erreichten wir die nieorigen und fandigen Ufer Ägyptens." +Z166069305,76,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000076/full/full/0/native.jpg,"Siebentes Capitel. +Wusten Lybiens Kusten von Aegypten +Thurm der Araber Annaherung an Atepan- +drien seine Hafen sein Handel Blik +auf die Stadt Alexandrien. +Wenn +Senn man im Ungesicht der afrikanischen Kusten nach +Often zu steuert, und vor Derne*) vorbei ist, wo die +turkischen Fahrzeuge manchmal anlanden, so bleibt bis +nach Alexandrien eine lange Strecke von ganzlich uns +bekannten Ufern ubrig. Mitten in diesen gluhenden +Ebenen, dem ewigen Erbtheile der Unfruchtbarkeit, mus +man die westlichen Grenzen von Aegypten suchen; +Grenzen, die schon von den altesten Zeiten her unbestimmt +waren. Zwischen den beiden Volfern am See Marcos +tis, der heut zu Tage trocken ist, entstanden wegen der +Grenzen Aegyptens und rybiens Schwierigkeiten; +fie fragten daher das Drakel des Jupiter Ammons +um Rath, das nach Herodotus Bericht den Ausspruch +that, alles Land, das der Nil bei seinen Ueberschwemmun- +gen bedecke, muffe zu dein Ersten von diesen beiden Lans +dern gerechnet, werden; aber, dies ist eine sehr ungewisse +Grenzlinie, weil sie von dem grosern oder geringern Fleiselt +und von der Arbeit der Einwohner abhangt, wodurch das +*) Wahrscheinlich das Derrhis extrema des Strabo und +Ptolem 6.","48 + +1 + +Siebentes Capitel. + +Wüſten Lybiens Kúſten von Aegypten +Thurm der Araber Annäherung an Atepan- +drien ſeine Häfen ſein Handel Blik + +auf die Stadt Alexandrien. + +# + +D + +Wenn + +1 + +yu + +1 + +Senn man im Ungeſicht der afrikaniſchen Küſten nach +Often zu ſteuert, und vor Derne*) vorbei iſt, wo die +türkiſchen Fahrzeuge manchmal anlanden, ſo bleibt bis +nach Alexandrien eine lange Strecke von gånzlich uns +bekannten Ufern übrig. Mitten in dieſen glühenden +Ebenen, dem ewigen Erbtheile der Unfruchtbarkeit, muß +man die weſtlichen Grenzen von Aegypten ſuchen; +Grenzen, die ſchon von den älteſten Zeiten her unbeſtimmt +waren. Zwiſchen den beiden Volfern am See Marcos +tis, der heut zu Tage trocken iſt, entſtanden wegen der +Grenzen Aegyptens und rybiens Schwierigkeiten; +fie fragten daher das Drakel des Jupiter Ammons +um Rath, das nach Herodotus Bericht den Ausſpruch +that, alles Land, das der Nil bei ſeinen Ueberſchwemmun- +gen bedecke, müffe zu dein Erſten von dieſen beiden Låns +dern gerechnet, werden; aber, dies iſt eine ſehr ungewiſſe +Grenzlinie, weil ſie von dem großern oder geringern Fleißelt +und von der Arbeit der Einwohner abhängt, wodurch das + +1: 4 + +*) Wahrſcheinlich das Derrhis extrema des Strabo und + +Ptolem 6. + + +","Siebentes Capitel. +Wüsten Lybiens Küsten von Aegypten +Thurm der Araber Annäherung an Alexandria, +seine Häfen, sein Handel, Blick auf die Stadt Alexandrien. + +Wenn man im Ungesicht der afrikanischen Küsten nach Osten zu steuert und vor Derrne*) vorbei ist, wo die türkischen Fahrzeuge manchmal anlanden, so bleibt bis nach Alexandria eine lange Strecke von ganzlich uns bekannten Ufern übrig. Mitten in diesen glühenden Ebenen, dem ewigen Erbtheile der Unfruchtbarkeit, muss man die westlichen Grenzen von Aegypten suchen; Grenzen, die schon von den ältesten Zeiten her unbestimmt waren. + +Zwischen den beiden Völkern am See Mareotis, der heut zu Tage trocken ist, entstanden wegen der Grenzen Aegyptens und Lybiens Schwierigkeiten; sie fragten daher das Orakel des Jupiter Ammons um Rath, das nach Herodotus Bericht den Ausspruch that, alles Land, das der Nil bei seinen Überschwemmungen bedecke, müsse zu dem Ersten von diesen beiden Ländern gerechnet werden; aber dies ist eine sehr ungewisse Grenzlinie, weil sie von dem größern oder geringern Fleiß und von der Arbeit der Einwohner abhängt, wodurch das + +*) Wahrscheinlich das Derrhis extrema des Strabo und Ptolemäus 6." +Z166069305,77,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000077/full/full/0/native.jpg,"Wasser nach den verschiedenen Orten gebracht wird. Was +ist auch ubrigens an einer genauen Theilung dieser Sands +wuften gelegen, da niemand seinen Aufenthalt daselbst +aufschlagen kann? +Wenn diese Ufer aber auch keinen Reig fur den Han +del und die Neugierde habent, To find fie doch fur die +Schifffahrt fehr gefahrlich. Da sie kaum uber das Meer +hervorragen, so wird man sie in der Ferne nicht gewahr. +Ein Schiff, das sich wegen der Seewinde in der grosen +Vertiefung halten mus, die man auf unsern Charten mit +dein Namen des Neerbufen der Araber bezeichnet, +hat keine Sicherheit zu hoffen: kein Kafen, keins Rhede +offnet ihm eine sichere Freistatt, und wenn es nicht dem +Ungestum der Winde und Wellen, die dasselbe an die +Kuste treiben, trosen kann, so mus es hier zu Grunde +gehen. Man darf nicht auf die Versicherung einiger +Uraber bauen, die mir in dem nach ihnen benannten +Meerbusen drei Hafen angezeigten, wonn fie Einen, den +file Solimann nannten, als einen vortreflichen Anker- +pla; schilderten. Die Seefahrer wurden unbesonnen han. +deln, wenn fie fich, nach solchen& userst perdachtigen +Anzeigen, Gefahren preis geben wollten; und indem fie +wahnten, daselbst in verzweifelten Umstanden irgend eine +Zuflucht finden zu konnen, wurden fte grose Gefahr laufen, +( ihre Fahrzeuge musten denn beffer bewaffnet reyn, als +der groste Theil derjenigen, womit die levantischen Meere +Bedekt find) auf einem den Kaubereien der Afrikaner +ausgesezten Meere ihren gewissen Untergang zu finden. +Die Annaherung an Ulexandrien ist auch gefahr. +lich: dieser Theil Aegyptens ist so niedrig, das man +fich ihm nur mit vieler Vorsicht nahern darf. Wenn +man von der Kuste von libyen, 8. i. vom Abend her- +tommt, so ist das Erfte, was man von Aegypten zu +Gefichte bekommt, ubousir, von den Europaern der +Sonnini Reisen ir BD.","49 + +Waſſer nach den verſchiedenen Orten gebracht wird. Was +iſt auch übrigens an einer genauen Theilung dieſer Sands +wüften gelegen, da niemand ſeinen Aufenthalt daſelbſt +aufſchlagen kann? + +5 + +! + +Wenn dieſe Ufer aber auch keinen Reig für den Han +del und die Neugierde habent, To find fie doch für die +Schifffahrt fehr gefährlich. Da ſie kaum über das Meer +hervorragen, ſo wird man ſie in der Ferne nicht gewahr. +Ein Schiff, das ſich wegen der Seewinde in der großen +Vertiefung halten muß, die man auf unſern Charten mit +dein Namen des Neerbufen der Araber bezeichnet, +hat keine Sicherheit zu hoffen: kein Kafën, keins Rhede +öffnet ihm eine ſichere Freiſtatt, und wenn es nicht dem +Ungeſtům der Winde und Wellen, die daſſelbe an die +Küſte treiben, troßen kann, ſo muß es hier zu Grunde +gehen. Man darf nicht auf die Verſicherung einiger +Uraber bauen, die mir in dem nach ihnen benannten +Meerbuſen drei Häfen angezeigten, wonn fie Einen, den +file Solimann nannten, als einen vortreflichen Anker- +pla; ſchilderten. Die Seefahrer würden unbeſonnen han. +deln, wenn fie fich, nach ſolchen& ußerſt perdächtigen +Anzeigen, Gefahren preis geben wollten; und indem fie +wähnten, daſelbſt in verzweifelten Umſtänden irgend eine +Zuflucht finden zu können, würden fte große Gefahr laufen, +( ihre Fahrzeuge můßten denn beffer bewaffnet reyn, als +der größte Theil derjenigen, womit die levantiſchen Meere +Bedekt find) auf einem den Käubereien der Afrikaner +ausgeſezten Meere ihren gewiſſen Untergang zu finden. + +Die Annäherung an Ulexandrien iſt auch gefahr. +lich: dieſer Theil Aegyptens iſt ſo niedrig, daß man +fich ihm nur mit vieler Vorſicht nähern darf. Wenn +man von der Küſte von libyen, 8. i. vom Abend her- +tommt, ſo iſt das Erfte, was man von Aegypten zu +Gefichte bekommt, ubouſir, von den Europäern der + +Sonnini Reiſen ir BD. + + +","Wasser nach den verschiedenen Orten gebracht wird. Was ist auch übrigens an einer genauen Theilung dieser Sandwüsten gelegen, da niemand seinen Aufenthalt daselbst aufschlagen kann? Wenn diese Ufer aber auch keinen Reiz für den Handel und die Neugierde haben, so finden sie doch für die Schifffahrt sehr gefährlich. Da sie kaum über das Meer hervorragen, so wird man sie in der Ferne nicht gewahr. Ein Schiff, das sich wegen der Seewinde in der großen Vertiefung halten muss, die man auf unseren Charten mit dem Namen des Neerbufen der Araber bezeichnet, hat keine Sicherheit zu hoffen: kein Hafen, keines Rettungsstätte offnet ihm eine sichere Freistatt, und wenn es nicht dem Ungestüm der Winde und Wellen, die dasselbe an die Küste treiben, trotzen kann, so muss es hier zu Grunde gehen. Man darf nicht auf die Versicherung einiger Araber bauen, die mir in dem nach ihnen benannten Meerbusen drei Hafen angezeigt haben, wenn sie Einen, den sie Solimann nannten, als einen vortrefflichen Ankerplatz schilderten. Die Seefahrer würden unbesonnen handeln, wenn sie sich, nach solchen überstürzten Anzeigen, Gefahren preis gäben wollten; und indem sie wähnten, daselbst in verzweifelten Umständen irgend eine Zuflucht finden zu können, würden sie große Gefahr laufen, ihre Fahrzeuge müssten denn besser bewaffnet sein, als der größte Teil derjenigen, womit die levantischen Meere bedeckt sind) auf einem dem Kaubereien der Afrikaner ausgesetzten Meere ihren gewissen Untergang zu finden. + +Die Annäherung an Alexandria ist auch gefährlich: dieser Teil Ägyptens ist so niedrig, dass man sich ihm nur mit vieler Vorsicht nähern darf. Wenn man von der Küste von Lybien, d.i. vom Abend herkommt, so ist das Erste, was man von Ägypten zu Gesichte bekommt, Ubusir, von den Europäern Sonnini Reisen ir BD." +Z166069305,78,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000078/full/full/0/native.jpg,"Shurm der Araber genannt, Es find zwei Anhdhen, +auf deren jeder sich ein Thurm erhebt. Man sieht sie auf +dem Meere vier Meilen weit. Der Eine von dieren Churs +men ift rund, der andere viereckig. So erschienen fie +wenigstens mir, als ich sie auf dem Meere zu Gesichte +bekam. Gleichwohl fonnte es scheinen, als wenn sie nicht +fo gestaltet waren, als ich sie aus der Ferne gesehen habe, +denn Granger, der sie besucht zu haben scheint, giebt +cine andere Beschreibung davon*). +Der Theil der Kusten von Aegypten, der von +Alejandrien oftwarts liegt, unterscheidet sich deutlich +von der westlichen Kuste. Sie find weniger niedrig und +von mehrern Anhohen durchschnitten; sie haben auch +nicht ganz das nafte Anfehen: man bemerkt daselbst einige +Spuren von Anbau, Dattelbaume und Wohnungen. +Endlich ist man gewis versichert, das man beim Anblicke +der Saule des Pompejus ,, vor welcher zwei kleine +Berge hinter der jebigen Stadt in den Ringmauern der +alten stehen, sich in der Richtung von Alexandrien +befindet. Von welcher Seite aber man auch an diesen +gefahrlichen Kusten landen mag, man kann nicht genug +Vorsicht gebrauchen, weil man alle diese Gegenstande in +feiner grosen Entfernung zu Gesichte bekommt, und weil +die Stromungen die Schiffe fortreisen, und mit einem +*) Um westlichen Ende dieses Sees( Mareotis) sieht man +den Thurm der Araber, den die Eingebornen das Schlos von +ubousie nennen. Es ist wirklich ein vieredigtes Schlos, +achtzig Fus hoc deffen Seiten jede zweihundert und funfzig +Fus breit sind. Es ist von sehr schonen Quatersteinen erbauete +die Mauern sind 14 Fus dit. Eine Viertelmeile von diesem +Schlosse findet man einen andern Thurm, der unten vieredig +omar +und oben ennd ist, und sechs Meilen weiter, immer an der West: +taste hin, steht noch Einer, an dessen Mauern man ueberreste +Don arabischen Aufschriften fieht. Man fehe Granger Erzah. +lung einer Oteise nach Aegypten.","50 + +Shurm der Araber genannt, Es find zwei Anhdhen, +auf deren jeder ſich ein Thurm erhebt. Man ſieht ſie auf +dem Meere vier Meilen weit. Der Eine von dieren Chůrs +men ift rund, der andere viereckig. So erſchienen fie +wenigſtens mir, als ich ſie auf dem Meere zu Geſichte +bekam. Gleichwohl fónnte es ſcheinen, als wenn ſie nicht +fo geſtaltet wåren, als ich ſie aus der Ferne geſehen habe, +denn Granger, der ſie beſucht zu haben ſcheint, giebt +cine andere Beſchreibung davon*). + +11 + +重 + +! + +Der Theil der Küſten von Aegypten, der von +Alejandrien oftwarts liegt, unterſcheidet ſich deutlich +von der weſtlichen Küſte. Sie find weniger niedrig und +von mehrern Anhöhen durchſchnitten; ſie haben auch +nicht ganz das nafte Anfehen: man bemerkt daſelbſt einige +Spuren von Anbau, Dattelbåume und Wohnungen. +Endlich iſt man gewiß verſichert, daß man beim Anblicke +der Säule des Pompejus ,, vor welcher zwei kleine +Berge hinter der jebigen Stadt in den Ringmauern der +alten ſtehen, ſich in der Richtung von Alexandrien +befindet. Von welcher Seite aber man auch an dieſen +gefährlichen Küſten landen mag, man kann nicht genug +Vorſicht gebrauchen, weil man alle dieſe Gegenſtånde in +feiner großen Entfernung zu Geſichte bekommt, und weil +die Stromungen die Schiffe fortreißen, und mit einem + +。 + +1 + +*) Um weſtlichen Ende dieſes Sees( Mareotis) ſieht man + +den Thurm der Araber, den die Eingebornen das Schloß von +ubouſie nennen. Es iſt wirklich ein vieredigtes Schloß, +achtzig Fuß hoc deffen Seiten jede zweihundert und funfzig +Fuß breit ſind. Es iſt von ſehr ſchönen Quaterſteinen erbauete +die Mauern ſind 14 Fuß diť. Eine Viertelmeile von dieſem +Schloſſe findet man einen andern Thurm, der unten vieredig + +omar +und oben ennd iſt, und ſechs Meilen weiter, immer an der Weſt: +tåſte hin, ſteht noch Einer, an deſſen Mauern man ueberreſte +Don arabiſchen Aufſchriften fieht. Man fehe Granger Erzäh. +lung einer Oteiſe nach Aegypten. + +1 + +1 + +NE + + +","Shurm der Araber genannt, Es finden zwei Anhöhen, +auf deren jeder sich ein Thurm erhebt. Man sieht sie auf +dem Meere vier Meilen weit. Der Eine von diesen Chursmen ist rund, der andere viereckig. So erschienen sie wenigstens mir, als ich sie auf dem Meere zu Gesichte bekam. Gleichwohl könnte es scheinen, als wenn sie nicht so gestaltet waren, als ich sie aus der Ferne gesehen habe, +denn Granger, der sie besucht zu haben scheint, gibt eine andere Beschreibung davon). + +Der Theil der Küsten von Aegypten, der von Alexandrien ostwärts liegt, unterscheidet sich deutlich von der westlichen Küste. Sie sind weniger niedrig und von mehreren Anhöhen durchschnitten; sie haben auch nicht ganz das nämliche Ansehen: man bemerkt daselbst einige Spuren von Anbau, Dattelbäume und Wohnungen. +Endlich ist man gewiss versichert, dass man beim Anblicke der Säule des Pompejus, vor welcher zwei kleine Berge hinter der jetzigen Stadt in den Ringmauern der alten stehen, sich in der Richtung von Alexandrien befindet. Von welcher Seite aber man auch an diesen gefährlichen Küsten landen mag, man kann nicht genug Vorsicht gebrauchen, weil man alle diese Gegenstände in einer großen Entfernung zu Gesichte bekommt, und weil die Strömungen die Schiffe fortreiben, und mit einem + +Um das westliche Ende dieses Sees (Mareotis) sieht man den Thurm der Araber, den die Eingeborenen das Schloss von Ubousie nennen. Es ist wirklich ein vierseitiges Schloss, achtzig Fuß hoch, dessen Seiten jede zweihundert und fünfzig Fuß breit sind. Es ist von sehr schönen Quadersteinen erbaut; die Mauern sind 14 Fuß dick. Eine Viertelmeile von diesem Schlosse findet man einen andern Thurm, der unten vierseitig und oben rund ist, und sechs Meilen weiter, immer an der Westkuste hin, steht noch einer, an dessen Mauern man Überreste arabischer Aufschriften sieht. Man sehe Grangers Erzählung einer Reise nach Aegypten." +Z166069305,79,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000079/full/full/0/native.jpg,"Ungeftum nach Afrika hinfuhren, den man leichter vors +aussehen als berechnen kann. +Zwei gleich ger& umige Hafen offnen fich denjenigen +Schiffen, die in der Nahe von Alexandrien Anker werfer +wollen. Der eine liegt der Stadt gegen Abend, und heist +der alte Hafen: feine Einfchrt ist wegen zweier Klips +pen, die nur einen engen Canal zwischen sich lassen, etwas +fchwierig: aber fein Inneres hat ein tiefes und festes +Becken, wo man gegen die schlimmste Witterung gesichert +ift. Der andere liegt auf der Ditfeite der Stadt, und ist +von dem erstern nur durch eine schmale Halbinsel getrennt. +Er heist der neue Safen, und ist nicht tief. Eine +Menge Felfen und Untiefen machen die Einfahrt beschwer- +lich und gefahrlich und er steht ganz dem Nordwinde +offen. Wenn man aber hieraus fchloffis dieser leztere +Hafen musse beinahe ganz verlaffen feyn, o irrte man +fich. Der Fanatismus fiegte hier uber ein wvchlverstane +denes Interesse. Obgleich die Einwohner von Alexan. +drien sich gern mit den Suropaern in Handelsverbina +dungen einliesen, fo sdesagten sie doch den europaischen +Fahrzeugen die Mittel, eine Handelsverbindung, wovon +fie so viele Vortheile zogen, ohne Gefahr unterhalten zu +konnen. Die Schiffe der Anhanger Mahommeds +hatten allein das Recht, in den alten Hafen einzulaufen: +und musten auch die Fahrzeuge anderer Nationen aus +Mangel eines fichern Schujortes zu Grunde gehen, so +war ihnen dennoch der Eingang in einen so thorig und +so unpolitisch privilegirten Ort verfagt. +Beim Eingange in den neuen Hafen ist eine +Klippe, der Demant genannt. Man mus fich febr +nahe an dieselben halten, um den Untiefen auf der andern +Seite auszuweichen, die nur einige Fus tief mit Wasser +bedekt, und daher noch gefahrlicher sind.","1 +51: + +Ungeftům nach Afrika hinführen, den man leichter vors +ausſehen als berechnen kann. + +1 + +Zwei gleich ger& umige Håfen offnen fich denjenigen +Schiffen, die in der Nähe von Alexandrien Anker werfer +wollen. Der eine liegt der Stadt gegen Abend, und heißt +der alte Hafen: feine Einfchrt iſt wegen zweier Klips +pen, die nur einen engen Canal zwiſchen ſich laſſen, etwas +fchwierig: aber fein Inneres hat ein tiefes und feſtes +Becken, wo man gegen die ſchlimmſte Witterung geſichert +ift. Der andere liegt auf der Ditfeite der Stadt, und iſt +von dem erſtern nur durch eine ſchmale Halbinſel getrennt. +Er heißt der neue Safen, und iſt nicht tief. Eine +Menge Felfen und Untiefen machen die Einfahrt beſchwer- +lich und gefährlich und er ſteht ganz dem Nordwinde +offen. Wenn man aber hieraus fchloffis dieſer leztere +Hafen müſſe beinahe ganz verlaffen feyn, o irrte man +fich. Der Fanatismus fiegte hier über ein wvchlverſtane +denes Intereſſe. Obgleich die Einwohner von Alexan. +drien ſich gern mit den Suropåern in Handelsverbina +dungen einließen, fo sdeſagten ſie doch den europäiſchen +Fahrzeugen die Mittel, eine Handelsverbindung, wovon +fie ſo viele Vortheile zogen, ohne Gefahr unterhalten zu +können. Die Schiffe der Anhänger Mahommeds +hatten allein das Recht, in den alten Hafen einzulaufen: +und mußten auch die Fahrzeuge anderer Nationen aus +Mangel eines fichern Schujortes zu Grunde gehen, ſo +war ihnen dennoch der Eingang in einen ſo thörig und +ſo unpolitiſch privilegirten Ort verfagt. + +1 + +1 + +} + +1 + +Beim Eingange in den neuen Hafen iſt eine +Klippe, der Demant genannt. Man muß fich febr +nahe an dieſelben halten, um den Untiefen auf der andern +Seite auszuweichen, die nur einige Fuß tief mit Waſſer +bedekt, und daher noch gefährlicher ſind. + + +","Ungefähr nach Afrika hin führen, den man leichter vorsieht als berechnen kann. +Zwei gleich geräumige Häfen öffnen sich denen Schiffen, die in der Nähe von Alexandrien Anker werfen wollen. Der eine liegt der Stadt gegen Abend und heißt der alte Hafen; seine Einfahrt ist wegen zweier Klippen, die nur einen engen Canal zwischen sich lassen, etwas schwierig; aber sein Inneres hat ein tiefes und festes Becken, wo man gegen die schlimmste Witterung gesichert ist. Der andere liegt auf der Drittel-Seite der Stadt, und ist von dem ersten nur durch eine schmale Halbinsel getrennt. +Er heißt der neue Hafen, und ist nicht tief. Eine Menge Felsen und Untiefen machen die Einfahrt beschwerlich und gefährlich, und er steht ganz dem Nordwinde offen. Wenn man aber hieraus schlösse, dieser letztere Hafen müsse beinahe ganz verlassen sein, so irrte man sich. Der Fanatismus siegte hier über ein wechselseitiges Interesse. Obgleich die Einwohner von Alexandrien sich gern mit den Süropäern in Handelsverbindungen einließen, so sagten sie doch den europäischen Fahrzeugen die Mittel, eine Handelsverbindung, wovon sie so viele Vortheile zogen, ohne Gefahr unterhalten zu können. Die Schiffe der Anhänger Mahommeds hatten allein das Recht, in den alten Hafen einzulaufen; und müssen auch die Fahrzeuge anderer Nationen aus Mangel eines sichern Schutzortes zu Grunde gehen, so war ihnen dennoch der Eingang in einen so thoricht und so unpolitisch privilegierten Ort verfagt. + +Beim Eingange in den neuen Hafen ist eine Klippe, der Demant genannt. Man muss sehr nahe an dieselben halten, um den Untiefen auf der andern Seite auszuweichen, die nur einige Fuß tief mit Wasser bedeckt, und daher noch gefährlicher sind." +Z166069305,80,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000080/full/full/0/native.jpg,"Der Demant, po wie die beinahe der Wasserhdhe +gleichen Felsen, konnten vielleicht ein Theil von den +Srummern des alten Pharus reyn: die Schiffe giengen +also auf den Ueberresten des schonsten Denkmals zu +Grunde, das man jemals zu ihrer Erhaltung errichtet +batte*)! +Der fandige Grund des neuen Hafens ist voller +Felfen und Scrutt, und wird oft der schreflichfte Schaue +plaz der Zerstorung und Verwustung. Die Ankerseile +reiben fich an den Steinen und zerreisea durd, das +Reiben. Die an einander langs dem Damme hin zufam, +mengedrangten Fahrzeuge fnnien kaum der Gewalt des +Nordwindes und der Wuth der Wellen, die er empot +hebt, widerstehen: vorzuglich ist dies im Winter, d. h. in +den Monaten November, Dezember und Januar der Fall +wo die Luft ein wenig durch die Regen und Sturme +abgekuhlt wird. Bei der Annaherung dieser sturmischen +Jahreszeit verlast die Mannschaft ihre Fahrzeuge, weil +fie mit diesen an dem ufer zerschmettert zu werden furchtet: +Das erste Fahrzeug, woran dio Ankerseile zerreisen; fatt +auf seinen Nachbar, und reist ihn mit fich fort; alle beide +Bil +Dieser +*) Der Konig Ptolemaus lies auf dem Vorgebirge Rochias den +Seefahrern zum Wegweiser vom Knidier Softratus diesen +marmornen Leuchtthurni bauen. Er war 180 Gulen hoch und +oben auf demselben wurde ein bestandiges Feuer unterhalteur +delsen Schein 300 Stadien weit gesehen werden konnte. +Thurm foll 800 Talente gekostet haben. Von ihm, da er auf +einer Insel ftand, gieng ein Dammi nadh' Alerandrien het's +uber, der auf der einen Seite mit der Insel, auf der andern +aber mit der Stadt durch eine Brucke verbunden war und der +ben grosen Hafen theilte, Er hies Heptastadium und war also +7 Stadien +del Softratus, hatte ihn angelegt. Diach der Zerstorung +des alten Pharus murde ein neuer Beuchtthurin dieser urt +angelegt. +Des ueberrefer.","52 + +Der Demant, po wie die beinahe der Waſſerhdhe +gleichen Felſen, konnten vielleicht ein Theil von den +Srůmmern des alten Pharus reyn: die Schiffe giengen +alſo auf den Ueberreſten des ſchönſten Denkmals zu +Grunde, das man jemals zu ihrer Erhaltung errichtet +båtte*)! + +4 + +Der fandige Grund des neuen Hafens iſt voller +Felfen und Scrutt, und wird oft der ſchreflichfte Schaue +plaz der Zerſtörung und Verwüſtung. Die Ankerſeile +reiben fich an den Steinen und zerreißea durd, das +Reiben. Die an einander långs dem Damme hin zufam, +mengedrängten Fahrzeuge fønnien kaum der Gewalt des +Nordwindes und der Wuth der Wellen, die er empot +hebt, widerſtehen: vorzüglich iſt dies im Winter, d. h. in +den Monaten November, Dezember und Januar der Fall +wo die Luft ein wenig durch die Regen und Stürme +abgekühlt wird. Bei der Annäherung dieſer ſtürmiſchen +Jahreszeit verlåßt die Mannſchaft ihre Fahrzeuge, weil +fie mit dieſen an dem ufer zerſchmettert zu werden fürchtet: +Das erſte Fahrzeug, woran dio Ankerſeile zerreißen; fått +auf ſeinen Nachbar, und reißt ihn mit fich fort; alle beide + +Bil + +Dieſer + +*) Der König Ptolemáus ließ auf dem Vorgebirge Rochias den + +Seefahrern zum Wegweiſer vom Knidier Softratus dieſen +marmornen Leuchtthurni bauen. Er war 180 Gulen hoch und +oben auf demſelben wurde ein beſtändiges Feuer unterhalteur +delſen Schein 300 Stadien weit geſehen werden konnte. +Thurm foll 800 Talente gekoſtet haben. Von ihm, da er auf +einer Inſel ftand, gieng ein Dammi nadh' Alèrandrien het's +über, der auf der einen Seite mit der Inſel, auf der andern +aber mit der Stadt durch eine Brücke verbunden war und der +ben großen Hafen theilte, Er hieß Heptaſtadium und war alſo +7 Stadien +del Softratus, hatte ihn angelegt. Diach der Zerſtörung +des alten Pharus murde ein neuer Beuchtthurin dieſer urt +angelegt. + +Des ueberrefer. + +1 + +1 + +x + + +","Der Diamant, so wie die beinahe der Wasserhöhe gleichenden Felsen, konnten vielleicht ein Teil von den Trümmern des alten Pharos sein: die Schiffe gingen also auf den Überresten des schönsten Denkmals zu Grunde, das man jemals zu ihrer Erhaltung errichtet hatte. + +Der felsige Grund des neuen Hafens ist voller Felsen und Schutt, und wird oft der schrecklichste Schauplatz der Zerstörung und Verwüstung. Die Ankerseile reiben sich an den Steinen und zerreisen durcheinander. Die aneinander langs dem Damme hinauf zusammengedrängten Fahrzeuge können kaum der Gewalt des Nordwindes und der Wut der Wellen, die er empört, widerstehen: vorzüglich ist dies im Winter, d. h. in den Monaten November, Dezember und Januar der Fall, wo die Luft ein wenig durch die Regen und Stürme abgekühlt wird. + +Bei der Annäherung dieser sturmischen Jahreszeit verlässt die Mannschaft ihre Fahrzeuge, weil sie mit diesen an dem Ufer zerschmettert zu werden fürchtet. Das erste Fahrzeug, woran die Ankerseile zerreisen, fällt auf seinen Nachbar und reißt ihn mit sich fort; alle beide fallen. + +Dieser + +*) Der König Ptolemaus ließ auf dem Vorgebirge Rhacotis den Seefahrern zum Wegweiser vom Knidier Sostratus diesen marmornen Leuchtturm bauen. Er war 180 Ellen hoch und oben auf demselben wurde ein beständiges Feuer unterhalten, dessen Schein 300 Stadien weit gesehen werden konnte. Der Turm soll 800 Talente gekostet haben. Von ihm, da er auf einer Insel stand, ging ein Damm nach Alexandria hinaus, der auf der einen Seite mit der Insel, auf der andern aber mit der Stadt durch eine Brücke verbunden war und den großen Hafen teilte. Er hieß Heptastadion und war also 7 Stadien lang. Sostratus hatte ihn angelegt. Nach der Zerstörung des alten Pharos wurde ein neuer Beobachtungsturm dieser Art angelegt. + +Des überreichten" +Z166069305,81,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000081/full/full/0/native.jpg,"fosen gegen ein Dritter, das der Seivalt unterliegt, und +in einem Augenblicke ist die ganze Linie unter einander +geworfen, zertrummert und verschlungen. Es vergeht +beinahe kein Jahr, wo Alexandrien nicht Zeuge +ahnlicher Ungluksfalle ist, die feinen Hafen zur Eindde +machen wurden, wenn sich die Habsucht durch Gefahren +abfchrecken liese. +Die Kriegsschiffe, die tieferes Wasser nothig haben, +muffen, fo bald als fie zwischen dem Demante und den +beiden gefahrlichen Klippen hindurch find, d. h. gleich am +Eingange des Hafens, Anfer werfen. +So von Wellen hin und hergetporfen hielt fich die +Fregatte Uttalante langer als einen Monat hier auf: +eine beunruhigende fage, die ich lieber mit meinen Freune +den hatte theilen als am Rande seyn wollen, wo ich davon +frei war, weil ich in Aegypten bleiben sollte. +Diefer elense afen ist von der Ostseite noch mehr +mit Felfen angefullt. Die Schiffe fonnen sich daber dem- +selben nicht nahern, und das Aussteigen ist hier gang +unmoglich. Vergeblich suchten wir dafelbft mit einem +Kahne zu landen, um die Spigsa ulen, die auf dieser +Seite stehen, zu besuchen. Wir waren beinahe durch die +beftigen und wiederholten Stose, die das Anprallen des +Wafers an den Steinen dem Kahne mittheilte, zu Grunde +gegangen. +Dieser abscheuliche Hafen ist dimohngeachtet beinahe +stets mit Schiffen angefullt. Aus der immerwahrenden +Bewegung daselbst kann man auf die Lebhaftigkeit des +Handels schliesen. Man ladet hier die Reichthumer +Ariens und Afrikas cin, wahrend man die Pro +dufte der Kunste und Manufakturen Europens auss +[ chifft. Eine fo wichtige geographische Lage konnte dem","55 + +1 + +foßen gegen ein Dritter, das der Seivalt unterliegt, und +in einem Augenblicke iſt die ganze Linie unter einander +geworfen, zertrümmert und verſchlungen. Es vergeht +beinahe kein Jahr, wo Alexandrien nicht Zeuge +áhnlicher Unglüksfälle iſt, die feinen Hafen zur Eindde +machen würden, wenn ſich die Habſucht durch Gefahren +abfchrecken ließe. + +3 + +Die Kriegsſchiffe, die tieferes Waſſer nothig haben, +műffen, fo bald als fie zwiſchen dem Demante und den +beiden gefährlichen Klippen hindurch find, d. h. gleich am +Eingange des Hafens, Anfer werfen. + +So von Wellen hin und hergetporfen hielt fich die +Fregatte Uttalante långer als einen Monat hier auf: +eine beunruhigende fage, die ich lieber mit meinen Freune +den håtte theilen als am Rande ſeyn wollen, wo ich davon +frei war, weil ich in Aegypten bleiben ſollte. + +I + +Diefer elensé þafen iſt von der Oſtſeite noch mehr +mit Felfen angefüllt. Die Schiffe fönnen ſich daber dem- +ſelben nicht nähern, und das Ausſteigen iſt hier gang +unmöglich. Vergeblich ſuchten wir dafelbft mit einem +Kahne zu landen, um die Spigſå ulen, die auf dieſer +Seite ſtehen, zu beſuchen. Wir wären beinahe durch die +beftigen und wiederholten Stoße, die das Anprallen des +Wafers an den Steinen dem Kahne mittheilte, zu Grunde +gegangen. + +1 + +1 + +Dieſer ab��cheuliche Hafen iſt dimohngeachtet beinahe +ſtets mit Schiffen angefüllt. Aus der immerwährenden +Bewegung daſelbſt kann man auf die Lebhaftigkeit des +Handels ſchließen. Man ladet hier die Reichthümer +Ariens und Afrikas cin, während man die Pro +dufte der Künſte und Manufakturen Europens auss +[ chifft. Eine fo wichtige geographiſche Lage konnte dem + + +","fosen gegen ein Drittes, das der Seewalt unterliegt, und in einem Augenblicke ist die ganze Linie unter einander geworfen, zertrümmert und verschlungen. Es vergeht beinahe kein Jahr, wo Alexandrien nicht Zeuge ähnlicher Unglücksfälle ist, die feinen Hafen zur Einde machen würden, wenn sich die Habgier durch Gefahren abschrecken liesse. + +Die Kriegsschiffe, die tieferes Wasser nötig haben, müssen, so bald als sie zwischen dem Damante und den beiden gefährlichen Klippen hindurch finden, d. h. gleich am Eingange des Hafens, Anker werfen. + +So von Wellen hin und hergetrieben hielt sich die Fregatte Uttalante länger als einen Monat hier auf: eine beunruhigende Sache, die ich lieber mit meinen Freunden hätte teilen als am Rande sein wollen, wo ich davon frei war, weil ich in Ägypten bleiben sollte. + +Dieser elende Hafen ist von der Ostseite noch mehr mit Felsen angefüllt. Die Schiffe nähern sich demselben nicht, und das Aussteigen ist hier gang unmöglich. Vergeblich suchten wir dafiels mit einem Kahne zu landen, um die Spitzsäulen, die auf dieser Seite stehen, zu besuchen. Wir waren beinahe durch die beständigen und wiederholten Stöße, die das Anprallen des Wassers an den Steinen dem Kahne mitteilte, zu Grunde gegangen. + +Dieser abscheuliche Hafen ist demohngeachtet beinahe stets mit Schiffen angefüllt. Aus der immerwährenden Bewegung daselbst kann man auf die Lebhaftigkeit des Handels schließen. Man lädt hier die Reichthümer Asiens und Afrikas ein, während man die Produkte der Künste und Manufacturen Europens ausschifft. Eine so wichtige geographische Lage konnte dem" +Z166069305,82,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000082/full/full/0/native.jpg,"Genie Alexanders nicht entgehen. Mitten im reisen. +den Fluge seiner Eroberungen fuhlte er, das hier ein +Schauplaz der Verbindung zwischen allen Volker errichtet +werden konnte, und er machte Alexandrien zugleich +dadurch zu einem Handelsplase. Dinofrates hatte +den plan dazu unter Alexanders Augen entworfen +und fuhrte die Aufricht uber die Arbeiten. Er war ein +Mann von grosen und fuhren Entwurfen, mit welchen +die Natur nicht verschwenderisch ist, +BRE +WAIT +Wenn ein Alexander die Erbauung einer Stadt +befiehlt und ein Dinocrates*) diefelbe leitet, so +begreift man leicht, wie gros und prachtig fie feyn muste. +Die agyptischen Konige verschonerten fie noch durch +berpundernswurdige Gebaude, Statuen und Anstalten, +deren Untergang unser Bedauern erregt.: Unter der +Regierung eines Ptolem a us, erbauete der Baumeister +Soft ratu s aus Sanidu einen Pharus( Leucht- +thurm), den die Alten unter die Fieben Wunderwerke der +Welt zahlten. Ein anderer Konig errichtete eine grose +Bibliothek **) und' Alexandrien wurde endlich der +mine +*) Andere nennen ihn Dino daret. +Perhe +Der ueberreter. +"" M +and +**) Dies thaten die beiden ersten Ptofem aer und ihre Nach: +folger vermehrten die Sammlung von Buchern. Diese war +theils im Museum, theils im Serapium aufgestellt. +In imem soll sich die Anzahl der Bucher auf 400,000 in diesem +auf 200,000 belaufen haben. Ersteres wurde ein Raub der +Flammen, als das Stadtvierthel Brudion bei Julius +Sasars Anwesenheit in Brand gerieth. Diesen Berlust erlezte +zwar die Konigin Cleopatra durch die pergamische +Bibliothek wieder, die ihr Antonius geschenkt hatte, aber +der ganze Buchervorrath wurde in der Folge ganzlich vernichtet. +Gibbor fagt: die schazbare alerandrinische Vuchersammlung +wurde unter dem Kaiser Theodofius auf Unstiften des +Erzbischofs. Chebpoilus geplundert oder zerstort. Nad","54 + +1 + +Genie Alexanders nicht entgehen. Mitten im reißen. +den Fluge ſeiner Eroberungen fühlte er, daß hier ein +Schauplaz der Verbindung zwiſchen allen Völker errichtet +werden konnte, und er machte Alexandrien zugleich +dadurch zu einem Handelsplaße. Dinofrates hatte +den plan dazu unter Alexanders Augen entworfen +und führte die Aufricht über die Arbeiten. Er war ein +Mann von großen und führen Entwurfen, mit welchen +die Natur nicht verſchwenderiſch iſt, + +BRE + +「 一 + +WAIT + +* + +3 + +Wenn ein Alexander die Erbauung einer Stadt +befiehlt und ein Dinocrates*) diefelbe leitet, ſo +begreift man leicht, wie groß und prächtig fie feyn mußte. +Die ägyptiſchen Könige verſchönerten fie noch durch +berpundernswürdige Gebåude, Statuen und Anſtalten, +deren Untergang unſer Bedauern erregt.: Unter der +Regierung eines Ptolem å us, erbauete der Baumeiſter +Soft ratu s aus Sanidu einen Pharus( Leucht- +thurm), den die Alten unter die Fieben Wunderwerke der +Welt zåhlten. Ein anderer König errichtete eine große +Bibliothek **) und' Alexandrien wurdé endlich der + +mine + +*) Andere nennen ihn Dino daret. + +Perhe + +Der ueberreter. + +"" M + +and + +MW + +**) Dies thaten die beiden erſten Ptofem åer und ihre Nach: + +folger vermehrten die Sammlung von Büchern. Dieſe war +theils im Muſeum, theils im Serapium aufgeſtellt. +In imem ſoll ſich die Anzahl der Bücher auf 400,000 in dieſem +auf 200,000 belaufen haben. Erſteres wurde ein Raub der +Flammen, als das Stadtvierthel Brudion bei Julius +Såſars Anweſenheit in Brand gerieth. Dieſen Berluſt erlezte +zwar die Königin Cleopatra durch die pergamiſche +Bibliothek wieder, die ihr Antonius geſchenkt hatte, aber +der ganze Buchervorrath wurde in der Folge gånzlich vernichtet. +Gibbor fagt: die ſcházbare alerandriniſche Vůcherſammlung +wurde unter dem Kaiſer Theodofius auf Unſtiften des +Erzbiſchofs. Chebpoilus geplündert oder zerſtört. Nad + + +","Genie Alexanders nicht entgehen. Mitten im Reisen, den Fluge seiner Eroberungen fühlte er, dass hier ein Schauplatz der Verbindung zwischen allen Völkern errichtet werden konnte, und er machte Alexandria zugleich dadurch zu einem Handelsplatz. Dinocrates hatte den Plan dazu unter Alexanders Augen entworfen und führte die Aufsicht über die Arbeiten. Er war ein Mann von großen und feinen Entwürfen, mit welchen die Natur nicht verschwenderisch ist. + +Wenn ein Alexander die Erbauung einer Stadt befehlt und ein Dinocrates dieselbe leitet, so begreift man leicht, wie groß und prächtig sie sein müsse. Die ägyptischen Könige verschönerten sie noch durch berühmende Gebäude, Statuen und Anstalten, deren Untergang unser Bedauern erregt. Unter der Regierung eines Ptolemäus, erbauten der Baumeister Sostratus aus Cnidus einen Pharos (Leuchtturm), den die Alten unter die Sieben Wunderwerke der Welt zählten. Ein anderer König errichtete eine große Bibliothek und Alexandria wurde endlich der Sitz der Gelehrsamkeit. + +Der Überreter. + +Dies thaten die beiden ersten Ptolemäer und ihre Nachfolger vermehrten die Sammlung von Büchern. Diese war theils im Museum, theils im Serapeum aufgestellt. In einem soll sich die Anzahl der Bücher auf 400,000 in diesem auf 200,000 belaufen haben. Ersteres wurde ein Raub der Flammen, als das Stadtviertel Bruchion bei Julius Cäsars Anwesenheit in Brand geriet. Diesen Verlust ersetzte zwar die Königin Cleopatra durch die pergamenische Bibliothek wieder, die ihr Antonius geschenkt hatte, aber der ganze Buchervorrath wurde in der Folge ganzlich vernichtet. + +Gibbon sagt: die schätzbare alexandrinische Büchersammlung wurde unter dem Kaiser Theodosius auf Anstiften des Erzbischofs Theophilus geplündert oder zerstört." +Z166069305,83,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000083/full/full/0/native.jpg,"Mittelpunkt der Wiffenfchaften und der Reichthumer. Es +gab keinen Ort in der Welt, wo der Handel so Fehr! +bluhete. Forephus versichert, Alexandrien habe +dem romischen Schase in einem Monate mehr eingebracht, +als das ganze ubrige Aegypten in einem ganzen Jahre. +Man trieb daselbst mit gleich glutlichem Erfolge die nujlis +chen und die fchonen Kunste. Der Lurus fchlich sich +ein und erreichte bald reinen hochsten Gipfel: lebhafte +und glanzende Vergnugungen arteten in Zugellosigkeit +aus; ihre Schwelgereien wurden zum Sprichworte; die +Sitten wurden verderbt und Alerandrien' gieng zu +Grunde. Ein schrefliches, aber stets fur die Nationer +verlohrnes Beispiel! +Ich will keine Beschreibung von dieser beruhmten +Stadt Aleranders geben. Mehrere haben dies vor +mir zu thun versucht. Uebrigens gehoren diese einzelnen +Umstande in die Geschichte und ich vergeffe nicht, das ein +Reisender nur daruber Rechnung abzulegen hat, was er +gesehen, und nicht von demjenigen, was er gelesen hat. +Denkmaler, welche den Anfallen der Zeit zu trogen Tchies +nen sind mit der Stadt, der fie zur Zierde dienten, +zusammengesturzt; die Flamme, welche Wildheit und +Unwiffenheit schleuderte, hat die Bibliothek der Ptolemaer +verzehrt; der Pharus ift unter dem Seewasser verbor. +gen, und der Thurm, der heut zu Tage zum Leuchten dient, +bezeichnet nicht einmal reine Stelle, mehr. Das jesige +Alexandrien nimmt nur einen sehr kleinen Theil von dem +Alten innerhalb des Umfanges deffelben ein: es ist eine ganz +neue Stadt oder Flecken, der von dem Alten nur noch die +Trummern enthalt, die hier und da zerstreuet sind. Die +ben Arabern aber cok fie im Jahr 642 der christlichen Zeitrecha +aung vom Chalifen Omar zum Heizen der Bader vertheilt +worden seyn. +Der ueberreger.","55 + +Mittelpunkt der Wiffenfchaften und der Reichthúmer. Es +gab keinen Ort in der Welt, wo der Handel ſo Fehr! +blühete. Forephus verſichert, Alexandrien habe +dem rómiſchen Schaße in einem Monate mehr eingebracht, +als das ganze übrige Aegypten in einem ganzen Jahre. +Man trieb daſelbſt mit gleich glütlichem Erfolge die nújlis +chen und die fchönen Künſte. Der Lurus fchlich ſich +ein und erreichte bald reinen höchſten Gipfel: lebhafte +und glänzende Vergnügungen arteten in Zügelloſigkeit +aus; ihre Schwelgereien wurden zum Sprichworte; die +Sitten wurden verderbt und Alerandrien' gieng zu +Grunde. Ein ſchrefliches, aber ſtets für die Nationer +verlohrnes Beiſpiel! + +. + +1 + +Ich will keine Beſchreibung von dieſer berühmten +Stadt Aleranders geben. Mehrere haben dies vor +mir zu thun verſucht. Uebrigens gehören dieſe einzelnen +Umſtånde in die Geſchichte und ich vergeffe nicht, daß ein +Reiſender nur darüber Rechnung abzulegen hat, was er +geſehen, und nicht von demjenigen, was er geleſen hat. +Denkmåler, welche den Anfällen der Zeit zu trogen Tchies +nen ſind mit der Stadt, der fie zur Zierde dienten, +zuſammengeſtürzt; die Flamme, welche Wildheit und +Unwiffenheit ſchleuderte, hat die Bibliothek der Ptolemåer +verzehrt; der Pharus ift unter dem Seewaſſer verbor. +gen, und der Thurm, der heut zu Tage zum Leuchten dient, +bezeichnet nicht einmal reine Stelle, mehr. Das jeßige +Alexandrien nimmt nur einen ſehr kleinen Theil von dem +Alten innerhalb des Umfanges deffelben ein: es iſt eine ganz +neue Stadt oder Flecken, der von dem Alten nur noch die +Trümmern enthält, die hier und da zerſtreuet ſind. Die + +ben Arabern aber çok fie im Jahr 642 der chriſtlichen Zeitrecha +aung vom Chalifen Omar zum Heizen der Båder vertheilt +worden ſeyn. + +Der ueberreger. + + +","Mittelpunkt der Wissenschaften und der Reichtümer. Es gab keinen Ort in der Welt, wo der Handel so florierte. Forephus versichert, Alexandrien habe dem römischen Schatz in einem Monat mehr eingebracht, als das ganze übrige Ägypten in einem ganzen Jahr. + +Man trieb daselbst mit gleichglücklichem Erfolge die nützlichen und die schönen Künste. Der Luxus schlich sich ein und erreichte bald reinen höchsten Gipfel: lebhafte und glanzende Vergnügungen arteten in Zügellosigkeit aus; ihre Schwelgereien wurden zum Sprichwort; die Sitten wurden verderbt und Alexandrien ging zu Grunde. Ein schreckliches, aber stets für die Nationen verlorenes Beispiel! + +Ich will keine Beschreibung von dieser berühmten Stadt Alexandria geben. Mehrere haben dies vor mir zu tun versucht. Uebrigens gehören diese einzelnen Umstände in die Geschichte und ich vergeße nicht, dass ein Reisender nur darüber Rechnung abzulegen hat, was er gesehen, und nicht von demjenigen, was er gelesen hat. + +Denkmäler, welche den Anfällen der Zeit trotzen sollten, sind mit der Stadt, der sie zur Zierde dienten, zusammen gestürzt; die Flamme, welche Wildheit und Unwissenheit schleuderte, hat die Bibliothek der Ptolemäer verzehrt; der Pharos ist unter dem Seewasser verborgen, und der Turm, der heute zu Tage zum Leuchten dient, bezeichnet nicht einmal seine Stelle mehr. Das jetzige Alexandria nimmt nur einen sehr kleinen Teil von dem Alten innerhalb des Umfangs desselben ein: es ist eine ganz neue Stadt oder Flecken, der vom Alten nur noch die Trümmer enthält, die hier und da zerstreut sind. + +Die Araber aber eroberten sie im Jahr 642 der christlichen Zeitrechnung vom Chalifen Omar zum Heizen der Bäder vertheilt worden seyn." +Z166069305,84,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000084/full/full/0/native.jpg,"gluflichen Naturanlagen der Einwohner, die Kenntniffe, +die Kunste, felbft der Handel, alles ist zusammengeschrumpft, +und wenn man nicht durch die Ueberreste einer einst To +prachtigen Stadt unterstuzt wurde, ro wurde man nicht +einmal den Muth haben, von ihr zu sprechen, +Achtes Capitel. +Das neuere Alerandeien feine Einwohner +Juden rachsuchtiger Geist vcrubter Meuchels +mord an dem Consul von Alexandria und an einem +Hollander Sprache- Trummern +Ich mus hier im voraus erflaren,' das ich mich mehrmals +zu Alexandrien aufgehalten habe, und das ich hier +meine Beobachtungen hinter einander mittheilen werde, +ob ich sie gleich zu verschiedenen Zeiten gemacht habe. Ich +will also einige Augenblicke die Form der Erzahlung ver- +lassen und auf einmal das beschreiben, was ich in verschies +denen Zeitraynen gesehen habe, ohne mich an die Ordnung +der Datums meiner Bemerkungen zu kehren. Ich werde +denfelben Weg befolgen, der mir naturlicher und fur den +Leser bequemer scheint. wenn ich von einem Orte( preche, +ben ich verschiedenemal besucht habe. Ich werde ubrigens +blos von solchen Dingen sprechen, die ich selbst zu unter- +suchen Gelegenheit gehabt habe. +Die alten Astromen geben die Breite von Alexans +drien niit zienlicher Genauigkeit an. Ptolema ud, der +relft ein Megypter war, rezte fie in seiner Erdbeschreibung","56 +> + +gluflichen Naturanlagen der Einwohner, die Kenntniffe, +die Künſte, felbft der Handel, alles iſt zuſammengeſchrumpft, +und wenn man nicht durch die Ueberreſte einer einſt To +prächtigen Stadt unterſtüzt würde, ro würde man nicht +einmal den Muth haben, von ihr zu ſprechen, + +al + +Achtes Capitel. + +. + +Das neuere Alerandeien feine Einwohner +Juden rachſůchtiger Geiſt vcrübter Meuchels +mord an dem Conſul von Alexandria und an einem + +Holländer Sprache- Trümmern + +12 + +Ich muß hier im voraus erflåren,' daß ich mich mehrmals +zu Alexandrien aufgehalten habe, und daß ich hier +meine Beobachtungen hinter einander mittheilen werde, +ob ich ſie gleich zu verſchiedenen Zeiten gemacht habe. Ich +will alſo einige Augenblicke die Form der Erzåhlung ver- +laſſen und auf einmal das beſchreiben, was ich in verſchies +denen Zeiträyınen geſehen habe, ohne mich an die Ordnung +der Datums meiner Bemerkungen zu kehren. Ich werde +denfelben Weg befolgen, der mir natürlicher und für den +Leſer bequemer ſcheint. wenn ich von einem Orte( preche, +ben ich verſchiedenemal beſucht habe. Ich werde übrigens +bloß von ſolchen Dingen ſprechen, die ich ſelbſt zu unter- +ſuchen Gelegenheit gehabt habe. + +1 + +> + +Die alten Aſtromen geben die Breite von Alexans +drien niit zienlicher Genauigkeit an. Ptolemå ud, der +reløft ein Megypter war, rezte fie in ſeiner Erdbeſchreibung + + +","glücklichen Naturanlagen der Einwohner, die Kenntnisse, +die Künste, selbst der Handel, alles ist zusammengeschrumpft, +und wenn man nicht durch die Ueberreste einer einst prächtigen Stadt unterstützt würde, so würde man nicht einmal den Muth haben, von ihr zu sprechen. + +Achtes Capitel. + +Das neuere Alexandria und seine Einwohner. +Juden rachsüchtiger Geist verbreitet Meuchelmord an dem Consul von Alexandria und an einem Holländer. Sprach- Trümmer. + +Ich muss hier im voraus erzählen, dass ich mich mehrmals zu Alexandrien aufgehalten habe, und dass ich hier meine Beobachtungen hintereinander mittheilen werde, ob ich sie gleich zu verschiedenen Zeiten gemacht habe. Ich will also einige Augenblicke die Form der Erzählung verlassen und auf einmal das beschreiben, was ich in verschiednen Zeitraumen gesehen habe, ohne mich an die Ordnung der Datums meiner Bemerkungen zu kehren. Ich werde denselben Weg befolgen, der mir natürlicher und für den Leser bequemer scheint, wenn ich von einem Orte spreche, den ich verschiedenemal besucht habe. Ich werde übrigens bloß von solchen Dingen sprechen, die ich selbst zu untersuchen Gelegenheit gehabt habe. + +Die alten Astronomen geben die Breite von Alexandria mit ziemlicher Genauigkeit an. Ptolemaeus, der wahrscheinlich ein Ägypter war, setzte sie in seiner Erdbeschreibung" +Z166069305,85,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000085/full/full/0/native.jpg,"unter den 31 2' und in feinem Almag eft unter den, +30 58' N. B. Erastothenes fand fie noch genauer +unter dem 31 12' und Chazelle, Mitglied der Akademie +der Wissenschaften, bestimmte sie auf 31 11' 20"". Die +Lange derselben ist 47 56' 33""*)., +Die neue Stadt oder vielmehr der Flecken Aleran. +drien liegt grostentheils am Meeresufer hin. Ihre +Hauser haben gleich allen Hausern in der Levante oben +eine Terrasse; fie, find ohne; Fenster' und die Deffnungen, +die ihre Stelle vertreten, find beinahe ganz durch ein +holzernes, herausgebauetes, verschiedentlich gestaltetes +Gitter verstopft, das so enge ist, das kaum licht hindurch. +dringen kann. In diesen Landern sind ahnliche Erfinduna +gen, die die Zimmer in eben so viele Gefangnisse verwandeln, +mehr als anderwarts wahre Jalousien. Durch diese, +*) Wir haben jezt durch Bonapartes Erpedition noch genauere +Grabmessungen von Alexanbrien erhalten. Die sages +nieurs, die den Plan von Alerandrien aufgenommen +haben, fanden im Kloster der Griechen die Vreite von Aleran: +drier 31 11' 58"" und die andern Hohenmessungen in und um +die Stadt sind folgende: +Lange von Zeit +in Paris +1) Pavillon du Genie 31 12"" 13"". N. B. I St. 50 23 +2) Der Pharillon 31 13' +3) Die Spise des Obelisks +der Cleopatra +4) D. Sauled. Pompejus 31 -11 -14 +3) Der Marabou +6) D. Berg d. Generals*) 31 -12- 53 +7) Der Leuchtthurin +Der Heverseker. +Dieser Berg hat seinem Namen daher, weil Bonaparte +die Einnahme von Alerandrien hier befehligte. Nach Nouet +ist der Payiqon du Senie unter dem 31 12' 18"" N.S. +Der Ueberreter","57 + +unter den 31° 2' und in feinem Almag eft unter den, +30° 58' N. B. Eraſtothenes fand fie noch genauer +unter dem 31° 12' und Chazelle, Mitglied der Akademie +der Wiſſenſchaften, beſtimmte ſie auf 31° 11' 20"". Die +Länge derſelben iſt 47° 56' 33""*)., + +Die neue Stadt oder vielmehr der Flecken Aleran. +drien liegt größtentheils am Meeresufer hin. Ihre +Häuſer haben gleich allen Håuſern in der Levante oben +eine Terraſſe; fie, find ohne; Fenſter' und die Deffnungen, +die ihre Stelle vertreten, find beinahe ganz durch ein +hölzernes, herausgebauetes, verſchiedentlich geſtaltetes +Gitter verſtopft, das ſo enge iſt, daß kaum licht hindurch. +dringen kann. In dieſen Ländern ſind ähnliche Erfinduna +gen, die die Zimmer in eben ſo viele Gefängniſſe verwandeln, +mehr als anderwärts wahre Jalouſien. Durch dieſe, + +5 + +*) Wir haben jezt durch Bonapartes Erpedition noch genauere + +Grabmeſſungen von Alexanbrien erhalten. Die sages +nieurs, die den Plan von Alerandrien aufgenommen +haben, fanden im Kloſter der Griechen die Vreite von Aleran: +drier 31° 11' 58"" und die andern Höhenmeſſungen in und um +die Stadt ſind folgende: + +Långe von Zeit + +in Paris +1) Pavillon du Genie 31° 12"" 13"". N. B. I St. 50 23 +2) Der Pharillon 31° 13' + +501 28 +3) Die Spiße des Obelisks +der Cleopatra +31-12-19 + +50 25 +4) D. Sáuled. Pompejus 31 -11 -14 + +50 25 +3) Der Marabou +31-9-14 + +49 59 +6) D. Berg d. Generals*) 31 -12- 53 + +50 23 +7) Der Leuchtthurin +31 -13- 6 + +50 +Der Heverſeker. + +I + +. + +C + +%% + +Dieſer Berg hat ſeinem Namen daher, weil Bonaparte +die Einnahme von Alerandrien hier befehligte. Nach Nouet +iſt der Payiqon dú Senie unter dem 31° 12' 18"" N.S. + +Der Ueberreter + + +","unter den 31° 2' und in feinem Almagest unter den, +30° 58' N.B. Erastothenes fand sie noch genauer +unter dem 31° 12' und Chazelle, Mitglied der Akademie +der Wissenschaften, bestimmte sie auf 31° 11' 20"". Die Lange derselben ist 47° 56' 33"". + +Die neue Stadt oder vielmehr der Flecken Alexandrien liegt großentheils am Meeresufer hin. Ihre Häuser haben gleich allen Häusern in der Levante oben eine Terrasse; sie sind ohne Fenster, und die Öffnungen, die ihre Stelle vertreten, sind beinahe ganz durch ein hölzernes, herausgebauetes, verschiedenartig gestaltetes Gitter verstopft, das so eng ist, dass kaum Licht hindurchdringen kann. In diesen Ländern sind ähnliche Erfindungen, die die Zimmer in ebenso viele Gefängnisse verwandeln, mehr als anderswo wahre Jalousien. + +Durch diese Grabmessungen von Alexandrien erhalten wir jetzt noch genauere Messungen von Bonapartes Expedition. Die sächsischen Ingenieure, die den Plan von Alexandrien aufgenommen haben, fanden im Kloster der Griechen die Breite von Alexandrien 31° 11' 58"" und die anderen Höhenmessungen in und um die Stadt sind folgende: + +Länge von Zeit +in Paris + +1) Pavillon du Génie 31° 12"" 13"". N.B. I St. 50 23' +2) Der Pavillon 31° 13' +3) Die Spitze des Obelisks der Cleopatra +4) D. Säule d. Pompejus 31 -11- 14' +5) Der Marabout +6) D. Berg d. Generals*) 31 -12- 53 +7) Der Leuchtturm +Der Heverseker. + +Dieser Berg hat seinem Namen daher, weil Bonaparte die Einnahme von Alexandrien hier befehligte. Nach Nouet ist der Pavillon du Génie unter dem 31° 12' 18"" N.S. + +*)" +Z166069305,86,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000086/full/full/0/native.jpg,"manchmal schone Ebenmasigkeit des Gitteriverkes fans +die Schonheit alles das sehen, was auserhalb vorgeht, +ohne je gewahr genommen zu werden: in diesen Arten son +ewigen Klausen halt ein Theil des Menschengeschlechts, +der das gehassige Recht des Starkern misbraucht, den +Undern in einer ihn erniedrigenden Sklaverei. +Die Strasen find enge, schlecht angelegt, ohne Prilar +Per und ohne Polizei: weder ein offentliches noch ein +Privatgebaude zieht das Auge des Reisenden auf fich, und +gelezt die Ueberreste der alten Stadt hatten keinen Eindruf +auf ihn geinadit, fo wurde er nichts seiner Aufmerksamkeit +wurdiges antreffen. Die Einwohner von Alexandrien +Bestehen aus Turken, Arabern, Barbarester, +Copten, forischen Chriften und Juden und man +kann ihre Unzahl auf funftausend rechnen*), so viel man +namlich in einem Lande daruber urtheilen kann, wo man +von nichts ein Verzeichnis halt. Der Handel zieht ubers +dies aus allen Gegenden des Morgenlandes Fremde herbei, +die sich nur eine Zeitlang hier aufhalten. Diese verwirrte +Mischung von Menschen von verschiedenen Nationen, +die eifersuchtig auf einander und beinahe immer Feinde +mit einander find, wurde dem Beobachter Gelegenheit +geben, eine sonderbare Mischung von Sitten und Gebrau. +chen zu beobachten, wenn eine Rauberhohle der Beobach- +tung werth ware **). +DAN +ONCE +*) Franzosen, die sich jezt in Aegypten, aufhalten, schaken die +Anzahl der Einwohner von Alerandrien auf 15 bis 20,000. +Der ueberreger. +**) Warum nicht? Kann der herabgesunkene Mensch nicht dem +Andern zur Warnung und zu einem Beispiele dienen, wie er +es nicht machen mus? Die menschliche Natur verdient Uchtung +und wenn auch der Mensch sie noch so sehr entehrte: also ware +es doch zu wunschen gewesen, der Verfaffer hatte uns eine +Schilderung von diesen Rauberhorden gegeben. +Der ueberseker. +thie","58 + +manchmal ſchöne Ebenmäßigkeit des Gitteriverkes fans +die Schönheit alles das ſehen, was außerhalb vorgeht, +ohne je gewahr genommen zu werden: in dieſen Arten son +ewigen Klauſen hålt ein Theil des Menſchengeſchlechts, +der das gehäſſige Recht des Stårkern mißbraucht, den +Undern in einer ihn erniedrigenden Sklaverei. + +1.4 + +H + +SW + +5 + +3 + +Die Straßen find enge, ſchlecht angelegt, ohne Prilar +Per und ohne Polizei: weder ein offentliches noch ein +Privatgebäude zieht das Auge des Reiſenden auf fich, und +gelezt die Ueberreſte der alten Stadt håtten keinen Eindruf +auf ihn geinadit, fo würde er nichts ſeiner Aufmerkſamkeit +würdiges antreffen. Die Einwohner von Alexandrien +Beſtehen aus Túrken, Arabern, Barbarester, +Copten, foriſchen Chriften und Juden und man +kann ihre Unzahl auf fünftauſend rechnen*), ſo viel man +nämlich in einem Lande darüber urtheilen kann, wo man +von nichts ein Verzeichniß hålt. Der Handel zieht übers +dieß aus allen Gegenden des Morgenlandes Fremde herbei, +die ſich nur eine Zeitlang hier aufhalten. Dieſe verwirrte +Miſchung von Menſchen von verſchiedenen Nationen, +die eiferſüchtig auf einander und beinahe immer Feinde +mit einander find, wurde dem Beobachter Gelegenheit +geben, eine ſonderbare Miſchung von Sitten und Gebråu. +chen zu beobachten, wenn eine Räuberhöhle der Beobach- +tung werth wåre **). + +? + +DAN + +1 + +1 + +ܐ: + +ONCE + +号? + +*) Franzoſen, die ſich jezt in Aegypten, aufhalten, ſchaken die +Anzahl der Einwohner von Alerandrien auf 15 bis 20,000. + +Der ueberreger. +**) Warum nicht? Kann der herabgeſunkene Menſch nicht dem + +Andern zur Warnung und zu einem Beiſpiele dienen, wie er +es nicht machen muß? Die menſchliche Natur verdient Uchtung +und wenn auch der Menſch ſie noch ſo ſehr entehrte: alſo wäre +es doch zu wünſchen geweſen, der Verfaffer hátte uns eine +Schilderung von dieſen Räuberhorden gegeben. + +Der ueberſeker. + +thie + + +","Manchmal schöne Ebenmäßigkeit des Gitterwerks fand die Schönheit alles dessen, was außerhalb vorgeht, ohne je gewahr genommen zu werden: in diesen Artigen ewigen Klauen hält ein Teil des Menschengeschlechts, der das gehässige Recht des Stärkeren mißbraucht, den Unterlegenen in einer ihn erniedrigenden Sklaverei. + +Die Straßen finden sich eng, schlecht angelegt, ohne Polizei und ohne Privatgebäude, die das Auge des Reisenden auf sich ziehen; und geleckt die Ueberreste der alten Stadt hatten keinen Eindruck auf ihn geäußert, so würde er nichts seiner Aufmerksamkeit Würdiges antreffen. Die Einwohner von Alexandrien bestehen aus Türken, Arabern, Barbaren, Copten, französischen Christen und Juden; und man kann ihre Unzahl auf fünftausend rechnen*), so viel man nämlich in einem Lande darüber urteilen kann, wo man von nichts ein Verzeichnis hält. Der Handel zieht über dies aus allen Gegenden des Morgenlandes Fremde herbei, die sich nur eine Zeitlang hier aufhalten. + +Diese verwirrte Mischung von Menschen von verschiedenen Nationen, die eifersüchtig auf einander und beinahe immer Feinde mit einander finden, würde dem Beobachter Gelegenheit geben, eine sonderbare Mischung von Sitten und Gebräuchen zu beobachten, wenn eine Räuberhöhle der Beobachtung werth wäre**). + +*) Franzosen, die sich jetzt in Ägypten aufhalten, schätzen die Anzahl der Einwohner von Alexandrien auf 15 bis 20,000. + +Der Übersetzer. + +**) Warum nicht? Kann der herabgesunkene Mensch nicht dem Andern zur Warnung und zu einem Beispiele dienen, wie er es nicht machen muss? Die menschliche Natur verdient Uchtung, und wenn auch der Mensch sie noch so sehr entehrt: also wäre es doch zu wünschen gewesen, der Verfasser hätte uns eine Schilderung von diesen Räuberhorde gegeben. + +Der Übersetzer." +Z166069305,87,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000087/full/full/0/native.jpg,"Man fieht fte sich einander auf den Strasen drangen +und vielmehr laufen als geben: fie schreien auch mehr als +fie sprechen. Ich bin oft in der Nahe von einigen Perfor +nen stehen geblieben, die mir zornig zu feyn schienen: fie +gaben ihrer Stimme allen den Umfang, den eine starke +und breite Bruft gestattet; ihre Physiognomie trug die +Zuge von Leidenschaften; ihre Augen funkelten; heftige +Bewegungen mit den Handen begleiteten ihre Reden, die +noch heftiger zu seyn fchienen. Ich naherte mich mit der +Furcht, das ich sie sich einander jeden Augenblik erwurgen +fehen wurde, allein wie sehr erstaunte ich, wenn ich erfuhr, +das ihr ganzer Streit einen unbedeutenden Handel betrafe; +das keines ihrer Worte eine Drohung und ihr Aeuse +res allein in Bewegung ren, und das endlich dieser farm +nur ihre getyohnliche Art zu handeln rey. +Diere Getvohnheit, seiner Stimme beim Reben die +starfste Veranderung zu geben, herrscht beinahe unter +allen morgenlandischen slkern, die Turken ausgenoma +men, deren Betragen und Umgang ernsthafter und gesezter +ift*). Jedermann hat bei uns die Bemerkung machen +fonnen, das die Juden, eine Nation, die unter andern +Volkern, unter welchen sie gerstreuet ist, immer ihren +eigenthumlichen Charakter und ihre Gebrauche zu erhalten +gewust hat, auch sehr laut sprechen, vorzuglich wenn sie +unter einander selbst sind. Nimmt man einzelne Personen +aus, deren gezwungenes Wesen in der Nachahmung unse: +rer Manieren ziemlich ideutlich zeigt, das sie bei ihnen nicht +naturlich find', so sieht man auch bei ihrem Gange auf +unsern Strasen ihren Korper vorwarts gebeugt und sie +ohne einige Kniebeugung kleine lebhafte und eilfertige +Schritte machen, die sich mehr dem Laufen als dem +*) Die Indianer reben sehr laut, welches mir unangenehm war, +bis die Gewohnheit mid damit vertraut machte. matintosh +Neisen in Europa, Asien und Afrika,","5g + +/ + +Man fieht fte ſich einander auf den Straßen drången +und vielmehr laufen als geben: fie ſchreien auch mehr als +fie ſprechen. Ich bin oft in der Nähe von einigen Perfor +nen ſtehen geblieben, die mir zornig zu feyn ſchienen: fie +gaben ihrer Stimme allen den Umfang, den eine ſtarke +und breite Bruft geſtattet; ihre Phyſiognomie trug die +Züge von Leidenſchaften; ihre Augen funkelten; heftige +Bewegungen mit den Händen begleiteten ihre Reden, die +noch heftiger zu ſeyn fchienen. Ich näherte mich mit der +Furcht, daß ich ſie ſich einander jeden Augenblik erwürgen +fehen würde, allein wie ſehr erſtaunte ich, wenn ich erfuhr, +daß ihr ganzer Streit einen unbedeutenden Handel betráfe; +daß keines ihrer Worte eine Drohung und ihr Aeuße +res allein in Bewegung ren, und daß endlich dieſer fårm +nur ihre getyöhnliche Art zu handeln rey. + +3 + +1 + +Diere Getvohnheit, ſeiner Stimme beim Reben die +ſtårfſte Veränderung zu geben, herrſcht beinahe unter +allen morgenländiſchen slkern, die Türken ausgenoma +men, deren Betragen und Umgang ernſthafter und geſezter +ift*). Jedermann hat bei uns die Bemerkung machen +fónnen, daß die Juden, eine Nation, die unter andern +Volkern, unter welchen ſie gerſtreuet iſt, immer ihren +eigenthümlichen Charakter und ihre Gebrauche zu erhalten +gewußt hat, auch ſehr laut ſprechen, vorzüglich wenn ſie +unter einander ſelbſt ſind. Nimmt man einzelne Perſonen +aus, deren gezwungenes Weſen in der Nachahmung unſe: +rer Manieren ziemlich ideutlich zeigt, daß ſie bei ihnen nicht +natürlich find', ſo ſieht man auch bei ihrem Gange auf +unſern Straßen ihren Körper vorwärts gebeugt und ſie +ohne einige Kniebeugung kleine lebhafte und eilfertige +Schritte machen, die ſich mehr dem Laufen als dem + +*) Die Indianer reben ſehr laut, welches mir unangenehm war, + +bis die Gewohnheit mid damit vertraut machte. matintoſh +Neiſen in Europa, Aſien und Afrika, + + +","Man sieht sich einander auf den Straßen drängen +und vielmehr laufen als gehen; sie schreien auch mehr als +sie sprechen. Ich bin oft in der Nähe von einigen Personen +stehen geblieben, die mir zornig zu sein schienen: sie +gaben ihrer Stimme allen den Umfang, den eine starke +und breite Brust gestattet; ihre Physiognomie trug die +Züge von Leidenschaften; ihre Augen funkelten; heftige +Bewegungen mit den Händen begleiteten ihre Reden, die +noch heftiger zu sein schienen. Ich näherte mich mit der +Furcht, dass ich sie sich einander jeden Augenblick erwürgen +sehen würde, allein wie sehr erstaunte ich, wenn ich erfuhr, +dass ihr ganzer Streit einen unbedeutenden Handel betraf; +dass keines ihrer Worte eine Drohung und ihr Äußern +allein in Bewegung war, und dass endlich dieser Ton nur +ihre gewöhnliche Art zu handeln war. + +Diese Gewohnheit, der Stimme beim Reden die stärkste Veränderung zu geben, herrscht beinahe unter allen morgenländischen Völkern, die Türken ausgenommen, deren Betragen und Umgang ernsthafter und gesetzter ist. Jedermann hat bei uns die Bemerkung gemacht, +dass die Juden, eine Nation, die unter anderen Völkern, unter welchen sie gestreut ist, immer ihren eigenthümlichen Charakter und ihre Gebräuche zu erhalten gewusst hat, auch sehr laut sprechen, vorzüglich wenn sie unter einander selbst sind. Nimmt man einzelne Personen aus, deren gezwungenes Wesen in der Nachahmung unserer Manieren ziemlich deutlich zeigt, dass sie bei ihnen nicht natürlich finden, +so sieht man auch bei ihrem Gange auf unseren Straßen ihren Körper vorwärts gebeugt und sie ohne einige Kniebeugung kleine lebhafte und eilfertige Schritte machen, die sich mehr dem Laufen als dem +Gehen ähneln. + +*) Die Indianer reden sehr laut, welches mir unangenehm war, +bis die Gewohnheit mich damit vertraut machte." +Z166069305,88,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000088/full/full/0/native.jpg,"gewohnlichen Sehent nahern. Man' findet fie auch for +wie wir sie kennen, namlich geizig, schlau, einschmeichelnb +und auf eine niedrige Art betrugerisch, in Aegyptent +wieder, wo sie noch in einer verachtlichern und gedruktern +kage als anderwarts leben. Ihre Plunderungen gleichen +nicht den Ranbereien der Beduinen und anderer Rauber +Aegyptens; fie fallen weder in die Augen noch werden +sie mit offenbarer Gewalt verubt; fondern es sind, so wie +bei uns, listige Betrugereien und hofliche Diebstahle, die +ihnen die Borse fullen und die Andern ohne Gerausch die +Shrige ausleeren. Allenthalben, wo ich Juden anges +troffen, babe ich sie so gefunden: allenthalben erkennt +man ihre unauslsschlichen Fehler und Laster wieder, so +lange fie fich hartnackig weigern werden, die Linie zu +uberspringen, die zwischen ihnen und andern Beltern +gezogen ist: allenthalben sieht man sie auch dieselben +Mittel, dierelben liftigen Streiche und Schurkereien +anwenden, die eine wahre Geisel der gesellschaftlichen +Dronung find; endlich bemerkt man allenthalben dies +felbe Unempfindlichkeit und Undankbarkeit, womit fie int +neuern Zeiten die Grosmuth Frankreich s belohnt +baben*). +Einige judische Frauen hatten zu meiner Zeit in +Alexandrien den Europa ern ihre Hauser geoff- +net; fie waren weder ohne Schonheit noch ohne Geist; +ihre Gesellschaft war nicht unangenehm, und wenn man +ihnen auch einigermasen ihre zugellose Gier nach Gewinn, +das charakteristische Stennzeichen ihrer Nation, vorwerfen +konnte, so waren wenigstens ihre Diebstahle gemasigter, +ihre Betrugereien liebenswurdiger und man berzieh fie +ihnen leicht. +*) Dieser Label ist gewis ubertrieben und also ungerecht. Die +Juden werben brav und ehrlic fepu, wenn wir sie besser behan- +deln werden. +D. Weberseker.","60 + +gewohnlichen Sehent náhern. Man' findet fie auch for +wie wir ſie kennen, nämlich geizig, ſchlau, einſchmeichelnb +und auf eine niedrige Art betrügeriſch, in Aegyptent +wieder, wo ſie noch in einer verächtlichern und gedrůktern +kage als anderwårts leben. Ihre Plünderungen gleichen +nicht den Rånbereien der Beduinen und anderer Räuber +Aegyptens; fie fallen weder in die Augen noch werden +ſie mit offenbarer Gewalt verübt; fondern es ſind, ſo wie +bei uns, liſtige Betrügereien und hofliche Diebſtähle, die +ihnen die Börſe füllen und die Andern ohne Geräuſch die +Shrige ausleeren. Allenthalben, wo ich Juden anges +troffen, babe ich ſie ſo gefunden: allenthalben erkennt +man ihre unauslsſchlichen Fehler und Laſter wieder, ſo +lange fie fich hartnäckig weigern werden, die Linie zu +überſpringen, die zwiſchen ihnen und andern Beltern +gezogen iſt: allenthalben ſieht man ſie auch dieſelben +Mittel, dierelben liftigen Streiche und Schurkereien +anwenden, die eine wahre Geißel der geſellſchaftlichen +Drönung find; endlich bemerkt man allenthalben dies +felbe Unempfindlichkeit und Undankbarkeit, womit fie int +neuern Zeiten die Großmuth Frankreich s belohnt +baben*). + +. + +1 + +Einige jüdiſche Frauen hatten zu meiner Zeit in +Alexandrien den Europå ern ihre Håuſer geoff- +net; fie waren weder ohne Schönheit noch ohne Geiſt; +ihre Geſellſchaft war nicht unangenehm, und wenn man +ihnen auch einigermaßen ihre zügelloſe Gier nach Gewinn, +das charakteriſtiſche Stennzeichen ihrer Nation, vorwerfen +konnte, ſo waren wenigſtens ihre Diebſtahle gemäßigter, +ihre Betrügereien liebenswürdiger und man berzieh fie +ihnen leicht. + +*) Dieſer Label iſt gewiß übertrieben und alſo ungerecht. Die + +Juden werben brav und ehrlic fepu, wenn wir ſie beſſer behan- +deln werden. + +D. Weberſeker. + + +","gewöhnlichen Sehens nahern. Man findet sie auch vor wie wir sie kennen, namlich geizig, schlau, einschmeichelnd und auf eine niedrige Art betrügerisch, in Ägypten wieder, wo sie noch in einer verachtlicheren und gedrückteren Lage als anderswo leben. Ihre Plünderungen gleichen nicht den Räubereien der Beduinen und anderer Räuber Ägyptens; sie fallen weder in die Augen noch werden sie mit offenkundiger Gewalt verübt; sondern es sind, so wie bei uns, listige Betrügereien und höfliche Diebstähle, die ihnen die Börse füllen und die Anderen ohne Geräusch die Schränke ausleeren. Allenthalben, wo ich Juden angetroffen, habe ich sie so gefunden: allenthalben erkennt man ihre unauslöschlichen Fehler und Laster wieder, solange sie sich hartnäckig weigern werden, die Linie zu überspringen, die zwischen ihnen und andern Bevölkerungen gezogen ist: allenthalben sieht man sie auch dieselben Mittel, dieselben listigen Streiche und Schurkereien anwenden, die eine wahre Geisel der gesellschaftlichen Drangsal finden; endlich bemerkt man allenthalben diese selbe Unempfindlichkeit und Undankbarkeit, womit sie in neueren Zeiten die Großmuth Frankreichs belohnt haben. + +Einige jüdische Frauen hatten zu meiner Zeit in Alexandrien den Europäern ihre Häuser geöffnet; sie waren weder ohne Schönheit noch ohne Geist; ihre Gesellschaft war nicht unangenehm, und wenn man ihnen auch einigermassen ihre zugellose Gier nach Gewinn, das charakteristische Stempelzeichen ihrer Nation, vorwerfen konnte, so waren wenigstens ihre Diebstähle gemäßigter, ihre Betrügereien liebenswürdiger und man verzeiht sie ihnen leicht. + +*) Dieser Vorwurf ist gewiß übertrieben und also ungerecht. Die Juden werben brav und ehrlich sep, wenn wir sie besser behandeln werden. +D. Weberseker" +Z166069305,89,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000089/full/full/0/native.jpg,"Man weis, welcher Nussithwelfungen Menschen Fahig +find, die bei den gewohnlichsten Dingen einen Anschein +don Wuth zeigen. Wenn ihr Geist auser fich gerath, +wenn er Theil an den ungestumen Bewegungen des Kore +pers nimmt To giebt es keinen Zugel meht, der sie zuruck +halt.: Gleich einem reisenden Strome, der sowohl durch +fein Gerausch als durch seine Berwustungen alles in +Schrecken Fezt, uberlaffen sie sich ganz der sige ihres +Bornes: alsdann- nahern fie fich wirklich den wilden +Shieren, dis ihnen den Sand ftreitig machen, den sie +auf gleiche Weise mit Slut besprusen. Daher ruhren +die Aufstande und die tuixultuarischen Zusammenrottirun- +gen in Alexandrien, wovon so oft die Europa er +zu leiden haben. Es ist bemerkenswerth, das man diesen +unruhigen und aufruhrischen Charakter, nobgleich weit +weniger wuthend, auch unter den alten Einwohnern von +Alexandrien fand. +Wenn Sie Rache Altare hat, so ist es ohne Zweifel +in Aegypten; fie ift hier die Gottin oder vielmehr die +Tyrannin der Herzen; sie ist unverfohnlich. Der groste +Cheil der Menschen, woraus die Maffe der, Einwohner +besteht, verzeiht niemals nicht, sondern halt fich, ro.aufa +fallend auch die Genugthuung, die man ihnen leistet, reyn +mag, nur dann befriedigt, wenn er felbst seine Hand in +das Blut Desjenigen: taucht, den er fur feinen Feind +erklart hat. Ob jeder gleich feinen Has lange behelt und +ihn verbirgt, bis er ihn zu stillen eine gunstige Gelegenheit +findet, fo find die Wirkungen desselben doch nicht weniger +schreflich. Hat ein Europaer oder nach ihren Sprache +gebrauche ein Franke ihnen Zorn gereizt, so laffen fie +denfelben an jedem Europa er ohne Unterschied aus, +ohne sich darum zu bekummern, ob er ein Anverwandter +oder Freund ist, oder ob er blos zur Nation ihres Belei. +digers gehort: He nehmen auf diese Art ihrem Unwillen +ales, was ihn entschuldigen konnte, und ihre Rache ist +nur wilde Grausamkeit.","61 + +1 + +1 + +Man weiß, welcher Nusſithwelfungen Menſchen Fähig +find, die bei den gewöhnlichſten Dingen einen Anſchein +don Wuth zeigen. Wenn ihr Geiſt außer fich geråth, +wenn er Theil an den ungeſtümen Bewegungen des Kóre +pers nimmt To giebt es keinen Zügel meht, der ſie zurück +hålt.: Gleich einem reißenden Strome, der ſowohl durch +fein Geräuſch als durch ſeine Berwüſtungen alles in +Schrecken Fezt, überlaffen ſie ſich ganz der sige ihres +Bornes: alsdann- náhern fie fich wirklich den wilden +Shieren, dis ihnen den Sand ftreitig machen, den ſie +auf gleiche Weiſe mit Slut beſprüßen. Daher rühren +die Aufſtånde und die tuixultuariſchen Zuſammenrottirun- +gen in Alexandrien, wovon ſo oft die Europå er +zu leiden haben. Es iſt bemerkenswerth, daß man dieſen +unruhigen und aufrühriſchen Charakter, nobgleich weit +weniger wüthend, auch unter den alten Einwohnern von +Alexandrien fand. + +Wenn Sie Rache Altåre hat, ſo iſt es ohne Zweifel +in Aegypten; fie ift hier die Göttin oder vielmehr die +Tyrannin der Herzen; ſie iſt unverföhnlich. Der größte +Cheil der Menſchen, woraus die Maffe der, Einwohner +beſteht, verzeiht niemals nicht, ſondern hålt fich, ro.aufa +fallend auch die Genugthuung, die man ihnen leiſtet, reyn +mag, nur dann befriedigt, wenn er felbſt ſeine Hand in +das Blut Desjenigen: taucht, den er für feinen Feind +erklärt hat. Ob jeder gleich feinen Haß lange behelt und +ihn verbirgt, bis er ihn zu ſtillen eine günſtige Gelegenheit +findet, fo find die Wirkungen deſſelben doch nicht weniger +ſchreflich. Hat ein Europåer oder nach ihren Sprache +gebrauche ein Franke ihnen Zorn gereizt, ſo laffen fie +denfelben an jedem Europå er ohne Unterſchied aus, +ohne ſich darum zu bekümmern, ob er ein Anverwandter +oder Freund iſt, oder ob er bloß zur Nation ihres Belei. +digers gehört: He nehmen auf dieſe Art ihrem Unwillen +ales, was ihn entſchuldigen konnte, und ihre Rache iſt +nur wilde Grauſamkeit. + + +","Man weiß, welcher Nußithwelfungen Menschen fähig sind, die bei den gewöhnlichsten Dingen einen Anschein von Wuth zeigen. Wenn ihr Geist aus sich geräth, wenn er Theil an den ungestümen Bewegungen des Körpers nimmt, so gibt es keinen Zügel mehr, der sie zurückhält. Gleich einem reisenden Strome, der sowohl durch sein Gerausch als durch seine Bewegungen alles in Schrecken setzt, überlassen sie sich ganz dem Siege ihres Bornes; alsdann nähern sie sich wirklich den wilden Tieren, die ihnen den Sand streitig machen, den sie auf gleiche Weise mit Schlut bespucken. + +Daher rühren die Aufstände und die tumultuarischen Zusammenrottungen in Alexandrien her, wovon so oft die Europaer zu leiden haben. Es ist bemerkenswerth, dass man diesen unruhigen und aufrührischen Charakter, nobgleich weit weniger wüthend, auch unter den alten Einwohnern von Alexandrien fand. + +Wenn Sie Rache Altare hat, so ist es ohne Zweifel in Aegypten; sie ist hier die Gottin oder vielmehr die Tyrannin der Herzen; sie ist unversöhnlich. Der größte Teil der Menschen, woraus die Masse der Einwohner besteht, verzeiht niemals nicht, sondern hält sich, rohfällt auch die Genugthuung, die man ihnen leistet, rein mag, nur dann befriedigt, wenn er selbst seine Hand in das Blut Desjenigen taucht, den er für seinen Feind erklärt hat. Ob jeder gleich seinen Hass lange behält und ihn verbirgt, bis er ihn zu stillen eine günstige Gelegenheit findet, so finden die Wirkungen desselben doch nicht weniger schrecklich. + +Hat ein Europaer oder nach ihren Sprachgebrauche ein Franke ihnen Zorn gereizt, so laufen sie denselben an jedem Europaer ohne Unterschied aus, ohne sich darum zu bekümmern, ob er ein Anverwandter oder Freund ist, oder ob er bloß zur Nation ihres Beleidigers gehört. Sie nehmen auf diese Art ihrem Unwillen alles, was ihn entschuldigen könnte, und ihre Rache ist nur wilde Grausamkeit." +Z166069305,90,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000090/full/full/0/native.jpg,"Alexandrien war bet meiner Ankunft noch voll +von dem Gerede von einer Frevelthat, die man vor wenis +gen Jahren an der Person des Chefs der franzosischen +Nation in dieser Stadt verubt hatte*). Cin Peruckena +macher, von Geburt ein Franzore, jagte in der Gegend +tim die Stadt; es entstand ein Zanf mit einem Araber, +und er hatte die Unbesonnenheit, ihn mit einem Flinten +schusse zu endigen, der seinen Gegner todt darnieder strekte. +Die Nachricht von dieser Mordthat verbreitete fich bald +allgemein. Das Volf gerieth in Aufstand und wollte in +seiner Wuch alle sich hier aufhaltenden Europaer ermorden. +Nur mit vieler Muhe besanftigte man es, indem man +ihm den Morder auslieferte, der auf einem offentlichen +Plase aufgehangt wurde; allein ein Araber, ein Bruder +des Getodteten, hielt sich, ob er gleich Zeuge von der +Hinrichtung war, doch nicht fur genug geracht; er schwury. +den ersten! Franke'n, den er antreffen wurde, den +Manen Feines Bruders zu opfern. +Alle Europa er schloffen fich brei ganger Monate +kalig ein und hoffteit, die Wuth dieses Menschen werde +fich legen. Sie glaubten daher nach Verlauf dieser Zeit +und nach den eingezogenen Erkundigungen, die sie auser +aler Unruhe seken konntent, ihren Aufenthaltsort wieder +ohne Gefahr verlassen zu konnen. Seit acht Tagen liesen +fie fich wieder wie gewohnlich in der Stadt und auf dem +Lande sehen und keinem von ihnen widerfuhr irgend ein +widriger Zufall. Der Consul hatte es noch nicht auszus +gehen gewagt; er glaubte endlich auch, ohne Gefahr zu +laufen frische Luft schopfen zu konnen. Er gieng, mit +*) Der Burger Woher hat diese Anekdote auch in seiner Reife +in Aegypten und Syrien erzahlt. Es herrscht aber in +unsern Erzahlungen einige Verschiedenheit. Ich erzahle die +Thatsache, wie sie mir vor Augenzeugen berichtet worden isto +bei welchen die Erinnerung daran noch neu war.","62 + +Alexandrien war bet meiner Ankunft noch voll +von dem Gerede von einer Frevelthat, die man vor wenis +gen Jahren an der Perſon des Chefs der franzöſiſchen +Nation in dieſer Stadt verübt hatte*). Cin Peruckena +macher, von Geburt ein Franzore, jagte in der Gegend +tim die Stadt; es entſtand ein Zanf mit einem Araber, +und er hatte die Unbeſonnenheit, ihn mit einem Flinten +ſchuſſe zu endigen, der ſeinen Gegner todt darnieder ſtrekte. +Die Nachricht von dieſer Mordthat verbreitete fich bald +allgemein. Das Volf gerieth in Aufſtand und wollte in +ſeiner Wuch alle ſich hier aufhaltenden Europäer ermorden. +Nur mit vieler Mühe beſänftigte man es, indem man +ihm den Mörder auslieferte, der auf einem offentlichen +Plaße aufgehängt wurde; allein ein Araber, ein Bruder +des Getódteten, hielt ſich, ob er gleich Zeuge von der +Hinrichtung war, doch nicht für genug geracht; er ſchwury. +den erſten! Franke'n, den er antreffen würde, den +Manen Feines Bruders zu opfern. + +Alle Europa er ſchloffen fich brei ganger Monate +kalig ein und hoffteit, die Wuth dieſes Menſchen werde +fich legen. Sie glaubten daher nach Verlauf dieſer Zeit +und nach den eingezogenen Erkundigungen, die ſie außer +aler Unruhe ſeken konntent, ihren Aufenthaltsort wieder +ohne Gefahr verlaſſen zu können. Seit acht Tagen ließen +fie fich wieder wie gewohnlich in der Stadt und auf dem +Lande ſehen und keinem von ihnen widerfuhr irgend ein +widriger Zufall. Der Conſul hatte es noch nicht auszus +gehen gewagt; er glaubte endlich auch, ohne Gefahr zu +laufen friſche Luft ſchopfen zu können. Er gieng, mit + +1 + +*) Der Bürger Woher hat dieſe Anekdote auch in ſeiner Reife +in Aegypten und Syrien erzählt. Es herrſcht aber in +unſern Erzählungen einige Verſchiedenheit. Ich erzähle die +Thatſache, wie ſie mir vor Augenzeugen berichtet worden iſto +bei welchen die Erinnerung daran noch neu war. + + +","Alexandrien war bei meiner Ankunft noch voll von dem Gerede von einer Frevelthat, die man vor wenigen Jahren an der Person des Chefs der französischen Nation in dieser Stadt verübt hatte*). Ein Perückenmacher, von Geburt ein Franzose, jagte in der Gegend um die Stadt; es entstand ein Zank mit einem Araber, und er hatte die Unbesonnenheit, ihn mit einem Flintenschusse zu endigen, der seinen Gegner tot darnieder streckte. Die Nachricht von dieser Mordthat verbreitete sich bald allgemein. Das Volk geriet in Aufstand und wollte in seiner Wut alle sich hier aufhaltenden Europäer ermorden. Nur mit vieler Mühe besänftigte man es, indem man ihm den Mörder auslieferte, der auf einem öffentlichen Plätze aufgehängt wurde; allein ein Araber, ein Bruder des Getöteten, hielt sich, ob er gleich Zeuge von der Hinrichtung war, doch nicht für genug gerächt; er schwur, den ersten Franzosen, den er antreffen würde, dem Manen seines Bruders zu opfern. + +Alle Europäer schlossen sich bei ganger Monate klaglos ein und hofften, die Wut dieses Menschen werde sich legen. Sie glaubten daher nach Verlauf dieser Zeit und nach den eingezogenen Erkundigungen, die sie außer aller Unruhe suchten konnten, ihren Aufenthaltsort wieder ohne Gefahr verlassen zu können. Seit acht Tagen ließen sie sich wieder wie gewöhnlich in der Stadt und auf dem Lande sehen und keinem von ihnen widerfuhr irgend ein widriger Zufall. Der Consul hatte es noch nicht auszuwagen gewagt; er glaubte endlich auch, ohne Gefahr zu laufen frische Luft schaffen zu können. Er ging, mit + +*) Der Burger Woher hat diese Anekdote auch in seiner Reise in Ägypten und Syrien erzählt. Es herrscht aber in unseren Erzählungen einige Verschiedenheit. Ich erzähle die Thatsache, wie sie mir von Augenzeugen berichtet worden ist, bei welchen die Erinnerung daran noch neu war." +Z166069305,91,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000091/full/full/0/native.jpg,"einem Janitscharen von seiner Bededung am Ufer des +Canales, spazieren. Durch ein unglakliches. Ungefahr +befand sich der Araber auch daselbst, der bei der in seinem +Herzen sorgfaltig verborgenen Rachsucht stets Waffen bei +fich trug, um sie zu befriedigen. Er naberte fich dem +Franzosen, der kein Mistrauen hegte, und strekte ihn +eben so feig als grausam, durch einen Flintenschus, den +er ihm im Rucken beibrachte, zu Boden. Der Janitsdar, +anstatt denjenigen, den er beschusen sollte, zu rachen oder +deinselben wenigstens beizustehen, lief eilfertig davon und +der unglukliche Consul starb nach einigen Stunden an +seinen Wunden. Die franzosischen Kriufleute schikten +einen Geschwindregler nach Constantinopel, um Gerechtige +keit zu fodern. Die ottomanische Pforte fandte Offiziere +mit bestimmten und sirengen Befehlen nach Alexans +orien; allein man wich diefen Befehlen anfanglich aus +und endlich blieben sie ohne Vollziehung. Der Meuchels +merder verlies nicht einmal die Stadt, und deigte sich +daselbst ungestraft. Die franzffischen Staufleute, musten +um ihrer eigenen Sicherheit willen schweigen, und auser +der Beschimpfung, die die franzosische Nation durch den +ungeftraften Meuchelmord ihres Abgeordneten erlitt, hatte +der Nationalhandel noch den Verluft betrachtlicher Sums +men gu bedauern, die man vergeblich, um Genugthuung +zu erhaltent, angewandt hatte. +Nehnliche Ereignifte waren unglutlicher Weise fur die +Ruhe derjenigen nicht selten, die in Aegypten und in +einigen Theilen Syrien s leben musten, wo das Volt +auser feiner Nachbarschaft mehr als eine Aehnlichkeit mit +den Aegyptern bat. Gegen das Ende des Octobers +1731 gieng der hollandische Drogoman oder Dolmetscher +zu Haleb mit seinem Consul spasieren. Landleute aus +einem benachbarten Dorfe befanden es fur gut, ihn wegen +des Todes eines jungen Menschen anzuflagen, der fich +erfauft hatte und deffen keichnam fie gerade herausju.","65 + +einem Janitſcharen von ſeiner Bededung am Ufer des +Canales, ſpazieren. Durch ein unglåkliches. Ungefähr +befand ſich der Araber auch daſelbſt, der bei der in ſeinem +Herzen ſorgfältig verborgenen Rachſucht ſtets Waffen bei +fich trug, um ſie zu befriedigen. Er nåberte fich dem +Franzoſen, der kein Mißtrauen hegte, und ſtrekte ihn +eben ſo feig als grauſam, durch einen Flintenſchuß, den +er ihm im Rücken beibrachte, zu Boden. Der Janitſdar, +anſtatt denjenigen, den er beſchüßen ſollte, zu rächen oder +deinſelben wenigſtens beizuſtehen, lief eilfertig davon und +der unglůkliche Conſul ſtarb nach einigen Stunden an +ſeinen Wunden. Die franzöſiſchen Kriufleute ſchikten +einen Geſchwindregler nach Conſtantinopel, um Gerechtige +keit zu fodern. Die ottomaniſche Pforte fandte Offiziere +mit beſtimmten und ſirengen Befehlen nach Alexans +orien; allein man wich diefen Befehlen anfänglich aus +und endlich blieben ſie ohne Vollziehung. Der Meuchels +merder verließ nicht einmal die Stadt, und deigte ſich +daſelbſt ungeſtraft. Die franzffiſchen Staufleute, mußten +um ihrer eigenen Sicherheit willen ſchweigen, und außer +der Beſchimpfung, die die franzoſiſche Nation durch den +ungeftraften Meuchelmord ihres Abgeordneten erlitt, hatte +der Nationalhandel noch den Verluft beträchtlicher Sums +men gu bedauern, die man vergeblich, um Genugthuung +zu erhaltent, angewandt hatte. + +Nehnliche Ereignifte waren unglütlicher Weiſe für die +Ruhe derjenigen nicht ſelten, die in Aegypten und in +einigen Theilen Syrien s leben mußten, wo das Volt +außer feiner Nachbarſchaft mehr als eine Aehnlichkeit mit +den Aegyptern bat. Gegen das Ende des Octobers +1731 gieng der hollándiſche Drogoman oder Dolmetſcher +zu Haleb mit ſeinem Conſul ſpaßieren. Landleute aus +einem benachbarten Dorfe befanden es für gut, ihn wegen +des Todes eines jungen Menſchen anzuflagen, der fich +erfåuft hatte und deffen keichnam fie gerade herausju. + +19 + + +","Einem Janitscharen von seiner Bedeutung am Ufer des Canales zu spazieren. Durch ein unglückliches Ereignis befand sich der Araber auch daselbst, der bei der in seinem Herzen sorgfältig verborgenen Rache suchte stets Waffen bei sich trug, um sie zu befriedigen. Er näherte sich dem Franzosen, der kein Misstrauen hegte, und streckte ihn eben so feige als grausam durch einen Flintenschuss, den er ihm im Rücken beibrachte, zu Boden. Der Janitschar lief eilfertig davon, anstatt denjenigen, den er beschützen sollte, zu retten oder denselben wenigstens beizustehen, und der unglückliche Konsul starb nach einigen Stunden an seinen Wunden. + +Die französischen Kreuzfahrte schickten einen Geschwindregler nach Konstantinopel, um Gerechtigkeit zu fordern. Die ottomanische Pforte fandte Offiziere mit bestimmten und strengen Befehlen nach Alexandrien; allein man wich diesen Befehlen anfanglich aus und endlich blieben sie ohne Vollziehung. Der Meuchelmörder verließ nicht einmal die Stadt, und zeigte sich daselbst ungestraft. + +Die französischen Staatsleute mussten um ihrer eigenen Sicherheit willen schweigen, und außer der Beschimpfung, die die französische Nation durch den ungefährten Meuchelmord ihres Abgeordneten erlitt, hatte der Nationalhandel noch den Verlust beträchtlicher Summen zu bedauern, die man vergeblich um Genugtuung zu erhalten angewandt hatte. + +Ähnliche Ereignisse waren unglücklicherweise für die Ruhe derjenigen nicht selten, die in Ägypten und in einigen Teilen Syriens leben mussten, wo das Volk außer seiner Nachbarschaft mehr als eine Ähnlichkeit mit den Ägyptern hat. Gegen das Ende des Oktober 1731 ging der holländische Dragoman oder Dolmetscher zu Haleb mit seinem Konsul spazieren. Landleute aus einem benachbarten Dorfe befanden es für gut, ihn wegen des Todes eines jungen Menschen anzufallen, der sich erlaubt hatte und dessen Kehlnam sie gerade herausjagte." +Z166069305,92,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000092/full/full/0/native.jpg,"nehmen beschaftigt waren. Eine so abgeschmakte Anklage +wurde von dem ganzen Dorfe mit Beifall aufgenommen. +Das Rachgefchrei war einmuthig. Man schikte Abgeorda +nete an den Pascha von Haleb, um von ihm dent +Hollander zu verlangen. Der Statthalter gab eine +abschlagliche Antwort. Die Landleute wiegelten das Volf +in Kaleb auf. Eine furchtbare Zusammenrottirung +drohete die Stadt in Brand zu stecken, und alle Frans +ten zit ermorden, wenn man nicht den Drogoman aus. +lieferte, der seine Zuflucht zum Pascha genommen hatte. +Ob nun dieser gleich von der Unschuld des Europaers +uberzeugt war, so muste er dennoch, um groserm Unglucke +vorzubeugen, den ungluklidhen Hollander erwurgen lassen, +und reinen Leichnam den Aufruhrern ausliefern, die ihn +an einen Baum aufhiengen. +So sufter auch das Gemalde ift, das ich von den +Sitten der Einwohner des neuen Alerandriensis +gegeben habe, so ist es dennoch nicht ubertrieben. Ich +Ich +babe sie so geschildert, wie ich sie gesehen habe. Ich +konnte zur Unterstusung desjenigen, was ich davon gesagt +habe, mich auf das Zeugnis der schazbarsten und vorzuglich +der europaischen Reisenden berufen, die sich Geschafte und +Handelsspekulationen wegen oder aus Neugier eine Zeitlang ako +zu Alexandrien aufgehalten haben und die Zeugen, +ja vielleicht sogar Opfer dieses wilden Charakters gewesen +find. Wenn fie fich, beim Einmarsche einer fiegreichen +Armee, unter dem Scheine ehrlicher Leute zu verbergen& +gewust haben, ro darf man nicht daruber erstaunen. +Der grausamste Mensch ist gewohnlich der Feigste; er hat +nur Muth, wennt er verfichert ist, das er der Starksted +ift: er friecht, ro bald als er schwach wird; aber er bleibt +treulos und verratherisch, und er wird diefe Waffen niede +riger Seelen allemal brauchen, wenn er nicht entdekt zu +werden furchtet. +Die arabische Sprache ist in Alexandrient, so wie +in ganz Uegypten, allgemein im Gebrauche. Aber der","64 + +1 + +** + +nehmen beſchäftigt waren. Eine ſo abgeſchmakte Anklage +wurde von dem ganzen Dorfe mit Beifall aufgenommen. +Das Rachgefchrei war einmüthig. Man ſchikte Abgeorda +nete an den Paſcha von Haleb, um von ihm dent +Hollander zu verlangen. Der Statthalter gab eine +abſchlagliche Antwort. Die Landleute wiegelten das Volf +in Kaleb auf. Eine furchtbare Zuſammenrottirung +drohete die Stadt in Brand zu ſtecken, und alle Frans +ten zit ermorden, wenn man nicht den Drogoman aus. +lieferte, der ſeine Zuflucht zum Paſcha genommen hatte. +Ob nun dieſer gleich von der Unſchuld des Europäers +überzeugt war, ſo mußte er dennoch, um großerm Unglücke +vorzubeugen, den unglúklidhen Hollander erwürgen laſſen, +und reinen Leichnam den Aufrührern ausliefern, die ihn +an einen Baum aufhiengen. + +So süfter auch das Gemälde ift, das ich von den +Sitten der Einwohner des neuen Alerandriensis +gegeben habe, ſo iſt es dennoch nicht übertrieben. Ich + +Ich +babe ſie ſo geſchildert, wie ich ſie geſehen habe. Ich +könnte zur Unterſtüßung desjenigen, was ich davon geſagt +habe, mich auf das Zeugniß der ſcházbarſten und vorzüglich +der europäiſchen Reiſenden berufen, die ſich Geſchäfte und +Handelsſpekulationen wegen oder aus Neugier eine Zeitlang ako +zu Alexandrien aufgehalten haben und die Zeugen, +ja vielleicht ſogar Opfer dieſes wilden Charakters geweſen +find. Wenn fie fich, beim Einmarſche einer fiegreichen +Armee, unter dem Scheine ehrlicher Leute zu verbergen& +gewußt haben, ro darf man nicht darüber erſtaunen. +Der grauſamſte Menſch iſt gewöhnlich der Feigſte; er hat +nur Muth, wennt er verfichert iſt, daß er der Stårkſted +ift: er friecht, ro bald als er ſchwach wird; aber er bleibt +treulos und verrätheriſch, und er wird diefe Waffen niede +riger Seelen allemal brauchen, wenn er nicht entdekt zu +werden fürchtet. + +Die arabiſche Sprache iſt in Alexandrient, ſo wie +in ganz Uegypten, allgemein im Gebrauche. Aber der + +M + + +","nehmen beschäftigt waren. Eine so abscheuliche Anklage wurde von dem ganzen Dorfe mit Beifall aufgenommen. Das Rachgeschrei war einmütig. Man schickte Abgeordnete an den Pascha von Haleb, um von ihm den Holländer zu verlangen. Der Statthalter gab eine abschlägliche Antwort. Die Landleute wiegelten das Volk in Kaleb auf. Eine furchtbare Zusammenrottung drohte die Stadt in Brand zu stecken, und alle Franzosen zerrissen ermorden, wenn man nicht den Dragoman auslieferte, der seine Zuflucht zum Pascha genommen hatte. + +Ob nun dieser gleich von der Unschuld des Europäers überzeugt war, so musste er dennoch, um größeres Unglück vorzubeugen, den unglücklichen Holländer erwürgen lassen, und reinen Leichnam den Aufrührern ausliefern, die ihn an einen Baum aufhingen. + +So schwarz auch das Gemälde ist, das ich von den Sitten der Einwohner des neuen Alexandria gegeben habe, so ist es dennoch nicht übertrieben. Ich habe sie so geschildert, wie ich sie gesehen habe. Ich konnte zur Unterstützung desjenigen, was ich davon gesagt habe, mich auf das Zeugnis der sämtlichen und vorzüglichsten europäischen Reisenden berufen, die sich Geschäfte und Handelsspekulationen wegen oder aus Neugier eine Zeitlang in Alexandrien aufgehalten haben und die Zeugen, ja vielleicht sogar Opfer dieses wilden Charakters gewesen sind. + +Wenn sie sich, beim Einmarsch einer siegreichen Armee, unter dem Scheine ehrlicher Leute zu verbergen gewusst haben, so darf man nicht darüber erstaunen. Der grausamste Mensch ist gewöhnlich der Feigste; er hat nur Mut, wenn er sich verbichert ist, dass er der Stärkste ist; er fürchtet, sobald er schwach wird; aber er bleibt treulos und verräterisch, und er wird diese Waffen niederträchtiger Seelen allemal brauchen, wenn er nicht entdeckt zu werden fürchtet. + +Die arabische Sprache ist in Alexandria, so wie in ganz Ägypten, allgemein im Gebrauche." +Z166069305,93,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000093/full/full/0/native.jpg,"groste Theil der Alexandriner, und vorzuglich diejenigen, +die mit den Europaern in Handelsverbindungen stehen, +sprechen auch Jtalienisch, das in den Hafen der +Levante gebrauchlich ist. Man spricht auch das Mauris +sche oder die lingua franca, die aus einem +schlechten Italienischen, Spanischen und Arabischen besteht. +Ein Fremder konnte sich hier mit leichterer Muhe als +anderwarts Bediente verschaffen, die, wenn fie auch von +feiner erprobten Sreue waren, sich doch wenigstens denje: +nigen leichter verstandlich machen konnten, die kein Arad +bifch verstanden. Der Befehlshaber in der Stadt war +ein Serdar, der kein ansehnlicher Offizier ist und dessen +Macht nicht immer den zugellosen Pobel zu bandigen +hinreichte. +Eine grose Sand- und Staubfliche, ein Schutthaufen +war ein der neuen Einwohner von Aleraudrien wurdiger +Aufenthaltsort, und jeden Tag suchten sie noch das Grausen +deffelben zu vermehren. Umgesturzte- und Gerstreuete +Saulen; einige andere noch aufrecht, aber abgesondert +stehende; verstummelte Statuen, Saulenknaufe, Gebilte, +und Bruchstucke jeder Art bedecken das umliegende land. +Man kann keinen Schritt thun ohne fich, fo zu sagen, +an einige folcher Trummern zu ftosen. Es ist der schand- +lichste Schauplaz der schreflichsten Zersterung. Der Geist +versinkt in Trauer, wenn er diere Ueberreste der Grose +und der Pracht betrachtet, und wird unwillig uber die +Barbaren, die ihre frevelnde Hand an Denkmaler zu +legen gewagt haben, die die Zeit, der unbarmherzigste +Zerstorer, verschont haben wurde. +Sonnini Reifen 18 BD.","65 + +1 + +größte Theil der Alexandriner, und vorzüglich diejenigen, +die mit den Europäern in Handelsverbindungen ſtehen, +ſprechen auch Jtalieniſch, das in den Hafen der +Levante gebräuchlich iſt. Man ſpricht auch das Mauris +ſche oder die lingua franca, die aus einem +ſchlechten Italieniſchen, Spaniſchen und Arabiſchen beſteht. +Ein Fremder konnte ſich hier mit leichterer Mühe als +anderwårts Bediente verſchaffen, die, wenn fie auch von +feiner erprobten Sreue waren, ſich doch wenigſtens denje: +nigen leichter verſtåndlich machen konnten, die kein Arad +bifch verſtanden. Der Befehlshaber in der Stadt war +ein Serdar, der kein anſehnlicher Offizier iſt und deſſen +Macht nicht immer den zügelloſen Pobel zu båndigen +hinreichte. + +i + +2 + +1 + +0 +$ + +5 + +at +h +0 + +Eine große Sand- und Staubfliche, ein Schutthaufen +war ein der neuen Einwohner von Aleraudrien würdiger +Aufenthaltsort, und jeden Tag ſuchten ſie noch das Graußen +deffélben zu vermehren.· Umgeſtürzte- und Gerſtreuete +Säulen; einige andere noch aufrecht, aber abgeſondert +ſtehende; verſtůmmelte Statuen, Säulenknäufe, Gebilte, +und Bruchſtücke jeder Art bedecken das umliegende land. +Man kann keinen Schritt thun ohne fich, fo zu ſagen, +an einige folcher Trümmern zu ftoßen. Es iſt der ſchånd- +lichſte Schauplaz der ſchreflichſten Zerſterung. Der Geiſt +verſinkt in Trauer, wenn er diere Ueberreſte der Größe +und der Pracht betrachtet, und wird unwillig über die +Barbaren, die ihre frevelnde Hand an Denkmåler zu +legen gewagt haben, die die Zeit, der unbarmherzigſte +Zerſtörer, verſchont haben würde. + +7 + +1 + +11 + +11 + +Sonnini Reifen 18 BD. + + +","Der größte Theil der Alexandriner, und vorzüglich diejenigen, +die mit den Europäern in Handelsverbindungen stehen, +sprechen auch Italienisch, das in den Häfen der Levante gebräuchlich ist. +Man spricht auch das Mauretanische oder die lingua franca, +die aus einem schlechten Italienischen, Spanischen und Arabischen besteht. + +Ein Fremder konnte sich hier mit leichterer Mühe als anderwärts Bediente verschaffen, +die, wenn sie auch von feiner erprobten Treue waren, +sich doch wenigstens denjenigen leichter verständlich machen konnten, +die kein Arabisch verstehen. + +Der Befehlshaber in der Stadt war ein Serdar, +der kein ansehnlicher Offizier ist und dessen Macht +nicht immer den zugellosen Pöbel zu bandigen hinreichte. + +Eine große Sand- und Staubfliche, ein Schutthaufen +war ein der neuen Einwohner von Alexandrien würdiger Aufenthaltsort, +und jeden Tag suchten sie noch das Grausen desselben zu vermehren. +Umgestürzte und gerstreuete Säulen; +einige andere noch aufrecht, aber abgesondert stehende; +verstümmelte Statuen, Säulenknaufe, Gebilde, +und Bruchstücke jeder Art bedecken das umliegende Land. + +Man kann keinen Schritt thun ohne sich so zu sagen, +an einige solcher Trümmer zu stoßen. +Es ist der schändlichste Schauplatz der schrecklichsten Zerstörung. +Der Geist versinkt in Trauer, wenn er diese Ueberreste der Größe +und der Pracht betrachtet, und wird unwillig über die Barbaren, +die ihre frevelnde Hand an Denkmäler zu legen gewagt haben, +die die Zeit, der unbarmherzigste Zerstörer, verschont hat würde. + +Sonnini Reifen 18 BD." +Z166069305,94,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000094/full/full/0/native.jpg,"Neuntes Capitel. +Einfassung von Ulefanprien durch die Araber +Spizsaule der Cleopatra Cleopatra Pallast der +Kunige von Aegypten- Saule des Pompejus. +Das alte Alexandrien hatte mehrere franzofische +Meiten im Umfange*) und beinahe eine Million Eiltwoh. +ner **): das heutige aber ist von den Arabern, die +es erobert haben, in engere Grenzen eingeschlossen worden. +Die neue Einfassung, die heut zu Tage Alexandrien +einschliest, befieht aus hundert geirslbten Thurmen und +aus feften Mauern. Allein die jesige Stadt nimint bei +weitem nicht den Umfang innerhalb der Mauern eins fie +ist von diesen durch grose Zwischenrdume getrennt, wo +*) Die alten Schriftsteller find uber die Oroke dieser Stadt nicht +einig. Jofephu 8 giebt ihr eine Breite von 20 Stabien, +womit Surtius ubereinzukommen scheint, der den ganzen +Umfang der Stadt auf 80 Stadien Im 10 romischen Meileu +rechaet und also wahrscheinlich die Lange zu 30 und die Breite +zu 10 Stadien annimmt. Nach dem Diodoru 8 betrug iht +Umfang 100 Stadien, also il romische Meilen, und Plinius +giebt ihn auf 15 Meilen an. +Der ueberreger. +**) Diodorus giebt die Anzahl der freien Einwohner des altent +ulerandriens auf 300,000 an, und man rechnet, das sie sich +mit den Sklaven auf 800,000 belaufen haben. +Der Ueberse set. +eser.","66 + +Neuntes Capitel. + +Einfaſſung von Ulefanprien durch die Araber +Spizſäule der Cleopatra Cleopatra– Pallaſt der + +Künige von Aegypten- Säule des Pompejus. + +Das alte Alexandrien hatte mehrere franzofiſche +Meiten im Umfange*) und beinahe eine Million Eiltwoh. +ner **): das heutige aber iſt von den Arabern, die +es erobert haben, in engere Grenzen eingeſchloſſen worden. +Die neue Einfaſſung, die heut zu Tage Alexandrien +einſchließt, befieht aus hundert geirslbten Thürmen und +aus feften Mauern. Allein die jeßige Stadt nimint bei +weitem nicht den Umfang innerhalb der Mauern eins fie +iſt von dieſen durch große Zwiſchenrdume getrennt, wo + +0 + +*) Die alten Schriftſteller find über die Oroke dieſer Stadt nicht + +einig. Jofephu 8 giebt ihr eine Breite von 20 Stabien, +womit Surtius übereinzukommen ſcheint, der den ganzen +Umfang der Stadt auf 80 Stadien Im 10 rómiſchen Meileu +rechaet und alſo wahrſcheinlich die Länge zu 30 und die Breite +zu 10 Stadien annimmt. Nach dem Diodoru 8 betrug iht +Umfang 100 Stadien, alſo il rómiſche Meilen, und Plinius +giebt ihn auf 15 Meilen an. + +Der ueberreger. + +. +**) Diodorus giebt die Anzahl der freien Einwohner des altent + +ulerandriens auf 300,000 an, und man rechnet, daß ſie sich +mit den Sklaven auf 800,000 belaufen haben. + +Der Ueberſe set. + +eßer. + + +","Neuntes Capitel. + +Einfassung von Alexandria durch die Araber. + +Spitzsäule der Cleopatra, Palast der Könige von Aegypten - Säule des Pompejus. + +Das alte Alexandrien hatte mehrere französische Meilen im Umfange*) und beinahe eine Million Einwohner**): das heutige aber ist von den Arabern, die es erobert haben, in engere Grenzen eingeschlossen worden. Die neue Einfassung, die heute Alexandrien einschließt, besteht aus hundert getürmten Thoren und aus festen Mauern. + +Allein die jetzige Stadt nimmt bei weitem nicht den Umfang innerhalb der Mauern ein; sie ist von diesen durch große Zwischenräume getrennt, wo + +*) Die alten Schriftsteller sind über die Abmessungen dieser Stadt nicht einig. Josephus gibt ihr eine Breite von 20 Stadien, womit Strabon übereinzukommen scheint, der den ganzen Umfang der Stadt auf 80 Stadien oder 10 römischen Meilen rechnet und also wahrscheinlich die Länge zu 30 und die Breite zu 10 Stadien annimmt. Nach Diodorus betrug ihr Umfang 100 Stadien, also 5 römische Meilen, und Plinius gibt ihn auf 15 Meilen an. + +Der Übersetzer. + +**) Diodorus gibt die Anzahl der freien Einwohner des alten Alexandriens auf 300.000 an, und man rechnet, dass sie sich mit den Sklaven auf 800.000 belaufen haben. + +Der Übersetzer." +Z166069305,95,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000095/full/full/0/native.jpg,"man das Bild der Dollendetsten Zerstorung, Schutthaufer +und zerstreuete Trummern erblike. +Einige Schriftsteller haben geglaubt, diese sinauern +fenn noch dieselben, die Alexander habe erbauen lassen. +Diese Meinung, die man reit langen Zeiten aufgegeben +hatte, hat neuerlich wieder der Baron von Tott*) +geausert; allein die Bauart derselben hat weder eine +Uehnlichkeit mit der Griechischen noch mit der"" Romischen: +fie ist offenbar arabirch, und gleicht dem Baue der +Mauern von Caird, von welchen es ganz gewis ist, +das fie die Araber erbauet haben. Man bat Saulen +und andere Bruchstucke von alten Denkmatern zu ihrem +Baue gebraucht, woraus man unwidersprechlich ihre +neuere Erbauung beweisen kann; und die Umschriften mit +arabischen und kufirchen Charakteren, womit die +Thurme an verschiedenen Stellen geziert sind, laffen keim +nen Zweifel uber ihren Ursprung ubrig. Der groste +Theil der Reisenden, unter welchen ich blos poco de +anfuhren will, hat auch gar nicht daran geztveifelt: Im +Jahr 600 der Hedschra oder 12: 2 nach Christi Geburt,"" +sagt er, lies einer von Saladins Nochfolgern, der +fo eben legypten den Chalifen aus der fatimidia +schen Familie entriffen hatte, die Mauern des neuern +Alexandriens banen: man nahm zum Baue dieres. +Werkes, dessen Umfang zwei franzosische Meilen betragt, +Ueberreste von der alten Mauer. Die Mauern nebst ihren +hunbert Thurmen, bestehen aus Marmorstucken und zer. +brochenen Saulen, die mit gemeinen Steinen unter eine +ander liegen."" +Die Materialien, die man, noch auser den Bruche +ftucken alterer Denkmaler zur Erbauung einiger von diesen +*) Dentwurdigkeiten des Batott ton tott, im 2. B. der f. +Huse.","67 + +man das Bild der Dollendetſten Zerſtörung, Schutthaufer +und zerſtreuete Trümmern erblike. + +Einige Schriftſteller haben geglaubt, dieſe sinauern +fenn noch dieſelben, die Alexander habe erbauen laſſen. +Dieſe Meinung, die man reit langen Zeiten aufgegeben +hatte, hat neuerlich wieder der Baron von Tott*) +geäußert; allein die Bauart derſelben hat weder eine +Uehnlichkeit mit der Griechiſchen noch mit der"" Römiſchen: +fie iſt offenbar arabirch, und gleicht dem Baue der +Mauern von Caird, von welchen es ganz gewiß iſt, +daß fie die Araber erbauet haben. Man bat Såulen +und andere Bruchſtücke von alten Denkmåtern zu ihrem +Baue gebraucht, woraus man unwiderſprechlich ihre +neuere Erbauung beweiſen kann; und die Umſchriften mit +arabiſchen und kufirchen Charakteren, womit die +Thürme an verſchiedenen Stellen geziert ſind, laffen keim +nen Zweifel über ihren Urſprung übrig. Der großte +Theil der Reiſenden, unter welchen ich bloß poco de +anführen will, hat auch gar nicht daran geztveifelt:„ Im +Jahr 600 der Hedſchra oder 12: 2 nach Chriſti Geburt,"" +ſagt er,„ ließ einer von Saladins Nochfolgern, der +fo eben legypten den Chalifen aus der fatimidia +ſchen Familie entriffen hatte, die Mauern des neuern +Alexandriens banen: man nahm zum Baue dieres. +Werkes, deſſen Umfang zwei franzöſiſche Meilen beträgt, +Ueberreſte von der alten Mauer. Die Mauern nebſt ihren +hunbert Thürmen, beſtehen aus Marmorſtücken und zer. +brochenen Säulen, die mit gemeinen Steinen unter eine +ander liegen."" + +Die Materialien, die man, noch außer den Bruche +ftücken ålterer Denkmåler zur Erbauung einiger von dieſen + +*) Dentwürdigkeiten des Batott ton tott, im 2. B. der f. + +Huse. + + +","Man das Bild der Dollendentsten Zerstörung, Schutthäufer und zerstreute Trümmer erblickte. Einige Schriftsteller haben geglaubt, diese seien noch dieselben, die Alexander habe erbauen lassen. Diese Meinung, die man seit langen Zeiten aufgegeben hatte, hat neuerlich wieder der Baron von Tott*) geäußert; allein die Bauart derselben hat weder eine Ähnlichkeit mit der griechischen noch mit der römischen: sie ist offenbar arabisch, und gleicht dem Baue der Mauern von Caird, von welchen es ganz gewiß ist, daß sie die Araber erbaut haben. Man hat Säulen und andere Bruchstücke von alten Denkmälern zu ihrem Baue gebraucht, woraus man unwidersprechlich ihre neuere Erbauung beweisen kann; und die Umschriften mit arabischen und kufischen Charakteren, womit die Türme an verschiedenen Stellen geziert sind, lassen keinem Zweifel über ihren Ursprung übrig. Der größte Teil der Reisenden, unter welchen ich bloß poco de anführen will, hat auch gar nicht daran gezweifelt: Im Jahr 600 der Hedschra oder 1222 nach Christi Geburt,"" sagt er, ""ließ einer von Saladins Nachfolgern, der so eben Ägypten den Chalifen aus der fatimidischen Familie entrißt hatte, die Mauern des neuen Alexandriens bauen: man nahm zum Baue dieses Werkes, dessen Umfang zwei französische Meilen beträgt, Überreste von der alten Mauer. Die Mauern nebst ihren hundert Türmen, bestehen aus Marmorstücken und zerbrochenen Säulen, die mit gemeinen Steinen untereinander liegen."" + +Die Materialien, die man noch außer den Bruchstücken älterer Denkmale zur Erbauung einiger von diesen + +*) Dentwurdigkeiten des Baron von Tott, im 2. B. der f. Hause." +Z166069305,96,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000096/full/full/0/native.jpg,"Thurmen gebraucht hat, find von einer besondern Art, +von welcher, so viel als ich weis,"" kein Reifender Nachricht +gegeben hat. Gewohnliche Steine ficht man nur an +Stellen, die man ausgebessert, oder die man in neuern +Zeiten gebauet hat. Ursprunglich hat das Mauerwerk +aus steinigten massen bestanden, die aus einer ihr grosen +Menge kleiner aus der Erde gegrabenen fpatischen Mus +schein gebildet sind, welche ohne Ordnung mit einer Art +von Kitt vermischt sind, der sie alle zusammen verbindet, +so das diese Materie, die sehr dicht und fest ift, mehr ein +Gemisch, eine Zusammenhaufung der Kunst als ein na- +turlicher Stein zu senu scheint. +Diese Festen Mauern und grosen weiten Thurme, die +man fur eben so viele Festungen ansehen kann, maiten +die Einfassung der Araber aus. Allein troz der Vorbe. +reitung und des siderstandes der Mamelucken und +ihres Heeres hat sie dennoch eine and voll Franzosene +ohne Kanonen und beinghe ohne Munition in wenig +Augenblicken erstiegen und eingenommen. Alexander +hatte den Grund zu einer Stadt gelegt, deren Handel, +Kenntnisse und Wunder der Kunst frin Andenken verewigt +haben: Bonaparte hat die Ueberreste dieser Stadt den +Handen von Barbaren entrissen, deren Gegenwart die. +Trummern beflekte ;, er hat sie dem allgemeinen Handel +wiedergegeben, den ihr ihre Lage zusichert, und der +ihren alten Glanz wieder herstellen wird: man weis nicht, +von diesen beiden Velden, der Erbauer oder der +welcher en +Wiederhersteller, am meisten die Bewunderung unserer +Enkel erregen werde. +Gegen das oftliche Ende des halben Mondes hit +den der neue Hafen bildet, trift man nahe an der Kufte +gwei Obelisken an. Man nennt sie die Spis sa us +len der Cleopatra, ob es gleich nicht ausgemacht +ist, das sie das Werk dieser Agyptischen Kidnigin sind.","68 + +: + +Thürmen gebraucht hat, find von einer beſondern Art, +von welcher, ſo viel als ich weiß,"" kein Reifender Nachricht +gegeben hat. Gewohnliche Steine ficht man nur an +Stellen, die man ausgebeſſert, oder die man in neuern +Zeiten gebauet hat. Urſprünglich hat das Mauerwerk +aus ſteinigten maſſen beſtanden, die aus einer ihr großen +Menge kleiner aus der Erde gegrabenen fpatiſchen Mus +ſchein gebildet ſind, welche ohne Ordnung mit einer Art +von Kitt vermiſcht ſind, der ſie alle zuſammen verbindet, +ſo daß dieſe Materie, die ſehr dicht und feſt ift, mehr ein +Gemiſch, eine Zuſammenhäufung der Kunſt als ein na- +türlicher Stein zu ſenu ſcheint. + +Dieſe Feſten Mauern und großen weiten Thürme, die +man für eben ſo viele Feſtungen anſehen kann, mađiten +die Einfaſſung der Araber aus. Allein troz der Vorbe. +reitung und des siderſtandes der Mamelucken und +ihres Heeres hat ſie dennoch eine and voll Franzoſene +ohne Kanonen und beinghe ohne Munition in wenig +Augenblicken erſtiegen und eingenommen. Alexander +hatte den Grund zu einer Stadt gelegt, deren Handel, +Kenntniſſe und Wunder der Kunſt frin Andenken verewigt +haben: Bonaparte hat die Ueberreſte dieſer Stadt den +Hånden von Barbaren entriſſen, deren Gegenwart die. +Trümmern beflekte ;, er hat ſie dem allgemeinen Handel +wiedergegeben, den ihr ihre Lage zuſichert, und der +ihren alten Glanz wieder herſtellen wird: man weiß nicht, + +von dieſen beiden Velden, der Erbauer oder der +welcher en +Wiederherſteller, am meiſten die Bewunderung unſerer +Enkel erregen werde. + +Gegen das oftliche Ende des halben Mondes hit +den der neue Hafen bildet, trift man nahe an der Kufte +gwei Obelisken an. Man nennt ſie die Spis ſå us +len der Cleopatra, ob es gleich nicht ausgemacht +iſt, daß ſie das Werk dieſer Ågyptiſchen Kidnigin ſind. + + +","Thurmen gebraucht hat, find von einer besondern Art, +von welcher, so viel als ich weiß,"" kein Reisender Nachricht +gegeben hat. Gewöhnliche Steine ficht man nur an +Stellen, die man ausgebessert, oder die man in neueren +Zeiten gebaut hat. Ursprünglich hat das Mauerwerk +aus steinigten Massen bestanden, die aus einer großen +Menge kleiner aus der Erde gegrabener spatischer Muschelsteine +gebildet sind, welche ohne Ordnung mit einer Art von Kitt vermischt sind, +der sie alle zusammen verbindet, so dass diese Materie, +die sehr dicht und fest ist, mehr ein Gemisch, eine Zusammenhaufung der Kunst +als ein natürlicher Stein zu sehen scheint. + +Diese Festen Mauern und großen weiten Thurme, die +man für eben so viele Festungen ansehen kann, mußten +die Einfassung der Araber ausschließen. Allein trotz der Vorbereitung +und des Widerstandes der Mamelucken und ihres Heeres +hat sie dennoch ein andalusisches Volk ohne Kanonen und Büchsen +ohne Munition in wenig Augenblicken erstiegen und eingenommen. +Alexander hatte den Grund zu einer Stadt gelegt, deren Handel, +Kenntnisse und Wunder der Kunst für die Nachwelt verewigt haben: +Bonaparte hat die Überreste dieser Stadt den Händen von Barbaren entrissen, +deren Gegenwart die Trümmer befleckt; er hat sie dem allgemeinen Handel +wiedergegeben, den ihr ihre Lage zusichert, und der ihren alten Glanz wieder herstellen wird: +man weiß nicht, von diesen beiden Feldherrn, der Erbauer oder der Wiederhersteller, +am meisten die Bewunderung unserer Enkel erregen werde. + +Gegen das östliche Ende des halben Mondes hin tritt +den neuen Hafen bildet, trifft man nahe an der Küste zwei Obelisken an. +Man nennt sie die Säulen der Cleopatra, ob es gleich nicht ausgemacht ist, +daß sie das Werk dieser ägyptischen Königin sind." +Z166069305,97,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000097/full/full/0/native.jpg,"Man fchreibt dieser gkich falls ohne einet historischen +Beweis die shlen, die man ihre Bader nennt, und +den Bau des Canales zu der nody heut zu Tage das +Nilwasser in die Cifternen von Ulerandrien fuhrt. Eine +Ehre, die man den grosen Eigenschaften der lezten Konis +gin aus dem Stamme der Protem der erweist. adha +rend also der Name von den Mannern, die den grosten +Theil von den erstaunenswurdigen Geb& uden des alten +Aegypten haben errichten lassen, ganglich unbekannt ist, +bewahrt die Nachwelt sorgfaltig das Andenken an eine +Frau auf, die sich durch ihre Pracht, ihr Genie, ihren +heroischen Charakter und ihre unvergleichliche Schonheit +auszeichnete. +Eine von den Spizfaulen der Cleopatra +steht auf ihrem Fusgestelle noch aufrecht; die Andere aber +ift umgesturzt und beinahe ganz mit Sande bedekt*). +Die Erfere zeigt, was die Syand des Menschen gegen die +Zeit vermag; die Andere, was die Zeit wider die Anstren- +gungen des Menschen ausrichten kann. Ich habe sie nicht +messen konnen, aber ein alter franzosifujer Reisender **), +der sie mit der grosten Genauigkeit gemeiten zu haben- +cheint, giebt ihre Hobe auf 58 Fus und 6 Zoll und ihre +Breite an jeder Seite der Basis auf fi: ben Fus an ***). +Sie sind aus einem einzigen Granitstucke gehauen und +auf jeder der vier Seiten voller Hieroglyphen, welche an +dem aufrechtstehenden Obelisk noch sehr nett ivaren und +*) Bonaparte hat' fie vom Sande reinigen lassen und man +arbeitet an ihrer Wiederaufrichtung. +Der ueberreger. +**) Reisen des Herrn von moncongs 1695 im in Bd. +***) Norden sagt, das Fusgestekte des aufrechtstehenden Obe: +lisks rey noch 20 Fus uber das Meer erhaben; die Hohe +defelben foll nach Syaw& Angabe 50 Pariser Fus Vetrarlen. +Der ueberseber.","39. + +Man fchreibt dieſer gkich falls ohne einet hiſtoriſchen +Beweis die Øshlen, die man ihre Båder nennt, und +den Bau des Canales zu der nody heut zu Tage das +Nilwaſſer in die Cifternen von Ulerandrien führt. Eine +Ehre, die man den großen Eigenſchaften der lezten Konis +gin aus dem Stamme der Protem der erweiſt. adha +rend alſo der Name von den Männern, die den großten +Theil von den erſtaunenswürdigen Geb& uden des alten +Aegypten haben errichten laſſen, gånglich unbekannt iſt, +bewahrt die Nachwelt ſorgfältig das Andenken an eine +Frau auf, die ſich durch ihre Pracht, ihr Genie, ihren +heroiſchen Charakter und ihre unvergleichliche Schönheit +auszeichnete. + +1 + +Eine von den Spizfáulen der Cleopatra +ſteht auf ihrem Fußgeſtelle noch aufrecht; die Andere aber +ift umgeſtürzt und beinahe ganz mit Sande bedekt*). +Die Erfere zeigt, was die Syand des Menſchen gegen die +Zeit vermag; die Andere, was die Zeit wider die Anſtren- +gungen des Menſchen ausrichten kann. Ich habe ſie nicht +meſſen können, aber ein alter franzöſifüjer Reiſender **), +der ſie mit der größten Genauigkeit gemeiten zu haben- +cheint, giebt ihre Hobe auf 58 Fuß und 6 Zoll und ihre +Breite an jeder Seite der Baſis auf fi: ben Fuß an ***). +Sie ſind aus einem einzigen Granitſtücke gehauen und +auf jeder der vier Seiten voller Hieroglyphen, welche an +dem aufrechtſtehenden Obelisk noch ſehr nett ivaren und + +. + +*) Bonaparte hat' fie vom Sande reinigen laſſen und man +arbeitet an ihrer Wiederaufrichtung. + +Der ueberreger. +**) Reiſen des Herrn von moncongs 1695 im in Bd. +***) Norden ſagt, das Fußgeſtekte des aufrechtſtehenden Obe: + +lisks rey noch 20 Fuß über das Meer erhaben; die Höhe +defelben foll nach Syaw& Angabe 50 Pariſer Fuß Vetrarlen. + +Der ueberſeber. + +t + + +","Man schreibt dieser glich falls ohne einen historischen Beweis die Schlöden, die man ihre Badern nennt, und den Bau des Canales zu der nötigen heut zu Tage das Nilwasser in die Cisternen von Alexandria führt. Eine Ehre, die man den großen Eigenschaften der letzten Konige gleich aus dem Stamme der Ptolemäer erweist. Beharrlich also der Name von den Männern, die den größten Theil von den erstaunenswürdigen Gebäuden des alten Aegypten haben errichten lassen, gangbar unbekannt ist, bewahrt die Nachwelt sorgfältig das Andenken an eine Frau auf, die sich durch ihre Pracht, ihr Genie, ihren heroischen Charakter und ihre unvergleichliche Schönheit auszeichnete. + +Eine von den Spitzen der Cleopatra steht auf ihrem Fußgestelle noch aufrecht; die andere aber ist umgestürzt und beinahe ganz mit Sande bedeckt. Die erste zeigt, was die Säulen des Menschen gegen die Zeit vermag; die andere, was die Zeit wider die Anstrengungen des Menschen ausrichten kann. Ich habe sie nicht messen können, aber ein alter französischer Reisender, der sie mit der größten Genauigkeit gemessen zu haben scheint, gibt ihre Höhe auf 58 Fuß und 6 Zoll und ihre Breite an jeder Seite der Basis auf 5½ Fuß an. Sie sind aus einem einzigen Granitstücke gehauen und auf jeder der vier Seiten voller Hieroglyphen, welche an dem aufrechtstehenden Obelisk noch sehr nett erhalten sind. + +*) Bonaparte hat sie vom Sande reinigen lassen und man arbeitet an ihrer Wiederaufrichtung. + +Der Übersetzer. + +**) Reisen des Herrn von Montconys 1695 im Bd. +***) Norden sagt, das Fußgesteck des aufrechtstehenden Obelisks sey noch 20 Fuß über das Meer erhaben; die Höhe desselben soll nach Savarys Angabe 50 Pariser Fuß betragen. + +Der Übersetzer." +Z166069305,98,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000098/full/full/0/native.jpg,"fich sehr leicht unterscheiden liesen, wenn man diejenigen +Lausnimmt, welche fich auf der Morgenseite befinden und +die ganz ausgeloscht find*). +In der Nahe diefer Obelisken hatten die agyptischen +Konige ihren Pallaft. Man sieht noch herrliche Spuren +von seiner Grose und von seiner Macht. Sie find eine +unerschopfliche Steingrube von Granlt- und Marmorstuk: +ken, die die jesigen Ulexandriner schandeten, als +sie diefelben bei dem Baue ihrer Haufer und Gebaude mit +den gemeinsten Materialien vermischten. Man durfte +die Erde hier sonst nur leicht aufwahlen, so fand man +Medaillen und geschnittene Steine in groserm Ueberflufse +als anderwarts: zu meiner Zeit aber waren fie felten +geworden und man fand beinahe gar keine mehr. Aus +dieren Trummern kommt auch das Fofil, das einer +Bakzahn vorstellt. Man hielt ihn fur einen Menschen +und folglich fur einen Riesenzahn. Allein niemand wird +diese Meinung annehmen, der nur die geringsten Begriffe +von der Anatomie hat: denn vergleicht man diesen Zahn +mit den z& hnen anderer bekannten Thiere, so wird man +fich leicht uberzeugen, das er einem Elephanten angehdrt. +UNA +Geht man aus der Mauer der er aber durch das +Thor gegen Mittag hinaus, to hat man Eines von +erstaunensivurdigsten Denkmalern vor sich, das aus dem +Alterthume auf uns gekommen ist. Stolz, weder unter den +Schlagen der Zeit, noch unter den oftern und schreklichern +Ungriffen der aberglaubischen Unwissenheit unterlegen zu +haben, erhebt sich mit Majeftat die groste Saule, die es +*) Diese Dbelisken, sagt atterer, scheinen zuerst in einer +andern agyptischen Gegend gestanden zu baben und erst zu +Esfars und der Cleopatra zeiten hierher versezt worden +zu lern, um den Eingang eines prachtigen Pallastes zu zieren, +von welchem nod zerftreuete Crummern ubrig find. +Der Ueberseter.","70 + +4 + +fich ſehr leicht unterſcheiden ließen, wenn man diejenigen +Lausnimmt, welche fich auf der Morgenſeite befinden und +die ganz ausgelöſcht find*). + +W! + +2 + +1 + +1 + +In der Nähe diefer Obelisken hatten die ägyptiſchen +Könige ihren Pallaft. Man ſieht noch herrliche Spuren +von ſeiner Große und von ſeiner Macht. Sie find eine +unerſchopfliche Steingrube von Granlt- und Marmorſtůk: +ken, die die jeßigen Ulexandriner ſchåndeten, als +ſie diefelben bei dem Baue ihrer Håufer und Gebäude mit +den gemeinſten Materialien vermiſchten. Man durfte +die Erde hier ſonſt nur leicht aufwählen, ſo fand man +Medaillen und geſchnittene Steine in großerm Ueberflufſe +als anderwärts: zu meiner Zeit aber waren fie felten +geworden und man fand beinahe gar keine mehr. Aus +dieren Trümmern kommt auch das Fofil, das einer +Bakzahn vorſtellt. Man hielt ihn für einen Menſchen +und folglich für einen Rieſenzahn. Allein niemand wird +dieſe Meinung annehmen, der nur die geringſten Begriffe +von der Anatomie hat: denn vergleicht man dieſen Zahn +mit den z& hnen anderer bekannten Thiere, ſo wird man +fich leicht überzeugen, daß er einem Elephanten angehdrt. + +UNA + +1 + +1999 + +نم + +11 + +Geht man aus der Mauer der er aber durch das +Thor gegen Mittag hinaus, to hat man Eines von +erſtaunensivůrdigſten Denkmålern vor ſich, das aus dem +Alterthume auf uns gekommen iſt. Stolz, weder unter den +Schlagen der Zeit, noch unter den oftern und ſchreklichern +Ungriffen der aberglaubiſchen Unwiſſenheit unterlegen zu +haben, erhebt ſich mit Majeftåt die größte Säule, die es + +41 + +*) Dieſe Dbelisken, ſagt atterer, ſcheinen zuerſt in einer + +andern ágyptiſchen Gegend geſtanden zu baben und erſt zu +Esfars und der Cleopatra zeiten hierher verſezt worden +zu lern, um den Eingang eines prachtigen Pallaſtes zu zieren, +von welchem nod zerftreuete Crúmmern übrig find. + +Der Ueberſeter. + + +","fich sehr leicht unterscheiden lassen, wenn man diejenigen +lausnimmt, welche sich auf der Morgenseite befinden und +die ganz ausgelöscht sind. + +In der Nähe dieser Obelisken hatten die ägyptischen +Könige ihren Palast. Man sieht noch herrliche Spuren +von seiner Größe und von seiner Macht. Sie finden eine +unerschöpfliche Steingrube von Granit- und Marmorstücken, +die die jüngeren Alexandriner schändeten, als +sie dieselben bei dem Bau ihrer Häuser und Gebäude mit +den gemeinsten Materialien vermischten. Man durfte +die Erde hier sonst nur leicht aufwühlen, so fand man +Medaillen und geschnittene Steine in größerm Überflusse +als anderwarts: zu meiner Zeit aber waren sie selten +geworden und man fand beinahe gar keine mehr. Aus +diesen Trümmern kommt auch das Fossil, das einer +Backzahn vorstellt. Man hielt ihn für einen Menschen- +und folglich für einen Riesenzahn. Allein niemand wird +diese Meinung annehmen, der nur die geringsten Begriffe +von der Anatomie hat: denn vergleicht man diesen Zahn +mit den Zähnen anderer bekannter Thiere, so wird man +sich leicht überzeugen, dass er einem Elephanten angehört. + +Geht man aus der Mauer her aber durch das +Thor gegen Mittag hinaus, to hat man Eines von +erstaunenswürdigsten Denkmälern vor sich, das aus dem +Alterthume auf uns gekommen ist. Stolz, weder unter den +Schlägen der Zeit, noch unter den oft ern und schrecklichen +Ungriffen der aberglaubischen Unwissenheit unterlegen zu +haben, erhebt sich mit Majestät die größte Säule, die es + +*) Diese Obelisken, sagt aelterer, scheinen zuerst in einer +andern ägyptischen Gegend gestanden zu haben und erst zu +Ptolemäers und der Cleopatras Zeiten hierher veretzt worden +zu sein, um den Eingang eines prächtigen Palastes zu zieren, +von welchem noch zerstreute Trümmer übrig finden. +Der Übersetzer." +Z166069305,99,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000099/full/full/0/native.jpg,"jemals gegeben hat. Sie ife von dem fchonsten und +Hartesten Granit und besteht aus drei Stucken, woraus +man den Snauf, den Schaft und das Fusgestelle gehauen +bat. Ich habe ihre Hohe nicht meffen konnen, und die +Reisenden, die sie vor mir besucht haben, sind uber diesen +Punkt nicht einig."" Savary giebt ihr 114 Fus Hohe*), +wabrend Paul lucas, der sie mit Genauigkeit gemeffen +ju haben behauptet, ihre Hohe nur auf 94 Fus fchazt **). +Diese leztere Meinung hatten die Euro pa er in ulers +andrien allgemein angenommen. Die Hohe der Saule +rechnete man auf 94 bis 95 franzosische Fus. Das Fusges +stelle ist 15 Fus hoch; der Schaft nebst dein Fuse 70 +Fus; endlich der Knauf 1o Fus; die Hohe des Ganzen +betragt also 95 Fus. Der mittlere Durchmeffer ist 7 +und 3 Viertel Fus. Nach diesen Verhaltniffen kann man +also die ganze Masse der Saule auf 6000 Cubiffus sch& gen. +Man weis, das der Cubitfus von rothem agyptischem +Granit 185 Pfund wiegt. Das Gewicht der Saule +betragt also eine Million, hundert und zehntausend +Pfund Markgewicht ***). +So hart auch die Maffe ift, woraus die Saule +besteht, fo hat sie doch nicht dem nagenden Zahne der +Zeit widerstehen konnen. Der untere Theil des Schaftes +ist auf der Ostseite sehr beschadigt und man nimmt hier +ohne Muhe Stucke von dem Fusgestelle weg. Man hat +vorhin gesehen, das die Hieroglyphen an der Spisfaule +*) Savary uber Wegypten im in Bbe. +**) Paul Lucas Reise im Jahr 1714 im 2n Bbe. +***) Der Architett Norry, der Bonaparte auf seiner Erpedition +begleitet, hat sie gemeiten und ihre Hohe von der Spite bis +zum Fusgestelle 28 Fus 6 Zoll hoch gefunden. Ondere Haber +bis iezt den Saulenschaft 58 Fus yoch gehalten. +Der Ueberseger.","71 + +jemals gegeben hat. Sie ife von dem fchönſten und +Hårteſten Granit und beſteht aus drei Stücken, woraus +man den Snauf, den Schaft und das Fußgeſtelle gehauen +bat. Ich habe ihre Höhe nicht meffen können, und die +Reiſenden, die ſie vor mir beſucht haben, ſind über dieſen +Punkt nicht einig."" Savary giebt ihr 114 Fuß Hohe*), +wabrend Paul lucas, der ſie mit Genauigkeit gemeffen +ju haben behauptet, ihre Hohe nur auf 94 Fuß fchazt **). +Dieſe leztere Meinung hatten die Euro på er in ulers +andrien allgemein angenommen. Die Höhe der Säule +rechnete man auf 94 bis 95 franzöſiſche Fuß. Das Fußges +ſtelle iſt 15 Fuß hoch; der Schaft nebſt dein Fuße 70 +Fuß; endlich der Knauf 1o Fuß; die Höhe des Ganzen +beträgt alſo 95 Fuß. Der mittlere Durchmeffer iſt 7 +und 3 Viertel Fuß. Nach dieſen Verhältniffen kann man +alſo die ganze Maſſe der Såule auf 6000 Cubiffuß ſch& gen. +Man weiß, daß der Cubitfuß von rothem ägyptiſchem +Granit 185 Pfund wiegt. Das Gewicht der Säule +beträgt alſo eine Million, hundert und zehntauſend +Pfund Markgewicht ***).” + +So hart auch die Maffe ift, woraus die Säule +beſteht, fo hat ſie doch nicht dem nagenden Zahne der +Zeit widerſtehen können. Der untere Theil des Schaftes +iſt auf der Oſtſeite ſehr beſchädigt und man nimmt hier +ohne Mühe Stücke von dem Fußgeſtelle weg. Man hat +vorhin geſehen, daß die Hieroglyphen an der Spisfåule + +*) Savary über Wegypten im in Bbe. + +**) Paul Lucas Reiſe im Jahr 1714 im 2n Bbe. + +***) Der Architett Norry, der Bonaparte auf ſeiner Erpedition + +begleitet, hat ſie gemeiten und ihre Höhe von der Spite bis +zum Fußgeſtelle 28 Fuß 6 Zoll hoch gefunden. Ondere Haber +bis iezt den Säulenſchaft 58 Fuß yoch gehalten. + +Der Ueberſeger. + + +","jemals gegeben hat. Sie ist von dem schönsten und hartesten Granit und besteht aus drei Stücken, woraus man den Snauf, den Schaft und das Fußgestelle gehauen hat. Ich habe ihre Höhe nicht messen können, und die Reisenden, die sie vor mir besucht haben, sind über diesen Punkt nicht einig."" Savary gibt ihr 114 Fuß Höhe*), während Paul Lucas, der sie mit Genauigkeit gemessen zu haben behauptet, ihre Höhe nur auf 94 Fuß schätzt **). Diese letztere Meinung hatten die Europäer in Alexandria allgemein angenommen. Die Höhe der Säule rechnete man auf 94 bis 95 französische Fuß. Das Fußgestelle ist 15 Fuß hoch; der Schaft nebst dem Fuß 70 Fuß; endlich der Knauf 10 Fuß; die Höhe des Ganzen beträgt also 95 Fuß. Der mittlere Durchmesser ist 7 und 3 Viertel Fuß. Nach diesen Verhältnissen kann man also die ganze Masse der Säule auf 6000 Kubikfuß schätzen. + +Man weiß, dass der Kubikfuß von rotem ägyptischem Granit 185 Pfund wiegt. Das Gewicht der Säule beträgt also eine Million, hundert und zehntausend Pfund Markgewicht ***). + +So hart auch die Masse ist, woraus die Säule besteht, so hat sie doch nicht dem nagenden Zahn der Zeit widerstehen können. Der untere Teil des Schaftes ist auf der Ostseite sehr beschädigt und man nimmt hier ohne Mühe Stücke von dem Fußgestelle weg. Man hat vorhin gesehen, dass die Hieroglyphen an der Spitze der Säule +*) Savary über Ägypten im 1. Bde. +**) Paul Lucas Reise im Jahr 1714 im 2n Bde. +***) Der Architekt Norry, der Bonaparte auf seiner Expedition begleitet, hat sie gemessen und ihre Höhe von der Spitze bis zum Fußgestelle 28 Fuß 6 Zoll hoch gefunden. Andere Haber haben bis jetzt den Säulenschaft 58 Fuß noch gehalten. +Der Übersezer." +Z166069305,100,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000100/full/full/0/native.jpg,"ber Cleopatra auch auf dieser Seite befreffen Waretha +Dies ruhrt wahrscheinlich von dem Seewinde her. Man +hat behauptet, auf der Seite gegen Abend sahe man eine +griechische Aufschrift, wenn die Sonne darauf fchiene; +allein ich habe bei aller Aufmerksamkeit nichts davon +gewahr werden konnen*). +Der Boden, worauf die Saule steht, hat sich gesenkt +und hat einen Theil von der Grundlage, worauf fie ruht, +offen gelassen. Es ist ein 6 Fus hoher blos viereckigter +Blok, der in seinem Mittelpunkte ein viel groseres Fus- +gestelle tragt: hieraus kann man sehen, das alles +vollkommen senkrecht ist. Er ist auch von Granit. Die +fandesbewohner haben um die Unterlage herum eine +Mauer errichtet um das Fusgestelle aufrecht zu erhalten. +Dieses ganz unnuse Mauerwerk bestand aus verschieden +artigen Steinen, unter denen man Stucke von Marmor +bemerkte, die man von den Ueberresten irgend eines alten +Gebaudes weggenommen hatte, und die vou schoner +Hieroglyphen waren. Wahrend Einige den Umsturz dieser +Sfule zu verhindern sich bemuheten, fuchten anderer +man sagte mir, es waren Beduinen gewesen, diefilbe +umzusturzen, weil sie unter ihrer zerbrochenen Grundlage +einen Schaz zu finden hofften. Sie hatten Pulver dazu +gebraucht, aber gluflicher Weise ivaren fie in der Kunst +etwas zu zersprengen sehr unwiffend gewesen. Die Explo- +fion zerfiorte, nur einen Theil von dem Geruste, das +man unnutzer Weise unter dem Fusgestelle errichtet hatte. +Paul lucas erzahlt, im Jahre 1714 Ten ein +Charlatan mit einer Leichtigkeit, die jedermann in Erstaus +nen gerezt habe, auf den Knauf gestiegen und habe +*) Pocoe hat zum Theil den Inhalt dieser griechischen Inschrift +noch angegeben. +Der ueberre Ber.","72 + +ber Cleopatra auch auf dieſer Seite befreffen Waretha +Dies rührt wahrſcheinlich von dem Seewinde her. Man +hat behauptet, auf der Seite gegen Abend ſåhe man eine +griechiſche Aufſchrift, wenn die Sonne darauf fchiene; +allein ich habe bei aller Aufmerkſamkeit nichts davon +gewahr werden können*). + +I + +Der Boden, worauf die Säule ſteht, hat ſich geſenkt +und hat einen Theil von der Grundlage, worauf fie ruht, +offen gelaſſen. Es iſt ein 6 Fuß hoher bloß viereckigter +Blok, der in ſeinem Mittelpunkte ein viel größeres Fuß- +geſtelle trägt: hieraus kann man ſehen, daß alles +vollkommen ſenkrecht iſt. Er iſt auch von Granit. Die +fandesbewohner haben um die Unterlage herum eine +Mauer errichtet um das Fußgeſtelle aufrecht zu erhalten. +Dieſes ganz unnüße Mauerwerk beſtand aus verſchieden +artigen Steinen, unter denen man Stücke von Marmor +bemerkte, die man von den Ueberreſten irgend eines alten +Gebäudes weggenommen hatte, und die vou ſchoner +Hieroglyphen waren. Während Einige den Umſturz dieſer +Sfule zu verhindern ſich bemüheten, fuchten anderer +man ſagte mir, es waren Beduinen geweſen, diefilbe +umzuſtürzen, weil ſie unter ihrer zerbrochenen Grundlage +einen Schaz zu finden hofften. Sie hatten Pulver dazu +gebraucht, aber glúflicher Weiſe ivaren fie in der Kunſt +etwas zu zerſprengen ſehr unwiffend geweſen. Die Explo- +fion zerfiorte, nur einen Theil von dem Gerüſte, das +man unnützer Weiſe unter dem Fußgeſtelle errichtet hatte. + +1 + +Paul lucas erzählt, im Jahre 1714 Ten ein +Charlatan mit einer Leichtigkeit, die jedermann in Erſtaus +nen gerezt habe, auf den Knauf geſtiegen und habe + +4 + +*) Pocođe hat zum Theil den Inhalt dieſer griechiſchen Inſchrift +noch angegeben. + +Der ueberre Ber. + + +","Berührt Cleopatra auch auf dieser Seite befunden ware. Dies rührt wahrscheinlich von dem Seewinde her. Man hat behauptet, auf der Seite gegen Abend sähe man eine griechische Aufschrift, wenn die Sonne darauf schiene; allein ich habe bei aller Aufmerksamkeit nichts davon gewahr werden können. + +Der Boden, worauf die Saule steht, hat sich gesenkt und hat einen Teil von der Grundlage, worauf sie ruht, offen gelassen. Es ist ein 6 Fuß hoher bloß viereckigter Block, der in seinem Mittelpunkte ein viel größeres Fußgestelle trägt: hieraus kann man sehen, dass alles vollkommen senkrecht ist. Er ist auch von Granit. Die Landsbewohner haben um die Unterlage herum eine Mauer errichtet, um das Fußgestelle aufrecht zu erhalten. + +Dieses ganz unnütze Mauerwerk bestand aus verschiedenartigen Steinen, unter denen man Stücke von Marmor bemerkte, die man von den Überresten irgend eines alten Gebäudes weggenommen hatte, und die von schönen Hieroglyphen waren. Während einige den Umsturz dieser Säule zu verhindern sich bemühten, suchten andere - man sagte mir, es waren Beduinen gewesen - sie umzustürzen, weil sie unter ihrer zerbrochenen Grundlage einen Schatz zu finden hofften. Sie hatten Pulver dazu gebraucht, aber glücklicherweise waren sie in der Kunst etwas zu zersprengen sehr unwillig gewesen. + +Die Explosion zerstörte nur einen Teil von dem Gerüste, das man unnützer Weise unter dem Fußgestelle errichtet hatte. +Paul Lucas erzählt, im Jahre 1714 sei ein Charlatan mit einer Leichtigkeit, die jedermann in Erstaunen gesetzt habe, auf den Knauf gestiegen und habe ... +*) Pococke hat zum Teil den Inhalt dieser griechischen Inschrift noch angegeben. +Der überreiche Ber." +Z166069305,101,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000101/full/full/0/native.jpg,"versichert, der obere Theil rein ausgeholt: Seit einigen +Jahren haben wir nahere Yufschlufse hieruber bekommen. +Einige englandische Seeleute gelangten durch Hulfe eines +Drachen, den man zur Befestigung einer Strikleiter brauchte, +auf den obersten Theil der Saule und fanden, wie Paul +fucas, eine grose runde Hohlung mitten im Knaufe und +uberdies noch in jedem Winkel ein koch. Es ist also +ausgemacht, das, auf diesem Knauf noch eine Statue +gestanden hat, deren Trummern auf immer verlohren +zu feyn scheinen. Herrn Roboli's Freunde, der +Dolmetscher der franzosischen Nation zu Alexandrien +gewesen war, erzahlten mir, er habe nahe bei der Saule +Stucke von einer Statue entdekt, die, nach diesen Brucha +ftucken zu urtheilen, ungeheuer gros gewesen seyn musse, +und sie in das von den Sranzosen bewohnte Haus fchafa +fen lassen: da er sich aber troz allem feinen Nachfore +fchen keine andern Stucke mehr davon habe verschaffen +tonnen, so habe er die erstern in der Nahe ebendesselben +Hauses in das Meer werfen lassen. Man hat mir fie +gezeigt, ohne aber das ich etwas deutliches hatte unter: +scheiden konnen, weil fie beinahe ganz untar dem Meer: +fande vergraben find. Man fagte mir noch, die Bruch. +stucke der Statue waren vou Sem schonsten Porphir +gewesen, +Man hat mehr oder weniger gegrundete Muthmast +fungen uber die Zeit und uber den Zweck der Errichtung +dieser Sayle. Der Name: Sa ule des Pompejus, +unter welchem sie allgemein bekannt ist, zeigt den urs +sprung an, den man ihr gemeiniglich zuschreibt. Man +sagt, Casar habe sie errichten lasten, um das Arsenten +des Sieges zu verewigen, den er in der pharsalischen +Schlacyt uber den Pompejus davon getragen hat. +Savary, der sich auf das Zeugnis eines arabischen +Schriftstellers stuzt, behauptet, fie sei ein Denkmal von +der Dankbarkeit der Einwohner Alexandriens gegen","23 + +verſichert, der obere Theil rein ausgeholt: Seit einigen +Jahren haben wir nähere Yufſchlüfſe hierüber bekommen. +Einige englándiſche Seeleute gelangten durch Hülfe eines +Drachen, den man zur Befeſtigung einer Strikleiter brauchte, +auf den oberſten Theil der Säule und fanden, wie Paul +fucas, eine große runde Hohlung mitten im Knaufe und +überdies noch in jedem Winkel ein koch. Es iſt alſo +ausgemacht, daß, auf dieſem Knauf noch eine Statue +geſtanden hat, deren Trümmern auf immer verlohren +zu feyn ſcheinen. Herrn Roboli's Freunde, der +Dolmetſcher der franzöſiſchen Nation zu Alexandrien +geweſen war, erzählten mir, er habe nahe bei der Såule +Stücke von einer Statue entdekt, die, nach dieſen Brucha +ftůcken zu urtheilen, ungeheuer groß geweſen ſeyn müſſe, +und ſie in das von den Sranzoſen bewohnte Haus fchafa +fen laſſen: da er ſich aber troz allem feinen Nachfore +fchen keine andern Stücke mehr davon habe verſchaffen +tonnen, ſo habe er die erſtern in der Nähe ebendeſſelben +Hauſes in das Meer werfen laſſen. Man hat mir fie +gezeigt, ohne aber daß ich etwas deutliches håtte unter: +ſcheiden können, weil fie beinahe ganz untar dem Meer: +fande vergraben find. Man fagte mir noch, die Bruch. +ſtůcke der Statue wären vou Sem ſchönſten Porphir +geweſen, + +2? + +Man hat mehr oder weniger gegründete Muthmaſt +fungen über die Zeit und über den Zweck der Errichtung +dieſer Såyle. Der Name: Så ule des Pompejus, +unter welchem ſie allgemein bekannt iſt, zeigt den urs +ſprung an, den man ihr gemeiniglich zuſchreibt. Man +ſagt, Cåſar habe ſie errichten laſten, um das Arsenten +des Sieges zu verewigen, den er in der pharſaliſchen +Schlacyt über den Pompejus davon getragen hat. +Savary, der ſich auf das Zeugniß eines arabiſchen +Schriftſtellers ſtůzt, behauptet, fie ſei ein Denkmal von +der Dankbarkeit der Einwohner Alexandriens gegen + + +","versichert, der obere Theil rein ausgeholt. Seit einigen Jahren haben wir nähere Umschlüsse hierüber bekommen. Einige engländische Seeleute gelangten durch Hülfe eines Drachen, den man zur Befestigung einer Strickleiter brauchte, auf den obersten Theil der Saule und fanden, wie Paul Lucas, eine große runde Höhlung mitten im Knauf und überdies noch in jedem Winkel ein Loch. Es ist also ausgemacht, dass auf diesem Knauf noch eine Statue gestanden hat, deren Trümmer auf immer verloren zu fein scheinen. + +Herrn Roboli's Freunde, der Dolmetscher der französischen Nation zu Alexandrien gewesen war, erzählten mir, er habe nahe bei der Saule Stücke von einer Statue entdeckt, die, nach diesen Bruchstücken zu urtheilen, ungeheuer groß gewesen sein müssen, und sie in das von den Franzosen bewohnte Haus schaffen lassen: da er sich aber trotz allem feinen Nachforschens keine anderen Stücke mehr davon habe verschaffen können, so habe er die erstern in der Nähe ebendesselben Hauses in das Meer werfen lassen. Man hat mir sie gezeigt, ohne dass ich aber etwas deutliches hatte unterscheiden können, weil sie beinahe ganz unter dem Meerfunde vergraben finden. + +Man hat mehr oder weniger begründete Mutmaßungen über die Zeit und über den Zweck der Errichtung dieser Säule. Der Name: Säule des Pompejus, unter welchem sie allgemein bekannt ist, zeigt den Ursprung an, den man ihr gemeiniglich zuschreibt. Man sagt, Cäsar habe sie errichten lassen, um das Andenken des Sieges zu verewigen, den er in der pharsalischen Schlacht über den Pompejus davongetragen hat. + +Savary, der sich auf das Zeugnis eines arabischen Schriftstellers stützt, behauptet, sie sei ein Denkmal von der Dankbarkeit der Einwohner Alexandriens gegen" +Z166069305,102,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000102/full/full/0/native.jpg,"ben romischen Kaiser Alexander Severus* +haben wiederum die Errichtung dieser Saule dem agype +em Unbert +fchen Konige Ptolemaus Evergetes zugeschrieben **) .. +Der Ritter Montagu, ben seine grose Kenntniffe +und seine Abentheuer beruhmt gemacht haben, hatte sich +wahrend eines langen Aufenthaltes im Morgenlande eine +neue Meinung uber dieren Gegenftand geschaffen. Er +behauptete, diese Saule fen ein Werk des romischen Kais +fers Hadrians, der in Aegypten gereift war, Allein +er hatte keinen Beweis, und da er demohngeachtet seiner +Meinung Glauben verschaffen wollte, formuste er eine +kleine List gebrauchen, um Andere von demjenigen zu +uberzeugen, wovon er fich felbft uberredet hatte. Ich +habe die Ehatsache von einem unverwerflichen Augens +zeugen. Der gelehrte Englander hatte durch einen feinen +feute eine kleine Mebaille des Kaifers Hadrians an +einen Ort, den er bestimmt hatte, zwischen den Boden +legen lassen, worauf die Saule und ihr Saulenstuhl +ruht. Hierauf begab er fich in einer zahlreichen Ge- +fellschaft an den Ort, und nach verstelltem Nachsuchen +hob er nebst einer Mefferklinge geschikt die Medaille auf, +und zeigte sie als einen unwidersprechlichen Beweis der +Wahrheit feiner Entdeckung vor. Er theilte die seinem +Paterlande mit, allein fie hatte daselbst keinen grosen +Erfolg, und er konnte auch in den Augen derjenigen, die +die Saule fannten, nicht viel Beifalt erhalten. Zu +Badrians Zeiten hatten wirklich die Griechen die Srunds +fage der schonen Baukunst und den Geschmak in allen +Kunsten in Aegypten verbreitet. Man kann dies aus +*) Briefe uber Hegypten 1. B. +**) Die Utaber nennen fie Saule der Saulen, d. 1. +eine Saule, die von einem Saulengange umgeben war. +Strabo gebentt dieser Saule nod nicht. +Der ueberrefer.","74 + +ben römiſchen Kaiſer Àlexander Severus* +haben wiederum die Errichtung dieſer Såule dem ágype + +em Unbert + +. + +fchen Könige Ptolemåus Evergetés zugeſchrieben **) .. + +91 + +I + +42 + +Der Ritter Montagu, ben ſeine große Kenntniffe +und ſeine Abentheuer berühmt gemacht haben, hatte ſich +während eines langen Aufenthaltes im Morgenlande eine +neue Meinung über dieren Gegenftand geſchaffen. Er +behauptete, dieſe Säule fen ein Werk des rómiſchen Kais +fers Hadrians, der in Aegypten gereift war, Allein +er hatte keinen Beweis, und da er demohngeachtet ſeiner +Meinung Glauben verſchaffen wollte, formußte er eine +kleine Liſt gebrauchen, um Andere von demjenigen zu +überzeugen, wovon er fich felbft überredet hatte. Ich +habe die Ehatſache von einem unverwerflichen Augens +zeugen. Der gelehrte Engländer hatte durch einen feinen +feute eine kleine Mebaille des Kaifers Hadrians an +einen Ort, den er beſtimmt hatte, zwiſchen den Boden +legen laſſen, worauf die Säule und ihr Såulenſtuhl +ruht. Hierauf begab er fich in einer zahlreichen Ge- +fellſchaft an den Ort, und nach verſtelltem Nachſuchen +hob er nebſt einer Mefferklinge geſchikt die Medaille auf, +und zeigte ſie als einen unwiderſprechlichen Beweis der +Wahrheit feiner Entdeckung vor. Er theilte die ſeinem +Paterlande mit, allein fie hatte daſelbſt keinen großen +Erfolg, und er konnte auch in den Augen derjenigen, die +die Säule fannten, nicht viel Beifalt erhalten. Zu +Badrians Zeiten hatten wirklich die Griechen die Srunds +fåge der ſchönen Baukunſt und den Geſchmak in allen +Künſten in Aegypten verbreitet. Man kann dies aus + +4 + +1 + +*) Briefe über Hegypten 1. B. +**) Die Uţaber nennen fie Säule der Säulen, d. 1. + +eine Säule, die von einem Sáulengange umgeben war. +Strabo gebentt dieſer Saule nod nicht. + +Der ueberrefer. + + +","Ben Romischen Kaiser Alexander Severus* +haben wiederum die Errichtung dieser Saule dem ägyptischen +Unbert-Könige Ptolemaus Evergetes zugeschrieben**). +Der Ritter Montagu, der durch seine großen Kenntnisse +und seine Abenteuer berühmt gemacht hatte, hatte sich +während eines langen Aufenthaltes im Morgenlande eine neue Meinung über diesen Gegenstand geschaffen. Er behauptete, diese Saule sei ein Werk des römischen Kaisers Hadrians, der in Ägypten gereist war. Allein er hatte keinen Beweis, und da er demohngeachtet seiner Meinung Glauben verschaffen wollte, musste er eine kleine List gebrauchen, um Andere von demjenigen zu überzeugen, wovon er sich selbst überredet hatte. Ich habe die Ehatsache von einem unverwerflichen Augenszeugen. Der gelehrte Engländer hatte durch einen feinen Feute eine kleine Medaille des Kaisers Hadrians an einen Ort, den er bestimmt hatte, zwischen den Boden legen lassen, worauf die Saule und ihr Saulenstuhl ruht. Hierauf begab er sich in einer zahlreichen Gesellschaft an den Ort, und nach verstelltem Nachsuchen hob er nebst einer Messerklinge geschickt die Medaille auf, und zeigte sie als einen unwidersprechlichen Beweis der Wahrheit seiner Entdeckung vor. Er teilte dies seinem Vaterlande mit, allein sie hatte daselbst keinen großen Erfolg, und er konnte auch in den Augen derjenigen, die die Saule sahen, nicht viel Beifall erhalten. Zu Hadrians Zeiten hatten wirklich die Griechen die Grundsätze der schönen Baukunst und den Geschmack in allen Künsten in Ägypten verbreitet. Man kann dies aus +*) Briefe über Ägypten 1. B. +**) Die Utaber nennen sie Saule der Saulen, d.i. eine Saule, die von einem Saulengange umgeben war. Strabo gedenkt dieser Saule nicht. + +Der Überrest." +Z166069305,103,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000103/full/full/0/native.jpg,"den Ueberrestert derjenigen Stadt schliesen, die ebenderfelbe +Kaifer zu Ehren des jungen Antinous, deffen auser. +ordentliche Schonheit und edelmuthige Ergebenheit gegen +einen Romer geruhmt wird, den man mehr gepriesen hat +als er es verdient, in dem obern Theile dieses Landes +bat erbauen taffen. Die Saulen, die man noch zu Antie +noe antrift, find mit mehr Geschmack gearbeitet, und +haben zierlichere Formen, als jene zu Alexandriena +Es ist zwar nicht zu leugnen, das die Pompejussaule +schon ift: aber ihr Hauptverdienst besteht doch in ihrer +ersiaunlichen Grose. +Der Grund, warum man zweifelt, das die Saule +aus den Zeiten Hadrians ren, last nns noch mehr +daran zweifeln, das sie zu des Severus Zeiten errich. +tet worden ren. U bulfed a*), den Savarn anfuhrt, +fagt blos: Alexandrien berigt einen beruhmten +feuchtthurm und die Seule des Severus. +Er fezt nichts weiter hinju, und zeigt nicht einmal den +Drt an, wo die Saule des Severus geftanden hat. +Alexandrien enthielt eine solche Menge von Saulen, +das man unmoglich bestimmen kann, auf welche man die +Stelle des arabischen Geschichtschreibers anwenden fod. +Alexander Severus hatte den stolzen Einfall, Don +Alexander dem Grosen abstammen zu wollen; er +muste also naturlicher Weise eine Stadt liebgewinnen, +die fein Aeltervater gegrundet hatte, und man darf fich +nicht wundern, das er sie noch mehr durch allerhand +Werke zu verschonern gesucht hat, die entweder umges +sturzt oder mit denjenigen vernichtet worden sind, die ihr +einft zu einer ro grosen Zierde gereichten, Vergleicht +man von einer andern Seite, die dem Severus ges +widmete, und noch in der alten Stadt Untinoe( jest +Enfineh) vorhandene Saule mit jener bei Alefana +*) Beschreibung von Aegypten.","75 + +den Ueberreſtert derjenigen Stadt ſchließen, die ebenderfelbe +Kaifer zu Ehren des jungen Antinous, deffen außer. +ordentliche Schönheit und edelmüthige Ergebenheit gegen +einen Rómer gerühmt wird, den man mehr geprieſen hat +als er es verdient, in dem obern Theile dieſes Landes +bat erbauen taffen. Die Säulen, die man noch zu Antie +noe antrift, find mit mehr Geſchmack gearbeitet, und +haben zierlichere Formen, als jene zu Alexandriena +Es iſt zwar nicht zu leugnen, daß die Pompejusſäule +ſchon ift: aber ihr Hauptverdienſt beſteht doch in ihrer +erſiaunlichen Große. + +1 + +Der Grund, warum man zweifelt, daß die Säule +aus den Zeiten Hadrians ren, låßt nns noch mehr +daran zweifeln, daß ſie zu des Severus Zeiten errich. +tet worden ren. U bulfed a*), den Savarn anführt, +fagt blos: Alexandrien berigt einen berühmten +feuchtthurm und die Seule des Severus. +Er fezt nichts weiter hinju, und zeigt nicht einmal den +Drt an, wo die Säule des Severus geftanden hat. +Alexandrien enthielt eine ſolche Menge von Säulen, +daß man unmöglich beſtimmen kann, auf welche man die +Stelle des arabiſchen Geſchichtſchreibers anwenden fod. +Alexander Severus hatte den ſtolzen Einfall, Don +Alexander dem Großen abſtammen zu wollen; er +mußte alſo natürlicher Weiſe eine Stadt liebgewinnen, +die fein Aeltervater gegründet hatte, und man darf fich +nicht wundern, daß er ſie noch mehr durch allerhand +Werke zu verſchönern geſucht hat, die entweder umges +ſtürzt oder mit denjenigen vernichtet worden ſind, die ihr +einft zu einer ro großen Zierde gereichten, Vergleicht +man von einer andern Seite, die dem Severus ges +widmete, und noch in der alten Stadt Untinoe( jest +Enfineh) vorhandene Säule mit jener bei Alefana + ++ + +*) Beſchreibung von Aegypten. + + +","den Ueberresten derjenigen Stadt schließen, die ebenderselben Kaiser zu Ehren des jungen Antinous, deren außerordentliche Schönheit und edelmütige Ergebenheit gegen einen Römer gerühmt wird, den man mehr gepriesen hat als er es verdient, in dem oberen Theile dieses Landes erbauen lassen. Die Säulen, die man noch zu Antinoe antrifft, sind mit mehr Geschmack gearbeitet, und haben zierlichere Formen, als jene zu Alexandria. Es ist zwar nicht zu leugnen, dass die Pompejussäule schön ist: aber ihr Hauptverdienst besteht doch in ihrer erstaunlichen Größe. + +Der Grund, warum man zweifelt, dass die Säule aus den Zeiten Hadrians stammt, lässt uns noch mehr daran zweifeln, dass sie zu des Severus Zeiten errichtet worden ist. Ubulfed*) den Savarn anführt, fragt bloß: Alexandrien birgt einen berühmten feuchtthurm und die Säule des Severus. Er setzt nichts weiter hinzu, und zeigt nicht einmal den Ort an, wo die Säule des Severus gestanden hat. + +Alexandrien enthielt eine solche Menge von Säulen, dass man unmöglich bestimmen kann, auf welche man die Stelle des arabischen Geschichtschreibers anwenden soll. Alexander Severus hatte den stolzen Einfall, von Alexander dem Großen abstammen zu wollen; er musste also naturlicher Weise eine Stadt liebgewinnen, die sein Aeltervater gegründet hatte, und man darf sich nicht wundern, dass er sie noch mehr durch allerhand Werke zu verschönern gesucht hat, die entweder umgestürzt oder mit denjenigen vernichtet worden sind, die ihr einst zu einer großen Zierde gereicht hatten. Vergleicht man von einer andren Seite, die dem Severus gewidmete, und noch in der alten Stadt Untinoe (jetzt Enfineh) vorhandene Säule mit jener bei Alexandria. + +*) Beschreibung von Aegypten." +Z166069305,104,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000104/full/full/0/native.jpg,"orien, fo faitn man unntoglich weiter der Mennung reynt, +das beide aus einem und demselben Zeitalter fenn. Die +Hieroglyphen, die zahlreich an der Grundlage der uner, +schutterlichen Stuser der Saulz finoy scheinen noch einen +Beiveis von ihreraltern Errichtung als unter den Re: +gierungen des Hadrian 8. und' Severus gul: renn, +und verrathen eine Arbeit aus einem hohern Alterthume. +Aus dieser Bemerkung, verbunden mit dem Stillschweigen +der Geschichtschreiber, scheint zu erhellen, das die Saule +des Pompejus noch in fruhern Zeiten als nach der +Niederlage dieses Feldherrn gemacht worden ist. +Weun ich bei dieser Ungewisheit, die troz der gelehrs +ten Untersuchungen die Vergangenheit und die Zukunft +oft mit gleicher Dunkelheit bedekt, meine Meinung sagen +fou, io bin ich ich versucht, die Ehre der Errichtung +dieser Saule jenen alten Zeiten zuzuschreiben, die so viele +Wunder in Aegypten haben erscheinen sehen, und wo +tausende von Menschen Jahre lang mit dem Sortschaffen +von Steinmaffen beschaftigt waren, deren Bewegung mehr +als menschliche Krafte zu erfordern schien. +Wie es aber auch mit dieser Meinung feyn mag, so +wurde es schwer halten, die Benennung zu andern, die +man der Saule von Alexandrien reit fo langen Zeiten +gegeben hat, und so triftige Grunde man auch anzus +fuhren hat, so ist es doch wahrscheinlich, das man sie die +Saule des pompeju s zu nennen fortfahren wird. +Indeffen ist es doch auch nicht unwahrscheinlich, das die +Nachwelt fich erinnern wird, das diese Saule das +Hauptquartier Bonaparte's war, von wo aus er +die Ersteigung und die Einnahme von Alexandrien +befehligte: das die Leichname der Helden, die als Opfer +ihres Muthes gefallen find, um das Fusgestell her: +um liegen, und das ihre Namen daselbst eingegraben +sind.","96 + +orien, fo faitn man unntoglich weiter der Mēnnung reynt, +daß beide aus einem und demſelben Zeitalter fenn. Die +Hieroglyphen, die zahlreich an der Grundlage der uner, +ſchütterlichen Stüßer der Säulz finoy ſcheinen noch einen +Beiveis von ihreråltern Errichtung als unter den Re: +gierungen des Hadrian 8. und' Severus gul: renn, +und verrathen eine Arbeit aus einem höhern Alterthume. +Aus dieſer Bemerkung, verbunden mit dem Stillſchweigen +der Geſchichtſchreiber, ſcheint zu erhellen, daß die Säule +des Pompejus noch in frühern Zeiten als nach der +Niederlage dieſes Feldherrn gemacht worden iſt. + +14 + +1 + +Weun ich bei dieſer Ungewißheit, die troz der gelehrs +ten Unterſuchungen die Vergangenheit und die Zukunft +oft mit gleicher Dunkelheit bedekt, meine Meinung ſagen +fou, io bin ich ich verſucht, die Ehre der Errichtung +dieſer Såule jenen alten Zeiten zuzuſchreiben, die ſo viele +Wunder in Aegypten haben erſcheinen ſehen, und wo +tauſende von Menſchen Jahre lang mit dem Sortſchaffen +von Steinmaffen beſchäftigt waren, deren Bewegung mehr +als menſchliche Kräfte zu erfordern ſchien. + +Wie es aber auch mit dieſer Meinung feyn mag, ſo +würde es ſchwer halten, die Benennung zu ändern, die +man der Säule von Alexandrien reit fo langen Zeiten +gegeben hat, und ſo triftige Gründe man auch anzus +führen hat, ſo iſt es doch wahrſcheinlich, daß man ſie die +Såule des pompeju s zu nennen fortfahren wird. +Indeffen iſt es doch auch nicht unwahrſcheinlich, daß die +Nachwelt fich erinnern wird, daß dieſe Säule das +Hauptquartier Bonaparte's war, von wo aus er +die Erſteigung und die Einnahme von Alexandrien +befehligte: daß die Leichname der Helden, die als Opfer +ihres Muthes gefallen find, um das Fußgeſtell her: +um liegen, und daß ihre Namen daſelbſt eingegraben +ſind. + + +","Orient, fo findet man unumgänglich weiter der Meinung Rechnung, +daß beide aus einem und demselben Zeitalter stammen. Die +Hieroglyphen, die zahlreich an der Grundlage der unerschütterlichen Säulen des Saulz finoy scheinen, noch einen Beweis von ihreraltern Errichtung als unter den Regierungen des Hadrian u. und Severus gelt: renn, +und verrathen eine Arbeit aus einem höhern Alterthume. +Aus dieser Bemerkung, verbunden mit dem Stillschweigen der Geschichtschreiber, scheint zu erhellen, daß die Saule des Pompejus noch in früheren Zeiten als nach der Niederlage dieses Feldherrn gemacht worden ist. + +Wenn ich bei dieser Ungewißheit, die trotz der gelehrten Untersuchungen die Vergangenheit und die Zukunft oft mit gleicher Dunkelheit bedeckt, meine Meinung sagen fou, so bin ich versucht, die Ehre der Errichtung dieser Saule jenen alten Zeiten zuzuschreiben, die so viele Wunder in Ägypten haben erscheinen sehen, und wo tausende von Menschen Jahre lang mit dem Sortschaffen von Steinmaßen beschäftigt waren, deren Bewegung mehr als menschliche Kräfte zu erfordern schien. + +Wie es aber auch mit dieser Meinung fein mag, so wird es schwer halten, die Benennung zu ändern, die man der Saule von Alexandrien seit so langen Zeiten gegeben hat, und so triftige Gründe man auch anzuführen hat; so ist es doch wahrscheinlich, daß man sie die Saule des Pompejus zu nennen fortzufahren wird. + +Indessen ist es doch auch nicht unwahrscheinlich, daß die Nachwelt sich erinnern wird, daß diese Saule das Hauptquartier Bonaparte's war, von wo aus er die Erstürmung und die Einnahme von Alexandrien befehligte: daß die Leichname der Helden, die als Opfer ihres Muthes gefallen sind, um das Fusgestell herum liegen, und daß ihre Namen daselbst eingegraben sind." +Z166069305,105,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000105/full/full/0/native.jpg,"Toh habe zu Alexandrien Tagen Horen, man +habe einst den Plan gehabt, die Saule, die man hier +bewundert, nach Frankreich zu schaffen.. Die Levantiner +und die Provencalischen Seeleute aber sahen dies Unter- +nehmen fur unausfuhrbar an; fie vergasen oder hatten +vielleicht nie gehort, das diere Granitinaffe aus den +von Syene d. h. von einem uber 200 +he einbrudweilen anscomitent Ort her herteig schaffe +worden fins lorifie wusten nicht, das Cajus Garax +einen betisk, der 2; Dolfen hoch war und 2 Toisene +im Durdimeifer, hatte, aus Aegypten nach Rom hatte +fchaffen lassen, das A ug u ft us wollte, das Rom auch +die zwei Obelisken zu Heliopolis( wo jezt Matarea +Reht) befase, die Sefoftris hatte errichten lafen, und +wovon jeder 120 Palmen hoch ift; Das- Constantinus +die Ueberfahrt eines nicht weniger betrachtlichen Doe- +listen befahl, mit: deffen Berfertigung der egyptische +hatte; fie wusten endlich nid) +talen beddftigt, +Konig Ramaffes zwei, tausend Menschen beschaftigt +Tagen einen Felfen mitten in Petersburg errichten +gesehen hat, den man siemlich weit berholte und der 3000, +Pfund fchwer ift.","77 + +4 + +7 + +Toh habe zu Alexandrien Tagen Hören, man +habe einſt den Plan gehabt, die Såule, die man hier +bewundert, nach Frankreich zu ſchaffen.. Die Levantiner +und die Provençaliſchen Seeleute aber ſahen dies Unter- +nehmen für unausführbar an; fie vergaßen oder hatten +vielleicht nie gehört, daß diere Granitinaffe aus den + +von Syene d. h. von einem über 200 +he einbrudweilen anscomitent Ort her herteig ſchaffe +worden fins lorifie wußten nicht, daß Cajus Garax +einen betisk, der 2; Dolfen hoch war und 2 Toiſene +im Durdimeifer, hatte, aus Aegypten nach Rom hatte +fchaffen laſſen, daß A ug u ft us wollte, daß Rom auch +die zwei Obelisken zu Heliopolis( wo jezt Matarea +Reht) befäße, die Sefoftris hatte errichten lafen, und +wovon jeder 120 Palmen hoch ift; Daß- Conſtantinus +die Ueberfahrt eines nicht weniger beträchtlichen Doe- +listen befahl, mit: deffen Berfertigung der egyptiſche +hatte; fie wußten endlich nid) + +talen beddftigt, +Konig Ramaffes zwei, tauſend Menſchen beſchäftigt +Tagen einen Felfen mitten in Petersburg errichten +geſehen hat, den man siemlich weit berholte und der 3000, +Pfund fchwer ift. + +1 + + +","Toh habe zu Alexandria Tagen gehört, man habe einst den Plan gehabt, die Saule, die man hier bewundert, nach Frankreich zu schaffen. Die Levantiner und die provenzalischen Seeleute aber sahen dies Unternehmen für unausführbar an; sie vergaßen oder hatten vielleicht nie gehört, dass diese Granitinsel aus den von Syene d.h. von einem über 200 Meilen entfernten Ort herbeigeschafft worden sind. Lorius wußte nicht, dass Cajus Garax einen Obelisken, der 2 Dolfe hoch war und 2 Toisen im Durchmesser hatte, aus Ägypten nach Rom hatte schaffen lassen, das Augustus auch wollte, dass Rom auch die zwei Obelisken zu Heliopolis (wo jetzt Matarea steht) besitze, die Sesotris hatte errichten lassen, und wovon jeder 120 Palmen hoch ist. Das Constantinus die Überfahrt eines nicht weniger beträchtlichen Denkmals befahl, mit dessen Beförderung der ägyptische König Ramesses zwei tausend Menschen beschäftigt hat. Tagen einen Felsen mitten in Petersburg errichten gesehen hat, den man sichtlich weit überholte und der 3000 Pfund schwer ist." +Z166069305,106,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000106/full/full/0/native.jpg,"Zehntes Capitel. +Ruinen Canal von Llerandrien Cisternen +Bearbeitung der Gegenden um den Canal Salza +fraut( Soude) Vogel Sperlingen Catas +comben Chamaleons- Schafals. +Wenn man die Saute von Alexandrien verlast, und +seinen Gang gegen Suden weiter fortsezt, To geht man +durch eine langliche geraumige und ziemlich tiefe Ashlung. +Sie enthalt ueberreste bort alten Gebauden, worunter +man dicke und feste Mauern erfennt, die nicht uber den +Sand hervorragen, und die wie ein 1 gestaltet find. +Geger das Ende des langlichen Armes diefes T trift +man Bruchstucke von Granitfaulen und am Ende felbft +ein Erdgeschos an, wo man aber nicht mehr hineingehen +fann. Die Eingebohrnen nennen diesen Ort Guirge. +Von hier gelangt man zum Canal oder Kalich von +Alexandrien, +Zu Alexanders und der agyptischen Kontige Zeis +ten lag Alexandrien nicht wie heut zu Lage mitten +im, Sande; es war nicht von diefer durren Wuste umges +ben, die jejt sie umliegende Gegend to unangenehm +macht. Ein See, der mareotis*) hies, und nur +*) Strabo technet feine Lange auf nicht volle 300 und seine +Vreite auf 150 Stadien. Er hatte entweder durch den Nils +arm, Bahr Belama, oder durch einen andern Sanal oder","78 + +Zehntes Capitel. +Ruinen Canal von Llerandrien— Ciſternen +Bearbeitung der Gegenden um den Canal Salza +fraut( Soude) Vogel Sperlingen Catas + +comben Chamäleons- Schafals. + +1 + +Wenn man die Såute von Alexandrien verläßt, und +ſeinen Gang gegen Süden weiter fortſezt, To geht man +durch eine långliche geraumige und ziemlich tiefe Ashlung. +Sie enthält ueberreſte bort alten Gebäuden, worunter +man dicke und feſte Mauern erfennt, die nicht über den +Sand hervorragen, und die wie ein 1 geſtaltet find. +Geger das Ende des langlichen Armes diefes T trift +man Bruchſtücke von Granitfåulen und am Ende felbft +ein Erdgeſchoß an, wo man aber nicht mehr hineingehen +fann. Die Eingebohrnen nennen dieſen Ort Guirge. +Von hier gelangt man zum Canal oder Kalich von +Alexandrien, + +i + +W + +Zu Alexanders und der ägyptiſchen Kontige Zeis +ten lag Alexandrien nicht wie heut zu Lage mitten +im, Sande; es war nicht von diefer dürren Wüſte umges +ben, die jejt sie umliegende Gegend to unangenehm +macht. Ein See, der mareotis*) hieß, und nur + +*) Strabo technet feine Länge auf nicht volle 300 und ſeine + +Vreite auf 150 Stadien. Er hatte entweder durch den Nils +arm, Bahr Belama, oder durch einen andern Sanal oder + + +","Zehntes Capitel. + +Ruinen Canal von Alexandrien Cisternen. +Bearbeitung der Gegenden um den Canal Salza. +Fraut (Soude) Vogel Sperlingen Catas comben Chamaleons-Schafals. + +Wenn man die Stadt von Alexandrien verlässt, und seinen Gang gegen Süden weiter fortsetzt, so geht man durch eine langliche, geraumige und ziemlich tiefe Aslung. Sie enthält Überreste alter Gebäude, worunter man dicke und feste Mauern erkennt, die nicht über den Sand hervorragen, und die wie ein I gestaltet finden. + +Gegen das Ende des langlichen Armes trifft man Bruchstücke von Granitfalten und am Ende fällt ein Erdgeschoss an, wo man aber nicht mehr hineingehen kann. Die Einwohner nennen diesen Ort Guirge. + +Von hier gelangt man zum Canal oder Kalich von Alexandrien, + +Zu Alexanders und der ägyptischen Könige Zeiten lag Alexandrien nicht wie heut zu Tage mitten im Sande; es war nicht von dieser durren Wüste umgeben, die jetzt sie umliegende Gegend so unangenehm macht. Ein See, der Mareotis hieß, und nur + +*) Strabo teilt seine Länge auf nicht volle 300 und seine Breite auf 150 Stadien. Er hatte entweder durch den Nil-Arm, Bahr Belama, oder durch einen anderen Kanal oder" +Z166069305,107,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000107/full/full/0/native.jpg,"in einer geringen Entfernung von der Stadt lag, und +fidei breite Candle, wovon Einer aus Oberagypten kam, +der andere aber aus dem Nilarme nach Alexandrien gienge +den man den bolbitisch en nannte, gewahrten ihin +eine gefunde frische Luft und beguuftigten zugleich das +Wachsthum der Pflanzen und den Unbau des Bodens. +Diese Werke, welche Zeugen der Grose und der Macht +des alten Aegyptins waren, und deren Unterhaltung so: +wohl das Bedurfnis als die Annehmlichkeit foderte, er. +hielten sich unter der Herrschaft der Caliphen. +Der arabische Geschichtschreiber, Abulfeda, +( pricht von Alexandrien als bon einer sehr grosen +Stadt, um welche prachtige Garten herum lagen. Die +Zerstorung desjenigen, was fo viel Muhe und Arbeit +gekostet hatte, war den Durfen aufbehalten. Ihre +Zerstorungswuth hat diere Waffermassen, welche Frucht- +barkeit verbreiteten, ausgetrofnet, tie er die Quelle von +Kenntnissen und Energie in dem Geiste der Volker vers +troknet hat, die so ungluklich find, seinem furchtbaren +Despotismus unterworfen zu feyn. +Es ist nichts mehr ubrig als der Canal don Nieders +agypten, ber noch dazu in einem schlechten Zustande ift, +nach maillets Behauptung auf beide att Berbindung mit dem +Nil und durch einen andern Canal mit dem afen Ribotus +und dem mittellandisden Meere. an feinen Ufern wudhren +Wein, Palmbaume und Papyrus, und eine Menge prachtiger +Gebaude gierten dieselben. Man trieb eine tebhafte Schiffahrt +auf diesem See, die viele Kaufleute hierher lotte, und die +angenehme Lage reiste piele Grose, ihren Aufenthalt in der +Nahe aufzuschlagen.- Sezt ist er aber ausgetrofnet, die +Sandle, die dahin fuhrten, find verstopft, und fein Bette ist +mit Sand ausgefullt. Nur bei einer hohen Ueberschwemmung +bekommt er etwas Wasser aus dem Nil, und in seiner Verties +fungen sammelt fid einiges Negenwasser, womit die Beduinen +ihre Sameeie tranten. Er heist jest Birfet mariut. +Der Ueberseker.","29 + +7 + +in einer geringen Entfernung von der Stadt lag, und +fidei breite Candle, wovon Einer aus Oberágypten kam, +der andere aber aus dem Nilarme nach Alexandrien gienge +den man den bolbítiſch en nannte, gewährten ihin +eine gefunde friſche Luft und begúuftigten zugleich das +Wachsthum der Pflanzen und den Unbau des Bodens. +Dieſe Werke, welche Zeugen der Große und der Macht +des alten Aegyptins waren, und deren Unterhaltung ſo: +wohl das Bedürfniß als die Annehmlichkeit foderte, er. +hielten ſich unter der Herrſchaft der Caliphen. + +Der arabiſche Geſchichtſchreiber, Abulfeda, +( pricht von Alexandrien als bon einer ſehr großen +Stadt, um welche prachtige Gårten herum lagen. Die +Zerſtörung desjenigen, was fo viel Mühe und Arbeit +gekoſtet hatte, war den Dürfen aufbehalten. Ihre +Zerſtörungswuth hat diere Waffermaſſen, welche Frucht- +barkeit verbreiteten, ausgetrofnet, tie er die Quelle von +Kenntniſſen und Energie in dem Geiſte der Volker vers +troknet hat, die ſo unglůklich find, ſeinem furchtbaren +Deſpotismus unterworfen zu feyn. + +Es iſt nichts mehr übrig als der Canal don Nieders +ågypten, ber noch dazu in einem ſchlechten Zuſtande ift, + +1 + +nach maillets Behauptung auf beide ått Berbindung mit dem +Nil und durch einen andern Canal mit dem afen Ribotus +und dem mittellandiſden Meere. an feinen Ufern wudhren +Wein, Palmbäume und Papyrus, und eine Menge prachtiger +Gebäude gierten dieſelben. Man trieb eine tebhafte Schiffahrt +auf dieſem See, die viele Kaufleute hierher lotte, und die +angenehme Lage reiste piele Große, ihren Aufenthalt in der +Náhe aufzuſchlagen.- Sezt iſt er aber ausgetrofnet, die +Sandle, die dahin führten, find verſtopft, und fein Bette iſt +mit Sand ausgefüllt. Nur bei einer hohen Ueberſchwemmung +bekommt er etwas Waſſer aus dem Nil, und in ſeiner Verties +fungen ſammelt fid einiges Negenwaſſer, womit die Beduinen +ihre Sameeie tránten. Er heißt jest Bírfet mariut. + +Der Ueberſeker. + + +","In einer geringen Entfernung von der Stadt lag, und breite Kanäle, wovon Einer aus Oberägypten kam, der andere aber aus dem Nilarme nach Alexandrien ging, den man den bolbitischen nannte, gewährten ihm eine gefundene frische Luft und begünstigten zugleich das Wachsthum der Pflanzen und den Um(bau des Bodens. +Diese Werke, welche Zeugen der Größe und der Macht des alten Ägypten waren, und deren Unterhaltung sowohl das Bedürfnis als die Annehmlichkeit foderte, erhielten sich unter der Herrschaft der Kaliphen. + +Der arabische Geschichtschreiber, Abulfeda, spricht von Alexandrien als von einer sehr großen Stadt, um welche prächtige Gärten herum lagen. Die Zerstörung desjenigen, was so viel Muhe und Arbeit gekostet hatte, war den Durften aufbehalten. Ihre Zerstörungswuth hat diese Waffenmassen, welche Fruchtbarkeit verbreiteten, ausgetrocknet; tie er die Quelle von Kenntnissen und Energie in dem Geiste der Völker versiegt hat, die so unglücklich finden, seinem fürchterlichen Despotismus unterworfen zu sein. + +Es ist nichts mehr übrig als der Canal von Niederägypten, der noch dazu in einem schlechten Zustande ist, nach Maillet's Behauptung auf beiden Seiten Verbindung mit dem Nil und durch einen andern Canal mit dem afrikanischen Ribotus und dem mittelländischen Meere. An seinen Ufern wuchsen Wein, Palmbäume und Papyrus, und eine Menge prächtiger Gebäude zierte dieselben. Man trieb eine thebhafte Schiffahrt auf diesem See, die viele Kaufleute hierher lockte, und die angenehme Lage reizte viele Große, ihren Aufenthalt in der Nähe aufzuschlagen. - Sezt ist er aber ausgetrocknet, die Sande, die dahin führten, sind verstopft, und sein Bette ist mit Sand ausgefüllt. Nur bei einer hohen Überschwemmung bekommt er etwas Wasser aus dem Nil, und in seiner Vertiefung sammelt sich einiges Niederschlagswasser, womit die Beduinen ihre Sameien tränken. Er heißt jetzt Birfet mariut." +Z166069305,108,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000108/full/full/0/native.jpg,"tind rein Waffer zur Zeit der lleberschwemmung zu fatf, +Fuah gegenuber, aus dem Nil erhalt. Man kann uber, +denselben auf drei Brucken von neuerer Bauart kommen. +Bei der Erstern ist an der Seefeite der Eingang in die +unterirroliche Rinne, Sie das Wasser in die Cisternen) +devin Gervolbe unter dem ganzen Umfange der alten Stadt +Bingiengen und die jedermann fur Eines der schonsten +Denkmaler von der Welt ansieht, fuhrt und die Einwohs +ner von Alexandrien dainit versorgt*). Die Deff +nung dieser Wafferleitung ist zugemauert: wenn aber +das Wasser des Canales durch das Anwachsen des Fluffes +eju +gewisse erreicht hat, so ziehen die Vorgefezten +der Stadt in einem feierlichen Nufzuge aus der +durchbres +chen den Damm., Sind die Cisternen gefullt, fo fielle +man diesen wieder her und das Wasser des Canals Riest +iin, alten Hafen wieder ins Meer. +Vermittelft einer so leichten Verbindung bewerkstelligte +man ehemals das Fortschaffen der Waaxen von ganz +A egypten. Man vermied auf diese Art die gefahrs +liche Stelle der Mundung des Nils und die Gefahren +der See. Als ich mich im Jahr 1778 in Alexandrien +*) Da unser Verfasser die Cisternen nicht besehen hat, fo wollen +!' 1 *** wir einiges aus Pococke, Norden und andern aufuhren: +Der groste Theil dieser Waserbehalter ist jezt eingefallen und +mi my verschuttet, und es find nicht mehr als ein halbes Dusend noch +dbrig, und auch diese werden nicht einmal gut in Ucht genommen. +Chre Bogen sind mit Ziegelsteinen ausgemauert und mit einer +Materie bedekt, wodurch kein Waller dringen kann. Sie +mussen gereinigt werden, damit das Wasser feinen ubein +Geschmak erhalt, und man steigt zu ihnen durd runde Brunnen +herab, in welche auf beiden Seiten Locher, etwann 2 Fus weit +von einander, eingehauen sind, worein man im Herabsteigen +die Fuse Teken kann. Man zieht das Wasser durch eine Winde +in die Hohe und fuhrt es auf Cameelen in ledernen Schlauchen +in den Hausern herum. +Der Ueberseker.","1 + +8a +tind rein Waffer zur Zeit der lleberſchwemmung zu fatf, +Fuah gegenüber, aus dem Nil erhålt. Man kann über, +denſelben auf drei Brücken von neuerer Bauart kommen. +Bei der Erſtern iſt an der Seefeite der Eingang in die +unterirroliche Rinne, Siè das Waſſer in die Ciſternen) +devin Gërvolbe unter dem ganzen Umfange der alten Stadt +Bingiengen und die jedermann für Eines der ſchönſten +Denkmåler von der Welt anſieht, führt und die Einwohs +nër von Alexandrien dainit verſorgt*). Die Deff +nung dieſer Wafferleitung iſt zugemauert: wenn aber +das Waſſer des Canales durch das Anwachſen des Fluffes +eju + +gewisſe erreicht hat, ſo ziehen die Vorgefezten +der Stadt in einem feierlichen Nufzuge aus der + +durchbres +chen den Damm., Sind die Ciſternen gefüllt, fo fielle +man dieſen wieder her und das Waſſer des Canals Rießt +iin, alten Hafen wieder ins Meer. + +Vermittelft einer ſo leichten Verbindung bewerkſtelligte +man ehemals das Fortſchaffen der Waaxen von ganz +A egypten. Man vermied auf dieſe Art die gefährs +liche Stelle der Mündung des Nils und die Gefahren +der See. Als ich mich im Jahr 1778 in Alexandrien + +*) Da unſer Verfaſſer die Ciſternen nicht beſehen hat, fo wollen +!' 1 *** wir einiges aus Pococke, Norden und andern auführen: + +Der größte Theil dieſer Waſerbehälter iſt jezt eingefallen und +mi my verſchüttet, und es find nicht mehr als ein halbes Dußend noch + +dbrig, und auch dieſe werden nicht einmal gut in Ucht genommen. +Chre Bogen ſind mit Ziegelſteinen ausgemauert und mit einer +Materie bedekt, wodurch kein Waller dringen kann. Sie +müſſen gereinigt werden, damit das Waſſer feinen übein +Geſchmak erhålt, und man ſteigt zu ihnen durd runde Brunnen +herab, in welche auf beiden Seiten Löcher, etwann 2 Fuß weit +von einander, eingehauen ſind, worein man im Herabſteigen +die Füße Teken kann. Man zieht das Waſſer durch eine Winde +in die Höhe und führt es auf Cameelen in ledernen Schläuchen +in den Häuſern herum. + +Der Ueberſeker. + + +","Find rein Waffer zur Zeit der Nilüberschwemmung zu fassen, +Fähren gegenüber, aus dem Nil erhalt. Man kann über denselben auf drei Brücken von neuerer Bauart kommen. Bei der ersten ist an der Seefteite der Eingang in die unterirdische Rinne, Sie das Wasser in die Cisternen) devin Gewölbe unter dem ganzen Umfange der alten Stadt Bingiengen und die jedermann für eines der schönsten Denkmäler von der Welt ansieht, führt und die Einwohner von Alexandrien dadurch versorgt*). Die Dammung dieser Wasserleitung ist zugemauert: wenn aber das Wasser des Canales durch das Anwachsen des Flusses eine gewisse Höhe erreicht hat, so ziehen die Vorsteher der Stadt in einem feierlichen Zuge aus der durchbrochenen den Damm. Sind die Cisternen gefüllt, so fällt man diesen wieder her und das Wasser des Canals fließt wieder ins Meer. + +Vermittelt einer so leichten Verbindung bewerkstelligte man ehemals das Fortschaffen der Waren von ganz Ägypten. Man vermied auf diese Art die gefährliche Stelle der Mundung des Nils und die Gefahren der See. Als ich mich im Jahr 1778 in Alexandrien befand, + +*) Da unser Verfasser die Cisternen nicht gesehen hat, so wollen wir einiges aus Pococke, Norden und andern aufnehmen: Der größte Teil dieser Wasserbehälter ist jetzt eingefallen und verschüttet, und es sind nicht mehr als ein halbes Dutz noch übrig, und auch diese werden nicht einmal gut in acht genommen. Ihre Bogen sind mit Ziegelsteinen ausgemauert und mit einer Masse bedeckt, wodurch kein Wassertropfen dringen kann. Sie müssen gereinigt werden, damit das Wasser seinen ursprünglichen Geschmack erhält, und man steigt zu ihnen durch runde Brunnen herab, in welche auf beiden Seiten Löcher, etwa zwei Fuß weit von einander, eingehauen sind, wohinein man im Herabsteigen die Füße setzen kann. Man zieht das Wasser durch eine Winde in die Höhe und führt es auf Kamelen in ledernen Schlauchen in den Häusern herum. + +Der Überseker." +Z166069305,109,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000109/full/full/0/native.jpg,"aufhielt, waren faum hundert Jahre feit der Zeit verfiore +fen, wo noch die Fahrzeuge darauf fahren konnten; allein +diefer Canal, der unschezbrire Vortheile gewahrt, wurde +von Barbaren, die uber ihr wahres Interesse glrichgul +tig waren, vernachlefigt. Die Mauern, die seine Ufer +einfasten, verfielen taglich mehr; der gepflasterte Grund +murde nach und nach mit Schichten von Schlamm bedekt; +es fonnte fein Fahrzeug mehr darauf fahren; das gelbs +ligte und eckelhafte Waffer wurde bald nicht mehr bis zu +den Cifternen haben vordringen konnen, die selbst halb +eingesturzt find: bald wurden die Einwohner auch kein +Walfer mehr gehabt haben, das neue Alexandrien +wurde in dem Sande verschwunden und nur noch ein +Aufenthalt reisender Thiere geivesen seyn, die es schon +zu bedrohen schienen, indem sie um seine Mauern herums +tanderten*). +Die Ufer des Canals beleben einige reiche Produkte +der lebendigen Natur; weiter abwarts aber scheint diese +abgestorben zu feyn: denn allenthalben fieht man nichts +als Sand, Felfen und unfruchtbarkeit. Am Waffer hin +wachsen Baume und Geftriuche, und einiges Grun erstrekt +fich bis in die umliegende Gegend. Eine leichte Bewisses +rung verbreitet fruchtbarkeit auf den Feldern, worauf +man Gerste faet und wo man verschiedene Arten vont +Hulsenfruchten, vorzuglich viel Artischocken bauet. Ehes +mals war eine weit grosere Strede von diesem Bezirke +angebauet und die neuern Alexandriner wurden +leicht reine Grenzen noch mehr haben ertoeitern konnen: +allein sie sind zu faul und nur zum Rauben aufgelegt, +und man darf nicht erstaunen, das Leute, die nicht einmal +*) Bonaparte hat den Canal wieder herstellen lassen, und man +fann nunmehro zu jeder Zeit 20asser aus dem Nil in ulera na +drien haben. +Der ueberfeket. +Connini Xeifen ir 38.","81 + +1 + +1 + +$ + +aufhielt, waren faum hundert Jahre feit der Zeit verfiore +fen, wo noch die Fahrzeuge darauf fahren konnten; allein +diefer Canal, der unſchézbriré Vortheile gewährt, wurde +von Barbaren, die über ihr wahres Intereſſe glrichgül +tig waren, vernachléfigt. Die Mauern, die ſeine Ufer +einfaßten, verfielen täglich mehr; der gepflaſterte Grund +murde nach und nach mit Schichten von Schlamm bedekt; +es fonnte fein Fahrzeug mehr darauf fahren; das gelbs +ligte und eckelhafte Waffer würde bald nicht mehr bis zu +den Cifternen haben vordringen können, die ſelbſt halb +eingeſtürzt find: bald würden die Einwohner auch kein +Walfer mehr gehabt haben, das neue Alexandrien +würde in dem Sande verſchwunden und nur noch ein +Aufenthalt reißender Thiere geiveſen ſeyn, die es ſchon +zu bedrohen ſchienen, indem ſie um ſeine Mauern herums +tanderten*). + +1 + +Die Ufer des Canals beleben einige reiche Produkte +der lebendigen Natur; weiter abwärts aber ſcheint dieſe +abgeſtorben zu feyn: denn allenthalben fieht man nichts +als Sand, Felfen und unfruchtbarkeit. Am Waffer hin +wachſen Bäume und Geftriuche, und einiges Grün erſtrekt +fich bis in die umliegende Gegend. Eine leichte Bewiſſes +rung verbreitet fruchtbarkeit auf den Feldern, worauf +man Gerſte fået und wo man verſchiedene Arten vont +Hülſenfrüchten, vorzüglich viel Artiſchocken bauet. Ehes +mals war eine weit größere Strede von dieſem Bezirke +angebauet und die neuern Alexandriner würden +leicht reine Grenzen noch mehr haben ertoeitern konnen: +allein ſie ſind zu faul und nur zum Rauben aufgelegt, +und man darf nicht erſtaunen, daß Leute, die nicht einmal + +/ + +*) Bonaparte hat den Canal wieder herſtellen laſſen, und man + +fann nunmehro zu jeder Zeit 20aſſer aus dem Nil in ulera na +drien haben. + +Der ueberfeket. +Connini Xeifen ir 38. + + +","aufhielt, waren fast hundert Jahre vor der Zeit verflossen, +wo noch die Fahrzeuge darauf fahren konnten; allein +der seichte Canal, der unschätzbare Vortheile gewährte, +wurde von Barbaren, die über ihr wahres Interesse gleichgültig +waren, vernachlässigt. Die Mauern, die seine Ufer einfaßten, +verfielen täglich mehr; der gepflasterte Grund mußte nach und +nach mit Schichten von Schlamm bedeckt; es fand kein Fahrzeug +mehr darauf fahren; das gelbliche und ekelhafte Wasser wurde +bald nicht mehr bis zu den Zisternen haben vordringen können, +die selbst halb eingestürzt sind; bald wurden die Einwohner auch +kein Wasser mehr gehabt haben, das neue Alexandrien +wurde in dem Sande verschwinden und nur noch ein Aufenthalt +reisender Thiere geben, die es schon zu bedrohen schienen, +indem sie um seine Mauern herumstanden). + +Die Ufer des Canals beleben einige reiche Produkte +der lebendigen Natur; weiter abwärts aber scheint diese +abgestorben zu sein: denn allenthalben sieht man nichts +als Sand, Felsen und Unfruchtbarkeit. Am Wasser hin wachsen +Bäume und Getreide, und einiges Grün erstreckt sich bis in die +umliegende Gegend. Eine leichte Bewässerung verbreitet Fruchtbarkeit +auf den Feldern, worauf man Gerste sät und wo man verschiedene Arten +von Hülsenfrüchten, vorzüglich viel Artischocken baut. Ehemals war eine +weit größere Strecke von diesem Bezirke angebaut und die neuern Alexandriner +wurden leicht ihre Grenzen noch mehr haben erweitern können: +allein sie sind zu faul und nur zum Rauben aufgelegt, +und man darf nicht erstaunen, daß Leute, die nicht einmal... + +*) Bonaparte hat den Canal wieder herstellen lassen, und man +findet nunmehr zu jeder Zeit 20asser aus dem Nil in Ulera nähren haben. + +Der Überfluss. + +Connini Xeifen ir 38." +Z166069305,110,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000110/full/full/0/native.jpg,"dafur sorgten, das einzige Trinkwasser, das he haben, +zu erhalten, sich auch nicht darum bekummern, wie fie +fich Annehmlichkeiten und Ueberflus verschaffen fonnen. +Die Spuren von dem Anbaue des Bodens, womit +das alte Alexandrien umringt war, findet man noch +in den Ueberresten von jenen prachtigen Garten, die frinen +Glanz vermehrten und deren Annehmlichkeiten Abulfeda +noch zur Zeit der Araber ruhmte. Einige zerftreuete und +auf dieser Sandflache faum vegetirende Baume reichen +bei weitem nicht hin, ihre Durre und Harte zu versusleiern: +mehrere Arten von Sode, welches eine scharfe ind falzige- +Pflanze ist, deren arabischen Namen Kali man falzigen +Substanzen gegeben hat, find beinahe dic einzigen, die +in dieser Gegend einheimisch find und gut fortkommen; +aber fie friechen hier mehr als sie in die Hshe steigen. +Die Alexandriner verbrennen sie und sichen aus +ihrer Asche ein festes Salz, das ein Gegenftand des +Handels ift. +Das Grun, die Kuhle und der Schatten hatten eine +Menge kleiner Bogel an die Ufer des Canals geloft. Es +war im Monat Dctober. Ich erkannte Beccafiige*), +Feldlerchen **) und Sperlinge. Die Vogelsteller fuchten +die beiden erstern Arten wegzufangen und also die einzigen +Befen zu vertilgen, die ihren traurigen Wohnungen einen +Anschein von Heiterfeit geben konnten. Diese Bogel aber +waren zu Alexandrien, mit Ausnahme der Spers +linge, blos Zugvogel: fie ruheten am Wasser des Canales +von den Muhseligkeiten einer langen Reife aus: bald +sollte ihnen das Wasser nur noch ein Bette voll Schlanm +anbieten; es ftand schon stille und hatte einen falzigten +*) Motacilla fcedula. L. Bechigue Buffon. +**) Alauda arvensis. L: Alouette, Buffon.","82 + +dafür ſorgten, das einzige Trinkwaſ��er, das he haben, +zu erhalten, ſich auch nicht darum bekümmern, wie fie +fich Annehmlichkeiten und Ueberfluß verſchaffen fónnen. + +1 + +Die Spuren von dem Anbaue des Bodens, womit +das alte Alexandrien umringt war, findet man noch +in den Ueberreſten von jenen prachtigen Gärten, die frinen +Glanz vermehrten und deren Annehmlichkeiten Abulfeda +noch zur Zeit der Araber rühmte. Einige zerftreuete und +auf dieſer Sandflåche faum vegetirende Bäume reichen +bei weitem nicht hin, ihre Důrre und Hårte zu verſusleiern: +mehrere Arten von Sode, welches eine ſcharfe ind falzige- +Pflanze iſt, deren arabiſchen Namen Kali man falzigen +Subſtanzen gegeben hat, find beinahe dic einzigen, die +in dieſer Gegend einheimiſch find und gut fortkommen; +aber fie friechen hier mehr als ſie in die Hshe ſteigen. +Die Alexandriner verbrennen ſie und sichen aus +ihrer Asche ein feſtes Salz, das ein Gegenftand des +Handels ift. + +1 + +2 + +* + +Das Grün, die Kühle und der Schatten hatten eine +Menge kleiner Bogel an die Ufer des Canals geloft. Es +war im Monat Dctober. Ich erkannte Beccafiige*), +Feldlerchen **) und Sperlinge. Die Vogelſteller fuchten +die beiden erſtern Arten wegzufangen und alſo die einzigen +Befen zu vertilgen, die ihren traurigen Wohnungen einen +Anſchein von Heiterfeit geben konnten. Dieſe Bogel aber +waren zu Alexandrien, mit Ausnahme der Spers +linge, bloß Zugvogel: fie ruheten am Waſſer des Canales +von den Mühſeligkeiten einer langen Reife aus: bald +ſollte ihnen das Waſſer nur noch ein Bette voll Schlanım +anbieten; es ftand ſchon ſtille und hatte einen falzigten + ++ + +*) Motacilla fcedula. L. Bechigue Buffon. + +**) Alauda arvensis. L: Alouette, Buffon. + +1 + + +","dafur sorgten, das einzige Trinkwasser, das sie haben, +zu erhalten, sich auch nicht darum bekümmern, wie sie +sich Annehmlichkeiten und Überfluss verschaffen können. +Die Spuren von dem Anbau des Bodens, womit +das alte Alexandrien umringt war, findet man noch +in den Überresten von jenen prächtigen Gärten, die ihren +Glanz vermehrten und deren Annehmlichkeiten Abulfeda +noch zur Zeit der Araber rühmte. Einige zerstreute und +auf dieser Sandfläche faum vegetirende Bäume reichen +bei weitem nicht hin, ihre Dürre und Härte zu vermissen: +mehrere Arten von Soda, welches eine scharfe und falzige- +Pflanze ist, deren arabischen Namen Kali man falschigen +Substanzen gegeben hat, finden beinahe die einzigen, die +in dieser Gegend einheimisch sind und gut fortkommen; +aber sie frieren hier mehr als sie in die Höhe steigen. +Die Alexandriner verbrennen sie und sichten aus +ihrer Asche ein festes Salz, das ein Gegenstand des +Handels ist. + +Das Grün, die Kühle und der Schatten hatten eine +Menge kleiner Vögel an die Ufer des Canals gelockt. Es +war im Monat Oktober. Ich erkannte Beccafien, +Feldlerchen und Sperlinge. Die Vogelsteller suchten +die beiden erstern Arten wegzu fangen und also die einzigen +Bewohner zu vertilgen, die ihren traurigen Wohnungen einen +Anblick von Heiterkeit geben konnten. Diese Vögel aber +waren zu Alexandrien, mit Ausnahme der Sperlinge, bloß Zugvögel: sie ruhten am Wasser des Canales +von den Mühseligkeiten einer langen Reise aus: bald +sollte ihnen das Wasser nur noch ein Bett voll Schlamm +anbieten; es stand schon still und hatte einen falzigen +Geschmack erhalten. +*) Motacilla ficedula. L. Bechigue Buffon. +**) Alauda arvensis. L: Alouette, Buffon." +Z166069305,111,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000111/full/full/0/native.jpg,"erchmat, und die Segel, die das Glut hatten, den +Schlingen zu entkommen, womit mon fie bei ihrer +Ankunft umringte, machten sich bereit, im Delta ein +gluklicheres Land, eine lachendere Gegend und einen ruhis +gern Aufenthalt aufzusuchen. +Die Sperlinge hingegen sind mehr an die Gesellschaft +des Menschen gewohnt, weil ihr weniger zartes Fleisch +dem Gaumen desselben nicht behagt, und ziehen nicht +weiter; fie verlassen daher, blos einige Zuge ausgenommen, +um sich mehr Nahrung zu' verschaffen, die bewohnten +Drte nicht, sondern schlagen ihren Aufenthalt dafelbst +auf. Sie fiiegen um uns herum und- theilen wider unfern +Willen sowohl die Lebensmittel als den Wohnplaz mit +uns. Sie haben in Aegypten dieselben Gewohnheiten, +die wir an ihnen kennen; fte find vertraut, unverschamt +und gefrasig und machen auch die aufgedrungenen Tischges +noffen der Aegypter aus. Man sieht sie an allen +bewohnten Orten Aegopten$ und fie find auf gleiche +Weise sowohl in Nubien als in sabessinien vers +breitet. Eine unmasige Hise ist also ihnen nicht zuwider: +indessen trift man fie nicht an der Westkuste von Afrika +bin an: vom Cap Blanc oder doch von deffen Nach +berschaft an werden sie durch die bengalischen*) und +fenegalischen **) Finken, und durch die kleinen Sperlinge +aus Senegal errezt. Da man also nach dem, was +::. ich so eben gesagt habe, den Grund von dieser Thatfache +nicht der alzugrosen Hise zuschreiben kann, fo glaube +1. ich, ihn durch die verschiedenen Getraidearten, die in +: diefen Theilen von Afrika gewoshnlich sind, angegeben +zu haben. Weizen und diesem& hnliche Getraidearten +erbauet man sowohl in Aegypten, Nubien und +*) Fringilla bengalus. L. Le bengali, Buffon. +**) Fringilla senegala. L. Le Senegali, senegali raye, Buffon","83 + +erchmat, und die Segel, die das Glút hatten, den +Schlingen zu entkommen, womit mon fie bei ihrer +Ankunft umringte, machten ſich bereit, im Delta ein +glúklicheres Land, eine lachendere Gegend und einen ruhis +gern Aufenthalt aufzuſuchen. + +Die Sperlinge hingegen ſind mehr an die Geſellſchaft +des Menſchen gewohnt, weil ihr weniger zartes Fleiſch +dem Gaumen deſſelben nicht behagt, und ziehen nicht +weiter; fie verlaſſen daher, bloß einige Züge ausgenommen, +um ſich mehr Nahrung zu' verſchaffen, die bewohnten +Drte nicht, ſondern ſchlagen ihren Aufenthalt dafélbſt +auf. Sie fiiegen um uns herum und- theilen wider unfern +Willen ſowohl die Lebensmittel als den Wohnplaz mit +uns. Sie haben in Aegypten dieſelben Gewohnheiten, +die wir an ihnen kennen; fte find vertraut, unverſchämt +und gefräßig und machen auch die aufgedrungenen Tiſchges +noffen der Aegypter aus. Man ſieht ſie an allen +bewohnten Orten Aegopten$ und fie find auf gleiche +Weiſe ſowohl in Nubien als in sabeſſinien vers +breitet. Eine unmaßige Hiße iſt alſo ihnen nicht zuwider: +indeſſen trift man fie nicht an der Weſtküſte von Afrika +bin an: vom Cap Blanc oder doch von deffen Nach +berſchaft an werden ſie durch die bengaliſchen*) und +fenegaliſchen **) Finken, und durch die kleinen Sperlinge + +aus Senegal érrezt. Da man alſo nach dem, was +::. ich ſo eben geſagt habe, den Grund von dieſer Thatfache + +nicht der alzugroßen Hiße zuſchreiben kann, fo glaube +1. ich, ihn durch die verſchiedenen Getraidearten, die in +: diefen Theilen von Afrika gewoshnlich ſind, angegeben + +zu haben. Weizen und dieſem& hnliche Getraidearten +erbauet man ſowohl in Aegypten, Nubien und + +F2 + +9 + +1 + +*) Fringilla bengalus. L. Le bengali, Buffon. +**) Fringilla ſenegala. L. Le Senegali, ſenegali rayé, Buffon + + +","Erstlich sind sie sehr müde und die Segel, die das Glück hatten, den Schlingen zu entkommen, womit man sie bei ihrer Ankunft umringte, machten sich bereit, im Delta ein glücklicheres Land, eine lachendere Gegend und einen ruhigeren Aufenthalt aufzusuchen. + +Die Sperlinge hingegen sind mehr an die Gesellschaft des Menschen gewöhnt, weil ihr weniger zartes Fleisch dem Gaumen desselben nicht behagt, und ziehen nicht weiter; sie verlassen daher, bloß einige Züge ausgenommen, um sich mehr Nahrung zu verschaffen, die bewohnten Dörfer nicht, sondern schlagen ihren Aufenthalt daselbst auf. Sie fliegen um uns herum und teilen wider unsern Willen sowohl die Lebensmittel als den Wohnplatz mit uns. Sie haben in Ägypten dieselben Gewohnheiten, die wir an ihnen kennen; sie sind vertraut, unverschämt und gefräßig und machen auch die aufgedrückten Tischgesellschaften der Ägypter aus. Man sieht sie an allen bewohnten Orten Ägyptens und sie sind auf gleiche Weise sowohl in Nubien als in Abyssinien verbreitet. Eine unmaßige Hitze ist also ihnen nicht zuwider: indessen trifft man sie nicht an der Westküste von Afrika bin an; vom Cap Blanc oder doch von dessen Nachbarschaft an werden sie durch die bengalischen*) und senegalischen**) Finken, und durch die kleinen Sperlinge aus Senegal verdrängt. Da man also nach dem, was ich so eben gesagt habe, den Grund von dieser Thatsache nicht der allzugroßen Hitze zuschreiben kann, so glaube ich, ihn durch die verschiedenen Getreidearten, die in diesen Theilen von Afrika gewöhnlich sind, angegeben zu haben. Weizen und diesemähnliche Getreidearten erbaut man sowohl in Ägypten, Nubien und Abyssinien. + +*) Fringilla bengalus. L. Le bengali, Buffon. +**) Fringilla senegala. L. Le Senegali, senegali raye, Buffon" +Z166069305,112,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000112/full/full/0/native.jpg,"Haberfinien, als auch in der Berberei,' aber +nicht mehr in der Gegend des Cap Blanc: bei der +Negern, die gegen Suden' von diesem Vorgebirge +wohnen, vertritt anders Getraide, dessen Korner feing +Nahrung fur die Sperlinge sind, die Stelle des Weizens. +Wenn die Sperlinge also auch nicht alle Lander besuchen, +wo man Weizen bauet, so ist es doch wenigstens gewis, +das fie fich nicht in denjenigen aufhalten, wo man diesen +und ihm ahnliche Getraidearten nicht bauet. +Die kurze Uebersicht, die ich von einigen Produkten +der lebendigen Natur gegeben haben, erquift die Einbil- +dungskraft, die das Schweben uber Trummern und +Schutt ermudet. Dank rey der Mutter aller Weren und +ewige Lobeserhebungen ihrer unveranderlichen Gute! +Sie wollte auf einem durren und rothlichen Boden +mitten unter den Schrecten der Zerstorung einen Punkt +erhalten, wo trog der Anstrengung von Barbaren, die +fie verkennen, einige Zuge von ihrer Pracht glangen. Und +gern wendet man das Auge von einem Ort meg, der +durch die Vergleichung ro bezaubernd wird. Meine Feder +suchte gerne dem Leser die fusen Gefuhle mitzutheilen +die ich empfunden habe, allein ich mus eilen, eine Gegend +zu erreichen, wo die Natur alle ihre Schase ausgespendet +hat. Dieser Gedanke belebt meinen Muth wieder, denn +wir mussen noch Sandflachen durchwandern und in den +finstern Aufenthalt der Lodten, in die Eatacomben, +hinabsteigen. +Sie find nicht weit vom Canale entfernt: e$ find +Gallerien, die weit unter der Erde oder vielmehr in dem +Felfen hinlaufen. Sie waren wahrscheinlich anfanglich +Steinbruche, woraus man die zum Baue von Alexan. +drien nothigen Steine geholt hat, und nachdem sie den +Einwohnern diefes Landes die Materialien zu ihren Wohs +nungen wahrend ihres Lebens auf dieser Erde geliefert","84 + +Haberfinien, als auch in der Berberei,' aber +nicht mehr in der Gegend des Cap Blanc: bei der +Negern, die gegen Süden' von dieſem Vorgebirge +wohnen, vertritt anders Getraide, deſſen Korner feing +Nahrung für die Sperlinge ſind, die Stelle des Weizens. +Wenn die Sperlinge alſo auch nicht alle Länder beſuchen, +wo man Weizen bauet, ſo iſt es doch wenigſtens gewiß, +daß fie fich nicht in denjenigen aufhalten, wo man dieſen +und ihm áhnliche Getraidearten nicht bauet. + +L + +MI + +* + +Die kurze Ueberſicht, die ich von einigen Produkten +der lebendigen Natur gegeben haben, erquift die Einbil- +dungskraft, die das Schweben über Trümmern und +Schutt ermüdet. Dank rey der Mutter aller Weren und +ewige Lobeserhebungen ihrer unveränderlichen Güte! +Sie wollte auf einem důrren und röthlichen Boden +mitten unter den Schrecten der Zerſtörung einen Punkt +erhalten, wo trog der Anſtrengung von Barbaren, die +fie verkennen, einige Züge von ihrer Pracht glången. Und +gern wendet man das Auge von einem Ort meg, der +durch die Vergleichung ro bezaubernd wird. Meine Feder +ſuchte gerne dem Leſer die füßen Gefühle mitzutheilen +die ich empfunden habe, allein ich muß eilen, eine Gegend +zu erreichen, wo die Natur alle ihre Schaße ausgeſpendet +hat. Dieſer Gedanke belebt meinen Muth wieder, denn +wir müſſen noch Sandflachen durchwandern und in den +finſtern Aufenthalt der Lodten, in die Eatacomben, +hinabſteigen. + +Ta + +Sie find nicht weit vom Canale entfernt: e$ find +Gallerien, die weit unter der Erde oder vielmehr in dem +Felfen hinlaufen. Sie waren wahrſcheinlich anfänglich +Steinbrüche, woraus man die zum Baue von Alexan. +drien nöthigen Steine geholt hat, und nachdem ſie den +Einwohnern diefes Landes die Materialien zu ihren Wohs +nungen während ihres Lebens auf dieſer Erdé geliefert + +& + +! + + +","Haberfinien, als auch in der Berberei, aber nicht mehr in der Gegend des Cap Blanc: bei den Negern, die gegen Süden von diesem Vorgebirge wohnen, vertritt anders Getreide, dessen Körner feine Nahrung für die Sperlinge sind, die Stelle des Weizens. Wenn die Sperlinge also auch nicht alle Länder besuchen, wo man Weizen baut, so ist es doch wenigstens gewiss, dass sie sich nicht in denjenigen aufhalten, wo man diesen und ihm ähnliche Getreidearten nicht baut. + +Die kurze Uebersicht, die ich von einigen Produkten der lebendigen Natur gegeben habe, erquickt die Einbildungskraft, die das Schweben über Trümmern und Schutt ermüdet. Dank sei der Mutter aller Wesen und ewige Lobeserhebungen ihrer unveränderlichen Güte! Sie wollte auf einem dürren und rothlichen Boden mitten unter den Schrecken der Zerstörung einen Punkt erhalten, wo trotz der Anstrengung von Barbaren, die sie verkennen, einige Züge von ihrer Pracht glänzen. Und gern wendet man das Auge von einem Ort weg, der durch die Vergleichung so bezaubernd wird. + +Meine Feder suchte gerne dem Leser die tiefen Gefühle mitzuteilen, die ich empfunden habe, allein ich muss eilen, eine Gegend zu erreichen, wo die Natur alle ihre Schätze ausgespendet hat. Dieser Gedanke belebt meinen Mut wieder, denn wir müssen noch Sandflächen durchwandern und in den finsteren Aufenthalt der Löcher, in die Katakombern, hinabsteigen. + +Sie finden nicht weit vom Canale entfernt: es finden Gallerien, die weit unter der Erde oder vielmehr in dem Felsen hinlaufen. Sie waren wahrscheinlich anfanglich Steinbrüche, woraus man die zum Bau von Alexandria nötigen Steine geholt hat, und nachdem sie den Einwohnern dieses Landes die Materialien zu ihren Wohnungen während ihres Lebens auf dieser Erde geliefert haben" +Z166069305,113,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000113/full/full/0/native.jpg,"hatten, tourben fie ihr lezter Aufenthalt nach ihrem Sode. +Db sie gleich sehr gros find, fo haben sie doch eben keine +beschwerlichen Arbeiten erfodert, da die Steinschicht +kalkartig und zart ift: fie ist auch weis, wie zu Maltha +und der Eindruk der Luft vermehrt ihre Festigkeit, wie +dies auch der Fall mit jenen Steinen auf altha ift. +Der Felfen aber auf Maltha ift naft, anstatt das er +in Aegypten gemeiniglich init Sand bedekt ist. Dhne +Zweifel liegt der Grund in der geringen Harte des Felo +fens, das die alten Aegopter das Innere der Gallerie +mit einer Art von Mortel uberstrichen haben, der ro fest +worden ist, das man ihn nur mit fchwerer Muhe gers +dlagen fann. Der groste Theil dieser unterirrdischen +Gange ist eingefallen. In der kleinen Anzahl derjenigen, +wo man noch hineinkommen fann, sieht man auf jeder +Seite drei Reihen von Begrabnisgrotten. Eine steht +uber der Andern: fie find aber nicht in die Lange, wie zu +Malth a, sondern nach der Quere gehauen: ihre grosen +Seiten gehen nach inwendig einwarts zu, so das der +Boden des Grabes viel enger als der obere Theil ift. +Am Ende einiger von diesen Galicrien trift inan abgesons +derte stammern mit ihren Begrabnisgrotten an, die ohne +Zweifel fur eine Familie oder fur einen besondern Stand +bestimmt waren*). +*) Pocode fagt von deu Catacomben: Gegen Westen jen- +seits des Canales Canobus nahe am Begrabnisplase eines +Sdeifs giebt es einige Catacomben. Sie bestehen aus +einigen in Felfen gebauenen Zimmern, und auf jeder Seite ist +eine offene Gallerie. Auf beiden Seiten dieser Zimmer sind +drei Reilen von Gewolbern neben cinander, welche raxinlich +genug find, Leichname aufzunehmen. Die auserordentlichsten +Catacomben aber sind am ausersten Eude, und konnen ohne +Zweifel fur die schonsten gehalten werden, die man jemals +entdeft hat. Es ind rdone in Felsen geba ene raumliche +plare und in einigen derselben find Nischen ausgebolt, todte +Korper hineinzusehen, und diese Nischen find auf beiden Seiten +mit einer Art dorisder Saulen geziert. +Det ueberreker:","85 + +9 + +1 + +hatten, tourben fie ihr lezter Aufenthalt nach ihrem Sode. +Db ſie gleich ſehr groß find, fo haben ſie doch eben keine +beſchwerlichen Arbeiten erfodert, da die Steinſchicht +kalkartig und zart ift: fie iſt auch weiß, wie zu Maltha +und der Eindruk der Luft vermehrt ihre Feſtigkeit, wie +dies auch der Fall mit jenen Steinen auf altha ift. +Der Felfen aber auf Maltha ift naft, anſtatt daß er +in Aegypten gemeiniglich init Sand bedekt iſt. Dhne +Zweifel liegt der Grund in der geringen Härte des Felo +fens, daß die alten Aegopter das Innere der Gallerie +mit einer Art von Mörtel überſtrichen haben, der ro feſt +worden iſt, daß man ihn nur mit fchwerer Mühe gers +dlagen fann. Der größte Theil dieſer unterirrdiſchen +Gånge iſt eingefallen. In der kleinen Anzahl derjenigen, +wo man noch hineinkommen fann, ſieht man auf jeder +Seite drei Reihen von Begräbnißgrotten. Eine ſteht +über der Andern: fie find aber nicht in die Långe, wie zu +Malth a, ſondern nach der Quere gehauen: ihre großen +Seiten gehen nach inwendig einwärts zu, ſo daß der +Boden des Grabes viel enger als der obere Theil ift. +Am Ende einiger von dieſen Galicrien trift inan abgeſons +derte stammern mit ihren Begräbnißgrotten an, die ohne +Zweifel für eine Familie oder für einen beſondern Stand +beſtimmt waren*). +*) Pocode fagt von deu Catacomben: Gegen Weſten jen- + +ſeits des Canales Canobus nahe am Begräbnißplaße eines +Sdeifs giebt es einige Catacomben. Sie beſtehen aus +einigen in Felfen gebauenen Zimmern, und auf jeder Seite iſt +eine offene Gallerie. Auf beiden Seiten dieſer Zimmer ſind +drei Reilen von Gewölbern neben cinander, welche ráxinlich +genug find, Leichname aufzunehmen. Die außerordentlichſten +Catacomben aber ſind am äußerſten Eude, und können ohne +Zweifel für die ſchönſten gehalten werden, die man jemals +entdeft hat. Es ind rdóne in Felſen geba ene räumliche +pláre und in einigen derſelben find Niſchen ausgebolt, todte +Körper hineinzuſehen, und dieſe Niſchen find auf beiden Seiten +mit einer Art doriſder Sáulen geziert. + +Det ueberreker: + +1 + +7 + +1 + +. + + +","hatten, trugen sie ihr letzter Aufenthalt nach ihrem Sodde. +Da sie gleich sehr gross sind, so haben sie doch eben keine beschwerlichen Arbeiten erfordert, da die Steinschicht kalkartig und zart ist; sie ist auch weiss, wie zu Malta und der Einbruch der Luft vermehrt ihre Festigkeit, wie dies auch der Fall mit jenen Steinen auf Malta ist. +Der Felsen aber auf Malta ist nahe, anstatt dass er in Aegypten gemeiniglich im Sand bedeckt ist. Dahne Zweifel liegt der Grund in der geringen Harte des Felsens, das die alten Aegypter das Innere der Gallerie mit einer Art von Mortel uberstrichen haben, der so fest geworden ist, dass man ihn nur mit schwerer Mühe erschlagen kann. Der gröste Teil dieser unterirdischen Gange ist eingestürzt. +In der kleinen Anzahl derjenigen, wo man noch hineinkommen kann, sieht man auf jeder Seite drei Reihen von Begrabnisgrüften. Eine steht über der andern; sie sind aber nicht in die Länge, wie zu Malta, sondern nach der Quere gehauen; ihre grossen Seiten gehen nach innwendig einwärts zu, so dass der Boden des Grabes viel enger als der obere Teil ist. +Am Ende einiger von diesen Gallerien trifft man auf abgesonderte stammende mit ihren Begrabnisgrüften an, die ohne Zweifel für eine Familie oder für einen besonderen Stand bestimmt waren. + +*) Pococke sagt von den Catacomben: Gegen Westen jenseits des Canales Canobus nahe am Begrabnisplatze eines Schiffes gibt es einige Catacomben. Sie bestehen aus einigen in Felsen gebauten Zimmern, und auf jeder Seite ist eine offene Gallerie. Auf beiden Seiten dieser Zimmer sind drei Reihen von Gewölbern nebeneinander, welche rätselhaft genug sind, Leichname aufzunehmen. Die außerordentlichsten Catacomben aber sind am äußersten Ende, und können ohne Zweifel für die schönsten gehalten werden, die man jemals entdeckt hat. Es sind rühmliche in Felsen gebaute raumliche Plätze und in einigen derselben finden Nischen ausgebolt, tote Körper hineinzusehen, und diese Nischen finden auf beiden Seiten mit einer Art dorischer Säulen geziert. + +Der Überrest:" +Z166069305,114,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000114/full/full/0/native.jpg,"Wenn man den Arabern glauben will, To haben +die Catacomben eine unterirrdische Verbindung mit den +Pyramiden zu Memphis. Eine solche Meinung +von ihrem ungeheuern umfange fcheint zwar ubertrieben +zu senn, allein sie ubersteigt indeffen doch nicht andere +Riefenarbeiten der Aegypter. Sie verdiente baher +untersucht zu werden. Gewiffer ist es, das die Catacomben +in den alten Hafen bis ans Meer gehen; wenigstens scheinen +die drei Grotten oder die drei in den Felsen an der Kuste +angebrachten Hohlen, die die Europ der fehr uneigents +Iich die Bader der Cleopatra nennen, eine Fortsegung +von denselben zu. Reyn*). +Am Eingange der Catacombent rah id) mehrere +Chamaleons **} Man weis jezt, das die Veranderung +*) Norden sagt von diesen Bedern: Es find fleine ausgeholte +Lustplaze am Ufer, deren man sich zu einem vergnugten Auf: +enthalte bedient und bei fuhler Luft daselbst ergoft hat. Wenn +man darin fist, so kann man von niemand gesehen werden, +von da aus aber alles, was im Hafen vorgeht, genau sehen. +Die Kunst ist den von Natur in diesen Felsen befindliden +Grotten til ulfe gekommen. Man hat sie mit dein Meisel +ordentlidy ausgewolbt und zu Wohnungen des Vergnugens +eingerichtet. Man findet hier noch ganze Zimmer, welche auf +diefe urt zubereitet find. Die im Felsen ausgebauenen Banke +Find fo zum Sitzen eingeridytet, das man trocken in den +Grotten fisen uud fich doch in dem Seewasser, das ihren +ganzen Fusboden einnimmt, baden kann. Auswendig giebt es +kleine Fifen oder Unfuhrten, wo man mit Booten anlandet, +und gegeu alle Binde gedekt und sicher ist. Will man fich das +Verginigen machen, in den Fafen zu fahren, fo findet man +auserhalb der Grotten auf dem Felsen leicht einen Plasr wo +man gegen die Sonnenbise im Schatten stehen faun. ute +diese angenchmen Lustorter, beren es hier eiue grose Menge +giebt, baten ubrigens keine Zieraden. Diejenigen, an weldica, +man den Ne fel gebraucht hat, sind eben und gleich: in den +ubrigen aber erbliki man die naturlidze Gestalt der Feifensteine. +Der ueberre Ber. +muy Lacerta Chamaeleon. Lip.","86 + +Wenn man den Arabern glauben will, To haben +die Catacomben eine unterirrdiſche Verbindung mit den +Pyramiden zu Memphis. Eine ſolche Meinung +von ihrem ungeheuern umfange fcheint zwar übertrieben +zu ſenn, allein ſie überſteigt indeffen doch nicht andere +Riefenarbeiten der Aegypter. Sie verdiente baher +unterſucht zu werden. Gewiffer iſt es, daß die Catacomben +in den alten Hafen bis ans Meer gehen; wenigſtens ſcheinen +die drei Grotten oder die drei in den Felſen an der Küſte +angebrachten Höhlen, die die Europ der fehr uneigents +Įich die Båder der Cleopatra nennen, eine Fortſegung +von denſelben zu. Reyn*). + +1 + +42 + +Am Eingange der Catacombent rah id) mehrere +Chamåleons **} Man weiß jezt, daß die Veränderung + +* + +*) Norden ſagt von dieſen Bedern: Es find fleine ausgeholte + +Luſtpláze am Ufer, deren man ſich zu einem vergnügten Auf: +enthalte bedient und bei fühler Luft daſelbſt ergoft hat. Wenn +man darin fist, ſo kann man von niemand geſehen werden, +von da aus aber alles, was im Hafen vorgeht, genau ſehen. +Die Kunſt iſt den von Natur in dieſen Felſen befindliden +Grotten til øülfe gekommen. Man hat ſie mit dein Meiſel +ordentlidy ausgewölbt und zu Wohnungen des Vergnügens +eingerichtet. Man findet hier noch ganze Zimmer, welche auf +diefe urt zubereitet find. Die im Felſen ausgebauenen Banke +Find fo zum Sitzen eingeridytet, daß man trocken in den +Grotten fişen uud fich doch in dem Seewaſſer, das ihren +ganzen Fußboden einnimmt, baden kann. Auswendig giebt es +kleine Fifen oder Unfuhrten, wo man mit Booten anlandet, +und gegeu alle Binde gedekt und ſicher iſt. Will man fich das +Verginigen machen, in den Fafen zu fahren, fo findet man +außerhalb der Grotten auf dem Felſen leicht einen Plasr wo +man gegen die Sonnenbiße im Schatten ſtehen faun. ute +dieſe angenchmen Luſtörter, beren es hier eiue große Menge +giebt, baten übrigens keine Zieraden. Diejenigen, an weldica, +man den Ne fel gebraucht hat, ſind eben und gleich: in den +übrigen aber erbliki man die natürlidze Geſtalt der Feifenſteine. + +Der ueberre Ber. +muy Lacerta Chamaeleon. Lip. + + +","Wenn man den Arabern glauben will, so haben die Catacomben eine unterirdische Verbindung mit den Pyramiden zu Memphis. Eine solche Meinung von ihrem ungeheuern Umfange scheint zwar übertrieben zu sein, allein sie übersteigt indessen doch nicht andere Riesenarbeiten der Ägypter. Sie verdiente behör untersucht zu werden. Gewisser ist es, dass die Catacomben in den alten Hafen bis ans Meer gehen; wenigstens scheinen die drei Grotten oder die drei in den Felsen an der Küste angebrachten Höhlen, die die Europäer fehlerhaft die Bader der Cleopatra nennen, eine Fortsetzung von denselben zu sein. + +Am Eingange der Catacomben sah man mehrere Chamaleons. Man weiß jetzt, dass die Veränderung des Chamaeleon. Lip. + +*) Norden sagt von diesen Badern: Es sind einige ausgehauene Lustplätze am Ufer, deren man sich zu einem vergnügten Aufenthalte bedient und bei frischer Luft daselbst ergötzt hat. Wenn man darin ist, so kann man von niemand gesehen werden, von da aus aber alles, was im Hafen vorgeht, genau sehen. + +Die Kunst ist den von Natur in diesen Felsen befindlichen Grotten zu Hilfe gekommen. Man hat sie mit dem Meißel ordentlich ausgewoben und zu Wohnungen des Vergnügens eingerichtet. Man findet hier noch ganze Zimmer, welche auf die feine Art zubereitet sind. Die im Felsen ausgehauenen Bänke finden so zum Sitzen eingerichtetet, dass man trocken in den Grotten sitzt und sich doch in dem Seewasser, das ihren ganzen Fußboden einnimmt, baden kann. Auswendig gibt es kleine Sifen oder Uferstätte, wo man mit Booten anlandet, und gegen alle Winde geschützt und sicher ist. Will man sich das Vergnügen machen, in den See zu fahren, so findet man außerhalb der Grotten auf dem Felsen leicht einen Platz, wo man gegen die Sonnenhitze im Schatten stehen kann. In diesen angenehmen Lustörtern gibt es hier eine große Menge; sie baten übrigens keine Zieraden. Diejenigen, an welchen man den Meißel gebraucht hat, sind eben und gleich; in den übrigen aber erblickt man die natürliche Gestalt der Felsensteine." +Z166069305,115,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000115/full/full/0/native.jpg,"ihrer Farben nicht von den Gegenstanden herruhrt, die +man in ihre Nahe bringt; das ihre verschiedenen Neiguns +gen die Intensitat der Farben, womit ihre sehr feine +Haut wie marmoriert ist, vermehren oder vermindern; +das fie fich auch nicht mit einer so wenig substanticler +Nahrung, als die Luft ist, begnugen; das fie eine derbere +. Roft suchen, indem fie Fliegen und andere Insekten vera +schlingen, und das endlich alles Wunderbare, was max +soon dieser Art von Eidechren erzahlt hat, ein Gewebe von +Mahrden ist, die bis auf unsere Zeiten die Naturwissens +schaft entehrt haben. Ich habe einige Chamaleons gehabt +nicht um die Erfahrung des Corneille le Bruye zu +wiederholen,' der, nachdem er fehr ernsthaft versichert hat, +das fich die Chamaleons, die er zu Smyrna in seinem +Zimmer hielt, von der Luft nahrten, hinzusezt, fie waren +in kurzer Zeit eines nach dem andern gestorben*); fon- +dern um den Versuch zu machen, wie lange fie ohne Nahs +rung leben konnten. Ich hatte, alle mogliche Vorsicht +gebraucht, das fte, ganzlich aller Nahrung beraubt weren, +ohne doch aber Mangel an frischer Luft zu haben. Auf diese +Art lebten sie zivanzig Lage la: ig: allein welch Leben war +dies! Sie verlohren das Fett, das sie hatten, als ich fie +fiens, und wurden bald sehr mager. Mit ihrer Fettig. +keit verlohren fie auch nach und nach ihre Behendigkeit +und ihre Farben; ihre Haut wurde bleich und runzlichti +fie war an den Strochen wie angeleimt, so, das fie fchou +ausgetrofnet schienen, ehe sie noch zu leben aufgehort +hatten. +Die Catacomben dienen auch oft den Schakals zum +Aufenthalte, die in diesem Theile Aegyptens rehr +zahlreich find: fie ziehen nur in grosen Heerden umher und +wandern um die Wohnungen berum. Ihr Geschrei ist, +vorzuglich des Nachts, furchterlich. Es ist eine Art von +5) Reise nach der levante ir Band.","87 + +1 + +ihrer Farben nicht von den Gegenſtänden herrührt, die +man in ihre Náhe bringt; daß ihre verſchiedenen Neiguns +gen die Intenſitåt der Farben, womit ihre ſehr feine +Haut wie marmoriert iſt, vermehren oder vermindern; +daß fie fich auch nicht mit einer ſo wenig ſubſtanticler + +Nahrung, als die Luft iſt, begnügen; daß fie eine derbere +. Roft ſuchen, indem fie Fliegen und andere Inſekten vera + +ſchlingen, und daß endlich alles Wunderbare, was max +soon dieſer Art von Eidechren erzählt hat, ein Gewebe von + +Mährden iſt, die bis auf unſere Zeiten die Naturwiſſens +ſchaft entehrt haben. Ich habe einige Chamäleons gehabt +nicht um die Erfahrung des Corneille le Bruyé zu +wiederholen,' der, nachdem er fehr ernſthaft verſichert hat, +daß fich die Chamåleons, die er zu Smyrna in ſeinem +Zimmer hielt, von der Luft nåhrten, hinzuſezt, fie wåren +in kurzer Zeit eines nach dem andern geſtorben*); fon- +dern um den Verſuch zu machen, wie lange fie ohne Nahs +rung leben könnten. Ich hatte, alle mögliche Vorſicht +gebraucht, daß fte, gånzlich aller Nahrung beraubt weren, +ohne doch aber Mangel an friſcher Luft zu haben. Auf dieſe +Art lebten ſie zivanzig Lagè la: ig: allein welch Leben war +dies! Sie verlohren das Fett, das ſie hatten, als ich fie +fiens, und wurden bald ſehr mager. Mit ihrer Fettig. +keit verlohren fie auch nach und nach ihre Behendigkeit +und ihre Farben; ihre Haut wurde bleich und runzlichti +fie war an den Strochen wie angeleimt, ſo, daß fie fchou +ausgetrofnet ſchienen, ehe ſie noch zu leben aufgehört +hatten. + +1 + +Dié Catacomben dienen auch oft den Schakals zum +Aufenthalte, die in dieſem Theile Aegyptens rehr +zahlreich find: fie ziehen nur in großen Heerden umher und +wandern um die Wohnungen berum. Ihr Geſchrei iſt, +vorzüglich des Nachts, fürchterlich. Es iſt eine Art von + +1 + +1 +5) Reiſe nach der levante ir Band. + + +","ihrer Farben nicht von den Gegenständen herrührt, die man in ihre Nähe bringt; das ihre verschiedenen Neigungen gegen die Intensität der Farben, womit ihre sehr feine Haut wie marmoriert ist, vermehren oder vermindern; das sie sich auch nicht mit einer so wenig substantiellen Nahrung, als die Luft ist, begnügen; das sie eine derbere Rost suchen, indem sie Fliegen und andere Insekten verschlingen, und das endlich alles Wunderbare, was Max aus dieser Art von Eidechsen erzählt hat, ein Gewebe von Märchen ist, die bis auf unsere Zeiten die Naturwissenschaft entehrt haben. Ich habe einige Chamäleons gehabt nicht um die Erfahrung des Corneille le Bruyn zu wiederholen,' der, nachdem er sehr ernsthaft versichert hat, dass sich die Chamäleons, die er zu Smyrna in seinem Zimmer hielt, von der Luft nährten, hinzusetzen, sie waren in kurzer Zeit eines nach dem andern gestorben*); sondern um den Versuch zu machen, wie lange sie ohne Nahrung leben konnten. Ich hatte alle mögliche Vorsicht gebraucht, dass sie ganzlich aller Nahrung beraubt wurden, ohne doch aber Mangel an frischer Luft zu haben. Auf diese Art lebten sie zwanzig Tage lang: allein welch Leben war dies! Sie verloren das Fett, das sie hatten, als ich sie fand, und wurden bald sehr mager. Mit ihrer Fettigkeit verloren sie auch nach und nach ihre Behendigkeit und ihre Farben; ihre Haut wurde bleich und runzlig, sie war an den Strochen wie angeleimt, so, dass sie ausgetrocknet schienen, ehe sie noch zu leben aufgehört hatten. + +Die Catacomben dienen auch oft den Schakalen zum Aufenthalte, die in diesem Teile Ägyptens sehr zahlreich sind; sie ziehen nur in großen Heerden umher und wandern um die Wohnungen herum. Ihr Geschrei ist, vorzüglich des Nachts, fürchterlich. Es ist eine Art von" +Z166069305,116,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000116/full/full/0/native.jpg,"Belfern, das man mit den durchdringenden Slagen box +Kindern verschiedenes Alters pergleichen kann. Mit der +grosten Begierde verschlingen fte die feichname der Mens +fchen und das Aas, und da sie eben so grausam als +fleischbegierig find, To find sie den Menschen gefahrlich .. +Alles, was die Schriftsteller von dem Wolfe und +felbst von dem afrikanischen Fuchre gesagt haben, mus +man von dem Schakal verstehen: denn wenn man auch +gugiebt, das diese Thiere viel Aehnlichkeit miteinander +haben, so ist es auch wiederum wahr, das es weder +Wilfe noch fuchse in diesem Theile der Erde giebt. In +Aegypten nennt man den Schakal Deib; die gelo +lahs*) oder die Aderbauer nennen ihn auch, ohne +Zweifel nach einem Boltsmarchen, Abu Soliman, +Solimans water, +Nii +Die wilden Thiere naherten fich Alexandrien ohne +Scheu, fie durchliefen des Nachts die Einfassung deffel. +ben, oft fprangen fie durch die Deffnungen, womit fie +durchschnitten waren; sie tamen in die Stadt, suchten +Beute, und erfullten sie mit ihrem Geschrei. +Aber ein fanfteres und zugleich auserordentlicheres +Thier, das sich in unterirrdischen Wohnungen um Aler- +andrien herum aufhalt, ist der Springhaase oder +gerboa. +*) Sie stammen von den reinen arabern and dem Sedfcha 8, +von den vermischten Arabern aus Westafrika und aus folchen +eingebornen Christen ab, die sich in den ersten Zeiten zu dem +Islamu bekannten. +Der ueberreger.","88 + +Belfern, das man mit den durchdringenden Slagén box +Kindern verſchiedenes Alters pergleichen kann. Mit der +großten Begierde verſchlingen fte die feichname der Mens +fchen und das Aas, und da ſie eben ſo grauſam als +fleiſchbegierig find, To find ſie den Menſchen gefährlich .. + +1 + +1 + +1 + +Alles, was die Schriftſteller von dem Wolfe und +felbſt von dem afrikaniſchen Fuchre geſagt haben, muß +man von dem Schakal verſtehen: denn wenn man auch +gugiebt, daß dieſe Thiere viel Aehnlichkeit miteinander +haben, ſo iſt es auch wiederum wahr, daß es weder +Wilfe noch füchſe in dieſem Theile der Erde giebt. In +Aegypten nennt man den Schakal Deib; die gelo +lahs*) oder die Aderbauer nennen ihn auch, ohne +Zweifel nach einem Boltsmärchen, Abu Soliman, +Solimans water, + +IM + +Nii + +Die wilden Thiere näherten fich Alexandrien ohne +Scheu, fie durchliefen des Nachts die Einfaſſung deffel. +ben, oft fprangen fie durch die Deffnungen, womit fie +durchſchnitten waren; ſie tamen in die Stadt, ſuchten +Beute, und erfüllten ſie mit ihrem Geſchrei. + +* + +Aber ein fanfteres und zugleich außerordentlicheres +Thier, das ſich in unterirrdiſchen Wohnungen um Aler- +andrien herum aufhält, iſt der Springhaaſe oder +gerboa. + +TN + +*) Sie ſtammen von den reinen arabern and dem Sedfcha 8, + +von den vermiſchten Arabern aus Weſtafrika und aus folchen +eingebornen Chriſten ab, die ſich in den erſten Zeiten zu dem +Islamu bekannten. + +Der ueberreger. + + +","Belfern, das man mit den durchdringenden Schlägen bekannt kann. Mit der größten Begierde verschlingen sie die Schlachtnamen der Menschen und das Aas, und da sie eben so grausam als fleischbegierig sind, finden sie den Menschen gefährlich. Alles, was die Schriftsteller von dem Wolfe und selbst von dem afrikanischen Fuchs gesagt haben, muss man von dem Schakal verstehen: denn wenn man auch zugeibt, dass diese Tiere viel Ähnlichkeit miteinander haben, so ist es auch wiederum wahr, dass es weder Wölfe noch Füchse in diesem Teile der Erde gibt. In Aegypten nennt man den Schakal Deib; die Gelohen oder die Abderbauer nennen ihn auch, ohne Zweifel nach einem Boltsmarchen, Abu Soliman, Solimansvater. + +Die wilden Thiere naherten sich Alexandrien ohne Scheu, sie durchliefen des Nachts die Einsammlung derben, oft sprangen sie durch die Desselungen, womit sie durchschnitten waren; sie tamen in die Stadt, suchten Beute, und erfüllten sie mit ihrem Geschrei. + +Aber ein sanfteres und zugleich außerordentlicheres Thier, das sich in unterirdischen Wohnungen um Alexandria herum aufhält, ist der Springhase oder gerboa. + +*) Sie stammen von den reinen Arabern und dem Stamm des Scha'cha, von den vermischten Arabern aus Westafrika und aus solchen eingeborenen Christen ab, die sich in den ersten Zeiten zu dem Islam bekannten. +Der Überreger." +Z166069305,117,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000117/full/full/0/native.jpg,"Eiftes e a pitel, +Naturgeschichte des Springhaasens oder. Jerboas in +Aegypten, nebst Bemerkungen uber die Naturgeschichte +uberhaupt, und eine Note uber einen Reifeentwurf in +das Innere von Afrika. +Was man jezt lesen wird, wurde schon grostentheils in +Journal der Phyrif, im November 1787 bekannt +gemacht. Ich entschlos mich damals, meine Beobacha +tungen uber die Springhaasen dem Publikum mitzutheilen, +weil Buffon, weder ein Epemplar von dieser Art von vier- +fusigen Thieren noch genaue Nachrichten von ihren Gewohn- +beiten hatte erhalten konnen, und also blos nach unvolls +standigen Berichten davon gesprochen hatte. Bruce's +Werk, der zwar reine Reisen fruher bekannt gemacht hat, +als ich die meinige, wie er auch fruher gereist ist als ich, +war damals noch nicht erschienen, als ich meinen Auffaz +dem Drucke ubergab. Dieser beruhmte Reisende hat das +bestatigt, was ich von den Springhaaren gesagt hatte, +und mich in Stand gerezt, einen Irrthum in dem Namen +Derzeichnis zu berichtigen, worin ich durch einen feiner +landsleute, den Doktor Shaw, und vor mir Buffon +durch einen unrichtigen Gebrauch des Namens gefallen +war. So interessant aber auch die Bemerkungen in +Bruces Reise uber den Springhaasen sind*), so ents +) Jo wil hier das Merkipardige aus Bruce uber den Ferboa +zur Vergleichung mittheilen: er lebt, fagt er, als ein kleines +unschadliches Chier in der Bufte, ist beinahe so gros, wie","89 +1 + +Eiftes e a pitel, + +Naturgeſchichte des Springhaaſens oder. Jerboas in +Aegypten, nebſt Bemerkungen über die Naturgeſchichte +überhaupt, und eine Note über einen Reifeentwurf in + +das Innere von Afrika. + +Was man jezt leſen wird, wurde ſchon größtentheils in +Journal der Phyrif, im November 1787 bekannt +gemacht. Ich entſchloß mich damals, meine Beobacha +tungen über die Springhaaſen dem Publikum mitzutheilen, +weil Buffon, weder ein Epemplar von dieſer Art von vier- +füßigen Thieren noch genaue Nachrichten von ihren Gewohn- +beiten hatte erhalten können, und alſo bloß nach unvolls +ſtåndigen Berichten davon geſprochen hatte. Bruce's +Werk, der zwar reine Reiſen früher bekannt gemacht hat, +als ich die meinige, wie er auch früher gereiſt iſt als ich, +war damals noch nicht erſchienen, als ich meinen Auffaz +dem Drucke übergab. Dieſer berühmte Reiſende hat das + +. +beſtätigt, was ich von den Springhaaren geſagt hatte, +und mich in Stand gerezt, einen Irrthum in dem Namen +Derzeichniß zu berichtigen, worin ich durch einen feiner +landsleute, den Doktor Shaw, und vor mir Buffon +durch einen unrichtigen Gebrauch des Namens gefallen +war. So intereſſant aber auch die Bemerkungen in +Bruces Reiſe über den Springhaaſen ſind*), ſo ents + +! + +0 + +) Jo wil hier das Merkipärdige aus Bruce über den Ferboa + +zur Vergleichung mittheilen: er lebt, fagt er, als ein kleines +unſchädliches Chier in der Bufte, iſt beinahe ſo groß, wie + +1 + + +","Erfites oder pitel, +Naturgeschichte des Springhaasens oder Jerboas in Aegypten, nebst Bemerkungen ueber die Naturgeschichte ueberhaupt, und eine Note ueber einen Reiseentwurf ins Innere von Afrika. + +Was man jetzt lesen wird, wurde schon groesstenteils im Journal der Physik, im November 1787 bekannt gemacht. Ich entschloss mich damals, meine Beobachtungen ueber die Springhaasen dem Publikum mitzuteilen, weil Buffon weder ein Exemplar von dieser Art von vierfuesigen Thieren noch genaue Nachrichten von ihren Gewohnheiten hatte erhalten koennen, und also bloss nach unvollstaendigen Berichten davon gesprochen hatte. Bruce's Werk, der zwar reine Reisen frueher bekannt gemacht hat, als ich die meinige, wie er auch frueher gereist ist als ich, war damals noch nicht erschienen, als ich meinen Aufsatz dem Drucke uebergab. Dieser beruehmte Reisende hat das bestaetigt, was ich von den Springhaaren gesagt hatte, und mich in Stand gesetzt, einen Irrthum in dem Namen zu berichtigen, worin ich durch einen fehlerhaften Landsleuten, den Doktor Shaw, und vor mir Buffon durch einen unrichtigen Gebrauch des Namens gefallen war. So interessant aber auch die Bemerkungen in Bruces Reise ueber den Springhaasen sind), so will ich hier das Merkwuerdige aus Bruce ueber den Jerboa zur Vergleichung mittheilen: er lebt, faegt er, als ein kleines unschaedliches Tier in der Wueste, ist beinahe so gross, wie" +Z166069305,118,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000118/full/full/0/native.jpg,"halten doch die Meinigen auser dem Derdienste der fru. +bern Bekanntmachung mehr Thatsachen, und geben eine +vouftandigere Geschichte von diesen fonderbaren Thieren. +Der Auffag, den ich im Jahre 1787 habe pruden +taffen, findet naturlicher Weise hier mit einem um ro +grosern Rechte seine Stelie, als er mit Zusagen erscheint; +die fur die Naturgeschichte interessant find. +eine gemeine Natte mit einer glatten glanzenden Hant, Vox +einer braunen etwas goldgelben Farbe mit Towarzen Spisen +an den Haaren. Er lebt auf den ebensten Stellen der Wuste, +porzuglich, wo der Boden aus festem Kies besteht. In solchen +arabt er sich ein und theilt Teine Wohnungen in mancherlet +Kammern. Es scheint als furchte er sich, die obere Dete +wurde einfallen, deswegen macht er feine Wohnung allemal +unter den Wurzeln der Wolfsmilchy, des Thymians oder Ber: +muths. Am liebsten scheint er fidh an solchen Orten aufzuhalten, +die von der gehornten Solange bewohnt werden. +Der Jerbua steht meistens auf den Sinterbeinen, juweiler +fest er sich auch zum Aufruhen auf dieselben; ich habe ihn +jedoch auc, ob wohl felten, gleichsam auf allen Vieren liegen +fehen. Der Jerbua aus dem Syrenaicum ist 61 Bol lang. +Die alten haben sehr fruhzeitig Beschreibungen von diesem +Chiere geliefert. Mau bemerkt es auf einigen der altesten +Munzen von Eprenaicum unter einer Shirnblumen tragenden +Pflanze, die man fur des Silphium halt. Man findet es nir: +gends fo haufig und in so groser Anzahl als im Cyrenaicu in +ober Pentapolis. Auf meiner ungluklichen Reise durch dieses +Sand gebrauchte ich die Araber und meine Bedienten, fie +mit Stoen todt zuschlagen, damit das Fell durch Schiesen +nicht befchadigt werden mochte. Der Ierbua ist sehr fett +und von frisder Farbe. Die Hinterbeine, die Lenden und ein +Stuk des Ruckens werden bei den Urabern gebraten und +gespeist. Idy habe davou gegessen, und finde weder an Farbe +noch an Geschmal einen Unterschied vom Baninchen: fie schmet- +ten nicht einmal so strenge als die leztern- Ungeachtet der +grosen Strecken verschiedener Welttheile, die dieses Thier +bewohnt, findet doch wenig Unterschied in der Grose und +in der Farbe, +Der Ueberseker.","go + +halten doch die Meinigen außer dem Derdienſte der frü. +bern Bekanntmachung mehr Thatſachen, und geben eine +vouftåndigere Geſchichte von dieſen fonderbaren Thieren. + +Der Auffag, den ich im Jahre 1787 habe pruden +taffen, findet natürlicher Weiſe hier mit einem um ro +großern Rechte ſeine Stelie, als er mit Zuſagen erſcheint; +die für die Naturgeſchichte intereſſant find. + +eine gemeine Natte mit einer glatten glänzenden Hant, Vox +einer braunen etwas goldgelben Farbe mit Towarzen Spißen +an den Haaren. Er lebt auf den ebenſten Stellen der Wüſte, +porzüglich, wo der Boden aus feſtem Kies beſteht. In ſolchen +arábt er ſich ein und theilt Teine Wohnungen in mancherlet +Kammern. Es ſcheint als fürchte er ſich, die obere Dete +würde einfallen, deswegen macht er feine Wohnung allemal +unter den Wurzeln der Wolfsmilchy, des Thymians oder Ber: +muths. Am liebſten ſcheint er fidh an ſolchen Orten aufzuhalten, +die von der gehornten Solange bewohnt werden. + +Der Jerbua ſteht meiſtens auf den Sinterbeinen, juweiler +fest er ſich auch zum Aufruhen auf dieſelben; ich habe ihn +jedoch auc, ob wohl felten, gleichſam auf allen Vieren liegen +fehen. Der Jerbua aus dem Syrenaicum iſt 61 Bol lang. +Die älten haben ſehr frühzeitig Beſchreibungen von dieſem +Chiere geliefert. Mau bemerkt es auf einigen der älteſten +Münzen von Eprenaicum unter einer Shirnblumen tragenden +Pflanze, die man für des Silphium hålt. Man findet es nir: +gends fo häufig und in ſo großer Anzahl als im Cyrenaicu in +ober Pentapolis. Auf meiner unglúklichen Reiſe durch dieſes +Sand gebrauchte ich die Araber und meine Bedienten, fie +mit Stöđen todt zuſchlagen, damit das Fell durch Schießen +nicht befchädigt werden möchte. Der Ierbua iſt ſehr fett +und von friſder Farbe. Die Hinterbeine, die Lenden und ein +Stúk des Rückens werden bei den Urabern gebraten und +geſpeißt. Idy habe davou gegeſſen, und finde weder an Farbe +noch an Geſchmal einen Unterſchied vom Baninchen: fie ſchmet- +ten nicht einmal ſo ſtrenge als die leztern- Ungeachtet der +großen Strecken verſchiedener Welttheile, die dieſes Thier +bewohnt, findet doch wenig Unterſchied in der Große und +in der Farbe, + +Der Ueberſeker. + +1 + +5 + + +","halten doch die Meinigen außer dem Dritten Dienste der früheren Bekanntmachung mehr Thatsachen, und geben eine vollständigere Geschichte von diesen sonderbaren Thieren. + +Der Auftrag, den ich im Jahre 1787 habe prüfen lassen, findet natürlich hier mit einem um so größeren Rechte seine Stelle, als er mit Zusanzeigen erscheint; die für die Naturgeschichte interessant finden. + +Eine gemeine Natte mit einer glatten glänzenden Haut, von einer braunen etwas goldgelben Farbe mit Towarzen Spizen an den Haaren. Er lebt auf den ebensten Stellen der Wüste, vorzüglich, wo der Boden aus festem Kies besteht. In solchen arbeitet er sich ein und theilt seine Wohnungen in mancherlei Kammern. Es scheint als fürchte er sich, die obere Decke würde einfallen, deswegen macht er seine Wohnung allemal unter den Wurzeln der Wolfsmilch, des Thymians oder Bermuths. Am liebsten scheint er sich an solchen Orten aufzuhalten, die von der gehörnten Schildkröte bewohnt werden. + +Der Jerboa steht meistens auf den Hinterbeinen, zuweilen festigt er sich auch zum Aufruhen auf dieselben; ich habe ihn jedoch auch, obwohl selten, gleichsam auf allen Vieren liegen sehen. Der Jerboa aus dem Syrenaicum ist 61 Zoll lang. + +Die Alten haben sehr frühzeitig Beschreibungen von diesem Tiere geliefert. Man bemerkt es auf einigen der ältesten Münzen von Cyrenaicum unter einer Dornblumen tragenden Pflanze, die man für das Silphium hält. Man findet es nirgendwo so häufig und in so großer Anzahl als im Cyrenaicum in oberer Pentapolis. Auf meiner unglücklichen Reise durch dieses Land gebrauchte ich die Araber und meine Bedienten, sie mit Steinen tot zu schlagen, damit das Fell durch Schießen nicht beschädigt werden möchte. Der Jerboa ist sehr fett und von frischer Farbe. Die Hinterbeine, die Lenden und ein Stück des Rückens werden bei den Arabern gebraten und gespeist. Ich habe davon gegessen, und finde weder an Farbe noch an Geschmack einen Unterschied vom Kaninchen; sie schmecken nicht einmal so streng als die letzteren. Ungeachtet der großen Strecken verschiedener Welttheile, die dieses Thier bewohnt, findet doch wenig Unterschied in der Größe und in der Farbe. + +Der Übersecker." +Z166069305,119,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000119/full/full/0/native.jpg,"Seit Buffon hat man Verschiebenheiten in der +Race der Springhaasen entdekt. Das erste Resultat +aber, das ich durch eine genaue Untersuchung und durch +sorgfaltige Beschreibung von mehrern diefer Chiere erhale +ten habe, hat mich genau uberzeugt, das es nur eine +Verschiedenheit( Spielart) in Aegypten gab, wo fie +doch sehr zahlreich sind. Ich habe wirklich an allen dens +jenigen, die ich an verschiedenen Orten und zu verschiedes +nen Zeiten beobachtet habe, keine Unahnlichkeit weder an +der Gestalt noch an der Farbe bemerkt. +Ich will den Namen Jerbo, unter welchem Buffon. +den agyptischen Springhaasen bekannt gemacht hat*) +beib halten; obgleich sein eigentlicher und zwar sein aras +bischer Name Jerboa ift. Hasselquists Behaup- +tung, das die Araber ihn Garbufa nennen, ist ein +Irrthum. +Nachdem man jeden Theit besonders betrachtet hat, +mus man fich des Ganzen zu bemachtigen, und daffelbe +zu vergleichen, uberhaupt aber die Sitten und Gewohne +heiten zu studieren suchen, und weder Vorurtheile poch +Systemgeist in feine Beobachtungen bineintragen; die +Sachen fo reben, wie sie sind, und nicht wie man wunscht, +das fie feyn mochten: dies ist der echte Charakter wahrer +Naturforfcher, wahrend Namensucher( nomenclateurs) +alles miteinander verwirren. Der Ferbo giebt uns ein +Beispiel von dieser Berwirrung in der Naturwissenschaft: +wegen einiger einzelnen Xebnlichkeiten hat man ihn mit dem +Haasen, dem Kaninchen, der Ratte, der grosen Feldi +maus u, f. 10. perglichen, ob er gleich ro offenbar von +mus +*) Naturgeschichte der vierfusiger Thiere, unter dem Artikel +Springhaase. Lepus cauda, elongata. Lio. Syft. ed. 9. +jaculu's. ibid. ed. 12. dipus jaculus, ibid. ed 13.- mus jacu- +lus pedibus pollicis lovgillimis, cauda extremi yillofa,","91 + +Seit Buffon hat man Verſchiebenheiten in der +Race der Springhaaſen entdekt. Das erſte Reſultat +aber, das ich durch eine genaue Unterſuchung und durch +ſorgfältige Beſchreibung von mehrern diefer Chiere erhale +ten habe, hat mich genau überzeugt, daß es nur eine +Verſchiedenheit( Spielart) in Aegypten gab, wo fie +doch ſehr zahlreich ſind. Ich habe wirklich an allen dens +jenigen, die ich an verſchiedenen Orten und zu verſchiedes +nen Zeiten beobachtet habe, keine Unåhnlichkeit weder an +der Geſtalt noch an der Farbe bemerkt. + +Ich will den Namen Jerbo, unter welchem Büffon. +den ágyptiſchen Springhaaſen bekannt gemacht hat*) +beib halten; obgleich ſein eigentlicher und zwar ſein araş +biſcher Name Jerboa ift. Haſſelquiſts Behaup- +tung, daß die Araber ihn Garbufa nennen, iſt ein +Irrthum. + +Nachdem man jeden Theit beſonders betrachtet hat, +muß man fich des Ganzen zu bemachtigen, und daffelbe +zu vergleichen, überhaupt aber die Sitten und Gewohne +heiten zu ſtudieren ſuchen, und weder Vorurtheilę poch +Syſtemgeiſt in feine Beobachtungen bineintragen; die +Sachen fo reben, wie ſie ſind, und nicht wie man wünſcht, +daß fie feyn mochten: dies iſt der echte Charakter wahrer +Naturforfcher, während Namenſucher( nomenclateurs) +alles miteinander verwirren. Der Ferbo giebt uns ein +Beiſpiel von dieſer Berwirrung in der Naturwiſſenſchaft: +wegen einiger einzelnen Xebnlichkeiten hat man ihn mit dem +Haaſen, dem Kaninchen, der Ratte, der großen Feldi +maus u, f. 10. perglichen, ob er gleich ro offenbar von + +mus + +*) Naturgeſchichte der vierfüßiger Thiere, unter dem Artikel + +Springhaaſe. Lepus cauda, elongata. Lio. Syft. ed. 9. +jaculu's. ibid. ed. 12. dipus jaculus, ibid. ed 13.- mus jacu- +lus pedibus pollicis lovgillimis, cauda extremi yillofa, + + +","Seit Buffon hat man Verschiedenheiten in der Race der Springhasen entdeckt. Das erste Resultat aber, das ich durch eine genaue Untersuchung und durch sorgfältige Beschreibung von mehreren verschiedenen Tieren erhalten habe, hat mich genau überzeugt, dass es nur eine Verschiedenheit (Spielart) in Aegypten gab, wo sie doch sehr zahlreich sind. Ich habe wirklich an allen denselben, die ich an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten beobachtet habe, keine Unähnlichkeit weder an der Gestalt noch an der Farbe bemerkt. + +Ich will den Namen Jerbo, unter welchem Buffon den ägyptischen Springhasen bekannt gemacht hat, beibehalten; obgleich sein eigentlicher und zwar arabischer Name Jerboa ist. Hasselquists Behauptung, dass die Araber ihn Garbufa nennen, ist ein Irrthum. + +Nachdem man jeden Teil besonders betrachtet hat, muss man sich des Ganzen bemächtigen und das Selbe zu vergleichen suchen, überhaupt aber die Sitten und Gewohnheiten studieren und weder Vorurteile noch Systemgeist in seine Beobachtungen hineintragen; die Sachen so treiben, wie sie sind, und nicht wie man wünscht, dass sie seyn möchten: dies ist der echte Charakter wahrer Naturforscher, während Namensucher (nomenclateurs) alles miteinander verwirren. Der Jerbo gibt uns ein Beispiel von dieser Verwirrung in der Naturwissenschaft: wegen einiger einzelnen Ähnlichkeiten hat man ihn mit dem Hasen, dem Kaninchen, der Ratte, der großen Feldmaus u. f. verwechselt, ob er gleich offenbar von allen verschiedenen ist. + +Naturgeschichte der vierfüßigen Thiere, unter dem Artikel Springhasen. Lepus cauda, elongata. Linn. Syst. ed. 9. jaculus. ibid. ed. 12. dipus jaculus, ibid. ed 13.- mus jaculus pedibus pollicis longissimis, cauda extremi villoris." +Z166069305,120,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000120/full/full/0/native.jpg,"allen diefen Chierett verfchieben ift, das jeder, wenn er +auch ganz und gar keine Kenntnis in der Naturgeschichte, +aber doch gefunden Menschenverstand hat, fie niemals +miteinander vermengen wird. +Die Natur fcheint vorzuglich in dem heisen Clima +don Afrika, die Gestalten der Wesen, die sie dahin +verpflanzt hat, auf eine ganz besondere Art vervielfaltigt +und von allen Regeln und Verhaltnissen, die sie ander: +warts beobachtet zu haben scheint, abgetvichen zu feyn. +Auf diesem Feuerboden lebt die Giraffe*) die wegen der +grosen Hohen ihres Vordertheiles merkwurdig ist. Ein +quserordentliches Misverhaltnis in den Beinen trift man +duch beim Jerbo an: aber bei diesem sind die Hinterbeine +auserordentlich lang, wahrend die Vorderbrine kaum +sichtbar find. Diese langen Beine oder genauer diere +langen Fuse,' denn der unterste Theil ist es, der ro bes +trachtlich verlangert ist, dienen ihm allein bei seinem +Fortschreiten: die Vorderfuse, die man als kleine Hande +betrachten konnte, find ihm zu seiner Bewegung von +einem Orte zum andern unnuz. Er springt nach Art der +Bogel, und dieser Gang, der jedem andern vierfusigen +Thiese sehr beschwerlich seyn wurde, ist ihm so angemessen, +das sein laufen oder vielmehr rein Springen, sehr artig +und fehr geschwind ift. Man sieht also hier ein Thier, +das mit vier Fusen von den vierfusigen Thieren etwas +abweicht, um etwas von den Vogeln zu borgen. +Auf die erste Stufe des Uebergariges von dem einem +zu dem andern gestellt, macht es die erste Abweichung +von den vierfusigen Thieren aus, und fangt der almah- +ligen Uebergang von dieren zu den Vogeln an. Der +beruhmte Mann, der die Factel der Philosophie in das +Heiligthum der Natur getragen, hat zuerst die erhabene +y Cameleopardalis Giraffa. Lin.,","32 + +allen diefen Chierett verfchieben ift, daß jeder, wenn er +auch ganz und gar keine Kenntniß in der Naturgeſchichte, +aber doch gefunden Menſchenverſtand hat, fie niemals +miteinander vermengen wird. + +N + +Die Natur fcheint vorzüglich in dem heißen Clima +don Afrika, die Geſtalten der Weſen, die ſie dahin +verpflanzt hat, auf eine ganz beſondere Art vervielfältigt +und von allen Regeln und Verhältniſſen, die ſie ander: +wärts beobachtet zu haben ſcheint, abgetvichen zu feyn. +Auf dieſem Feuerboden lebt die Giraffe*) die wegen der +großen Höhen ihres Vordertheiles merkwürdig iſt. Ein +qußerordentliches Mißverhältniß in den Beinen trift man +duch beim Jerbo an: aber bei dieſem ſind die Hinterbeine +außerordentlich lang, während die Vorderbrine kaum +ſichtbar find. Dieſe langen Beine oder genauer diere +langen Füße,' denn der unterſte Theil iſt es, der ro bes +trächtlich verlängert iſt, dienen ihm allein bei ſeinem +Fortſchreiten: die Vorderfüße, die man als kleine Hände +betrachten konnte, find ihm zu ſeiner Bewegung von +einem Orte zum andern unnüz. Er ſpringt nach Art der +Bogel, und dieſer Gang, der jedem andern vierfüßigen +Thieſe ſehr beſchwerlich ſeyn würde, iſt ihm ſo angemeſſen, +daß ſein laufen oder vielmehr rein Springen, ſehr artig +und fehr geſchwind ift. Man ſieht alſo hier ein Thier, +das mit vier Füßen von den vierfüßigen Thieren etwas +abweicht, um etwas von den Vogeln zu borgen. + +1) + +el + +0 + +Auf die erſte Stufe des Uebergariges von dem einem +zu dem andern geſtellt, macht es die erſte Abweichung +von den vierfüßigen Thieren aus, und fängt der almah- +ligen Uebergang von dieren zu den Vogeln an. Der +berühmte Mann, der die Factel der Philoſophie in das +Heiligthum der Natur getragen, hat zuerſt die erhabene + +y Cameleopardalis Giraffa. Lin., + + +","Allen dießen Chierett verfchieben ift, das jeder, wenn er auch ganz und gar keine Kenntnis in der Naturgeschichte, aber doch gefunden Menschenverstand hat, sie niemals miteinander vermengen wird. + +Die Natur fcheint vorzüglich in dem heissen Clima von Afrika die Gestalten der Wesen, die sie dahin verpflanzt hat, auf eine ganz besondere Art vervielfältigt und von allen Regeln und Verhältnissen, die sie anderwärts beobachtet zu haben scheint, abgewichen zu sein. + +Auf diesem Feuerboden lebt die Giraffe*) die wegen der großen Höhe ihres Vordertheiles merkwürdig ist. Ein außerordentliches Missverhältnis in den Beinen trifft man durch beim Jerbo an: aber bei diesem sind die Hinterbeine außerordentlich lang, während die Vorderbeine kaum sichtbar sind. + +Diese langen Beine oder genauer diese langen Füße,' denn der unterste Theil ist es, der besonders verlängert ist, dienen ihm allein bei seinem Fortschreiten: die Vorderfüße, die man als kleine Hände betrachten konnte, sind ihm zu seiner Bewegung von einem Orte zum andern unnütz. + +Er springt nach Art der Bogel, und dieser Gang, der jedem andern vierfüßigen Thiere sehr beschwerlich seyn würde, ist ihm so angemessen, dass sein laufen oder vielmehr reines Springen sehr artig und sehr geschwind ift. + +Man sieht also hier ein Thier, das mit vier Füßen von den vierfüßigen Thieren etwas abweicht, um etwas von den Vögeln zu borgen. Auf die erste Stufe des Ueberganges von dem einen zu dem andern gestellt, macht es die erste Abweichung von den vierfüßigen Thieren aus, und fängt der allmählichen Ueberang von dieren zu den Vögeln an. + +Der berühmte Mann, der die Fakkel der Philosophie in das Heiligthum der Natur getragen, hat zuerst die erhabene CAMELEOPARDALIS GIRAFFA. Lin." +Z166069305,121,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000121/full/full/0/native.jpg,"And wichtige Wahrheit festgcrezt: das die Arbeit der +Natur weder durch grose Zwischenraume, noch durch +schnelle Unterbrechungen zerschnitten reys; das darin alles +zusammen hange; das der Uebergang von einer Classe zur +andern, von einer Gattung zur andern, von einer Art +zur andern stufenweise geschahe; und das die Classen, Gats +tungen und Arten in den Augen d: 8 Philofophen nur +schikliche Zeichen, dem Geiste die Arbeit zu erleichtern, und +Eintheilungen fenn, dem Gedachtnisse zu Hulfe zu kommen. +Obgleich der Uebergang von den vierfusigen Chieren +zu den Vogeln noch nicht gefunden ist, und noch nicht +alle Punkte desselben bekannt sind, so haben wir doch +nichts destoweniger Grund, diese Verbindung als wirklich +anzusehen: den Anfang davon"" treffen wir in den Jerbor +und das Ende in der Fledermaus an. Man hat Urfache +zu glauben, das die Reihe der Abstufungen sich immer, +mehr entirickeln werde, je mehr gute Beobachter in lan. +der reisen werden, die fur die Naturgefchichte noch neu +find. Ich bin uberzeugt, das das Innere von Afrika, +ein fur die Entdeckungen beinahe noch jungfrauliches Land, +eine Menge neuer und kostbarer Gegenstande enthalt, +deren Kenntnis uber alle Theile Der algemeinen Physik +das groste Licht verbreiten wurde. Vor einigen Jahren +hatte ich felbft den Plan gefast, int jene Gegenden einzua +dringen, die man bis jezt fur unzuganglich gehalten hat. +Meine Abficht bestand darin, Afrika in der Mitte nach +seiner ganzen Lange, von dem wenig bekannten Meerbusen +Sidre an bis zu dem Vorgebirge Der guten Hoff- +nung, zu durchreisen,' wenn mich die Regierung unterstuze +zen wurde. Ich perde in der Folge wieder auf den Plan +zurufkommen, den ich mir entworfen hatte, und der gewis +gluklich ausgefuhrt hatte werden konnen. Ich komme +gunmehro auf die Beschreibung des gerbo. +Er ist beinahe so gros als eine grose Ratte: rein +Ropf ist breit, und nach Verhaltnis des Korpers dit,","93 + +1 + +1 + +And wichtige Wahrheit feſtgcrezt: daß die Arbeit der +Natur weder durch große Zwiſchenräume, noch durch +ſchnelle Unterbrechungen zerſchnitten reys; daß darin alles +zuſammen hånge; daß der Uebergang von einer Claſſe zur +andern, von einer Gattung zur andern, von einer Art +zur andern ſtufenweiſe geſchahe; und daß die Claſſen, Gats +tungen und Arten in den Augen d: 8 Philofophen nur +ſchikliche Zeichen, dem Geiſte die Arbeit zu erleichtern, und +Eintheilungen fenn, dem Gedächtniſſe zu Hülfe zu kommen. + +Obgleich der Uebergang von den vierfüßigen Chieren +zu den Vögeln noch nicht gefunden iſt, und noch nicht +alle Punkte deſſelben bekannt ſind, ſo haben wir doch +nichts deſtoweniger Grund, dieſe Verbindung als wirklich +anzuſehen: den Anfang davon"" treffen wir in den Jerbor +und das Ende in der Fledermaus an. Man hat Urfache +zu glauben, daß die Reihe der Abſtufungen ſich immer, +mehr entirickeln werde, je mehr gute Beobachter in lån. +der reiſen werden, die für die Naturgefchichte noch neu +find. Ich bin überzeugt, daß das Innere von Afrika, +ein für die Entdeckungen beinahe noch jungfräuliches Land, +eine Menge neuer und koſtbarer Gegenſtande enthält, +deren Kenntniß über alle Théile Der algemeinen Phyſik +das großte Licht verbreiten wurde. Vor einigen Jahren +hatte ich felbft den Plan gefaßt, int jene Gegenden einzua +dringen, die man bis jezt für unzugänglich gehalten hat. +Meine Abficht beſtand darin, Afrika in der Mitte nach +ſeiner ganzen Långe, von dem wenig bekannten Meerbuſen +Sidre än bis zu dem Vorgebirge Der guten Hoff- +nung, zu durchreiſen,' wenn mich die Regierung unterſtůze +zen würde. Ich perde in der Folge wieder auf den Plan +zurüfkommen, den ich mir entworfen hatte, und der gewiß +glúklich ausgeführt håtte werden können. Ich komme +gunmehro auf die Beſchreibung des gerbo. + +Er iſt beinahe ſo groß als eine große Ratte: rein +Ropf iſt breit, und nach Verhåltniß des Körpers dit, + + +","Und wichtige Wahrheit festgegründet: das die Arbeit der Natur weder durch große Zwischenräume, noch durch schnelle Unterbrechungen zerschnitten sey; das darin alles zusammenhänge; das der Übergang von einer Classe zur andern, von einer Gattung zur andern, von einer Art zur andern stufenweise geschehe; und das die Classen,Gattungen und Arten in den Augen des Philosophen nur schikliche Zeichen seyen, dem Geiste die Arbeit zu erleichtern, und Eintheilungen fürn, dem Gedächtnisse zu Hülfe zu kommen. + +Obgleich der Übergang von den vierfüßigen Chieren zu den Vögeln noch nicht gefunden ist, und noch nicht alle Punkte desselben bekannt sind, so haben wir doch nichts destoweniger Grund, diese Verbindung als wirklich anzusehen: den Anfang davon treffen wir in dem Jerbo und das Ende in der Fledermaus an. Man hat Ursache zu glauben, das die Reihe der Abstufungen sich immer mehr entdeckeln werde, je mehr gute Beobachter in entfernten Ländern reisen werden, die für die Naturgeschichte noch neu finden. + +Ich bin überzeugt, das das Innere von Afrika, ein für die Entdeckungen beinahe noch jungfräuliches Land, eine Menge neuer und kostbarer Gegenstände enthalte, deren Kenntnis über alle Theile der allgemeinen Physik das größte Licht verbreiten würde. Vor einigen Jahren hatte ich selbst den Plan gefaßt, in jene Gegenden einzudringen, die man bis jezt für unzugänglich gehalten hat. + +Meine Absicht bestand darin, Afrika in der Mitte nach seiner ganzen Länge, von dem wenig bekannten Meerbusen Sidre an bis zu dem Vorgebirge Der guten Hoffnung, zu durchreisen, wenn mich die Regierung unterstützen würde. Ich verliere in der Folge wieder auf den Plan zurückzukommen, den ich mir entworfen hatte, und der gewiss glücklich ausgeführt hätte werden können. + +Ich komme nunmehr auf die Beschreibung des Jerbo. +Er ist beinahe so groß als eine große Ratte: sein Kopf ist breit, und nach Verhältnis des Körpers dick." +Z166069305,122,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000122/full/full/0/native.jpg,"ber obere Sheil ift platt und hellfalb und fchwarzlich +chattirt: der obere Kinnbacken steht weiter vorwarts als +der untere: jeder von beide aber ist blos mit zwei Beissahnen +versehen, die obern find breiter, ins Sevierte geschnitten, +platt, und in ihrer Lange durch eine Fuge getrennt, die +fie in der Mitte theilt: die untern endlich find langer, nach +ausen zu rund ausgebogen, an ihren Enden fpisig und +wieder nach einwarts zuruk gekrummt. Man sieht hiers +aus, das diese Zahne beinahe ro geordnet und gestaltet +find, wie beim Sjaasen, bei der Ratte, und bei der +Feldmaus, und wegen biefen Aehnlichkeiten hat man dem +Ferbo auch alle diese Namen gegeben. Es ware eben +ro vernunftig gewesen, wenn man ihn fur einen Biber +oder fur eitt Stachelschwein gehalten hatte, die gleich. +falls keine Hundsjahne haben, und auch nur mit vier +Beissahnen versehen sind. Die Schnauze ift kurz, breit +und stumpf; eine Anzahl Borsten ftehen an jeder Seite +hervor, und bilden lange Snebelbarte. Die Nase, ift +naft, weis und knorpelig; die grosen bervorspringendent +Augen haben einen braunen Ring in dem Augapfel; die +Dhren find, lang, und mit einem so kurzen Haare bedeft, +das fie nakt zu seya scheinen, wenn man sie nicht in der +Nabe sieht. Sie sind auserlich an dem untern Cheile +weis, und in ihrer ubrigen Lange grau: ihr Inneres to +wie die Seiten des Kopfes sind sehr hellfalb, mit grau +und schwarzlich untermischt; fe umgeben den Gehargang +gegen ein Dritttheil seiner Lange, so das fie genau den +obern Theil einer Date vorstellen. Diese Bildung mus +bei diesen Thieren das Gehde vermehren, und vorzuglich +das Innere. des Organes gegen fremde Sorper fichern, +die hineinfallen konnten. +Der Korper ift nicht eben lang, hinten breiter als +sorne, und voll langer, weicher und seibenartiger Haare. +Diejenigen, die den obern Cheil und die Seiten des +Korpers bedecken; find beinahe ihrer ganzen fange nad","94 + +* + +1 + +ber obere Sheil ift platt und hellfalb und fchwarzlich + +chattirt: der obere Kinnbacken ſteht weiter vorwärts als +der untere: jeder von beide aber iſt bloß mit zwei Beißsáhnen +verſehen, die obern find breiter, ins Sevierte geſchnitten, +platt, und in ihrer Långè durch eine Fuge getrennt, die +fie in der Mitte theilt: die untern endlich find långer, nach +außen zu rund ausgebogen, an ihren Enden fpißig und +wieder nach einwärts zurúk gekrümmt. Man ſieht hiers +aus, daß dieſe Zåhne beinahe ro geordnet und geſtaltet +find, wie beim Sjaaſen, bei der Ratte, und bei der +Feldmaus, und wegen biefen Aehnlichkeiten hat man dem + +Ferbo auch alle dieſe Namen gegeben. Es wäre eben +ro vernünftig geweſen, wenn man ihn für einen Biber +oder für eitt Stachelſchwein gehalten hatte, die gleich. +falls keine Hundsjáhne haben, und auch nur mit vier + +, +Beißsåhnen verſehen ſind. Die Schnauze ift kurz, breit +und ſtumpf; eine Anzahl Borſten ftehen an jeder Seite +hervor, und bilden lange Snebelbårte. Die Naſe, ift +naft, weiß und knorpelig; die großen bervorſpringendent +Augen haben einen bräunen Ring in dem Augapfel; die +Dhren find, lang, und mit einem ſo kurzen Haare bedeft, +daß fie nakt zu ſeya ſcheinen, wenn man ſie nicht in der +Nåbe ſieht. Sie ſind åußerlich an dem untern Cheile +weiß, und in ihrer übrigen Långe grau: ihr Inneres to +wie die Seiten des Kopfes ſind ſehr hellfalb, mit grau +und ſchwärzlich untermiſcht; fe umgeben den Gehårgang +gegen ein Dritttheil ſeiner Långe, ſo daß fie genau den +obern Theil einer Dåte vorſtellen. Dieſe Bildung muß +bei dieſen Thieren das Gehde vermehren, und vorzüglich +das Innere. des Organes gegen fremde Sorper fichern, +die hineinfallen könnten. + +3 + +1 + +Der Körper ift nicht eben lang, hinten breiter als +sorne, und voll langer, weicher und ſeibenartiger Haare. +Diejenigen, die den obern Cheil und die Seiten des +Korpers bedecken; find beinahe ihrer ganzen fånge nad + + +","Ber obere Schale ist platt und hellfalb und schwarzlich chattirt: der obere Kinnbacken steht weiter vorwärts als der untere: jeder von beiden aber ist bloß mit zwei Beißzähnen versehen, die obern sind breiter, ins Vierte geschnitten, platt, und in ihrer Länge durch eine Fuge getrennt, die sie in der Mitte teilt: die untern endlich sind länger, nach außen zu rund ausgebogen, an ihren Enden spitzig und wieder nach einwärts zurück gekrummt. Man sieht hieraus, daß diese Zähne beinahe so geordnet und gestaltet sind, wie beim Sjäasen, bei der Ratte, und bei der Feldmaus, und wegen dieser Ähnlichkeiten hat man dem Ferbo auch alle diese Namen gegeben. Es wäre ebenso vernünftig gewesen, wenn man ihn für einen Biber oder für ein Stachelschwein gehalten hätte, die gleichfalls keine Hundszähne haben, und auch nur mit vier Beißzähnen versehen sind. + +Die Schnauze ist kurz, breit und stumpf; eine Anzahl Borsten stehen an jeder Seite hervor, und bilden lange Schnurrbärte. Die Nase ist naß, weiß und knorpelig; die großen vorstehenden Augen haben einen braunen Ring in dem Augapfel; die Ohren sind lang, und mit einem so kurzen Haar bedeckt, daß sie nackt zu sein scheinen, wenn man sie nicht in der Nähe sieht. Sie sind außerlich an dem untern Teil weiß, und in ihrer übrigen Länge grau: ihr Inneres ist wie die Seiten des Kopfes sehr hellfalb, mit grau und schwarzlich untermischt; sie umgeben den Gehörgang gegen ein Drittel seiner Länge, so daß sie genau den obern Teil einer Dattel vorstellen. Diese Bildung muß bei diesen Thieren das Gehör vermehren, und vorzüglich das Innere des Organes gegen fremde Schopper sichern, die hineinfallen könnten. + +Der Körper ist nicht eben lang, hinten breiter als vorn, und voll langer, weicher und siebenartiger Haare. Diejenigen, die den obern Teil und die Seiten des Körpers bedecken; sind beinahe ihrer ganzen Länge nach" +Z166069305,123,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000123/full/full/0/native.jpg,"afchgrau und gegen die Spigen hin, die schwarzlich find, +hellfalb: da aber der aschfarbige Theil nicht fichtbar ist, +fo kann man behaupten, die Haare feyn helfalt und mit +schwarzlichen und in Zitzak gezogenen Linien abwechselnd. +Diese ein wenig dunkeln Farben stechen angenehm vox +dem fchonen leuchtenden Weis unter dem Bauce ab. +Die Vorderfuse find so furg, das fie faum unter +den Haaren Hervorragen; sie sind weis und haben funf +Zeben, unter welchen die Fus oder innere Zehe vor- +zuglich fehr kurz, an seinem Ende gerundet und ohne +Nagel ist. Die vier andern Zehen, unter welchen die +zweite ausere am langsten ift, find lang und mit grosen +trummen Nageln bewaffnet. Die Ferre ist sehr hoch +und der innere Sheil oder die Fussohle ist naft und +Heischfarbig. Ich habe schon bemerkt, das man file fur +Hande halten konnte: und wirklich braucht sie der Jerbo +auch nicht zum Gehen, sondern blos seine Nahrung zu +faffen, und sie in den Mund zu fuhren, und sich sein +foch auszuhohlen. +::: Die Hinterbeine find mit langen falben und weisen +Haaren versehen; die langen Fuse sind, beinahe ganzlich +naft, vorzuglich von ausen: dies mus auch so seyn, +weil das Thier, mag es springen oder ruhen, sich stets +auf diesen Theil stuzt. Diefe auserordentlichen langen +Fuse haben drei Zehen: die Mittelfte ist etwas groser +als die beiden Andern; alle haben kurze, aber breite und +fumpfe Nagel: an der Ferse trift man noch eine Art von +Sporn oder vielmehr einen sehr kleinen Unfaz zu einer +vierten Zehe an, die dem agyptischen Jerbo eine Wehnlicha +keit mit der von Gmelin beschriebenen alagtaga det +Tartarei*) giebt, und die wahrscheinliche Haffelo +quiften, To wie vielen Andern, entgangen ist."" Uebrigens +* Nor. Corrent. acad. Petropol. Tom. 5. Art. 7","95 + +afchgrau und gegen die Spigen hin, die ſchwarzlich find, +hellfalb: da aber der aſchfarbige Theil nicht fichtbar iſt, +fo kann man behaupten, die Haare feyn helfalt und mit +ſchwärzlichen und in Zitzak gezogenen Linien abwechſelnd. +Dieſe ein wenig dunkeln Farben ſtechen angenehm vox +dem fchonen leuchtenden Weiß unter dem Bauce ab. + +Die Vorderfüße find ſo furg, daß fie faum unter +den Haaren Hervorragen; ſie ſind weiß und haben fünf +Zeben, unter welchen die Fuß oder innere Zehe vor- +züglich fehr kurz, an ſeinem Ende gerundet und ohne +Nagel iſt. Die vier andern Zehen, unter welchen die +zweite außere am långſten ift, find lang und mit großen +trummen Någeln bewaffnet. Die Ferre iſt ſehr hoch +und der innere Sheil oder die Fußſohle iſt naft und +Heiſchfarbig. Ich habe ſchon bemerkt, daß man file für +Håndé halten könnte: und wirklich braucht ſie der Jerbo +auch nicht zum Gehen, ſondern bloß ſeine Nahrung zu +faffen, und ſie in den Mund zu führen, und ſich ſein +foch auszuhöhlen. + +! + +1 + +::: Die Hinterbeine find mit langen falben und weißen +Haaren verſehen; die langen Füße ſind, beinahe gånzlich +naft, vorzüglich von außen: dies muß auch ſo ſeyn, +weil das Thier, mag es ſpringen oder ruhen, ſich ſtets +auf dieſen Theil ſtüzt. Diefe außerordentlichen langen +Füße haben drei Zehen: die Mittelfte iſt etwas großer +als die beiden Andern; alle haben kurze, aber breite und +fumpfe Någel: an der Ferſe trift man noch eine Art von +Sporn oder vielmehr einen ſehr kleinen Unfaz zu einer +vierten Zehe an, die dem ågyptiſchen Jerbo eine Wehnlicha +keit mit der von Gmelin beſchriebenen alagtaga det +Tartarei*) giebt, und die wahrſcheinliche Haffelo +quiften, To wie vielen Andern, entgangen iſt."" Uebrigens + +* Nor. Corrent. acad. Petropol. Tom. 5. Art. 7 + + +","Aschgrau und gegen die Spitzen hin, die schwarzlich sind, +hellfall: da aber der aschfarbige Theil nicht sichtbar ist, +so kann man behaupten, die Haare fein hellfalt und mit +schwarzlichen und in Zickzack gezogenen Linien abwechselnd. +Diese ein wenig dunkeln Farben stechen angenehm vor dem schönen leuchtenden Weiß unter dem Bauche ab. +Die Vorderfüße sind so beschaffen, dass sie saum unter den Haaren hervorragen; sie sind weiß und haben fünf Zehen, unter welchen die Fuß- oder innere Zehe vorzüglich sehr kurz, an seinem Ende gerundet und ohne Nagel ist. Die vier andern Zehen, unter welchen die zweite äußere am längsten ist, sind lang und mit großen trümmen Nägeln bewaffnet. Die Ferse ist sehr hoch und der innere Scheil oder die Fußsohle ist naft und häschfarbig. +Ich habe schon bemerkt, dass man sie für Hände halten konnte; und wirklich braucht sie der Jerbo auch nicht zum Gehen, sondern bloß seine Nahrung zu fassen, und sie in den Mund zu führen, und sich sein Loch auszuholen. + +Die Hinterbeine sind mit langen falben und weißen Haaren versehen; die langen Füße sind beinahe ganzlich naft, vorzüglich von außen: dies muss auch so sein, weil das Thier, mag es springen oder ruhen, sich stets auf diesen Theil stützt. Diese außerordentlichen langen Füße haben drei Zehen: die Mittelfte ist etwas größer als die beiden Andern; alle haben kurze, aber breite und stumpfe Nägel: an der Ferse trifft man noch eine Art von Sporn oder vielmehr einen sehr kleinen Ansatz zu einer vierten Zehe an, die dem ägyptischen Jerbo eine Ähnlichkeit mit der von Gmelin beschriebenen alagtaga det Tartarei*) gibt, und die wahrscheinliche Hässlichkeit, wie vielen Andern, entgangen ist. Uebrigens * Nor. Corrent. acad. Petropol. Tom. 5. Art. 7" +Z166069305,124,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000124/full/full/0/native.jpg,"find die Zehen und die Ferfe unten mit langen Daaren +versehen, die alle grau mit gelb untermischt sind, diejenis +gen aufgenommen, die den Anfang der Zehen bedecken, +welche cine schwarzliche Farbe haben. Die Nagel, sowohl +an den Vorder- gls an den Sinterfusen, find schmutig +weit. +Nach Haffelquift ift der Schwanz des Ferbo +dreimal lang r als der Ksrper; indeffen habe ich ihn +niemals langer als ein wenig mehr als noch ein halbmal +fo lang gefunden. Sein Umfang betragt nicht mehr als +eine dicke Ganfefeder: er ist aber viereckigt und nicht +rund: er sieht oben dunkelgrauer aus als unten, und ist +bis art die Spige, woran ein Buschel langer, reidenartis +ger halbschwarzer und halbgrauer Paare ift, mit einert +gleichen Saare versehen. +Bergleicht man diese Beschreibung mit jenet, welche +Gmelin in den neuen Commentarien der pes +tersburger Akademie von der alagtaga gegeben +hat, so wird man sehen, das der Serbo viel Uehnlichkeit +mit ihr bat: fie haben beide eine gleiche Anzahl von +Zeben au den Vorderfusen, einen Sporn an den Sinters +fufen, einen gleich langen Schwanz u. f. w. welches +zweierlei beweist: erftlich), das der Jerbo und der +#lagtaga eines und dasselbe Thier find, und zweitens, +das die Beschreibungen, die man von dem Jerbo geliefert +hat, nicht fehr genau find. Bei Buffon verursachten +vorzuglich die verschiedenen Climas, no fich beide aufhal- +ten, uber die Vereinigung des Gerbo und der alagtaga +zweifel: der Erste findet sich in Afrika und die alagtaga +bat man in Siberien beobachtet, allein dies Beispiel ift +nicht das Einzige. Mehrere Thierarten find in den eisigten +Gegenden der Nordens und in der heisen Zone verbreitet. +Die Ratten leben in sehr heisen Landern und auch in den +nordlichen Gegenden von Schweden. Die Haafen bewobs +bes","96 + +. + +find die Zehen und die Ferfe unten mit langen Daaren +verſehen, die alle grau mit gelb untermiſcht ſind, diejenis +gen aufgenommen, die den Anfang der Zehen bedecken, +welche cine ſchwarzliche Farbe haben. Die Någel, ſowohl +an den Vorder- gls an den Sinterfüßen, find ſchmutig +weit. + +. + +1 + +Nach Haffelquift ift der Schwanz des Ferbo +dreimal lång r als der Ksrper; indeffen habe ich ihn +niemals långer als ein wenig mehr als noch ein halbmal +fo lang gefunden. Sein Umfang betrågt nicht mehr als +eine dicke Gånfefeder: er iſt aber viereckigt und nicht +rund: er ſieht oben dunkelgrauer aus als unten, und iſt +bis art die Spige, woran ein Büſchel langer, reidenartis +ger halbſchwarzer und halbgrauer Paare ift, mit einert +gleichen Saarè verſehen. + +th + +1 + +/ + +* + +Bergleicht man dieſe Beſchreibung mit jenet, welche +Gmelin in den neuen Commentarien der pes +tersburger Akademie von der alagtaga gegeben +hat, ſo wird man ſehen, daß der Serbo viel Uehnlichkeit +mit ihr bat: fie haben beide eine gleiche Anzahl von +Zeben au den Vorderfüßen, einen Sporn an den Sinters +füfen, einen gleich langen Schwanz u. f. w. welches +zweierlei beweiſt: erftlich), daß der Jerbo und der +#lagtaga eines und daſſelbe Thier find, und zweitens, +daß die Beſchreibungen, die man von dem Jerbo geliefert +hat, nicht fehr genau find. Bei Buffon verurſachten +vorzüglich die verſchiedenen Climas, no fich beide aufhal- +ten, über die Vereinigung des Gerbo und der alagtaga +zweifel: der Erſte findet ſich in Afrika und die alagtaga +bat man in Siberien beobachtet, allein dies Beiſpiel ift +nicht das Einzige. Mehrere Thierarten find in den eiſigten +Gegenden der Nordens und in der heißen Zone verbreitet. +Die Ratten leben in ſehr heißen Ländern und auch in den +nordlichen Gegenden von Schweden. Die Haafen bewobs + +bes + + +","Find die Zehen und die Füße unten mit langen Daaren versehen, die alle grau mit gelb untermischt sind, die Nägel aufgenommen, die den Anfang der Zehen bedecken, welche eine schwarzliche Farbe haben. Die Nägel, sowohl an den Vorder- als an den Hinterfüßen, finden sich weit. + +Nachdem ich ihn gefangen habe, ist der Schwanz des Fuchses dreimal lang als der Körper; indessen habe ich ihn niemals länger als ein wenig mehr als noch ein halbmal so lang gefunden. Sein Umfang beträgt nicht mehr als eine dicke Gänsefeder: er ist aber viereckigt und nicht rund: er sieht oben dunkelgrauer aus als unten, und ist bis an die Spitze, woran ein Büschel langer, reidenartiger halbschwarzer und halbgrauer Paare ist, mit einer gleichen Saare versehen. + +Bergleicht man diese Beschreibung mit jener, welche Gmelin in den neuen Commentarien der Petersburger Akademie von der Alagtaga gegeben hat, so wird man sehen, dass der Fuchs viel Übereinstimmung mit ihr hat: sie haben beide eine gleiche Anzahl von Zehen an den Vorderfüßen, einen Sporn an den Hinterfüßen, einen gleich langen Schwanz u. f. w., welches zweierlei beweist: erstlich, dass der Fuchs und die Alagtaga eines und dasselbe Thier sind, und zweitens, dass die Beschreibungen, die man von dem Fuchse geliefert hat, nicht sehr genau sind. Bei Buffon verursachten vorzüglich die verschiedenen Klimate, noch sich beide aufhielten, über die Vereinigung des Fuchses und der Alagtaga Zweifel: der Erste findet sich in Afrika und die Alagtaga hat man in Sibirien beobachtet, allein dies Beispiel ist nicht das Einzige. Mehrere Thierarten finden in den eisigten Gegenden der Nordens und in der heißen Zone verbreitet. Die Ratten leben in sehr heißen Ländern und auch in den nördlichen Gegenden von Schweden. Die Hafen bewohnen" +Z166069305,125,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000125/full/full/0/native.jpg,"nen ebenfalls ben gluhenden Sand von Afrifa und +den Schnee von Lappland, Siberien, Grnland +U. F. w. +Es ist auch geipis, das der cyrena ische verboa +oder der Wuste von Barca, den Bruce beschrieben +hat*), nur eine Spielart in der Race des. Jerbo ift. +Die ziemlich unbedeutenden Verschiebenheiten, die man +bemerkt, sind bei weitem nicht hinreichend, zwei verschien +dene Arten daraus zu machen. Den unter fichungen des +Herrn Bruce verdankt man noch die genaue Kenntnis +von einem andern Thiere, das man auch unschiklich mit +dem Jerbo vermengt hatte und welchem man den Namen +Daman- Ifrael oder gfraels Schaaf gegeben +hat **). Weit entfernt den besondern und unterscheidens +*) Reise zur Entdeung der Quellen des Nils im 3ten Bb. der +teutsden Ueb. S. 128. +**) Man trift es, fagt Bruce, it Aethiopien in den Hohlen +der Felfen u. f. w. an. Es grabt nicht in die Erde; die Natut +verwehrt ihm diese Arbeit, weil sie ihm Fuse mit vollkommen +runden Zeben gegeben hat, die weid), fleischig und zart sind. +Der fieisd; ige Cheil der Zehen ragt uber die Nagel hervor, +die mehr breit als fcharf sind. Der hinterfus ist lang und +somal und wird in der Mitte durch zwei tiefe Runjeln oder +Spalten getheilt, die quer uber den Mittelpunkt gehen, an +welchen sich zu beiden Seiten das Fleisch sehr emporhebt: der +Fus endigt sich mit drei Klauen, darunter die mittelste die +langste ist. Der Vorderfus hat vier Zehen, drei sind von +eben der Grose als am Hinter fufe und stehen neben einander, +die vierte und groste von allen fist tiefer herunter feitwarts +am Fuse, so das ihre Spise an der Wurzel der nachsten aufhort. +Die Fusfoble ist ebenfalls in der Mitte duro eine tiefe Spalte +getkeilt, wie am Vorderfuse, und eine Spalte geht bis an die +Ferse hinunter und theilt sie beinahe in zwei Cheile. Der +ganze Vorderfus ist sehr dif, fleischig ind weich, von dunkler +schwarzer Farbe und ganz ohne naare; hober hinauf ist er +hingegen dit init Haaren wie der ubrige Theil des Leibes be- +wadsen, die bis an den Anfang der Zehen gehen; weil die Haare +Sonnini Reifen if BD.","97 + +1 + +nen ebenfalls ben glühenden Sand von Afrifa und +den Schnee von Lappland, Siberien, Grønland +U. F. w. + +! + +1 + +1 + +Es iſt auch geipiß, daß der cyrenå iſche verboa +oder der Wüſte von Barca, den Bruce beſchrieben +hat*), nur eine Spielart in der Race des. Jerbo ift. +Die ziemlich unbedeutenden Verſchiebenheiten, die man +bemerkt, ſind bei weitem nicht hinreichend, zwei verſchien +dene Arten daraus zu machen. Den unter fichungen des +Herrn Bruce verdankt man noch die genaue Kenntniß +von einem andern Thiere, das man auch unſchiklich mit +dem Jerbo vermengt hatte und welchem man den Namen +Daman- Ifrael oder gfraels Schaaf gegeben +hat **). Weit entfernt den beſondern und unterſcheidens + +*) Reiſe zur Entdeđung der Quellen des Nils im 3ten Bb. der + +teutſden Ueb. S. 128. + +I + +**) Man trift es, fagt Bruce, it Aethiopien in den Höhlen + +der Felfen u. f. w. an. Es gråbt nicht in die Erde; die Natut +verwehrt ihm dieſe Arbeit, weil ſie ihm Füße mit vollkommen +runden Zeben gegeben hat, die weid), fleiſchig und zart ſind. +Der fieiſd; ige Cheil der Zehen ragt über die Nägel hervor, +die mehr breit als fcharf ſind. Der hinterfuß iſt lang und +ſomal und wird in der Mitte durch zwei tiefe Runjeln oder +Spalten getheilt, die quer über den Mittelpunkt gehen, an +welchen ſich zu beiden Seiten das Fleiſch ſehr emporhebt: der +Fuß endigt ſich mit drei Klauen, darunter die mittelſte die +långſte iſt. Der Vorderfuß hat vier Zehen, drei ſind von +eben der Große als am Hinter fufe und ſtehen neben einander, +die vierte und größte von allen fist tiefer herunter feitwärts +am Fuße, ſo daß ihre Spiße an der Wurzel der nächſten aufhört. +Die Fußfoble iſt ebenfalls in der Mitte duro eine tiefe Spalte +getkeilt, wie am Vorderfuße, und eine Spalte geht bis an die +Ferſe hinunter und theilt ſie beinahe in zwei Cheile. Der +ganze Vorderfuß iſt ſehr dif, fleiſchig ind weich, von dunkler +ſchwarzer Farbe und ganz ohne naare; hóber hinauf iſt er +hingegen dit init Haaren wie der übrige Theil des Leibes be- +wadſen, die bis an den Anfang der Zehen gehen; weil die Haare +Sonnini Reifen if BD. + +$ + + +","nen ebenfalls ben glühenden Sand von Afrika und +den Schnee von Lappland, Sibirien, Grönland u.s.w. + +Es ist auch gleichgültig, dass der cyrenaïsche Verbo +oder die Wüste von Barca, den Bruce beschrieben hat*), nur eine Spielart in der Rasse des Jerbo ist. +Die ziemlich unbedeutenden Verschiedenheiten, die man bemerkt, +sind bei weitem nicht hinreichend, zwei verschiedene Arten daraus zu machen. +Den unterrichteten Lesungen des Herrn Bruce verdankt man noch +die genaue Kenntnis von einem andern Thiere, das man auch ungeschickt mit dem Jerbo verwechselt hatte und welchem man den Namen Daman-Israel oder gefräßtes Schaaf gegeben hat **). + +Weit entfernt von den besondern und unterscheidenden Kennzeichen +*) Reise zur Entdeckung der Quellen des Nils im 3ten Bb. der deutschen Uebers. S. 128. +**) Man trifft es, sagt Bruce, in Äthiopien in den Höhlen der Felsen u.s.w. an. Es grabt nicht in die Erde; die Natur verwehrt ihm diese Arbeit, weil sie ihm Füße mit vollkommen runden Zehen gegeben hat, die weich), fleischig und zart sind. +Der feisde Cheil der Zehen ragt über die Nägel hervor, +die mehr breit als scharf sind. Der Hinterfuß ist lang und somal +und wird in der Mitte durch zwei tiefe Runzeln oder Spalten getheilt, die quer über den Mittelpunkt gehen, an welchen sich zu beiden Seiten das Fleisch sehr emporhebt: der Fuß endigt sich mit drei Klauen, darunter die mittelste die längste ist. Der Vorderfuß hat vier Zehen, drei sind von eben der Größe als am Hinterfuße und stehen neben einander, die vierte und größte von allen fällt tiefer herunter seitwärts am Fuße, so dass ihre Spitze an der Wurzel der nächsten aufhört. +Die Fußsohle ist ebenfalls in der Mitte durch eine tiefe Spalte getheilt, +wie am Vorderfuße, und eine Spalte geht bis an die Ferse hinunter +und teilt sie beinahe in zwei Teile. Der ganze Vorderfuß ist sehr dick, +fleischig und weich, von dunkler schwarzer Farbe und ganz ohne Nähte; +höher hinauf ist er hingegen mit Haaren wie der übrige Teil des Leibes bewachsen, +die bis an den Anfang der Zehen gehen; weil die Haare Sonnini Reifen if BD." +Z166069305,126,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000126/full/full/0/native.jpg,"den Charakter der Ferbos, die sehr langen Hinterbeine, +zu haben, find sie vielmehr bei diesen Schaafe alle gleich +oder es fehlt doch wenig daran und es hat ganz und gar +krinen Schwanz, da hingegen der Schwanz der Ferbos +Pehr lang ift. Der Dr. Shaw irrte fich zuerst, als er +diese beiden so verschiedenen Thiere mit einander vermengte: +und dieser Irrthum iit bis auf Herrn Bruce nachges +farieben worden, deren Beobachtungen Licht in einen To +verwirrten Gegenstand gebracht haben. Uis man den +Jerbo fur den Da man- Israel, den namlidiert, den +die Hebraer Sch a fal' nannten, nahni, legte man +dem Erstern alles das bei, was die arabischen Schrifts +steller von dem Zweiten gesagt haben. Wenn man die +philologischen Intersuchungen, die man uber diesen +Gegenstand airgestellt hat, las, war man wirklich in +Verlegenheit, wie man an diesem vierfiifigen Thiere die +Gewohnheiten, den ficharfer Infiinft, die grose Klugheit +wiedererkennen route, die die morgenlatidischen Schrift: +steller ro geruhmt haben, und die Salomon*) in reinen +hier sufhoren, so haben die runden Zehen viel Nebuliches mit +niendliden Fingern.- +noches Chier scheint fich lieber in +minder veridloffieuen und luftigern Dertern aufzuhalten, als in +Hoblen: es ist gesellig, und sie leben in groser Anzahl bei: +fammen. Sie stehen nicht gerade auf ihren fasen fondern +scheinen ficon fortzusdhleiden als wenu sie sich furchteten; sie +thun jedesmal nur einige Schritte und stehen alsdann stil. +Sie haben etwas Sauftes in ihrem Betragen, sind artig und +laften fich leidt dabm maden. Man trist sie in groser Menge +auf dem Libanon an. Sie haben keinen Schwanz; ihre Farbe +ist grau mit rothlichem Braun vermischt: fie fanen wieder In +Arabien und Sorien nennt inan das Thier Israels Schaaf +und in Uinhara Uib foto. +WCB ift cauia capensis oder der +logenannte Klipoas. +*) Capitel 30. M. 24 und 26. Wit find Flein auf Erden und +Fluger als die Wellen: die Siphannin, ein schwades Volf, +dennoch legts feix aus in Felsen.","98 + +den Charakter der Ferbos, die ſehr langen Hinterbeine, +zu haben, find ſie vielmehr bei dieſen Schaafe alle gleich +oder es fehlt doch wenig daran und es hat ganz und gar +krinen Schwanz, da hingegen der Schwanz der Ferbos +Pehr lang ift. Der Dr. Shaw irrte fich zuerſt, als er +dieſe beiden ſo verſchiedenen Thiere mit einander vermengte: +und dieſer Irrthum iit bis auf Herrn Bruce nachges +farieben worden, deren Beobachtungen Licht in einen To +verwirrten Gegenſtand gebracht haben. Uis man den +Jerbo für den Da man- Iſrael, den nämlidiert, den +die Hebråer Sch a fal' nännten, nahni, legte man +dem Erſtern alles das bei, was die arabiſchen Schrifts +ſteller von dem Zweiten geſagt haben. Wenn man die +philologiſchen Interſuchungen, die man über dieſen +Gegenſtand airgeſtellt hat, las, war man wirklich in +Verlegenheit, wie man an dieſem vierfiifigen Thiere die +Gewohnheiten, den ficharfer Infiinft, die große Klugheit +wiedererkennen route, die die morgenlåtidiſchen Schrift: +ſteller ro gerühmt haben, und die Salomon*) in reinen + +1 + ++ + +$ + +hier sufhören, ſo haben die runden Zehen viel Nebuliches mit +niendliden Fingern.- + +noches Chier ſcheint fich lieber in +minder verídloffieuen und luftigern Dertern aufzuhalten, als in +Hóblen: es ist geſellig, und ſie leben in großer Anzahl bei: +fammen. Sie ſtehen nicht gerade auf ihren fasen fondern +ſcheinen ficon fortzuſdhleiden als wenu ſie ſich fürchteten; ſie +thun jedesmal nur einige Schritte und ſtehen alsdann ſtil. +Sie haben etwas Sauftes in ihrem Betragen, ſind artig und +laften fich leidt dabm maden. Man triſt ſie in großer Menge +auf dem Libanon an. Sie haben keinen Schwanz; ihre Farbe +iſt grau mit róthlichem Braun vermiſcht: fie fănen wieder In +Arabien und Sorien nennt inan das Thier Iſraels Schaaf +und in Uinhara Uib foto. + +WCB ift cauia capenſis oder der +logenannte Klipoas. + +*) Capitel 30. M. 24 und 26. Wit find Flein auf Erden und + +Flüger als die Wellen: die Siphannin, ein ſchwades Volf, +dennoch legts feix aus in Felſen. + +1 + + +","Den Charakter der Jerbos, die sehr langen Hinterbeine zu haben, findet man vielmehr bei diesen Schafen alle gleich oder es fehlt doch wenig daran und es hat ganz und gar keinen Schwanz, da hingegen der Schwanz der Jerbos sehr lang ist. Der Dr. Shaw irrte sich zuerst, als er diese beiden so verschiedenen Thiere mit einander vermengte: und dieser Irrthum ist bis auf Herrn Bruce nachgegangen worden, deren Beobachtungen Licht in einen verwirrten Gegenstand gebracht haben. + +Aus man den Jerbo für den Daman-Israel nahm, den namentlich die Hebräer Schafal nannten, legte man dem Erstern alles das bei, was die arabischen Schriftsteller von dem Zweiten gesagt haben. Wenn man die philologischen Untersuchungen, die man über diesen Gegenstand angestellt hat, liest, war man wirklich in Verlegenheit, wie man an diesem vierfüßigen Thiere die Gewohnheiten, den scharfen Instinkt, die große Klugheit wiedererkennen sollte, die die morgenländischen Schriftsteller gerühmt haben, und die Salomo*) in reiner Bewunderung aussprechen. Sie haben die runden Zehen viel Ähnliches mit menschlichen Fingern. + +Noch ein Tier scheint sich lieber in minder verdorbenen und luftigeren Dörfern aufzuhalten, als in Höhlen: es ist gesellig, und sie leben in großer Anzahl bei einander. Sie stehen nicht gerade auf ihren Füßen sondern scheinen sich fortzuschleichen, als wenn sie sich fürchteten; sie thun jedesmal nur einige Schritte und stehen alsdann still. Sie haben etwas Sanftes in ihrem Betragen, sind artig und lassen sich leicht tämmen. + +Man trifft sie in großer Menge auf dem Libanon an. Sie haben keinen Schwanz; ihre Farbe ist grau mit rothlichem Braun vermischt: sie finden wieder in Arabien und Syrien nennt man das Thier Israels Schaf und in Ungarn Ujhaza. + +WCB ist Cavia capensis oder der sogenannte Klipdachs. +*) Capitel 30. M. 24 und 26. Wir finden Fleisch auf Erden und Flügel als die Wellen: die Siphannin, ein schwarzer Wolf, legt sich aus in Felsen." +Z166069305,127,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000127/full/full/0/native.jpg,"Spruchwusrtern fo fehr erhebt. Man mus daher alles, +was die Hebra et und die U r aber von den- fchonen +Eigenschaften einer gewissen Art von Thirren sagen, die in +gewissen Chrien des Morgenlandes ihre Locher gemein- +fchoftlich in die Erde machen, von dem ifraelitischen +Schaafe und nicht von den Ferb or perstehen. +tieto +Sie stelle Sie +So liefere hier eine Labelle von den vorzuglichsten +Nusinessungen des Yerbo. +die mittelzahl von +cinigen Individuen auf, die ich gemeffen habe und sie +past nur fur die Weibchen, weil diese mir am ersten in +die Hande gefallen find. Die Verschiedenheit in der +Grose ist ubrigens zwischen beiden Geschlechten wenig +bemerkbar. +Die lange des Korpers betragt von dem Ende der +Nafe bis zum Anfang des Schwanzes, funf zou un +fechs Linien. +Der Kopf ist in geraber Linie von dem Ende der +Nase bis an das Genik einen 301 und acht Linien lang. +Die Schnauze ist an ihrem usersten Ende vier +Linien breit. +Die Deffnung des Maules, von einem Winkel des +Kinnbackens zum Andern, ift drei und eine halbe Linie +breit. +Der obere Kinnbacken geht uber den Untern drei +und eine Viertel Linie hinaus. +Die obern Zahne Find zwei kinien lang. +Die untern Zahne find drei kinien lang. +Die ziyei Nasenlscher stehen eine Linie von einander ..","1 + +6 99 + +C. + +Sprůchwusrtern fo fehr erhebt. Man muß daher alles, +was die Hebrå et und die U r aber von den- fchonen +Eigenſchaften einer gewiſſen Art von Thirren ſagen, die in +gewiſſen Chrien des Morgenlandes ihre Locher gemein- +fchoftlich in die Erde machen, von dem ifraelitiſchen +Schaafe und nicht von den Ferb or perſtehen. + +ļ1 + +tieto + +. + +Sie ſtelle Sie + +11 + +So liefere hier eine Labelle von den vorzüglichſten +Nusineſſungen des Yerbo. + +die mittelzahl von +cinigen Individuen auf, die ich gemeffen habe und ſie +paßt nur für die Weibchen, weil dieſe mir am erſten in +die Hände gefallen find. Die Verſchiedenheit in der +Große iſt übrigens zwiſchen beiden Geſchlechten wenig +bemerkbar. + +Die lange des Körpers beträgt von dem Ende der +Nafe bis zum Anfang des Schwanzes, fünf zou unð +fechs Linien. + +Der Kopf iſt in geraber Linie von dem Ende der +Naſe bis an das Genik einen 301 und acht Linien lang. + +1 + +Die Schnauze“ iſt an ihrem đußerſten Ende vier +Linien breit. + +Die Deffnung des Maules, von einem Winkel des +Kinnbackens zum Andern, ift drei und eine halbe Linie +breit. + +1 + +Der obere Kinnbacken geht über den Untern drei +und eine Viertel Linie hinaus. + +Die obern Zähne Find zwei kinien lang. + +Die untern Zähne find drei kinien lang. + +Die ziyei Naſenlscher ſtehen eine Linie von einander .. + +10 + + +","Spruchwörtern für sehr erhabt. Man muss daher alles, was die Hebräer und die Uraber von den schönen Eigenschaften einer gewissen Art von Thieren sagen, die in gewissen Gegenden des Morgenlandes ihre Löcher gemeinschaftlich in die Erde machen, von dem israelitischen Schaafe und nicht von den Persianern verstehen. + +Sie stellen Sie + +So liefere ich hier eine Abbildung von den vorzüglichsten Merkmalen des Yerbo. +Die mittlere Zahl von einigen Individuen auf, die ich gemessen habe und sie past nur für die Weibchen, weil diese mir am ersten in die Hände gefallen sind. Die Verschiedenheit in der Größe ist übrigens zwischen beiden Geschlechtern wenig bemerkbar. + +Die Länge des Körpers beträgt von dem Ende der Nase bis zum Anfang des Schwanzes, fünf Zoll und sechs Linien. +Der Kopf ist in gerader Linie von dem Ende der Nase bis an das Genick einen 3 Zoll und acht Linien lang. +Die Schnauze ist an ihrem äußersten Ende vier Linien breit. +Die Döffnung des Mauls, von einem Winkel des Kinnbackens zum Andern, ist drei und eine halbe Linie breit. +Der obere Kinnbacken geht über den Untern drei und eine Viertel Linie hinaus. +Die oberen Zähne sind zwei Kienen lang. +Die unteren Zähne sind drei Kienen lang. +Die zweien Nasenlöcher stehen eine Linie von einander." +Z166069305,128,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000128/full/full/0/native.jpg,"p Die Entfernung zwischen dem hintern Augenwinkel +und dem Dhre betragt zwei und eine halbe linie. +Die Entfernung zwischen dem Ende der Nase und +dem vordern Augenwinkel betragt zehn Linien. +Die Entfernung ozwischen den beiden Augenwinkeln +betragt funf Linien. +Die Entfernung zwischen den vordern Nugenivinkeln +betragt in gerader Linie einen Zoll und eine halbe Linie. +Die Ohren sind einen Zoll und rechs Linien lang. +Die Breite der Dhren betragt unten funf finien. +Die Dhren sind neun Linien von einander entfernt. +Der Schwanz ift acht zoll und sechs kinien lang und +bei seinem Anfange zwei Linien dicke. +Die ganze Lange der Vorderbejne betragt einen zou +und fieben Linien. +Der Daumen ist eine und eine balbe Sienie lang. +Die zweite Zehe ist mit dem Nagel drei Linien lang. +Die ganze fange der Hinterfuse Betragt rechs Zoll +und zwei Linien. +Die mittelste 3ehe ist mit dem Nagel zehn Linien +lang. +Der Sporn ist eine linie lang. +Die Weibchen haben acht Prufte, die eine merkwur- +dige fage haben: fie liegen mehr nach ausen zu als bei +andern vierfusigen Ehieren. Das erste paar liegt uber +den Bug der Schultern hinaus und das lezte ist mehr +unter dem Schenkel als unter dem Banche. Die beiden","100 + +p Die Entfernung zwiſchen dem hintern Augenwinkel +und dem Dhre beträgt zwei und eine halbe linie. + +Die Entfernung zwiſchen dem Ende der Naſe und +dem vordern Augenwinkel beträgt zehn Linien. + +Die Entfernung ozwiſchen den beiden Augenwinkeln +beträgt fünf Linien. + +Die Entfernung zwiſchen den vordern Nugenivinkeln +beträgt in gerader Linie einen Zoll und eine halbe Linie. + +Die Ohren ſind einen Zoll und rechs Linien lang. +Die Breite der Dhren beträgt unten fünf finien. +Die Dhren ſind neun Linien von einander entfernt. + +Der Schwanz ift acht zoll und ſechs kinien lang und +bei ſeinem Anfange zwei Linien dicke. + +Die ganze Långe der Vorderbejne beträgt einen zou +und fieben Linien. + +1 + +A + +Der Daumen iſt eine und eine balbe Sienie lang. + ++ + +1 + +Die zweite Zehe iſt mit dem Nagel drei Linien lang. + +Die ganze fånge der Hinterfüße Betrågt rechs Zoll +und zwei Linien. + +Die mittelſte 3ehe iſt mit dem Nagel zehn Linien +lang. + +2 + +Der Sporn iſt eine linie lang. + +Die Weibchen haben acht Prüfte, die eine merkwür- +dige fage haben: fie liegen mehr nach außen zu als bei +andern vierfüßigen Ehieren. Das erſte paar liegt über +den Bug der Schultern hinaus und das lezte iſt mehr +unter dem Schenkel als unter dem Banche. Die beiden + + +","Die Entfernung zwischen dem hintern Augenwinkel und dem Auge beträgt zwei und eine halbe Linie. Die Entfernung zwischen dem Ende der Nase und dem vordern Augenwinkel beträgt zehn Linien. Die Entfernung zwischen den beiden Augenwinkeln beträgt fünf Linien. + +Die Entfernung zwischen den vorderen Nasenwinkeln beträgt in gerader Linie einen Zoll und eine halbe Linie. Die Ohren sind einen Zoll und sechs Linien lang. Die Breite der Ohren beträgt unten fünf Linien. Die Ohren sind neun Linien von einander entfernt. + +Der Schwanz ist acht Zoll und sechs Linien lang und bei seinem Anfang zwei Linien dick. Die ganze Länge der Vorderbeine beträgt einen Zoll und fünf Linien. Der Daumen ist eine und eine halbe Linie lang. Die zweite Zehe ist mit dem Nagel drei Linien lang. + +Die ganze Länge der Hinterfüße beträgt sechs Zoll und zwei Linien. Die mittelste Zehe ist mit dem Nagel zehn Linien lang. Der Sporn ist eine Linie lang. + +Die Weibchen haben acht Pfoten, die eine merkwürdige Form haben: sie liegen mehr nach außen zu als bei andern vierfüßigen Tieren. Das erste Paar liegt über den Bug der Schultern hinaus und das letzte ist mehr unter dem Schenkel als unter dem Bauche. Die beiden" +Z166069305,129,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000129/full/full/0/native.jpg,"andern Paare, die in derselber Linie liegen, befinden sich +suf diese Art mehr an den Seiten als unter dem Bauche. +Die Mannchen Find nach einem kleinern Maasstabe +gebildet als die Weibchen; aber dieser Unterschied in +unbedeutend. Die Farben ihrer Haare sind im Augemei: +nen weniger dunfel, Die Hoden find von ausen nicht +Achtbar. +Die +Nuthe selbst ist in ihrem gewohnlichen +Zustande in einer sehr dicken Scheide verborgen: wenn +sie sich aber ausdehnt, so ift fie funfzehn Linien lang ung +hat an ihrer Wurzel zwei und eine halbe Linie im Umfange, +Die Deffnung der Eichel besteht aus zwei knorpelichen +Ringen, die Borhaug hat an ihrem obern Cheile zwei +fleine Haken, die auch knorpelich, weis und drei Linien +lang sind und die, wenn sie sich vorwarts- krummen, +beinahe bis an das Ende der Vorhaut reichen. Diese +an ihrer Fuge ziemlich farfent- Hafen"" laufen in eine +Spise aus, auf welche ein kleiner gelber Onopf ist, der +den Staubbeuteln an gewissen Blumen ahnlich ift. Die +ganze Vorhaut ist ubrigens mit sehr kleinen weisen und +knorpelichen Spigen versehen, die gegen die Wurzel der +Ruthe hin gekrummt find. Nach diefer fonderbaren +Bildung hat man Ursache zu glauben, das die Begattung +der Jerbos, wie bei den Kasen schmerzhafte Augenblicke +bei fich fuhrt oder das die Eichel, wenn fie cinmol jin +dem weiblichen Gliede aufgeschwollen ist, nur nach Vers +lauf einiger Zeit zurutgezogen werden kann, wie es bei +den bunden der Fall'ist .. +Coll +Bei einer so grosen Zurustung in den Zeugungsthei- +len' und bei der kleinen Gestalt der Jerbos. kann man +schliesen, das sie in der Liebe sehr hitzig find. Sie schei: +nen auch sehr fruchtbar zu reyn; denn nian trift fie in +Arabien, Syrien, Aegopten und in der Bar: +berei in groser Anzahl an. Wahrscheinlich nehmen +diese Zeugungskrafte gegen den Norden hin ab; ich muth-","101 + +d + +andern Paare, die in derſelber Linie liegen, befinden ſich +suf dieſe Art mehr an den Seiten als unter dem Bauche. + +210 + +1 + +Die Männchen Find nach einem kleinern Maaßſtabe +gebildet als die Weibchen; aber dieſer Unterſchied in +unbedeutend. Die Farben ihrer Haare ſind im Àugemei: +nen weniger dunfel, Die Hoden find von außen nicht +Achtbar. + +Die + +Nuthe ſelbſt iſt in ihrem gewöhnlichen +Zuſtande in einer ſehr dicken Scheide verborgen: wenn +ſie ſich aber ausdehnt, ſo ift fie funfzehn Linien lang ung +hat an ihrer Wurzel zwei und eine halbe Linie im Umfange, +Die Deffnung der Eichel beſteht aus zwei knorpelichen +Ringen, die Borhaug hat an ihrem obern Cheile zwei +fleine Haken, die auch knorpelich, weiß und drei Linien +lang ſind und die, wenn ſie ſich vorwärts- krůmmen, +beinahe bis an das Ende der Vorhaut reichen. Dieſe +an ihrer Fuge ziemlich farfent- Hafen"" laufen in eine +Spiße aus, auf welche ein kleiner gelber Onopf iſt, der +den Staubbeuteln an gewiſſen Blümen ähnlich ift. Die +ganze Vorhaut iſt übrigens mit ſehr kleinen weißen und +knorpelichen Spigen verſehen, die gegen die Wurzel der +Ruthe hin gekrümmt find. Nach diefer fonderbaren +Bildung hat man Urſache zu glauben, daß die Begattung +der Jerbos, wie bei den Kaßen ſchmerzhafte Augenblicke +bei fich führt oder daß die Eichel, wenn fie cinmol jin +dem weiblichen Gliede aufgeſchwollen iſt, nur nach Vers +lauf einiger Zeit zurütgezogen werden kann, wie es bei +den bunden der Fall'iſt .. + +2 + +Coll + +ol + +011 + +. + +1 + +Bei einer ſo großen Zurüſtung in den Zeugungsthei- +len' und bei der kleinen Geſtalt der Jerbos. kann man +ſchließen, daß ſie in der Liebe ſehr hitzig find. Sie ſchei: +nen auch ſehr fruchtbar zu reyn; denn nian trift fie in +Arabien, Syrien, Aegopten und in der Bår: +berei in großer Anzahl an. Wahrſcheinlich nehmen +dieſe Zeugungskräfte gegen den Norden hin ab; ich muth- + +1 + + +","andern Paaren, die in derselben Linie liegen, befinden sich auf diese Art mehr an den Seiten als unter dem Bauche. +Die Männchen sind nach einem kleineren Maßstabe gebildet als die Weibchen; aber dieser Unterschied ist unbedeutend. Die Farben ihrer Haare sind im allgemeinen weniger dunkel. Die Hoden sind von außen nicht sichtbar. + +Die Ruthe selbst ist in ihrem gewöhnlichen Zustande in einer sehr dicken Scheide verborgen: wenn sie sich aber ausdehnt, so ist sie fünfzehn Linien lang und hat an ihrer Wurzel zwei und eine halbe Linie im Umfang. +Die Deffnung der Eichel besteht aus zwei knorpelichen Ringen. Die Vorhaut hat an ihrem oberen Teil zwei kleine Haken, die auch knorpelig, weiß und drei Linien lang sind und die, wenn sie sich vorwärts krummen, beinahe bis an das Ende der Vorhaut reichen. +Diese an ihrer Fuge ziemlich farbenten Häfen laufen in eine Spise aus, auf welche ein kleiner gelber Knopf ist, der den Staubbeuteln an gewissen Blumen ähnlich ist. Die ganze Vorhaut ist übrigens mit sehr kleinen weißen und knorpelichen Spitzen versehen, die gegen die Wurzel der Ruthe hin gekrümmt sind. + +Nach dieser sonderbaren Bildung hat man Ursache zu glauben, dass die Begattung der Jerbos, wie bei den Kassen schmerzhafte Augenblicke bei sich führt oder dass die Eichel, wenn sie einmal in dem weiblichen Gliede aufgeschwollen ist, nur nach Verlauf einiger Zeit zurückgezogen werden kann, wie es bei den Bündeln der Fall ist. + +Bei einer so großen Züstrung in den Zeugungsorganen und bei der kleinen Gestalt der Jerbos kann man schließen, dass sie in der Liebe sehr hitzig sind. Sie scheinen auch sehr fruchtbar zu sein; denn man trifft sie in Arabien, Syrien, Ägypten und in der Barberei in großer Anzahl an. +Wahrscheinlich nehmen diese Zeugungskräfte gegen den Norden hin ab; ich mußte" +Z166069305,130,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000130/full/full/0/native.jpg,"mase fogar, das fie die strengste: Fahreszeit uber in +Schlaf fallen und das fie fich daher nicht fo ftart als in +mittaglichen Landern vermehren. +geoffnet weinen Reifen durch Aegypten habe ich Ferbos +, und da man auf solchen Arten von Reisen fast +nie zeit ubrig hat, so war ich zufrieden, das ich rahe, +das der innere Theil dieser& userlich ro fonderbar gestalte +ter Thiere' nichts auserordentliches darbot. +Mir war +vorzuglich an der Gewisheit gelegen, das fie nur einen +einzigen Magen hatten und das fie folglich nicht wieder: +kauen konnten. Sierdurch wird eine pon den Fragen +Beantwortet, die der verstorbene Kofrath Michaelis +in Gottingen an eine Gesellschaft von Reisenden gerichtet! +hat, die der Konig von Dannemark nach dem +Morgenlande schikte, namlich, ob der Jerbo ein +wieder fa uendes shier Pen? Eine Frage, die +in demselben Irrthume ihren Grund hat, ivarum man +den fer bo mit dem Daman. Israel oder dem +Schafan der Hebraer vermenigt hatte. Ich hatte, +einige von diesen Shieren in Aquavit aufbewahrt und +wollte in der Folge meine Beschreibung derselben vollstan- +diger' machen. Allein das lange Liegen in dem Liqueure +und das verschiedenmalige Weiterschaffen hatten die Ein- +geweide fo Beschadigt, das fte beinahe ebenfalls blau, +weich und zerquetscht waren. Bei dem am besten erhaltes +nen Jerbo habe ich folgendes bemerkt. +Als ich ihn aus dem Aquavit heraus nahm, wog +er vier Unzen und ein Drachma. Da er aber sehr damit +geschwangert war, fo betrug rein wirkliches Gewicht +hochstens vier Unzen.. +Bei der Deffnung des Unterleib? s fiillte der Aquavit, +reine Hshle an, und die beschadigten Eingeweide hatten +ihre naturliche Farbe verlohren. +Man wurde den Magen nicht gewahr.","102 + +1 + +Y + +maße fogar, daß fie die ſtrengſte: Fahreszeit über in +Schlaf fallen und daß fie fich daher nicht fo ftart als in +mittäglichen Ländern vermehren. +geöffnet weinen Reifen durch Aegypten habe ich Ferbos + +, und da man auf ſolchen Arten von Reiſen faſt +nie zeit übrig hat, so war ich zufrieden, daß ich rahe, +daß der innere Theil dieſer& ußerlich ro fonderbar geſtalte +ter Thiere' nichts außerordentliches darbot. + +Mir war +vorzüglich an der Gewißheit gelegen, daß fie nur einen +einzigen Magen hatten und daß fie folglich nicht wieder: +kauen konnten. Sierdurch wird eine pon den Fragen +Beantwortet, die der verſtorbene Kofrath Michaelis +in Góttingen an eine Geſellſchaft von Reiſenden gerichtet! +hat, die der König von Dånnemark nach dem +Morgenlande ſchikte, nåmlich, ob der Jerbo ein +wieder få uendes shier Pen? Eine Frage, die +in demſelben Irrthumé ihren Grund hat, ivarum man +den fer bo mit dem Daman. Iſrael oder dem + +: +Schafan der Hebråer vermenigt hatte. Ich hatte, + +, +einige von dieſen Shieren in Aquavit aufbewahrt und +wollte in der Folge meine Beſchreibung derſelben vollſtån- +diger' machen. Allein das lange Liegen in dem Liqueure +und das verſchiedenmalige Weiterſchaffen hatten die Ein- +geweide fo Beſchädigt, daß fte beinahe ebenfalls blau, +weich und zerquetſcht waren. Bei dem am beſten erhaltes +nen Jerbo habe ich folgendes bemerkt. + +Als ich ihn aus dem Aquavit heraus nahm, wog +er vier Unzen und ein Drachma. Da er aber ſehr damit +geſchwangert war, fo betrug rein wirkliches Gewicht +hochſtens vier Unzen.. + +Bei der Deffnung des Unterleib? s fiillte der Aquavit, +reine Hshle an, und die beſchädigten Eingeweide hatten +ihre natürliche Farbe verlohren. + +Man wurde den Magen nicht gewahr. + +* + + +","Masse Fogar, das sie die strengste Fährzeit über in Schlaf fallen und dass sie sich daher nicht so oft als in mittäglichen Ländern vermehren. + +Geöffnet weinen Reifen durch Ägypten habe ich Ferbos gesehen, und da man auf solchen Arten von Reisen fast nie Zeit übrig hat, so war ich zufrieden, dass ich sah, dass der innere Teil dieser äußerlich sonderbar gestalteten Thiere nichts Außerordentliches darbot. + +Mir war vorzüglich an der Gewissheit gelegen, dass sie nur einen einzigen Magen hatten und dass sie folglich nicht wieder kauen konnten. Siel wird eine von den Fragen beantwortet, die der verstorbene Königlich Großbritannischer Hofrath Michaelis in Göttingen an eine Gesellschaft von Reisenden gerichtet hat, die der König von Dänemark nach dem Morgenlande schickte, nämlich, ob der Jerbo ein wieder fassendes Thier sei? Eine Frage, die in demselben Irrthum ihren Grund hat, warum man den Ferbo mit dem Daman, Israel oder dem Schafan der Hebräer vermenigte. Ich hatte einige von diesen Thieren in Aquavit aufbewahrt und wollte in der Folge meine Beschreibung derselben vollständiger machen. + +Allein das lange Liegen in dem Liqueure und das verschiedenmalige Weiterschaffen hatten die Eingeweide so beschädigt, dass sie beinahe ebenfalls blau, weich und zerquetscht waren. Bei dem am besten erhaltenen Jerbo habe ich folgendes bemerkt. + +Als ich ihn aus dem Aquavit heraus nahm, wog er vier Unzen und ein Drachma. Da er aber sehr geschwängert war, so betrug sein wirkliches Gewicht höchstens vier Unzen. + +Bei der Deffnung des Unterleibs füllte der Aquavit seine Hülle an, und die beschädigten Eingeweide hatten ihre natürliche Farbe verloren. Man würde den Magen nicht gewahr." +Z166069305,131,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000131/full/full/0/native.jpg,"Beiin erften Unblicke Fah inan an den punnen Eins +geweiden nur verwirrte Gestalten, fo Pehr waren fie +zusaminengedruft; die grosern waren ein wenig deutlidyer; +der Grumdarm machte in der rechten Seite zwei sdyneckens +formige von ausen sichtbare Wendungen; der Mastdarm +gieng beinahe in gerader Linie zur linken herab. +Die Blase endlich wat gang, jufanimengebrukt und +reigte fid, in dem intern Theile, +Der Magen lag beinahe ganz und gar auf der linkent +Seite, war sehr zusammengedruft und durch die Leber +verdekt. die +Gestalt des Magens und des Eingeweidecanales ju +Vergeblich bersuchte ich die Grote e +untersuchen; so wenig ich auch diese Theile in die Hohe +hob oder von einander nahm, so trennten sie sich dennoch +und stellten nur ungestalte Trummern vor. Dies war +auch der Fall mit dem Gefrofe, den Gefasen- u. F. t. +Die Lebers bestand aus drei Lappen und einem +Kappchen. Die fpei Lappen lageu pon ausen, einer +rechts, der andere links, stiesen an einander und warent +blos durch eine tiefe Spalte getrennt, in welche ein wenig +Zellgewebe hineingieng, welches noch eine Spur von +dem aufhangenden Bande war. Der hintere Lappen lag +ganzlich auf der linken Seite: ubrigens sah ich an diefen +drei Lappen weder Furchen noch Anhangsel, aber unter +dem rechtsliegenden kappen fand ich am hintern Theile +ein unregelmasiges Lappcion, an welchem Zellgewebe +hieng, weldies das Gallenblaschen zu feyn fchicit. Ich +{ age, fchien, dann hier so wie oft anderwarts verhin: +derte mich der fchlechte Zustand der fehr beschadigter +hautigen Theile, Das ich die ersten Gestalten nicht genau +unterscheiden konnte. Den Bau der Leber konnte ich +leichter wiedererkennen; indeffen trennte sich ihr Inneres +nicht desto weniger durch einen leichten Drnt davon.","A. +105 + +Beiin erften Unblicke Fah inan an den púnnen Eins +geweiden nur verwirrte Geſtalten, fo Pehr waren fie +zuſaminengedrüft; die großern waren ein wenig deutlidyer; +der Grumdarm machte in der rechten Seite zwei ſdyneckens +förmige von außen ſichtbare Wendungen; der Maſtdarm +gieng beinahe in gerader Linie zur linken herab. + +1 + +EN + +Die Blaſe endlich wat gang, jufanimengebrúkt und +reigte fid, in dem intern Theile, + +Der Magen lag beinahe ganz und gar auf der linkent +Seite, war ſehr zuſammengedrüft und durch die Leber +verdekt. die +Geſtalt des Magens und des Eingeweidecanales ju + +Vergeblich berſuchte ich die Grote e +unterſuchen; ſo wenig ich auch dieſe Theile in die Höhe +hob oder von einander nahm, ſo trennten ſie ſich dennoch +und ſtellten nur ungeſtalte Trümmern vor. Dies war +auch der Fall mit dem Gefrófe, den Gefäßen- u. F. t. + +1 + +Die Lebers beſtand aus drei Lappen und einem +Kåppchen. Die fpei Lappen lageu pon außen, einer +rechts, der andere links, ſtießen an einander und warent +bloß durch eine tiefe Spalte getrennt, in welche ein wenig +Zellgewebe hineingieng, welches noch eine Spur von +dem aufhangenden Bande war. Der hintere Lappen lag +gånzlich auf der linken Seite: úbrigens ſah ich an diefen +drei Lappen weder Furchen noch Anhängſel, aber unter +dem rechtsliegenden kappen fand ich am hintern Theile +ein unregelmäßiges Läppcion, an welchem Zellgewebe +hieng, weldies das Gallenblåschen zu feyn fchicit. Ich +{ age, fchien, dann hier ſo wie oft anderwärts verhin: +derte mich der fchlechte Zuſtand der fehr beſchädigter +häutigen Theile, Daß ich die erſten Geſtalten nicht genau +unterſcheiden konnte. Den Bau der Leber konnte ich +leichter wiedererkennen; indeffen trennte ſich ihr Inneres +nicht deſto weniger durch einen leichten Drnt davon. + + +","Beim ersten Anblick sah man an den Pumpen Eins geweide nur verwirrte Gestalten, so peu waren sie zusammengedrückt; die größeren waren ein wenig deutlicher; der Grundarm machte in der rechten Seite zwei s-förmige von außen sichtbare Wendungen; der Mastdarm ging beinahe in gerader Linie zur linken herab. +Die Blase endlich war gang, zusammengedrückt und reichte in dem inneren Theile. + +Der Magen lag beinahe ganz und gar auf der linken Seite, war sehr zusammengedrückt und durch die Leber verdeckt. Die Gestalt des Magens und des Eingeweidecanals zu untersuchen; so wenig ich auch diese Theile in die Höhe hob oder von einander nahm, so trennten sie sich dennoch und stellten nur ungestalte Trümmer vor. Dies war auch der Fall mit dem Gefäße, den Gefäßen u. f. +Die Leber bestand aus drei Lappen und einem Kappchen. Die drei Lappen lagen von außen, einer rechts, der andere links, stießen an einander und waren bloß durch eine tiefe Spalte getrennt, in welche ein wenig Zellgewebe hineinging, welches noch eine Spur von dem aufhängenden Bande war. Der hintere Lappen lag ganzlich auf der linken Seite; übrigens sah ich an diesen drei Lappen weder Furchen noch Anhänge, aber unter dem rechtsliegenden Kappchen fand ich am hinteren Theile ein unregelmäßiges Läppchen, an welchem Zellgewebe hing, welches das Gallenbläschen zu feyn schützte. Ich sah, scheine dann hier so wie oft anderwärts verhindert: der schlechte Zustand der sehr beschädigten hautigen Theile, da ich die ersten Gestalten nicht genau unterscheiden konnte. Den Bau der Leber konnte ich leichter wiedererkennen; indem trennte sich ihr Inneres nicht desto weniger durch einen leichten Druck davon." +Z166069305,132,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000132/full/full/0/native.jpg,"Die rechte Niere wat ziemlich gut erhalten i fie war +oval gestaltet, oben rundausgebogen und unten' platt +fte war funf und eine halbe Phile lang und drei linien +breit. Oben in den hautigen Ueberresten unterschied ich +eine sehr kleine ovale und ziemlich harte Druse +ho 1.190 DA +Die linke Niere war weniger gut erhalten als die +rechte und schien ein wenig betrachtlicher gut fern. Die +Blafe war sehr musculos, glatt, oval und nach unten +enger: fie war ziemlich gut erhalten; und funf Linien +lang und an dem obern: Theile zwei breit. +Man findet die gerbos gemeinlich in Nieders +a gypten, vorzuglich im Babire, oder in dem wefte +lichen Theile derfelben. Man hat sie also falschlich +Bergratten oder Berg ma ure genannt, weil der +ganze untere Theil von Vegypten eine ebene Flache ift. +Die Jerbos halten fich fehr Haufig in dem Sanbe +und in den Schutthaufen um das neue Alexandrien +heruin auf. Sie leben dafelbft Heerdenweife und machen +Hohlen, die fie mit ihren Nageln und mit ihren geben +graben. Man hat mir gesagt, fie durchlocherten fogar +den weichen Stein, der unter der Sandschicht liegt. Db +fie gleich gerae nicht wild find, so find sie doch rehr +unruhig: das geringste Gerausch oder irgend ein neuer +Gegenstand jagt fie eilfertig in ihre Locher zuruk. Nur +aledann kann man einen todeen, wenn man ihn unver- +Tehens uberrascht. Die Araber fangen fie lebendig, +indem sie die Ausgange der verschiedenen Gange in ihre +Hshlen mit Ausnahme eines Einzigen, durch weleen fie +dieselben herauszugehen zwingen, verstopfen. Ich habe +niemals etwas vom Jerbo gegessen, allein man halt ihr +Fleisch fur krine fehr gute Mahlzeit: indeffen verachten +daffelbe die Einwohner von Aegypten nicht. Ihr +Fell, das ein weiches und glanzendes Saar hat, braucht +man zu gemeinen Unterfuttern.","104 + +1 + +Die rechte Niere wat ziemlich gut erhalten i fie war +oval geſtaltet, oben rundausgebogen und unten' platt +fte war fünf und eine halbe Phile lang und drei linien +breit. Oben in den håutigen Ueberreſten unterſchied ich +eine ſehr kleine ovale und ziemlich harté Drüſe + +ho 1.190 DA +Die linke Niere war weniger gut erhalten als die +rechte und ſchien ein wenig beträchtlicher gut fern. Die +Blafe war ſehr musculos, glatt, oval und nach unten +enger: fie war ziemlich gut erhalten; und fünf Linien +lang und an dem obern: Theile zwei breit. + +Man findet die gerbos gemeinlich in Nieders +å gypten, vorzúglich im Babire, oder in dem wefte +lichen Theile derfelben. Man hat ſie alſo fålſchlich +Bergratten oder Berg må ure genannt, weil der +ganze untere Theil von Vegypten eine ebene Flache ift. + +Die Jerbos halten fich fehr Häufig in dem Sanbe +und in den Schutthaufen um das neue Alexandrien +heruin auf. Sie leben dafelbft Heerdenweife und machen +Höhlen, die fie mit ihren Någeln und mit ihren geben +graben. Man hat mir geſagt, fie durchlöcherten fogar +den weichen Stein, der unter der Sandſchicht liegt. Db + +fie gleich geraðe nicht wild find, ſo find ſie doch rehr +unruhig: das geringſte Geräuſch oder irgend ein neuer +Gegenſtand jagt fie eilfertig in ihre Löcher zurük. Nur +aledann kann man einen todeen, wenn man ihn unver- +Tehens überraſcht. Die Araber fangen fie lebendig, +indem ſie die Ausgånge der verſchiedenen Gånge in ihre +Hshlen mit Ausnahme eines Einzigen, durch weleen fie +dieſelben herauszugehen zwingen, verſtopfen. Ich habe + +, +niemals etwas vom Jerbo gegeſſen, allein man hålt ihr +Fleiſch für krine fehr gute Mahlzeit: indeffen verachten +daffelbe die Einwohner von Aegypten nicht. Ihr +Fell, das ein weiches und glänzendes Saar hat, braucht +man zu gemeinen Unterfuttern. + +4 + + +","Die rechte Niere war ziemlich gut erhalten, sie war oval gestaltet, oben rundausgebogen und unten platt; sie war fünf und eine halbe Piele lang und drei Linien breit. Oben in den hautigen Überresten unterschied ich eine sehr kleine ovale und ziemlich harte Druse. + +Die linke Niere war weniger gut erhalten als die rechte und schien ein wenig beträchtlicher, gut fern. Die Blase war sehr musculos, glatt, oval und nach unten enger; sie war ziemlich gut erhalten, und fünf Linien lang und an dem obern Theile zwei breit. + +Man findet die Gerbos gemeinlich in Niedersachsen Ägypten, vorzüglich im Babylon, oder in dem westlichen Theile der selben. Man hat sie also falschlich Bergratten oder Bergmauren genannt, weil der ganze untere Theil von Ägypten eine ebene Fläche ist. + +Die Jerbos halten sich sehr häufig in dem Sand und in den Schutthaufen um das neue Alexandrien herum auf. Sie leben därfelbst Herdenweise und machen Hohlen, die sie mit ihren Nägeln und mit ihren gebogen graben. Man hat mir gesagt, sie durchlocherten sogar den weichen Stein, der unter der Sandschicht liegt. Ob sie gleich gar nicht wild sind, so finden sie doch sehr unruhig: das geringste Gerausch oder irgend ein neuer Gegenstand jagt sie eilfertig in ihre Löcher zurück. Nur alledann kann man einen töten, wenn man ihn unversehens überrascht. + +Die Araber fangen sie lebendig, indem sie die Ausgänge der verschiedenen Gänge in ihre Höhlen mit Ausnahme eines Einzigen, durch welchen dieselben herauszugehen zwingen, verstopfen. Ich habe niemals etwas vom Jerbo gegessen, allein man hält ihr Fleisch für eine sehr gute Mahlzeit: indessen verachten die Einwohner von Ägypten dasselbe nicht. Ihr Fell, das ein weiches und glänzendes Haar hat, braucht man zu gemeinen Unterfuttern." +Z166069305,133,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000133/full/full/0/native.jpg,"Nie +JAI +Ich habe in Aegypten sechs von diesen Thieren +eine Zeitlang in einem Kafigt' von Eirendraht ernahrt +Schon in der ersten Nacht hatten fie feine Seitenpfosten +und die Dauerholze ganz zerschnitten; ich muste also one +Innere des Kafigts mit uberzinntem Eifenbleciye verfehen +laffen. Sie frasen Getraide, Reis, Nuffe und alto +Arten von fruchter. Es gefiel ihnen fehe an der Somez +To bald mar fie in den Schatten feste, drangteh fie fich +an einanderoga und Schienen pon dem Mangel an Warme +zu leiden. 1979 +Man, peto +die Ferbo's fchliefen bei Tage +und niemals des Nachts: ich habe aber gerade das Gegen: +thell bemerkt In dem Zustande er Freiheit trift man +fie bei vollem Tage um ihre unterirrdischen Wohnungen +herum an, und diejenigen, die ich ernahrt habe, waren +niemals lebhafter und aufgewekter, als wenn sie +Sonnenscheine befanden. Ob fie gleid) in ihret Bewes +gungen viel Behendigkeit haben, fo fcheinent doch Sanftheit +und Ruhe ihren Charakter auszumachen. Die Meinigen +liesen sich ohne Muhe Beruhten: es entstand weder +Serausch noch Streit zwischen ihnen sogar nicht einmal, +Wenn- fie Gutter bekamen. Sie zeigten ubrigens weder +Freude noch Furcht noch Erkenntlichkeit. Ihre Sanftheit +war weder liebenswurdig mod intereffant; fie fchien die +Wirkung einer katten und vollkommenen Gleichgultigkeit +zu rern, die an Gefuhllosigkeit grenzte. +Drei von diesen Jerbos starben nach einander vor +meiner Abreise von Alexandrien. Ich verlohr wih- +rend einer etwas unangenehmen Ueberfahrt nach der +Insel Rhodus zwei Andere, wo der Leztere durch die +Machlasigkeit desjenigen, der die Aufsicht daruber hatte, +aus dem Stafigt entwischte und verschwand. Ich lies +genau nach suchen, als man das Schiff auslud, aber man +fand ihn nicht: er war ohne Zweifel von den Masen vers +jehrt worden,","1405 + +ER + +Nie + +JAI + +. + +M + +Ich habe in Aegypten ſechs von dieſen Thieren +eine Zeitlang in einem Käfigt' von Eirendraht ernährt +Schon in der erſten Nacht hatten fie feine Seitenpfoſten +und die Dauerholze ganz zerſchnitten; ich mußte alſo one +Innere des Käfigts mit überzinntem Eifenbleciye verfehen +laffen. Sie fraßen Getraide, Reis, Nüffe und alto +Arten von früchter. Es gefiel ihnen fehe an der Somez +To bald mar fie in den Schatten feste, drångteh fie fich +an einanderoga und Schienen pon dem Mangel an Wärme +zu leiden. 1979 +Man, peto + +die Ferbo's fchliefen bei Tage +und niemals des Nachts: ich habe aber gerade das Gegen: +thell bemerkt In dem Zuſtande øer Freiheit trift man +fie bei vollem Tage um ihre unterirrdiſchen Wohnungen +herum an, und diejenigen, die ich ernährt habe, waren +niemals lebhafter und aufgewekter, als wenn ſie +Sonnenſcheine befanden. Ob fie gleid) in ihrét Bewes +gungen viel Behendigkeit haben, fo fcheinent doch Sanftheit +und Ruhe ihren Charakter auszumachen. Die Meinigen +ließen ſich ohne Mühe Berühten: es entſtand weder + +3 +Seräuſch noch Streit zwiſchen ihnen ſogar nicht einmal, +Wenn- fie Gutter bekamen. Sie zeigten übrigens weder +Freude noch Furcht noch Erkenntlichkeit. Ihre Sanftheit +war weder liebenswürdig mod intereffant; fie fchien die +Wirkung einer katten und vollkommenen Gleichgültigkeit +zu rern, die an Gefühlloſigkeit grenzte. + +Drei von dieſen Jerbos ſtarben nach einander vor +meiner Abreiſe von Alexandrien. Ich verlohr wih- +rend einer etwas unangenehmen Ueberfahrt nach der +Inſel Rhodus zwei Andere, wo der Leztere durch die +Machlaßigkeit desjenigen, der die Aufſicht darüber hatte, +aus dem Stafigt entwiſchte und verſchwand. Ich ließ +genau nach ſuchen, als man das Schiff auslud, aber man +fand ihn nicht: er war ohne Zweifel von den Maßen vers +jehrt worden, + +1 + +1 + + +","Nie habe ich in Ägypten sechs von diesen Thieren eine Zeitlang in einem Käfig von Eisenendraht ernährt. Schon in der ersten Nacht hatten sie feine Seitenpfosten und die Dauerholze ganz zerschnitten; ich musste also die Innere des Käfigs mit überzinnnem Eisenblech verfehen lassen. + +Sie frasen Getreide, Reis, Nuße und aller Arten von Früchten. Es gefiel ihnen sehr an der Sonne zu liegen; zu bald morgen sie in den Schatten fest, drängten sich an einander und schienen unter dem Mangel an Wärme zu leiden. + +Die Ferkos schliefen bei Tage und niemals des Nachts: ich habe aber gerade das Gegenteil bemerkt. In dem Zustande der Freiheit trifft man sie bei vollem Tage um ihre unterirdischen Wohnungen herum an, und diejenigen, die ich ernährt habe, waren niemals lebhafter und aufgeweckter, als wenn sie Sonnenschein befanden. + +Ob sie gleich in ihren Bewegungen viel Behendigkeit haben, so scheint doch Sanftmut und Ruhe ihren Charakter auszumachen. Die Meinigen ließen sich ohne Mühe berühren: es entstand weder Serausch noch Streit zwischen ihnen sogar nicht einmal, wenn sie Gitter bekamen. + +Sie zeigten übrigens weder Freude noch Furcht noch Erkenntlichkeit. Ihre Sanftmut war weder liebenswürdig noch interessant; sie schienen die Wirkung einer kahlen und vollkommenen Gleichgültigkeit zu verlieren, die an Gefühllosigkeit grenzte. + +Drei von diesen Jerbos starben nach einander vor meiner Abreise von Alexandrien. Ich verlor während einer etwas unangenehmen Überfahrt nach der Insel Rhodus zwei Andere, wo der Letztere durch die Nachlässigkeit desjenigen, der die Aufsicht darüber hatte, aus dem Stapelte entwischte und verschwand. + +Ich lies genau nach suchen, als man das Schiff auslud, aber man fand ihn nicht: er war ohne Zweifel von den Maßen verscheucht worden." +Z166069305,134,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000134/full/full/0/native.jpg,"Mari Diese kleinen Thiere scheinen in der Gefangenschaft +chwer zu erhalten und noch fchwerer in unser Clima su +berretzen zu feyn.:. Es ist ubrigens nuzlich, denjenigen, +bie etwann dergleichen nach Eurppa zu bringer versuchen +follten die Vorsichtsmaasregeln zu zeigen asidies, man +burchans anwenden mus, um fie auf dem Seiffen fort +zuschaffen: es sind diefelben, die man bei der Ueberfahrt +des Fevketfaninchens:*); des Afpufchny **) und anderer +vierfurigen Dhiere mit nagenden Zahner aus Amerika +braucht. Man sperrt sie in Kafige oder Faffer ein, we +fie nicht +a onnen: da fie von Natur geneigt +And, alles mit den +Bahnen +u jernagen, +Po wurden sie +wahrend der Reise betradhtliche Unkosten verursachen, und +da fie felbst das harteste Solz zerragen, fo wurdere fit +die Schiffe in Gefahr Tegen ***). +Cavia arguti Lin. +*). Cavia aculchy, Lin. +***) hier ruft der Berfaffer zwei Priefe ein, die ich seglarer +weil ihr Inhalt schon in dem Borhergehenden enthalten ift. +& r hatte im Jahr 1787, Teine Beobachtungen uber die ger +was betannt gemacht, die einen Gegnet allt +dein Herra +1996 Berthout pan Berdem fanden, der behauptete, der +19terbo und die alagraga' waren zwei Chtere von ganz perfchies +dener Art. Der Verfasser beantwortet daher hier diese Cine +wendungen, die er zugleich selbst mit einschaltet. +Der Ueberseker.","అంది + +1 + +Mari Dieſe kleinen Thiere ſcheinen in der Gefangenſchaft +chwer zu erhalten und noch fchwerer in unſer Clima su +berretzen zu feyn.:. Es iſt übrigens nůzlich, denjenigen, +bie etwann dergleichen nach Eurppa zu bringer verſuchen +follten die Vorſichtsmaaßregeln zu zeigen asidies, man +bürchans anwenden muß, um fie auf dem Seiffen fort +zuſchaffen: es ſind diefelben, die man bei der Ueberfahrt +des Fevketfaninchens:*); des Afpufchny **) und anderer +vierfürigen Dhiere mit nagenden Zahner aus Amerika +braucht. Man ſperrt ſie in Käfige oder Fåffer ein, we +fie nicht + +a onnen: da fie von Natur geneigt +And, alles mit den + +Bahnen +u jernagen, + +Po würden ſie +während der Reiſe betradhtliche Unkoſten verurſachen, und +da fie felbſt das hårteſte Solz zerragen, fo würdere fit +die Schiffe in Gefahr Tegen ***). + +& + +1 + +Cavia arguti Lin. +*). Cavia aculchy, Lin. +***) hier ruft der Berfaffer zwei Priefe ein, die ich seglarer +weil ihr Inhalt ſchon in dem Borhergehenden enthalten ift. + +. +& r hatte im Jahr 1787, Teine Beobachtungen über die ger +was betannt gemacht, die einen Gegnet allt + +dein Herra +1996 Berthout pan Berdem fanden, der behauptete, der +19terbo und die alagraga' waren zwei Chtere von ganz perfchies + +dener Art. Der Verfaſſer beantwortet daher hier dieſe Cine +wendungen, die er zugleich ſelbſt mit einſchaltet. + +Der Ueberſeker. + +& + + +","Mari Diese kleinen Thiere scheinen in der Gefangenschaft schwer zu erhalten und noch schwieriger in unser Klima zu übertragen zu sein. Es ist übrigens nützlich, denjenigen, die etwan dergleichen nach Europa zu bringen versuchen sollten, die Vorsichtsmaßregeln zu zeigen, als dies man bei der Ueberfahrt des Ferketfäninchens, des Affen und anderer vierfüßiger Thiere mit nagenden Zähnen aus Amerika braucht. Man sperrt sie in Käfige oder Fässer ein, weil sie nicht annehmen: da sie von Natur geneigt sind, alles mit den Bächen zu nagen; wurden sie während der Reise beträchtliche Unkosten verursachen, und da sie selbst das härteste Holz zerragen, so würde es die Schiffe in Gefahr bringen. + +Cavia arguti Lin. +Cavia aculchy, Lin. + +*) Hier ruft der Berichter zwei Pfeile ein, die ich seglarer weil ihr Inhalt schon in dem Vorhergehenden enthalten ist. +Er hatte im Jahr 1787 seine Beobachtungen über die gewöhnlich bekannten Tiere gemacht, die einen Gegner allen Theilen seiner Herrn gefunden, der behauptete, der Capybara und die Agouta waren zwei Thiere von ganz verschiedener Art. Der Verfasser beantwortet daher hier diese Einwendungen, die er zugleich selbst einschaltet. + +Der Uebersetzer." +Z166069305,135,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000135/full/full/0/native.jpg,"io7 +3 wolftes Capitel. +Franzosische Faktorei +Statue +Adanson und +sein Unglut Augufter ein andrer franzosificher +Dollmetscher altes Grabmal> Alexanders Name +wird noch in Aegypten in Ehren gehalten Venetias +ner und Englander Handel Schermes +Fische. +Ich +Ich wohnte zu Alexandrien in den Haufe, das der +i frangfische Consul, und die Franzofischen Kaufleute inne +batten: es lag in der Nahe des Meeres im Hintergrunde +des neuen Hafens. Es ist ein viereckigtes Gebaude, der +Ten Seiten einen grosen Sof einschliesen,' um telchen +herum, fo wie unter den Arfaden, Magazine find. Die +Arkaden werben durch Saulen- ober richtiger durch Cheile +von Saulen gestuzt, die man aus den Schutthaufen ber +alten Stadt herausgesucht hat: mehrere Find von Granit +und eine darunter ist von Porphyr. +In diesem Sofe stand auch eine Statue von gewohn- +licher Grose, von einem weisen Steine, die eine figende +Frau, mit einern aufrechtstehenden Kinde an ihrer Seite +vorstellte. Sie ist ein ziemlich gutes Werk: vorzuglich +hat die Draperie ihr Verdienst. Einige Araber hatten +diere Statue unter den Ruinen gefunden, und an +einen franzosischen Dolmetscher verkauft, der fie in fein +Baterland fchaffen laffen wollte. Allein er ffarb, ehe er","io7 + +3 + +1 + +1 + +3 wolftes Capitel. + +73 + +7 + +1 + +1 + +Franzöſiſche Faktorei + +Statue + +Adanſon und +ſein Unglüt Augufter ein andrer franzöſificher +Dollmetſcher altes Grabmal> Alexanders Name +wird noch in Aegypten in Ehren gehalten Venetias +ner und Englander Handel Schermes + +Fiſche. + +Ich + +Ich wohnte zu Álexandrien in den Haufe, das der + +, +i frangøfiſche Conſul, und die Franzöfiſchen Kaufleute inne + +batten: es lag in der Nähe des Meeres im Hintergrunde +des neuen Hafens. Es iſt ein viereckigtes Gebäude, der +Ten Seiten einen großen Sof einſchließen,' um telchen +herum, fo wie unter den Arfaden, Magazine find. Die +Arkaden werben durch Säulen- ober richtiger durch Cheile +von Säulen geſtüzt, die man aus den Schutthaufen ber +alten Stadt herausgeſucht hat: mehrere Find von Granit +und eine darunter iſt von Porphyr. + +I + +In dieſem Sofe ſtand auch eine Statue von gewohn- +licher Große, von einem weißen Steine, die eine figende +Frau, mit einern aufrechtſtehenden Kinde an ihrer Seite +vorſtellte. Sie iſt ein ziemlich gutes Werk: vorzüglich +hat die Draperie ihr Verdienſt. Einige Araber hatten +diere Statue unter den Ruinen gefunden, und an +einen franzöſiſchen Dolmetſcher verkauft, der fie in fein +Baterland fchaffen laffen wollte. Allein er ffarb, ehe er + + +","107 +3 wolftes Capitel. +Französische Faktorei +Statue +Adanson und +sein Unglück August ein anderer französischer +Dolmetscher altes Grabmal; Alexanders Name +wird noch in Ägypten in Ehren gehalten Venetias +ner und Englander Handel Schermes +Fische. +Ich wohnte zu Alexandrien in den Häusern, das der +französische Consul, und die französischen Kaufleute inne +hatten: es lag in der Nähe des Meeres im Hintergrunde +des neuen Hafens. Es ist ein viereckigtes Gebäude, deren +vier Seiten einen großen Saal einschließen, um welchen +herum, so wie unter den Arkaden, Magazine finden. +Die Arkaden werden durch Säulen- oder richtiger durch +Kapitelle von Säulen gestützt, die man aus den Schutthaufen +der alten Stadt herausgesucht hat: mehrere sind von Granit +und eine darunter ist von Porphyr. + +In diesem Saale stand auch eine Statue von gewöhnlicher +Größe, von einem weißen Steine, die eine stehende +Frau, mit einem aufrechtstehenden Kinde an ihrer Seite +vorstellte. Sie ist ein ziemlich gutes Werk: vorzüglich +hat die Draperie ihr Verdienst. Einige Araber hatten +diese Statue unter den Ruinen gefunden, und an +einen französischen Dolmetscher verkauft, der sie in sein +Vaterland schaffen lassen wollte. Allein er starb, ehe er" +Z166069305,136,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000136/full/full/0/native.jpg,"Feinen Entschlus ausfuhren konnte, und feit dieser Zeit +war die Statue das Ziel von dem Anprallen der Waaren- +ballen geblieben, die man stets um dieselbe berum warf, +und die fie fogar verftummelt hatten, ohne das nur +jemand varan gedacht hatte, fie zu erhalten oder zu ihrer +Bestimmung abzufchicken, wo man sie gewis mit Freuden +aufgenommen haben wuro .. Der Genius der Zerstorung +muste mit aller Gewalt +, auf Gegenden bereichen, die mit +ben traurigen Wirkungen seiner Macht bedekt lagen, das +er fich fogar +their den fur eine gebildete Nation be +fimmten Unfahig einschlich! +Die Zinimer find uber den Magazinen; die Fenster +find folglich ziemlich hoch, und ein einziges sehr festes +Thor verschliest diesen Hofraum. Bei Tumulten verram- +melte man es noch durch aufeinander gehaufte Waaren- +Ballen. Wenn der Aufstand nicht nachlies und man ur- +fache zu furchten hatte, das Bolt mochte eine Deffnung +machen, po schlich fich jedermann in der Nacht durch die +Fenster und floh an Bord irgend eines Schiffes, +ES ftand ehemals nur ein Viceconsul an der Spike +diefer Faktorei, aber Herr Dott hatte wahrend seiner +Aufsicht den Conful von Cairo weggezogen, wo man +ihn unmoglich gegen die Beleidigungen und Bedruckungen +der mameluden schusen konnte, und in Alerants +drien angestellt. Man kann leicht schliesen, das er hier- +in feiner grosern Sicherheit lebte. Die franzosische +flagge wehete auf der Terrasse der Faktorei, und es +ware vielleicht besser gewesen, wenn man sie nicht daselbst +gezeigt batte, weil man ihr keine Achtung verschaffen +konnte. +Unter der kleinen Anzahl von Franzosen, die fich +hier aufhielten, und die id) nie vergeffen werde, war +auch ein den Wissenschaften theuerer Name, namlich","108 + +Feinen Entſchluß ausführen konnte, und feit dieſer Zeit +war die Statue das Ziel von dem Anprallen der Waaren- +ballen geblieben, die man ſtets um dieſelbe berum warf, +und die fie fogar verftůmmelt hatten, ohne daß nur +jemand varan gedacht hatte, fie zu erhalten oder zu ihrer +Beſtimmung abzufchicken, wo man ſie gewiß mit Freuden +aufgenommen haben würợ .. Der Genius der Zerſtörung +mußte mit aller Gewalt + +, auf Gegenden bereichen, die mit +ben traurigen Wirkungen ſeiner Macht bedekt lagen, daß + +. +ér fich fogar + +their den für eine gebildete Nation be +fimmten Unfähig einſchlich! + +Die Zinimer find über den Magazinen; die Fenſter +find folglich ziemlich hoch, und ein einziges ſehr feſtes +Thor verſchließt dieſen Hofraum. Bei Tumulten verram- +melte man es noch durch aufeinander gehåufte Waaren- +Ballen. Wenn der Aufſtand nicht nachließ und man ur- +fache zu fürchten hatte, das Bolt mochte eine Deffnung +machen, po ſchlich fich jedermann in der Nacht durch die +Fenſter und floh an Bord irgend eines Schiffes, + +ES ftand ehemals nur ein Viceconſul an der Spike +diefer Faktorei, aber Herr Dott hatte während ſeiner +Aufſicht den Conful von Cairo weggezogen, wo man +ihn unmöglich gegen die Beleidigungen und Bedrückungen +der mameluden ſchüßen konnte, und in Alerants +drien angeſtellt. Man kann leicht ſchließen, daß er hier- +in feiner großern Sicherheit lebte. Die franzöſiſche +flagge wehete auf der Terraſſe der Faktorei, und es +wäre vielleicht beſſer geweſen, wenn man ſie nicht daſelbſt +gezeigt båtte, weil man ihr keine Achtung verſchaffen +konnte. + +Unter der kleinen Anzahl von Franzoſen, die fich +hier aufhielten, und die id) nie vergeffen werde, war +auch ein den Wiſſenſchaften theuerer Name, nåmlich + + +","Feinen Entschluß ausführen konnte, und seit dieser Zeit war die Statue das Ziel von dem Anprallen der Warenballen geblieben, die man stets um dieselbe herumwarf, und die sie sogar verstellmümmelt hatten, ohne daß nur jemand daran gedacht hatte, sie zu erhalten oder zu ihrer Bestimmung abzuschicken, wo man sie gewiß mit Freuden aufgenommen haben würde. Der Genius der Zerstörung mußte mit aller Gewalt in Gegenden bereichen, die mit den traurigen Wirkungen seiner Macht bedeckt lagen, das er sich sogar über den für eine gebildete Nation bestimmten Unsinn einschlich! + +Die Zinnen sind über den Magazinen; die Fenster sind folglich ziemlich hoch, und ein einziges sehr festes Thor verschließt diesen Hofraum. Bei Tumulten verrammelte man es noch durch aufeinander gehäufte Warenballen. Wenn der Aufstand nicht nachließ und man Ursache zu fürchten hatte, daß das Bolt eine Drehung machen könnte, so schlich sich jedermann in der Nacht durch die Fenster und floh an Bord irgend eines Schiffes. + +Es stand ehemals nur ein Viceconsul an der Spitze dieser Faktorei, aber Herr Dott hatte während seiner Aufsicht den Konsul von Cairo weggezogen, wo man ihn unmöglich gegen die Beleidigungen und Bedrückungen der Mamelucken schützen konnte, und in Alexandrien angestellt. Man kann leicht schließen, daß er hierin seiner größeren Sicherheit lebte. Die französische Flagge wehte auf der Terrasse der Faktorei, und es wäre vielleicht besser gewesen, wenn man sie nicht daselbst gezeigt hätte, weil man ihr keine Achtung verschaffen konnte. + +Unter der kleinen Anzahl von Franzosen, die sich hier aufhielten, und die ich nie vergessen werde, war auch ein den Wissenschaften teurer Name, namens" +Z166069305,137,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000137/full/full/0/native.jpg,"Adanson. Er war ein Bruder des Akademikers gu Paris, +hatte sich von Jugend an auf das Studium der morgens +landischen Sprachen gelegt, und vertrat seit langer Zeit +in der Bevante die figliche Stelle eines Dolmetschers. +Er hatte in Syrien eines don den grausamen Abenta +theuern ausgestanden, die sowohl der Regierung, die fie +befiehlt, als derjenigen, die sie ohne Rache zu nehmer +duldet, zur Schande gereicht. Er war ein Opfer feiner +Pricht, und zugleich auch der abscheulichen Grausamkeit +eines Pafcha gewesen. Da er den Auftrag hatte, bei +diefem in Verbindung mit einert Collegen gerechte Se +schwerden im Namen der franzffischen Natioit anzubringen; +so wurden alle beide auf Befehl des wilden Muselmannes +der grausamen Strafe der Saftonade auf die Fussohlen +uberliefert. Der andere Dollmetsder gab reinen Seift +unter den Schlagen auf, und Adanfon, vielleicht nod +ungluklicher, uberlebte zwar diese schretliche Strafe, und +die Beschimpfung, die die franzosische Regierung unbes +straft lies, abet feine Fuse waren zerschmettert, und er +konnte fast gar nicht gehen. +Abanfon erhielt weder eine Genugthuung noch eine +Belohnung von der Regierung, sondern vegetirte noch zu +Alexandrien und verrichtete mit Herrn Auguste das +Gefchaft des Dollmetschers, und diesen beiden Mannern +verdanke ich es vorzuglich, das ich in einem so schwierig +su bereisenden Lande Gelegenheit gehabt habe, Beobach- +tungen anzufellen. +Ich hatte von einer sonderbaren Denkmale, von +einer Art von antiquem Grabe, sprechen gehort, das sich +in einer Moschee fauserhalb des Umfanges von Alexane +drien befande: umfonft entdekte ich meinen Wunsch, es +zu sehen; man versicherte mich, das dies nicht allein +gefahrlich, sondern anch unmoglich fen. Der franzsfische +Consul und Herr Udansoon baten mith Fehr, von dies","109 + +EP + +Adanſon. Er war ein Bruder des Akademikers gu Paris, +hatte ſich von Jugend an auf das Studium der morgens +ländiſchen Sprachen gelegt, und vertrat ſeit langer Zeit +in der Bevante die figliche Stelle eines Dolmetſchers. +Er hatte in Syrien eines don den grauſamen Abenta +theuern ausgeſtanden, die ſowohl der Regierung, die fie +befiehlt, als derjenigen, die ſie ohne Rache zu nehmer +duldet, zur Schande gereicht. Er war ein Opfer feiner +Pricht, und zugleich auch der abſcheulichen Grauſamkeit +eines Pafcha geweſen. Da er den Auftrag hatte, bei +diefem in Verbindung mit einert Collegen gerechte Se +ſchwerden im Namen der franzffiſchen Natioit anzubringen; +ſo wurden alle beide auf Befehl des wilden Muſelmannes +der grauſamen Strafe der Saftonade auf die Fußſohlen +überliefert. Der andere Dollmetſder gab reinen Seift +unter den Schlägen auf, und Adanfon, vielleicht nod +unglůklicher, überlebte zwar dieſe ſchretliche Strafe, und +die Beſchimpfung, die die franzöſiſche Regierung unbes +ſtraft ließ, abet feine Füße waren zerſchmettert, und er +konnte faſt gar nicht gehen. + +Abanfon erhielt weder eine Genugthuung noch eine +Belohnung von der Regierung, ſondern vegetirte noch zu +Alexandrien und verrichtete mit Herrn Auguſte das +Gefchaft des Dollmetſchers, und dieſen beiden Männern +verdanke ich es vorzüglich, daß ich in einem ſo ſchwierig +su bereiſenden Lande Gelegenheit gehabt habe, Beobach- +tungen anzufellen. + +Ich hatte von einer ſonderbaren Denkmale, von +einer Art von antiquem Grabe, ſprechen gehört, das ſich +in einer Moſchee faußerhalb des Umfanges von Alexane +drien befånde: umfonft entdekte ich meinen Wunſch, es +zu ſehen; man verſicherte mich, daß dies nicht allein +gefährlich, ſondern anch unmöglich fen. Der franzsfiſche +Conſul und Herr Udanſoon baten mith Fehr, von dies + + +","Adamson. Er war ein Bruder des Akademikers in Paris, +hatte sich von Jugend an auf das Studium der morgenländischen Sprachen gelegt, und vertrat seit langer Zeit +in der Levante die feierliche Stelle eines Dolmetschers. +Er hatte in Syrien einen der grausamen Abenteuer durchgestanden, die sowohl der Regierung, die sie befiehlt, als derjenigen, die sie ohne Rache zu nehmen duldet, zur Schande gereicht. Er war ein Opfer seiner Pflicht, +und zugleich auch der abscheulichen Grausamkeit eines Paschas gewesen. +Da er den Auftrag hatte, bei diesem in Verbindung mit einem Kollegen gerechte Beschwerden im Namen der französischen Nation anzubringen; so wurden alle beide auf Befehl des wilden Muselmannes +der grausamen Strafe der Bastonade auf die Fußsohlen überliefert. +Der andere Dolmetscher gab seinen Seufzern unter den Schlagen nach, und Adamson, vielleicht unglücklicher, überlebte zwar diese schreckliche Strafe, und die Beschimpfung, die die französische Regierung ungestraft ließ; aber seine Füße waren zerschmettert, und er +konnte fast gar nicht gehen. + +Adamson erhielt weder eine Genugthuung noch eine Belohnung von der Regierung, sondern vegetierte noch zu Alexandrien und verrichtete mit Herrn Auguste das Geschäft des Dolmetschers, +und diesen beiden Männern verdanke ich es vorzüglich, dass ich in einem so schwierigen Lande Gelegenheit gehabt habe, Beobachtungen anzustellen. + +Ich hatte von einer sonderbaren Denkmale, von einer Art von antiken Grabe, sprechen gehört, das sich +in einer Moschee außerhalb des Umfanges von Alexandria befände: +umsonst entdeckte ich meinen Wunsch, es zu sehen; man versicherte mich, +dass dies nicht allein gefährlich, sondern auch unmöglich sei. +Der französische Konsul und Herr Udansoon baten mich mit Furcht, von diesem" +Z166069305,138,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000138/full/full/0/native.jpg,"fem Berlangen abzustehen. Judeffen nahm es Herr +Auguste, der weniger furchtsam war, uber sich, mich +heimlich und ohne Wiffen anderer Franzosen Dahin ga +fuhren. Ein Janitschar von der Faktorei begleitete uns; +der Scheit der Moschee Iman, bei den Turken) +erwartete uns, und wir konnten alles fehr bequem vermit. +telft eines Geschenkes, das Herr A ugufte dem Priefter +gegeben hatte, untersuchen. +Dieser Sempel ist alt; er wurde von einem Calis +phen erbauct: die Mauern sind mit verschiedenfarbigem +Marmor uberzogen, und man sieht dafelbst noch einige +schone Ueberreste von Mosaik. +Das Grabmal, der Gegenstand unserer Neugier und +das man fur eines der schonsten Alterthumsstucke ansehen +kann, die Aegypten noch befizt, war von den IN aho: +medanern in eine Art von Bad, in einen Behalter +veripandelt worden, der das zu ihren religidsen Abwas +( changen bestimmte Waffer zu enthalten gewidmet war. +Es ist sehr gros, und wurde ein langliches Vierek auss +machen, wenn nicht eine von feinen kleinen Seiten in +Gestalt einer Badwanne gerundet ware. Wahrscheinlicher +Weise war es ehemals durch ein Capital verschloffen; +allein man sieht jezt teine Spur mehr davon: es ist ganz- +lich offen. Es besteht ganz aus einem Sticke prachtigen +Marmors, mit grunen, gelben, rothlichen u. Po to. +Flecken auf einem schonen schwarzen Grunde. Dorzuglich +interessant aber wird es durch die ungeheure Menge von +Hieroglyphen, womit es von Uusen und von Innen beso +dekt ift. Man wurde fie faum in einem Monate abcopies +ren fonnen; bis jezt hat man noch keine genaue Abbildung +davon. Diejenige, die ich bei meiner Zurrufkehr aus Hege +ypten beim Minister Bertin zu Paris gesehen haber +gab nur eine Vorstellung von der Geftalt des Denkmals, +aber nicht von den Sieroglyphen, die man aus dem Kopfe,","119 + +fem Berlangen abzuſtehen. Judeffen nahm es Herr +Auguſte, der weniger furchtſam war, über ſich, mich +heimlich und ohne Wiffen anderer Franzoſen Dahin ga +führen. Ein Janitſchar von der Faktorei begleitete uns; +der Scheit der Moſchee Iman, bei den Türken) +erwartete uns, und wir konnten alles fehr bequem vermit. +telft eines Geſchenkes, das Herr A ugufte dem Priefter +gegeben hatte, unterſuchen. + +Dieſer Sempel iſt alt; er wurde von einem Calis +phen erbauct: die Mauern ſind mit verſchiedenfarbigem +Marmor überzogen, und man ſieht dafelbſt noch einige +ſchone Ueberreſte von Moſaik. + +Das Grabmal, der Gegenſtand unſerer Neugier und +das man für eines der ſchönſten Alterthumsſtücke anſehen +kann, die Aegypten noch befizt, war von den IN aho: +medanern in eine Art von Bad, in einen Behälter +veripandelt worden, der das zu ihren religidſen Abwas +( changen beſtimmte Waffer zu enthalten gewidmet war. +Es iſt ſehr groß, und wurde ein långliches Vierek auss +machen, wenn nicht eine von feinen kleinen Seiten in +Geſtalt einer Badwanne gerúndet wäre. Wahrſcheinlicher +Weiſe war es ehemals durch ein Capital verſchloffen; +allein man ſieht jezt teine Spur mehr davon: es iſt gånz- +lich offen. Es beſteht ganz aus einem Sticke prächtigen +Marmors, mit grünen, gelben, röthlichen u. Po to. +Flecken auf einem ſchönen ſchwarzen Grunde. Dorzüglich +intereſſant aber wird es durch die ungeheure Menge von +Hieroglyphen, womit es von Uußen und von Innen beso +dekt ift. Man würde fie faum in einem Monate abcopies +ren fónnen; bis jezt hat man noch keine genaue Abbildung +davon. Diejenige, die ich bei meiner Zurrůfkehr aus Hege +ypten beim Miniſter Bertin zu Paris geſehen haber +gab nur eine Vorſtellung von der Geftalt des Denkmals, +aber nicht von den Sieroglyphen, die man aus dem Kopfe, + + +","Fem Berlangen abzustehen. Juden nahm es Herr Auguste, der weniger furchtsam war, über sich, mich heimlich und ohne Wissen anderer Franzosen dahin zu führen. Ein Janitschar von der Faktorei begleitete uns; der Scheich der Moschee Iman, bei den Türken erwartete uns, und wir konnten alles sehr bequem vermieten. +Dieser Tempel ist alt; er wurde von einem Kalifen erbaut: die Mauern sind mit verschiedenfarbigem Marmor überzogen, und man sieht noch einige schöne Überreste von Mosaik. + +Das Grabmal, der Gegenstand unserer Neugier, das man für eines der schönsten Altertumsstücke ansehen kann, die Ägypten noch besitzt, war von den Mohammedanern in eine Art von Bad, in einen Behälter verändert worden, der das zu ihren religiösen Abwaschungen bestimmte Wasser zu enthalten gewidmet war. + +Es ist sehr groß und würde ein langliches Viereck ausmachen, wenn nicht eine von seinen kleinen Seiten in Gestalt einer Badwanne gerundet wäre. Wahrscheinlicherweise war es ehemals durch ein Capital verschlossen; allein man sieht jetzt keine Spur mehr davon: es ist ganzlich offen. + +Es besteht ganz aus einem Stück prächtigen Marmors, mit grünen, gelben, rothlichen und violetten Flecken auf einem schönen schwarzen Grunde. Dazu wird es aber durch die ungeheure Menge von Hieroglyphen, womit es von Außen und von Innen besetzt ist. + +Man würde sie kaum in einem Monat abzeichnen können; bis jetzt hat man noch keine genaue Abbildung davon. Diejenige, die ich bei meiner Rückkehr aus Ägypten beim Minister Bertin zu Paris gesehen habe, gab nur eine Vorstellung von der Gestalt des Denkmals, aber nicht von den Hieroglyphen, die man aus dem Kopfe" +Z166069305,139,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000139/full/full/0/native.jpg,"amd dem Ungefahr uberlassen, darauf abgebildet hatte. +Es ist beinahe so als wenn man eine Innschrift abzuschrei. +ben suchte, und zufrieden ware, die Buchstaben ohne +Drdnung und ohne Zusammenhang zu schreiben. Nur +wenn die Figuren dieser symbolischen Schrift gewissenhaft +nachgebildet werden, kann man zur Kenntnis einer geheim. +nisvollen Sprache gelangen, wovon die Geschichtekennta +nis eines einst fo beruhmten Landes abhangt. Wenn +diere Sprache bekannt fern wird, wird man auch dert +Ursprung des Sarcophags und die Geschichte des +machtigen Mannes erfahren, dessen leberrefte er enthielt. +Bisher war blos den Muthiaffungen ein weites Selo +gesffnet. +un der Seite des Grasmales bemerkte ich an einem +Stude von grauem Marmor, mit welchem man auch die +Moschee gepflastert hatte, eine griechische Inschrift, die +aber mit romischen Buchstaben geschrieben war: da fie +halb ausgeldfdyt war, so hatte man zu ihrer Entzifferung +mehr Zeit nsthig gehabt, als wir entbehren konnten. +eim ersten Ueberblik konnte ich blos das Wort Conftan. +tinon daran unterscheiden. +Ehemals war es unmoglich, in diere Moschee zu gehen, +und dies ist auch der Grund von dem Stil schweigen, +das die Reisebeschreiber uber das Grabmal, das sie ro +interessant macht, beobachtet haben. Ein Herzog von +Hrag anza war der erste Europeer, der fie besuchte +oder vielmehr entdekte, denn blos der Zufall brachte ihn +in ihre Nahe. Er gieng vor dem Denpel vorbei; die +Thure war offen; er wird niemand in der Gegend herum +gewahr, und die Neugierde treibt ihn hinein. Es rotten +sich Kinder, die ihn gesehen hatten, zusammen, und fan. +gen an, um ihn herum zu schreien. Hatte man ihr +Geschrei verstanden, fo ware es um den portugiesischen +Prinzen gethan gewefen; er zog seinen Geldbeutel und","II + +4 + +amd dem Ungefähr überlaſſen, darauf abgebildet hatte. +Es iſt beinahe ſo als wenn man eine Innſchrift abzuſchrei. +U +ben ſuchte, und zufrieden wäre, die Buchſtaben ohne +Drdnung und ohne Zuſammenhang zu ſchreiben. Nur +wenn die Figuren dieſer ſymboliſchen Schrift gewiſſenhaft +nachgebildet werden, kann man zur Kenntniſ einer geheim. +nißvollen Sprache gelangen, wovon die Geſchichtékennta +niß eines einſt fo berühmten Landes abhängt. Wenn +diere Sprache bekannt fern wird, wird man auch dert +Urſprung des Sarcophags und die Geſchichte des +machtigen Mannes erfahren, deſſen leberrefte er enthielt. +Bisher war bloß den Muthiaffungen ein weites Selo +gesffnet. + +un der Seite des Graſmales bemerkte ich an einem +Stüde von grauem Marmor, mit welchem man auch die +Moſchee gepflaſtert hatte, eine griechiſche Inſchrift, die +aber mit romiſchen Buchſtaben geſchrieben war: da fie +halb ausgeldfdyt war, ſo hatte man zu ihrer Entzifferung +mehr Zeit nsthig gehabt, als wir entbehren konnten. +Þeim erſten Ueberblik konnte ich bloß das Wort Conftan. +tinon daran unterſcheiden. + +I + +Ehemals war es unmöglich, in diere Moſchee zu gehen, +und dies iſt auch der Grund von dem Stil ſchweigen, +das die Reiſebeſchreiber über das Grabmal, das ſie ro +intereſſant macht, beobachtet haben. Ein Herzog von +Hrag anza war der erſte Européer, der fie beſuchte +oder vielmehr entdekte, denn bloß der Zufall brachte ihn +in ihre Nähe. Er gieng vor dem Denpel vorbei; die +Thüre war offen; er wird niemand in der Gegend herum +gewahr, und die Neugierde treibt ihn hinein. Es rotten +ſich Kinder, die ihn geſehen hatten, zuſammen, und fan. +gen an, um ihn herum zu ſchreien. Håtte man ihr +Geſchrei verſtanden, fo wäre es um den portugieſiſchen +Prinzen gethan gewefen; er zog ſeinen Geldbeutel und + + +","Und dem Unglück überlassen, darauf abgebildet hatte. +Es ist beinahe so, als wenn man eine Inschrift abschreiben suchte, und zufrieden wäre, die Buchstaben ohne Ordnung und ohne Zusammenhang zu schreiben. Nur wenn die Figuren dieser symbolischen Schrift gewissenhaft nachgebildet werden, kann man zur Kenntnis einer geheimnisvollen Sprache gelangen, wovon die Geschichtekenntnis eines einst so berühmten Landes abhängt. Wenn diese Sprache bekannt wird, wird man auch den Ursprung des Sarcophags und die Geschichte des mächtigen Mannes erfahren, dessen Leberreste er enthielt. +Bisher war bloß den Mutmaßungen ein weites Feld gesöffnet. + +Und der Seite des Grabmals bemerkte ich an einem Stück von grauem Marmor, mit welchem man auch die Moschee gepflastert hatte, eine griechische Inschrift, die aber mit römischen Buchstaben geschrieben war: da sie halb ausgefärbt war, so hatte man zu ihrer Entzifferung mehr Zeit nötig gehabt, als wir entbehren konnten. +Bei einem ersten Überblick konnte ich bloß das Wort Constantion daran unterscheiden. + +Ehemals war es unmöglich, in diese Moschee zu gehen, und dies ist auch der Grund von dem Schweigen, das die Reisebeschreiber über das Grabmal, das sie interessant macht, beobachtet haben. Ein Herzog von H... anza war der erste Europäer, der sie besuchte oder vielmehr entdeckte, denn bloß der Zufall brachte ihn in ihre Nähe. Er ging vor dem Denkmal vorbei; die Tür war offen; er wird niemanden in der Gegend herum gewahr, und die Neugierde treibt ihn hinein. Es rotten sich Kinder, die ihn gesehen hatten, zusammen, und fangen an, um ihn herum zu schreien. Hätte man ihr Geschrei verstanden, so wäre es um den portugiesischen Prinzen geschehen; er zog seinen Geldbeutel und" +Z166069305,140,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000140/full/full/0/native.jpg,"brachte die Sinder zum Schweigent, indem er ihnen einige +Stucke Geld hinwarf, die ihm den freien nnd ruhigen +Herausgang verschafften. Nach der Zeit hatte der Herr +von Sontagu vergeblich eine grose Summe geboten, +um den Eintritt in die Moschee zu erhalten. Einige Zeit +hierauf, als ein Scheik Vorsteher wurde, deffen Geschmat +am Gelde den Sieg uber die Gefese des Fanatismus +davon trug, wurde sie jedem Fremden geoffnet, der eine +gechine bezahlen wollte Aber gerade in dem Jahre, +als ich zu Alexandrien antam, waren einige Enga +1 ander ohne alle Vorsicht hineingegangen: Rie wurden +von Leuten aus dem Bolte gesehen, die daruber laut +murrten. Der Scfehlshaber. eilte daher, dem Scheit +einen Berweis zu geben, und ihm den Befehl zu ertheilen, +Feinem Chriften den Eintritt mehr zu gestatten. Das +Aufsehen, das die Sache in einem Lande machte, wo +die Europaer in fteten Hengsten lebten, war noch zu neu; +als das es nicht noch Unruhe und Farcht hinter fich +gelaffest hatte. Allein unser Spaziergang nach der Mos +fchee war fo flug eingerichtet, das nicht einmal die Rede +davon war, und das. niemand davon unterrichtet wurde. +Ich war eines Tages Zeuge von dem Schrecken, den +der blose Gedanke von einer aufruhrerischen Zusammen. +rottirung zu Alexandrien unter den Franzosen er: +regte. Ein Kaufmann brachte die Nachricht, ein Euro. +paer habe einen Eingebornen umgebracht. Ihan fchlos +augenbliklich die Thuren der Faktorei zu, rezte die Ballen +in Bewegung, die zu Strebepfeilern dienen fouten, und +untersuchte schon, auf welches Fahrzeug man fluchten +fonnte, wenn man durch die Fenster hinabstiege, als +man gluklichei Weise erfuhr, es rey ein Muselmann +gewesen, der einen andern Muselmann getodtet habe. +Weitn indeffen ein fteter Umgang mit den verschiedes +nen- Rationen Europens die Sitten der U.lexandris","113 + +* + +. + +brachte die Šinder zum Schweigent, indem er ihnen einige +Stücke Geld hinwarf, die ihm den freien nnd ruhigen +Herausgang verſchafften. Nach der Zeit hatte der Herr + +. +von Sontagu vergeblich eine große Summe geboten, +um den Eintritt in die Moſchee zu erhalten. Einige Zeit +hierauf, als ein Scheik Vorſteher wurde, deffen Geſchmat +am Gelde den Sieg über die Gefeße des Fanatismus +davon trug, wurde ſie jedem Fremden geoffnet, der eine +gechine bezahlen wollte Aber gerade in dem Jahre, +als ich zu Alexandrien antam, waren einige Enga +1 ånder ohne alle Vorſicht hineingegangen: Rie wurden +von Leuten aus dem Bolte geſehen, die darüber laut +murrten. Der Scfehlshaber. eilte daher, dem Scheit +einen Berweis zu geben, und ihm den Befehl zu ertheilen, +Feinem Chriften den Eintritt mehr zu geſtatten. Das +Aufſehen, das die Sache in einem Lande machte, wo +die Europäer in fteten Hengſten lebten, war noch zu neu; +als daß es nicht noch Unruhe und Farcht hinter fich +gelaffest hätte. Allein unſer Spaziergang nach der Mos +fchee war fo flug eingerichtet, daß nicht einmal die Rede +davon war, und daß. niemand davon unterrichtet wurde. + +Ich war eines Tages Zeuge von dem Schrecken, den +der bloße Gedanke von einer aufrühreriſchen Zuſammen. +rottirung zu Alexandrien unter den Franzoſen er: +regte. Ein Kaufmann brachte die Nachricht, ein Euro. +påer habe einen Eingebornen umgebracht. Ihan fchloß +augenbliklich die Thüren der Faktorei zu, rezte die Ballen +in Bewegung, die zu Strebepfeilern dienen fouten, und +unterſuchte ſchon, auf welches Fahrzeug man flüchten +fónnte, wenn man durch die Fenſter hinabſtiege, als +man glúklichei Weiſe erfuhr, es rey ein Muſelmann +geweſen, der einen andern Muſelmann getödtet habe. + +Weitn indeffen ein fteter Umgang mit den verſchiedes +nen- Rationen Europens die Sitten der U.lexandris + + +","brachte die Sünder zum Schweigen, indem er ihnen einige Stücke Geld hinwarf, die ihm den freien und ruhigen Herausgang verschafften. Nach der Zeit hatte der Herr von Montagu vergeblich eine große Summe geboten, um den Eintritt in die Moschee zu erhalten. Einige Zeit hierauf, als ein Scheik Vorsteher wurde, deffen Geschmack am Gelde den Sieg über die Gefäße des Fanatismus davon trug, wurde sie jedem Fremden geöffnet, der eine bestimmte Gebühr bezahlen wollte. Aber gerade in dem Jahre, als ich zu Alexandria ankam, waren einige Engländer ohne alle Vorsicht hineingegangen; sie wurden von Leuten aus dem Volke gesehen, die darüber laut murrten. Der Scheich eilte daher, dem Vorsteher einen Befehl zu geben und ihm den Befehl zu ertheilen, keinem Christen den Eintritt mehr zu gestatten. Das Aufsehen, das die Sache in einem Lande machte, wo die Europäer in steten Händeln lebten, war noch zu neu; als dass es nicht noch Unruhe und Furcht hinter sich gelassen hatte. + +Allein unser Spaziergang nach der Moschee war so sorgfältig eingerichtet, dass nicht einmal die Rede davon war, und das niemand davon unterrichtet wurde. Ich war eines Tages Zeuge von dem Schrecken, den der bloße Gedanke von einer aufrührerischen Zusammenrottung zu Alexandria unter den Franzosen erregte. Ein Kaufmann brachte die Nachricht, ein Europäer habe einen Eingeborenen umgebracht. Man schloss augenblicklich die Türen der Faktorei zu, rückte die Ballen in Bewegung, die zu Strebepfeilern dienen sollten, und untersuchte schon, auf welches Fahrzeug man fliehen könnte, wenn man durch die Fenster hinabstieg, als man glücklicherweise erfuhr, es sey ein Muselmann gewesen, der einen andern Muselmann getötet habe. + +Weit in dem selben Umgang mit den verschiedensten Nationen Europens die Sitten der Alexandriner" +Z166069305,141,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000141/full/full/0/native.jpg,"ner noch nicht hatte mildern konnen, so mus man doch +gestehen, das er, fie schon weniger unduldram uber gewise +Gegenstande emnacht hatte. Alexandrien wan, zum +Beispiel, nebet Rasch id die einzige Stadt in Aegyp- +teny wo die Europaer ihre Kleidung beibehalten +konnten. Un allen andern Orten musten sie in morgens +landischer Tracht erscheinen. Man durfte aber diese Art +von Nachricht nicht misbrauchen: denn wenn man sich +in zahlreiche Gesellschaft, oder mit irgend einiger Pracht, +vorzuglich in den von den Seekusten entfernten Plagen +feben liese so lief man Gefahr, difentlich angefallen zu +werden. +Man konnte sich nicht enthalten, es den Einwohnern +diefes Landes Dant zu wissen, das sie ihrem Flecken den +Namen der alten Stadt erhalten haben. Man findet +Alexandrien in +en in dem arabischen Namen es fan dia +rie wieder, und der liniyille, deffen man sich nicht gegen +die Barbaren enthalten konnte, von welchen die neue +verwustet als bevolkert wurde, hrte +exion +einen Augenblik auf, wenn man sie, wie es mir mehrmals +begegnet ist, den Namen Alexander mit einiger +Ehrfurcht aussprechen"" horte. Er ist bei ihnen ein +Beiwort des Muthes und des Sieges. Ennte Scans +der, sagen fie manchmal, d. h. du bist ein Aler'ans +der: in ihren Augen ist dies die groste Lobeserhebung +der Tapferkeit. So wahr ist es, das weder Marmor +hoch Bronze"" das Andenken der Menschen verewigen. +Grose Handlungert allein knnen ihre Namen auf die +Nachwelt fortpflanzen. Alles vergeht und wird berniche +tet; die Tugenden und die Wohlthaten bleiben als +unzerstorbare Denkmaler in den Herzen bers Menschen, +als das ewige Erbtheil der Bewundering und der +Erkenntlichkeit eingegraben .. +1. Die Venetian er und die Engl ander hatten +Quch Handelsniederlassungen zu Alexandriem. Die +Bonnini Reisen is BO.","1,13 + +** + +2 + +4 + +$ + +ner noch nicht hatte mildern können, ſo muß man doch +geſtehen, daß er, fie ſchon weniger unduldram über gewiſe +Gegenſtände emnacht hatte. Alexandrien wan, zum +Beiſpiel, nebet Raſch id die einzige Stadt in Aegyp- +teny wo die Europäer ihre Kleidung beibehalten +konnten. Un allen andern Orten mußten ſie in morgens +ländiſcher Tracht erſcheinen. Man durfte aber dieſe Art +von Nachricht nicht mißbrauchen: denn wenn man ſich +in zahlreiche Geſellſchaft, oder mit irgend einiger Pracht, +vorzüglich in den von den Seeküſten entfernten Plågen +feben ließe ſo lief man Gefahr, difentlich angefallen zu +werden. + +Man konnte ſich nicht enthalten, es den Einwohnern +diefes Landes Dant zu wiſſen, daß ſie ihrem Flecken den +Namen der alten Stadt erhalten haben. Man findet +Alexandrien in + +en in dem arabiſchen Namen es fan dia +rié wieder, und der liniyillé, deffen man ſich nicht gegen +die Barbaren enthalten konnte, von welchen die neue +verwüſtet als bevolkert wurde, hørte + +"";' +exion +einen Augenblik auf, wenn man ſie, wie es mir mehrmals +begegnet iſt, den Namen Alexander mit einiger +Ehrfürcht ausſprechen"" hörte. Er iſt bei ihnen ein +Beiwort des Muthes und des Sieges. Ennte Scans +der, ſagen fie manchmal, d. h. du biſt ein Aler'ans +der: in ihren Augen iſt dies die größte Lobeserhebung +der Tapferkeit. So wahr iſt es, daß weder Marmor +hoch Bronze"" das Andenken der Menſchen verewigen. +Große Handlungert allein kønnen ihre Namen auf die +Nachwelt fortpflanzen. Alles vergeht und wird berniche +tet; die Tugenden und die Wohlthaten bleiben als +unzerſtörbare Denkmåler in den Herzen bers Menſchen, +als das ewige Erbtheil der Bewundering und der +Erkenntlichkeit eingegraben .. + +1 + +1. Die Venetian er und die Engl ånder hatten +Quch Handelsniederlaſſungen zu Alexandriem. Die +Bonnini Reiſen is BO. + +52 + + +","ner noch nicht hatte mildern können, so muss man doch gestehen, dass er sie schon weniger unduldsam über gewisse Gegenstände gemacht hatte. Alexandrien war, zum Beispiel, nebst Rosette die einzige Stadt in Ägypten, wo die Europäer ihre Kleidung beibehalten konnten. In allen anderen Orten mussten sie in morgenländischer Tracht erscheinen. Man durfte aber diese Art von Nachricht nicht missbrauchen; denn wenn man sich in zahlreicher Gesellschaft oder mit irgend einer Pracht, vorzüglich in den von den Seeküsten entfernten Plätzen, febern ließe, so lief man Gefahr, unterschiedlich angefallen zu werden. + +Man konnte sich nicht enthalten, es den Einwohnern dieses Landes Dank zu wissen, dass sie ihrem Flecken den Namen der alten Stadt erhalten haben. Man findet Alexandrien in dem arabischen Namen Esch-Schan-Dar wieder, und der lebendige, dessen man sich nicht gegen die Barbaren enthalten konnte, von welchen die neue verwüstet als bevolkert wurde, hörte einen Augenblick auf, wenn man sie, wie es mir mehrmals begegnet ist, den Namen Alexander mit einiger Ehrfurcht aussprechen hört. Er ist bei ihnen ein Beiwort des Muthes und des Sieges. ""Ente Ssans der"", sagen sie manchmal, d.h. du bist ein Alexander; in ihren Augen ist dies die größte Lobsprechung der Tapferkeit. So wahr ist es, dass weder Marmor noch Bronze das Andenken der Menschen verewigen. Große Handlungen allein können ihre Namen auf die Nachwelt fortpflanzen. Alles vergeht und wird vernichtet; die Tugenden und die Wohlthaten bleiben als unzerstörbare Denkmäler in den Herzen der Menschen, als das ewige Erbteil der Bewunderung und der Erkennlichkeit eingegeben. + +1. Die Venetianer und die Engländer hatten gleichfalls Handelsniederlassungen zu Alexandria." +Z166069305,142,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000142/full/full/0/native.jpg,"Erstern befolgten so wie die Franzo renn in ihren +Geschaften denselben Gang, den ihre Vorfahren gegangen +waren. Die Englander hingegen ruchten sich neue +Wege zu eroffnen. Die oftern Reifen ihrer Geschafts- +fuhrer in Jndien, ihre Verschwendung, die ihnen das +Wohlwollen der Landesregenten erwarb, welche immer +Gunsten desjenigen gestimmt find, der ihnen am meisten +jahlt, endlich ihre Thatigkeit in Geschaften, die sie sorg- +faltig geheim zu halten +, alles fundigte den Vorfag +an, den sie gefast und den fee fchon eines Theils ansges +fuhrt hatten, sich den ausschlieslichen Handel uber das +rothe Meer nach Indien zuzueignen. +tha +Die Stadt Alexandrien, die heut zu Tage so +eingeschrankt ist, machte keine Geschafte von irgend einiger +Bedeutung. Der Handel, den man dafelbft tries, war +auch blos zwischenhandel: aber er war betrachtlich und +kann ungeheuer werden. Die Zslle brachten grose Sum +men ein. Sie waren an eine Gesellschaft von chriftlichen +Kaufleuten aus Syrien verpachtet. um ihre Geschit. +. Um +lichkeit zu beurtheilen, wird es hinreichend seyn, wenn +man weis, das sie die Fuden ausgestochen hatten die +vor ihnen mit diesem Theile, des Fiscus beauftragt +waren. +VIL +Die Waaren, welche die europaischen Fahrzeuge +nach ulerandrien bringen, werden zu Waffer nach +Cairo geschafft, wovon fie alsdann, wenn man damit +die Bedurfnisse und den Luxus dieser volfreichen +Stadt +befriedigt hat, in ganz Urabien, in D bez a gnpten, +selbft bis nach Saberch vertheilt werden. Die fleio +nen Fahrzeuge, womit man sie von Alexandrien +bis nach Rarchid, der ersten Stadt Aegyptens am +Nil, schafft und die die agyptischen und arabischen Bad- +ren wieder nach Alexandrien zurukbringen, heisen +Schermes. Es, ist eine Art von festen Barfen und","114 + +ju + +Erſtern befolgten ſo wie die Franzo renn in ihren +Geſchäften denſelben Gang, den ihre Vorfahren gegangen +waren. Die Engländer hingegen rüchten ſich neue +Wege zu eröffnen. Die oftern Reifen ihrer Geſchåfts- +führer in Jndien, ihre Verſchwendung, die ihnen das +Wohlwollen der Landesregenten erwarb, welche immer +Gunſten desjenigen geſtimmt find, der ihnen am meiſten +jahlt, endlich ihre Thätigkeit in Geſchäften, die ſie ſorg- +fåltig geheim zu halten + +, alles fündigte den Vorfag +an, den ſie gefaßt und den fee fchon eines Theils ansges +führt hatten, ſich den ausſchließlichen Handel über das +rothe Meer nach Indien zuzueignen. + ++ + +. + +tha + +Die Stadt Alexandrien, die heut zu Tage ſo + +so +eingeſchränkt iſt, machte keine Geſchäfte von irgend einiger +Bedeutung. Der Handel, den man dafelbft tries, war +auch bloß zwiſchenhandel: aber er war beträchtlich und +kann ungeheuer werden. Die Zšlle brachten große Súm +men ein. Sie waren an eine Geſellſchaft von chriftlichen +Kaufleuten aus Syrien verpachtet. um ihre Geſchit. + +. Um +lichkeit zu beurtheilen, wird es hinreichend ſeyn, wenn +man weiß, daß ſie die Fuden ausgeſtochen hatten die +vor ihnen mit dieſem Theile, des Fiscus beauftragt + +车 + +waren. + +he + +VIL + +Die Waaren, welche die europäiſchen Fahrzeuge +nach ulerandrien bringen, werden zu Waffer nach +Cairo geſchafft, wovon fie alsdann, wenn man damit +die Bedürfniſſe und den Luxus dieſer volfreichen + +Stadt +befriedigt hat, in ganz Urabien, in D bez å gnpten, +ſelbft bis nach Saberch vertheilt werden. Die fleio +nen Fahrzeuge, womit man ſie von Alexandrien +bis nach Rarchid, der erſten Stadt Aegyptens am +Nil, ſchafft und die die ägyptiſchen und arabiſchen Bad- +ren wieder nach Alexandrien zurükbringen, heißen +Schermes. Es, iſt eine Art von feſten Barfen und + + +","Erstern befolgten so wie die Franzosen in ihren Geschäften denselben Gang, den ihre Vorfahren gegangen waren. Die Engländer hingegen rüchteten sich neue Wege zu eröffnen. Die oftren Reifen ihrer Geschaftsführer in Indien, ihre Verschwendung, die ihnen das Wohlwollen der Landesregenten erwarb, welche immer Gunsten desjenigen gestimmt find, der ihnen am meisten jahlt, endlich ihre Thätigkeit in Geschäften, die sie sorgfältig geheim zu halten suchten, alles fundigte den Vorrag an, den sie gefaßt und den sie fchon eines Theils ansgeführt hatten, sich den ausschließlichen Handel über das rothe Meer nach Indien zuzueignen. + +Die Stadt Alexandrien, die heut zu Tage so eingeschränkt ist, machte keine Geschäfte von irgend einer Bedeutung. Der Handel, den man daselbst trieb, war auch bloß zwischenhandel: aber er war beträchtlich und kann ungeheuer werden. Die Zölle brachten große Summen ein. Sie waren an eine Gesellschaft von christlichen Kaufleuten aus Syrien verpachtet. Um ihre Geschäftlichkeit zu beurtheilen, wird es hinreichend seyn, wenn man weiß, daß sie die Juden ausgestochen hatten, die vor ihnen mit diesem Theile des Fiscus beauftragt waren. + +Die Waaren, welche die europäischen Fahrzeuge nach Ägypten bringen, werden zu Waffen nach Cairo geschafft, wovon sie alsdann, wenn man damit die Bedürfnisse und den Luxus dieser volkreichen Stadt befriedigt hat, in ganz Arabien, in Syrien, Ägypten, selbst bis nach Saberch vertheilt werden. Die flachen Fahrzeuge, womit man sie von Alexandrien bis nach Rachid, der ersten Stadt Ägyptens am Nil, schafft und die die ägyptischen und arabischen Bader wieder nach Alexandrien zurückbringen, heißen Schermes. Es ist eine Art von festen Barken und" +Z166069305,143,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000143/full/full/0/native.jpg,"von einer ziemlich schonen Bauart. Sie sind mit feinem +Verdecke versehen, gehen nicht tief im Wasser und haben +vach Berhaltnis ihrer Grose zwei bis drei Maften, mit +sehr grosen lateinischen Segeln, deren Stangen oben an +den Masten fest gemacht sind und nicht herabgelaffen +werden konnen; die Matrosen mussen daher, so schleche +auch das Wetter feyn mag, auf ihrer ganzen Lange hinges +ben, um die' Segel zusammenzuziehen, welches ein eben +so langes als beschwerliches Geschaft ift. +ist. Ihre Ladung +betragt im Allgemeinen funf bis sechs Tonnen. Man +konnte sicherlich grosere Barken mit einem Berdecke bauen, +die auch nicht tiefer im Wasser giengen. +Die Waaren +wurden alsdann nicht mehr nas und durch das Seewasser +verdorben werden, wie es jeft oft der Fall ist, und die +Fahrten wurden wegen des allzuhohen Meeres, das die +Schiffahrt mit den Schermes hemmt, nicht so lange +aufgehalten werden, welches manchmal dem Handel nach. +theilig ist. Db schon die Entfernung, die sie auf dem +Meere zu durchlaufen haben, nicht mehr als zwolf frans +zosische Meilen betragt, und obgleich noch in der Mitte +dieses Weges eine Bai anzutreffen ist, wo sie einen fichern +Zufluchtsort finden kann, nemlich zu Ubukir: so ift +diese Kustenfahrt doch nicht ohne Gefahr. Wenn ein +ungestumer Wind das meer erhebt, das immer uber +Untiefen sturmisch ist, fo laufen sie Gefahr, mit Wasser +angefullt und von demselben verschlungen zu werden. +Die augenscheinlichste Gefahr aber, der sie ausgesezt sind, +erwartet Re an der Mundung des westlichen Nilarms, +der in alten Zeiten der bolbitische, heut zu Lage der +Arm von Rarchid heist. Es ist eine Sandbant*), +* Batre ist eine reichte Stelle in einem Fluffe gegen dat +Meer zu. Ueber diese bridt fich das Meer gemeiniglich mit +groser Heftigkeit. +Der Ueberseker.","115 + +von einer ziemlich ſchönen Bauart. Sie ſind mit feinem +Verdecke verſehen, gehen nicht tief im Waſſer und haben +vach Berhältniß ihrer Große zwei bis drei Maften, mit +ſehr großen lateiniſchen Segeln, deren Stangen oben an +den Maſten feſt gemacht ſind und nicht herabgelaffen +werden können; die Matroſen müſſen daher, ſo ſchleché +auch das Wetter feyn mag, auf ihrer ganzen Långe hinges +ben, um die' Segel zuſammenzuziehen, welches ein eben +ſo langes als beſchwerliches Geſchäft ift. + +iſt. Ihre Ladung +betrågt im Allgemeinen fünf bis ſechs Tonnen. Man +konnte ſicherlich großere Barken mit einem Berdecke bauen, +die auch nicht tiefer im Waſſer giengen. + +Die Waaren +würden alsdann nicht mehr naß und durch das Seewaſſer +verdorben werden, wie es jeft oft der Fall iſt, und die +Fahrten würden wegen des allzuhohen Meeres, das die +Schiffahrt mit den Schermes hemmt, nicht ſo lange +aufgehalten werden, welches manchmal dem Handel nach. +theilig iſt. Db ſchon die Entfernung, die ſie auf dem +Meere zu durchlaufen haben, nicht mehr als zwolf frans +zöſiſche Meilen betrågt, und obgleich noch in der Mitte +dieſes Weges eine Bai anzutreffen iſt, wo ſie einen fichern +Zufluchtsort finden kann, nemlich zu Ubukir: ſo ift +dieſe Küſtenfahrt doch nicht ohne Gefahr. Wenn ein +ungeſtümer Wind das meer erhebt, das immer über +Untiefen ſtürmiſch iſt, fo laufen ſie Gefahr, mit Waſſer +angefüllt und von demſelben verſchlungen zu werden. +Die augenſcheinlichſte Gefahr aber, der ſie ausgeſezt ſind, +erwartet Re an der Mündung des weſtlichen Nilarms, +der in alten Zeiten der bolbitiſche, heut zu Lage der +Arm von Rarchid heißt. Es iſt eine Sandbant*), + +H2 + +* Batre iſt eine reichte Stelle in einem Fluffe gegen dat + +Meer zu. Ueber dieſe bridt fich das Meer gemeiniglich mit +großer Heftigkeit. + +Der Ueberſeker. + + +","von einer ziemlich schönen Bauart. Sie sind mit feinem Verdecke versehen, gehen nicht tief im Wasser und haben nach Verhältnis ihrer Größe zwei bis drei Masten, mit sehr großen lateinischen Segeln, deren Stangen oben an den Masten fest gemacht sind und nicht herabgelassen werden können; die Matrosen müssen daher, so schlecht auch das Wetter sein mag, auf ihrer ganzen Länge hingehen, um die Segel zusammenzuziehen, welches ein ebenso langes als beschwerliches Geschaft ist. Ihre Ladung beträgt im Allgemeinen fünf bis sechs Tonnen. + +Man könnte sicherlich größere Barken mit einem Verdecke bauen, die auch nicht tiefer im Wasser gingen. Die Waren würden alsdann nicht mehr naß und durch das Seewasser verdorben werden, wie es jezt oft der Fall ist, und die Fahrten wurden wegen des allzuhohen Meeres, das die Schiffahrt mit den Schermes hemmt, nicht so lange aufgehalten werden, welches manchmal dem Handel nachtheilig ist. + +Die schon die Entfernung, die sie auf dem Meere zu durchlaufen haben, nicht mehr als zwölf französische Meilen beträgt, und obgleich noch in der Mitte dieses Weges eine Bai anzutreffen ist, wo sie einen sichern Zufluchtsort finden kann, nämlich zu Ubukir: so ist diese Küstenfahrt doch nicht ohne Gefahr. Wenn ein ungestümer Wind das Meer erhebt, das immer über Untiefen stürmisch ist, so laufen sie Gefahr, mit Wasser angefüllt und von demselben verschlungen zu werden. + +Die augenscheinlichste Gefahr aber, der sie ausgesetzt sind, erwartet sie an der Mundung des westlichen Nilarms, der in alten Zeiten der bolbitische, heut zu Tage der Arm von Rarchid heißt. Es ist eine Sandbank*), *Sandbank ist eine reichte Stelle in einem Flusse gegen das Meer zu. Über diese bricht sich das Meer gemeiniglich mit großer Heftigkeit. + +Der Ueberseker." +Z166069305,144,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000144/full/full/0/native.jpg,"fen +uber welcher sich die Wellen, welche der Seewind erhebt, +und die wieder durch den Strom des Flusses betampft +werden, mit der grostein Wuth brechen. Eine kleine +anfel, die die Mundung dieses"" Armes theilt; bilder auf +jeder Seite einen engen Canal, man im Lande +den +Boghas, Meerenge, nennt: allein ce fehlt noch gar +biel daran, daf auch diese Durchfahrt in ihrer ganzen +Breite Fahrbar Man trift nur einen schmalert Canal +an, der sich aber wegen der Beweglichkeit des Bodens, +burch die Gewalt des Wassers taglich verandert. Ein +Steuermann, Reis oder Patron des Boghas genannt, +ist stets damit beschaftigt, diese wandelbare Durchfahrt +gu unterfuchen, und diefelbe den Scherme's zu zeigen. +Adein troz dieser Vorsicht roheitern diese dennoch oft und +gehen, von Wasser und Sandmaffen angefallt, bald mit +ihrer Ladung und mit ihrer Mannschaft zu Grunde. Ders +gleichen Unglufsfatte ereignen fich Sfteret bei der Einfahrt +in den Nil, als bei der Wisfahrt aus demselben: denn die +Schermes'; die'auts Bem Meere kominen'; muffen durchaus +it als bei +in den enger Pak einkaufen"",' wenn sie ninilich nicht weit +mehr davon entfernt find, anstatt das fie, wenn sie den +Flus herabkommen, teicht wieder umkehren konnen, wenn +fie, bei ihrer Annahering an die Sandbank, die Durchfahrt +allzugefahrlich finden sollten. Wahrend der Zeit, das der +Nil wachst, macht das hohe Wafer diese Ungluksfalle +feltener: aber wenn der Flus wieder in sein Bette zuruk. +gekehrt ist, ift er an seiner Mundung fo feicht, das die +Fahrzeuge alle Vorsicht gebrauchen mussen, um nicht auf +den Grund zu gerathen. So rehr"" auch die agyptischen +Seeleute daran a +sind, fo fahren fie Bennoch +niemals ohne zittern uber diese Sandbank hinweg. Man +zeigte mir Einige derfelben, die in ein solches Schrecken +gerathen waren, das ihr Bart davon weis worden war. +Tm Jahr 1778 war: den Sommer uber das Waffer im +Canal nur drei Fus hoch: man hat sogar bemerkt, das +deri Boden von Jahre zu Jahre hoher werde. Dies ist","416 + +fen + +1 + +1 + +über welcher ſich die Wellen, welche der Seewind erhebt, +und die wieder durch den Strom des Fluſſes betámpft +werden, mit der größtein Wuth brechen. Eine kleine +anfel, die die Mündung dieſes"" Armes theilt; bilder auf +jeder Seite einen engen Canal, man im Lande + +den +Boghas, Meerenge, nennt: allein ce fehlt noch gar +biel daran, daf auch dieſe Durchfahrt in ihrer ganzen +Breite Fahrbar Man trift nur einen ſchmalert Canal +án, der ſich aber wegen der Beweglichkeit des Bodens, +burch die Gewalt des Waſſers täglich verändert. Ein +Steuermann, Reis oder Patron des Boghas genannt, +iſt ſtets damit beſchäftigt, dieſe wandelbare Durchfahrt +gu unterfuchen, und diefelbe den Scherme's zu zeigen. +Adein troz dieſer Vorſicht roheitern dieſe dennoch oft und +gehen, von Waſſer und Sandmaffen angefällt, bald mit +ihrer Ladung und mit ihrer Mannſchaft zu Gründe. Ders +gleichen Unglüfsfåtte ereignen fich Sfteret bei der Einfahrt +in den Nil, als bei der Wisfahrt aus demſelben: denn die +Schermes'; die'auts Bem Meere kominen'; muffen durchaus + +it als bei +in den enger Pak einkaufen"",' wenn ſie ninilich nicht weit +mehr davon entfernt find, anſtatt daß fie, wenn ſie den +Fluß herabkommen, teicht wieder umkehren können, wenn +fie, bei ihrer Annähering an die Sandbank, die Durchfahrt +allzugefährlich finden ſollten. Während der Zeit, daß der +Nil wachſt, macht das hohe Wafer dieſe Unglüksfälle +feltener: aber wenn der Fluß wieder in ſein Bette zurük. +gekehrt iſt, ift er an ſeiner Mündung fo feicht, daß die +Fahrzeuge alle Vorſicht gebrauchen müſſen, um nicht auf +den Grund zu gerathen. So rehr"" auch die ägyptiſchen +Seeleute darán a + +ſind, fo fahren fie Bennoch + +"" +niemals ohne zittern über dieſe Sandbank hinweg. Man +zeigte mir Einige derfelben, die in ein ſolches Schrecken +gerathen waren, daß ihr Bart davon weiß worden war. +Tm Jahr 1778 war: den Sommer über das Waffer im +Canal nur drei Fuß hoch: man hat ſogar bemerkt, daß +deri Boden von Jahre zu Jahre hoher werde. Dies iſt + +/ + +"" + + +","uber welcher sich die Wellen, welche der Seewind erhebt, und die wieder durch den Strom des Flusses betämpft werden, mit der größten Wuth brechen. Eine kleine Enge, die die Mundung dieses Armes theilt; bildet auf jeder Seite einen engen Canal, man im Lande den Boghas, Meerenge, nennt: allein es fehlt noch gar viel daran, daß auch diese Durchfahrt in ihrer ganzen Breite fahrbar sey. Man trifft nur einen schmaleren Canal an, der sich aber wegen der Beweglichkeit des Bodens durch die Gewalt des Wassers täglich verändert. Ein Steuermann, Reis oder Patron des Boghas genannt, ist stets damit beschäftigt, diese wandelbare Durchfahrt zu untersuchen, und den Schiffmeistern dieselbe zu zeigen. + +Adein trotz dieser Vorsicht scheitern diese dennoch oft und gehen, von Wasser und Sandmassen angefallt, bald mit ihrer Ladung und mit ihrer Mannschaft zu Grunde. Derselben Unglücksfälle ereignen sich häufig bei der Einfahrt in den Nil, als bei der Wiederausfahrt aus demselben: denn die Schiffe, die aus dem Mittelländischen Meere kommen, müssen durchaus wie in einem engen Passe einkaufen, wenn sie nicht weit mehr davon entfernt sind, anstatt daß sie, wenn sie den Fluß herabkommen, leicht wieder umkehren können, wenn sie bei ihrer Annäherung an die Sandbank die Durchfahrt allzugefährlich finden sollten. + +Während der Zeit, da der Nil wächst, macht das hohe Wasser diese Unglücksfälle seltener: aber wenn der Fluß wieder in sein Bett zurückgekehrt ist, ist er an seiner Mundung so seicht, daß die Fahrzeuge alle Vorsicht gebrauchen müssen, um nicht auf den Grund zu gerathen. So sehr sind auch die ägyptischen Seeleute daran gewöhnt, so fahren sie Bennoch niemals ohne zittern über diese Sandbank hinweg. + +Man zeigte mir Einige der selben, die in ein solches Schrecken gerathen waren, daß ihr Bart davon weiß worden war. Im Jahr 1778 war den Sommer über das Wasser im Canal nur drei Fuß hoch: man hat sogar bemerkt, daß der Boden von Jahre zu Jahre höher werde. Dies ist" +Z166069305,145,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000145/full/full/0/native.jpg,"auch der Fall mit dem Arme vor Damiat, deffen Boga +has mau, nicht fur gefahrlich bielt, ob er gleich mit +-Sandbanken umgeben war, die man aber durch Erfahrung +zu verineiden gelernt hatte: er kam rogar nicht einmal bei +den Unordnungen der Kaufleute, +puis le die Scher mes +befrachteten, in irgend einen Betracht, Indeffen war gegen +das Ende des Jahres 1777 wahrend mines Aufenthaltes +zu Rarchio diese Durchfahrt nach dem grostem Anwuchse +des Nils ganz verstopft und die ersten Barken, die fie +versuchen wolten, giengen' bafelbft 81 Grunde. Die +Gefahr, die man an dem Bogbas 03 Armes von +Rachid lauft, wird alle Jahre groser, weil der Boden +immer hoher wird, und da man von der Unwiffenheit und +von der Sorglosigkeit der Aegypter keine Arbeiten +erwarten konnte, die das Wasser enger einzuschliesen und +dem Canale mehr Tiefe zu geben fuchten, so konnte man +mit Redyt muthmasen, das bald kein Fahrzeug mehr uber +diese furchtbare. Sandbank werde hinwegfahren konnen. +Alsdann wurde man vielleicht daran gedacht haben, den +Canal von Alexandrien su reinigen, oder wenn die +Sorglofigkeit der Einwohner fie in dem Grad hatte vera +sie +blenden sollen, das fie eine so wichtige Arbeit vernachlasigt +hatten; so wurde alle Verbindung +solchen Alexans +drien und dem ubrigen Aegypten zu Waffer aufgehort +und der Sandel den kostbaren Weg zu Lande haben +machen mussen. +Den- leztern Weg nehmen gemeinlich die europaischen +Reifenden und Kaufleute, so wie auch diejenigen, die +lieber fur die Reise mehr bezahlen als sich der Gefahr +preis geben wollen, auf dem Boghas zu ertrinken. Ich +habe ihn allemal genommen, wenn ich die Strecken zwischen +Alexandrien und Rarchid durchreisen muste. +Ehe ich die Kusten verlaffe, will ich noch eine Nach- +richt von den Seefifchen geben, die ich unter den zahlreichen","1. + +117 +auch der Fall mit dem Arme vor Damiat, deffen Boga +has mau, nicht für gefährlich bielt, ob er gleich mit +-Sandbanken umgeben war, die man aber durch Erfahrung +zu verineiden gelernt hatte: er kam rogar nicht einmal bei +den Unordnungen der Kaufleute, + +puis le die Scher mes +befrachteten, in irgend einen Betracht, Indeffen war gegen +das Ende des Jahres 1777 während mines Aufenthaltes +zu Rarchio dieſe Durchfahrt nach dem großtem Anwuchſe +des Nils ganz verſtopft und die erſten Barken, die fie +verſuchen wolten, giengen' bafelbft 81 Grunde. Die +Gefahr, die man an dem Bogbas 03 Armes von +Rachid läuft, wird alle Jahre großer, weil der Boden +immer höher wird, und da man von der Unwiffenheit und +von der Sorgloſigkeit der Aegypter keine Arbeiten +erwarten konnte, die das Waſſer enger einzuſchließen und +dem Canale mehr Tiefe zu geben fuchten, ſo konnte man +mit Redyt muthmaßen, daß bald kein Fahrzeug mehr über +dieſe furchtbare. Sandbank werde hinwegfahren können. +Alsdann würde man vielleicht daran gedacht haben, den +Canal von Alexandrien su reinigen, oder wenn die +Sorglofigkeit der Einwohner fie in dem Grad hátte vera + +ſie +blenden ſollen, daß fie eine ſo wichtige Arbeit vernachläßigt +håtten; ſo würde alle Verbindung + +solchen Alexans +drien und dem übrigen Aegypten zu Waffer aufgehört +und der Sandel den koſtbaren Weg zu Lande haben +machen müſſen. + +os + +Den- leztern Wég nehmen gemeinlich die europäiſchen +Reifenden und Kaufleute, ſo wie auch diejenigen, die +lieber für die Reiſe mehr bezahlen als ſich der Gefahr +preis geben wollen, auf dem Boghas zu ertrinken. Ich +habe ihn allemal genommen, wenn ich die Strecken zwiſchen +Alexandrien und Rarchid durchreiſen mußte. + +Ehe ich die Küſten verlaffe, will ich noch eine Nach- +richt von den Seefifchen geben, die ich unter den zahlreichen + + +","auch der Fall mit dem Arme vor Damiat, denen Boghas mau nicht für gefährlich gehalten wird, ob er gleich mit Sandbanken umgeben war, die man aber durch Erfahrung zu vermeiden gelernt hatte: er kam rogar nicht einmal bei den Unordnungen der Kaufleute. Puis le die Schiffe befrachteten, in irgend einen Betracht; Indessen war gegen das Ende des Jahres 1777 während meines Aufenthaltes zu Rarchid diese Durchfahrt nach dem größten Anwuchse des Nils ganz verstopft und die ersten Barken, die sie versuchen wollten, giengen bäufelbst auf Grund. Die Gefahr, die man an dem Boghas 03 Armes von Rachid läuft, wird alle Jahre größer, weil der Boden immer höher wird, und da man von der Unwissenheit und von der Sorglosigkeit der Aegypter keine Arbeiten erwarten konnte, die das Wasser enger einzuschließen und dem Canale mehr Tiefe zu geben suchten, so konnte man mit Recht murmeln, dass bald kein Fahrzeug mehr über diese fürchterbare Sandbank werde hinwegfahren können. + +Alsdann würde man vielleicht daran gedacht haben, den Canal von Alexandrien zu reinigen, oder wenn die Sorglosigkeit der Einwohner sie in dem Grad hatte veranlassen sollen, dass sie eine so wichtige Arbeit vernachlässigt hatten; so würde alle Verbindung zwischen Alexandria und dem übrigen Aegypten zu Wasser aufgehört haben und der Sand den kostbaren Weg zu Lande gemacht haben müssen. + +Den letztern Weg nehmen gemeinlich die europäischen Reisenden und Kaufleute, so wie auch diejenigen, die lieber für die Reise mehr bezahlen als sich der Gefahr preisgeben wollen, auf dem Boghas zu ertrinken. Ich habe ihn allemal genommen, wenn ich die Strecken zwischen Alexandrien und Rarchid durchreisen musste. + +Ehe ich die Küsten verlasse, will ich noch eine Nachricht von den Seefischen geben, die ich unter den zahlreichen" +Z166069305,146,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000146/full/full/0/native.jpg,"Arten, die man hier fangt, zu bemerken Gelegenheit +gehabt habe. Ich habe diejenige Art von Rochen gesehen, +die man unter dem Namen Seeasier*) kennt und die +ein hartes und ubelriechendes Fleisch hat; ferner die +Meerf as e **), die nicht viel beffer ift: die Bonite ***), +eine Art von kleinen Thunfisch; den Hornfisch+), den +man Aiguille nennt und den grosen Rothfisch( Mulet)+ t), +ben man bei ftitem Witter in unzahlichen Schaaren auf +der Oberflache des affers fich bewegen fieht. man +fangt hier auch denjenigen Fisch, der auf den Tafeln der +Romer eine ausgezeichnete Stelle einnahm und dem man +tegen seiner Gefrasigkeit den Namen Wolf gegeben +bat ttt). Die provencalischen Seeleute nennen ihn caroufle +( eine Sauferin). Ich habe einen von diesen Sifchen zeich- +nen lassen, der zwei und einen halben Fus lang war. +Sein Kopf sah blaulicht aus: er hatte rothe Flecken an +den Deffnungen der Ohren, und der Korper war schwarzlich +blau und grau fihattirt: diese Farben waren mit einer +Mischung von Gelblichtem, uber der Seitenlinie dunkler +und unter derselben heller. Endlich, was fur Liebhaber +guter Mahlzeiten interessanter ist, fo fpeist man hier auch +vortrefliche Rothbarte tttt). +*) Raja corpore glabro, aculeo longo ferrato in cauda pinnata. +Arted. gen. 45 Raja aquila. Lin. +: **) Squalus dorso vario; pindis ventralibus concretis. Arted. +gen, +44-[ qualus catulus. Lin. +***) Scomber pelamis, pinnulis inferioribus septem: corpore +lineis vtrinque quatuor nigris. Arted, gen. 25 +( comber +pelamis. Lin. ++) Esox roftro cuspidato, gracili, subtereti, fpithamali. Arted. +Elox belone. Lin. +tt) Trigla capite glabro lineis vtrinque quatuor luteis longitudi- +nalibus parallelis. Arted. gen. 171 +mullus surmuletus. Lin, +770) Perca labrax, pinnis dorsalibus distinctis, secundae raedii +quatuordecim. Artemid gen. 30 perca +labrax. L. Lachsbarra. +Hit) Trigla capite glabro, cirris geminis in maxilla inferiore, +Artemid. gen, 171 +mullus barbatus. Lin. +gen. 10","118 + +1 + +Arten, die man hier fängt, zu bemerken Gelegenheit +gehabt habe. Ich habe diejenige Art von Rochen geſehen, +die man unter dem Namen Seeasier*) kennt und die +ein hartes und übelriechendes Fleiſch hat; ferner die +Meerf as e **), die nicht viel beffer ift: die Bonite ***), +eine Art von kleinen Thunfiſch; den Hornfiſch+), den +man Aiguille nennt und den großen Rothfiſch( Mulet)+ t), +ben man bei ftitem Witter in unzählichen Schaaren auf +der Oberfläche des affers fich bewegen fieht. man +fångt hier auch denjenigen Fiſch, der auf den Tafeln der +Rómer eine ausgezeichnete Stelle einnahm und dem man +tegen ſeiner Gefräßigkeit den Namen Wolf gegeben +bat ttt). Die provencáliſchen Seeleute nennen ihn caroufle +( eine Säuferin). Ich habe einen von dieſen Sifchen zeich- +nen laſſen, der zwei und einen halben Fuß lang war. +Sein Kopf ſah bläulicht aus: er hatte rothe Flecken an +den Deffnungen der Ohren, und der Körper war ſchwarzlich +blau und grau fihattirt: dieſe Farben waren mit einer +Miſchung von Gelblichtem, úber der Seitenlinie dunkler +und unter derſelben heller. Endlich, was für Liebhaber +guter Mahlzeiten intereſſanter iſt, fo fpeiſt man hier auch +vortrefliche Rothbarte tttt). +*) Raja corpore glabro, aculeo longo ferrato in cauda pinnata. + +Arted. gen. 45 Raja aquila. Lin. +: **) Squalus dorſo vario; pindis ventralibus concretis. Arted. + +gen, +44-[ qualus catulus. Lin. +***) Scomber pelamis, pinnulis inferioribus ſeptem: corpore +lineis vtrinque quatuor nigris. Arted, gen. 25 + +( comber +pelamis. Lin. ++) Eſox roftro cuſpidato, gracili, ſubtereti, fpithamali. Arted. + +Elox belone. Lin. +tt) Trigla çapite glabro lineis vtrinque quatuor luteis longitudi- +nalibus parallelis. Arted. gen. 171 + +5 + +mullus ſurmuletus. Lin, +770) Perca labrax, pinnis dorſalibus diſtinctis, ſecundae raedii +quatuordecim. Artemid gen. 30 perca + +labrax. L. Lachsbarra. +Hit) Trigla capite glabro, cirris geminis in maxilla inferiore, +Artemid. gen, 171 + +mullus barbatus. Lin. + +gen. 10 + +1 + + +","Arten, die man hier fangt, zu bemerken Gelegenheit gehabt habe. Ich habe diejenige Art von Rochen gesehen, die man unter dem Namen Seeaiser*) kennt und die ein hartes und übelriechendes Fleisch hat; ferner die Meerfasse **), die nicht viel besser ist: die Bonite ***), eine Art von kleinen Thunfischen; den Hornfisch+), den man Aiguille nennt und den großen Rothfisch (Mulet)+), benannt, man bei stetem Wetter in unzähligen Schaaren auf der Oberfläche des Meeres sich bewegen sieht. Man fangt hier auch denjenigen Fisch, der auf den Tafeln der Römer eine ausgezeichnete Stelle einnahm und dem man wegen seiner Gefräßigkeit den Namen Wolf gab (***)). Die provencalischen Seeleute nennen ihn caroufle (eine Sauferin). Ich habe einen von diesen Fischen zeichnen lassen, der zwei und einen halben Fuß lang war. Sein Kopf sah bläulich aus: er hatte rothe Flecken an den Öffnungen der Ohren, und der Körper war schwarzlich-blau und grau gefärbt; diese Farben waren mit einer Mischung von Gelblichtem über der Seitenlinie dunkler und unter derselben heller. Endlich, was für Liebhaber guter Mahlzeiten interessanter ist, so speist man hier auch vortreffliche Rothbarbe (***))." +Z166069305,147,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000147/full/full/0/native.jpg,"Lacit +hen, +die +die +den +Dreizehentes Capitel. +7 auf +Reise von Alejandrien nach Raschid Maadie +Heraklium Raschid und die umliegenden Gegen- +den Ueberblik des Deltas. +roule +fin 23 +meyliche +t cint +Shabir +tr cus) +Das neue Alexandrien, das von der einem Seife +zwischen dem mittellandischen Meere und von der Andern +zwischen einer Sandwuste liegt, steht abgesondert da und +scheint zu keinem Lande zu geboren. Um in andere +Gegenden zu kommen, mus man sich entweder dem Unbes, +ftand der Weller anvertrauen oder grose Strecken durch +laufen, welche das Siegel der Vernachlasigung und der +Ungnade der Natur tragen. Man mus durch eine Wuste +oder doch beinahe durch eine Wuste reisen, wenn man fich +zu fande nach Rashid begeben will. Ich habe diere +Neise inehrmals gemacht: das erstemal reiste ich mit dem +Generalaufseher Tott, der eine zahlreiche Gesellschaft in +seinem Gefolge hatte, worunter auch Savary war. +Wir reisten den 7ten Juli 1777 um fieben uhr Abends +von Alexandrien ab*): Diese Begleitung, bald hatte +pinnata +ed. gea +corpore +[ combe + Artet +ingitud +us. La +*) Id will hier dasjenige einschalten, was Quenot, der bei +Bonapartes Erpedition war, von der Witterung in +ulerandrien fagt: der Himmel ist zu Alerandrien zu +astronomisden Beobachtungen nicht so gunstig als in unsern +Himmelsstrichen. Er ist immer weislid, und der Theil, +je tae +Asure) +nferior +welcher uber dem Sande der Wuste ist, entzundet rothlich. +Die Nachte fint auserst feucht. Sobald die Sonne unterge-","119 + +Lacit + +hen, +die + +die +***) + +den + +Dreizehentes Capitel. + +7 auf +Se + +容 長 髮言 言 警員 王宫 + +Reiſe von Alejandrien nach Raſchid Maadie +Heraklium Raſchid und die umliegenden Gegen- + +den Ueberblik des Deltas. + +roule + +fin 23 + +meyliche +t cint + +Shabir + +tr cus) + +Das neue Alexandrien, das von der einem Seife +zwiſchen dem mittelländiſchen Meere und von der Andern +zwiſchen einer Sandwüſte liegt, ſteht abgeſondert da und +ſcheint zu keinem Lande zu geboren. Um in andere +Gegenden zu kommen, muß man ſich entweder dem Unbes, +ftand der Weller anvertrauen oder große Strecken durch +laufen, welche das Siegel der Vernachläßigung und der +Ungnade der Natur tragen. Man muß durch eine Wüſte· +oder doch beinahe durch eine Wüſte reiſen, wenn man fich +zu fande nach Raſhid begeben will. Ich habe diere +Neiſe inehrmals gemacht: das erſtemal reiſte ich mit dem +Generalaufſeher Tott, der eine zahlreiche Geſellſchaft in +ſeinem Gefolge hatte, worunter auch Savary war. +Wir reiſten den 7ten Juli 1777 um fieben uhr Abends +von Alexandrien ab*): Dieſe Begleitung, bald håtte + +pinnata + +1 + +ed. gea + +1 + +corpore + +[ combe + +· Artet + +ingitud + +us. La + +*) Id will hier dasjenige einſchalten, was Quenot, der bei + +Bonapartes Erpedition war, von der Witterung in +ulerandrien fagt: der Himmel iſt zu Alerandrien zu +aſtronomiſden Beobachtungen nicht ſo günſtig als in unſern +Himmelsſtrichen. Er iſt immer weißlid, und der Theil, + +je tae + +Asure) +nferior + +welcher über dem Sande der Wüſte iſt, entzundet röthlich. +Die Nächte fint åußerſt feucht. Sobald die Sonne unterge- + +1 + + +","Das vierzehnte Capitel. + +7 Auf Reise von Alexandrien nach Raschid Maadie Heraklium Raschid und die umliegenden Gegen-den Ueberblick des Deltas. + +Das neue Alexandrien, das von einer Seite zwischen dem mittelländischen Meere und von der andern zwischen einer Sandwüste liegt, steht abgesondert da und scheint zu keinem Lande zu gehören. Um in andere Gegenden zu kommen, muss man sich entweder dem Unbesstand der Wellen anvertrauen oder große Strecken durchlaufen, welche das Siegel der Vernachlässigung und der Ungnade der Natur tragen. Man muss durch eine Wüste oder doch beinahe durch eine Wüste reisen, wenn man sich zu finden nach Rashid begeben will. Ich habe diese Reise mehrmals gemacht: das erstemal reiste ich mit dem Generalaufseher Tott, der eine zahlreiche Gesellschaft in seinem Gefolge hatte, worunter auch Savary war. + +Wir reisten den 7ten Juli 1777 um fünf Uhr Abends von Alexandrien ab*): Diese Begleitung, bald hatte pinnata ed. gea corpore [ combe Artet ingitud us. La + +*) Id will hier dasjenige einschalten, was Quenot, der bei Bonapartes Expedition war, von der Witterung in Ägypten sagt: der Himmel ist zu Alexandrien zu astronomischen Beobachtungen nicht so günstig als in unsern Himmelsstrichen. Er ist immer weißlich, und der Theil, je täg +Asure) nferior welcher über dem Sande der Wüste ist, entzündet röthlich. Die Nächte sind außerst feucht. Sobald die Sonne unterge-" +Z166069305,148,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000148/full/full/0/native.jpg,"ich gesagt, dieser Haufe franzofisch gekleider Fremdlinge +machte die Einwohner ubellaunisch: wir erhielten, indem +wir durch die Stadt giengen, viele Schimpfreden und +Steinwurfe, wovon einer mir ziemlich unsanft auf die +Brust fiel. Hatte ich an Ahndungen geglaubt, ro wurde +ich ohre Zweifel eine Reise nicht- fortgesezt haben, die +unter so verdruslichen Vorb: deutungen anfieng. Ein +Unglufsfall von einer andern Art erwartete uns in einiger- +Entfernung von der Stadt. Es ivar ein empfindlicher +Schlag fur diejenigen, deren Appetit fich in seiner Hoffnung +getauscht fand. Der Efel, der den Mundvorrath trug +und einer last von solcher Wichtigkeit unwurdig war, warf +reine Korbe ab: Bouteillen, Teller, Safteten u. f. t. +alles war in Stacken. Man brachte beinahe eine halbe +Stunde damit zu, die Trummern aufzulesen und man +lud fie einem weniger unbesonnenen Pferde auf. Bald +uberfiel uns die Nacht; fie fonnte nicht finsterer feyin, +und bei dem Verdruffe, in Gegenden, die mir unbekannt +waren, lange zu reifen, ohne etwas zu sehen, war es als +wenn ich noch nicht von Alexandrien abgereist ware. +Ich hatte fur mich einen alten Diener, der iin Reifen +geubt war, einen jungen Zeichner und einen Bombardirer +von der Marine bei mir. Wir giengen in geschloffenen +Reihen und machten nebst einem Janitscharen den Vortrab. +gangen ist, findet man sich ganz nas. Auch gehen die Einges +bornen und die sich daselbst aufhaltenden Europaer nie des +Abends spabieren. Nach 14 Tagen waren alle unsere Instru: +mente durch deu Nost verdorben. Vom item Juli an bis zum +21ten October 1798 habe ich am Tage feine Wolfeu und +keinen Tropfen Regen geschen; gegen den October fiengen die +Wolken an sich zu zeigen. Dies ist die Zeit des Regens und +der Sturme. Die Winde, die fast bestandig westlich waren, +fiengen an sich zu andern und sprangen hisweilen bis Nord und +Nordost. Das Thermometer hielt sich bis zum 17ten Sept. +in den Stuben 22 bis 25 Grad Regum ur und 33 auf der +Ferrante, wo wir beobachteten. +Der Ueberseker.","120 + +3 + +ich geſagt, dieſer Haufe franzöfiſch gekleider Fremdlinge +machte die Einwohner übellauniſch: wir erhielten, indem +wir durch die Stadt giengen, viele Schimpfreden und +Steinwürfe, wovon einer mir ziemlich unſanft auf die +Bruſt fiel. Håtte ich an Ahndungen geglaubt, ro würde +ich ohre Zweifel eine Reiſe nicht- fortgeſezt haben, die +unter ſo verdrüßlichen Vorb: deutungen anfieng. Ein +Unglüfsfall von einer andern Art erwartete uns in einiger- +Entfernung von der Stadt. Es ivar ein empfindlicher +Schlag für diejenigen, deren Appetit fich in ſeiner Hoffnung +getäuſcht fand. Der Efel, der den Mundvorrath trug +und einer laſt von ſolcher Wichtigkeit unwürdig war, warf +reine Körbe ab: Bouteillen, Teller, Safteten u. f. t. +alles war in Stacken. Man brachte beinahe eine halbe +Stunde damit zu, die Trümmern aufzuleſen und man +lud fie einem weniger unbeſonnenen Pferde auf. Bald +ůberfiel uns die Nacht; fie fonnte nicht finſterer feyin, +und bei dem Verdruffe, in Gegenden, die mir unbekannt +waren, lange zu reifen, ohne etwas zu ſehen, war es als +wenn ich noch nicht von Alexandrien abgereiſt wäre. +Ich hatte für mich einen alten Diener, der iin Reifen +geübt war, einen jungen Zeichner und einen Bombardirer +von der Marine bei mir. Wir giengen in geſchloffenen +Reihen und machten nebſt einem Janitſcharen den Vortrab. + +gangen iſt, findet man ſich ganz nas. Auch gehen die Einges +bornen und die ſich daſelbſt aufhaltenden Europäer nie des +Abends ſpabieren. Nach 14 Tagen waren alle unſere Inſtru: +mente durch deu Noſt verdorben. Vom item Juli an bis zum +21ten October 1798 habe ich am Tage feine Wolfeu und +keinen Tropfen Regen geſchen; gegen den October fiengen die +Wolken an ſich zu zeigen. Dies iſt die Zeit des Regens und +der Stürme. Die Winde, die faſt beſtåndig weſtlich waren, +fiengen an ſich zu ändern und ſprangen hisweilen bis Nord und +Nordoſt. Das Thermometer hielt ſich bis zum 17ten Sept. +in den Stuben 22 bis 25 Grad Regum úr und 33° auf der +Ferrante, wo wir beobachteten. + +Der Ueberſeker. + +1 + + +","ich gesagt, dieser Haufe französisch gekleideter Fremdlinge machte die Einwohner übellaunisch: wir erhielten, indem wir durch die Stadt gingen, viele Schimpfreden und Steinwurfe, wovon einer mir ziemlich unsanft auf die Brust fiel. Hätte ich an Ahndungen geglaubt, so würde ich ohne Zweifel eine Reise nicht fortgesetzt haben, die unter so verdrießlichen Vorzeichen anfing. Ein Unglücksfall von einer andern Art erwartete uns in einiger Entfernung von der Stadt. + +Es war ein empfindlicher Schlag für diejenigen, deren Appetit sich in seiner Hoffnung getäuscht fand. Der Esel, der den Mundvorrat trug und eine Last von solcher Wichtigkeit unwürdig war, warf seine Korbe ab: Bouteillen, Teller, Saftflaschen u.s.w., alles war in Stücken. Man brachte beinahe eine halbe Stunde damit zu, die Trümmer aufzulesen und man lud sie einem weniger unbesonnenen Pferde auf. + +Bald überfiel uns die Nacht; sie fand nicht finsterer sein als bei dem Verdruß, in Gegenden, die mir unbekannt waren, lange zu reifen, ohne etwas zu sehen, war es als wenn ich noch nicht von Alexandrien abgereist wäre. Ich hatte für mich einen alten Diener, der im Reisen geübt war, einen jungen Zeichner und einen Bombardier von der Marine bei mir. + +Wir gingen in geschlossenen Reihen und machten nebst einem Janitscharen den Vortrab. Gängen ist, findet man sich ganz naß. Auch gehen die Eingeborenen und die sich daselbst aufhaltenden Europäer nie des Abends spazieren. + +Nach 14 Tagen waren alle unsere Instrumente durch die Hitze verdorben. Vom 1. Juli an bis zum 21ten October 1798 habe ich am Tage keine Wolke und keinen Tropfen Regen gesehen; gegen den Oktober fing das Wetter an sich zu ändern. Dies ist die Zeit des Regens und der Stürme. + +Die Winde, die fast beständig westlich waren, fingen an sich zu ändern und sprangen hie und da bis Nord und Nordost. Das Thermometer hielt sich bis zum 17ten September in den Stuben 22 bis 25 Grad Réaumur und 33 auf der Ferrante, wo wir beobachteten. + +Der Überseker" +Z166069305,149,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000149/full/full/0/native.jpg,"I 21 +Als wir den halben Weg gurutgelegt hatten, machten +wir halt, um einige Ruhe zu geniesen. Als wir uns +aber wieder auf den Weg machen wollten, lief ein jeder +nach seinem Thiere, das er verlaffen hatte und idas er +in der Dunkelheit entweder nicht wiederfindert oder nicht +wiedererkennen konnte. Man fchrie; man stritt fich; die +Maulefeltreiber fchlugen sich unter einander und die +Janitscharen theilten allenthalben Schlage aus. Mittent +unter dieser Verwirrung war mein kleiner Haufe gleich +im Augenblicke im Sattel, als bas Zeichen zum Aufbruche +gegeben wuroi, und wir saben gemachlich den lacherlichen +Szenen zu, die um uns herum vorgiengen. Wir hatten +unsere Maulefel allein gestellt und konnten sie daher leicht +wiederfinden. Es gieng eine ganze Stunde mit der +llnordnung hin, der man licht hatte vorbeugen konnen, +und diese Bemerkung ist hier nicht zur linzeit; fie beweist, +das Ordnung und Achtsamkeit auf Reifen eben so unent- +behrlich sind als bei Kriegsunternehmungen und das +man sich durch ihre Vernachlasigung manchmal noch +grosern Unfallen als blos dem Verlust einer kostbaren +Zeit, aussezt. +Man langte zu Karchid( Rorette) um fechs +uhr des Morgens an und schlief bis zu Mittage, ohne +fich um die Zubereitungen eines. Alimosensammelnden +Capuziners zu einer feierlichen Messe zu bekummern, die +mit einem Te Deum begleitet seyn folite. Nachmittags +reifte man mit eben der Eilfertigkeit nach Rairo ab: +man hielt sich einen ganzen Monat uber fast fiets daselbfi +eingeschloffen und kehrte eben so geschwind wieder nach +Alexandrien zuruk, als"" man yon da abgereift war. +Das nennen nun leute von gutem con reisen! Vier- +auf Fehren sie nach Europa zuruk, sprechen uber alles +mit Unverschamtheit und schreiben manchmal uber Dinger +die fie nie gesehen haben. +Es ist ubrigens gewyshnlich, das man des Nachts +den Weg von Alexandrten nach Rafchid macht, um","I 21 + +t + +.! + +“ + +AM + +-1971 + +Als wir den halben Weg gurútgelegt hatten, machten +wir halt, um einige Ruhe zu genießen. Als wir uns +aber wieder auf den Weg machen wollten, lief ein jeder +nach ſeinem Thiere, das er verlaffen hatte und idas er +in der Dunkelheit entweder nicht wiederfindert oder nicht +wiedererkennen konnte. Man fchrie; man ſtritt fich; die +Maulefeltreiber fchlugen ſich unter einander und die +Janitſcharen theilten allenthalben Schlage aus. Mittent +unter dieſer Verwirrung war mein kleiner Haufe gleich +im Augenblicke im Sattel, als bas Zeichen zum Aufbruche +gegeben wuroi, und wir ſaben gemachlich den lächerlichen +Szenen zu, die um uns herum vorgiengen. Wir hatten +unſere Maulefel allein geſtellt und konnten ſie daher leicht +wiederfinden. Es gieng eine ganze Stunde mit der +llnordnung hin, der man licht hätte vorbeugen können, +und dieſe Bemerkung iſt hier nicht zur linzeit; fie beweiſt, +daß Ordnung und Achtſamkeit auf Reifen eben ſo unent- +behrlich ſind als bei Kriegsunternehmungen und daß +man ſich durch ihre Vernachläßigung manchmal noch +großern Unfällen als bloß dem Verluſt einer koſtbaren +Zeit, ausſezt. + +Man langte zu Karchid( Rorette) um fechs +uhr des Morgens an und ſchlief bis zu Mittage, ohne +fich um die Zubereitungen eines. Alimoſenſammelnden +Capuziners zu einer feierlichen Meſſe zu bekümmern, die +mit einem Te Deum begleitet ſeyn folite. Nachmittags +reifte man mit eben der Eilfertigkeit nach Rairo ab: +man hielt ſich einen ganzen Monat über faſt fiets daſelbfi +eingeſchloffen und kehrte eben ſo geſchwind wieder nach +Alexandrien zurük, als"" man yon da abgereift war. +Das nennen nun leute von gutem con reiſen! Vier- +auf Fehren ſie nach Europa zurúk, ſprechen über alles +mit Unverſchämtheit und ſchreiben manchmal über Dinger +die fie nie geſehen haben. + +Es iſt übrigens gewyshnlich, daß man des Nachts +den Weg von Alexandrten nach Rafchid macht, um + +* + +! + + +","Als wir den halben Weg zurückgelegt hatten, machten wir halt, um einige Ruhe zu genießen. Als wir uns aber wieder auf den Weg machen wollten, lief ein jeder nach seinem Tiere, das er verlassen hatte und das er in der Dunkelheit entweder nicht wiederfinden oder nicht wiedererkennen konnte. Man schrie; man stritt sich; die Maulheldenträger schlugen sich untereinander und die Janitscharen theilten allenthalben Schläge aus. Mittendrin unter dieser Verwirrung war mein kleiner Haufe gleich im Augenblicke im Sattel, als das Zeichen zum Aufbruch gegeben wurde, und wir sahen gemächlich den lächerlichen Szenen zu, die um uns herum vorgingen. Wir hatten unsere Maulhelden allein gestellt und konnten sie daher leicht wiederfinden. Es ging eine ganze Stunde mit der Unordnung hin, der man leicht hatte vorbeugen können, und diese Bemerkung ist hier nicht zur Unzeit; sie beweist, dass Ordnung und Achtsamkeit auf Reisen eben so unentbehrlich sind als bei Kriegsunternehmungen und dass man sich durch ihre Vernachlässigung manchmal noch größeren Unglücken als bloß dem Verlust einer kostbaren Zeit aussetzt. + +Man langte zu Karchid (Rhodete) um sechs Uhr des Morgens an und schlief bis zu Mittag, ohne sich um die Zubereitungen eines Almosensammelnden Kapuziners zu einer feierlichen Messe zu bekümmern, die mit einem Te Deum begleitet sein sollte. Nachmittags reiste man mit eben der Eilfertigkeit nach Rairo ab; man hielt sich einen ganzen Monat über fast fünftausend Schritt daselbst eingeschlossen und kehrte eben so geschwind wieder nach Alexandrien zurück, als man von da abgereist war. + +Das nennen nun Leute von gutem Con reisen! Vierfältig sie nach Europa zurück, sprechen über alles mit Unverschämtheit und schreiben manchmal über Dinge, die sie nie gesehen haben. + +Es ist übrigens gewiss, dass man des Nachts den Weg von Alexandrien nach Rafschid macht, um" +Z166069305,150,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000150/full/full/0/native.jpg,"der druckenden Sonnenhige auszuweichen. Da ich aber +Feit :: fanger Zeit an Reisen in heisen Himmelsftrichen +gewohnt war, so hatte ich die druckendfte Gluth) der Sonne +ertragen gelernt, und da, ich uberdies uberzeugt war, das +es fur einen Reisenden, der sich zu unterrichten wunscht, +niemals hele genug fern kann, so machte ich diese Reise +bei Tage: man fchazt fie floolf Stunden Weges. Da +die Wagen nicht gewohnlich sind, so bedient man fich +hierzu der Maulefel, die man sowohl zu Alexandrien +als zu Rarchid fur einen bestimmten und masigen +Preis zu miethea Gelegenheit hat. Sie machen sehr weite +Schritte: man kann daher auf ihnen eine grose Strecke +Weges zuruklegen, ohne sich alljasehr zu ermuden. Diese +Thiere waren dieses Weges to getyohnt, das man sie +nicht zu leiten brauchte, und das fie weder bei Sage noch +des Nachts von dem Wege abwichen, der uber einen +beweglichen Sand hingeht, und also weder bezeichnet noch +weniger gebahnt werden fann: fie hatten auch weder +Zugel noch Gebis, sondern blos eine schlechte Salfter. +Ob man gleich durch keinen bewohnten Ort kommt, +fo ist es doch keine eigentliche Wuste. Wahrend der einen +Halfte des Weges sieht man auf der einem Seite in +geringer Entfernung einige Hauser und Flecken, und auf +dem ubrigen Sheile der Reife trift man Spuren an, +welche zeigen, das es in einer nicht allzugrosen Entfer- +nung Wohnungen giebt. Auch hat man nichts von den +Windstosen aus Mittag zu befurchten, die in den grosen +Sandwusten, womit Aegypten' umgeben ist, so +furchterlich find. Savary, der keine andere Wufte +als diese kennen, gelernt hat, wendet auf fie an, was er +von ordentlichen Wusten hat erzahlen gehort. Wehe +demjenigen, ruft er aus, den ein Wirbelwind aus Mit- +tag mitten in dieser Einode uberrascht! Wenn er kein +Zelt hat, worein er sich in Sicherheit begeben kann, so +fallen ihn gluhende Staubwolken an, die ihm die Augen","122 + +der druckenden Sonnenhige auszuweichen. Da ich aber +Feit :: fanger Zeit an Reiſen in heißen Himmelsftrichen +gewohnt war, ſo hatte ich die druckendfte Gluth) der Sonne +ertragen gelernt, und da, ich überdies überzeugt war, daß +es für einen Reiſenden, der ſich zu unterrichten wünſcht, +niemals hele genug fern kann, ſo machte ich dieſe Reiſe +bei Tage: man fchåzt fie floolf Stunden Weges. Da +die Wagen nicht gewöhnlich ſind, ſo bedient man fich +hierzu der Maulefel, die man ſowohl zu Alexandrien +als zu Rarchid für einen beſtimmten und maßigen +Preis zu miethea Gelegenheit hat. Sie machen ſehr weite +Schritte: man kann daher auf ihnen eine große Strecke +Weges zurüklegen, ohne ſich alljäſehr zu ermúden. Dieſe +Thiere waren dieſes Weges to getyohnt, daß man ſie +nicht zu leiten brauchte, und daß fie weder bei Sage noch +des Nachts von dem Wege abwichen, der über einen +beweglichen Sand hingeht, und alſo weder bezeichnet noch +weniger gebahnt werden fann: fie hatten auch weder +Zügel noch Gebiß, ſondern bloß eine ſchlechte Salfter. + +1 + +Ob man gleich durch keinen bewohnten Ort kommt, +fo iſt es doch keine eigentliche Wüſte. Während der einen +Hälfte des Weges ſieht man auf der einem Seite in +geringer Entfernung einige Häuſer und Flecken, und auf +dem übrigen Sheile der Reife trift man Spuren an, +welche zeigen, daß es in einer nicht allzugroßen Entfer- +nung Wohnungen giebt. Auch hat man nichts von den +Windſtoßen aus Mittag zu befürchten, die in den großen +Sandwüſten, womit Aegypten' umgeben iſt, ſo +fürchterlich find. Savary, der keine andere Wüfte +als dieſe kennen, gelernt hat, wendet auf fie an, was er +von ordentlichen Wüſten hat erzählen gehört.„ Wehe +demjenigen, ruft er aus, den ein Wirbelwind aus Mit- +tag mitten in dieſer Einode überraſcht! Wenn er kein +Zelt hat, worein er ſich in Sicherheit begeben kann, ſo +fallen ihn glühende Staubwolken an, die ihm die Augen + + +","der drückenden Sonnenhitze auszuweichen. Da ich aber zeitig an Reisen in heißen Himmelsstrichen gewohnt war, so hatte ich die drückendste Glut der Sonne ertragen gelernt, und da ich überdies überzeugt war, dass es für einen Reisenden, der sich zu unterrichten wünscht, niemals hell genug fern kann, so machte ich diese Reise bei Tage: man schätzt sie fünf Stunden Weges. Da die Wagen nicht gewöhnlich sind, so bedient man sich hierzu der Maulesel, die man sowohl zu Alexandrien als zu Rarchid für einen bestimmten und mäßigen Preis zu mieten Gelegenheit hat. Sie machen sehr weite Schritte: man kann daher auf ihnen eine große Strecke Weges zurücklegen, ohne sich allzusehr zu ermüden. Diese Thiere waren dieses Weges so getyohnt, dass man sie nicht zu leiten brauchte, und dass sie weder bei Sage noch des Nachts von dem Wege abwichen, der über einen beweglichen Sand hingeht, und also weder bezeichnet noch weniger gebahnt werden kann: sie hatten auch weder Zügel noch Gebiss, sondern bloß eine schlechte Sattel. + +Ob man gleich durch keinen bewohnten Ort kommt, so ist es doch keine eigentliche Wüste. Während der einen Hälfte des Weges sieht man auf der einen Seite in geringer Entfernung einige Häuser und Flecken, und auf dem übrigen Teil der Reise trifft man Spuren an, welche zeigen, dass es in einer nicht allzugroßen Entfernung Wohnungen gibt. Auch hat man nichts von den Windstößen aus Mittag zu befürchten, die in den großen Sandwüsten, womit Aegypten umgeben ist, so fürchterlich sind. Savary, der keine andere Wüste als diese kennen gelernt hat, wendet auf sie an, was er von ordentlichen Wüsten hat erzählen gehört. Wehe demjenigen, ruft er aus, den ein Wirbelwind aus Mittag mitten in dieser Einöde überrascht! Wenn er kein Zelt hat, worin er sich in Sicherheit begeben kann, so fallen ihn glühende Staubwolken an, die ihm die Augen" +Z166069305,151,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000151/full/full/0/native.jpg,"und den Mund anfullen, ihn zu sehen verhindern und ihm +das Leben rauben. Um klugsten verfahrt man, werin +man diese Reise zur Nachtzeit macht*),"" Es giebt gewis +niots so schrekliches als diefe Wirbelwinde aus Miitas, +allein es ist auch ausgemacht, das man nichts dergleichen +zwischen Alexandri en und Ra fchid zu Befurchten hat; +das niemand hier das Leben durch gluhende Staubwellen +verlohren hat, und das es phyfirch unmoglich ist, das +!! fich ein dergleichen Ungluksfall daselbst creigne. Wen +der Wins wirklich aus Suden kommt, so wird er durch +1. das Waffer der Seeen und Candle abgefuhlt, uber welche +er geht und diese wurden die durch den Wind herbeige- +fuhrten Sandaulen auffangen, toenn er auch eine To +grose Menge davon bei seinem debergange uber die ange. +baueten Ebenen von Bahire' mit fich fortfuhren konnte. +Es gab aber eine wirklichere Gefahr, namlich jene, +geplundert zu werden. Es waren zwar Wadhen angestellt, +die vor die Sicherheit des Weges forgen, und es in den +beiden Stadten melden follten, sobald fie einen verdachtic +gen Haufen gewahr wurden, und alsdann waren die +Reifen wirklich unterbrochen, bis man bekannt machte, +3. das der Weg wieder sicher sey; aber die Zuge der rauberi- +schen Beduinen, die den Umstanden nach alle Raufer +u find, geschehen po eilfertig, und sie langen mit folcher +Schnelligkeit aus Bezirken an, wo man gar keine Met: +schen hervorkommen zu sehen erwartet, das die Veruburg +eiues Raubes das erste Zeichen ihrer Gegenwart ist, urd +das es nicht felten geschieht, das die Reisenden das Opfe +davon werden. +Wenn man aus Alexandrien herauskommt;\ +reist man gegen Dstnordost und nimmt seinen Weg an, de +Grunzlage eines Vorgebirges hin, das sich von Aleran +dien an gegen Norden erhebt. An seiner i Spise liegi +) Briefe uber Aegypten, I. B. 6. 36. deutsch. Ueberf.","1 + +. + +und den Mund anfüllen, ihn zu ſehen verhindern und ihm +das Leben rauben. Um klúgſten verfährt man, werin +man dieſe Reiſe zur Nachtzeit macht*),"" Es giebt gewiß +niots ſo ſchrekliches als diefe Wirbelwinde aus Miitas, +allein es iſt auch ausgemacht, daß man nichts dergleichen +zwiſchen Alexandri en und Ra fchid zu Befürchten hat; +daß niemand hier das Leben durch glühende Staubwellen + +verlohren hat, und daß es phyfirch unmöglich iſt, daß +!! fich ein dergleichen Unglüksfall daſelbſt creigne. Wen + +der Wins wirklich aus Süden kommt, ſo wird er durch +1. das Waffer der Seeen und Candle abgefühlt, über welche + +er geht und dieſe würden die durch den Wind herbeige- +führten Sandáulen auffangen, toenn er auch eine To +große Menge davon bei ſeinem debergange über die ange. +baueten Ebenen von Bahire' mit fich fortführen könnte. +Es gab aber eine wirklichere Gefahr, nämlich jene, +geplündert zu werden. Es waren zwar Wadhen angeſtellt, +die vor die Sicherheit des Weges forgen, und es in den +beiden Stadten melden follten, ſobald fie einen verdächtic +gen Haufen gewahr würden, und alsdann waren die + +Reifen wirklich unterbrochen, bis man bekannt machte, +3. daß der Weg wieder ſicher ſey; aber die Züge der råuberi- + +ſchen Beduinen, die den Umſtånden nach alle Räufer +u find, geſchehen po eilfertig, und ſie langen mit folcher + +Schnelligkeit aus Bezirken an, wo man gar keine Met: +ſchen hervorkommen zu ſehen erwartet, daß die Verůburg +eiues Raubes das erſte Zeichen ihrer Gegenwart iſt, urd +daß es nicht felten geſchieht, daß die Reiſenden das Opfe +davon werden. + +16 + +1 + +Wenn man aus Alexandrien herauskommt;\ +reiſt man gegen Dſtnordoſt und nimmt ſeinen Weg an, de +Grunzlage eines Vorgebirges hin, das ſich von Aleran +dien an gegen Norden erhebt. An ſeiner i Spiße liegi + +it + +) Briefe über Aegypten, I. B. 6. 36. deutſch. Ueberf. + + +","und den Mund anfüllen, ihn zu sehen verhindern und ihm das Leben rauben. Um klügsten verfährt man, wenn man diese Reise zur Nachtzeit macht*). Es gibt gewiss nichts so schreckliches als die Wirbelwinde aus Mittag, allein es ist auch ausgemacht, dass man nichts dergleichen zwischen Alexandrien und Rafschid zu befürchten hat; das niemand hier das Leben durch glühende Staubwellen verloren hat, und dass es physiisch unmöglich ist, dass sich ein dergleichen Unglücksfall daselbst ereigne. Wenn der Wind wirklich aus Süden kommt, so wird er durch das Waffen der Seen und Kanäle abgeführt, über welche er geht, und diese werden die durch den Wind herbeigeführten Sandaulen auffangen, wenn er auch eine zu große Menge davon bei seinem Übergang über die angebauten Ebenen von Bahire mit sich fortführen konnte. + +Es gab aber eine wirklichere Gefahr, nämlich jene, geplündert zu werden. Es waren zwar Wächter angestellt, die vor die Sicherheit des Weges sorgten, und es in den beiden Städten meldeten sollten, sobald sie einen verdächtigen Haufen gewahr wurden, und alsdann waren die Reifen wirklich unterbrochen, bis man bekannt machte, dass der Weg wieder sicher sey; aber die Züge der räuberischen Beduinen, die den Umständen nach alle Räuber finden, geschehen plötzlich, und sie langen mit solcher Schnelligkeit aus Bezirken an, wo man gar keine Menschen hervorkommen zu sehen erwartet, dass die Verübung eines Raubes das erste Zeichen ihrer Gegenwart ist, und dass es nicht oft geschieht, dass die Reisenden das Opfer davon werden. + +Wenn man aus Alexandrien herauskommt, reist man gegen Nordost und nimmt seinen Weg an der Grundlage eines Vorgebirges hin, das sich von Alexandria an gegen Norden erhebt. An seiner Spitze liegt" +Z166069305,152,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000152/full/full/0/native.jpg,"A bulir, ein Flecken, der auf den Trummern von +Canopus*) steht. Die Suste an diesem Vorgebirge +ift, wie ich schon bemerkt habe, nicht so niedrig als jene +beim Thurme der Uraber, und ob fie gleich aus +Sandhugeln besteht, so giebt sie doch keinen solchen An- +blik von Einsamkeit und Unfruchtbarkeit: man fiebt das +selbst Wohnungen und angebauetes fand. +Nachdem man ungefahr rechs Meilen zurukgelegt +hat, befindet man sich an dem ufer einer Art von See, +der ein Heberbleibsel des canopischen Nilarmes ist. +Jezt ist er eigcntlich eine Seclagune, die nur zu den Zeiten +der hochsten leberschwemmung mit dem Nil in Verbin- +dung steht. Man reitet zu Pferde durch dieselbe, wenn +nicht etwa der Flus durch sein Austreten oder das durch +Stirme empor gehobene Meer ihn vergrosert haben: in +diesen Fallen fabrt man auf einem Fahrzeug uber denselbert, +das vielleicht das unsicherste und unbequemste unter allen +Fahren war. Die Mundung dieses alten Nilarmes ift +rebr eng und durch eine Sandbank gebildet. Afchgraue +spen **), streifen stets auf der Oberflache dieser Wasser +herum, um die kleinen Seefische wegzufangen, die dahin +-) Das alte Canopus lag 12 romisde Meilen von Aleran: +judrien. Es hatte nach dem Strabo und Undern seinen +Namen vom Canopus, dem Steuermanne des Menelaus, +der daselbit starb. Von dieser Stadt wurde der Nilarm be: +nannt, der hier ins Meer geht, und der vom canopischen Canal +nach uierandria wohl zu unterscheiden ist. Vor der Erlau: +ung dieser leztern Stadt wurde in Can op 11 6 der agyptische +Handel allein gefuhrt. Serapis hatte einen Tempel hier, +der +bemorgen seiner Orakelspruche und Wunderkuren sehr haufig +wurde.' Die Sanopier waren durch ihren Lurus und +ihre Aussdhweifungen beruchtigt. Man machte taglids von +Aferandrien aus auf dem cenopifchen Canal Luftpar: +tien dahin. +Der ueberreter. +**, Mollette cendree, Buffon, Larus canus. L.","124 + +A bulir, ein Flecken, der auf den Trümmern von +Canopus*) ſteht. Die Súſte an dieſem Vorgebirge +ift, wie ich ſchon bemerkt habe, nicht ſo niedrig als jene +beim Thurme der Uraber, und ob fie gleich aus +Sandhügeln beſteht, ſo giebt ſie doch keinen ſolchen An- +blik von Einſamkeit und Unfruchtbarkeit: man fiebt das +ſelbſt Wohnungen und angebauetes fand. + +ta + +Nachdem man ungefähr rechs Meilen zurükgelegt +hat, befindet man ſich an dem ufer einer Art von See, +der ein Heberbleibſel des canopiſchen Nilarmes iſt. +Jezt iſt er eigcntlich eine Seclagune, die nur zu den Zeiten +der höchſten leberſchwemmung mit dem Nil in Verbin- +dung ſteht. Man reitet zu Pferde durch dieſelbe, wenn +nicht etwa der Fluß durch ſein Austreten oder das durch +Stirme empor gehobene Meer ihn vergroßert haben: in +dieſen Fällen fábrt man auf einem Fahrzeug über denſelbert, +das vielleicht das unſicherſte und unbequemſte unter allen +Fahren war. Die Mündung dieſes alten Nilarmes ift +rebr eng und durch eine Sandbank gebildet. Afchgraue + +spen **), ſtreifen ſtets auf der Oberfläche dieſer Waſſer +herum, um die kleinen Seefiſche wegzufangen, die dahin + +-) Das alte Canopus lag 12 rómiſde Meilen von Aleran: +judrien. Es hatte nach dem Strabo und Undern ſeinen +Namen vom Canopus, dem Steuermanne des Menelaus, +der daſelbit ſtarb. Von dieſer Stadt wurde der Nilarm be: +nannt, der hier ins Meer geht, und der vom canopiſchen Çanal +nach uierandria wohl zu unterſcheiden iſt. Vor der Erlau: +ung dieſer leztern Stadt wurde in Can op 11 6 der ägyptiſche +Handel allein geführt. Serapis hatte einen Tempel hier, +der +bemorgen ſeiner Orakelſprüche und Wunderkuren ſehr häufig + +wurde.' Die Sanopier waren durch ihren Lurus und +ihre Ausſdhweifungen berüchtigt. Man machte tåglids von +Aferandrien aus auf dem cenopifchen Canal Luftpar: +tien dahin. + +Der ueberreter. +**, Mollette cendrée, Buffon, Larus canus. L. + +. + + +","A bulir, ein Flecken, der auf den Trümmern von Canopus*) steht. Die Süste an diesem Vorgebirge ist, wie ich schon bemerkt habe, nicht so niedrig als jene beim Turme der Araber, und ob sie gleich aus Sandhügeln besteht, so gibt sie doch keinen solchen Anblick von Einsamkeit und Unfruchtbarkeit: man sieht das selbst Wohnungen und angebautes Land. + +Nachdem man ungefähr sechs Meilen zurückgelegt hat, befindet man sich an dem Ufer einer Art von See, der ein Heberbleibsel des canopischen Nilarmes ist. Jetzt ist er eigentlich eine Seelagune, die nur zu den Zeiten der höchsten Überschwemmung mit dem Nil in Verbindung steht. Man reitet zu Pferde durch dieselbe, wenn nicht etwa der Fluss durch sein Austreten oder das durch Stürme empor gehobene Meer ihn vergrößert haben: in diesen Fällen fährt man auf einem Fahrzeug über denselben, das vielleicht das unsicherste und unbequemste unter allen Fahren war. Die Mundung dieses alten Nilarmes ist sehr eng und durch eine Sandbank gebildet. Aschgraue Spinnen streifen stets auf der Oberfläche dieser Wasser herum, um die kleinen Seefische wegzu fangen, die dahin schwimmen. + +Das alte Canopus lag 12 römischen Meilen von Alexandria. Es hatte nach dem Strabo und andern seinen Namen vom Canopus, dem Steuermann des Menelaus, der daselbst starb. Von dieser Stadt wurde der Nilarm benannt, der hier ins Meer geht, und der vom canopischen Canal nach Alexandria wohl zu unterscheiden ist. Vor der Erbauung dieser letzten Stadt wurde in Canopus der ägyptische Handel allein geführt. Serapis hatte einen Tempel hier, der wegen seiner Orakelsprüche und Wunderkuren sehr häufig wurde. Die Kanopier waren durch ihren Luxus und ihre Ausschweifungen berüchtigt. Man machte täglich von Alexandria aus auf dem kanopischen Canal Lustpartien dahin. + +Der Übersetzer. + +**, Möwen, Larus canus. L." +Z166069305,153,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000153/full/full/0/native.jpg,"eintreten: ich habe daselbst auch schwarze Wafferhuhner*) +und Kropfganse ** y gesehen: um bftlichen ufer"" fteht +ein groses vieredigtes Gebaude; deffen Bauart jener an +der franzosischen Faktorei zu' Alexandrien gleichkommt. +Man trift diefelbe an allen Caravanserais, in Negypten +Hock al genannt, an. Benn man diefen ben Namen +eines Wirthshauses gegeben hat, so hat man einem Orte +allzuviel Ehre angethan, to man durchaus nichts weiter +: als einen Brunnen mit abscheulichem Waffer antrift. +geratli un an einer andern eine beste ber bag +Man nennt diesen Ort Maadie, welches eine +Ueberfahrt( Fahren bedeutet. Da ich die Abficht hatte, +: bie Spuren von dem alten Heraklium aufzusuchen, +Deffen Lage der Dr. Shat durch jene von Ma adica +bestimmt, ro untersuchte ich sowohl dieses Gebaude als +die umliegenden Gegenden genau: rey es nun +Teil nun, das +Stelle lag, oder das dec +Sand ihre Ueberreste bedekt hatte, genug, ich konnte +nichts gewahr werden, das auf Gebaude aus einem Fernen +Zeitalter deutete: Das Haus ist ganz neu und von weisen +und eben nicht harten Steinen erbauet. Auser dem Thor, +zu dessen Baue man ein groses Stuck Granit und ein +anderes Bruchstuck grauen Marmors mit Aufschriften +gebraucht hat, fieht man daran nichts aus dem Alters +thume. Eine halbe Meile weiter hin aber bemerkt man +an der Kuste alte Mauern und Trummern, die das Auge +bei heiterm Wetter Tehr weit in das Meer hinein verfolgen +fann: wahrscheinlich fiub dies die Spuren von Her as +Fliu in ***), +*) Foulque, Buffon Fulica atra. L. +**) Pelican, Buffon Pelicanus onocrotalus. Lin. +***) Paulus fagt: Herallium war eine Stadt von Sanopus +weiter hin, ebenfalls an der canopischen Mundung, Herkua +les hatte in Heraklium einen Tempel. +Der ueberseller, +debetres","125 + +eintreten: ich habe daſelbſt auch ſchwarze Wafferhühner*) +und Kropfgånſe ** y geſehen: um bftlichen ufer"" fteht +ein großes vieredigtes Gebäude; deffen Bauart jener an +der franzöſiſchen Faktorei zu' Alexandrien gleichkommt. +Man trift diefelbe an allen Caravanſerais, in Negypten +Hock al genannt, an. Benn man diefen ben Namen +eines Wirthshauſes gegeben hat, ſo hat man einem Orte +allzuviel Ehre angethan, tó man durchaus nichts weiter +: als einen Brunnen mit abſcheulichem Waffer antrift. + +geratli un an einer andern eine beste ber bag + +Man nennt dieſen Ort Maadie, welches eine +Ueberfahrt( Fähren bedeutet. Da ich die Abficht hatte, +: bie Spuren von dem alten Heraklium aufzuſuchen, + +Deffen Lage der Dr.“ Shat durch jene von Ma adica +beſtimmt, ro unterſuchte ich ſowohl dieſes Gebäude als +die umliegenden Gegenden genau: rey es nun + +Teil nun, daß + +Stelle lag, oder daß dec +Sand ihre Ueberreſte bedekt hatte, genug, ich konnte +nichts gewahr werden, das auf Gebäude aus einem Fernen +Zeitalter deutete: Das Haus iſt ganz neu und von weißen +und eben nicht harten Steinen erbauet. Außer dem Thor, +zu deſſen Baue man ein großes Stück Granit und ein +anderes Bruchſtück grauen Marmors mit Aufſchriften +gebraucht hat, fieht man daran nichts aus dem Alters +thume. Eine halbe Meile weiter hin aber bemerkt man +an der Küſte alte Mauern und Trümmern, die das Auge +bei heiterm Wetter Tehr weit in das Meer hinein verfolgen +fann: wahrſcheinlich fiub dies die Spuren von Her as +Fliu in ***), + +多 + +*) Foulque, Buffon– Fulica atra. L. +**) Pelican, Buffon Pelicanus onocrotalus. Lin. +***) Paulus fagt: Herallium war eine Stadt von Sanopus + +weiter hin, ebenfalls an der canopiſchen Mündung, Herkua +les hatte in Heraklium einen Tempel. + +Der ueberſeller, + +debetres + + +","eintreten. Ich habe daselbst auch schwarze Waffelhühner*) und Kropfgänse**) gesehen. Um bloßlichen Ufer steht ein großes vieredigtes Gebäude; dessen Bauart jener an der französischen Faktorei zu Alexandrien gleichkommt. Man trifft dieselbe an allen Caravanserais, in Ägypten Hockal genannt, an. Wenn man diesen Namen einem Wirthshauses gegeben hat, so hat man einem Orte allzuviel Ehre angethan; denn man durchaus nichts weiter als einen Brunnen mit abscheulichem Wasser antrifft. + +Geräthlich und an einer andern eine beste Berber-Bag. Man nennt diesen Ort Maadie, welches eine Überfahrt bedeutet. Da ich die Absicht hatte, die Spuren von dem alten Heraklium aufzusuchen, deren Lage der Dr. Shaw durch jene von Maadic bestimmt hat, untersuchte ich sowohl dieses Gebäude als die umliegenden Gegenden genau. Rey es nun Teil nun, das Stelle lag, oder das Sand ihre Ueberreste bedeckte hatte, genug, ich konnte nichts gewahr werden, das auf Gebäude aus einem fernen Zeitalter deutete: Das Haus ist ganz neu und von weisen und eben nicht harten Steinen erbauet. Außer dem Thor, zu dessen Bau man ein großes Stück Granit und ein anderes Bruchstück grauen Marmors mit Aufschriften gebraucht hat, sieht man daran nichts aus dem Alterthume. + +Eine halbe Meile weiter hin aber bemerkt man an der Küste alte Mauern und Trümmer, die das Auge bei heiterm Wetter sehr weit in das Meer hinein verfolgen kann; wahrscheinlich fiel dies die Spuren von Heraklium. Paulus sagt: Herallium war eine Stadt von Kanopus weiter hin, ebenfalls an der kanopischen Mundung, Herkula hatte in Heraklium einen Tempel. + +*) Foulque, Buffon Fulica atra. L. +**) Pelican, Buffon Pelicanus onocrotalus. Lin. +***) Paulus sagt: Herallium war eine Stadt von Kanopus weiter hin, ebenfalls an der kanopischen Mundung, Herkula hatte in Heraklium einen Tempel. + +Der Überseller, +Debetres" +Z166069305,154,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000154/full/full/0/native.jpg,"4. Nachbein man einige Stunden im Schatten des +Mauern des Gebaudes von M& adie ausgeruht hat, +erreicht man das Seeufer: dieses ist in diesem Meerbusen +Corniedrig( denn von u butiran macht das Meer eine +sehr grose Vertiefung), das das Wasser ohne die feften +Denme eine grose Strecke kandes bedecken wurde: bei +sturmischen Wetter fritt es uber die Damnie, breitet sich +im Rucken der hohen Kuste des Vorgebirges. von A bus +fir aus, und uberschwemmt einen grosen Strich Landes. +Man reift beinahe vier Neilen am Meere auf von den +Wellen bespieltem Sande hitt, der ,, wenn er trocken ist +Fehr beweglich ist. Man tritt mit den Fusen allerhand +Muschelwerf, worunter ich Miesmuscheln, Steinbohrer, +Meertulpen( lepas), und Sturmhauben erfannte. Sees +lerchen,"") Strandlayfer **) Sandlaufer ***) hupfen und +fpringen am Ufer, uinber; auch einige Brachvogel suchten +hier ihre Beute, wahrend eine Menge afchgrauer Moven, +gros und klein, unaufhorlich die Luft uber dem Waffee or +durchkreuzten: zahlreiche Heerden Meerschweine, auf deren +gebogenen und nassen Rucken, die lebhaften Farben des +Regenbogens glanzen; felbst die Wellen, die sich nach und +nach nach dem Seeufer zu ausbreiten, u: 18 zwischen den +Fusen der Maulefel zu spielen schienen; alle diese Gegens +stande gewahren ein Schauspiel, das zugleich gefatt und +anzieht, wenn man seit langen Zeiten nur von einer trofea +nen Einfrmigkeit umgeber gewesen ist; sie feffeln anges +nehm die Augen, und verhindern fie, ihre Blicke gegen +Suden zu wenden, wo man nur eine Sandwuste entdef: +ken wurde, die durch sugel von derselben Beschaffenheit +begrenzt, und auf eine traurige Art durch einige zerstreus +ete und einzeln stehende Palmbaume unterbrochen wird., +*) Trioga Cioclus. L, +**) Tringa litorea. +**""). Tringa calidris.","126 + +*** + +4. Nachbein man einige Stunden im Schatten des +Mauern des Gebậudes von M& adié ausgeruht hat, +erreicht man das Seeufer: dieſes iſt in dieſem Meerbuſen + +Corniedrig( denn von u butiran macht das Meer eine +ſehr große Vertiefung), daß das Waſſer ohne die feften +Denme eine große Strecke kandes bedecken würde: bei + +. +ſtürmiſchen Wetter fritt es über die Dämnie, breitet ſich +im Rücken der hohen Küſte des Vorgebirges. von A bus +fir auß, und überſchwemmt einen großen Strich Landes. +Man reift beinahe vier Neilen am Meere auf von den +Wellen beſpieltem Sande hitt, der ,, wenn er trocken iſt +Fehr beweglich iſt. Man tritt mit den Füßen allerhand +Muſchelwerf, worunter ich Miesmuſcheln, Steinbohrer, +Meertulpen( lepas), und Sturmhauben erfannte. Sees +lerchen,"") Strandlåyfer **) Sandlåufer ***) hüpfen und +fpringen am Ufer, uinber; auch einige Brachvogel ſuchten +hier ihre Beute, während eine Menge afchgrauer Moven, +groß und klein, unaufhörlich die Luft über dem Waffee or +durchkreuzten: zahlreiche Heerden Meerſchweine, auf deren +gebogenen und naſſen Rücken, die lebhaften Farben des +Regenbogens glänzen; felbſt die Wellen, die ſich nach und +nach nach dem Seeufer zu ausbreiten, u: 18 zwiſchen den + +? +Füßen der Maulefel zu ſpielen ſchienen; alle dieſe Gegens +ſtånde gewähren ein Schauſpiel, das zugleich gefått und +anzieht, wenn man ſeit langen Zeiten nur von einer trofea +nen Einførmigkeit umgeber geweſen iſt; ſie feffeln anges +nehm die Augen, und verhindern fie, ihre Blicke gegen +Süden zu wenden, wo man nur eine Sandwüſte entdef: +ken würde, die durch sügel von derſelben Beſchaffenheit +begrenzt, und auf eine traurige Art durch einige zerſtreus +ete und einzeln ſtehende Palmbåume unterbrochen wird., + +{ + +*) Trioga Cioclus. L, + +**) Tringa litorea. + +**""). Tringa calidris. + + +","Nachdem man einige Stunden im Schatten des Mauern des Gebäudes von Madie ausgeruht hat, erreicht man das Seeufer: dieses ist in diesem Meerbusen sehr niedrig (denn von oben macht das Meer eine sehr große Vertiefung), das das Wasser ohne die feuchten Dünen eine große Strecke kahl bedecken würde; bei sturmischen Wetter fällt es über die Dünen, breitet sich im Rücken der hohen Küste des Vorgebirges von Abus für aus und überschwemmt einen großen Strich Landes. Man reibt beinahe vier Meilen am Meer auf von den Wellen bespieltem Sande hin, der, wenn er trocken ist, sehr beweglich ist. Man tritt mit den Füßen allerhand Muschelwerk, worunter ich Miesmuscheln, Steinbohrer, Meertulpen (Lepas), und Sturmhauben erfand. Seeschwalben, Strandläufer, Sandläufer hupfen und springen am Ufer, auch einige Brachvögel suchten hier ihre Beute, während eine Menge aschgrauer Möwen, groß und klein, unaufhörlich die Luft über dem Wasser durchkreuzten; zahlreiche Heerden Meerschweine, auf deren gebogenen und nassen Rücken die lebhaften Farben des Regenbogens glänzen; selbst die Wellen, die sich nach und nach nach dem Seeufer zu ausbreiten und zwischen den Füßen der Maulesel zu spielen schienen. Alle diese Gegensätze gewähren ein Schauspiel, das zugleich gefällt und anzieht, wenn man seit langen Zeiten nur von einer trockenen Einöde umgeben gewesen ist; sie fesseln angesichts die Augen und verhindern sie, ihre Blicke gegen Süden zu wenden, wo man nur eine Sandwüste entdecken würde, die durch Hügel von derselben Beschaffenheit begrenzt und auf traurige Art durch einige zerstreute und einzeln stehende Palmbäume unterbrochen wird." +Z166069305,155,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000155/full/full/0/native.jpg,"Die Reifender halten gern einige Augenblicke beim +Grabmale eines mahommedanischen Heiligen stillt, das +am Meere fteht; ein Urber, der sich daselbst aufhalt, +bietet Caffee, falzigtes und beises Wasser an, dass man +wegen des durch die Sonnenhise und den Staub verur: +fachten Durftes mit Wollust hinunter schlukt. +Ein kleiner Shurm von Ziegelsteinen dient zum Zeichen +das man das Ufer verlassen mus*): andere Thurmchen, +die man in derselben Richtung, namlich in Ortsudost, ges +wahr wird, dienen in einer beweglichen Ebene zum Weg- +weiser, in welcher man sich um fo keichter verirren kann, +als man die Stadt Rachid, die von der Westseite mit +Sandhugeln umgeben tft, erst dann entdeft, wenn man +in ihre erste Strase hineintritt. Man zahlt, ehe matt +hierher forumt, eilf Thurmchen', wovon einige, die einen +grosern umfang haben, als die andern, nicht maffiv +find umd die in ihrem Innern den Reisenden eineu Schug +ort gewahren, und den Mahommebanern zum Beteorte +dienen **). +spier verandert fich aufeinmat mie durch einen Zubere +Pohlag die Szene: der Uebergang fann nirgends plezlicher +noch der Contrast auffallender senn. Es sind nicht mehr +*) Dieser Thurm von Ziegelsteinen it wahrsdcinlich der vor +D'Anville auf seiner Charte casa rosa genannte. +*) Herr Shaw sagt( Seite 255 der deutsch. Uleberf.) von Madea +bis nach Majdid wird den Caravanen vier franzosische Meilen +weit der Weg durch Saulen, die jenen von G di 6, f a he! +Towdea oder Grenzseen in der Berberei gleichen, gezeigt. +aber ohne die Sdafung des Weges zu erwahnen, worin ein +5 kleiner Jerthum liegt find jene Grenzbezeichnungen felbf +nach Shaw nur Stamme von Palmbaumen, anstatt das dies +jenigen, die den Weg nac Narch id zeigen, von Ziegeln er: +bauete thurme find. Ich wurde dieses Fleine Berjeben nicht +02. gerugt haben, jeun Ich Herrn Shan nicht fur Ginen der +eirfidhtspollsten Reisenden hielte.","127 + +5 + +Die Reifender halten gern einige Augenblicke beim +Grabmale eines mahommedaniſchen Heiligen ſtillt, das +am Meere fteht; ein Urber, der ſich daſelbſt aufhalt, +bietet Caffee, falzigtes und beißes Waſſer an, dass man +wegen des durch die Sonnenhiße und den Staub verur: +fachten Durftes mit Wolluſt hinunter ſchlukt. + +3 + +Ein kleiner Shurm von Ziegelſteinen dient zum Zeichen +daß man das Ufer verlaſſen muß*): andere Thürmchen, +die man in derſelben Richtung, nåmlich in Ortſüdoſt, ges +wahr wird, dienen in einer beweglichen Ebene zum Weg- +weiſer, in welcher man ſich um fo keichter verirren kann, +als man die Stadt Rachid, die von der Weſtſeite mit +Sandhugeln umgeben tft, erſt dann entdeft, wenn man +in ihre erſte Straße hineintritt. Man zählt, ehe matt +hierher forumt, eilf Thürmchen', wovon einige, die einen +großern umfang haben, als die andern, nicht maffiv +find umd die in ihrem Innern den Reiſenden eineu Schug +ort gewähren, und den Mahommebanern zum Beteorte +dienen **). + +. + +. + +3 + +spier verändert fich aufeinmat mie durch einen Zubere +Pohlag die Szene: der Uebergang fann nirgends plézlicher +noch der Contraſt auffallender ſenn. Es ſind nicht mehr + +-) + +14 + +*) Dieſer Thurm von Ziegelſteinen it wahrſdcinlich der vor + +D'Anville auf ſeiner Charte caſa roſa genannte. +*) Herr Shaw ſagt( Seite 255 der deutſch. Uleberf.) von Madea + +bis nach Majdid wird den Caravanen vier franzöſiſche Meilen +weit der Weg durch Såulen, die jenen von G di 6, f a he! +Towdea oder Grenzſeen in der Berberei gleichen, gezeigt. + +aber ohne die Sdáfung des Weges zu erwähnen, worin ein +5 kleiner Jerthum liegt find jene Grenzbezeichnungen felbf + +nach Shaw nur Ståmme von Palmbåumen, anſtatt daß dies +jenigen, die den Weg nac Narch id zeigen, von Ziegeln er: + +bauete thúrme find. Ich würde dieſes Fleine Berjeben nicht +02. gerúgt haben, jeun Ích Herrn Shan nicht für Ginen der + +eirfidhtspollſten Reiſenden hielte. + +1 + + +","Die Reifenden halten gern einige Augenblicke beim Grabmale eines mohammedanischen Heiligen still, das am Meere steht; ein Araber, der sich daselbst aufhält, bietet Kaffee, salziges und besonderes Wasser an, dass man wegen des durch die Sonnenhitze und den Staub verursachten Durstes mit Wollust hinunterschluckt. + +Ein kleiner Turm von Ziegelsteinen dient zum Zeichen, dass man das Ufer verlassen muss; andere Thurmchen, die man in derselben Richtung, nämlich in Ost-Südost, gewahr wird, dienen in einer beweglichen Ebene zum Wegweiser, in welcher man sich um so weniger verirren kann, als man die Stadt Rachid, die von der Westseite mit Sandhügeln umgeben ist, erst dann entdeckt, wenn man in ihre erste Straße hineintritt. Man zahlt, ehe man hierher kommt, einen Thurmchen', wovon einige, die einen größeren Umfang haben als die andern, nicht massiv finden und die in ihrem Innern den Reisenden eine Art Schutzort gewähren und den Mohammedanern zum Gebetorte dienen. + +Später verändert sich auf einmal mitten durch einen Zuberberg die Szene: der Übergang kann nirgends plezlicher noch der Contrast auffallender sein. Es sind nicht mehr ... + +*) Dieser Turm von Ziegelsteinen ist wahrscheinlich der vor D'Anville auf seiner Karte casa rosa genannte. + +*) Herr Shaw sagt (Seite 255 der deutschen Übersetzung) von Madea bis nach Majdid wird den Caravanen vier französische Meilen weit der Weg durch Säulen, die jenen von G... 6... Toweda oder Grenzseen in der Berberei gleichen, gezeigt. Aber ohne die Schutz des Weges zu erwähnen, worin ein kleiner Jerthum liegt find jene Grenzbezeichnungen selbst nach Shaw nur Stämme von Palmbäumen, anstatt dass dies jenen, die den Weg nach Narchid zeigen, von Ziegeln erbaute Türme sind. Ich würde dieses Fleckchen nicht gerügt haben, wenn ich Herrn Shan nicht für einen der erfahrenheitsten Reisenden hielte." +Z166069305,156,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000156/full/full/0/native.jpg,"jene traurigen Ruiner jene haslichen +und unfruchtbaren +Ebonen, sondern ces stift die Natur, die mit allen ihren +Reizen gefchinaktift und die ihre Geschenke mit einer +beispiellosen Pracht, und mit einer eben: fo.mannichfalti- +gen als fortdauernden Berschwendung austheilt. 1. Das +Auge, das durch eine gluhende Sonne entzundet ift und +von den in einer heisen Atmosphre verbreiteten Sands +kornern gefoltert wird, ruht mit Wonne auf einem Hori- +fonte auss, bersihm die frischesten und lachendsten Bilder +darstellt. +COTT 23.30 +Rarchid ist eine artige, gut bevolkerte einfach, +aber angenehm gebauete Stadt. Sie ist in neuern Zeiten +serbauet worden*), und wenn fie keine Erfurcht erregen. +den Gebaude enthalt, so hat sie doch wenigstens auch +nichts, was unser Bedauern erwecken konnte. An der +Difeseite bespuhlt der Nil ihre Mauern: und da er durch +das Waffer, das er auf einem Laufe in die Candle +und zur Bewasserung abgegeben hat, geschwacht worden +ist, und ubrigens noch durch die Sandbank zuruk gebals +ten wird, die ihn an seiner Mundung von dem Meere +trennt, fo ift er nicht angestum- und gefahrlich als die +grosen Fluse: ruhig tragt er die Reichthumer dreier +Welttheile und verbreitet Fruchtbarkeit an afrinen Ufern: +man hat nicht nothig seine Nachbarschaft zu furchten; +feine Ueberschwemmungen sind Wohlthaten. +CTS +Eine grose angebanete Strecke breitet sich gegen +Norden von der Stadt aus: man hat Garten dafelbft +angelegt: diese keine traurigen Mauern von +lang? +einander abgesondert: Wohlgeruch verbreitende Hecken +schliesen, noch wohlriechenderes Lustipalochen ein. Man +*) Elmazin melbet Radid Ten unter der Regierung des +El matouaftel: Caliphen ju. Sagbab, im Jahr 870 erbauet +worden.","128 + +1 + +jene traurigen Ruiner jene haßlichen + +und unfruchtbaren +Ebonen, ſondern ces stift die Natur, die mit allen ihren +Reizen gefchinaktift und die ihre Geſchenke mit einer +beiſpielloſen Pracht, und mit einer eben: fo.mannichfalti- +gen als fortdauernden Berſchwendung austheilt. 1. Das +Auge, das durch eine glühende Sonne entzündet ift und +von den in einer heißen Atmoſphre verbreiteten Sands +körnern gefoltert wird, ruht mit Wonné auf einem Hori- +fonte auss, bersihm die friſcheſten und lachendſten Bilder +darſtellt. + +COTT 23.30 +Rarchid iſt einë artige, gut bevölkerte einfach, +aber angenehm gebauete Stadt. Sie iſt in neuern Zeiten +serbauet worden*), und wenn fie keine Erfurcht erregen. +den Gebäude enthält, ſo hat ſie doch wenigſtens auch +nichts, was unſer Bedauern erwecken konnte. An der +Difeſeite beſpühlt der Nil ihre Mauern: und da er durch +das Waffer, das er auf einem Laufe in die Candle +und zur Bewäſſerung abgegeben hat, geſchwächt worden +iſt, und übrigens noch durch die Sandbank zurük gebals +ten wird, die ihn an ſeiner Mündung von dem Meere +trennt, fo ift er nicht angeſtüm- und gefährlich als die +großen Flüße: ruhig trågt er die Reichthümer dreier +Welttheile und verbreitet Fruchtbarkeit an afrinen Ufern: +man hat nicht nothig ſeine Nachbarſchaft zu fürchten; +feine Ueberſchwemmungen ſind Wohlthaten. + +CTS +Eine große angebanete Strecke breitet ſich gegen +Norden von der Stadt aus: man hat Gårten dafelbft +angelegt: dieſe keine traurigen Mauern von + +lang? +einander abgeſondert: Wohlgeruch verbreitende Hecken +ſchließen, noch wohlriechenderes Luſtipálochen ein. Man + ++ + +2 + +*) Elmazin melbet Radid Ten unter der Regierung des + +El matouaftel: Caliphen ju. Sagbab, im Jahr 870 erbauet +worden. + + +","jene traurigen Ruinen jene häßlichen und unfruchtbaren Ebenen, sondern diese stift die Natur, die mit allen ihren Reizen gefeiert und die ihre Geschenke mit einer beispiellosen Pracht und mit einer ebenso mannichfaltigen als fortdauernden Berschwendung austheilt. Das Auge, das durch eine glühende Sonne entzündet ist und von den in einer heißen Atmosphäre verbreiteten Sandkörnern gefoltert wird, ruht mit Wonne auf einem Horizonte aus, der die frischesten und lachendsten Bilder darstellt. + +Rarchid ist eine artige, gut bevolkerte, einfach, aber angenehm gebaute Stadt. Sie ist in neueren Zeiten erbaut worden*) und wenn sie keine Ehrfurcht erregenden Gebäude enthält, so hat sie doch wenigstens auch nichts, was unser Bedauern erwecken könnte. An der Difeseite bespült der Nil ihre Mauern: und da er durch das Wasser, das er auf einem Laufe in die Kähne und zur Bewässerung abgegeben hat, geschwächt worden ist, und übrigens noch durch die Sandbank zurückgebält wird, die ihn an seiner Mundung von dem Meere trennt, so ist er nicht angestummend- und gefährlich als die großen Flüsse: ruhig trägt er die Reichtümer dreier Welttheile und verbreitet Fruchtbarkeit an seinen Ufern; man hat nicht nötig seine Nachbarschaft zu fürchten; seine Überschwemmungen sind Wohlthaten. + +Eine große angebaute Strecke breitet sich gegen Norden von der Stadt aus: man hat Gärten daselbst angelegt, diese keine traurigen Mauern von einander abgesondert; wohlgeruchende Hecken schließen, noch wohlriechenderes Lustspielhaus ein. Man hat Elmazin meldet Radid Ten unter der Regierung des Elmatouaftel: Califhen Jusuf Sagbab, im Jahr 870 erbaut worden." +Z166069305,157,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000157/full/full/0/native.jpg,"darf hier nicht jene nach der Schnur gepflanzten Aleetj. +nicht jene Zierrathen noch Blumenbeete, die recht metho. +disch abgestochen sind, noch jene Denkmaler suchen, die +die Kunst in unsern cinformigen eingeschlofsenten Garten era +richtet hat. Es ficheint alles dem Zufale uberlaffen wor. +der zu reyn; der Orangen- und Citronenbaum umschlingen +fich mit ihren Zweigen, und der Granatapfel hangt an +der Seite des Cassiabaumes. Unter einem Himmelsk +striche, wo Reife ungewohnlich sind, duften ihre Blumen +ftets einen Wohlgeruch, den der liebliche Geruch der +Srauben der Henna*) noch wollustiger macht. +Unter diesen balsamischen Schatten wachsen die +Kuchenkrauter. Der Dattelbaum hebt sein Vanpt ubze +alle andere Baume empor, und entfernt daher den 12R. +ften Anschein von Einf& rmigkeit: Kein Baum, keine +Pflanze hat einen bestimmten Plaz: alles wachit bier bunt +durcheinander; alles ist mit einer Art von unoronung +ausgebreitet, die keine andere Regel hat als den Ueber, +flus, und die man taglich mit einem neuen Vergnugen +fieht. If diefe Verwirrung nicht wirklich das Ebenmaas +der Natur? Kaum kann die Sonne mit ihren Strahlen +durch diese dicken Baumgarten hindurchdringen: kleine +Bache schlangeln sich hier, verbreiten Kuhlung und before +dern das Wachsthum; fchlangenartig gekrummte Steige +fuhren dahin. Hier figt der' musige Durte einen ganzen +Eag lang mit einer Pfeife im Mund und mit Kaffee; er +fcheint im tiefem Nachdenken versunken zu feyn, und denkt +nichts. Er wurde diesen bezaubernden Aufenthalt zu +geniesen wurdiger seyn, wenn er ihn mit einer geliebten +Gefahrtinn ju theilen wuster aber weder .. das Beispiel +der Vogel, noch das verliebte Girren der Turteltauben, +die diere naturlichen Lauben beleben, konnen eine Seele +fur Zartlichkeit stimmen, noch ihn aus seiner kalten Apan +*) Ein Gestrauch, von weldem ich bald sprechen werde. +Bonnini Reisen 18 Bd.","129 + +darf hier nicht jene nach der Schnur gepflanzten Aleetj. +nicht jene Zierrathen noch Blumenbeete, die recht metho. +diſch abgeſtochen ſind, noch jene Denkmåler ſuchen, die +die Kunſt in unſern cinförmigen eingeſchlofſenten Garten era +richtet hat. Es ficheint alles dem Zufale úberlaffen wor. +der zu reyn; der Orangen- und Citronenbaum umſchlingen +fich mit ihren Zweigen, und der Granatapfel hångt an +der Seite des Caſſiabaumes. Unter einem Himmelsk +ſtriche, wo Reife ungewöhnlich ſind, duften ihre Blumen +ftets einen Wohlgeruch, den der liebliche Geruch der +Srauben der Henna*) noch wollüſtiger macht. + +7 + +Unter dieſen balſamiſchen Schatten wachſen die +Küchenkräuter.“ Der Dattelbaum hebt ſein Vanpt úbze +alle andere Bäume empor, und entfernt daher den 12R. +ften Anſchein von Einf& rmigkeit: Kein Baum, keine +Pflanze hat einen beſtimmten Plaz: alles wachit bier bunt +durcheinander; alles iſt mit einer Art von unorönung +ausgebreitet, die keine andere Regel hat als den Ueber, +fluß, und die man täglich mit einem neuen Vergnügen +fieht. If diefe Verwirrung nicht wirklich das Ebenmaaß +der Natur? Kaum kann die Sonne mit ihren Strahlen +durch dieſe dicken Baumgärten hindurchdringen: kleine +Bache ſchlängeln ſich hier, verbreiten Kühlung und before +dern das Wachsthum; fchlangenartig gekrümmte Steige +führen dahin. Hier figt der' müßige Důrte einen ganzen +Eag lang mit einer Pfeife im Mund und mit Kaffee; er +fcheint im tiefem Nachdenken verſunken zu feyn, und denkt +nichts. Er würde dieſen bezaubernden Aufenthalt zu +genießen würdiger ſeyn, wenn er ihn mit einer geliebten +Gefährtinn ju theilen wüßter aber weder .. das Beiſpiel +der Vogel, noch das verliebte Girren der Turteltauben, +die diere natürlichen Lauben beleben, können eine Seele +für Zärtlichkeit ſtimmen, noch ihn aus ſeiner kalten Apan + +$ + +1 + +*) Ein Geſträuch, von weldem ich bald ſprechen werde. +Bonnini Reiſen 18 Bd. + + +","darf hier nicht jene nach der Schnur gepflanzten Aleen, +nicht jene Zierrathen noch Blumenbeete, die recht methodisch +abgestochen sind, noch jene Denkmäler suchen, die +die Kunst in unsern einformigen eingeschlossenen Garten errichtet hat. +Es scheint alles dem Zufall überlassen worden zu sein; +der Orangen- und Citronenbaum umschlingen mich mit ihren Zweigen, +und der Granatapfel hängt an der Seite des Cassiabaumes. +Unter einem Himmelsstrich, wo Reife ungewöhnlich sind, duften ihre Blumen +stets einen Wohlgeruch, den der liebliche Geruch der Sträuche der Henna noch wollüstiger macht. + +Unter diesen balsamischen Schatten wachsen die Kuchenkräuter. +Der Dattelbaum hebt sein Haupt über alle anderen Bäume empor, +und entfernt daher den ersten Anschein von Einförmigkeit: +Kein Baum, keine Pflanze hat einen bestimmten Platz; +alles wächst hier bunt durcheinander; alles ist mit einer Art von Unordnung +ausgebreitet, die keine andere Regel hat als den Überfluß, +und die man täglich mit einem neuen Vergnügen sieht. +Ist diese Verwirrung nicht wirklich das Ebenmaß der Natur? +Kaum kann die Sonne mit ihren Strahlen durch diese dichten Baumgärten hindurchdringen: +kleine Bäche schlangeln sich hier, verbreiten Kühlung und fördern das Wachsthum; +schlängenartig gekrümmte Steige führen dahin. +Hier sitzt der müßige Dürfte einen ganzen Tag lang mit einer Pfeife im Mund und mit Kaffee; +er scheint im tiefen Nachdenken versunken zu sein, und denkt nichts. +Er würde diesen bezaubernden Aufenthalt würdiger genießen, +wenn er ihn mit einer geliebten Gefährtin teilen müßte; aber weder ... +das Beispiel der Vögel, noch das verliebte Girren der Turteltauben, +die diese natürlichen Lauben beleben, können eine Seele für Zärtlichkeit stimmen, +noch ihn aus seiner kalten Apathie wecken. +*) Ein Gewächs, von welchem ich bald sprechen werde. + +Bonnini Reisen 18 Bd." +Z166069305,158,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000158/full/full/0/native.jpg,"thie und aus seiner dustern Gefuhllosigkeit herausreisen. +Er flieht, er verachtet ein Geschlecht, deffen Gegenwart +dieren bezaubernden Orten neue Reize geben wurde, und +von einer stolten Gleichgultigkeit gefuhrt, wurde er die +fjanb der Gragien zurukweisen, wenn sie hier dem Glucke +einen Altar zu +errichten versuchten. Der wilde Musela +mann verchrt aber wenigstens das, was er nachzuahmen +verachtet: diese namlichen Turteltauben, das Sinnbild der +Liebe und der Zartlichkeit, leben in seiner Nahe in volliger +Sicherheit; niemals beunruhigt er fie; ek sieht sie gern +in seiner Gesellschaft, und fic find endlich fur ihn geheis +ligte Vogel. Blos der Europaer wagte diese Freistatte +zu verlegen: ich habe es manchmal gesehen, wie er, ohne +sich um das Murren der Einwohner zu bekummern; es +als ein Vergnugen anfah, wenn er Tod und Unruhe +unter einem beflugelten Volke von Liebenden verbreiten +konnte; ein barbarisches Vergnugen, das der Vorwand, +fich Geschicklichkeit zu erwerben, oder ein geringer Beweg- +grund von Nuslichkeit nicht entschuldigen konnte, weil +diese Vogel an den Menschen gewohnt sind und nicht vor +dem Fremdlinge fliehen und weil sie auch nur eine schlechte +Mahlzeit geben. +Wenn man die Jugen auf die andere Seite des +Fluffes wendet, fo entdekt man eine Ebene, die keine +andern Grenzen als den Horizont hat. Es ist das +Delta*), das aus dem Schoose des Waffers hervorges +gangen ist, und das Frische feines Ursprungen behalt: +mit dem Golde der Saaten wechselt in einem und dem- +*) 30 weis wohl, das die alten die Grenzen des Deltas von +dem canopischen Arme au rechneten( Strabo libr. XVII.); da +st aber dieser Arm nicht mehr vorhanden ist und der Boden +zwischen demselben und Raschis sandig, unfruchtbar und ents +volfert ist, so mus das Delta, das eine Vorstellung von +Fruchtbarkeit erwekt, vom bolbitiren Arme, namlich von +Rardid anfafigen.","136 + +thie und aus ſeiner düſtern Gefühlloſigkeit herausreißen. +Er flieht, er verachtet ein Geſchlecht, deffen Gegenwart +dieren bezaubernden Orten neue Reize geben würde, und +von einer ſtolten Gleichgültigkeit geführt, würde er die +fjanb der Gragien zurúkweiſen, wenn ſie hier dem Glücke +einen Altar zu + +errichten verſuchten. Der wilde Muſela +mann verchrt aber wenigſtens das, was er nachzuahmen +verachtet: dieſe nämlichen Turteltauben, das Sinnbild der +Liebe und der Zärtlichkeit, leben in ſeiner Nähe in volliger +Sicherheit; niemals beunruhigt er fie; ek ſieht ſie gern +in ſeiner Geſellſchaft, und fic find endlich für ihn geheis +ligte Vogel. Blos der Európåer wagte dieſe Freiſtåtte +zu verlegen: ich habe es manchmal geſehen, wie er, ohne +ſich um das Murren der Einwohner zu bekümmern; es +als ein Vergnügen anfah, wenn er Tod und Unruhe +unter einem beflügelten Volke von Liebenden verbreiten +konnte; ein barbariſches Vergnügen, das der Vorwand, +fich Geſchicklichkeit zu erwerben, oder ein geringer Beweg- +grund von Nüßlichkeit nicht entſchuldigen konnte, weil +dieſe Vogel an den Menſchen gewohnt ſind und nicht vor +dem Fremdlinge fliehen und weil ſie auch nur eine ſchlechte +Mahlzeit geben. + +. + +Wenn man die Jugen auf die andere Seite des +Fluffes wendet, fo entdekt man eine Ebene, die keine +andern Grenzen als den Horizont hat. Es iſt das +Delta*), das aus dem Schooße des Waffers hervorges +gangen i��t, und das Friſche feines Urſprungen behalt: +mit dem Golde der Saaten wechſelt in einem und dem- + +*) 30 weiß wohl, daß die alten die Grenzen des Deltas von + +dem canopiſchen Arme au rechneten( Strabo libr. XVII.); da +st aber dieſer Arm nicht mehr vorhanden iſt und der Boden + +zwiſchen demſelben und Raſchis ſandig, unfruchtbar und ents +vólfert iſt, ſo muß das Delta, das eine Vorſtellung von +Fruchtbarkeit erwekt, vom bolbitiren Arme, nämlich von +Rardid anfafigen. + +3 + +) + + +","theie und aus seiner düstern Gefühllosigkeit herausreisen. +Er flieht, er verachtet ein Geschlecht, dessen Gegenwart diesen bezaubernden Orten neue Reize geben würde, und von einer stolzen Gleichgültigkeit geführt, würde er die Flämb der Grazien zurückweisen, wenn sie hier dem Glücke einen Altar zu errichten versuchten. Der wilde Muselman verachtet aber wenigstens das, was er nachzuahmen verachtet: diese nämlichen Turteltauben, das Sinnbild der Liebe und der Zärtlichkeit, leben in seiner Nähe in volliger Sicherheit; niemals beunruhigt er sie; er sieht sie gern in seiner Gesellschaft, und sie finden endlich für ihn gehätsigte Vögel. Blos der Europaer wagte diese Freistätte zu verlegen: ich habe es manchmal gesehen, wie er, ohne sich um das Murren der Einwohner zu bekümmern; es als ein Vergnügen anfah, wenn er Tod und Unruhe unter einem beflügelten Volke von Liebenden verbreiten konnte; ein barbarisches Vergnügen, das der Vorwand, sich Geschicklichkeit zu erwerben, oder ein geringer Beweggrund von Nützlichkeit nicht entschuldigen konnte, weil diese Vögel an die Menschen gewöhnt sind und nicht vor dem Fremdlinge fliehen und weil sie auch nur eine schlechte Mahlzeit geben. + +Wenn man die Augen auf die andere Seite des Flusses wendet, so entdeckt man eine Ebene, die keine anderen Grenzen als den Horizont hat. Es ist das Delta, das aus dem Schoße des Wafers hervorgegangen ist, und das Frische seiner Ursprünge behält: mit dem Golde der Saaten wechselt es in einem und demselben Weise, wie wohl bekannt ist, dass die Alten die Grenzen des Deltas vom kanopischen Arme an rechneten (Strabo libr. XVII.); da aber dieser Arm nicht mehr vorhanden ist und der Boden zwischen demselben und Rachis sandig, unfruchtbar und entvölkert ist, so muss das Delta, das eine Vorstellung von Fruchtbarkeit erweckt, vom bolbitirten Arme, nämlich von Rardid anfangen." +Z166069305,159,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000159/full/full/0/native.jpg,"selben Jahre das Grun der Wiesen. Baumgarten, die +jenem bei Rafchio ahrlich find, Gruppen yon immers +grunen Baumen, einzeln stehende Blume, und Seerden +aller Art gewahren einen mannichfaltigen Anblik, und +beleben diesen reichen und grunen Theil von Aegypten. +che +Flecken zahlreiche Dorfer vermehren die Schonheit +des Landes; hier zeigen Stadte bisweilen ihre hohen und +engen Minarets*); dort fieht man Seen und Cat +nale, die Duellen einer unerschspflichen Fruchtbarkeit: +allenthalben erblikt man die Kennzeichen. eines leichten +Unbaues, eines ewigen Fruhlings und einer unaufhora +lichen und immer mannichfaltigen Fruchtbarkeit **), +Radio ist auch der Ort in Aegypteni wo die +Ruhe am wenigsten gestort wurde. Man fannte hier +ieber jene Aufstande, noch jene Unordnungin, noch jene +beunruhigende Bewegungen, die in den andern Stadten +dieses Landes so gemein sind. +In Rarchid befand sich der Fremde in Sicherheit; +er fonnte frei herumgehen, ohne seinte Kleidung andern +zu mussen, welches ihm in jedem andern Theile von U ege +opten unmoglid war. Er durchwanderte die Gefilde; +drang in die Garten ein, durchkreuzte fie in allen Riche +tungen, trat auf die gestekten Pflanzen, und niemand +nahm ihm dies ubel. Wenn ich diese bezaubernden Spazier. +gange machte, die ich oft wiederhohlte, lub mich der +Minarets find thurme, von welchen gewisse dazu verordnete +Leute das Volt zum Gebete rufen. +Der ueberreter. +**) Man kann ich eine Vorstellung von diesem Theile Aegypt +ten8 machen, wenn man den Prospekt von Abu- Mandous +betrachtet.","131 + +ſelben Jahre das Grün der Wieſen. Baumgärten, die +jenem bei Rafchio áhrlich find, Gruppen yon immers +grünen Båumen, einzeln ſtehende Blume, und Seerden +aller Art gewähren einen mannichfaltigen Anblik, und +beleben dieſen reichen und grünen Theil von Aegypten. + +che + ++41 + +11 + +Flecken zahlreiche Dörfer vermehren die Schonheit +des Landes; hier zeigen Städte bisweilen ihre hohen und +engen Minarets*); dort fieht man Seen und Cat +nåle, die Duellen einer unerſchspflichen Fruchtbarkeit: +allenthalben erblikt man die Kennzeichen. eines leichten +Unbaues, eines ewigen Frühlings und einer unaufhóra +lichen und immer mannichfaltigen Fruchtbarkeit **), + +EM + +Radio iſt auch der Ort in Aegypteni wo die +Ruhe am wenigſten geſtört wurde. Man fannte hier +ieber jene Aufſtånde, noch jene Unordnungin, noch jene +beunruhigende Bewegungen, die in den andern Stådten +dieſes Landes ſo gemein ſind. + +OP + +In Rarchid befand ſich der Fremde in Sicherheit; +er fonnte frei herumgehen, ohne ſeinte Kleidung ändern +zu müſſen, welches ihm in jedem andern Theile von U ege +opten unmöglid war. Er durchwanderte die Gefilde; +drang in die Gärten ein, durchkreuzte fie in allen Riche +tungen, trat auf die geſtekten Pflanzen, und niemand +nahm ihm dies übel. Wenn ich dieſe bezaubernden Spazier. +gånge machte, die ich oft wiederhohlte, lub mich der + +3 + +Minarets find thürmé, von welchen gewiſſe dazu verordnete +Leute das Volt zum Gebete rufen. + +Der ueberreter. + +3 + +) + +**) Man kann ich eine Vorſtellung von dieſem Theile Aegypt + +ten8 machen, wenn man den Proſpekt von Abu- Mandous +betrachtet. + + +","Das selbe Jahr das Grün der Wiesen. Baumgärten, die jenem bei Rachid ähnlich finden, Gruppen von immergrünen Bäumen, einzeln stehende Blumen, und Serden aller Art gewähren einen mannichfaltigen Anblick, und beleben diesen reichen und grünen Teil von Ägypten. + +Flecken zahlreiche Dörfer vermehren die Schönheit des Landes; hier zeigen Städte bisweilen ihre hohen und engen Minaretts); dort sieht man Seen und Kanäle, die Düllen einer unerschöpflichen Fruchtbarkeit: allenthalben erblickt man die Kennzeichen eines leichten Unbaues, eines ewigen Frühlings und einer unaufhörlichen und immer mannichfaltigen Fruchtbarkeit. + +Rachid ist auch der Ort in Ägypten wo die Ruhe am wenigsten gestört wurde. Man fand hier über jene Aufstände, noch jene Unordnungen, noch jene beunruhigenden Bewegungen, die in den andern Städten dieses Landes so gemein sind. + +In Rachid befand sich der Fremde in Sicherheit; er fand frei herumgehen, ohne seine Kleidung zu ändern, welches ihm in jedem andern Teile von Ägypten unmöglich war. Er durchwanderte die Gefilde; drang in die Gärten ein, durchkreuzte sie in allen Richtungen, trat auf die gesteckten Pflanzen, und niemand nahm ihm dies übel. Wenn ich diese bezaubernden Spaziergänge machte, die ich oft wiederholte, ließ mich der Minarett find Thurme, von welchen gewisse dazu verordnete Leute das Völker zum Gebete rufen. + +Der Überreter. + +Man kann sich eine Vorstellung von diesem Teile Ägyptens machen, wenn man den Prospekt von Abu-Mandour betrachtet." +Z166069305,160,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000160/full/full/0/native.jpg,"Landntann ober der Cartner in feine Hutte ein, um darin +einen Kaffee zu trinken. Bei denselben Sitten und Ge- +brauchen, derselben Unwiffenheit und demselben fanatis- +mus wurden die Einwohner von Rafchid die barba- +rischsten Menschen von der Welt geblieben seyn, wie jene, +die auf den Trummern von Alexandrien hausen, und +wie jene, die am Fuse der durren Felfen von Ober- +agopten leben, aber da fie -auf einem fruchtbaren tind +tachenden Boden wohnen, dessen Frische und Fruchte die +Hise des Climas und die Trockenheit der Atmosphare +masigen, To haben sich ihre Sitten gemildert, und ihr +Charakter hat von seiner Rauhigkeit verlohren. Eine +Veranderung, die man der gluklichen Lage des Bodens +und dem Einfluffe des Ackerbaues verdankt, der noch +mehr als der Handel die Menschen aus der Barbarei +reist, und fie reisenden und gewissen Schrittes zur Sivili +firung fortfuhrt. +ar.","152 + +Landntann ober der Cártner in feine Hütte ein, um darin +einen Kaffee zu trinken. Bei denſelben Sitten und Ge- +brauchen, derſelben Unwiffenheit und demſelben fanatis- +mus wurden die Einwohner von Rafchid die barba- +riſchſten Menſchen von der Welt geblieben ſeyn, wie jene, +die auf den Trümmern von Alexandrien hauſen, und +wie jene, die am Fuße der dürren Felfen von Ober- +agopten leben, aber da fie -auf einem fruchtbaren tind +tachenden Boden wohnen, deſſen Friſche und Früchte die +Hiße des Climas und die Trockenheit der Atmoſphäre +mäßigen, To haben ſich ihre Sitten gemildert, und ihr +Charakter hat von ſeiner Rauhigkeit verlohren. Eine +Veränderung, die man der glúklichen Lage des Bodens +und dem Einfluffe des Ackerbaues verdankt, der noch +mehr als der Handel die Menſchen aus der Barbarei +reißt, und fie reißenden und gewiſſen Schrittes zur Sivili +firung fortführt. + +ár. + + +","Ländtanen ober der Kärntner in feine Hütte ein, um darin einen Kaffee zu trinken. Bei denselben Sitten und Gebräuchen, derselben Unwissenheit und demselben Fanatismus wurden die Einwohner von Rafchid die barbarischsten Menschen von der Welt geblieben, wie jene, die auf den Trümmern von Alexandrien hausen, und wie jene, die am Fusse der dürren Felsen von Oberägypten leben, aber da sie auf einem fruchtbaren und tüchtenden Boden wohnen, dessen Frische und Früchte die Härte des Klimas und die Trockenheit der Atmosphäre mildern, so haben sich ihre Sitten gemildert, und ihr Charakter hat von seiner Rauhigkeit verloren. Eine Veränderung, die man der glücklichen Lage des Bodens und dem Einflusse des Ackerbaues verdankt, der noch mehr als der Handel die Menschen aus der Barbarei reißt, und sie reisenden und gewissen Schrittes zur Zivilisation fort führt." +Z166069305,161,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000161/full/full/0/native.jpg,"Vierzehnte 8, Capitel. +Unruhen zu Kairo morgenlandische Tracht +Milfabrzeuge Winter Raschio Handel +Reis, seine Bearbeitung und sein Literthum in +Hegypten Klee Ochsen, uud Kuhe +Der Reifende mag nun, wenn er sich eine Zeitlang in +dem Staube uns unter den Ruinen von Alexandrien +aufgehalten, wenn er die zwolf Meilen von einer durren +Ebene, die diese Stadt von den Ufern des Nils trennen, +zurukgelegt und wenn er endlich die Sandhugel uberstiegen +hat, woran Rarch id von der Westseite grenzt, in diese +Stadt kommen oder vielmehr auf einmal hineinzufallen +fcheinen; oder er mag das unangenehme und gefahrliche +Kairo verlassen haben, genug, der Aufenthalt zu +Rarch id wird fur ihn ein angenehmer Zifluchtsort, +den die Vergleichung noch lieblicher macht. Da meine +Bestimmung dahin gieng, nach Ober a gypten und +hierauf bis nach Haberch vorzubringen, ro begab +ich mich sogleich eilig, wie schon gesagt worden, mit +Herrn Tott nach Kairo ,, der mich hier verlies. +Die Umstande aber konnten nicht verdruslicher senn. +Die fehr oftern Uncinigkeiten zwischen den Beherrschern +Aegop te nl s hatten den hochsten Grad von Wuth +erreicht. Das Said war mit Kampfenden angefullt +und von Raubern angefalen, wahrend der Europa er +zu Kairo in fein Haus eingeschlossen oder wenigstens +in ein Quartier eingesperrt war, in Angst und zittern","133 + +Vierzehnte 8, Capitel. + +Unruhen zu Kairo morgenländiſche Tracht +Milfabrzeuge Winter Raſchio Handel +Reis, ſeine Bearbeitung und ſein Literthum in + +Hegypten Klee Ochſen, uud Kühe + +Der Reifende mag nun, wenn er ſich eine Zeitlang in +dem Staube uns unter den Ruinen von Alexandrien +aufgehalten, wenn er die zwolf Meilen von einer dürren +Ebene, die dieſe Stadt von den Ufern des Nils trennen, +zurükgelegt und wenn er endlich die Sandhügel überſtiegen +hat, woran Rarch id von der Weſtſeite grenzt, in dieſe +Stadt kommen oder vielmehr auf einmal hineinzufallen +fcheinen; oder er mag das unangenehme und gefährliche +Kairo verlaſſen haben, genug, der Aufenthalt zu +Rarch id wird für ihn ein angenehmer Zifluchtsort, +den die Vergleichung noch lieblicher macht. Da meine +Beſtimmung dahin gieng, nach Ober å gypten und +hierauf bis nach Haberch vorzubringen, ro begab +ich mich ſogleich eilig, wie ſchon geſagt worden, mit +Herrn Tott nach Kairo ,, der mich hier verließ. +Die Umſtände aber konnten nicht verdrüßlicher ſenn. +Die fehr oftern Uncinigkeiten zwiſchen den Beherrſchern +Aegop te nl s hatten den höchſten Grad von Wuth +erreicht. Das Said war mit Kämpfenden angefüllt +und von Räubern angefalen, während der Europå er +zu Kairo in fein Haus eingeſchloſſen oder wenigſtens +in ein Quartier eingeſperrt war, in Angſt und zittern + +. + +1 + + +","Vierzehnte 8, Capitel. + +Unruhen zu Kairo morgenländische Tracht. Milchfabrzeuge Winter Raschio Handel Reis, seine Bearbeitung und sein Literthum in Hegypten. Klee Ochsen, und Kühe. + +Der Reisende mag nun, wenn er sich eine Zeitlang in dem Staube uns unter den Ruinen von Alexandrien aufgehalten, wenn er die zwölf Meilen von einer dürren Ebene, die diese Stadt von den Ufern des Nils trennen, zurückgelegt und wenn er endlich die Sandhügel überstiegen hat, woran Rarchid von der Westseite grenzt, in diese Stadt kommen oder vielmehr auf einmal hineinzufallen scheinen; oder er mag das unangenehme und gefährliche Kairo verlassen haben, genug, der Aufenthalt zu Rarchid wird für ihn ein angenehmer Zufluchtsort, den die Vergleichung noch lieblicher macht. Da meine Bestimmung dahin ging, nach Oberägypten und hierauf bis nach Haberch vorzubringen, begab ich mich sogleich eilig, wie schon gesagt worden, mit Herrn Tott nach Kairo, der mich hier verließ. + +Die Umstände aber konnten nicht verdrüsslicher sein. Die fehrenden Unstimmigkeiten zwischen den Beherrschern Ägyptens hatten den höchsten Grad von Wuth erreicht. Das Said war mit Kampfenden angefüllt und von Räubern angefallen, während der Europäer zu Kairo in sein Haus eingeschlossen oder wenigstens in ein Quartier eingesperrt war, in Angst und zittern." +Z166069305,162,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000162/full/full/0/native.jpg,"* V! +lebte und fich bei einer Verwirrung und Unordnung nicht +zu zeigen tvagte, wovon man sich gar keine Vorstellung +machen kann, wenn man nicht in dieser Hauptstadt +Aegyptens gewohnt hat. Ich hoffte, das die Unruhen +fich legen wurden, um mich auf den Weg zu machen; +allein da ich einer solchen unruhigen Unthatigkeit, zu der +ich genothigt war, mude und des eingeschloffenen Lebens +uberdrusig war, und da ich den Zeitpunkt nicht vorauss +fehen konnte, wo Aegypten wieder ruhig werden +wurde und wo ich ohne gewiffe Gefahr reisen konnte, so +entschlos ich mich, nach Rarch id jurakzukehren, wohin +sich die Belvegungen des ubrigen Aegyptens nicht +erstrekten und wo der Fremde in aller Sicherheit berum +wandern konnte, vorziiglich wenn er sich nach den Sitter +des Landes richten wollte, +Ich hatte meine europaische Kleidung zu Sairo +gelassen und mich auf turkische Art gekleidet. Ich hatte +meine Haupthaare wegschneiden lassen; eine grose drafische +Muse mit mehrern Falten bedekte meinen geschorpen +Mopf und schuzte ihn gegen die Angriffe einer brennenden +Sonne;, lange und weite Kleider die eines Theils ein +seidener Gurtel zusammenhielt, bedekten meinen Sisrper, +ohne ihn zu preffen, und ich befand mich recht wohl darin. +Nein Theil tvirs zusammengedrakt; uidits ist bei der +morgenlandischen Tracht lastig; und hat man fte eine +Zeitlang getragen, fo fuhlt man, wie unbequm unfire +engen Kleider find, und man bat Muhe fids wieder daran +zu gewohnc. Mein Zeichner und meine zwei Franzosen +hatten ebenfalls ihre Kleidung verandert; aber sie trugen +ein ivenigeriyeites und artigeres Spleid: nanlich, sie +Uniform der Serrachs, des Fusvolkes Ser Ber$: +unsere Lippen beschatteten Strebelsarte uns an unfern +Seiten hiengen grose Patlasche. +Mit Freuden verliesen wir den 21tex October 1777 +um 1 uhr Nachinittags Kairo und schifften uns auf","134 + +VI + +A + +/ + +11 + +* V! + +lebte und fich bei einer Verwirrung und Unordnung nicht +zu zeigen tvagte, wovon man ſich gar keine Vorſtellung +machen kann, wenn man nicht in dieſer Hauptſtadt +Aegyptens gewohnt hat. Ich hoffte, daß die Unruhen +fich legen würden, um mich auf den Weg zu machen; +allein da ich einer ſolchen unruhigen Unthätigkeit, zu der +ich genothigt war, müde und des eingeſchloffenen Lebens +überdrüßig war, und da ich den Zeitpunkt nicht vorauss +fehen konnte, wo Aegypten wieder ruhig werden +würde und wo ich ohne gewiffe Gefahr reiſen konnte, ſo +entſchloß ich mich, nach Rarch id juråkzukehren, wohin +ſich die Belvegungen des übrigen Aegyptens nicht +erſtrekten und wo der Fremde in aller Sicherheit berum +wandern konnte, vorziiglich wenn er ſich nach den Sitter +des Landes richten wollte, + +Ich hatte meine europäiſche Kleidung zu Sairo +gelaſſen und mich auf türkiſche Art gekleidet. Ich hatte +meine Haupthaare wegſchneiden laſſen; eine große drafiſche +Müße mit mehrern Falten bedekte meinen geſchorpen +Mopf und ſchůzte ihn gegen die Angriffe einer brennenden +Sonne;, lange und weite Kleider die eines Theils ein +ſeidener Gürtel zuſammenhielt, bedekten meinen Sisrper, +ohne ihn zu preffen, und ich befand mich recht wohl darin. +Nein Theil tvirs zuſammengedräkt; uidits iſt bei der +morgenländiſchen Tracht låſtig; und hat man fte eine +Zeitlang getragen, fo fühlt man, wie unbequm unfire +engen Kleider find, und man bat Mühe fids wieder daran +zu gewöhnçı. Mein Zeichner und meine zwei Franzoſen +hatten ebenfalls ihre Kleidung verändert; aber ſie trugen +ein ivenigeriyeites und artigeres Spleid: nånlich, sie +Uniform der Serrachs, des Fußvolkes Ser Ber$: +unſere Lippen beſchatteten Strebelsårte uns an unfern +Seiten hiengen große Patlaſche. + +Mit Freuden verließen wir den 21tex October 1777 +um 1 uhr Nachinittags Kairo und ſchifften uns auf + +10 + +19 + +M + + +","V! + +lebte und sich bei einer Verwirrung und Unordnung nicht zu zeigen wagte, wovon man sich gar keine Vorstellung machen kann, wenn man nicht in dieser Hauptstadt Aegyptens gewohnt hat. Ich hoffte, dass die Unruhen sich legen würden, um mich auf den Weg zu machen; allein da ich einer solchen unruhigen Untätigkeit, zu der ich genötigt war, müde und des eingeschlossenen Lebens überdrüssig war, und da ich den Zeitpunkt nicht voraussehen konnte, wo Aegypten wieder ruhig werden würde und wo ich ohne gewisse Gefahr reisen konnte, so entschloss ich mich, nach Rosette zurückzukehren, wohin sich die Bewegungen des übrigen Aegyptens nicht erstreckten und wo der Fremde in aller Sicherheit berühmt wandern konnte, vorzüglich wenn er sich nach den Sitten des Landes richten wollte. + +Ich hatte meine europäische Kleidung zu Kairo gelassen und mich auf türkische Art gekleidet. Ich hatte meine Haupthaare wegschneiden lassen; eine große drahtige Mütze mit mehreren Falten bedeckte meinen geschorenen Kopf und schützte ihn gegen die Angriffe einer brennenden Sonne; lange und weite Kleider, die eines Teils ein seidener Gürtel zusammenhielt, bedeckten meinen Körper, ohne ihn zu pressen, und ich befand mich recht wohl darin. Ein Teil davon ist zusammengedrückt; das ist bei der morgenländischen Tracht leicht; und hat man es eine Zeitlang getragen, so fühlt man, wie unbequem unsere engen Kleider sind, und man hat Mühe, sich wieder daran zu gewöhnen. Mein Zeichner und meine zwei Franzosen hatten ebenfalls ihre Kleidung verändert; aber sie trugen ein lebhafteres und artigeres Spiel: nämlich, sie trugen die Uniform der Serraks, des Fußvolks Ser Ber$; unsere Lippen beschatteten Strebelschuh-Arten hingen uns an unfern Seiten große Pistolen. + +Mit Freuden verließen wir den 21. Oktober 1777 um 1 Uhr Nachmittags Kairo und schifften uns auf" +Z166069305,163,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000163/full/full/0/native.jpg,"einem Sanja ein: dies ist eine Art von Fahrzeug, das +auf den Nil gebrauchlich ist. Jhre Bauart ist schon und +fie sind gute Segler und von unterschiedener Grose. +Wenn sie zugleich zum Weiterschaffen der Waaren dienen, +so haben sie im Hintertheile fur die Reisenden eine oder +inehrere Tehr luftige Sammern, die sehr angenehm reyn +wurden, wenn man nicht von Myriaden Flohen, Lauren +und Wanzen, womit fie angefudt find, verzehrt wurde. +Wahreud der zwei Lage und der swei Nichte, die wir +auf unserer Fahrt nach Rarch id gubracytei, fonnte +weder ich noch meine Gefahrten ein Huge zuthun .. Wir +waren eine Beute dieser haslichen Infekten und wurden +von ihren Stichen unbesdhreiblich gequalt: unser ganzer +Korper war vol kleiner Wunden und aufgelaufener +schmerzhafter Blafen. Ich war in Sudamerika den +Stichen von zahllosen Schwarmert kleiner Nuchen ausge +fezt gewesen.g. aber ich erinnere mich nicht, das ich jemals +To viel ausgeftanden habe als in diesem verdammtch +Sanja +f"") +*. Uebrigens haben diese Fahrzeuge, wie die Scher's +mes zu Alexandrien, grose lateinische Segel, die +an Stangen von auserordentlicher Lange feft gemacht +find. Diese Segelstangen werden nicht herabgelaffen, und +wenn man unter Segel ift, so ist es unmoglich), fie uber +die Spige der: Maste hinwegzubringen, um nach cinein +andern Windstriche zu fahren; die Segel stehen daher +in den Nichtangcu, welche man wegen, der zahlreichen +Krummungen des Nils nehmen mus, einen Theil der +Zeit gegen die Maften und Maftreile, ohne das man sie +zusanimenzichen oder heratlassan konnte. Ist der Wind +ungleich, find feine Stofe pld; lich is beftig und wieder +hohlt und die Seeleute ihr unwissend, so sieht man nicht +felten in dieser Lage einige von diesen Fakozeugen die +Seile umwenden. Ich hatte unsern Schiffer allein +geniethet: er: fubt nur uns und unser Gepat. Ich","135 + +einem Sanja ein: dies iſt eine Art von Fahrzeug, das +auf den Nil gebräuchlich iſt. Jhre Bauart iſt ſchon und +fie ſind gute Segler und von unterſchiedener Große. +Wenn ſie zugleich zum Weiterſchaffen der Waaren dienen, +ſo haben ſie im Hintertheile für die Reiſenden eine oder +inehrere Tehr luftige Sammern, die ſehr angenehm reyn +würden, wenn man nicht von Myriaden Flohen, Lauren +und Wanzen, womit fie angefůdt find, verzehrt würde. +Währeud der zwei Lage und der swei Nichte, die wir +auf unſerer Fahrt nach Rarch id gubracytei, fonnte +weder ich noch meine Gefährten ein Huge zuthun .. Wir +waren eine Beute dieſer håßlichen Infekten und wurden +von ihren Stichen unbeſdhreiblich gequält: unſer ganzer +Körper war vol kleiner Wunden und aufgelaufener +ſchmerzhafter Blafen. Ich war in Südamerika den +Stichen von zahlloſen Schwärmert kleiner Nüchen ausge +fezt geweſen.g. aber ich erinnere mich nicht, daß ich jemals +To viel ausgeftanden habe als in dieſem verdammtch +Sanja + +2 + +t + +2017 + +f"") +it + +*. Uebrigens haben dieſe Fahrzeuge, wie die Scher's +mes zu Alexandrien, große lateiniſche Segel, die +an Stangen von außerordentlicher Långe feft gemacht +find. Dieſe Segelſtangen werden nicht herabgelaffen, und +wenn man unter Segel ift, ſo iſt es unmöglich), fie über +die Spige der: Maſte hinwegzubringen, um nach cinein +andern Windſtriche zu fahren; die Segel ſtehen daher +in den Nichtangcu, welche man wegen, der zahlreichen +Krümmungen des Nils nehmen muß, einen Theil der +Zeit gegen die Maften und Maftreile, ohne daß man ſie +zuſanimenzichen oder heratlaſſan konnte. Iſt der Wind +ungleich, find feine Stofe pld; lich is beftig und wieder +hohlt und die Seeleute ihr unwiſſend, ſo ſieht man nicht +felten in dieſer Lage einige von dieſen Faközeugen die +Seile umwenden. Ich hatte unſern Schiffer allein +geniethet: er: fubt nur uns und unſer Gepåt. Ich + +1 + +W! + +M + + +","einem Sanja ein: dies ist eine Art von Fahrzeug, das auf den Nil gebrauchlich ist. Ihre Bauart ist schön und sie sind gute Segler und von unterschiedener Größe. Wenn sie zugleich zum Weiterbefördern der Waren dienen, so haben sie im Hintertheile für die Reisenden eine oder mehrere luftige Säle, die sehr angenehm wurden, wenn man nicht von Myriaden Flöhen, Läusen und Wanzen, womit sie angefüllt sind, verzehrt würde. + +Während der zwei Tage und der schönen Nächte, die wir auf unserer Fahrt nach Kairo gebraucht haben, fand weder ich noch meine Gefährten ein Husch zu thun. Wir waren eine Beute dieser häßlichen Insekten und wurden von ihren Stichen unsäglich gequält: unser ganzer Körper war voll kleiner Wunden und aufgelaufener schmerzhafter Blasen. Ich war in Südamerika den Stichen von zahllosen Schwärmen kleiner Nüsse ausgeetzt gewesen, aber ich erinnere mich nicht, dass ich jemals so viel ausgestanden habe als in diesem verfluchten Sanja. + +Uebrigens haben diese Fahrzeuge, wie die Schiffe nach Alexandrien, große lateinische Segel, die an Stangen von außerordentlicher Länge fest gemacht sind. Diese Segelstangen werden nicht herabgelassen, und wenn man unter Segel ist, so ist es unmöglich, sie über die Spitze der Masten hinwegzubringen, um nach einem anderen Windstrich zu fahren; die Segel stehen daher in den Notlagen, welche man wegen der zahlreichen Krümmungen des Nils nehmen muss, einen Teil der Zeit gegen die Masten und Mastreile, ohne dass man sie zusammennahm oder herabließ. Ist der Wind ungleich, sind seine Stöße bald; ich ist beständig und wiederholt und die Seeleute unwissend, so sieht man nicht selten in dieser Lage einige von diesen Fahrzeugen die Segel umwenden. Ich hatte unsern Schiffer allein genietet: er fuhr nur uns und unser Gepäck." +Z166069305,164,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000164/full/full/0/native.jpg,"hatte Zeit, mich mit dem Patron des Schiffes zu untet. +halten. Ich suchte ihm begreiflich zu machen, das man +mittelft einiger kleiner Veranderungen leicht der Gefahr +entgehen konnte, mit vollen Segeln unterzugehen. Er +gab alles zu; allein er kam immer wieder auf den gewohns +lichen Ausspruch der Unwiffenheit: es ist so gebra u chs +Vi, zuruk. +Wir hatten wahrend unserer zweitagigen Fahrt einen +fehr dicken Nebel, der erst Morgens um 10 Uhr ber. +rchwand, wo er in einem sehr feinen Regen herabfiel. +Diere Nebel waren die Vorlaufer des Winters. ber +unter dem Worte Winter darf man nicht die rauhe und +falte Witterung verstehen, die in dein grosten Theile +unsere Europas mehrere Nonate im Jahre das +Wachsthum anfhalt und dem Menschen Schmerzen ver: +urracht. Die Reife find in dem Clima von Nieder's +a gypten ganz ungewohnlich. Man fpurt niemals +daselbst Frost, und die Natur bebeft fich niemals mit +jenem Gewande des Alters, unter welchem sie ihren Geist +aufzugeben scheinen wurde, wenn fie uns nicht gewohnt +hatte, ihren Puz jedes Fruhjahr regelmasig erneuern zu +reben.- Har kuhlen Seewinde und Negen die drei Win- +termonate*) uber die Atmosphare ab, erkalten sie aber +nicht, und die Menschen haben niemals nothig, ihre +Zuflucht zu einer kunstlichen Warme zu nchmen. Das +Wachsthum geht ununterbrochen fort und das Grun +hrt nie auf, die Gefilde zu verschonern und das Auge +zu erquicken. +Unter diefem gliflichen Himmelsstriche und in der +Nahe eines fich durch ein bewundernswurdiges Frisch und +Grun auszeichnenden Bodens liegt die Stadt Rasch id, +wo wir Abends den 22ten um 4 Uhr anlangten. Auf +*) Die Monate November, December und Januar.","136 + +1 + +hatte Zeit, mich mit dem Patron des Schiffes zu untet. +halten. Ich ſuchte ihm begreiflich zu machen, daß man +mittelft einiger kleiner Veränderungen leicht der Gefahr +entgehen könnte, mit vollen Segeln unterzugehen. Er +gab alles zu; allein er kam immer wieder auf den gewohns +lichen Ausſpruch der Unwiffenheit: es iſt ſo gebrå u chs +Vi, zurük. + +པ + +191 + +110 + +Wir hatten während unſerer zweitägigen Fahrt einen +fehr dicken Nebel, der erſt Morgens um 10 Uhr ber. +rchwand, wo er in einem ſehr feinen Regen herabfiel. +Diere Nebel waren die Vorläufer des Winters. ber +unter dem Worte Winter darf man nicht die rauhe und +falte Witterung verſtehen, die in dein großten Theile +unſere Europas mehrere Nonate im Jahre das +Wachsthum anfhålt und dem Menſchen Schmerzen ver: +urracht. Die Reife find in dem Clima von Nieder's +å gypten ganz ungewohnlich. Man fpürt niemals +daſelbſt Froſt, und die Natur bebeft fich niemals mit +jenem Gewande des Alters, unter welchem ſie ihren Geiſt +aufzugeben ſcheinen würde, wenn fie uns nicht gewohnt +hätte, ihren Puz jedes Frühjahr regelmäßig erneuern zu +reben.- Har kühlen Seewinde und Negen die drei Win- +termonate*) über die Atmoſphåre ab, erkalten ſie aber +nicht, und die Menſchen haben niemals nothig, ihre +Zuflucht zu einer künſtlichen Wärme zu nchmen. Das +Wachsthum geht ununterbrochen fort und das Grün +hørt nie auf, die Gefilde zu verſchönern und das Auge +zu erquicken. + +11 + +1 + +Unter diefem gliflichen Himmelsſtriche und in der +Nähe eines fich durch ein bewundernswürdiges Friſch und +Grůn auszeichnenden Bodens liegt die Stadt Raſch id, +wo wir Abends den 22ten um 4 Uhr anlangten. Auf + +*) Die Monate November, December und Januar. + + +","hatte Zeit, mich mit dem Patron des Schiffes zu unterhalten. +Ich suchte ihm begreiflich zu machen, dass man mittels einiger kleiner Veränderungen leicht der Gefahr entgehen konnte, mit vollen Segeln unterzugehen. Er gab alles zu; allein er kam immer wieder auf den gewöhnlichen Ausspruch der Unwissenheit: es ist so gebräuchlich hier, zur See. +Wir hatten während unserer zweitägigen Fahrt einen sehr dichten Nebel, der erst morgens um 10 Uhr verschwand, wo er in einem sehr feinen Regen herabfiel. Diese Nebel waren die Vorläufer des Winters. Aber unter dem Wort Winter darf man nicht die rauhe und falte Witterung verstehen, die in dem größten Teil Europas mehrere Monate im Jahr das Wachstum anhält und dem Menschen Schmerzen verursacht. Die Reife finden in dem Klima von Niederschwedens ganz ungewöhnlich. Man spürt niemals daselbst Frost, und die Natur bebt sich niemals mit jenem Gewand des Alters, unter welchem sie ihren Geist aufzugeben scheinen würde, wenn sie uns nicht gewohnt hätte, ihren Puls jedes Frühjahr regelmäßig erneuern zu sehen. - Harte Seewinde und Negen die drei Wintermonate*) über die Atmosphäre ab, erkalteten sie aber nicht, und die Menschen haben niemals Not, ihre Zuflucht zu einer künstlichen Wärme zu nehmen. Das Wachstum geht ununterbrochen fort und das Grün hört nie auf, die Felder zu verschönern und das Auge zu erquicken. +Unter diesem glücklichen Himmelsstrich und in der Nähe eines sich durch ein bewundernswürdiges Frisch und Grün auszeichnenden Bodens liegt die Stadt Raskild, wo wir Abends den 22ten um 4 Uhr anlangten. Auf +*) Die Monate November, December und Januar." +Z166069305,165,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000165/full/full/0/native.jpg,"unserer ganzen Reise hatten wir nicht einen Augenblik +angehalten. +Ich stieg beim franzosischen Viceconsul Herrn du +Srou i aus und nahm die Wohnung an, die er mir +anbot. Bei dem Dollmetscher Forneti fand ich eben, +dieselbe Aufmerksamkeit und( efaligkeit wieder, woran +mich die Herren Adanson und Auguste zu Alexans +drien gewohnt hatten. Es wohnten auch einige +franzofische Kaufleute in diesem Hause: dieses war ein +groser Hockal, eben so gestaltet, aber viel hoher als die +franzsfische Faktorei zu Alexandrien. Er liegt am +Nit und ist so wie alle Hauser in Rarchio von Ziegels +steinen erbauet. +Den arabischen Namen Rardid hatte die +Stadt schon im Jahr 1153 zur Zeit des Geographen +Edrifi, woraus die Europaer Roffette*) gemacht +haben. Einige haben geglaubt, fic fiebe auf der Stelle +des alten Canopus; aber dies ist ein Jrrthum. Dep +canopische Arm ist die laguue von maadie und +die Ruinen von Canopus find bei Ubikir. +fchid tragt keine Spur von Alterthum an fich: aber es +ist nichts desto weniger gewis, das es nicht weit von der +Stelle entfernt seyn kan, wo das alte metelis oder +Metilis lag, das Strabo unt. Ptolem a us +erwehnen und das am westlichen ufer und an der Mun: +dung des bolbitinischen Nilarmes lag **). +Nicht Rosette, sondern horrette. +**) Die Romer nannten die Mundung dieses Nilarms: ostium +bolbitinum. Metelis fagt Dittmar, war die Hauptstadt, +des metelitischen Nomos, der zwischen dem grosen westlichen +Nilarm und dem Flusse. Talo, also eine Insel war. Son +Bolbitine hingegen sagt er, fie reo eine Stadt an der +bolbitinischen Mundung, die nur Stephan yoon Byzanz +anfuhrt. Auch Diodor B. 1. Cap. 33. meldet, das an jeder +Mundung des Nils eine Stadt erbauet gewesen reys. +Dex Heberseper,","137 + +1 + +1 + +unſerer ganzen Reiſe hatten wir nicht einen Augenblik +angehalten. + +Ich ſtieg beim franzöſiſchen Viceconſul Herrn dů +Sroů i aus und nahm die Wohnung an, die er mir +anbot. Bei dem Dollmetſcher Forneti fand ich eben, +dieſelbe Aufmerkſamkeit und( efåligkeit wieder, woran +mich die Herren Adanſon und Auguſte zu Alexans +drien gewohnt hatten. Es wohnten auch einige +franzöfiſche Kaufleute in dieſem Hauſe: dieſes war ein +großer Hockal, eben ſo geſtaltet, aber viel höher als die +franzsfiſche Faktorei zu Alexandrien. Er liegt am +Nit und iſt ſo wie alle Häuſer in Rarchio von Ziegels +ſteinen erbauet. + +Den arabiſchen Namen Rardid hatte die +Stadt ſchon im Jahr 1153 zur Zeit des Geographen +Edrifi, woraus die Europaer Roffette*) gemacht +haben. Einige haben geglaubt, fic fiebe auf der Stelle +des alten Canopus; aber dies iſt ein Jrrthum. Dep +canopiſche Arm iſt die laguue von maadié und +die Ruinen von Canopus find bei Ubikir. +fchid trågt keine Spur von Alterthum an fich: aber es +iſt nichts deſto weniger gewiß, daß es nicht weit von der +Stelle entfernt ſeyn kan, wo das alte metelis oder +Metilis lag, das Strabo unt. Ptolem å us +erwehnen und das am weſtlichen ufer und an der Mún: +dung des bolbitiniſchen Nilarmęs lag **). + +3 + +i + +Ra + +Nicht Roſette, ſondern horrette. +**) Die Römer nannten die Mündung dieſes Nilarms: oſtium + +bolbitinum. Metelis fagt Dittmar, war die Hauptſtadt, +des metelitiſchen Nomos, der zwiſchen dem großen weſtlichen +Nilarm und dem Fluſſe. Talo, alſo eine Inſel war. Son +Bolbitine hingegen ſagt er, fie reo eine Stadt an der +bolbitiniſchen Mündung, die nur Stephan yoon Byzanz +anführt. Auch Diodor B. 1. Cap. 33. meldet, daß an jeder +Mündung des Nils eine Stadt erbauet geweſen reys. + +Dex Heberſeper, + + +","unserer ganzen Reise hatten wir nicht einen Augenblick angehalten. Ich stieg beim französischen Viceconsul Herrn du Srou i aus und nahm die Wohnung an, die er mir anbot. Bei dem Dolmetscher Forneti fand ich eben dieselbe Aufmerksamkeit und Gefälligkeit wieder, woran mich die Herren Adanson und Auguste zu Alexandrien gewöhnt hatten. + +Es wohnten auch einige französische Kaufleute in diesem Hause; dieses war ein großer Hokal, eben so gestaltet, aber viel höher als die französische Faktorei zu Alexandrien. Er liegt am Nil und ist so wie alle Häuser in Rarchio von Ziegelsteinen erbaut. + +Den arabischen Namen Rosette hatte die Stadt schon im Jahr 1153 zur Zeit des Geographen Edrisi, woraus die Europäer Rosette gemacht haben. Einige haben geglaubt, sie befe auf der Stelle des alten Canopus; aber dies ist ein Irrthum. Der canopische Arm ist die Lagune von Maadia und die Ruinen von Canopus finden sich bei Abukir. + +Rosette trägt keine Spur von Alterthum an sich; aber es ist nichts desto weniger gewiss, dass es nicht weit von der Stelle entfernt sein kann, wo das alte Metelis oder Metilis lag, das Strabo und Ptolemäus erwähnen und das am westlichen Ufer und an der Mündung des bolbitinischen Nilarmes lag. + +Nicht Rosette, sondern Horrette. Die Römer nannten die Mündung dieses Nilarms: ostium bolbitinum. Metelis sagt Dittmar, war die Hauptstadt des metelitischen Nomos, der zwischen dem großen westlichen Nilarm und dem Flusse Talo lag; also eine Insel war. Sonst Bolbitine hingegen sagt er, sei eine Stadt an der bolbitinischen Mündung, die nur Stephan von Byzanz anführt. + +Auch Diodor B. 1. Cap. 33 meldet, dass an jeder Mündung des Nils eine Stadt erbaut gewesen sey. Dex Heberseper" +Z166069305,166,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000166/full/full/0/native.jpg,"Rarchio ift ohne Widerspruch die angenehmste +Stadt in Aegypten und sie wurde es allenthalben +in der Welt feyn. Ihre Hauser sind im Allgemeinen viel +besser gebauet als jene in Kairo; ihre Lage am Ufer +des Flusses, die Aussicht auf das Delta, das ein +Jachendes Bild der das +, und +lieblich- duftende Gebusch is. Bebauung gewahrt, +gesunde Luft, die man einathmet ,, haben ihr den Namen +des agyptischen Garteris verschafft. Aue Arten +von Maaren sind in groser Menge vorhanden: man sieht +lange Gaffen von zwei Reihen von Baden gebildet, wo +man alle Sorten von Waaren findet: die Lebensmittel +trift man in Ueberfluffe an und sie sind wohlfeil. Ras +fchid befas Annehmlichkeiten sinug, ohne das man ihm +nod, solche zuzufdreiben nothig hatte, die man nicht antrift, +und deren Annahne Reisenda irrefuhren und in einige +Verlegenheit stiirzen konnte. Corneille le Bruyn*) +zum Beispiel, der allenthalben Wirthshauser rahe, oder +rein franzofifdjer Ueberseger schreibt: Rarchid ist wegen +Der Menge von Wirths ha u rern, wo' man +bequem wohnen kann, die angenehmste +Stadt. Wir wurde nun hiernach nicht geglaubt +haben, das man weiter keine Vorsicht nothig hatte, um +nach Narch id zu kommen und das man nur in der +ersten besten Herberge absteigen durfte; allein man wurde +fich gar pehr betrogen gefunden haben, da es ganz und +gar kein Wirthshaus bafilbft gab. Die Caravanserais, +die die Stelle derfelden ganz und gar nicht vertreten +konnen, find gewchalich, wie +Turkci, nur Schlupfivinkel, wo Pern Provinzen der +man den +Mauern keine andern Bequemlichkeiten hat, woman +nur Wasser findet und wo sich der Fremde mit allem +perforgen, mus. Die europaischen Meifenden wurden +gewohnlich von den Kaufleuten ihrer Nation Beherbergt, +die in Hausern wohnten, die sie selbst gemiethet hatten. +*) Reise des Cornellie le Brnyn.","158 + +1 + +. + +- + +Rarchio ift ohne Widerſpruch die angenehmſte +Stadt in Aegypten und ſie würde es allenthalben +in der Welt feyn. Ihre Häuſer ſind im Allgemeinen viel +beſſer gebauet als jene in Kairo; ihre Lage am Ufer +des Fluſſes, die Ausſicht auf das Delta, das ein +Jachendes Bild der das + +, und +lieblich- duftende Gebüſch is. Bebauung gewahrt, +geſunde Luft, die man einathmet ,, haben ihr den Namen +des ágyptiſchen Garteris verſchafft. Aue Arten +von Maaren ſind in großer Menge vorhanden: man ſieht +lange Gaffen von zwei Reihen von Baden gebildet, wo +man alle Sorten von Waaren findet: die Lebensmittel +trift man in Ueberfluffe an und ſie ſind wohlfeil. Ras +fchid befaß Annehmlichkeiten sinug, ohne daß man ihm +nod, ſolche zuzufdreiben nothig hatte, die man nicht antrift, +und deren Annahne Reiſenda irreführen und in einige +Verlegenheit ſtiirzen konnte. Corneille le Bruyn*) +zum Beiſpiel, der allenthalben Wirthshäuſer rahe, oder +rein franzöfifdjer Ueberſeger ſchreibt: Rarchid iſt wegen +Der Menge von Wirths hå u rern, wo' man +bequem wohnen kann, die angenehmſte +Stadt. Wir würde nun hiernach nicht geglaubt +haben, daß man weiter keine Vorſicht nöthig håtte, um +nach Narch id zu kommen und daß man nur in der +erſten beſten Herberge abſteigen dürfte; allein man würde +fich gar pehr betrogen gefunden haben, da es ganz und +gar kein Wirthshaus bafilbft gab. Die Caravanſerais, +die die Stelle derfelden ganz und gar nicht vertreten +konnen, find gewchalich, wie +Türkci, nur Schlupfivinkel, wo Pern Provinzen der + +man den +Mauern keine andern Bequemlichkeiten hat, woman +nur Waſſer findet und wo ſich der Fremde mit allem +perforgen, muß. Die europäiſchen Meifenden wurden +gewöhnlich von den Kaufleuten“ ihrer Nation Beherbergt, +die in Häuſern wohnten, die ſie ſelbſt gemiethet hatten. + +*) Reiſe des Cornellie le Brnyn. + +2: + +M + +1 + +. + + +","Rarchio ist ohne Widerspruch die angenehmste Stadt in Aegypten und sie würde es allenthalben in der Welt sein. Ihre Häuser sind im Allgemeinen viel besser gebaut als jene in Kairo; ihre Lage am Ufer des Flusses, die Aussicht auf das Delta, das ein lachendes Bild der lieblich-duftenden Gebüsch gewährt, gesunde Luft, die man einatmet, haben ihr den Namen des ägyptischen Gartens verschafft. Alle Arten von Märkten sind in großer Menge vorhanden: man sieht lange Gassen von zwei Reihen von Buden gebildet, wo man alle Sorten von Waren findet: die Lebensmittel trifft man in Überfluss an und sie sind wohlfeil. Rarchio bietet Annehmlichkeiten genug, ohne dass man ihm nod, solche zuzuschreiben nötig hatte, die man nicht antrefft, und deren Annahme Reisende irreführen und in einige Verlegenheit stürzen konnte. Corneille le Bruyn*) zum Beispiel, der allenthalben Wirths Häuser rühmte, oder rein französischer Überseher schreibt: Rarchio ist wegen der Menge von Wirthshäusern, wo man bequem wohnen kann, die angenehmste Stadt. Wir würden nun hier nach nicht geglaubt haben, dass man weiter keine Vorsicht nötig hatte, um nach Roschid zu kommen und dass man nur in der ersten besten Herberge absteigen durfte; allein man würde sich gar sehr betrogen gefunden haben, da es ganz und gar kein Wirthshaus gab. Die Caravanserais, die die Stelle der Felden ganz und gar nicht vertreten können, finden geschwatzt, wie Türkisch, nur Schlupfwinkel, wo man den Mauern keine andern Bequemlichkeiten hat, als Wasser findet und wo sich der Fremde mit allem perfekt muss. Die europäischen Meißenden wurden gewöhnlich von den Kaufleuten ihrer Nation beherbergt, die in Häusern wohnten, die sie selbst gemietet hatten. + +*) Reise des Corneille le Bruyn." +Z166069305,167,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000167/full/full/0/native.jpg,"Rarch id ift die Niederlage des sandels zwischen +Alexandrien und Kairo: dieser verbreitet daselbst +Reben und Wohlstand. Diere Stadt treibt auch +einige ihr eigene Handelszweige, s. B. die gesponnene +und rothgefarbte Baumwolle, die man aus den angreits +jenden Bezirken zieht, den gehachelten Flachs, die Leins +wand, die Seidenfarben zu den orientalischen Kleidungen +u. f. ww. Ein anderer nicht weniger betrachtlicher Han. +delszweig, der zwar noch nicht so eintraglich als zu +Damiat ist, ist die Ausfuhr des Reises( Nous) nach +Arabien*). Als ich am Ende des Octobers daselbst +anlangte, war man damit beschaftigt, dies fdftliche Spora +zu trofnen, das eine gesunde und angenehme Nahrung +vieler Nationen ift; man hatte es auf den Terrassen der +Hauser und auf offentlichen Plasen ausgebreitet. Man +behauptete, von dieser Zubereitung ruhre die Menge von +Schnaken **) her, womit dic Stadt und das Innere +der Hauser damals angefullt jyar. Es ist nicht zu leugs +nen, das man zu andern Zeiten weniger antrift. Nach +der Reiserndte kommen sie fchaarcuweise aus den uber: +schwemmten Feldern hervor, wo das vorhergehende +Geschlecht feine Eier hingelegt hat. Sie plagen die +Menschen, faugen ihnen das Blut aus und machen nicht +weniger brennende Stiche als die so bekannten Moskie +ten ***) im sudlichen Amerika. +Man faet den Reis in Niederagypten vom monare +Marz an bis in den Mai.' Wahrend der Miluberschwein- +mung sind die Felder mit Wasser bedekt, und um dieses +so lange als moglich zurutzuhalten, hat man um jedes +*) Oryza fatiua. Lin. +*) Culex antennis pilis verticalatis; roftro cinereo, capice nigro, +cralliusculo; dorso fusco, fafciis fex pallidis. Foiskal descript, +Lianiin. orient. +***) Culex hamorroboidalis. Lin.","139 + +1 + +, + +Rarch id ift die Niederlage des sandels zwiſchen +Alexandrien und Kairo: dieſer verbreitet daſelbſt +Reben und Wohlſtand. Diere Stadt treibt auch +einige ihr eigene Handelszweige, š. B. die geſponnene +und rothgefärbte Baumwolle, die man aus den angreits +jenden Bezirken zieht, den gehächelten Flachs, die Leins +wand, die Seidenfarben zu den orientaliſchen Kleidungen +u. f. ww. Ein anderer nicht weniger beträchtlicher Han. +delszweig, der zwar noch nicht ſo einträglich als zu +Damiat iſt, iſt die Ausfuhr des Reißes( Nouß) nach + +( +Arabien*). Als ich am Ende des Octobers daſelbſt +anlangte, war man damit beſchäftigt, dies fdftliche Spora +zu trofnen, das eine geſunde und angenehme Nahrung +vieler Nationen ift; man hatte es auf den Terraſſen der +Håuſer und auf offentlichen Plåßen ausgebreitet. Man +behauptete, von dieſer Zubereitung rühre die Menge von +Schnaken **) her, womit dic Stadt und das Innere +der Håuſer damals angefüllt jyar. Es iſt nicht zu leugs +nen, daß man zu andern Zeiten weniger antrift. Nach +der Reißerndte kommen ſie fchaarcuweiſe aus den über: +ſchwemmten Feldern hervor, wo das vorhergehende +Geſchlecht feine Eier hingelegt hat. Sie plagen die +Menſchen, faugen ihnen das Blut aus und machen nicht +weniger brennende Stiche als die ſo bekannten Moskie +ten ***) im ſüdlichen Amerika. + +1 + +- + +Man fået den Reiß in Niederågypten vom monare +März an bis in den Mai.' Während der Milůberſchwein- +mung ſind die Felder mit Waſſer bedekt, und um dieſes +ſo lange als möglich zurützuhalten, hat man um jedes + +*) Oryza fatiua. Lin. +*) Culex antennis pilis verticalatis; roftro cinereo, capice nigro, + +cralliuſculo; dorſo fuſco, fafciis fex pallidis. Foiſkal deſcript, +Lianiin. orient. +***) Culex hamorroboidalis. Lin. + +1 + + +","Richt id ift die Niederlage des Sandels zwischen Alexandrien und Kairo: dieser verbreitet daselbst Reben und Wohlstand. Diese Stadt treibt auch einige ihre eigenen Handelszweige, z.B. die gesponnene und rothgefärbte Baumwolle, die man aus den angrenzenden Bezirken zieht, den gehachelten Flachs, die Leinwand, die Seidenfarben zu den orientalischen Kleidungen u.f.w.w. + +Ein anderer nicht weniger beträchtlicher Handelszweig, der zwar noch nicht so einträglich als zu Damiat ist, ist die Ausfuhr des Reises (Oryza fatua) nach Arabien. Als ich am Ende des Oktobers daselbst anlangte, war man damit beschäftigt, diese kostliche Spora zu trocknen, das eine gesunde und angenehme Nahrung vieler Nationen ist; man hatte es auf den Terrassen der Häuser und auf öffentlichen Plätzen ausgebreitet. Man behauptete, von dieser Zubereitung rühre die Menge von Schnaken her, womit die Stadt und das Innere der Häuser damals angefüllt war. + +Es ist nicht zu leugnen, dass man zu anderen Zeiten weniger antrifft. Nach der Reisernnte kommen sie scharenweise aus den überschwemmten Feldern hervor, wo das vorhergehende Geschlecht seine Eier hingelegt hat. Sie plagen die Menschen, saugen ihnen das Blut aus und machen nicht weniger brennende Stiche als die so bekannten Moskitoen im südlichen Amerika. + +Man fällt den Reis in Niederägypten vom Monat März an bis in den Mai. Während der Monschüberschwemmung sind die Felder mit Wasser bedeckt, und um dieses so lange als möglich zurückzuhalten, hat man um jedes" +Z166069305,168,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000168/full/full/0/native.jpg,"Feld herum kleine Damme gezogen und Folche Arten von +hohen Randern gemacht, die den Abflus des Waffers +verhindern. Durch Rinnen bringt man wieder frisches +Waffer dahin, denn wenn die Pflanze gebeiben fou, fo +mus thre Wurzel immer in Wasser ftehen. Der Boden +ist daher so mit Waffer angefulit, das man an manchen +Drten bis an den halben Leib hineinfalt. Der Reis steht +ungefahr fechs Monate, ehe er reif wird. Man fchneidet +ihn gemeiniglich in der Mitte des Novembers ab. Der +Gebrauch des Dreschflegels ist in Hegypten uabefannt. +Umi den Beru von dem Halme abzusondern; macht man +aus einer Mischung von Erde und Taubenmist geraumige, +sehr feste und sehr nette Sennen. Man legt den Reis +in dicken Schichten darauf. Hierauf nimmt man eine +Art von Wagen, der aus zwei Stucken Holz besteht, die +durch zwei Querfangen zusar: mengehalten werden; fie +gleichen beinahe den Schleifen, womit man auf dem +Pflaster unserer Strasen Lasten weiter fchafft. Zwischen +den langen Seiten dieser Schleife find queruber drei +Reihen fliner Rader von gediegenem Elfen, die rund +herum verduinnt sind. An der Vorder seite ist ein sehr +hoher und sehr breiter Siz von schlechter Bauart. Hier +fist ein Mann, der die ztvei Dchsen lenkt, welche man an +die Maschine angespannt hat: alles geht tangram und +immer in Kreisen auf allen Theilen des Reifhaufens +herun, bis fein Stern mehr im Halme ist. Wenn man +den Reis auf diese Art ausgetrofchen hat, breitet man +ihn an der Luft aus, um ihn zu trotren. Die Art, wie +man ihn umwendet, ist ganz artig. Mehrere Menschen, +Einer an der Seite des Andern, gehen herum, und +jeder von ihnen wirft mit einem Fuse die Schicht von +Kernern um und auf diese Art ist in wenigen Augenblicken +die ganze Mafie umgewandt und der untere Theil ist +nunniehro der Luft ausgeregt. +Den trofnen Reis schafft man in die Muhle, wo man +hn von seiner Schale oder Hulle befreiet.","140 + +! + +1941- + +V + +4 + +Feld herum kleine Dämme gezogen und Folche Arten von +hohen Randern gemacht, die den Abfluß des Waffers +verhindern. Durch Rinnen bringt man wieder friſches +Waffer dahin, denn wenn die Pflanze gebeiben fou, fo +muß thre Wurzel immer in Waſſer ftehen. Der Boden +iſt daher ſo mit Waffer angefülit, daß man an manchen +Drten bis an den halben Leib hineinfalt. Der Reiß ſteht +ungefähr fechs Monate, ehe er reif wird. Man fchneidet +ihn gemeiniglich in der Mitte des Novembers ab. Der +Gebrauch des Dreſchflegels iſt in Hegypten uabefannt. +Umi den Beru von dem Halme abzuſondern; macht man +aus einer Miſchung von Erde und Taubenmiſt geråumige, +ſehr feſte und ſehr nette Sennen. Man legt den Reiß +in dicken Schichten darauf. Hierauf nimmt man eine +Art von Wagen, der aus zwei Stücken Holz beſteht, die +durch zwei Querfangen zuſar: mengehalten werden; fie +gleichen beinahe den Schleifen, womit man auf dem +Pflaſter unſerer Straßen Laſten weiter fchafft. Zwiſchen +den langen Seiten dieſer Schleife find querůber drei +Reihen fliner Råder von gediegenem Elfen, die rund +herum verduinnt ſind. An der Vorder ſeite iſt ein ſehr +hoher und ſehr breiter Siz von ſchlechter Bauart. Hier +fist ein Mann, der die ztvei Dchſen lenkt, welche man an +die Maſchine angeſpannt hat: alles geht tangram und +immer in Kreiſen auf allen Theilen des Reifhaufens +herun, bis fein Stern mehr im Halme iſt. Wenn man +den Reiß auf dieſe Art ausgetrofchen hat, breitet man +ihn an der Luft aus, um ihn zu trotren. Die Art, wie +man ihn umwendet, iſt ganz artig. Mehrere Menſchen, +Einer an der Seite des Andern, gehen herum, und +jeder von ihnen wirft mit einem Fuße die Schicht von +Kernern um und auf dieſe Art iſt in wenigen Augenblicken +die ganze Mafie umgewandt und der untere Theil iſt +nunniehro der Luft ausgeregt. + +Den trofnen Reiß ſchafft man in die Mühle, wo man +hn von ſeiner Schale oder Hülle befreiet. + +6 + +si + + +","Feld herum kleine Dämme gezogen und Furchen Arten von hohen Rändern gemacht, die den Abfluss des Wassers verhindern. Durch Rinnen bringt man wieder frisches Wasser dahin, denn wenn die Pflanze gebiebt, so muss ihre Wurzel immer in Wasser stehen. Der Boden ist daher so mit Wasser angefüllt, dass man an manchen Stellen bis an den halben Leib hineinfällt. Der Reis steht ungefähr sechs Monate, ehe er reif wird. Man schneidet ihn gemeiniglich in der Mitte des Novembers ab. Der Gebrauch des Dreschflegels ist in Ägypten unbekannt. + +Um den Braun von dem Halme abzusondern; macht man aus einer Mischung von Erde und Taubenmist geräumige, sehr feste und sehr nette Senne. Man legt den Reis in dicken Schichten darauf. Hierauf nimmt man eine Art von Wagen, der aus zwei Stücken Holz besteht, die durch zwei Querfangan zusammengehalten werden; sie gleichen beinahe den Schleifen, womit man auf dem Pflaster unserer Straßen Lasten weiter schafft. Zwischen den langen Seiten dieser Schleife finden querüber drei Reihen feiner Räder von gediegenem Elfenbein, die rund herum verziert sind. An der Vorderseite ist ein sehr hoher und sehr breiter Sitz von schlechter Bauart. Hier ist ein Mann, der die zwei Deichseln lenkt, welche man an die Maschine angespannt hat; alles geht tangram und immer in Kreisen auf allen Theilen des Reishaufens herum, bis kein Stern mehr im Halme ist. Wenn man den Reis auf diese Art ausgetrocknet hat, breitet man ihn an der Luft aus, um ihn zu trocknen. + +Die Art, wie man ihn umwendet, ist ganz artig. Mehrere Menschen, Einer an der Seite des Anderen, gehen herum, und jeder von ihnen wirft mit einem Fusse die Schicht von Körnern um und auf diese Art ist in wenigen Augenblicken die ganze Masse umgewandt und der untere Theil ist nun der Luft ausgesetzt. + +Den trocknen Reis schafft man in die Mühle, wo man ihn von seiner Schale oder Hülle befreit." +Z166069305,169,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000169/full/full/0/native.jpg,"Diere Muhle besteht in einem Rade, das Ochren +herumdrehen, und das mehrere Hebelbaume in Bewegung +fezt, an deren auserstem Ende ich ein eiserner Cylindet +befindet, der beinahe einen Fus lang, und unten ausges +hohlt ift. Sie stosen in Kaften, die das Korn enthalten. +An der Seite jedes Kastens steht fiets ein Mann, der +den Reis unter die Cylinder schieren mus. Er mus fich +vor jeder Zerstreuung huten, denn er liefe sonst Gefahr, +das ihm die Hand zerschmettert wurde, wenn er sie nicht +jur rechten Zeit wegzuziehen verstande. Hierauf nimmt +man den Reis, und fiebt ihn in der freien Luft. Diese +Verrichtung ist ganz einfach: man fugt ein kleines Sieb. +mit fo viel Kernern an, als ein Mensch tragen fann: +diefer hebt das so gefullte Sieb auf den Kopf, und +fchuttelt fanft den Reis, indem er sich nach der Seite zu +dreht, wo der Wind herforint, der das klare Stroh und +den Staub wegfuhrt. Man schuttet diesen gereinigten +Reis zum zweiten Mal auf die Muhle, um ihn weis zu +machen. Man vermischt ihn in dem Kasten mit Salz, das +viel zu seiner Weise, und vorzuglich zu seiner Erhaltung +beitragt. Er hat nunmehr seine ganze Zurichtung erhaka +ten, und wird in diesem Zustande verkauft. +Blos auf den niedrigen Feldern von Niedera +dgypten bauet man Reis. +Weiter gegen Mittag ist das Land zu hoch, als das +es ang feachtet werden konnte: dent wenin der Anbau +deftilbua gelingen soll, so mus fich das Wasser uber die +ganze Oberflache ausbreiten. Das Delta, diese uner- +fchopfliche Niederlage von den Neeichthimern der Natur, +liefert eine grose Menge Rris. Derjenige, den man um +Karchid herum bauct, wird mehr geschuzt als jener um +Damiat. Diere grosere Vorzuglichkeit hangt wahr- +schrinlicher Weise blos von der Zubereitung ab, die in der +Erften von diesen beiden grosen Stadten mit groserer","141 + +7 + +1 + +? + +Diere Mühle beſteht in einem Rade, das Ochren +herumdrehen, und das mehrere Hebelbäume in Bewegung +fezt, an deren åußerſtem Ende ich ein eiſerner Cylindet +befindet, der beinahe einen Fuß lang, und unten ausges +höhlt ift. Sie ſtoßen in Kaften, die das Korn enthalten. +An der Seite jedes Kaſtens ſteht fiets ein Mann, der +den Reiß unter die Cylinder ſchieren muß. Er muß fich +vor jeder Zerſtreuung huten, denn er liefe ſonſt Gefahr, +daß ihm die Hand zerſchmettert wurde, wenn er ſie nicht +jur rechten Zeit wegzuziehen verſtånde. Hierauf nimmt +man den Reiß, und fiebt ihn in der freien Luft. Dieſe +Verrichtung iſt ganz einfach: man fügt ein kleines Sieb. +mit fo viel Kernern an, als ein Menſch tragen fann: +diefer hebt das ſo gefüllte Sieb auf den Kopf, und +fchüttelt fanft den Reiß, indem er ſich nach der Seite zu +dreht, wo der Wind herforint, der das klare Stroh und +den Staub wegführt. Man ſchüttet dieſen gereinigten +Reiß zum zweiten Mal auf die Mühle, um ihn weiß zu +machen. Man vermiſcht ihn in dem Kaſten mit Salz, das +viel zu ſeiner Weiße, und vorzüglich zu ſeiner Erhaltung +beiträgt. Er hat nunmehr ſeine ganze Zurichtung erhaka +ten, und wird in dieſem Zuſtande verkauft. + +h + +1 + +Bloß auf den niedrigen Feldern von Niedera +dgypten bauet man Reiß. + +Weiter gegen Mittag iſt das Land zu hoch, als daß +es ang feachtet werden könnte: dent wenin der Anbau +deftilbuă gelingen ſoll, ſo muß fich das Waſſer über die +ganze Oberfläche ausbreiten. Das Delta, dieſe uner- +fchopfliche Niederlage von den Neeichthimern der Natur, +liefert eine große Menge Rriß. Derjenige, den man um +Karchid herum bauct, wird mehr geſchůzt als jener um +Damiat. Diere großere Vorzüglichkeit hångt wahr- +ſchrinlicher Weiſe bloß von der Zubereitung ab, die in der +Erften von dieſen beiden großen Städten mit großerer + + +","Die Reismühle besteht in einem Rade, das Ochsen herumdreht, und das mehrere Hebelbäume in Bewegung setzt, an deren äußerstem Ende ich ein eiserner Cylinder befinde, der beinahe einen Fuß lang und unten ausgesohlt ist. Sie stoßen in Kästen, die das Korn enthalten. + +An der Seite jedes Kastens steht fest ein Mann, der den Reis unter die Zylinder scheren muss. Er muss sich vor jeder Zerstreuung hüten, denn er liefte sonst Gefahr, dass ihm die Hand zerschmettert würde, wenn er sie nicht zur rechten Zeit wegzuziehen verstande. + +Hierauf nimmt man den Reis und fegt ihn in der freien Luft. Diese Verrichtung ist ganz einfach: man fugt ein kleines Sieb mit so viel Körnern an, als ein Mensch tragen kann; dieser hebt das so gefüllte Sieb auf den Kopf und schüttelt dann den Reis, indem er sich nach der Seite zu dreht, wo der Wind herkommt, der das klare Stroh und den Staub wegführt. + +Man schüttet diesen gereinigten Reis zum zweiten Mal auf die Muhle, um ihn weiß zu machen. Man vermischt ihn in dem Kasten mit Salz, das viel zu seiner Weiße und vorzüglich zu seiner Erhaltung beiträgt. + +Er hat nunmehr seine ganze Zurichtung erhalten und wird in diesem Zustande verkauft. + +Bloß auf den niedrigen Feldern von Niederägypten baut man Reis. Weiter gegen Mittag ist das Land zu hoch, als dass es angebaut werden könnte: denn wenn der Anbau gelingen soll, so muss sich das Wasser über die ganze Oberfläche ausbreiten. + +Das Delta, diese unermeßliche Niederlage von den Neigungen der Natur, liefert eine große Menge Reis. Derjenige, den man um Kairo herum baut, wird mehr geschützt als jener um Damiette. Diese größere Vorzuglichkeit hängt wahrscheinlich von der Zubereitung ab, die in der Ernte von diesen beiden großen Städten mit größerer" +Z166069305,170,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000170/full/full/0/native.jpg,"Sorgfalt verrichtet wird: denn die Beschaffenheit des +Climas und des Bodens ift an beiden Orten die n& mliche. +In beiden Distrikten gelingt der Reisbau gut, und rein +Ertrag ist gleich gros. Man fchazt in guten Jahren, das +beist in folchen, wo der Nil hoch steigt, und eine grosere +Verbreitung seines Wassers erlaubt, den Gewinn der +Eigenthumer von Reisfeldern nach Abzug aller Kosten auf +funfzig Procent. +Man hat oft den Vorschlag gemacht, den Reisbau +in Frankreich einzufuhren, und dies wiirde gewis eir +Eoftbarer Gewinn fur unfern Uderbau feyn, allein wenn +man bedenkt, das er in Aegypten fechs Monate zu +feiner Reif: braucht, und das er diese Zeit uber stets +Warme und Feuchtigkeit nothig hat, so wird man rehr +wenige Gegenden in der, franzosischen Republik +finden, die bei dieser Art von Kultur die Hoffnung einer +gewiffen und reichen Erndte getahren wurden. +Es ist die Frage gewefen, ob die alten Negypter +Reis gebauet haben. Nach den Herren Shaw*) und +Goguet **) lebte das agyptische Bolt in alten Zeiten +vom Reise. Aber err Pauw versichert, diese Pflanze +Ten den alten Aegyptern unbekannt gewesen. Er fezt +hinzu, erst unter den Caliphen rey das erste Reiskorn aus +Indien nach Niedera gypten gebracht worden, wo +man es anfanglich in der Gegend von Damiat ju +bauen anfieng, und fuhrt zu seinem Gewahrsmann +Friedrich Harrefquist ***) an. Der schwedische +Reisende hat wirklich gesagt, das die Aegop tier allem +Anscheine nach die Art, den Reis zu bauen, zur Zeit der +ik) Shaws Reifen. S. 391 nach der f., A. +**) Ursprung der Gefese 2. Bd. S. 344 im fr. +****) Philosophische Untersuchungen uber die Uegypter und Chk +* i. nesen. 1. Bd. S. 138 im Fr.","142 + +Sorgfalt verrichtet wird: denn die Beſchaffenheit des +Climas und des Bodens ift an beiden Orten die n& mliche. +In beiden Diſtrikten gelingt der Reißbau gut, und rein +Ertrag iſt gleich groß. Man fchåzt in guten Jahren, das +beißt in folchen, wo der Nil hoch ſteigt, und eine großere +Verbreitung ſeines Waſſers erlaubt, den Gewinn der +Eigenthümer von Reißfeldern nach Abzug aller Koſten auf +funfzig Procent. + +Man hat oft den Vorſchlag gemacht, den Reißbau +in Frankreich einzuführen, und dies wiirde gewiß eir +Eoftbarer Gewinn für unfern Uderbau feyn, allein wenn +man bedenkt, daß er in Aegypten fechs Monate zu +feiner Reif: braucht, und daß er dieſe Zeit über ſtets +Wärme und Feuchtigkeit nöthig hat, ſo wird man rehr +wenige Gegenden in der, franzöſiſchen Republik +finden, die bei dieſer Art von Kultur die Hoffnung einer +gewiffen und reichen Erndte getåhren würden. + +. + +1 + +Es iſt die Frage gewefen, ob die alten Negypter +Reiß gebauet haben. Nach den Herren Shaw*) und +Goguet **) lebte das ágyptiſche Bolt in alten Zeiten +vom Reiße. Aber øerr Pauw verſichert, dieſe Pflanze +Ten den alten Aegyptern unbekannt geweſen. Er fezt +hinzu, erſt unter den Caliphen rey das erſte Reißkorn aus +Indien nach Niederå gypten gebracht worden, wo +man es anfänglich in der Gegend von Damiat ju +bauen anfieng, und führt zu ſeinem Gewährsmann +Friedrich Harrefquiſt ***) an. Der ſchwediſche +Reiſende hat wirklich geſagt, daß die Aegop tier allem +Anſcheine nach die Art, den Reiß zu bauen, zur Zeit der + +ik) Shaws Reifen. S. 391 nach der f., A. +**) Urſprung der Gefeße 2. Bd. S. 344 im fr. + +****) Philoſophiſche Unterſuchungen über die Uegypter und Chk +* i. neſen. 1. Bd. S. 138 im Fr. + + +","Sorgfalt verrichtet wird: denn die Beschaffenheit des Climas und des Bodens ist an beiden Orten dieselbe. In beiden Distrikten gelingt der Reisbau gut, und reiner Ertrag ist gleich groß. Man schätzt in guten Jahren, das ist in solchen, wo der Nil hoch steigt, und eine größere Verbreitung seines Wassers erlaubt, den Gewinn der Eigenthümer von Reisfeldern nach Abzug aller Kosten auf fünfzig Procent. + +Man hat oft den Vorschlag gemacht, den Reisbau in Frankreich einzuführen, und dies würde gewiss ein ostbarer Gewinn für unfren Ulderbau sein, allein wenn man bedenkt, dass er in Ägypten sechs Monate zu seiner Reife braucht, und dass er diese Zeit über stets Wärme und Feuchtigkeit nöthig hat, so wird man sehr wenige Gegenden in der französischen Republik finden, die bei dieser Art von Kultur die Hoffnung einer gewissen und reichen Erndte getragen würden. + +Es ist die Frage gewesen, ob die alten Ägypter Reis gebaut haben. Nach den Herren Shaw*) und Goguet**) lebte das ägyptische Volk in alten Zeiten vom Reise. Aber Herr Pauw versichert, diese Pflanze sei den alten Ägyptern unbekannt gewesen. Er setzt hinzu, erst unter den Kaliphen sey das erste Reiskorn aus Indien nach Niederägypten gebracht worden, wo man es anfanglich in der Gegend von Damiat zu bauen anfieng, und führt zu seinem Gewährsmann Friedrich Harrefquist***) an. Der schwedische Reisende hat wirklich gesagt, dass die Ägypter allem Anscheine nach die Art, den Reis zu bauen, zur Zeit der Pharaonen nicht gekannt hätten. + +Shaws Reifen. S. 391 nach der franz. A. +Ursprung der Götter, 2. Bd. S. 344 im franz. +Philosophische Untersuchungen über die Ägypter und Chinesen, 1. Bd. S. 138 im Franz." +Z166069305,171,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000171/full/full/0/native.jpg,"Ehaliphen gelernt hatten: Denn, fagt er, unter ihrer +Regierung brachte man eine Menge nuzlicher +Pflanzen uber das rothe Meer nach Vegy pa +ten*). Dies aber ist nur eine Muthmasung, die Herr +Hasselquist mit keinem Beweife unterstuzt. +Von der andern Seite beruht die entgegengerezte +Meinung, nemlich jene von dem Reifbaue bei den alten +Aegyptern, auf einer schwerlich zu widerlegenden Chats +sache. Herr von Caylus beschreibt ein Gozenbild des +Driris von Bronge, das mit einem Anstrid) von Gyps +bedeft war. Um die Verbindung dieses Anstriches auf +so glatter Materie, wie die Bronze ift, an welcher an vies +len Stellen nichts haften bleibt, fester und dauerhafter +zu machen, hat man fich dazu des Reisstrohes, das +febr leicht zu unterscheiden ist, bedient **). Es +tft wahr, Herr Pauw macht Herrn Caylus seine Kennte +nis in der Pflanzenkunde streitig ***), als wenn derjenige +in dieser Wissenschaft sehr bewandert seyn muste, der +das Reisstroh von jedem Andern unterscheiden wollte. +Uebrigens hat die Untersuchung uber dieses Gesenbild +Herr Caylus nicht allein angestellt, fondern Herr von +Bope unterhielt die Akademie der Inschriften +und, der schonen Kunsten im Dec. 1739 auch mit +einer Untersuchung uber eben dieselbe Figur des Osiris, +die auf eine besondere Art dergoldet ivar, und die er +kurz vorher in den Handen des Herrn Caylus gefebert +hatte. Beide hatten sorgfaltig die Vergoltung, womit +fte bedekt war, untersucht und bemerkt, das die Arbeiter +Reife nadhari Levante. 1. th. +**) Sammltirg von Alterthumert 1. Bb. 6.13 und 14 and aud +in den Dentschriften der Ar. d. J. u. f.&. zu Paris 14. Bd. +13. S. +***) Philosophische Untersuchungen uber die degyptet und Chinesen +1. Bo ..","145 + +Ehaliphen gelernt hatten:„ Denn, fagt er, unter ihrer +Regierung brachte man eine Menge nůžlicher +Pflanzen über das rothe Meer nach Vegy pa +ten*). Dies aber iſt nur eine Muthmaßung, die Herr +Haſſelquiſt mit keinem Beweife unterſtüzt. + +Von der andern Seite beruht die entgegengerezte +Meinung, nemlich jene von dem Reifbaue bei den alten +Aegyptern, auf einer ſchwerlich zu widerlegenden Chats +ſache. Herr von Caylus beſchreibt ein Gozenbild des +Driris von Bronge, das mit einem Anſtrid) von Gyps +bedeft war. Um die Verbindung dieſes Anſtriches auf +ſo glatter Materie, wie die Bronze ift, an welcher an vies +len Stellen nichts haften bleibt, feſter und dauerhafter +zu machen, hat man fich dazu des Reißſtrohes, das +febr leicht zu unterſcheiden iſt, bedient **). Es +tft wahr, Herr Pauw macht Herrn Caylus ſeine Kennte +niß in der Pflanzenkunde ſtreitig ***), als wenn derjenige +in dieſer Wiſſenſchaft ſehr bewandert ſeyn müßte, der +das Reißſtroh von jedem Andern unterſcheiden wollte. +Uebrigens håt die Unterſuchung über dieſes Geßenbild +Herr Caylus nicht allein angeſtellt, fondern Herr von +Bope unterhielt die Akademie der Inſchriften +und, der ſchönen Künſten im Dec. 1739 auch mit +einer Unterſuchung über eben dieſelbe Figur des Oſiris, +die auf eine beſondere Art dergoldet ivar, und die er +kurz vorher in den Händen des Herrn Caylus gefebert +hatte. Beide hatten ſorgfältig die Vergoltung, womit +fte bedekt war, unterſucht und bemerkt, daß die Arbeiter + +1 + +Reife nadhari Levante. 1. th. +**) Sammltirg von Alterthümert 1. Bb. 6.13 und 14 and aud + +in den Dentſchriften der Ar. d. J. u. f.&. zu Paris 14. Bd. + +13. S. + +***) Philoſophiſche Unterſuchungen über die degyptet und Chineſen + +1. Bo .. + + +","Ehaliphen gelernt hatten: Denn, fragt er, unter ihrer Regierung brachte man eine Menge nützlicher Pflanzen über das rote Meer nach Aegypten. Dies aber ist nur eine Mutmaßung, die Herr Hasselquist mit keinem Beweise unterstüzt. + +Von der andern Seite beruht die entgegengesetzte Meinung, nämlich jene von dem Reifbau bei den alten Aegyptern, auf einer schwerlich zu widerlegenden Tatsache. Herr von Caylus beschreibt ein Götzchenbild des Osiris von Bronge, das mit einem Anstrich von Gyps bedeckt war. Um die Verbindung dieses Anstriches auf so glatter Materie, wie die Bronze ist, an welcher an vielen Stellen nichts haften bleibt, fester und dauerhafter zu machen, hat man sich dazu des Reisstrohes, das sehr leicht zu unterscheiden ist, bedient ). Es ist wahr, Herr Pauw macht Herrn Caylus seine Kenntnis in der Pflanzenkunde streitig ***), als wenn derjenige in dieser Wissenschaft sehr bewandert seyn müsste, der das Reisstroh von jedem Andern unterscheiden wollte. + +Uebrigens hat die Untersuchung über dieses Götzchenbild Herr Caylus nicht allein angestellt, sondern Herr von Bope unterhielt die Akademie der Inschriften und der schönen Künste im Dec. 1739 auch mit einer Untersuchung über eben dieselbe Figur des Osiris, die auf eine besondere Art vergoldet war, und die er kurz vorher in den Händen des Herrn Caylus gesehen hatte. Beide hatten sorgfältig die Vergoldung, womit sie bedeckt war, untersucht und bemerkt, dass die Arbeiter Reisstroh benutzt hatten. + +**) Sammlung von Alterthümer 1. Bd. 6. 13 und 14 und auch in den Denkschriften der Akademie d. J. u. f.&. zu Paris 14. Bd. 13. S. +*** ) Philosophische Untersuchungen über die Aegypter und Chinesen 1. Bde.." +Z166069305,172,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000172/full/full/0/native.jpg,"zuerst einen guten Ueberzug von Leim, der gang mit +Strohhalmchen von Reis durchfaet war, auf die Figur. +gelegt hatten, daniit der weise Anstrich, worauf das +Gold gemacht war, an der Bronze festhielte*). +Nach der Erzdhlung des Herodots war die +Dlyr a **) eine von den Getraiepflanzen der alten +Negypter. Es kann nirgends eine grosere Aehnlichkeit +als zwischen diesem Worte und Ozyra herrfchen, womit +Griechen den Neis benannten,( wenn sie nicht etwa +ganz und gar die namlichen find) und diese so auffallende +Aehnlichkeit wurde ein unwidersprechlicher Beweis von +dem Alterthume des Reisbaues in Aegypten seyn, +wenn der Burger Farcher, dessen Meinung in ihnlicher +F& den das Uebergewicht hat, nicht nach einer genauen +Untersuchung von einer grosen Anzahl von Stellen aus +den Alten versicherte, Olyra ren nicht der Reis, sondern +der Spelt ***). Herr Pauw hatte behauptet t), Dlyra +fer das Korn, allein von diesem kennt man jezt nicht ein. +mal den Namen in Aegypten, und man bat es auch +wahrscheinlicher Weise niemals in dem alten Negypten +gebauet. Allein dies find nur sehr lichtvolle Muthmasun. +gen: die entgegengesezte Chatsache fteht immer noch fest, +namlich, das Stroh, das die alte Statue des osiris +bedekte. +*) Deutschriften der utab. ber 3. und .. am angef. Orte. +**) Im 2. Bd. S. 77. Der neueste deutsche Uebersefer Herr +Jacobi ubersejt dle Stelle: apto pays801 ex Twv onupowy TolevarTec +aproso? Sie errein Brod, welche si fie von Rodens +mehl bade n."" Unser Verfaffer behauptaento, iezt rey der +Roden in Aegypten ganzlich unbekannt, un +an habe wahr: +scheinlid niemals dergleiden in Aegypten gebadet. +***) Triticum fpella L. Man sehe den Herodotus, d. Rat: +oer im 2, V. S. 77. Anmerf. 258. +1) Philosophische Uutersuchungen 138.","144 + +zuerſt einen guten Ueberzug von Leim, der gang mit +Strohhalmchen von Reiß durchfået war, auf die Figur. +gelegt hatten, dániit der weiße Anſtrich, worauf das +Gold gemacht war, an der Bronze feſthielte*). + +Nach der Erzdhlung des Herodots war die +Dlyr a **) eine von den Getraiðepflanzen der alten +Negypter. Es kann nirgends eine großere Aehnlichkeit +als zwiſchen dieſem Worte und Ozyra herrfchen, womit +Griechen den Neiß benannten,( wenn ſie nicht etwa +ganz und gar die nämlichen find) und dieſe ſo auffallende +Aehnlichkeit würde ein unwiderſprechlicher Beweis von +dem Alterthume des Reißbaues in Aegypten ſeyn, +wenn der Bürger Farcher, deſſen Meinung in ihnlicher +F& den das Uebergewicht hat, nicht nach einer genauen +Unterſuchung von einer großen Anzahl von Stellen aus +den Alten verſicherte, Olyra ren nicht der Reiß, ſondern +der Spelt ***). Herr Pauw hatte behauptet t), Dlyra +fer das Korn, allein von dieſem kennt man jezt nicht ein. +mal den Namen in Aegypten, und man bat es auch +wahrſcheinlicher Weiſe niemals in dem alten Négypten +gebauet. Allein dies find nur ſehr lichtvolle Muthmaßun. +gen: die entgegengeſezte Chatſache fteht immer noch feſt, +nämlich, das Stroh, das die alte Statue des oſiris +bedekte. + +: 54 + +*) Deutſchriften der utab. ber 3. und .. am angef. Orte. +**) Im 2. Bd. S. 77. Der neueſte deutſche Ueberſefer Herr + +Jacobi überſejt dle Stelle: apto pays801 ex Twv onupowy TolevarTec +aproso? Sie errein Brod, welche si fie von Rodens +mehl bade n."" Unſer Verfaffer behauptaento, iezt rey der +Roden in Aegypten gänzlich unbekannt, un + +án habe wahr: +ſcheinlid niemals dergleiden in Aegypten gebadet. +***) Triticum fpella L. Man ſehe den Herodotus, d. Rat: +oer im 2, Vð. S. 77. Anmerf. 258. + +Bd +1) Philoſophiſche Uuterſuchungen 138. + +11 + +C + + +","zuerst einen guten Überzug von Leim, der gang mit Strohhalmchen von Reis durchfaßt war, auf die Figur gelegt hatten, dann der weise Anstrich, worauf das Gold gemacht war, an der Bronze festhielt*. Nach der Erzählung des Herodots war die Dlyra**) eine von den Getreidepflanzen der alten Ägypter. Es kann nirgends eine größere Ähnlichkeit als zwischen diesem Worte und Ozyra herrschen, womit Griechen den Nil benannten, (wenn sie nicht etwa ganz und gar die namlichen finden) und diese so auffallende Ähnlichkeit wurde ein unwidersprechlicher Beweis von dem Alterthume des Reisbaues in Ägypten seyn, wenn der Burger Forcher, dessen Meinung in diesem Falle das Übergewicht hat, nicht nach einer genauen Untersuchung von einer großen Anzahl von Stellen aus den Alten versicherte, Olyra sei nicht der Reis, sondern der Spelt***). Herr Pauw hatte behauptet**), Dlyra sei das Korn, allein von diesem kennt man jetzt nicht ein Mal den Namen in Ägypten, und man hat es auch wahrscheinlich niemals in dem alten Ägypten gebaut. Allein dies sind nur sehr lichtvolle Muthmaßungen: die entgegengesetzte Thatsache steht immer noch fest, nämlich, das Stroh, das die alte Statue des Osiris bedeckte. + +*) Deutschrift der Vatab. ber 3. und .. am angef. Orte. +**) Im 2. Bd. S. 77. Der neueste deutsche Übersetzer Herr Jacobi übersieht die Stelle: apto pays801 ex Twv onupowy TolevarTec aproso? Sie errein Brod, welche sie von Rodens mehl bade n."" Unser Verfasser behauptet, jetzt rey der Roden in Ägypten ganzlich unbekannt, und habe wahrscheinlich niemals dergleichen in Ägypten gebadet. +***) Triticum spella L. Man sehe den Herodotus, d. Rat: oer im 2, V. S. 77. Anmerf. 258. +1) Philosophische Untersuchungen 138." +Z166069305,173,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000173/full/full/0/native.jpg,"ca Herr Pauw, der nicht selten im Paraboren aus. +fchweift, geht noch weiter: er behauptet, das, wenn die +alten degypter den Reis gefannt hatten, fie sich gar +-Tehr vor seinem Anbaue gehitet haben wurden, weil nach +ihm diese Art der Kultur Krankheiten in einem Lande zu +erzeugen im Stande ift, wo es niemals oder doch nur sehr +felten donnert, und wo die Atmosphare nuit falzigten Sube +Kanzen geschwangert ist, die das Feuer des Himmels +nicht verzehre, und daher sehr der Verschlechterung unters +worfen fen*) ,; er giebt fogar zu verstehen, dies rep Eine +ben die Ursachen der Pest, die er unrichtig als eine in +Aegypten einheimische Krankheit annimmt .. Der Grund +dieses Irrthumes ruhrt aber daher, das berr Pauw die +Reisfelder fur Moraste ansieht: allein in den weiten Eben +nen von Niederagypten, wo noch uberdies die ftarken +und regelmasigen Winde die Atmosphere von den schade +lidhen Dunsten, womit fie beladen seyn konnten, reiniger +purden, baut mon den Reis nicht auf moraftigem Boden: +es kommt kein stehendes und angestektes Wasser auf die +Reisfelder; man befeuchtet und bemaffert fle mit Flus. +waffee, fu deffen Leitung man alte ulfsmittel der Bewafe +ferungskunst angewandt hat: dieses Waffer fliest ab, +und man hort auf, es dahin zu leiten, sobald die Pflanzen +diesen Zustand einer leichten Bewafferung nicht mehr nothig +baben. Nach der Reiserndte pflanzt man etwas anderes +auf die Felder, das keine solche Bewafferung erfordert, +und das die ueberreste einer alfft grosen Feuchtigkeit +bollende verschlingt. Schone grune Decken treten nun. +mehro an die Stelle des gelblichen Gewandes, womit +furz vorher die namlichen Felder bekleidet waren. 20:19 +Sobald man den Reis eingeerndtet Hat **), faen die +Aegypter eine vortrefliche Art von Klee, die man Bare +*) Philosophische Untersuchunger 6, 89 und 90. +**) Es ist also nicht gang richtig, roenn +es in +foreibung von Ufrika heist: den Barsim( det man gleich +Connini Ketsen ir BD, +Bruns Erdbee","145 + +을 + +2 + +EM + +1 + +11 + +El + +ca Herr Pauw, deř nicht ſelten im Paraboren aus. +fchweift, geht noch weiter: er behauptet, daß, wenn die +alten degypter den Reiß gefannt håtten, fie ſich gar +-Tehr vor ſeinem Anbaue gehitet haben würden, weil nach +ihm dieſe Art der Kultur Krankheiten in einem Lande zu +erzeugen im Stande ift, wo es niemals oder doch nur ſehr + +felten donnert, und wo die Atmoſphäre nuit falzigten Sube +Kanzen geſchwängert iſt, die das Feuer des Himmels +nicht verzehre, und daher ſehr der Verſchlechterung unters +worfen fen*) ,; er giebt fogar zu verſtehen, dies rep Eine +ben die Urſachen der Peſt, die er unrichtig als eine in +Aegypten einheimiſche Krankheit annimmt .. Der Grund +dieſes Irrthumes rührt aber daher, daß berr Pauw die +Reißfelder für Moråſte anſieht: allein in den weiten Eben +nen von Niederágypten, wo noch überdies die ftarken +und regelmäßigen Winde die Atmoſphere von den ſchade +lidhen Dünſten, womit fie beladen ſeyn könnten, reiniger +půrden, baut mon den Reiß nicht auf moraftigem Boden: +es kommt kein ſtehendes und angeſtektes Waſſer auf die +Reißfelder; man befeuchtet und bemåffert fle mit Fluß. +waffee, fu deffen Leitung man alte øůlfsmittel der Bewafe +ferungskunſt angewandt hat: dieſes Waffer fließt ab, +und man hört auf, es dahin zu leiten, ſobald die Pflanzen +dieſen Zuſtand einer leichten Bewåfferung nicht mehr nothig +baben. Nach der Reißerndte pflanzt man etwas anderes +auf die Felder, das keine ſolche Bewäfferung erfordert, +und das die ueberreſte einer alfft großen Feuchtigkeit +bollende verſchlingt. Schone grüne Decken treten nun. +mehro an die Stelle des gelblichen Gewandes, womit +furz vorher die nämlichen Felder bekleidet waren. 20:19 + +Sobald man den Reiß eingeérndtet Hat **), fáen die +Aegypter eine vortrefliche Art von Klee, die man Bare + +-1 + +1 + +*) Philoſophiſche Unterſuchunger 6, 89 und 90. +**) Es iſt alſo nicht gang richtig, roenn + +és in +foreibung von Ufrika heißt: den Barſim( det man gleich +Connini Ketſen ir BD, + +Bruns Erdbee + + +","ca Herr Pauw, der nicht selten im Paradies ausgeschweift, geht noch weiter: er behauptet, dass, wenn die alten Ägypter den Reis gefunden hatten, sie sich gar sehr vor seinem Anbau gehütet haben würden, weil nach ihm diese Art der Kultur Krankheiten in einem Lande zu erzeugen im Stande ist, wo es niemals oder doch nur sehr selten donnert, und wo die Atmosphäre nicht von falzigen Substanzen geschwängert ist, die das Feuer des Himmels nicht verzehren, und daher sehr der Verschlechterung unterworfen sein*) ; er gibt sogar zu verstehen, dies seien die Ursachen der Pest, die er unrichtig als eine in Ägypten einheimische Krankheit annimmt .. Der Grund dieses Irrthumes ruhrt aber daher, dass Herr Pauw die Reisfelder für Moräste ansieht: allein in den weiten Ebenen von Niederägypten, wo noch übrigens die starken und regelmäßigen Winde die Atmosphäre von den schädlichen Dunsten, womit sie beladen sein könnten, reiniger purden, baut man den Reis nicht auf morastigem Boden: es kommt kein stehendes und angestauftes Wasser auf die Reisfelder; man befeuchtet und bemästert sie mit Flusswasser, für dessen Leitung man alte Ulfsmittel der Bewässerungskunst angewandt hat: dieses Wasser fließt ab, und man hört auf, es dahin zu leiten, sobald die Pflanzen diesen Zustand einer leichten Bewässerung nicht mehr nötig haben. Nach der Reisernte pflanzt man etwas anderes auf die Felder, das keine solche Bewässerung erfordert, und das die Überreste einer alten großen Feuchtigkeit bollende verschlingt. Schöne grüne Decken treten nun mehr an die Stelle des gelblichen Gewandes, womit fürher die nämlichen Felder bekleidet waren. + +Sobald man den Reis eingeerntet hat **), säen die Ägypter eine vorzügliche Art von Klee, die man Barsim nennt *)" +Z166069305,174,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000174/full/full/0/native.jpg,"fim neunt*). man freuet den Saamen aus, ohne +den Boden von neuem zu bearbeiten oder umzuackern, +und' ei finkt tief genug in ein Erdreich hinein, das un +I'diere Zeit noch sehr feucht ist. Clifliches Land, wo die + rde keine muhselige Bearbeitung erfordert, um ihren +"" Schoos der Fruchtbarkeit zu sffnen, sondern wo es, lo +zu fagen, genug ist, wenn ihr Ser Landmann nur die +gewiinschte Art von Reichthum anzeigt, um fe in Ueber. +flufe zu erhalten, und wo die Natur endlich die Menschen, +die nicht aufhoren, fie za Tchmaben, von allen Arbeiten, +und reibft von aller Erferentlichkeit frei zu sprechen scheint. +Dieser Klee giebt drei Erndten, ehe er wieder dem Reise +Plaz' macht die zweite von diesen Erndten ift jederzeit +fchoner, als die beiden Andern, weil alsdann die Pflanze +fich durch ihre Wurzeln ausgebreitet hat und ihre Stengel +nicht mehr durch die bernichteten& toppeln beleftigt werden. +Man begreift leicht, wie glanzend eine solche Xbivech relung +in der Art des Anbaues ist, die kein anderes Land gewib +ten konnte. Der Barfi m' ifi griin und getrokret fur +das Vich, sowohl auf der weide als in den Stallen, +das gewohnlichfte und faftreichste Futter. Eine wesenta +liche Eigenschaft diefes Futters, die man mehr dem Clima +als der Verschiedenheit der Art zuschreiben mus, befteht +darin, das ich nie gesehen habe, das er bei dem Bieh +tein. Er kommt +nach dertteberschwemmung aus. Sawat fagt 1. th. 6.45: +Sobald der Reis, abgesehnitten ist, uberfdwemmt man das +Feld, das +abgeerndtet hat, und faet Klee, +Das man a +hinein. +10 schnell fort, das er in zwanzig Lagen anderthalb Fus lang +po ichnell +wird. Er wachit to dicht an einander, das seine Oberflache +eine feste gedne Malfe zu fevn fcheint. Man maget ilin breit +sia mah ab exehe, die Zeit kommt, die zur Pflanzung des Reises +dienlich. 113.300 Der weberferere? ** +ist, +*) Trifolium Alexandrinum. Forskallara aegyptiace arabica +S. 139. Reisende haben den Harfim einer Art von +3 Widen varived felt: ex ift aber eine Art oder vielmehr Spielart +unfero Strees.","146 + +w + +fim neunt*). man freuet den Saamen aus, ohne + +i +den Boden von neuem zu bearbeiten oder umzuackern, +und' ei finkt tiëf genug in ein Erdreich hinein, das un +I'diere Zeit noch ſehr feucht iſt. Clifliches Land, wo die +€ rde keine mühſelige Bearbeitung erfordert, um ihren +"" Schooß der Fruchtbarkeit zu sffnen, ſondern wo es, lo + +' +zu fagen, genug iſt, wenn ihr Ser Landmann nur die +gewiinſchte Art von Reichthum anzeigt, um fe in Ueber. +flufe zu erhalten, und wo die Natur endlich die Menſchen, +die nicht aufhören, fie za Tchmåben, von allen Arbeiten, +und reibft von aller Erferentlichkeit frei zu ſprechen ſcheint. +Dieſer Klée giebt drei Erndten, ehe er wieder dem Reiße +Plaz' macht die zweite von dieſen Erndten ift jederzeit +fchöner, als die beiden Andern, weil alsdann die Pflanze +fich durch ihre Wurzeln ausgebreitet hat und ihre Stengel +nicht mehr durch die bernichteten& toppeln beléftigt werden. +Man begreift leicht, wie glänzend eine ſolche Xbivech relung +in der Art des Anbaues iſt, die kein anderes Land gewib +ten könnte. Der Barfi m' ifi griin und getrokret für +das Vich, ſowohl auf der weide als in den Stållen, +das gewöhnlichfte und faftreichſte Futter. Eine weſenta +liche Eigenſchaft diefes Futters, die man mehr dem Clima +als der Verſchiedenheit der Art zuſchreiben muß, befteht +darin, daß ich nie geſehen habe, daß er bei dem Bieh + +2 + +9 + +* + +tein. Er kommt + +nach dertteberſchwemmung aus. Sawat fagt 1. th. 6.45: +Sobald der Reiß, abgeſehnitten iſt, überfdwemmt man das +Feld, das + +abgeerndtet hat, und fået Klee, +Das man a + +hinein. +10 ſchnell fort, daß er in zwanzig Lagen anderthalb Fuß lang +po ichnell +wird. Er wachit to dicht an einander, daß ſeine Oberfläche + +, +eine feste gedne Malfe zu fevn fcheint. Man måget ilin breit +sia mah ab exehe, die Zeit kommt, die zur Pflanzung des Reißes +dienlich. 113.300 Der weberfèrere? ** +iſt, + +is +*) Trifolium Alexandrinum. Forſkallara aegyptiace arabica + +S. 139. Reiſende haben den Harfim einer Art von +3 Widen värived félt: ex ift aber eine Art oder vielmehr Spielart + +et +* + +unfero Strees. + +5 + +1 + + +","fünft neunt*). Man freuet den Samen aus, ohne +den Boden von neuem zu bearbeiten oder umzuackern, +und er sinkt tief genug in ein Erdreich hinein, das noch sehr feucht ist. +Fruchtbares Land, wo die Erde keine mühselige Bearbeitung erfordert, um ihren Schoß der Fruchtbarkeit zu öffnen, sondern wo es, wie man sagen kann, genug ist, wenn ihr werter Landmann nur die gewünschte Art von Reichthum anzeigt, um sie in Überflüssen zu erhalten, und wo die Natur endlich die Menschen, die nicht aufhören, sie zu befruchten, von allen Arbeiten und reibt von aller Erforderntheit frei zu sprechen scheint. +Dieser Klee gibt drei Erndten, ehe er wieder dem Reiseplatz macht. Die zweite von diesen Erndten ist jederzeit schöner als die beiden Andern, weil alsdann die Pflanze sich durch ihre Wurzeln ausgebreitet hat und ihre Stengel nicht mehr durch die benachbarten und überhöhten werden. +Man begreift leicht, wie glänzend eine solche Zwiebelrung in der Art des Anbaues ist, die kein anderes Land gewohnt könnte. Der Barsim ist grün und getrocknet für das Vieh, sowohl auf der Weide als in den Ställen, das gewöhnlichste und saftreichste Futter. +Eine wesentliche Eigenschaft dieses Futters, die man mehr dem Klima als der Verschiedenheit der Art zuschreiben muss, besteht darin, dass ich nie gesehen habe, dass er bei dem Bienenstock überfließe. Er kommt nach der Teberschwemmung aus. +Sawati sagt I. th. 6.45: Sobald der Reis abgeschnitten ist, überflutet man das Feld, das abgeerntet hat, und sät Klee hinein. +10 schnell fort, dass er in zwanzig Tagen anderthalb Fuß lang wird. Er wächst so dicht aneinander, dass seine Oberfläche eine feste, gedrungene Matte zu bilden scheint. Man mag ihn breit oder schmal säen; die Zeit kommt, die zur Pflanzung des Reises dienlich ist. +113.300 Der weberfeineret? ** +ist, +*) Trifolium Alexandrinum. Forskålara aegyptiaca arabica +S. 139. Reisende haben den Harfim einer Art von Wiedervariert gefunden: es ist aber eine Art oder vielmehr Spielart unseres Strees." +Z166069305,175,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000175/full/full/0/native.jpg,"jenes plozliche und oft tddtliche Aufschwellen verursache, das +unser Klee jederzeit bewirkt, wenn man ihn abweidet, ober +wenn das Sieh folchen, der erst abgeschnitten worden ist, +in allzugroser Menge und ohne eine andere Zuthat frist. +Da ich von der besten Art des Viehfutters gesprochen +habe, fol mus ich auch ein Wort uber die zum Ackerbau +tauglidifte Art von Thieren fagen. +Der Ochfe ist wirklich unter allen Hausthieren das. +jenige, das dem Menschen die wichtigsten Dienste leift: t. +Ein kriegerisches und eroberungssuchtiges Bolt wird die +erste Stelle dem Pferde anweisen, allein ein solches Volk +wird weder reich noch glutlich fenn. Eine weife Nation +hingegen, die den Ackerbau fur die wahre Quelle der +offentlichen Glukseligkeit ansieht, wird dem Ochsen den +Vorzug geben. Man rehe jenes so stolze Pferd! Mit +welcher Schnelligkeit lauft es auf der Ebene hin! welche +Gewandtheit und welchen Stolz zeigt es in feinen Sewes +gungen! Seine Augen funkeln; Fein Mund schaumt: die +Marenlocher laffen kaum dem gluhenden und abgebrochenen +Athem einen freien Durchgang; es scheint den Muth des +Kriegers zutheilen, der es lenkt. Beide geben ohne +Zweifel ein prachtiges Schauspiel: allein weder der Eine +noch das Andere fnnen dem Schoose der Erde ihre +Nahrung entreisen;"" fie ist die Frucht von den Anstren. +gungen des Unglaklichen, den man in der Ferne gewahr +wird, und der intit"" Muhe einen Pflug regiert, den Ochsen +ziehen, welche auf eine befcheidene Art Muth und Aus. +dauer im Arbeiten geigen: dieser ist es, der der Erd: +durch sein Pflugeti'immer neue Fruchte abngthigt, und i'r +allein weis das Eisen zur einzigen von der Natur erlaubten +Eroberung zu gebrauchen. +Sie +Man weis, in welcher grosen Achtung die Ochren +im alten Aegypten standen: fie gaben diesem aberglart. +KE 2","147 + +jenes plozliche und oft tddtliche Aufſchwellen verurſache, das +unſer Klee jederzeit bewirkt, wenn man ihn abweidet, ober +wenn das Sieh folchen, der erſt abgeſchnitten worden iſt, +in allzugroßer Menge und ohne eine andere Zuthat frißt. + ++ + +Da ich von der beſten Art des Viehfutters geſprochen +habe, fol muß ich auch ein Wort über die zum Ackerbau +tauglidifte Art von Thieren fagen. + +1 + +Der Ochfe iſt wirklich unter allen Hausthieren das. +jenige, das dem Menſchen die wichtigſten Dienſte leift: t. + +Ein kriegeriſches und eroberungsſüchtiges Bolt wird die +erſte Stelle dem Pferde anweiſen, allein ein ſolches Volk +wird weder reich noch glútlich fenn. Eine weife Nation +hingegen, die den Ackerbau für die wahre Quelle der +öffentlichen Glükſeligkeit anſieht, wird dem Ochſen den +Vorzug geben. Man rehe jenes ſo ſtolze Pferd! Mit +welcher Schnelligkeit låuft es auf der Ebene hin! welche +Gewandtheit und welchen Stolz zeigt es in feinen Sewes +gungen! Seine Augen funkeln; Fein Mund ſchåumt: die +Marenlocher laffen kaum dem glühenden und abgebrochenen +Athem einen freien Durchgang; es ſcheint den Muth des +Kriegers zutheilen, der es lenkt. Beide geben ohne +Zweifel ein prachtiges Schauſpiel: allein weder der Eine +noch das Andere fønnen dem Schooße der Erde ihre +Nahrung entreißen;"" fie iſt die Frucht von den Anſtren. +gungen des Unglåklichen, den man in der Ferne gewahr +wird, und der intit"" Mühe einen Pflug regiert, den Ochſen +ziehen, welche auf eine befcheidene Art Muth und Aus. +dauer im Arbeiten geigen: dieſer iſt es, der der Erd: +durch ſein Pflügeti'immer neue Früchte abngthigt, und i'r +allein weiß das Eiſen zur einzigen von der Natur erlaubten +Eroberung zu gebrauchen. + +Sie + +Man weiß, in welcher großen Achtung die Ochren +im alten Aegypten ſtanden: fie gaben dieſem aberglárt. + +0 + +KE 2 + + +","jenes plötzliche und oft tödliche Aufschwellen verursache, das unser Klee jederzeit bewirkt, wenn man ihn abweidet, oder wenn das Sieh folchen, der erst abgeschnitten worden ist, in allzugroßer Menge und ohne eine andere Zuthat frist. Da ich von der besten Art des Viehfutters gesprochen habe, folgt muss ich auch ein Wort über die zum Ackerbau tauglichste Art von Thieren sagen. + +Der Ochse ist wirklich unter allen Hausthieren dasjenige, das dem Menschen die wichtigsten Dienste leistet. Ein kriegerisches und eroberungssüchtiges Volk wird die erste Stelle dem Pferde anweisen, allein ein solches Volk wird weder reich noch glücklich sein. Eine weise Nation hingegen, die den Ackerbau für die wahre Quelle der öffentlichen Glückseligkeit ansieht, wird dem Ochsen den Vorzug geben. + +Man sieht jenes so stolze Pferd! Mit welcher Schnelligkeit läuft es auf der Ebene hin! Welche Gewandtheit und welchen Stolz zeigt es in seinen Bewegungen! Seine Augen funkeln; sein Mund schäumt; die Maurenlocher lassen kaum dem glühenden und abgebrochenen Atem einen freien Durchgang; es scheint den Mut des Kriegers zu teilen, der es lenkt. Beide geben ohne Zweifel ein prächtiges Schauspiel: allein weder der Eine noch das Andere finden dem Schoß der Erde ihre Nahrung entrisen; sie ist die Frucht von den Anstrengungen des Unglücklichen, den man in der Ferne gewahr wird, und der mit Mühe einen Pflug regiert, den Ochsen ziehen, welche auf eine bescheidene Art Mut und Ausdauer im Arbeiten zeigen: dieser ist es, der der Erde durch sein Pflügen immer neue Früchte abnötigt, und allein weiß das Eisen zur einzigen von der Natur erlaubten Eroberung zu gebrauchen. + +Man weiß, in welcher großen Achtung die Ochsen im alten Ägypten standen: sie gaben diesem abergläubigen" +Z166069305,176,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000176/full/full/0/native.jpg,"bischen Volke Gotter; ihre Berehrung war allgemein bers +breitet; mehrere Stadte unterhielten geheiligte Ochsen. +Und man weis, in welchem Rufe der Ochre Apis stand +der der Erste unter jener Beerde von Gottern wurde jer +hatte Altare; er ernahrte Priester; er gab Drakelspruche. +Man todtete keine junge Kuh, und das Gerez erklarte os +fur eine Schandung des Allerheiligsten, wenn jemand sich +ihr Fleisch zu essen unterstande*). Man hielt den gewohn- +lichen Ochsen Leichenbegangnisse, wenn fie fiarben; dinn +man brachte keinen Ochsen um, ausgenommen diejenigen, +die man den Gartern opferte; es durfte nirmand Ochron +todten, die schon gearbeitet hatten; dies war eine Bes +lohnung fur ihre Diensten eine Art von Erkenntlichkeit, +die weit entfernt von jener Harte, jener wilden undank, +barkeit des grosten Theiles unserer Ackersleute gegen +Thiere war, deren Arbeiten sie ihren Lebensunterhalt +verdanken. Die egyptische Regierung unterhiclt in Eins +stimmung mit den Priestern jenen religiosen. Enthusiasmus. +fur jene Thiere, welche einer Nation den grosten Musen +geivahrten, bei welcher sich fast alle Gefese auf den Accra +bau bezogen. Welche Aufmerksamkeit, welche Sorgfalt +muste man nicht der Vervollkommnung einer Thier art +widnien, wovon jedes Individuum auf eine Vergstterung +Anspruch machen konnte? Denn wenn man Sorgfalt auf +das wendet, was man licbt, ro versdwendet der Abers +glaube alle Muhe auf das, was ex anbetet. +Vergeblich wurde man unter der grosen Anzahl jeze +in Aegypten vorhandener Ochsen nach Spuren von +jener vollkommenen Schnheit suchen, die dicfelben in alten +Zeiten daselbst ausgezeichnet haben mussen. Obgleich die +Race davon noch ziemlich schon ist, fo begreift man doch +*) Puch heut zu Tage sind die Ermortinttgen eines Menschen und +eines Kalbes die; eitizigen Verbrechen die die Indianer +mit dein Tede bestrafen. Makintosh Reisen 1, BD.","148 + +* + +' + +biſchen Volke Götter; ihre Berehrung war allgemein bers +breitet; mehrere Städte unterhielten geheiligte Ochſen. +Und man weiß, in welchem Rufe der Ochre Apis ſtand +der der Erſte unter jener Beerde von Göttern wurde jer +hatte Altåre; er ernährte Prieſter; er gab Drakelſprüche. +Man tödtete keine junge Kuh, und das Gerez erklärte os +für eine Schåndung des Allerheiligſten, wenn jemand ſich +ihr Fleiſch zu eſſen unterſtånde*). Man hielt den gewohn- +lichen Ochſen Leichenbegångniſſe, wenn fie fiarben; dinn +man brachte keinen Ochſen um, ausgenommen diejenigen, +die man den Gartern opferte; es durfte nirmand Ochron +tódten, die ſchon gearbeitet hatten; dies war eine Bes +lohnung für ihre Dienſten eine Art von Erkenntlichkeit, +die weit entfernt von jener Hårte, jener wilden undank, +barkeit des größten Theiles unſerer Ackersleute gegen +Thiere war, deren Arbeiten ſie ihren Lebensunterhalt +verdanken. Die egyptiſche Regierung unterhiclt in Eins +ſtimmung mit den Prieſtern jenen religioſen. Enthuſiasmus. +für jene Thiere, welche einer Nation den größten Mußen +geivährten, bei welcher ſich faſt alle Gefeße auf den Accra +bau bezogen. Welche Aufmerkſamkeit, welche Sorgfalt +mußte man nicht der Vervollkommnung einer Thier art +widnien, wovon jedes Individuum auf eine Vergštterung +Anſpruch machen konnte? Denn wenn man Sorgfalt auf +das wendet, was man licbt, ro verſdwendet der Abers +glaube alle Muhe auf das, was ex anbetet. + +NE + +Vergeblich würde man unter der großen Anzahl jeze +in Aegypten vorhandener Ochſen nach Spuren von +jener vollkommenen Schønheit ſuchen, die dicfelben in alten +Zeiten daſelbſt ausgezeichnet haben müſſen. Obgleich die +Race davon noch ziemlich ſchon iſt, fo begreift man doch + +? + +6 + +*) Puch heut zu Tage ſind die Ermortinttgen eines Menſchen und + +eines Kalbes die; eitizigen Verbrechen die die Indianer +mit dein Tede beſtrafen. Makintosh Reiſen 1, BD. + + +","bischen Volke Götter; ihre Verehrung war allgemein verbreitet; mehrere Städte unterhielten geheiligte Ochsen. +Und man weiß, in welchem Rufe der Ochse Apis stand, der der Erste unter jener Beerdigung von Göttern wurde, hatte Altare; er ernährte Priester; er gab Orakelsprüche. Man tötete keine junge Kuh, und das Gesetz erklärte uns für eine Schändung des Allerheiligsten, wenn jemand sich ihr Fleisch zu essen unterstand*). Man hielt den gewöhnlichen Ochsen Leichenbegängnisse, wenn sie fielen; dann man brachte keinen Ochsen um, ausgenommen diejenigen, die man den Göttern opferte; es durfte niemand einen Ochsen töten, die schon gearbeitet hatten; dies war eine Belohnung für ihre Dienste, eine Art von Erkenntlichkeit, die weit entfernt von jener Härte, jener wilden Undankbarkeit des größten Teiles unserer Ackersleute gegen Thiere war, deren Arbeiten sie ihren Lebensunterhalt verdanken. + +Die ägyptische Regierung unterhielt in Einstimmung mit den Priestern jenen religiösen Enthusiasmus für jene Thiere, welche einer Nation den größten Nutzen gewährten, bei welcher sich fast alle Gebräuche auf den Ackerbau bezogen. Welche Aufmerksamkeit, welche Sorgfalt musste man nicht der Vervollkommnung einer Tierart widmen, wovon jedes Individuum auf eine Vergötterung Anspruch machen konnte? Denn wenn man Sorgfalt auf das wendet, was man liebt, so versendet der Aberglaube alle Mühe auf das, was es anbetet. + +Vergeblich würde man unter der großen Anzahl jetzt in Ägypten vorhandener Ochsen nach Spuren von jener vollkommenen Schönheit suchen, die dieselben in alten Zeiten daselbst ausgezeichnet haben müssen. Obgleich die Rasse davon noch ziemlich schön ist, so begreift man doch + +*) Pecht heut zu Tage sind die Ermordungen eines Menschen und eines Kalbes die äußersten Verbrechen, die die Indianer mit dem Tode bestrafen. Makintosh Reisen 1, BD." +Z166069305,177,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000177/full/full/0/native.jpg,"leicht, das fie, da fie feit langer Zeit vernachlassigt worden +ist, sehr ausgeartet renn mus; fie haben gemeiniglich kleine +Horner und ihre Haare find mehr oder weniger dunkel falb; +eine Farbe, die wie ich glaube, keine grose Anstrengung des +Pinsels erfodert; ob man gleich bei Maillet liest, diese +Shiere befasen eine so grose Schon beit, das +diefe der Pinfel gar nicht darstellen fonne""). +Ich kann versichern, das ich auf meiner Reise durch ganz +Acgypten keinen Ochsen angetroffen habe, deffen Gestalt +oder Farben merkwurdig gewesen waren. Eben dieser +Schriftsteller behauptet, die agyptischen Ochsen feien auch +die besten unter allen Undern; wihr Fleisch, fagt er, +ift vortreflich: es giebt an Gute, weder +dem Fleirche der ungarifchen och ren noch +irgend einem Andern etwas nach; es ist ros! +gar noch vortreflicher, da es auserordentlich +nahrhaft ift. Es fehlt aber bemohngeachtet gar sehr +viel, das dieses Fleisch an Geschmack jenem gleichkomme, +das man in Frankreich ist. maillet aber behauptet. +nicht allein eine unrichtige Chatsache, sondera feine Bes +hauptung ist auch in ihrem Grundrase falsch. +Diese Behauptung widerfpricht einer allgemeinen +Beobachtung, die alle Reifende beftatigen konnen; nams +lidh: das Fleisch der Thiere in sehr heisen Gegenden hat +weber den Saft noch den Wohlgeschmak desjenigen, das +man bon Chicren derselben Art in falten oder gemasigten +Landerir ist. Das Kalb, das in unserm Clima eine zarte +und gesunde Nahrung liefert, hat in Aegypten ein +weichliches, geschmackloses und folglich wenig gesundes +Fleisch. Ich habe dieselbe Bemerkung in denjenigen Landeru +des mittagigen Amerikas gemacht, die an die linie +grenzen, wo die Kalber, wenn man sie in dem Alter +* Beschreibung von Aegypten von Herrn Maillet iu 4.2, b. +S. 27.","149 + +# + +19 + +leicht, daß fie, da fie feit langer Zeit vernachläſſigt worden +iſt, ſehr ausgeartet renn muß; fie haben gemeiniglich kleine +Hörner und ihre Haare find mehr oder weniger dunkel falb; +eine Farbe, die wie ich glaube, keine große Anſtrengung des +Pinſels erfodert; ob man gleich bei Maillet lieſt, dieſe +Shiere befaßen eine so große Schon beit, das +diefe der Pinfel gar nicht darſtellen fonne""). +Ich kann verſichern, daß ich auf meiner Reiſe durch ganz +Acgypten keinen Ochſen angetroffen habe, deffen Geſtalt +oder Farben merkwürdig geweſen wären. Eben dieſer +Schriftſteller behauptet, die ägyptiſchen Ochſen feien auch +die beſten unter allen Undern; wihr Fleiſch, fagt er, +ift vortreflich: es giebt an Güte, weder +dem Fleirche der ungarifchen och ren noch +irgend einem Andern etwas nach; es iſt ros! +gar noch vortreflicher, da es außerordentlich +nahrhaft ift. Es fehlt aber bemohngeachtet gar ſehr +viel, daß dieſes Fleiſch an Geſchmack jenem gleichkomme, +das man in Frankreich iſt. maillet aber behauptet. +nicht allein eine unrichtige Chatſache, ſonderá feine Bes +hauptung iſt auch in ihrem Grundraße falſch. + +EN + +Dieſe Behauptung widerfpricht einer allgemeinen +Beobachtung, die alle Reifende beftätigen können; nams +lidh: das Fleiſch der Thiere in ſehr heißen Gegenden hat +weber den Saft noch den Wohlgeſchmak desjenigen, das +man bon Chicren derſelben Art in falten oder gemäßigten +Länderir ißt. Das Kalb, das in unſerm Clima eine zarte +und geſunde Nahrung liefert, hat in Aegypten ein +weichliches, geſchmackloſes und folglich wenig geſundes +Fleiſch. Ich habe dieſelbe Bemerkung in denjenigen Lånderu +des mittägigen Amerikas gemacht, die an die linie +grenzen, wo die Kalber, wenn man ſie in dem Alter + +* Beſchreibung von Aegypten von Herrn Maillet iu 4.2, b. + +25, + +S. 27. + + +","leicht, dass sie, da sie länger Zeit vernachlässigt worden ist, sehr ausgeartet sein muss; sie haben gemeiniglich kleine Hörner und ihre Haare sind mehr oder weniger dunkel fahlb; eine Farbe, die wie ich glaube, keine große Anstrengung des Pinsels erfordert; ob man gleich bei Maillet liest, diese Schiere besäßen eine so große Schönheit, dass die Tiefe der Pinsel gar nicht darstellen können. + +Ich kann versichern, dass ich auf meiner Reise durch ganz Ägypten keinen Ochsen angetroffen habe, dessen Gestalt oder Farben merkwürdig gewesen waren. Eben dieser Schriftsteller behauptet, die ägyptischen Ochsen seien auch die besten unter allen Tieren; ihr Fleisch, sagt er, ist vorzüglich: es gibt an Güte weder dem Fleische der ungarischen Ochsen noch irgend einem Andern etwas nach; es ist rosigar noch vorzüglicher, da es außerordentlich nahrhaft ist. Es fehlt aber bemerkenswerterweise gar sehr viel, dass dieses Fleisch an Geschmack jenem gleichkomme, das man in Frankreich ist. Maillet behauptet nicht allein eine unrichtige Sache, sondern seine Behauptung ist auch in ihrem Grundrasen falsch. + +Diese Behauptung widerspricht einer allgemeinen Beobachtung, die alle Reisenden befestigen können; nämlich: dass das Fleisch der Tiere in sehr heißen Gegenden über den Saft noch den Wohlgeschmack desjenigen hat, das man von Tieren derselben Art in kältern oder gemäßigten Ländern ist. Das Kalb, das in unserem Klima eine zarte und gesunde Nahrung liefert, hat in Ägypten ein weichliches, geschmackloses und folglich wenig gesundes Fleisch. Ich habe dieselbe Bemerkung in denjenigen Ländern des mittägigen Amerikas gemacht, die an die Linie grenzen, wo die Kalber, wenn man sie in dem Alter + +Beschreibung von Ägypten von Herrn Maillet iu 4.2, b. S. 27." +Z166069305,178,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000178/full/full/0/native.jpg,"fchlachtete, wo man sie bei uns dem Fleischer uberlast, +wegen des elenden Geschmacfes und der Weichlichkeit ihres +Fleisches nicht esbar seyn wurden. Damit nun aber das +Fleisch mehr Festigkeit erhalten mus man diese jungen +Thiere bis dahin wachsen Igien, wo fie aufhoren Kalber +zu seyn, und wo man sie alenta alben fur Ochren ansehen +wurde. In d egypte ni ist mast kein Kalbfleisch: das +Gerenz der Mabomedaner verbietet es den Einwohnern: +und die Copten, die fast alle Gebrauche ihrer Beherrs +fcher angenommen haben, enthalten sich ebenfalls des +Gebrauches desselben. Man hat auch behauptet, die +Kuhe in Aegypten wurfen zwei Kalber auf einmal*). +Dies geschieht in der That manchmal: allein ob es gleich +ofterer als in Europa der Fall ist, so halt man eine solche +Fruchtbarkeit dennoch nicht fur gewohnlich. Maillet +spricht von den Kuhen mit eben for grosen Robeserhebuns +gen als von den Ochsen: er begnugt fich nicht damit, +das die Kuhe jedesmal zwei Kelber wurfen, sondern er +versichert auch, sie wurfen wanchmal sogar vier Kalber **). +Man wurde ohne Zweifel keine solchen Zuge, die eine +Erzahlung entehren, in Maillets Beschreibung +antreffen, wenn ihm der Tod erlaubt hatte seinen gesam. +melten Nachrichten, wovon ein groser Theil ihm nur in +To ferne angehort, als man fie ihm geliefert hatte, felbst +zum Drucke auszuarbeiten. Joh babe ein febr langes +Stuk gelesen, das in der franzofischen Canzlei zu Rarchid +aufbewahrt wird, und das ein franzsfischer Kaufmann +an diesem Orte fur Herrn Maillet, zusammengetragen +: hatte, und das ich ganz in dem Werke des Consuls abges +drukt gefunden habe. +Reise des +*) Reise des Corneille le, Bruyn 2. BD. S 101 +Paul Lucas. +**) Beschreibung von Aegypten 2. Zh. 6. 5.","150 + +it + +1 + +fchlachtete, wo man ſie bei uns dem Fleiſcher überlåßt, +wegen des elenden Geſchmacfes und der Weichlichkeit ihres +Fleiſches nicht eßbar ſeyn würden. Damit nun aber das +Fleiſch mehr Feſtigkeit erhalten muß man dieſe jungen +Thiere bis dahin wachſen Igien, wo fie aufhören Kälber +zu ſeyn, und wo man ſie alenta alben für Ochren anſehen +würde. In d egypte ni ißt mast kein Kalbfleiſch: das +Gerenz der Mabomedaner verbietet es den Einwohnern: +und die Copten, die faſt alle Gebrauche ihrer Beherrs +fcher angenommen haben, enthalten ſich ebenfalls des +Gebrauches deſſelben. Man hat auch behauptet, die +Kühe in Aegypten würfen zwei Kälber auf einmal*). +Dies geſchieht in der That manchmal: allein ob es gleich +ofterer als in Europa der Fall iſt, ſo hält man eine ſolche +Fruchtbarkeit dennoch nicht für gewöhnlich. Maillet +ſpricht von den Kühen mit eben for großen Robeserhebuns +gen als von den Ochſen: er begnügt fich nicht damit, +daß die Kühe jedesmal zwei Kelber würfen, ſondern er +verſichert auch, ſie würfen wanchmal ſogar vier Kålber **). + +* + +: + +4 + +*** + +MW + +Man würde ohne Zweifel keine ſolchen Züge, die eine +Erzählung entehren, in Maillets Beſchreibung +antreffen, wenn ihm der Tod erlaubt hatte ſeinen geſam. +melten Nachrichten, wovon ein großer Theil ihm nur in +To ferne angehört, als man fie ihm geliefert hatte, felbſt +zum Drucke auszuarbeiten. Joh babe ein febr langes + +Id +Stůk geleſen, das in der franzofiſchen Canzlei zu Rarchid +aufbewahrt wird, und das ein franzsfiſcher Kaufmann + +an dieſem Orte für Herrn Maillet, zuſammengetragen +: hatte, und das ich ganz in dem Werke des Conſuls abges + +drukt gefunden habe. + +Reiſe des + +*) Reiſe des Corneille le, Bruyn 2. BD. S 101 + +Paul Lucas. + +**) Beſchreibung von Aegypten 2. Zh. 6. 5. + + +","fchlachtete, wo man sie bei uns dem Fleischer überlässt, +wegen des elenden Geschmacks und der Weichlichkeit ihres +Fleisches nicht essen würde. Damit nun aber das +Fleisch mehr Festigkeit erhalten muss man diese jungen +Thiere bis dahin wachsen lassen, wo sie aufhören Kalber +zu sein, und wo man sie alternthalb für Ochsen ansehen +würde. In Ägypten ist Mast kein Kalbfleisch: das Gesetz der Mohammedaner verbietet es den Einwohnern: +und die Kopten, die fast alle Gebräuche ihrer Beherrscher +angenommen haben, enthalten sich ebenfalls des Gebrauchs desselben. Man hat auch behauptet, die Kühe in Ägypten würfen zwei Kalber auf einmal. Dies geschieht in der Tat manchmal: allein ob es gleich öfterer als in Europa der Fall ist, so hält man eine solche Fruchtbarkeit dennoch nicht für gewöhnlich. Maillet spricht von den Kühen mit ebenso großen Robeserhebungen +als von den Ochsen: er begnügt sich nicht damit, +daß die Kuh jedesmal zwei Kalber wirft, sondern er versichert auch, sie würfen manchmal sogar vier Kalber. Man würde ohne Zweifel keine solchen Züge, die eine Erzählung entehren, in Maillets Beschreibung +antreffen, wenn ihm der Tod erlaubt hätte seinen gesammelten Nachrichten, wovon ein großer Teil ihm nur in toten angehört, als man sie ihm geliefert hatte, selbst zum Drucke auszuarbeiten. Joh habe ein sehr langes +Stück gelesen, das in der französischen Kanzlei zu Rosette +aufbewahrt wird, und das ein französischer Kaufmann +an diesem Orte für Herrn Maillet zusammengetragen hatte, +und das ich ganz in dem Werke des Konsuls abgedruckt gefunden habe. +Reise des Corneille le Bruyn 2. BD. S. 101 +Paul Lucas. +Beschreibung von Ägypten 2. Zh. 6. 5." +Z166069305,179,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000179/full/full/0/native.jpg,"Nan braucht die Ochrer in Aegypttt zu einer +menig. schweren Arbeit. Da die Einwohner noch nicht +die Geschicklichkeit erworben haben, sich des Wassers +und des Windes zur Bewegung ihrer Muhlen und ihree +zahlreichen Maschinen zu bedienen fo braucht man auch +hierzu die Starke des Odhrens. Jede Steismuhle erfodert +vierzig bis funfzig solcher Thieren und da diese Art vor +Hammern ziemlich zahlreich zu, 9 +Damiat +ist, ro steht das Vieh immer in einem hohen Preise: man +perkauft gemeiniglich das Stut fit zweihundert und +funfzig Franken; dies ist ein unmasiger Preis in eineri +lande,"" wo das Futter. im Ueberflusse ist? Es ist eine +traurige Wirkung des Despotismust, das man so wenig +fur ihre Vermehrung forgt. +Rard is uno +Die angespannten Ochren haben den Kopf frei: das +Joch oder der Hebel, der mit einem ledernen Riemen feft +gemacht ist, ruht auf den Hintern Wirbelbeinen des +Falses, so das alle fast auf dem Ende der Schultern +liegt. Diese Methode ist in der Turkei allgemein in: +Cebrauch, und sie ist mir am vortheilhaftesten vorgekoms; +men: das Thier hat mehr Bequemlichkeit, Starke und +Eeschwindigkeit, als wenn es mit dem Kopfs ziehen mus. +Dieser Methode mus man das dide oberste Halogelente +zuschreiben, das bei dem agyptischen Ochsen mehr hervor- +ragt als bei den Unsrigen. Es ware aber auch moglich,"" +das diese Geschwulst- naturlich ware, und das fie folglich +dem Bison oder dem Auerochren nahe famen*). +Bos ferus Lin.","151 + +Nan braucht die Ochrer in Aegypttt zu einer +menig. ſchweren Arbeit. Da die Einwohner noch nicht +die Geſchicklichkeit erworben haben, ſich des Waſſers +und des Windes zur Bewegung ihrer Mühlen und ihree +zahlreichen Maſchinen zu bedienen fo braucht man auch +hierzu die Stärke des Odhrens. Jede Steißmühle erfodert +vierzig bis funfzig ſolcher Thieren und da dieſe Art vor +Håmmern ziemlich zahlreich zu, 9 + +Damiat +iſt, ro ſteht das Vieh immer in einem höhen Preiſe: man +perkauft gemeiniglich das Stüt fit zweihundert und + +"" +funfzig Franken; dieß iſt ein unmäßiger Preis in eineri +lande,"" wo das Futter. im Ueberfluſſe iſt? Es iſt eine +traurige Wirkung des Deſpotismust, daß man ſo wenig +für ihre Vermehrung forgt. + +Rard is uno + +Die angeſpannten Ochren haben den Kopf frei: das +Joch oder der Hebel, der mit einem ledernen Riemen feft +gemacht iſt, ruht auf den Hintern Wirbelbeinen des +Falſes, ſo daß alle faſt auf dem Ende der Schultern +liegt. Dieſe Methode iſt in der Türkei allgemein in: +Cebrauch, und ſie iſt mir am vortheilhafteſten vorgekoms; +men: das Thier hat mehr Bequemlichkeit, Stärke und +Eeſchwindigkeit, als wenn es mit dem Kopfs ziehen muß. +Dieſer Methode muß man das dide oberſte Halogelente +zuſchreiben, das bei dem ågyptiſchen Ochſen mehr hervor- +ragt als bei den Unſrigen. Es wäre aber auch möglich,"" +daß dieſe Geſchwulſt- natürlich wäre, und daß fie folglich +dem Biſon oder dem Auerochren nahe famen*). + +. + +Bos ferus Lin. + + +","Nun braucht die Ochsen in Ägypten zu einer mengigen schweren Arbeit. Da die Einwohner noch nicht die Geschicklichkeit erworben haben, sich des Wassers und des Windes zur Bewegung ihrer Mühlen und ihrer zahlreichen Maschinen zu bedienen, so braucht man auch hierzu die Stärke der Ochsen. Jede Steinsmühle erfordert vierzig bis fünfzig solcher Thiere und da diese Art vorzüglich zahlreich ist, steht das Vieh immer in einem hohen Preise: man verkauft gemeiniglich das Stück für zweihundert und fünfzig Franken; dies ist ein unmaßiger Preis in einer Gegend, wo das Futter im Überflusse ist. Es ist eine traurige Wirkung des Despotismus, dass man so wenig für ihre Vermehrung sorgt. + +Die angespannten Ochsen haben den Kopf frei: das Joch oder der Hebel, der mit einem ledernen Riemen festgemacht ist, ruht auf den Hinterwirbelbeinen des Falses, so dass alle fast auf dem Ende der Schultern liegen. Diese Methode ist in der Türkei allgemein im Gebrauch, und sie ist mir am vorteilhaftesten vorgekommen; denn das Thier hat mehr Bequemlichkeit, Stärke und Geschwindigkeit, als wenn es mit dem Kopf ziehen muss. Dieser Methode muss man das übrige oberste Haupthandel zuschreiben, das bei dem ägyptischen Ochsen mehr hervorragt als bei den unsrigen. Es wäre aber auch möglich, dass diese Geschwulst-naturlich wäre und dass sie folglich dem Bison oder dem Auerochsen nahe käme. + +Bos ferus Lin." +Z166069305,180,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000180/full/full/0/native.jpg,"Funfeh nte 8 C a pite I. +Einwohner von Raschid Labakspfeifen Kaf. +free- arabische Mahrchen Art, den Kaffee +zuzubereiten schandliche Laster der Legypter +Frauen der Reichen- Unterhaltung durch Zeichen +mit Einer von denselben besondere Nachrichten +von diesen Frauen artean Eifersucht der Manner +ein den Frauen gezoltter Tribut. +Wenn man einmal das Auge +angebauten Gegend von seinen Theil der fchonex +geworfen so +kehrt man es nicht gern wieder in das Innere der +Stadte zurut. Dort trift man ein Gemalde der frucht: +aren und freigebigen Natur an; hier wenden die Mens +fchen, die nicht im Stande find, fie zu geniesen, und ihre +Schonheiten zu empfinden, alle Muhe an, ihr entgegen zu +wirken, und fie zu schanden. Dort wechfeln reisendem +Fluges die fuseften ind reinesten Gefuhle ab, und erfuls +len den empfindenden Geist' mit Wolluft: hier emport er +sich beim haflichen Anblicke der faster, die in einer auf +gleiche Art ausgearteten und verdorbenen Gefellschaft +herrschen. +Da Rafch id feine unmittelbare Verbindung mit +dem Meere, wie u lerandrien, bat, fo sieht man auch +nicht jene Menge von Fremden, Abentheuern und gefahr, +Ilchen Menschen ankommen, deren Element Unruhe, Aufs +ruhr und Larmen ist, und die den Aufenthalt in der lez-","152 + +*** + +** + +Funfeh nte 8 C a pite I. +Einwohner von Raſchid Labakspfeifen Kaf. +free- arabiſche Mährchen Art, den Kaffee +zuzubereiten ſchändliche Laſter der Legypter +Frauen der Reichen- Unterhaltung durch Zeichen +mit Einer von denſelben beſondere Nachrichten +von dieſen Frauen artean Eiferſucht der Männer + +ein den Frauen gezöltter Tribut. + +V + +Wenn man einmal das Auge +angebauten Gegend von seinen Theil der fchonex + +geworfen ſo +kehrt man es nicht gern wieder in das Innere der +Städte zurüt. Dort trift man ein Gemälde der frucht: +þaren und freigebigen Natur an; hier wenden die Mens +fchen, die nicht im Stande find, fie zu genießen, und ihre +Schonheiten zu empfinden, alle Mühe an, ihr entgegen zu +wirken, und fie zu ſchånden. Dort wechfeln reißendem +Fluges die fußeften ind reineſten Gefühle ab, und erfüls +len den empfindenden Geiſt' mit Wolluft: hier emport er +ſich beim haflichen Anblicke der faſter, die in einer auf +gleiche Art ausgearteten und verdorbenen Gefellſchaft +herrſchen. + +Da Rafch id feine unmittelbare Verbindung mit +dem Meere, wie u lerandrien, bat, fo ſieht man auch +nicht jene Menge von Fremden, Abentheuern und gefähr, +Ilchen Menſchen ankommen, deren Element Unruhe, Aufs +ruhr und Lärmen iſt, und die den Aufenthalt in der lez- + + +","Funfzehntes Capitel. + +Einwohner von Raschid. Arabische Mahlart, den Kaffee zuzubereiten. Schandliche Laster der Ägypter. Frauen der Reichen-Unterhaltung durch Zeichen mit Einer von denselben besondere Nachrichten von diesen Frauen artean Eifersucht der Männer ein den Frauen gezollter Tribut. + +Wenn man einmal das Auge auf die angebaute Gegend geworfen, so kehrt man es nicht gern wieder in das Innere der Städte zurück. Dort trifft man ein Gemälde der fruchtbaren und freigebigen Natur an; hier wenden die Menschen, die nicht im Stande sind, sie zu genießen, und ihre Schönheiten zu empfinden, alle Mühe an, ihr entgegen zu wirken, und sie zu schänden. Dort wechseln reisendem Fluges die feinsten und reinesten Gefühle ab, und erfüllen den empfindenden Geist mit Wollust; hier emport er sich beim häßlichen Anblicke der Falschen, die in einer auf gleiche Art ausgearteten und verdorbenen Gesellschaft herrschen. + +Da Raschid seine unmittelbare Verbindung mit dem Meere hat, wie überall bekannt, so sieht man auch nicht jene Menge von Fremden, Abenteurern und gefährlichen Menschen ankommen, deren Element Unruhe, Aufschrühr und Lärmen ist, und die den Aufenthalt in der letzteren" +Z166069305,181,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000181/full/full/0/native.jpg,"tern Stabt fo unangenehm machen. Fern von dem +Ger& urche der Hafen und von den dftern politischen Revoa +lution Kairos, Leben die Einwohner in Rarch id in +ziemlicher Ruhe. Der Europaer war zwar nicht +ganz gegen alle Urannehmlichkeiten gesichert, aber fte +waren unbedeutend, wenn man sie mit jenen verglich, die +ihm in u lexandrien zu Theil wurden, und womit er +porzuglich in Kairo uberhauft wurde. Der thorichte +und licherliche Stotz, der die Mahommedaner glauben +macht, fte allein regn die Menschen, die die Gottheit gut +ihren Lieblingen erfohren habe, ihnen allein musse die +Gattheit ihren Schoos eroffnen, dieser Stolz, den die +Gesekeskundigen oder die Priester, die Allereitelsten und +Unduldsamsten, sorgfaltig nahrten, war die Sauptursache +dieser Unannehmlichkeiten. Der Turke nennt den Eus +ropaer nur einen unglan, der noch unwissendere +und, grabere a gyptische Mu reimann aber behan- +delt ihn als einertinu tid. Bei ihm waren E hrist und +Hund zwei so stark gebrauchliche Synonimen, das man +nicht mehr darauf achtete, und das man oft damit von +Reuter begnadigt wurde, die gar nicht willens waren, +uas dadurch zu beschimpfen. Wann die Europa er zu +R archid in ihrer gewohnlichen Kleidung ausgiengen, +fo[ chrie man auch hinter ihnen in den volkreichsten +Quartieren ber, und verfolgte fie mit dem furchterlichen +Geschrei Noujrani( Nazareer). Die Juden waren +dafelbft noch mehr den kleinen Gelderpressungen ausgerezte +und ob fie gleich Eingeborne waren, so wurden sie doch +Sie giengen nach morgenlandischer Art gekleidet, aber fie +noch weit arger gemishandelt, als die europaischen Chritten? +musten einen ihnen besonders vorgeschriebenen Kopfpuz +und Beinbekleidung tragen: wodurch sie sich aber haupt +sachlich unterschieden, waren sie Haar- und. Bartzopfe, die +fie auf jeder Seite an den Ohren wachsen laffen und unters +halten musten. Der groste Theil der Kaufleute bestand +aus Durfen oder Sofern. Die Copten diese","153 + +1 + +tern Stabt fo unangenehm machen. Fern von dem +Ger& urche der Häfen und von den dftern politiſchen Revoa +lution Kairos, Leben die Einwohner in Rarch id in +ziemlicher Ruhe. Der Europåer war zwar nicht +ganz gegen alle Urannehmlichkeiten geſichert, aber fte +waren unbedeutend, wenn man ſie mit jenen verglich, die +ihm in u lexandrien zu Theil wurden, und womit er +porzüglich in Kairo überhauft wurde. Dér thorichte +und licherliche Stotz, der die Mahommedaner glauben +macht, fte allein regn die Menſchen, die die Gottheit gut +ihren Lieblingen erfohren habe, ihnen allein müſſe die +Gattheit ihren Schooß eröffnen, dieſer Stolz, den die +Geſekeskundigen oder die Prieſter, die Allereitelſten und +Unduldſamſten, ſorgfältig nåhrten, war die Şaupturſache +dieſer Unannehmlichkeiten. Der Túrke nennt den Eus +ropåer nur einen unglån, der noch unwiſſendere +und, gråbere å gyptiſche Mu reimann aber behan- +delt ihn als einertinu tid. Bei ihm waren Ę hriſt und +Hund zwei ſo ſtark gebräuchliche Synonimen, daß man +nicht mehr darauf achtete, und das man oft damit von +Reuter begnadigt wurde, die gar nicht willens waren, +uas dadurch zu beſchimpfen. Wann die Europå er zu +R archid in ihrer gewohnlichen Kleidung ausgiengen, +fo[ chrie man auch hinter ihnen in den volkreichſten +Quartieren ber, und verfolgte fie mit dem fürchterlichen +Geſchrei Noujrani( Nazareer). Die Juden waren +dafelbft noch mehr den kleinen Gelderpreſſungen ausgerezte +und ob fie gleich Eingeborne waren, ſo wurden ſie doch +Sie giengen nach morgenländiſcher Art gekleidet, aber fie +noch weit árger gemißhandelt, als die europåiſchen Chritten? +mußten einen ihnen beſonders vorgeſchriebenen Kopfpuz +und Beinbekleidung tragen: wodurch ſie ſich aber haupt +ſächlich unterſchieden, waren sie Haar- und. Bartzópfe, die +fie auf jeder Seite an den Ohren wachſen laffen und unters +halten mußten. Der großte Theil der Kaufleute beſtand +aus Dürfen oder Sofern. Die Copten dieſe + +6 + +1 + + +","Der Europaer fühlte sich zwar nicht ganz gegen alle Unannehmlichkeiten gesichert, aber sie waren unbedeutend, wenn man sie mit jenen verglich, die ihm in Alexandria zu Teil wurden, und womit er reichlich in Kairo überhäuft wurde. Der thorichte und licherliche Stolz, der die Mahommedaner glauben macht, daß allein gegen die Menschen, die die Gottheit gut ihren Lieblingen erforschen habe, ihnen allein müsse die Gottheit ihren Schoss eröffnen, dieser Stolz, den die Gelehrten oder die Priester, die Allereitelsten und Unduldsamsten, sorgfältig nährten, war die Hauptursache dieser Unannehmlichkeiten. Der Türke nennt den Europaer nur einen Ungläubigen, der noch unwissender und gröber als ein ägyptischer Muselmann ist; aber er behandelt ihn als ein getauftes Tier. Bei ihm waren Christ und Hund zwei so stark gebrauchliche Synonyma, daß man nicht mehr darauf achtete, und daß man oft damit Reuter begnadigte, die gar nicht willens waren, dadurch zu beschimpfen. + +Wenn die Europäer zu Rhodus in ihrer gewöhnlichen Kleidung ausgehen, schrie man auch hinter ihnen in den volkreichen Quartieren her und verfolgte sie mit dem fürchterlichen Geschrei Noujrani (Nazareer). Die Juden waren dagegen noch mehr den kleinen Geldpressungen ausgesetzt und ob sie gleich Eingeborne waren, so wurden sie doch noch weit ärger mißhandelt als die europäischen Christen. Sie giengen nach morgenländischer Art gekleidet, aber sie mußten einen ihnen besonders vorgeschriebenen Kopfputz und Beinbekleidung tragen; wodurch sie sich aber hauptsächlich unterschieden, waren ihre Haar- und Bartzöpfe, die sie auf jeder Seite an den Ohren wachsen ließen und unterhalten mußten. + +Der größte Teil der Kaufleute bestand aus Türken oder Soforen. Die Copten dieser" +Z166069305,182,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000182/full/full/0/native.jpg,"ausgearteten Abkommlinge der alten Hegypter, kebten +dafelbft in zieinlich groser Unzahl. Auch einige Araber, +batten sich in Radid niedergelassen, und das ums +liegende Land wurde von den Fellahs bewohnt and +bebauet:, ein Wort, das in Aegypten eine Art von +Schimpfwort ist, wie bei uns*) ehemals das Wort +Bauer, womit man Rohheit und grobe Unwissenheit +bezeichnen wollte. Die Befehlshaberstelle war in den +Handen eines Mameludenoffiziers, dem man +dem Titel Aga gab. +Man bringt gewohnlich hier die Zeit, wie in der ganzen +Turkei, mit Kaffeetrinken und mit Tabafrauchen zu. +Von frih morgens an, bis auf den Abend, hat man die +Pfeife im Munde: zu Hause, bei Fremben, auf den +Strasen halt man die angezundete Tabakspfeife in der +Hand, und der Tabaksbeutel hington +dem Gurtel. +Dies sind zwei Gegenstande des Lurus. Die Heutely +worin man den Vorrath aufbewahrt, find von feidenen +reichvergoldeten Stoffen, und die Pfeifenrohre find auser. +ordentlich lang, von den feltensten Holzarten, und den +groften Theil der Zeit uber wohlriechend. Ich habe +Eines dergleichen von Jasmin mitgebracht, das uber rechs +Fus lang ift. Man wird sich eine Vorstellung von der +Schonheit des Jasmins in diesen Gegenden muchen fon. +nen, wenn man weis, das fie Zweige von dieser Grosc +treiben, die gerade, und fo dit sind, das fie durchbohrt +werden konnen. Die gemeinern Holzpfeifen find in ein +Futteral von Seide eingewickelt, das man mit Gold. +faben fest gemacht hat. Die Armen, fur welche das +Sabafraucheu ein Bedurfnis der ersten Grife ift, haben +blose Schilfrohre."" Der obere Theil der Pfiife besteht +aus einer Art von Funftlichem Alabaster, der fo weis wie +Milch ist, und den kostbaren Steine verschonern. +*) In Franfreich, aber nicht in Deutschland, wo das +Wort Bauer troz aller Ciptlisirung noch diese Bedeutung hat.","154: + +* + +1 + +ausgearteten Abkommlinge der alten Hegypter, kebten +dafelbft in zieinlich großer Unzahl. Auch einige Araber, +batten ſich in Radid niedergelaſſen, und das ums +liegende Land wurde von den Fellahs bewohnt and +bebauet:, ein Wort, das in Aegypten eine Art von +Schimpfwort iſt, wie bei uns*) ehemals das Wort +Bauer, womit man Rohheit und grobe Unwiſſenheit +bezeichnen wollte. Die Befehlshaberſtelle war in den +Hånden eines Mameludenoffiziers, dem man +dem Titel Aga gab. + +Man bringt gewohnlich hier die Zeit, wie in der ganzen +Türkei, mit Kaffeetrinken und mit Tabafrauchen zu. +Von frih morgens an, bis auf den Abend, hat man die +Pfeife im Munde: zu Hauſe, bei Fremben, auf den +Straßen hålt man die angezündete Tabakspfeife in der +Hand, und der Tabaksbeutel hington + +dem Gürtel. +Dies ſind zwei Gegenſtände des Lurus. Die Heutely +worin man den Vorrath aufbewahrt, find von feidenen +reichvergoldeten Stoffen, und die Pfeifenrohre find außer. +ordentlich lang, von den feltenſten Holzarten, und den +groften Theil der Zeit über wohlriechend. Ich habe +Eines dergleichen von Jasmin mitgebracht, das über rechs +Fuß lang ift. Man wird ſich eine Vorſtellung von der +Schönheit des Jasmins in dieſen Gegenden muchén fón. +nen, wenn man weiß, daß fie Zweige von dieſer Großc +treiben, die gerade, und fo dit ſind, daß fie durchbohrt +werden können. Die gemeinern Holzpfeifen find in ein +Futteral von Seide eingewickelt, das man mit Gold. +fåben feſt gemacht hat. Die Armen, für welche das +Sabafraucheu ein Bedürfniß der erſten Grife ift, haben +bloße Schilfrohre."" Der obere Theil der Pfiife beſteht +aus einer Art von Fünftlichem Alabaſter, der fo weiß wie +Milch iſt, und den koſtbaren Steine verſchönern. + +. + +*) In Franfreich, aber nicht in Deutſchland, wo das + +Wort Bauer troz aller Ciptliſirung noch dieſe Bedeutung hat. + + +","ausgearteten Abkommlinge der alten Ägypter, kehrten däfelft in ziemlich großer Unzahl zurück. Auch einige Araber hatten sich in Radid niedergelassen, und das umliegende Land wurde von den Fellahs bewohnt und bebaut; ein Wort, das in Ägypten eine Art von Schimpfwort ist, wie bei uns ehemals das Wort Bauer, womit man Rohheit und grobe Unwissenheit bezeichnen wollte. Die Befehlshaberstelle war in den Händen eines Mameluckenoffiziers, dem man den Titel Aga gab. + +Man bringt gewöhnlich hier die Zeit, wie in der ganzen Türkei, mit Kaffeetrinken und mit Tabakrauchen zu. Von früh morgens an, bis auf den Abend, hat man die Pfeife im Munde: zu Hause, bei Fremden, auf den Straßen hält man die angezündete Tabakspfeife in der Hand, und der Tabaksbeutel hängt dem Gurtel. + +Dies sind zwei Gegenstände des Luxus. Die Hetely, worin man den Vorrath aufbewahrt, sind von feidenen reichvergoldeten Stoffen, und die Pfeifenrohre sind außerordentlich lang, von den fettensten Holzarten, und den größten Teil der Zeit über wohlriechend. Ich habe eines dergleichen von Jasmin mitgebracht, das über 6 Fuß lang ist. Man wird sich eine Vorstellung von der Schönheit des Jasmins in diesen Gegenden machen können, wenn man weiß, dass sie Zweige von dieser Größe treiben, die gerade und so dick sind, dass sie durchbohrt werden können. + +Die gemeineren Holzpfeifen finden in ein Futteral von Seide eingewickelt, das man mit Goldfäden fest gemacht hat. Die Armen, für welche das Tabakrauchen ein Bedürfnis der ersten Größe ist, haben bloße Schilfrohre. Der obere Teil der Pfeife besteht aus einer Art von funkelndem Alabaster, der so weiß wie Milch ist, und den kostbaren Steinen ähnlich sieht.*) In Frankreich, aber nicht in Deutschland, wo das Wort Bauer trotz aller Civilisation noch diese Bedeutung hat." +Z166069305,183,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000183/full/full/0/native.jpg,"Bei weniger bemittelten Personen werden Fiz durch +Nachgemachte erfezt. Das Mundstut besteht aus einem +Stuck Bernstein, deffen lieblicher suser Geruch, wenn er +erhizt ist, oder leicht gedrakt wird, zur Verbesserung Mes +scharfen Tabalsgeschmackes beitragt. 9: das Ende dieser +Rohre hat man sehr artige Kapdien von gebranntem Shout + angebracht, die nian gemeiniglich Pfeifennuffe nennt. +Einige find mit verschiedenen Farben marmorirt und mit +Goldteich uberzogen. Man trift dergleichen von unters +( chiedener Grose an: diejenigen, deren man fich am +gewohnlichsten in Aegypten bedient, find groser und +zugleich weiter. Sie kommen beinahe alle aus der Turkei; +den rothlichen Shon aber, woraus fie gemacht find, erhalt +man aus der Gegend von Constantinopel. Zu Nani +( chid lebte cin Turke, der sich in dieser Art von Arbeis, +ten auszeichnete. ich hatte manchmal das Vergnugen, +ihn arbeiten zu sehen: mit einer Menge, kleiner Grabstiche! +machte er verschiedene Zeichnungen, mit vieler Feinheit in +den noch weichen Chon; aber er brauchte sehr viel Zeit +dazu: guch waren seine Pfeifennufle Rehr theuer. Ich +habe dergleichen von ihm gekauft, wovon inich das Stuk +Feelis Franken kostete: einige waren noch mit einem durcha +locherten Knaufe in Gestalt ein.28 Gefases bedekt. Dieser +Turke hatte lange zu Conftantinopel gelebt, und war +nicht ohne Kopf: feine Bude war der Sammelpla; der +ang sebensten Personen in Raichid; er war ein Freund +der Franzosen, und er bediente sich des Anfehens., in wels +chem er stand, mir meine Reise nach Oberagypten zu +erleichtern. +Wir Europaer konnen schwerlich begreifen, wie Fe- +mand ohne Unterlas Tabat rauchen kann. Allein erstlich +ist der turkische Tabak der beste und lieblichfte von der, +Welt; er hat nicht jene Scharfe, die in unsern Landern +einen bestandigen Speichelflus nach sich zieht; bernach +tragen auch die langen Rohre, wodurch der Rauch ziehtry","155 + +1 + +Bei weniger bemittelten Perſonen werden Fiz durch +Nachgemachte erfezt. Das Mundſtüt beſteht aus einem +Stück Bernſtein, deffen lieblicher ſüßer Geruch, wenn er +erhizt iſt, oder leicht gedråkt wird, zur Verbeſſerung Mes +ſcharfen Tabalsgeſchmackes beitragt. 9: das Ende dieſer + +Rohre hat man ſehr artige Kåpdien von gebranntem Shout +· angebracht, die nian gemeiniglich Pfeifennuffe nennt. + +Einige find mit verſchiedenen Farben marmorirt und mit +Goldteich überzogen. Man trift dergleichen von unters +( chiedener Größe an: diejenigen, deren man fich am +gewohnlichſten in Aegypten bedient, find großer und +zugleich weiter. Sie kommen beinahe alle aus der Türkei; +den róthlichen Shon aber, woraus fie gemacht find, erhält +man aus der Gegend von Conſtantinopel. Zu Nani +( chid lebte çin Türke, der ſich in dieſer Art von Arbeis, +ten auszeichnete. ich hatte manchmal das Vergnügen, +ihn arbeiten zu ſehen: mit einer Menge, kleiner Grabſtiche! +machte er verſchiedene Zeichnungen, mit vieler Feinheit in +den noch weichen Chon; aber er brauchte ſehr viel Zeit +dazu: guch waren ſeine Pfeifennufle Rehr theuer. Ich +habe dergleichen von ihm gekauft, wovon inich das Stük +Feelis Franken koſtete: einige waren noch mit einem durcha +locherten Knaufe in Geſtalt ein.28 Gefäßes bedekt. Dieſer +Túrke hatte lange zu Conftantinopel gelebt, und war +nicht ohne Kopf: feine Bude war der Sammelpla; der +ang sebenſten Perſonen in Raichid; er war ein Freund +der Franzoſen, und er bediente ſich des Anfehens., in wels +chem er ſtand, mir meine Reiſe nach Oberágypten zu +erleichtern. + +9 + +$ + +Wir Europäer können ſchwerlich begreifen, wie Fe- +mand ohne Unterlaß Tabat rauchen kann. Allein erſtlich +iſt der türkiſche Tabak der beſte und lieblichfte von der, +Welt; er hat nicht jene Schårfe, die in unſern Låndern +einen beſtåndigen Speichelfluß nach ſich zieht; bernach +tragen auch die langen Röhre, wodurch der Rauch ziehtry + +4 + + +","Bei weniger bemittelten Personen werden Fidane durch Nachgemachte ersetzt. Das Mundstück besteht aus einem Stück Bernstein, dessen lieblicher süßer Geruch, wenn er erhitzt ist, oder leicht gedrückt wird, zur Verbesserung des scharfen Tabakgeschmacks beiträgt. Am Ende dieser Rohre hat man sehr artige Kappeien von gebranntem Schuh angebracht, die niemand gemeiniglich Pfeifennäufe nennt. +Einige sind mit verschiedenen Farben marmoriert und mit Gold überzogen. Man trifft dergleichen von verschiedener Größe an; diejenigen, deren man sich am gewöhnlichsten in Ägypten bedient, finden größer und zugleich weiter. Sie kommen beinahe alle aus der Türkei; den rothlichen Schuh aber, woraus sie gemacht sind, erhält man aus der Gegend von Konstantinopel. +Zu Nani lebte ein Türke, der sich in dieser Art von Arbeit auszeichnete. Ich hatte manchmal das Vergnügen, ihn arbeiten zu sehen; mit einer Menge kleiner Grabstichel machte er verschiedene Zeichnungen, mit viel Feinheit in den noch weichen Schuh; aber er brauchte sehr viel Zeit dazu; so waren seine Pfeifenäufe sehr theuer. Ich habe dergleichen von ihm gekauft, wovon eines 50 Franken kostete; einige waren noch mit einem durchlöcherten Knauf in Gestalt eines Gefäßes bedeckt. +Dieser Türke hatte lange zu Konstantinopel gelebt und war nicht ohne Kopf; seine Bude war der Sammelpunkt der angesehensten Personen in Raichid; er war ein Freund der Franzosen, und er bediente sich des Ansehens, in welchem er stand, mir meine Reise nach Oberägypten zu erleichtern. + +Wir Europaer können schwerlich begreifen, wie man ohne Unterlaß Tabak rauchen kann. Allein erstlich ist der türkische Tabak der beste und lieblichste von der Welt; er hat nicht jene Schärfe, die in unsern Landern einen beständigen Speichelfluß nach sich zieht; berücksichtigt man auch die langen Rohre, wodurch der Rauch zieht." +Z166069305,184,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000184/full/full/0/native.jpg,"oke wohlriechende Beschaffenheit des Holzes, worans fie +bestehen, der Bernstein, den man in dem Mund hat, und +das Aloeholz,' womit man den Tabak durchrauchert, zu reis +ner Miiderung bei, und machen den Rauch in den Ziminern +nicht unangenehm. Auch bringen schonen Frauen gern +ihre musigen Stunden damit zu, das fie den Bernstein +auf ihre Rosenlippen drucken, and fanft den Rauch vom +syrischen Tabak einathmen, der noch lieblicher durch den +Xauch von Uloe gemacht wird. Man hat ubrigens nicht +nothig, ftarf zu ziehen, der Rauch steigt beinahe von selbst +in Man nimmt feine Pfeife weg, spricht, +die Hohe. +fieht ftch um, rezt fie von Zeit zu Zeit wieder an die +Lippen, und zieht gemachlidh den Kauch ein, der sogleich +wieder aus dem halbgeoffneten Munde aufsteigt, Manche +mal macht man sich auch das Vergnugen, ihn durch die +Nase gehen zu lassen: ein andermal fullt nian den Mund +damit an, und blaft ihn auf eine kunstliche Art auf die +ausgestrekte Hand, wo er eine spiralformige Saule bildet, +die sich einige Augenblicke lang erhalt. Die Drufen wer: +den nicht gereizt, und die Brust wird durch keinen Speis +chelflus ausgetrofnet, womit der Hoden unferer Tabaks- +raucher uberschidemmt ist. Man fuglt fein Bedurfnis +auszuspeien, und diese unter uns fo gewohnliche Hand- +lung wird im Morgenlande von Personen, welchen man +einige Achtung schuldig ist, fur eine Unanstandigkeit gehals +teni man"" sieht es ebenfalls fur die groste unhoflichkeit +an, wenn man sich in ihrer Gegenwart ausschnaubt. +Die Morgenlander, die nicht zu arbeiten genothigt +And, bleiben beinahe immer mit untergeschlagenen Beinen +figen fie gehen nicht unnuger Weise, sondern begeben +fich nur dann von einem Orte ium andern, wenn sie +etwas dazu nothigt. Wenn fie frifche Luft in einem +Garten oder in der Nachbarschaft des Wassers geniesen +wollen, so reben sie sich fogleich nach ihrer Ankunft an +pem Orte nieder. Sie kennen kein ander Spaziergehen,","156 + +oke wohlriechende Beſchaffenheit des Holzes, worans fie +beſtehen, der Bernſtein, den man in dem Mund hat, und +das Aloeholz,' womit man den Tabak durchräuchert, zu reis +ner Miiderung bei, und machen den Rauch in den Ziminern +nicht unangenehm. Auch bringen ſchönen Frauen gern +ihre müßigen Stunden damit zu, daß fie den Bernſtein +auf ihre Roſenlippen drücken, and fanft den Rauch vom +ſyriſchen Tabak einathmen, der noch lieblicher durch den +Xauch von Uloe gemacht wird. Man hat übrigens nicht +nothig, ftarf zu ziehen, der Rauch ſteigt beinahe von ſelbſt +"". +in Man nimmt feine Pfeife weg, ſpricht, + +die Höhe. +fieht ftch um, rezt fie von Zeit zu Zeit wieder an die +Lippen, und zieht gemachlidh den Kauch ein, der ſogleich +wieder aus dem halbgeoffneten Munde aufſteigt, Manche +mal macht man ſich auch das Vergnügen, ihn durch die +Naſe gehen zu laſſen: ein andermal füllt nian den Mund +damit an, und blåft ihn auf eine künſtliche Art auf die +ausgeſtrekte Hand, wo er eine ſpiralförmige Säule bildet, +die ſich einige Augenblicke lang erhält. Die Drüfen wer: +den nicht gereizt, und die Bruſt wird durch keinen Speis +chelfluß ausgetrofnet, womit der Hoden unferer Tabaks- +raucher überſchidemmt iſt. Man füglt fein Bedürfniſ +auszuſpeien, und dieſe unter uns fo gewohnliche Hand- +lung wird im Morgenlande von Perſonen, welchen man +einige Achtung ſchuldig iſt, für eine Unanſtändigkeit gehals +teni man"" ſieht es ebenfalls für die großte unhöflichkeit +an, wenn man ſich in ihrer Gegenwart ausſchnaubt. + +Die Morgenländer, die nicht zu arbeiten genothigt +And, bleiben beinahe immer mit untergeſchlagenen Beinen +figen fie gehen nicht unnüger Weiſe, ſondern begeben +fich nur dann von einem Orte ium andern, wenn ſie +etwas dazu nothigt. Wenn fie frifche Luft in einem +Garten oder in der Nachbarſchaft des Waſſers genießen +wollen, ſo reben ſie ſich fogleich nach ihrer Ankunft an +pem Orte nieder. Sie kennen kein ander Spaziergehen, + + +","Oft wohlriechende Beschaffenheit des Holzes, woran sie bestehen, der Bernstein, den man in dem Mund hat, und das Aloeholz, womit man den Tabak durchrauchert, tragen zur Milderung bei, und machen den Rauch in den Zimmern nicht unangenehm. Auch bringen schöne Frauen gern ihre müßigen Stunden damit zu, dass sie den Bernstein auf ihre Rosenlippen drücken, und den Saft vom syrischen Tabak einathmen, der noch lieblicher durch den Duft von Uloe gemacht wird. Man hat übrigens nicht nötig, stark zu ziehen, der Rauch steigt beinahe von selbst in die Höhe. + +Man nimmt seine Pfeife weg, spricht, sieht sich um, reibt sie von Zeit zu Zeit wieder an die Lippen, und zieht gemächlich den Kautsch ein, der sogleich wieder aus dem halbgeöffneten Munde aufsteigt. Manche mal macht man sich auch das Vergnügen, ihn durch die Nase gehen zu lassen: ein andermal füllt man den Mund damit an, und bläst ihn auf eine künstliche Art auf die ausgestreckte Hand, wo er eine spiralformige Saule bildet, die sich einige Augenblicke lang erhält. + +Die Drüsen werden nicht gereizt, und die Brust wird durch keinen Speichelfluß ausgetrocknet, womit der Hode unserer Tabaksraucher übermäßig ist. Man fühlt sein Bedürfnis auszuspeien, und diese unter uns so gewöhnliche Handlung wird im Morgenlande von Personen, welchen man einige Achtung schuldig ist, für eine Unanständigkeit gehalten. + +Man sieht es ebenfalls für die größte Unhöflichkeit an, wenn man sich in ihrer Gegenwart ausschnaubt. Die Morgenländer, die nicht zu arbeiten genötigt sind, bleiben beinahe immer mit untergeschlagenen Beinen sitzen; sie gehen nicht unnützerweise, sondern begeben sich nur dann von einem Orte zum andern, wenn sie etwas dazu nötigen. + +Wenn sie frische Luft in einem Garten oder in der Nachbarschaft des Wassers genießen wollen, so reiben sie sich sogleich nach ihrer Ankunft an dem Orte nieder. Sie kennen kein anderes Spaziergehen." +Z166069305,185,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000185/full/full/0/native.jpg,"als Reiten, denn in diese Art von Uebung find sie sehr +perliebt. Es ist ein fonderbarer Unblit, wenn man fie +einen Europaer betrachten fieht, der in einem Zimmer +oder in freier Luft herumgeht, und immer wieder an seine +vorige Stelle zurukkehrt. Sie konnen den Grund eines rola +chen Hin- und Hergehens ohne einen offenbaren Ziveof nicht +begreifen, und fehen dasselbe fur eine therigte Handlung +an. Die Verstandigsten unter ihnen glauben, es geschehe +auf Befehl unserer Uerzte, das wir so hin- und bergiengen, +damit wir uns die zur Heilung einer Krankheit nothige Bes +wegung machten. Auch die Neger in Afrika begreifen diese +Sitte nicht, und ich habe die Wilden in Sudamerika +unter einander von ganzem Herzen daruber lachen gesehen. +Sie ift denkenden Mannern eigen: und diese Beweguug +des Korpers nimmt an der Beiveging des Geistes Antheil +und ist eine Erleichterung seiner allzugrosen Anspannung. +Daher kommt es, das alle jene Volker, bei welchen der +Kopf leer ist, die eingeschrankte Begriffe haben, deren +Geist weder beschaftigt, noch zum Nachdenken fahig ist, +kein Bedurfnis nach einer solchen Erleichterung fuhlen, +und das die Unbeweglichkeit des Korpers bei ihnen ein +Kennzeichen der Unthatigkeit des Gehirnes ift. +Diejenigen, welche reich find; und denen Gefchafts- +losigkeit Idfiig faut, gehen in die Garten, wovon ich eine +Schilderung gegeben habe, und athmen, imnier fisend, mit +Mollust eine fuhle balfamische Luft ein, oder horen eine +schlechte Mufit an. Gehen sie nicht alls bet rast, ro +besuchen fie Kaffeehauser, von 1clchen man sich aber einte +falsche Vorstellung machen wurde, wenn man sie nach +den unsrigen beurtheilte. Es fino beraucherte Tabaks- +kuben, vbne alle Uusmblirung, wo man nur Kaffee und +gluhende Kohlen antrift, um die Sabakspfeifen anzuzun- +ben. Man fizt daselbst auf Matten, und sie twerden von +Leuten von allen Nationen besucht, die in Negypten +wohnen. Dran, spricht wenig; man last von Zeit zu","157. + +$ + +1 + +als Reiten, denn in dieſe Art von Uebung find ſie ſehr +perliebt. Es iſt ein fonderbarer Unblit, wenn man fie +einen Europåer betrachten fieht, der in einem Zimmer +oder in freier Luft herumgeht, und immer wieder an ſeine +vorige Stelle zurükkehrt. Sie können den Grund eines rola +chen Hin- und Hergehens ohne einen offenbaren Ziveof nicht +begreifen, und fehen daſſelbe für eine thérigte Handlung +an. Die Verſtåndigſten unter ihnen glauben, és geſchehe +auf Befehl unſerer Uerzte, daß wir ſo hin- und bergiengen, +damit wir uns die zur Heilung einer Krankheit nothige Bes +wegung machten. Auch die Nèger in Afrika begreifen dieſe +Sitte nicht, und ich habe die Wilden in Südamerika +unter einander von ganzem Herzen darüber lachen geſehen. +Sie ift denkenden Männern eigen: und dieſe Beweguúg +des Körpers nimmt an der Beiveging des Geiſtes Antheil +und iſt eine Erleichterung ſeiner allzugroßen Anſpannung. + +Daher kommt es, daß alle jene Völker, bei welchen der +Kopf leer iſt, die eingeſchränkte Begriffe haben, derén +Geiſt weder beſchäftigt, noch zum Nachdenken fähig iſt, +kein Bedürfniſ nach einer ſolchen Erleichterung fühlen, +und daß die Unbeweglichkeit des Körpers bei ihnen ein +Kennzeichen der Unthätigkeit des Gehirnes ift. + +be + +۱۹ + +Diejenigen, welche reich find; und denen Gefchafts- +loſigkeit Idfiíg fåüt, gehen in die Gärten, wovon ich eine +Schilderung gegeben habe, und athmen, imnier fißend, mit +Molluſt eine fühle balfamiſche Luft ein, oder hören eine + +ſchlechte Mufit an. Gehen ſie nicht alls bet rast, ro +beſuchen fie Kaffeehäuſer, von 1clchen man ſich aber einte +falſche Vorſtellung machen würde, wenn man ſie nach +den unſrigen beurtheilte. Es fino beräucherte Tabaks- +kuben, vbne alle Uusmøblirung, wo man nur Kaffee und +glühende Kohlen antrift, um die Sabakspfeifen anzuzun- +ben. Man fizt daſelbſt auf Matten, und ſie twerden von +Leuten von allen Nationen beſucht, die in Négypten +wohnen. Dran, ſpricht wenig; man läßt von Zeit zu + + +","als Reiten, denn in diese Art von Übung finden sie sehr viel Gefallen. Es ist ein wunderbarer Anblick, wenn man sie einen Europaer betrachten sieht, der in einem Zimmer oder in freier Luft herumgeht, und immer wieder an seine vorige Stelle zurückkehrt. Sie können den Grund eines solchen Hin- und Hergehens ohne einen offensichtlichen Zweck nicht begreifen, und sehen dasselbe für eine thorichte Handlung an. Die Verständigsten unter ihnen glauben, es geschehe auf Befehl unserer Ärzte, dass wir so hin- und hergehen, damit wir uns die zur Heilung einer Krankheit nötige Bewegung machten. Auch die Neger in Afrika begreifen diese Sitte nicht, und ich habe die Wilden in Südamerika untereinander von ganzem Herzen darüber lachen sehen. + +Sie ist denkenden Männern eigen: und diese Bewegung des Körpers nimmt an der Belebung des Geistes Anteil und ist eine Erleichterung seiner allzugroßen Anspannung. Daher kommt es, dass alle jene Völker, bei welchen der Kopf leer ist, die eingeschränkten Begriffe haben, deren Geist weder beschäftigt, noch zum Nachdenken fähig ist, kein Bedürfnis nach einer solchen Erleichterung fühlen, und dass die Unbeweglichkeit des Körpers bei ihnen ein Kennzeichen der Unthätigkeit des Gehirnes ist. + +Diejenigen, welche reich sind; und denen Gefällslosigkeit Itzig fault, gehen in die Gärten, wovon ich eine Schilderung gegeben habe, und atmen, immer fisend, mit Wollust eine frische balsamische Luft ein, oder hören eine schlechte Musik an. Gehen sie nicht allesamt bet rast, so besuchen sie Kaffeehäuser, von welchen man sich aber eine falsche Vorstellung machen würde, wenn man sie nach den unsrigen beurteilen wollte. Es sind beraucherte Tabakskuben, ohne alle Ausschmückung, wo man nur Kaffee und glühende Kohlen antrifft, um die Schabakspfeifen anzuzünden. Man sitzt daselbst auf Matten, und sie werden von Leuten von allen Nationen besucht, die in Ägypten wohnen. Dran spricht wenig; man liest von Zeit zu" +Z166069305,186,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000186/full/full/0/native.jpg,"Zeit bros einige motte horen. Die Terre ift kalt und +verschlossen: mit Berachtung sieht er auf die andern +Bolfer Berab. Der Afrikaner it weniger verschlor- +ist +Fen, alleiner will dem Beispiel des Turken folgen, +und diejenigen, die keine Muselmanner find', richten +fich sclavisch nach dem Geschmacke ihrer Tyrannen. Die +Pfeife in der einen Hand, und die Date Kaffee in der +andern, nimmt man langsam nach einigen Zugen Tabak +einen Muns voll Staffee. Auf den Saffechausern findent fich +auch Tanzerinnen, Harlekine und solche Leute ein, die aus +dem Stegreife dichten, und fesseln die Vufmerksamkeit, und +entlocken einige Stacken Geld. Es giebt beinahe nicht +cinen cinzigen folchen Sammelplaz, Ser nicht seinen gedun +genen Erzahler hatte, der nicht mude wird zu erzahlen, +und dem man immer mit dem grosten Bergnugen zuhort. +Die Erzahlungen dieser unermudlichen Erzahler find +grostentheils sehr langweilig. Jndeffeit geben ihren doch +bisweilen die arabisden Mahrchen, aus welchen sie ihre +Geschichten nchmea, Stoff zu reizenden Erzahlungen. +Von der Urt ist folgende, die ich behalten babe, weil sie i +kurz und auffallend ist. +amor bor +Pflichten +Ein Turke hatte seiner Frau Nachricht von einer +Predigt des i man in seiner Mordhee gegeben. Der +Priester hatte von der Heiligkeit und von den Pflichten +der Ehe gesprochen. Alle diejenigen, die ihre eheliche +beim Einbruche der Nacht erfullen, thun ein eben +so verdienstliches Werf, als wenn sie einem Hammel +ppferten. Diejenigen, die mitten in der Nacht zum +zweitenmale ihre Sduldigkeit verrichten, thun eben so viel +als wenn sie ein Cameel opferteit. Und diejenigen endlich, +die mit Sonnenaufgang zum drittenmal ihrer ehelichen +Wirbindlichfeit ihre Ehrfurcht bezeigen, machen sich eben +so verdienstlich, als wenn sie einem Sklaven die Freiheit +gaben. +Die Baftin, die sehr um das Heil ihres Eheman- +nes bekummert war, fagte zu demselben beim Eindruche","158 + +Zeit broß einige motte horen. Die Terre ift kalt und + +# +verſchloſſen: mit Berachtung ſieht er auf die andern +Bolfer Berab. Der Afrikaner it weniger verſchlor- + +iſt +Fen, alleiner will dem Beiſpiel des Túrken folgen, +und diejenigen, die keine Muſelmånner find', richten + +fich ſclaviſch nach dem Geſchmacke ihrer Tyrannen. Die +Pfeife in der einen Hand, und die Date Kaffee in der + +w +andern, nimmt man langſam nach einigen Zügen Tabak +einen Muns voll Staffee. Auf den Saffechåuſern findent fich +auch Tänzerinnen, Harlekine und ſolche Leute ein, die aus + +dem Stegreife dichten, und feſſeln die Vufmerkſamkeit, und +entlocken einige Stacken Geld. Es giebt beinahe nicht + +cinen cinzigen folchen Sammelplaz, Ser nicht ſeinen gedun +genen Erzähler hätte, der nicht müde wird zu erzählen, +und dem man immer mit dem großten Bergnügen zuhört. + +Die Erzählungen dieſer unermüdlichen Erzähler find +größtentheils ſehr langweilig. Jndeffeit geben ihren doch +bisweilen die arabiſden Mährchen, aus welchen ſie ihre +Geſchichten nchmea, Stoff zu reizenden Erzählungen. +Von der Urt iſt folgende, die ich behalten babe, weil ſie i +kurz und auffallend iſt. + +1 + +* + +amor bor + +Pflichten + +I + +Ein Türke hatte ſeiner Frau Nachricht von einer + +an +Predigt des i man in ſeiner Mordhee gegeben. Der +Prieſter hatte von der Heiligkeit und von den Pflichten +der Ehe geſprochen. Alle diejenigen, die ihre eheliche + +beim Einbruche der Nacht erfüllen, thun ein eben +ſo verdienſtliches Werf, als wenn ſie einem Hammel +ppferten. Diejenigen, die mitten in der Nacht zum +zweitenmale ihre Sduldigkeit verrichten, thun eben ſo viel + +, +als wenn ſie ein Cameel opferteit. Und diejenigen endlich, +die mit Sonnenaufgang zum drittenmal ihrer ehelichen +Wirbindlichfeit ihre Ehrfürcht bezeigen, machen ſich eben +ſo verdienſtlich, als wenn ſie einem Sklaven die Freiheit +gåben. + +Die Baftin, die ſehr um das Heil ihrés Eheman- +nes bekümmert war, fagte zu demſelben beim Eindrüche + + +","Zeit brachte einige Motten her. Die Türe ist kalt und verschlossen; mit Beratung sieht er auf die andern Bolfer Berabe. Der Afrikaner ist weniger verschlossener Fenster, allein er will dem Beispiel des Turken folgen, und diejenigen, die keine Muselmänner sind, richten sich sklavischer nach dem Geschmacke ihrer Tyrannen. Die Pfeife in der einen Hand, und die Tasse Kaffee in der andern, nimmt man langsam nach einigen Zügen Tabak einen Mund voll Staube. Auf den Saftchaushäusern finden sich auch Tänzerinnen, Harlekine und solche Leute ein, die aus dem Stegreife dichten, und fesseln die Aufmerksamkeit, und entlocken einige Stücke Geld. + +Es gibt beinahe nicht einen einzigen solchen Sammelplatz, der nicht seinen gedungenen Erzähler hatte, der nicht müde wird zu erzählen, und dem man immer mit dem größten Vergnügen zuhört. Die Erzählungen dieser unermüdlichen Erzähler sind großenteils sehr langweilig. Indessen geben ihnen doch bisweilen die arabischen Märchen, aus welchen sie ihre Geschichten nehmen, Stoff zu reizenden Erzählungen. + +Von der Art ist folgende, die ich behalten habe, weil sie kurz und auffallend ist: + +Ein Türke hatte seiner Frau Nachricht von einer Predigt des Imam in seiner Moschee gegeben. Der Priester hatte von der Heiligkeit und von den Pflichten der Ehe gesprochen. Alle diejenigen, die ihre eheliche Schuldigkeit beim Einbruche der Nacht erfüllen, tun ein ebenso verdienstliches Werk, als wenn sie einem Hammel opferten. Diejenigen, die mitten in der Nacht zum zweitenmale ihre Schuldigkeit verrichten, tun eben so viel, als wenn sie ein Kamel opferten. Und diejenigen endlich, die mit Sonnenaufgang zum drittenmal ihrer ehelichen Wirblichkeit ihre Ehrfurcht bezeigen, machen sich ebenso verdienstlich, als wenn sie einem Sklaven die Freiheit gäben. + +Die Base, die sehr um das Heil ihres Ehemannes bekümmert war, fragte zu demselben beim Eintruche" +Z166069305,187,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000187/full/full/0/native.jpg,"der Nacht: mein Freund, las uns einen Hammel opfern! +Und der Hammel wurde geopfert. Um Mitternacht ipurde +der su rte wieder aufgewekt: man sagte zu ihm: 211, +mein Freund, las uns ein Cameel opfern! Man bradite +auch dieses Opfer. Staum fieng der Tag zu grauen an, +als die eifrige Muselmannin ihrem Gatten meldete, der +Augenblik Fen gekomment, wo maa einen Sklavin frei +laffen muste.- Jezr wandte er sich gegen fie: ftrekte feine +derme aus und rief: Ach! meine theuere Gattin!: ich +bin sein Sklade, ich beschwore dich um ineine Befreiung!"" +so wenig man auch bekannt ist, so geht man doch +niemals auf der Strase ohne das man nicht eingeladen +"" Werde, in ein Haus einzutreten,' um eine Tap Kaffee +zu fich zu nehmen. Diefe Artigkeit ift fo gewohnlich, +das rogar folche, die nicht eine Kaffeebohne zu Hause +haben, wie die Gartner zu Raichid, doch nicht unters +laffen, dem Spazierganger eine Taffe Kaffee anzubieten, +ob er sie gleich sehr in Verlegenheit feben wurde, wenn er +die Einladung annahme. Man bedient fich keiner eisernen +Saffeebauten,' um die Bohnen zu brennen, sondern man +rimmt ein irrdenes Gefas, worin man diese Zubereitung +verrichtet. Man zerstost sie hierauf in einem irrdenen +oder holzernen Morfel,"" wo ffe ihren Wohlgeruch weit +befferi behalten, als wenn man sie auf einer Muhle mahlt. +Die Nachbarschaft von Arabien gab den Einwohnera +U egyptens Gelegenheit, sich mit dem- vortreflichen +Kaffee, isden daffabe hervorbringt, zu versorgen. Nach +der Meinung der Kenner muste men vierzig Bohnen zu +einer Taffe bon diesem Getranke haben: und nirgends +trant, man lieblicher duftenden Kaffee. Man tafit thn +nicht stehen. Sobald eft dreimal gekocht Mat, indenti man +ihn in einer Sanne mit einem langen Griffe uber den +Feinr halt und nach und nach zurufzieht, igiest man iht +in die Tafsen, und ob er sich gleich noch nicht gefezt hati +so vermistuman doch den Zucker nicht, dessen Gebrauch +nidyt gewohnlich ist. +95 tbl","159 + +. + +der Nacht: mein Freund, laß uns einen Hammel opfern! +Und der Hammel wurde geopfert. Um Mitternacht ipurde +der sú rte wieder aufgewekt: man ſagte zu ihm: 211, +mein Freund, laß uns ein Cameel opfern! Man bradite +auch dieſes Opfer. Staum fieng der Tag zu grauen an, +als die eifrige Muſelmånnin ihrem Gatten meldete, der +Augenblik Fen gekomment, wo maa einen Sklavin frei +laffen müßte.- Jezr wandte er ſich gegen fie: ftrekte feine +derme aus und rief: Ach! meine theuere Gattin!: ich +bin sein Sklade, ich beſchwore dich um ineine Befreiung!"" + +so wenig man auch bekannt iſt, ſo geht man doch +niemals auf der Straße ohne daß man nicht eingeladen +"" Werde, in ein Haus einzutreten,' um eine Tap Kaffee +zu fich zu nehmen. Diefe Artigkeit ift fo gewöhnlich, +daß rogar folche, die nicht eine Kaffeebohne zu Hauſe +haben, wie die Gärtner zu Raichid, doch nicht unters +laffen, dem Spaziergånger eine Taffe Kaffee anzubieten, +ob er ſie gleich ſehr in Verlegenheit feben würde, wenn er +die Einladung annåhme. Man bedient fich keiner eiſernen +Saffeebauteń,' um die Bohnen zu brennen, ſondern man +rimmt ein irrdenes Gefäß, worin man dieſe Zubereitung +verrichtet. Man zerſtoßt ſie hierauf in einem irrdenen +oder holzernen Mörfel,"" wo ffe ihren Wohlgeruch weit +befferi behalten, als wenn man ſie auf einer Mühle mahlt. +Die Nachbarſchaft von Arabien gab den Einwohnera +U égyptens Gelegenheit, ſich mit dem- vortreflichen +Kaffee, isden daffabe hervorbringt, zu verſorgen. Nach +der Meinung der Kenner mußte men vierzig Bohnen zu +einer Taffe bon dieſem Getränke haben: und nirgends +trant, man lieblicher duftenden Kaffee. Man tåfit thn +nicht ſtehen. Sobald eft dreimal gekocht Mat, indenti man +ihn in einer Sanne mit einem langen Griffe über den +Feinr hålt und nach und nach zurüfzieht, igießt man iht +in die Tafſen, und ob er ſich gleich noch nicht gefezt hati +ſo vermißtuman doch den Zucker nicht, deſſen Gebrauch +nidyt gewohnlich iſt. + +要 + +11 + +1 + +95 tbl + + +","der Nacht: mein Freund, las uns einen Hammel opfern! Und der Hammel wurde geopfert. Um Mitternacht wachte der Sultan wieder aufgeweckt: man sagte zu ihm: ""211, mein Freund, las uns ein Kamel opfern!"" Man brachte auch dieses Opfer. Stumm fing der Tag zu grauen an, als die eifrige Muselmannin ihrem Gatten meldete, der Augenblick sei gekommen, wo man einen Sklaven frei lassen müsse. - Jetzt wandte er sich gegen sie: streckte seine Arme aus und rief: ""Ach! meine theure Gattin!: ich bin sein Sklave, ich beschwöre dich um meine Befreiung!"" + +So wenig man auch bekannt ist, so geht man doch niemals auf der Straße ohne das man nicht eingeladen wird, in ein Haus einzutreten, um eine Tasse Kaffee zu sich zu nehmen. Diese Artigkeit ist so gewöhnlich, dass sogar solche, die nicht eine Kaffeebohne zu Hause haben, wie die Gärtner zu Reichstadt, doch nicht unterlassen, dem Spaziergänger eine Tasse Kaffee anzubieten, ob er sie gleich sehr in Verlegenheit setzen würde, wenn er die Einladung annähme. Man bedient sich keiner eisernen Säulebauten, um die Bohnen zu brennen, sondern man nimmt ein irdenes Gefäß, worin man diese Zubereitung verrichtet. Man zerstört sie hierauf in einem irdenen oder hölzernen Mörser,"" wo sie ihren Wohlgeruch weit besser behalten, als wenn man sie auf einer Mühle mahlt. + +Die Nachbarschaft von Arabien gab den Einwohnern Ägyptens Gelegenheit, sich mit dem vortrefflichen Kaffee, das es hervorbringt, zu versorgen. Nach der Meinung der Kenner muss man vierzig Bohnen zu einer Tasse von diesem Getränke haben: und nirgends trinkt man lieblicher duftenden Kaffee. Man lässt ihn nicht stehen. Sobald er dreimal gekocht ist, indem man ihn in einer Schale mit einem langen Griffe über den Feuer halt und nach und nach zurücksieht, gießt man ihn in die Tassen, und ob er sich gleich noch nicht gesetzt hat, so vermisst man doch den Zucker nicht, dessen Gebrauch nicht gewöhnlich ist." +Z166069305,188,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000188/full/full/0/native.jpg,"Ich unternehme es nicht, alle andere Gewohnheiten +zu erzahlen, welche die Negypter mit andern Mahus +medanern gemein haben. Diese einzelnen Nachrichten +schlagen vielmehr in die Geschichte der Turkei ein. Ich +will blos das erzahlen, was ich selbst beobachtet haber +Wenn die Einwohner von Rafchid auch weni- +gerbarbarisch find als die Bewohner anderer Cheile +Aegypt en 8, To find fie doch nicht weniger unwissend, +aberglaubisch und unduldsam. Man trift unter ihnen, +obgleich mit mildern Farben diefelbe Harte, denselben +sunversahnlichen Abscheu gegen die europaischen Nationen, +dieselbe Rachsucht und endlich diefelbe Treulosigkeit wieder +an, die man anderwarts findet, und sie uberlassen sich +benfelben schandlichen Laftern. Die unnaturliche Liebe +die die thrazischen Frauen an dem Drpheus, der sich +derselben schuldig gemacht hatte, mit dem Tode bestrafo +ten*), und der unbegreifliche Geschmat, der die alten +Griechen und Perser entehrte, find ein Lieblings +vergnugen oder besser die Schande der Aegypter, +Nicht fur Damen werden ihre Liebeslieder gemacht, +nicht diesen erzeigen fie zartliche Liebfosungen, sondern +andere Gegenstande entflammen ihre Leidenschaften. Die +Wollust hat bei ihnen nichts liebenswurdiges, und ihre +Entzuckungen sind nichts als viehische Zuckungen: +... Eine dergleichen Verderbnis, die, zur Schande gebil- +beter Nationen auch unter ihnen nicht fremd ist, ift in +U 99pten allgemein verbreitet. Sowohl der Reiche +als der Arme ist davon angestellt: in weniger heisen +Himmelsstrichen ist diese schandliche Leidenschaft ausschlies. +fend auf die axanner gerichtet: in Aegypteni aber +bergesellschaftet sie sich mit der Meigung zu dem weiblichen +> Ille etiain Thracuri populis fufo autor, amorem: +In teneros transferre mares. +Ouidius:","160 + +Ich unternehme es nicht, alle andere Gewohnheiten +zu erzählen, welche die Negypter mit andern Mahus +medanern gemein haben. Dieſe einzelnen Nachrichten + +ſchlagen vielmehr in die Geſchichte der Türkei ein. Ich +will bloß das erzählen, was ich ſelbſt beobachtet haber + +a + +Wenn die Einwohner von Rafchid auch weni- +gerbarbariſch find als die Bewohner anderer Cheile +Aegypt en 8, To find fie doch nicht weniger unwiſſend, +aberglaubiſch und unduldſam. Man trift unter ihnen, +obgleich mit mildern Farben diefelbe Hårte, denſelben +sunverſáhnlichen Abſcheu gegen die europäiſchen Nationen, +dieſelbe Rachſucht und endlich diefelbe Treuloſigkeit wieder +an, die man anderwårts findet, und ſie überlaſſen ſich +benfelben ſchåndlichen Laftern. Die unnatürliche Liebe +die die thraziſchen Frauen an dem Drpheus, der ſich +derſelben ſchuldig gemacht hatte, mit dem Tode beſtrafo +ten*), und der unbegreifliche Geſchmat, der die alten +Griechen und Perſer entehrte, find ein Lieblings +vergnügen oder beſſer die Schande der Aegypter, +Nicht für Damen werden ihre Liebeslieder gemacht, +nicht dieſen erzeigen fie zärtliche Liebfoſungen, ſondern + +: +andere Gegenſtande entflammen ihre Leidenſchaften. Die +Wolluſt hat bei ihnen nichts liebenswürdiges, und ihre +Entzückungen ſind nichts als viehiſche Zuckungen: + +... Eine dergleichen Verderbniß, die, zur Schande gebil- +beter Nationen auch unter ihnen nicht fremd iſt, ift in +U¢ 99pten allgemein verbreitet. Sowohl der Reiche +als der Arme iſt davon angeſtellt: in weniger heißen +Himmelsſtrichen iſt dieſe schåndliche Leidenſchaft ausſchlieſ. +fend auf die axånner gerichtet: in Aegypteni aber +bergeſellſchaftet ſie ſich mit der Meigung zu dem weiblichen + +> Ille etiain Thracuri populis fufo autor, amorém: +In teneros transferre mares. + +Ouidius: + +( + + +","Ich unternehme es nicht, alle anderen Gewohnheiten zu erzählen, welche die Ägypter mit andern Mohammedanern gemein haben. Diese einzelnen Nachrichten schlagen vielmehr in die Geschichte der Türkei ein. Ich will bloß das erzählen, was ich selbst beobachtet habe. + +Wenn die Einwohner von Rosette auch weniger barbarisch finden als die Bewohner anderer Städte Ägyptens, so find' sie doch nicht weniger unwissend, abergläubisch und unduldsam. Man trifft unter ihnen, obgleich mit mildern Farben dieselbe Härte, denselben unversöhnlichen Abscheu gegen die europäischen Nationen, dieselbe Rachsucht und endlich dieselbe Treulosigkeit wieder an, die man anderwärts findet, und sie überlassen sich benfelen schandlichen Lastern. + +Die unnatürliche Liebe, die die thrakischen Frauen an dem Orpheus, der sich derselben schuldig gemacht hatte, mit dem Tode bestraft*) wurde, und der unbegreifliche Geschmack, der die alten Griechen und Perser entehrte, find' ein Lieblingsvergnügen oder besser die Schande der Ägypter. + +Nicht für Damen werden ihre Liebeslieder gemacht, nicht diesen erzeigen sie zärtliche Liebkosungen, sondern andere Gegenstände entflammen ihre Leidenschaften. Die Wollust hat bei ihnen nichts liebenswürdiges, und ihre Entzückungen sind nichts als viehische Zuckungen: + +Eine dergleichen Verderbniß, die zur Schande gebildeter Nationen auch unter ihnen nicht fremd ist, ist in Ägypten allgemein verbreitet. Sowohl der Reiche als der Arme ist davon angesteckt: in weniger heissen Himmelsstrichen ist diese schändliche Leidenschaft ausschließlich auf die Anderen gerichtet; in Ägypten aber ber gesellschaftet sie sich mit der Meinung zu dem weiblichen Geschlechte. + +Ille etiam Thracum populis fuit amor, +In teneros transferre mares. +Ovidius." +Z166069305,189,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000189/full/full/0/native.jpg,"Geschlechte. Wenn der Mann in diesem Lande feine strefs +liche Lieblingsleidenschaft gestillt hat, so geht er in seinen +Harem und zundet einige Storner Weihrauch zu Ehren +der Natur an, die er geschandet hat, und wie verehrt +er dich, Gott der Liebe! Er ist ein thierischer Opferpries +fter, er kennt nicht jene fusen Ergiesungen, jene kostlichen +Hingebungen, jene gluhenden Ausbruche zweier Seelen, +die fich einander verstehen und die sich miteinander vereis +nigen: keine Feinheit in den Nebendingen, keine Auswahl +in irgend etwas und nichts liebliches in dea einzelnen Um. +standen: alles ist roh, alles scheint seelenlos zu renn und +alles schrankt sich blos auf der eckelhaftesten thierischen +Genus ein: +Die Beschimpfungen, welche die 9 eg opter der +Natur anthun, bleiben dabei noch nicht stehen: selbst +andere Wesen haben Antheil an ihren schreklichen Gunstbee +zeugungen, und ihre Frauen haben oft Mitbewerber an +ben Thieren, denen man vor ihnen den Vorzug giebt. +Das kaster der Beftialitat ist unter diesen Berdorbenen +Menschen gemein: es& usert sich mit der unversch& mtesten +Dreuftigkeit. Man hat zu Raichid Elende fich bei +bellem Tage auf abgelegenen Strasen ihm uberlassen +gesehen. +Aber wir wollen einen dicken Schleier auf diese +emporenden Szenen werfen und in die Drte eindringen, +wo die Schonheit schmachtet, verwelkt und sich unter dem +Joche eines eifersuchtigen Barbaren verzehrt, der fie' mit +seinem Verdachte martert. +Die Frauen der Beherrscher von Aegypten, der +andern m a melu den, der fich dafelbft aufhaltenden +Turken, und der reichen Stadtebewohner waren keine +Negypterinnen: fie waren in andern Landern des +Morgenlandes, und vorzuglich in denjenigen Theilen +Griechenlands geboren, wo die Schonheit ein fostlis +ches und bestandiges Erbtheil ist. +Sonnini Reisen in Bd.","161 + +1 + +** + +Geſchlechte. Wenn der Mann in dieſem Lande feine ſtrefs +liche Lieblingsleidenſchaft geſtillt hat, ſo geht er in ſeinen +Harem und zündet einige Storner Weihrauch zu Ehren +der Natur an, die er geſchåndet hat, und wie verehrt +er dich, Gott der Liebe! Er iſt ein thieriſcher Opferpries +fter, er kennt nicht jene füßen Ergießungen, jene köſtlichen +Hingebungen, jene glühenden Ausbrüche zweier Seelen, +die fich einander verſtehen und die ſich miteinander vereis +nigen: keine Feinheit in den Nebendingen, keine Auswahl +in irgend etwas und nichts liebliches in dea einzelnen Um. +ſtånden: alles iſt roh, alles ſcheint ſeelenlos zu renn und +alles ſchränkt ſich bloß auf der eckelhafteſten thieriſchen +Genuß ein: + +Die Beſchimpfungen, welche die 9 ég opter der +Natur anthun, bleiben dabei noch nicht ſtehen: ſelbſt +andere Weſen haben Antheil an ihren ſchreklichen Gunſtbee +zeugungen, und ihre Frauen haben oft Mitbewerber an +ben Thieren, denen man vor ihnen den Vorzug giebt. +Das kaſter der Beftialität iſt unter dieſen Berdorbenen +Menſchen gemein: es& ußert ſich mit der unverſch& mteſten +Dreuftigkeit. Man hat zu Raichid Elende fich bei +bellem Tage auf abgelegenen Straßen ihm überlaſſen +geſehen. + +Aber wir wollen einen dicken Schleier auf dieſe +empörenden Szenen werfen und in die Drte eindringen, +wo die Schönheit ſchmachtet, verwelkt und ſich unter dem +Joche eines eiferſüchtigen Barbaren verzehrt, der fie' mit +ſeinem Verdachte martert. + +Die Frauen der Beherrſcher von Aegypten, der +andern m a melu den, der fich dafelbft aufhaltenden +Türken, und der reichen Städtebewohner waren keine +Negypterinnen: fie waren in andern Ländern des +Morgenlandes, und vorzüglich in denjenigen Theilen +Griechenlands geboren, wo die Sch��nheit ein fóſtlis +ches und beſtändiges Erbtheil iſt. + +Sonnini Reiſen in Bd. + +-1 + +1 + + +","Geschlechter. Wenn der Mann in diesem Lande seine strebsame Lieblingsleidenschaft gestillt hat, so geht er in seinen Harem und zündet einige Stöcke Weihrauch zu Ehren der Natur an, die er geschändet hat, und wie verehrt er dich, Gott der Liebe! Er ist ein tierischer Opferpriester, er kennt nicht jene feinen Ergießungen, jene kostlichen Hingebungen, jene glühenden Ausbrüche zweier Seelen, die sich einander verstehen und die sich miteinander vereisen: keine Feinheit in den Nebendingen, keine Auswahl in irgend etwas und nichts liebliches in dem einzelnen Umstande: alles ist roh, alles scheint seelenlos zu rennen und alles schränkt sich bloß auf den ekelhaftesten tierischen Genuss ein. + +Die Beschimpfungen, welche die 9ten Opfer der Natur anrichten, bleiben dabei noch nicht stehen: selbst andere Wesen haben Antheil an ihren schrecklichen Gunstbezeugungen, und ihre Frauen haben oft Mitbewerber an den Thieren, denen man vor ihnen den Vorzug gibt. Das Kasten der Bestialität ist unter diesen verdorbenen Menschen gemein: es äußert sich mit der unverschämtesten Dreistigkeit. Man hat zu Rechtfertigen Elende sich bei hellem Tage auf abgelegenen Straßen ihm überlassen gesehen. + +Aber wir wollen einen dichten Schleier auf diese empörenden Szenen werfen und in die Türkei eindringen, wo die Schönheit schmachtet, verwelkt und sich unter dem Joche eines eifersüchtigen Barbaren verzehrt, der sie mit seinem Verdachte martert. + +Die Frauen der Beherrscher von Ägypten, der anderen mohammedanischen, der sich daselbst aufhaltenden Türken, und der reichen Stadtbewohner waren keine Ägypterinnen: sie waren in andern Ländern des Morgenlandes, und vorzüglich in denjenigen Theilen Griechenlands geboren, wo die Schönheit ein föstliches und beständiges Erbtheil ist." +Z166069305,190,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000190/full/full/0/native.jpg,"Da Me ftets verschloffen find, und nur selten und +zwar noch verschleiert, oder richtiger gesprochen, mit einer +Maske ausgehen, die das ganze Gesicht bedekt, so kanu +die Sonne das Frische, und das Colorit ihrer Farbe nicht +angreifen und die scharfe und Talzigte Luft kann ihre weise +und zarte Haut nicht verandern. Und fur' wen werden +fo viele Reize so sorgfaltig aufbewahrt? Fur einen einzis +gen Mann, fur einen Tyrannen, der sie gefangen halt. +Eine unibersteigliche Scheidewand trennt in diesen Landern +die beiden Geschlechter von einander: das Eine, dessen +Grazien einen so angenehmen Contrast mit der Starke +und der mannlichen Schonheit des Andern machen, ist ein +Gefangener dieses und wird das ausschliesliche Eigenthum +einiger Personen. Sein Mann darf dahinein treten, wo +sich die Weiber aufhalten, wenn er nicht ihr Befiser ist: +niemand bekommt sie zu sehen. Nirgends wird die Eifer- +sucht auf einen hohern Grad getrieben: nirgends ift fie +wilder. Ein gewiffer Eod erwartet den Fremdling, der +in die fur die Frauenzimmer bestimmten Orte einzudringen +oder beim Zusammentreffer auser ihren Hausern einige +Worte an sie zu richten versuchte. Die schonen Gefans +genen find zwar nidyt abgeneigt, einige Ringe an ihrer +Kette zu zerbrechen, und man hat mir einige Abentheuer +erzahlt, wo sie alle Kosten getragen haben, aber derglei- +chen liebenshandcl find sehr verwegen, und nur mit Zittern +erhalt man ein Rendezvous von dieser Art. +Wahrend meines ersten Aufenthaltes zu Kairo +uberraschte ich eines Sages ohne meinen Willen einen +jungen Franjosen, der hinter den halbaufgezogenen +Fenstergardinen im franzosischen Consulatshause viel +Zeichen machte: ich naherte mich ihm und fragte ihn, +ob es nicht unbescheiden ware, Zeuge von einer Unterhala +tung zu seyn, die mir sehr lebhaft zu feyn Tchiene, ob +man gleich nicht ein einziges Wort sprach. Er willigte +gern in mein Begehren ein. Er war auf dem Punkter +Kairo zu verlassen und uberdies konnte er kein anderes","162 + +A + +1 + +Da Me ftets verſchloffen find, und nur ſelten und +zwar noch verſchleiert, oder richtiger geſprochen, mit einer +Maske ausgehen, die das ganze Geſicht bedekt, ſo kanu +die Sonne das Friſche, und das Colorit ihrer Farbe nicht +angreifen und die ſcharfe und Talzigte Luft kann ihre weiße +und zarte Haut nicht verändern. Und für' wen werden +fo viele Reize ſo ſorgfältig aufbewahrt? Für einen einzis +gen Mann, für einen Tyrannen, der ſie gefangen hålt. +Eine uniberſteigliche Scheidewand trennt in dieſen Ländern +die beiden Geſchlechter von einander: das Eine, deſſen +Grazien einen ſo angenehmen Contraſt mit der Starke +und der männlichen Schonheit des Andern machen, iſt ein +Gefangener dieſes und wird das ausſchließliche Eigenthum +einiger Perſonen. Sein Mann darf dahinein treten, wo +ſich die Weiber aufhalten, wenn er nicht ihr Befißer iſt: +niemand bekommt ſie zu ſehen. Nirgends wird die Eifer- +ſucht auf einen höhern Grad getrieben: nirgends ift fie +wilder. Ein gewiffer Eod erwartet den Fremdling, der +in die für die Frauenzimmer beſtimmten Orte einzudringen +oder beim Zuſammentreffer außer ihren Häuſern einige +Worte an ſie zu richten verſuchte. Die ſchönen Gefans +genen find zwar nidyt abgeneigt, einige Ringe an ihrer +Kette zu zerbrechen, und man hat mir einige Abentheuer +erzählt, wo ſie alle Koſten getragen haben, aber derglei- +chen liebenshåndcl find ſehr verwegen, und nur mit Zittern +erhält man ein Rendezvous von dieſer Art. + +Während meines erſten Aufenthaltes zu Kairo +überraſchte ich eines Sages ohne meinen Willen einen +jungen Franjoſen, der hinter den halbaufgezogenen +Fenſtergardinen im franzöſiſchen Conſulatshauſe viel +Zeichen machte: ich näherte mich ihm und fragte ihn, +ob es nicht unbeſcheiden wåre, Zeuge von einer Unterhala +tung zu ſeyn, die mir ſehr lebhaft zu feyn Tchiene, ob +man gleich nicht ein einziges Wort ſprach. Er willigte +gern in mein Begehren ein. Er war auf dem Punkter +Kairo zu verlaſſen und überdies konnte er kein anderes + +c + +1 + + +","Da Männer fest verschlossen finden, und nur selten und zwar noch verschleiert, oder richtiger gesprochen, mit einer Maske ausgehen, die das ganze Gesicht bedeckt, so kann die Sonne das Frische, und das Colorit ihrer Farbe nicht angreifen und die scharfe und Talzigte Luft kann ihre weiße und zarte Haut nicht verändern. Und für wen werden so viele Reize so sorgfältig aufbewahrt? Für einen einzigen Mann, für einen Tyrannen, der sie gefangen hält. + +Eine unübersteigliche Scheidewand trennt in diesen Ländern die beiden Geschlechter von einander: das Eine, dessen Grazien einen so angenehmen Contrast mit der Stärke und der männlichen Schönheit des Andern machen, ist ein Gefangener dieses und wird das ausschließliche Eigenthum einiger Personen. Sein Mann darf dahinein treten, wo sich die Weiber aufhalten, wenn er nicht ihr Befreier ist: niemand bekommt sie zu sehen. + +Nirgends wird die Eifersucht auf einen höhern Grad getrieben: nirgends ist sie wilder. Ein gewisser Tod erwartet den Fremdling, der in die für die Frauenzimmer bestimmten Orte einzudringen oder beim Zusammentreffen außer ihren Häusern einige Worte an sie zu richten versuchte. + +Die schönen Gefangenen finden zwar nicht abgeneigt, einige Ringe an ihrer Kette zu zerbrechen, und man hat mir einige Abentheuer erzählt, wo sie alle Kosten getragen haben, aber dergleichen Liebesabenteuer sind sehr verwegen, und nur mit Zittern erhält man ein Rendezvous von dieser Art. + +Während meines ersten Aufenthaltes zu Kairo überraschte ich eines Tages ohne meinen Willen einen jungen Franzosen, der hinter den halbaufgezogenen Fenstergardinen im französischen Consulatshause viele Zeichen machte: ich näherte mich ihm und fragte ihn, ob es nicht unbescheiden wäre, Zeuge von einer Unterhaltung zu sein, die mir sehr lebhaft zu feyn Tchiene, ob man gleich nicht ein einziges Wort sprach. + +Er willigte gern in mein Begehren ein. Er war auf dem Punkte Kairo zu verlassen und übrigens konnte er kein anderes" +Z166069305,191,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000191/full/full/0/native.jpg,"Intereffe als jenes der Sonderbarkeit auf die Bekannte +fchaft mit einer Frau legen, die er nicht genau sehen und +der er sich nur in einer Entfernung von mehr als rechzig +Fus verstandlich machen konnte. Ich erblikte durch ein +holzernes Gitter die Figur einer Frau, die gegenuber auf +der andern Seite des Kalirch*) oder des Canales von +Kairo wohnte. Sie erwiederte die Zeichen des Franzos +fen und man wiederhohlte taglich mehrmals zu bestimmten +Stunden diese ftillschweigenden Unterhaltungen. Ich +wohnte ihnen bei, ohne das es die Dame gewahr wurde. +Ich lernte die Kunst der Zeichen, die in einem Lande, ivo +man durchaus nicht mit den Frauenzimmern sprechen +fann, eine sehr ausbruksvolle Sprache ist, und ich war +bald'in Stande, selbst ein ziemlich guter Telegraph zu +werden. Der junge Mensch hatte mit dem Consul von +Kairo abreisen muffen und Abschied von ihr genommen. +Da ich allein in dem Hause war, bot ich mich zu feinem +Stellvertreter an: ich gab ihr also zu verstehen, das ich +ein Franzose wie er ware und dieselben Empfindungen +fur sie fuhlte. Ich ward es aber bald uberbrusig, fie +nur durch die engen Deffnungen eines dicken Gitters zu +fehen und vielleicht einer eingebildeten +Schonheit meine +Wunsche darzubringen, ich verlangte daher, fie mochte +fich offentlich zeigen. Man machte Schwierigkeiten; ich +bestand darauf und man versprach mir, sich gegen Abend +auf der Terrasse des Hauses sehen zu laffen. Ich begab +mich auf die Meinige und ich fah, immer noch in einer +Entfernung von sechzig Fus, ein geschmakvoll gekleidetes +Frauenzimmer anlangen; allein sie war verschleiert: dies +war noch schlimmer als der Rhombus ihres Fenstergits +ters, durch welchen ich doch wenigstens eine durchschnit. +tene Sigur rahe. Ich bat auf das innigste, man mochte +ENI +*) Die Ar aber legen allen Canalen, die von Menschenhanden +gemacht sind, den Namen balig oder Staliid bei. +Der Ueberseker.","165 + +! + +1 + +2 + +. ++ + +*** + +Intereffe als jenes der Sonderbarkeit auf die Bekannte +fchaft mit einer Frau legen, die er nicht genau ſehen und +der er ſich nur in einer Entfernung von mehr als rechzig +Fuß verſtåndlich machen konnte. Ich erblikte durch ein +hölzernes Gitter die Figur einer Frau, die gegenüber auf +der andern Seite des Kalirch*) oder des Canales von +Kairo wohnte. Sie erwiederte die Zeichen des Franzos +fen und man wiederhohlte tåglich mehrmals zu beſtimmten +Stunden dieſe ftillſchweigenden Unterhaltungen. Ich +wohnte ihnen bei, ohne daß es die Dame gewahr wurde. +Ich lernte die Kunſt der Zeichen, die in einem Lande, ivo +man durchaus nicht mit den Frauenzimmern ſprechen +fann, eine ſehr ausbruksvolle Sprache iſt, und ich war +bald'in Stande, ſelbſt ein ziemlich guter Telegraph zu +werden. Der junge Menſch hatte mit dem Conſul von +Kairo abreiſen můffen und Abſchied von ihr genommen. +Da ich allein in dem Hauſe war, bot ich mich zu feinem +Stellvertreter an: ich gab ihr alſo zu verſtehen, daß ich +ein Franzoſe wie er wäre und dieſelben Empfindungen +für ſie fühlte. Ich ward es aber bald überbrüßig, fie +nur durch die engen Deffnungen eines dicken Gitters zu +fehen und vielleicht einer eingebildeten + +Schönheit meine +Wünsche darzubringen, ich verlangte daher, fie mochte +fich offentlich zeigen. Man machte Schwierigkeiten; ich +beſtand darauf und man verſprach mir, ſich gegen Abend +auf der Terraſſe des Hauſes ſehen zu laffen. Ich begab +mich auf die Meinige und ich fah, immer noch in einer +Entfernung von ſechzig Fuß, ein geſchmakvoll gekleidetes +Frauenzimmer anlangen; allein ſie war verſchleiert: dies +war noch ſchlimmer als der Rhombus ihres Fenſtergits +ters, durch welchen ich doch wenigſtens eine durchſchnit. +tene Sigur rahe. Ich bat auf das innigſte, man möchte + +$? + +21 + +ENI + +EN + +16 + +*) Die Ar aber legen allen Canalen, die von Menſchenhånden +gemacht ſind, den Namen balig oder Staliid bei. + +Der Ueberſeker. + + +","Interesse als jenes der Sonderbarkeit auf die Bekanntschaft mit einer Frau legen, die er nicht genau sehen und dem er sich nur in einer Entfernung von mehr als sechzig Fuß verständlich machen konnte. Ich erblickte durch ein hölzernes Gitter die Figur einer Frau, die gegenüber auf der andern Seite des Kairoer Kanals oder des Canales von Kairo wohnte. Sie erwiderte die Zeichen des Franzosen und man wiederholte taglich mehrmals zu bestimmten Stunden diese stille Unterhaltungen. Ich wohnte ihnen bei, ohne dass es die Dame gewahr wurde. Ich lernte die Kunst der Zeichen, die in einem Lande, wo man durchaus nicht mit den Frauenzimmer sprechen kann, eine sehr ausdrucksvolle Sprache ist, und ich war bald in Stande, selbst ein ziemlich guter Telegraph zu werden. + +Der junge Mensch hatte mit dem Konsul von Kairo abreisen müssen und Abschied von ihr genommen. Da ich allein in dem Hause war, bot ich mich zu seinem Stellvertreter an: ich gab ihr also zu verstehen, dass ich ein Franzose wie er war und dieselben Empfindungen für sie fühlte. Ich ward es aber bald überdrüssig, sie nur durch die engen Desselungen eines dicken Gitters zu sehen und vielleicht einer eingebildeten Schönheit meine Wünsche darzubringen, ich verlangte daher, sie möge mich offentlich zeigen. + +Man machte Schwierigkeiten; ich bestand darauf und man versprach mir, sich gegen Abend auf der Terrasse des Hauses sehen zu lassen. Ich begab mich auf die meinige und ich sah, immer noch in einer Entfernung von sechzig Fuß, ein geschmackvoll gekleidetes Frauenzimmer anlangen; allein sie war verschleiert: dies war noch schlimmer als der Rhombus ihres Fenstergitters, durch welchen ich doch wenigstens eine durchschnittene Silhouette sah. Ich bat auf das Innigste, man möge + +*) Die Araber legen allen Kanälen, die von Menschenhanden gemacht sind, den Namen balig oder Staliid bei. + +Der Übersetzer." +Z166069305,192,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000192/full/full/0/native.jpg,"den Schleier ablegen. Eine[ chwarze Sklavin, die ihre +Gebieterin begleitete, vereinigte ihre Ermunterungen mit +meinen Bitten; allein alles war vergeblich. Sei diesen +Frauen ist es die hochste Gunftbezeugung, wenn sie ihre +Gestalt zeigen, und aus einer rouderbaren Bescheidenheit +wurden sie lieber ihren ganzen Korper fehen lassen, als +ihr Gesicht entschleiern. Den Tag darauf erneuerte ich +meine Bitte und erreichte meinen Wunsch. Nach +vielen Schwierigkeiten ris ihr die dienstfertige Negerin, +die in das Geheimnis ihrer Gebieterin eingeweiht war, +den Schleier ab und id) erblikte eine schone und artige +Frau. Die Schamrthe verbreitete ein sehr lebhaftes +Colorit uber ihre Wangen, das fich nach und nach +milderte, und es blieben nur die Rofen der Schonheit +zuruk. Von diesem Augenblicke an herrschte die groste +Freiheit in unsern stummen Unterhaltungen. Ich hatte +das groste Kennzeichen von Wohlwollen erhalten. Meine +schone Nachbarin gab mir die Nachricht, ihr Mann, der +ein alter turkischer Kaufmann war, mache auf eine +Zeitlang eine weite Reise, und bat mich, zu ihr zu kom- +men, um uns naher miteinander zu unterhalten. Sie +bezeichnete mir eine kleine Thur, die auf den Canal gieng +und die man nur, um Wasser zu hohlen, offrete. Die +schwarze Sklavin sollte mich daselbst beim Einbruche der +Nacht erwarten und sicher einfuhren. Sie gab mir zu +verstehen, ich durfte nur durch den Canal, der damals +ausgetrofnet war, gehen, um zu dieser Thure zu gelan- +geny und schrour bei ihrem Kopfe, das ich nichts zu +befurchten hatte. Ich wurde schwierig und trug Bedenken. +Die schretlichen Folgen, die ein solcher Schritt haben +konnte, waren in meinen Augen die Schranken, die zu +uberspringen mich weder die liebenswurdigsten und offen- +herzigsten Bitten noch die schmeichelbaftesten Versprechuns +gen bestimmen konnten."" Mehrere Abende verfloffen unter +diesem Kampfe zwischen den beredten Einladungen eines +jartlichen Verlangens und dem oft schwachen Widerstand","164 + +M + +den Schleier ablegen. Eine[ chwarze Sklavin, die ihre +Gebieterin begleitete, vereinigte ihre Ermunterungen mit +meinen Bitten; allein alles war vergeblich. Sei dieſen +Frauen iſt es die höchſte Gunftbezeugung, wenn ſie ihre +Geſtalt zeigen, und aus einer rouderbaren Beſcheidenheit +würden ſie lieber ihren ganzen Körper fehen laſſen, als +ihr Geſicht entſchleiern. Den Tag darauf erneuerte ich +meine Bitte und erreichte meinen Wunſch. Nach +vielen Schwierigkeiten riß ihr die dienſtfertige Negerin, +die in das Geheimniß ihrer Gebieterin eingeweiht war, +den Schleier ab und id) erblikte eine ſchöne und artige +Frau. Die Schamrøthe verbreitete ein ſehr lebhaftes +Colorit über ihre Wangen, das fich nach und nach +milderte, und es blieben nur die Rofen der Schönheit +zurük. Von dieſem Augenblicke an herrſchte die größte +Freiheit in unſern ſtummen Unterhaltungen. Ich hatte +das größte Kennzeichen von Wohlwollen erhalten. Meine +ſchöne Nachbarin gab mir die Nachricht, ihr Mann, der +ein alter türkiſcher Kaufmann war, mache auf eine +Zeitlang eine weite Reiſe, und bat mich, zu ihr zu kom- +men, um uns näher miteinander zu unterhalten. Sie +bezeichnete mir eine kleine Thür, die auf den Canal gieng +und die man nur, um Waſſer zu hohlen, offrete. Die +ſchwarze Sklavin ſollte mich daſelbſt beim Einbruche der +Nacht erwarten und ſicher einführen. Sie gab mir zu +verſtehen, ich dürfte nur durch den Canal, der damals +ausgetrofnet war, gehen, um zu dieſer Thüre zu gelan- +geny und ſchrour bei ihrem Kopfe, daß ich nichts zu +befürchten håtte. Ich wurde ſchwierig und trug Bedenken. +Die ſchretlichen Folgen, die ein ſolcher Schritt haben +konnte, waren in meinen Augen die Schranken, die zu +überſpringen mich weder die liebenswürdigſten und offen- +herzigſten Bitten noch die ſchmeichelbafteſten Verſprechuns +gen beſtimmen konnten."" Mehrere Abende verfloffen unter +dieſem Kampfe zwiſchen den beredten Einladungen eines +järtlichen Verlangens und dem oft ſchwachen Widerſtand + +1 + +> + + +","den Schleier ablegen. Eine schwarze Sklavin, die ihre Gebieterin begleitete, vereinigte ihre Ermunterungen mit meinen Bitten; allein alles war vergeblich. Sei diesen Frauen ist es die höchste Gunstbezeugung, wenn sie ihre Gestalt zeigen, und aus einer rühmlichen Bescheidenheit wurden sie lieber ihren ganzen Körper fehen lassen, als ihr Gesicht entschleiern. Den Tag darauf erneuerte ich meine Bitte und erreichte meinen Wunsch. Nach vielen Schwierigkeiten riß ihr die dienstfertige Negerin, die in das Geheimnis ihrer Gebieterin eingeweiht war, den Schleier ab und ich erblickte eine schöne und artige Frau. Die Schamröte verbreitete ein sehr lebhaftes Colorit über ihre Wangen, das sich nach und nach milderte, und es blieben nur die Rosen der Schönheit zurück. Von diesem Augenblicke an herrschte die größte Freiheit in unsern stummen Unterhaltungen. Ich hatte das größte Kennzeichen von Wohlwollen erhalten. Meine schöne Nachbarin gab mir die Nachricht, ihr Mann, der ein alter türkischer Kaufmann war, mache auf eine Zeitlang eine weite Reise, und bat mich, zu ihr zu kommen, um uns näher miteinander zu unterhalten. Sie bezeichnete mir eine kleine Tür, die auf den Canal ging und die man nur, um Wasser zu holen, offerte. Die schwarze Sklavin sollte mich daselbst beim Einbruche der Nacht erwarten und sicher einführen. Sie gab mir zu verstehen, ich durfte nur durch den Canal, der damals ausgetrocknet war, gehen, um zu dieser Tür zu gelangen, und schwur bei ihrem Kopfe, dass ich nichts zu befürchten hatte. Ich wurde schwierig und trug Bedenken. Die schrecklichen Folgen, die ein solcher Schritt haben konnte, waren in meinen Augen die Schranken, die zu überspringen mich weder die liebenswürdigsten und offenhertzisten Bitten noch die schmeichelhaftesten Versprechungen genügten bestimmen konnten. + +Mehrere Abende verfloffen unter diesem Kampfe zwischen den beredten Einladungen eines jugendlichen Verlangens und dem oft schwachen Widerstande." +Z166069305,193,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000193/full/full/0/native.jpg,"der Klugheit. Allein wir waren eritdekt worden: unsere +Interhaltungen durch Zeichen hatten die Wuth einiger +Mahommedaner erregt, und ein Flintenschus, der von +einer der benachbarten Terraffen kam und deffen Kugel +vor meinen Ohren vorbeipfif, gab mir den Wint, das +es Zeit fery, unfern fruchtlofen Unterhaltungen ein Ziel +ju feben, und lies mich cinsehen, wie klug ich gehandelt +hatte, das ich nicht durch den Canal gegangen war. +Diese Frauen besuchen einander oft. Der Anstand +und die Zurufhaltung find alsdann oft aus ihren Unters +haltungen verbannt. Der ganzliche Mangel an Erziehung +und an Grundfagen; der Nasigang und der Ueberflus, +worin sie ihre Tage verfchwelgen; der Zwang, den die +von allen zarten Empfindungen und' edeln Handlungen +weit entfernten Manner ohne Unterlas gegen fie auss +uben; die Gewisheit, das die Liebe dieser Menschen auf +andere Gegenstande gerichtet ist; die lebhaftigkeit ihrer +Neigungen; das Clima, das rein Feuer auch den fo vers +geblich zur Zartlichkeit gestimmten Herzen' mitheilt; die +Natur, deren machtige Stimme,( welche aber nur allzu oft +von denjenigen verkannt wird, die fie zur Theilnehmung +an ihren Gesetzen und an ihren Vergnugungen einladet), +ihre Sinne erweicht; alles also tragt dazu bei, ihre glus +hende Einbildungskraft, ihre Wunsche, ihre Gesprache +auf einen Gegenstand zu lenken, nach welchem sie nicht +fireben durfen. Bei ihren Besuchen vertreiben fie fich +die Zeit damit, das sie ihre Anzuge ganzlich andern, und +das jede die Kleider der Andern anzieht. Diese Art von +Berwandlungen find nur das Vorspiel und der Vorwand +ju weniger unschuldigen Spielen, die Sapho gelehrt und +getrieben haben soll. Da fie nun zwar in der Kunst die Lies +besgluth zu tauschen, aber nicht zu verldrchen erfahren sind, +so folgt ihnen eben dieselbe Ausfhweifung auch in die +Einsamkeit nach. +Die Manner kennen sehr gut diere Leidenschaft, und +ihre Eifersucht wird daruber unwillig. Sie verbieten","165 + +der Klugheit. Allein wir waren eritdekt worden: unſere +Interhaltungen durch Zeichen hatten die Wuth einiger +Mahommedaner erregt, und ein Flintenſchuß, der von +einer der benachbarten Terraffen kam und deffen Kugel +vor meinen Ohren vorbeipfif, gab mir den Wint, daß +es Zeit fery, unfern fruchtlofen Unterhaltungen ein Ziel +ju feben, und ließ mich cinſehen, wie klug ich gehandelt +hätte, daß ich nicht durch den Canal gegangen war. + +Dieſe Frauen beſuchen einander oft. Der Anſtand +und die Zurüfhaltung find alsdann oft aus ihren Unters +haltungen verbannt. Der gånzliche Mangel an Erziehung +und an Grundfågen; der Näßigang und der Ueberfluß, +worin ſie ihre Tage verfchwelgen; der Zwang, den die +von allen zarten Empfindungen und' edeln Handlungen +weit entfernten Männer ohne Unterlaß gegen fie auss +úben; die Gewißheit, daß die Liebe dieſer Menſchen auf +andere Gegenſtånde gerichtet iſt; die lebhaftigkeit ihrer +Neigungen; das Clima, das rein Feuer auch den fo vers +geblich zur Zärtlichkeit geſtimmten Herzen' mitheilt; die +Natur, deren mächtige Stimme,( welche aber nur allzu oft +von denjenigen verkannt wird, die fie zur Theilnehmung +an ihren Geſetzen und an ihren Vergnügungen einladet), +ihre Sinne erweicht; alles alſo trägt dazu bei, ihre glüs +hende Einbildungskraft, ihre Wünſche, ihre Geſpräche +auf einen Gegenſtand zu lenken, nach welchem ſie nicht +fireben dürfen. Bei ihren Beſuchen vertreiben fie fich +die Zeit damit, daß ſie ihre Anzüge gånzlich ändern, und +daß jede die Kleider der Andern anzieht. Dieſe Art von +Berwandlungen find nur das Vorſpiel und der Vorwand +ju weniger unſchuldigen Spielen, die Sapho gelehrt und +getrieben haben ſoll. Da fie nun zwar in der Kunſt die Lies +besgluth zu tauſchen, aber nicht zu verldrchen erfahren ſind, +ſo folgt ihnen eben dieſelbe Ausfhweifung auch in die +Einſamkeit nach. + +Die Männer kennen ſehr gut diere Leidenſchaft, und +ihre Eiferſucht wird darüber unwillig. Sie verbieten + + +","der Klugheit. Allein wir waren entdeckt worden: unsere Unterhaltungen durch Zeichen hatten die Wuth einiger Mahommedaner erregt, und ein Flintenschuß, der von einer der benachbarten Terrassen kam und dessen Kugel vor meinen Ohren vorbeipiffte, gab mir den Wind, dass es Zeit sei, fernere fruchtlose Unterhaltungen ein Ziel zu geben, und ließ mich einsehen, wie klug ich gehandelt hatte, dass ich nicht durch den Canal gegangen war. + +Diese Frauen besuchen einander oft. Der Anstand und die Zurückhaltung finden alsdann oft aus ihren Unterhaltungen verbannt. Der ganzliche Mangel an Erziehung und an Grundsätzen; der Nassgang und der Überfluss, worin sie ihre Tage verschwelgen; der Zwang, den die von allen zarten Empfindungen und edlen Handlungen weit entfernten Männer ohne Unterlass gegen sie ausüben; die Gewissheit, dass die Liebe dieser Menschen auf andere Gegenstände gerichtet ist; die Lebhaftigkeit ihrer Neigungen; das Klima, das rein Feuer auch den so vergeblich zur Zartlichkeit gestimmten Herzen mitteilt; die Natur, deren mächtige Stimme (welche aber nur allzu oft von denjenigen verkannnt wird, die sie zur Teilnahme an ihren Gesetzen und an ihren Vergnügungen einlädt), ihre Sinne erweicht; alles also trägt dazu bei, ihre glühende Einbildungskraft, ihre Wünsche, ihre Gespräche auf einen Gegenstand zu lenken, nach welchem sie nicht streben dürfen. + +Bei ihren Besuchen vertreiben sie sich die Zeit damit, dass sie ihre Anzüge ganzlich ändern, und dass jede die Kleider der Anderen anzieht. Diese Art von Verwandlungen finden nur das Vorspiel und den Vorwand zu weniger unschuldigen Spielen, die Sapho gelehrt und getrieben haben soll. Da sie nun zwar in der Kunst, die Liebe besorgt zu täuschen, aber nicht zu verderben erfahren sind, so folgt ihnen eben dieselbe Ausschweifung auch in die Einsamkeit nach. + +Die Männer kennen sehr gut diese Leidenschaft, und ihre Eifersucht wird darüber unwillig. Sie verbieten" +Z166069305,194,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000194/full/full/0/native.jpg,"hi! +daher nicht allein allen andern Mannern die Annaherung +an die Zimmer ihrer Frauen( denn Manner darf man +nicht diejenigen verstummelten Weren nennen, die nur +noch die Gestalt derselben haben), sondern sie geben auch +nicht zu, das man leblose Dinge hineinbringe, welche die. +Tauschung befriedigen konnten. Sie begreifen nicht, wie +man fich moglicher Weise auf die Weisheit einer Frau, +perlaffen konne; sie behaupten ohne Scheu, das selbst +diejenigen, die man bei ihnen fur die ehrlichsten halt, keine +Gelegenheit zur Untreue und kein Mittel zur Befriedigung +ihrer fuste vorbeigehen laffen. Die Ungeheuer! Sie wagen +von Treue zu reden; ihr Mund wagt das Wort Tugend, +auszusprechen, die sie beflecken! Sie sind von dem Pfade +der Natur, der sie nur durch Schmahungen dienen, abges +wichen, und treiben die Unverschamtheit so weit, das fie +auf die wonnevolften Gunstbezeugungen ihres schonsten +Werkes Anspruch machen! Diefe Elenben fehen nicht ein, +das jene Treulosigkeiten, woruber sie sich beklagen, der +verdiente Lohn ihrer Verachtung, ihrer Strenge und +ihrer straflichen und emporenden kaunen find! Sobald +fie ihr Herz, wenn es ihnen moglich ist, einer gartlichen +fiebe, ihre Seelen einer heiligen Freundschaft, dem Zus +trauen, das sie gebietet, und der Achtung, die fie unters +halt, offnen werden, werden fte feben, ob dies Geschlecht +das sie verleumden, das, fie nur durch die schrecklichen und +fchweren Ketten kennen, womit fie Dasselbe belasten, nicht +eine tugendhafte Liebe zu erwiedern wiffe, und ob es nicht +felbst das koftliche Heiligthum der gartlichsten Neigungen +und der Standhaftigkeit seh, die jene, darin verewigt*)! +*) Man wird mich vielleicht fragen, wie ich zu den Nachrichten +uber das Innere des Harems gelangt bin, da jede Annahrung +an dieselben doch Fo streng verboten ist. Die Mittel, die ich +angewandt habe, find einfach: aber man wird mir sie mit +Stillschweigen zu ubergehen erlauben: genug, ich stehe fur die +Bahrheit der Grablung.","166 +7 + +hi! + +daher nicht allein allen andern Männern die Annäherung +an die Zimmer ihrer Frauen( denn Månner darf man +nicht diejenigen verſtůmmelten Weren nennen, die nur +noch die Geſtalt derſelben haben), ſondern ſie geben auch +nicht zu, daß man lebloſe Dinge hineinbringe, welche die. +Tåuſchung befriedigen konnten. Sie begreifen nicht, wie +man fich möglicher Weiſe auf die Weisheit einer Frau, +perlaffen könne; ſie behaupten ohne Scheu, daß ſelbſt +diejenigen, die man bei ihnen für die ehrlichſten halt, keine +Gelegenheit zur Untreue und kein Mittel zur Befriedigung +ihrer füſte vorbeigehen laffen. Die Ungeheuer! Sie wagen +von Treue zu reden; ihr Mund wagt das Wort Tugend, +auszuſprechen, die ſie beflecken! Sie ſind von dem Pfade +der Natur, der ſie nur durch Schmåhungen dienen, abges +wichen, und treiben die Unverſchämtheit ſo weit, daß fie +auf die wonnevolften Gunſtbezeugungen ihres ſchönſten +Werkes Anſpruch machen! Diefe Elenben fehen nicht ein, +daß jene Treuloſigkeiten, worüber ſie ſich beklagen, der +verdiente Lohn ihrer Verachtung, ihrer Strenge und +ihrer ſtråflichen und empórenden kaunen find! Sobald +fie ihr Herz, wenn es ihnen móglich iſt, einer gårtlichen +fiebe, ihre Seelen einer heiligen Freundſchaft, dem Zus +trauen, das ſie gebietet, und der Achtung, die fie unters +hålt, offnen werden, werden fte feben, ob dies Geſchlecht +das ſie verleumden, das, fie nur durch die ſchrecklichen und +fchweren Ketten kennen, womit fie Daſſelbe belaſten, nicht +eine tugendhafte Liebe zu erwiedern wiffe, und ob es nicht +felbſt das köftliche Heiligthum der gårtlichſten Neigungen +und der Standhaftigkeit ſeh, die jene, darin verewigt*)! +*) Man wird mich vielleicht fragen, wie ich zu den Nachrichten + +über das Innere des Harems gelangt bin, da jede Annährung +an dieſelben doch Fo ſtreng verboten iſt. Die Mittel, die ich +angewandt habe, find einfach: aber man wird mir ſie mit +Stillſchweigen zu übergehen erlauben: genug, ich ſtehe für die +Bahrheit der Gráblung. + +G + +1 + +$ + +19 + +. + + +","Daher nicht allein allen andern Männern die Annäherung an die Zimmer ihrer Frauen (denn Männer darf man nicht diejenigen verstümmelten Wesen nennen, die nur noch die Gestalt derselben haben), sondern sie geben auch nicht zu, dass man leblose Dinge hineinbringe, welche die Täuschung befriedigen könnten. Sie begreifen nicht, wie man sich möglicherweise auf die Weisheit einer Frau bequemen könne; sie behaupten ohne Scheu, dass selbst diejenigen, die man bei ihnen für die ehrlichsten hält, keine Gelegenheit zur Untreue und kein Mittel zur Befriedigung ihrer Lüste vorbeigehen lassen. + +Die Ungeheuer! Sie wagen von Treue zu reden; ihr Mund wagt das Wort Tugend auszusprechen, die sie beflecken! Sie sind von dem Pfade der Natur, der sie nur durch Schmahungen dienen, abgeswichen, und treiben die Unverschamtheit so weit, dass sie auf die wonnevollsten Gunstbezeugungen ihres schönsten Werkes Anspruch machen! + +Dieselben sehen nicht ein, dass jene Treulosigkeiten, worüber sie sich beklagen, der verdiente Lohn ihrer Verachtung, ihrer Strenge und straflichen und empörenden Käunen sind! Sobald sie ihr Herz, wenn es ihnen möglich ist, einer artlichen Liebe, ihre Seelen einer heiligen Freundschaft, dem Zutrauen, das sie gebietet, und der Achtung, die sie untersagt, öffnen werden, werden sie sehen, ob dies Geschlecht, das sie verleumden, das, sie nur durch die schrecklichen und schweren Ketten kennen, womit sie dasselbe belasten, nicht eine tugendhafte Liebe zu erwidern wisse, und ob es nicht selbst das kostliche Heiligthum der artlichsten Neigungen und der Standhaftigkeit seh. + +*) Man wird mich vielleicht fragen, wie ich zu den Nachrichten über das Innere des Harems gelangt bin, da jede Annäherung an dieselben doch so streng verboten ist. Die Mittel, die ich angewandt habe, sind einfach: aber man wird mir sie mit Stillschweigen zu übergehen erlauben: genug, ich stehe für die Wahrheit der Erzählung." +Z166069305,195,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000195/full/full/0/native.jpg,"Sechzehntes Capitel. +Frauen unter dem Bolfe Schwarze der Augen +Bleiglanz( alquifoux) Rothe an den Handen +und Fusen Henne Haarfalben dice +Seibesgeftalt der Weiber, ihre Reinlichkeit und ihre +Schminkmittel. +Agenthalben, wo ein ausschweifender Luxus auf eine +bevorrechtete Classe in den Stadten eingeschrankt ist, sind +Elend und seine graufenerregenden Begleiteri das Erbtheib +der zahreichsten Classe und die Verwustung des Landes. +Man wurde eine schlechte Stenntnis von den igyptischen +Frauenzimmern haben, wenn man sie ale fur so reizend +und zartlich hielte, wie die schonen Fremdlinge, von wel- +chen ich fo eben gesprochen habe, und die gleich auslan- +dischen Blumen, deren Schonheit man nur durch eine forgas +faltige Prege erhalten kann, blos damit beschaftigt sind, +die Fortdauer der Geschenke zu erhalten, welche fie von +der Natur bekommen haben, und dieselben noch durch die +Reichthumer der Sunft zu verschonern. Die gemeinen +Frauen haben anstatti jener weisen Haut, jenes zarten Colo: +rits, das sich uber das Gesicht jener verbreitet und das +selbe belebt, so wie die Manner eben beffelben Landes, eine +schwarzbraune Haut, und tragen wie die manner aus dem +gemeinen Volke, das Geprage uudz bie Lampen der schref: +lichsten Armuth. Die einzige Kleidung fast aller Weiber, +porzuglich auf dem Lande, besteht in einer Art von weitem","167 + +Sechzehntes Capitel. + +2 + +: + +Frauen unter dem Bolfe Schwarze der Augen +Bleiglanz( alquifoux) Rothe an den Händen +und Füßen Henne Haarfalben dice +Seibesgeftalt der Weiber, ihre Reinlichkeit und ihre + +Schminkmittel. + +7 + +1 + +EI + +Agenthalben, wo ein ausſchweifender Luxus auf eine +bevorrechtete Claſſe in den Städten eingeſchränkt iſt, ſind +Elend und ſeine graufenerregenden Begleiteri das Erbtheib +der zahreichſten Claſſe und die Verwüſtung des Landes. +Man würde eine ſchlechte Stenntniß von den igyptiſchen +Frauenzimmern haben, wenn man ſie ale für ſo reizend +und zärtlich hielte, wie die ſchönen Fremdlinge, von wel- +chen ich fo eben geſprochen habe, und die gleich auslän- +diſchen Blumen, deren Schönheit man nur durch eine forgas +fåltige Prege erhalten kann, bloß damit beſchäftigt ſind, +die Fortdauer der Geſchenke zu erhalten, welche fie von +der Natur bekommen haben, und dieſelben noch durch die +Reichthümer der Sunft zu verſchönern. Die gemeinen +Frauen haben anſtatti jener weißen Haut, jenes zarten Colo: +rits, das ſich über das Geſicht jener verbreitet und daſ +ſelbe belebt, ſo wie die Männer eben beffelben Landes, eine +ſchwarzbraune Haut, und tragen wie die manner aus dem +gemeinen Volke, das Gepräge uudz bie Lampen der ſchref: +lichſten Armuth. Die einzige Kleidung faſt aller Weiber, +porzüglich auf dem Lande, beſteht in einer Art von weitem + +3 + + +","Sechzehntes Capitel. +Frauen unter dem Bilde schwarzer Augen +Bleiglanz (alquifoux) Rote an den Händen und Füssen. +Henker Haarfalben dice Seibengefalt der Weiber, ihre Reinlichkeit und ihre Schminkmittel. + +Aberthalben, wo ein ausschweifender Luxus auf eine bevorrechtete Classe in den Städten eingeschränkt ist, sind Elend und seine grauenerregenden Begleiter das Erbteil der zahlreichsten Classe und die Verwüstung des Landes. +Man würde eine schlechte Kenntnis von den ägyptischen Frauenzimmer haben, wenn man sie alle für so reizend und zartlich hielte, wie die schönen Fremdlinge, von welchen ich so eben gesprochen habe, und die gleich ausländischen Blumen, deren Schönheit man nur durch eine sorgfältige Pflege erhalten kann, bloß damit beschäftigt sind, die Fortdauer der Gaben zu erhalten, welche sie von der Natur bekommen haben, und dieselben noch durch die Reichtümer der Kunst zu verschönen. +Die gemeinen Frauen haben anstatt jener weisen Haut, jenes zarten Colorits, das sich über das Gesicht jener verbreitet und dasselbe belebt, so wie die Männer eben besagten Landes, eine schwarzbraune Haut, und tragen wie die Männer aus dem gemeinen Volke das Gepräge und Zeichen der schrecklichsten Armut. +Die einzige Kleidung fast aller Weiber, vorzüglich auf dem Lande, besteht in einer Art von weitem" +Z166069305,196,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000196/full/full/0/native.jpg,"Sunita mit Aermeln, die auserordentlich breit ift, und +zugleich die Stelle des Rockes und des Semdes vertritt: +fie ist an jeder Seite von den Achseln bis auf die Knie +offen, so das man bei Bewegungen des Korpers diesen +leicht gewahr werden kann: die Frauen aber befummerr +fich wenig darum, wenn nur das Gesicht nicht blos ist. +hele +Reiche und musige Frauen sind nicht blos damit +zufrieden, das sie bei so vielen Reizen schon find, sondern +fie suchen ihre Schonheit noch durch die Hulfe der Toilettens +kunst zu vermehren, die auch bei ihnen in grosem Ansehen +ift. Diere Kunst aber esteht blos in solchen Geschiklich- +keiten, die man schon seit den altesten Zeiten her stets +gebraucht hat: sie werden nicht durch die zahlreichen launen +der Mode verdrangt und verivirrt, und wenn alte und +und unveranderte Gewohnheiten ein Beweis von den ges +ringen Fortschritten in der Aufklarung find, fonnte man +nicht auch behaupten, eine unruhige Unbestandigkeit ist +den Gebrauchen fei ein Kennzeichen der Verschlimmerung +derjenigen, die davon gequalt werden? +Der merkwurdigfte zug der Schonheit im Morgens +lanbe find fchwarze Augen, und man weis, das die Natur +diefelben zu einem charakteristischen Kennzeichen in diesen +Gegenden gemacht hat.: Allein die Aegypterinnen +find nicht mit diesen Geschenken zufrieden, sondern ihre +Augen rollen noch groser und schwarzer erscheinen als fic +wirklich sind. Alle Muselinanninnen; Judinnen und +Christinnon, sowohl Arine als Reiche, farben fich mit +Bleiglanz*), den man in dem levantischen Handel alqui- +foux oder aequifoux nennt, die Augenbraunen und +Augenlieber, um biesen Zwek zu erreichen. Sie zermals +men ihn zu feinem Staube,' welchem sie dadurch Festigkeit +geben das sie ihn mit dem rusigten Rauche einer Lampe +*) Oder Mennig i galena tessulata. Jika","168 + +Sunita mit Aermeln, die außerordentlich breit ift, und +zugleich die Stelle des Rockes und des Semdes vertritt: +fie iſt an jeder Seite von den Achſeln bis auf die Knie +offen, ſo daß man bei Bewegungen des Kórpers dieſen +leicht gewahr werden kann: die Frauen aber befúmmerr +fich wenig darum, wenn nur das Geſicht nicht bloß iſt. + +hele + +1 + +Reiche und müßige Frauen ſind nicht bloß damit +zufrieden, daß ſie bei ſo vielen Reizen ſchon find, ſondern +fie ſuchen ihre Schönheit noch durch die Hülfe der Toilettens +kunſt zu vermehren, die auch bei ihnen in großem Anſehen +ift. Diere Kunſt aber þeſteht bloß in ſolchen Geſchiklich- +keiten, die man ſchon ſeit den älteſten Zeiten her ſtets +gebraucht hat: ſie werden nicht durch die zahlreichen launen +der Mode verdrängt und verivirrt, und wenn alte und +und unveränderte Gewohnheiten ein Beweis von den ges +ringen Fortſchritten in der Aufklärung find, fönnte man +nicht auch behaupten, eine unruhige Unbeſtåndigkeit ist +den Gebrauchen fei ein Kennzeichen der Verſchlimmerung +derjenigen, die davon gequält werden? + +VA + +Der merkwürdigfte zug der Schönheit im Morgens +lanbe find fchwarze Augen, und man weiß, daß die Natur +diefelben zu einem charakteriſtiſchen Kennzeichen in dieſen +Gegenden gemacht hat.: Allein die Aegypterinnen +find nicht mit dieſen Geſchenken zufrieden, ſondern ihre +Augen rollen noch großer und ſchwarzer erſcheinen als fic +wirklich ſind. Alle Muſelinänninnen; Jüdinnen und +Chriſtinnon, ſowohl Arine als Reiche, fårben fich mit +Bleiglanz*), den man in dem levantiſchen Handel alqui- +foux oder aequifoux nennt, die Augenbraunen und +Augenlieber, um bieſen Zwek zu erreichen. Sie zermals +men ihn zu feinem Staube,' welchem ſie dadurch Feſtigkeit +geben daß ſie ihn mit dem ruſigten Rauche einer Lampe + +1 + +*) Oder Mennig i galena teſſulata. Jika + + +","Sunita mit Ärmeln, die außerordentlich breit ist, und zugleich die Stelle des Rockes und des Hemdes vertritt; sie ist an jeder Seite von den Achseln bis auf die Knie offen, so dass man bei Bewegungen des Körpers diesen leicht gewahr werden kann: die Frauen aber befummern sich wenig darum, wenn nur das Gesicht nicht bloß ist. + +Reiche und müsige Frauen sind nicht bloß damit zufrieden, dass sie bei so vielen Reizen schon finden, sondern sie suchen ihre Schönheit noch durch die Hülfe der Toilettenkunst zu vermehren, die auch bei ihnen in großem Ansehen steht. Diese Kunst aber besteht bloß in solchen Geschicklichkeiten, die man schon seit den ältesten Zeiten her stets gebraucht hat: sie werden nicht durch die zahlreichen Launen der Mode verdrängt und verwirrt, und wenn alte und unveränderte Gewohnheiten ein Beweis von den geringen Fortschritten in der Aufklärung finden, so könnte man nicht auch behaupten, eine unruhige Unbeständigkeit ist den Gebrauchen sei ein Kennzeichen der Verschlimmerung derjenigen, die davon gequält werden? + +Der merkwürdigste Zug der Schönheit im Morgenland findet schwarze Augen, und man weiß, dass die Natur dieselben zu einem charakteristischen Kennzeichen in diesen Gegenden gemacht hat. Allein die Ägypterinnen finden nicht mit diesen Geschenken zufrieden, sondern ihre Augen rollen noch größer und schwarz erscheinen als sie wirklich sind. Alle Muselmanninnen, Judinnen und Christinnen, sowohl Arme als Reiche, färben sich mit Bleiglanz*), den man in dem levantischen Handel alqui-fox oder aequi-fox nennt, die Augenbrauen und Augenlider, um diesen Zweck zu erreichen. Sie zermahlen ihn zu einem Staube, welchem sie dadurch Festigkeit geben, dass sie ihn mit dem rußigen Rauche einer Lampe" +Z166069305,197,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000197/full/full/0/native.jpg,"vermischen. Die Reichsten brauchen dazu den Dampf von +Bernstein oder von irgend einer andern fetten und wohla +riechenden Materie, und thun die Spezereien ganz zubea +reitet in kleine Phiolen. Mit dieser Zusammensegung +bemahlen sie sich die Augenbraunen und Augenlieder und +mit einem Stutchen Solz, Rohr oder Feder schwarzen fie +fich auch die Augenwimpern, indem sie leise mit der Hand +zwischen den beiden Augenliedern durchfahren; eine Mode, +die auch unter den romischen Damen eingefuhrt war und +die Juvenat mit so viel Wahrheit geschildert hat*). +Sie bezeichnen auch damit die Augenwinkel, wodurch fie +mehr gespalten zu seyn scheinen, +Das Ebenholz dieser schwarzen Augen sticht anges +nehm gegen die blendende Weise der Haut dieser fchonen +Circaffierinnen ab und giebt ihrer Farbe mehr +lebhaftigkeit: aber nur in der Ferne hat dieser, Contrast +die angenehmste Wirkung; in der Nahe faut die Mahlerei +alzusehr in die Augen und drutt fogar der Physiognomie +eine dustere und etwas harte Schattirung auf. +Die franzosischen Kaufleute zu Sairo erhielten viel +Bleiglanz. Ein Sheil wurde in dem Lande fur die schonen +Augen der Frauenzimmer verbraucht; der groste Sheil +aber gieng nach Arabien und Jemen, wo man ihn +zur Glasur der. Trinkgcfase brauchte. Sie behaupteten, +der englandische ware besser als jeder andere: allein diefer +Handelszweig trug ihnen wenig ein. +Wenn zur agyptischen Schonheit schwarze| Augen, die +man noch mehr schwarzt, nothwendig gehoren, so erfodert, +fie auserdem noch, als einen wichtigen Zufaz, rothgefarbte +Hande und Nagel, Diese leztere Mode ist eben so allgea +*) Illa supercilium, madida fuligine tactum, +Obliqua producit acu, pingitque, trementes +Attollens oculos.","169 + +vermiſchen. Die Reichſten brauchen dazu den Dampf von +Bernſtein oder von irgend einer andern fetten und wohla +riechenden Materie, und thun die Spezereien ganz zubea +reitet in kleine Phiolen. Mit dieſer Zuſammenſègung +bemahlen ſie ſich die Augenbraunen und Augenlieder und +mit einem Stütchen Solz, Rohr oder Feder ſchwarzen fie +fich auch die Augenwimpern, indem ſie leiſe mit der Hand +zwiſchen den beiden Augenliedern durchfahren; eine Mode, +die auch unter den römiſchen Damen eingeführt war und +die Juvenat mit ſo viel Wahrheit geſchildert hat*). +Sie bezeichnen auch damit die Augenwinkel, wodurch fie +mehr geſpalten zu ſeyn ſcheinen, + +. + +1 + +1 + +Das Ebenholz dieſer ſchwarzen Augen ſticht anges +nehm gegen die blendende Weiße der Haut dieſer fchönen +Circaffierinnen ab und giebt ihrer Farbe mehr +lebhaftigkeit: aber nur in der Ferne hat dieſer, Contraſt +die angenehmſte Wirkung; in der Nähe fåūt die Mahlerei +alzuſehr in die Augen und drütt fogar der Phyſiognomie +eine důſtere und etwas harte Schattirung auf. + +ܐ + +Die franzöſiſchen Kaufleute zu Sairo erhielten viel +Bleiglanz. Ein Sheil wurde in dem Lande für die ſchönen +Augen der Frauenzimmer verbraucht; der größte Sheil +aber gieng nach Arabien und Jemen, wo man ihn +zur Glaſur der. Trinkgcfäße brauchte. Sie behaupteten, +der engländiſche wåre beſſer als jeder andere: allein diefer +Handelszweig trug ihnen wenig ein. + +1 + +Wenn zur ägyptiſchen Schonheit ſchwarze| Augen, die +man noch mehr ſchwärzt, nothwendig gehören, ſo erfodert, +fie außerdem noch, als einen wichtigen Zufaz, rothgefärbte +Hände und Någel, Dieſe leztere Mode iſt eben ſo allgea + +*) Illa ſupercilium, madida fuligine tactum, + +Obliqua producit acu, pingitque, trementes +Attollens oculos. + + +","vermischen. Die Reichsten brauchen dazu den Dampf von Bernstein oder von irgend einer andern fetten und wohlriechenden Materie, und thun die Spezereien ganz zubereitet in kleine Phiohlen. Mit dieser Zusammensezung bemahlen sie sich die Augenbrauen und Augenlider und mit einem Stutchen Solz, Rohr oder Feder schwarzen sie auch die Augenwimpern, indem sie leise mit der Hand zwischen den beiden Augenlidern durchfahren; eine Mode, die auch unter den römischen Damen eingeführt war und die Juvenal mit so viel Wahrheit geschildert hat*. Sie bezeichnen auch damit die Augenwinkel, wodurch sie mehr gespalten zu sein scheinen. + +Das Ebenholz dieser schwarzen Augen sticht ansehnlich gegen die blendende Weiße der Haut dieser schönen Circassierinnen ab und gibt ihrer Farbe mehr Lebhaftigkeit: aber nur in der Ferne hat dieser Contrast die angenehmste Wirkung; in der Nähe fällt die Malerei allzu sehr in die Augen und drückt sogar der Physiognomie eine düstere und etwas harte Schattierung auf. + +Die französischen Kaufleute zu Cairo erhielten viel Bleiglanz. Ein Scheil wurde in dem Lande für die schönen Augen der Frauenzimmer verbraucht; der größte Scheil aber ging nach Arabien und Jemen, wo man ihn zur Glasur der Trinkgefäße brauchte. Sie behaupteten, der engländische wäre besser als jeder andere: allein dieser Handelszweig trug ihnen wenig ein. + +Wenn zur ägyptischen Schönheit schwarze Augen, die man noch mehr schwarz macht, nothwendig gehören, so erfordert sie außerdem noch, als einen wichtigen Zufall, rothgefärbte Hände und Nägel. Diese letztere Mode ist eben so allgemein wie*) Illa supercilium, madida fuligine tactum, +Obliqua producit acu, pingitque, trementes +Attollens oculos." +Z166069305,198,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000198/full/full/0/native.jpg,"mein als die erste, und man wurde es fur einen Mangel +an Anstand halten, wenn man sich nicht darnach richtete. +Die Frauen fonnen eben fo wenig ohne diere Mahleret +als ohne Kleider leben. Ste mogen von einem Stande +oder von einer Religion feyn, von welcher fie wollen, +alle, brauchen dieselben Mittel, um sich diese Art von +Zierrathen zu verschaffen, die allein die Herrschaft der Mode +verewigen fann, denn sie verirbt schone Hande eben fo +Fehr als sie dieselben entstellt. Die lebhafte weise Haut +der Hande, die _zarte Rosenfarbe der Nagel wird durch +einen matten Anstrich von rostfarbener oder rothgelber +Farbe vernichtet. Auch die Fussohle, deren, dunnes. +Hautchen, das nicht durch langes und ofteres Gehen +verhartet ist, tagliches Reiben noch mehr berdunnt, wird +mit ebenderselben Farbe beschmiert. +Von dem grunlichen Staube der getrofneter Blatter +des Henne verschaffen sich die Weiber solche wunders +liches +Verschonerungsmittel. Mai bereitet ihn vorzuglich +in dem Said( Oberagypten), von wo man ihn in alle +agyptischen Stadte verfchikt. Die markte find stets +damit, wie mit einer Waare von taglichem und nothwens +digem Gebrauche, reichlich versehen. Man feuchtet ihn +mit Wafer an und man reibt mit diesem weichen Teige +diejenigen Theile, die man farben til: man wickelt ein +Stuf Leinenzeug barum, und nach Verlauf von zwei bis +drei Stunden fizt die rothgelbe Farbe sehr fest darauf. +D6 fich gleich die Weiber die Hande und Fuse- taglich +mehrmals mit laulichten Wasser und mit Seife waschen, +ro bleibt doch diese Farbe lange Zeit feftfigen, und man +hat nur etwan aller vierzehn Tage wieder frische aufzulegen +ndthig. Die Farbe an den Nageln halt noch viel langer, +und man glaubt fogar, das sie nie wieder verlosche. In +der Turkei bedienen sich zwar die Frauenzimmer auch +des Henne', aber sie farben sich blos die Nagel damit und +laffen, ihren Handen und Fusen die naturlichen Farben.","170 + +mein als die erſte, und man würde es für einen Mangel +an Anſtand halten, wenn man ſich nicht darnach richtete. +Die Frauen fonnen eben fo wenig ohne diere Mahleret +als ohne Kleider leben. Ste mogen von einem Stande +oder von einer Religion feyn, von welcher fie wollen, +alle, brauchen dieſelben Mittel, um ſich dieſe Art von +Zierrathen zu verſchaffen, die allein die Herrſchaft der Mode +verewigen fann, denn ſie verðirbt ſchöne Hände eben fo +Fehr als ſie dieſelben entſtellt. Die lebhafte weiße Haut +der Hände, die _zarte Roſenfarbe der Någel wird durch +einen matten Anſtrich von roſtfarbener oder rothgelber +Farbe vernichtet. Auch die Fußſohle, deren, důnnes. +Håutchen, das nicht durch langes und ofteres Gehen +verhårtét iſt, tägliches Reiben noch mehr berdünnt, wird +mit ebenderſelben Farbe beſchmiert. + +1 + +Von dem grünlichen Staube der getrofneter Blåtter +des Henné verſchaffen ſich die Weiber ſolche wunders +liches + +Verſchönerungsmittel. Mai bereitet ihn vorzüglich +in dem Said( Oberägypten), von wo man ihn in alle +ágyptiſchen Städte verfchikt. Die markte find ſtets +damit, wie mit einer Waare von tåglichem und nothwens +digem Gebrauche, reichlich verſehen. Man feuchtet ihn +mit Wafer an und man reibt mit dieſem weichen Teige +diejenigen Theile, die man fårben til: man wickelt ein +Stůf Leinenzeug barum, und nach Verlauf von zwei bis +drei Stunden fizt die rothgelbe Farbe ſehr feſt darauf. +D6 fich gleich die Weiber die Hände und Füße- tåglich +mehrmals mit laulichten Waſſer und mit Seife waſchen, +ro bleibt doch dieſe Farbe lange Zeit feftfigen, und man +hat nur etwan aller vierzehn Tage wieder friſche aufzulegen +ndthig.“ Die Farbe an den Någeln hålt noch viel långer, +und man glaubt fogar, daß ſie nie wieder verloſche. In +der Türkei bedienen ſich zwar die Frauenzimmer auch +des Henne', aber ſie fårben ſich bloß die Någel damit und +laffen, ihren Händen und Füßen die natürlichen Farben. + + +","Mein als die erste, und man würde es für einen Mangel an Anstand halten, wenn man sich nicht darnach richtete. Die Frauen finden eben so wenig ohne diese Mahleret als ohne Kleider leben. Sie mögen von einem Stande oder von einer Religion sein, von welcher sie wollen, alle brauchen dieselben Mittel, um sich diese Art von Zierathen zu verschaffen, die allein die Herrschaft der Mode verewigen kann, denn sie verzerrt schöne Hände eben so sehr als sie dieselben entstellt. Die lebhafte weise Haut der Hände, die zarte Rosenfarbe der Nägel wird durch einen matten Anstrich von rostfarbener oder rothgelber Farbe vernichtet. Auch die Fußsohle, deren dünnes Hautchen, das nicht durch langes und ofteres Gehen verhartet ist, tägliches Reiben noch mehr berührt, wird mit ebenderselben Farbe beschmiert. + +Von dem grünlichen Staube der getrockneten Blätter des Henna verschaffen sich die Weiber solche wundersame Verschönerungsmittel. Mais bereitet ihn vorzüglich in dem Said (Oberägypten), von wo man ihn in alle ägyptischen Städte verschiekt. Die Märkte finden stets damit, wie mit einer Waare von täglichem und nothwendigem Gebrauche, reichlich versehen. Man feuchtet ihn mit Wasser an und man reibt mit diesem weichen Teige diejenigen Theile, die man färben will: man wickelt ein Stück Leinenzeug darum, und nach Verlauf von zwei bis drei Stunden festigt die rothgelbe Farbe sehr fest darauf. + +Doch gleich die Weiber die Hände und Füße täglich mehrmals mit laulichten Wasser und mit Seife waschen, bleibt doch diese Farbe lange Zeit festfigen, und man hat nur etwa alle vierzehn Tage wieder frische aufzulegen nötig. Die Farbe an den Nägeln hält noch viel länger, und man glaubt sogar, dass sie nie wieder verloren geht. In der Türkei bedienen sich zwar die Frauenzimmer auch des Henna', aber sie färben sich bloß die Nägel damit und lassen ihren Händen und Füßen die natürlichen Farben." +Z166069305,199,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000199/full/full/0/native.jpg,"Die Gewohnheit, fich die Nagel zu bemahleur scheine +fichon den alten Aegyptern bekannt gewesen zu seyn*); +denn man hat gefunden, das die Nagel an den Mumien. +meistentheils, rothgefarbt waren. Die agyptischen +Frauenzimmer, aber gehen in dieser allgemeinen Gewohn. +heit noch weiter fie bemahlen fich auch die Finger, aber +fleckenweise und damit fich die Farbe nicht etipann uber: +den ganzen Finger verbreite, mickeln sie bier und da +Garn darum, the fie den Farbenteig darauf legen, die +Finger sind daher nach geendigter Operation ihrer ganzen +kange nach mit kleinen rothen sirkelformigen Binden +bezeichnet. Andere( und dics thun vorzuglich einige +Syrerinnen), wollen, das ihre Hande die ro unangenti +nehme Mischung von Schwarz und Weis haben sollen. Die +Binden, die das Kenne' anfanglich rothscfarbt hat, +werden glanzendschwarz, wenn man sie mit einer Mischung +von Ammoniaffalz, Ralf und Konig reibt. +Man fteht auch die Manner fich den Bart mit dem +benne' farben und den Kopf damit uberschmieren. Sie +behaupten, das diese Tinktur die Organe starkey den: +Ausfall der Barte und Kopfhaare **) verhindere und das +Ungeziefer daraus vertreibe. +Der Senne ist ein groser Strauch, der fehr haufig +in Aegypten wachst. Seine Blatter find langlich +oval, von einem zarten Grun und stehen einander gegens +uber. Die Bluthen wachsen am Ende der Neste in langen +dicken Buscheln. Die kleinen Zweige, welche sie tragen, +fino roth und stehen einander gegenuber: an den Aesten +*) Man- febe die Denkwurdigkeiten uber das Einbalsamiren vom +Herrn v. Eaplu's in den Denkschriften der ut. der Inschriften +u. f. St. 23. BD. S. 133 nach. +_ **) Man weis, das die Anhanger Mabommeds fich auf der +Spige des Kopfes einen grosen Buschel Haare( tehen lassen.","1 + +Die Gewohnheit, fich die Nägel zu bemahleur ſcheine +fichon den alten Aegyptern bekannt geweſen zu ſeyn*); +denn man hat gefunden, daß die Nägel an den Mumien. +meiſtentheils, rothgefärbt waren. Die ágyptiſchen +Frauenzimmer, aber gehen in dieſer allgemeinen Gewohn. +heit noch weiter fie bemahlen fich auch die Finger, aber +fleckenweiſe und damit fich die Farbe nicht etipann über: +den ganzen Finger verbreite, mickeln ſie bier und da +Garn darum, the fie den Farbenteig darauf legen, die +Finger ſind daher nach geendigter Operation ihrer ganzen +kånge nach mit kleinen rothen sirkelförmigen Binden +bezeichnet. Andere( und diçs thun vorzüglich einige +Syrerinnen), wollen, daß ihre Hände die ro unangenti +nehme Miſchung von Schwarz und Weiß haben ſollen. Die +Binden, die das Kenne' anfänglich rothscfårbt hat, +werden glånzendſchwarz, wenn man ſie mit einer Miſchung +von Ammoniaffalz, Ralf und Konig reibt. + +· + +Man fteht auch die Männer fich den Bart mit dem +benne' fårben und den Kopf damit überſchmieren. Sie +behaupten, daß dieſe Tinktur die Organe ſtårkey den: +Ausfall der Barte und Kopfhaare **) verhindere und das +Ungeziefer daraus vertreibe. + +. + +Der Senne iſt ein großer Strauch, der fehr häufig +in Aegypten wächſt. Seine Blåtter find långlich +oval, von einem zarten Grün und ſtehen einander gegens +über. Die Blüthen wachſen am Ende der Neſte in langen +dicken Büſcheln. Die kleinen Zweige, welche ſie tragen, + +' +fino roth und ſtehen einander gegenüber: an den Aeſten + +*) Man- febe die Denkwürdigkeiten über das Einbalſamiren vom + +Herrn v. Eaplu's in den Denkſchriften der ut. der Inſchriften + +u. f. St. 23. BD. S. 133 nach. +_ **) Man weiß, daß die Anhänger Mabommeds fich auf der + +Spige des Kopfes einen großen Büſchel Haare( tehen laſſen. + + +","Die Gewohnheit, sich die Nägel zu bemahlen, scheint den alten Ägyptern bekannt gewesen zu sein*); denn man hat gefunden, dass die Nägel an den Mumien meistentheils rothgefärbt waren. Die ägyptischen Frauenzimmer aber gehen in dieser allgemeinen Gewohnheit noch weiter, sie bemahlen sich auch die Finger, aber fleckenweise und damit sich die Farbe nicht über den ganzen Finger verbreite, machen sie hier und da Garn darum, die sie den Farbenteig darauf legen; die Finger sind daher nach geendigter Operation ihrer ganzen Länge nach mit kleinen rothen sirkelformigen Binden bezeichnet. Andere (und dies thun vorzüglich einige Syrerinnen), wollen, dass ihre Hände die rohe unangemessene Mischung von Schwarz und Weiß haben sollen. Die Bänder, die das Kennzeichen anfanglich rothschwarz hat, werden glanzendschwarz, wenn man sie mit einer Mischung von Ammoniaksalz, Ralf und König reibt. + +Man sieht auch die Männer sich den Bart mit dem benannten Farben und den Kopf damit überschmieren. Sie behaupten, dass diese Tinktur die Organe stark mache, den Ausfall der Barte und Kopfhaare verhindere und das Ungeziefer daraus vertreibe. + +Der Senna ist ein großer Strauch, der sehr häufig in Ägypten wächst. Seine Blätter sind langlich oval, von einem zarten Grün und stehen einander gegenüber. Die Blüten wachsen am Ende der Neste in langen dicken Büscheln. Die kleinen Zweige, welche sie tragen, sind roth und stehen einander gegenüber an den Ästen. + +*) Man sehe die Denkwürdigkeiten über das Einbalsamieren vom Herrn v. Eapus in den Denkschriften der K. u. I., St. 23, Bd. S. 133 nach. +**) Man weiß, dass die Anhänger Mohammeds sich auf der Spitze des Kopfes einen großen Büschel Haare scheren lassen." +Z166069305,200,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000200/full/full/0/native.jpg,"wachst ein kleines fast rundes, an dem Ende aber fpisiges +Blatt. Die Blumenfrone besteht aus vier Blattern, die +wie zusammengerollt find und etwas gelb aussehen. +zwischen jedem Blatte stehen zwei weise Staubfadent +die an der Spise gelb find. Man sieht nur einen weisen +Griffel. Der Stiel ist anfanglich roffarben und nimmt +hernach ein zartes Grun an. Der Keld iff in vier Theile +zerschnitten, die bis an ihren ausersten Theil, der rostfar- +ben ist, von einem zarten Grun find. Die Frucht oder +die Beere ist vor ihrer Reife eine grune Capfel: wenn sie +aber reift, nimmt fie eine rothe Farbe an und wenn sie +durre ift, wird sie braun: fie ist in vier Behaltniffe abger +theilt, worin die dreieckigten braunen Kornet eingeschlor- +fen liegen. Die Rinde des Stammes und der Zweige ift +dunkelgrau, und das Holz hat inwendig einen leichten +Anstrich von Gelb. +Anfanglich hatte man dies Gestrauch fur eine Art +bon Rainwaide*) gehalten, mit welcher es wirklich viele +Aehnlichkeiten hat: allein die Verschiedenheiten in den +Befruchtungstheilen haben die Krauterkundigen bestimmt, +ein besonderes Geschlecht daraus zu machen, welchem +finn a us den Namen Lawsonia und der Art, von +welcher hier die Rede ist; Lawsonia inermis gegeben +hat **). Sein arabischer Name ist Henne oder +* Ligustrum vulgare. L. +**) Lawsonia inermis foliis fubfellilibus ovatis, vtrinque acutis. +Lin.- Lawlonia Spinosa, alhenna. Harrelquists Reise +nad der Levante. Anmerkung. Das Beiwort fpinofa +past ganz und gar nicht fur den Henne', weil er gar keine +Stacheln hat Lawsonia inermis. Forskal. Hora aegyptiaco- +arabica.( Blumenbach unterscheidet Lawsonia inermis und +spinosa von einander: denn er fagt in seinen Anmerkungen zu +Bruces Reise 5. Bd. S. 252 Nicht blos die Blatter der +Lawsonia inermis, wie Herr Bruce hier fagt,( denn das ist +Das Ligustrum aegyptiacum latifolium) fondern auch die von","172 + +wächſt ein kleines faſt rundes, an dem Ende aber fpißiges +Blatt. Die Blumenfrone beſteht aus vier Blättern, die +wie zuſammengerollt find und etwas gelb ausſehen. +zwiſchen jedem Blatte ſtehen zwei weiße Staubfådent + +, +die an der Spiße gelb find. Man ſieht nur einen weißen +Griffel. Der Stiel iſt anfänglich roffarben und nimmt +hernach ein zartes Grün an. Der Keld iff in vier Theile +zerſchnitten, die bis an ihren außerſten Theil, der roſtfar- +ben iſt, von einem zarten Grün find. Die Frucht oder +die Beere iſt vor ihrer Reife eine grüne Capfel: wenn ſie +aber reift, nimmt fie eine rothe Farbe än und wenn ſie +durre ift, wird ſie braun: fie iſt in vier Behältniffe abger +theilt, worin die dreieckigten braunen Körnet eingeſchlor- +fen liegen. Die Rinde des Stammes und der Zweige ift +dunkelgrau, und das Holz hat inwendig einen leichten +Anſtrich von Gelb. + +14 + +Anfänglich hatte man dies Geſträuch für eine Art +bon Rainwaide*) gehalten, mit welcher es wirklich viele +Aehnlichkeiten hat: allein die Verſchiedenheiten in den +Befruchtungstheilen haben die Kräuterkundigen beſtimmt, +ein beſonderes Geſchlecht daraus zu machen, welchem +finn å us den Namen Lawſonia und der Art, von +welcher hier die Rede iſt; Lawſonia inermis gegeben +hat **). Sein arabiſcher Name iſt Henné oder + +1 + +* + +I + +* Liguſtrum vulgare. L. +**) Lawſonia inermis foliis fubfellilibus ovatis, vtrinque acutis. + +Lin.- Lawlonia Spinoſa, alhenna. Harrelquiſts Reiſe +nad der Levante. Anmerkung. Das Beiwort fpinofa +paßt ganz und gar nicht für den Henne', weil er gar keine +Stacheln hat Lawſonia inermis. Forſkal. Hora aegyptiaco- +arabica.( Blumenbach unterſcheidet Lawſonia inermis und +ſpinoſa von einander: denn er fagt in ſeinen Anmerkungen zu +Bruces Reiſe 5. Bd. S. 252 Nicht bloß die Blätter der +Lawſonia inermis, wie Herr Bruce hier fagt,( denn das iſt +Das Liguſtrum aegyptiacum latifolium) fondern auch die von + ++ + + +","wachst ein kleines fast rundes, an dem Ende aber spitziges Blatt. Die Blumenkrone besteht aus vier Blättern, die wie zusammengerollt sind und etwas gelb aussehen. Zwischen jedem Blatte stehen zwei weiße Staubfäden, die an der Spitze gelb sind. Man sieht nur einen weißen Griffel. Der Stiel ist anfanglich rostfarben und nimmt hernach ein zartes Grün an. Der Kelch ist in vier Teile zerschnitten, die bis an ihren äußersten Teil, der rostfarben ist, von einem zarten Grün sind. Die Frucht oder die Beere ist vor ihrer Reife eine grüne Kapfel: wenn sie aber reift, nimmt sie eine rothe Farbe an und wenn sie durre ist, wird sie braun; sie ist in vier Behältnisse abgetheilt, worin die dreieckigen braunen Körner eingeschlossen liegen. Die Rinde des Stammes und der Zweige ist dunkelgrau, und das Holz hat inwendig einen leichten Anstrich von Gelb. + +Anfanglich hatte man dies Gestrauch für eine Art von Rainweide*) gehalten, mit welcher es wirklich viele Ähnlichkeiten hat: allein die Verschiedenheiten in den Befruchtungstheilen haben die Kräuterkundigen bestimmt, ein besonderes Geschlecht daraus zu machen, welchem man den Namen Lawsonia und der Art, von welcher hier die Rede ist; Lawsonia inermis gegeben hat **). Sein arabischer Name ist Henne oder Ligustrum vulgare. L. +**) Lawsonia inermis foliis subfelligilibus ovatis, utrinque acutis. Lin.- Lawlonia Spinosa, alhenna. Harrelquists Reise nach der Levante. Anmerkung. Das Beiwort spinosa past ganz und gar nicht für den Henne', weil er gar keine Stacheln hat Lawsonia inermis. Forskal. Hora aegyptiaco-arabica.( Blumenbach unterscheidet Lawsonia inermis und spinosa von einander: denn er sagt in seinen Anmerkungen zu Bruces Reise 5. Bd. S. 252 Nicht blos die Blätter der Lawsonia inermis, wie Herr Bruce hier sagt,(denn das ist Das Ligustrum aegyptiacum latifolium) sondern auch die von" +Z166069305,201,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000201/full/full/0/native.jpg,"Hanna, und mit dem Artikel, Elhenne oder Ela +banna, in der Surfei nennt man es tanna oder +ultanna. Ob man gleich in mehrern naturhistorischen +Werfen eine Abbildung von diesem Gestrauche gegeben +Hat*), so ist es doch nirgends mit so vieler Genauigkeit +und mit so vieler Reidihaltigkeit dargestellt worden als +in der Zeichnung, die ich davon zu Raschio habe +machen laffen, und wo die verschiedenen Theile des +Gestrauches getreu abgebildet fine. +Miller hat den senne in England angebauet, +wo man ihn aber ftets im Ereibhause verschliesen mus. +Jezt findet man ihn noch nicht in der reichen und berts +lichen Sammlung von Pflanzen in den Nationalgara +ten Frankreich s. Uber der Fleis der Gelehrten, +die mit Bonaparte in Uegypten find, werden ihn +ohne Zweifel bald mit diesem bezaubernden und nuzlichen +Gestrauche' verfehen. Da Frankreich eine gluflichere +Lage als Englano hat; fo kartat es vielleicht dasselbe +in seinen mittaglichen Departements anbauen und diese +mit diesem Handelszweige bereichern. +Es ist wirklich eine von denjenigen Pflanzen, die deni +Auge und dem Geruche gar sehr schmeicheln. Die etwas +der Ipinosa werden in den Morgenlandern zum Rothfarben +der Nagel oder gar der Hande und Fuse gebraucht. Die Sitte +mus fehr alt fepa. Jd befise eine Mumienfigur mit rothge: +beiztein Nagel I. R. Forster sagt von dem Alter dieser +Schminke: es ist eine sehr alte Sitte der Morgenlanber, +das sie bei festlichen Gelegenheiten die Augenlieber und die +Augenbraunen mit einem Praparate von Spieglas schwarzen, +Fuse und Hande aber mit einem Pulver von Alhenna oder +Lawsonia inermis L. gelbfarben. Von den Schminken oder +Schwarzen der Augen findet man schon Sep. III. 16 Spuren: +fie farben die Augeu. +Der Ueberseker. +*) Walt. Part. 3. t. 4. Rauwolf itin. t. 60 +Clus- Rhead. Malab. 4. t. 57. +Belon p. 135 dto.","173 + +7 + +1 + +1 + +2 + +Hanna, und mit dem Artikel, Elhenne oder Ela +banna, in der Súrfei nennt man es tanna oder +ultanna. Ob man gleich in mehrern naturhiſtoriſchen +Werfen eine Abbildung von dieſem Geſträuche gegeben +Hat*), ſo iſt es doch nirgends mit ſo vieler Genauigkeit +und mit ſo vieler Reidihaltigkeit dargeſtellt worden als +in der Zeichnung, die ich davon zu Raſchio habe +machen laffen, und wo die verſchiedenen Theile des +Geſtråuches getreu abgebildet fine. + +Miller hat den senne in England angebauet, +wo man ihn aber ftets im Ereibhauſe verſchließen muß. +Jezt findet man ihn noch nicht in der reichen und berts +lichen Sammlung von Pflanzen in den Nationalgara +ten Frankreich s. Uber der Fleiß der Gelehrten, +die mit Bonaparte in Uegypten find, werden ihn +ohne Zweifel bald mit dieſem bezaubernden und nůzlichen +Geſträuche' verfehen. Dä Frankreich eine glüflichere +Lage als Englanó hat; fo kartat es vielleicht daſſelbe +in ſeinen mittäglichen Departements anbauen und dieſe +mit dieſem Handelszweige bereichern. + +Es iſt wirklich eine von denjenigen Pflanzen, die deni +Auge und dem Geruche gar ſehr ſchmeicheln. Die etwas + +1 + +! + +1 + +1 + +그 + +1 + +1 + +der Ipinoſa werden in den Morgenlandern zum Rothfårben +der Nägel oder gar der Hände und Füße gebraucht. Die Sitte +muß fehr alt fepa. Jd befiße eine Mumienfigur mit rothge: +beiztein Nagel I. R. Forſter ſagt von dem Alter dieſer +Schminke: es iſt eine ſehr alte Sitte der Morgenlånber, +daß ſie bei feſtlichen Gelegenheiten die Augenlieber und die +Augenbraunen mit einem Präparate von Spieglas ſchwarzen, +Füße und Hande aber mit einem Pulver von Alhenna oder +Lawſonia inermis L. gelbfårben. Von den Schminken oder +Schwarzen der Augen findet man ſchon Sep. III. 16 Spuren: +fie farben die Augeu. + +Der Ueberſeker. + +*) Walt. Part. 3. t. 4. Rauwolf itin. t. 60 + +Clus- Rhead. Malab. 4. t. 57. + +Belon p. 135 dto. + + +","Hanna, und mit dem Artikel, Elhenne oder Ella +banna, in der Sprache nennt man es tanna oder ultanna. Ob man gleich in mehreren naturhistorischen Werken eine Abbildung von diesem Gestrauche gegeben hat*), so ist es doch nirgends mit so vieler Genauigkeit und mit so vieler Reidlichkeit dargestellt worden als in der Zeichnung, die ich davon zu Raschio habe machen lassen, und wo die verschiedenen Theile des Gestrauches getreu abgebildet sind. + +Miller hat den Senne in England angebaut, wo man ihn aber fest im Ereibhause verschließen muss. Jetzt findet man ihn noch nicht in der reichen und beträchtlichen Sammlung von Pflanzen in den Nationalgärten Frankreichs. Über den Fleiß der Gelehrten, die mit Bonaparte in Ägypten sind, werden sie ihn ohne Zweifel bald mit diesem bezaubernden und nützlichen Gestrauche verfehen. Da Frankreich eine günstigere Lage als England hat; so könnte es vielleicht dasselbe in seinen mittäglichen Departements anbauen und diese mit diesem Handelszweige bereichern. + +Es ist wirklich eine von denjenigen Pflanzen, die dem Auge und dem Geruche gar sehr schmeicheln. Die etwas der Ipinosa werden in den Morgenländern zum Rothfärben der Nägel oder gar der Hände und Füße gebraucht. Die Sitte muss sehr alt sein. Ich besitze eine Mumienfigur mit rothgebeizten Nägeln. I. R. Forster sagt von dem Alter dieser Schminke: es ist eine sehr alte Sitte der Morgenländer, dass sie bei festlichen Gelegenheiten die Augenlider und die Augenbrauen mit einem Präparate von Spiegelglas schwarz färben, Füße und Hände aber mit einem Pulver von Alhenna oder Lawsonia inermis L. gelbfarben. Von den Schminken oder Schwarzen der Augen findet man schon bei Sep. III. 16 Spuren: sie färben die Augen. + +Der Übersetzer. +*) Walt. Part. 3. t. 4. Rauwolf itin. t. 60 +Clus- Rhoad. Malab. 4. t. 57. +Belon p. 135 dto." +Z166069305,202,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000202/full/full/0/native.jpg,"bunkle Farbe ihrer Rinde, das leichte Grun ihrer Blatter, +die sanfte Mischung von Weis und Gelb, womit die in +lange Trauben zusammenverbundenen Bluthen, wie bei +dem spanischen Flieder, gefarbt find, der rothe Anftrich +der Zweige, die fie tragen, machen ein Ganzes von einer +Tehr angenehmen Wirkung aus. Diese Bluthen, deren: +Schattirungen so zart find, verbreiten in der Ferne den +lieblichsten Geruch und durchduften balsamifch die Garten +und die Zimmer die fie verschonern. Sie find auch +gewohnlich der Straus, womit fich die Schonheit +schmuft. +Die Frauenzimmer pugen sich gern damtt, +berschonern mit derselben ihre Wohnzimmer, nehmen fte +mit in die Bader, halten sie in der Hand und gebent +endlich damit ihrem Busen einen Wohlgeruch. Auf diesen +Genus, den ihnen' nur selten das milde Clima und der +leichte Anbau verweigert, legen fie einen so hohen Werth, +das sie ihn sich ausschlieslich zuzueignen wunschen, und +das fie es ungern sehen, wenn chriftliche und ju dia, +che Frauengimmer denselben mit ihnen theilen. Also +ubt auch in diesen Landern das Opfer der Tyrannei, die +Schonheit, ihren Despotismus aus? Allein dieser hat +nicht8 hartes noch beschwerliches; seine Launen find +lieben swurdig; er erstrekt sich nur auf Blumen. +Es ist aber. eine' merkwurdige Eigenheit, das der +Wohlgeruch, den die Bluthen des Henne ausduften, +nicht mehr angenehm ist, wenn man sie sehr nahe beriecht. +Er wird alsdann fast ganzlich von eineta auffallenden +Saamengeruche verschlungen. Zerdruft man Einige von +diesen Bluthen zwischen den Fingern, so behalt der leztere +Geruch die Oberhand: er ist sogar allein merkbar. Diese +Eigenheit ist eine Quelle platter Scherze bei den ich de +nen Geiftern des Landes, und der Glaube, das der +Henne die Abtreibung der Kinder bewirke, macht sie darin +unerschepflich. Man zieht aus diesen Bluthen ein wohl. +riechendes Wasser, womit man fie selbst die kurze Zeit","173 + +1 + +HE + +MA + +bunkle Farbe ihrer Rinde, das leichte Grün ihrer Blätter, +die ſanfte Miſchung von Weiß und Gelb, womit die in +lange Trauben zuſammenverbundenen Blüthen, wie bei +dem ſpaniſchen Flieder, gefärbt find, der rothe Anftrich +der Zweige, die fie tragen, machen ein Ganzes von einer +Tehr angenehmen Wirkung aus. Dieſe Blüthen, deren: +Schattirungen ſo zart find, verbreiten in der Ferne den +lieblichſten Geruch und durchduften balſamifch die Garten +und die Zimmer die fie verſchönern. Sie find auch +gewohnlich der Straus, womit fich die Schónheit +ſchmüft. + +Die Frauenzimmer pugen ſich gern damtt, +berſchönern mit derſelben ihre Wohnzimmer, nehmen fte +mit in die Båder, halten ſie in der Hand und gebent +endlich damit ihrem Buſen einen Wohlgeruch. Auf dieſen +Genuß, den ihnen' nur ſelten das milde Clima und der +leichte Anbau verweigert, legen fie einen ſo hohen Werth, +daß ſie ihn ſich ausſchließlich zuzueignen wünschen, und +daß fie es ungern ſehen, wenn chriftliche und jú dia, + +che Frauengimmer denſelben mit ihnen theilen. Alſo +übt auch in dieſen Ländern das Opfer der Tyrannei, die +Schönheit, ihren Deſpotismus aus? Allein dieſer hat +nicht8 hartes noch beſchwerliches; ſeine Launen find +lieben swürdig; er erſtrekt ſich nur auf Blumen. + +1 + +$ 4 + +4 + +Es iſt aber. eine' merkwürdige Eigenheit, daß der +Wohlgeruch, den die Blüthen des Henne ausduften, +nicht mehr angenehm iſt, wenn man ſie ſehr nahe beriecht. +Er wird alsdann faſt gånzlich von eineta auffallenden +Saamengeruche verſchlungen. Zerdrüft man Einige von +dieſen Blüthen zwiſchen den Fingern, ſo behålt der leztere +Geruch die Oberhand: er iſt ſogar allein merkbar. Dieſe +Eigenheit iſt eine Quelle platter Scherze bei den ich de +nen Geiftern des Landes, und der Glaube, daß der +Henne die Abtreibung der Kinder bewirke, macht ſie darin +unerſchepflich. Man zieht aus dieſen Blüthen ein wohl. +riechendes Waſſer, womit man fie ſelbſt die kurze Zeit + + +","bunkle Farbe ihrer Rinde, das leichte Grün ihrer Blätter, +die sanfte Mischung von Weiß und Gelb, womit die in +lange Trauben zusammenverbundenen Blüthen, wie bei +dem spanischen Flieder, gefärbt sind, der rothe Anstrich +der Zweige, die sie tragen, machen ein Ganzes von einer sehr angenehmen Wirkung aus. Diese Blüthen, deren Schattirungen so zart sind, verbreiten in der Ferne den lieblichsten Geruch und durchduften balsamisch die Gärten +und die Zimmer, die sie verschönern. Sie sind auch gewöhnlich der Strauss, womit sich die Schönheit schmückt. + +Die Frauenzimmer putzen sich gern damit, +schmücken mit derselben ihre Wohnzimmer, nehmen sie mit in die Bäder, halten sie in der Hand und geben endlich damit ihrem Busen einen Wohlgeruch. Auf diesen Genuß, den ihnen nur selten das milde Klima und der leichte Anbau verweigert, legen sie einen so hohen Werth, dass sie ihn sich ausschließlich zuzueignen wünschen, und dass sie es ungern sehen, wenn christliche und jüdische Frauengimmer denselben mit ihnen theilen. Also übt auch in diesen Landern das Opfer der Tyrannei, die Schönheit, ihren Despotismus aus? Allein dieser hat nicht hartes noch beschwerliches; seine Launen sind liebenswürdig; er erstreckt sich nur auf Blumen. + +Es ist aber eine merkwürdige Eigenheit, dass der +Wohlgeruch, den die Blüthen des Hennens ausduften, +nicht mehr angenehm ist, wenn man sie sehr nahe berührt. +Er wird alsdann fast ganzlich von einem auffallenden Saamengeruche verschlungen. Zerdrückt man einige von diesen Blüthen zwischen den Fingern, so behält der letztere Geruch die Oberhand: er ist sogar allein merkbar. Diese Eigenheit ist eine Quelle platter Scherze bei den ich nennten Geistern des Landes, und der Glaube, dass der Henn die Abtreibung der Kinder bewirke, macht sie darin unerschrecklich. Man zieht aus diesen Blüthen ein wohlriechendes Wasser, womit man sich selbst für kurze Zeit" +Z166069305,203,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000203/full/full/0/native.jpg,"aber errezt, wo Pie fehlen. Was nun die zahlreichen +medicinischen Eigenschaften anbetrift, die die einzelnen +Sheile der Pflanze besigen sollen, so ist bis jezt noch +nichts ganz Gewiffes daruber ausgemacht. Mehrere +Schriftsteller haben sie aufgezahlt, und ich begnuge mich, +meine Refer auf sie zu verweisen*). +Allein die nuzlichen und ausgemachten Eigenschaften +des Benne' schranken sich nicht blos auf Gegenstande +des Vergnugend oder der Mode ein, sondern die Kunst +zieht auch Vortheile aus dem Pulver seiner Blatter. +man begreift leicht, das eine Materie, die so leicht eine +feste dauerhafte Farbe liefert, die man durch Mischungen +aus Gelb in das lebhafteste Roth verwandeln kann, +nothwendig auch Hilfsmittel zum Farben abgeben mus. +Sie machte in aegypten einen zierrlich betrachtlichen +Handelszweig aus. Man belud jahrlich in Alexan. +orien vierzehn bis funfzehn Fahrzeuge mit diesen zu +Pulver gemachten Blattern und schikte sie nach Smyrna, +Conftantinopel, Salonichi, von wo aus man fie +nach mehrern nordlichen Landern und sogar, wie man +inir gesagt hat, nach Deutschland verfuhrte: man +braucht sie daselbst zum Farben von Pelzwerk und zur +Zubereitung von Hauten **). In Frankreich ist ihr +Gebrauch noch nicht bekannt. +7) Man rehe Prosp, Alpinus de Plantis Aegypt. cap. 15. -- Ejusd. +de Medic. Aegypt. 1. 4. c. 1. 1. F. w. +**) Blumenbach sagt in den Anmerkungen zu Bruce: Was der +Berfaffer sagt, das dieses Rothfarben mit dem Henne' nidit +blos zum Puse, sondern auch als Verwahrungsmittel gegen +Beschwerdent: diene, ist auch bei andern ahnlichen Gebrauchen +der Fall. So rukuiren sich die Caraiben am ganzen Leibe +nicht blos zur Zierde, sondern auch deshalb, weil diese rothe +Farbe die bei ihnen so haufigen und lastigen Moskiten und +andere stedende Insekteu abhalt. +Der Ueberseter.","175 + +áber errezt, wo Pie fehlen. Was nun die zahlreichen +mediciniſchen Eigenſchaften anbetrift, die die einzelnen +Sheile der Pflanze beſigen ſollen, ſo iſt bis jezt noch +nichts ganz Gewiffes darüber ausgemacht. Mehrere +Schriftſteller haben ſie aufgezählt, und ich begnüge mich, +meine Refer auf ſie zu verweiſen*). + +Allein die nuzlichen und ausgemachten Eigenſchaften +des Benne' ſchránken ſich nicht bloß auf Gegenſtände +des Vergnügend oder der Mode ein, ſondern die Kunſt +zieht auch Vortheile aus dem Pulver ſeiner Blåtter. +man begreift leicht, daß eine Materie, die ſo leicht eine +feſte dauerhafte Farbe liefert, die man durch Miſchungen +aus Gelb in das lebhafteſte Roth verwandeln kann, +nothwendig auch Hilfsmittel zum Fårben abgeben muß. +Sie machte in aegypten einen zierrlich beträchtlichen +Handelszweig aus. Man belud jährlich in Alexan. +orien vierzehn bis fünfzehn Fahrzeuge mit dieſen zu +Pulver gemachten Blåttern und ſchikte ſie nach Smyrna, +Conftantinopel, Salonichi, von wo aus man fie +nach mehrern nördlichen Ländern und ſogar, wie man +inir geſagt hat, nach Deutſchland verführte: man +braucht ſie daſelbſt zum Fårben von Pelzwerk und zur +Zubereitung von Håuten **). In Frankreich iſt ihr +Gebrauch noch nicht bekannt. + +L + +7) Man rehe Proſp, Alpinus de Plantis Aegypt. cap. 15. -- Ejusd. +. + +. +de Medic. Aegypt. 1. 4. c. 1. 1. F. w. +**) Blumenbach ſagt in den Anmerkungen zu Bruce: Was der + +Berfaffer ſagt, daß dieſes Rothfarben mit dem Henne' nidit +bloß zum Puße, ſondern auch als Verwahrungsmittel gegen +Beſchwerdent: diene, iſt auch bei andern ähnlichen Gebrauchen +der Fall. So rukuiren ſich die Caraiben am ganzen Leibe +nicht bloß zur Zierde, ſondern auch deshalb, weil dieſe rothe +Farbe die bei ihnen ſo häufigen und läſtigen Moskiten und +andere ſtedende Inſekteu abhält. + +Der Ueberſeter. + +1 + + +","aber erreicht, wo Pie fehlen. Was nun die zahlreichen medicinischen Eigenschaften anbetrifft, die die einzelnen Theile der Pflanze besitzen sollen, so ist bis jetzt noch nichts ganz Gewisses daruber ausgemacht. Mehrere Schriftsteller haben sie aufgezahlt, und ich begnuge mich, meine Referenzen auf sie zu verweisen. + +Allein die nutzlichen und ausgemachten Eigenschaften des Benne schranken sich nicht blos auf Gegenstande des Vergnugens oder der Mode ein, sondern die Kunst zieht auch Vortheile aus dem Pulver seiner Blatter. Man begreift leicht, dass eine Materie, die so leicht eine feste dauerhafte Farbe liefert, die man durch Mischungen aus Gelb in das lebhafteste Roth verwandeln kann, nothwendig auch Hilfsmittel zum Farben abgeben muss. + +Sie machte in Aegypten einen ziemlich betrachtlichen Handelszweig aus. Man belud jahrlich in Alexandrien vierzehn bis funfzehn Fahrzeuge mit diesen zu Pulver gemachten Blattern und schickte sie nach Smyrna, Constantinopel, Salonichi, von wo aus man sie nach mehrern nordlichen Landern und sogar, wie man mir gesagt hat, nach Deutschland verfuhrte: man braucht sie daselbst zum Farben von Pelzwerk und zur Zubereitung von Hauten). In Frankreich ist ihr Gebrauch noch nicht bekannt. + +*) Man sehe Prosper Alpinus de Plantis Aegypt. cap. 15. -- Eiusd. de Medic. Aegypt. l. 4. c. 1. + +**) Blumenbach sagt in den Anmerkungen zu Bruce: Was der Verfasser sagt, dass dieses Rothfarben mit dem Henna nicht bloss zum Putz, sondern auch als Verwahrungsmittel gegen Beschwerden diene, ist auch bei andern ahnlichen Gebrauchen der Fall. So rucken sich die Caraiben am ganzen Leibe nicht bloss zur Zierde, sondern auch deshalb, weil diese rothe Farbe die bei ihnen so haufigen und lastigen Moskiten und andere stedende Insekten abhalt. + +Der Uebersetzer." +Z166069305,204,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000204/full/full/0/native.jpg,"Der Henne' wachst um Rardid herum im Uebera +fuffe und macht eine von den Hauptzierden der Garten +in der Nahe der Stadt aus. Seine Wurzel, die tiefe +Herzwurzeln schlagt, kann sich leicht in einen lockern, +fetten i mit Sand vermischten Boden vertiefen und die +werden: auch kommt die Staude hier besser fort als an +andern Orten: man trift ihn daher hier auch in groser +Menge an. Man pflanzt ihn an allen angebaueten Drten +in Aegypten, vorzuglich aber in Dber a gypten. +Man hat alle Ursache zu glauben, das der Henne +Megyptens das Cyprus der alten Griechen ist. +Die, obgleich unvollstandigen Beschreibungen, die die +Schriftsteller davon gegeben, vorzuglich aber die Gestalt +und der liebliche Geruch reinzy Bluthen, die fie geruhmt +haben, lassen keinen Zweifel uber die Identitat diefer +beiden Stauden ubrig*). Daher konnen auch die Traus +ben von Cyprus,( botus cypri) im Hohenlied +Salomonis **) nichts anders als die Trauben von +der Bluthe des Henne' seyn. Wenigstens ist dies die +Meinung der besten Ausleger. Man rehe Scheuchzer, +Physica sacra im 1. Bd. S. 189, Junius und Andere. +Man darf sich nicht wundern, das die morgenlandis +sche Dichtkunst angenehme Zuge und verliebte Vergleis +chungen von einer so lieblichen Blume geborgt hat. +Hierdurch wird ein Theil von Michaelis 45sten Frage +beantwortet ***): denn die Bluthe des Senne' ist traus +*) Der Name Sypros ist nicht mehr bei den neuern Griechen +im Gebrauch: sie geben dem hennes den verdorbenen Name +Keue' ,. Ana u. f. w. Die Seeleute aus der Provence, die +auf dest Fahrzeugen dienten, welche man zum Weiterschaffen +des Henner gebrauchte, narinten ibn Quene. +#ty' C. I. P. 13. und 14. Meine Geliebte ist wie eine Cyprer- +Teatraube in den Weingarten Engeddi. +***) Was bedeuten im verliebten Styl die Trauben von Cyprus +Sebelieb Salomonis 1.44? Es ist hier nicht von den Blattern,","176 + +1 + +18 + +Der Henne' wächſt um Rardid herum im Uebera +fuffe und macht eine von den Hauptzierden der Gårten +in der Nähe der Stadt aus. Seine Wurzel, die tiefe +Herzwurzeln ſchlågt, kann ſich leicht in einen lockern, +fetten i mit Sand vermiſchten Boden vertiefen und die +werden: auch kommt die Staude hier beſſer fort als an +andern Orten: man trift ihn daher hier auch in großer +Menge an. Man pflanzt ihn an allen angebaueten Drten +in Aegypten, vorzüglich aber in Dber å gypten. + +Man hat alle Urſache zu glauben, daß der Henne +Megyptens das Cyprus der alten Griechen iſt. +Die, obgleich unvollſtändigen Beſchreibungen, die die +Schriftſteller davon gegeben, vorzüglich aber die Geſtalt +und der liebliche Geruch reinzy Blüthen, die fie gerühmt +haben, laſſen keinen Zweifel über die Identitåt diefer +beiden Stauden übrig*). Daher können auch die Traus +ben von Cyprus,( botus cypri) im Hohenlied +Salomonis **) nichts anders als die Trauben von +der Blüthe des Henne' ſeyn. Wenigſtens iſt dies die +Meinung der beſten Ausleger. Man rehe Scheuchzer, +Phyſica ſacra im 1. Bd. S. 189, Junius und Andere. + +Man darf ſich nicht wundern, daß die morgenländis +ſche Dichtkunſt angenehme Züge und verliebte Vergleis +chungen von einer ſo lieblichen Blume geborgt hat. +Hierdurch wird ein Theil von Michaelis 45ſten Frage +beantwortet ***): denn die Blüthe des Senne' iſt traus + +1 + +*) Der Name Šypros iſt nicht mehr bei den neuern Griechen + +im Gebrauch: ſie geben dem hennes den verdorbenen Name +Keue' ,. Ana u. f. w. Die Seeleute aus der Provence, die +auf dest Fahrzeugen dienten, welche man zum Weiterſchaffen + +des Henner gebrauchte, narinten ibn Quené. +#ty' C. I. P. 13. und 14. Meine Geliebte iſt wie eine Cyprer- + +Teatraube in den Weingärten Engeddi. +***)„ Was bedeuten im verliebten Styl die Trauben von Cyprus + +Sebelieb Salomonis 1.44? Es iſt hier nicht von den Blättern, + + +","Der Henna wächst um Rhardid herum im Überflusse und macht eine von den Hauptzierden der Gärten in der Nähe der Stadt aus. Seine Wurzel, die tiefe Herzwurzeln schlagt, kann sich leicht in einen lockern, fetten mit Sand vermischten Boden vertiefen und die werden: auch kommt die Staude hier besser fort als an andern Orten: man trifft ihn daher hier auch in großer Menge an. Man pflanzt ihn an allen angebauten Dörfern in Ägypten, vorzüglich aber in Oberägypten. + +Man hat alle Ursache zu glauben, dass der Henna Ägyptens das Cyprus der alten Griechen ist. Die, obgleich unvollständigen Beschreibungen, die die Schriftsteller davon gegeben, vorzüglich aber die Gestalt und der liebliche Geruch reinzer Blüthen, die sie gerühmt haben, lassen keinen Zweifel über die Identität dieser beiden Stauden übrig*). Daher können auch die Trauben von Cyprus,( botus cypri) im Hohenlied Salomonis**) nichts anders als die Trauben von der Blüthe des Henna seyn. Wenigstens ist dies die Meinung der besten Ausleger. Man rede Scheuchzer, Physica sacra im 1. Bd. S. 189, Junius und Andere. + +Man darf sich nicht wundern, dass die morgenländische Dichtkunst angenehme Züge und verliebte Vergleichungen von einer so lieblichen Blume geborgt hat. Hierdurch wird ein Theil von Michaelis 45sten Frage beantwortet***): denn die Blüthe des Henna ist traus*) Der Name Sypros ist nicht mehr bei den neuern Griechen im Gebrauch: sie geben dem hennes den verdorbenen Name Keue' , Ana u. f. w. + +Die Seeleute aus der Provence, die auf dens Fahrzeugen dienten, welche man zum Weiterschaffen des Henna gebrauchte, nannten ibn Quene. #ty' C. I. P. 13. und 14. Meine Geliebte ist wie eine Cyprer- Teatraube in den Weingarten Engeddi. + +***) Was bedeuten im verliebten Styl die Trauben von Cyprus Sebelië Salomonis 1.44? Es ist hier nicht von den Blättern" +Z166069305,205,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000205/full/full/0/native.jpg,"benformig gebildet und die agyptifchen Frauenzimmer, die +in ihren Geruch sehr verliebt find tragen sie gern, wie +ich schon angemerkt habe, an der Stelle, die das Hohe +lied bezeichnet, namlich in ihren Bufen. Aber es ist nicht +fo leicht den Grund von der Sdywierigkeit anzugeben, +die Michaelis aufgefallen ist wenn er hernach noch +fragt, was die Worte in den Weingarten ingeddi +bedeuten und was es fur ein Verhaltnis zwischen den +Trauben vou Cyprus and des Weinstockes gebe? Ich +kenne keines, auser das die Bluthen des Henne in ihrer +Gestalt eine Uehnlichkeit mit den Weintrauben habe. +Die dgyptischen Frauenzimmter foreben sprzuglich +nach einer weichen und glatken Haut: kein Theil des +Adrpers darf den geringsten Anschein von Nauheit haben, +Die Stellen, woruber die Natur einen Schleier gemorfen +hat r verlieren bei ihnen ihren Schatten und alles if +gleich glatt und polirt. Man weis, des unter Mabome +med 8 Anhangern die Bewohnheit eingefuhrt ist, sich die +Haare auszureisen; diejenigent, welche die Knebelbarte fur +eine Zierde und einen langen Bart fur etwas Uuszeichnena +des halten, leiden nichts Haariges an den ubrigen Theilen +des Korpers, und die Einwohner Aegyptens aus allen +Standen haben denselben Geschmat. Ehemals schoren +fich blos die Priester aller drei Lage den ganzen Krper, +Damit, sagt Herodotus, bei denjenigen, welche die +Diener der Ostter sind,- weder Ungeziefer noch irgend +etwas Unsauberes entstehe*). Seut zu Lage scheren fich +ebenfalls alle Hegypter die Haare ab, und beinahe alle +deren Staub den Morgenlandern zur Schminke Sent, fondera +von den Trauben die Rebe. Sollten die Frauenzimmer fie +in: diesen Gegenden in Form von Strausern da tragen, we +es der Lett bezeichnet? Misaelis Fragen an eine +Gefelld aft 2. +*). Herodotu 8 2. Buch S. 37. +Sonnini Meisen ir BD,","1 +* 77 + +benförmig gebildet und die ägyptifchen Frauenzimmer, die +in ihren Geruch ſehr verliebt find tragen ſie gern, wie +ich ſchon angemerkt habe, an der Stelle, die das Hohe +lied bezeichnet, nåmlich in ihren Bufen. Aber es iſt nicht +fo leicht den Grund von der Sdywierigkeit anzugeben, +die Michaelis aufgefallen iſt wenn er hernach noch +fragt, was die Worte in den Weingarten ingeddi +bedeuten und was es für ein Verhältniß zwiſchen den +Trauben vou Cyprus and des Weinſtockes gebe? Ich +kenne keines, außer daß die Blüthen des Henne in ihrer +Geſtalt eine Uehnlichkeit mit den Weintrauben habe. + +- + +1 + +4 + +4 + +Die dgyptiſchen Frauenzimmter förében sprzüglich +nach einer weichen und glatken Haut: kein Theil des +Adrpers darf den geringſten Anſchein von Nauheit haben, +Die Stellen, worüber die Natur einen Schleier gemorfen +hat r verlieren bei ihnen ihren Schatten und alles if +gleich glatt und polirt. Man weiß, deß unter Mabome +med 8 Anhängern die Bewohnheit eingeführt iſt, ſich die +Haare auszureißen; diejenigent, welche die Knebelbårte für +eine Zierde und einen langen Bart für etwas Uuszeichnena +des halten, leiden nichts Haariges an den übrigen Theilen +des Körpers, und die Einwohner Aegyptens aus allen +Stånden haben denſelben Geſchmat. Ehemals ſchoren +fich bloß die Prieſter aller drei Lage den ganzen Kørper, +Damit, ſagt Herodotus, bei denjenigen, welche die +Diener der Ostter ſind,- weder Ungeziefer noch irgend +etwas Unſauberes entſtehe*). Seut zu Lage ſcheren fich +ebenfalls alle Hegypter die Haare ab, und beinahe alle + +. + +1 + +deren Staub den Morgenlandern zur Schminke Sent, fondera +von den Trauben die Rebe. Sollten die Frauenzimmer fie +in: dieſen Gegenden in Form von Sträußern da tragen, we +es der Lett bezeichnet? Misaelis Fragen an eine + +Gefelld aft 2. +*). Herodotu 8 2. Buch S. 37. +Sonnini Meiſen ir BD, + + +","benformig gebildet und die ägyptischen Frauenzimmer, die in ihren Geruch sehr verliebt sind, finden sie gern, wie ich schon angemerkt habe, an der Stelle, die das Hohe Lied bezeichnet, namlich in ihren Büsten. Aber es ist nicht so leicht den Grund von der Schwierigkeit anzugeben, die Michaelis aufgefallen ist, wenn er hernach noch fragt, was die Worte in den Weingärten ""ingedi"" bedeuten und was es für ein Verhältnis zwischen den Trauben von Cyprus und des Weinstockes gebe? Ich kenne keines, außer das die Blüthen des Hennens in ihrer Gestalt eine Ähnlichkeit mit den Weintrauben haben. Die ägyptischen Frauenzimmer bevorben sprichwörtlich nach einer weichen und glatten Haut: kein Theil des Adlers darf den geringsten Anschein von Naheit haben, die Stellen, worüber die Natur einen Schleier gemorfen hat, verlieren bei ihnen ihren Schatten und alles ist gleich glatt und polirt. Man weiß, das unter Mohammed mit 8 Anhängern die Bewohnheit eingeführt ist, sich die Haare auszureißen; diejenigen, welche die Knebelbarte für eine Zierde und einen langen Bart für etwas Auszeichnendes halten, leiden nichts Haariges an den übrigen Theilen des Körpers, und die Einwohner Ägyptens aus allen Standen haben denselben Geschmack. Ehemals schoren sich bloß die Priester aller drei Lagen den ganzen Körper, damit, sagt Herodotus, bei denjenigen, welche die Diener der Götter sind, weder Ungeziefer noch irgend etwas Unsauberes entstehe*. Seitdem scheren sich ebenfalls alle Ägypter die Haare ab, und beinahe alle deren Staub den Morgenlandern zur Schminke senden, sonders von den Trauben die Rebe. Sollten die Frauenzimmer sie in diesen Gegenden in Form von Straußern da tragen, was der Lett bezeichnet? Michaelis' Fragen an eine Gefährtin, 2. *) Herodotus, 2. Buch, S. 37. Sonnini Meisen ir BD" +Z166069305,206,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000206/full/full/0/native.jpg,"werden nichts deftoweniger von Ungeziefer geplagt. Der +groste Theil braucht ein Schermeffer' zu dieser Operation, +die man oft wiederhohlt. Andere aber nehmen, wie in +der Surkei eine Salbe dazu, die die Durken Rusma +und die Araber Nouret nennen. Diere Salbe ift +fehr gemein und wird um einen wohlfeilen Preis verkauft. +Es ist nicht, wie man geglaubt hat, eine mineralische +Substanz, die man, ganz als Salbe zubereitet, im Schoose +der Erde finde. Sie erfodert vielmehr eine Zubereitung +und eine Mischung, um diese Eigenschaft zu erhalten. +Belon, der am ersten( zu Oute in Gallatien) die +Grube eines Minerals beschrieben hat, das man +Nu$ ma nennt, fezt in der Chat hinzu, bies Mines +ral ren erft alsdann brauchbar, wenn man es +zu einem fehr feinen Staube gerstosen und +eben foviel ungeloschten Kalt als Rusma +darunter gethan habe, das man in einem +Gefase mit Wasser anfeu ch te*). So giebt also +das Rusma des Selon allein feine Salbe, wovon +das Haar ausfalt, sondern es enthalt noch irgend eine +beizende Substanz, die mit Salk vermischt demselben erst +diese Eigenschaft- ertheilt. Und diese Muthmasung wird +nocy durch die Erfahrung des Burgers Valmont von +Bomare Beff& tiat, der einige kleine Stucke mineralisden +Rusmas aus Conftantinopel erhalten hatte und +bemerkte, das, als er sie auf gluhende Kohlen warf, +Pogleich ein Dunst anfstieg, der auf die Vermuthung +fuhrte, das es ein durch Schwefel und Arsenic mineralis +firter Calchitis fen **). Derselbe Naturforscher sagt +ferner, diese Saarsalbe rey in frankreich sehr selten, +und man verkaufe fie daselbft mit Goldgewicht. Aber +wie kann man diese Seltenheit, diesen hohen Preis mit +der Menge von Rus man in den turkischen Landern +#) Belons Bemerkungen 3. Bd. 33. Cap. +**) Dictionaire d'histoire nat art. Rusma.","178 + +De + +1 + +werden nichts deftoweniger von Ungeziefer geplagt. Der +größte Theil braucht ein Schérmeffer' zu dieſer Operation, +die man oft wiederhohlt. Andere aber nehmen, wie in +der Sürkei eine Salbe dazu, die die Durken Rusma +und die Araber Nouret nennen. Diere Salbe ift +fehr gemein und wird um einen wohlfeilen Preis verkauft. +Es iſt nicht, wie man geglaubt håt, eine mineraliſche +Subſtanz, die man, ganz als Salbe zubereitet, im Schooße +der Erde finde. Sie erfodert vielmehr eine Zubereitung +und eine Miſchung, um dieſe Eigenſchaft zu erhalten. +Belon, der am erſten( zu Oute in Gallatien) die +Grube eines Minerals beſchrieben hat, das man +Nu$ ma nennt, fezt in der Chat hinzu, bies Mines +ral ren erft alsdann brauchbar, wenn man es +zu einem fehr feinen Staube gerſtoßen und +ében foviel ungelöſchten Kalt als Rusma +darunter gethan habe, das man in einem +Gefäße mit Waſſer anfeu ch té*). So giebt alſo +das Rusma des Selon allein feine Salbe, wovon +das Haar ausfált, ſondern es enthält noch irgend eine +beizende Subſtanz, die mit Salk vermiſcht demſelben erſt +dieſe Eigenſchaft- ertheilt. Und dieſe Muthmaßung wird +nocy durch die Erfahrung des Bürgers Valmont von +Bomare Beff& tiat, der einige kleine Stücke mineraliſden +Rusmas aus Conftantinopel erhalten hatte und +bemerkte, daß, als er ſie auf glühende Kohlen warf, +Pogleich ein Dunſt anfſtieg, der auf die Vermuthung +führte, daß es ein durch Schwefel und Arſenic mineralis +firter Calchitis fen **). Derſelbe Naturforſcher ſagt +ferner, dieſe Saarſalbe rey in frankreich ſehr ſelten, +und man verkaufe fie daſelbft mit Goldgewicht. Aber +wie kann man dieſe Seltenheit, dieſen hohen Preis mit +der Menge von Rus man in den türkiſchen Ländern + +1 + +#) Belons Bemerkungen 3. Bd. 33. Cap. + +. +**) Dictionaire d'hiſtoire natı art. Rusma. + +i + + +","werden nichts destoweniger von Ungeziefer geplagt. Der größte Theil braucht ein Schermesser zu dieser Operation, die man oft wiederholt. Andere aber nehmen, wie in der Türkei eine Salbe dazu, die die Türken Rusma und die Araber Nouret nennen. Diese Salbe ist sehr gemein und wird um einen wohlfeilen Preis verkauft. + +Es ist nicht, wie man geglaubt hat, eine mineralische Substanz, die man ganz als Salbe zubereitet, im Schoße der Erde finde. Sie erfordert vielmehr eine Zubereitung und eine Mischung, um diese Eigenschaft zu erhalten. + +Belon, der am ersten zu Oute in Gallatien die Grube eines Minerals beschrieben hat, das man Nu$ma nennt, setzt in der Chat hinzu, diese Minerale seien erst dann brauchbar, wenn man sie zu einem sehr feinen Staube geröst und ebensoviel ungelöschten Kalk als Rusma darunter gethan habe, das man in einem Gefäße mit Wasser anfeuchte. + +So gibt also das Rusma des Selon allein seine Salbe nicht her, wovon das Haar ausfällt, sondern es enthält noch irgend eine beißende Substanz, die mit Salk vermischt demselben erst diese Eigenschaft ertheilt. Und diese Vermutung wird noch durch die Erfahrung des Burgers Valmont von Bomare befestigt, der einige kleine Stücke mineralischen Rusmas aus Konstantinopel erhalten hatte und bemerkte, dass, als er sie auf glühende Kohlen warf, plötzlich ein Dunst anstieg, der auf die Vermutung führte, dass es ein durch Schwefel und Arsenik mineralisirter Calcitis sei. + +Derselbe Naturforscher sagt weiter, diese Saarsalbe sey in Frankreich sehr selten, und man verkaufe sie daselbst mit Goldgewicht. Aber wie kann man diese Seltenheit, diesen hohen Preis mit der Menge von Rusma in den türkischen Ländern vereinbaren? + +*) Belons Bemerkungen 3. Bd. 33. Cap. +**) Dictionaire d'histoire nat art. Rusma" +Z166069305,207,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000207/full/full/0/native.jpg,"bereinigen? Wie sollte eine so gemeine Sache bisher unbes +kannt geblieben reyn? Man bietet fie in allen Badern an, +und diejenigen Franzosen, die in den grosen Hafen +der Revante Luft an der Besuchung derselben fans +den, wurden sich leicht folche Salbe haben verschaffen +und sie nach Frankreich schicken konnen. Allein der +Grund lag in einer misverstandenen und in mehrerm +medicinischen Buchern entstellten Beobachtung Belons, +bas man namlich nicht das Rus ma als etwas zubereis +tetes, sondern als Mineral fehen wollte. +Man suchte +daher immer dasjenige Erz, das aus der Erde +gewonnen und leicht verbrannt ren das Belon +erwahnt, ohne darauf zu merken, das er einige Zeilen +weiter unten hinzusezt, das man es mit Kalk vermischen +muffe, wenn es die gehoffte Wirkung haben solle. +Diese Mischung ist das wahre Rusma der Turs +ten und das, wie ich schon gesagt habe, die Araber +Nouret nennen; ein nach dem turkischen Worterbuche +perfisches Wort. Es ist ausgemacht, das Rusma +und Nouret eine und dieselbe Substanz oder vielmehr +eine und dieselbe Zusammensesung sind, und wenn man +dasselbe Worterbuch bei den Worten Nure und Nuret*) +zu Rathe zieht, so wird man sehen, das man auch eine +Haarfalbe so nennt, die aus Kalk und Arsenic gemacht ist. +Man verfertigt wirklich in den& gyptischen Badern +aus Arsenik oder Operment **) mit einer Mischung von +ungeloschtem Kalke ***) die Salbe, wovon die Haare +ausfallen. Man nimmt dazu fieben Cheile Kalk, und +*) Thesaurus linguarum orientalium etc. auct. Meninski, Vier +nae, 2680. +**) Im Arabischen, Zeraid. +***) Im Arabischen, Guir.","179 + +EL + +1 + +bereinigen? Wie ſollte eine ſo gemeine Sache bisher unbes +kannt geblieben reyn? Man bietet fie in allen Bådern an, +und diejenigen Franzoſen, die in den großen Hafen +der Revante Luft an der Beſuchung derſelben fans +den, würden ſich leicht folche Salbe haben verſchaffen +und ſie nach Frankreich ſchicken können. Allein der +Grund lag in einer mißverſtandenen und in mehrerm +mediciniſchen Büchern entſtellten Beobachtung Belons, +baß man nåmlich nicht das Rus ma als etwas zubereis +tetes, ſondern als Mineral fehen wollte. + +Man ſuchte +daher immer dasjenige Erz, das aus der Erde +gewonnen und leicht verbrannt ren das Belon +erwähnt, ohne darauf zu merken, daß er einige Zeilen +weiter unten hinzuſezt, daß man es mit Kalk vermiſchen +müffe, wenn es die gehoffte Wirkung haben ſolle. + +271 + +es + +11 + ++ + +Dieſe Miſchung iſt das wahre Rusma der Türs +ten und das, wie ich ſchon geſagt habe, die Araber +Nouret nennen; ein nach dem türkiſchen Wörterbuche +perfiſches Wort. Es iſt ausgemacht, daß Rusma +und Nouret eine und dieſelbe Subſtanz oder vielmehr +eine und dieſelbe Zuſammenſeßung ſind, und wenn man +daſſelbe Wörterbuch bei den Worten Nuré und Nuret*) +zu Rathe zieht, ſo wird man ſehen, daß man auch eine +Haarfalbe ſo nennt, die aus Kalk und Arſenic gemacht iſt. + +11 + +( +no + +Man verfertigt wirklich in den& gyptiſchen Bådern +aus Arſenik oder Operment **) mit einer Miſchung von +ungelöſchtem Kalké ***) die Salbe, wovon die Haare +ausfallen. Man nimmt dazu fieben Cheile Kalk, und + +M2 + +-41 +1 + +*) Theſaurus linguarum orientalium etc. auct. Meninski, Vier + +nae, 2680. +**) Im Arabiſchen, Zeraid. +***) Im Arabiſchen, Guir. + + +","bereinigen? Wie sollte eine so gemeine Sache bisher unbekannt geblieben sein? Man bietet sie in allen Bädern an, und diejenigen Franzosen, die in den großen Häfen der Levante Luft an der Besichtigung derselben teilnehmen, wurden sich leicht solche Salbe haben verschaffen und sie nach Frankreich schicken können. Allein der Grund lag in einer missverstandenen und in mehreren medicinischen Büchern entstellten Beobachtung Belons, da man nämlich nicht das Rusma als etwas Zubereitetes, sondern als Mineral sehen wollte. +Man suchte daher immer dasjenige Erz, das aus der Erde gewonnen und leicht verbrannt wird, wie Belon erwähnt, ohne darauf zu merken, dass er einige Zeilen weiter unten hinzusetzt, dass man es mit Kalk vermischen müsse, wenn es die gehoffte Wirkung haben solle. +Diese Mischung ist das wahre Rusma der Türken und das, wie ich schon gesagt habe, die Araber Nouret nennen; ein nach dem türkischen Wörterbuche persisches Wort. Es ist ausgemacht, dass Rusma und Nouret eine und dieselbe Substanz oder vielmehr eine und dieselbe Zusammensetzung sind, und wenn man dasselbe Wörterbuch bei den Worten Nure und Nuret zu Rate zieht, so wird man sehen, dass man auch eine Haarfärbung so nennt, die aus Kalk und Arsenik gemacht ist. +Man verfertigt wirklich in den ägyptischen Bädern aus Arsenik oder Operment mit einer Mischung von ungelöschtem Kalk die Salbe, wovon die Haare ausfallen. Man nimmt dazu fünf Teile Kalk und" +Z166069305,208,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000208/full/full/0/native.jpg,"lle +drel Thelle Operment*). Wenn man von dieser Salbe +Gebrauch machen will, mus man fich in einem sehr heiser +Drt einschliesen, wie es der Fall bei den Badftuben in +dern Morgenlande ist, worin der Schweis von allen Glie: +dern herabfliest. Man ruhrt diese Mischung in Waffer +ein, und reibt die Stellen Fanft damit, wo man die Haare +wegschaffen wpia. Nach einigea Augenblicken versucht +man, ob sie losgehen; dann reist man sie ohne Schmerzen +aus, und wascht sich mit warmen Waffer. Man mus +sich aber vorsehen, das man diese Salbe nicht allzulange +darauf liegen last, denn fonst wurde sie die Haut verbrene +nen. Und dennoch wachst das Haar von neuem wieder, +und nach einiger Zeit mus man wiederum diese Dperation +yornehmen. +Die Frauenzimmer( ich verstehe hier nur diejenigen +darunter, die verheurathet sind, denn die unverheurather +ten Madchen laffen die Haare fo, wie sie sind, und nur +an ihrem Hochzeittage reist man ihnen gewaltsamer Weise +den Schleiers der Natur weg) die Frauenzimmer i sage ich, +forgen eifrig dafur, das ihr ganzer Korper ganz glatt und +einformig ren, und bedienen sich dazu weder des Scheer, +meffers noch des Nuret, weil fie wahnen, diefe liesen +noch rauhe und fuhlbare Spuren zurut, die fie auf das +allerfrgfaltigfte zu vermeiden suchen. Alles mus der + gluhenden Leidenschaft, vollkommen fchon zu erscheinen, +weichen. Sie unterwerfen sich einer schmerzhaften Opera. +tion: fie lassen sich gewaltsam alle Haare ausreisen, indem +Die deguptet, Fagt Savar), laffen bas Rusma ein wenig +anbrennen, kneten es mit Wasser durch und thun die Halfte +geloschten Kalk hinzu. Wenn man diesen graulichten Teig auf +die Haut schmiert, so fallen die Haare innerhalb drei Minuter +darnach aus, ohne das man den geringsten Schmerz dabei +empfindet. Numa, fagt der Profeffor Sdneider in +Frankfurt a. D. D. besteht vorzuglich aus ungeloschtem Salt, +Operment und starker Lauge mit einem Del zubereitet. +Der Heberseber.","180 + +i +E + +lle + +? + +drel Thelle Operment*). Wenn man von dieſer Salbe +Gebrauch machen will, muß man fich in einem ſehr heißer +Drt einſchließen, wie es der Fall bei den Badftuben in +dern Morgenlande iſt, worin der Schweiß von allen Glie: +dern herabfließt. Man rührt dieſe Miſchung in Waffer +ein, und reibt die Stellen Fanft damit, wo man die Haare +wegſchaffen wpia. Nach einigea Augenblicken verſucht +man, ob ſie losgehen; dann reißt man ſie ohne Schmerzen +aus, und wäſcht ſich mit warmen Waffer. Man muß +ſich aber vorſehen, daß man dieſe Salbe nicht allzulange +darauf liegen laßt, denn fonſt würde ſie die Haut verbrene +nen. Und dennoch wächſt das Haar von neuem wieder, +und nach einiger Zeit muß man wiederum dieſe Dperation +yornehmen. + +Die Frauenzimmer( ich verſtehe hier nur diejenigen +darunter, die verheurathet ſind, denn die unverheurather +ten Mädchen laffen die Haare fo, wie ſie ſind, und nur +an ihrem Hochzeittage reißt man ihnen gewaltſamer Weiſe +den Schleiers der Natur weg) die Frauenzimmer i ſage ich, +forgen eifrig dafür, daß ihr ganzer Körper ganz glatt und +einförmig ren, und bedienen ſich dazu weder des Scheer, +meffers noch des Nuret, weil fie wähnen, diefe ließen +noch rauhe und fühlbare Spuren zurüt, die fie auf das +allerførgfältigfte zu vermeiden ſuchen. Alles muß der +· glühenden Leidenſchaft, vollkommen fchon zu erſcheinen, + +weichen. Sie unterwerfen ſich einer ſchmerzhaften Opéra. +tion: fie laſſen ſich gewaltſam alle Haare ausreißen, indem + +Die deguptet, Fagt Savar), laffen bas Rusma ein wenig +anbrennen, kneten es mit Waſſer durch und thun die Hälfte +gelöſchten Kalk hinzu. Wenn man dieſen graulichten Teig auf +die Haut ſchmiert, ſo fallen die Haare innerhalb drei Minuter +darnach aus, ohne daß man den geringſten Schmerz dabei +empfindet. Numa, fagt der Profeffor Sdneider in +Frankfurt a. D. D. beſteht vorzüglich aus ungelöſchtem Salt, +Operment und ſtarker Lauge mit einem Del zubereitet. + +Der Heberſeber. + + +","Die +Dreithalbe Opermente). Wenn man von dieser Salbe +Gebrauch machen will, muss man sich in einem sehr heißen +Bad einschließen, wie es der Fall bei den Bädern in +den Morgenländern ist, worin der Schweiss von allen Gliedern +herabfliest. Man rührt diese Mischung in Wasser ein, +und reibt die Stellen fest damit, wo man die Haare wegschaffen will. +Nach einigen Augenblicken versucht man, ob sie losgehen; +dann reißt man sie ohne Schmerzen aus, und wäscht sich mit warmem +Wasser. Man muss sich aber vorsehen, dass man diese Salbe nicht allzulange +darauf liegen lässt, denn sonst würde sie die Haut verbrennen. +Und dennoch wächst das Haar von neuem wieder, +und nach einiger Zeit muss man wiederum diese Operation +vornehmen. + +Die Frauenzimmer (ich verstehe hier nur diejenigen +darunter, die verheiratet sind, denn die unverheirateten +Mädchen lassen die Haare so, wie sie sind, und nur +an ihrem Hochzeittage reißt man ihnen gewaltsamer Weise +den Schleier der Natur weg) die Frauenzimmer sage ich, +sorgen eifrig dafür, dass ihr ganzer Körper ganz glatt und +einformig ren, und bedienen sich dazu weder des Scheeres, +Messers noch des Nüret, weil sie wähnen, diese ließen +noch rauhe und fühlbare Spuren zurück, die sie auf das +allerfrömmste zu vermeiden suchen. Alles muss der glühenden Leidenschaft, +vollkommen schön zu erscheinen, weichen. Sie unterwerfen sich einer schmerzhaften Operation: +sie lassen sich gewaltsam alle Haare ausreisen, indem + +Die ägyptet, sagt Savary, lässt Basra ein wenig +anbrennen, knetet es mit Wasser durch und thut die Hälfte +gelöschten Kalks hinzu. Wenn man diesen graulichen Teig auf +die Haut schmiert, so fallen die Haare innerhalb drei Minuten +darnach aus, ohne dass man den geringsten Schmerz dabei +empfindet. Numa, sagt der Professor Schneider in Frankfurt a.D., +besteht vorzüglich aus ungelöschtem Salpeter, Opermente und starker Lauge mit einem Teil zubereitet. +Der Heberscherber" +Z166069305,209,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000209/full/full/0/native.jpg,"info +fie gefochten Honig, Serpenthin aber irgend ein Gummi +darauf legen, und wenn diefe Materien trocken worden +find, fo reist man sie mit allem, was daran hangt, weg. +Glutlicher Weise darf man dies etwas harte Mittel nicht +oft wiederhohlen: denn wenn fich wieder ein neuer Wuchs +zeigt, fo find es nur dunne und weiche Haare, wie die +feinste Wolle, die man leicht vertilgen kann; und nach +einigen Jahren hort auch diese Art von Wachsthum gang. +lich auf. That die Natur einen Fehlgriff, das fie Einigen +von diesen Frauen etwas Bart im Gesicht gab, fo braucht +man das namliche Mittel, um ihn auf, immer zu vertilgen. +Auser dem Wunsch, eine weiche und schone glatte +Haut zu haben, wenden die Weiber die groste Sorgfalt +auf den Erwerb einer dicken Leibesgestalt. Der Geschmaf +der Manner ix nicht auf leichte und dunne Gestalten, auf +fchlanke und zarte Formen gerichtet: fie reben es vielmehr +gern, wenn die Frauen Fehr dick find; alle Frauenzim- +mer bemuhen sich daher, dick zu werden. Damit sie nuit +dieren hohen Grad von Schonheit, siefe Boukommen, +heit erlangen, effen fle verschiedene Spezereien, 3. B. +Cokusnuffe; Zwiebeln von Hermodatteln*) die man zers +reibt und mit Zucker vermischt. Bei ihrer Niederkunft +ermangeln fie niemals, diere leztere Art von Teig oder +Eingemachtes zu effen, da sie uberzeugt sind, das es das +befte Mittel ist, ihre Strafte wieder zu erfesert, und wieder +eine dicke Leibesgestalt zu erhalten. +In Europa ist die Vorstellung von einer sehr +dicken Frau immer mit der Vorstellung von der Weichheit +des Fleisches, von dem Zusammensinfen der Formen und +von dem Mangel an Schnellkraft in den Umriffen begleitet. +Aber man wurde sich irren, wenn man sich die Frauen in +*) Im Arabischen, Shamire. Den grosten Theil von demjenic +gen, der in Aegypten verbraucht wird, bringt man aus der +Berberej. Sie wachst aber auch in ziemlich grosem Ueberflus +um u bukit berum.","131 + +X + +1 + +M + +info + +fie gefochten Honig, Serpenthin aber irgend ein Gummi +darauf legen, und wenn diefe Materien trocken worden +find, fo reißt man ſie mit allem, was daran hångt, weg. +Glútlicher Weiſe darf man dies etwas harte Mittel nicht +oft wiederhohlen: denn wenn fich wieder ein neuer Wuchs +zeigt, fo find es nur dúnne und weiche Haare, wie die +feinſte Wolle, die man leicht vertilgen kann; und nach +einigen Jahren hort auch dieſe Art von Wachsthum gång. +lich auf. That die Natur einen Fehlgriff, daß fie Einigen +von dieſen Frauen etwas Bart im Geſicht gab, fo braucht +man das nåmliche Mittel, um ihn auf, immer zu vertilgen. + +Außer dem Wunſch, eine weiche und ſchone glatte +Haut zu haben, wenden die Weiber die größte Sorgfalt +auf den Erwerb einer dicken Leibesgeſtalt. Der Geſchmaf +der Månner ix nicht auf leichte und dünne Geſtalten, auf +fchlanke und zarte Formen gerichtet: fie reben es vielmehr +gern, wenn die Frauen Fehr dick find; alle Frauenzim- +mer bemühen ſich daher, dick zu werden. Damit ſie nuit +dieren hohen Grad von Schönheit, siefe Boukommen, +heit erlangen, effen fle verſchiedene Spezereien, 3. B. +Cokusnuffe; Zwiebeln von Hermodatteln*) die man zers +reibt und mit Zucker vermiſcht. Bei ihrer Niederkunft +ermangeln fie niemals, diere leztere Art von Teig oder +Eingemachtes zu effen, da ſie überzeugt ſind, daß es das +befte Mittel iſt, ihre Strafte wieder zu erfeßert, und wieder +eine dicke Leibesgeſtalt zu erhalten. + +In Europa iſt die Vorſtellung von einer ſehr +dicken Frau immer mit der Vorſtellung von der Weichheit +des Fleiſches, von dem Zuſammenſinfen der Formen und +von dem Mangel an Schnellkraft in den Umriffen begleitet. +Aber man würde ſich irren, wenn man ſich die Frauen in + +41 + +13 + +1 + +1 + +다. + +*) Im Arabiſchen, Shamire. Den größten Theil von demjenic + +gen, der in Aegypten verbraucht wird, bringt man aus der +Berberej. Sie wächſt aber auch in ziemlich großem Ueberflus +um u bukit berum. + + +","info fie gefochten Honig, Serpenthin, aber irgend ein Gummi darauf legen, und wenn diese Materien trocken worden sind, so reist man sie mit allem, was daran hangt, weg. Glücklicherweise darf man dies etwas harte Mittel nicht oft wiederholen: denn wenn sich wieder ein neuer Wuchs zeigt, so sind es nur dünne und weiche Haare, wie die feinste Wolle, die man leicht vertilgen kann; und nach einigen Jahren hört auch diese Art von Wachsthum ganz auf. Tat die Natur einen Fehlgriff, dass sie Einigen von diesen Frauen etwas Bart im Gesicht gab, so braucht man das nämliche Mittel, um ihn immer zu vertilgen. + +Außerdem dem Wunsch, eine weiche und schöne glatte Haut zu haben, wenden die Weiber die größte Sorgfalt auf den Erwerb einer dicken Leibesgestalt. Der Geschmack der Männer ist nicht auf leichte und dünne Gestalten, auf schlanke und zarte Formen gerichtet: sie reiben es vielmehr gern, wenn die Frauen mehr dick sind; alle Frauenzimmer bemühen sich daher, dick zu werden. Damit sie einen hohen Grad von Schönheit erreichen, essen sie verschiedene Spezereien, z.B. Kokosnuss; Zwiebeln von Hermodatteln*) die man zerreibt und mit Zucker vermischt. Bei ihrer Niederkunft ermangeln sie niemals, diese letztere Art von Teig oder Eingemachtes zu essen, da sie überzeugt sind, dass es das beste Mittel ist, ihre Straffe wieder zu erfrischen, und wieder eine dicke Leibesgestalt zu erhalten. + +In Europa ist die Vorstellung von einer sehr dicken Frau immer mit der Vorstellung von der Weichheit des Fleisches, von dem Zussammensintern der Formen und vom Mangel an Schnellkraft in den Umrissen begleitet. Aber man würde sich irren, wenn man sich die Frauen in + +*) Im Arabischen, Shamire. Den größten Teil von demjenigen, der in Ägypten verbraucht wird, bringt man aus der Berberei. Sie wächst aber auch in ziemlich großem Überfluss um Bukit berum." +Z166069305,210,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000210/full/full/0/native.jpg,"der Lurfei, to alle dick zu werden trachten, Im Allgemeinen +so vorstellte. Es ist also ganz gewis, das die Frauenzimmer +im Morgenlande von der Natur mehr begunstigt werden, +und das fte langer als anderwerts die Festigkeit des Fleis +sches behalten: und diese kostliche Eigenschaft nebst der Zarts +heit und Weise ihrer Haut, der Lebhaftigkeit ihrer Fleisch +farbe machen sie fehr angenehm, und erwecken grose Luft nach +ihnen, wenn ihre Leibesgestalt nicht gar zu did worden ist. +Uebrigens giebt es kein fand in der Welt, wo die +Frauen ihre Aufmerksamkeit auf Reinlichkeit weiter treiben +als in den Morgenlandern. Die sftern Bader, die Wohl +geruche, der Gebrauch von allem, was die Haut part +und fchon machen, und alle ihre Reize erhalten kann; +nichts wird vernachlasigt: die kleinsten Umstande werden +mit der gewissenhaftesten Genauigkeit beobachtet. Und so +viel Muhe wird auch nicht umsonst verschwendet. Die +Frauenzimmer sind gewis nirgends schoner: nirgends bes +fisin fie mehr das Talent, der Natur zu Hulfe zu kommen, +und nirgends endlich find fie in der Kunst, den Verwu. +stungen der Zeit Einhalt zu thun, und diese wieder gut zu +machen, erfahrner und geubter: eine Kunst, die ihre +Grundrise und zahlreichen Handgriffe hat. Ich habe mir +das Vergnugen gemacht, fie nicht allein in Aegypten, +sondern auch in Griechenland zu sammeln, wo ich +mich lange aufgehalten, und wo ich alle Gelegenheit +gehabt habe, meine Sammlung vollstandig zu machen. +Einige Europa erinnen haben mir es manchmal Dank +gewust, wenn ich ihnen dieselben mittheilte; allein ich +fchweige: es ist hier nicht der Ort, von solchen Dingen zu +sprechen, und eine Reifeberchreibung rou keine Anweisung +werden, wie man sich fchminken fou.","182 +1 + +响 + +der Lúrfei, to alle dick zu werden trachten, Im Allgemeinen +ſo vorſtellte. Es iſt alſo ganz gewiß, daß die Frauenzimmer +im Morgenlande von der Natur mehr begünſtigt werden, +und daß fte länger als anderwerts die Feſtigkeit des Fleis +ſches behalten: und dieſe köſtliche Eigenſchaft nebſt der Zarts +heit und Weiſe ihrer Haut, der Lebhaftigkeit ihrer Fleiſch +farbe machen ſie fehr angenehm, und erwecken große Luft nach +ihnen, wenn ihre Leibesgeſtalt nicht gar zu did worden iſt. + +Uebrigens giebt es kein fand in der Welt, wo die +Frauen ihre Aufmerkſamkeit auf Reinlichkeit weiter treiben +als in den Morgenländern. Die šftern Båder, die Wohl +gerůche, der Gebrauch von allem, was die Haut part +und fchon machen, und alle ihre Reize erhalten kann; +nichts wird vernachlaßigt: die kleinſten Umſtände werden +mit der gewiſſenhafteſten Genauigkeit beobachtet. Und ſo +viel Mühe wird auch nicht umſonſt verſchwendet. Die +Frauenzimmer ſind gewiß nirgends ſchöner: nirgends bes +fißin fie mehr das Talent, der Natur zu Hülfe zu kommen, +und nirgends endlich find fie in der Kunſt, den Verwů. +ſtungen der Zeit Einhalt zu thun, und dieſe wieder gut zu +machen, erfahrner und geübter: eine Kunſt, die ihre +Grundriße und zahlreichen Handgriffe hat. Ich habe mir +das Vergnügen gemacht, fie nicht allein in Aegypten, +ſondern auch in Griechenland zu ſammeln, wo ich +mich lange aufgehalten, und wo ich alle Gelegenheit +gehabt habe, meine Sammlung vollſtåndig zu machen. +Einige Europå erinnen haben mir es manchmal Dank +gewußt, wenn ich ihnen dieſelben mittheilte; allein ich +fchweige: es iſt hier nicht der Ort, von ſolchen Dingen zu +ſprechen, und eine Reifeberchreibung rou keine Anweiſung +werden, wie man ſich fchminken fou. + + +","Der Lüftei, dem alle dick zu werden trachten, im Allgemeinen so vorgestellt. Es ist also ganz gewiss, dass die Frauenzimmer im Morgenlande von der Natur mehr begünstigt werden, und das fleischliche ihre Festigkeit länger als anderwärts behalten: und diese kostliche Eigenschaft nebst der Zartheit und Weise ihrer Haut, der Lebhaftigkeit ihrer Fleischfarbe machen sie sehr angenehm, und erwecken grosse Lust nach ihnen, wenn ihre Leibesgestalt nicht gar zu dick worden ist. + +Uebrigens gibt es kein Land in der Welt, wo die Frauen ihre Aufmerksamkeit auf Reinlichkeit weiter treiben als in den Morgenländern. Die schönen Bäder, die Wohlgerüche, der Gebrauch von allem, was die Haut part und schön machen, und alle ihre Reize erhalten kann; nichts wird vernachlässigt: die kleinsten Umstände werden mit der gewissenhaftesten Genauigkeit beobachtet. Und so viel Mühe wird auch nicht umsonst verschwendet. + +Die Frauenzimmer sind gewiss nirgends schöner: nirgends besitzen sie mehr das Talent, der Natur zu Hülfe zu kommen, und nirgends endlich finden sie in der Kunst, den Verwüstungen der Zeit Einhalt zu thun, und diese wieder gut zu machen, erfahrener und geübter: eine Kunst, die ihre Grundrisse und zahlreichen Handgriffe hat. + +Ich habe mir das Vergnügen gemacht, sie nicht allein in Ägypten, sondern auch in Griechenland zu sammeln, wo ich mich lange aufgehalten, und wo ich alle Gelegenheit gehabt habe, meine Sammlung vollständig zu machen. Einige Europaer haben mir es manchmal gedankt, wenn ich ihnen dieselben mitteilte; allein ich schweige: es ist hier nicht der Ort, von solchen Dingen zu sprechen, und eine Reisebeschreibung wird keine Anweisung werden, wie man sich schminken soll." +Z166069305,211,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000211/full/full/0/native.jpg,"Siebenzehntes Capitel. +Legyptische Hunde- Kaken ein schones Chier +dieser Art, das der Verfasser ernahrt hat Haus. +thiere der Mungo oder der Schneumon +Crocodile eine Art von Nilschildkrote, eine +Feindinn der Crocodile. +Mitten unter den Einwohnern von Rarchid lebt einc +Heerde von Thieren, die der Mensch, fur den sie die +Natur bestimmt zu haben scheint, verstosen hat, und die +ihn demohngeachtet nicht berlassen fonnen, und die ihm +gleichsam wider seinen Willen Dienste zu leisten suchen. Zu +allen Zeiten und bei allen civilifirten Volkern verdienten, +so zu sagen, die Hunde mit den Menschen in Gesellschaft +zu leben. Selbst die Wilden, die kaum mit einander +felbst in Gesellschaft leben, halten Hunde, und theilen mit +ihnen die Arbeiten und Fruchte ihrer Jagd. Durch ein +lacherliches Vorurtheil aber, das eine noch lacherlichere +Glaubensart erzeugt hat, berabscheuen allein die maa +bommedaner diere Thierart. Sie sehen dieselben fur +unreine Thiere an, die sie nicht in ihren Hausern leiden, +die fie sorgfaltig verineiden, und die fie bei Strafe, selbst +unrein zu werden, nicht anzuruhren wagen. Man kann +daher leicht den ganzen Werth des Beitvorges Hund, +das sie den Europ a ern beilegen, beurtheiten. Sie +weichen hierinnen so wie in vielen andern Stucken gar +Tehr von den alten Hegyptern ab, die das Verstandigste","183 + +Siebenzehntes Capitel. + +Legyptiſche Hunde- Kaken ein ſchönes Chier +dieſer Art, das der Verfaſſer ernährt hat Haus. +thiere der Mungo oder der Schneumon +Crocodile eine Art von Nilſchildkröte, eine + +Feindinn der Crocodile. + +Mitten unter den Einwohnern von Rarchid lebt einc +Heerde von Thieren, die der Menſch, für den ſie die +Natur beſtimmt zu haben ſcheint, verſtoßen hat, und die +ihn demohngeachtet nicht berlaſſen fónnen, und die ihm +gleichſam wider ſeinen Willen Dienſte zu leiſten ſuchen. Zu +allen Zeiten und bei allen civilifirten Völkern verdienten, +ſo zu ſagen, die Hunde mit den Menſchen in Geſellſchaft +zu leben. Selbſt die Wilden, die kaum mit einander +felbſt in Geſellſchaft leben, halten Hunde, und theilen mit +ihnen die Arbeiten und Früchte ihrer Jagd. Durch ein +lächerliches Vorurtheil aber, das eine noch lächerlichere +Glaubensart erzeugt hat, berabſcheuen allein die maa +bommedaner diere Thierart. Sie ſehen dieſelben für +unreine Thiere an, die ſie nicht in ihren Häuſern leiden, +die fie ſorgfältig verineiden, und die fie bei Strafe, ſelbst +unrein zu werden, nicht anzurühren wagen. Man kann +daher leicht den ganzen Werth des Beitvorges Hund, +das ſie den Europ å ern beilegen, beurtheiten. Sie +weichen hierinnen ſo wie in vielen andern Stücken gar +Tehr von den alten Hegyptern ab, die das Verſtåndigſte + + +","Siebenzehntes Capitel. +Ägyptische Hunde-Kaken ein schönes Chier dieser Art, das der Verfasser ernährt hat. Haus-thiere der Mungo oder der Schnurmond, Crocodile eine Art von Nilschildkröte, eine Feindin der Crocodile. + +Mitten unter den Einwohnern von Rarchid lebt eine Heerde von Thieren, die der Mensch, für den sie die Natur bestimmt zu haben scheint, verstoßen hat, und die ihn demohngeachtet nicht berlassen wollen, und die ihm gleichsam wider seinen Willen Dienste zu leisten suchen. Zu allen Zeiten und bei allen civilisierten Völkern verdienten, so zu sagen, die Hunde mit den Menschen in Gesellschaft zu leben. Selbst die Wilden, die kaum mit einander selbst in Gesellschaft leben, halten Hunde, und theilen mit ihnen die Arbeiten und Früchte ihrer Jagd. Durch ein lacherliches Vorurteil aber, das eine noch lacherlichere Glaubensart erzeugt hat, verabscheuen allein die mohammedanischen Diener diese Thierart. Sie sehen dieselben für unreine Thiere an, die sie nicht in ihren Häusern leiden, die sie sorgfältig vermeiden, und die sie bei Strafe, selbst unrein zu werden, nicht anzurühren wagen. Man kann daher leicht den ganzen Werth des ägyptischen Hundes beurtheilen, das sie den Europäern beilegen. Sie weichen hierinnen so wie in vielen andern Stücken gar sehr von den alten Ägyptern ab, die das Verständigste" +Z166069305,212,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000212/full/full/0/native.jpg,"unter allen Thieren und dasjenige, das feine vortrefs +lichen Eigenschaften des Menschen am wurdigsten machen, +vorzuglich verehrten, und demselben grosere Ehre als +allen andern Thieren erzeigten*). +Durch Einen von jenen bei allen andern"" flfern +auser bei den Mufelmannern unbegreiflichen Widerspruchen +findet man wenige Stadte in der Welt, wo es so viel Hunde +giebt, als in den agyptischen; oder man trift zum wenige +Art +*) Die Berehrung des Hundes war in gang Aegypten +gebrauchlich.""( Nach dem Strabo wurden folgende Thiere +von den alten Aegyptern allgemein verehrt: der Stier, +der Hund, die Kalle, der Ibis, Der Habicht, der +Fisch Lepidot 48, unb Drorinchus. Und von derit +Betragen der Aegopter gegen die Thiere fagt Herodotus +im 2. Bd. S. 65. Unter den vielen Heiligen Gebraucher, +auf welche die Aegopter mit Strenge halten, find auch +diejenigen, die sie gegen alle Thiere in ihrem Lande beobachten, +obgleich die Anzahl derselben, der Nahe von Libyen ohnge. +achtet e nicht sehr betrachtlich ist. mm. Sie halten alle ihre +Thiere fur hetlig, und diese wohnen' theils mit den Mensden +jufanimen, theils nicht.- in Betreff dieser Thiere besteht +nun folgende Einrichtung. Ueber jede besondere Art Find +mannlidhe ano weibliche Verpfleger gefest, deren Amt fich vom +Vater auf den Sohn forterbt. Ju den Stadten bezahlt man +diesen bieten die Selubbe auf folgende Weise: Man ruft +der Gott dem das Thier geweihet ist, beschiert seinen +Kindern den ganzen oder halben oder nur den dritten Theil +ihres Stopfes, wiegt die Haare gegen Silber auf und giebt, +was es wiegt, der Warterin des Chieres. Diese zerschneidet +Fische dafur und reicht sie dem Thiere zur Speise: denn dieses +ist auch die Nahrung, die ihnen angewiesen ist. Wer Eing +von diesen Thieren vorfaglich todtet, wird am Leben gestraft; +geschieht es unipiuluhrlic, fo leidet er die Strafe, die ihm +die Priester auferlegeu. Aber wer einen Ibis oder Habicht +todtet, er mag es absichtlich oder unabsichtlich thun, der mus +nothwendig sterben. Stirbt ein Hund in einem Hause i to +cheeren fich feine Berpohnet den Kopf und den ganzen Kor: +per ab. +Der Ueberfeser).","1 +184, + +unter allen Thieren und dasjenige, das feine vortrefs +lichen Eigenſchaften des Menſchen am würdigſten machen, +vorzüglich verehrten, und demſelben großere Ehre als +allen andern Thieren erzeigten*). + +0 + +Durch Einen von jenen bei allen andern"" flfern +außer bei den Mufelmännern unbegreiflichen Widerſprüchen +findet man wenige Städte in der Welt, wo es ſo viel Hunde +giebt, als in den ägyptiſchen; oder man trift zum wenige + +14 + +tu + +Art +ht + +We + +11 + +*) Die Berehrung des Hundes war in gang Aegypten + +gebräuchlich.""( Nach dem Strabo wurden folgende Thiere +von den alten Aegyptern allgemein verehrt: der Stier, +der Hund, die Kalle, der Ibis, Der Habicht, der +Fiſch Lepidot 48, unb Drorinchus. Und von derit +Betragen der Aegopter gegen die Thiere fagt Herodotus +im 2. Bd. S. 65. Unter den vielen Heiligen Gebräucher, +auf welche die Aegopter mit Strenge halten, find auch +diejenigen, die ſie gegen alle Thiere in ihrem Lande beobachten, +obgleich die Anzahl derſelben, der Nähe von Libyen ohnge. +achtet e nicht ſehr beträchtlich iſt. mm. Sie halten alle ihre +Thiere für hetlig, und dieſe wohnen' theils mit den Menſden +jufanimen, theils nicht.- in Betreff dieſer Thiere beſteht + +. +nun folgende Einrichtung. Ueber jede beſondere Art Find +mannlidhe ano weibliche Verpfleger gefest, deren Amt fich vom +Vater auf den Sohn forterbt. Ju den Städten bezahlt man +dieſen bieten die Selúbbe auf folgende Weiſe: Man ruft +der Gott dem das Thier geweihet iſt, beſchiert ſeinen +Kindern den ganzen oder halben oder nur den dritten Theil +ihres Stopfeß, wiegt die Haare gegen Silber auf und giebt, +was es wiegt, der Warterin des Chieres. Dieſe zerſchneidet +Fiſche dafür und reicht ſie dem Thiere zur Speiſe: denn dieſes +iſt auch die Nahrung, die ihnen angewieſen iſt. Wer Eing +von dieſen Thieren vorfaglich tódtet, wird am Leben geſtraft; +geſchieht es unipiuluhrlic, fo leidet er die Strafe, die ihm +die Prieſter auferlegeu. Aber wer einen Ibis oder Habicht +tödtet, er mag es abſichtlich oder unabſichtlich thun, der muß +nothwendig ſterben. Stirbt ein Hund in einem Hauſe i to +cheeren fich feine Berpohneţ den Kopf und den ganzen Kör: + +he + +per ab. + +Der Ueberfeßer). + + +","Unter allen Thieren und dasjenige, das feine vortrefflichen Eigenschaften des Menschen am würdigsten machen, vorzüglich verehrten, und demselben größere Ehre als allen andern Thieren erzeigten*). +Durch Einen von jenen bei allen andern fern auser bei den Mufelmannern unbegreiflichen Widerspruchen findet man wenige Städte in der Welt, wo es so viel Hunde gibt, als in den ägyptischen; oder man trifft zum Wenigen Art. +*) Die Verehrung des Hundes war in gang Agypten gebräuchlich."" (Nach dem Strabo wurden folgende Thiere von den alten Ägyptern allgemein verehrt: der Stier, der Hund, die Katze, der Ibis, Der Habicht, der Fisch Lepidotus 48, und Drorinchus. Und von derit Beträgt der Aegypter gegen die Thiere sagt Herodotus im 2. Bd. S. 65: Unter den vielen Heiligen Gebrauchen, auf welche die Ägypter mit Strenge halten, finden auch diejenigen, die sie gegen alle Thiere in ihrem Lande beobachten, obgleich die Anzahl derselben, der Nahe von Libyen ohngeachtet, nicht sehr beträchtlich ist. Sie halten alle ihre Thiere für heilig, und diese wohnen theils mit den Menschen zusammen, theils nicht. +In Betreff dieser Thiere besteht nun folgende Einrichtung. Über jede besondere Art finden männliche und weibliche Verpfleger gefest, deren Amt sich vom Vater auf den Sohn forterbt. In den Städten bezahlt man diese Pfleger auf folgende Weise: Man ruft dem Gott, dem das Thier geweiht ist, bescheert seinen Kindern den ganzen oder halben oder nur den dritten Theil ihres Stopfes, wiegt die Haare gegen Silber auf und gibt, was es wiegt, der Wärterin des Thieres. Diese zerschneidet Fische dafür und reicht sie dem Thiere zur Speise: denn dieses ist auch die Nahrung, die ihnen angewiesen ist. Wer eines von diesen Thieren vorsätzlich tötet, wird am Leben gestraft; geschieht es unvorsätzlich, so leidet er die Strafe, die ihm die Priester auferlegen. Aber wer einen Ibis oder Habicht tötet, er mag es absichtlich oder unabsichtlich thun, der muss nothwendig sterben. Stirbt ein Hund in einem Hause, so beehrt man seine Berufung, den Kopf und den ganzen Körper ab. +Der Übersetzer)." +Z166069305,213,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000213/full/full/0/native.jpg,"ften keine Stadte an, die so viele zu enthalten fcheinen, +weil sie in Aegypten stets auf den Strasen, ihrer eins +zigen Wohnung, versammelt find. Sie haben keine an. +dere Nahrung, als jene, welche fie an den Thuren der +Haufer auflesen, oder die sie aus den Unreinigkeiten hers +aussuchen konnen. Die Hundinnen werfen ihre Jungen +in einen Winkel einer abgelegenen oder wenig bewohnten +Casse: denn ein Anganger Mabommeds wurde sie +nicht in der Nahe seiner Wohnung dulden. Sie sind stets +das Ziel von den Stosen und Voruberget +henden; sie werden manchmal ohne Mitleid von einem +iler +bewaffneten Pobelhaufen ermordet, und sie find jeder Art +von Witterung ausgesezt, und da sie nur mit Muhe etwas +finden, womit sie ihr elendes Leben friften konnea, so sind fie +ausgehungert, mager und werden oft von einem Grinde +geplagt, der manchmal in eine Art von Aussaj ausartet, +und da fie durch ihren elenden Zustand haslich werden, +To flosen diese unglucklichen Thiere eben fo Pehr Mitleiden +ein, als man Unwillen und Verachtung gegen die Bare +baren fuhlt, unter welchen sie hausen. Es ist ohne Zweis +fel zu verwundern, das nicht ofterer mehrere von diesen +Hunden bei einem fio elenden Leben toll werden. Allein +die Wafferscheu, die im Norden der Turkei felten ist, +ist noch seltener in den mittaglichen Theilen dieses Reiches, +und unter dem gluhenden Himmel von Aegypten ist fic +ganzlich unbekannt. Ich habe niemals ein Beispiel davon +gesehen; und die Einwohner, bei denen ich mich, darnach +erkundigte, hatten gar keinen Begriff davon. Aber dem, +ohngeachtet fcheint die Hundsmuth in diesem Lande nicht +immer fremd gewesen zu seyn, weil nach den Hieroglyphen +des Horus- Apollo*), die Herr Pauw anfuhrt, +diejenigen, die den Auftrag hatten, die heiligen Hunde +einzubalsamiren, eine Besondere Krankheit bekamen, wenn +*) Im 1. Buche 381. E.( Horus war der Sohn des Osiris und +nach der Sage der zweite Gotterfonig in Aegypten.)","185 + +* + +a + +ften keine Städte an, die ſo viele zu enthalten fcheinen, +weil ſie in Aegypten ſtets auf den Straßen, ihrer eins +zigen Wohnung, verſammelt find. Sie haben keine an. + +, +dere Nahrung, als jene, welche fie an den Thüren der +Häufer aufleſen, oder die ſie aus den Unreinigkeiten hers +ausſuchen können. Die Hündinnen werfen ihre Jungen +in einen Winkel einer abgelegenen oder wenig bewohnten +Caſſe: denn ein Angånger Mabommeds würde ſie +nicht in der Nähe ſeiner Wohnung dulden. Sie ſind ſtets +das Ziel von den Stoßen und Vorüberget +henden; ſie werden manchmal ohne Mitleid von einem + +iler +bewaffneten Pöbelhaufen ermordet, und ſie find jeder Art +von Witterung ausgeſezt, und da ſie nur mit Mühe etwas +finden, womit ſie ihr elendes Leben friften könnea, ſo ſind fie +ausgehungert, mager und werden oft von einem Grinde +geplagt, der manchmal in eine Art von Ausſaj ausartet, +und da fie durch ihren elenden Zuſtand haßlich werden, +To floßen dieſe unglücklichen Thiere eben fo Pehr Mitleiden +ein, als man Unwillen und Verachtung gegen die Bare +baren fühlt, unter welchen ſie hauſen. Es iſt ohne Zweis +fel zu verwundern, daß nicht öfterer mehrere von dieſen +Hunden bei einem fio elenden Leben toll werden. Allein +die Wafferſcheu, die im Norden der Türkei felten iſt, +iſt noch ſeltener in den mittåglichen Theilen dieſes Reiches, +und unter dem glühenden Himmel von Aegypten iſt fic +gånzlich unbekannt. Ich habe niemals ein Beiſpiel davon +geſehen; und die Einwohner, bei denen ich mich, darnach +erkundigte, hatten gar keinen Begriff davon. Aber dem, +ohngeachtet fcheint die Hundsmuth in dieſem Lande nicht +immer fremd geweſen zu ſeyn, weil nach den Hieroglyphen +des Horus- Apollo*), die Herr Pauw anführt, +diejenigen, die den Auftrag hatten, die heiligen Hunde +einzubalſamiren, eine Beſondere Krankheit bekamen, wenn + +3 + +ST + +13 + +9 + +*) Im 1. Buche 381. E.( Horus war der Sohn des Oſiris und + +nach der Sage der zweite Götterfónig in Aegypten.) + + +","Oft finden keine Städte an, die so viele zu enthalten scheinen, +weil sie in Ägypten stets auf den Straßen, ihrer einzigen Wohnung, versammelt finden. Sie haben keine andere Nahrung, als jene, welche sie an den Thüren der Häuser auflesen, oder die sie aus den Unreinigkeiten herausaussuchen können. Die Hündinnen werfen ihre Jungen in einen Winkel einer abgelegenen oder wenig bewohnten Gasse; denn ein Anhänger Mohammeds würde sie nicht in der Nähe seiner Wohnung dulden. Sie sind stets das Ziel von den Stößen und Vorübergehenden; sie werden manchmal ohne Mitleid von einem bewaffneten Pöbelhaufen ermordet, und sie finden jeder Art von Witterung ausgesetzt, und da sie nur mit Mühe etwas finden, womit sie ihr elendes Leben fristen können, so sind sie ausgehungert, mager und werden oft von einem Grinde geplagt, der manchmal in eine Art von Aussatz ausartet, und da sie durch ihren elenden Zustand hasslich werden. + +To flossen diese unglücklichen Thiere eben so viel Mitleiden ein, als man Unwillen und Verachtung gegen die Barbaren fühlt, unter welchen sie hausen. Es ist ohne Zweifel zu verwundern, dass nicht öfter mehrere von diesen Hunden bei einem so elenden Leben toll werden. Allein die Wuthscheu, die im Norden der Türkei häufig ist, ist noch seltener in den mittäglichen Theilen dieses Reiches, und unter dem glühenden Himmel von Ägypten ist sie ganzlich unbekannt. Ich habe niemals ein Beispiel davon gesehen; und die Einwohner, bei denen ich mich darnach erkundigte, hatten gar keinen Begriff davon. Aber demungeachtet scheint die Hundsmuth in diesem Lande nicht immer fremd gewesen zu sein, weil nach den Hieroglyphen des Horus-Apollo*) diejenigen, die den Auftrag hatten, die heiligen Hunde einzubalsamieren, eine besondere Krankheit bekamen, + +*) Im 1. Buche 381. E.(Horus war der Sohn des Osiris und nach der Sage der zweite Göttersohn in Ägypten.)" +Z166069305,214,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000214/full/full/0/native.jpg,"i 86 +Acom +diefe an der Waffer scheu gestorben waren*). Derrelbe +Schriftsteller bemerkt stvar, das diere Zufalle nicht sehr +gemein waren, aber es konnte auch moglich seyn, das +die Stelle des Horus- Apollo eine andere Auslegung +juliese. Wie es aber auch seyn mag, To ist es doch gang +gewis, das jezt die Hunde foizohl in Aegypten **) +als in andern Cheilen Afrikas und in der heisesten +Zone Amerikas niemals toll werden. Diese Beobach- +tung widerspricht also einer scheinbaren und dem Anscheine +Kach auf Natursachen gegrundeten Muthmasung, nams +lich: das die Hundswuth nach Verhaltnis der Grose +der Hise gemein reyn muste: eine Behauptung, welche +Shatsachen umstosen, die vielleicht einiges Licht uber die +Beschaffenheit dieser schreflichen Krankheit und uber die +Heilart verbreiten konnen. +Die apyptischen Funde sind eine Art von grosen +Windhunden, die sehr schon seyn wurden, wenn man file +sorgfaltiger wartete, oder wenn man sie blos weniger +grausam mishandelte. Indem fie aber ihre schone Gestalt +berlohren, batten ste nach meiner Meinung gar nicht mehr +das Geprage der Eigenschnften tragen sollen, die sie an +allen andern Orten so empfehlenswerth machen. Indessen +) Philosophische Untersuchungen uber die Aegypter und Chineseu +2. Bd. S. 112. +**) Herr fecointre, der sich in Aegypten aufgehalten bat, +versichert, das man in diesem Laude niemals Spuren von der +Wasserscheu finde, und das man auch zu Baleb, wo es eine +ungeheuere Menge von Hunden verschiedener Art giebt, dier +fich selbst uberlassen, obne einen Herrn herumlaufen, und wo +diere Thiere aus Mangel an Futter und Wasser und wegen der +Site des Climax in groser Anzahl sterben, nienialt die +Waferfchen geseben hat( Denfschrift uber ein Mittel die +Wasserscheu zu heilen von Herrn von Matheis in der +Biblioth. Phyfico- Oeconom. im Jahr 1784 S. 416.","i 86 + +Acom + +diefe an der Waffer ſcheu geſtorben waren*). Derrelbe +Schriftſteller bemerkt stvar, daß diere Zufälle nicht ſehr +gemein waren, aber es könnte auch möglich ſeyn, daß +die Stelle des Horus- Apollo eine andere Auslegung +juließe. Wie es aber auch ſeyn mag, To iſt es doch gang +gewiß, daß jezt die Hunde foizohl in Aegypten **) +als in andern Cheilen Afrikas und in der heißeſten +Zone Amerikas niemals toll werden. Dieſe Beobach- +tung widerſpricht alſo einer ſcheinbaren und dem Anſcheine +Kach auf Naturſachen gegründeten Muthmaßung, nams +lich: daß die Hundswuth nach Verhältniß der Große +der Hiße gemein reyn müßte: eine Behauptung, welche +Shatſachen umſtoßen, die vielleicht einiges Licht über die +Beſchaffenheit dieſer ſchreflichen Krankheit und über die +Heilart verbreiten können. + +Die åpyptiſchen Funde ſind eine Art von großen +Windhunden, die ſehr ſchon ſeyn würden, wenn man file +ſorgfältiger wartete, oder wenn man ſie bloß weniger +grauſam mißhandelte. Indem fie aber ihre ſchone Geſtalt +berlohren, båtten ſte nach meiner Meinung gar nicht mehr +das Gepräge der Eigenſchnften tragen ſollen, die ſie an +allen andern Orten ſo empfehlenswerth machen. Indeſſen + +) Philoſophiſche Unterſuchungen über die Aegypter und Chineſeu +2. Bd. S. 112. + +? + +**) Herr fecointre, der ſich in Aegypten aufgehalten bat, + +verſichert, daß man in dieſem Laude niemals Spuren von der +Waſſerſcheu finde, und daß man auch zu Baleb, wo es eine +ungeheuere Menge von Hunden verſchiedener Art giebt, dier +fich ſelbſt überlaſſen, obne einen Herrn herumlaufen, und wo +diere Thiere aus Mangel an Futter und Waſſer und wegen der +Site des Climax in großer Anzahl ſterben, nienialt die +Waferfchen geſeben hat( Denfſchrift úber ein Mittel die +Waſſerſcheu zu heilen von Herrn von Matheis in der +Biblioth. Phyfico- Oeconom. im Jahr 1784 S. 416. + +- + + +","I 86 +Acom +diese an der Wutherscheinung gestorben waren*). Der selbe +Schriftsteller bemerkt weiter, dass diese Zufälle nicht sehr +gemein waren, aber es könnte auch möglich sein, dass +die Stelle des Horus-Apollo eine andere Auslegung verlangt. +Wie es aber auch sei mag, so ist es doch gewiss, +dass jetzt die Hunde so wohl in Ägypten als in andern Theilen Afrikas und in der heißesten Zone Amerikas niemals toll werden. Diese Beobachtung widerspricht also einer scheinbaren und dem Anscheine nach auf Natursachen gegründeten Muthmaßung, nämlich: dass die Hundswuth nach Verhältnis der Größe der Hüte gemein reyn müsse; eine Behauptung, welche Schatsachen umstößt, die vielleicht einiges Licht über die Beschaffenheit dieser schrecklichen Krankheit und über die Heilart verbreiten können. + +Die ägyptischen Hunde sind eine Art von großen Windhunden, die sehr schön seyn würden, wenn man sie sorgfältiger wärtete, oder wenn man sie bloß weniger grausam mishandelte. Indem sie aber ihre schöne Gestalt verlieren, haben sie nach meiner Meinung gar nicht mehr das Gepräge der Eigenschaften tragen sollen, die sie an allen andern Orten so empfehlenswerth machen. + +Indessen ) Philosophische Untersuchungen über die Ägypter und Chinesen +2. Bd. S. 112. +**) Herr fecointre, der sich in Ägypten aufgehalten hat, +versichert, dass man in diesem Lande niemals Spuren von der +Wasserscheu finde, und dass man auch zu Baleb, wo es eine +ungeheure Menge von Hunden verschiedener Art gibt, die sich selbst überlassen, ohne einen Herrn herumlaufen, und wo diese Thiere aus Mangel an Futter und Wasser und wegen der Stärke des Climax in großer Anzahl sterben, niemals die Wasserscheu gesehen hat (Denkschrift über ein Mittel die Wasserscheu zu heilen von Herrn von Matheis in der Biblioth. Phyfico- Oeconom. im Jahr 1784 S. 416." +Z166069305,215,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000215/full/full/0/native.jpg,"Hit an. +ift ihr Instinkt, ob er gleich vielleicht verdorben ist, doch +& nicht verloschen .. Man sieht fie auf den besuchtesten +Strasen hin und her laufen, und sie nehmen sich mit einer +wahrhaft sorgfaltigen Aufmerksamkeit in Acht, das fie +nicht an den Kleidern der Vorubergehenden anstosen: +diese Vorsicht ist weit interessanter als jene des Mufel- +mannes, der fein Kleid bei ihrer Annaherung wegzieht; +fte wachen sogar fur die Sicherheit ihrer Henker; und find +die Nacht uber das Schrecken der Diebe. In den Hafen +auf den Fahrzeugen, in den Garten und in dem Innern +der Stadte vertrauet man ihrer Wachsamkeit die Waaren +Ein bewundernswerther Instinkt, ein naturlichen +Hang, sich dem Menschen nuzlich zu machen, treibt sie an, +eine Aufsicht uber fich zu nehmen, die ihnen niemand an. +vertrauet, und wozu fie niemand anweist, und man kann +fich unmoglich einer Waaren- Niederlage nabern, die +von diefen freiwilligen Wachtern umgeben ist. Nicht wes +niger fonderbar ist es, das diese Hunde niemals aus dem +Quartiere weglaufen, worin sie das Licht der Welt erblikt +baben: fie machen abgesonderte Stamme aus, die nie ihre +bestimmten Grenzen uberschreiten; derjenige, der aus einem +Duartiere in das andere gienge, wurde sogleich von der ganzen +Heerde empfangen werden, die ihn als Fremdling ansehen, +und aus deren Klauen er sich nur mit Muhe wieder befreien +konnen wurde. +Die Beduinen, die in allen Studen weit wenis +ger aberglaubisch als die Turken sind, halten grose +& Bindbunde, die auch Wache um ihre Zelte stehen. Sie +tragen aber grose Sorgfalt fur sie, und lieben sie so rehr, +das man sich, wenn man den Hund eines Beduinen +todtete, felbft der Gefahr, sein Leben zu verlieren, aus. +fesen wurde. +So gros und ungerecht auch der Abscheu der Jur: +fen gegen die Hunde ist, die der Mensch zum Symbole","187 + +** + +** + +it + +Hit an. + +ift ihr Inſtinkt, ob er gleich vielleicht verdorben iſt, doch +& nicht verloſchen .. Man ſieht fie auf den beſuchteſten + +Straßen hin und her laufen, und ſie nehmen ſich mit einer +wahrhaft ſorgfältigen Aufmerkſamkeit in Acht, das fie +nicht an den Kleidern der Vorübergehenden anſtoßen: +dieſe Vorſicht iſt weit intereſſanter als jene des Mufel- +mannes, der fein Kleid bei ihrer Annaherung wegzieht; +fte wachen ſogar für die Sicherheit ihrer Henker; und find +die Nacht über das Schrecken der Diebe. In den Hafen +auf den Fahrzeugen, in den Garten und in dem Innern +der Städte vertrauet man ihrer Wachſamkeit die Waaren + +Ein bewundernswerther Inſtinkt, ein natürlichen +Hang, ſich dem Menſchen núzlich zu machen, treibt ſie an, +eine Aufſicht über fich zu nehmen, die ihnen niemand an. +vertrauet, und wozu fie niemand anweiſt, und man kann +fich unmöglich einer Waaren- Niederlage nåbern, die +von diefen freiwilligen Wachtern umgeben iſt. Nicht wes +niger fonderbar iſt es, daß dieſe Hunde niemals aus dem +Quartiere weglaufen, worin ſie das Licht der Welt erblikt +baben: fie machen abgeſonderte Ståmme aus, die nie ihre +beſtimmten Grenzen überſchreiten; derjenige, der aus einem +Duartiere in das andere gienge, würde ſogleich von der ganzen +Heerde empfangen werden, die ihn als Fremdling anſehen, +und aus deren Klauen er ſich nur mit Mühe wieder befreien +können würde. + +1 + +Me + +Die Beduinen, die in allen Stúden weit wenis +ger abergläubiſch als die Türken ſind, halten große +& Bindbunde, die auch Wache um ihre Zelte ſtehen. Sie + +tragen aber große Sorgfalt für ſie, und lieben ſie ſo rehr, +daß man ſich, wenn man den Hund eines Beduinen +tödtete, felbft der Gefahr, ſein Leben zu verlieren, aus. +feßen würde. + +So groß und ungerecht auch der Abſcheu der Jür: +fen gegen die Hunde iſt, die der Menſch zum Symbole + + +","Hit an. + +Ihr Instinkt, ob er gleich vielleicht verdorben ist, doch nicht verloschen. Man sieht sie auf den besuchtesten Strassen hin und her laufen, und sie nehmen sich mit einer wahrhaft sorgfältigen Aufmerksamkeit in Acht, dass sie nicht an den Kleidern der Vorübergehenden anstoßen: diese Vorsicht ist weit interessanter als jene des Müselmannes, der sein Kleid bei ihrer Annäherung wegzieht; sie wachen sogar für die Sicherheit ihrer Herrn; und finden die Nacht über das Schrecken der Diebe. In den Häfen auf den Fahrzeugen, in den Gärten und in dem Innern der Städte vertraut man ihrer Wachsamkeit die Waaren an. + +Ein bewundernswerther Instinkt, ein natürlicher Hang, sich dem Menschen nützlich zu machen, treibt sie an, eine Aufsicht über sich zu nehmen, die ihnen niemand anvertraut, und wozu sie niemand anweist, und man kann sich unmöglich einer Waaren-Niederlage nähern, die von diesen freiwilligen Wächtern umgeben ist. Nicht weniger wunderbar ist es, dass diese Hunde niemals aus dem Quartiere weglaufen, worin sie das Licht der Welt erblickt haben: sie machen abgesonderte Stämme aus, die nie ihre bestimmten Grenzen überschreiten; derjenige, der aus einem Quartiere in das andere ging, würde sogleich von der ganzen Herde empfangen werden, die ihn als Fremdling ansieht, und aus deren Klauen er sich nur mit Mühe wieder befreien könnte. + +Die Beduinen, die in allen Städten weit weniger abergläubisch als die Türken sind, halten große Hunde, die auch Wache um ihre Zelte stehen. Sie tragen aber große Sorgfalt für sie, und lieben sie so sehr, dass man sich, wenn man den Hund eines Beduinen tötete, selbst der Gefahr aussetzen würde, sein Leben zu verlieren. + +So groß und ungerecht auch der Abscheu der Juden gegen die Hunde ist, die der Mensch zum Symbole" +Z166069305,216,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000216/full/full/0/native.jpg,"einer unveranderlichen Treue und Unhanglichkeit gemacht +bat, fo viel Geschmat haben sie an den Kagent. Mahome +med liebte diese. Man erzahlt, das, als er wegen wich. +tiger und dringender Angelegenheiten weggerufen wurde, +er lieber ein Stuck von seinem Kleide weggeschnitten, als +die Kase aufgewekt habe, die darauf schlief. Man +brauchte nichts weiter, um diese Chiere den mahommeda. +nern zu empfehlen, tvenn sie auch nicht uberdies ihre +auserordentliche Reinlichkeit, die Mettigkeit und das Glans +gende ihres Belzes, ihre weichliche Ruhe, ihre stillen und + porfichtigen Liebkosungen in den Augen der Muselmanner +zu diebenswurdigen Besen machten. Die Lage darf ich +auch in die Moriheen einschleichen: man nimmt fie darinn +als ein Lieblingsthier des Propheten und als einen Feind +anderer unreiner Thiere auf: npenn aber ein Hund in einen +Sempel fame, und fie durch seine Gegenwart verunreis +nigte, fo wurde man ihn augenblitlich zum Tode ver: +dammen. Da aber der Sund die Menschen, denen er mit +Teinen Hauslichen Vorzugen und mit seinem vollkommenen +Instinkte zu dienen wunschte, flieht, so versucht keiner an +folche Orte zu kommen, wo fich Menschen versammeln: 1 +er kann dahin weder einem Herren folgen, noch einen +Freund begleiten. +In dem alten Aegypten standen zwar die Masen +in groser Berehrung, aber die Hunde wurden noch mehr +verehrt. Wenn in einem Saure eine Stase eines natur: +lichen Sodes starb( dean menn jemand selbst wider seinen +Witten eine stage todtete, so muste er des Todes fterben) +fo fchoren fich feine Beipohner blos die Augenbraunen ab; +wenn aber ein Hund darin ftarb, ro[ chor man sich den +Kopf und den ganzen Korper ab*). Die Leichname der +Kasen brachte man sogleich in heilige Gebaude, und wenn +man sie einbalsamirt hatte, so begrub man sie zu Buba: +Ferodotus im 2. Bd. S. 66.","188 + +einer unveränderlichen Treue und Unhånglichkeit gemacht +bat, fo viel Geſchmat haben ſie an den Kagent. Mahome +med liebte dieſe. Man erzählt, daß, als er wegen wich. +tiger und dringender Angelegenheiten weggerufen wurde, +er lieber ein Stück von ſeinem Kleide weggeſchnitten, als +die Kaße aufgewekt habe, die darauf ſchlief. Man +brauchte nichts weiter, um dieſe Chiere den mahommeda. +nern zu empfehlen, tvenn ſie auch nicht überdies ihre +außerordentliche Reinlichkeit, die Mettigkeit und das Glåns + +gende ihres Belzes, ihre weichliche Ruhe, ihre ſtillen und +· porfichtigen Liebkoſungen in den Augen der Muſelmanner + +zu diebenswürdigen Beſen machten. Die Lage darf ich +auch in die Moriheen einſchleichen: man nimmt fie darinn +als ein Lieblingsthier des Propheten und als einen Feind +anderer unreiner Thiere auf: npenn aber ein Hund in einen +Sempel fåme, und fie durch ſeine Gegenwart verunreis +nigte, fo würde man ihn augenblitlich zum Tode ver: +dammen. Dą aber der Sund die Menſchen, denen er mit +Teinen Håuslichen Vorzügen und mit ſeinem vollkommenen +Inſtinkte zu dienen wünſchte, flieht, ſo verſucht keiner an +folche Orte zu kommen, wo fich Menſchen verſammeln: 1 +er kann dahin weder einem Herren folgen, noch einen +Freund begleiten. + +A + +In dem alten Aegypten ſtanden zwar die Maßen +in großer Berehrung, aber die Hunde wurden noch mehr +verehrt. Wenn in einem Saure eine Staße eines natür: +lichen Sodes ſtarb( dean menn jemand ſelbſt wider ſeinen +Witten eine stage tódtete, ſo mußte er des Todes fterben) +fo fchoren fich feine Beipohner bloß die Augenbraunen ab; +wenn aber ein Hund darin ftarb, ro[ chor man ſich den +Kopf und den ganzen Körper ab*). Die Leichname der +Kaßen brachte man ſogleich in heilige Gebäude, und wenn +man ſie einbalſamirt hatte, ſo begrub man ſie zu Buba: + +Ferodotus im 2. Bd. S. 66. + +1 + + +","einer unveränderlichen Treue und Unhänglichkeit gemacht hat, bat, so viel Geschmack haben sie an den Katzen. Mahomed liebte diese. Man erzählt, dass, als er wegen wichtiger und dringender Angelegenheiten weggerufen wurde, er lieber ein Stück von seinem Kleide weggeschnitten, als die Katze aufwecken habe, die darauf schlief. Man brauchte nichts weiter, um diese Chiere den Mahommedanern zu empfehlen, wenn sie auch nicht übrigens ihre außerordentliche Reinlichkeit, die Mäßigkeit und das Glanzende ihres Belzes, ihre weichliche Ruhe, ihre stillen und fürsichtigen Liebkosungen in den Augen der Muselmänner zu dienenswürdigen Besen machten. Die Lage darf ich auch in die Moscheen einschleichen: man nimmt sie darin als ein Lieblingstier des Propheten und als einen Feind anderer unreiner Thiere auf; wenn aber ein Hund in einen Tempel kam, und sie durch seine Gegenwart verunreinigte, so wurde man ihn augenblicklich zum Tode verdammen. Da aber der Hund die Menschen, denen er mit seinen hauslichen Vorzügen und mit seinem vollkommenen Instinkte zu dienen wünschte, flieht, so versucht keiner an solche Orte zu kommen, wo sich Menschen versammeln; er kann dahin weder einem Herren folgen, noch einen Freund begleiten. + +In dem alten Ägypten standen zwar die Katzen in großer Verehrung, aber die Hunde wurden noch mehr verehrt. Wenn in einem Hause eine Katze eines natürlichen Todes starb (denn jemand selbst wider seinen Willen eine Katze tötete, so musste er des Todes sterben), so schoren sich ihre Beipohner bloß die Augenbraunen ab; wenn aber ein Hund darin starb, so schor man sich den Kopf und den ganzen Körper ab). Die Leichname der Katzen brachte man sogleich in heilige Gebäude, und wenn man sie einbalsamiert hatte, so begrub man sie zu Bubastis. Herodotus im 2. Bd. S. 66." +Z166069305,217,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000217/full/full/0/native.jpg,"fus*) das eine betrachtliche Stadt in Niederag ypa +ten war, die heut zu Tage Bafta heist **). +Diese Ehrenbezeugungen diese Vorrechte Warrit +feine blose Sache des Geschmaks: fie hatten einen wich +tigen politischen Zwek, nemlich jenen, den Vortheil und +den Unterhalt eines genzen Volfes. Man muste noth +wendiger Weise eine Thierart; die unentbehrlich zur Vers +tilgung einer ungeheuren Menge von Ratten und Mausen +war, von welchen Aegypten angefallen wurde, une +mittelbar unter den Schuz der Gefese thun. Die Vera +getterung schien den Priestern das fidyerste Mittel zu seyn, +Gegenftande, deren Erhaltung fehr wichtig war, bei +bem Volfe gegen jeden Angriff zu sichern. Und was liegt +B it baftus war die Hauptstadt bes bubaftisdent Nomos ano +hatte ihren Namen von der Gottin Bubastis, die hier einen +Cempel hatte. Die Aegypter tahlfahrteten jabrlid nach diesem +Lempel, wo manchmal 700,000 Mensden zusammen fametti +Der ostliche Nilarm fuhrte von ihr den Namen des bubaftifdyert +flaffes. Die Ruinen dieses Drts glaubt Pocode bei den +Flasses +tekigen Benal: Safset zu findeti. +Der Heberseker. +**) Herodotus erzahlt nod von den Masen folgendes: Hat eine +Kase gervorfen; so konimt fie richt mehr zum Kater, und +dieser kantt sie dann trot seiner Begierde nicht mehr belaufett. +Die Kater brauchen daher list; sie stehlen den Kagen thre +Jungen und todten nie, ohne sie doch zu freffen, worauf jene, +die sich ihrer Kleinen beraubt fehen und sich wieder Junge +wunschen die Kater auf neue besuchert. Denn die Kate +hangt sehr an ihren Jungen. Bricht irgend wo ein Feuer. +aus, fo ist das Betragen der Kasen dabei eben so wunderbar. +Denn obgleich die Aegypter fich dann als Wachen fur ihre +Rasen um das Feuer Herstellen und daruber sogar das esfchen +versaumen, fo fpringen die Kaken doch zwischen der Mensden +durd oder uber dieselben hin in die Gluth, und allemal entstett +dann ein groses Jamnnern unter den fegyptern. Nach des +Jacobifchen Uebersegung des Herodotus. +Der Ueberseper.","+ +289 + +1 + +fus*) das eine beträchtliche Stadt in Niederåg ypa +ten war, die heut zu Tage Bafta heißt **). + +Dieſe Ehrenbezeugungen dieſe Vorrechte Warrit +feine bloße Sache des Geſchmaks: fie hatten einen wich +tigen politiſchen Zwek, nemlich jenen, den Vortheil und +den Unterhalt eines genzen Volfes. Man mußte noth +wendiger Weiſe eine Thierart; die unentbehrlich zur Vers +tilgung einer ungeheuren Menge von Ratten und Mäuſen +war, von welchen Aegypten angefallen wurde, une +mittelbar unter den Schuz der Gefeße thun. Die Vera +gétterung ſchien den Prieſtern das fidyerſte Mittel zu ſeyn, +Gegenftande, deren Erhaltung fehr wichtig war, bei +bem Volfe gegen jeden Angriff zu ſichern. Und was liegt + +* + +2 + +! + +B it baftus war die Hauptſtadt bes bubaftiſdent Nomos ano +hatte ihren Namen von der Göttin Bubáſtis, die hier einen +Cempel hatte. Die Aegypter tahlfahrteten jabrlid nach dieſem +Lempel, wo manchmal 700,000 Menſden zuſammen fametti +Der óſtliche Nilarm führte von ihr den Namen des bubaftifdyert +flaffes. Die Ruinen dieſes Drts glaubt Pocode bei den +Flaſſes +tekigen Benal: Safſet zu findeti. + +Der Heberſeker. + +TE + +1 + +NE + +**) Herodotus erzählt nod von den Maßen folgendes: Hat eine + +Kaße gervorfen; ſo konimt fie richt mehr zum Käter, und +dieſer kantt ſie dann trot ſeiner Begierde nicht mehr beläufett. +Die Kater brauchen daher liſt; ſie ſtehlen den Kagen thre +Jungen und tódten nie, ohne ſie doch zu freffen, worauf jene, +die ſich ihrer Kleinen beraubt fehen und ſich wieder Junge +wünſchen die Kater auf neue beſuchert. Denn die Kate +, + +E +hångt ſehr an ihren Jungen. Bricht irgend wo ein Feuer. +aus, fo iſt das Betragen der Kaßen dabei eben ſo wunderbar. +Denn obgleich die Äegypter fich dann als Wachen für ihre +Raßen um das Feuer Herſtellen und darüber ſogar das esfchen +verſäumen, fo fpringen die Kaken doch zwiſchen der Menſden +durd oder über dieſelben hin in die Gluth, und allemal entſtett +dann ein großes Jamnnern unter den fegyptern. Nach des +Jacobifchen Ueberſegung des Herodotus. + +Der Ueberſeper. + +X + + +","das eine beträchtliche Stadt in Niederägypten war, die heut zu Tage Bubastis heißt **). Diese Ehrenbezeugungen, diese Vorrechte waren feine blose Sache des Geschmacks; sie hatten einen wichtigen politischen Zweck, nemlich jenen, den Vorteil und den Unterhalt eines ganzen Volks. Man musste nothwendiger Weise eine Thierart, die unentbehrlich zur Vertilgung einer ungeheuren Menge von Ratten und Mäusen war, von welchen Ägypten angefallen wurde, unmittelbar unter den Schutz der Götter thun. Die Vergötterung schien den Priestern das sicherste Mittel zu seyn, Gegenstände, deren Erhaltung sehr wichtig war, beim Volke gegen jeden Angriff zu sichern. + +Und was liegt näher? Bubastis war die Hauptstadt des Nomos und hatte ihren Namen von der Göttin Bubastis, die hier einen Tempel hatte. Die Ägypter wallfahrteten jährlich nach diesem Tempel, wo manchmal 700,000 Menschen zusammen kamen. Der östliche Nilarm führte von ihr den Namen des bubastischen Flusses. Die Ruinen dieses Orts glaubt Pococke bei den Felsen zu finden, die noch jetzt Beni-Suef heißen. + +Der Heberseker. **) +Herodotus erzählt noch von den Katzen folgendes: Hat eine Kätzin geboren; so kann sie nicht mehr zum Katzert, und dieser kann sie dann trotz seiner Begierde nicht mehr belästigen. Die Katzer brauchen daher List; sie stehlen den Kätzern ihre Jungen und töten nie, ohne sie doch zu freßen, worauf jene, die sich ihrer Kleinen beraubt sehen und sich wieder Junge wünschen, die Katzer auf neue besuchen. Denn die Katz hängt sehr an ihren Jungen. + +Bricht irgend wo ein Feuer aus, so ist das Betragen der Katzen dabei eben so wunderbar. Denn obgleich die Ägypter sich dann als Wachen für ihre Häuser um das Feuer herstellen und darüber sogar das Essen versäumen, so springen die Katzen doch zwischen den Menschen durch oder über dieselben hin in die Gluth, und allemal entsteht dann ein großes Jammergeschrei unter den Ägyptern. Nach der Jacobischen Übersetzung des Herodotus. +Der Übersetzer." +Z166069305,218,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000218/full/full/0/native.jpg,"bei einer abgottischen Glaubensart daran, ob man einen +Menschen, oder eine Kase, eine Frau, oder eine Zwiebel +anbeten mus? Sind sie nicht alle gleich weit von der +Gottheit entfernt? Wenn man aberglaubisch renn muste, +war es nicht besser, das man es auf eine nuzliche Weise +tar? Gluklich sind daher die Volker, deren Aberglaube +auf die Beforderung des Ackerbaues und des allgemeinen +Besten abzielt*)! +Bei einer Nation, fur die das Physische alles, und +das Moralische beinahe nichts ift, schienen die verfuhre. +rischen Ausenseiten der Kasen den Vorzug vor der Geleh, +rigkeit, dem ausgesuchten Instinkte und der auffallenden +Freue des Hundes zu verdienen. Ein einziger solcher +Zug charakterisirt eine Nation oft besser, als eine Menge +son Beobachtungen uber die Sitten und Gebrauche, die +bald zur Rutine werden, die man als gleichgultig ansieht, +und die man endlich um so viel lieber befolgt, als man +fie zu andern die Muhe scheuet. Ist ein Volk in der +That nicht bald beurtheilt, wenn man weis, das es den +Hund verabscheuet und das es die Kase liebt, weil diese +sorgfaltig ihren Unflath verbirgt, und kein Aas verzehrt, +ju welchem manchmal das Naturel den Hund antreibt? +Nan findet in Negypten in allen Hausern Kasen. +man sieht fie bei den Reichen das Wohnzimmer, die +Weichlichkeit und die Faulheit ihrer Serren theilen, die +einen Gefallen daran baben, wenn fie dieselben mit der +) Adler Aberglaube entsteht aus Furcht oder aus Hoffnung, unb +dient daher entweder den Schaden abzuwenden oder sich vor, +theile zu verschaffen. Man verehrte baher jederzeit nur folche +Chiere, die nuben oder schaden fonnten. Man wird anfanglid +nie ganz gleichgultige Wesen angebetet haben, sondern immer +nur solche, die Madt befasen und dadurch die Aufmerksamkeit +der nod ganz sinnlichen Menschen rege machen konnten. +Der ueberreger.","190 + +* + +bei einer abgottiſchen Glaubensart daran, ob man einen +Menſchen, oder eine Kaße, eine Frau, oder eine Zwiebel +anbeten muß? Sind ſie nicht alle gleich weit von der +Gottheit entfernt? Wenn man abergläubiſch renn mußte, +war es nicht beſſer, daß man es auf eine nůzliche Weiſe +tar? Glúklich ſind daher die Volker, deren Aberglaube +auf die Beförderung des Ackerbaues und des allgemeinen +Beſten abzielt*)! + +09 + +16 + +M + +Bei einer Nation, für die das Phyſiſche alles, und +das Moraliſche beinahe nichts ift, ſchienen die verführe. +riſchen Außenſeiten der Kaßen den Vorzug vor der Geleh, +rigkeit, dem ausgeſuchten Inſtinkte und der auffallenden +Freue des Hundes zu verdienen. Ein einziger ſolcher +Zug charakteriſirt eine Nation oft beſſer, als eine Menge +son Beobachtungen über die Sitten und Gebräuche, die +bald zur Rutine werden, die man als gleichgültig anſieht, +und die man endlich um ſo viel lieber befolgt, als man +fie zu ändern die Mühe ſcheuet. Iſt ein Volk in der +That nicht bald beurtheilt, wenn man weiß, daß es den +Hund verabſcheuet und daß es die Kaße liebt, weil dieſe +ſorgfältig ihren Unflath verbirgt, und kein Aas verzehrt, +ju welchem manchmal das Naturel den Hund antreibt? + +95 +HE + +an + +Nan findet in Negypten in allen Häuſern Kaßen. +man ſieht fie bei den Reichen das Wohnzimmer, die +Weichlichkeit und die Faulheit ihrer Serren theilen, die +einen Gefallen daran baben, wenn fie dieſelben mit der + +) Adler Aberglaube entſteht aus Furcht oder aus Hoffnung, unb +dient daher entweder den Schaden abzuwenden oder ſich vor, +theile zu verſchaffen. Man verehrte baher jederzeit nur folche +Chiere, die núben oder ſchaden fonnten. Man wird anfänglid +nie ganz gleichgültige Weſen angebetet haben, ſondern immer +nur ſolche, die Madt befaßen und dadurch die Aufmerkſamkeit +der nod ganz ſinnlichen Menſchen rege machen konnten. + +Der ueberreger. + +Ľ: + + +","bei einer abgöttischen Glaubensart daran, ob man einen Menschen, oder eine Kase, eine Frau, oder eine Zwiebel anbeten muss? Sind sie nicht alle gleich weit von der Gottheit entfernt? Wenn man aberglaubisch rennen muss, war es nicht besser, dass man es auf eine nützliche Weise tat? Glücklich sind daher die Völker, deren Aberglaube auf die Beförderung des Ackerbaues und des allgemeinen Besten abzielt! + +Bei einer Nation, für die das Physische alles und das Moralisches beinahe nichts ist, schienen die verführerischen Aussehen der Käsen den Vorzug vor der Gelehrigkeit, dem ausgesuchten Instinkte und der auffallenden Freude des Hundes zu verdienen. Ein einziger solcher Zug charakterisiert eine Nation oft besser, als eine Menge sorgfältiger Beobachtungen über die Sitten und Gebrauche, die bald zur Routine werden, die man als gleichgültig ansieht, und die man endlich um so viel lieber befolgt, als man sie zu ändern die Mühe scheut. Ist ein Volk in der Tat nicht bald beurteilt, wenn man weiß, dass es den Hund verabscheut und dass es die Kase liebt, weil diese sorgfältig ihren Unflat verbirgt, und kein Aas verzehrt, wie welchem manchmal das Naturell den Hund antreibt? + +Man findet in Ägypten in allen Häusern Katzen. Man sieht sie bei den Reichen im Wohnzimmer, die Weichlichkeit und die Faulheit ihrer Herrschaften teilen, die einen Gefallen daran haben, wenn sie dieselben mit der Adler-Abgötterei entsteht aus Furcht oder aus Hoffnung, und dient daher entweder den Schaden abzuwenden oder sich Vorteile zu verschaffen. Man verehrte bisher jederzeit nur solche Geister, die nützen oder schaden konnten. Man wird anfangs nie ganz gleichgültige Wesen angebetet haben, sondern immer nur solche, die Macht besitzen und dadurch die Aufmerksamkeit der noch ganz sinnlichen Menschen rege machen konnten." +Z166069305,219,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000219/full/full/0/native.jpg,"Danden streicheln und liebkosungen an fie verschwenden +konnen, die diere kalten und stolzen Menschen weit gefuhl. +vollern Wesen versagen. Hat man sie auch jezt nicht wie +in den alten Zeiten vergdttert, so konnen fie doch nicht +besser behandelt werden. +tel +Es ist wahr, die Kasen find sehr sanft und sehr +zutraulich. Sie haben nicht jenes Mistrauen und jenent +wilden Charakter, den in einigen Eheilen von Franke +reich eine Race von diesen Thieren zeigt, die wilder als +Eh Hausthiere find. Allein diese Verschiedenheiten find eben +so sehr das Werk des Menschen als der Einwirkungen +des Climas. In dem Departement, wo ich wohne und +in den benachbarten Departements ift, besonders auf dem +fande, die Kase nach den Ackerpferden das ungluklichste +Chier. Herr und Diener jagen fie fort, schlagen fie, +werfent fie mit Steinen, besen die Hunde auf sie, und +geben ihr nichts zu freffen. Wenn sie der Hunger, woo +von ihre Magerkeit ein Beweis ift, ndthigt, den Augen. +blik abzupaffen, um etwas"" wegzustehlen, fo bezahlt der +vorgebliche Rauber diese Geschiklichkeit, die er zu seiner +Erhaltung gebraucht hatte, mit dem Leben. Warum polls +ten die Kaben bei solchen grausamen Herren nicht eine +wilde Physiognomie, ein Geprage von Wildheit annehmen? +Ich habe lange Zeit eine sprachtige angorische Kase +befefsen. Sie war ganz mit langen reibenartigen Haarent +bedekt, ihr sehr dichter Schwanz bildete einen fchonen +Federbusch, den das Thier nach Wilfuhr uber seinen +Korper in die Hohe hob. Kein Flecken, kein Schatten +3. perdunkelte das blendende Weis seiner Haare. Seine +Nare, der Kreis um seine Lippen waren von einer zarten +Rosenfarbe. In seinem runden Kopfe glanzten zwei +grose Augen, wovon das Eine etwas gelb, das Andere +aber blau war. Diese schone Kase befas noch mehr lies +benswirdige Eigenschaften als Schonheit in ihren Stela","191 + +Dånden ſtreicheln und liebkoſungen an fie verſchwenden +können, die diere kalten und ſtolzen Menſchen weit gefühl. +vollern Weſen verſagen. Hat man ſie auch jezt nicht wie +in den alten Zeiten vergdttert, ſo können fie doch nicht +beſſer behandelt werden. + +19 + +tel + +Es iſt wahr, die Kaßen find ſehr ſanft und ſehr +zutraulich. Sie haben nicht jenes Mißtrauen und jenent + +. +wilden Charakter, den in einigen Eheilen von Franke + +reich eine Race von dieſen Thieren zeigt, die wilder als +Eh Hausthiere find. Allein dieſe Verſchiedenheiten find eben + +ſo ſehr das Werk des Menſchen als der Einwirkungen +des Climas. In dem Departement, wo ich wohne und +in den benachbarten Departements ift, beſonders auf dem +fande, die Kaße nach den Ackerpferden das unglůklichſte +Chier. Herr und Diener jagen fie“ fort, ſchlagen fie, +werfent fie mit Steinen, beßen die Hunde auf ſie, und +geben ihr nichts zu freffen. Wenn ſie der Hunger, woo +von ihre Magerkeit ein Beweis ift, ndthigt, den Augen. +blik abzupaffen, um etwas"" wegzuſtehlen, fo bezahlt der +vorgebliche Räuber dieſe Geſchiklichkeit, die er zu ſeiner +Erhaltung gebraucht hatte, mit dem Leben. Warum polls +ten die Kaben bei ſolchen grauſamen Herren nicht eine +wilde Phyſiognomie, ein Gepräge von Wildheit annehmen? + +身 + +f + +Ich habe lange Zeit eine språchtige angoriſche Kase +befefſen. Sie war ganz mit langen reibenartigen Haarent +bedekt, ihr ſehr dichter Schwanz bildete einen fchonen +Federbuſch, den das Thier nach Wilführ über ſeinen + +Korper in die Höhe hob. Kein Flecken, kein Schatten +3. perdunkelte das blendende Weiß ſeiner Haare. Seine + +Nare, der Kreis um ſeine Lippen waren von einer zarten +Roſenfarbe. In ſeinem runden Kopfe glånzten zwei +große Augen, wovon das Eine etwas gelb, das Andere +aber blau war. Dieſe ſchone Kaße befaß noch mehr lies +benswirdige Eigenſchaften als Schönheit in ihren Stela + +4 + + +","Danken streicheln und Liebkosungen an sie verschwenden können, die tiefe kalten und stolzen Menschen weit gefühl. vollere Wesen versagen. Hat man sie auch jetzt nicht wie in den alten Zeiten vertrieben, so können sie doch nicht besser behandelt werden. + +Es ist wahr, die Katzen finden sehr sanft und sehr zutraulich. Sie haben nicht jenes Mißtrauen und jenen wilden Charakter, den in einigen Ecken von Frankenreich eine Rasse von diesen Thieren zeigt, die wilder als unsere Hausthiere sind. Allein diese Verschiedenheiten sind eben so sehr das Werk des Menschen als der Einwirkungen des Klimas. In dem Departement, wo ich wohne und in den benachbarten Departements ist, besonders auf dem Lande, die Katze nach den Ackerpferden das unglücklichste Chier. Herr und Diener jagen sie fort, schlagen sie, werfen sie mit Steinen, besen die Hunde auf sie und geben ihr nichts zu fressen. Wenn sie der Hunger, wo von ihrer Magerkeit ein Beweis ist, nötigt, den Augenblick abzupaffen, um etwas wegzustehlen, so bezahlt der vorgebliche Rauber diese Geschicklichkeit, die er zu seiner Erhaltung gebraucht hatte, mit dem Leben. Warum sollten die Katzen bei solchen grausamen Herren nicht eine wilde Physiognomie, ein Gepräge von Wildheit annehmen? + +Ich habe lange Zeit eine schöne angorische Katze befestigt. Sie war ganz mit langen reibenartigen Haaren bedeckt, ihr sehr dichter Schwanz bildete einen schönen Federbusch, den das Thier nach Willkür über seinen Körper in die Höhe hob. Kein Flecken, kein Schatten verdunkelte das blendende Weiß ihrer Haare. Seine Nase, der Kreis um ihre Lippen waren von einer zarten Rosenfarbe. In ihrem runden Kopfe glänzten zwei große Augen, wovon das Eine etwas gelb, das Andere aber blau war. Diese schöne Katze besaß noch mehr lebenswürdige Eigenschaften als Schönheit in ihren Stela" +Z166069305,220,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000220/full/full/0/native.jpg,"lungen und Bewegungen. Mit einer Physiognomie, die +ganz Hute war, verband' sie eine wahrhaft interessante: +Sanfmuthigkeit. Man konnte sie angreifen, wie man +wollte: nie zeigte sie ihre Krallen. Sie war gefuhlvoll +gegen Lieblosungen, und lekte die Hand, die ihr schmeichelte, +fogar diejenige, die sie marterte. Auf meinen Reifen blieb +fie ruhig auf den Knigen figen, ohne das man fie hatte +einsperren durfen; fein Gerausch beunruhigte sie, wenn +site nur fich bei mir oder einer andern Person befand, die +fie, gewohnlich sah. In meiner Einsamkeit blieb fte an +meiner Seite, und unterbrach mich manchmal in meiner +Arbeit oder in meinem Nachdenken durch kleine sehr lieba +reiche Lieblosungen; fie folgte mir auch auf meinen Spa- +giergangen. In meiner Abwesenheit fuchte fie mich und +Fufte mich anfanglich mit Unruhe: -wenn ich nun nicht +sogleich erschien, so verlies sie mein Zimmer, und bieng +fich an die Schritte der Perfon meines Hauses, die fie +nach mir am meisten liebte. Sie erkannte meine Stimme +wieder, und schien mich jederzeit mit neuer Zufriedenheit +wieder zufinden. Ihr Schritt war nicht ungleich, iht +Gang war frei und ihr Blik war eben so fanft als ihr +Charakter. +Das heise Clima dieser Gegenden des Alterthumes, +bie Ber Mensch schon in den fruhesten Zeiten der Welt mit +feinen Wohnungen und mit seinen Heerden bedekte, era +nahrt die sanftmuthigsten und gelebrigften' Chiere in den +Gattungen, die er gezahmt hat, wahrend das jene, die +in den von Menschen unbewohnten Theilen dieser Lans. +der wild geblieben sind, eine auserordentliche Wildheit +befisen. Die Hausthiere find nirgends zutraulicher und +fo zu sagen hauslicher als in den heisen Landern des +Morgenlandes. Das Pferd, das eben fo feurig ist als +die Luft, die es einathmet, ist demohngeachtet auserors +dentlich fanft. Der Buffelochse, der kaum den Stand","' 92 + +lungen und Bewegungen. Mit einer Phyſiognomie, die +ganz Hüte war, verband' ſie eine wahrhaft intereſſante: +Sanfmüthigkeit. Man konnte ſie angreifen, wie man +wollte: nie zeigte ſie ihre Krallen. Sie war gefühlvoll +gegen Liebloſungen, und lekte die Hand, die ihr ſchmeichelte, +fogar diejenige, die ſie marterte. Auf meinen Reifen blieb +fie ruhig auf den Knigen figen, ohne daß man fie hätte +einſperren dúrfen; fein Geräuſch beunruhigte ſie, wenn +ſite nur fich bei mir oder einer andern Perſon befand, die +fie, gewöhnlich ſah. In meiner Einſamkeit blieb fte an +meiner Seite, und unterbrach mich manchmal in meiner + +, +Arbeit oder in meinem Nachdenken durch kleine ſehr lieba +reiche Liebloſungen; fie folgte mir auch auf meinen Spa- +giergangen. In meiner Abweſenheit fuchte fie mich und +Fufte mich anfänglich mit Unruhe: -wenn ich nun nicht +ſogleich erſchien, ſo verließ ſie mein Zimmer, und bieng +fich an die Schritte der Perfon meines Hauſes, die fie +nach mir am meiſten liebte. Sie erkannte meine Stimme +wieder, und ſchien mich jederzeit mit neuer Zufriedenheit +wieder zufinden. Ihr Schritt war nicht ungleich, iht +Gang war frei und ihr Blik war eben ſo fanft als ihr +Charakter. + +. + +HO + +Das heiße Clima dieſer Gegenden des Alterthumes, +bie Ber Menſch ſchon in den früheſten Zeiten der Welt mit +feinen Wohnungen und mit ſeinen Heerden bedekte, era +náhrt die ſanftmüthigſten und gelebrigften' Chiere in den +Gattungen, die er gezähmt hat, während daß jene, die +in den von Menſchen unbewohnten Theilen dieſer Låns. +der wild geblieben ſind, eine außerordentliche Wildheit +befißen. Die Hausthiere find nirgends zutraulicher und +fo zu ſagen håußlicher als in den heißen Ländern des +Morgenlandes. Das Pferd, das eben fo feurig iſt als +die Luft, die es einathmet, iſt demohngeachtet außerors +dentlich fanft. Der Büffelochſe, der kaum den Stand + + +","Lungen und Bewegungen. Mit einer Physiognomie, die ganz Hute war, verband sie eine wahrhaft interessante Sanfmuthigkeit. Man konnte sie angreifen, wie man wollte: nie zeigte sie ihre Krallen. Sie war gefühlvoll gegen Liebkosungen, und leckte die Hand, die ihr schmeichelte, sogar diejenige, die sie marterte. Auf meinen Reisen blieb sie ruhig auf den Knien liegen, ohne dass man sie hätte einsperren dürfen; ein Geräusch beunruhigte sie, wenn sie nur sich bei mir oder einer andern Person befand, die sie gewöhnlich sah. In meiner Einsamkeit blieb sie an meiner Seite, und unterbrach mich manchmal in meiner Arbeit oder in meinem Nachdenken durch kleine sehr liebevolle Liebkosungen; sie folgte mir auch auf meinen Spaziergängen. + +In meiner Abwesenheit suchte sie mich und freute sich anfanglich mit Unruhe: - wenn ich nun nicht sogleich erschien, so verließ sie mein Zimmer, und hing sich an die Schritte der Person meines Hauses, die sie nach mir am meisten liebte. Sie erkannte meine Stimme wieder, und schien mich jederzeit mit neuer Zufriedenheit wiederzufinden. Ihr Schritt war nicht ungleich, ihr Gang war frei und ihr Blick war eben so sanft als ihr Charakter. + +Das heiße Klima dieser Gegenden des Alterthums, die den Menschen schon in den frühesten Zeiten der Welt mit feinen Wohnungen und mit seinen Heerden bedeckte, ernährt die sanftmütigsten und gelehrigsten Tiere in den Gattungen, die er gezähmt hat, während das jene, die in den von Menschen unbewohnten Theilen dieser Länder wild geblieben sind, eine außerordentliche Wildheit besitzen. Die Haustiere finden nirgends zutraulicher und so zu sagen hauslicher als in den heißen Landern des Morgenlandes. Das Pferd, das ebenso feurig ist als die Luft, die es einatmet, ist demohngeachtet außerordentlich sanft. Der Büffelochse, der kaum den Stand" +Z166069305,221,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000221/full/full/0/native.jpg,"feiner wilden Freiheit verlassen, und noch feine wilde +Gesichtsbildung hat, last sich eben fo gut behandeln als +der Ochre in Europa. Man kann ihn leicht besteiger +und fuhren, und ein Kind ist hinreichend, zahlreiche +Seerden derselben zu leiten. Aber nicht in der Beschaffera +heit des Bodens und der Nahrungsmittel, noch auch in +Der Temperatur des Climas, mus man den Grund von +diefer Sanftheit des Charakters suchen, die man nirgends +wieder findet. Hier herrscht wirklich nicht jener Mangel +an Energie noch jene naturliche Tragheit, die man an +den Thieren in fehr heisen, aber auch zugleich in sehr feuchi +ten"" Gegenden von Sudamerika beobachtet hat. Jede +Ort befizt alles das Feuer, alle die Starke und Lebhaf. +sigkeit, deren fie empfanglich ist. +Es ist der Mensch dieser Lanber, der, nachdem er +muzliche Thiere zu seinem Eigenthume gemacht hatte, den +grosten Vortheil aus diefer Zueignung zu ziehen gewust +hat. Dieser Theil des Norgenlandes ift zu allen Zeiten +ber Aufenthalt herumwandernder Vsiker gewefen die +Feine andern Guter als ihre Heerden befasen, und die +fur nichts anders als fur die Erhaltung derselben zu sore +gen hatten. Sie verweisen Rie- nicht an solche Orte, die +die von ihren Wohnungen entfernt liegen; fie lassen fie +in ihrer Mitte leben: fie verachten und verlaffen sie nicht, +Sie nehmen sie allenthalben mit, wo fie ihre berumwan. +Dernde lebensart hintreibt. +Da ste keine Stalfe haben, wo sie dieselben einsperren +femten, fo haben sie auch keine Feffeln nothig, worar +fte diefelben legten. Das Dromedar lauft ben Tag uber +frei herum, und kommt des Abends gurut, und kauert +von freien Stucken vor dem Zelte seines Herren nieder, +und dieses Zelt getvabrt owohl dem Beduinen und +feiner Familie als auch seiner Stute, einigen Ziegen +und einigen Schafen Schuz Nichtz trennt fte von ein +Connini Deisen is Bo.","193 + +1 + +* + +1 + +feiner wilden Freiheit verlaſſen, und noch feine wilde +Geſichtsbildung hat, läßt ſich eben fo gut behandeln als +der Ochre in Europa. Man kann ihn leicht beſteiger +und führen, und ein Kind iſt hinreichend, zahlreiche +Seerden derſelben zu leiten. Aber nicht in der Beſchaffera +heit des Bodens und der Nahrungsmittel, noch auch in +Der Temperatur des Climas, muß man den Grund von +diefer Sanftheit des Charakters ſuchen, die man nirgends +wieder findet. Hier herrſcht wirklich nicht jener Mangel +an Energie noch jene natürliche Trägheit, die man an +den Thieren in fehr heißen, aber auch zugleich in ſehr feuchi +ten"" Gegenden von Südamerika beobachtet hat. Jede +Ort befizt alles das Feuer, alle die Stärke und Lebhaf. +sigkeit, deren fie empfänglich iſt. + +to + +19 + +Ei + +Es iſt der Menſch dieſer Lånber, der, nachdem er +müzliche Thiere zu ſeinem Eigenthume gemacht hatte, den +großten Vortheil aus diefer Zueignung zu ziehen gewußt +hat. Dieſer Theil des Norgenlandes ift zu allen Zeiten +ber Aufenthalt herumwandernder Vsiker gewefen die +Feine andern Güter als ihre Heerden befaßen, und die +für nichts anders als für die Erhaltung derſelben zu ſore +gen hatten. Sie verweiſen Rie- nicht an ſolche Orte, die +die von ihren Wohnungen entfernt liegen; fie laſſen fie +in ihrer Mitte leben: fie verachten und verlaffen ſie nicht, +Sie nehmen ſie allenthalben mit, wo fie ihre berumwan. +Dernde lebensart hintreibt. + +1 + +Da ſte keine Stålfe haben, wo ſie dieſelben einſperren +femten, fo haben ſie auch keine Feffeln nothig, worar +fte diefelben legten. Das Dromedar läuft ben Tag über +frei herum, und kommt des Abends gurut, und kauert +von freien Stücken vor dem Zelte ſeines Herren nieder, +und dieſes Zelt getvábrt owohl dem Beduinen und +feiner Familie als auch ſeiner Stute, einigen Ziegen +und einigen Schafen Schuz Nichtz trennt fte von ein +Connini Deiſen is Bo. + +N + ++ + + +","Feiner wilden Freiheit verlassen, und noch eine wilde Gesichtsbildung hat, lässt sich eben so gut behandeln als der Ochse in Europa. Man kann ihn leicht besteigen und führen, und ein Kind ist hinreichend, zahlreiche Seerden derselben zu leiten. Aber nicht in der Beschaffenheit des Bodens und der Nahrungsmittel, noch auch in der Temperatur des Klimas, muss man den Grund von dieser Sanftheit des Charakters suchen, die man nirgends wieder findet. Hier herrscht wirklich nicht jener Mangel an Energie noch jene natürliche Trägheit, die man an den Thieren in sehr heißen, aber auch zugleich in sehr feuchten Gegenden von Südamerika beobachtet hat. Jeder Ort besitzt alles das Feuer, alle die Stärke und Lebhaftigkeit, deren sie empfänglich ist. + +Es ist der Mensch dieser Länder, der, nachdem er wilde Thiere zu seinem Eigenthum gemacht hatte, den größten Vortheil aus dieser Zueignung zu ziehen gewußt hat. Dieser Theil des Nordenlandes ist zu allen Zeiten der Aufenthalt herumwandernder Völker gewesen, die keine andern Güter als ihre Heerden besaßen, und die für nichts anders als für die Erhaltung derselben zu sorgen hatten. Sie verweisen sie nicht an solche Orte, die von ihren Wohnungen entfernt liegen; sie lassen sie in ihrer Mitte leben: sie verachten und verlassen sie nicht, sie nehmen sie allenthalben mit, wo sie ihre berühmte Lebensart hintreibt. + +Da sie keine Ställe haben, wo sie dieselben einsperren müssten, so haben sie auch keine Fesseln nöthig, woran sie dieselben legten. Das Dromedar läuft den Tag über frei herum, und kommt des Abends zurück, und kauert von freien Stücken vor dem Zelte seines Herren nieder, und dieses Zelt gibt sowohl dem Beduinen und seiner Familie als auch seiner Stute, einigen Ziegen und einigen Schafen Schutz. Nichts trennt sie von einem gemeinsamen Leben." +Z166069305,222,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000222/full/full/0/native.jpg,"ander: fie bringen auf diefe Art die Nachte' ohne Vers +wirrung, ohne einen Unfall und in der vollkommensten +Ruhe bei einander zu. Man darf sich nicht wundern, +bas Thiere, die mit den Menschen in einer solchen ver, +traulichen Gesellschaft leben, die zahmsten von der Welt +sind, und da die Beduinen oder folche Volker, die den +Beduinen ahnlich sind, diese Thiere den andern in +dieren Landern wohnenden Volker geliefert haben und +noch liefern, so darf man nicht erstaunen, das man das +selbst an allen Hausthieren allgemein einen sanften und +friedfertigen Charakter bemerkt. +Ein Shier, das die Anzahl derjenigen vermehren +fdnnte, welche die Aeampter sehr in ihre Hauser, ges +wohnt haben, ist der Mungo oder der Ichneumon*). +Man hat viel uber denselben geschrieben, und auch viele +Mahrchen von ihm erdichtet. Er war eines von den +geheiligten Thieren des alten Aegypten 8. Man erwies +ihm bei seinem Tode grose Ehrenbezeugungen: bei seinem +Leben forgte man mit groser Sorgfalt fur denselben: es +waren zu feiner Unterhaltung, wie auch zu jener anderer +Dhierarten, Einkunfte angewiesen: man futterte ihn wie +alle Kagen mit Brod, das in Milch getaugt war oder +mit Nilfischen, die in Stufchen zerschnitten waren **); +und es war allgemein verboten, einen Ichneumon umzu. +bringen. Die meisten Reisenden haben den Mungo geres +hen, ohne ihn zu untersuchen, und da der Geist von den +Erzahlungen, die die Alten und Neuern uber ihn verbreie +tet haben, eingenommen war, so hat einer den andern +in seinen Nachrichten davon ausgeschrieben. Es war +Buffon aufbehalten, mit der Fackel der Kritik eine +Menge von Irrthumern zu zerstreuen, die die Naturgan +*) Viverra ichneumon. L. Mangule. Buffon. +**) man sehe die Anmerkung zur Uebersegung des Herodotus VOIR +Burger Larder$. 65. und 67.","194 + +ander: fie bringen auf diefe Art die Nachte' ohne Vers +wirrung, ohne einen Unfall und in der vollkommenſten +Ruhe bei einander zu. Man darf ſich nicht wundern, +baß Thiere, die mit den Menſchen in einer ſolchen ver, +traulichen Geſellſchaft leben, die zahmſten von der Welt +ſind, und da die Beduinen oder folche Völker, die den +Beduinen ähnlich ſind, dieſe Thiere den andern in +dieren Ländern wohnenden Volker geliefert haben und +noch liefern, ſo darf man nicht erſtaunen, daß man das +ſelbſt an allen Hausthieren allgemein einen ſanften und +friedfertigen Charakter bemerkt. + +Ein Shier, das die Anzahl derjenigen vermehren +fdnnte, welche die Aeampter ſehr in ihre Häuſer, ges +wöhnt haben, iſt der Mungo oder der Ichneumon*). +Man hat viel über denſelben geſchrieben, und auch viele +Mährchen von ihm erdichtet. Er war eines von den +geheiligten Thieren des alten Aegypten 8. Man erwies +ihm bei ſeinem Tode große Ehrenbezeugungen: bei ſeinem +Leben forgte man mit großer Sorgfalt für denſelben: es +waren zu feiner Unterhaltung, wie auch zu jener anderer +Dhierarten, Einkünfte angewieſen: man fütterte ihn wie +alle Kagen mit Brod, das in Milch getaugt war oder +mit Nilfiſchen, die in Stüfchen zerſchnitten waren **); +und es war allgemein verboten, einen Ichneumon umzu. +bringen. Die meiſten Reiſenden haben den Mungo geres +hen, ohne ihn zu unterſuchen, und da der Geiſt von den +Erzählungen, die die Alten und Neuern über ihn verbreie +tet haben, eingenommen war, ſo hat einer den andern +in ſeinen Nachrichten davon ausgeſchrieben. Es war +Buffon aufbehalten, mit der Fackel der Kritik eine +Menge von Irrthümern zu zerſtreuen, die die Naturgan + +*) Viverra ichneumon. L. Mangule. Buffon. +**) man ſehe die Anmerkung zur Ueberſegung des Herodotus VOIR + +Bürger Larder$. 65. und 67. + + +","ander: sie bringen auf diese Art die Nachte ohne Verwirrung, ohne einen Unfall und in der vollkommensten Ruhe bei einander zu. Man darf sich nicht wundern, dass Thiere, die mit den Menschen in einer solchen vertraulichen Gesellschaft leben, die zahmsten von der Welt sind, und da die Beduinen oder solche Völker, die den Beduinen ähnlich sind, diese Thiere den andern in verschiedenen Landen wohnenden Völkern geliefert haben und noch liefern, so darf man nicht erstaunen, dass man das selbst an allen Hausthieren allgemein einen sanften und friedfertigen Charakter bemerkt. + +Ein Tier, das die Anzahl derjenigen vermehrte, welche die Ägypter sehr in ihre Häuser gesucht haben, ist der Mungo oder der Ichneumon*). Man hat viel über denselben geschrieben, und auch viele Märchen von ihm erdichtet. Er war eines von den geheiligten Thieren des alten Aegypten 8. Man erwies ihm bei seinem Tode große Ehrenbezeugungen: bei seinem Leben förderte man mit großer Sorgfalt für denselben: es waren zu seiner Unterhaltung, wie auch zu jener anderer Tierarten, Einkünfte angewiesen: man fütterte ihn wie alle Katzen mit Brot, das in Milch getaucht war oder mit Nilfischen, die in Stückchen zerschnitten waren **); und es war allgemein verboten, einen Ichneumon umzubringen. Die meisten Reisenden haben den Mungo gesehen, ohne ihn zu untersuchen, und da der Geist von den Erzählungen, die die Alten und Neuen über ihn verbreitet haben, eingenommen war, so hat einer den andern in seinen Nachrichten davon ausgeschrieben. Es war Buffon aufbehalten, mit der Fackel der Kritik eine Menge von Irrthümern zu zerstreuen, die die Naturgeschichte verunziert hatten.*) Viverra ichneumon. L. Mangule. Buffon. +**) man sehe die Anmerkung zur Übersetzung des Herodotus VOIR Burger Larder$. 65. und 67." +Z166069305,223,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000223/full/full/0/native.jpg,"fchichte uberhaupt, und jene des. Mungo insbesondere +berdunkelten*). Ich wil hier nicht dasjenige wieders +boblen, was man mit weit mehr Interesse in dem Werke +dieses erhabenen Mahlers der Natur lesen fann: +Da'th aber Gelegenheit gehabt habe, den Mungo +felbst in seinein Vaterlande und in dem Zustande der Freis +heit zu beobachten, so will ich hier einen kurzen Abris von +meinen Bemerkungen uber dieses vierfusige Thier mittheis +Ten, und mir angelegen seyn lassen, die Meinung uber +seinen Nusen festzusesen, indem ich die Dienste, die man +an ihm geruhmt und die man noch mehr ubertrieben hat, +auf ihren wahren Werth zurukfuhre **). +Db die Mungo's gleich grose Meigungen zur Vers +traulichkeit haben, so find fie in Aegypten doch keine +Hausthtere. Man erzieht sie nicht allein nicht in der +H& ufern, sondern die Einwohner konnen sich nicht einmal +erinnern, das ihre Vorfahren dergleichen erzogen hatter- +Es ist also wahrscheinlich, das diejenigen, die Bele +lon ***) und Prosper Alpinus t) zahm gesehen zu +baben versichern, nur einzige Individnen waren, die man +mehr aus Neugier als ihres Nusens wegen hielt: denn +wenn sie schon Jagd auf die Ratten und Mause machen, +To ftellen sie doch auch dem Geflugel nach, und dieser Appea +tit wurde ubrigens dem Guten das Gleichgewicht gehalten +N 2 +*) Man lehe bie Diaturgeld, der vierfasigen Chtere, Artitel +Manguste. +#*) Diese Bemerkungen uber den Mungo oder Schneumon +Megyptens sind schon im Journal de Physique, Monat Mat +1785, bekannt gemacht worden. +***) Bemerkungen im 2. B.22. Capitel. +1) Bedreibung von Wegypten im 4. Bude.","195 + +fchichte überhaupt, und jene des. Mungo insbeſondere +berdunkelten*). Ich wil hier nicht dasjenige wieders +boblen, was man mit weit mehr Intereſſe in dem Werke +dieſes erhabenen Mahlers der Natur leſen fann: + +d + +Da'th aber Gelegenheit gehabt habe, den Mungo +felbſt in ſeinein Vaterlande und in dem Zuſtande der Freis +heit zu beobachten, ſo will ich hier einen kurzen Abriß von +meinen Bemerkungen über dieſes vierfüßige Thier mittheis +Ten, und mir angelegen ſeyn laſſen, die Meinung über +ſeinen Nußen feſtzuſeßen, indem ich die Dienſte, die man +an ihm gerühmt und die man noch mehr übertrieben hat, +auf ihren wahren Werth zurükführe **). + +EN + +路 + +1 + +13 + +Db die Mungo's gleich große Meigungen zur Vers +traulichkeit haben, ſo find fie in Aegypten doch keine +Hausthtere. Man erzieht ſie nicht allein nicht in der +H& ufern, ſondern die Einwohner können ſich nicht einmal +erinnern, daß ihre Vorfahren dergleichen erzogen håtter- +Es iſt alſo wahrſcheinlich, das diejenigen, die Bele +lon ***) und Proſper Alpinus t) zahm geſehen zu +baben verſichern, nur einzige Individnen waren, die man +mehr aus Neugier als ihres Nußens wegen hielt: denn +wenn ſie ſchon Jagd auf die Ratten und Mäuſe machen, +To ftellen ſie doch auch dem Geflügel nach, und dieſer Appea +tit würde übrigens dem Guten das Gleichgewicht gehalten + +N 2 + +SA + +*) Man lehe bie Diaturgeld, der vierfäßigen Chtere, Artitel + +Manguſte. +#*) Dieſe Bemerkungen über den Mungo oder Schneumon + +Megyptens ſind ſchon im Journal de Physique, Monat Mat +1785, bekannt gemacht worden. + +3 + +***) Bemerkungen im 2. B.22. Capitel. +1) Bedreibung von Wegypten im 4. Bude. + + +","fchichte überhaupt, und jene des Mungo insbesondere berdunkelten). Ich will hier nicht dasjenige wiederholen, was man mit weit mehr Interesse in dem Werke dieses erhabenen Mahlers der Natur lesen kann: Da ich aber Gelegenheit gehabt habe, den Mungo selbst in seinem Vaterlande und in dem Zustande der Freiheit zu beobachten, so will ich hier einen kurzen Abriss von meinen Bemerkungen über dieses vierfüßige Thier mittheilen, und mir angelegen sein lassen, die Meinung über seinen Nutzen festzusetzen, indem ich die Dienste, die man an ihm gerühmt und die man noch mehr übertrieben hat, auf ihren wahren Werth zurückführe. + +Ob die Mungos gleich große Meigungen zur Verschläflichkeit haben, so finden sie in Aegypten doch keine Haustiere. Man erzieht sie nicht allein nicht in der Hauswirthschaft, sondern die Einwohner können sich nicht einmal erinnern, dass ihre Vorfahren dergleichen erzogen hätten. + +Es ist also wahrscheinlich, dass diejenigen, die Belelon und Prosper Alpinus zahm gesehen zu haben versichern, nur einzige Individuen waren, die man mehr aus Neugier als ihres Nutzens wegen hielt: denn wenn sie schon Jagd auf die Ratten und Mäuse machen, so stellen sie doch auch dem Geflügel nach, und dieser Appetit würde übrigens dem Guten das Gleichgewicht gehalten. + +*) Man lese bei Buffon, der vierfüßigen Thiere, Artikel Manguste. +*) Diese Bemerkungen über den Mungo oder Schnurrer Ägyptens sind schon im Journal de Physique, Monat Mai 1785, bekannt gemacht worden. +***) Bemerkungen im 2. Buch, 22. Capitel. +1) Beschreibung von Aegypten im 4. Bande." +Z166069305,224,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000224/full/full/0/native.jpg,"haben, das Ple leisten konnten, indem sie die Hauser von +Tchadlichen Thieren reinigten, die die Sagen ficherer und. +mit weniger Nachtheil vertilgen wurden. +Sie sind in ihren Gewohnheiten ziemlich den Wieseln +und den Iltisen& hnlich, und nahren sich von Ratten, +Vogeln und friechenden Thieren. Sie streichen um die +Hauser herum; schleichen selbst in dieselben hinein, ubers +fallen die Huhner und verschlingen ihre Eier. Dieser +angeborne Geschmal fur die Eier treibt sie an, manchmal +im Sande nachzuwuhlen, um die Eier zu entdecken, die +die Crocodille darein gelegt haben, und auf diese Weise +hindern sie wirklich die allzugrose Vermehrurg dieser ab. +Tchaulichen Shiere. Aber man lacht jezt, und zwar mit +Necht, wenn man lieft, das fie in den offenen Rachen +der Crocodile sprangen, und in ihren Bauch hinabkrschen +und wieder heraus kamen, wenn sie ihnen die Eingeweide +verzehrt hatten*). Wenn man einige Mungo's fich +wuthend auf kleine Crocodille, die inan ihnen vorhielt **), +sturzen gesehen hat, so rihrte dies von ihrem Appetite +nach allen Arten friechender Thiere, und keinesweges +von einem besondern Haffe oder von einem Naturgefese +her, vermoge defien fie vorzaglich den Auftrag batten, +der Vermehrung dieser Amphibien, Einhalt zu thun, wie +viele geglaubt haben ***). Es ware wenigftens eben po +vernunftig gewesen, wenn man behauptet batte, die +Natur habe die Mungo's blog deshalb auf die Erde gefest, +um die allzu grose Vermehrung der Huhner zu verhindern +denen fie in der That weit mehr als den Crocodilen +Schaden zu fugen. +*) Beinahe alle alten Schriftsteller und unter den negern Mail +Jauna und andere. +**) Maillet Beschreibung von Aegypten. 2. Ch. S. 34. +***) Maillet am angefuhrten Orte. Geschichte von Eypern, +Jerusaler und Aegopten, von dem Ritter von Jauna im +2. B. Gegenwartiger Zustand von Megypten S. 12- 30.","196 + +is + +haben, das Ple leiſten konnten, indem ſie die Häuſer von +Tchadlichen Thieren reinigten, die die Sagen ficherer und. +mit weniger Nachtheil vertilgen würden. + +2 + +Sie ſind in ihren Gewohnheiten ziemlich den Wieſeln +und den Iltiſen& hnlich, und nähren ſich von Ratten, +Vögeln und friechenden Thieren. Sie ſtreichen um die +Häuſer herum; ſchleichen ſelbſt in dieſelben hinein, úbers +fallen die Hühner und verſchlingen ihre Eier. Dieſer +angeborne Geſchmal für die Eier treibt ſie an, manchmal +im Sande nachzuwúhlen, um die Eier zu entdecken, die +die Crocodille darein gelegt haben, und auf dieſe Weiſe +hindern ſie wirklich die allzugroße Vermehrurg dieſer ab. +Tchaulichen Shiere. Aber man lacht jezt, und zwar mit +Necht, wenn man lieft, daß fie in den offenen Rachen +der Crocodile ſprången, und in ihren Bauch hinabkrschen +und wieder heraus kämen, wenn ſie ihnen die Eingeweide +verzehrt håtten*). Wenn man einige Mungo's fich +wüthend auf kleine Crocodille, die inan ihnen vorhielt **), +ſtürzen geſehen hat, ſo rihrte dies von ihrem Appetite +nach allen Arten friechender Thiere, und keinesweges +von einem beſondern Haffe oder von einem Naturgefeße +her, vermoge defien fie vorzåglich den Auftrag båtten, +der Vermehrung dieſer Amphibien, Einhalt zu thun, wie +viele geglaubt haben ***). Es wäre wenigftens eben po + +fo +vernunftig geweſen, wenn man behauptet båtte, die +Natur habe die Mungo's blog deshalb auf die Erde gefest, +um die allzu große Vermehrung der Hühner zu verhindern +denen fie in der That weit mehr als den Crocodilen +Schaden zu fügen. + +4 + +? + +. + +*) Beinahe alle alten Schriftſteller und unter den negern Mail + +Jauna und andere. +**) Maillet Beſchreibung von Aegypten. 2. Ch. S. 34. +***) Maillet am angeführten Orte.— Geſchichte von Eypern, + +Jeruſaler und Aegopten, von dem Ritter von Jauna im +2. B. Gegenwärtiger Zuſtand von Megypten S. 12- 30. + +1 + + +","haben das Pläsier leisten konnten, indem sie die Häuser von +tödlichen Thieren reinigten, die die Seuchen furchterer und mit weniger Nachteil vertilgen wurden. + +Sie sind in ihren Gewohnheiten ziemlich den Wieseln und den Iltissen ähnlich, und nähren sich von Ratten, Vögeln und frißenden Thieren. Sie streichen um die Häuser herum; schleichen selbst in dieselben hinein, überspringen die Hühner und verschlingen ihre Eier. Dieser angeborne Geschmack für die Eier treibt sie an, manchmal im Sande nachzuwühlen, um die Eier zu entdecken, die die Krokodille darein gelegt haben, und auf diese Weise hindern sie wirklich die allzugroße Vermehrung dieser abscheulichen Tiere. + +Aber man lacht jetzt, und zwar mit Neid, wenn man liest, dass sie in den offenen Rachen der Krokodile sprangen, und in ihren Bauch hinabschossen und wieder herauskamen, wenn sie ihnen die Eingeweide verzehrt hatten*). Wenn man einige Mungo's sich wüthend auf kleine Krokodille, die in ihnen vorhielten **), stürzen gesehen hat, so rührt dies von ihrem Appetit nach allen Arten frißenden Thieren, und keineswegs von einem besondern Hafen oder von einem Naturgesetze her, vermöge dessen sie vorsichtig den Auftrag hatten, der Vermehrung dieser Amphibien Einhalt zu thun, wie viele geglaubt haben ***). Es wäre wenigstens ebenso vernünftig gewesen, wenn man behauptet hätte, die Natur habe die Mungo's bloß deshalb auf die Erde gesetzt, um die allzu große Vermehrung der Hühner zu verhindern denen sie in der That weit mehr als den Krokodilen Schaden zufügen. + +*) Beinahe alle alten Schriftsteller und unter den neuesten Maillet, Jauna und andere. +**) Maillets Beschreibung von Aegypten. 2. Ch. S. 34. +***) Maillet am angeführten Orte. Geschichte von Egipten, Jerusalems und Aegyptens, von dem Ritter von Jauna im 2. B. Gegenwärtiger Zustand von Megypten S. 12- 30." +Z166069305,225,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000225/full/full/0/native.jpg,"TOT +Das die Menschen unrecht gethan habett, der Natur +ahnliche Abfichten in Rufficht der Mungo's anzudichten, +fieht man noch deutlicher daraus, das fie in mehr als +der mitternachtlichen Halfte von Aegypten, das heist +in dem Theile, der zwischen dem mittellandischen Meere +und der Stadt Situ liegt, sehr gemein sind, ob e$ +gleich daselbst keine Crocodile giebt; da sie hingegen ik +Ober'agypten, wo man die Crocodile sehr haufig an. +trift, sehr selten sind. Die Ichneumons find nirgends +jahlreicher als in Niederagypten, das am besten an. +gebauet, am meisten bewohnt, feuchter und schattiger ist, +und ihnen daher auch mehr Gelegenheit zur Jagd und +mehr zu leben giebt, und ich wiederhoble es noch einmal +man sieht hier niemals Crocodile. +Ich will uber diesen Gegenstand noch einen Frrthum +berichtigen, der von keinem Belang reyn wurde, wenn er +nicht in der Schrift eines ro- beruhmten Reisenden, als +Shaw ift, ftande. Die 4 egypter, sagt er, kennen +das wahre Crocodil, das fte Timsah nennen, und das +man so selten unterhalb der Cutarakten des Nils fieht, so +wenig, das sie, dasselbe zu sehen, eben so neugierig sind +als die Europaer*). +Der Dr. Shaw, der nicht weiter als bis nach +Kairo gekommen ist, hat zu leichtglaubig eine Behaup. +tung angenommen, die sowohl gegen die Wahrheit als +auch die gegen Zeugnisse der ihm vorhergegangenen Reifen: +den ist. Hatte er sich an besser unterrichtete Leute gewandte +so wurde er erfahren haben, das Oberegypten unters +halb der Cataratten von eben so wirklichen als zahlreichen +Crocodilen geplagt wird. +Die Abneigung gegen das Crocodil,' die man mit +Unrecht dem Mungo beigelegt hat, ist wirklich einem +*) Traduction de Voyages de Dr. Shaw 2. B. S. 167.","TOT + +1 + +ll + +Daß die Menſchen unrecht gethan habett, der Natur +ähnliche Abfichten in Rüfficht der Mungo's anzudichten, +fieht man noch deutlicher daraus, daß fie in mehr als +der mitternachtlichen Hälfte von Aegypten, das heißt +in dem Theile, der zwiſchen dem mittelländiſchen Meere +und der Stadt Situ liegt, ſehr gemein ſind, ob e$ +gleich daſelbſt keine Crocodile giebt; da ſie hingegen ik +Ober'ågypten, wo man die Crocodile ſehr häufig an. +trift, ſehr ſelten ſind. Die Ichneumons find nirgends +jahlreicher als in Niederågypten, das am beſten an. +gebauet, am meiſten bewohnt, feuchter und ſchattiger iſt, +und ihnen daher auch mehr Gelegenheit zur Jagd und +mehr zu leben giebt, und ich wiederhoble es noch einmal +man ſieht hier niemals Crocodile. + +5 + +4 + +M + +iD + +31 + +Ich will über dieſen Gegenſtand noch einen Frrthum +berichtigen, der von keinem Belang reyn würde, wenn er +nicht in der Schrift eines ro- berühmten Reiſenden, als +Shaw ift, ftånde. Die 4 egypter, ſagt er, kennen +das wahre Crocodil, das fte Timſah nennen, und das +man ſo ſelten unterhalb der Cutarakten des Nils fieht, ſo +wenig, daß ſie, daſſelbe zu ſehen, eben ſo neugierig ſind +als die Europäer*). + +10: + +Der Dr. Shaw, der nicht weiter als bis nach +Kairo gekommen iſt, hat zu leichtgläubig eine Behaup. +tung angenommen, die ſowohl gegen die Wahrheit als +auch die gegen Zeugniſſe der ihm vorhergegangenen Reifen: +den iſt. Håtte er ſich an beſſer unterrichtete Leute gewandte +ſo würde er erfahren haben, daß Oberegypten unters +halb der Cataratten von eben ſo wirklichen als zahlreichen +Crocodilen geplagt wird. + +# + +Die Abneigung gegen das Crocodil,' die man mit +Unrecht dem Mungo beigelegt hat, iſt wirklich einem + +1 + +3 + +*) Traduction de Voyages de Dr. Shaw 2. B. S. 167. + + +","TOT +Das die Menschen unrecht gethan haben, der Natur ähnliche Abfichten in Rücksicht der Mungos anzudichten, sieht man noch deutlicher daraus, dass sie in mehr als der mittel-nachtlichen Hälfte von Ägypten, das heißt in dem Teile, der zwischen dem mittelländischen Meere und der Stadt Sait liegt, sehr gemein sind, obgleich daselbst keine Krokodile gibt; da sie hingegen in Oberägypten, wo man die Krokodile sehr häufig antrifft, sehr selten sind. Die Ichneumons finden nirgends jährlicher als in Niederägypten, das am besten angebaut, am meisten bewohnt, feuchter und schattiger ist, und ihnen daher auch mehr Gelegenheit zur Jagd und mehr zu leben gibt, und ich wiederhole es noch einmal: man sieht hier niemals Krokodile. + +Ich will über diesen Gegenstand noch einen Fehler berichtigen, der von keinem Belang wäre, wenn er nicht in der Schrift eines rohmärztlichen Reisenden, als Shaw ist, stünde. Die vier ägypter, sagt er, kennen das wahre Krokodil, das sie Timsah nennen, und das man so selten unterhalb der Katarakten des Nils sieht, so wenig, dass sie dasselbe zu sehen ebenso neugierig sind als die Europäer*). + +Der Dr. Shaw, der nicht weiter als bis nach Kairo gekommen ist, hat zu leichtgläubig eine Behauptung angenommen, die sowohl gegen die Wahrheit als auch gegen die Zeugnisse der ihm vorhergegangenen Reisenden ist. Hätte er sich an besser unterrichtete Leute gewandt, so würde er erfahren haben, dass Oberägypten unterhalb der Katarakten von ebenso wirklichen als zahlreichen Krokodilen geplagt wird. + +Die Abneigung gegen das Krokodil, die man mit Unrecht dem Mungo beigelegt hat, ist wirklich einem *) Traduction de Voyages de Dr. Shaw 2. B. S. 167." +Z166069305,226,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000226/full/full/0/native.jpg,"Thiere bon einer ganz andern Art vont Natur eigent; ich +habe dies mehr als einmal gesehen. Wahrend man die +Ehre dem Mungo anthat, mit den Crocodilen in einem +bestandigen Kriege zu leben, und ihnen auf den Reib zu +gehen, arbeitete eine Nilschildkrote mit gluflichem Erfolge +an ihrer Vernichtung, und brachte ihnen sicherere, aber zu +gleicher Zeit unbekauntere Stose bei. Wenn die kleinen +Crocodile austriechen und den Flus erreichen, fatt diese +Schildkrste liber sie her, und verschlingt sie.' Maillet +war mit dieser Phatfache nicht unbekannt, aber er hielt +es nicht fur zur Sache gehorig, fich auf das Zeugnis der +Eingebohrnen zu berufen, ob dieses gleich den Vorzug +verdient, wenn es so allgemein bekannte Thatfachen be +trift. Ich weis, schreibt dieser Conful, das Einige +pbehaupten, dieses Thier( der Ichneumon) rey nichts an- +nders als eine Art weislichter Schildkrote, die die Uras +ber Cerse nennen."" +llo +( erre ist der Seschlechtsname der Schildkroten in +Arabischen). Man ragt, fie spure durch einen +naturlichen Instinkt das Crocodil aus, wenn es reine +,, Eier legt und in den Sand verscharrt, und sobald sich +dieses entfernt habe, suche fie dieselben auf, um sie zu +merbrechen und zu fressen. +Uber ohne die Abbildung zu erwahnen, die uns +Dapper von dem ich neumon gegeben hat, und die +,, keinesweges zu einer Schildkrste past, findet man noch + piele Vorstellungen von diesemn Thiere auf Steinen, wors +munter mehrere mit Hieroglyphen begleitet sind, die gar +ir keinen Zweifel mehr statt finden lassen, das es nicht die +msogenannte Pharaosratte fen( bas wil blos sagen, das +man nicht an dem Dareyn des Mungo oder des Ichneumon +zweifeln darf, welches auch niemand bestreitet). Es ist, +fahrt er frt, veine Art von kleinem wilden Schwein, +mdas fchr artig, und sehr leicht zahm zu machen ift, und","198 + +RE + +Thiere bon einer ganz andern Art vont Natur eigent; ich +habe dies mehr als einmal geſehen. Während man die +Ehre dem Mungo anthat, mit den Crocodilen in einem +beſtåndigen Kriege zu leben, und ihnen auf den Reib zu +gehen, arbeitete eine Nilſchildkröte mit glüflichem Erfolge +an ihrer Vernichtung, und brachte ihnen ſicherere, aber zu +gleicher Zeit unbekauntere Stoße bei. Wenn die kleinen +Crocodile austriechen und den Fluß erreichen, fått dieſe +Schildkrste liber ſie her, und verſchlingt ſie.' Maillet +war mit dieſer Phatfache nicht unbekannt, aber er hielt +es nicht für zur Sache gehörig, fich auf das Zeugniß der +Eingebohrnen zu berufen, ob dieſes gleich den Vorzug +verdient, wenn es ſo allgemein bekannte Thatfachen be +trift. Ich weiß, ſchreibt dieſer Conful, daß Einige +pbehaupten, dieſes Thier( der Ichneumon) rey nichts an- +nders als eine Art weißlichter Schildkröte, die die Uras +ber Cerſe nennen."" + +bi + +de + +llo + +to + +12 + +20 + +44 + +(€ erre iſt der Seſchlechtsname der Schildkroten in +Arabiſchen).„ Man ragt, fie ſpüre durch einen +natürlichen Inſtinkt das Crocodil auſ, wenn es reine +,, Eier legt und in den Sand verſcharrt, und ſobald ſich +dieſes entfernt habe, ſuche fie dieſelben auf, um ſie zu +merbrechen und zu freſſen. + +> + +SA +1 + +Uber ohne die Abbildung zu erwähnen, die uns +Dapper von dem ich neumon gegeben hat, und die +,, keinesweges zu einer Schildkrste paßt, findet man noch +„ piele Vorſtellungen von dieſemn Thiere auf Steinen, wors +munter mehrere mit Hieroglyphen begleitet ſind, die gar +ir keinen Zweifel mehr ſtatt finden laſſen, daß es nicht die +mſogenannte Pharaosratte fen( bas wil bloß ſagen, daß +man nicht an dem Dareyn des Mungo oder des Ichneumon +zweifeln darf, welches auch niemand beſtreitet). Es iſt,“ +fåhrt er ført, veine Art von kleinem wilden Schwein, +mdas fchr artig, und ſehr leicht zahm zu machen ift, und + + +","Thiere sind einer ganz andern Art von Natur eigent; ich habe dies mehr als einmal gesehen. Wahrend man die Ehre dem Mungo anthat, mit den Crocodilen in einem beständigen Kriege zu leben, und ihnen auf den Raub zu gehen, arbeitete eine Nilschildkröte mit glücklichem Erfolge an ihrer Vernichtung, und brachte ihnen sicherere, aber zugleich unbekanntere Stöße bei. Wenn die kleinen Crocodile austreiben und den Fluß erreichen, fällt diese Schildkröste über sie her, und verschlingt sie. Maillet war mit dieser Phantasie nicht unbekannt, aber er hielt es nicht für zur Sache gehörig, sich auf das Zeugnis der Eingeborenen zu berufen, ob dieses gleich den Vorzug verdient, wenn es so allgemein bekannte Thatsachen betrifft. Ich weiß, schreibt dieser Konsul, dass Einige behaupten, dieses Tier (der Ichneumon) sey nichts anderes als eine Art weiße Schildkröte, die die Araber ""cerse nennen"". + +Hier ist der Geschlechtsname der Schildkröten in Arabischen. Man sagt, sie spüre durch einen natürlichen Instinkt das Crocodil aus, wenn es seine Eier legt und in den Sand verscharrt, und sobald sich dieses entfernt habe, suche sie dieselben auf, um sie zu zerbrechen und zu fressen. + +Ohne die Abbildung zu erwähnen, die uns Dapper von dem Ichneumon gegeben hat, und die keineswegs zu einer Schildkröte paßt, findet man noch viele Vorstellungen von diesem Thiere auf Steinen, worein mehrere mit Hieroglyphen begleitet sind, die gar keinen Zweifel mehr statt finden lassen, daß es nicht die sogenannte Pharaosratte ist (was bloß sagen will, daß man nicht an dem Daseyn des Mungo oder des Ichneumon zweifeln darf, welches auch niemand bestreitet). Es ist, fährt er fort, eine Art von kleinem wilden Schwein, das sehr artig und sehr leicht zahm zu machen ist," +Z166069305,227,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000227/full/full/0/native.jpg,"ndas gerade ein ro borstiges Haar wie eine Stachelschwein +bat."" So hat man also diese Ratte in ein kleines +Schwein verwandelt! +HIN +Diese Art von Schilderste findet man nur im obernt +Sheile des Nils, auf welchen die Crocodile eingeschrankt +find. Um einen Begriff von dem Vortheile zu geben, +mit welchem diefer Shirse der Aegypter und N 14 +bier die Crocodile befriegt, will ich eine Beobachtung +mittheilen, die mir mehrere Personen in Oberagypteria +deren Aussagen ich in andern Dingen als wahr befunden +habe, versichert haben. Man hatte zu bemerken Gelegen, +heit gehabt, das von funfzig kleinen Crocodilen, die von +einem und demselben Eierlegen herstammten, dem Shirre +blos sieben entkommen waren. Aegypten hat es also +vorzuglich diesem Thiere zu verdanken, das sich die Cro: +codile, die eben so haslich gestaltet als wild und grausam +find, nicht so gewaltig vermehren. Aus diesem Gesichtsa +punkte betrachtet, hatte es eher, als der Mungo, verdient, +der Gott der alten Aegypter und das Wunder det +Schriftsteller zu seyn. +Aber diese nuzliche Art von Schaalthieren mus auch +ihre Feinde haben: denn sie ist nicht so haunig, als fic +seyn sollte, obgleich diese Dhierart fruchtbar ist. Konnte +man nicht den Mungo relbst deshalb anklagen, den feine +Begierde nach Eiern antreibt, auch diejenigen aufzusuchen, +die sowohl die Schildkroten als die Crocodile im Sande +verbergen? Er wurde alsdann vielmehr als ein Freund +der Crocodile, geschweige denn als ein unversshnlicher +Feind derselben anzusehen seyn, wie man vorgegeben hat. +Die Namen Mungo und Ichneumon find in +Negypten jest nicht bekannt: man findet auch daselbst +nicht einmal mehr den Namen Pharao sratte, den +nach Haffelqui fis unrichtiger Behauptung die gran- +soren erfonnen haben follen. +lan","199 + +ndas gerade ein ro borſtiges Haar wie eine Stachelſchwein + +bat."" So hat man alſo dieſe Ratte in ein kleines +Schwein verwandelt! + +} + +IN +HIN + +Dieſe Art von Schilderste findet man nur im obernt +Sheile des Nils, auf welchen die Crocodile eingeſchränkt +find. Um einen Begriff von dem Vortheile zu geben, +mit welchem diefer Shirſe der Aegypter und N 14 +bier die Crocodile befriegt, will ich eine Beobachtung +mittheilen, die mir mehrere Perſonen in Oberågypteria +deren Ausſagen ich in andern Dingen als wahr befunden +habe, verſichert haben. Man hatte zu bemerken Gelegen, +heit gehabt, daß von funfzig kleinen Crocodilen, die von +einem und demſelben Eierlegen herſtammten, dem Shirre +bloß ſieben entkommen waren. Aegypten hat es alſo +vorzüglich dieſem Thiere zu verdanken, daß ſich die Cro: +codile, die eben ſo haßlich geſtaltet als wild und grauſam +find, nicht ſo gewaltig vermehren. Aus dieſem Geſichtsa +punkte betrachtet, hätte es eher, als der Mungo, verdient, +der Gott der alten Aegypter und das Wunder det +Schriftſteller zu ſeyn. + +Aber dieſe núzliche Art von Schaalthieren muß auch +ihre Feinde haben: denn ſie iſt nicht ſo håuñig, als fic +ſeyn ſollte, obgleich dieſe Dhierart fruchtbar iſt. Könnte +man nicht den Mungo relbſt deshalb anklagen, den feine +Begierde nach Eiern antreibt, auch diejenigen aufzuſuchen, +die ſowohl die Schildkröten als die Crocodile im Sande +verbergen? Er würde alsdann vielmehr als ein Freund +der Crocodile, geſchweige denn als ein unverſshnlicher +Feind derſelben anzuſehen ſeyn, wie man vorgegeben hat. + +Die Namen Mungo und Ichneumon find in +Negypten jest nicht bekannt: man findet auch daſelbſt +nicht einmal mehr den Namen Pharao sratte, den +nach Haffelqui fis unrichtiger Behauptung die gran- +soren erfonnen haben follen. + +lan + ++++ + + +","Und als gerade ein rohes borstiges Haar wie eine Stachelschwein +hat. So hat man also diese Ratte in ein kleines Schwein verwandelt! + +Diese Art von Schildkröten findet man nur im oberen Teil des Nils, auf welchen die Krokodile eingeschränkt finden. Um einen Begriff von dem Vortheil zu geben, mit welchem die frische Schärse der Ägypter und Nubier die Krokodile befriedigen, will ich eine Beobachtung mitteilen, die mir mehrere Personen in Oberägypten, deren Aussagen ich in andern Dingen als wahr befunden habe, versichert haben. Man hatte zu bemerken Gelegenheit gehabt, dass von fünfzig kleinen Krokodilen, die von einem und demselben Eierlegen herstammten, der Schärse bloß sieben entkommen waren. Ägypten hat es also vorzüglich diesem Thiere zu verdanken, dass sich die Krokodile, die eben so hässlich gestaltet als wild und grausam finden, nicht so gewaltig vermehren. + +Aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, hatte es eher, als der Mungo, verdient, der Gott der alten Ägypter und das Wunder der Schriftsteller zu seyn. + +Aber diese nützliche Art von Säugetieren muss auch ihre Feinde haben: denn sie ist nicht so hauptig, als sie sein sollte, obgleich diese Thierart fruchtbar ist. Könnte man nicht den Mungo rebellisch deshalb anklagen, dass seine Begierde nach Eiern antreibt, auch diejenigen aufzusuchen, die sowohl die Schildkröten als die Krokodile im Sande verbergen? Er würde alsdann vielmehr als ein Freund der Krokodile, geschweige denn als ein unverschämlicher Feind derselben anzusehen seyn, wie man vorgegeben hat. + +Die Namen Mungo und Ichneumon finden in +Ägypten jetzt nicht bekannt: man findet auch daselbst nicht einmal mehr den Namen Pharao sratte, den nach Haffelqui's unrichtiger Behauptung die großen Erforschen haben follen." +Z166069305,228,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000228/full/full/0/native.jpg,"Wenn man manchmal unrecht hat, ro gerath mad +in Verdacht, das man sfterer irre. Baffon wollte +sich nicht auf Hasselquist berufen, wenn er sagte, +der arabische Name des Mungo in A egypten ren +Nem s, unb er zog das Zeugnis des Dr. Shaw vor, +der versichert, in der Herberei fen Nems der Name +der Wiesel und Dezer- Dea jener des Mungo*). +Indessen ist es villig gewis, das ihn die jesigen Aegyp. +ter, die, im Vorbeigehen gesagt, nicht mehr Achtung +bor dem Mungo als vor den Mardern und Jltiren haben, +Nems und die Wiefel Hevfe nennen. Ich habe +Gelegenheit zu untersuchen gehabt, das die zwei lebendio +gen Thiere, die fich Herrn von We'rgennes, franzos +fischer Gesandter bei der Pforte, von Alexandrien +nach Conftantinopel fchicken lies, um fie Buffon +zu ubersenden, der sie auch wirklich erhalten hat, Nem 8, +agyptische Mungo's, waren. Diese Verschiedenheit der +Namen aber ift in verschiedenen Landern nichts Auseror- +dentliches. Ob man gleich sowohl in Aegypten als +in der Berberei die arabische Sprache spricht, To find +die Mundarten einander doch so wenig ahnlich, das der +Berber und der Aegypter oft nur mit vieler Muhe +einander verstehen. +*) Shaw am angefuhrten Orte.","200 + +1 + +3 + +Wenn man manchmal unrecht hat, ro geråth mad +in Verdacht, daß man sfterer irre. Båffon wollte +ſich nicht auf Haſſelquiſt berufen, wenn er ſagte, +der arabiſche Name des Mungo in Ä egypten ren +Nem s, unb er zog das Zeugniß des Dr. Shaw vor, +der verſichert, in der Herberei fen Nems der Name +der Wieſel und Dezer- Dea jener des Mungo*). + +- +Indeſſen iſt es villig gewiß, daß ihn die jeßigen Aegyp. +ter, die, im Vorbeigehen geſagt, nicht mehr Achtung +bor dem Mungo als vor den Mardern und Jltiren haben, +Nems und die Wiefel Hevfé nennen. Ich habe +Gelegenheit zu unterſuchen gehabt, daß die zwei lebendio +gen Thiere, die fich Herrn von We'rgennes, franzos +fiſcher Geſandter bei der Pforte, von Alexandrien +nach Conftantinopel fchicken ließ, um fie Buffon +zu überſenden, der ſie auch wirklich erhalten hat, Nem 8, +ägyptiſche Mungo's, waren. Dieſe Verſchiedenheit der +Namen aber ift in verſchiedenen Ländern nichts Außeror- +dentliches. Ob man gleich ſowohl in Aegypten als +in der Berberei die arabiſche Sprache ſpricht, To find +die Mundarten einander doch ſo wenig áhnlich, daß der +Berber und der Aegypter oft nur mit vieler Mühe +einander verſtehen. + +*) Shaw am angeführten Orte. + + +","Wenn man manchmal unrecht hat, rogeräth man in Verdacht, dass man strenger irre. Buffon wollte sich nicht auf Hasselquist berufen, wenn er sagte, der arabische Name des Mungos in Ägypten sei Nems, und zog das Zeugnis des Dr. Shaw vor, der versichert, in der Herberge von Nems der Name der Wiesel und Dezer-Dea jener des Mungo*). Indessen ist es sehr gewiss, dass ihn die jetzigen Ägypter, die, im Vorbeigehen gesagt, nicht mehr Achtung vor dem Mungo als vor den Mardern und Jltiren haben, Nems und die Wiesel Hevfe nennen. Ich habe Gelegenheit zu untersuchen gehabt, dass die zwei lebendigen Thiere, die Herr von Vergennes, französischer Gesandter bei der Pforte, von Alexandrien nach Konstantinopel schicken ließ, um sie Buffon zu übersenden, der sie auch wirklich erhalten hat, ägyptische Mungos waren. Diese Verschiedenheit der Namen aber ist in verschiedenen Ländern nichts Außerordentliches. Ob man gleich sowohl in Ägypten als in der Berberei die arabische Sprache spricht, so finden die Mundarten einander doch so wenig ähnlich, dass der Berber und der Ägypter oft nur mit vieler Mühe einander verstehen. +*) Shaw am angeführten Orte." +Z166069305,229,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000229/full/full/0/native.jpg,"hy men +molt += fagtis +W War +Achtzehntes Capitel. +ngo +61.903 Schlos von Rafchid Huhu Wievehopfe +al chtung' Turteltauben Kauzlein Lotus- eine Art +7 hab Cactus( Raquette) Cassiabaum Sykos +mor Schishme +Durra +indische Nelke +Enten Drosseln Waldschnepfe. +frande +Nema +heit +will be Ich machte oftere Spaziergange in der Gegenp sont +Lufra +Rarchio herum, die fur mich stets neue Quellen des +Bergnugens und der Belehrung waren. Ich trug jeder- +foie geit eine Flinte bei mir, womit ich mir die verschiedenen +Urten von Vogeln verschaffte, die jenen Gefilden Leben +geben, welche schon durch die Mannichfaltigkeit und die +Menge von Pflanzen, die man darauf bauet, so interes +fant sind. +Dab +Den 24ten October*) besuchte ich ein altes eingefal- +fenes Schlos, das in einiger Entfernung von Rarchio +gegen Norden steyt: es war, so wie ein anderes am +- jenseitigen Ufer des Nils, zur Vertheidigung der Muns +dung des Fluffes bestimmt. Heide find jezt nicht gang +*) Ich weis wohl, das das Datum meiner Spaziergange Lesern, +die fein Naturgeschichtsforset find, ziemlich gleichgultig +fcheinen wird, alein man wird leicht einsehen, wie viel daran +gelegen ist, die Zeit genau zu wiffen, zu welcher ich diesen +oder jenen Bogel angetroffen babe, um die Zeit ihrer Wande: +rung nach Aegypten bestimmen zu konnen.","202 + +hy men + +molt + += fagtis + +W War + +Achtzehntes Capitel. +ngo +61.903 Schloß von Rafchid Huhu Wievehopfe +al chtung' Turteltauben Kauzlein Lotus- eine Art +7 hab Cactus( Raquette) Caſſiabaum Sykos +mor Schishme + +Durra + +indiſche Nelke +Enten Droſſeln Waldſchnepfe. +frande +70110 + +Nema +heit +will be Ich machte oftere Spaziergänge in der Gegenp sont +Lufra + +Rarchio herum, die für mich ſtets neue Quellen des + +Bergnügens und der Belehrung waren. Ich trug jeder- +foie geit eine Flinte bei mir, womit ich mir die verſchiedenen + +Urten von Vogeln verſchaffte, die jenen Gefilden Leben +- + +geben, welche ſchon durch die Mannichfaltigkeit und die +Menge von Pflanzen, die man darauf bauet, ſo intereſ +fant ſind. + +Dab + +Den 24ten October*) beſuchte ich ein altes eingefal- +fenes Schloß, das in einiger Entfernung von Rarchio +gegen Norden ſteyt: es war, ſo wie ein anderes am +- jenſeitigen Ufer des Nils, zur Vertheidigung der Müns +dung des Fluffes beſtimmt.· Heide find jezt nicht gang + +1 + +*) Ich weiß wohl, daß das Datum meiner Spaziergänge Leſern, + +die fein Naturgeſchichtsforſet find, ziemlich gleichgültig +fcheinen wird, alein man wird leicht einſehen, wie viel daran +gelegen iſt, die Zeit genau zu wiffen, zu welcher ich dieſen +oder jenen Bogel angetroffen babe, um die Zeit ihrer Wande: +rung nach Aegypten beſtimmen zu können. + + +","Achtzehntes Capitel. + +61.903 Schloß von Raffich Huhu Wievehopfe al chunge Turteltauben Kauzlein Lotus- eine Art 7 hab Cactus (Raquette) Cassiabaum Sykos mor Schishme Durra indische Nelke Enten Drosseln Waldschnepfe. + +Ich machte oftere Spaziergänge in der Gegenwart Luftra Rarchio herum, die für mich stets neue Quellen des Vergnügens und der Belehrung waren. Ich trug jederfoie geit eine Flinte bei mir, womit ich mir die verschiedenen Urten von Vögeln verschaffte, die jenen Gefilden Leben geben, welche schon durch die Mannichfaltigkeit und die Menge von Pflanzen, die man darauf baut, so interessant sind. + +Den 24ten October*) besuchte ich ein altes eingefallenes Schloß, das in einiger Entfernung von Rarchio gegen Norden steht: es war, so wie ein anderes am jenseitigen Ufer des Nil, zur Vertheidigung der Mündung des Flusses bestimmt. Heide findet jezt nicht gang + +*) Ich weiß wohl, daß das Datum meiner Spaziergänge Lesern, die feine Naturgeschichtsforscher sind, ziemlich gleichgültig scheinen wird, allein man wird leicht einsehen, wie viel daran gelegen ist, die Zeit genau zu wissen, zu welcher ich diesen oder jenen Vogel angetroffen habe, um die Zeit ihrer Wanderung nach Ägypten bestimmen zu können." +Z166069305,230,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000230/full/full/0/native.jpg,"eine halbe Meile von dem Meere entfernt. Die Erbauung +von jenem schreibt man gemeiniglich dem heiligen Luder +wig zur Zeit der Kreuzzuge zu, und es ist beinahe ganzlich +gerstort: es enthielt noch einige unbrauchbare Kanonen. +Zu seinem Baue hat man alte Denkmaler genommen: +man bemerkte mehrere Steine mit Hieroglyphen daran. +Ich habe einige von diesen alten Steinen zeichnen lassen +und) fie nebst vielen Andern, deren Schiksal ich ebenfalls +nicht weis, dem Minister Bertin zugeschikt. +Die Dattelbaume find in allen diesen Gegenden rehr +zahlreich. Ich sah mehrere Arten von Vogeln auf ihren +langen Blattern figen, wahrend Anbere auf den dicken +Gartenzaunen von Zweig zu Zweige sprangen. Ich todtete +heute Huhus, Wiedehopfen, Turteltauben und ein Kauglein. +Die erstern von diesen Vogeln, ob fie gleich um Ra- +fci und auch, wie man mir gesagt hat, um Damiat +herum zienlid geinein find, waren den Naturgeschichtss +forschern Sor meiner Reise nach Aegypten unbekannt. +Ich habe Beschreibungen von denselben mit Anmerkungen +an Buffout geschidt, die fein geschickter Mitarbeiter +Guenan von Montbeillard bekannt gemacht hat. +Ob'nun gleich diese kleine Entdeckung in der Ornitho: +logie mein Ergenthum ist, so will ich hier doch nicht die +einzelnen Nachrichten davon wiederhohlen, da Buffon's +Werk in jedermanns Handen ist. Die wenigen Zusatze, +die ich hier mittheile, sind die Frucht spaterer Beobach +tungen. +Die Huhus haben Tehr kurze Flugel, die gleichwohl +im Verhaltnis zu dem Korper fehr lang find. Sie fliegen +auch schlecht; fie konnen sich weder emporschwingen noch +in einem und demselben Fluge einen auch noch so kleinen +Raum zurucklegen: wenn fie einen Strauch antreffen, +worauf sie sich niedersesen konnen, so mussen sie sich","202 + ++ + +eine halbe Meile von dem Meere entfernt. Die Erbauung +von jenem ſchreibt man gemeiniglich dem heiligen Luder +wig zur Zeit der Kreuzzüge zu, und es iſt beinahe gånzlich +gerſtórt: es enthielt noch einige unbrauchbare Kanonen. +Zu ſeinem Baue hat man alte Denkmåler genommen: +man bemerkte mehrere Steine mit Hieroglyphen daran. +Ich habe einige von dieſen alten Steinen zeichnen laſſen +und) fie nebſt vielen Andern, deren Schikſal ich ebenfalls +nicht weiß, dem Miniſter Bertin zugeſchikt. + +4 + +Die Dattelbåume find in allen dieſen Gegenden rehr +zahlreich. Ich ſah mehrere Arten von Vogeln auf ihren +langen Blåttern figen, während Anbere auf den dicken +Gartenzäunen von Zweig zu Zweige ſprangen. Ich tödtete +heute Huhus, Wiedehopfen, Turteltauben und ein Käuglein. + +04 + +Die erſtern von dieſen Vogeln, ob fie gleich um Ra- +fcið und auch, wie man mir geſagt hat, um Damiat +herum zienlid geinein find, waren den Naturgeſchichtss +forſchern Sor meiner Reiſe nach Aegypten unbekannt. +Ich habe Beſchreibungen von denſelben mit Anmerkungen +an Buffout geſchidt, die fein geſchickter Mitarbeiter +Guenan von Montbeillard bekannt gemacht hat. +Ob'nun gleich dieſe kleine Entdeckung in der Ornitho: +logie mein Ergenthum iſt, ſo will ich hier doch nicht die +einzelnen Nachrichten davon wiederhohlen, da Buffon's +Werk in jedermanns Hånden iſt. Die wenigen Zuſätze, +die ich hier mittheile, ſind die Frucht ſpåterer Beobach +tungen. + +} + +29 + +1 + +VO + +Die Huhus haben Tehr kurze Flügel, die gleichwohl +im Verhältniß zu dem Körper fehr lang find. Sie fliegen +auch ſchlecht; fie können ſich weder emporſchwingen noch +in einem und demſelben Fluge einen auch noch ſo kleinen +Raum zurücklegen: wenn fie einen Strauch antreffen, +worauf ſie ſich niederſeßen können, ſo müſſen ſie ſich + + +","eine halbe Meile von dem Meere entfernt. Die Erbauung von jenem schreibt man gemeiniglich dem heiligen Ludwig zur Zeit der Kreuzzüge zu, und es ist beinahe ganzlich gerstört: es enthielt noch einige unbrauchbare Kanonen. Zu seinem Baue hat man alte Denkmäler genommen: man bemerkte mehrere Steine mit Hieroglyphen daran. + +Ich habe einige von diesen alten Steinen zeichnen lassen und sie nebst vielen Andern, deren Schicksal ich ebenfalls nicht weiß, dem Minister Bertin zugeschickt. Die Dattelbäume finden in allen diesen Gegenden sehr zahlreich. Ich sah mehrere Arten von Vögeln auf ihren langen Blättern fliegen, während andere auf den dicken Gartenzäunen von Zweig zu Zweige sprangen. + +Ich tötete heute Hühnervögel, Wiedehopfen, Turteltauben und ein Kauglein. Die ersten von diesen Vögeln, ob sie gleich um Rafi und auch, wie man mir gesagt hat, um Damiat herum sehr selten finden, waren den Naturgeschichtsforschern vor meiner Reise nach Ägypten unbekannt. + +Ich habe Beschreibungen von denselben mit Anmerkungen an Buffon geschickt, die sein geschickter Mitarbeiter Guenan von Montbeillard bekannt gemacht hat. Obgleich diese kleine Entdeckung in der Ornithologie mein Eigentum ist, so will ich hier doch nicht die einzelnen Nachrichten davon wiederholen, da Buffon's Werk in jedermanns Händen ist. + +Die wenigen Zusätze, die ich hier mitteile, sind die Frucht späterer Beobachtungen. Die Hühnervögel haben sehr kurze Flügel, die gleichwohl im Verhältnis zu dem Körper sehr lang finden. Sie fliegen auch schlecht; sie können sich weder emporschwingen noch in einem und demselben Fluge einen auch noch so kleinen Raum zurücklegen: wenn sie einen Strauch antreffen, worauf sie sich niederlassen können, so müssen sie sich" +Z166069305,231,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000231/full/full/0/native.jpg,"!! Pogleid), so zu sagen, auf die Erde Fallen lassen. Sie +besigen endlich nur so viel Kraft zum Fliegen, als nothig +ist, die Heuschrecken und andere Sergleichen Insekten zu +erhaschen, die ihnen zur Nahrung dienen. Sie find nicht +Tcheu und man kann ihnen fehr nahe kommen. +Wenn uns irgend etwas bestimmen konnte, die Ein. +theilungen in der Naturgeschichte zu Berlassen, die fich +blos auf einige ausere Formen an den Thieren grunden, +und wo man oft solche miteinander vereinigt, deren +Naturanlage das gerade Widerspiel ist, so ware es ohne +Zweifel die Vergleichung des Hubu mit dem Kukuf, +woraus man zwei Arten von einer und derselben Gattung +gemacht hat. Der gemeine Kukuk ist der Einzige unter +allen Vogeln, der weder Aufmerksamkeit noch Anhangliche +keit an seine Jungen beweist, und der die Gleichgiltigkeit +gegen sie so weit treibt, das er sie sogar einer fremden +Mutter anvertraut, deren Hoffnung zu vernichten er die +* Grausamkeit hat, der Einzige endlich, den die Natur +der Gluffeligkeit beraubt, seine Familie zu erziehen und, ++ ihr die zartliche Sorgfalt zu erweisen, die der groste +Cheil dieser kleinen beflugelten Haushaltungen in unsern +Waldern miteinander theilen: er ist also durch seine +Eigenschaften, die eine Ausnahme in Ser Thiergeschichte +machen, einem Vogel sehr unahnlich, deffen Charakter +sehr interessant ift. Der Hubu lebt nicht einfam, +sondern paarweise; die Anhanglichkeit, die diere Paare +miteinander vereinigt, scheint dauerhaft zu reyn: er brutet +seine Eier und erzieht seine Jungen: Er flieht nicht in +dichte Walder, sondern weilt gern in der Nahe bewohnter +Orte. Er fiirchtet nicht die Nachbarschaft der Menschen: +E sein Gefieder ist einfach, der Lon reiner Stimme ernsthaft +und rein Charakter sanft. Er ist nur damit beschaftigt, +dem Menschen Dienste zu erzeigen, indem er unaufhorlich +den Insekten nachjagt, die die Erndten verwusten; ein +neuer Beweis, das der Glanz und das Gerausch, nicht","203 + +!! Pogleid), ſo zu ſagen, auf die Erde Fallen laſſen. Sie + +beſigen endlich nur ſo viel Kraft zum Fliegen, als nothig +iſt, die Heuſchrecken und andere Sergleichen Inſekten zu +erhaſchen, die ihnen zur Nahrung dienen. Sie find nicht +Tcheu und man kann ihnen fehr nahe kommen. + +1 + +Wenn uns irgend etwas beſtimmen konnte, die Ein. +theilungen in der Naturgeſchichte zu Berlaſſen, die fich +bloß auf einige åußere Formen an den Thieren gründen, +und wo man oft ſolche miteinander vereinigt, deren +Naturanlage das gerade Widerſpiel iſt, ſo wäre es ohne +Zweifel die Vergleichung des Hubu mit dem Kukuf, +woraus man zwei Arten von einer und derſelben Gattung +gemacht hat. Der gemeine Kukuk iſt der Einzige unter +allen Vogeln, der weder Aufmerkſamkeit noch Anhängliche +keit an ſeine Jungen beweiſt, und der die Gleichgiltigkeit +gegen ſie ſo weit treibt, daß er ſie ſogar einer fremden + +Mutter anvertraut, deren Hoffnung zu vernichten er die +* Grauſamkeit hat, der Einzige endlich, den die Natur + +der Glüffeligkeit beraubt, ſeine Familie zu erziehen und, ++ ihr die żårtliche Sorgfalt zu erweiſen, die der größte + +Cheil dieſer kleinen beflügelten Haushaltungen in unſern +Wåldern miteinander theilen: er iſt alſo durch ſeine +Eigenſchaften, die eine Ausnahme in Ser Thiergeſchichte +machen, einem Vogel ſehr unáhnlich, deffen Charakter +ſehr intereſſant ift. Der Hubu lebt nicht einfam, +ſondern paarweiſe; die Anhänglichkeit, die diere Paare +miteinander vereinigt, ſcheint dauerhaft zu reyn: er brütet +ſeine Eier und erzieht ſeine Jungen: Er flieht nicht in +dichte Wålder, ſondern weilt gern in der Nähe bewohnter + +Orte. Er fiirchtet nicht die Nachbarſchaft der Menſchen: +E ſein Gefieder iſt einfach, der Lon reiner Stimme ernſthaft + +und rein Charakter ſanft. Er iſt nur damit beſchäftigt, +dem Menſchen Dienſte zu erzeigen, indem er unaufhörlich +den Inſekten nachjagt, die die Erndten verwüſten; ein +neuer Beweis, daß der Glanz und das Geräuſch, nicht + +1 + +1 + + +","Pogled), so zu sagen, auf die Erde fallen lassen. Sie besitzen endlich nur so viel Kraft zum Fliegen, als nötig ist, die Heuschrecken und andere ähnliche Insekten zu erhaschen, die ihnen zur Nahrung dienen. Sie finden sich nicht scheu und man kann ihnen sehr nahe kommen. + +Wenn uns irgend etwas bestimmen konnte, die Eintheilungen in der Naturgeschichte zu berlassen, die sich bloß auf einige äußere Formen an den Thieren gründen, und wo man oft solche miteinander vereinigt, deren Naturanlage das gerade Widerspiel ist, so wäre es ohne Zweifel die Vergleichung des Huhus mit dem Kuckuk, woraus man zwei Arten von einer und derselben Gattung gemacht hat. Der gemeine Kuckuk ist der Einzige unter allen Vögeln, der weder Aufmerksamkeit noch Anhänglichkeit an seine Jungen beweist, und der die Gleichgültigkeit gegen sie so weit treibt, dass er sie sogar einer fremden Mutter anvertraut, deren Hoffnung zu vernichten er die Grausamkeit hat, der Einzige endlich, den die Natur der Glückseligkeit beraubt, seine Familie zu erziehen und ihr die zärtliche Sorgfalt zu erweisen, die der größte Teil dieser kleinen beflügelten Haushaltungen in unseren Wäldern miteinander theilen: er ist also durch seine Eigenschaften, die eine Ausnahme in der Thiergeschichte machen, einem Vogel sehr unähnlich, dessen Charakter sehr interessant ist. + +Der Huhu lebt nicht einsam, sondern paarweise; die Anhänglichkeit, die diese Paare miteinander vereinigt, scheint dauerhaft zu sein: er brütet seine Eier und erzieht seine Jungen. Er flieht nicht in dichte Wälder, sondern weilt gern in der Nähe bewohnter Orte. Er fürchtet nicht die Nachbarschaft der Menschen: ein Zeichen, dass sein Gefieder einfach, der Ton seiner Stimme ernsthaft und rein, Charakter sanft ist. Er ist nur damit beschäftigt, dem Menschen Dienste zu erzeigen, indem er unaufhörlich den Insekten nachjagt, die die Ernten verwüsten; ein neuer Beweis, dass der Glanz und das Gerausch nicht" +Z166069305,232,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000232/full/full/0/native.jpg,"immer die Gefahrden des Nusens find! Eine so auffalo +Tende Verschiedenheit in den Sitten scheidet, so gros +auch die ausere Aehnlichkeit feyn mag, die beiden Orten +von Begeln von einander, die nur einige Aehnlichkeit in +der Gestalt haben' ;. doch ist auch diese verschieden, weil +der Huhu an der innern hintern Zehe eine gerade und +tangliche Klaue, wie die Lerche hat und weil man diese +merkwurdige Bildung derselben am Beine des Kukuks +nicht findet. +Einer der gemeinsten Vogel in Nieder a gypten +ift, vorzuglich im Anfange des Winters, der Wiede +bopf*). Mit jenen, die das Land nicht verlassen, +vereinigen fich ganze Heerden von Wandernden, die aus +den nordlichen Gegenden kommen und nebst einer warmern +Witterung zugleich einen grosern Ueberflus an Futter +fuchen, den ihnen die grose Menge von Infekten liefert, +die der Nil nach seinem Ablaufen zuruflast. Dieren +Barderer sind sehr fett, ihr Fleisch ist zart und wohl +fchmeckend, da hingegen die nicht wandernden Wiebeho +pfen eine sehr schlechte Speise find **). Die Einwohner +todten fie nicht; fie find nicht schen: man trift eine grose +Menge von denfelben in der gerauschvollen Stadt Kairo +an, wo sie in voliger Sicherheit auf den Terraffen der +Hauser nisten. +Ich habe in Aegypten oft die Wiedehopfen in +kleinen- Trupps beisammen gesehen. Wenn ich Einer +unter ihnen von den Andern trennt, ro ruft er reine +Sefahrden mit einem fehr scharfen, zweimal wiederholtex +Geschrei, zt, zi. Wenn sie sitzen, so kann man ihr Geschrei, +welchem ich mit Aufmerksamkeit und Vergnugen zugehrt +habe,"" durch die Sylbe pun ausdrucken, die, fie mit +*) Vpupa epops. L. +**) In Italien ist man die WiedeHopfen an verschiedenen Orter,","204 + +immer die Gefährden des Nußens find! Eine ſo auffalo +Tende Verſchiedenheit in den Sitten ſcheidet, ſo groß +auch die äußere Aehnlichkeit feyn mag, die beiden Orten +von Begeln von einander, die nur einige Aehnlichkeit in +der Geſtalt haben' ;. doch iſt auch dieſe verſchieden, weil +der Huhu an der innern hintern Zehe eine gerade und +tångliche Klaue, wie die Lerche hat und weil man dieſe +merkwürdige Bildung derſelben am Beine des Kukuks +nicht findet. + +Einer der gemeinſten Vogel in Nieder å gypten +ift, vorzüglich im Anfange des Winters, der Wiede +bopf*). Mit jenen, die das Land nicht verlaſſen, +vereinigen fich ganze Heerden von Wandernden, die aus +den nordlichen Gegenden kommen und nebſt einer wärmern +Witterung zugleich einen großern Ueberfluß an Futter +fuchen, den ihnen die große Menge von Infekten liefert, +die der Nil nach ſeinem Ablaufen zurüflåßt. Dieren +Barderer ſind ſehr fett, ihr Fleiſch iſt zart und wohl +fchmeckend, da hingegen die nicht wandernden Wiebeho +pfen eine ſehr ſchlechte Speiſe find **). Die Einwohner +todten fie nicht; fie find nicht ſchen: man trift eine große +Menge von denfelben in der geräuſchvollen Stadt Kairo +an, wo ſie in voliger Sicherheit auf den Terraffen der +Hauſer niſten. + +1 + +s + +Ich habe in Aegypten oft die Wiedehopfen in +kleinen- Trupps beiſammen geſehen. Wenn ich Einer +unter ihnen von den Andern trennt, ro ruft er reine +Sefährden mit einem fehr ſcharfen, zweimal wiederholtex +Geſchrei, zt, zi. Wenn ſie ſitzen, ſo kann man ihr Geſchrei, +welchem ich mit Aufmerkſamkeit und Vergnügen zugehørt +habe,"" durch die Sylbe pun ausdrücken, die, fie mit + +*) Vpupa epops. L. +**) In Italien ißt man die WiedeHopfen an verſchiedenen Orter, + + +","immer die Gefahren des Nähens finden! Eine so auffallende Verschiedenheit in den Sitten scheidet, so groß auch die äußere Ähnlichkeit sein mag, die beiden Orten von Begen von einander, die nur einige Ähnlichkeit in der Gestalt haben; doch ist auch diese verschieden, weil der HuHu an der inneren hintern Zehe eine gerade und tangliche Klaue, wie die Lerche hat, und weil man diese merkwürdige Bildung derselben am Beine des Kukuks nicht findet. + +Einer der gemeinsten Vögel in Niederägypten ist, vorzüglich im Anfange des Winters, der Weidehopf). Mit jenen, die das Land nicht verlassen, vereinigen sich ganze Heerden von Wandernden, die aus den nördlichen Gegenden kommen und nebst einer wärmeren Witterung zugleich einen größern Überfluss an Futter suchen, den ihnen die große Menge von Insekten liefert, die der Nil nach seinem Ablaufen zuträgt. Diese Vögel sind sehr fett, ihr Fleisch ist zart und wohlgeschmackend; da hingegen die nicht wandernden Weidehopfen eine sehr schlechte Speise finden). Die Einwohner töten sie nicht; sie finden nicht schön: man trifft eine große Menge von denselben in der geräuschvollen Stadt Kairo an, wo sie in volliger Sicherheit auf den Terrassen der Häuser nisten. + +Ich habe in Ägypten oft die Weidehopfen in kleinen Trupps beisammen gesehen. Wenn ich einer unter ihnen von den andern trennt, ruft er seine Gefährten mit einem sehr scharfen, zweimal wiederholten Geschrei, zt, zi. Wenn sie sitzen, so kann man ihr Geschrei, welchem ich mit Aufmerksamkeit und Vergnügen zugesehen habe, durch die Silbe ""pun"" ausdrücken, die, sie mit + +*) Upupa epops. L. +**) In Italien ist man die Weidehopfen an verschiedenen Orten" +Z166069305,233,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000233/full/full/0/native.jpg,"einer starken und bedachtsamen Stimme immer dreimal +hintereinander aussprechen: fte ziehen jedesmal ihren +langen Schnabel auf ihre Brust zuruk und heben, den +Kopf wieder lebhaft in die Hohe. Manchmal lassen; fie +anch, aber nur einmal, einen rauhen unangenehmen Son +horen. Wenn sie ruhig figen, so befindet sich ihr Sdynas +bel und ihr Buschel, der hinterwarts liegt, in ebender- +felben wagrechten Bage. +3. Der oberstie +Es findet auch zwischen den Zugturteltauben und +zwischen denen, die Aegypten nicht verlaffen, wie +zwischen den Wiedehopfen, ein groser Unterschied in +Rufficht der Gute des Fleisches ftatt: die Ersten geben +eine gute Speise; die Undern liefern nur ein trofnen +geschmaklores Fleisch. Diese Vogel gehoren nicht zu +einerlei Art. Die Surteltauben, die in Aegypten +nach unserm Herbste eintreffen, und die sich von der See +bis nad Kairo hinauf ausbreiten, sind von der gemeinen +Art*); diejenigen aber, die stets in diesem Lande bleiben, +machen eine sehr verschiedene Race qus. +Sheil des Kopfes und des Halfes ift von einer leichten +Flachsbluthenfarbe; der Rucken und die obert Decken +Der Flugel sehen eben so aus, aber die rothe Schattirung +ist lebhafter. Um den obern Theil des Halles geht ein +halber schwarzer schmaler Ring. Die Fehle und die +untern Schwanzdecken find weis, der untere Theil des +Halses ist von einer zarten Flachsblathenfarbe; die Bruft +und der Bauch rehen schmusigweis aus. Die Vordern. +federn an den Flugeln sind braun mit Roth schattirt, die +Andern archfarbig und von ausern und von innem am +Rande mit einem leichten schgrau eingefast. Die +Schwanzfedern machen Abrate, find von einer bellen +Aschfarbe, und an din Spisen weis, die auserste Feder +an jeder Seite ausgenommen, die ganz weis ift. Nie +*) Colqnba turtur. Lin.","205 + +einer ſtarken und bedachtſamen Stimme immer dreimal +hintereinander ausſprechen: fte ziehen jedesmal ihren +langen Schnabel auf ihre Bruſt zurůk und heben, den +Kopf wieder lebhaft in die Höhe. Manchmal laſſen; fie +anch, aber nur einmal, einen rauhen unangenehmen Son +horen. Wenn ſie ruhig figen, ſo befindet ſich ihr Sdynas +bel und ihr Büſchel, der hinterwårts liegt, in ebender- +felben wagrechten Bage. + +4 +- + +3. Der oberſtie + +Es findet auch zwiſchen den Zugturteltauben und +zwiſchen denen, die Aegypten nicht verlaffen, wie +zwiſchen den Wiedehopfen, ein großer Unterſchied in +Rufficht der Güte des Fleiſches ftatt: die Erſten geben +eine gute Speiſe; die Undern liefern nur ein trofnen +geſchmaklores Fleiſch. Dieſe Vögel gehören nicht zu +einerlei Art. Die Surteltauben, die in Aegypten +nach unſerm Herbſte eintreffen, und die ſich von der See +bis nad Kairo hinauf ausbreiten, ſind von der gemeinen +Art*); diejenigen aber, die ſtets in dieſem Lande bleiben, +machen eine ſehr verſchiedene Race qus. +Sheil des Kopfes und des Halfes ift von einer leichten +Flachsblüthenfarbe; der Rücken und die obert Decken +Der Flügel ſehen eben ſo aus, aber die rothe Schattirung +iſt lebhafter. Um den obern Theil des Halles geht ein +halber ſchwarzer ſchmaler Ring. Die Fehle und die +untern Schwanzdecken find weiß, der untere Theil des +Halſes iſt von einer zarten Flachsblåthenfarbe; die Bruft +und der Bauch rehen ſchmüßigweiß aus. Die Vordern. +federn an den Flügeln ſind braun mit Roth ſchattirt, die +Andern archfarbig und von außern und von innem am +Rande mit einem leichten ſchgrau eingefaßt. Die +Schwanzfedern machen Abråte, find von einer bellen +Aſchfarbe, und an din Spißen weiß, die äußerſte Feder +an jeder Seite ausgenommen, die ganz weiß ift. Nie + +*) Colqınba turtur. Lin. + + +","einer starken und bedachtsamen Stimme immer dreimal hintereinander aussprechen: sie ziehen jedesmal ihren langen Schnabel auf ihre Brust zurück und heben den Kopf wieder lebhaft in die Höhe. Manchmal lassen sie auch, aber nur einmal, einen rauhen unangenehmen Ton hören. Wenn sie ruhig sitzen, so befindet sich ihr Schnabel und ihr Buschel, der hintenwärts liegt, in ebender gleichen wagrechten Lage. + +3. Der obere Teil des Kopfes und des Halses ist von einer leichten Flachsblüthenfarbe; der Rücken und die oberen Decken der Flügel sehen eben so aus, aber die rothe Schattierung ist lebhafter. Um den obern Theil des Halses geht ein halber schwarzer schmaler Ring. Die Federn und die unteren Schwanzdecken sind weiß, der untere Theil des Halses ist von einer zarten Flachsblüthenfarbe; die Brust und der Bauch sehen schmutzig aus. Die vorderen Federn an den Flügeln sind braun mit Roth schattirt, die andern aschfarbig und von außen und von innen am Rande mit einem leichten Schgrau eingefasst. Die Schwanzfedern machen Abweichungen, sind von einer hellen Aschfarbe, und an den Spitzen weiß, die äußerste Feder an jeder Seite ausgenommen, die ganz weiß ist. + +Es findet auch zwischen den Zugtauben und zwischen denen, die Ägypten nicht verlassen, wie zwischen den Wiedehopfen, ein großer Unterschied in Rücksicht der Güte des Fleisches statt: die Ersten geben eine gute Speise; die Unterern liefern nur ein trocknes geschmackloses Fleisch. Diese Vögel gehören nicht zu einerlei Art. Die Turteltauben, die in Ägypten nach unserem Herbst eintreffen, und die sich von der See bis nahe Kairo hinauf ausbreiten, sind von der gemeinen Art*); diejenigen aber, die stets in diesem Lande bleiben, machen eine sehr verschiedene Rasse aus." +Z166069305,234,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000234/full/full/0/native.jpg,"Federn sowohl an den Flugeln als an dem Schwanze find +unten bis ohngefahr ein Dritttheil ihrer Lange von einer +dunfeln Archfarbe Das Uebrige ist weis; ihre Farbe +aber ist viel lebhafter bei den Weibchen. Der Ring um +den Augapfel ist orangefarbig: der Schnabel afchgrau: +der Fuswurzel und die Zeben find rosenfarbig. +zwei Jahre lang habe ich mehrere Paare diefer arti- +gen Vogel ernahrt, und ich bin keine Veranderung der +Farben an ihren Federn gewahr worden: woraus erhellet, +das die andern Lurteltauben, die man mit ihnen vergleis +chen fdnnte, verschiedene Arten oder wenigstens fortdau. +ernde Spielarten in einer und derselben Art sind; derglese +den y. B. sind die Lachtauben in der Herberei, die +jenen vollkommen ahnlich seyn wurden, wenn der Grund +ihres Gefieders nicht schon weis ware;.' tvoraus man +wiederum fteht, das man noch keine vollkommene Kennt- +nis von den Arten von Turteltauben hat, die in unserm +Himmelsftriche nicht einheimisch find. Die Race von +Pacitauben ist in Aegypten weniger gros, und schoner +als jene in Europa*) und scheint die namliche zu seyn, dic +Griffon anfuhrt, und die er die renegalische Lach. +taube **) nennt, so viel man namlich aus dem ganzen +Zusammenhange reiner Beschreibung urtheilen kann. +Uebrigens werden diese Turteltauben, mogen es wan. +bernde ober stets da bleibende fenn, auf gleiche Weise vox +den Einwohnern Aegyptens geschont: fie todten noch +effen jemals Eine son' Denselben. Da ich den Grund +von dieser Schonung bei Leuten, die sonst so wenig deks +gleichen in den meisten ihrer Handlungen beweisen, kennen +zu lernen wunschte, so erfuhr ich, das fie eine Folge von der +*) Columba risoria L, tourterelle a collier. Buffon. +**) Ornithol. Tom. 1. S. 95 gen. I +columba vinacea. L. +tourterelle a collie du Senegal. Barton,","206 + +{ + +Federn ſowohl an den Flügeln als an dem Schwanze find +unten bis ohngefähr ein Dritttheil ihrer Länge von einer +dunfeln Archfarbe Das Uebrige iſt weiß; ihre Farbe +aber iſt viel lebhafter bei den Weibchen. Der Ring um +den Augapfel iſt orangefarbig: der Schnabel afchgrau: +der Fußwurzel und die Zeben find roſenfarbig. + +zwei Jahre lang habe ich mehrere Paare diefer arti- +gen Vögel ernährt, und ich bin keine Veränderung der +Farben an ihren Federn gewahr worden: woraus erhellet, +daß die andern Lurteltauben, die man mit ihnen vergleis +chen fdnnte, verſchiedene Arten oder wenigſtens fortdau. +ernde Spielarten in einer und derſelben Art ſind; dergleše +den ý. B. ſind die Lachtauben in der Herberei, die +jenen vollkommen åhnlich ſeyn würden, wenn der Grund +ihres Gefieders nicht ſchon weiß wäre;.' tvoraus man +wiederum fteht, daß man noch keine vollkommene Kennt- +niß von den Arten von Turteltauben hat, die in unſerm +Himmelsftriche nicht einheimiſch find. Die Race von +Pacitauben iſt in Aegypten weniger groß, und ſchöner +als jene in Europa*) und ſcheint die nämliche zu ſeyn, dic +Griffon anführt, und die er die renegaliſche Lach. +taube **) nennt, ſo viel man nämlich aus dem ganzen +Zuſammenhange reiner Beſchreibung urtheilen kann. + +Uebrigens werden dieſe Turteltauben, mogen es wan. +bernde ober ſtets da bleibende fenn, auf gleiche Weiſe vox +den Einwohnern Aegyptens geſchont: fie todten noch +effen jemals Eine son' Denſelben. Da ich den Grund +von dieſer Schonung bei Leuten, die ſonſt ſo wenig deks +gleichen in den meiſten ihrer Handlungen beweiſen, kennen +zu lernen wünſchte, ſo erfuhr ich, daß fie eine Folge von der + +*) Columba riſoria L, tourterelle à collier. Buffon. +**) Ornithol. Tom. 1. S. 95 gen. I + +columba vinacea. L. +tourterelle à collie du Senegal. Barton, + +>> + + +","Federn sowohl an den Flügeln als an dem Schwanz finden unten bis ungefähr ein Drittheil ihrer Länge von einer dunkeln Aschfarbe. Das Übrige ist weiß; ihre Farbe aber ist viel lebhafter bei den Weibchen. Der Ring um den Augapfel ist orangefarbig: der Schnabel aschgrau: der Fußwurzel und die Zehen finden rosenfarbig. + +Zwei Jahre lang habe ich mehrere Paare dieser artigen Vögel ernährt, und ich bin keine Veränderung der Farben an ihren Federn gewahr worden; woraus erhellt, dass die andern Lurteltauben, die man mit ihnen vergleichen könnte, verschiedene Arten oder wenigstens fortdauernde Spielarten in einer und derselben Art sind; dergleichen z. B. sind die Lachtauben in der Herberei, die jenen vollkommen ähnlich seyn würden, wenn der Grund ihres Gefieders nicht schon weiß wäre. + +Voraus man wiederum fühlt, dass man noch keine vollkommene Kenntnis von den Arten von Turteltauben hat, die in unserm Himmelsstriche nicht einheimisch sind. Die Rasse von Pacitauben ist in Ägypten weniger groß und schöner als jene in Europa*) und scheint dieselbe zu sein, die Griffon anführt, und die er die senegallische Lachtaube**) nennt, so viel man nämlich aus dem ganzen Zusammenhange einer Beschreibung urtheilen kann. + +Uebrigens werden diese Turteltauben, mögen es wandernde oder stets da bleibende sein, auf gleiche Weise von den Einwohnern Ägyptens geschont: sie töten noch effen jemals eine solche. Da ich den Grund von dieser Schonung bei Leuten, die sonst so wenig dem Gleichen in den meisten ihrer Handlungen beweisen, kennenlernen wünschte, so erfuhr ich, dass sie eine Folge von der ..." +Z166069305,235,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000235/full/full/0/native.jpg,"Achtung gegen Gaftfreundschaft fer, die die Araber in +To grosen Ehren halten, und wovon sie denjenigen Volkern +unter welchen sie leben, einige Schattirungen mitgetheilt +haben. Sie wurden es als eine Verletzung der Gastfreunde +schaft ansehen, wenn man Vogel nicht schonte, die sich +mit einem vollen Zutrauen unter fie mifchen, und ihre +geschikten, aber unnusen kehrer in der Liebe und in der +Zartlichkeit werden. Selbst der Landmann, der seine +Erndten eine Beute ganzer Zuge von Turteltauben werden +fieht, die sich auf den Feldern niederlaffen, tddtet und +verjagt sie nicht, sondern lest sie sich ruhig vermehren. +Die Europaer zeigten keine solche Nachricht: sie mach. +ten sich kein Gewissen daraus, Turteltauben auf den Fels +dern zu todten. Durch diese habe ich auch den Unterschied +des Fleisches beider Arten erfahren. In Kairo aber, +wo diese Vogel sehr zahlreich und febr kirre find, wurden +fie keinen derselben offentlich zu tdten gewagt haben. +Bei meiner ersten Reise hatte ich am Ende des Augusts +das Vergnugen, ein Paar Lauchtauben ihr Nest auf der +Fensterbrustung bauen zu sehen. +Da diese liebenswurdigen Vogel auf den Schuf der +Menschen zu rechnen gewohnt waren, und von der unges +ftumen Witterung nichts zu furchten hatten, so war +der Bau ihres Neftes fehr leicht und wenig kunstlich. +Es bestand blos aus einigen Strohhalmchen, die sie nacha +lasig zusammen gelegt hatten. Das Weibchen legte den +28. Abends ein Ei, zu welchem gewis noch ein anderes +kommen sollte. Ich gebrauchte die groste Vorsicht, das +man sie nicht ftorte, und ich hatte keine Bitten gespart, +das man ihnen keine Hindernisse in den Weg legen mochte, +allein alles war vergeblich. Das Nest und das Ei wurden +weggenommen, und mit ihnen die Fruchte der Liebe der's +jenigen Art von Vegeln, die fie am besten zu fuhlen vers +steht. Ein Turke, ein Aegypter, wurden diese ruh. +renden Aeuserungen der Natur geehrt haben, aber ein + uro pa er vernichtete fies","207 + +41 + +Achtung gegen Gaftfreundſchaft fer, die die Araber in +To großen Ehren halten, und wovon ſie denjenigen Völkern +unter welchen ſie leben, einige Schattirungen mitgetheilt +haben. Sie würden es als eine Verletzung der Gaſtfreunde +ſchaft anſehen, wenn man Vogel nicht ſchonte, die ſich +mit einem vollen Zutrauen unter fie mifchen, und ihre +geſchikten, aber unnüşen kehrer in der Liebe und in der +Zårtlichkeit werden. Selbſt der Landmann, der ſeine +Erndten eine Beute ganzer Züge von Turteltauben werden +fieht, die ſich auf den Feldern niederlaffen, tddtet und +verjagt ſie nicht, ſondern leßt ſie ſich ruhig vermehren. +Die Europåer zeigten keine ſolche Nachricht: ſie mach. +ten ſich kein Gewiſſen daraus, Turteltauben auf den Fels +dern zu tódten. Durch dieſe habe ich auch den Unterſchied +des Fleiſches beider Arten erfahren. In Kairo aber, +wo dieſe Vogel ſehr zahlreich und febr kirre find, würden +fie keinen derſelben öffentlich zu tødten gewagt haben. +Bei meiner erſten Reiſe hatte ich am Ende des Auguſts +das Vergnügen, ein Paar Lauchtauben ihr Neſt auf der +Fenſterbrüſtung bauen zu ſehen. + +Da dieſe liebenswürdigen Vogel auf den Schuf der +Menſchen zu rechnen gewohnt waren, und von der unges +ftümen Witterung nichts zu fürchten hatten, ſo war +der Bau ihres Neftes fehr leicht und wenig künſtlich. +Es beſtand bloß aus einigen Strohhalmchen, die ſie nacha +låßig zuſammen gelegt hatten. Das Weibchen legte den +28. Abends ein Ei, zu welchem gewiß noch ein anderes +kommen ſollte. Ich gebrauchte die großte Vorſicht, daß +man ſie nicht ftorte, und ich hatte keine Bitten geſpart, +daß man ihnen keine Hinderniſſe in den Weg legen mochte, +allein alles war vergeblich. Das Neſt und das Ei wurden +weggenommen, und mit ihnen die Früchte der Liebe der's +jenigen Art von Végeln, die fie am beſten zu fühlen vers +ſteht. Ein Türke, ein Aegypter, wurden dieſe růh. +renden Aeußerungen der Natur geehrt haben, aber ein +€ uro på er vernichtete fies + + +","Achtung gegen Gastfreundschaft finden, die die Araber in +zu großen Ehren halten, und wovon sie denjenigen Völkern, unter welchen sie leben, einige Schattierungen mitgeteilt haben. Sie würden es als eine Verletzung der Gastfreundschaft ansehen, wenn man Vögel nicht schonte, die sich mit einem vollen Zutrauen unter sie mischten, und ihre geschickten, aber unnützen Kehrer in der Liebe und in der Zartlichkeit werden. Selbst der Landmann, der seine Erndte eine Beute ganzer Züge von Turteltauben werden fühlt, die sich auf den Feldern niederlassen, tötet und verjagt sie nicht, sondern lässt sie sich ruhig vermehren. + +Die Europäer zeigten keine solche Nachsicht; sie machten sich kein Gewissen daraus, Turteltauben auf den Felsen zu töten. Durch diese habe ich auch den Unterschied des Fleisches beider Arten erfahren. In Kairo aber, wo diese Vögel sehr zahlreich und fein zu finden sind, wurden fie keine derselben öffentlich zu töten gewagt. + +Bei meiner ersten Reise hatte ich am Ende des Augusts das Vergnügen, ein Paar Lauchtauben ihr Nest auf der Fensterbrüstung bauen zu sehen. + +Da diese liebenswürdigen Vögel auf den Schutz der Menschen zu rechnen gewohnt waren und von der ungestümen Witterung nichts zu fürchten hatten, so war der Bau ihres Nests sehr leicht und wenig kunstlich. Es bestand bloß aus einigen Strohhalmchen, die sie nachlässig zusammen gelegt hatten. Das Weibchen legte den 28. Abends ein Ei, zu welchem gewiß noch ein anderes kommen sollte. Ich gebrauchte die größte Vorsicht, das man sie nicht störte, und ich hatte keine Bitten gespart, das man ihnen keine Hindernisse in den Weg legen mochte; allein alles war vergeblich. Das Nest und das Ei wurden weggenommen, und mit ihnen die Früchte der Liebe derjenigen Art von Vögeln, die sie am besten zu fühlen verstehen. Ein Türke, ein Ägypter, würden diese ruhenden Äusserungen der Natur geehrt haben, aber ein Europäer vernichtete sie" +Z166069305,236,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000236/full/full/0/native.jpg,"Mogen fich dle Surteltauben nun in dem Schoose +der gegen fie ro gastfreundschaftlich gesinnten Stadter +aufhalten, oder mogen sie einen einfamen Ort verschon +pern, man findet sie allenthalben ohne Inistrauen, und +ihre Vertraulichkeit ist auf gleiche Art interessant. +Die Baumgarten von Rasch id find mit Surteltava +ben angefugt: die Gegenwart des Menschen erschreft fic +nicht: man hort sie aber daselbst mehr als man pie steht. +Sie verweilen gern zwischen den dichten in einander ges +flochtenen Zweigen der Pomeranzen- und Citronenbaume, +und erheben sich selten auf den Gipfel der uber jene hervor. +ragende Dattelbaume. Man hrt aus ihrem Sirren, +bas fie auf den schonsten Baumen den Chron der Liebe +aufgeschlagen haben. +Der lezte Bogel endlich, den ich mir auf meinem +Spazierwege nach dem westlich gelegenen Schloffe vor +Rarchid verschafte, war ein Kauzlein*). Es herrschtca +einige Verschiedenheiten in den Farben zwischen diesem und +dem europaischen Scauzlein, die mir aber, da ich sie bei dies +fer Art von Vogeln ziemlich gemein fand, nicht bedeutend +gearug fchienen, um eine Spielart, noch weniger eine +besondere Art daraus zu machen. Ich will daher auch +Keine Beschreibung davon geben, Man weis, das die +Rauzlein weit besser bei Tage sehen, als andere Nacht +bogel: Ser. Meinige Fas auf einem Baume, und ich habe +ihn bei hellem Lage getodtet. Sein Name ist in Vegy pe +ten Sabri es war ein Weibchen .: +Ich wanderte heute in einem sehr angenehmen Gefilte +Berum. Man bauete dafelbft viele Pflanzen: mehrere +Arten Baume gaben ihm Schatten, und bildeten an man +chen Stellen reigende kustwaldchen. Das Wasser, das +* Strix passerina, Lin, Cheveche, ober petite chouette. Buffon","208 + +Mögen fich dle Surteltauben nun in dem Schooße +der gegen fie ro gaſtfreundſchaftlich geſinnten Städter +aufhalten, oder mögen ſie einen einfamen Ort verſchon +pern, man findet ſie allenthalben ohne Inißtrauen, und +ihre Vertraulichkeit iſt auf gleiche Art intereſſant. + +Die Baumgärten von Raſch id find mit Surteltava +ben angefügt: die Gegenwart des Menſchen erſchreft fic +nicht: man hört ſie aber daſelbſt mehr als man pie ſteht. +Sie verweilen gern zwiſchen den dichten in einander ges +flochtenen Zweigen der Pomeranzen- und Citronenbäume, +und erheben ſich ſelten auf den Gipfel der über jene hervor. +ragende Dattelbaume. Man hørt aus ihrem Sirren, +baß fie auf den ſchönſten Bäumen den Chron der Liebe +aufgeſchlagen haben. + +Der lezte Bogel endlich, den ich mir auf meinem +Spazierwege nach dem weſtlich gelegenen Schloffe vor +Rarchid verſchafte, war ein Kåuzlein*). És herrſchtca +einige Verſchiedenheiten in den Farben zwiſchen dieſem und +dem europäiſchen Scauzlein, die mir aber, da ich ſie bei dies +fer Art von Vögeln ziemlich gemein fand, nicht bedeutend +gearug fchienen, um eine Spielart, noch weniger eine +beſondere Art daraus zu machen. Ich will daher auch +Keine Beſchreibung davon geben, Man weiß, daß die +Råuzlein weit beſſer bei Tage ſehen, als andere Nacht +bogel: Ser. Meinige Faß auf einem Baume, und ich habe +ihn bei hellem Lage getödtet. Sein Name iſt in Vegy pe +ten Sabri es war ein Weibchen .: + +Ich wanderte heute in einem ſehr angenehmen Gefilte +Berum. Man bauete dafelbft viele Pflanzen: mehrere +Arten Båume gaben ihm Schatten, und bildeten an man +chen Stellen reigende kuſtwaldchen. Das Waſſer, das + +* Strix paſſerina, Lin, Cheveche, ober petite chouette. Buffon + +. + + +","Mogen die Surteltauben nun in dem Schutze der gegen sie gastfreundschaftlich gesinnten Stadter aufhalten, oder mogen sie einen einsamen Ort verschonen, man findet sie allenthalben ohne Inträuen, und ihre Vertraulichkeit ist auf gleiche Art interessant. Die Baumgärten von Rasch sind mit Surteltauben angefüllt: die Gegenwart des Menschen erschreckt sie nicht: man hört sie aber daselbst mehr als man sieht. + +Sie verweilen gern zwischen den dichten ineinander geflochtenen Zweigen der Pomeranzen- und Citronenbäume, und erheben sich selten auf den Gipfel der über jene hervorragenden Dattelbäume. Man hört aus ihrem Sirren, dass sie auf den schönsten Bäumen den Chor der Liebe aufgeschlagen haben. + +Der letzte Vogel endlich, den ich mir auf meinem Spazierwege nach dem westlich gelegenen Schlosse vor Rarchid verschaffte, war ein Kauzlein*). Es herrschen einige Verschiedenheiten in den Farben zwischen diesem und dem europäischen Scauzlein, die mir aber, da ich sie bei dieser Art von Vögeln ziemlich gemein fand, nicht bedeutend gearug erschienen, um eine Spielart, noch weniger eine besondere Art daraus zu machen. Ich will daher auch keine Beschreibung davon geben. Man weiß, dass die Rauzlein weit besser bei Tage sehen als andere Nachtvögel. Mein Kauzlein saß auf einem Baume, und ich habe ihn bei hellem Lichte getötet. Sein Name ist in Vegypten Sabri: es war ein Weibchen. + +Ich wanderte heute in einem sehr angenehmen Gefilde Berum. Man baute daselbst viele Pflanzen; mehrere Arten Bäume gaben ihm Schatten, und bildeten an manchen Stellen reizende Küstwäldchen. Das Wasser, das" +Z166069305,237,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000237/full/full/0/native.jpg,"diefe Fluren erfrischt, ftand at Fruchtbarkeit nicht nach: +breite Lotusblatter bedekten in den Bachen und IR +den Graben seine Oberflache, und verfundigten eine reiche +Erndte von Wurzeln. +Diere Pflanze ist der Nufar der Araber, woraus +wir Nenufar gemacht haben. Es ist eine Waffers +pflanze, mit weisen wohlriechenden Bluthen*). Ihre +jezt +mittel der llegu preg der gewohnlichsten Nahrungse +, wie +Foto 8 war. Es scheint sonderbar, das einige Schrifto +steller, von Maillet **) an, bis auf Herrn Pauw ***) +diesen Lotus nicht in der Seeblume( Nymphaea) wieder +erfennen wollen, und das der Regtere behauptet, diere +Pflange ren aus Aegypten, wo fie einst in so groser +Menige wuchs, verschwunden. Savary hatte schon +dieren Irrthum des Herrn Pau w wiederlegt, alein er +geht zu weit, wenn er sagt, man durfe nicht erstaunen, +das dieser Gelehrte sich geirrt hab ;, weil der gros.te +Sheil der Reifenden, die Aegypten durch +mpa ndert sind, niemals den lotus gereben +habe t). Mein man darf kaum einen Fus in Vegy po +*** Nympbaea lorus L. Forskal, Flora aegyptiaco- arabicu. +S. ico. +**) Beschreibung von Hegypten. 2. th. S. 18. +***) Philosophische Untersuchungen uber die Aegypter und Chic +nesen. 1. Bb. S. 157. +7+). Briefe uber Wegypten S. 6. Deutic. Itebert.( mo Savaro +ferner in einer Anmerkung sagt): der Lotus ist eine Nymphaea +( Seebluine) die uego pten eigen ist und in den Sachen, +wie aus am Ufer der Seen wachat. i 68. giebt zwei Gattungen +Deffelben; die Give mit weisen, die Andere mit blaulichten +Hlumen. Der Kelch des Lotus offnet fidhr wie der Kelch einer +grosen Tulpen und verbreitet einen suben dem Gerud) e det +Lilien nahe fommendeu Seruch. Dle erite Gattung giebt eine +Congini Reix lt ir BPR","209 + +diefe Fluren erfriſcht, ftand at Fruchtbarkeit nicht nach: +breite Lotusblåtter bedekten in den Båchen und IR +den Gräben ſeine Oberfläche, und verfündigten eine reiche +Erndte von Wurzeln. + +Diere Pflanze iſt der Nufar der Araber, woraus +wir Nenufar gemacht haben. Es iſt eine Waffers +pflanze, mit weißen wohlriechenden Blüthen*). Ihre + +jezt +mittel der llegu preg der gewöhnlichſten Nahrungse + +, wie +Foto 8 war. Es ſcheint ſonderbar, daß einige Schrifto +ſteller, von Maillet **) an, bis auf Herrn Pauw ***) +dieſen Lotus nicht in der Seeblume( Nymphaea) wieder +erfennen wollen, und daß der Regtere behauptet, diere +Pflange ren aus Aegypten, wo fie einſt in ſo großer +Menige wuchs, verſchwunden. Savary hatte ſchon +dieren Irrthum des Herrn Pau w wiederlegt, alein er +geht zu weit, wenn er ſagt, man dürfe nicht erſtaunen, +daß dieſer Gelehrte ſich geirrt hab ;, weil der groß.te +Sheil der Reifenden, die Aegypten durch +mpa ndert ſind, niemals den lotus gereben +habé t). Mein man darf kaum einen Fuß in Vegy po + +) + +1 + +! + +*** Nympbäea lorus L. Forſkal, Flora aegyptiaco- arabicu. + +S. ico. +**) Beſchreibung von Hegypten. 2. th. S. 18. +***) Philoſophiſche Unterſuchungen über die Aegypter und Chic + +neſen. 1. Bb. S. 157. +7+). Briefe über Wegypten S. 6. Deutic. Itebert.( mo Šavaro + +ferner in einer Anmerkung ſagt): der Lotus iſt eine Nymphaea +( Seebluine) die uego pten eigen iſt und in den Sachen, +wie aus am Ufer der Seen wachat. i 68. giebt zwei Gattungen +Deffelben; die Give mit weißen, die Andere mit blaulichten +Hlumen. Der Kelch des Lotus óffnet fidhr wie der Kelch einer +großen Tulpen und verbreitet einen ſüben dem Gerud) e det + +Lilien nahe fommendeu Seruch. Dle erite Gattung giebt eine +Congini Reix lt ir BPR + +3 + +1 + + +","diefe Fluren erfrischt, stand at Fruchtbarkeit nicht nach: breite Lotusblatter bedeckten in den Bachen und in den Gräben seine Oberfläche, und versprudigten eine reiche Erndte von Wurzeln. + +Diese Pflanze ist der Nufar der Araber, woraus wir Nelumbo (Nenufar) gemacht haben. Es ist eine Wasser-pflanze, mit weißen wohlriechenden Blüthen*. Ihre mittlere Höhe war die gewöhnlichste Nahrungsmenge, wie Foto 8 war. + +Es scheint sonderbar, dass einige Schriftsteller, von Maillet*) an, bis auf Herrn Pauw***), diesen Lotus nicht in der Seerose (Nymphaea) wiedererkennen wollen, und dass der Regter behauptet, diese Pflanze sei aus Ägypten, wo sie einst in so großer Menge wuchs, verschwunden. Savary hatte schon diesen Irrthum des Herrn Pauw wiederlegt, allein er geht zu weit, wenn er sagt, man dürfe nicht erstaunen, dass dieser Gelehrte sich geirrt habe; weil der größte Teil der Reisenden, die Ägypten durchwandert sind, niemals den Lotus gesehen haben*) + +Meine Meinung darf kaum einen Fuß in Aegypten*** setzen. Nymphaea lotus L. Forskal, Flora aegyptiaco-arabica. S. ico. + +*) Beschreibung von Ägypten. 2. Th. S. 18. +***) Philosophische Untersuchungen über die Ägypter und Chinesen. 1. Bb. S. 157. +***) Briefe über Ägypten S. 6. Deutic. Itebert. + +(Monsieur Savary ferne in einer Anmerkung sagt): Der Lotus ist eine Nymphaea (Seerose) die Ägypten eigen ist und in den Sümpfen, wie aus dem Ufer der Seen wächst. S. 68. gibt zwei Gattungen des selben; die erste mit weißen, die andere mit blaulichten Blumen. Der Kelch des Lotus öffnet sich wie der Kelch einer großen Tulpe und verbreitet einen süßen, dem Geruch der Lilien nahekommenden Duft. Die erste Gattung gibt eine königliche Reihe in seinem BPR" +Z166069305,238,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000238/full/full/0/native.jpg,"ten fetsen, ohne ihn in groser Menge zu sehen, geschweige +denn, daffelbe durchreisen: denn in der Gegend von +Rarchid sind auf den Feldern, wo man Reis bauet, die +zahlreichen Graben gang damit angefullt. +Die Berwirrung aber in der Geschichte der Nymphaea +Lotus ruhrt daher, das man fie oft fur eine Pflanze ganz +anderer Art genommen hat, welcher die Alten gleichfalls +den Namen fotos gegeben haben, und die gewiffen +Wolfern in Afrika zur Nahrung diente, die man daher +fotophagen nannte*). Dieser hat keine Aehnlichkeit +runde, tuoligte Burzel, die den Erbapfeln ahnlich ift. Die +Bewohner der Ufer des Sees mentale esien dieselbe. Die +Bache in der Gegend von Damiat find mit dieser majestas +tischen Blume bedett, die lid ungefahr zwei Fus uber das +Baffer erhebt. +Der Ueberseker, +Rhamnus lotus. Lia.( In dem maurischen Konigreiche Ludas +mar rah Mungo Park, wie er Seite 84 d. Berl. Ueberf. +erzahlt, kleine meblige Beeren von gelber Farbe und fostlichem +Geschmade :, sie waren die Frucht des Rhamnus lotus Lin. uno +die Einwohner Tomberong 6 nannten. Die Negern zeigten +ihm einen grosen Korb vol davon, die sie im Verlaufe des +Cages eingesammelt hatten. Die Eingebohrnen legen einen +grosen Werth auf diese Beeren und bereiten eine Art von +Brod daraus. Die Frucht mus einige Tage in der Sonne +liegen, dann stosen fie dieselbe gefinde in einem bolzernen +Morsel, bis der mehlige Theil derfelben sich vom Kerne gelost +hat. Dieses Mehl wird mit etwas Wasser vermischt und Fleine +Kuchen daraus geformt, die an der Sonne trofnen mussen und +dann an Geruch und Geschmal vem besten Pfefferkuchen +( Honigkuchen) gleichen. Die Kerne werben in Wasser gelegt. +und geschuttelt, damit das Mebl, welches noch daran hangt, +fich vollig abscheide; dies giebt dem Wasser einen susen und +angenehmen Geschmal und macht dann mit etwas gestosenem +Hirse vermischt eine gute Gruse, die man fondi nennt, und +die im Febr. und Marz in vielen Gegenden von Rudamar +allgemein zum Fruhstar genossen wird, um die Frucht einzu:","210 + +ten fetsen, ohne ihn in großer Menge zu ſehen, geſchweige +denn, daffelbe durchreiſen: denn in der Gegend von +Rarchid ſind auf den Feldern, wo man Reiß bauet, die +zahlreichen Gråben gang damit angefüllt. + +Die Berwirrung aber in der Geſchichte der Nymphaea +Lotus rührt daher, daß man fie oft für eine Pflanze ganz +anderer Art genommen hat, welcher die Alten gleichfalls +den Namen fotos gegeben haben, und die gewiffen +Wolfern in Afrika zur Nahrung diente, die man daher +fotophagen nannte*). Dieſer hat keine Aehnlichkeit + +runde, tuoligte Burzel, die den Erbåpfeln ähnlich ift. Die +Bewohner der Ufer des Sees mentale eſien dieſelbe. Die +Bache in der Gegend von Damiat find mit dieſer majeſtás +tiſchen Blume bedett, die lid ungefähr zwei Fuß über das +Baffer erhebt. + +Der Ueberſeker, + +. + +Rhamnus lotus. Lia.( In dem mauriſchen Königreiche Ludas +mar rah Mungo Park, wie er Seite 84 d. Berl. Ueberf. +erzählt, kleine meblige Beeren von gelber Farbe und fóſtlichem +Geſchmade :, ſie waren die Frucht des Rhamnus lotus Lin. uno +die Einwohner Tomberong 6 nannten. Die Negern zeigten +ihm einen großen Korb vol davon, die ſie im Verlaufe des +Cages eingeſammelt hatten. Die Eingebohrnen légen einen +großen Werth auf dieſe Beeren und bereiten eine Art von +Brod daraus. Die Frucht muß einige Tage in der Sonne +liegen, dann ſtoßen fie dieſelbe gefinde in einem bölzernen +Mörſel, bis der mehlige Theil derfelben ſich vom Kerne gelöſt + +. +hat. Dieſes Mehl wird mit etwas Waſſer vermiſcht und Fleine +Kuchen daraus geformt, die an der Sonne trofnen müſſen und +dann an Geruch und Geſchmal vem beſten Pfefferkuchen +( Honigkuchen) gleichen. Die Kerne werben in Waſſer gelegt. +und geſchüttelt, damit das Mebl, welches noch daran hängt, +fich völlig abſcheide; dies giebt dem Waſſer einen ſüßen und +angenehmen Geſchmal und macht dann mit etwas geſtoßenem +Hirſe vermiſcht eine gute Grüße, die man fondi nennt, und +die im Febr. und März in vielen Gegenden von Rudamar +allgemein zum Frühſtår genoſſen wird, um die Frucht einzu: + +or + +1 + + +","ten fetzen, ohne ihn in großer Menge zu sehen, geschweige denn, daselbe durchreisen: denn in der Gegend von Rarchid sind auf den Feldern, wo man Reis baut, die zahlreichen Gräben gang damit angefüllt. + +Die Verwirrung aber in der Geschichte der Nymphaea Lotus rührt daher, dass man sie oft für eine Pflanze ganz anderer Art genommen hat, welcher die Alten gleichfalls den Namen Lotos gegeben haben, und die gewissen Wolfern in Afrika zur Nahrung diente, die man daher Photophagen nannte*). Dieser hat keine Ähnlichkeit mit der runden, tulpenförmigen Blüte, die dem Erbsenapfel ähnlich ist. Die Bewohner der Ufer des Sees meinen dieselbe. Die Bäche in der Gegend von Damiat sind mit dieser majestätischen Blume bedeckt, die lids ungefähr zwei Fuß über das Wasser erhebt. + +Der Übersecker, +Rhamnus lotus Lin. (In dem maurischen Königreiche Ludamar rah Mungo Park, wie er Seite 84 d. Berl. Ueberf. erzählt, kleine mehlige Beeren von gelber Farbe und feistlichem Geschmack :, sie waren die Frucht des Rhamnus lotus Lin. uno; die Einwohner Tomberong nannten. Die Negern zeigten ihm einen großen Korb voll davon, die sie im Verlaufe des Tages eingesammelt hatten. Die Eingeborenen legen einen großen Werth auf diese Beeren und bereiten eine Art von Brot daraus. Die Frucht muss einige Tage in der Sonne liegen, dann stoßen sie dieselbe fein in einem bolzernen Mörser, bis der mehlige Theil derselben sich vom Kerne gelöst hat. Dieses Mehl wird mit etwas Wasser vermischt und fleine Kuchen daraus geformt, die an der Sonne trocknen müssen und dann an Geruch und Geschmack dem besten Pfefferkuchen (Honigkuchen) gleichen. Die Kerne werden in Wasser gelegt und geschüttelt, damit das Mehl, welches noch daran hängt, sich vollig abscheide; dies gibt dem Wasser einen süßen und angenehmen Geschmack und macht dann mit etwas gestoßenem Hirse vermischt eine gute Größe, die man Foni nennt, und die im Febr. und Marz in vielen Gegenden von Ludamar allgemein zum Frühstück genossen wird, um die Frucht einzu:" +Z166069305,239,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000239/full/full/0/native.jpg,"mit dem Kotus der agyptischen Gewaffer: er ist ein Baume +chen, eine Art von wildem Brustbeerleinbaum, wie es der +Burger Desfontaines im Journal de Physique Oct; +1788 bewiesen hat, der in einigen Theilen der Berberei +wachst*). +wie dem aber auch Fenn mag, die Nymphaa don +Niederappten hat knodigte Wurzeln, die man, wenn +sammeln, breitet man ein Tuch unter den Strauch und schlagt +mit Staben an die Zweise, +Der lotus wachst in allen den Gegenden von Afrika, die +Mungo Park durchreist ist, sehr haufig; ssam meisten in +dem sandigten Boden von Staarta, Ludamer und in den +nordlichen Theilen von Bambarra, wo er einer von den +gemeinsten Strauchen ist; auch am Gambia hat er dieselbe +Art gefunden. Bei bem Lotusstrauche aber, der in der Wuste +wachst sind die Blatter ihmalet. +Da lich dieser Strauch sowohl in Eunis als in den Negete +staaten findet, und eine Art von Brod und starkes Getrant +daraus bereitet wird, welches man dort dorzuglich fat, ro +Idst fichs kaum bezweifeln, das dies nicht derselbe Potus Tev +deffen Plinius als die Soft der libprchen Ratophagen erwahnt. +Der ueberfe& er). +Am beruhmtesten, fagt Bergius uber die Pedereien e +202 1. th. deutsch. Uebers. ist die kleine Nabka( Rhamnus +lotus), die die Araber Sidra nennen. Ihre Frucht wird in +den fublichen Provinzen der Berberei auf allen Markten +derfanft. Herodotus rubmt ebenfalls ihren angenehmen +Geschmat, ber den Datteln nahe komme. Die alten Juden +gogen sie in Rutlicht ihres lieblichen Geruces und Geschmades +alten Andern vor und sagten, sie konne nicht allein der Konige +Lische zieren, fordern sie werbe auch selbst im Paradiese gegessen. +Auch bei den heutigen curter steht sie in grobem unsehen +und die Araber nennen sie das obft des Sditrals, weil +die Verstorbenen gleich nach dem Tode von den puri's damit +bewirthet werden. +Tanya +Der ueber feber. **","7 +211 + +E + +> + +mit dem Kotus der ägyptiſchen Gewäffer: er iſt ein Båume +chen, eine Art von wildem Bruſtbeerleinbaum, wie es der +Bürger Desfontaines im Journal de Phyſique Oct; +1788 bewieſen hat, der in einigen Theilen der Berberei +wåchſt*). + +/ + +8 + +wie dem aber auch Fenn mag, die Nymphảa don +Niederåppten hat knodigte Wurzeln, die man, wenn + +94 + +> + +3 + +ſammeln, breitet man ein Tuch unter den Strauch und ſchlägt +mit Ståben an die Zweise, + +Der lotus wächſt in allen den Gegenden von Afrika, die +Mungo Park durchreiſt iſt, ſehr häufig; ssam meiſten in +dem ſandigten Boden von Staarta, Ludamer und in den +nördlichen Theilen von Bambarra, wo er einer von den +gemeinſten Sträuchen iſt; auch am Gambia hat er dieſelbe +Art gefunden. Bei bem Lotusſtrauche aber, der in der Wüſte +wächſt ſind die Blätter ihmålet. + +Da lich dieſer Strauch ſowohl in Eunis als in den Negete +ſtaaten findet, und eine Art von Brod und ſtarkes Getrånt +daraus bereitet wird, welches man dort dorzüglich fåt, ro +Idßt fichs kaum bezweifeln, das dies nicht derſelbe Potus Tev +deffen Plinius als die Soft der libprchen Ratophagen erwähnt. + +Der ueberfe& er). + +11 + +Am berühmteſten, fagt Bergius über die Pedereien e +202 1. th. deutſch. Ueberſ. iſt die kleine Nabka( Rhamnus +lotus), die die Araber Sidra nennen. Ihre Frucht wird in +den füblichen Provinzen der Berberei auf allen Märkten +derfanft. Herodotus růbmt ebenfalls ihren angenehmen +Geſchmat, ber den Datteln nahe komme. Die alten Juden +gogen ſie in Rütlicht ihres lieblichen Geruces und Geſchmades +alten Andern vor und ſagten, ſie könne nicht allein der Könige +Liſche zieren, fordern ſie werbe auch ſelbſt im Paradieſe gegeſſen. +Auch bei den heutigen cúrter ſteht ſie in grobem unſehen +und die Araber nennen ſie das obft des Sditrals, weil +die Verſtorbenen gleich nach dem Tode von den puri's damit +bewirthet werden. +Tanya + +Der ueber feber. ** + +51 + + +","mit dem Kotus der ägyptischen Gewässer: er ist ein Bäumchen, eine Art von wildem Brustbeerenbaum, wie es der Burger Desfontaines im Journal de Physique Okt. 1788 bewiesen hat, der in einigen Theilen der Berberie wächst*). +Wie dem aber auch Fenn mag, die Nymphaea in Niederägypten hat knotigte Wurzeln, die man, wenn man sammelt, breitet man ein Tuch unter den Strauch und schlägt mit Stäben an die Zweige, +Der Lotus wächst in allen den Gegenden von Afrika, die Mungo Park durchreist ist, sehr häufig; meistenten in dem sandigten Boden von Staarta, Ludamer und in den nördlichen Theilen von Bambarra, wo er einer von den gemeinsten Strauchen ist; auch am Gambia hat er dieselbe Art gefunden. Bei dem Lotusstrauche aber, der in der Wüste wächst sind die Blätter ihm gelälet. +Da ich diesen Strauch sowohl in Europa als in den Negeten Staaten findet, und eine Art von Brot und starkes Getränk daraus bereitet wird, welches man dort dorzuglich fat, ro ich michs kaum bezweifeln, dass dies nicht derselbe Potus Tev deffen Plinius als die Sort der libyschen Rhizophagen erwähnt. +Der überfe& er). +Am berühmtesten, sagt Bergius über die Pedereien e 202 1. th. deutsch. Uebers. ist die kleine Nabka (Rhamnus lotus), die die Araber Sidra nennen. Ihre Frucht wird in den öffentlichen Provinzen der Berberie auf allen Märkten dergestellt. Herodotus rühmt ebenfalls ihren angenehmen Geschmack, der den Datteln nahe komme. Die alten Juden gogen sie in Rutlicht ihres lieblichen Geruches und Geschmades alten Andern vor und sagten, sie könne nicht allein der Könige Lische zieren, fordern sie werbe auch selbst im Paradiese gegessen. +Auch bei den heutigen Türken steht sie in großem Ansehen und die Araber nennen sie das Obst des Sidrals, weil die Verstorbenen gleich nach dem Tode von den Puris damit bewirthet werden." +Z166069305,240,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000240/full/full/0/native.jpg,"fich das Waffer gurut gezogen hat, einfammelt. Diejenia +gen, die stehen bleiben, find hinlanglich, wieder neue hers +zubringen. Man last fie trocken werden und bewahrt +fie auf: man ist fie gekocht, wie wir die Erdapfel effen, +welchen sie auch beinahe im Geschmacke dhnlich fin: fie +baben aber weniger Dichtigkeit und find schwammigter; +man kann sie daher kaum hinterfchlucken, und man wurde +fchwerlich mehr als einen Kaollen effen konnen, wenn man +nicht dazu trinke. Man verkauft sie auf den Strasen +von Rarchid, wo die gemeinen Leute eine grose +Menge davon effett, ganz gekocht um einen sehr geringen +Preis. +Unter den ntzlichen Pflanzen bemerkte ich auch eine +Art Cactus( Raquette)*) deren Frucht von den Ein- +wohnern auch gegessen wird, und unter den Baumen den +Seiffaban oder die Ufazie mit gelben Bluthen und +fusem Geruche **) und den Sylomor ***). Die Blat +ter dieses leztern Baumes haben ein sehr angenehmes +Grun: Teine Aeste reichen weit umger, und bedecken eine +grose Strecke: mit ihrem Schatten. Sein Holz ist sehr +hart und fast unverwustbar. +Die Alten brauchten es gemeiniglichy zu Mumienfasten. +Seine Fruchte hangen nicht wie en Baumen langs +den Aesten und Zweigen und an den Spisen derselben hin: +pern +fondern figen unmittelbar am Stamme und an den difften +Heften feft Es find eine Urt von Feigen, die ziemlich +*) Cactus opuntia. Lin. +*) Die Caffia der"" Gartner, Mimosa Farneliana, Note. Dieser +Seifravan darf nicht mit dem Sesben( aeschynomene +* 1 Teshani) permecfelt werden, der ein Gestrauch mit gelben +Bluthen von der Grose der Myrthe is und dert die Aegypter +zu Sjeden branden. +** in +***) Ficus fycomorus L.- Ficus fycomorus vera, Forskal.","212 + +fich das Waffer gurút gezogen hat, einfammelt. Diejenia +gen, die ſtehen bleiben, find hinlänglich, wieder neue hers +zubringen. Man läßt fie trocken werden und bewahrt +fie auf: man ißt fie gekocht, wie wir die Erdäpfel effen, +welchen ſie auch beinahe im Geſchmacke dhnlich finð: fie +baben aber weniger Dichtigkeit und find ſchwammigter; +man kann ſie daher kaum hinterfchlucken, und man würde +fchwerlich mehr als einen Kaollen effen können, wenn man +nicht dazu trinke. Man verkauft ſie auf den Straßen +von Rarchid, wo die gemeinen Leute eine große +Menge davon effett, ganz gekocht um einen ſehr geringen +Preis. + +1 + +Unter den ntzlichen Pflanzen bemerkte ich auch eine +Art Cactus( Raquette)*) deren Frucht von den Ein- +wohnern auch gegeſſen wird, und unter den Bäumen den +Seiffaban oder die Ufazie mit gelben Blüthen und +füßem Geruche **) und den Sylomor ***). Die Blåt +ter dieſes leztern Baumes haben ein ſehr angenehmes +Grün: Teine Aeſte reichen weit umger, und bedecken eine +große Strecke: mit ihrem Schatten. Sein Holz iſt ſehr +hart und faſt unverwüſtbar. + +Die Alten brauchten es gemeiniglichý zu Mumienfaſten. +Seine Früchte hången nicht wie en Bäumen långs + +an +den Aeſten und Zweigen und an den Spißen derſelben hin: + +pern +fondern figen unmittelbar am Stamme und an den difften +Heften feft Es find eine Urt von Feigen, die ziemlich + +ma + +*) Cactus opuntia. Lin. +*) Die Caffia der"" Gärtner, Mimoſa Farneliana, Note. Dieſer + +Seifravan darf nicht mit dem Sesben( aeſchynomene +* 1 Teshani) permecfelt werden, der ein Geſträuch mit gelben + +Blüthen von der Größe der Myrthe iſ und dert die Aegypter +zu Sjeden branden. + +** in +***) Ficus fycomorus L.- Ficus fycomorus vera, Forſkal. + +.. + + +","fich das Waffer gurut gezogen hat, einfammelt. Diejenigen, +die stehen bleiben, finden hinlänglich, wieder neue herzubringen. +Man lässt sie trocken werden und bewahrt sie auf: man ist sie +gekocht, wie wir die Erdäpfel essen, welchen sie auch beinahe im +Geschmacke ähnlich finden; sie haben aber weniger Dichtigkeit +und sind schwammigter; man kann sie daher kaum hinterschlucken, +und man würde schwerlich mehr als einen Kollen essen können, +wenn man nicht dazu trinke. Man verkauft sie auf den Straßen von Rarchid, +wo die gemeinen Leute eine große Menge davon essen, ganz +gekocht um einen sehr geringen Preis. + +Unter den nützlichen Pflanzen bemerkte ich auch eine Art Cactus +(Raquette)*) deren Frucht von den Einwohnern auch gegessen wird, +und unter den Bäumen den Seifenbaum oder die Ufazie mit gelben Blüthen und +füßem Geruche **) und den Sylomor ***). Die Blätter dieses letztern Baumes haben ein sehr angenehmes Grün. Seine Aeste reichen weit umher, und bedecken eine große Strecke mit ihrem Schatten. Sein Holz ist sehr hart und fast unverwüstbar. + +Die Alten brauchten es gemeiniglich zu Mumienfässen. +Seine Früchte hängen nicht wie an Bäumen langs den Ästen +und Zweigen und an den Spitzen derselben hin; sondern sie sitzen +unmittelbar am Stamme und an den dichten Heften fest. Es sind eine Art von Feigen, die ziemlich + +*) Cactus opuntia. Lin. +*) Die Cassia der Gartner, Mimosa Farnesiana, Note. +Dieser Seifenbaum darf nicht mit dem Sesben (Acacia thetensis) +vermengt werden, der ein Gestrauch mit gelben Blüthen von der Größe +der Myrthe ist und den die Ägypter zu Szeptern brannten. + +**) Ficus sycomorus L.- Ficus sycomorus vera, Forskal." +Z166069305,241,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000241/full/full/0/native.jpg,"Den gemeinen Feigen& hnlich, aber unfchmathafter find. +Die Eingebornen effen fie gern: man halt sie fur fuhlend +und durftstidend. +Ein seltener kleiner Baum, der man nur in einigert +Garten von Rarchid als etwas Seltenes pflanzt, ist der +Schisme. Er tragt Bluthen wie Hulsenfruchte; fle +reben sehr dunkelgelb aus; seine Blatter find langlich und +vorn spitzig. Auf die Bluthen folgen lange fichelffrmige +Schoten, die platte herzformige Krner enthalten, die +in der Mitte grau und mit einem breiten Rand umgeben, +hervorspringend und von einer braunen Farbe find. Die +Aegypter sehen diese Sedrner als ein unfehlbares Mittel +gege! die in ihrem Vaterlande so gewohnlich Augentrants +beiten an. Man zerstost sie zu einem gelben Staube, +den man entweder allein oder mit klar gestosenem Zucker +in die Augen blast. Db nun gleich der Schisme sehr +gut an frischen und schattigten Orten auf den Feldern von +Kardio fortkommt, ro werden doch die Korner, die er +dort tragt; nicht geschast: quan giebt denjenigen den Vora +zug, die aus Nubien kommen, wo dieser kleine Baum +wahrscheinlich einheimisch ist. +July +Ich rab noch mehrere Felder mit der Art von grosen +Hirse bebekt, die man in Negypten Durra nennt*). +man bauet ihn in groser Menge und die Erndten fallen +reichlich aus. Man fchaft ihren Ertrag auf beinahe funf- +sig fur Eins. Die Aegypter backen aus den Durras +*) Holcus durra L.( Savary Pagt d. D. oder der indianische +Hirse ist eine hohe Pflanze mit Schilflattern. Sie tragt eine +Hulfe, die viel Korner enthalt, aus welchen die Bauersleute +Brod machen. Und der Prof. Schneider sagt in f. Anmer, +tung zu dieser Stelle: Durra heist in Kairo nicht allein +der Holcus, sondern auch das turkische Korn( Zea Mais), weit +vermuthlich beide von den Arabern aus Judien gebracht wor: +den sind, +Der lieberseker).","215 + +Den gemeinen Feigen& hnlich, aber unfchmathafter find. +Die Eingebornen effen fie gern: man hålt ſie für fühlend +und durftſtidend. + +1 + +4 + +! + +Ein ſeltener kleiner Baum, der man nur in einigert +Garten von Rarchid als etwas Seltenes pflanzt, iſt der +Schisme. Er trågt Blüthen wie Hülſenfrüchte; fle +reben ſehr dunkelgelb aus; ſeine Blätter find långlich und +vorn ſpitzig. Auf die Blüthen folgen lange fichelffrmige +Schoten, die platte herzförmige Kørner enthalten, die +in der Mitte grau und mit einem breiten Rand umgeben, +hervorſpringend und von einer braunen Farbe find. Die +Aegypter ſehen dieſe Sedrner als ein unfehlbares Mittel +gege! die in ihrem Vaterlande ſo gewöhnlich Augentrants +beiten an. Man zerſtößt ſie zu einem gelben Staube, +den man entweder allein oder mit klar geſtoßenem Zucker +in die Augen blåſt. Db nun gleich der Schisme ſehr +gut an friſchen und ſchattigten Orten auf den Feldern von +Kardio fortkommt, ro werden doch die Körner, die er +dort trågt; nicht geſchåst: quan giebt denjenigen den Vora +zug, die aus Nubien kommen, wo dieſer kleine Baum +wahrſcheinlich einheimiſch iſt. + +1 + +12! +July + +3 + +Ich rab noch mehrere Felder mit der Art von großen +Hirſe bebekt, die man in Negypten Durra nennt*). +man bauet ihn in großer Menge und die Erndten fallen +reichlich aus. Man fchäft ihren Ertrag auf beinahe funf- +sig für Eins. Die Aegypter backen aus den Durras + +*) Holcus durra L.( Savary Pagt d. D. oder der indianiſche + +Hirſe iſt eine hohe Pflanze mit Schilføláttern. Sie trågt eine +Hülfe, die viel Körner enthalt, aus welchen die Bauersleute +Brod machen. Und der Prof. Schneider ſagt in f. Anmer, +tung zu dieſer Stelle: Durra heißt in Kairo nicht allein +der Holcus, ſondern auch das türkiſche Korn( Zea Mais), weit +vermuthlich beide von den Arabern aus Judien gebracht wor: +den ſind, + +Der lieberſeker). + +高 + + +","Den gemeinen Feigenähnlich, aber unfchmathafter find. Die Eingeborenen essen sie gern: man halt sie für fühlend und durststillend. + +Ein seltener kleiner Baum, der man nur in einigert Gärten von Rarchid als etwas Seltenes pflanzt, ist der Schisme. Er tragt Blüthen wie Hülsenfrüchte; diese reben sehr dunkelgelb aus; seine Blätter sind langlich und vorn spitzig. Auf die Blüthen folgen lange schiefelförmige Schoten, die platte herzformige Kerne enthalten, die in der Mitte grau und mit einem breiten Rand umgeben, hervorspringend und von einer braunen Farbe sind. + +Die Aegypter sehen diese Samen als ein unfehlbares Mittel gegen die in ihrem Vaterlande so gewöhnlichen Augentränen an. Man zermalmt sie zu einem gelben Staube, den man entweder allein oder mit klar gestoßenem Zucker in die Augen bläst. + +Db nun gleich der Schisme sehr gut an frischen und schattigten Orten auf den Feldern von Kardio fortkommt, so werden doch die Kerne, die er dort trägt, nicht geschätzt: quam gibt denen den Voraus, die aus Nubien kommen, wo dieser kleine Baum wahrscheinlich einheimisch ist. + +Ich sah noch mehrere Felder mit der Art von großen Hirsen bebekt, die man in Ägypten Durra nennt. Man baut ihn in großer Menge und die Erndten fallen reichlich aus. Man schätzt ihren Ertrag auf beinahe fünfzig für Eins. + +Die Aegypter backen aus den Durras Brot; Holcus durra L. (Savary) oder der indische Hirse ist eine hohe Pflanze mit Schilfblättern. Sie tragt eine Hülfe, die viel Kerne enthält, aus welchen die Bauersleute Brot machen. + +Und der Prof. Schneider sagt in seiner Anmerkung zu dieser Stelle: Durra heißt in Kairo nicht allein der Holcus, sondern auch das türkische Korn (Zea Mais), weit vermuthlich beide von den Arabern aus Judäa gebracht worden sind." +Z166069305,242,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000242/full/full/0/native.jpg,"kornern Brodt oder vielmehr giemlich schlechte kleine +Ruchen. Sie schreiben ihnen auch grose Seilkrafte 3. B. +bei Bruchen zu, wenn man fie zu Staube macht und +diesen darauf legt. +Die indianische. Nelke*) glangte mitten unter andern +Pflanzen in, einigen Garten mit ihren schonen gelben +Blumen. +Wir waren gerade in der Jahreszeit, wo mehrere Arten +von Enten von allen Orten in Niederagypten an. +tommen. Die kleinen Arten, wie z. B. die striechenten, +treffen zu Anfange des Octobers daselbst ein; die grostep +aber langen erst spater an. Sie versammeln sich alle auf +den Seen des Delta's, die nicht weit von Damiat +und Rarch id liegen, und bilden dafelbft unzahlbare +Srups, die erst nach dem Winter wieder verschwinden. +Man fangt sie im Garne, und diese sehr eintragliche Jagd +war der fiskalischen Lyrannei der Mamelucken oder ihrer +Vorgefegten nicht entgangen: fte war verpachtet, und +gehorte folglich ausschliesend den Pachtern. Man brachte +eine grose Menge dieser Vogel nach Rarchid zu Markte, +wo sie sehr gut verkauft wurden. Da die Mabomme. +daner von keinem Thiere effen, dem man nicht Blut +abgezapft hat, so richnitt man den Enten entweder den +Sals ab, oder man lies sie leben, wenn man ihnen die Flugel +gerbrochen hatte, die man ihnen auf den Rucken band. +Es hielt daher sehr fchwer, Fich, einen von diefen Vogeln +zu verschaffen, der nicht verstummelt oder beffen Gefieber +nicht beschadigt gewesen ware. +Zu der namlichen Jahreszeit treffen auch die Droffeln +in denselben Gegenden ein, und verlaffen fie nur erst im +Monat Mai wieder. Wahrend die Enten aber die Menge +7 Tagetes erecta. Lin.","2144 + +körnern Brodt oder vielmehr giemlich ſchlechte kleine +Ruchen. Sie ſchreiben ihnen auch große Seilkräfte 3. B. +bei Brüchen zu, wenn man fie zu Staube macht und +dieſen darauf legt. + +Die indianiſche. Nelke*) glångte mitten unter andern +Pflanzen in, einigen Gärten mit ihren ſchonen gelben +Blumen. + +Wir waren gerade in der Jahreszeit, wo mehrere Arten +von Enten von allen Orten in Niederågypten an. +tommen. Die kleinen Arten, wie z. B. die striechenten, +treffen zu Anfange des Octobers daſelbſt ein; die größtep +aber langen erſt ſpåter an. Sie verſammeln ſich alle auf +den Seen des Delta's, die nicht weit von Damiat +und Rarch id liegen, und bilden dafelbft unzählbare +Srups, die erſt nach dem Winter wieder verſchwinden. +Man fångt ſie im Garne, und dieſe ſehr einträgliche Jagd +war der fiskaliſchen Lyrannei der Mamelucken oder ihrer +Vorgefegten nicht entgangen: fte war verpachtet, und +gehörte folglich ausſchließend den Pachtern. Man brachte +eine große Menge dieſer Vogel nach Rarchid zu Markte, +wo ſie ſehr gut verkauft wurden. Da die Mabomme. +daner von keinem Thiere effen, dem man nicht Blut +abgezapft hat, ſo richnitt man den Enten entweder den +Sals ab, oder man ließ ſie leben, wenn man ihnen die Flügel +gerbrochen hatte, die man ihnen auf den Rücken band. +Es hielt daher ſehr fchwer, Fich, einen von diefen Vogeln +zu verſchaffen, der nicht verſtümmelt oder beffen Gefieber +nicht beſchädigt geweſen wäre. + +"" + +Zu der nämlichen Jahreszeit treffen auch die Droffeln +in denſelben Gegenden ein, und verlaffen fie nur erſt im +Monat Mai wieder. Während die Enten aber die Menge + +7 Tagetes erecta. Lin. + + +","Kornern Brodt oder vielmehr gemlich schlechte kleine Ruchen. Sie schreiben ihnen auch große Seilkrafte 3 B. bei Bruchen zu, wenn man sie zu Staube macht und diese darauf legt. + +Die indische Nelke glänzte mitten unter andern Pflanzen in einem Garten mit ihren schönen gelben Blumen. + +Wir waren gerade in der Jahreszeit, wo mehrere Arten von Enten von allen Orten in Niederägypten ankommen. Die kleinen Arten, wie z.B. die streichenten, treffen zu Anfange des Oktobers daselbst ein; die größten aber langen erst später an. Sie versammeln sich alle auf den Seen des Delta's, die nicht weit von Damiat und Rosette liegen, und bilden dafelbft unzählbare Schwärme, die erst nach dem Winter wieder verschwinden. + +Man fangt sie im Garn, und diese sehr einträgliche Jagd war der fiskalischen Lyrannei der Mamelucken oder ihrer Vorgefegten nicht entgangen: Sie war verpachtet, und gehörte folglich ausschließlich den Pächtern. Man brachte eine große Menge dieser Vögel nach Rosette zu Markte, wo sie sehr gut verkauft wurden. Da die Mohammedaner von keinem Thiere essen, dem man nicht Blut abgezapft hat, so richtete man den Enten entweder den Hals ab, oder man lies sie leben, wenn man ihnen die Flügel gebrochen hatte, die man ihnen auf den Rücken band. + +Es hielt daher sehr schwer, sich einen von diesen Vögeln zu verschaffen, der nicht verstümmelt oder durch Fieber nicht beschädigt gewesen wäre. + +Zu derselben Jahreszeit treffen auch die Drosseln in denselben Gegenden ein, und verlassen sie nur erst im Monat Mai wieder. Während die Enten aber die Menge... + +Tagetes erecta. Lin." +Z166069305,243,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000243/full/full/0/native.jpg,"don -einsam liegenden Seen beleben, bleiben die Droffeln +in der Nahe der bewohnten Derter. Sie verweilen gern +in denselben Garten, wo die Durteltauben leben, und +suchen wie diere den dichten und balsamischen Schatten der +Pomeranzen und Eitronenbaume auf. +Ein landmann rief mich zu einem bebekten brt :, und +sagte mir, er habe ro eben eine Waldschnepfe bafelbst +hineinlaufen reben. Ich fand sie wirklich darin. Die +Wanderung dieser Vogel nach Aegypten hat getoohns +lich nur im November statt, und ist nicht zahlreich. Es +ist sehr wunderbar, wenn man die Waldschnepfe, die ein +in falten Landern einheimischer Vogel zu renn scheint, +einen milden Winter in Gegenden aufsuchen fieht, die so +weit gegen Mittag liegen.","215 + +don -einſam liegenden Seen beleben, bleiben die Droffeln +in der Nähe der bewohnten Derter. Sie verweilen gern +in denſelben Garten, wo die Durteltauben leben, und +ſuchen wie diere den dichten und balſamiſchen Schatten der +Pomeranzen und Eitronenbäume auf. + +7 + +1 + +1 + +Ein landmann rief mich zu einem bebekten brt :, und +ſagte mir, er habe ro eben eine Waldſchnepfe bafelbſt +hineinlaufen reben. Ich fand ſie wirklich darin. Die +Wanderung dieſer Vogel nach Aegypten hat getoohns +lich nur im November ſtatt, und iſt nicht zahlreich. Es +iſt ſehr wunderbar, wenn man die Waldſchnepfe, die ein +in falten Ländern einheimiſcher Vogel zu renn ſcheint, +einen milden Winter in Gegenden aufſuchen fieht, die ſo +weit gegen Mittag liegen. + +1 + +. + +16 + +H + +1 + +. +# + + +","don-einsam liegenden Seen beleben, bleiben die Drosseln +in der Nähe der bewohnten Dörfer. Sie verweilen gern +in denselben Gärten, wo die Durteltauben leben, und suchen wie diese den dichten und balsamischen Schatten der Pomeranzen- und Citronenbäume auf. +Ein Landmann rief mich zu einem beobachteten Brüt, +und sagte mir, er habe so eben eine Waldschnepfe selbst hineinlaufen sehen. Ich fand sie wirklich darin. Die Wanderung dieser Vögel nach Ägypten hat jedoch nur im November statt, und ist nicht zahlreich. Es ist sehr wunderbar, wenn man die Waldschnepfe, die in kalten Landern einheimischer Vogel zu sein scheint, +einen milden Winter in Gegenden aufsucht, die so weit gegen Mittag liegen." +Z166069305,244,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000244/full/full/0/native.jpg,"Neunzehntes Capitel. +Natrum- Bleichen der Leinwand und des Garnes +Andere Benukungen des Natrums Senesbaum +Vogel Beschreibung einer Art von Falken +Bachstetzen -- Wafferjungfern- Wespe -- Grille +Regen Delta kteiner weiser Reiher das +schwarze Wasserhuhn Wachteln Heerschnee +pfe gewaffnete Regenpfeifer- Bokshorn, +Zu kardid findet man Magazine sor Natrum und +Manufakturen', wo man dieses Verbraucht. Man weis, +das es ein alkalisches Erdfalz oder ein mineralisches A la +fali ist*), das' man hauptsachlich in Aegypten in +einer Wuste findet, die die Alten Salpeter w ufte( de +Auch aus Feszan, fagt I. R. Forster im 5. Bd, feines +Magazius, erhalt man ein solches mineralisches dlfali, das +man dafelbst Irona uennt. Es ist in flachen, drei bis dier +Ball diden Suchen oder Lagen von strahlichtem Baue von oben +nad, unten zu ziemlich weis, und von sehr scharfem, laugena +artigem Geschmade. Man braust es start zur Verfertigung +von Seife, die dadurch weit fester und besser wird als die von +Potafdhe gemachte. Auch zum Farben hat man es in England +versucht. Uuch in Rusland und zwar in der Gegend von +Dicopt hat man in den Felfenvertiefungen, wohin im Winter +bei Sturmen die See mit Fischen und andern Seethieren +gefchleudert wird, ein folches mineralisches uitali gefunden, +povott das Waffer und die Seefals faure, wenn im Sommer ole","216 + +1 + +M + +Neunzehntes Capitel. +Natrum- Bleichen der Leinwand und des Garnes +Andere Benukungen des Natrums Senesbaum +Vogel Beſchreibung einer Art von Falken +Bachſtetzen -- Wafferjungfern- Weſpe -- Grille +- + +Вере- +Regen Delta kteiner weißer Reiher das +ſchwarze Waſſerhuhn Wachteln Heerſchnee + +pfe gewaffnete Regenpfeifer- Bokshorn, + +CE + +LA + +# + +Zu kardid findet man Magazine sor Natrum und +Manufakturen', wo man dieſes Verbraucht. Man weiß, +daß es ein alkaliſches Erdfalz oder ein mineraliſches A la +fali iſt*), das' man hauptſächlich in Aegypten in +einer Wüſte findet, die die Alten Salpeter w úfte( de + +Auch aus Feszan, fagt I. R. Forſter im 5. Bd, feines +Magazius, erhält man ein ſolches mineraliſches dlfali, das +man dafelbſt Irona uennt. Es iſt in flachen, drei bis dier +Ball diden Suchen oder Lagen von ſtrahlichtem Baue von oben +nad, unten zu ziemlich weiß, und von ſehr ſcharfem, laugena +artigem Geſchmade. Man braust es ſtart zur Verfertigung +von Seife, die dadurch weit feſter und beſſer wird als die von +Potafdhe gemachte. Auch zum Färben hat man es in England +verſucht. Uuch in Rusland und zwar in der Gegend von +Dicopt hat man in den Felfenvertiefungen, wohin im Winter +bei Stúrmen die See mit Fiſchen und andern Seethieren +gefchleudert wird, ein folches mineraliſches uitali gefunden, +povott das Waffer und die Seefals fåure, wenn im Sommer ole + + +","Neunzehntes Capitel. +Natrum- Bleichen der Leinwand und des Garnes +Andere Benutzungen des Natrums. Senesbaum Vogel Beschreibung einer Art von Falken +Bachstelzen -- Wäferjungfern- Wespe -- Grille +Regen-Delta. Keiner weiser Reiher, das schwarze Wasserhuhn. Wachteln Heerschnee pfeil-gewaffnete Regenpfeifer- Bockshorn, +Zu Cardid findet man Magazine von Natrum und Manufakturen', wo man dieses Verbraucht. Man weiß, +daß es ein alkalisches Erdfalz oder ein mineralisches Alkali ist*, das' man hauptsächlich in Ägypten in einer Wüste findet, die die Alten Salpeter wüst nennten (deutsch: Salzwüste). +Auch aus Feszan sagt I. R. Forster im 5. Bd. seines Magazins, erhält man ein solches mineralisches Alkali, das man dafelbst Irona nennt. Es ist in flachen, drei bis vier Ball-dicken Schichten oder Lagen von strahlendem Bau von oben nach unten zu ziemlich weiß und von sehr scharfem, laugenartigem Geschmack. Man braucht es stark zur Verfertigung von Seife, die dadurch weit fester und besser wird als die von Potasche gemachte. Auch zum Farben hat man es in England versucht. Uuch in Rußland und zwar in der Gegend von Dicopt hat man in den Felsvertiefungen, wohin im Winter bei Stürmen die See mit Fischen und andern Seethieren geschleudert wird, ein folches mineralisches Alkali gefunden, +worüber das Wäfer und die Seevögel fauren, wenn im Sommer ölt." +Z166069305,245,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000245/full/full/0/native.jpg,"fert de Nitrie) nannten: denn da ihnen unser Salpeter +ganzlich unbekannt war, fo hatten fie den Namen Salpeter +der Substanz gegeben, die die U r aber Natrum nen: +nen. Mehrere Neuere haben das Salpeter und das +Natrum, die doch ganz verschiedenen Materien find, mit +einander verwechselt, weil sie die Stellen des Sheos +phrafts, Dioscorides, Galenus und Plinius +nicht genau untersucht haben. +Selten findet man tas Natrum rein. Auser dert +Erdtheilen, womit es beinahe immer vermischt ist, giebt +es fein ganz freies Alfali: es ift gemeiniglich mit Seesalz, +Glaubersalz, und endlich mit etwas weniger Vitriolweine +ftein verbunden. In den Magazinen unterscheidet man zwei +Arten: die gemeine und die Sultanie, das ist, die Vor- +zuglichste. Diere leztere Art von Natrum ist weiser, beffer +cristalifirt, und reiner als die gemeine: es wirft folglich +ftarfer, und man nimmt es beim Verbrauche in geringerer +Menge. +Sonne fehr heis darauf gefchienet, wahrscheinlich durch die +derfaulten Seethiere verfluchtigt worden war. Dab Ras +trum in der Wufte des heiligen Macarius kann nur im +Sommer mit Saameelen von dorther nad Perran a an der +Nil gehohlt werden, da im Winter das haufig hinzufommenbe +Shegenwasser die Verbunstung verhindert. Man wirft absichts +hid todte Thiere, Leder und allerlei animalischen Abgang in +die Seen, weil bergleiden burde seine Faulnis die Verfluchti: +gung der Seesalzsaure befordert, Jn Persien; Oftwarts von +Karoh a r, nordwarts von Jesd und westwarts von Cobas +Rilati find ebenfalls folde Scake von Kochsalf. Wahrend +des Winters wird daselbst das Stochfalz in Thalern aufgeront +und im Sommer durch den hinzugekommenen Schwefel det +brennenden Berges Al Burs( Elburg), desgleichen durch +hineingeworfene animalische Theile, die Kochsalzfaure phlogi: +fifirt durch die Sonnenwarme im Sommer verfluchtigt und +mit dem Waffer zugleid verdunstet, fo dae affein das Mine: +Talaltali zunitbleibt. +Der Heberfect,","217 + +fert de Nitrie) nannten: denn da ihnen unſer Salpeter +gänzlich unbekannt war, fo hatten fie den Namen Salpeter +der Subſtanz gegeben, die die U r aber Natrum nen: +nen. Mehrere Neuere haben das Salpeter und das +Natrum, die doch ganz verſchiedenen Materien find, mit +einander verwechſelt, weil ſie die Stellen des Sheos +phrafts, Dioscorides, Galenus und Plinius +nicht genau unterſucht haben. + +1 + +Selten findet man tas Natrum rein. Außer dert +Erdtheilen, womit es beinahe immer vermiſcht iſt, giebt +es fein ganz freies Alfali: es ift gemeiniglich mit Seeſalz, +Glauberſalz, und endlich mit etwas weniger Vitriolweine +ftein verbunden. In den Magazinen unterſcheidet man zwei +Arten: die gemeine und die Sultanie, das iſt, die Vor- +züglichſte. Diere leztere Art von Natrum iſt weißer, beffer +criſtalifirt, und reiner als die gemeine: es wirft folglich +ftarfer, und man nimmt es beim Verbrauche in geringerer +Menge. + +1 + +29 + +BA + +1 + +1 + +Sonne fehr heiß darauf gefchienet, wahrſcheinlich durch die +derfaulten Seethiere verfluchtigt worden war. Dab Ras +trum in der Wüfte des heiligen Macarius kann nur im +Sommer mit Şaameelen von dorther nad Perran a an der +Nil gehohlt werden, da im Winter das häufig hinzufommenbe +Shegenwaſſer die Verbünſtung verhindert. Man wirft abſichts +hid todte Thiere, Leder und allerlei animaliſchen Abgang in +die Seen, weil bergleiden burde ſeine Fäulnis die Verflüchti: +gung der Seeſalzſäure befördert, Jn Perſien; Oftwarts von +Karoh a r, nordwärts von Jesd und weſtwarts von Cobas +Rilati find ebenfalls folde Scake von Kochſalf. Während +des Winters wird daſelbſt das Stochfalz in Thalern aufgeront +und im Sommer durch den hinzugekommenen Schwefel det +brennenden Berges Al Burs( Elburg), desgleichen durch +hineingeworfene animaliſche Theile, die Kochſalzfáure phlogi: +fifirt durch die Sonnenwärme im Sommer verfluchtigt und +mit dem Waffer zugleid verdunſtet, fo dae affein das Mine: +Talaltali zunitbleibt. + +Der Heberfect, + +19 + +1 + +1 + +EP + + +","Fert de Nitrie) nannten: denn da ihnen unser Salpeter ganzlich unbekannt war, so hatten sie den Namen Salpeter der Substanz gegeben, die die Uräler aber Natrum nennen. Mehrere Neuere haben das Salpeter und das Natrum, die doch ganz verschiedenen Materien sind, mit einander verwechselt, weil sie die Stellen des Dioskorides, Galenus und Plinius nicht genau untersucht haben. + +Selten findet man das Natrum rein. Außer der Erdtheile, womit es beinahe immer vermischt ist, giebt es fein ganz freies Alfali: es ist gemeiniglich mit Seesalz, Glaubersalz, und endlich mit etwas weniger Vitriolwein fest verbunden. In den Magazinen unterscheidet man zwei Arten: die gemeine und die Sultanie, das ist, die Vorzuglichste. Diese letztere Art von Natrum ist weißer, besser kristallisiert, und reiner als die gemeine: es wirft folglich stärfer, und man nimmt es beim Verbrauche in geringerer Menge. + +Sonne fehr heiß darauf geachtet, wahrscheinlich durch die verfaulten Seethiere verfluchtigt worden war. Das Natrum in der Wüste des heiligen Macarius kann nur im Sommer mit Saameulen von dort her nach Perran an der Nil geholt werden, da im Winter das häufig hinzufallende Schneegewasser die Verbunstung verhindert. Man wirft absichtlich tote Thiere, Leder und allerlei animalischen Abgang in die Seen, weil bergleiden burde seine Faulnis die Verfluchtigung der Seesalzsaure befordert. In Persien; Oftwarts von Karoh a r, nordwarts von Jesd und westwarts von Cobas Rilati finden ebenfalls solche Schake von Kochsalz. Während des Winters wird daselbst das Stocksalz in Thälern aufgerannt und im Sommer durch den hinzugekommenen Schwefel des brennenden Berges Al Burs (Elburg), desgleichen durch hineingeworfene animalische Theile, die Kochsalzfaure phlogistisch durch die Sonnenwärme im Sommer verfluchtigt und mit dem Wasser zugleich verdunstet, so dass ein das Mineral Tälaltali zunitbleibt. + +Der Heberfect" +Z166069305,246,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000246/full/full/0/native.jpg,"Dieres mineralische Altali befizt eben die Eigenschafa +ten als das vegetabilische Altali oder die Soda*), aber +in einem noch hohern Grade. Man braucht es vorzuglich +zum Bleichen von Leinwand und Garn. Ich will hier +die Methode beschreiben, die ich zu Raichid befolgen ges +fehen habe. Man thut die Garngebinde in einen grosen +Kerfel, legt eine Schicht Natrum daruber und giest her: +nach viel faltes Waffer darauf, um das Garn und das +Natrum feucht zu machen. Man last auf diese Weise +Alles zusammen drei Tage lang stehen: hierauf nimmt +man das Garn heraus und hangt es an Staben auf, die +man aber dem Steffel angebracht hat. Wenn es abgetropft +hat, gundet man Feuer unter dem Kessel an, und last, +nachdem man noch Stalk hinzu gethan hat, das Wasser +kochen, worin man das Garn mit dem Natrunt gelegen +hat. Man taucht das Garn wieder ein, und wascht es +mehreremal, indem man es in diefer heisen Lauge bin +und her bewegt, ohne aber dasselbe darin ftill zu halten. +Man schaft es alsdann gleich an den Nil, wo man es +warcht und blauet. Hernach breitet man es aus, um es +trocken werden zu lassen. +Wenn die Gebinde recht trocken find, wascht man es +noch einmal in der Molfen, die vom Kare abfliest, und +*) Diese erhalt man auf der Asche rolcher Pflanzen, welche ant +Ufer des Neeres oder in der Nahe von Salzquellen wadren. +Sie ist beinahe immer mit Koblensaure gefattigt, und zieht +nicht wie die Potasche die Feuchtigkeiten aus der Luft an. Sie +wird pielmehr an der Luft troen und ihre Kristalle verwandelt +fid in ein peises Pulver. Sie hat einen beisenden Geschmal, +farbt die blauen Pfangensafte grun, wird in einem beftigen +Fauer in Gas verwandelt und zieht alsdann die Kohlerfaure +und das Waffer aus der Luft an. Sie toit fid im Wafer mit +erhohter Temperatur und mit einem unangenehmen Gerude +auf. Ste macht mit den Dehlen Seife und verbindet fid leidt +mit dem Schwefel u. s. w. +Der ueberfeber.","218 + +6 + +Dieres mineraliſche Altali befizt eben die Eigenſchafa +ten als das vegetabiliſche Altali oder die Soda*), aber +in einem noch höhern Grade. Man braucht es vorzüglich +zum Bleichen von Leinwand und Garn. Ich will hier +die Methode beſchreiben, die ich zu Raichid befolgen ges +fehen habe. Man thut die Garngebinde in einen großen +Kerfel, legt eine Schicht Natrum darüber und gießt her: +nach viel faltes Waffer darauf, um das Garn und das +Natrum feucht zu machen. Man läßt auf dieſe Weiſe +Alles zuſammen drei Tage lang ſtehen: hierauf nimmt +man das Garn heraus und hångt es an Ståben auf, die +man åber dem Steffel angebracht hat. Wenn es abgetropft +hat, gündet man Feuer unter dem Keſſel an, und läßt, +nachdem man noch Stalk hinzu gethan hat, das Waſſer +kochen, worin man das Garn mit dem Natrunt gelegen +hat. Man taucht das Garn wieder ein, und waſcht es +mehreremal, indem man es in diefer heißen Lauge bin +und her bewegt, ohne aber daſſelbe darin ftill zu halten. +Man ſchaft es alsdann gleich an den Nil, wo man es +wårcht und blauet. Hernach breitet man es aus, um es +trocken werden zu laſſen. + +Wenn die Gebinde recht trocken find, waſcht man es +noch einmal in der Molfen, die vom Kåre abfließt, und + +毒 + +*) Dieſe erhält man auf der Aſche rolcher Pflanzen, welche ant + +Ufer des Neeres oder in der Nähe von Salzquellen wadren. +Sie iſt beinahe immer mit Koblenſäure gefåttigt, und zieht +nicht wie die Potaſche die Feuchtigkeiten aus der Luft an. Sie +wird pielmehr an der Luft trođen und ihre Kriſtalle verwandelt +fid in ein peißes Pulver. Sie hat einen beißenden Geſchmal, +färbt die blauen Pfangenſafte grún, wird in einem beftigen +Fauer in Gas verwandelt und zieht alsdann die Kohlerfäure +und das Waffer aus der Luft an. Sie toit fid im Wafer mit +erhöhter Temperatur und mit einem unangenehmen Gerude +auf. Ste macht mit den Dehlen Seife und verbindet fid leidt +mit dem Schwefel u. ſ. w. + +Der ueberfeber. + +$ + +音 + + +","Dieres mineralische Alkali befizt eben die Eigenschaften als das vegetabilische Alkali oder die Soda*), aber in einem noch höheren Grade. Man braucht es vorzüglich zum Bleichen von Leinwand und Garn. Ich will hier die Methode beschreiben, die ich zu Reichstadt befolgen gesehen habe. Man thut die Garneinbinden in einen großen Kessel, legt eine Schicht Natron daruber und giesset hernach viel flüsses Wasser darauf, um das Garn und das Natron feucht zu machen. Man lässt auf diese Weise Alles zusammen drei Tage lang stehen; hierauf nimmt man das Garn heraus und hängt es an Stäben auf, die man aber dem Steffel angebracht hat. Wenn es abgetropft hat, gündet man Feuer unter dem Kessel an, und lässt, nachdem man noch Salz hinzugefügt hat, das Wasser kochen, worin man das Garn mit dem Natron gelegt hat. + +Man taucht das Garn wieder ein, und wäscht es mehrere Male, indem man es in die siedende Lauge hin und her bewegt, ohne aber dasselbe darin still zu halten. Man schafft es alsdann gleich an den Nil, wo man es wärmt und bläut. Hernach breitet man es aus, um es trocken werden zu lassen. + +Wenn die Garneinbinden recht trocken sind, wäscht man sie noch einmal in der Molke, die vom Käse abfliest, und + +*) Diese erhält man auf der Asche rother Pflanzen, welche an den Ufern des Meeres oder in der Nähe von Salzquellen wachsen. Sie ist beinahe immer mit Kohlensäure gefüllt, und zieht nicht wie die Potasche die Feuchtigkeiten aus der Luft an. Sie wird vielmehr an der Luft trocken und ihre Kristalle verwandeln sich in ein feines Pulver. Sie hat einen beißenden Geschmack, färbt die blauen Pflanzensäfte grün, wird in einem beständigen Feuer in Gas verwandelt und zieht alsdann die Kohlensäure und das Wasser aus der Luft an. Sie thaut sich im Wasser mit erhöhter Temperatur und mit einem unangenehmen Geruch auf. Sie macht mit den Talgen Seife und verbindet sich leicht mit dem Schwefel u.s.w. + +Der überflüssige" +Z166069305,247,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000247/full/full/0/native.jpg,"die im Arabischen Merch heist. Es ist eine Art von +Uppretur, die dem Zeuge mehr Gute verfchaft, nnd wenn +die Aegypter ein Stuk Zeug befuhlen, das nicht sehr +Efteif ift, ro fagen fte, es hat keinen merch. +Um zweihundert Pfund Garn zu bleichen, mus man +gemeiniglich hundert Pfund Natrum, und rechzig bis achtzig +Pfund Salt haben. Wenn man aber die Sultanie, das +beist, das Natrum, das am reinsten, und das wirksamer +als das gemeine ist, dazu nimmt, ro braucht man nicht so +viel: liese man aber diese Vorsicht auser Acht, so wurde +man fich der Gefahr ausleben, das Garn oder die lein- +wand zu verbrennen. +Eine so geschwinde Art, das Garn und die Leinwand +ju bleichen, verdiente in Frankreich versucht zu werden. +! Sie soll ehemals in Rouen eingefuhrt gewesen, aber her. +nach aufgegeben worden seyn, weil man dabei die Leine +wand verbrannte. Man hat ohne Zweifel nicht das gehia +rige Verhaltnis beobachtet, und nicht das Verfahren der +Aegypter befolgt: denn weder ihre Earne noch ihre Reine +wand verbrennt. Man treibt mit dem Natrum einen +ziemlich grosen Handel nach der Lutei und selbst nach +den venetianischen Staaten, wo man diefes Alfali +mit Sand vermischt, zu den schonen geblafenen Spiegeln +son Murano braucht. Nach Frankreich hatte +diefer Sandel ganz aufgehort: indessen schien es, als wenn +er sich gegen das Ende des Jahres 1777 wieder empor +heben wollte. Ein franzsfischer Kaufmann, der fich zu +Rarchid niedergelaffen hatte, schitte eine ziemliche grose +Srenge Natrum an Feinen Correspondenten nach Mars +feille. Ich bin zwar nicht im Stande gewesen, zu er. +fahren, ob diefer Anfang weitere Folgen gehabt hat, aber +unsere Manufakturen und Fabriken wurden viel dabei +gewinnen, wenn das Natrum, das die Natur in Aegyp. +ten im Heberfluffe erzeugt, ein eben fo thatiger als leich +ter Qandelszweig wurde.","219 + +die im Arabiſchen Merch heißt. Es iſt eine Art von +al + +Uppretur, die dem Zeuge mehr Gûte verfchaft, nnd wenn + +die Aegypter ein Stük Zeug befühlen, das nicht ſehr +Efteif ift, ro fagen fte, es hat keinen merch. + +Um zweihundert Pfund Garn zu bleichen, muß man +gemeiniglich hundert Pfund Natrum, und rechzig bis achtzig + +Pfund Salt haben. Wenn man aber die Sultanie, das +3 + +beißt, das Natrum, das am reinſten, und das wirkſamer +als das gemeine iſt, dazu nimmt, ro braucht man nicht ſo +viel: ließe man aber dieſe Vorſicht außer Acht, ſo würde +man fich der Gefahr ausleben, das Garn oder die lein- +wand zu verbrennen. + +Eine ſo geſchwinde Art, das Garn und die Leinwand +ju bleichen, verdiente in Frankreich verſucht zu werden. +! Sie ſoll ehemals in Rouen eingeführt geweſen, aber her. + +nach aufgegeben worden ſeyn, weil man dabei die Leine +wand verbrannte. Man hat ohne Zweifel nicht das gehia +rige Verhältniß beobachtet, und nicht das Verfahren der +Aegypter befolgt: denn weder ihre Earne noch ihre Reine +wand verbrennt. Man treibt mit dem Natrum einen +ziemlich großen Handel nach der Lútei und ſelbſt nach +den venetianiſchen Staaten, wo man diefes Alfali +mit Sand vermiſcht, zu den ſchönen geblafenen Spiegeln +son Murano braucht. Nach Frankreich hatte +diefer Sandel ganz aufgehört: indeſſen ſchien es, als wenn +er ſich gegen das Ende des Jahres 1777 wieder empor +heben wollte. Ein franzsfiſcher Kaufmann, der fich zu +Rarchid niedergelaffen hatte, ſchitte eine ziemliche große +Srenge Natrum an Feinen Correſpondenten nach Mars +feille. Ich bin zwar nicht im Stande geweſen, zu er. +fahren, ob diefer Anfang weitere Folgen gehabt hat, aber +unſere Manufakturen und Fabriken würden viel dabei +gewinnen, wenn das Natrum, das die Natur in Aegyp. +ten im Heberfluffe erzeugt, ein eben fo thátiger als leich +ter Qandelszweig würde. + +be + +1 + +IM + + +","die im Arabischen Merch heisst. Es ist eine Art von Uppretur, die dem Zeuge mehr Gute verschafft, und wenn die Aegypter ein Stück Zeug befühlen, das nicht sehr fest ist, so sagen sie, es hat keinen Merch. + +Um zweihundert Pfund Garn zu bleichen, muss man gemeiniglich hundert Pfund Natrum und sechzig bis achtzig Pfund Salt haben. Wenn man aber die Sultanie, das ist das Natrum, das am reinsten und das wirksamere als das gemeine ist, dazu nimmt, so braucht man nicht so viel: liess man aber diese Vorsicht außer Acht, so würde man sich der Gefahr aussetzen, das Garn oder die Leinwand zu verbrennen. + +Eine so geschwindende Art, das Garn und die Leinwand nur zu bleichen, verdiente in Frankreich versucht zu werden. Sie soll ehemals in Rouen eingeführt gewesen sein, aber hernach aufgegeben worden seyn, weil man dabei die Leinwand verbrannte. Man hat ohne Zweifel nicht das gehörige Verhältnis beobachtet und nicht das Verfahren der Aegypter befolgt: denn weder ihre Erne noch ihre Reine Wand verbrennt. + +Man treibt mit dem Natrum einen ziemlich großen Handel nach der Levantei und selbst nach den venetianischen Staaten, wo man dieses Alkali mit Sand vermischt, zu den schönen geblasenen Spiegeln von Murano braucht. Nach Frankreich hatte dieser Handel ganz aufgehört: indessen schien es, als wenn er sich gegen das Ende des Jahres 1777 wieder empor heben wollte. Ein französischer Kaufmann, der sich zu Archid niedergelassen hatte, schickte eine ziemlich große Sendung Natrum an seine Correspondenten nach Marseille. + +Ich bin zwar nicht im Stande gewesen, zu erfahren, ob dieser Anfang weitere Folgen gehabt hat, aber unsere Manufakturen und Fabriken wurden viel dabei gewinnen, wenn das Natrum, das die Natur in Ägypten im Heberflusse erzeugt, ein ebenso thatiger als leichter Qandelszweig wurde." +Z166069305,248,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000248/full/full/0/native.jpg,"Man braucht aber das Natrum in Aegy pter +nicht allein zuin Bleichen der Leinwand und des Garnes, +fondern man bedient sich auch desselben zum Farben, zum +Pedergerben, zum Glasmachen, zum Reinigen der Leinen: +geuge, film Brodbacken, als Sauerteich, zum Einsalzen +des Fleisches, um dasselbe gegen Faulnis zu verwahren +und es weich in machen, und endlich mischt man es auch +unter den Schnupftabak, um ihm mehr Reizbarkeit zu geben. +Was nun dieren teztern Gebrauch anbetrift, ro glaube ich +nicht, das man den Aegypter darin nach Juahmen sers +fucht seyn werde; indessen ist er doch in Aegypten +nicht weniger allgemein eingefuhrt: seine Einwohner +bekummern sich nicht um unfern unpermischteu Tabaf, +weil er nicht mehr Eindruf auf ihr Drgan macht das an +das Scharfe und Reizende des Natrums gewohnt ist, als +Staub machen wurde. +Ich kann im Vorbeigehen auch den fiebenden Theil +don des Herrn Sofrath Michaelis frage beantworten: +06 man sich namlich in Aegypten des Natrums, +das man aus dem See in der Bufte des beili. +gen Macarius giebt, zum Salzen und manch +mal wie des Kuchenfaljes bediene? ob nicht +wenigstens die Armen dabon Gebrauch machen? +ob man es auch anstatt des Sauerteig.es +brauche? Das Srefalg ift in Aegypten im grosen +Ueberflufse vorhanden, und sehr wohlfeil, die Einwohner +haben daher nicht nothig, es durch Natrum, das theuerer +ist, zu erfesin In dem achten Theile derselben Frage +fragt Michaelis ferner: ob man nur in dem +See der Wufte des beiligen Macarius Na. +trum finde? Kan findet es in dem Soe von Serrana +weil man es in diesem Dorfe auf den Nil einschifft, und +dieser See wirklich in der Weste Nitrie oder des beili. +gen Macarius liegt*). Man trift aber auch in der +) Gine Heine Lagereife von Tetrana gegen Westen, sagt +grund in Erdbergreibung, if die Wuste ceter","220 + +14 + +* + +Man braucht aber das Natrum in Aegy pter +nicht allein zuin Bleichen der Leinwand und des Garnes, +fondern man bedient ſich auch deſſelben zum Fårben, zum +Pedergerben, zum Glasmachen, zum Reinigen der Leinen: +geuge, film Brodbacken, als Sauerteich, zum Einſalzen +des Fleiſches, um daſſelbe gegen Fäulniß zu verwahren +und es weich in machen, und endlich miſcht man es auch +unter den Schnupftabak, um ihm mehr Reizbarkeit zu geben. +Was nun dieren teztern Gebrauch anbetrift, ro glaube ich +nicht, daß man den Aegypter darin nach Juahmen sers +fucht ſeyn werde; indeſſen iſt er doch in Aegypten +nicht weniger allgemein eingeführt: ſeine Einwohner +bekümmern ſich nicht um unfern unpermiſchteu Tabaf, +weil er nicht mehr Eindruf auf ihr Drgan macht das an +das Scharfe und Reizende des Natrums gewohnt iſt, als +Staub machen würde. + +Ich kann im Vorbeigehen auch den fiebenden Theil +don des Herrn Sofrath Michaelis frage beantworten: +06 man ſich nämlich in Aegypten des Natrums, +das man aus dem See in der Bufte des beili. + +gen Macarius giebt, zum Salzen und manch +mal wie des Kuchenfaljes bediene? ob nicht +wenigſtens die Armen dabon Gebrauch machen? +ob man es auch anſtatt des Sauerteig.es +brauche? Das Srefalg ift in Aegypten im großen +Ueberflufſe vorhanden, und ſehr wohlfeil, die Einwohner +haben daher nicht nöthig, es durch Natrum, das theuerer +iſt, zu erfeßin In dem achten Theile derſelben Frage +fragt Michaelis ferner: ob man nur in dem +See der Wufte des beiligen Macarius Na. +trum finde? Kan findet es in dem Soe von Serrana +weil man es in dieſem Dorfe auf den Nil einſchifft, und +dieſer See wirklich in der Weſte Nitrie oder dés beili. +gen Macarius liegt*). Man trift aber auch in der + +) Gine Heine Lagereife von Tetrana gegen Weſten, ſagt +grund in Erdbergreibung, if die Wüſte ceter + +1 + + +","Man braucht aber das Natron in Aegypten nicht allein zum Bleichen der Leinwand und des Garnes, sondern man bedient sich auch desselben zum Farben, zum Pechergerben, zum Glasmachen, zum Reinigen der Lienen, als Flussbrodbacken, als Sauerteig, zum Einsalzen des Fleisches, um dasselbe gegen Faulnis zu verwahren und es weich zu machen, und endlich mischt man es auch unter den Schnupftabak, um ihm mehr Reizbarkeit zu geben. + +Was nun den täglichen Gebrauch anbetrifft, so glaube ich nicht, dass man den Aegypter darin nach Jahrhunderten verändert sehen werde; indessen ist er doch in Aegypten nicht weniger allgemein eingeführt: seine Einwohner bekümmern sich nicht um unfernmöglichte Tabak, weil er nicht mehr Eindruck auf ihr Organ macht, als das Scharfe und Reizende des Natrons gewohnt ist, als Staub machen würde. + +Ich kann im Vorbeigehen auch den feiernden Theil der Frage des Herrn Salomon Michaelis beantworten: ob man sich nämlich in Aegypten des Natrums, das man aus dem See in der Wüste des berühmten Macarius gibt, zum Salzen und manchmal wie des Kuchenbäckers bediene? ob nicht wenigstens die Armen davon Gebrauch machen? ob man es auch anstatt des Sauerteigs brauche? Das Natron ist in Aegypten im großen Überflus vorhanden, und sehr wohlfeil, die Einwohner haben daher nicht nötig, es durch Natron, das theurer ist, zu ersetzen. + +In dem achten Theile derselben Frage fragt Michaelis ferner: ob man nur in dem See der Wüste des berühmten Macarius Natron finde? Man findet es in dem See von Serrana, weil man es in diesem Dorfe auf den Nil einschifft, und dieser See wirklich in der Weste Nitrie oder des berühmten Macarius liegt*). Man trifft aber auch in der Gegend Heine Lagereife von Tetrana gegen Westen, sagt Grund in Erdbergreibung, ist die Wüste etc." +Z166069305,249,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000249/full/full/0/native.jpg,"Nahe von Damanhur"") noch einen andern unbetrachte +lichen See an; jener von Lerrana aber ist der groster +und liefert weit mehr Natrum. +Die Gewinnung des Natrums war mit ziemlich grose +sem Vortheil, rowohl fur diejenigen, die es gepachtet hatten, +als fur den offentlichen Schaz, verknupft **). Diese +Pacht hatte aber nichts Aehnliches mit jener erzwungen +nen Verpachtung des Senesbaumes, die die Regierung +fu Kairo' den fich daselbst aufhaltenden europaischen +Kaufleuten aufgedrungen hatte. Diese musten die grose +Menge von dieser Spezerei, die iuen in Oberagypten +fammelt, faufen. Es war in Hinsicht ihrer eine Art von +Gelderpressung( avanie) ***); denn die Seneserndte war +die von Siden gegen Norden, und von Westen gegen Dsten +drei Tagereisen lang und breit ift. Sie grenst gegen Norden +an den Berg Nitrie, der in alten Zeiten von vielen Einsiede +fern bewohnt war und an dessen Fuse, die Salzseen Nedebe +und Secte find. +Der Ueberseker. +*) Undere schreiben diesen Ort Daman dur. +Der Ueberseber. +**) Die Einwohner der funf zu. Dertana gehorigen Dorfer, +Tagt Bru'ng in der Erdbeschreibung, fischen jahrlio aus den +zwei Salzseen Nebebe und Secte 36,000 Sentner Natrum +fur den Grosherrn, der dieses Regale durch den Pafcha verpache +ten last. Diese Seen sind gewohnlich neun Monate im Jahre +troden, im Winter aber fammelt sich in denselben ein rothli- +ches Waffet ungefahr sechs Scuh hoc an, welches, wenn es +verdunstet und ausgetrofnet ist, eine harte, zwei Schuh Side +Struste zurutlast: diese wird mit starken eisernen Hacen loss +geschlagen und auf Cameeleu abgehohlt. +Der Ueberseper. +***) So nennt man in dem levantischen Handel die gewaltthatigen +sind bedrudenden Mittel, die die Turken, am Geld von der +Europaern zu erpressen, anwenden. Diese Avanien folgten +in degypten auf eine Idretliche Art auf einander.","221 + +1 + +Nähe von Damanhur"") noch einen andern unbetrachte +lichen See an; jener von Lerrana aber iſt der großter +und liefert weit mehr Natrum. + +i + +Die Gewinnung des Natrums war mit ziemlich große +ſem Vortheil, rowohl für diejenigen, die es gepachtet hatten, +als für den offentlichen Schaz, verknüpft **). Dieſe +Pacht hatte aber nichts Aehnliches mit jener erzwungen +nen Verpachtung des Senesbaumes, die die Regierung +fu Kairo' den fich daſelbſt aufhaltenden europäiſchen +Kaufleuten aufgedrungen hatte. Dieſe mußten die große +Menge von dieſer Spezerei, die iuen in Oberägypten +fammelt, faufen. Es war in Hinſicht ihrer eine Art von +Gelderpreſſung( avanie) ***); denn die Seneserndte war + +. + +die von Siden gegen Norden, und von Weſten gegen Dſten +drei Tagereiſen lang und breit ift. Sie grenst gegen Norden +an den Berg Nitrie, der in alten Zeiten von vielen Einſiede +fern bewohnt war und an deſſen Fuße, die Salzſeen Nedebe +und Secte find. + +Der Ueberſeker. + +*) Undere ſchreiben dieſen Ort Daman dur. + +Der Ueberſeber. +**) Die Einwohner der fünf zu. Dertana gehörigen Dörfer, +Tagt Bru'ng in der Erdbeſchreibung, fiſchen jährlio aus den +zwei Salzſeen Nebebe und Secte 36,000 Sentner Natrum +für den Großherrn, der dieſes Regale durch den Pafcha verpache +ten läßt. Dieſe Seen ſind gewöhnlich neun Monate im Jahre +troden, im Winter aber fammelt ſich in denſelben ein róthli- +ches Waffet ungefähr ſechs Scuh hoc an, welches, wenn es +verdünſtet und ausgetrofnet iſt, eine harte, zwei Schuh Side +Struſte zurútláßt: dieſe wird mit ſtarken eiſernen Hacen loss +geſchlagen und auf Cameeleu abgehohlt. + +Der Ueberſeper. +***) So nennt man in dem levantiſchen Handel die gewaltthätigen + +sind bedrůdenden Mittel, die die Túrken, am Geld von der +Europäern zu erpreſſen, anwenden. Dieſe Avanien folgten +in degypten auf eine Idretliche Art auf einander. + + +","Nahe von Damanhur noch einen andern unbeträchtlichen See an; jener von Lerrana aber ist der größte und liefert weit mehr Natrum. + +Die Gewinnung des Natrums war mit ziemlich großem Vortheil, sowohl für diejenigen, die es gepachtet hatten, als für den öffentlichen Schatz, verknüpft. Diese Pacht hatte aber nichts Ähnliches mit jener erzwungenen Verpachtung des Senesbaumes, die die Regierung in Kairo den daselbst aufhaltenden europäischen Kaufleuten auferlegt hatte. Diese mussten die große Menge von dieser Spezerei, die ihnen in Oberägypten zufiel, kaufen. Es war in Hinsicht ihrer eine Art von Gelderpressung (avanie); denn die Senesernte war die von Siden gegen Norden, und von Westen gegen Osten drei Tagereisen lang und breit. + +Sie grenzt gegen Norden an den Berg Nitrie, der in alten Zeiten von vielen Einsiedlern bewohnt war und an dessen Fuße die Salzseen Nebebe und Secte find. + +Der Übersetzer. + +*) Andere schreiben diesen Ort Damanhur. + +Der Übersetzer. + +**) Die Einwohner der fünf zu Lerrana gehörigen Dörfer, Tagt Brun in der Erdbeschreibung, fischen jährlich aus den zwei Salzseen Nebebe und Secte 36,000 Zentner Natrum für den Großherrn, der dieses Regale durch den Pascha verpachtet hat. Diese Seen sind gewöhnlich neun Monate im Jahre trocken, im Winter aber sammelt sich in denselben ein rothliches Wasser ungefähr sechs Schuh hoch an, welches, wenn es verdunstet und ausgetrocknet ist, eine harte, zwei Schuh dicke Kruste zurücklässt: diese wird mit starken eisernen Hacken losgeschlagen und auf Kamelen abgeholt. + +Der Übersetzer. + +***) So nennt man in dem levantinischen Handel die gewaltsamen und bedrückenden Mittel, die die Türken anwenden, um Geld von den Europäern zu erpressen. Diese Avanien folgten in Ägypten auf eine eigentümliche Art auf einander." +Z166069305,250,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000250/full/full/0/native.jpg,"To betrachtlich, das fie diefelbe nicht abfesen konntea, +Die venetianischen Kaufleute nahmen ein Drittheit +von der jahrlichen Erndte; die beiden andern Drittheile +musten die Franzoren behalten, die dafur mehr als +25,000 Franken bezahlen musten. Ihr Verluft wurde +aber noch dadurch vermehrt, das fie mit den Spezereien. +Handlern, zu Marseille den Vertrag eingegangen waren +blos an fie allein den Senes zu verkaufen, und diese hat. +ten von ihrer Seite das Recht, nur fo viel zu nehmen, +als sie brauchten. Der Erfolg dieser Einrichtung war, +das die franzosischen Kaufleute den grosten Theil des +Senes behalten musten. In ihrem Hause zu Raichid +traf man noch Magazine an, die seit mehrern Jahren +damit angefullt waren. +Wahrend die franzofischen Kauftente, die sich mit +den marseiller Spezereienhandlern, in eine Verbin, +dung eingelaffen, hatten, viel bei dieser Waare verlohren, +gewonnen bie Benetianer dabei, indem fte diefelbt +nach holland schafften, wo sie einen grosen Absaz +fanden. Einige englandische Kaufleute kauften felbst zu +Kairo den Venetianern davon ab, und hatten +noch einen Vortheil bei diesem Handel. +man legt ubrigens dem Senes der Bevante +mit Unrecht den Namen Senes von Alexandrien +bei. Man schifft ihn zwar hier ein, aber er kommt nicht +aus der Nachbarschaft dieser Stadt, sondern wachst in +Negypten, oben nach den Catarakten zu, bei uffuan. +Sein arabischer Name ist Sena*). +Auf einem Spasiergange am 4ten November todtete ich +einen Eisvogel **), eine Droffel von der grosen Art ***) +* Callia Senna. L. Callia lanceolata. Forskal, +**) Alcedo ipfida. L. Martin pecheur oder alcyon. Buffon. +***) Turdus viscirorus. Lla draine, Buffopa( Ontstelbroften)","222 + +To beträchtlich, daß fie diefelbe nicht abfeßen konntea, +Die venetianiſchen Kaufleute nahmen ein Drittheit +von der jährlichen Erndte; die beiden andern Drittheile +mußten die Franzoren behalten, die dafür mehr als +25,000 Franken bezahlen mußten. Ihr Verluft wurde +aber noch dadurch vermehrt, daß fie mit den Spezereien. +Händlern, zu Marſeille den Vertrag eingegangen waren +bloß an fie allein den Senes zu verkaufen, und dieſe hat. +ten von ihrer Seite das Recht, nur fo viel zu nehmen, +als ſie brauchten. Der Erfolg dieſer Einrichtung war, +daß die franzöſiſchen Kaufleute den großten Theil des +Senes behalten mußten. In ihrem Hauſe zu Raichid +traf man noch Magazine an, die ſeit mehrern Jahren +damit angefüllt waren. + ++ + +! + +Während die franzöfiſchen Kauftente, die ſich mit +den marſeiller Spezereienhåndlern, in eine Verbin, +dung eingelaffen, hatten, viel bei dieſer Waare verlohren, +gewonnen bie Benetianer dabei, indem fte diefelbt +nach holland ſchafften, wo ſie einen großen Abſaz +fanden. Einige engländiſche Kaufleute kauften felbſt zu +Kairo den Venetianern davon ab, und hatten +noch einen Vortheil bei dieſem Handel. + +man legt übrigens dem Senes der Bevante +mit Unrecht den Namen Senes von Alexandrien +bei. Man ſchifft ihn zwar hier ein, aber er kommt nicht +aus der Nachbarſchaft dieſer Stadt, ſondern wächſt in +Negypten, oben nach den Catarakten zu, bei uffuan. +Sein arabiſcher Name iſt Sena*). + +Auf einem Spaßiergange am 4ten November tódtete ich +einen Eisvogel **), eine Droffel von der großen Art ***) + +* Callia Senna. L. Callia lanceolata. Forſkal, +**) Alcedo ipfida. L. Martin pecheur oder alcyon. Buffon. +***) Turdus viſcirorus. L·la draine, Buffopa( Ontſtelbroften) + + +","To beträchtlich, das sie diefelbe nicht abwesen konnten, +Die venetianischen Kaufleute nahmen ein Drittheil +von der jährlichen Erndte; die beiden andern Drittheile +musten die Franzosen behalten, die dafür mehr als +25.000 Franken bezahlen mussten. Ihr Verlust wurde +aber noch dadurch vermehrt, dass sie mit den Spezereienhändlern, +zu Marseille den Vertrag eingegangen waren, +blos an sie allein den Senes zu verkaufen, und diese hatten +von ihrer Seite das Recht, nur so viel zu nehmen, +als sie brauchten. Der Erfolg dieser Einrichtung war, +dass die französischen Kaufleute den größten Teil des +Senes behalten mussten. In ihrem Hause zu Ragihid +traf man noch Magazine an, die seit mehreren Jahren +damit angefüllt waren. + +Während die französischen Kaufleute, die sich mit +den marseiller Spezereienhändlern, in eine Verbindung, +eingelassen hatten, viel bei dieser Waare verloren, +gewonnen die Venezianer dabei, indem sie diefelbt +nach Holland schafften, wo sie einen großen Absatz +fanden. Einige englische Kaufleute kauften selbst zu +Kairo den Venezianern davon ab, und hatten +noch einen Vortheil bei diesem Handel. + +Man legt übrigens dem Senes der Bevante +mit Unrecht den Namen Senes von Alexandrien +bei. Man schifft ihn zwar hier ein, aber er kommt nicht +aus der Nachbarschaft dieser Stadt, sondern wächst in +Ägypten, oben nach den Katarakten zu, bei Assuan. +Sein arabischer Name ist Senna. + +Auf einem Spaziergange am 4. November tötete ich +einen Eisvogel ), eine Drossel von der großen Art ) +* Callia Senna. L. Callia lanceolata. Forskal, +) Alcedo ipfida. L. Martin pecheur oder alcyon. Buffon. +*) Turdus viscirorus. L. la draine, Buffon (Ontstelbroften)" +Z166069305,251,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000251/full/full/0/native.jpg,"und einen Raubvoget, der noch nicht beschrieben worden +ist und der mir eine Art von Falken zu feyn scheint. Der +Dberkiefer des Schnabels ist born und nach unten zu +gekrummt und an seiner Wurzel mit einer gelben Haut +bedekt: die zweite Feder an den Flugeln ist langer als +die andern und die Schwanzfedern machen leichte Abfase. +Seine ganze fange betragt einen Fus: der Schnabel ist +neun und eine halbe Linie, das Segelwerk zwei Fus +weniger ein Zoll und die Flugel find neun Zoll lang. +Die Lange des Schwanges endlich betragt fechs Zot: er +geht funfzehn Linien uber die zufanimengelegten oder sich +in Ruhestande befindenden Flugel hinaus. +Die Federn an dem obern Sheile des Kopfes find in +der Mitte fchwarzi der ubrige Cheil aber ist rostfarben. +Die Seitenfedern an dem Kopfe find grau, schwarz und +rothschattirf, jene unter den Augen ausgenommen, die +fchwarz sind und einen grauen Flecken an jedem Hintern +Augenwinkel haben. Der ganze obere Theil des Korpers +ift rathlichbraun und nach der Duere fchwarzgestreift. +Der Kropf ist mit grauen und sehr dunnen federn bedekt. +Der obere Theil der Brust ist roftfarben mit schwarzen +tanglichen Flecken untermischt. Das Uebrige von dem +untersten Theile des Korpers ist grau und rothgefarbt. +Die Federn an den Beinen haben die namliche Farbe; +das Schienbein aber und die Fuswurzeln sind schwarz: +hierdurch entsteht eine Trauerfarbe. Der obere Theil der +Flugel ift braun, grau, weis und rostfarben schattict: +der Schwanz hat ebendieselbe Farbe, die der Rucken hat; +aber er ist nach der Duere schwarzlichgestreift. Der +Schnabel sieht gegen seine Wurzel hin grau aus, der +ganze ubrige Theil aber ist fchwarz. Der Ring um die +Uugen ist haselnusfarben: die Haut um die Augen, am +den Vorderfus und um die Zeben ist gelb, wie an der +Wurzel des Schnabels: die flauer endlich feben +schwarz aus.","225 + +und einen Raubvoget, der noch nicht beſchrieben worden +iſt und der mir eine Art von Falken zu feyn ſcheint. Der +Dberkiefer des Schnabels iſt born und nach unten zu +gekrümmt und an ſeiner Wurzel mit einer gelben Haut +bedekt: die zweite Feder an den Flügeln iſt länger als +die andern und die Schwanzfedern machen leichte Abfåße. +Seine ganze fånge beträgt einen Fuß: der Schnabel iſt +neun und eine halbe Linie, das Segelwerk zwei Fuß +weniger ein Zoll und die Flügel find neun Zoll lang. +Die Långe des Schwanges endlich beträgt fechs Zot: er +geht funfzehn Linien über die zufanimengelegten oder ſich +in Ruheſtande befindenden Flügel hinaus. + +Die Federn an dem obern Sheile des Kopfes find in +der Mitte fchwarzi der übrige Cheil aber iſt roſtfarben. +Die Seitenfedern an dem Kopfe find grau, ſchwarz und +rothſchattirf, jene unter den Augen ausgenommen, die +fchwarz ſind und einen grauen Flecken an jedem Hintern +Augenwinkel haben. Der ganze obere Theil des Körpers +ift råthlichbraun und nach der Duere fchwarzgeſtreift. +Der Kropf iſt mit grauen und ſehr dünnen federn bedekt. +Der obere Theil der Bruſt iſt roftfarben mit ſchwarzen +tånglichen Flecken untermiſcht. Das Uebrige von dem +unterſten Theile des Körpers iſt grau und rothgefärbt. +Die Federn an den Beinen haben die nämliche Farbe; +das Schienbein aber und die Fußwurzeln ſind ſchwarz: +hierdurch entſteht eine Trauerfarbe. Der obere Theil der +Flügel ift braun, grau, weiß und roſtfarben ſchattict: +der Schwanz hat ebendieſelbe Farbe, die der Rücken hat; +aber er iſt nach der Duere ſchwarzlichgeſtreift. Der +Schnabel ſieht gegen ſeine Wurzel hin grau aus, der +ganze übrige Theil aber iſt fchwarz. Der Ring um die +Uugen iſt haſelnußfarben: die Haut um die Augen, am +den Vorderfuß und um die Zeben iſt gelb, wie an der +Wurzel des Schnabels: die flauer endlich feben +ſchwarz aus. + +. + + +","und einen Raubvogel, der noch nicht beschrieben worden +ist und der mir eine Art von Falken zu fein scheint. +Der Oberkiefer des Schnabels ist horn und nach unten zu +gekrümmmt und an seiner Wurzel mit einer gelben Haut +bedeckt: die zweite Feder an den Flügeln ist länger als +die andern und die Schwanzfedern machen leichte Abfälse. +Seine ganze Länge beträgt einen Fuß; der Schnabel ist +neun und eine halbe Linie, das Segelwerk zwei Fuß +weniger ein Zoll und die Flügel sind neun Zoll lang. +Die Länge des Schwanzes endlich beträgt sechs Zoll: er +geht fünfzehn Linien über die zusammengeschlagenen oder sich +in Ruhestände befindenden Flügel hinaus. + +Die Federn an dem obern Scheitel des Kopfes sind in +der Mitte schwarz; der übrige Teil aber ist rostfarben. +Die Seitenfedern an dem Kopfe sind grau, schwarz und +rothschattirt, jene unter den Augen ausgenommen, die +schwarz sind und einen grauen Flecken an jedem hintern +Augenwinkel haben. Der ganze obere Teil des Körpers +ist rötlichbraun und nach der Dürre schwarzgestreift. +Der Kropf ist mit grauen und sehr dünnen Federn bedeckt. +Der obere Teil der Brust ist rostfarben mit schwarzen +tanglichen Flecken untermischt. Das Übrige von dem +untersten Teile des Körpers ist grau und rothgefärbt. + +Die Federn an den Beinen haben die nämliche Farbe; +das Schienbein aber und die Fußwurzeln sind schwarz: +hierdurch entsteht eine Trauerfarbe. Der obere Teil der +Flügel ist braun, grau, weiß und rostfarben schattiert: +der Schwanz hat eben dieselbe Farbe, die der Rücken hat; +aber er ist nach der Dürre schwarzlichgestreift. Der +Schnabel sieht gegen seine Wurzel hin grau aus, der +ganze übrige Teil aber ist schwarz. Der Ring um die +Augen ist haselnussfarben: die Haut um die Augen, am +Vorderfuß und um die Zehen ist gelb, wie an der +Wurzel des Schnabels: die Flächen endlich sehen +schwarz aus." +Z166069305,252,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000252/full/full/0/native.jpg,"Dieser Falke war ein Weibchen. Der Eingeweide +canal war einen Fus, neun und einen halben zou lang. +Der Hautige Magen war vou thierifcher Materien, wor. +unter ich Cheile von grosen Infekten bemerkte. Dieser +Bogel muste Futter in sehr grosem Ueberflusse finden; +denn niemals habe ich einen Vogel gesehen, der fo fett +gewesen ware. Von den dreien, die ich an diesem Tage +todtete, bekam ich blos dieren; die beiden andern, ob fie +gleich von dem Baume, worauf fie Tasen, berabfielen, +flohen wes und verlohren fich in eben dem Augenblicke +in die Garten, als ich fie aufheben wollte. +Diese Art von Raubvogein halt fich gemeiniglich, oben +auf den Dattelbaumen auf und last ein durchdringendes +Gefchrei horen. Vielleicht ist es diefelbe, die Forskal +als eine Art von Falfen beschrieben hat*): 6: Es herrscht +in der That eine grose Uebereinstimmung gwischen unfernt +Beschreibungen. Forstal wirft fich nachher die Frage +auf: ob dieser Falke wirklich ein Falke oder ein Huhner. +geier und ob er nicht der Falco fortificatus des finn dus +fey. Ich wage diese Frage nicht zu beantworten, weil +fie Forskal nicht entschieden hat. So viel ich aber +habe einsehen konnen, gehort der Vogel, den ich beschriea +ben habe, unter das Falkengeschlecht. +Ich fah auch in den Gartenbecken ben Zaunkonig +( Motacilla: Troglodytes."" L.). Auf allen Seiten gab es +finken; an offenen Orten Lerchen; und an dem Gewaffer +piele weise Bachstelzen **). Dieser Vogel ist in ganz +*) Falco cera pedibus que havis, fupra cinereus, subtus ferrum +gineus, alis Cupra fufcis: cauda forficata, fufco fasciata, longie +e tudine corporis. Arab. Haddaj. Forskal, defc. anim. 1. S. sono +Gmelin hat diesen Bogel in der 13. Quog. des linnud +falco aegyptius genannt. +***) Motacilla alba. L. Lavandiere. Bufon:","224 + +7 + +Dieſer Falke war ein Weibchen. Der Eingeweide +canal war einen Fuß, neun und einen halben zou lang. +Der Håutige Magen war vou thierifcher Materien, wor. +unter ich Cheile von großen Infekten bemerkte. Dieſer +Bogel mußte Futter in ſehr großem Ueberfluſſe finden; +denn niemals habe ich einen Vogel geſehen, der fo fett +geweſen wäre. Von den dreien, die ich an dieſem Tage +todtete, bekam ich bloß dieren; die beiden andern, ob fie +gleich von dem Baume, worauf fie Taßen, berabfielen, +flohen wes und verlohren fich in eben dem Augenblicke +in die Gärten, als ich fie aufheben wollte. + +Dieſe Art von Raubvogein hålt fich gemeiniglich, oben +auf den Dattelbäumen auf und läßt ein durchdringendes +Gefchrei hören. Vielleicht iſt es diefelbe, die Forskal +als eine Art von Falfen beſchrieben hat*): 6: Es herrſcht +in der That eine große Uebereinſtimmung gwiſchen unfernt +Beſchreibungen. Forstal wirft fich nachher die Frage +auf: ob dieſer Falke wirklich ein Falke oder ein Hühner. +geier und ob er nicht der Falco fortificatus des finn dus +fey. Ich wage dieſe Frage nicht zu beantworten, weil +fie Forskal nicht entſchieden hat. So viel ich aber +habe einſehen können, gehort der Vogel, den ich beſchriea +ben habe, unter das Falkengeſchlecht. + +1 + +Ich fah auch in den Gartenbecken ben Zaunkönig +( Motacilla: Troglodytes."" L.). Auf allen Seiten gab es +finken; an offenen Orten Lerchen; und an dem Gewäffer +piele weiße Bachſtelzen **). Dieſer Vogel iſt in ganz + +. + +*) Falco cera pedibus que havis, fupra cinereus, ſubtus ferrum + +gineus, ális Cupra fufcis: cauda forficata, fufco faſciata, longie +e tudine corporis. Arab. Haddaj. Forſkal, defc. anim. 1. S. sono + +Gmelin hat dieſen Bogel in der 13. Quog. des linnud + +falco aegyptius genannt. +***) Motacilla alba. L. Lavandiere. Bufon: + + +","Dieser Falke war ein Weibchen. Der Eingeweidekanal war einen Fuß, neun und einen halben Zoll lang. Der hautige Magen war von tierischer Materie, worunter ich die Spur von großen Insekten bemerkte. Dieser Vogel muss Futter in sehr großem Überfluss finden; denn niemals habe ich einen Vogel gesehen, der so fett gewesen ware. + +Von den dreien, die ich an diesem Tage tötete, bekam ich bloß vierzehn; die beiden andern, obgleich sie gleich von dem Baume, worauf sie saßen, herabfielen, flohen weg und verloren sich in eben dem Augenblicke in die Gärten, als ich sie aufheben wollte. + +Diese Art von Raubvögeln hält sich gemeiniglich oben auf den Dattelbäumen auf und lässt ein durchdringendes Geschrei hören. Vielleicht ist es dieselbe, die Forskal als eine Art von Falken beschrieben hat*. Es herrscht in der Tat eine große Übereinstimmung zwischen unseren Beschreibungen. + +Forskal wirft sich nachher die Frage auf: ob dieser Falke wirklich ein Falke oder ein Hühnergeier und ob er nicht der Falco fortificatus des finnischen Seyn sei. Ich wage diese Frage nicht zu beantworten, weil Forskal nicht entschieden hat. So viel ich aber habe einsichtlich können, gehört der Vogel, den ich beschrieben habe, unter das Falkengeschlecht. + +Ich sah auch in den Gartenbecken den Zaunkönig (Motacilla: Troglodytes.). Auf allen Seiten gab es Finken; an offenen Orten Lerchen; und an dem Gewässer weise Bachstelzen**). Dieser Vogel ist in ganz Deutschland ein Fremdling, wie der arabische Haddaj. + +*) Falco cauda pedibus que havis, supra cinereus, subtus ferrugineus, alis Cupra fusci: cauda forficata, fusco fasciata, longitudo corporis. Arab. Haddaj. Forskal, desc. anim. 1. S. sono. + +Gmelin hat diesen Vogel in der 13. Quoge des Linnéischen Systematik als Falco aegyptius genannt. +***) Motacilla alba. L. Lavandière. Bufon:" +Z166069305,253,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000253/full/full/0/native.jpg,"Aegopten berbreitet und scheint nicht wegzuziehen. +Die gelbe Bachstelze hingegen ist blos ein. Zugvogel*), +und sie erschien in diesem Jahre zum erstenmal hier: gegen +den Fruhling verlast sie Aegypten wieder. Diere +beiden Arten haben dieselben Gewohnheiten; fie halten +Rich alle beide in der Nachbarschaft der bewohnten Orte +und des Waffers auf. Indeffen ist doch die weise Bach. +stelge firrer und lebt' mie dem Menschen vertraulicher."". +Sie kommt in die Stadte, fpringt schnell und zutraulich +auf den Plagen herum, wo man den Reis ausbreitet, +obgleich eine grose Anzahl Arbeiter damit beschaftigt ifte +diese Getraideart zu durren. Die gelbe Bachstelze hinge. +gen zieht lieber das fand den Stadten vor, + Es schien als wenn sich alle Reize der Natur in den +Rarchider Garten vereinigten, und als wenn sie alle +ihre Reichthumer dem Menschen, der fie zu wurdigen +verstunde, darbote. Diere angenehmen Schlupfwinkel +waren damals mit kleinen lebendigen beflugelten Korpern +geschmuft, die von dem schonsten Purpur glanzten, und +bald zwischen den zweigen der Strauche herumsprangen, +bald den Glanz der Blumen vertilgten, wenn sie fich +ihnen naherten. Man rah jezt hier eine grose Anzahl +einer merkwurdigen Art von jenen artigen Infekten, die +man wegen ihrer Schonheit und wegen ihres Schmuckes +Wasserjungfrau en genannt hat. Bei derjenigen,' +die ich fah, war der ganze Korper mit dem schonsten +Purpurrethe bedekt: die Flugel rahen an ihrer Wurzel +prangenfarbig aus und gegen das auserste Ende hin traf +man einen Flecken von der namlichen Farbe an. Eine +rohwarze Linie, die den untern Theil des Korpers Feiner +ganzen Lange nach theilt, erhoht noch die Hurpurfarbe. +Die Lange dieses Infektes betragt achtzehn kinien: das +Bruststuf, das auch mit purpurfarbigen Haaren bedekt +"" Motacilla baarula. L. Bergeronnette jaune. Buffon, i +connini Nei'en ir Br.","225 + +1 + +. + +Aegopten berbreitet und ſcheint nicht wegzuziehen. +Die gelbe Bachſtelze hingegen iſt bloß ein. Zugvogel*), +und ſie erſchien in dieſem Jahre zum erſtenmal hier: gegen +den Frühling verlåßt ſie Aegypten wieder. Diere +beiden Arten haben dieſelben Gewohnheiten; fie halten +Rich alle beide in der Nachbarſchaft der bewohnten Orte +und des Waffers auf. Indeffen iſt doch die weiße Bach. +ſtelge firrer und lebt' mię dem Menſchen vertraulicher."". +Sie kommt in die Stadte, fpringt ſchnell und zutraulich +auf den Plågen herum, wo man den Reiß ausbreitet, +obgleich eine große Anzahl Arbeiter damit beſchäftigt ifte +dieſe Getraideart zu dürren. Die gelbe Bachſtelze hinge. +gen zieht lieber das fand den Städten vor, + +2 + +· Es ſchien als wenn ſich alle Reize der Natur in den +Rarchider Garten vereinigten, und als wenn ſie alle +ihre Reichthümer dem Menſchen, der fie zu würdigen +verſtůnde, darbote. Diere angenehmen Schlupfwinkel +waren damals mit kleinen lebendigen beflügelten Körpern +geſchmüft, die von dem ſchönſten Purpur glanzten, und +bald zwiſchen den zweigen der Stråuche herumſprangen, +bald den Glanz der Blumen vertilgten, wenn ſie fich +ihnen näherten. Man rah jezt hier eine große Anzahl +einer merkwürdigen Art von jenen artigen Infekten, die +man wegen ihrer Schönheit und wegen ihres Schmuckes +Waſſerjungfrau en genannt hat. Bei derjenigen,' +die ich fah, war der ganze Körper mit dem ſchönſten +Purpurrethe bedekt: die Flügel rahen an ihrer Wurzel +prangenfarbig aus und gegen das außerſte Ende hin traf +man einen Flecken von der nämlichen Farbe an. Eine +rohwarze Linie, die den untern Theil des Korpers Feiner +ganzen Lánge nach theilt, erhöht noch die Hurpurfarbe. +Die Långe dieſes Infektes beträgt achtzehn kinien: das +Bruſtſtůf, das auch mit purpurfarbigen Haaren bedekt + +il + +"" Motacilla baarula. L. Bergeronnette jaune. Buffon, i +connini Nei'en ir Br. + +P + + +","Aegypten berührt und scheint nicht wegzuziehen. +Die gelbe Bachstelze hingegen ist bloß ein Zugvogel, +und sie erschien in diesem Jahre zum erstenmal hier; gegen +den Frühling verlässt sie Aegypten wieder. Beide Arten haben dieselben Gewohnheiten; +sie halten sich alle beide in der Nachbarschaft der bewohnten Orte +und des Wafers auf. Indessen ist doch die weiße Bachstelze friedlicher +und lebt mit dem Menschen vertraulicher. +Sie kommt in die Städte, springt schnell und zutraulich +auf den Plätzen herum, wo man den Reis ausbreitet, +obgleich eine große Anzahl Arbeiter damit beschäftigt ist, +diese Getreideart zu dörren. Die gelbe Bachstelze hingegen zieht lieber das Feld +den Städten vor. + +Es schien als wenn sich alle Reize der Natur in dem Archidamiden-Garten vereinigten, +und als wenn sie alle ihre Reichthümer dem Menschen, der sie zu würdigen verstand, +darboten. Diese angenehmen Schlupfwinkel waren damals mit kleinen lebendigen beflügelten Körpern +geschmückt, die von dem schönsten Purpur glänzten, und bald zwischen den Zweigen der Sträuche herumsprangen, +bald den Glanz der Blumen vertilgten, wenn sie sich ihnen näherten. +Man sah hier eine große Anzahl einer merkwürdigen Art von jenen artigen Insekten, +die man wegen ihrer Schönheit und wegen ihres Schmuckes Wasserjungfrauen genannt hat. +Bei derjenigen, die ich sah, war der ganze Körper mit dem schönsten Purpurroth bedeckt; +die Flügel waren an ihrer Wurzel prangenfarbig aus und gegen das äußerste Ende hin traf +man einen Flecken von derselben Farbe an. Eine rohwarz Linie, +die den unteren Theil des Körpers feiner ganzen Länge nach theilt, erhöht noch die Purpurfarbe. +Die Länge dieses Insekts beträgt achtzehn Zoll; das Bruststück, +das auch mit purpurfarbigen Haaren bedeckt ist. + +Motacilla alba. L. Bergeronnette jaune. Buffon, ich kenne nicht ihre Neffen in Br." +Z166069305,254,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000254/full/full/0/native.jpg,"ift, tft vier und eine halbe Unie lang und zwei und eine +halbe Linie breit. Die Flugel find einen 2011 und zwei +Sinien lang. +Man fand hier auch eine artige Art don einem +andern Insektengeschlechte, das weniger unschadlich als +die Wafferjungfrauen ist, und das auch eine schone Farbe +hat. Man fah hier gemeiniglich noch eine Wespe, die zehn +Finien lang war. Sie hat zwei grose Tchwarze Augen +und oben auf dem Kopfe drei kleine schwarze Punkte, die +ein Dreief bilden und die Augen ahnlich find: der vordere +Cheil des Kopfes ist schon gelb und zwischen den Fuhl. +hdrnern, die an ihrer Wurzel auch etwas gelb sind, +Reht man einen richinen gelben dreieckigten Flecken: der +abrige Theil der Fuhlhorner ist seiner fange nach par. +purfarbig: der Ueberrest des Kopfes, das Bruststuf und +die Schenkel haben die namliche Farbe; die Beine und +der Vorderfus sind graubraun; die Hafen schwarz; die +Flugel endlich oben gelblich und unten grau. +Der erste Bauchring ift von einem glanzenden +Schwarz und am Rande unter dem Bauche blos von +einem schonen Gelb: diese Verzierung selbst wird von +einer kleinen Linie begranzt, die von dem reinsten Gold +zu seyn scheint. Der zweite King ist ganz schwarz, der +dritte nach oben und unten zu gelb: dieser wird nach +oben in seiner Breite durch eine schwarze Linie getheilt, +wo auf jedec Seite auch ein schwarzer Flecken ist und am +untern Theile des namlichen Ringes sieht man auf jeder +Seite einen andern schwarzen Flecken, der kleiner als +die obern ist. Der vierte Ring ist nach oben zu schwarz +und nach unten zu braun: die ubrigen Ringe endlich +Ond von einem schwarzlichen Braun. +Ich fand einige Insekten von dieser Art, deren +Farben bei einigen Verschiedenheiten in den Schatti-","226 + +ift, tft vier und eine halbe Unie lang und zwei und eine +halbe Linie breit. Die Flügel find einen 2011 und zwei +Sinien lang. + +! + +Man fand hier auch eine artige Art don einem +andern Inſektengeſchlechte, das weniger unſchädlich als +die Wafferjungfrauen iſt, und das auch eine ſchöne Farbe +hat. Man fah hier gemeiniglich noch eine Weſpe, die zehn +Finien lang war. Sie hat zwei große Tchwarze Augen +und oben auf dem Kopfe drei kleine ſchwarze Punkte, die +ein Dreief bilden und die Augen ähnlich find: der vordere +Cheil des Kopfes iſt ſchon gelb und zwiſchen den Fühl. +hdrnern, die an ihrer Wurzel auch etwas gelb ſind, +Reht man einen richinen gelben dreieckigten Flecken: der +ábrige Theil der Fühlhorner iſt ſeiner fånge nach par. +purfarbig: der Ueberreſt des Kopfes, das Bruſtſtůf und +die Schenkel haben die námliche Farbe; die Beine und +der Vorderfuß ſind graubraun; die Hafen ſchwarz; die +Flügel endlich oben gelblich und unten grau. + +Der erſte Bauchring ift von einem glänzenden +Schwarz und am Rande unter dem Bauche bloß von +einem ſchönen Gelb: dieſe Verzierung ſelbſt wird von +einer kleinen Linie begrånzt, die von dem reinſten Gold +zu ſeyn ſcheint. Der zweite King iſt ganz ſchwarz, der +dritte nach oben und unten zu gelb: dieſer wird nach +oben in ſeiner Breite durch eine ſchwarze Linie getheilt, +wo auf jedeč Seite auch ein ſchwarzer Flecken iſt und am +untern Theile des nämlichen Ringes ſieht man auf jeder +Seite einen andern ſchwarzen Flecken, der kleiner als +die obern iſt. Der vierte Ring iſt nach oben zu ſchwarz +und nach unten zu braun: die übrigen Ringe endlich +Ond von einem ſchwärzlichen Braun. + +Ich fand einige Inſekten von dieſer Art, deren +Farben bei einigen Verſchiedenheiten in den Schatti- + + +","ift, fünf und eine halbe Linie lang und zwei und eine +halbe Linie breit. Die Flügel sind einen Fuß und zwei +Zoll lang. +Man fand hier auch eine artige Art von einem anderen +Insekten-Geschlechte, das weniger unschädlich als die +Wespenfrauen ist, und das auch eine schöne Farbe hat. Man +fährt hier gemeiniglich noch eine Wespe, die zehn Zoll lang +war. Sie hat zwei große schwarze Augen und oben auf dem +Kopfe drei kleine schwarze Punkte, die ein Dreieck bilden +und die Augen ähnlich sind; der vordere Teil des Kopfes ist +schon gelb und zwischen den Fühlhörnern, die an ihrer Wurzel +auch etwas gelb sind, sieht man einen reichlichen gelben +dreieckigten Flecken; der abrige Teil der Fühlhörner ist +seiner Farbe nach purpurfarbig; der übrige Teil des Kopfes, +das Bruststück und die Schenkel haben dieselbe Farbe; die +Beine und der Vorderfuß sind grau-braun; die Hafen schwarz; +die Flügel endlich oben gelblich und unten grau. +Der erste Bauchring ist von einem glänzenden Schwarz +und am Rande unter dem Bauche bloß von einem schönen Gelb: +diese Verzierung selbst wird von einer kleinen Linie begrenzt, +die von dem reinsten Gold zu sein scheint. Der zweite Ring +ist ganz schwarz, der dritte nach oben und unten zu gelb; +dieser wird nach oben in seiner Breite durch eine schwarze +Linie getheilt, wo auf jeder Seite auch ein schwarzer Flecken +ist und am untern Teile des nämlichen Ringes sieht man +auf jeder Seite einen andern schwarzen Flecken, der kleiner +als die obern ist. Der vierte Ring ist nach oben zu schwarz +und nach unten zu braun; die übrigen Ringe endlich sind von +einem schwarzlichen Braun. +Ich fand einige Insekten von dieser Art, deren Farben bei +einigen Verschiedenheiten in den Schattierungen waren." +Z166069305,255,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000255/full/full/0/native.jpg,"rungent weniger glanzend waren. Diese Wespen, die auf +dem Lande fehr gemein find, kommen auch in die Stadte. +In Rarchio flogen mehrere in mein Zimmer. +Man trift in dieser Jahreszeit noch haufig eine Art +von springenden Infekten an, die unter dem Namen +Gride, Gryllus, bekannt sind. Ich glaube nicht, das fie +beschrieben oder abgebildet sind; ich will daher eine Beschreis +bung davon geben. Diese Grille ist vierzehn Linien lang +und ihre groste Breite betragt ein wenig uber drei Linien: +die Fuhlhorner find funf Linien, und die Flugeldecken +dreizehn Linien lang; fie geben drei Linien uber den +Srper hinaus. +Die Bertheilung der Farben ist geschmakvoll. Die +Fuhlhorner find roth, der Scheitel des Kopfes ist der +Lange nach mit einer schwarzlichen Linie bezeichnet, die +gelb eingefast ist, sich uber das Bruftftuk bin erstreft, +und breiter wird. Die grosen Augen sind der Lange nach +schwarz und weisgestreift: das kleine glanzende Auge +mitten auf dem Kopf ist orangenfarbig: die Undern +konnte man fur kleine Korner von dem reinsten Golde +halten: der ubrige Theil des Kopfes ift grunlichtgrau und +das Uebrige von dem Bruftstucke und der obere Theil +des Bauches ist grau mit Selb schattire: der Bauch ift +nach unten zu grunlicht. +Bei diesem Insekt find noch die Flugeldeden mit +einem matten Roth und gegen ein Drittheil ihrer Lange +bin mit einem apfelgrunen Streif geziert: die ausgebreic +teten Flugel find grau mit Gelb gestreift und ihre Fasern +oder ihr Geader roth; die Schenkel der beiden Reihen +Fuse gelb; die Beine, die Fusblatter und die Kniescheibe +roth; die Hacken schivarz; die Schenkel der Hinterbeine +auserlich gelo und nach ausen zu rthlich die Beine +und die Fusblatten sehr schon roth mit den schonsten +blauen Schattirungen auf dem obern Theile der Fuse. +P 2","227 + +rungent weniger glänzend waren. Dieſe Weſpen, die auf +dem Lande fehr gemein find, kommen auch in die Städte. +In Rarchio flogen mehrere in mein Zimmer. + +a + +Man trift in dieſer Jahreszeit noch håufig eine Art +von ſpringenden Infekten an, die unter dem Namen +Gride, Gryllus, bekannt ſind. Ich glaube nicht, daß fie +beſchrieben oder abgebildet ſind; ich will daher eine Beſchreis +bung davon geben. Dieſe Grille iſt vierzehn Linien lang +und ihre großte Breite beträgt ein wenig über drei Linien: +die Fühlhorner find fünf Linien, und die Flugeldecken +dreizehn Linien lang; fie geben drei Linien über den +Srper hinaus. + +d! + +- + +34 + +NH + +Die Bertheilung der Farben iſt geſchmakvoll. Die +Fühlhorner find roth, der Scheitel des Kopfes iſt der +Långe nach mit einer ſchwärzlichen Linie bezeichnet, die +gelb eingefaßt iſt, ſich über das Bruftftůk bin erſtreft, +und breiter wird. Die großen Augen ſind der Långe nach +ſchwarz und weißgeſtreift: das kleine glänzende Auge +mitten auf dem Kopf iſt orangenfarbig: die Undern +konnte man für kleine Korner von dem reinſten Golde +halten: der übrige Theil des Kopfes ift grünlichtgrau und +das Uebrige von dem Bruftſtücke und der obere Theil +des Bauches iſt grau mit Selb ſchattiré: der Bauch ift +nach unten zu grünlicht. + +Bei dieſem Inſekt find noch die Flügeldeden mit +einem matten Roth und gegen ein Drittheil ihrer Lange +bin mit einem apfelgrünen Streif geziert: die ausgebreic +teten Flügel find grau mit Gelb geſtreift und ihre Faſern +oder ihr Geader roth; die Schenkel der beiden Reihen +Füße gelb; die Beine, die Fußblätter und die Knieſcheibe +roth; die Hacken ſchivarz; die Schenkel der Hinterbeine +äußerlich geló und nach außen zu røthlich die Beine +und die Fußblatten ſehr ſchon roth mit den ſchönſten +blauen Schattirungen auf dem obern Theile der Füße. + +P 2 + + +","rungent weniger glanzend waren. Diese Wespen, die auf dem Lande fehr gemein sind, kommen auch in die Städte. In Rarchio flogen mehrere in mein Zimmer. Man trifft in dieser Jahreszeit noch häufig eine Art von springenden Insekten an, die unter dem Namen Grille, Gryllus bekannt sind. Ich glaube nicht, dass sie beschrieben oder abgebildet sind; ich will daher eine Beschreibung davon geben. Diese Grille ist vierzehn Linien lang und ihre größte Breite beträgt ein wenig über drei Linien: die Fühlhörner sind fünf Linien, und die Flügeldecken dreizehn Linien lang; sie geben drei Linien über den Rumpf hinaus. + +Die Bertheilung der Farben ist geschmackvoll. Die Fühlhörner sind roth, der Scheitel des Kopfes ist der Länge nach mit einer schwarzlichen Linie bezeichnet, die gelb eingefasst ist, sich über das Bruststück hin erstreckt und breiter wird. Die großen Augen sind der Länge nach schwarz und weiß gestreift; das kleine glänzende Auge mitten auf dem Kopf ist orangenfarbig; die Untern könnten man für kleine Körner von dem reinsten Golde halten; der übrige Theil des Kopfes ist grünlichgrau und das Übrige von dem Bruststücke und der obere Theil des Bauches ist grau mit Seelenschattirung; der Bauch ist nach unten zu grünlicht. + +Bei diesem Insekt sind noch die Flügeldecken mit einem mattrothen Roth und gegen ein Drittheil ihrer Länge bin mit einem apfelgrünen Streif geziert: die ausgebreiteten Flügel sind grau mit Gelb gestreift und ihre Fasern oder ihr Geäder roth; die Schenkel der beiden Reihen Fuß gelb; die Beine, die Fusblätter und die Knie-scheibe roth; die Hacken schwarz; die Schenkel der Hinterbeine äußerlich gelb und nach außen zu röthlich die Beine und die Fussblätter sehr schön roth mit den schönsten blauen Schattirungen auf dem obern Theile der Fuß." +Z166069305,256,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000256/full/full/0/native.jpg,"Den 6ten November fiel Morgens um drei Uhr bei +cinem Nordwestwinde ein starker Staubregen. Diese Jah. +reszeit ist nicht ohne Interesse. Es war in diesem Jahre +der erste Regen, der die Atmosphare in Niedera gyps +ten abkuhlt und der, wie schon gesagt worden, der +Anfang derfenigen Jahreszeit ist, der man den Namen +Winter giebt, weil die Luft weniger heis wird. +Den Tag darauf rezte ich uber den Nil und wan. +derte lange auf dem feuchten und grunen Boden des +Delta herum. Dieser Theil von Nieder a gypten +ist eine unermesliche Ebene, die aber nicht jene ermu dende +Einformigkeit hat, welche ronst dem platten Lande +eigen ist. Stadte und Dorfer stehen auf kleinen Unho. +hen, die uber dem Wasser, das von der Ueberschwemmung +herruhrt, hervorragen; kleine Wildchen, die stets grun +bleiben, einzeln, aber nicht weit von einander entfernt +stehende Baume, begrenzen die Aussicht, und die Augen +ruben auf mehr oder weniger entfernten, und mehr oder +weniger angenehmen Punkten, die man durch zahlreiche +Hintergrunde erblikt. +Man sieht eingeschlossene Bezirke, wo allerlei Pflana +gen wachsen, und wo die goldenen Orangen den lieblicha +ften Wohlgeruch duftende Bluthen und nuzliche und +bescheidene Kuchengewachse begreuzen: Gefilde, worauf +die Fruchtbarkeit ihren Wohnsiz aufgeschlagen hat; selbst +die Hutten der kandleute, und die Thiere, die um fie +herum leben, alles gefallt in einem an Produkten so +abwechrelnden Lande, alles erfreuet die Seele und +schmeichelt den Augen. +In einem so schonen Lande versammelt fich eine grose +Menge von Vogeln. Ich sah darunter zwei Arten Turtel- +tauben, Amseln, Wiedebopfen, und weise Reiger, welche +die sich in Aegypten aufhaltenden Franzosen dhe","228 + +1 + +Den 6ten November fiel Morgens um drei Uhr bei +cinem Nordweſtwinde ein ſtarker Staubregen. Dieſe Jah. +reszeit iſt nicht ohne Intereſſe. Es war in dieſem Jahre +der erſte Regen, der die Atmoſphåre in Niederå gyps +ten abkühlt und der, wie ſchon geſagt worden, der +Anfang derfenigen Jahreszeit iſt, der man den Namen +Winter giebt, weil die Luft weniger heiß wird. + +1 + +HE + +DE + +1 + +Den Tag darauf rezte ich über den Nil und wan. +derte lange auf dem feuchten und grünen Boden des +Delta herum. Dieſer Theil von Nieder å gypten +iſt eine unermeßliche Ebene, die aber nicht jene ermů dende +Einförmigkeit hat, welche ronſt dem platten Lande +eigen iſt. Städte und Dörfer ſtehen auf kleinen Unho. +hen, die über dem Waſſer, das von der Ueberſchwemmung +herrührt, hervorragen; kleine Wildchen, die ſtets grún +bleiben, einzeln, aber nicht weit von einander entfernt +ſtehende Bäume, begrenzen die Ausſicht, und die Augen +ruben auf mehr oder weniger entfernten, und mehr oder +weniger angenehmen Punkten, die man durch zahlreiche +Hintergründe erblikt. + +RE + +2 + +1 + +Man ſieht eingeſchloſſene Bezirke, wo allerlei Pflana +gen wachſen, und wo die goldenen Orangen den lieblicha +ften Wohlgeruch duftende Blüthen und nůzliche und +beſcheidene Küchengewächſe begreüzen: Gefilde, worauf +die Fruchtbarkeit ihren Wohnſiz aufgeſchlagen hat; ſelbſt +die Hütten der kandleute, und die Thiere, die um fie +herum leben, alles gefällt in einem an Produkten ſo +abwechrelnden Lande, alles erfreuet die Seele und +ſchmeichelt den Augen. + +In einem ſo ſchönen Lande verſammelt fich eine große +Menge von Vogeln. Ich ſah darunter zwei Arten Turtel- +tauben, Amſeln, Wiedebopfen, und weiße Reiger, welche +die ſich in Aegypten aufhaltenden Franzoſen dhe + + +","Den 6ten November fiel Morgens um drei Uhr bei einem Nordwestwinde ein starker Staubregen. Diese Jahreszeit ist nicht ohne Interesse. Es war in diesem Jahre der erste Regen, der die Atmosphäre in Niederägypten abkühlt und der, wie schon gesagt worden, der Anfang der feinen Jahreszeit ist, der man den Namen Winter giebt, weil die Luft weniger heiß wird. + +Den Tag darauf reiste ich über den Nil und wanderte lange auf dem feuchten und grünen Boden des Delta herum. Dieser Teil von Niederägypten ist eine unermessliche Ebene, die aber nicht jene ermüdende Einförmigkeit hat, welche vom platten Lande eigen ist. Städte und Dörfer stehen auf kleinen Ufern, die über dem Wasser, das von der Überschwemmung herrührt, hervorragen; kleine Wildchen, die stets grün bleiben, einzeln, aber nicht weit voneinander entfernt stehende Bäume, begrenzen die Aussicht, und die Augen rühmen auf mehr oder weniger entfernten, und mehr oder weniger angenehmen Punkten, die man durch zahlreiche Hintergründe erblickt. + +Man sieht eingeschlossene Bezirke, wo allerlei Pflanzen wachsen, und wo die goldenen Orangen den lieblichsten Wohlgeruch duftende Blüthen und nützliche und bescheidene Küchengewächse begrüßen: Gefilde, worauf die Fruchtbarkeit ihren Wohnsitz aufgeschlagen hat; selbst die Hütten der Kamele, und die Tiere, die um sie herum leben, alles gefällt in einem an Produkten so abwechslungsreichen Lande, alles erfreut die Seele und schmeichelt den Augen. + +In einem so schönen Lande versammelt sich eine große Menge von Vögeln. Ich sah darunter zwei Arten Turteltauben, Amseln, Wiedehopfen, und weiße Reiher, welche die sich in Ägypten aufhaltenden Franzosen" +Z166069305,257,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000257/full/full/0/native.jpg,"fenhuter( garde- boeufs) nennen, weil fie wirklich die +Drte aufsuchen, wo diese Thiere weiden, ihnen folgent +und sich oft auf ihren Rucken reken*). Man trift in +Aegypten zwei Arten folcher Reiger an: ihr Gefieber +ist ganz glanzend weis; fie unterscheiden sich aber durch +ihre Grose. Die kleine Art ist am gemeinsten: die andern +aber, die zu derselben gehoren, sind noch durch die Farbe +an ihren Beinen unterschieden; einige haben schwarze, +andere grunliche und noch mehrere gelbe Beine. Man +mus glauben, das diese Verschiedenheit von dem Altec +oder von dem Geschlechte herruhrt, und das sie keine +Unterscheidung der Racen ist. Die grosen und kleinen +Arten haben auf dem Rucken lange, dunnstehende und +feidenartige Federn, welche Federbusche bilden. Aber +nicht alle haben dieren naturlichen Schmut: vielleicht ist +er nur den Mannchen eigen. Wie es aber auch fern +mag, so konnte man sich leicht in Aegypten die Tchons +ften Federn von diesen Vogeln verschaffen: denn fie sind +in dem niedrigen Theile dieses landes, besonders nach +Damiat hin sehr haufig, wo das Wasser, in deffen +Nachbarschaft fie fich gern aufhalten, eine grosere +Strecke einnimmt. Die Einwohner stellten ihnen nicht nach +und niemand as dergleichen. +ing +Ich lache noch, wenn ich mich an das kleine Aben, +theuer erinnere, wozu. die Reiger auf meiner Reise von +Rafdhid nach Alexandrien **) mit Tott Verans +lassung gaben. Er hatte einen Chirurgus, einen kleinen +aufgeblasenen und selbstgenugsamen Narren, bei fich. Alle +hatten ihre Kenntnisse in der Naturgeschichte zusammens +gethan und entschieden, die zahlreichen Reiger, deren +*) Ardea garzetta, Lin. Aigrette. Buffon. +**) Dies soll ohne Zweifel nach Kairo heisen, wie man aus +dem folgenden fehen wird. +Der Ueberseber. +nie","229 + +$ + +M + +fenhüter( garde- boeufs) nennen, weil fie wirklich die +Drte aufſuchen, wo dieſe Thiere weiden, ihnen folgent +und ſich oft auf ihren Rücken reken*). Man trift in +Aegypten zwei Arten folcher Reiger an: ihr Gefieber +iſt ganz glänzend weiß; fie unterſcheiden ſich aber durch +ihre Große. Die kleine Art iſt am gemeinſten: die andern +aber, die zu derſelben gehören, ſind noch durch die Farbe +an ihren Beinen unterſchieden; einige haben ſchwarze, +andere grünliche und noch mehrere gelbe Beine. Man +muß glauben, daß dieſe Verſchiedenheit von dem Altec +oder von dem Geſchlechte herrührt, und daß ſie keine +Unterſcheidung der Racen iſt. Die großen und kleinen +Arten haben auf dem Rücken lange, dúnnſtehende und +feidenartige Federn, welche Federbüſche bilden. Aber +nicht alle haben dieren natürlichen Schmut: vielleicht iſt +er nur den Männchen eigen. Wie es aber auch fern +mag, ſo konnte man ſich leicht in Aegypten die Tchons +ften Federn von dieſen Vogeln verſchaffen: denn fie ſind +in dem niedrigen Theile dieſes landes, beſonders nach +Damiat hin ſehr häufig, wo das Waſſer, in deffen +Nachbarſchaft fie fich gern aufhalten, eine größere +Strecke einnimmt. Die Einwohner ſtellten ihnen nicht nach +und niemand aß dergleichen. + +ing +2 + +MI + +) + +1 + +1 + +Ich lache noch, wenn ich mich an das kleine Aben, +theuer erinnere, wozu. die Reiger auf meiner Reiſe von +Rafdhid nach Alexandrien **) mit Tott Verans +laſſung gaben. Er hatte einen Chirurgus, einen kleinen +aufgeblaſenen und ſelbſtgenügſamen Narren, bei fich. Alle +hatten ihre Kenntniſſe in der Naturgeſchichte zuſammens +gethan und entſchieden, die zahlreichen Reiger, deren + +*) Ardea garzetta, Lin. Aigrette. Buffon. +**) Dies ſoll ohne Zweifel nach Kairo heißen, wie man aus +dem folgenden fehen wird. + +Der Ueberſeber. + +nie + + +","fenhuter (garde-boeufs) nennen, weil sie wirklich die Orte aufsuchen, wo diese Thiere weiden, ihnen folgen und sich oft auf ihren Rucken reken. Man trifft in Aegypten zwei Arten solcher Reiher an: ihr Gefieder ist ganz glänzend weiß; sie unterscheiden sich aber durch ihre Größe. Die kleine Art ist am gemeinsten: die andern aber, die zu derselben gehören, sind noch durch die Farbe an ihren Beinen unterschieden; einige haben schwarze, andere grünliche und noch mehrere gelbe Beine. Man muss glauben, dass diese Verschiedenheit von dem Alter oder von dem Geschlechte herrührt, und dass sie keine Unterscheidung der Rassen ist. + +Die großen und kleinen Arten haben auf dem Rücken lange, dünstehende und fiedenartige Federn, welche Federbusche bilden. Aber nicht alle haben diesen natürlichen Schmuck: vielleicht ist er nur den Männchen eigen. Wie es aber auch sein mag, so konnte man sich leicht in Aegypten die schönsten Federn von diesen Vögeln verschaffen: denn sie sind in dem niedrigen Teile dieses Landes, besonders nach Damiat hin sehr häufig, wo das Wasser, in dessen Nachbarschaft sie sich gern aufhalten, eine größere Strecke einnimmt. Die Einwohner stellten ihnen nicht nach und niemandem ähnlich. + +Ich lache noch, wenn ich mich an das kleine Abenteuer erinnere, zu welchem die Reiher auf meiner Reise von Rafdhid nach Alexandrien mit Tott Veranlassung gaben. Er hatte einen Chirurgus, einen kleinen aufgeblasenen und selbstgefälligen Narren, bei sich. Alle hatten ihre Kenntnisse in der Naturgeschichte zusammengethan und entschieden, die zahlreichen Reiher, deren + +*) Ardea garzetta, Lin. Aigrette. Buffon. + +**) Dies soll ohne Zweifel nach Kairo heißen, wie man aus dem folgenden sehen wird. + +Der Übersetzer." +Z166069305,258,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000258/full/full/0/native.jpg,"' ago +glanzendes Weis ein so interesantes Sinnbild der Unschuld +und Jungfraulichkeit*), die schonste Zierde der N i la +ufer ausmachte, fenn die bis der Alten, und also +die Vogel, denen man im Alterthume die groste Verehi +rung erwies. +man mochte ihnen einwenden, was man +wollte, fie blieben bei ihrer Meinung. Die ihnen vorhers +gegangenen Reifenden, die nicht den Berstand gehabt +batten, Jbis in Aegypten zu sehen, da sie dieselben +gleich beim ersten Schritte in groser Menge antrafer, +erschienen nunmehro in einem gehalfigen Lichte. Sie +wunschten sich schon Gluf, das sie zu versichern im +Stande waren, die Jbis Peyn die gemeinsten Vogel in +Aegypten, und wollten daher eine grose Anzahl davon +Tammeln. Bei jedem Reiger, den sie sahen, schrien fie +aus vollem Halse, um die agyptischen Seeleute dahin ju +b.wegen, das fie ihr Schiff fo lenkten, das fie diefelben +schiesen konnten. Diese wurden ungeduldig und fluchten +uber so viel Zeitverlust und uber die Arbeiten, deren +Wichtigkeit sie nicht einsehen konnten. Man that beinahe +zweihundert Flintenschusse auf die Reiger:' aber zum Gluk +fur diese waren sie eben so ungeschikte Schitzen als unwiss +fende Naturforscher: man traf blos zwei oder drei von +diesen Vogeln, die als Opfer der hohen Meinung fielen +die man von ihnen gefast hatte. Dieses Schiesen wurde +nicht so bald nachgelaffen haben, und wir wiirden in +Tairo wegen der zahlreichen Ziczaks, die unsere Jager +machten, und wegen des oftern Anhaltens, das unsere +Schiffahrt unterbrach, innerhalb acht Tagen nicht angelangt +Feyn, wenn unser enthusiastischer Ornitholog, der Chirurs +gus, nicht in den untern Schiffstheil in einen grosen +Linfentopf, den man fur das Schiffsvolk kochte, heraba +gefai en ware. Dieser Ungluksfall war das Zeichen zum +Frieden mit den vorgeblichen Jbirea. +*) Hasselquist hatte einen schonen Gedanten in einer Reife, +dan er den weisen Reiger Reigerjungfrau( ardea virgo) nannte.","' ago + +glänzendes Weiß ein ſo intereſantes Sinnbild der Unſchuld +und Jungfräulichkeit*), die ſchönſte Zierde der N i la +ufer ausmachte, fenn die bis der Alten, und alſo +die Vogel, denen man im Alterthume die großte Verehi +rung erwies. + +man mochte ihnen einwenden, was man +wollte, fie blieben bei ihrer Meinung. Die ihnen vorhers +gegangenen Reifenden, die nicht den Berſtand gehabt +batten, Jbis in Aegypten zu ſehen, da ſie dieſelben +gleich beim erſten Schritte in großer Menge antrafer, +erſchienen nunmehro in einem gehålfigen Lichte. Sie +wünſchten ſich ſchon Glúf, daß ſie zu verſichern im +Stande waren, die Jbis Peyn die gemeinſten Vogel in +Aegypten, und wollten daher eine große Anzahl davon +Tammeln. Bei jedem Reiger, den ſie ſahen, ſchrien fie +aus vollem Halſe, um die ägyptiſchen Seeleute dahin ju +b.wegen, daß fie ihr Schiff fo lenkten, daß fie diefelben +ſchießen konnten. Dieſe wurden ungeduldig und fluchten +über ſo viel Zeitverluſt und über die Arbeiten, deren +Wichtigkeit ſie nicht einſehen konnten. Man that beinahe +zweihundert Flintenſchüſſe auf die Reiger:' aber zum Glük +für dieſe waren ſie eben ſo ungeſchikte Schitzen als unwiſs +fende Naturforſcher: man traf bloß zwei oder drei von +dieſen Vögeln, die als Opfer der hohen Meinung fielen +die man von ihnen gefaßt hatte. Dieſes Schießen würde +nicht ſo bald nachgelaffen haben, und wir wiirden in +Tairo wegen der zahlreichen Ziczaks, die unſere Jåger +machten, und wegen des öftern Anhaltens, das unſere +Schiffahrt unterbräch, innerhalb acht Tagen nicht angelangt +Feyn, wenn unſer enthuſiaſtiſcher Ornitholog, der Chirurs +gus, nicht in den untern Schiffstheil in einen großen +Linfentopf, den man für das Schiffsvolk kochte, heraba +gefai en wäre. Dieſer Unglüksfall war das Zeichen zum +Frieden mit den vorgeblichen Jbirea. + +*) Haſſelquiſt hatte einen ſchönen Gedanten in einer Reife, + +dan er den weißen Reiger Reigerjungfrau( ardea virgo) nannte. + + +","Glanzendes Weis ein so interessantes Sinnbild der Unschuld und Jungfräulichkeit*), die schönste Zierde der Nilufer ausmachte, fenn die bis in die Alten, und also die Vögel, denen man im Alterthume die größte Verehrung erwies. + +Man mochte ihnen einwenden, was man wollte, sie blieben bei ihrer Meinung. Die ihnen vorhergegangenen Reisenden, die nicht den Berstand gehabt hatten, bis in Ägypten zu sehen, da sie dieselben gleich beim ersten Schritte in großer Menge antrafen, erschienen nunmehro in einem geläufigen Lichte. Sie wünschten sich schon Glück, das sie zu versichern im Stande waren, die Ibisse Peyn die gemeinsten Vögel in Ägypten, und wollten daher eine große Anzahl davon Tammeln. Bei jedem Reiger, den sie sahen, schrien sie aus vollem Halse, um die ägyptischen Seeleute dahin zu jagen, das sie ihr Schiff so lenkten, das sie dieselben schiesen konnten. + +Diese wurden ungeduldig und fluchten über so viel Zeitverlust und über die Arbeiten, deren Wichtigkeit sie nicht einsehen konnten. Man that beinahe zweihundert Flintenschüsse auf die Reiger: aber zum Glück für diese waren sie eben so ungeschickte Schützen als unwissende Naturforscher: man traf bloß zwei oder drei von diesen Vögeln, die als Opfer der hohen Meinung fielen, die man von ihnen gefaßt hatte. + +Dieses Schießen würde nicht so bald nachgeahmt haben, und wir würden in Tairo wegen der zahlreichen Zickzacks, die unsere Jäger machten, und wegen des oft Anhaltens, das unsere Schiffahrt unterbrach, innerhalb acht Tagen nicht angelangt seyn, wenn unser enthusiastischer Ornitholog, der Chirurgus, nicht in den untern Schiffstheil in einen großen Linfentopf, den man für das Schiffsvolk kochte, herabgefallen wäre. Dieser Unglücksfall war das Zeichen zum Frieden mit den vorgeblichen Ibissen. + +*) Hasselquist hatte einen schönen Gedanken in einer Reise, da er den weisen Reiger Reigerjungfrau (ardea virgo) nannte." +Z166069305,259,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000259/full/full/0/native.jpg,"Ich fand an einer wafferreichen und mit Schilfrohr +bedekten Stelle ein schwarzes Wafferhuhn*), das man +in Aegypten Hoor nennt. Ich habe nachher Gelea +genheit gehabt, mir mehrere von diesen Vogeln zu vero +fchaffen, und indem ich fie init der Beschreibung verglich, +die Buffon davon gegeben hat, bemerkte ich einige +Berschiedenheiten der Farben an den Federn. Der Uufo +fallendste von diesen Unterschieden ist an dem Theile des +naften Beines uber dem Knie, der nach Buffon mit +einem rothen Reife umgeben ist, anstatt das dieser Zirket +an den fchwarzen Wasserhuhnern, die ich gesehen haben +gelb war. Diese Vogel find durchgehends feft und babes +ein zartes wohlichmeckendes Fleisch. +biti +Ich traf auch eine- Wachtel an, die ich fodtete. +Man sieht gewohnlich in dieser Jahreszeit keinen solchen +Vogel: fie war aber auch die Einzige in dein Bezirkt +den ich durchreiste. Im September findet der Zug +der Wachteln nach den agyptischen Kuften skatt: fie +bersammeln fich alsdann gemeiniglich auf der randigten +Infel, die in der Nahe von Rarchid die Mundung +bes Nils theilt. Ich werde hernach wieder auf die +wirkliche erstaunenswurdige Wanderung dieser Vogel +zuratkommen. +Die Felder, wo man den Reis eingeerndtet hatte, +waren voller Heerschnepfen **). Sie waren daselbst +porzuglich zahlreich. Ein Rardider Jager brachte +uns eines Tages einen Korb vol solcher Vogel, die er +wahrend eines Cheiles des Tages mit der Flinte geschore +fen hatte. Ich schos des Morgens zwolfe und verfehlte +eine eben so grose Anzaht. Diese Jagd ist zwar angenehm, +weil man nicht zu schiesen aufzuhoren braucht, aber fur +Fulica atra. Lin. Pouque. Buffon. +Seolopax gallinago. L. Beccallino. Buffon","231 + +無 + +Ich fand an einer wafferreichen und mit Schilfrohr +bedekten Stelle ein ſchwarzes Wafferhuhn*), das man +in Aegypten Hoor nennt. Ich habe nachher Gelea +genheit gehabt, mir mehrere von dieſen Vogeln zu vero +fchaffen, und indem ich fie init der Beſchreibung verglich, +die Büffon davon gegeben hat, bemerkte ich einige +Berſchiedenheiten der Farben an den Federn. Der Uufo +fallendſte von dieſen Unterſchieden iſt an dem Theile des +naften Beines über dem Knie, der nach Büffon mit +einem rothen Reife umgeben iſt, anſtatt daß dieſer Zirket +an den fchwarzen Waſſerhühnern, die ich geſehen haben +gelb war. Dieſe Vogel find durchgehends feft und babes +ein zartes wohlichmeckendes Fleiſch. + +ta + +11! + +. + +IN + +biti + +10 + +Ich traf auch eine- Wachtel an, die ich fodtete. +Man ſieht gewohnlich in dieſer Jahreszeit keinen ſolchen +Vogel: fié war aber auch die Einzige in dein Bezirkt +den ich durchreiſte. Im September findet der Zug +der Wachteln nach den ägyptiſchen Küften ſkatt: fie +berſammeln fich alsdann gemeiniglich auf der randigten +Infel, die in der Nähe von Rarchid die Mündung +bes Nils theilt. Ich werde hernach wieder auf die +wirkliche erſtaunenswürdige Wanderung dieſer Vogel +zůråtkommen. + +Die Felder, wo man den Reiß eingeerndtet hatte, +waren voller Heerſchnepfen **). Sie waren daſelbſt +porzüglich zahlreich. Ein Rardider Jáger brachte +uns eines Tages einen Korb vol ſolcher Vogel, die er +während eines Cheiles des Tages mit der Flinte geſchore +fen hatte. Ich ſchoß des Morgens zwolfe und verfehlte +eine eben ſo große Anzaht. Dieſe Jagd iſt zwar angenehm, +weil man nicht zu ſchießen aufzuhören braucht, aber für + +Fulica atra. Lin. Poułque. Buffon. +Seolopax gallinago. L. Beccallino. Buffon + + +","Ich fand an einer wafferreichen und mit Schilfrohr bedeckten Stelle ein schwarzes Wasserhuhn*), das man in Aegypten Hoor nennt. Ich habe nachher Gelegenheit gehabt, mir mehrere von diesen Vögeln zu verschaffen, und indem ich sie mit der Beschreibung verglich, die Buffon davon gegeben hat, bemerkte ich einige Unterschiedenheiten der Farben an den Federn. Der auffallendste von diesen Unterschieden ist an dem Theile des nassen Beines über dem Knie, der nach Buffon mit einem rothen Ringe umgeben ist, anstatt dass dieser Zirkel an den schwarzen Wasserhühnern, die ich gesehen habe, gelb war. Diese Vögel sind durchgehends fest und haben ein zartes wohlriechendes Fleisch. + +Ich traf auch eine Wachtel an, die ich sogleich tötete. Man sieht gewöhnlich in dieser Jahreszeit keinen solchen Vogel; sie war aber auch die Einzige in dem Bezirk, den ich durchreiste. Im September findet der Zug der Wachteln nach den ägyptischen Küsten statt; sie versammeln sich alsdann gemeinsam auf der randigten Insel, die in der Nähe von Rosette die Mundung des Nils theilt. Ich werde hernach wieder auf die wirkliche erstaunenswürdige Wanderung dieser Vögel zu sprechen kommen. + +Die Felder, wo man den Reis eingeerntet hatte, waren voller Heerschnepfen**). Sie waren daselbst zahlreich. Ein arabischer Jäger brachte uns eines Tages einen Korb voll solcher Vögel, die er während eines Theils des Tages mit der Flinte geschossen hatte. Ich schoß des Morgens zwölf und verfehlte eine eben so große Anzahl. Diese Jagd ist zwar angenehm, weil man nicht zu schießen aufzuhören braucht, aber für + +Fulica atra. Lin. Pouque. Buffon. +Seolopax gallinago. L. Beccallino. Buffon" +Z166069305,260,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000260/full/full/0/native.jpg,"ist auch fehr ermudend. Der lockere Reisboden"" ift To +tief mit Wasser geschwangert, das man bei jedem Schritte +manchmal bis an den halben Leib hineinfalt. Die Heers +schnepfen finden sich im Anfange des Novembers in +den sumpfigen Bezirken von Niederag y pter ein +und bringen den ganzen Winter daselbst zu. +Man fand auch, aber in geringerer Anzahl, getvaff: +nete Regenpfeifer*) mit Federbuschen. Die sich in +Aegypten aufhaltenden: Europa er nannten file +Dominikaner, weil die Vertheilung von Schwarz +und Weis an ihrem Gefieder ihnen Aehnlichkeit mit der +Kleidung von dieser Art von Munchen gab. Diese Regent, +Pfeifer waren die namlichen, die ich einige Jahre vorher +im Monat Auguft im Lande der Jolofen **) an der +Charadrius fpinofus. L. Pluvier a aigrettes. Buffon. +**) Mungo Part nennt sie in feinen Reisen im Inner +von Afrika a. D. E. Berlin 1799 Jaloffen und sagt von +ihnen S. 14. sie sind ein thatiges, machtiges und triegerisches +Volk, das den Strich Landes bewohnt, der zwischen dem +Senegal und den Mandingo- Staaten am Sambia +liegt; doda lind sie von den Mandingo's sowohl in der Sprache +als an Farbe und Gesichtsjugen verschieben. Sie haben teine +folden eingebruften Nasen, noch aufgeworfene Lippen als die +ubrigen Afrikaner', deshalb werden sie auch, ob sie gleich +der Farbe nach die Towarzsten unter allen Negern sind, von +den Weisen doch fur die schonsten in diesem Theile vou +Afrika gehalten. +Sie find in verschiebene unabhangige Staaten oder stonigs +reiche getheilt, die oft unter einander oder mit den Nachbarn +im Kriege find. In ihrer Lebensweise, ihrer Religion und +Regierungsform haben sie mit den Mandingo's die meiste +Aehnlichkeit, ubertreffen aber diese bei weitem in der Perfer- +tigung von Baumwollenzeugen: der Faben ist namlich feiner, +das Zeug breiter und die Farbe fchoner. +ghre Sprache fou reich und ausbrutsvot fern und wird oft +pon Europdern, die nach dem Senegal handeln, erlernt. +Der Ueberseker. +bog","25 + +iſt auch fehr ermüdend. Der lockere Reißboden"" ift To +tief mit Waſſer geſchwängert, daß man bei jedem Schritte +manchmal bis an den halben Leib hineinfalt. Die Heers +ſchnepfen finden ſich im Anfange des Novembers in +den ſumpfigen Bezirken von Niederåg y pter ein +und bringen den ganzen Winter daſelbſt zu. + +Man fand auch, aber in geringerer Anzahl, getvaff: +nete Regenpfeifer*) mit Federbüſchen. Die ſich in +Aegypten aufhaltenden: Europå er nannten file +Dominikaner, weil die Vertheilung von Schwarz +und Weiß an ihrem Gefieder ihnen Aehnlichkeit mit der +Kleidung von dieſer Art von München gab. Dieſe Regent, +Pfeifer waren die nämlichen, die ich einige Jahre vorher +im Monat Auguft im Lande der Jolofen **) an der + +. + +IM + +Charadrius fpinofus. L. Pluvier à aigrettes. Buffon. +**) Mungo Part nennt ſie in feinen Reiſen im Inner + +von Afrika a. D. E. Berlin 1799 Jaloffen und ſagt von +ihnen S. 14. ſie ſind ein thátiges, machtiges und triegeriſches +Volk, das den Strich Landes bewohnt, der zwiſchen dem +Senegal und den Mandingo- Staaten am Sambia +liegt; doda lind ſie von den Mandingo's ſowohl in der Sprache +als an Farbe und Geſichtsjugen verſchieben. Sie haben teine +folden eingebrúften Naſen, noch aufgeworfene Lippen als die +übrigen Afrikaner', deshalb werden ſie auch, ob ſie gleich +der Farbe nach die Towarzſten unter allen Negern ſind, von +den Weißen doch für die ſchönſten in dieſem Theile vou +Afrika gehalten. + +Sie find in verſchiebene unabhängige Staaten oder stönigs +reiche getheilt, die oft unter einander oder mit den Nachbarn +im Kriege find. In ihrer Lebensweiſe, ihrer Religion und +Regierungsform haben ſie mit den Mandingo's die meiſte +Aehnlichkeit, übertreffen aber dieſe bei weitem in der Perfer- +tigung von Baumwollenzeugen: der Faben iſt nämlich feiner, +das Zeug breiter und die Farbe fchoner. + +ghre Sprache fou reich und ausbrutsvot fern und wird oft +pon Europdern, die nach dem Senegal handeln, erlernt. + +Der Ueberſeker. + +bog +6 + + +","ist auch sehr ermüdend. Der lockere Reisboden ist zu tief mit Wasser geschwängert, das man bei jedem Schritte manchmal bis an den halben Leib hineinfällt. + +Die Heer- Schnepfen finden sich im Anfange des Novembers in den sumpfigen Bezirken von Niederägypten ein und bringen den ganzen Winter daselbst zu. Man fand auch, aber in geringerer Anzahl, getüffnete Regenpfeifer*) mit Federbuschen. + +Die sich in Ägypten aufhaltenden Europäer nannten sie Dominikaner, weil die Verteilung von Schwarz und Weiß an ihrem Gefieder ihnen Ähnlichkeit mit der Kleidung von dieser Art von Mönchen gab. Diese Regen- Pfeifer waren dieselben, die ich einige Jahre vorher im Monat August im Lande der Jolofen**) an der Charadrius spinosus. L. Pluvier à aigrettes. Buffon. + +Mungo Park nennt sie in seinen Reisen im Inneren von Afrika (S. 14.) Jaloffen und sagt von ihnen: sie sind ein tätiges, mächtiges und trügerisches Volk, das den Strich Landes bewohnt, der zwischen dem Senegal und den Mandingo-Staaten am Sambia liegt; dazu sind sie von den Mandingos sowohl in der Sprache als auch an Farbe und Gesichtszügen verschieden. Sie haben schön geformte Nasen, noch aufgeworfene Lippen als die übrigen Afrikaner', deshalb werden sie auch, ob sie gleich der Farbe nach die Töchter unter allen Negern sind, von den Weißen doch für die schönsten in diesem Theile von Afrika gehalten. + +Sie finden sich in verschiedenen unabhängigen Staaten oder ständig reichen getheilt, die oft untereinander oder mit den Nachbarn im Kriege finden. In ihrer Lebensweise, ihrer Religion und Regierungsform haben sie mit den Mandingos die meiste Ähnlichkeit, übertreffen aber diese bei weitem in der Perfektion von Baumwollenzeugen: der Faden ist nämlich feiner, das Zeug breiter und die Farbe schöner. Ihre Sprache ist reich und ausdrucksvoll fern und wird oft von Europäern, die nach dem Senegal handeln, erlernt. + +Der Überseher." +Z166069305,261,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000261/full/full/0/native.jpg,"Westkuste von Afrika gesehen hatte: Fie halten fich +gern an den Ufern der Wassersumpfe, an den Flussen +und an allen Feuchten Orten auf, ob fie gleich niemals +in das Waffer hineingehen. Diese Vogel schreien immer +und find wild: nur mit schwerer Mube kann man fich +ihnen nahern: wenn sie aber auch den Menschen zu fliehen +gelernt haben, fo find sie doch unter einander gesellig +und lieben einander: fte find niemals allein: man sieht +fie ftets paarweise oder in kleinen Trupps beisammen. +Auf den Strasen verkaufte man Bokshornstengel*): +Nan bauet diese Pflanze als Futterkraut; und sie wurde +die erste Stelle unter allen Arten von Futter fur die +Thiere in Nieder a gypten einnehmen, wenn es +feinen Barfim, eine Art von Klee, der in diesem Lande +einheimisch ift, gabe. Jhr arabischer Name ist Helb es +Obgleich dieses Helbe den Uegyptern eine saft +reiche Nahrung fur die zahlreichen Viehheerden liefert, +womit die Ebenen des Delta bedeft find; obgleich die +Pferde, die Ochsen, die Buffel es alle fehr gern freffen, +' To scheint es doch nicht besonders zum Viehfutter dafelbft +bestimmt zu feyn, weil ihnen ber Barfim eine noch +beffere und im grosern Ueberflus vorhandene Nahrung +giebt. Was man aber in diesem an Sonderbarkeiten so +reichen Lande fur etwas sehr auserordentliches halten +wird, ist das die Aegypter feluft dieses Botshorn +effen: man konnte es daber mit Recht Menschen futo +ter nennen. +Im Monat November ruft man auf den Strasen +der Stadte: grunes selbe zu verkaufen. Mart +hat es in grose Bundel zusammengebunden, die die +Einwohner sehr eifrig um einen wohlfeilen Preis kaufen +*) Trigouella foenuin graecum L","233 + +# + +Weſtküſte von Afrika geſehen hatte: Fie halten fich +gern an den Ufern der Waſſerſümpfe, an den Flüſſen +und an allen Feuchten Orten auf, ob fie gleich niemals +in das Waffer hineingehen. Dieſe Vögel ſchreien immer +und find wild: nur mit ſchwerer Múbe kann man fich +ihnen nähern: wenn ſie aber auch den Menſchen zu fliehen +gelernt haben, fo find ſie doch unter einander geſellig +und lieben einander: fte find niemals allein: man ſieht +fie ftets paarweiſe oder in kleinen Trupps beiſammen. + ++ + +3 + +Auf den Straßen verkaufte man Bokshornſtengel*): +Nan bauet dieſe Pflanze als Futterkraut; und ſie würde +die erſte Stelle unter allen Arten von Futter für die +Thiere in Nieder å gypten einnehmen, wenn es + +9 +feinen Barfim, eine Art von Klee, der in dieſem Lande +einheimiſch ift, gåbe. Jhr arabiſcher Name iſt Helb és + +* + +. + +11 + +Obgleich dieſes Helbe den Uegyptern eine ſaft +reiche Nahrung für die zahlreichen Viehheerden liefert, +womit die Ebenen des Delta bedeft find; obgleich die +Pferde, die Ochſen, die Büffel es alle fehr gern freffen, +' To ſcheint es doch nicht beſonders zum Viehfutter dafelbft +beſtimmt zu feyn, weil ihnen ber Barfim eine noch +beffere und im großern Ueberfluß vorhandene Nahrung +giebt. Was man aber in dieſem an Sonderbarkeiten ſo +reichen Lande für etwas ſehr außerordentliches halten +wird, iſt daß die Aegypter felüft dieſes Botshorn +effen: man konnte es daber mit Recht Menſchen futo +ter nennen. + +24 + +M + +34 + +Im Monat November ruft man auf den Straßen +der Städte: grünes selbe zu verkaufen. Mart +hat es in große Bündel zuſammengebunden, die die +Einwohner ſehr eifrig um einen wohlfeilen Preis kaufen + +*) Trigouella foenuin graecum L + +1 + + +","Westkuste von Afrika gesehen hatte: Sie halten sich +gern an den Ufern der Wassersümpfe, an den Flüssen +und an allen feuchten Orten auf, ob sie gleich niemals +in das Wasser hineingehen. Diese Vögel schreien immer +und sind wild; nur mit schwerer Mühe kann man sich +ihnen nähern: wenn sie aber auch den Menschen zu fliehen +gelernt haben, so sind sie doch untereinander gesellig +und lieben einander; sie sind niemals allein; man sieht +sie stets paarweise oder in kleinen Trupps beisammen. + +Auf den Straßen verkaufte man Bokshornstengel*); +man baut diese Pflanze als Futterkraut; und sie würde +die erste Stelle unter allen Arten von Futter für die +Thiere in Niederägypten einnehmen, wenn es keinen +Bersen, eine Art von Klee, der in diesem Lande +einheimisch ist, gäbe. Ihr arabischer Name ist Helb-es. + +Obgleich dieses Helbe den Ägyptern eine saftreiche +Nahrung für die zahlreichen Viehherden liefert, womit +die Ebenen des Delta bedeckt sind; obgleich die Pferde, +die Ochsen, die Büffel sie alle sehr gern fressen; +so scheint es doch nicht besonders zum Viehfutter dafelsbst +bestimmt zu sein, weil ihnen der Bersem eine noch bessere +und in größerem Überfluss vorhandene Nahrung gibt. + +Was man aber in diesem an Sonderbarkeiten so reichen +Land für etwas sehr außerordentliches halten wird, +ist das die Ägypter selten dieses Bokshorn fressen; +man könnte es jedoch mit Recht Menschenfutter nennen. + +Im Monat November ruft man auf den Straßen der Städte: +grünes Salbe zu verkaufen. Mart hat es in große Bundel +zusammengebunden, die die Einwohner sehr eifrig um einen wohlfeilen Preis kaufen. + +*) Trigonella foenum graecum" +Z166069305,262,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000262/full/full/0/native.jpg,"und mit einer unglaublichen Begierde ohne irgend eine +Art von Zuthat verschlingen. Sie behaupten, dieses +fonderbare Gericht fen ein vortrefliches magenstarkendes +und ein unfehlbares Mittel gegen die Wurmer und gegen +die rothe Ruhr; man halt es endlich auch fur ein Vors +bauungsmittel gegen eine grose Anzahl von Krankheiteni +Ich habe auch einige Bundel von diesem Futter gegeffert +und sie nicht schlecht gefunden; allein ich genos diese Art +von Speise lange nicht mit dem Vergnugen, mit welchen +fie die Eingebornen effen: und ich habe weder gute noci +fchlimme Wirkungen davon verspurt. +Die Aegypter aber verschlingen nicht allein die Stiele +und die Blatter von dem Bofshorn, sondern fie laffent +auch die Kerner felmen und effen ihre Schoslinge. Diese +halten sie fur eine reckerfpeife, die die guten Eigenschaften, +die man der Pflanze zuschreibt, im vorzuglichen Grade +befige. Damit nun die Kerner bald feimen, fullt man +eigen Rorb damit an, den man zwei bis drei Tage lang +im fliesenden Wasser stehen last: hernach schichtet man +die Kerner auf einem Stroh. oder Krauterlager auf +einander, damit fie erhizt werden und bedekt einen Sheil +von den auf diese Art erweichten Kernern mit fleinen +irrsenen Gefasen in Gestalt von verstummelten und oben +offenen Kegeln. Durch diese Deffnungen schiesen die +Reime, die bald gros find, in die Hohe, indem fie +einander umschlingen: man halt fie aber zuruk, indem +man fie krummt. Endlich nimmt man das mit jungen +Schoslingen angefullte Gefas weg und ist fie mit der +Kernern, die sie erzeugt haben. Fur einen Medin, d. h. +fur ungefahr einen Sol unsers Geldes erhalt man zwolf +kleine fo angefullte Lopfe. Mari mus ein groses Vers +trauen auf die Eigenschaften dieser Zweige Tegen, wenn +man eine so grose Menge, als die Aegypter davon effen, +geniesen. will: denn sie find ausnehmend bitter. Man +last die Kerner auch roften und bereitet fie auf die Art zu","234 + +und mit einer unglaublichen Begierde ohne irgend eine +Art von Zuthat verſchlingen. Sie behaupten, dieſes +fonderbare Gericht fen ein vortrefliches magenſtårkendes +und ein unfehlbares Mittel gegen die Würmer und gegen +die rothe Ruhr; man hält es endlich auch für ein Vors +bauungsmittel gegen eine große Anzahl von Krankheiteni +Ich habe auch einige Bündel von dieſem Futter gegeffert +und ſie nicht ſchlecht gefunden; allein ich genoß dieſe Art +von Speiſe lange nicht mit dem Vergnügen, mit welchen +fie die Eingebornen effen: und ich habe weder gute noci +fchlimme Wirkungen davon verſpürt. + +1 + +6 + +Die Aegypter aber verſchlingen nicht allein die Stiele +und die Blätter von dem Bofshorn, ſondern fie laffent +auch die Kerner felmen und effen ihre Schoßlinge. Dieſe +halten ſie für eine reckerfpeife, die die guten Eigenſchaften, +die man der Pflanze zuſchreibt, im vorzüglichen Grade +befige. Damit nun die Kerner bald feimen, füllt man +eigen Rorb damit an, den man zwei bis drei Tage lang +im fließenden Waſſer ſtehen läßt: hernach ſchichtet man +die Kerner auf einem Stroh. oder Kräuterlager auf +einander, damit fie erhizt werden und bedekt einen Sheil +von den auf dieſe Art erweichten Kernern mit fleinen +irršenen Gefäßen in Geſtalt von verſtummelten und oben +offenen Kegeln. Durch dieſe Deffnungen ſchießen die +Reime, die bald groß find, in die Höhe, indem fie +einander umſchlingen: man hålt fie aber zurük, indem +man fie krümmt. Endlich nimmt man das mit jungen +Schößlingen angefüllte Gefäß weg und ißt fie mit der +Kernern, die ſie erzeugt haben. Für einen Medin, d. h. +für ungefähr einen Sol unſers Geldes erhält man zwolf +kleine fo angefüllte Lópfe. Mari muß ein großes Vers +trauen auf die Eigenſchaften dieſer Zweige Tegen, wenn +man eine ſo große Menge, als die Aegypter davon effen, +genießen. will: denn ſie find ausnehmend bitter. Man +låßt die Kerner auch röften und bereitet fie auf die Art zu + +12 + + +","und mit einer unglaublichen Begierde ohne irgend eine Art von Zuthat verschlingen. Sie behaupten, dieses wunderbare Gericht sei ein vortreffliches magenstärkendes und ein unfehlbares Mittel gegen die Würmer und gegen die rothe Ruhr; man hält es endlich auch für ein Vorbeugungsmittel gegen eine große Anzahl von Krankheiten. Ich habe auch einige Bundel von diesem Futter gegessen und sie nicht schlecht gefunden; allein ich genoss diese Art von Speise lange nicht mit dem Vergnügen, mit welchem die Eingeborenen essen: und ich habe weder gute noch schlimme Wirkungen davon verspürt. + +Die Ägypter aber verschlingen nicht allein die Stiele und die Blätter von dem Boskorn, sondern sie lassen auch die Kerne selbst essen und ihre Schößlinge. Diese halten sie für eine rechere Speise, die die guten Eigenschaften, die man der Pflanze zuschreibt, im vorzüglichen Grade besitzt. Damit nun die Kerne bald feimen, füllt man einen Topf damit an, den man zwei bis drei Tage lang im fließenden Wasser stehen lässt: hernach schichtet man die Kerne auf einem Stroh- oder Krauterlager auf einander, damit sie erhitzt werden und bedeckt einen Teil von den auf diese Art erweichten Kernen mit kleinen irdenen Gefäßen in Gestalt von verstummelten und oben offenen Kegeln. Durch diese Düsen schiessen die Reime, die bald groß sind, in die Höhe, indem sie einander umschlingen: man hält sie aber zurück, indem man sie krümmt. Endlich nimmt man das mit jungen Schößlingen angefüllte Gefäß weg und ist es mit den Kernen, die sie erzeugt haben. Für einen Medin, d. h. für ungefähr einen Sol unseres Geldes erhält man zwölf kleine so angefüllte Löffel. Man muss ein großes Vertrauen auf die Eigenschaften dieser Zweige haben, wenn man eine so große Menge, als die Ägypter davon essen, genießen will: denn sie finden ausnehmend bitter. Man lässt die Kerne auch rösten und bereitet sie auf diese Art zu." +Z166069305,263,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000263/full/full/0/native.jpg,"wie den Staffee, und thut noch Limonensaft dazu. Dieses +Getrank ist ziemlich angenehm. Ich kann dies aber nicht +von einem in diesem Lande sehr gewohnlichen Rogout +fagen, den man aus Helbe'szweigen macht, die man mit +Konig focht. +Uebrigens sehen die Uegypter diese Pflanze, die +fo viele vortrefliche Eigenschaften befizt, als ein wirklich +allgemeines Hulfsmittel an. Profper Alpinus hat +pich sehr weitlauftig uber ihre Heilkrafte ausgelassen*). +Bei so vielen bortreflichen wahren oder erdichteten Eigene +fchaften darf man sich nicht wundern, das die Aegypter +das Bolshorn so hoch schagen, das nach Einem ihree +Sprichworter: die Fuse glutlich sind, die den +Boden betreten, worauf das selbe wa ch ft. +Uber auch unabhangig von diesen noch wenig ausge. +machten Eigenschaften verdient der Anbau das Bokshorn +in Frankreich verbreitet zu werden. Es giebt ein +gutes Futter, das die Pferde gesund erhalt und selbst zu +Threr Heilung von Krankheiten beitragt. Ich baue es +feit mehrern Jahren auf meinem einsamen Aufenthalt +Manoncourt, in dem Departement der Meurthe +mit gluflichem Erfolge.( Man rehe La Feville du Culti. +vateur vom 27. Mesfidor im 3. J.) +Man sehe seine Bucher von den Pflanzen Hegypte#$ und +von der Arzneitunde der Aegopter,","235 + +wie den Staffee, und thut noch Limonenſaft dazu. Dieſes +Getrånk iſt ziemlich angenehm. Ich kann dies aber nicht +von einem in dieſem Lande ſehr gewöhnlichen Rogout +fagen, den man aus Helbe'szweigen macht, die man mit +Konig focht. + +Uebrigens ſehen die Uegypter dieſe Pflanze, die +fo viele vortrefliche Eigenſchaften befizt, als ein wirklich +allgemeines Hülfsmittel an. Profper Alpinus hat +pich ſehr weitläuftig über ihre Heilkräfte ausgelaſſen*). +Bei ſo vielen bortreflichen wahren oder erdichteten Eigene +fchaften darf man ſich nicht wundern, daß die Aegypter +das Bolshorn ſo hoch ſchågen, daß nach Einem ihrée +Sprichworter: die Füße glútlich ſind, die den +Boden betreten, worauf das selbé wá ch ft. + +I + +*** + +Über auch unabhängig von dieſen noch wenig ausge. +machten Eigenſchaften verdient der Anbau das Bokshorn +in Frankreich verbreitet zu werden. Es giebt ein +gutes Futter, das die Pferde geſund erhålt und ſelbſt zu +Threr Heilung von Krankheiten beiträgt. Ich baue es +feit mehrern Jahren auf meinem einſamen Aufenthalt +Manoncourt, in dem Departement der Meurthe +mit glüflichem Erfolge.( Man rehe La Feville du Culti. +vateur vom 27. Meſfidor im 3. J.) + +Man ſehe ſeine Bücher von den Pflanzen Hegypte#$ und +von der Arzneitunde der Aegopter, + + +","wie den Saftee, und thut noch Limonensaft dazu. Dieses Getränk ist ziemlich angenehm. Ich kann dies aber nicht von einem in diesem Lande sehr gewöhnlichen Ragout sagen, den man aus Holbe'szweigen macht, die man mit Königskraft. +Uebrigens sehen die Ägypter diese Pflanze, die so viele vorzügliche Eigenschaften befizt, als ein wirklich allgemeines Hülfsmittel an. Prosper Alpinus hat sich sehr weitläufig über ihre Heilkraft ausgelassen*). Bei so vielen vorzüglichen wahren oder erdichteten Eigenschaften darf man sich nicht wundern, dass die Ägypter das Bokshorn so hoch schätzen, das nach einem ihrer Sprichwörter: die Füße glücklich sind, die den Boden betreten, worauf das selbe wächst. +Über auch unabhangig von diesen noch wenig ausgeführten Eigenschaften verdient der Anbau des Bokshorns in Frankreich verbreitet zu werden. Es gibt ein gutes Futter, das die Pferde gesund erhält und selbst zu ihrer Heilung von Krankheiten beiträgt. Ich baue es seit mehreren Jahren auf meinem einsamen Aufenthalt Manoncourt, im Departement der Meurthe mit glücklichem Erfolge.(Man lese La Feuille du Cultivateur vom 27. Messidor im 3. J.) +Man sehe seine Bücher von den Pflanzen Ägyptens und von der Arzneitunde der Ägypter." +Z166069305,264,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000264/full/full/0/native.jpg,"Z w anzigstes Capitel. +Reise nach Abutir Srummern Beduinen- +Hafen und Rhede Judischer Drogman rothe +Rebhuhner eine sehr grose fanelirte Statue +Canopus Gouverneur Schlos und Dorf +Abukir kleine Pyramide Rukreise nach +Raschid. +Zwischen Karahid und Alexandriert blieb mir noch +ein Ort zu untersuchen ubrig, der einst unter dem Namen +Canopus beruhmt war, heut zu Tage aber von den +Arabern A bufir und von den europaischen Schiffern +burch Verstummelung Bequiers genannt wird. Da er +von dem gewohnlichen Wege abliegt, fo wird er wenig +von Reisenden besucht. Ich wuste, das er besucht zu +werden verdiente, und ich reste daher den iaten Novema +ber dahin ab. Der Drogman zu Rachid, Herr fore +neti, hatte die Gefadigkeit mich dahin zu begleiten, und +* wir nahmen einen Janitscharen, meinen Zeichner und zwei +Bediente mit. +Wir erkletterten auf Maulefeln die Sandhugel, die +den durren und berpeglichen Wall bilden, der Raschid von +der Westfeite einschliest. Wir gelangten in die Ebene +der Thurmchen oder Pfeiler*) und erreichten hernach das +*) Man fehe oben.","256 + +. + +144 + +04 + +Z w anzigſtes Capitel. + +1 + +w + +Reiſe nach Abutir Srůmmern Beduinen- +Hafen und Rhede Jüdiſcher Drogman rothe +Rebhühner eine ſehr große fanelirte Statue +Canopus Gouverneur Schloß und Dorf +Abukir kleine Pyramide Rúkreiſe nach + +Raſchid. + +CD + +Zwiſchen Karahid und Alexandriert blieb mir noch +ein Ort zu unterſuchen übrig, der einſt unter dem Namen +Canopus berühmt war, heut zu Tage aber von den +Arabern A bufir und von den europäiſchen Schiffern +burch Verſtůmmelung Bequiers genannt wird. Da er +von dem gewöhnlichen Wege abliegt, fo wird er wenig +von Reiſenden beſucht. Ich wußte, daß er beſucht zu +werden verdiente, und ich reſte daher den iäten Novema +ber dahin ab. Der Drogman zu Rachid, Herr fore + +' +neti, hatte die Gefädigkeit mich dahin zu begleiten, und +* wir nahmen einen Janitſcharen, meinen Zeichner und zwei +Bediente mit. + +Wir erkletterten auf Maulefeln die Sandhügel, die +den dürren und berpeglichen Wall bilden, der Raſchid von +der Weſtfeite einſchließt. Wir gelangten in die Ebene + +. +der Thürmchen oder Pfeiler*) und erreichten hernach das + +*) Man fehe oben. + + +","Zwanzigstes Capitel. +Reise nach Abukir, Srummern, Beduinen-Hafen und Rhede. Judischer Drogman, rothe Rebhühner, eine sehr große faneierte Statue Canopus, Gouverneur-Schloss und Dorf Abukir, kleine Pyramide, Rückreise nach Raschid. + +Zwischen Karahid und Alexandria blieb mir noch ein Ort zu untersuchen übrig, der einst unter dem Namen Canopus berühmt war, heut zu Tage aber von den Arabern A bukir und von den europäischen Schiffen durch Verstümmelung Bequiers genannt wird. Da er von dem gewöhnlichen Wege abliegt, so wird er wenig von Reisenden besucht. Ich wusste, dass er besucht zu werden verdiente, und ich reiste daher den 11ten November dahin ab. Der Drogman zu Raschid, Herr Foreneti, hatte die Gefälligkeit mich dahin zu begleiten, und wir nahmen einen Janitscharen, meinen Zeichner und zwei Bedienten mit. + +Wir erkletterten auf Maultieren die Sandhügel, die den dürren und breipfligen Wall bilden, der Raschid von der Westseite einschließt. Wir gelangten in die Ebene der Thürmchen oder Pfeiler*) und erreichten hernach das ..." +Z166069305,265,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000265/full/full/0/native.jpg,"Seeufer, an welchem wir bis zum See Maadie hina +reisten. +Ein Trupp agyptischer Geier, denen man sehr uns +pasend den Namen Pharao'shu hner*) gegeben, hatte +fich in dein Sande auf ein Aas von einem gefallenen +Thiere gesezt. Wir brachten eine ganze Stunde zu, ehe +- wir uber den See Maadie kamen, weil unser Fahrzeug +sehr schlecht gebauet war. Hatten wir nur eine gewohn-. +liche Fahre gehabt, so hatten wir keine Viertelstunde dazu +gebraucht. Kurz vorher, ehe wir noch bei diesem Ueber. +reste des car.opischen Nilarmes anlangten, trafen wir ein +fleines Lager von Beduinen- Arabern an, das +blos aus vier Zelten bestand, unter welchen Manner, +Weiber und Thiere beisammen lebten. Die herumirrende +lebensart dieser Nomaden und Rauber erlaubt ihnen nicht, +das fie fich lang an einem Orte aufhalten. Sie boten +uns schlechtes Wasser an, das wir vor Drust tranken, +und das wir ihnen theuer bezahlten. +Hinter Naadie gelangten wir an das Seeufer, +an welchem hin man einen Damm oder eine Chauffee era +richtet hat, um das Wasser zuruk zu halten, da der fan. +digte Boden nicht hoher als das Meer ist. Auf diefem +i Damme stehen von Zeit zu Zeit kleine Thurme. Wir ver. +*) Fremde Vogel, die mit dem Geier Aehnlichkeit haben. +Vultur percnopterus Buffon.( Bruce ragt, die Pharo'shenne +heise in Uegypten Racamoh. Id horte, fahrt Bruce fort, +nie eine Stimme von diesem Vogel: gemziniglich geht er +allein, und ligt und geht ofterer auf der Erde als auf den +Baumen. Das faulste und stinkendste Aas ist ihm das Liebste; +er riecht daher auch sehr stark und geht geschwind'in Faulnis +uber. Es ist ein groses Perseben gegen die Befehle und gegen +die Polizei, einen von diesen Vogeln in der Nahe von Kairo +zu fodten. Er legt nur 2 Eier und bauet fein Nest in die +wustesten Gegenden des Landes. +Der ueberreger)","237 + +Seeufer, an welchem wir bis zum See Maadié hina +reiſten. + +1 + +Ein Trupp ägyptiſcher Geier, denen man ſehr uns +paßend den Namen Pharao'shů hner*) gegeben, hatte +fich in dein Sande auf ein Aas von einem gefallenen + +Thiere geſezt. Wir brachten eine ganze Stunde zu, ehe +- wir über den See Maadié kamen, weil unſer Fahrzeug + +ſehr ſchlecht gebauet war. Håtten wir nur eine gewohn-. +liche Fähre gehabt, ſo håtten wir keine Viertelſtunde dazu +gebraucht. Kurz vorher, ehe wir noch bei dieſem Ueber. +reſte des car.opiſchen Nilarmes anlangten, trafen wir ein +fleines Lager von Beduinen- Arabern an, das +bloß aus vier Zelten beſtand, unter welchen Männer, +Weiber und Thiere beiſammen lebten. Die herumirrende +lebensart dieſer Nomaden und Räuber erlaubt ihnen nicht, +daß fie fich lang an einem Orte aufhalten. Sie boten +uns ſchlechtes Waſſer an, das wir vor Druſt tranken, +und das wir ihnen theuer bezahlten. + +he + +is + +Hinter Naadié gelangten wir an das Seeufer, +an welchem hin man einen Damm oder eine Chauffee era +richtet hat, um das Waſſer zurük zu halten, da der fan. + +digte Boden nicht höher als das Meer iſt. Auf diefem +i Damme ſtehen von Zeit zu Zeit kleine Thürme. Wir ver. + +9 + +1 + +*) Fremde Vögel, die mit dem Geier Aehnlichkeit haben. + +Vulţur percnopterus Buffon.( Bruce ragt, die Pharo'shenne +heiße in Uegypten Racamoh. Id hörte, fåhrt Bruce fort, +nie eine Stimme von dieſem Vogel: gemziniglich geht er +allein, und ligt und geht öfterer auf der Erde als auf den +Bảumen. Das faulſte und ſtinkendſte Aas iſt ihm das Liebſte; +er riecht daher auch ſehr ſtark und geht geſchwind'in Fäulniß +über. Es iſt ein großes Perſeben gegen die Befehle und gegen +die Polizei, einen von dieſen Vögeln in der Nähe von Kairo +zu fodten. Er legt nur 2 Eier und bauet fein Neſt in die +wuſteſten Gegenden des Landes. + +Der ueberreger) + + +","Seeufer, an welchem wir bis zum See Maadie hinaus reisten. + +Ein Trupp ägyptischer Geier, denen man sehr uns passend den Namen Pharaonshühner gegeben, hatte sich in dem Sande auf ein Aas von einem gefallenen Thiere gesetzt. Wir brachten eine ganze Stunde zu, ehe wir über den See Maadie kamen, weil unser Fahrzeug sehr schlecht gebaut war. Hätten wir nur eine gewöhnliche Fahre gehabt, so hätten wir keine Viertelstunde dazu gebraucht. + +Kurz vorher, ehe wir noch bei diesem Übergang des cariopischen Nilarmes anlangten, trafen wir ein kleines Lager von Beduinen-Arabern an, das bloß aus vier Zelten bestand, unter welchen Männer, Weiber und Thiere beisammen lebten. Die herumirrende Lebensart dieser Nomaden und Räuber erlaubt ihnen nicht, dass sie sich lang an einem Orte aufhalten. + +Sie boten uns schlechtes Wasser an, das wir vor Durst tranken, und das wir ihnen theuer bezahlten. + +Hinter Naadie gelangten wir an das Seeufer, an welchem hin man einen Damm oder eine Chauffée errichtet hat, um das Wasser zurück zu halten, da der sandigte Boden nicht höher als das Meer ist. Auf diesem Damme stehen von Zeit zu Zeit kleine Thürme. + +Wir ver... + +*) Fremde Vögel, die mit dem Geier Ähnlichkeit haben. Vultur percnopterus Buffon. (Bruce ragt, die Pharaonshenne heiße in Uegypten Racamoh.) Id hörte, fährt Bruce fort, nie eine Stimme von diesem Vogel; gemziniglich geht er allein, und liegt und geht öfter auf der Erde als auf den Bäumen. Das faulste und stinkendste Aas ist ihm das Liebste; er riecht daher auch sehr stark und geht geschwind in Faulnis über. + +Es ist ein großes Versehen gegen die Befehle und gegen die Polizei, einen von diesen Vögeln in der Nähe von Kairo zu fangen. Er legt nur 2 Eier und baut sein Nest in die wüstesten Gegenden des Landes. + +Der überreger)" +Z166069305,266,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000266/full/full/0/native.jpg,"a58 +Hesen den Weg, der nach Alexandrien fuhrt, glengen +langs der Kuste hin, und langten um ein uhr Nachmit +tags zu 4 butir an. +Dieser Ort ist nichts weiter als ein Dorf mit einem +Schloffe, das auf der Spise eines Vorgebirges steht +welches ziemlich weit in das Meer hineingeht. Einige +Klippeu, die vorwarts dem Vorgebirge einzeln liegen, +schliesen in der grosen Bai, die die Kuste an dieser Stelle +macht, einen kleinen Safen ein, wo die Schiffe am Fuse +des Schloffes in Sicherheit find, und wo vormarts dem +Telben eine gute Rhede ift. Er war der gewohnliche +Ruheplaz der franzosischen Fregatten, die in dieser Gegend +kreuzten, und wurde sowohl von den Handelsschiffen, die +das sturmische Wetter den neuen so gefahrlichen Hafen von +Alexandrien zu verlaffen nothigte, als von den +Schermes des Landes Besucht, wenn sie Alexandrien +nicht erreichen, oder wenn sie nicht uber den Boghas +des Nils an der Mundung des Armes von Rarchid hin +weg kommen konnten. +Auf dieser Rhede, aber in einer auzugrosen Entferu +Rung von der Kliste, hielt die franzofische Flotte unter +den Befehlen des braven und ungluklichen Bru ens eine +so nachtheilige Schlacht gegen die englische Flotte unter +Nelson aus: eine Schlacht, die man leicht und fluglich +batte vermeiden konnen*). +Wir fliegen bei einem Juden ab, der der ordentliche e +Geschaftsfuhrer des franzosischen Consuls in Aegypter +) Die Budt, wo diefe Seeschlacht den ten Ang. 1798 vorfiel, +liegt nordwestlich von dem Kastel. Die Breite des Anferplanes +betragt hochstens eine deutsche Meile: die Tiefe der Kbede ift +Fehr ungleid: die ostliche Seite der Bucht ist mit Klippen und +Sandbanfen so versezt, das hier die Einfahrt in die Nihede nut +segen 1300 tbeinische Fus breit ist. +Der Heberieser.","a58 + +Heßen den Weg, der nach Alexandrien führt, glengen +långs der Küſte hin, und langten um ein ühr Nachmit +tags zu 4 butir an. + +4 + +1 + +11 + +Dieſer Ort iſt nichts weiter als ein Dorf mit einem +Schloffe, das auf der Spiße eines Vorgebirges ſteht +welches ziemlich weit in das Meer hineingeht. Einige +Klippeu, die vorwärts dem Vorgebirge einzeln liegen, +ſchließen in der großen Bai, die die Küſte an dieſer Stelle +macht, einen kleinen Safen ein, wo die Schiffe am Fuße +des Schloffes in Sicherheit find, und wo vormårts dem +Telben eine gute Rhede ift. Er war der gewohnliche +Ruheplaz der franzöſiſchen Fregatten, die in dieſer Gegend +kreuzten, und wurde ſowohl von den Handelsſchiffen, die +das ſtürmiſche Wetter den neuen ſo gefährlichen Hafen von +Alexandrien zu verlaffen nothigte, als von den +Schermes des Landes Beſucht, wenn ſie Alexandrien +nicht erreichen, oder wenn ſie nicht über den Boghas + +des Nils an der Mündung des Armes von Rärchid hin +weg kommen konnten. + +Auf dieſer Rhede, aber in einer aữzugroßen Entferu +Rung von der Kliſte, hielt die franzofiſche Flotte unter +den Befehlen des braven und unglüklichen Brú ens eine +ſo nachtheilige Schlacht gegen die engliſche Flotte unter +Nelſon aus: eine Schlacht, die man leicht und flüglich +batte vermeiden können*). + +. + +Wir fliegen bei einem Juden ab, der der ordentliche è +Geſchäftsführer des franzöſiſchen Conſuls in Aegypter + +) Die Budt, wo diefe Seeſchlacht den ten Ang. 1798 vorfiel, + +liegt nordweſtlich von dem Kaſtel. Die Breite des Anferplanes +beträgt höchſtens eine deutſche Meile: die Tiefe der Kbede ift +Fehr ungleid: die öſtliche Seite der Bucht iſt mit Klippen und +Sandbånfen ſo verſezt, daß hier die Einfahrt in die Nihede nut +segen 1300 tbeiniſche Fuß breit iſt. + +Der Héberießer. + +1 + + +","Hesen den Weg, der nach Alexandrien führt, gingen langs der Küste hin, und langten um ein Uhr Nachmittags zu 4 Butir an. + +Dieser Ort ist nichts weiter als ein Dorf mit einem Schlosse, das auf der Spitze eines Vorgebirges steht welches ziemlich weit in das Meer hineingeht. Einige Klippen, die vor dem Vorgebirge einzeln liegen, schließen in der großen Bucht, die die Küste an dieser Stelle macht, einen kleinen Hafen ein, wo die Schiffe am Fuße des Schlosses in Sicherheit finden, und wo vormals eine gute Rhede ist. Er war der gewöhnliche Ruheplatz der französischen Fregatten, die in dieser Gegend kreuzten, und wurde sowohl von den Handelsschiffen, die das stürmische Wetter dem neuen so gefährlichen Hafen von Alexandrien zu verlassen nötigte, als von den Schermern des Landes besucht, wenn sie Alexandrien nicht erreichen oder wenn sie nicht über den Bughase des Nils an der Mündung des Armes von Rosette hinweg kommen konnten. + +Auf dieser Rhede, aber in einer außergewöhnlich großen Entfernung von der Küste, hielt die französische Flotte unter den Befehlen des braven und unglücklichen Brueys eine so nachteilige Schlacht gegen die englische Flotte unter Nelson aus: eine Schlacht, die man leicht und flüchtig hatte vermeiden können. + +Wir hielten bei einem Juden ab, der der ordentliche Geschäftsführer des französischen Consuls in Ägypten war. Die Bucht, wo diese Seeschlacht am 1. August 1798 vorgefallen ist, liegt nordwestlich von dem Kastell. Die Breite des Ankerplatzes beträgt höchstens eine deutsche Meile; die Tiefe der Rhede ist sehr ungleich: die östliche Seite der Bucht ist mit Klippen und Sandbänken so versehen, dass hier die Einfahrt in die Rhede nicht mehr als 1300 tosische Fuß breit ist. + +Der Hafen des Kastells." +Z166069305,267,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000267/full/full/0/native.jpg,"war. Seine Vorfahren hatten dieses Amt ftets ebrenvoll +und treu veripaltet. Er hatte viel Zuneigung zu den +franzosen. Er war ein fanfter, dienstfertiger und end. +lich der ehrlichste Mann, den ich unter den Juden kennen +gelernt habe. Er hatte taglich sechs Para's ober Me +dins oder sieben bis acht Sols Beroldung. Man +konnte die Dienste nicht schlechter dergelten, die er den +franzosischen Schiffen leistete, die vor Abukir anker. +ten, und die sich nicht ohne ihn an einem so einzeln +ftehenden Orte aufhalten fonnten, wo es keinen Euro +paer gab. Ehemals erhielt er sogar nur vier Medins +Besoldung. +Im Jahr 1706 hatte man zuerst einen Drogman +ju Abukir angestellt, und im Jahre 1777 wollte der +Generalinspektor Tott diese Einrichtung aufheben, allein +1 die Vorstellungen der Alexandrinischen Kaufleute verhin. +derten die Ausfuhrung dieses Planes. +Des Haus des M allum fou ref*)( ro hies der +Jude) hatte eine schone lage; es ist sehr gros, und man +wurde bequeme Zimmer darin angetroffen haben, wenn +Hie gereinigt gewesen waren. Die Reisenden musten fich +mit Brod versorgen, denn zu Abutir konnte man feines +taufen. Uebrigens aber bekam man ziemlich leicht Fische, +junge Baren, Austern und andere Schaalthiere, und man +konnte fich wegen des Unkaufs von Lebensmitteln auf die +Sorgfalt des Drogmans und seines Sohnes verlassen. +Sie hatten in ihrem Hause ein Paar rothe Rebhuhner **). +*) Das Wort Mallu m entspricht ziemlich dem Worte Herr. +X al tum goufef will also so viel als Herr foreph fagen. +Diefe. Benennung legen die Turfen denjenigen bei, die fie +nicht auszeichnen wollen, aber die indefien doch uber die nieds +rigste Vollstlaste fich erheben. +**) Tetrao rufus. Lin. Bartavelle oder perdrix grecque. Buffon.","239 + +4 + +war. Seine Vorfahren hatten dieſes Amt ftets ebrenvoll +und treu veripaltet. Er hatte viel Zuneigung zu den +franzoſen. Er war ein fanfter, dienſtfertiger und end. +lich der ehrlichſte Mann, den ich unter den Juden kennen +gelernt habe. Er hatte tåglich ſechs Para's ober Me +dins oder ſieben bis acht Sols Beroldung. Man +konnte die Dienſte nicht ſchlechter dergelten, die er den +franzöſiſchen Schiffen leiſtete, die vor Abukir anker. +ten, und die ſich nicht ohne ihn an einem ſo einzeln +ftehenden Orte aufhalten fonnten, wo es keinen Euro +påer gab. Ehemalß erhielt er ſogar nur vier Medins +Beſoldung. + +. + +16 + +Im Jahr 1706 hatte man zuerſt einen Drogman +ju Abukir angeſtellt, und im Jahre 1777 wollte der + +Generalinſpektor Tott dieſe Einrichtung aufheben, allein +1 die Vorſtellungen der Alexandriniſchen Kaufleute verhin. + +derten die Ausführung dieſes Planes. + +Des Haus des M allům fou ref*)( ro hieß der +Jude) hatte eine ſchöne lage; es iſt ſehr groß, und man +würde bequeme Zimmer darin angetroffen haben, wenn +Hie gereinigt geweſen wären. Die Reiſenden mußten fich +mit Brod verſorgen, denn zu Abutir konnte man feines +taufen. Uebrigens aber bekam man ziemlich leicht Fiſche, +junge Båren, Auſtern und andere Schaalthiere, und man +konnte fich wegen des Unkaufs von Lebensmitteln auf die +Sorgfalt des Drogmans und ſeines Sohnes verlaſſen. +Sie hatten in ihrem Hauſe ein Paar rothe Rebhühner **). + +*) Das Wort Mallú m entſpricht ziemlich dem Worte Herr. + +X al tum goufef will alſo ſo viel als Herr foreph fagen. +Diefe. Benennung legen die Túrfen denjenigen bei, die fie +nicht auszeichnen wollen, aber die indefien doch über die nieds +rigſte Vollstlaſte fich erheben. + +1 +**) Tetrao rufus. Lin. Bartavelle oder perdrix grecque. Buffon. + + +","war. Seine Vorfahren hatten dieses Amt stets ehrenvoll und treu verwaltet. Er hatte viel Zuneigung zu den Franzosen. Er war ein fanfter, dienstfertiger und endlich der ehrlichste Mann, den ich unter den Juden kennen gelernt habe. Er hatte täglich sechs Para's oder sieben bis acht Sols Bezahlung. Man konnte die Dienste nicht schlechter dergelten, die er den französischen Schiffen leistete, die vor Abukir ankerten, und die sich nicht ohne ihn an einem so einsamen Orte aufhalten konnten, wo es keinen Europäer gab. Ehemals erhielt er sogar nur vier Medins Besoldung. + +Im Jahr 1706 hatte man zuerst einen Dragoman in Abukir angestellt, und im Jahre 1777 wollte der Generalinspektor Tott diese Einrichtung aufheben, allein die Vorstellungen der alexandrinischen Kaufleute verhinderten die Ausführung dieses Planes. + +Das Haus des Mallum fou (rohies der Jude) hatte eine schöne Lage; es ist sehr groß, und man würde bequeme Zimmer darin angetroffen haben, wenn sie gereinigt gewesen wären. Die Reisenden mussten sich mit Brot versorgen, denn zu Abukir konnte man sein Taufen nicht kaufen. Uebrigens aber bekam man ziemlich leicht Fische, junge Baren, Austern und andere Schaalthiere, und man konnte sich wegen des Unkaufs von Lebensmitteln auf die Sorgfalt des Dragomans und seines Sohnes verlassen. + +Sie hatten in ihrem Hause ein Paar rothe Rebhühner. Das Wort Mallum entspricht ziemlich dem Worte Herr. X al tum goufef will also so viel als Herr foresagen. Diese Benennung legen die Türken denjenigen bei, die sie nicht auszeichnen wollen, aber die indessen doch über die niedrigste Volksstufe sich erheben. + +Tetrao rufus. Lin. Bartavelle oder perdrix grecque. Buffon." +Z166069305,268,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000268/full/full/0/native.jpg,"Sie sagten uns, diefe Vogel famen oft nach Abukir, und +man fnne fie leicht und sogar lebendig fangen. Nach +Sische bestiegen wir wieder unsere Maulefel, um die Ruh +nen zu besuchen, die in der Gegend herum find. +Die Spuren von einer alten Stadt, nehmen einen +grosen Umfang ein: aber alles ist umgesturzt, alles ist +jerstort. Der Boden ist mit Trummera bedeft, wor. +unter' man noch sehr schone Ueberreste findet, und man +kann aus dem, was uber der Erde liegt, schliesen, wie +vicl man entdecken wurde, wenn man nachgraben durfte; +aber dergleichen Untersuchungen waren bei einem unwise +senden und aberglaubifchen Volke ganzlich untersagt, das +feinen andern Reichthum als Gold fannte, das in dem +Wahne ftand, die Reisenden durchwanderten nur deshalb +ihr fand, um vergrabene Schatze zu hohlen, und das sich +nicht uberzeugen konnte, das die Denkmaler der Kunst +der Beweggrund ihrer Reifen seyn, +Ich fah mehrere umgesturzte Saulen: fie waren von +dem schonsten Granit: ihre Schafte waren fanelirt und +bestanden aus einem einzigen Stucke, ob fie gleich +erstaunlich gros waren: die Knaufe waren sehr schon +gearbeitet. Der judische Drogman sagte mir, er habe +noch einen Sheil von diesen Sanlen und ein groses +Gewslbe aufrecht stehen sehen, das zum Eingange in +ein unterirrdisches Gemach diente: allein die Einwohner +batten alles umgesturzt, um die Steine wegzuschaffen, +pie sie zum Baue poep zur Ausbesserung derjenigen +Damme gebraucht hatten, die das Seewasser aufhalten, +Ich fand noch Deffnungen in unterirrdischen Galerien, +die von Ziegelsteinen erbauet und noch ziemlich gut erhala +ten waren: allein Schutt versperrte den Eingang in +dieselben. Alles, was man entdekte, serrieth, das +ehemals die prachtigsten Gebaude bier gestanden batten, +Die Einwohner von Abukir nennen diese prachtigen +Ruinen Pharao's fta t. +Igle","240 + +S. + +LE + +10 + +Sie ſagten uns, diefe Vogel fåmen oft nach Abukir, und +man fønne fie leicht und ſogar lebendig fangen. Nach +Siſche beſtiegen wir wieder unſere Maulefel, um die Ruh +nen zu beſuchen, die in der Gegend herum find. + +Die Spuren von einer alten Stadt, nehmen einen +großen Umfang ein: aber alles iſt umgeſtürzt, alles iſt +jerſtort. Der Boden iſt mit Trůmmera bedeft, wor. +unter' man noch ſehr ſchöne Ueberreſte findet, und man +kann aus dem, was über der Erde liegt, ſchließen, wie +vicl man entdecken würde, wenn man nachgraben dürfte; +aber dergleichen Unterſuchungen waren bei einem unwiſe +ſenden und abergläubifchen Volke gånzlich unterſagt, das +feinen andern Reichthum als Gold fannte, das in dem +Wahne ftand, die Reiſenden durchwanderten nur deshalb +ihr fand, um vergrabene Schätze zu hohlen, und das ſich +nicht überzeugen konnte, daß die Denkmåler der Kunſt +der Beweggrund ihrer Reifen ſeyn, + +Ich fah mehrere umgeſtürzte Säulen: fie waren von +dem ſchönſten Granit: ihre Schäfte waren fanelirt und +beſtanden aus einem einzigen Stücke, ob fie gleich +erſtaunlich groß waren: die Knaufe waren ſehr ſchon +gearbeitet. Der jüdiſche Drogman ſagte mir, er habe +noch einen Sheil von dieſen Sånlen und ein großes +Gewslbe aufrecht ſtehen ſehen, das zum Eingange in +ein unterirrdiſches Gemach diente: allein die Einwohner +båtten alles umgeſtürzt, um die Steine wegzuſchaffen, +pie ſie zum Baue poep zür Ausbeſſerung derjenigen +Dåmme gebraucht hätten, die das Seewaſſer aufhalten, +Ich fand noch Deffnungen in unterirrdiſchen Galerien, +die von Ziegelſteinen erbauet und noch ziemlich gut erhala +ten waren: allein Schutt verſperrte den Eingang in +dieſelben. Alles, was man entdekte, serrieth, daß +ehemals die prachtigſten Gebäude bier geſtanden båtten, +Die Einwohner von Abukir nennen dieſe prachtigen +Ruinen Pharao's fta t. + +NO +IR + +Igle + +1 + +! + + +","Sie sagten uns, diese Vögel kommen oft nach Abukir, und man finde sie leicht und sogar lebendig fangen. Nach Siches bestiegen wir wieder unsere Maulesel, um die Ruinen zu besuchen, die in der Gegend herum finden. + +Die Spuren von einer alten Stadt nehmen einen großen Umfang ein: aber alles ist umgestürzt, alles ist zerstört. Der Boden ist mit Trümmern bedeckt, worunter man noch sehr schöne Überreste findet, und man kann aus dem, was über der Erde liegt, schließen, wie viel man entdecken würde, wenn man nachgraben dürfte; aber dergleichen Untersuchungen waren bei einem unwissenden und aberglaubischen Volke ganzlich untersagt, das kein anderen Reichthum als Gold fand, das in dem Wahne stand, die Reisenden durchwanderten nur deshalb ihr Land, um vergrabene Schätze zu hehlen, und das sich nicht überzeugen konnte, dass die Denkmäler der Kunst der Beweggrund ihrer Reisen seyn. + +Ich sah mehrere umgestürzte Säulen: sie waren von dem schönsten Granit; ihre Schäfte waren fein gearbeitet und bestanden aus einem einzigen Stücke, ob sie gleich erstaunlich groß waren: die Knaufe waren sehr schön gearbeitet. Der jüdische Dragoman sagte mir, er habe noch einen Teil von diesen Säulen und ein großes Gewölbe aufrecht stehen sehen, das zum Eingange in ein unterirdisches Gemach diente: allein die Einwohner hatten alles umgestürzt, um die Steine wegzuschaffen, wie sie zum Bauen oder zur Ausbesserung derjenigen Dämme gebraucht hatten, die das Seewasser aufhalten. + +Ich fand noch Deckungen in unterirdischen Galerien, die von Ziegelsteinen erbaut und noch ziemlich gut erhalten waren: allein Schutt versperrte den Eingang in dieselben. Alles, was man entdeckte, zeigte, dass ehemals die prächtigsten Gebäude hier gestanden hatten. + +Die Einwohner von Abukir nennen diese prächtigen Ruinen Pharao's Stadt." +Z166069305,269,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000269/full/full/0/native.jpg,"Um Seeufer sieht man noch den ziemlich gut erhals +tenen Grund eines grosen regelmasigen Gebaudes, in +deffen. Mitte ein unterirroischer Gang ist, der bis ans +Meer fuhrt, worin man von fern Trimmern erblikt. +Man fieht daraus, das das Meer an dieser Stelle, fo +wic an vielen Andern, an der Kuste gewonnen hat. Id +babe diese Ueberreste zeichnen lassen. An ihrer Seite find +verschiedenformige Granitblocke umgeworfen und auf eine +ander gehauft. In der Mitte befindet sich eine weibliche +Kolossalstatue, die, was sehr sonderbar ist, an ihrer +ganzen Lange hin kannelirt ist. Auch diefe ist von Gras +nit; sie ist umgesturzt und an einigen Theilen verstammelt. +Wenn das Meer nur ein wenig beunruhigt wird, so +bedekt es diefelbe mit seinen Wellen: wenn man sie also +bequem untersuchen will, so mus man dazu stilles Wetter +wahlen. Der Zufall war mir bei dieser Gelegenheit guns +siis: ich konnte fie so zeichnen lassen, wie fie damals +war. Nan findet die Abbildung dieser Saule auf der +dritten Platte. +Diese auserordentliche Statue batte felbft auf die +Landes cinwohner einen grosen Eindruk gemacht, und da +fie alle diese Trummern als ueberreste von der Pharao 8. +ftadt anfahen, so stellte die Figur nach ihrer Meinung +auch Pharao s Tochter vor. Der Zeichner eines Frane +soren, der sich zu gleicher Zeit mit mir in Aegypten +cufhielt und der Abukir auch besuchte, bat fie als +volkommen ausgefuhrt und erhalten dargestellt; er hatte +fie gezeichnet, nicht wie sie wirklich war, sondern wie er +glaubte, das fie feyn muste, namlich, gerad und auf +einem Fusgestell stehend. Solche Zeichnungen find +gefchifter, zum Jrrthume zu verleiten, als zu unterrichten, +Fur die Richtigkeit meiner Zeichnungen stehe ich, weil +meine Zeichner an die gewissenhafteste Genauigkeit gewohnt +waren und weil sie alle unter meinen Augen gemacht +worden find. +Qonnini Reisen ir BD,","241 + +ji + +1 + ++ + +** + +Um Seeufer ſieht man noch den ziemlich gut erhals +tenen Grund eines großen regelmäßigen Gebäudes, in +deffen. Mitte ein unterirroiſcher Gang iſt, der bis ans +Meer führt, worin man von fern Trimmern erblikt. +Man fieht daraus, daß das Meer an dieſer Stelle, fo +wic an vielen Andern, an der Küſte gewonnen hat. Id +babe dieſe Ueberreſte zeichnen laſſen. An ihrer Seite find +verſchiedenförmige Granitblocke umgeworfen und auf eine +ander gehåuft. In der Mitte befindet ſich eine weibliche +Koloſſalſtatue, die, was ſehr ſonderbar iſt, an ihrer +ganzen Långe hin kannelirt iſt. Auch diefe iſt von Gras +nit; ſie iſt umgeſtürzt und an einigen Theilen verſtämmelt. +Wenn das Meer nur ein wenig beunruhigt wird, ſo +bedekt es diefelbe mit ſeinen Wellen: wenn man ſie alſo +bequem unterſuchen will, so muß man dazu ſtilles Wetter +wåhlen. Der Zufall war mir bei dieſer Gelegenheit güns +ſiis: ich konnte fie ſo zeichnen laſſen, wie fie damals +war. Nan findet die Abbildung dieſer Säule auf der +dritten Platte. + +BK + +29 + +Dieſe außerordentliche Statue batte felbft auf die +Landes cinwohner einen großen Eindruk gemacht, und da +fie alle dieſe Trümmern als ueberreſte von der Pharao 8. +ftadt anfahen, ſo ſtellte die Figur nach ihrer Meinung +auch Pharao s Tochter vor. Der Zeichner eines Frane +soren, der ſich zu gleicher Zeit mit mir in Aegypten +cufhielt und der Abukir auch beſuchte, bat fie als +volkommen ausgeführt und erhalten dargeſtellt; er hatte +fie gezeichnet, nicht wie ſie wirklich war, ſondern wie er +glaubte, daß fie feyn mußte, nåmlich, gerad und auf +einem Fußgeſtell ſtehend. Solche Zeichnungen find +gefchifter, zum Jrrthume zu verleiten, als zu unterrichten, +Für die Richtigkeit meiner Zeichnungen ſtehe ich, weil +meine Zeichner an die gewiſſenhafteſte Genauigkeit gewohnt +waren und weil ſie alle unter meinen Augen gemacht +worden find. + +Qonnini Reiſen ir BD, + + +","Um Seeufer sieht man noch den ziemlich gut erhaltenen Grund eines großen regelmäßigen Gebäudes, in dessen Mitte ein unterirdischer Gang ist, der bis ans Meer führt, worin man von fern Trümmer erblickt. Man sieht daraus, dass das Meer an dieser Stelle, so wie an vielen Andern, an der Küste gewonnen hat. Ich habe diese Überreste zeichnen lassen. An ihrer Seite finden sich verschiedenenformige Granitblöcke umgeworfen und aufeinander gehäuft. In der Mitte befindet sich eine weibliche Kolossalstatue, die, was sehr sonderbar ist, an ihrer ganzen Länge hin kanneliert ist. Auch diese ist von Gras nicht; sie ist umgestürzt und an einigen Theilen versteckt. Wenn das Meer nur ein wenig beunruhigt wird, so bedeckt es dieselbe mit seinen Wellen: wenn man sie also bequem untersuchen will, so muss man dazu stilles Wetter wählen. + +Der Zufall war mir bei dieser Gelegenheit gnädig: ich konnte sie so zeichnen lassen, wie sie damals war. Man findet die Abbildung dieser Säule auf der dritten Platte. + +Diese außerordentliche Statue hatte selbst auf die Landesbewohner einen großen Eindruck gemacht, und da sie alle diese Trümmer als Überreste von der Pharao's Stadt ansahen, so stellte die Figur nach ihrer Meinung auch Pharao's Tochter vor. Der Zeichner eines Franzosen, der sich zu gleicher Zeit mit mir in Ägypten aufhielt und der Abukir auch besuchte, hatte sie als vollkommen ausgeführt und erhalten dargestellt; er hatte sie gezeichnet, nicht wie sie wirklich war, sondern wie er glaubte, dass sie sein müsste, nämlich gerade und auf einem Fußgestell stehend. Solche Zeichnungen sind geeignet, zum Irrthum zu verleiten, als zu unterrichten. + +Für die Richtigkeit meiner Zeichnungen stehe ich, weil meine Zeichner an die gewissenhafteste Genauigkeit gewöhnt waren und weil sie alle unter meinen Augen gemacht worden sind." +Z166069305,270,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000270/full/full/0/native.jpg,"An der Seite dieser Statue liegt efn Tehr grosen +Sphing, an dessen Unterlage eine Menge fast ganzlich +ausgeldichter Hieroglyphen stehen. Ein Theil desselben +eft zerbrochen. +Die hier befindlichen Ueberreste ruhren von einer +beruhmten Stadt her, die die Griechen erbauet und, +mit allem verschdnert haben, was die Kunst Prachtiges +und Schones erfinden konnte. Dem Serapis hatte +man einen herrlichen Tempel gewidmet, von welchem +wahrscheinlich diese erstaunenswerthen, jest umgeworfenen +Saulen herruhren. Die Fremden fanden sich haufenweise +daselbst ein, um sowohl die Freuden zu geniesen, welche +die Stadt darbot, als dem Gotte zu opfern. Das +umliegende Gefilde, das der Nil uberschwemmte, war +mit allen Reichthuimern der Natur geschmuft, wahrend +die Reichthumer des Lurus in dem Innern im Ueberflufle +glanzten. Die angenehme Lage, das schone Clima, die +Bequemlichkeit, die hier herrschte, die koftlichen Mahlzeia +ten und die Vergnugungen aller Art, die diefe Stadt zu +ihrem Lieblingsaufenthalte gewahlt zu haben schienen, +kurz, alles trug dazu bei, fie zu einem bezaubernden +Aufhaltsorte und ihre Einwohner zu einer Versammlung +von gluklichen Menschen zu machen*). Aber die Sitten- +losigkeit erstieg daselbst ihren hochsten Gipfel; die Aus. +schweifung kannte keinen Zugel mehr; die susen Irrthimer, +die liebenswurdige Gef& digkeit der Weiber, die nur ra +Jange Werth hat, als sie eine Frucht der Zartlichkeit ifta +arteten in Frechheit aus **): der Weise wagte endlich +nicht mehr daselbst zu landen ***). +Pelaei gens fortunata Canopi. Virgil. Georg. im 4. Bb. +**) Nach dem Strabo war der, Canal alle Lage und Nachte +mit Fahrzeugen bedeft, die voller Manner und Frauen waren, +die mit der ausersten Ausgelassenheit tangten und sungen. +***) Wenn der Weise rich in die Einsamkeit zurufziehen wollen +wird, wird er niemals Canopus zu seinem Aufenthaltsorte +wablen, Seneca im 51. Br.","49 + +? + +An der Seite dieſer Statue liegt efn Tehr großen +Sphing, an deſſen Unterlage eine Menge faſt gånzlich +ausgeldichter Hieroglyphen ſtehen. Ein Theil deſſelben +eft zerbrochen. + +Die hier befindlichen Ueberreſte rühren von einer +berühmten Stadt her, die die Griechen erbauet und, +mit allem verſchdnert haben, was die Kunſt Prachtiges +und Schönes erfinden konnte. Dem Serapis hatte +man einen herrlichen Tempel gewidmet, von welchem +wahrſcheinlich dieſe erſtaunenswerthen, jest umgeworfenen +Såulen herrühren. Die Fremden fanden ſich haufenweiſe +daſelbſt ein, um ſowohl die Freuden zu genießen, welche +die Stadt darbot, als dem Gotte zu opfern. Das +umliegende Gefilde, das der Nil überſchwemmte, war +mit allen Reichthuimern der Natur geſchmüft, während +die Reichthúmer des Lurus in dem Innern im Ueberflufle +glänzten. Die angenehme Lage, das ſchone Clima, die +Bequemlichkeit, die hier herrſchte, die köftlichen Mahlzeia +ten und die Vergnügungen aller Art, die diefe Stadt zu +ihrem Lieblingsaufenthalte gewählt zu haben ſchienen, +kurz, alles trug dazu bei, fie zu einem bezaubernden +Aufhaltsorte und ihre Einwohner zu einer Verſammlung +von glüklichen Menſchen zu machen*). Aber die Sitten- + +, +loſigkeit erſtieg daſelbſt ihren höchſten Gipfel; die Aus. +ſchweifung kannte keinen Zügel mehr; die ſüßen Irrthimer, +die liebenswürdige Gef& digkeit der Weiber, die nur ra +Jange Werth hat, als ſie eine Frucht der Zärtlichkeit ifta +arteten in Frechheit aus **): der Weiſe wagte endlich +nicht mehr daſelbſt zu landen ***). + +1 + +Pelaei gens fortunata Canopi. Virgil. Georg. im 4. Bb. +**) Nach dem Strabo war der, Canal alle Lage und Nachte + +mit Fahrzeugen bedeft, die voller Månner und Frauen waren, + +die mit der åußerſten Ausgelaſſenheit tangten und ſungen. +***) Wenn der Weiſe rich in die Einſamkeit zurüfziehen wollen + +wird, wird er niemals Canopus zu ſeinem Aufenthaltsorte +wablen, Seneca im 51. Br. + + +","An der Seite dieser Statue liegt ein sehr großer Sphing, an dessen Unterlage eine Menge fast ganzlich ausgeglichener Hieroglyphen stehen. Ein Theil derselben ist zerbrochen. + +Die hier befindlichen Ueberreste rühren von einer berühmten Stadt her, die die Griechen erbauet und mit allem verschönert haben, was die Kunst Prachtiges und Schönes erfinden konnte. Dem Serapis hatte man einen herrlichen Tempel gewidmet, von welchem wahrscheinlich diese erstaunenswerthen, jetzt umgeworfenen Saulen herrühren. Die Fremden fanden sich haufenweise daselbst ein, um sowohl die Freuden zu genießen, welche die Stadt darbot, als dem Gotte zu opfern. + +Das umliegende Gefilde, das der Nil überschwemmte, war mit allen Reichtümern der Natur geschmückt, während die Reichtümer des Lurus in dem Innern im Überflusse glänzten. Die angenehme Lage, das schöne Klima, die Bequemlichkeit, die hier herrschte, die kostlichen Mahlzeiten und die Vergnügungen aller Art, die diese Stadt zu ihrem Lieblingsaufenthalte gewählt zu haben schienen, kurz, alles trug dazu bei, sie zu einem bezaubernden Aufenthaltsorte und ihre Einwohner zu einer Versammlung von glücklichen Menschen zu machen. + +Aber die Sittenlosigkeit erstieg daselbst ihren höchsten Gipfel; die Ausschweifung kannte keinen Zugel mehr; die süßen Irrthümer, die liebenswürdige Gefälligkeit der Weiber, die nur einen Werth hat, als sie eine Frucht der Zartlichkeit ist, arteten in Frechheit aus. Der Weise wagte endlich nicht mehr daselbst zu landen. + +Pelaei gens fortunata Canopi. Virgil. Georg. im 4. Bb. +*) Nach dem Strabo war der Canal alle Lage und Nachte mit Fahrzeugen bedeckt, die voller Männer und Frauen waren, die mit der äußersten Ausgelassenheit tanzten und sangen. + +***) Wenn der Weise reich in die Einsamkeit zurückziehen will, wird er niemals Canopus zu seinem Aufenthaltsorte wählen. Seneca im 51. Br." +Z166069305,271,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000271/full/full/0/native.jpg,"Der ubermasige kurus und Bie allgemeine Verberbo +nis der Sitten find die gewiffen Vorlaufer von dem nahen +Falle der Staaten und von dem Herabsinken der slfer. +Canopus verschwand; die Nachkommen derjenigen, +die es einft beivobuten, find jezt Barbaren: der Nie +uberschwemmt nicht mehr einen entvolkerten Boden: die +Felder sind durr und wuste; fein Theil von den Denfa +malern bat feine Stelle pocr feine kage behalten: alles ist +eingefallen, alles ist umgesturgt, alles ist zerstort und das +prachtige und wollustige Canopus lebt nur noch in +dem Andenken einiger Menschen. +Den Tag nach unserer Ankunft zu Abukir legte +ich mit Herrn Sorneti bei dem Befehlshaber einen +Besuch ab; er war ein Barbier. Da er schon vorher +durch den Juden davon unterrichtet war, fo hatte er +cilfertig reine schonsten Kleider angelegt und einen weisen +Schall auf den Kopf gerezt. Wir fanden ihn in seiner +Bude mit einem Facher von Sedern in der Hand fizett. +Er empfieng uns mit aller Ernsthaftigkeit eines Veziers: +indefsen bot er uns doch feine Dienste zu allem an, +was uns angenehin seyn konnte. +Er hatte uns gern +Kaffee vorzufesen gewunscht, allein das Kaffeehaus warer +wie er sagte, verschlofen. Als wir wieder von ihm +fortgiengen, fam er eben so wenig aus seiner Lage, als +bei unserer Ankunft. Er stand ubrigens Rihr gut mit +unserm Wirthe und dies geschah nicht ohne Ursache: denn +er war nicht blos sein Befehlshaber, sondern auch sein +Barbier. +Wir baten um die Erlaubnis, die wir auch erhielten +in das Schlos gehen zu durfen, das aber wenig zu +bedeuten hat. Von der Landseite ist es von einem Graben +umgeben, den das Meer mit Wasser anfuut. +Es ist +auch ein Leuchtthurm hier; den man aber so schlecht +beleuchtete, das man ihn nur in einer geringen Entfers +nung gewahr wurde. Das Kaftet wurde von einigen +Eleinen Kanonen vertheidigt, die aber die Russen nicht","245 + +N + +Der übermäßige kurus und Bie allgemeine Verberbo +niß der Sitten find die gewiffen Vorläufer von dem nahen +Falle der Staaten und von dem Herabſinken der slfer. +Canopus verſchwand; die Nachkommen derjenigen, +die es einft beivobuten, find jezt Barbaren: der Nie +überſchwemmt nicht mehr einen entvolkerten Boden: die +Felder ſind dürr und wüſte; fein Theil von den Denfa +målern bat feine Stelle pócr feine kage behalten: alles iſt +eingefallen, alles iſt umgeſtürgt, alles iſt zerſtört und das +prächtige und wollüſtige Canopus lebt nur noch in +dem Andenken einiger Menſchen. + +Den Tag nach unſerer Ankunft zu Abukir legte +ich mit Herrn Sorneti bei dem Befehlshaber einen +Beſuch ab; er war ein Barbier. Da er ſchon vorher +durch den Juden davon unterrichtet war, fo hatte er +cilfertig reine ſchönſten Kleider angelegt und einen weißen +Schall auf den Kopf gerezt. Wir fanden ihn in ſeiner + +: +Bude mit einem Facher von Sedern in der Hand fizett. +Er empfieng uns mit aller Ernſthaftigkeit eines Veziers: +indefſen bot er uns doch feine Dienſte zu allem an, +was uns angenehin ſeyn könnte. + +Er håtte uns gern +Kaffee vorzufeßen gewünſcht, allein das Kaffeehaus wårer +wie er ſagte, verſchlofen. Als wir wieder von ihm +fortgiengen, fam er eben ſo wenig aus ſeiner Lage, als +bei unſerer Ankunft. Er ſtand übrigens Rihr gut mit +unſerm Wirthe und dies geſchah nicht ohne Urſache: denn +er war nicht bloß ſein Befehlshaber, ſondern auch ſein +Barbier. + +Wir baten um die Erlaubniß, die wir auch erhielten +in das Schloß gehen zu dürfen, das aber wenig zu +bedeuten hat. Von der Landſeite iſt es von einem Graben +umgeben, den das Meer mit Waſſer anfüüt. + +Es iſt +auch ein Leuchtthurm hier; den mån aber ſo ſchlecht +beleuchtete, daß man ihn nur in einer geringen Entfers +nung gewahr wurde. Das Kaftet wurde von einigen +Eleinen Kanonen vertheidigt, die aber die Ruſſen nicht + +- + + +","Der übermäßige Korus und die allgemeine Verberbung der Sitten finden die gewissen Vorläufer von dem nahen Falle der Staaten und von dem Herabsinken der Zivilisation. Canopus verschwand; die Nachkommen derjenigen, die es einst bewohnten, sind jetzt Barbaren: die Niederungen überschwemmen nicht mehr einen entvölkerten Boden: die Felder sind dürre und wüste; ein Teil von den Denkmälern hat seine Stelle vor seiner Karge behalten: alles ist eingefallen, alles ist umgestürzt, alles ist zerstört und das prächtige und wollüstige Canopus lebt nur noch in dem Andenken einiger Menschen. + +Den Tag nach unserer Ankunft zu Abukir legte ich mit Herrn Sorneti bei dem Befehlshaber einen Besuch ab; er war ein Barbier. Da er schon vorher durch den Juden davon unterrichtet war, so hatte er sorgfältig seine schönsten Kleider angelegt und einen weisen Schall auf den Kopf gesetzt. Wir fanden ihn in seiner Bude mit einem Fächer von Sedern in der Hand sitzend. +Er empfing uns mit aller Ernsthaftigkeit eines Veziers: indessen bot er uns doch seine Dienste zu allem an, was uns angenehm sein konnte. + +Er hatte uns gern Kaffee vorzusetzen gewünscht, allein das Kaffeehaus war, wie er sagte, verschlossen. Als wir wieder von ihm fortgingen, sah er eben so wenig aus seiner Lage, als bei unserer Ankunft. Er stand übrigens sehr gut mit unserem Wirthe und dies geschah nicht ohne Ursache: denn er war nicht bloß sein Befehlshaber, sondern auch sein Barbier. + +Wir baten um die Erlaubnis, die wir auch erhielten, in das Schloß gehen zu dürfen, das aber wenig zu bedeuten hat. Von der Landseite ist es von einem Graben umgeben, den das Meer mit Wasser anfüllt. +Es ist auch ein Leuchtturm hier; den man aber so schlecht beleuchtete, daß man ihn nur in einer geringen Entfernung gewahr wurde. Das Kastell wurde von einigen leichten Kanonen vertheidigt, die aber die Russen nicht" +Z166069305,272,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000272/full/full/0/native.jpg,"abhalten konnten, die Schermes bis unter die Batte- +rien"" wegzunehmen. Der Gouverneur batte uns feinen +Lieutenant, einen sehr schmuzigen und gerlumpten Dffizierz +zur Begleitung in das Sastell mitgegeben, der so zufrieben +mit uns war, das er uns aus Erkenntlichkeit durchaus +mit auf den Fischfang nehmen wollte; denn er war seines +Gewerbes ein Fischer, +3 Den Tag uber schien Abukir ganz ohne Einwoha: +ner zu feyn; die Hausthuren waren verschlossen und man +rah +fab niemand auf den Gaffen. Dies ruhrte aber daher, +das beinahe alle hiesigen Einwohner entweder Fischer +waren oder als Matrosen auf den Schermes dienten. +Als wir wieder aus dem Schlome herauskamen, +giengen wir vor der Bude des Gouverneur's vorbei, der +jegt blos noch Barbier war. Er that mir den Vors +fchlag, einen guten geschnittenen Stein zu kaufen, auf +den er einen grosen Werth rezte, weil er auf der Ruffeite +der antiquen geschnittenen Arbeit feinen Namen batte +eingraben lassen.' Ilm mir nun die Gunft eines so wiche +tigen Mannes zu verschaffen, gab ich ihm fur Fein Siegel +etwas mehr, als es werth war. +Auf dem Marktplate befand sich ein langer schwarzer +Stein, der vodi Hieroglyphen war. Als ein Einrsohner +von 4 bukir merkte, das ich Stucke aus dem Alters +thume aufmerksam betrachtete und das ich dergleichen zu +entdecken fuchte, To bot er mir eine Statue an, die ihr +schon, aber noch eines Theils vergraben renn sollte. Ich +schikte jemand von den Meinigen mit diesem Manne ab, +der aber die Statue nicht wieder finden konnte. Damit +er indeffen seine Zeit nicht umsonst verfchwendet hatte und +den gehofften Vortheil einbuste, fo fieng er an die Erbe +zu durchwuhlen und fand angenbliflich ein sehr schones +marmornes Denkmal, das mit Hieroglyphen bedekt war. +Wir verfugten uns zu der Stelle bin und ich fab eine +Heine vollkommen erhaltene Pyramide von deindhorsten: +fchwarzen Maimor, die langs jeder Seite ihrer Basis.","244 + +1 + +abhalten konnten, die Schermes bis unter die Batte- +rien"" wegzunehmen. Der Gouverneur batte uns feinen +Lieutenant, einen ſehr ſchmuzigen und gerlumpten Dffizierz +zur Begleitung in das Saſtell mitgegeben, der ſo zufrieben +mit uns war, daß er uns aus Erkenntlichkeit durchaus +mit auf den Fiſchfang nehmen wollte; denn er war ſeines +Gewerbes ein Fiſcher, + +3 Den Tag über ſchien Abukir ganz ohne Einwoha: +ner zu feyn; die Hausthüren waren verſchloſſen und man +rah +fab niemand auf den Gaffen. Dies rührte aber daher, +daß beinahe alle hieſigen Einwohner entweder Fiſcher +waren oder als Matroſen auf den Schermes dienten. + +Als wir wieder aus dem Schlome herauskamen, +giengen wir vor der Bude des Gouverneur's vorbei, der +jegt bloß noch Barbier war. Er that mir den Vors +fchlag, einen guten geſchnittenen Stein zu kaufen, auf +den er einen großen Werth rezte, weil er auf der Rúffeite +der antiquen geſchnittenen Arbeit feinen Namen batte +eingraben laſſen.' Ilm mir nun die Gunft eines ſo wiche +tigen Mannes zu verſchaffen, gab ich ihm für Fein Siegel +etwas mehr, als es werth war. + +Auf dem Marktplate befand ſich ein langer ſchwarzer +Stein, der vodi Hieroglyphen war. Als ein Einrsohner +von 4 bukir merkte, daß ich Stücke aus dem Alters +thume aufmerkſam betrachtete und daß ich dergleichen zu +entdecken fuchte, To bot er mir eine Statue an, die ihr +ſchon, aber noch eines Theils vergraben renn ſollte. Ich +ſchikte jemand von den Meinigen mit dieſem Manne ab, +der aber die Statue nicht wieder finden konnte. Damit +er indeffen ſeine Zeit nicht umſonſt verfchwendet håtte und +den gehofften Vortheil einbüßte, fo fieng er an die Erbe +zu durchwühlen und fand angenbliflich ein ſehr ſchones +marmornes Denkmal, das mit Hieroglyphen bedekt war. +Wir verfügten uns zu der Stelle bin und ich fab eine +Heine vollkommen erhaltene Pyramide von deindhorſten: +fchwarzen Maimor, die längs jeder Seite ihrer Baſis. + +I + + +","abhalten konnten, die Scherme bis unter die Batterien wegzunehmen. Der Gouverneur hatte uns einen sehr schmutzigen und gelumpten Offizier zur Begleitung in das Schloss mitgegeben, der so zufrieden mit uns war, dass er uns aus Erkenntlichkeit durchaus mit auf den Fischfang nehmen wollte; denn er war seines Gewerbes ein Fischer. + +Den Tag über schien Abukir ganz ohne Einwohner zu sein; die Haustüren waren verschlossen und man sah niemand auf den Gassen. Dies rührte aber daher, dass beinahe alle hiesigen Einwohner entweder Fischer waren oder als Matrosen auf den Scherme dienten. + +Als wir wieder aus dem Schlamm herauskamen, gingen wir vor der Bude des Gouverneurs vorbei, der jetzt bloß noch Barbier war. Er that mir den Vorschlag, einen guten geschnittenen Stein zu kaufen, auf den er einen großen Wert setzte, weil er auf der Rückseite der antiken geschnittenen Arbeit seinen Namen hatte eingraben lassen. + +Um ihm nun die Gunst eines so wichtigen Mannes zu verschaffen, gab ich ihm für sein Siegel etwas mehr, als es werth war. + +Auf dem Marktplate befand sich ein langer schwarzer Stein, der voll Hieroglyphen war. Als ein Einwohner von Abukir merkte, dass ich Stücke aus dem Altersthume aufmerksam betrachtete und dass ich dergleichen zu entdecken suchte, bot er mir eine Statue an, die schön, aber noch eines Teils vergraben war. + +Ich schickte jemand von den Meinigen mit diesem Manne ab, der aber die Statue nicht wieder finden konnte. Damit er indeß seine Zeit nicht umsonst verfwendet hatte und den gehofften Vortheil einbüste, fing er an die Erde zu durchwühlen und fand angemessen ein sehr schönes marmornes Denkmal, das mit Hieroglyphen bedeckt war. + +Wir verfügten uns zu der Stelle hin und ich sah eine Heine vollkommen erhalten Pyramide von deindest schwarzen Marmor, die längs jeder Seite ihrer Basis." +Z166069305,273,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000273/full/full/0/native.jpg,"hin mit einer Menge ebenfalls gut erhaltener Hieroglyphen +bedekt war. Ich faufte fie jenem Manne ab, ob er +gleich nicht mehr Antheil daran hatte als ich, und gab +dem judischen Drogman den Auftrag, fie mir mit der +ersten Schermes, die von A bukir abgienge, nach +Rafchid zu schicken. Man kann daher auf den Reich- +thum an Alterthumer auf diesem Boden, der nur mit +einer dunnen Schicht Erbe und mit Schutt bedekt ist, +schliesen, weil ein Mann in weniger als einer halben +Stunde und ohne ein ander Instrument als feine Hand, +womit er auf geradewohl in dem Boden scharrte, ein +kostbares Stuk entdekte. +Nach diesem Kaufe nahmen wir von dem gutert +Juden Abschied, und erreichten den Weg, der nach +Rarchid fuhrt, wo wir Abends um zehn Uhr eintrafen. +Am Ufer saben wir viele Bachstelzen, und auf den Palms +baumen Amseln, die so wie die Droffeln im Anfange des +Winters im nordlichen Theile von Uegypten ankommen. +Ihr Zug ist zahlreicher, wenn der Regen zu fallen anfangt. +Nan sagt, das fie alsdann sehr fett und wohlschmeckend +feyn. An unserer Seite liefen funf bis sechs Schakals +vorbei: wir konnten fie im Mondenscheine deutlich erfen: +nen: fie fchienen uber unsere Gegenwart nicht erschrocken +ju seyn. +Diesen ganzen Tag uber blies ein sehr starker Ostfudz +ostwind: der Himmel war trube und des Abends bekamen +wir Regen. Das Meer gieng hoch und feine Wetten +brachen sich an den Dammen von A bukir und breite +ten sich an der Kuste hin mit ungeftum aus. She +Brarisen erschallte bis in die Einode, worin wir wart- +derten und die fie wegfuhren zu wollen schienen.","245 + +1 + +-1 + +1 + +hin mit einer Menge ebenfalls gut erhaltener Hieroglyphen +bedekt war. Ich faufte fie jenem Manne ab, ob er +gleich nicht mehr Antheil daran hatte als ich, und gab +dem jüdiſchen Drogman den Auftrag, fie mir mit der +erſten Schermes, die von A bukir abgienge, nach +Rafchid zu ſchicken. Man kann daher auf den Reich- +thum an Alterthümer auf dieſem Boden, der nur mit +einer dünnen Schicht Erbe und mit Schutt bedekt iſt, +ſchließen, weil ein Mann in weniger als einer halben +Stunde und ohne ein ander Inſtrument als feine Hand, +womit er auf geradewohl in dem Boden ſcharrte, ein +koſtbares Stük entdekte. + +Nach dieſem Kaufe nahmen wir von dem gutert +Juden Abſchied, und erreichten den Weg, der nach +Rarchid führt, wo wir Abends um zehn Uhr eintrafen. +Am Úfer ſaben wir viele Bachſtelzen, und auf den Palms +bäumen Amſeln, die ſo wie die Droffeln im Anfange des +Winters im nördlichen Theile von Uegypten ankommen. +Ihr Zug iſt zahlreicher, wenn der Regen zu fallen anfångt. +Nan ſagt, daß fie alsdann ſehr fett und wohlſchmeckend +feyn. An unſerer Seite liefen fünf bis ſechs Schakals +vorbei: wir konnten fie im Mondenſcheine deutlich erfen: +nen: fie fchienen über unſere Gegenwart nicht erſchrocken +ju ſeyn. + +Dieſen ganzen Tag über bließ ein ſehr ſtarker Oſtfudz +oſtwind: der Himmel war trúbe und des Abends bekamen +wir Regen. Das Meer gieng hoch und feine Wetten +brachen ſich an den Dämmen von A bukir und breite +ten ſich an der Küſte hin mit ungeftům aus. She +Brariſen erſchallte bis in die Einode, worin wir wart- +derten und die fie wegführen zu wollen ſchienen. + +1 + +1 + +11 + +BI + +11 + +܃ + +***** + + +","hin mit einer Menge ebenfalls gut erhaltener Hieroglyphen bedekt war. Ich fand sie jenem Manne ab, ob er gleich nicht mehr Antheil daran hatte als ich, und gab dem jüdischen Dragoman den Auftrag, sie mir mit der ersten Schaluppe, die von Abuqir abging, nach Raschid zu schicken. Man kann daher auf den Reichtum an Alterthümern auf diesem Boden, der nur mit einer dünnen Schicht Erde und mit Schutt bedeckt ist, schließen, weil ein Mann in weniger als einer halben Stunde und ohne ein anderes Instrument als seine Hand, womit er aufs Geradewohl in dem Boden scharrte, ein kostbares Stück entdeckte. + +Nach diesem Kaufe nahmen wir von dem guten Juden Abschied, und erreichten den Weg, der nach Raschid führt, wo wir Abends um zehn Uhr eintrafen. Am Ufer sahen wir viele Bachstelzen, und auf den Palmbäumen Amseln, die so wie die Drosseln im Anfange des Winters im nördlichen Theile von Ägypten ankommen. Ihr Zug ist zahlreicher, wenn der Regen zu fallen anfängt. Nan sagt, dass sie alsdann sehr fett und wohlschmeckend seyn. An unserer Seite liefen fünf bis sechs Schakale vorbei: wir konnten sie im Mondenscheine deutlich erkennen; sie schienen über unsere Gegenwart nicht erschrocken zu seyn. + +Diesen ganzen Tag über blies ein sehr starker Ostwind: der Himmel war trübe und des Abends bekamen wir Regen. Das Meer ging hoch und seine Wellen brachen sich an den Dämmen von Abuqir und breiteten sich an der Küste hin mit ungestüm aus. Die Brandung erschallte bis in die Einöde, worin wir wanderten und die sich wegführen zu wollen schienen." +Z166069305,274,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000274/full/full/0/native.jpg,"LIM +Ein und zwanzigstes Capitel. +IAS +Beduinen Vogel Boghas Thurin von +Canopus Abu- Mandur Weintrauben +Wuste Schakals- Eided sen Insekten +Schlange Scwierigteiten in Betreff der Pyras +mide von Abukir Meinung der Aegypter uber +Reisende. +Nach meiner Ruffehr von A bufir wunschte ich alle +der Mundung des Nils den Bogbas, der wegen +seiner Gefahren und Schiffbruche so beruchtigt ift, zu +besehen. Der Viceconsul, rein Drogman und ein fran. +sofischer Kaufmann wollten mich begleiten, und wir tras +ten unsere Reise auf Efeln an. Wir machten in den +Garten oberhalb dem Schloffe balt. Hier hatten Bedula +nen Araber ihr lager aufgeschlagen; ihre Zelte +waren weder gros noch weniger gut: fie verriethen den +elenden Zustand derjenigen, denen sie zum Schuge dienten, +Die Frauen bedecken fich das Gesicht nicht, wie es die +Weiber der andern in Aegypten wohnenden Volker thun, +Das Frische der Jugend machte die weniger Bejahrten +unter ihren noch ziemlich interessant, ob ihre Haut gleich +etwas dunkel gefarbt war: fie schienen ziemlich gefadig +fu fenn. +Wir wurden bald von diefen Weibern umzingelt, die +uns um eine Gabe ansprachen. Sie waren mit einem","246 + +MO + +LIM + +08 + +Ein und zwanzigſtes Capitel. + +m2 +IAS + +*** + +Beduinen Vogel Boghas Thurin von +Canopus Abu- Mandur Weintrauben +Wüſte Schakals- Eided ſen Inſekten +Schlange Scwierigteiten in Betreff der Pyras +mide von Abukir Meinung der Aegypter über + +Reiſende. + +ul + +- + +Nach meiner Rúffehr von A bufir wünſchte ich alle + +an +der Mündung des Nils den Bogbas, der wegen +ſeiner Gefahren und Schiffbrüche ſo berüchtigt ift, zu +beſehen. Der Viceconſul, rein Drogman und ein fran. +sofiſcher Kaufmann wollten mich begleiten, und wir tras +ten unſere Reiſe auf Efeln an. Wir machten in den +Gårten oberhalb dem Schloffe balt. Hier hatten Bedula +nen Araber ihr lager aufgeſchlagen; ihre Zelte +waren weder groß noch weniger gut: fie verriethen den +elenden Zuſtand derjenigen, denen ſie zum Schuge dienten, +Die Frauen bedecken fich das Geſicht nicht, wie es die +Weiber der andern in Aegypten wohnenden Volker thun, +Das Friſche der Jugend machte die weniger Bejahrten +unter ihren noch ziemlich intereſſant, ob ihre Haut gleich +etwas dunkel gefärbt war: fie ſchienen ziemlich gefädig +fu fenn. + +Wir wurden bald von diefen Weibern umzingelt, die +uns um eine Gabe anſprachen. Sie waren mit einem + + +","Ein und zwanzigstes Capitel. + +Beduinen Vogel Boghas Thurin von Canopus Abu-Mandur Weintrauben Wuste Schakals-Eided sen Insekten Schlange Schwierigkeiten in Betreff der Pyramiden mide von Abukir Meinung der Aegypter uber Reisende. + +Nach meiner Rückkehr von Abukir wünschte ich alle der Mundung des Nils den Boghas, der wegen seiner Gefahren und Schiffbrüche so berüchtigt ist, zu besuchen. Der Viceconsul, ein Drogman und ein französischer Kaufmann wollten mich begleiten, und wir setzten unsere Reise auf Eseln an. Wir machten in den Gärten oberhalb dem Schlosse halt. Hier hatten Beduinen-Araber ihr Lager aufgeschlagen; ihre Zelte waren weder groß noch weniger gut: sie verriethen den elenden Zustand derjenigen, denen sie zum Schutze dienten. + +Die Frauen bedeckten sich das Gesicht nicht, wie es die Weiber der andern in Ägypten wohnenden Völker thun. Das Frische der Jugend machte die weniger Bejahrten unter ihnen noch ziemlich interessant, ob ihre Haut gleich etwas dunkel gefärbt war: sie schienen ziemlich gesund und frisch. + +Wir wurden bald von diesen Weibern umzingelt, die uns um eine Gabe ansprachen. Sie waren mit einem" +Z166069305,275,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000275/full/full/0/native.jpg,"ober zwei Medinging zufriedeft: Da die uiten merkten, +das wir den Jungen lieber gaben, so schikten fte uns +Mehrere von diesen zu, um unser Intereffe zu erregen, +und uns zur Wohlthatigkeit aufzufordern. Sie lachten +aus vollem Halse, als sie gewahr wurden, das diese Aufs +merksamkeit einen gluklichen Erfolg hatte, und besonders +als sie sahen, das die Madchen der Gegenstand einiger +Nekfereien wurden. Wahrend meine Reisegefahrten eine +ziemlich lustige Unterhaltung mit den jungen Araberina +nen hatten,' war ich von einer Gruppe alter auserordenta +lich haslicher Weiber umringt: fte hatten mich wahrscheine +licher Weise fur edelmuthiger als die andern angesehen: +fie hielten mich unter fich zuruf, und wollten mich nicht +gehen lassen. Ich hatte alle Muhe nothig, um mich +von ihnen loszureisen, und ich wunschte mir sehr aufricha +tig Gluk, als ich aus dem Zirkel dieser alten ungestumen +Weiber heraus war, deren verfallene und schwarztiche +Figur noch haslicher durch die Towarzen Zierrathen +wurde, die sie sich am Kiune machen, indem sie sich in +die Haut rigen. +In diesen Garten fah man Lurteltauben, Amseln, +Droffeln und auf den Dattelbaumen einige Kernbeiser **). +Ich bekam hier auch zwei Raubvogel von der oben Seite 154 +beschriebenen Art zu Gesichte, und an einer kleinen Waser. +pfuse' todtete ich zwei Wasserschuepfen, die man gemeinige +lich culs blanc und in der Provence bechots nennt **** +Mannchen und Weibchen waren beisammen. +Indem wir unsern Weg nach der See fortsezteri +wurde der Boden, den noch vor kurzem der Nil ubers +*) Der Medin, in der Cartei para, ist ein Gelbftaf von +Silber, das etwas mehr als einen Sou gilt. +*) Loxia coecothrautes Lin. Gros- bec. Buffon. +***) Tringa ochropus. Lin.- Beccafleau. Buffon.","247 + +ober zwei Medinging zufriedeft: Da die uiten merkten, +daß wir den Jungen lieber gaben, ſo ſchikten fte uns +Mehrere von dieſen zu, um unſer Intereffe zu erregen, +und uns zur Wohlthåtigkeit aufzufordern. Sie lachten +aus vollem Halſe, als ſie gewahr wurden, daß dieſe Aufs +merkſamkeit einen glúklichen Erfolg hatte, und beſonders +als ſie ſahen, daß die Mädchen der Gegenſtand einiger +Nekfereien wurden. Während meine Reiſegefährten eine +ziemlich luſtige Unterhaltung mit den jungen Araberina +nen hatten,' war ich von einer Gruppe alter außerordenta +lich håßlicher Weiber umringt: fte hatten mich wahrſcheine +licher Weiſe für edelmüthiger als die andern angeſehen: +fie hielten mich unter fich zuruf, und wollten mich nicht +gehen laſſen. Ich hatte alle Mühe nothig, um mich +von ihnen loszureißen, und ich wünſchte mir ſehr aufricha +tig Glúk, als ich aus dem Zirkel dieſer alten ungeſtümen +Weiber heraus war, deren verfallene und ſchwärztiche +Figur noch håßlicher durch die Towarzen Zierrathen +wurde, die ſie ſich am Kiune machen, indem ſie ſich in +die Haut rigen. + +3: + +11 +li + +In dieſen Gårten fah man Lurteltauben, Amſeln, +Droffeln und auf den Dattelbåumen einige Kernbeißer **). +Ich bekam hier auch zwei Raubvogel von der oben Seite 154 +beſchriebenen Art zu Geſichte, und an einer kleinen Waſer. +pfüße' tödtete ich zwei Waſſerſchuepfen, die man gemeinige +lich culs blanc und in der Provence bechots nennt **** +Månnchen und Weibchen waren beiſammen. + +I + +1 + +21 + +II + +Indem wir unſern Weg nach der See fortſezteri +wurde der Boden, den noch vor kurzem der Nil übers + +1 + +*) Der Medin, in der Cårtei para, iſt ein Gelbftaf von + +Silber, das etwas mehr als einen Sou gilt. +*) Loxia coecothrautes Lin. Gros- bec. Buffon. +***) Tringa ochropus. Lin.- Beccafleau. Buffon. + +- + +2 + +1 + + +","Ober zwei Medin ging zufrieden: Da die Uiten merkten, +das wir den Jungen lieber gaben, so schickten sie uns +Mehrere von diesen zu, um unser Interesse zu erregen, +und uns zur Wohlthatigkeit aufzufordern. Sie lachten +aus vollem Halse, als sie gewahr wurden, dass diese Aufmerksamkeit +einen glücklichen Erfolg hatte, und besonders als sie sahen, +dass die Mädchen der Gegenstand einiger Neckereien wurden. +Während meine Reisegefährten eine ziemlich lustige Unterhaltung +mit den jungen Araberinnen hatten, war ich von einer Gruppe alter +außerordentlich häßlicher Weiber umringt: Sie hatten mich wahrscheinlich +fur edelmütiger als die andern angesehen. Sie hielten mich unter sich zuruf, +und wollten mich nicht gehen lassen. Ich hatte alle Mühe nötig, um mich +von ihnen loszureißen, und ich wünschte mir sehr aufrichtig Glück, +als ich aus dem Zirkel dieser alten ungestümen Weiber heraus war, +deren verfallene und schwarztichige Figur noch häßlicher durch die Towarzen-Zierathen +wurde, die sie sich am Körper machen, indem sie sich in die Haut rigen. + +In diesen Garten fand man Lurteltauben, Amseln, Droffeln +und auf den Dattelbäumen einige Kernbeißer. Ich bekam hier auch zwei Raubvögel von der oben Seite 154 beschriebenen Art zu Gesicht, und an einer kleinen Wasserpfütze tötete ich zwei Wasserschlepper, die man gemeiniglich couls blanc und in der Provence bezeichnet **** +Männchen und Weibchen waren beisammen. + +Indem wir unsern Weg nach der See fortsetzten, +wurde der Boden, den noch vor kurzem der Nil überschwemmte, +*) Der Medin, in der Karthäuser para, ist ein Gelbfthalter von +Silber, das etwas mehr als einen Sou gilt. +*) Loxia coecothrautes Lin. Gros-bec. Buffon. +***) Tringa ochropus. Lin.- Beccafleau. Buffon." +Z166069305,276,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000276/full/full/0/native.jpg,"fchwemmt hatte, schlupfeig, tothig und mit Graben durch. +schnitten. Unsere Esel Fielen nieder, sanken in den +Moraft und liesen uns oft im Wasser oder im Kothe +fiken. Niemand war von diesen kleinen Unfallen noch von +den wechselseitigen Spottereien verschont, wozu jene Geles +genheit gaben. Endlich langten wir an der engen und To +gefurchteten Paffe der Barre an, die den Nil versperrt. +Es sturmte anf der offenen See, und das Meer brach +sich hier wuthend, und schlug tobende mit Schaum und +Sand' bermischte Wellen. Wir fahen noch den obern +Theil von den Maften zweier Schermes, die vor einigen +Lagen hier zu Grunde gegangen waren, und +am Ufer +trafen wir Schiffer an, die damit beschaftigt waren, die +Leichname einiger von ihren Gefahrten abzuhohlen, die +das. Meer ans Land geworfen hatte. +Das Ufer ift niedrig und besteht ganz aus Sand: es +war mit einer Menge Waffervogeln, z. B. archgrauen Moven, +Seelerchen, Fischreihern*)#. f. w. edekt. Diese lezs +tern waren vorzuglich wild: man konnte sich ihnen nicht +nahern. +Den Tag darauf besah ich eine halbe franzofische +Meile im Suden von Rachid einen Shurm, den man +den Thurm von Canopus genannt hat, weil man +falschlich angenommen hat, die Stadt Rachid ftehe +auf der Stelle des alten Canopus. Dieser Shurm ift +in neuern Zeiten auf einem kleinen Sandberge erbauet +worden, der an dieser Stelle das westliche Ufer des Nils aus. +macht. Er ist viereckigt; war halb niedergerissen und das +Uebrige drohte ben nahen Einsturz. In der Liefe zeigten +mir die Bewohner dieses Bezirkes die Deffnungen zu einem +unterirrdiccheu Sange, der, wie sie glaubten, bis nach +Alexandrien fuhre. +*) Ardea cinerea Lin. Beron commun. Buffon.","248 + +1 + +fchwemmt hatte, ſchlüpfeig, tothig und mit Gråben durch. +ſchnitten. Unſere Eſel Fielen nieder, ſanken in den +Moraft und ließen uns oft im Waſſer oder im Kothe +fiken. Niemand war von dieſen kleinen Unf��llen noch von +den wechſelſeitigen Spottereien verſchont, wozu jene Geles +genheit gaben. Endlich langten wir an der engen und To +gefürchteten Paffe der Barre an, die den Nil verſperrt. +Es ſtürmte anf der offenen See, und das Meer brach +ſich hier wüthend, und ſchlug tobende mit Schaum und +Sand' bermiſchte Wellen. Wir fahen noch den obern +Theil von den Maften zweier Schermes, die vor einigen +Lagen hier zu Grunde gegangen waren, und + +am Ufer +trafen wir Schiffer an, die damit beſchäftigt waren, die +Leichname einiger von ihren Gefährten abzuhohlen, die +das. Meer ans Land geworfen hatte. + +01 + +Das Ufer ift niedrig und beſteht ganz aus Sand: es +war mit einer Menge Waffervogeln, z. B. archgrauen Moven, +Seelerchen, Fiſchreihern*)#. f. w. þedekt. Dieſe lezs +tern waren vorzüglich wild: man konnte ſich ihnen nicht +nähern. + +Den Tag darauf beſah ich eine halbe franzöfiſche +Meile im Süden von Rachid einen Shurm, den man +den Thurm von Canopus genannt hat, weil man +fålſchlich angenommen hat, die Stadt Rachid ftehe +auf der Stelle des alten Canopus. Dieſer Shurm ift +in neuern Zeiten auf einem kleinen Sandberge erbauet +worden, der an dieſer Stelle das weſtliche Ufer des Nils aus. +macht. Er iſt viereckigt; war halb niedergeriſſen und das +Uebrige drohte ben nahen Einſturz. In der Liefe zeigten +mir die Bewohner dieſes Bezirkes die Deffnungen zu einem +unterirrdiccheu Sange, der, wie ſie glaubten, bis nach +Alexandrien führe. + +*) Ardea cinerea Lin. Beron commun. Buffon. + +1 + + +","fchwemmt hatte, schlüpfrig, tothig und mit Gräben durch. +schnitten. Unsere Esel fielen nieder, sanken in den Morast +und ließen uns oft im Wasser oder im Kot fiken. Niemand +war von diesen kleinen Unfällen noch von den wechselseitigen +Spottereien verschont, wozu jene Gelegenheit gab. Endlich +langten wir an der engen und gefürchteten Pforte der Barre +an, die den Nil versperrt. +Es sturmte auf der offenen See, und das Meer brach +sich hier wütend und schlug tobende mit Schaum- und +Sandvermischten Wellen. Wir fuhren noch den oberen +Theil von dem Masten zweier Scherme, die vor einigen +Tagen hier zu Grunde gegangen waren, und +am Ufer +trafen wir Schiffer an, die damit beschäftigt waren, die +Leichname einiger von ihren Gefährten abzuholen, die +das Meer ans Land geworfen hatte. + +Das Ufer ist niedrig und besteht ganz aus Sand: es +war mit einer Menge Waffervögel, z. B. ergrauen Möven, +Seelchen, Fischreihern u. f. w. bedeckt. Diese Leute waren +vorzüglich wild: man konnte sich ihnen nicht nähern. + +Den Tag darauf besah ich eine halbe französische +Meile im Süden von Rachid einen Sturm, den man +den Thurm von Canopus genannt hat, weil man +falschlich angenommen hat, die Stadt Rachid stünde +auf der Stelle des alten Canopus. Dieser Sturm ist +in neueren Zeiten auf einem kleinen Sandberge erbaut +worden, der an dieser Stelle das westliche Ufer des Nils ausmacht. Er ist viereckigt; war halb niedergerissen und das +Übrige drohte ben nahen Einsturz. In der Nähe zeigten +mir die Bewohner dieses Bezirkes die Dächerungen zu einem +unterirdischen Gang, der, wie sie glaubten, bis nach +Alexandrien führe. + +*) Ardea cinerea Lin. Beron commun. Buffon." +Z166069305,277,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000277/full/full/0/native.jpg,"Bon dem Thurm herab genos man nach allen Seiten +zu eine weite Aussicht, die feine andere Grenzen hat als +die Weite, wohin das Auge reicht. Ungeheuere Ebenen +breiteten fich vor uns aus: aber wie mannichfaltig find +die Semalde, die man erblikt! wie majestatisch find fie! +Und wo findet man ahnliche Aussichten? Bei diesen ro +mannichfaltigen Scenen gehen sowohl die prachtigsten als +die schreklichsten Schonheiten der Natur vor unfern Augen +vorbei. Gegen Morgen breitet die feuchte Kuhle und die +Fruchtbarkeit ihre Schase auf dem schonen Teppiche +des Delta qus; gegen Norden walzt das Meer, die +Quelle des Reichthumes und des Unglucks, Teine Wellen, +ein Bild der Unbestandigkeit, hin, und gegen Abend ruht +ewige Unfruchtbarkeit auf den Wasten von libyen. +Beinahe am Fuse des Thurmes steht am Nilufer' +eine einem muselmannischen Huligen gevidniete Moschee. +Man nennt sie Abu, Mandur, das so viel als Vater +des lichts bedeutet. Wenn fie der Vater des Lichts +ift, so ist dieser Heilige auch des Schrecken des Sandes, +denn dieser wurde ohne sie schon langst die Stadt Rarchid +bedett, und mit seiner traurigen Herrschaft nereinigt +baben. Der Glaube der Mahommedaner aber bleibt +auf einem so schonen Wege nicht stehen. Abu Mans +dur ist auch ein Feind jeder Art von Unfruchtbarkeit, und +die Frauen Rehen ihn um Fjalfe, und bringen hier neun +Lage unter der Aufsicht des Scheifs der Moschee mit +Andachten zu, und es geschicht selten, das ihre Wunsche +nicht erhrt wurden. Allgemein verehrt man diesen ro +machtigen Beschuber: es geht kein Fahrzeug vor dem +Orte vorbei, der ihm gewidmet ist, ohne das nicht die +Schiffsleute und die Reisenden dem Scheit ein Geschenk +machten, damit er ihnen die Gunft des Heiligen verschaffe. +Die vierte Kupferplatie stellt die Ansicht dieser Mo- +schee vor. Vorwarts derselben lauft der Nil vorbei: der","249 + +23 + +Bon dem Thurm herab genoß man nach allen Seiten +zu eine weite Ausſicht, die feine andere Grenzen hat als +die Weite, wohin das Auge reicht. Ungeheuere Ebenen +breiteten fich vor uns aus: aber wie mannichfaltig find +die Semälde, die man erblikt! wie majeſtätiſch find fie! +Und wo findet man ähnliche Ausſichten? Bei dieſen ro +mannichfaltigen Scenen gehen ſowohl die prachtigſten als +die ſchreklichſten Schönheiten der Natur vor unfern Augen +vorbei. Gegen Morgen breitet die feuchte Kühle und die +Fruchtbarkeit ihre Schåße auf dem ſchönen Teppiche +des Delta qus; gegen Norden wälzt das Meer, die +Quelle des Reichthumes und des Unglücks, Teine Wellen, +ein Bild der Unbeſtåndigkeit, hin, und gegen Abend ruht +ewige Unfruchtbarkeit auf den Wåſten von libyen. + +? + +1 + +Beinahe am Fuße des Thurmes ſteht am Nilufer' +eine einem muſelmanniſchen Huligen gevidniete Moſchee. +Man nennt ſie Abu, Mandur, das ſo viel als Vater +des lichts bedeutet. Wenn fie der Vater des Lichts +ift, ſo iſt dieſer Heilige auch des Schrecken des Sandes, +denn dieſer würde ohne ſie ſchon längſt die Stadt Rarchid +bedett, und mit ſeiner traurigen Herrſchaft nereinigt +baben. Der Glaube der Mahommedaner aber bleibt +auf einem ſo ſchönen Wege nicht ſtehen. Abu Mans +dur iſt auch ein Feind jeder Art von Unfruchtbarkeit, und +die Frauen Rehen ihn um Fjålfe, und bringen hier neun +Lage unter der Aufſicht des Scheifs der Moſchee mit +Andachten zu, und es geſchicht ſelten, daß ihre Wünſche +nicht erhørt würden. Allgemein verehrt man dieſen ro +machtigen Beſchüber: es geht kein Fahrzeug vor dem +Orte vorbei, der ihm gewidmet iſt, ohne daß nicht die +Schiffsleute und die Reiſenden dem Scheit ein Geſchenk +machten, damit er ihnen die Gunft des Heiligen verſchaffe. + +Die vierte Kupferplatie ſtellt die Anſicht dieſer Mo- +ſchee vor. Vorwärts derſelben låuft der Nil vorbei: der + + +","Von dem Thurm herab genoß man nach allen Seiten +zu einer weiten Aussicht, die feine andere Grenzen hat als +die Weite, wohin das Auge reicht. Ungeheure Ebenen breiteten sich vor uns aus; aber wie mannigfaltig sind die Semalden, die man erblickt! Wie majestätisch sind sie! +Und wo findet man ähnliche Aussichten? Bei diesen romantischen Scenen gehen sowohl die prächtigsten als die schrecklichsten Schönheiten der Natur vor unfern Augen vorbei. Gegen Morgen breitet die feuchte Kühle und die Fruchtbarkeit ihre Schatten auf dem schönen Teppich des Deltas aus; gegen Norden wälzt das Meer, die Quelle des Reichthums und des Unglücks, seine Wellen, ein Bild der Unbeständigkeit, hin, und gegen Abend ruht ewige Unfruchtbarkeit auf den Wüsten von Lybien. +Beinahe am Fuße des Thurmes steht am Nilufer eine einem muselmanischen Heiligen geweihte Moschee. Man nennt sie Abu Mandur, das so viel als Vater des Lichts bedeutet. Wenn sie der Vater des Lichts ist, so ist dieser Heilige auch des Schreckens des Sandes, denn dieser würde ohne sie schon längst die Stadt Rachid bedecken, und mit seiner traurigen Herrschaft vereinen. Der Glaube der Mahomedaner aber bleibt auf einem so schönen Wege nicht stehen. Abu Mandur ist auch ein Feind jeder Art von Unfruchtbarkeit, und die Frauen rufen ihn um Hilfe, und bringen hier neun Tage unter der Aufsicht des Scheichs der Moschee mit Andachten zu, und es geschieht selten, dass ihre Wünsche nicht erhört wurden. Allgemein verehrt man diesen mächtigen Beschützer; es geht kein Fahrzeug vor dem Orte vorbei, der ihm gewidmet ist, ohne dass nicht die Schiffslüte und die Reisenden dem Scheich ein Geschenk machten, damit er ihnen die Gunst des Heiligen verschaffe. +Die vierte Kupferplatte stellt die Ansicht dieser Moschee vor. Vorwärts derselben läuft der Nil vorbei:" +Z166069305,278,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000278/full/full/0/native.jpg,"etivas oberhalb derselben, wenn man ihn in der Richtung +nach Suden hinauf gefahren ist, eine betrachtliche Krum. +mung nach Ost ein Viertel Oft macht, und nachher seine +fudliche Richtung wieder annimmt. Auf der andern Seite +liegen die lachenden Gefilde des Delta. Diese kand. +Tchaft ist am Fuse des Thurmes von Canopus gezeichnete +Vor zehn oder zivslf Jahren vor meiner Ankunft hatte +ein Surke, der hier wohnte, in der Gegend dieres Shur. +mes nachgraben laffen. Er fand daselbst sehr schone +Granitfaulen, die er nach Raschid schaffen lies, um sie +zum Bau eines Gebaudes zu gebrauchen. Ali Bei +aber bekam von dieser Entdeckung Nachricht, und bildete +fich ein, oder stellte sich vielmehr so, der Durke habe +Gold gefunden. Er verdammte ihn zu einer betrachtlichen +Geldbuse, die den armen Teufel zu bauen auser Stand +feste, und die ihm das Nachsuchen auf immer verleidete. +Ein Cheil von den Saulen befand sich noch am Ufer des +Nils dem Hause der Franzosen gegen uber: die ubrie +gen hatte man gerbrochen, um verschiedene Werke daraus +zu machen: sie gehorten wahrscheinlicher Weise zur alten +Stadt Metelis*) auf deren Stelle jezt also der Thurm +von Canopus stande. +Der Moschee von Abu- Mandur gegen uber am +ostlichen Nilufer stehen zwei bis drei Hauser. Man mennt +fie Maadie, weil hier die gewshnliche Ueberfahrt nach +dem Delta ift. Oberhalb Maadie liegt das Dorf +Bussurath, das' ehemals eine grose Menge Rauber +bewohnten, welche die Fahrzeuge plunderten. Aber ein +Bei, Namens Mehemet, hat sie vernichtet. Etwas +uber Buffurath hinauf steht das Dorf Haschbet, +*) metelis fuhrt im Worterbuche der Kopten den Namen +Mersil. +Der ueberreger,","250 + +etivas oberhalb derſelben, wenn man ihn in der Richtung +nach Süden hinauf gefahren iſt, eine beträchtliche Krům. +mung nach Oſt ein Viertel Oft macht, und nachher ſeine +füdliche Richtung wieder annimmt. Auf der andern Seite +liegen die lachenden Gefilde des Delta. Dieſe kand. +Tchaft iſt am Fuße des Thurmes von Canopus gezeichnete + +PA + +Vor zehn oder zivslf Jahren vor meiner Ankunft hatte +ein Sürke, der hier wohnte, in der Gegend dieres Shur. +mes nachgraben laffen. Er fand daſelbſt ſehr ſchöne +Granitfäulen, die er nach Raſchid ſchaffen ließ, um ſie +zum Bau eines Gebåudes zu gebrauchen. Ali Bei +aber bekam von dieſer Entdeckung Nachricht, und bildete +fich ein, oder ſtellte ſich vielmehr ſo, der Dürke habe +Gold gefunden. Er verdammte ihn zu einer beträchtlichen +Geldbuße, die den armen Teufel zu bauen außer Stand +feste, und die ihm das Nachſuchen auf immer verleidete. +Ein Cheil von den Säulen befand ſich noch am Ufer des +Nils dem Hauſe der Franzoſen gegen über: die übrie +gen hatte man gerbrochen, um verſchiedene Werke daraus +zu machen: ſie gehorten wahrſcheinlicher Weiſe zur alten +Stadt Metelis*) auf deren Stelle jezt alſo der Thurm +von Canopus ſtånde. + +Der Moſchee von Abu- Mandur gegen über am +óſtlichen Nilufer ſtehen zwei bis drei Häuſer. Man mennt +fie Maadie, weil hier die gewshnliche Ueberfahrt nach +dem Delta ift. Oberhalb Maadie liegt das Dorf +Buſſurath, das' ehemals eine große Menge Råuber +bewohnten, welche die Fahrzeuge plünderten. Aber ein +Bei, Namens Mehemet, hat ſie vernichtet. Etwas +über Buffurath hinauf ſteht das Dorf Haſchbet, + +*) metelis führt im Wörterbuche der Kopten den Namen +Merſil. + +Der ueberreger, + + +","Etwa oberhalb derselben, wenn man ihn in der Richtung nach Süden hinauf gefahren ist, eine beträchtliche Krümmung nach Osten ein Viertel oft macht, und nachher seine frühere Richtung wieder annimmt. Auf der andern Seite liegen die lachenden Gefilde des Delta. Diese Kandtschaft ist am Fuße des Thurmes von Canopus gezeichnet. + +Vor zehn oder zwölf Jahren vor meiner Ankunft hatte ein Türke, der hier wohnte, in der Gegend dieser Schurmes nachgraben lassen. Er fand daselbst sehr schöne Granitfalten, die er nach Raschid schaffen ließ, um sie zum Bau eines Gebäudes zu gebrauchen. Ali Bei aber bekam von dieser Entdeckung Nachricht, und bildete sich ein, oder stellte sich vielmehr so, der Türke habe Gold gefunden. Er verdammte ihn zu einer beträchtlichen Geldbuße, die den armen Teufel zu bezahlen außer Stand feste, und die ihm das Nachsuchen auf immer verleidete. + +Ein Teil von den Säulen befand sich noch am Ufer des Nils dem Hause der Franzosen gegenüber: die übrigen hatte man gebrochen, um verschiedene Werke daraus zu machen: sie gehörten wahrscheinlicher Weise zur alten Stadt Metelis*) auf deren Stelle jetzt also der Thurm von Canopus stand. + +Der Moschee von Abu-Mandur gegenüber am östlichen Nilufer stehen zwei bis drei Häuser. Man nennt sie Maadie, weil hier die gewöhnliche Überfahrt nach dem Delta ist. Oberhalb Maadie liegt das Dorf Bussurath, das ehemals eine große Menge Räuber bewohnten, welche die Fahrzeuge plünderten. Aber ein Bei, Namens Mehemet, hat sie vernichtet. Etwas über Bussurath hinauf steht das Dorf Haschbet, + +*) Metelis führt im Wörterbuche der Kopten den Namen Mersil. + +Der Überreger" +Z166069305,279,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000279/full/full/0/native.jpg,"Am westlichen Ufer liegt in einer geringen Entfers +kung oberhalb Abu: Mandur das ziemlich betrachtliche +Dorf Dgeddier in dessen umliegender Gegend eine +grose Menge Weinstocke in dem Sande wachsen.: Von. +hier schaft man die Trauben nach Rafchid und Ale +fandrien. +Di man gleich keinen Wein in Wegypten keltert, fo +vermehren sich doch die Weinstocke gar sehr. Man pilaagt +& fie gewshnlich in den Sand, wo sie rehr schnell wachsen, +und wo die Trauben, die sie tragen, einen fostliden +Wohlgeruch erhalten. Der groste Theil von denjenigen, +die man hier ist, sind von der Urt, deren Beere nur einen +Stern enthalt. Im Arabischen beist die Weintraube +Aneb. Die Blatter von den Weinstocken braucht man +mit vielem Vortheile in den egyptischen Kuchen; man +wickelt dicke Kugeln klein gehakten Fleisches hinein, welches +eines von den gewohnlichfien Gerichten auf guten Tafeln +ist. Die Blatter mussen noch jung seyn, und sie werden +manchmal theuerer als die Trauben felbft verkauft. +Der Wein, der in der Gegend von Alexandrien +und in einigen andern Bezirkens Negyptens wuchs, war +chemals febr. beruhmt. Wir werden ihm leicht den alten +Ruf wieder geben konnen, wenn wir den Sandboden mit +den vortreflichen Weinstecken bepflanzen, die noch daselbfi +wachsen +In der Gegend des Thurmes von Canopus hatten +fich mehrere Pogel versammelt, und gaben dem Sande +einen Anschein von Leben. Ich rah darunter Aasgeier, viele +Wiedehopfen, die auf dem Sande herumliefen und Nahs +cung, namlich verschiedene Arten von Insekten, suchteng +Bachstelzen und Saubenlerchen*). +*) Alauda cristata. In Cochevis oder, la grosse alouette buppees +Bufforts","251 + +Am weſtlichen Ufer liegt in einer geringen Entfers +kung oberhalb Abu: Mandur das ziemlich betrachtliche +Dorf Dgeddier in deſſen umliegender Gegend eine +große Menge Weinſtocke in dem Sande wachſen.: Von. +hier ſchaft man die Trauben nach Rafchid und Ale +fandrien. + +> + +3 + +Di man gleich keinen Wein in Wegypten keltert, fo +vermehren ſich doch die Weinſtocke gar ſehr. Man pilaagt +& fie gewshnlich in den Sand, wo ſie rehr ſchnell wachſen, + +und wo die Trauben, die ſie tragen, einen foſtliden +Wohlgeruch erhalten. Der größte Theil von denjenigen, +die man hier ißt, ſind von der Urt, deren Beere nur einen +Stern enthalt. Im Arabiſchen beißt die Weintraube +Aneb. Die Blätter von den Weinſtocken braucht man +mit vielem Vortheile in den egyptiſchen Küchen; man +wickelt dicke Kugeln klein gehakten Fleiſches hinein, welches +eines von den gewohnlichfien Gerichten auf guten Tafeln +iſt. Die Blätter müſſen noch jung ſeyn, und ſie werden +manchmal theuerer als die Trauben felbft verkauft. + +Der Wein, der in der Gegend von Alexandrien +und in einigen andern Bezirkens Negyptens wuchs, war +chemals febr. berühmt. Wir werden ihm leicht den alten +Ruf wieder geben können, wenn wir den Sandboden mit +den vortreflichen Weinſtecken bepflanzen, die noch daſelbfi +wachſen + +In der Gegend des Thurmes von Canopus hatten +fich mehrere Pogel verſammelt, und gaben dem Sande +einen Anſchein von Leben. Ich rah darunter Aasgeier, viele +Wiedehopfen, die auf dem Sande herumliefen und Nahs +cung, nåmlich verſchiedene Arten von Inſekten, ſuchteng +Bachſtelzen und Saubenlerchen*). + +*) Alauda criſtata. In Cochevis oder, la groſſe alouette buppées + +Bufforts + + +","Am westlichen Ufer liegt in einer geringen Entfernung oberhalb Abu Mandur das ziemlich beträchtliche Dorf Dgeddier, in dessen umliegender Gegend eine große Menge Weinstöcke in dem Sande wachsen. Von hier schafft man die Trauben nach Rafchid und Alexandria. + +Di man gleich keinen Wein in Ägypten keltert, so vermenge sich doch die Weinstöcke gar sehr. Man pflanzt sie gewöhnlich in den Sand, wo sie recht schnell wachsen, und wo die Trauben, die sie tragen, einen festlichen Wohlgeruch erhalten. Der größte Teil von denjenigen, die man hier ist, sind von der Art, deren Beere nur einen Samen enthält. Im Arabischen heißt die Weintraube Aneb. Die Blätter von den Weinstöcken braucht man mit vielem Vortheile in den ägyptischen Kuchen; man wickelt dicke Kugeln klein gehackten Fleisches hinein, welches eines von den gewöhnlichen Gerichten auf guten Tafeln ist. Die Blätter müssen noch jung sein, und sie werden manchmal theurer als die Trauben selbst verkauft. + +Der Wein, der in der Gegend von Alexandrien und in einigen andern Bezirken Ägyptens wuchs, war ehemals sehr berühmt. Wir werden ihm leicht den alten Ruf wieder geben können, wenn wir den Sandboden mit den vortrefflichen Weinstöcken bepflanzen, die noch daselbst wachsen. + +In der Gegend des Thurmes von Canopus hatten sich mehrere Vogel versammelt und gaben dem Sande einen Anschein von Leben. Ich sah darunter Aasgeier, viele Wiedehopfen, die auf dem Sande herumliefen und Nahrung, nämlich verschiedene Arten von Insekten, suchten. Bachstelzen und Saubenvögel*) +*) Alauda cristata. In Cuviers oder la grosse alouette huppees Bufforts" +Z166069305,280,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000280/full/full/0/native.jpg,"Wahrend der Zeichner, bei dem ich den Janitscharen +des Consuls lies, an der Landschaft von Abu- Max: +bur arbeitete, vertiefte ich mich in die Wuste hinein. +Von weiter schien diere fandige Gegend eine Ebene zu feyn: +Indeffen war sie doch voller kleiner steiler. Sandhugel, +die zwischen einander enge and tiefe Thaler bilden, auf +deren Grunde man bald, ohne die Muhe des Gehens uber +fich zu nehinen, anlangte. Man darf fich nur dem beweg- +lichen Sande frei uberlassen, der unter den Fusen hinab. +rollt, und der den Wanderer sanft hinabbringt. Allem +Anscheine nach sind diefe tiefen Einschnitte das Werk des +Wassers, das ehemals uber einen heut zu Lage so un- +dankbaren Boden hinflos und ihn fruchtbar machte. +In dem Sande sah man die Spuren von verschies +denen Thieren, ich erkannte darunter die Spurer zahl: +reicher Schakals, und ihren frischen Koth, den sie +sorgfaltig mit Sand bedecken, indem sie ihn wie die Kaz: +zen verscharren*). +Der Staub, der diese Sandschichten bedekt, ist so +fein, das das leichteste Thier, das kleinste Insekt Spuren +von seinem Gange darauf wie auf dem Schnee zurut +fast. Diese mannichfaltige figuren machen eine ange- +*) Girtanner lagt in seinem Werke: uber das fantische +Prinzip fur die Naturgeschichte S, 328: Der Schakal ist +eine Art von Mittelschlag zinischen demu Fuchse und dem Wolfe. +Er vermischt sich mi: dem Hunde und last sich ziemlich leicht +fangen. Es giebt drei Barieraten dieser Race; 1) der eigent: +liche Saatal( canis aureus), 2) der udive und 3) det +tenlie( canis mesomelas), der sich am Borgebirge der guten +Hoffnung findet."" Die Schafale geben in grosen Trapps +bei hunderten beisammen und sind nicht scheu. Sie find +gefrasig und scharren die Leichname wieder aus der Erde +heraus. Wenn sie sehr hungrig find, sind sie wie wuthend +und fallen felbft die Menschen an. +Der Ueberseker.","252 + +1 + +Wåhrend der Zeichner, bei dem ich den Janitſcharen +des Conſuls ließ, an der Landſchaft von Abu- Max: +bur arbeitete, vertiefte ich mich in die Wüſte hinein. + +Von weiter ſchien diere fandige Gegend eine Ebene zu feyn: +Indeffen war ſie doch voller kleiner ſteiler. Sandhügel, +die zwiſchen einander enge and tiefe Thåler bilden, auf +deren Grunde man bald, ohne die Mühe des Gehens über +fich zu nehinen, anlangte. Man darf fich nur dem beweg- +lichen Sande frei überlaſſen, der unter den Füßen hinab. +rollt, und der den Wanderer ſanft hinabbringt. Allem +Anſcheine nach ſind diefe tiefen Einſchnitte das Werk des +Waſſers, das ehemals über einen heut zu Lage ſo un- +dankbaren Boden hinfloß und ihn fruchtbar machte. + +In dem Sande ſah man die Spuren von verſchies +denen Thieren, ich erkannte darunter die Spurer zahl: +reicher Schakals, und ihren friſchen Koth, den ſie +ſorgfältig mit Sand bedecken, indem ſie ihn wie die Kaz: +zen verſcharren*). + +Der Staub, der dieſe Sandſchichten bedekt, iſt ſo +fein, daß das leichteſte Thier, das kleinſte Inſekt Spuren +von ſeinem Gange darauf wie auf dem Schnee zurút +fåßt. Dieſe mannichfaltige figuren machen eine ange- + +*) Girtanner lagt in ſeinem Werke: über das fantiſche + +Prinzip für die Naturgeſchichte S, 328: Der Schakal iſt +eine Art von Mittelſchlag ziniſchen demu Fuchſe und dem Wolfe. +Er vermiſcht ſich mi: dem Hunde und läßt ſich ziemlich leicht +fangen. Es giebt drei Barieråten dieſer Race; 1) der eigent: +liche Saatal( canis aureus), 2) der udive und 3) det +tenlie( canis meſomelas), der ſich am Borgebirge der guten +Hoffnung findet."" Die Schafale geben in großen Trapps +bei hunderten beiſammen und ſind nicht ſcheu. Sie find +gefräßig und ſcharren die Leichname wieder aus der Erde +heraus. Wenn ſie ſehr hungrig find, ſind ſie wie wůthend +und fallen felbft die Menſchen an. + +Der Ueberſeker. + +- + + +","Wahrend der Zeichner, bei dem ich den Janitscharen des Consuls las, an der Landschaft von Abu-Maxbur arbeitete, vertiefte ich mich in die Wüste hinein. Von weitem schien diese fandige Gegend eine Ebene zu sein; indessen war sie doch voller kleiner steiler Sandhügel, die zwischen einander enge und tiefe Thäler bilden, auf deren Grunde man bald, ohne die Mühe des Gehens über sie zu nehmen, anlangte. Man darf sich nur dem beweglichen Sande frei überlassen, der unter den Füßen hinabrollt, und der den Wanderer sanft hinaufbringt. Allem Anscheine nach sind diese tiefen Einschnitte das Werk des Wassers, das ehemals über einen heut zu Lager so undankbaren Boden hinfloss und ihn fruchtbar machte. + +In dem Sande sah man die Spuren von verschiedenen Thieren, ich erkannte darunter die Spuren zahlreicher Schakale, und ihren frischen Kot, den sie sorgfältig mit Sand bedeckten, indem sie ihn wie die Katzen verscharrten. + +Der Staub, der diese Sandschichten bedeckt, ist so fein, dass das leichteste Tier, das kleinste Insekt Spuren von seinem Gange darauf wie auf dem Schnee zurückfast. Diese mannichfaltigen Figuren machen eine angenehme Abwechselung im Monotonen des Sandes. + +*) Girranner lagt in seinem Werke über das fantastische Prinzip für die Naturgeschichte S. 328: Der Schakal ist eine Art von Mittelschlag zwischen dem Fuchse und dem Wolfe. Er vermischt sich mit dem Hunde und lässt sich ziemlich leicht fangen. Es gibt drei Abartigkeiten dieser Rasse; 1) der eigentliche Schakal (canis aureus), 2) der Wilde und 3) der gestreifte (canis mesomelas), der sich am Bergebirge der guten Hoffnung findet."" Die Schakale geben in großen Truppen bei Hunderten beisammen und sind nicht scheu. Sie finden gefräßig und scharren die Leichname wieder aus der Erde heraus. Wenn sie sehr hungrig sind, sind sie wie wütend und fallen plötzlich die Menschen an. + +Der Übersetzer" +Z166069305,281,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000281/full/full/0/native.jpg,"nehme Wirkung, die den Geist in solchen Bezirken erquift, +wo er niedergeschlagen nur die Spuren von der Achtser. +klarung der Natur anzutreffen erwartet. Man kann nichts, +artigeres sehen, als die Kennzeichen von der Bewegung +einer Art kleinen, aber in dieser Wuste fehr gemeinen +Eidechse. Mit dem ausersten Ende ihres Sdzwanges +zeichnet sie in der Mitte zweier Reihen regelmasiger Zeichs: +nungen, die ihre vier Fuse nebst ihren funf artigen +Zehen machen, eben so regelmasige Krummungen. Diese +Spuren verinehren fich in der Nahe ihrer unterirrdischen +Aufenthaltsorte, winden sich in einander, und machen +ein sonderbares, aber nicht unangenehmes Ganze, +Ich will einen von den Hauptchargfteren dieser Eis +dechsen angeben ;. fie haben wirklich an jedem Fuse funf +Zehen, die Zehen aber an den Hinterfusen sind fanger +ads an dem Vorderfusen, und viele haben Nigel. Ihre +Augen sind im Verhaltnis zu der Grose ihres Sorpers sehr +gros; der Schwanz ist rund, und endigt fid) in eine dunne +Spise. Die Schuppen oben auf dem Kopfe find breit +und unregelmasig gestaltet: jene aber auf dem obern, +Sheile des Strpers, der Schenkel und der Fuse sind +halbzirkelformig und sehr klein; am untern Theile des +Korpers find fie langlich; und am Bauche haben sie die +Gestalt von wagrecht gelegten Rauten; der Schwanz ist +girkelformig mit Streifen von Schuppen in verstummelter, +Kegelgeftalt bedekt. Die Zunge ist breit, schwarzlich und +an ihrer Spise gespalten. +Die groste von diesen Eidechren, die ich genteffen +habe, war sieben zou lang, und ihr Schwanz hatte eine +fange von vier zou und vier Linien. Ihre mittlere Grose +betragt vier bis funf zou. Ihr Kopf sieht nad oben zu +gelblich grun und schwarzlich gesprenkelt aus. Der ganze +obere Theil des Korpers und die Beine find gran und +geld schattint, mit braunen krummen Linien, die angla","253 + +nehme Wirkung, die den Geiſt in ſolchen Bezirken erquift, +wo er niedergeſchlagen nur die Spuren von der Achtser. +klärung der Natur anzutreffen erwartet. Man kann nichts, +artigeres ſehen, als die Kennzeichen von der Bewegung +einer Art kleinen, aber in dieſer Wüſte fehr gemeinen +Eidechſe. Mit dem åußerſten Ende ihres Sdzwanges +zeichnet ſie in der Mitte zweier Reihen regelmäßiger Zeichs: +nungen, die ihre vier Füße nebſt ihren fünf artigen +Zehen machen, eben ſo regelmäßige Krúmmungen. Dieſe +Spuren verinehren fich in der Nähe ihrer unterirrdiſchen +Aufenthaltsorte, winden ſich in einander, und machen +ein ſonderbares, aber nicht unangenehmes Ganze, + +Ich will einen von den Hauptchargfteren dieſer Eis +dechſen angeben ;. fie haben wirklich an jedem Fuße fünf +Zehen, die Zehen aber an den Hinterfüßen ſind fånger +ads an dem Vorderfüßen, und viele haben Nigel. Ihre +Augen ſind im Verhåltniß zu der Große ihres Sorpers ſehr +groß; der Schwanz iſt rund, und endigt fid) in eine dủnne +Spiße. Die Schuppen oben auf dem Kopfe find breit +und unregelmåßig geſtaltet: jene aber auf dem obern, +Sheile des Størpers, der Schenkel und der Füße ſind +halbzirkelförmig und ſehr klein; am untern Theile des +Körpers find fie långlich; und am Bauche haben ſie die +Geſtalt von wagrecht gelegten Rauten; der Schwanz iſt +girkelförmig mit Streifen von Schuppen in verſtůmmelter, +Kegelgeftalt bedekt. Die Zunge iſt breit, ſchwärzlich und +an ihrer Spiße geſpalten. + +1- + +Dié größte von dieſen Eidechren, die ich genteffen +habe, war ſieben zou lang, und ihr Schwanz hatte eine +fånge von vier zou und vier Linien. Ihre mittlere Große +beträgt vier bis fünf zou. Ihr Kopf ſieht nad oben zu +gelblich grün und ſchwärzlich geſprenkelt aus. Der ganze +obere Theil des Körpers und die Beine find grån und +geld ſchattint, mit braunen krummen Linien, die angla + + +","nehme Wirkung, die den Geist in solchen Bezirken erquickt, +wo er niedergeschlagen nur die Spuren der Achtserklärung der Natur anzutreffen erwartet. Man kann nichts artigeres sehen, als die Kennzeichen von der Bewegung einer Art kleinen, aber in dieser Wüste sehr gemeinen Eidechse. Mit dem äußersten Ende ihres Schwanzes zeichnet sie in der Mitte zweier Reihen regelmäßiger Zeichnungen, die ihre vier Füße nebst ihren fünf artigen Zehen machen, eben so regelmäßige Krummungen. Diese Spuren vereinigen sich in der Nähe ihrer unterirdischen Aufenthaltsorte, winden sich ineinander und machen ein sonderbares, aber nicht unangenehmes Ganzes. + +Ich will einen von den Hauptcharakteren dieser Eidechsen angeben; sie haben wirklich an jedem Fuße fünf Zehen, die Zehen aber an den Hinterfüßen sind länger als an dem Vorderfuß, und viele haben Nägel. Ihre Augen sind im Verhältnis zu der Größe ihres Körpers sehr groß; der Schwanz ist rund und endigt in eine dünne Spitze. Die Schuppen oben auf dem Kopfe sind breit und unregelmäßig gestaltet; jene aber auf dem obern Teile des Rumpfes, der Schenkel und der Füße sind halbkreisförmig und sehr klein; am unteren Teile des Körpers sind sie langlich; und am Bauche haben sie die Gestalt von wagerechten, gelegten Rauten; der Schwanz ist kreisförmig mit Streifen von Schuppen in versteinerter, kegelförmiger Bedeckung. Die Zunge ist breit, schwarzlich und an ihrer Spitze gespalten. + +Die größte von diesen Eidechsen, die ich genommen habe, war sieben Zoll lang, und ihr Schwanz hatte eine Länge von vier Zoll und vier Linien. Ihre mittlere Größe beträgt vier bis fünf Zoll. Ihr Kopf sieht nach oben zu gelblich-grün und schwarzlich gesprenkelt aus. Der ganze obere Teil des Körpers und die Beine sind grau und gold schattiert, mit braunen krummen Linien, die an den" +Z166069305,282,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000282/full/full/0/native.jpg,"nehm ble Grundfarbe durchschneidert. Die Zehen und die +Nagel find gelb: der Schwanz ist nach oben zu grun, mit berich +gelb fchattirt, und mit schwarzlichen Punkten beflekt, deren med +Farbe um so schwacher wird, je naher man an das Ende and +des Schwanzes kommt;- endlich ist der ganze untere Theil soos +des Korpers und der Beine grunlicht grau, so wie der Sintra +untere Theil des Schwanzes, etwas roth ausgenomment leicht +das fich uber die Halfte von seiner Lange und an seinent font- +ausersten Theile darunter mischt. Dieses Roth ist an den +verschiedenen Judividuen mehr oder weniger deutlich ause phone +gedrukt. Ich bemerkte auch, das die Flecken an dem fab +Kopfe und auf dem Rucken an einigen von diesen kriechen dhe +den Thieren anders gestaltet und sehr glanzend schwarz me in +an Undern sehr het waren. Diese- Abwechselung ruhrt Hunter +ohne Zweifel von dem Alter oder von dem Seschlechte her. +mit einent artigen fchuppigen Gewande verbinden las +diefe kleinen Eidechsen in ihren Bewegungen Lebhaftigkeit tit. +und Gewandheit. Sie verschwinden bald in den zahls Sur +reichen tochern, die sie am Fuse der Pflanzen und der feltea M S +nen Gestrauche machen. Diese sehen schlecht aus, und te +scheinen die Durre des Bodens zu theilen, auf welchem site +fie wachsen. +ken +Diese Eidechsen halten fich nicht lange in ihrer$ 0$ +LSchern auf, und wir konnten fie nur erwischen, wenn man +wir sie am Ausgange ihrer Aufenthaltsorte belauerten +und ihnen unsern Flintenkolben entgegen warfen. Ich +hielt eine solche Eidechse lebendig in der Hand; fie bis alte +mich mit aller ihrer Kraft in den Finger, konnte mir aber +feine Wunde beibringen: ihre Kinnbacken und ihre Zahne the +die sehr dunne find, waren zu schwach, als das fie mir +irgend einen Schmerz hatten verursachen sollen. +Ich fand auf dem Sand die Art von flugellosen +SPafer, oder die keine Flugel unter den Decken haben, die","254 + +1 + +nehm ble Grundfarbe durchſchneidert. Die Zehen und die +Någel find gelb: der Schwanz iſt nach oben zu grün, mit berich +gelb fchattirt, und mit ſchwärzlichen Punkten beflekt, deren med +Farbe um ſo ſchwächer wird, je nåher man an das Ende and +des Schwanzes kommt;- endlich iſt der ganze untere Theil soos +des Körpers und der Beine grünlicht grau, ſo wie der Sintra +untere Theil des Schwanzes, etwas roth ausgenomment leicht +das fich über die Hälfte von ſeiner Långe und an ſeinent font- +äußerſten Theile darunter miſcht. Dieſes Roth iſt an den +verſchiedenen Judividuen mehr oder weniger deutlich ause phone +gedrukt. Ich bemerkte auch, daß die Flecken an dem fab +Kopfe und auf dem Rücken an einigen von dieſen kriechen dhe +den Thieren anders geſtaltet und ſehr glänzend ſchwarz me in +an Undern ſehr het waren. Dieſe- Abwechſelung rührt Hunter +ohne Zweifel von dem Alter oder von dem Seſchlechte her. + +}, + +mit einent årtigen fchuppigen Gewande verbinden las +diefe kleinen Eidechſen in ihren Bewegungen Lebhaftigkeit tit. +und Gewandheit. Sie verſchwinden bald in den zahls Sur +reichen tóchern, die ſie am Fuße der Pflanzen und der feltea M S +nen Geſträuche machen. Dieſe ſehen ſchlecht aus, und te +ſcheinen die Dürre des Bodens zu theilen, auf welchem site +fie wachſen. + +ken + +3 + +. + +Dieſe Eidechſen halten fich nicht lange in ihrer$ 0$ +LSchern auf, und wir konnten fie nur erwiſchen, wenn man +wir ſie am Ausgange ihrer Aufenthaltsorte belauerten +und ihnen unſern Flintenkolben entgegen warfen. Ich +hielt eine ſolche Eidechſe lebendig in der Hand; fie biß alte +mich mit aller ihrer Kraft in den Finger, konnte mir aber +feine Wunde beibringen: ihre Kinnbacken und ihre Zähne the +die ſehr dünne find, waren zu ſchwach, als daß fie mir +irgend einen Schmerz håtten verurſachen ſollen. + +ge + +0 + +C + +Ich fand auf dem Šand die Art von flügelloſen +SPáfer, oder die keine Flügel unter den Decken haben, die + + +","nehmlich die Grundfarbe durchschneidert. Die Zehen und die Nägel sind gelb; der Schwanz ist nach oben zu grün, mit reichem Gelb geschattiert, und mit schwärzlichen Punkten besprenkelt, deren mittlere Farbe um so schwächer wird, je näher man an das Ende des Schwanzes kommt; endlich ist der ganze untere Theil des Körpers und der Beine grünlich grau, wie der hintere Theil des Schwanzes, etwas roth ausgenommen leicht das sich über die Hälfte von seiner Länge und an seinen äussersten Theilen darunter mischt. Dieses Roth ist an den verschiedenen Individuen mehr oder weniger deutlich ausgeprägt. Ich bemerkte auch, dass die Flecken an dem Kopfe und auf dem Rücken an einigen von diesen kriechenden Thieren anders gestaltet und sehr glänzend schwarz waren, in anderen sehr het waren. Diese Abwechselung rührt ohne Zweifel von dem Alter oder von dem Geschlechte her. + +Mit einem artigen schuppigen Gewande verbinden diese kleinen Eidechsen in ihren Bewegungen Lebhaftigkeit und Gewandheit. Sie verschwinden bald in den zahlreichen Spalten, die sie am Fuße der Pflanzen und der felsigen Gestrauche machen. Diese sehen schlecht aus, und scheinen die Dürre des Bodens zu theilen, auf welchem sie wachsen. + +Diese Eidechsen halten sich nicht lange in ihrer Nähe auf, und wir konnten sie nur erwischen, wenn man sie am Ausgange ihrer Aufenthaltsorte belauerte und ihnen unseren Flintenkolben entgegen warf. Ich hielt eine solche Eidechse lebendig in der Hand; sie biss mich mit aller ihrer Kraft in den Finger, konnte mir aber keine Wunde beibringen: ihre Kinnbacken und ihre Zähne, die sehr dünn sind, waren zu schwach, als dass sie mir irgend einen Schmerz hätten verursachen sollen. + +Ich fand auf dem Sand die Art von flugellosen Spinnen, oder die keine Flügel unter den Decken haben," +Z166069305,283,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000283/full/full/0/native.jpg,": der Burger blivier unter dem Namen fledigte Kafer +beschrieben hat*), und eine andere Art mit Flugeln un. +ter den Decken, deren langlichter und platter Korper vier +und eine halbe linie lang ist, und die ein breites und ein- +gefastes Bruchstuk nebst zwei kleinen Vertiefungen an dem +Hintern Rande hat: die Flugeldecken sind eingefast, und +Teicht mit langlichten Linien bezeichnet, wovon jede drei +Punkte hat: sowohl der obere Theil des Kopfes und des +Bruftstuckes, als auch die Flugeldecken sind von einem +fchonen gelben und glanzenden Grun: die Flugeldeckett +find mit einer herrlichen Goldfarbe eingefast: der ganze +obere Theil des Korpers sieht schwarz aus: die Fulhor- +ner' und die Beine find bellgelb und die Fuswurzel +dunkelgelb. +Ich bekam noch vier andere Infekten zu Gesichte. +Das Eine, das vier Linien lang war, war ein Schattens +kafer. Er hatte ein rund ausgebogenes und eingefastes +Bruststuk; jede Flugeldecke war runderhaben, ro das +die Stelle, wo sie sich mit einander vereinigten, vertieft +war; der Korper endigte sich in eine stumpfe Spise, der +obere Theil des Kopfes, des Bruststuckes und die Flugel. +decken hatten fehr kleine Punkte, die an den Flugeldecken +fichtbarer als an dem Kopfe, und an dem Bruststucke find. +Das Infekt sieht an allen seinen Theilen schon glanzend +fchwarg. +Die zweite Art war eine Art von Grille( acrydium). +Jhre Lange betrug zwei Zoll und zwei Linien. Die nez: +formigen Augen waren schwarz und braun gestreift: ihre +fchonen Flugel waren grau und mit mehrern Flecken ses +, Carabus apterys, ater, thorace cordato albo marginato, +elytris maculis plurimis albis Carabus multiguttatus +Carabe mouchete. Olivier. Enc. meth. Anmerk. Diese Stafet +And die ndmlichen Insekten, die Geoffroi buprestes genannt +hat. Hift. des lusectes,","255 + +: der Bürger blivier unter dem Namen fledigte Käfer + +beſchrieben hat*), und eine andere Art mit Flügeln un. +ter den Decken, deren långlichter und platter Körper vier +und eine halbe linie lang iſt, und die ein breites und ein- +gefaßtes Bruchſtük nebſt zwei kleinen Vertiefungen an dem +Hintern Rande hat: die Flügeldecken ſind eingefaßt, und +Teicht mit långlichten Linien bezeichnet, wovon jede drei +Punkte hat: ſowohl der obere Theil des Kopfes und des +Bruftſtückes, als auch die Flügeldecken ſind von einem +fchonen gelben und glänzenden Grün: die Flügeldeckett +find mit einer herrlichen Goldfarbe eingefaßt: der ganze +obere Theil des Körpers ſieht ſchwarz aus: die Fülhör- +ner' und die Beine find bellgelb und die Fußwurzel +dunkelgelb. + +: + +- + +Ich bekam noch vier andere Infekten zu Geſichte. +Das Eine, das vier Linien lang war, war ein Schattens +kafer. Er hatte ein rund ausgebogenes und eingefaßtes +Bruſtſtůk; jede Flügeldecke war runderhaben, ro daß +die Stelle, wo ſie ſich mit einander vereinigten, vertieft +war; der Körper endigte ſich in eine ſtumpfe Spiße, der +obere Theil des Kopfes, des Bruſtſtückes und die Flügel. +decken hatten fehr kleine Punkte, die an den Flügeldecken +fichtbarer als an dem Kopfe, und an dem Bruſtſtücke find. +Das Infekt ſieht an allen ſeinen Theilen ſchon glänzend +fchwarg. + +1 + +Die zweite Art war eine Art von Grille( acrydium). +Jhre Långe betrug zwei Zoll und zwei Linien. Die nez: +förmigen Augen waren ſchwarz und braun geſtreift: ihre +fchönen Flügel waren grau und mit mehrern Flecken ses + +, Carabus apterys, ater, thorace cordato albo marginato, +elytris maculis plurimis albis Carabus multiguttatus +Carabe moucheté. Olivier. Enc. meth. Anmerk. Dieſe Stafet +And die ndmlichen Inſekten, die Geoffroi bupreſtes genannt +hat. Hift. des luſectes, + + +","Der Burger blieb unter dem Namen Fledigte Kafer beschrieben), und eine andere Art mit Flügeln unter den Decken, deren länglicher und platter Körper vier und eine halbe Linie lang ist, und die ein breites und eingefastes Bruchstück nebst zwei kleinen Vertiefungen an dem hinteren Rande hat: die Flügeldecken sind eingefast, und zeichnen sich mit länglichen Linien bezeichnet, wovon jede drei Punkte hat: sowohl der obere Teil des Kopfes und des Bruststückes, als auch die Flügeldecken sind von einem schön gelben und glänzenden Grün; die Flügeldecken finden sich mit einer herrlichen Goldfarbe eingefast; der ganze obere Teil des Körpers sieht schwarz aus; die Fühler und die Beine sind hellgelb, und die Fußwurzel dunkelgelb. + +Ich bekam noch vier andere Insekten zu Gesicht. Das Eine, das vier Linien lang war, war ein Schattenkäfer. Er hatte ein rund ausgebogenes und eingefastes Bruststück; jede Flügeldecke war runderhaben, so dass die Stelle, wo sie sich mit einander vereinigten, vertieft war; der Körper endigte sich in eine stumpfe Spitze; der obere Teil des Kopfes, des Bruststückes und die Flügeldecken hatten sehr kleine Punkte, die an den Flügeldecken fichtbarer als an dem Kopf und an dem Bruststücke sind. Das Insekt sieht an allen seinen Teilen schon glänzend schwarz. + +Die zweite Art war eine Art von Grille (Acrydium). Ihre Länge betrug zwei Zoll und zwei Linien. Die nezförmigen Augen waren schwarz und braun gestreift; ihre schönen Flügel waren grau und mit mehreren Flecken besetzt. + +Carabus apterys, ater, thorace cordato albo marginato, +elytris maculis plurimis albis Carabus multiguttatus +Carabe mouchete. Olivier. Enc. meth. Anmerk. Diese Stafette und die ähnlichen Insekten, die Geoffroi Buprestes genannt hat. Hist. des insectes." +Z166069305,284,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000284/full/full/0/native.jpg,"siert, wovon Einige gelb, andere orangenfarbig ausfahen: +an den ubrigen Theilen des Infektes wechselten Gelb und +gelblich Grun mit einander ab. +Diese grosen Grillen waren in dem Sande, der ich +durchlief, sehr gemein; fie fliegen besser und weiter als +die andern Insekten dieser Gattung, und man kann sie +- nicht leicht haschen. +Das dritte Insett, das ich in dieser Wuste am +Rande einer kleinen Regenlache fand', war ein Wassera +fcorpion, Sepa oder N ep ar Seine Fuhlhorner, wenn +man Theile, die vielmehr Tagen zu seyn scheinen, fur +Fuhlhdrner ansehen kann, sind wie die Scheeren an den +Krabben gestaltet. Jede Fuswurzel hat nur ein Glied. +Die Augen find sehr gros und schwarg. Der Unterbauch +ist sehr platt, und hat an seinem Ende zwei Anhanger +die die Gestalt von einem gespaltenen Schwange haben: +Die Flugel sehen schwarzlich aus: das Infekt ist an dem +ganzen ubrigen Korper gelb. An seinem Bauche bicngen +mit dem einem ihrer Endin kleine langliche, spitige und +hellroth, Eier. +Die vierte Nrt endlidy war ein Kafer, der acht Liniert +lang war. Er hatte die Fuhlhorner in Klumpen beisams +men wie Blatter, und einen breiten nach vorne zu.platten +Kopf, der wie eine Platte aussieht, die an ihrem obersten +Theile zivei kleine Spigen, und an ihrem vordern Rande +andere kleine hervorspringende Punkte hat. Das Brust- +ftit war breit, am Rande eingefast, und gegen die +Halfte Peiner Lange hin leuchtend, und es fuhlte sich rauh, +wie die Haut an dem ubrigen Korper, an. Zwischen den +Flugeldecken war ein Schildlein: jene waren mit kleinen +kaum sichtbaren Punkten gestreift: der Korper war nach +oben zu rund erhaben und beinahe eben so dick als breit. +Die Tasen waren kurz, die Schenkel breit und dick: vor:","256. + +siert, wovon Einige gelb, andere orangenfarbig ausfahen: +an den übrigen Theilen des Infektes wechſelten Gelb und +gelblich Grün mit einander ab. + +Dieſe großen Grillen waren in dem Sande, der ich +durchlief, ſehr gemein; fie fliegen beſſer und weiter als + +die andern Inſekten dieſer Gattung, und man kann ſie +- nicht leicht haſchen. + +2 + +Das dritte Inſett, das ich in dieſer Wüſte am +Rande einer kleinen Regenlache fand', war ein Waſſera +fcorpion, Sepa oder N ep ar Seine Fühlhorner, wenn +man Theile, die vielmehr Tagen zu ſeyn ſcheinen, für +Fühlhdrner anſehen kann, ſind wie die Scheeren an den +Krabben geſtaltet. Jede Fußwurzel hat nur ein Glied. +Die Augen find ſehr groß und ſchwarg. Der Unterbauch +iſt ſehr platt, und hat an ſeinem Ende zwei Anhänger +die die Geſtalt von einem geſpaltenen Schwange haben: +Die Flügel ſehen ſchwårzlich aus: das Infekt iſt an dem +ganzen übrigen Körper gelb. An ſeinem Bauche bičngen +mit dem einem ihrer Endin kleine långliche, ſpitige und +hellroth, Eier. + +Die vierte Nrt endlidy war ein Käfer, der acht Liniert +lang war. Er hatte die Fühlhorner in Klumpen beiſams +men wie Blätter, und einen breiten nach vorne zu.platten +Kopf, der wie eine Platte ausſieht, die an ihrem oberſten +Theile zivei kleine Spigen, und an ihrem vordern Rande +andere kleine hervorſpringende Punkte hat. Das Bruſt- +ftit war breit, am Rande eingefaßt, und gegen die +Hälfte Peiner Länge hin leuchtend, und és fühlte ſich rauh, +wie die Haut an dem übrigen Körper, an. Zwiſchen den +Flügeldecken war ein Schildlein: jene waren mit kleinen +kaum ſichtbaren Punkten geſtreift: der Körper war nach +oben zu rund erhaben und beinahe eben ſo dick als breit. +Die Taßen waren kurz, die Schenkel breit und dick: vor: + + +","siert, wovon Einige gelb, andere orangenfarbig aussehen: +an den ubrigen Theilen des Insekts wechselten Gelb und +gelblich Grun mit einander ab. +Diese grossen Grillen waren in dem Sande, durch den ich +durchlief, sehr gemein; sie fliegen besser und weiter als +die andern Insekten dieser Gattung, und man kann sie +nicht leicht haschen. + +Das dritte Insekt, das ich in dieser Wuste am Rande einer kleinen Regenlache fand, war ein Wasser-skorpion, Sepa oder Nepa. Seine Fuhlhorner, wenn man Theile, die vielmehr Tagen zu seyn scheinen, fur Fuhlhorner ansehen kann, sind wie die Scheeren an den Krabben gestaltet. Jede Fuswurzel hat nur ein Glied. +Die Augen sind sehr gros und schwarg. Der Unterbauch +ist sehr platt, und hat an seinem Ende zwei Anhanger, +die die Gestalt von einem gespaltenen Schwanz haben: +Die Flugel sehen schwarzlich aus; das Insekt ist an dem +ganzen ubrigen Korper gelb. An seinem Bauche bingen +mit dem einen ihrer Enden kleine langliche, spitze und +hellrothe Eier. + +Die vierte Art war ein Kafer, der acht Linien lang war. +Er hatte die Fuhlhorner in Klumpen beisammen wie Blatter, +und einen breiten nach vorne zu platten Kopf, der wie eine Platte aussieht, die an ihrem obersten Theile zwei kleine Spizen hat, und an ihrem vordern Rande andere kleine hervorspringende Punkte. Das Bruststück war breit, am Rande eingefast, und gegen die Halfte seiner Lange hin leuchtend, und es fuhlte sich rauh wie die Haut an dem ubrigen Korper an. Zwischen den Flugeldecken war ein Schildlein; jene waren mit kleinen kaum sichtbaren Punkten gestreift: der Korper war nach oben zu rund erhaben und beinahe eben so dick als breit. +Die Tassen waren kurz, die Schenkel breit und dick vor:" +Z166069305,285,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000285/full/full/0/native.jpg,"MUP +guglich aber waren die Schenkel des hintern Paar Dasen +besonders dick, und wie kleine etwas platte Kugeln gem +ftaltet. Diese auserordentliche Dicke der Hinterfuse giebt +diesem Kafer eine sehr sonderbare Gestalt. +) Seine Farben kann man leicht nachbilden. Er ist +oben[ chon glingend schwarz. Eine gologelbe Linie bes +zeichnet den Punkt, wo sich der Kopf und das Bruftftur +von einander scheiden: die Fuhlhorner, die Tasen, und +der ganze untere Theil des Korpers sieht schwarz aus. +Ich bemerkte im Sande eine Spur, die wie eine +regelmasige Zeichnung ausfah, und die mich sogleich auf +den Gedanken brachte, das eine Schlange dafelbft herum +gekrochen rey. Da ich nun gern wiffen wollte, von wel. +chem Chiere diese Spur herruhre, so gieng ich ihr einige +hundert Schritte nach, und traf den Kafer an, der feinen +Weg schwerfallig und ununterbrochen fortrezte. Er hatte +viel Zeit dazu nothig haben miissen, um die Strecke zu durch. +laufen. Sein starker untersezter und runder Sdrper, seine +kurzen und in Vergleichung mit seiner Grose erstaunlich +diden Easen, verrathen die Anstrengung, die er bei den +fleinen Reisen in der Wuste anzuwenden scheint. +Wir saben auch noch eine sehr kleine mit den artig. +Men Farben glanzende Schlange. Wir konnten sie aber +nicht eher erreichen, als bis fie in eine Deffnung gefahren +war, die ein Strauch mit seinen niedrigen Zweigen verbarg. +Nach meiner Rutfehr nach Rarchid zeigte mir +Herr forneti einen Brief, den er von dem judischeit +Drogman zu Abukir erhalten hatte. Dieser meldete +uns, das sich die Beratung des Schlofses der Fortschafa +fung meiner kleinen gekauften Pyramide gerade in dem +Augenblicke wiedersezt hatte, als sie hatte eingeschifft were +den sollen. Herr Forneti gieng sogleich zum Aga +von Rardid, der auch den Oberbefehl uber Abukir +hatte, und erhielt von ihm, aber nicht ohne viele Schwies +Bonnini Reifen ir BI. +ment +how","257 + +MUP + +1 + +güglich aber waren die Schenkel des hintern Paar Daßen +beſonders dick, und wie kleine etwas platte Kugeln gem +ftaltet. Dieſe außerordentliche Dicke der Hinterfüße giebt +dieſem Käfer eine ſehr ſonderbare Geſtalt. + +) Seine Farben kann man leicht nachbilden. Er iſt +oben[ chón glingend ſchwarz. Eine gologelbe Linie bes +zeichnet den Punkt, wo ſich der Kopf und das Bruftftur +von einander ſcheiden: die Fühlhörner, die Taßen, und +der ganze untere Theil des Körpers ſieht ſchwarz aus. + +Ich bemerkte im Sande eine Spur, die wie eine +regelmäßige Zeichnung ausfah, und die mich ſogleich auf +den Gedanken brachte, daß eine Schlange dafelbft herum +gekrochen rey. Da ich nun gern wiffen wollte, von wel. +chem Chiere dieſe Spur herrühre, ſo gieng ich ihr einige +hundert Schritte nach, und traf den Käfer an, der feinen +Weg ſchwerfällig und ununterbrochen fortrezte. Er hatte +viel Zeit dazu nothig haben miiſſen, um die Strecke zu durch. +laufen. Sein ſtarker unterſezter und runder Sdrper, ſeine +kurzen und in Vergleichung mit ſeiner Große erſtaunlich +diden Eaßen, verrathen die Anſtrengung, die er bei den +fleinen Reiſen in der Wüſte anzuwenden ſcheint. + +Wir ſaben auch noch eine ſehr kleine mit den artig. +Men Farben glänzende Schlange. Wir konnten ſie aber +nicht eher erreichen, als bis fie in eine Deffnung gefahren +war, die ein Strauch mit ſeinen niedrigen Zweigen verbarg. + +Nach meiner Rütfehr nach Rarchid zeigte mir +Herr forneti einen Brief, den er von dem jüdiſcheit +Drogman zu Abukir erhalten hatte. Dieſer meldete +uns, daß ſich die Beratung des Schlofſes der Fortſchafa +fung meiner kleinen gekauften Pyramide gerade in dem +Augenblicke wiederſezt håtte, als ſie hatte eingeſchifft were +den ſollen. Herr Forneti gieng ſogleich zum Aga +von Rardid, der auch den Oberbefehl über Abukir +hatte, und erhielt von ihm, aber nicht ohne viele Schwies + +Bonnini Reifen ir BI. + +7 + +ment + +H + +12 +F + +1 + +74 + +how + + +","MUPguglich aber waren die Schenkel des hintern Paars Däsen besonders dick, und wie kleine, etwas platte Kugeln geformt. Diese außerordentliche Dicke der Hinterfüße gibt diesem Käfer eine sehr sonderbare Gestalt. + +) Seine Farben kann man leicht nachbilden. Er ist oben glänzend schwarz. Eine goldgelbe Linie bezeichnet den Punkt, wo sich der Kopf und das Brustfur von einander scheiden: die Fühlhörner, die Täsen, und der ganze untere Teil des Körpers sieht schwarz aus. + +Ich bemerkte im Sande eine Spur, die wie eine regelmäßige Zeichnung aussah, und die mich sogleich auf den Gedanken brachte, dass eine Schlange dafelb herumgekrochen sei. Da ich nun gern wissen wollte, von welchem Chiere diese Spur herrühre, so ging ich ihr einige hundert Schritte nach, und traf den Käfer an, der seinen Weg schwerfällig und ununterbrochen fortsetzte. Er hatte viel Zeit dazu nötig haben müssen, um die Strecke zu durchlaufen. Sein starker untersezteter und runder Sdörper, seine kurzen und in Vergleichung mit seiner Größe erstaunlich dicken Füße, verraten die Anstrengung, die er bei seinen Reisen in der Wüste anzuwenden scheint. + +Wir sahen auch noch eine sehr kleine, mit artigen, neuen Farben glänzende Schlange. Wir konnten sie aber nicht eher erreichen, als bis sie in eine Döffnung gefahren war, die ein Strauch mit seinen niedrigen Zweigen verbarg. + +Nach meiner Rückkehr nach Archid zeigte mir Herr Forneti einen Brief, den er von dem jüdischen Dragoman zu Abukir erhalten hatte. Dieser meldete uns, dass sich die Beratung des Schlosses der Fortschaffung meiner kleinen gekauften Pyramide gerade in dem Augenblicke wiedersezt habe, als sie hätte eingeschifft werden sollen. Herr Forneti ging sogleich zum Aga von Archid, der auch den Oberbefehl über Abukir hatte, und erhielt von ihm, aber nicht ohne viele Schwierigkeiten, Bonini Reifen ir BI." +Z166069305,286,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000286/full/full/0/native.jpg,"rigkeiten, den Befehl, das man die Pyramide verabfolgen +laiTen route. Diofer Offizier war schon vorher von der +Sache unterrichtet, ehe Herr forneti mit ihm daruber +gesprochen hatte. Er behauptete, die Leute, mit welchen +wir uber den Kauf des Marmors ubereingekommen waren, +batten kein Recht, denselben zu verkaufen, und man hatte +sich blos an ihn allein wenden sollen. Dies hies fo viel: +ich muste erwarten, sie zweimal zu bezahlen. Der Uga +hatte hinzugerezt, man habe; ihm versichert, die kleine +Pyramide ren ganz mit Gold angefullt. Zufolge dieser +tollen Einbildung befahl er, man rolle ihm sogleich ihre +Ankunft zu Rarchid melden, damit er sie untersuchen, +und das darin verborgene Gold selbst sehen konne. Wenn +er kein Gold darin fande, so wolle er sie uns verkaufen. +Der unwissende A ga blieb nicht bei diesen Vorsichte. +maasregeln fiehen: er lies noch heimlich den Janitscharen +zu fich kommen, der uns nach 4 butir begleitet hatte, +um von ihin zu erfahren, ob Gold in dem Marmorstucke +verborgen sen. Dieser Janitschar, der seit langer Zeit +in den Diensten der Franzosen ftand, und der fie +gewohnlich begleitete, und wuste, das nicht Gold der +Gegenstand ihrer Untersuchungen war, that alles mogliche, +dem Aga seine Meinung auszureden, aber es war der. +geblich: der Mameludke konnte sich nicht vorstellen, +das ein Stein in unsern Augen Werth habe, und die +Fragen, die er hieruber that, waren sehr lustig. +Endlich langte die Pyramide von Abukiran. +So bald als sie im Hafen von Rardid ausgeschifft +war, strmte eine grose Menge Neugieriger herbei. +von allen Seiten horte inan Ausrufungen uber ihre +Schonheit. Sie war in ihren Uugen ein kostbarer Stein, +und zwar deswegen, weil sie im Sonnenscheine glanzte. +Sie konnten sich nicht eines Gefuhles von Achtung gegen +die Franken erwehren, die so scharffichtig gewesen +waren, einen so bewundernswerthen Stein 34 entdecken.","258 + +rigkeiten, den Befehl, daß man die Pyramide verabfolgen +laiTen route. Diofer Offizier war ſchon vorher von der +Sache unterrichtet, ehe Herr forneti mit ihm darüber +geſprochen hatte. Er behauptete, die Leute, mit welchen +wir über den Kauf des Marmors übereingekommen waren, +båtten kein Recht, denſelben zu verkaufen, und man håtte +ſich bloß an ihn allein wenden ſollen. Dieß hieß fo viel: +ich mußte erwarten, ſie zweimal zu bezahlen. Der Uga +hatte hinzugerezt, man habe; ihm verſichert, die kleine +Pyramide ren ganz mit Gold angefüllt. Zufolge dieſer +tollen Einbildung befahl er, man rolle ihm ſogleich ihre +Ankunft zu Rarchid melden, damit er ſie unterſuchen, +und das darin verborgene Gold ſelbſt ſehen konne. Wenn +er kein Gold darin fånde, ſo wolle er ſie uns verkaufen. + +Der unwiſſende A ga blieb nicht bei dieſen Vorſichtë. +maaßregeln fiehen: er ließ noch heimlich den Janitſcharen +zu fich kommen, der uns nach 4 butir begleitet hatte, +um von ihin zu erfahren, ob Gold in dem Marmorſtücke +verborgen ſen. Dieſer Janitſchar, der ſeit langer Zeit +in den Dienſten der Franzoſen ftand, und der fie +gewohnlich begleitete, und wußte, daß nicht Gold der +Gegenſtand ihrer Unterſuchungen war, that alles mögliche, +dem Aga ſeine Meinung auszureden, aber es war der. +geblich: der Mameludke konnte ſich nicht vorſtellen, +daß ein Stein in unſern Augen Werth habe, und die +Fragen, die er hierüber that, waren ſehr luſtig. + +Endlich langte die Pyramide von Abukiran. +So bald als ſie im Hafen von Rardid ausgeſchifft +war, ſtrømte eine große Menge Neugieriger herbei. +von allen Seiten hörte inan Ausrufungen über ihre +Schönheit. Sie war in ihren Uugen ein koſtbarer Stein, +und zwar deswegen, weil ſie im Sonnenſcheine glänzte. +Sie konnten ſich nicht eines Gefühles von Achtung gegen +die Franken erwehren, die ſo ſcharffichtig geweſen +waren, einen ſo bewundernswerthen Stein 34 entdecken. + +A + + +","Rigkeiten, den Befehl, das man die Pyramide verabfolgen laTen route. Diefier Offizier war schon vorher von der Sache unterrichtet, ehe Herr forneti mit ihm daruber gesprochen hatte. Er behauptete, die Leute, mit welchen wir uber den Kauf des Marmors ubereingekommen waren, hatten kein Recht, denselben zu verkaufen, und man hatte sich bloss an ihn allein wenden sollen. Dies hies so viel: ich muste erwarten, sie zweimal zu bezahlen. + +Der Uga hatte hinzugefugt, man habe ihm versichert, die kleine Pyramide ren ganz mit Gold angefullt. Zufolge dieser tollen Einbildung befahl er, man rolle ihm sogleich ihre Ankunft zu Rarchid melden, damit er sie untersuchen und das darin verborgene Gold selbst sehen konne. Wenn er kein Gold darin fande, so wolle er sie uns verkaufen. + +Der unwissende Aga blieb nicht bei diesen Vorsichtsmaasregeln: er liess noch heimlich den Janitscharen zu sich kommen, der uns nach 4 Stunden begleitet hatte, um von ihm zu erfahren, ob Gold in dem Marmorstucke verborgen sen. Dieser Janitschar, der seit langer Zeit in den Diensten der Franzosen stand, und der sie gewohnlich begleitete, und wuste, dass nicht Gold der Gegenstand ihrer Untersuchungen war, that alles mogliche, dem Aga seine Meinung auszureden, aber es war vergeblich: der Mameluke konnte sich nicht vorstellen, dass ein Stein in unsern Augen Werth habe, und die Fragen, die er hieruber that, waren sehr lustig. + +Endlich langte die Pyramide von Abukiran. So bald als sie im Hafen von Rardid ausgeschifft war, strmte eine grosse Menge Neugieriger herbei. Von allen Seiten horte man Ausrufungen uber ihre Schonheit. Sie war in ihren Augen ein kostbarer Stein, und zwar deswegen, weil sie im Sonnenscheine glanzte. Sie konnten sich nicht eines Gefuhles von Achtung gegen die Franken erwehren, die so scharffichtig gewesen waren, einen so bewundernswerthen Stein zu entdecken." +Z166069305,287,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000287/full/full/0/native.jpg,"Man hatte atten Grund zu vermuthen', das die +thorigten Reden so vieler dummen Bewunderer dem Aga +fu Ohren kommen und ihn in seiner Meinung von einem +Schase bestatigen wurden. Herr, Forneti und ich +wurden einig, den Marmor an dem Hafen liegen zu +laffen und uns zustellen, als wenn wir uns gar nicht +mehr darum bekummerten. Subeffen gerieth der Agar +der Zeit gehabt hatte, genaue Nachrichten einzuziehen, +das er nichts weiter als ein Stein rew, uber den geringen +Eifer, den wir zeigten; ihn weg schaffen zu lassen, in +Erstaunen. Er lies den Janitsuaren zu fich kommen, +damit er den Grund von der Gleichgultigkeit, die zwar +nur verstellt war, erfuhre. Dieser war schon vorher +davon unterrichtet und erwiederte daher dem Aga, das +wir seit den Anspruchen, die er in Absicht des Steines +gemacht hatte, gar nicht mehr an denselben dachten: +das wir ihn aber indesen doch nehmeu wollten, wenn +er nicht zu viel dafur verlangte. Der Janitschar kam +mit dem Befehl, ihn in meine Wohnung schaffen zu laffen, +und mit der Gewisheit zuruk, das der Aga viel von +seinen vorgeblichen Rechten nachlassen und sich schon mit +Herrn Forneti dariber verstandigen wurde. +Ich kam +wirklid, mit einem kleinen unbedeutenden Geschenke weg. +Die Umstande verhinderten mich, meine kleine Pyras +mide mitzunehmen, als +als ich aus Aegypten abreiste. +Ich habe sie in dem franzosischen Waarenhause zu Ra. +[ chid' gelassen und diefelbe dem Consul empfohlen. +Wenn irgend jemand der Meinung gewesen were, er +knne fich dieselbe als niemand angehorig zueignen, fo +bitte ich ihn, sich zu erinnern, das fein fich zugeeigneter +Schaz mir Muhe, laufen, ja, felbst Unruhe gekostet +hat. Das Geld will ich gar nicht in Erwahnung bringen. +Ich glaube also ein Recht zu haben, sie wieder zurutzua +fodern. Meine Absicht ist, fie dem Nationalmus +seu m zu geben. +R 2","259 + +1 + +14 + +4 +*** + +141 + +Man hatte atten Grund zu vermuthen', daß die +thörigten Reden ſo vieler dummen Bewunderer dem Aga +fu Ohren kommen und ihn in ſeiner Meinung von einem +Schaße beſtätigen würden. Herr, Forneti und ich +wurden einig, den Marmor an dem Hafen liegen zu +laffen und uns zuſtellen, als wenn wir uns gar nicht +mehr darum bekümmerten. Subeffen gerieth der Agar +der Zeit gehabt hatte, genaue Nachrichten einzuziehen, +daß er nichts weiter als ein Stein rew, uber den geringen +Eifer, den wir zeigten; ihn weg ſchaffen zu laſſen, in +Erſtaunen. Er ließ den Janitſuaren zu fich kommen, +damit er den Grund von der Gleichgültigkeit, die zwar +nur verſtellt war, erführe. Dieſer war ſchon vorher +davon unterrichtet und erwiederte daher dem Aga, daß +wir ſeit den Anſprüchen, die er in Abſicht des Steines +gemacht hatte, gar nicht mehr an denſelben dachten: +daß wir ihn aber indeſen doch nehmeu wollten, wenn +er nicht zu viel dafür verlangte. Der Janitſchar kam +mit dem Befehl, ihn in meine Wohnung ſchaffen zu laffen, +und mit der Gewißheit zurük, daß der Aga viel von +ſeinen vorgeblichen Rechten nachlaſſen und ſich ſchon mit +Herrn Forneti dariber verſtändigen würde. + +Ich kam +wirklid, mit einem kleinen unbedeutenden Geſchenke weg. + +1. + +17 + +1 + +. + +M + +Die Umſtände verhinderten mich, meine kleine Pyras +mide mitzunehmen, als + +als ich aus Aegypten abreiſte. +Ich habe ſie in dem franzöſiſchen Waarenhauſe zu Ra. +[ chid' gelaſſen und diefelbe dem Conſul empfohlen. +Wenn irgend jemand der Meinung geweſen were, er +kønne fich dieſelbe als niemand angehörig zueignen, fo +bitte ich ihn, ſich zu erinnern, daß fein fich zugeeigneter +Schaz mir Mühe, laufen, ja, felbſt Unruhe gekoſtet +hat. Das Geld will ich gar nicht in Erwähnung bringen. +Ich glaube alſo ein Recht zu haben, ſie wieder zurützua +fodern. Meine Abſicht iſt, fie dem Nationalmus +ſeu m zu geben. + +就 + +21 + +-1 + +R 2 + + +","Man hatte allen Grund zu vermuthen, dass die thorichten Reden so vieler dummen Bewunderer dem Aga zu Ohren kommen und ihn in seiner Meinung von einem Schatz bestätigen würden. Herr Forneti und ich wurden einig, den Marmor an dem Hafen liegen zu lassen und uns zuzustellen, als wenn wir uns gar nicht mehr darum bekümmerten. Soweit geriet der Aga, der Zeit gehabt hatte, genaue Nachrichten einzuziehen, dass er nichts weiter als ein Stein war, über den geringen Eifer, den wir zeigten; ihn wegschaffen zu lassen, in Erstaunen. Er ließ den Janitschar zu sich kommen, damit er den Grund von der Gleichgültigkeit erführe, die zwar nur verstellt war. + +Dieser war schon vorher davon unterrichtet und erwiderte daher dem Aga, dass wir seit den Ansprüchen, die er in Absicht des Steines gemacht hatte, gar nicht mehr an denselben dachten: dass wir ihn aber indessen doch nehmen wollten, wenn er nicht zu viel dafür verlangte. Der Janitschar kam mit dem Befehl, ihn in meine Wohnung schaffen zu lassen, und mit der Gewissheit zurück, dass der Aga viel von seinen vorgeblichen Rechten nachlassen und sich schon mit Herrn Forneti darüber verständigen würde. + +Ich kam wirklich mit einem kleinen unbedeutenden Geschenke weg. Die Umstände verhinderten mich, meine kleine Pyramide mitzunehmen, als ich aus Ägypten abreiste. Ich habe sie in dem französischen Waarenhause zu R. gelassen und dieselbe dem Consul empfohlen. + +Wenn irgend jemand der Meinung gewesen wäre, er könne sich dieselbe als niemand angehörig zueignen, so bitte ich ihn, sich zu erinnern, dass ein solcher Schatz mir Mühe, Lauf, ja selbst Unruhe gekostet hat. Das Geld will ich gar nicht in Erwähnung bringen. Ich glaube also ein Recht zu haben, sie wieder zurückzufordern. Meine Absicht ist, sie dem Nationalmuseum zuzugeben." +Z166069305,288,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000288/full/full/0/native.jpg,"Uebrigens war die Meinung, das die Nachforschun +gen der Europa er keinen andern zwek hatten, als +vergrabene oder in den Denkmalern des Alterthumes ver +borgene Schase zu entdecken, unter den Einwohnerr +Hegyptens allgemein angenommen und Eines von +den grosten Hindernissen, das die Reisenden zu besiegen +hatten. Ein Surke zu Raschio hatte an der Shure +feines Waarenlagers ein sehr schones Granitftuk ftehen, +an welchem noch vollkommen erhaltene hieroglyphische +Figuren eingegraben waren. Nachdem ich diese hatte +abzeichnen laffen*), machte ich bem Eigenthumer den +Vorschlag, mir den Granit selbst zu verkaufen: ich wollte +ihm auf meine Kosten einen andern Stein an die Stelle +desselben regen lassen: atlein nie wollte er fich zu irgend +einem Vorschlage verstehen: als Grund seiner Weigerung +fuhrte er an, diefer Granit rey voller Gold. Dieser +Mann war arm, und als ich ihn fragte, warum er seinen +Stein nicht zerschluge, um die Reichthumer herauszuneh +men, die er so nothig zu haben schiene, so erwiederte er +mir, dies rey eine Tchlechte und gefahrliche Sandlung, +weil sein Stein ein Talisman fen **). +..) Diese Seidnung ist eine von jenen, bie ich in verschiedenen +Beitranmen nach Frankreich geschikt habe, und die verschwunden +find. Ich bedauere gar fehr den Verlust dieser und mehrerer +Indern. +*) Ohne Zweifel ruhrt dieser Bahnglaube der Aegopter von +dem Schasesuchen der Europaer auch mit davon ber, das fie +fich nicht vorstellen konnen, das jemand rich bewege, ohne etwas +dabei zu gewinnen, geschweige denn eine so weite Reise madhe, +ohne Ausficht auf grosen Geldgewinn zu haben: denn die +Aegypter find wie alle Morgenlander Feinde groser und an +strengender Reifen, +Der Ueberseber,","260 + +1 + +Uebrigens war die Meinung, daß die Nachforſchun +gen der Europå er keinen andern zwek hátten, als +vergrabene oder in den Denkmålern des Alterthumes ver +borgene Schaße zu entdecken, unter den Einwohnerr +Hegyptens allgemein angenommen und Eines von +den größten Hinderniſſen, das die Reiſenden zu beſiegen +hatten. Ein Súrke zu Raſchio hatte an der Shüre +feines Waarenlagers ein ſehr ſchönes Granitftúk ftehen, +an welchem noch vollkommen erhaltene hieroglyphiſche +Figuren eingegraben waren. Nachdem ich dieſe hatte +abzeichnen laffen*), machte ich bem Eigenthümer den +Vorſchlag, mir den Granit ſelbſt zu verkaufen: ich wollte +ihm auf meine Koſten einen andern Stein an die Stelle +deſſelben regen laſſen: atlein nie wollte er fich zu irgend +einem Vorſchlage verſtehen: als Grund ſeiner Weigerung +führte er an, diefer Granit rey voller Gold. Dieſer +Mann war arm, und als ich ihn fragte, warum er ſeinen +Stein nicht zerſchlüge, um die Reichthümer herauszuneh +men, die er ſo nothig zu haben ſchiene, ſo erwiederte er +mir, dies rey eine Tchlechte und gefährliche Sandlung, +weil ſein Stein ein Talisman fen **). + +..) Dieſe Seidnung iſt eine von jenen, bie ich in verſchiedenen + +Beitrånmen nach Frankreich geſchikt habe, und die verſchwunden +find. Ich bedauere gar fehr den Verluſt dieſer und mehrerer + +Indern. +*) Ohne Zweifel rührt dieſer Bahnglaube der Aegopter von + +dem Schäßeſuchen der Europaer auch mit davon ber, daß fie +fich nicht vorſtellen können, daß jemand rich bewege, ohne etwas +dabei zu gewinnen, geſchweige denn eine ſo weite Reiſe madhe, +ohne Ausficht auf großen Geldgewinn zu haben: denn die +Aegypter find wie alle Morgenlander Feinde großer und an +ſtrengender Reifen, + +Der Ueberſeber, + + +","Uebrigens war die Meinung, dass die Nachforschungen der Europaer keinen andern Zweck hatten, als vergrabene oder in den Denkmälern des Alterthums verborgene Schätze zu entdecken, unter den Einwohnern Ägyptens allgemein angenommen und eines von den größten Hindernissen, das die Reisenden zu besiegen hatten. Ein Scheich zu Raschio hatte an der Schüre seines Waarenlagers ein sehr schönes Granitstück stehen, an welchem noch vollkommen erhaltene hieroglyphische Figuren eingegraben waren. Nachdem ich diese hatte abzeichnen lassen, machte ich dem Eigenthümer den Vorschlag, mir den Granit selbst zu verkaufen: ich wollte ihm auf meine Kosten einen andern Stein an die Stelle desselben setzen lassen; allein nie wollte er sich zu irgend einem Vorschlage verstehen: als Grund seiner Weigerung führte er an, dieser Granit sey voller Gold. Dieser Mann war arm, und als ich ihn fragte, warum er seinen Stein nicht zerschlüge, um die Reichthümer herauszunehmen, die er so nöthig zu haben schiene, so erwiderte er mir, dies sey eine schlechte und gefährliche Handlung, weil sein Stein ein Talisman sey. + +Diese Schilderung ist eine von jenen, die ich in verschiedenen Briefen nach Frankreich geschickt habe, und die verschwunden sind. Ich bedauere gar sehr den Verlust dieser und mehrerer anderen. + +Ohne Zweifel rührt dieser Aberglaube der Ägypter auch davon her, dass sie sich nicht vorstellen können, dass jemand sich regt, ohne etwas dabei zu gewinnen, geschweige denn eine so weite Reise macht, ohne Aussicht auf großen Geldgewinn zu haben: denn die Ägypter sind wie alle Morgenländer Feinde großer und anstrengender Reifen." +Z166069305,289,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000289/full/full/0/native.jpg,"Zwei und zwanzigstes Capitel. +Adamsfeigenbaum Cachimanbaum Pappel. +fraut Judenpappeln Bamier Utle Bufo +fel -- Nilwasser- Pest Clima von Hegypten +Gestorbene- Cobtenacfer- Krankheiten Eles +pantiafia Hugenkrankheiten. +Die drei Wintermonate uber schmutten die gelbwerdent- +den Fruchte des Adamsfeigenbaumes die Garten von +Rashid: dies war die Zeit ihrer Reife. Man pflanzt +biere Baume, die in dem egyptischen Boden nicht +einheimisch finde nur noch in den nordlichen Gegenden +des Landes. In der Nahe von Rarchid, und wie man +mir gesagt hat, auch bei Damiat find fie ziemlich +gemein. Man trift auch Einige derselben bei Sairo an, +aber weiter hinauf findet man sie nid) t mehr. Sie sind +schon zu Kairo po selten, das man es fur ein ausge. +suchtes Geschenk anseht, wenn man orbe voll von +ihren langlichten Fruchten, die ein weiches Fleisch haben +und etwas rauerlich schmecken, dahin fchift. Sie find. +von jener Art, deren Frucht auf deri amerikanischen +Inseln unter dem Namen Bananas feige und auf +Capenne unter dem Namen Bafove bekannt ist*). +Mula spadice nutante, Horibus abortientibus terminalibus der +ciduis ... Musa Capientum L.- Mufa fapientum, fpe- +dice nutante, Horibus mafculis desiduis +Bacobe","201 + +Zwei und zwanzigſtes Capitel. + +w + +Adamsfeigenbaum Cachimanbaum Pappel. +fraut Judenpappeln Bamier Utle Bufo +fel -- Nilwaſſer- Peſt Clima von Hegypten +Geſtorbene- Cobtenácfer- Krankheiten Eles + +pantiafia– Hugenkrankheiten. + +JM + +1401 + +ܪܵܐ + +UR + +Die drei Wintermonate über ſchmutten die gelbwerdent- +den Früchte des Adamsfeigenbaumes die Gårten von +Raſhid: dies war die Zeit ihrer Reife. Man pflanzt +biere Bäume, die in dem egyptiſchen Boden nicht +einheimiſch finde nur noch in den nordlichen Gegenden +des Landes. In der Nähe von Rarchid, und wie man +mir geſagt hat, auch bei Damiat find fie ziemlich +gemein. Man trift auch Einige derſelben bei Sairo an, +aber weiter hinauf findet man ſie nid) t mehr. Sie ſind +ſchon zu Kairo po ſelten, daß man es für ein ausge. +ſuchtes Geſchenk anſeht, wenn man órbe voll von +ihren långlichten Früchten, die ein weiches Fleiſch haben +und etwas räuerlich ſchmecken, dahin fchift. Sie find. +von jener Art, deren Frucht auf deri amerikaniſchen +Inſeln unter dem Namen Bananas feige und auf +Capenne unter dem Namen Bafove bekannt iſt*). + +. + +Mula ſpadice nutante, Horibus abortientibus terminalibus der +ciduis ... Muſa Capientum L.- Mufa fapientum, fpe- +dice nutante, Horibus mafculis desiduis + +Bacobe + + +","Zwei und zwanzigstes Capitel. + +Adamsfeigenbaum, Cachimanbaum, Pappel. Frau Judenpappeln Bäume und Utie Bufo fel -- Nilwasser-Pest Clima von Ägypten. Gestorbene- Cobtenacfer-Krankheiten Eles pantiafia Hugenkrankheiten. + +Die drei Wintermonate über schmücken die gelbwurzelnden Früchte des Adamsfeigenbaumes die Gärten von Rashid: dies war die Zeit ihrer Reife. Man pflanzt hier Baume, die in dem ägyptischen Boden nicht einheimisch finden, nur noch in den nordlichen Gegenden des Landes. In der Nähe von Rarchid, und wie man mir gesagt hat, auch bei Damiat finden sie ziemlich gemein. Man trifft auch Einige derselben bei Kairo an, aber weiter hinauf findet man sie nicht mehr. Sie sind schon zu Kairo so selten, dass man es für ein ausgezeichnetes Geschenk ansieht, wenn man einen voll von ihren langlichen Früchten, die ein weiches Fleisch haben und etwas rauhlich schmecken, dahin schickt. Sie finden von jener Art, deren Frucht auf den amerikanischen Inseln unter dem Namen Bananen feige und auf Capenne unter dem Namen Bafove bekannt ist. + +Musa sapidice nutante, Horibus abortientibus terminalibus der ciduis ... Musa Capentium L.- Musa sapientum, spice nutante, Horibus masculis desiduis Bacobe" +Z166069305,290,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000290/full/full/0/native.jpg,"Sie ist etwas weniger unfchmakhaft und angenehmer als +die Frucht der geneinen Bananas*). +An der Seite dieser auslendischen Baume sah ich +eine andere Art Baume wieder, die ich schon in Amerika +angetroffen hatte, und deren Frucht eben so fehr dem +Geschmacke als dem Geruche schmeichelt. Der Cach i. +manbaum den man in diese Garten verphanzo +bat, erreicht darin die Hohe eines mittelmasigen Baux +Aublet Histoire des Plant. de la Gujane Tom. 2. S. 930 +Mufa fructu cucumerinio breviori. Plum. nov. gen. 24.( Her: +gius fagt in feinem Buche, uber die bedereien: 16 +giebt von der Musa unzahliche Ubarten und verinuthlicij audy +noch mehrere Arten als die Botanisten in ihren Berzeichnissen +anfuhren, namlich Musa, fapientum und paradiliaca. Sul der +leztern pflegt man die groseru Abarten zu redzen, die ein +festeres Fleisch haben und geschinort werden konnen, namlich +Pirang, Plantanen, Chintapalonen, Mauz, +M ura u. f. w. zu der erstern aber gehoren die kleinern +Spielarten, die ein weicheres Fleisch haben, und sidy nicht +nennt fie Senorins, Bakoves;"" Guineus, Adam se +feigen, Niceffo u: f. 1v. Die Bananas werden theils +zu den grosern, theils zu den kleinern Arten gerechnet. +Numphius gigkt drei auptarten von Pisangs an: 1) bie +wiidei !: 2) Haibwilden und 3) Gartenpisaugs. Su ben leztern +rechnet er 17 besondere Abarten, die alle die' traubenformige +Fruftifikation gemeinschaftlich habeii, und inchr oder weniger +den Gurken gleichen, nur das die Farbe verfvieden ist. Das +Fleisch ist theils hart und troen, theils weich und gart. Der +Geldmat ist bei einigen fauerlich bei andern herbe, bei den +bester Gattungen aber sus und angenehin. Es scheint indefien +das eine und dieselbe Art an allen Orten nicht gleid gut geratky, +weil das Clima ihnen in einer Gegend zutraglicher ist als in +der Andern. +Der Ueberseter. +*) Musa spandice nutante, floribus abortientibus perlistentibys. +Mufa paradisiaca- Aublet loco fupra citato.- +Mula fructu cucumerino longiori. Plum. nov. gen. 24.&","262 + +Sie iſt etwas weniger unfchmakhaft und angenehmer als +die Frucht der geneinen Bananas*). + +An der Seite dieſer auslendiſchen Bäume ſah ich +eine andere Art Baume wieder, die ich ſchon in Amerika +angetroffen hatte, und deren Frucht eben ſo fehr dem +Geſchmacke als dem Geruche ſchmeichelt. Der Cach i. +manbaum den man in dieſe Gårten verphanz�� +bat, erreicht darin die Höhe eines mittelmäßigen Baux + +Aublet Hiſtoire des Plant. de la Gujane Tom. 2. S. 930 +Mufa fructu cucumerinio breviori. Plum. nov. gen. 24.( Her: +gius fagt in feinem Buche, über die bedereien: 16 +giebt von der Muſa unzähliche Ubarten und verinuthlicij audy +noch mehrere Arten als die Botaniſten in ihren Berzeichniſſen +anführen, nämlich Muſa, fapientum und paradiliaca. Sul der +leztern pflegt man die größeru Abarten zu redzen, die ein +feſteres Fleiſch haben und geſchinort werden können, nämlich +Pirang, Plantanen, Chintapalonen, Mauz, +M ura u. f. w. zu der erſtern aber gehören die kleinern +Spielarten, die ein weicheres Fleiſch haben, und ſidy nicht + +nennt fie Šenorins, Bakovës;"" Guineus, Adam se +feigen, Niceffo u: f. 1v. Die Bananas werden theils +zu den großern, theils zu den kleinern Arten gerechnet. +Numphius gigkt drei þauptarten von Piſangs an: 1) bie + +; +wiidei !: 2) Haibwilden und 3) Gartenpiſaugs. Su ben leztern +rechnet er 17 beſondere Abarten, die alle die' traubenförmige +Fruftifikation gemeinſchaftlich habeii, und inchr oder weniger +den Gurken gleichen, nur daß die Farbe verfvieden iſt. Das +Fleiſch iſt theils hart und trođen, theils weich und gart. Der +Geldmat iſt bei einigen fáuerlich bei andern herbe, bei den +beſter Gattungen aber ſüß und angenehin. Es ſcheint indefien +daß eine und dieſelbe Art an allen Orten nicht gleid gut gerátky, +weil das Clima ihnen in einer Gegend zuträglicher iſt als in +der Andern. + +Der Ueberſeter. + +. + +*) Muſa ſpandice nütante, floribus abortientibus perliſtentibýš. +Mufa paradiſiaca- Aublet loco fupra citato.- + +. +Mula fructu cucumerino longiori. Plum. nov. gen. 24.& + + +","Sie ist etwas weniger unfeschmackhaft und angenehmer als die Frucht der gemeinen Bananas). An der Seite dieser ausländischen Bäume sah ich eine andere Art Bäume wieder, die ich schon in Amerika angetroffen hatte, und deren Frucht eben so sehr dem Geschmacke als dem Geruche schmeichelt. Der Cachibbaum, den man in diese Gärten verpflanzt, erreicht darin die Höhe eines mittelmäßigen Baumes. Aublet Histoire des Plant. de la Gujane Tom. 2. S. 930 sagt: Mufa fructu cucumerinio breviori. Plum. nov. gen. 24. (Herr Rumphius sagt in seinem Buche über die Bäderien, 16 gibt von der Musa unzählige Unterarten und vermutet noch mehrere Arten als die Botanisten in ihren Beschreibungen anführen, nämlich Musa sapientum und paradisiaca. Sul der letztern pflegt man die größerern Abarten zu reden, die ein festeres Fleisch haben und geschoren werden können, nämlich Pirang, Plantanen, Chintapalonen, Mauz, Mura u.f.w. Zu der erstern aber gehören die kleinern Spielarten, die ein weicheres Fleisch haben, und sie nennt man Senorins, Bakoves; Guineus, Adam's Feigen, Niceffo u.f.w. Die Bananas werden theils zu den größerern, theils zu den kleinern Arten gerechnet. + +Numphius gibt drei Hauptarten von Pisangs an: 1) die wilde; 2) Halbwilde und 3) Gartpisang. Zu den letztern rechnet er 17 besondere Abarten, die alle die traubenformige Fruchtifikation gemeinschaftlich haben, und mehr oder weniger den Gurken gleichen, nur dass die Farbe verschieden ist. Das Fleisch ist theils hart und trocken, theils weich und saft. Der Geschmack ist bei einigen sauern, bei andern herb, bei den besten Gattungen aber süß und angenehm. Es scheint indessen das eine und dieselbe Art an allen Orten nicht gleich gut gedeiht, weil das Klima ihnen in einer Gegend zuträglicher ist als in der Andern. + +Der Übersetzer. + +*) Musa paradisiaca nutans, floribus abortientibus perlistentibus. +Musa paradisiaca - Aublet loco supra citato. +Mula fructu cucumerinio longiori. Plum. nov. gen. 24." +Z166069305,291,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000291/full/full/0/native.jpg,"mest*). Die Frucht ist voller Erhohungen oder Warzen, +die ziemlich jenen an den Tannzapfen ahnlich find. +Wenn sie reif ist, ist ihre Farbe grun mit Gelb untecs +mischt. Sie ist so dik als ein schoner Apfel.( Man rebe +die V. Platte, Figur 1). Ihr arabischer Name ift +Birch ta, d. h. Milchrah m. Ihr iveiches Fleisch +fieht wirklich so weis als Sahne aus. Die Kerner, die +zahlreich sind, find braun und langlich. +Im Schatten der Baumgarten bauet man auch +verschiedene Pflanzen, deren Wurzel man durch das +Wasser erfrischt, das man in kleinen Rinnen nach alien +Richtungen hin leitet. Jeder eingeschlossene Bezirk bat +seinen Brunnen oder seinen Wasserbehalter, aus welchem +man durch ein Rad, das von Ochsen herumgedrehet wird, +das Wasser vertheilt. Man sieht hier viel Pappelkrant **), +das man Hobez e nennt. Man focht es ans Fleisch +und es ist Eines von den Krautern, die man am geivohne +lichsten in den Kuchen von Nieder agypten vers +braucht. In dem Oberntheile dieses Landes trift man +es nur sehr selten an und man ist es daselbst nicht. +Es ist die Urt, die Prumier guanabanus fructu caeruleo +und Linnaus anona squamosa genannt hai. Forskal hat +fie in ferner flora aegyptiaco- arabica beschrieben, und +anona glabra, Kefchta, foliis ellipticis, fructu globofo genannt. +( Bergius sagt in d. ang. B. von ihr: sie liefert eine Frucht +von der Grose einer Faust, die gleichsam mit Schuppen be: +rezt ist. Man ruhmt vorzuglich ihre Susigkeit: doch hat der +Geschmal auch etwas Gewurzhaftes, Weinartiges und sehr +Angenehmes, das Fleisch ist weis, murve und von einem liebs +lichen Geruche. Man geniest sie gemeiniglich vollig roh. +Jaquin versichert, die Frucht fey eiformig und enthalte unges +fahr vierzig schwarze Kerne: die Farbe der Frucht fev grung +und falle ins Blaugraue. Es scheint indeffen, das sie sich nicht +in allen Himmelsstrichen gleich ist.- In Amerika wird +diese Frucht fehr geschazt. +Der ueberseter.) +**) Malva rotundifolia. Lin.","263 + +1 + +1 + +mest*). Die Frucht iſt voller Erhöhungen oder Warzen, +die ziemlich jenen an den Tannzapfen åhnlich find. +Wenn ſie reif iſt, iſt ihre Farbe grün mit Gelb untečs +miſcht. Sie iſt ſo dik als ein ſchöner Apfel.( Man rebe +die V. Platte, Figur 1). Ihr arabiſcher Name ift +Birch ta, d. h. Milchrah m.“ Ihr iveiches Fleiſch +fieht wirklich ſo weiß als Sahne aus. Die Kerner, die +zahlreich ſind, find braun und långlich. + +Im Schatten der Baumgärten bauet man auch +verſchiedene Pflanzen, deren Wurzel man durch das +Waſſer erfriſcht, das man in kleinen Rinnen nach alien +Richtungen hin leitet. Jeder eingeſchloſſene Bezirk bat +ſeinen Brunnen oder ſeinen Waſſerbehälter, aus welchem +man durch ein Rad, das von Ochſen herumgedrehet wird, +das Waſſer vertheilt. Man ſieht hier viel Pappelkrant **), +das man Hobez é nennt. Man focht es ans Fleiſch +und es iſt Eines von den Kräutern, die man am geivohne +lichſten in den Küchen von Nieder ágypten vers +braucht. In dem Oberntheile dieſes Landes trift man +es nur ſehr ſelten an und man ißt es daſelbſt nicht. + +1 + +Es iſt die Urt, die Průmier guanabanus fructu caeruleo +und Linnáus anoná ſquamoſa genannt hái. Forskal hat +fie in ferner flora aegyptiaco- arabica beſchrieben, und +anona glabra, Kefchta, foliis ellipticis, fructu globofo genannt. +( Bergius ſagt in d. ang. B. von ihr: ſie liefert eine Frucht +von der Größe einer Fauſt, die gleichſam mit Schuppen be: +rezt iſt. Man rühmt vorzüglich ihre Süßigkeit: doch hat der +Geſchmal auch etwas Gewurzhaftes, Weinartiges und ſehr +Angenehmes, das Fleiſch iſt weiß, múrve und von einem liebs +lichen Geruche. Man genießt ſie gemeiniglich völlig roh. +Jaquin verſichert, die Frucht fey eiförmig und enthalte unges +fåhr vierzig ſchwarze Kerne: die Farbe der Frucht fev grúng +und falle ins Blaugraue. Es scheint indeffen, daß ſie ſich nicht +in allen Himmelsſtrichen gleich iſt.- In Amerika wird +dieſe Frucht fehr geſcházt. + +Der ueberſeter.) + +**) Malva rotundifolia. Lin. + + +","Die Frucht ist voller Erhöhungen oder Warzen, die ziemlich jenen an den Tannzapfen ähnlich finden. Wenn sie reif ist, ist ihre Farbe grün mit Gelb untermischt. Sie ist so dick als ein schöner Apfel. (Man sehe die V. Platte, Figur 1). Ihr arabischer Name ist Birch ta, d. h. Milchrahm. Ihr weiches Fleisch sieht wirklich so weiß als Sahne aus. Die Kerner, die zahlreich sind, finden braun und langlich. + +Im Schatten der Baumgärten baut man auch verschiedene Pflanzen, deren Wurzel man durch das Wasser erfrischt, das man in kleinen Rinnen nach allen Richtungen hin leitet. Jeder eingeschlossene Bezirk hat seinen Brunnen oder seinen Wasserbehälter, aus welchem man durch ein Rad, das von Ochsen herumgedreht wird, das Wasser verteilt. Man sieht hier viel Pappelkraut (**), das man Hobez nennt. Man focht es ans Fleisch und es ist eines von den Kräutern, die man am geliebtesten in den Kuchen von Niederägypten verwendet. + +In dem Oberntheile dieses Landes trifft man es nur sehr selten an und man ist es daselbst nicht. Es ist die Art, die Prunier guanabanus fructu caeruleo und Linnaeus anona squamosa genannt hat. Forskal hat sie in seiner Flora aegyptiaco-arabica beschrieben, und Anona glabra, Kefchta, foliis ellipticis, fructu globoso genannt. + +(Bergius sagt in d. ang. B. von ihr: Sie liefert eine Frucht von der Größe einer Faust, die gleichsam mit Schuppen bedeckt ist. Man rühmt vorzüglich ihre Süßigkeit; doch hat das Geschmack auch etwas Gewürzhaftes, Weinartiges und sehr Angenehmes, das Fleisch ist weiß, murbe und von einem lieblichen Geruche. Man genießt sie gemeiniglich vollig roh. + +Jaquin versichert, die Frucht sey eiformig und enthalte ungefähr vierzig schwarze Kerne: Die Farbe der Frucht sey grün und falle ins Blaugraue. Es scheint indeßen, dass sie sich nicht in allen Himmelsstrichen gleich ist.- In Amerika wird diese Frucht sehr geschätzt. + +Der Übersetzer.) +**) Malva rotundifolia. Lin." +Z166069305,292,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000292/full/full/0/native.jpg,"Es giebt noch zwei andere Pflanzen, die man auda' +haufig ist, namlich die Judenpappeln*) und die +Samier. Die erste, die man im Arabischen- +Melochia nennt, bat ziemlich viel Aehnlichkeit mit der +Ibisch, und wenn man sie kocht, so giebt sie, wie diese, +einen klebrigten Saft. Ihre rofenartigen, gelben, mit +Roth +Ju einer Pflanzen die lumen und ihre Gefalt machen sie +fie nicht unter die Anzahl derjenigen gehorte, die die +Natur dem Menschen zur Nahrung bestimmt hat. Die +zweite, die im Arabischen Bamia heist **), hat wie +berum sehr viel Aehnlichkeit mit dem Pappelkraute. Ihre +Blumen reben gelb aus. Sie ist das amerikanische +Kalalu, und liefert die klebrigste unter allen Speisen. +Diese beiden leztern Pflanzen, find so wie der Adams: +Feigenbaum und der Kirch ta in Aegypten nicht +einheimisch, ob man sie gleich daselbst in groser Menge +antrift. Ein Haum aber, der demselben besonders eigen +zu feyn scheint, ist der Atle', eine Art von grosen, +aber wenig bekannten Samarindenbaumes ***). +Dierer Atle, der von dem gewohnlichen Samarins +denbaume f), Yowohl durch seine Grose als durch seine +Corchorus olitorius. Lin. Forskal Nora aegyptiaco -arab. +S. 101. +**) Hibiscus esculentus. L. Forskal flora. S. 125.( Savar) +fagt; der Bamier ist eine Pflanze, die eine pyramidenfor: +mige Schote mit verschiedenen Fadern, von citronengelber +Farbe hat, die mit Kornern, welche nach Bisam riechen, angea +fullt sind. Die Schote ist mit Fleisch gekocht ein gesundes uud +wohlschmedendes Nahrungsmittel. Die Aegypter maden bei +ihren Ragouts haufig Gebrauch davon. +Der Ueberseker.) +*** Tamarisca orientalis, Forskal flors aegyptiaco- arab. 5. 106. +Lin, edit. 13. +4) Tamarix gallica. Lin.","264 + +Es giebt noch zwei andere Pflanzen, die man auda' +håufig iſt, nåmlich die Judenpappeln*) und die +Samier. Die erſte, die man im Arabiſchen- +Melochia nennt, bat ziemlich viel Aehnlichkeit mit der +Ibiſch, und wenn man ſie kocht, ſo giebt ſie, wie dieſe, +einen klebrigten Saft. Ihre rofenartigen, gelben, mit +Roth +Ju einer Pflanzen die lumen und ihre Gefalt machen ſie +fie nicht unter die Anzahl derjenigen gehörte, die die +Natur dem Menſchen zur Nahrung beſtimmt hat. Die +zweite, die im Arabiſchen Bamia heißt **), hat wie +berum ſehr viel Aehnlichkeit mit dem Pappelkraute. Ihre +Blumen reben gelb aus. Sie iſt das amerikaniſche +Kalalu, und liefert die klebrigſte unter allen Speiſen. + +Dieſe beiden leztern Pflanzen, find ſo wie der Adams: +Feigenbaum und der Kirch ta in Aegypten nicht +einheimiſch, ob man ſie gleich daſelbſt in großer Menge +antrift. Ein Haum aber, der demſelben beſonders eigen +zu feyn ſcheint, iſt der Atle', eine Art von großen, +aber wenig bekannten Samarindenbaumes ***). + +Dierer Atlé, der von dem gewöhnlichen Samarins +denbaume f), Yowohl durch ſeine Große als durch ſeine + +1 + +Corchorus olitorius. Lin. Forskal Norà aegyptiaco -arab. + +S. 101. +**) Hibiſcus eſculentus. L. Forskal flora. S. 125.( Savar) + +fagt; der Bamier iſt eine Pflanze, die eine pyramidenfor: +mige Schote mit verſchiedenen Fädern, von citronengelber +Farbe hat, die mit Körnern, welche nach Biſam riechen, angea +füllt ſind. Die Schote iſt mit Fleiſch gekocht ein geſundes uud +wohlſchmedendes Nahrungsmittel. Die Aegypter maden bei +ihren Ragouts häufig Gebrauch davon. + +Der Ueberſeker.) +*** Tamariſca orientalis, Forskal flors aegyptiaco- arab. 5. 106. + +Lin, edit. 13. +4) Tamarix gallica. Lin. + + +","Es giebt noch zwei andere Pflanzen, die man auch häufig ist, namlich die Judenpappeln*) und die Samier. Die erste, die man im Arabischen Melochia nennt, hat ziemlich viel Ähnlichkeit mit der Hibisch, und wenn man sie kocht, so gibt sie, wie diese, einen klebrigen Saft. Ihre rosenartigen, gelben, mit Roth Ju einer Pflanzen die lumen und ihre Gestalt machen sie fiel nicht unter die Anzahl derjenigen gehören, die die Natur dem Menschen zur Nahrung bestimmt hat. + +Die zweite, die im Arabischen Bamia heißt **), hat wie berühmt sehr viel Ähnlichkeit mit dem Pappelkraute. Ihre Blumen reben gelb aus. Sie ist das amerikanische Kalalu, und liefert die klebrigste unter allen Speisen. Diese beiden letztgenannten Pflanzen sind, so wie der Adamsfeigenbaum und der Kirchta in Ägypten nicht einheimisch, ob man sie gleich daselbst in großer Menge antrifft. + +Ein Baum aber, der demselben besonders eigen zu sein scheint, ist der Atle', eine Art von großen, aber wenig bekannten Samarindenbaumes ***). Dieser Atle, der von dem gewöhnlichen Samarin den baume f) sowohl durch seine Größe als durch seine Corchorus olitorius. Lin. Forskal Nora aegyptiaco-arab. S. 101. +**) Hibiscus esculentus. L. Forskal flora. S. 125.( Savar) + +Der Bamier ist eine Pflanze, die eine pyramidenförmige Schote mit verschiedenen Fäden, von citronengelber Farbe hat, die mit Körnern, welche nach Bisam riechen, angefüllt sind. Die Schote ist mit Fleisch gekocht ein gesundes und wohlschmeckendes Nahrungsmittel. Die Ägypter machen bei ihren Ragouts häufig Gebrauch davon. + +Der Übersetzer.) +*** Tamarisca orientalis, Forskal flors aegyptiaco-arab. 5. 106. +Lin, edit. 13. +4) Tamarix gallica. Lin." +Z166069305,293,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000293/full/full/0/native.jpg,"botanischen Kennzeichen, uber welche ich einen erfahraen +Krauterkenner fprechen lassen wil*), verschieden ist, +wird eben so dik und so hoch als die Eiche. Die Blatter +stehen wechfelsweife, find lang, rebr schmal, und blas +grun. Ich will mich nicht weiter bei seiner Beschreibung +aufhalten, da ich den Stamm und einen Zweig vor einem +dieser Baume auf der V. Platte figur II. habe +Zeichnen lassen. Ich bedauere nur, das der Baum +damals, als ihn der Sunftler zeichnete,' weder Bluthen +noch Fruchte hatte. Diese Baume find an den Zweigen +gewohnlich voller Gallapfel. Ich habe, bemerkt, das +diefe Galapfel, ehe sie ausgetrofnet waren, mit einem +fchonen hochrothen Safte angefubt waren. Man konnte +dieren vielleicht fur die Kunste benusen: denn diese Gall. +apfel find auserordentlich zahlreich, und die Baume, die +fie tragen, wachsen fowohl in Dbers als in Nieder- +a gypter. Ich mache diere Anmerkung deshalb, weil +ich in einem geschriebenen Pflanzenverzeichniffe, das in. +den Banden eines von Totts Reisegefahrten war, +gelesen habe: nder# tle ren eine Art von Das +marindenbaum, die in Obera gypten gegen +Sahil hin wach re."" Es giebt aber kein oder doch +beinahe kein Dorf in Niedera gypten, das unter +seinen Baumen, von welchert es umringt wird, nicht +mehrere Utles zahle. +Das Holz diefes Baumes braucht man zu verschiebe. +nerlei Dingen: man macht auch Kohlen daraus. Es ift +das Einzige, nur etwas gemeine Brenn- und Bauholz, +das man in Aegypten hat. Die Einwohner sagen +daher auch, das, wenn der Atle fehlte es um die Welt +schlecht stehen wurde. +*) Differt a camar. gall, cuius rami fquamati,( quamis' alternis +felfilibus lanceolatis; ramuli breves, imbricati; foliis lanceon +latis, confertis, Forskal loco fupra citato,","265 + +, + +botaniſchen Kennzeichen, über welche ich einen erfahraen +Kråuterkenner fprechen laſſen wil*), verſchieden iſt, +wird eben ſo dik und ſo hoch als die Eiche. Die Blåtter +ſtehen wechfelsweife, find lang, rebr ſchmal, und blaß +grún. Ich will mich nicht weiter bei ſeiner Beſchreibung +aufhalten, da ich den Stamm und einen Zweig vor einem +dieſer Bäume auf der V. Platte figur II. habe +Zeichnen laſſen. Ich bedauere nur, daß der Baum +damals, als ihn der Sünftler zeichnete,' weder Blüthen +noch Früchte hatte. Dieſe Bäume find an den Zweigen +gewöhnlich voller Gallåpfel. Ich habe, bemerkt, daß +diefe Galapfel, ehe ſie ausgetrofnet waren, mit einem +fchönen hochrothen Safte angefübt waren. Man könnte +dieren vielleicht für die Künſte benußen: denn dieſe Gall. +ápfel find außerordentlich zahlreich, und die Bäume, die +fie tragen, wachſen fowohl in Dbers als in Nieder- +å gypter. Ich mache dierë Anmerkung deshalb, weil +ich in einem geſchriebenen Pflanzenverzeichniffe, das in. +den Bånden eines von Totts Reiſegefährten war, +geleſen habe: nder# tlé ren eine Art von Das +marindenbaum, die in Oberå gypten gegen +Sahil hin wach re."" Es giebt aber kein oder doch +beinahe kein Dorf in Niederå gypten, das unter +ſeinen Bắumen, von welchert es umringt wird, nicht +mehrere Utles záhle. + +1 + +3 + +1 + +1 + +1 + +1 + +1 + +Das Holz diefes Baumes braucht man zu verſchiebe. +nerlei Dingen: man macht auch Kohlen daraus. Es ift +das Einzige, nur etwas gemeine Brenn- und Bauholz, +das man in Aegypten hat. Die Einwohner ſagen +daher auch, daß, wenn der Atlé fehlte es um die Welt +ſchlecht ſtehen würde. + +*) Differt a camar. gall, cuius rami fquamați,( quamis' alternis + +felfilibus lanceolatis; ramuli breves, imbricati; foliis lanceon +latis, confertis, Forskal loco fupra citato, + + +","botanischen Kennzeichen, uber welche ich einen erfahrenen Krauterkenner sprechen lassen will), verschieden ist, wird eben so dick und so hoch als die Eiche. Die Blatter stehen wechselweise, sind lang, recht schmal, und blas grun. Ich will mich nicht weiter bei seiner Beschreibung aufhalten, da ich den Stamm und einen Zweig vor einem dieser Baume auf der V. Platte figur II. habe zeichnen lassen. Ich bedauere nur, dass der Baum damals, als ihn der Kunstler zeichnete, weder Bluthen noch Fruchte hatte. Diese Baume sind an den Zweigen gewohnlich voller Gallapfel. Ich habe bemerkt, dass die Gallapfel, ehe sie ausgetrocknet waren, mit einem schonen hochrothen Safte angefullt waren. Man konnte diese vielleicht fur die Kunste benutzen: denn diese Gallapfel sind auserordentlich zahlreich, und die Baume, die sie tragen, wachsen sowohl in Ober- als in Nieder-Aegypten. Ich mache diese Anmerkung deshalb, weil ich in einem geschriebenen Pflanzenverzeichnisse, das in den Banden eines von Totts Reisegefahrten war, gelesen habe: ""Es gibt eine Art von Dornbaum, die in Ober-Aegypten gegen Sahil hin wachst."" Es giebt aber kein oder doch beinahe kein Dorf in Nieder-Aegypten, das unter seinen Baumen, von welchen es umringt wird, nicht mehrere hundert zahlt. + +Das Holz dieses Baumes braucht man zu verschiedenlei Dingen: man macht auch Kohlen daraus. Es ist das Einzige, nur etwas gemeines Brenn- und Bauholz, das man in Aegypten hat. Die Einwohner sagen daher auch, dass, wenn der Atle fehlte, es um die Welt schlecht stehen wurde. + +*) Differt a camar. gall, cuius rami fquamati,( quamis' alternis foliis lanceolatis; ramuli breves, imbricati; foliis lanceon latis, confertis, Forskal loco supra citato," +Z166069305,294,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000294/full/full/0/native.jpg,"Oft trift man unter dem Schatten eines Utle in der +Nahe der Hutte eines Landmanns eine Huffelkuh auf +dein Sarfim mit ihrem Kalbe weidend an, die an allen +vier Fusen Feft gebunden ist. Sie liefert -im Ueberflusse +ihrem Ernahrer eine sehr gute Milch, woraus man Butter +und nehrere Artorz' von Safe macht. Der Buffel*) +ist eine Eroberung der neiern Aegyptor: ihre Vorfah- +ren fannten ihn nicht und er ist aus Persien in ihr +Land gekommen, wo fijt diese Thierare allgemein verbrei. +tet und sehr zahlreich ist. Die Buffel find sogar daselbst +zahlreicher als die Ohren und fie find ebenfalls Hauss +thiere: aber erft in neuerer Zeit hat man fie gezahmt, +welches man leicht an der stets einformigen Haarfarbe +und noch nwhr an dem Uberreste von Wisheit, an der +ohheit ihres Charakters, an ihrer wilden und unedeln +Physiognomie sieht, lanter Kennzeicher, die man an allen +halbcivilisirten Wesen gewahr wird. +11A +VIE +Indessen find diese a gyptif den Buffel doch bei +weitem nicht so wild und fo furchtbar als in andern lana +dern: fie haben in Aegypten etwas von der bemerkenss +werthen Sanftheit anderer Hausthiere angenommen, und +man bemerkt nur noch an ihnen einige tropige aber reltene +Einfalle. Die rothe Farbe, die ste anberwarts in Anfalle +pon Wuth versetzen soll, macht in Aegypten keinen +Eindruk auf sie, denn beinahe alle landbewohner tragen +ber ihrem rothen Durbane noch einen andern Schall +von der namlichen Farbe, ivorein fier den Hals und die +Brusi hullen, und ich habe keinen Eindruk davon auf die +Buffel bemerkt. Ich fchos manchmal in der Nahe +einiger Buffelfuhe, die ihre Jungen bei sich hatten, +auf Vogel. Der Knad der Flinte verfezte fie in heftige +Ilnruhe: sie schienen& userst wuthend zu seyn, und ich +nyare selbst in Furcht gerathen, wenn sie nicht fest ange. +*) Bos bubalus, La","266 + +1 + +. + +Oft trift man unter dem Schatten eines Utle in der +Nähe der Hütte eines Landmanns eine Hüffelkuh auf +dein Sarfim mit ihrem Kalbe weidend an, die an allen +vier Füßen Feft gebunden iſt. Sie liefert -im Ueberfluſſe +ihrem Ernährer eine ſehr gute Milch, woraus man Butter +und nehrere Artorz' von Safe macht. Der Buffel*) +iſt eine Eroberung der neiern Aegyptor: ihre Vorfah- +ren fannten ihn nicht und er iſt aus Perſien in ihr +Land gekommen, wo fijt dieſe Thieraré allgemein verbrei. +tét und ſehr zahlreich iſt. Die Büffel find ſogar daſelbſt +zahlreicher als die Ohren und fie find ebenfalls Hauss +thiere: aber erft in neuerer Zeit hat man fie gezähmt, +welches man leicht an der ſtets einförmigen Haarfarbe +und noch nwhr an dem Uberreſte von Wisheit, an der +ohheit ihres Charakters, an ihrer wilden und unedeln +Phyſiognomie ſieht, lanter Kennzeicher, die man an allen +halbciviliſirten Weſen gewahr wird. + +11A +PI + +1 + +* + +10 + +VIE + +CE + +Indeſſen find dieſe å gyptif den Büffel doch bei +weitem nicht ſo wild und fo furchtbar als in andern låna +dern: fie haben in Aegypten etwas von der bemerkenss +werthen Sanftheit anderer Hausthiere angenommen, und +man bemerkt nur noch an ihnen einige tropige aber reltene +Einfälle. Die rothe Farbe, die ſte anberwärts in Anfälle +pon Wuth verſetzen ſoll, macht in Aegypten keinen +Eindruk auf ſie, denn beinahe alle landbewohner tragen + +ber ihrem rothen Durbane noch einen andern Schall +von der nämlichen Farbe, ivorein fier den Hals und die +Bruſi hüllen, und ich habe keinen Eindruk davon auf die +Büffel bemerkt. Ich fchoß manchmal in der Nähe +einiger Büffelfühe, die ihre Jungen bei ſich hatten, +auf Vogel. Der Knad der Flinte verfezte fie in heftige +Ilnruhe: ſie ſchienen& ußerſt wüthend zu ſeyn, und ich +nyáre ſelbſt in Furcht gerathen, wenn ſie nicht feſt ange. + +WA + +*) Bos bubalus, La + + +","Oft trifft man unter dem Schatten eines Baumes in der Nahe der Hütte eines Landmanns eine Büffelkuh auf ihrem Sarg mit ihrem Kalbe weidend an, die an allen vier Füßen fest gebunden ist. Sie liefert ihrem Ernährer im Überflusse sehr gute Milch, woraus man Butter und mehrere Arten von Saft macht. + +Der Büffel ist eine Eroberung der neueren Ägypter: ihre Vorfahren fanden ihn nicht und er ist aus Persien in ihr Land gekommen, wo diese Tierart allgemein verbreitet und sehr zahlreich ist. Die Büffel finden sogar daselbst zahlreicher als die Ochsen und sie finden ebenfalls Haustiere; aber erst in neuerer Zeit hat man sie gezähmt, welches man leicht an der stets einformigen Haarfarbe und noch mehr an dem Überreste von Wildheit, an der Rohheit ihres Charakters, an ihrer wilden und unedlen Physiognomie sieht, ländliche Kennzeichen, die man an allen halbcivilisierten Wesen gewahr wird. + +Indessen finden diese Ägypter den Büffel doch bei weitem nicht so wild und so furchtbar als in anderen Ländern: sie haben in Ägypten etwas von der bemerkenswerten Sanftheit anderer Haustiere angenommen, und man bemerkt nur noch an ihnen einige träge aber reelle Einfälle. Die rote Farbe, die sie anberwarts in Anfälle von Wuth versetzen soll, macht in Ägypten keinen Eindruck auf sie, denn beinahe alle Landbewohner tragen über ihrem rothen Turban noch einen andern Schal von der nämlichen Farbe, worin sie den Hals und die Brust hullen, und ich habe keinen Eindruck davon auf die Büffel bemerkt. + +Ich schoss manchmal in der Nähe einiger Büffelhufen, die ihre Jungen bei sich hatten, auf Vögel. Der Knall der Flinte versetzte sie in heftige Unruhe: sie schienen äußerst wüthend zu seyn, und ich geriet selbst in Furcht, wenn sie nicht fest angebunden gewesen wären. + +*) Bos bubalus, Linn." +Z166069305,295,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000295/full/full/0/native.jpg,"bunden gewesen waren. Der Eigenthumer aber sprach +mir wieder Muth zu und behauptete; diese ungestumen: +Bewegungen des Thieres ruhrten von der Furcht her: +die Buffel fuhrecken in Aegypten also mehr durch ihr +wildes Ansehen und durch ein etwas hisiges Auffahren, +als fie wirklich gefahrlich sind. Leute, die solche Thiere +zu sehen nicht gewohnt sind, konnen sich oft einiger +Furcht nicht erwehren. Haffelquift erzahlt, das sich +die Buffel, vorzuglich in der Nachbarschaft von Faschi de +gegen ihn und reinen Dolltaetscher wegen der rothen +Kleider, die fie trugen, ro Rhr zu erzurnen schienenpa +das sie ihr Janitschar mit Stoffchlagen fortjagen. +muste*): wobei ich blos bemerke, das Thiere von der +Grose und der Stirke der Buffel, die man mit cinem +Stocke entfernen kann, nicht eben rebr furchtbar find, +Ich sagte, das die Farbe der agyptischen Buffel +stets einerlei ware: fie haben alle einen schmarzlichen +Leib mit einem kleinem Haarschopfe und einem Huschel +5 gelblich weiser Haare am Ende bes Schwanzes. Unter +der grosen Anzahl derjenigen, die man in Aegypten +zieht, sah ich nur einen Einzigen, der sich von den andern +darin unterschied, das die vier Fuse und der untere +Theil und die Seiten des Leibes schon weis waren. +Die A'e gopter aber haben nicht alle Vortheile +von dem Besise dieser Buffel zu ziehen gewust, die fie +sich durch denselben Hatten verschaffen konnen: fie brauchen +fie weder zum Ackerbaue, noch zu irgend einer andern +Art von Arbeit. Sie ziehen die Buffelfuhe der Milch +und die Buffelochsett des Fleisches wegen. Dieses ift roth, +: hart und trocken: und es hat noch uberdies einen muskus. +artigen sehr unangenehmen Geruch. Die M a hommes +( daner in Aegypten, sowohl die Araber als die +*) Reise nach der Levante. 1. C. S. 83: ft. Ueberf.","267 + +) + ++ + +8 + +bunden geweſen waren. Der Eigenthümer aber ſprach +mir wieder Muth zu und behauptete; dieſe ungeſtümen: +Bewegungen des Thieres rührten von der Furcht her: +die Büffel führecken in Aegypten alſo mehr durch ihr +wildes Anſehen und durch ein etwas hißiges Auffahren, +als fie wirklich gefährlich ſind.· Leute, die ſolche Thiere +zu ſehen nicht gewohnt ſind, können ſich oft einiger +Furcht nicht erwehren. Haffelquift erzählt, daß ſich +die Büffel, vorzüglich in der Nachbarſchaft von Faſchi de +gegen ihn und reinen Dolltäetſcher wegen der rothen +Kleider, die fie trugen, ro Rhr zu erzůrnen ſchienenpa +daß ſie ihr Janitſchar mit Stoffchlågen fortjågen. +mußte*): wobei ich bloß bemerke, daß Thiere von der +Große und der Stirke der Büffel, die man mit cinem +Stocke entfernen kann, nicht eben rebr furchtbar find, + +. + +Ich ſagte, daß die Farbe der ágyptiſchen Büffel +ſtets einerlei ware: fie haben alle einen ſchmårzlichen + +Leib mit einem kleinem Haarſchopfe und einem Hüſchel +5 gelblich weißer Haare am Ende bes Schwanzes. Unter + +der großen Anzahl derjenigen, die man in Aegypten +zieht, ſah ich nur einen Einzigen, der ſich von den andern +darin unterſchied, daß die vier Füße und der untere +Theil und die Seiten des Leibes ſchon weiß waren. + ++ + +Die A'e gòpter aber haben nicht alle Vortheile +von dem Beſiße dieſer Büffel zu ziehen gewußt, die fie +ſich durch denſelben Håtten verſchaffen können: fie brauchen +fie weder zum Ackerbaue, noch zu irgend einer andern +Art von Arbeit. Sie ziehen die Büffelfühe der Milch + +und die Buffelochſett des Fleiſches wegen. Dieſes ift roth, +: hart und trocken: und es hat noch überdies einen muskus. + +artigen ſehr unangenehmen Geruch. Die M a hommes +( daner in Aegypten, ſowohl die Araber als die + +3 + +*) Reiſe nach der Levante. 1. C. S. 83: ft. Ueberf. + + +","bunden gewesen waren. Der Eigenthümer aber sprach mir wieder Muth zu und behauptete, diese ungestümen Bewegungen des Thieres rührten von der Furcht her; die Buffel fürchten in Aegypten also mehr durch ihr wildes Ansehen und durch ein etwas halsstarriges Auffahren, als sie wirklich gefährlich sind. Leute, die solche Thiere zu sehen nicht gewohnt sind, können sich oft einer Furcht nicht erwehren. Haffelquift erzählt, dass sich die Buffel, vorzüglich in der Nachbarschaft von Fachsi de gegen ihn und seine Dolmetscher wegen der rothen Kleider, die sie trugen, zu erhitzen schienen, das sie ihr Janitschar mit Stockschlägen fortjagen mussten; wobei ich bloß bemerke, dass Thiere von der Größe und der Stärke der Buffel, die man mit einem Stocke entfernen kann, nicht eben sehr furchtbar finden. Ich sagte, dass die Farbe der ägyptischen Buffel stets einerlei wäre: sie haben alle einen schwärzlichen Leib mit einem kleinen Haarschopfe und einem Hüschel gelblich weißer Haare am Ende des Schwanzes. Unter der großen Anzahl derjenigen, die man in Aegypten sieht, sah ich nur einen Einzigen, der sich von den andern darin unterschied, dass die vier Füße und der untere Theil und die Seiten des Leibes schon weiß waren. + +Die Ägypter aber haben nicht alle Vorteile von dem Besitze dieser Buffel zu ziehen gewusst, die sie sich durch denselben hätten verschaffen können: sie brauchen sie weder zum Ackerbau, noch zu irgend einer andern Art von Arbeit. Sie ziehen die Büffel der Milch und die Büffelkälber des Fleisches wegen. Dieses ist roth, hart und trocken; und es hat noch überdies einen moschusartigen sehr unangenehmen Geruch. + +Die Ma'hömmen (Türken) in Aegypten, sowohl die Araber als die" +Z166069305,296,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000296/full/full/0/native.jpg,"a 68 +andern slfer, weit entfernt, diefes Fleisch fur' unrein) +zu halten, fehen es bei ihrer Mahlzeit fur eine gute +Speise an. Sie fuhren sogar deshalb einen Lehrsag eines +ihrer alten Aerzte an, der den Ausspruch gethani hat, +das nach dem Hammelfleische, das er mit dem Iberiat +vergleicht, das Buffelfleisch das beste Nahrungsmittel +ren. Allein troz dieser Autoritat, werde ich mich doch +fchwerlich uberreden lassen, das es die Europa er +jemals zu ihrer Lieblingsspeise machen rollten, aber nicht +etwann aus der Ursache, das es eckelhaft aussahe oder +das es Wurmer erzeuge, wie Hochart behauptet +hat **), sondern weil es getoshnlich sehr hart ist und +einen Geruch hat, woran wir bei unsern Speisen nicht +gewohnt sind. Niebuhr scheint es nicht ro schlecht +gefunden zu haben, weil er davon gegessen zu haben +glaubt, ohne es doch getahr worden zu feyn ***). Allein +es ist unmoglich, das man hierin einen Fehlgrif thun +kann, und wenn derselbe Reifende hinzusezt, das sowohl +die Bornehmen als das Volk und felbst die europaischen +Saufleute viel Buffelfleisch in den Landern asen, wo diese +Thiere in Menge vorhanden sind, fo durfte man died +nicht von unsern Kaufleuten in Aegypten verstehen, +die einen zu gartlichen Geschmak hatten als das fie eine +po grobe Speise auf ihre Tafeln gelassen hatten, die selbst +von den Tafeln der reichen Aegypter verbannt ist. +mit den Buffelhauten treibt man in Aegypten einen +betrachtlichen Handel und man verfertigt verschiedene +Seunstfachen aus ihren platten und sirkelformig ausgehol +ten Hornern. +Es giebt kein vierfusiges Landthier, das sich so gern +im Waffer aufhalt, als die Buffel. Sie legen fich gera +*) i dae lis 85te Frage. +**) Hierozoicon. +***) Beschrelbung von Hrabien,","a 68 + +V + +A + +andern slfer, weit entfernt, diefes Fleiſch für' unrein) +zu halten, fehen es bei ihrer Mahlzeit für eine gute +Speiſe an. Sie führen ſogar deshalb einen Lehrſag eines +ihrer alten Aerzte an, der den Ausſpruch gethani hat, +daß nach dem Hammelfleiſche, das er mit dem Iberiat +vergleicht, das Büffelfleiſch das beſte Nahrungsmittel +ren. Allein troz dieſer Autorität, werde ich mich doch +fchwerlich überreden laſſen, daß es die Europå er +jemals zu ihrer Lieblingsſpeiſe machen rollten, aber nicht +etwann aus der Urſache, daß es eckelhaft ausſahe oder +daß es Würmer erzeuge, wie Hochart behauptet +hat **), ſondern weil es getoshnlich ſehr hart iſt und +einen Geruch hat, woran wir bei unſern Speiſen nicht +gewohnt ſind. Niebuhr ſcheint es nicht ro ſchlecht +gefunden zu haben, weil er davon gegeſſen zu haben +glaubt, ohne es doch getahr worden zu feyn ***). Allein +es iſt unmöglich, daß man hierin einen Fehlgrif thun +kann, und wenn derſelbe Reifende hinzuſezt, daß ſowohl +die Bornehmen als das Volk und felbſt die europäiſchen +Saufleute viel Büffelfleiſch in den Låndern åßen, wo dieſe +Thiere in Menge vorhanden ſind, fo durfte man died +nicht von unſern Kaufleuten in Aegypten verſtehen, +die einen zu gårtlichen Geſchmak hatten als daß fie eine +po grobe Speiſe auf ihre Tafeln gelaſſen hatten, die ſelbſt +von den Tafeln der reichen Aegypter verbannt iſt. +mit den Büffelhäuten treibt man in Aegypten einen +beträchtlichen Handel und man verfertigt verſchiedene +Seunſtfachen aus ihren platten und sirkelförmig ausgehol +ten Hörnern. + +Es giebt kein vierfüßiges Landthier, das ſich ſo gern +im Waffer aufhalt, als die Büffel. Sie legen fich gera + +*) i dae lis 85te Frage. +**) Hierozoicon. +***) Beſchrelbung von Hrabien, + + +","a 68 +anderen Slifer, weit entfernt, dieses Fleisch für unrein zu halten, sehen es bei ihrer Mahlzeit für eine gute Speise an. Sie führen sogar deshalb einen Lehnspruch eines ihrer alten Ärzte an, der den Ausspruch getan hat, dass nach dem Hammelfleische, das er mit dem Iberiat vergleicht, das Buffelfleisch das beste Nahrungsmittel sei. Allein trotz dieser Autorität, werde ich mich doch schwerlich überreden lassen, dass es die Europa er jemals zu ihrer Lieblingsspeise machen könnte, aber nicht etwa aus der Ursache, dass es ekelhaft aussähe oder dass es Würmer erzeuge, wie Hochart behauptet hat **), sondern weil es getrost sehr hart ist und einen Geruch hat, woran wir bei unsern Speisen nicht gewohnt sind. Niebuhr scheint es nicht so schlecht gefunden zu haben, weil er davon gegessen zu haben glaubt, ohne es doch getähr worden zu sein ***). Allein es ist unmöglich, dass man hierin einen Fehlgriff thun kann, und wenn derselbe Reisende hinzusetzt, dass sowohl die Bornhemen als das Volk und selbst die europäischen Kaufleute viel Buffelfleisch in den Ländern essen, wo diese Thiere in Menge vorhanden sind, so durfte man dies nicht von unsern Kaufleuten in Ägypten verstehen, die einen zu gärtlichen Geschmack hatten als dass sie eine so grobe Speise auf ihre Tafeln gelassen hätten, die selbst von den Tafeln der reichen Ägypter verbannt ist. + +Mit den Buffelhauten treibt man in Ägypten einen beträchtlichen Handel und man verfertigt verschiedene Seifenstücke aus ihren platten und sirkelförmig ausgeholten Hörnern. + +Es gibt kein vierfüßiges Landthier, das sich so gern im Wasser aufhält, als die Buffel. Sie legen sich gerne +*) Hier folgt eine 85te Frage. +**) Hierozoicon. +***) Beschreibung von Arabien." +Z166069305,297,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000297/full/full/0/native.jpg,"darin nieder und halten fich lange Zeit darin auf. Ich +babe Buffel einen ganzen Tag lang im Wasser bleiben +gesehen. Es ist oft der Fall, das das Wasser, das man +an dem Ufer des Nils fchopft, von ihnen einen muss +tusartigen Geruch annimmt. Auch konnen fle mit der +grosten Leichtigkeit schwimmen und regen leicht uber den +Flus, fo reisend und To weit ausgetreten dieser auch +reyn mag. Die landleute bedienen sich daher derfelben +wenn sie von einem Ufer zum andern uberlegen wollen. +Da fie aber lo schwer fino und daher tief in das Wasser +bineinsinfen, so mussen sich diejenigen, die von dieser +Lebendigen Fahrzeugen Gebrauch machen wollen, fest an +die Horner anhalten, damit sie nicht von dem reisenden +Strome mit fortgeriffen werden. In Oberagypten +babe ich einen kleinen Jungen, den die Gewalt des Stros +mes von dem Baffel berabris, in dem Wasser umkommen +reben. +Die Buffelkuh bringt niemals oder doch fast niemals +mehr als ein Kalb auf einmal zur Welt: die Erzahlungen, +das fie gewyshnlich zwei Kalber werfe, oder wie Maillet. +behauptet, gar vier, find Uebertreibungen der Leichte +glaubigkeit. +Man schrieb diefe auserordentliche grose Fruchtbars +keit dem Nilwasser zu und dieser wunderbare Einflus +Tchrankte sich nicht allein auf die Thiere ein, sondern auch +die Weiber spurten eine gute Wirkung davon. Es ware +genug, sagte man, wenn sie sich in dem neuen Fluswasser +badeten oder davon tranken, um schwanger zu werden*). +Die Schiffer aus der Provence waren so sebe von +dieser befruchtenden Eigenschaft uberzeugt, das fie, wenn l, +fie auf ihrer Kustenfahrt an den agyptischen Kusten +anlandeten, niemals ermangelten ein faschen mit Nil +g Voyage de Paul Lucas, 2. Tom, pag, 83,","269 + +darin nieder und halten fich lange Zeit darin auf. Ich +babe Büffel einen ganzen Tag lang im Waſſer bleiben +geſehen. Es iſt oft der Fall, daß das Waſſer, das man +an dem Ufer des Nils fchöpft, von ihnen einen muss +tusartigen Geruch annimmt. Auch können fle mit der +großten Leichtigkeit ſchwimmen und regen leicht über den +Fluß, fo reißend und To weit ausgetreten dieſer auch +reyn mag. Die landleute bedienen ſich daher derfelben + +. +wenn ſie von einem Ufer zum andern überlegen wollen. +Da fie aber lo ſchwer fino und daher tief in das Waſſer +bineinſinfen, ſo müſſen ſich diejenigen, die von dieſer +Lebendigen Fahrzeugen Gebrauch machen wollen, feſt an +die Hörner anhalten, damit ſie nicht von dem reißenden +Štrome mit fortgeriffen werden. In Oberågypten +babe ich einen kleinen Jungen, den die Gewalt des Stros +mes von dem Båffel berabriß, in dem Waſſer umkommen +reben. + +Die Büffelkuh bringt niemals oder doch faſt niemals +mehr als ein Kalb auf einmal zur Welt: die Erzählungen, +daß fie gewyshnlich zwei Kålber werfe, oder wie Maillet. +behauptet, gar vier, find Uebertreibungen der Leichte +gläubigkeit. + +* + +74 + +Man ſchrieb diefe außerordentliche große Fruchtbars +keit dem Nilwaſſer zu und dieſer wunderbare Einfluß +Tchränkte ſich nicht allein auf die Thiere ein, ſondern auch + +die Weiber ſpürten eine gute Wirkung davon. Es wäre +genug, ſagte man, wenn ſie ſich in dem neuen Flußwaſſer +badeten oder davon trånken, um ſchwanger zu werden*). +Die Schiffer aus der Provence waren ſo ſebe von +dieſer befruchtenden Eigenſchaft überzeugt, daß fie, wenn ļ, +fie auf ihrer Küſtenfahrt an den ägyptiſchen Küſten +anlandeten, niemals ermangelten ein fåschen mit Nil + +1 + +g Voyage de Paul Lucas, 2. Tom, pag, 83, + + +","Darin niedern sie sich und halten sich lange Zeit darin auf. Ich habe Büffel einen ganzen Tag lang im Wasser bleiben sehen. Es ist oft der Fall, dass das Wasser, das man an dem Ufer des Nils schöpft, von ihnen einen musartigen Geruch annimmt. Auch können sie mit der größten Leichtigkeit schwimmen und regen leicht über den Fluss, so reisend und zu weit ausgetreten dieser auch seyn mag. Die Landleute bedienen sich daher derselben, wenn sie von einem Ufer zum andern übersetzen wollen. Da sie aber sehr schwer sind und daher tief in das Wasser hineinsinken, so müssen sich diejenigen, die von diesen lebendigen Fahrzeugen Gebrauch machen wollen, fest an die Hörner anhalten, damit sie nicht von dem reißenden Strome mit fortgerissen werden. In Oberägypten habe ich einen kleinen Jungen gesehen, den die Gewalt des Stromes vom Büffel berabriß, in dem Wasser umkommen sehen. + +Die Büffelkuh bringt niemals oder doch fast niemals mehr als ein Kalb auf einmal zur Welt: die Erzählungen, dass sie gewöhnlich zwei Kalber werfe, oder wie Maillet behauptet, gar vier, sind Uebertreibungen der Leichtgläubigkeit. + +Man schrieb diese außerordentliche große Fruchtbarkeit dem Nilwasser zu und dieser wunderbare Einfluss beschränkte sich nicht allein auf die Thiere ein, sondern auch die Weiber spürten eine gute Wirkung davon. Es wäre genug, sagte man, wenn sie sich in dem neuen Flusswasser bädeten oder davon tranken, um schwanger zu werden. + +Die Schiffer aus der Provence waren so sehr von dieser befruchtenden Eigenschaft überzeugt, dass sie, wenn sie auf ihrer Küstenfahrt an den ägyptischen Küsten anlandeten, niemals ermangelten, ein Fässchen mit Nilwasser mitzunehmen. Voyage de Paul Lucas, 2. Tom, pag. 83." +Z166069305,298,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000298/full/full/0/native.jpg,"warrer angufullen und es ihren Weibern als die ficherste +Hoffnung einer, zahlreichen Nachkommenschaft zu uber- +bringen. +Die Alten hatten schon die Eigenschaften des Nil +w affers gewaltig erhoben, aber die Neuern haben sie +darin noch ubertroffen. Wenn aber Einige viel gutes +davon gesagt haben, so haben es Andere wieder als schad +lich dargestellt. Der Nil erhielt also auf einmal lobes. +erhebungen und Tadel: dies ist das Schiksal berdhmter +Namen, wenn der Gegenstand derselben entfernt ist! +Der Verfasser""( Pauw) der philosophischen +Untersuchungen uber die Aegypter und Ehi +nefer tritt als Anklager des Nilwassers, d. i. des einzigen +Drinkiwaffers in einem Lande auf, wo es keine Quellen +giebt und wo dieses Wasser, eine Art schlechten Bieres) +ausgenommen, das mehr im Said als gegen Norden +im( Gebrauche ist, das einzige Getrank der Einwohner ist. +Er hat alles das zusammengesammelt, was die Reisenden +von seinen schadlichen, sowohl wahren als erdichteten +Eigenschaften gesagt haben; er fuhrt Granger, +Pococke, Harrelquist an, und nach ihrem Zeugnisse +sieht' er den Nil als die Quelle einer Menge von Frank: +heiten an: als wenn diese Strankheiten nicht in allen +Gegenden der Erde eben so gut eine Geisel der Menschheit +als in Aegypten waren, die Elephantiasis ausgenom. +men, die in Nieder a gypten sehr selten herrscht und +die in Oberagypten, wo der Nil ebenfalls das +einzige Trinkwasser fur die Menschen ist, ganzlich unbes +kannt ist. +mis +Vielleicht ist dieses Bier der Trant Nizr der aus Weizen +gemacht wird, oder wie Castell us behauptet, potus ex me- +lica L. milio' et hordeo'; cerevisia Zythum. +Der Ueberseker.","290 + +1 + +warrer angufüllen und es ihren Weibern als die ficherſte +Hoffnung einer, zahlreichen Nachkommenſchaft zu über- +bringen. + +W + +Die Alten hatten ſchon die Eigenſchaften des Nil +w affers gewaltig erhoben, aber die Neuern haben ſie +darin noch übertroffen. Wenn aber Einige viel gutes +davon geſagt haben, ſo haben es Andere wieder als ſchåd +lich dargeſtellt. Der Nil erhielt alſo auf einmal lobes. +erhebungen und Tadel: dies iſt das Schikſal berdhmter +Namen, wenn der Gegenſtand derſelben entfernt iſt! + +G + +1 + +. + +os + +1 + +th + +19 + +Der Verfaſſer""( Pauw) der philoſophiſchen +Unterſuchungen úber die Aegypter und Ehi +nefer tritt als Anklåger des Nilwaſſers, d. i. des einzigen +Drinkiwaffers in einem Lande auf, wo es keine Quellen +giebt und wo dieſes Waſſer, eine Art ſchlechten Bieres) +ausgenommen, das mehr im Said als gegen Norden +im( Gebrauche iſt, das einzige Getränk der Einwohner iſt. +Er hat alles das zuſammengeſammelt, was die Reiſenden +von ſeinen ſchädlichen, ſowohl wahren als erdichteten +Eigenſchaften geſagt haben; er führt Granger, +Pococke, Harrelquiſt an, und nach ihrem Zeugniſſe +ſieht' er den Nil als die Quelle einer Menge von Frank: +heiten an: als wenn dieſe Strankheiten nicht in allen +Gegenden der Erde eben ſo gut eine Geißel der Menſchheit +als in Aegypten waren, die Elephantiaſis ausgenom. +men, die in Nieder å gypten ſehr ſelten herrſcht und +die in Oberågypten, wo der Nil ebenfalls das +einzige Trinkwaſſer für die Menſchen iſt, gånzlich unbes +kannt iſt. + +. + +mis + +Vielleicht iſt dieſes Bier der Trant Nizr der aus Weizen +gemacht wird, oder wie Caſtell us behauptet, potus ex me- +lica L. milio' et hordeo'; cereviſia Zythum. + +Der Ueberſeker. + + +","warrer angfüllen und es ihren Weibern als die sicherste Hoffnung einer zahlreichen Nachkommenschaft zu überbringen. + +Die Alten hatten schon die Eigenschaften des Nilwassers gewaltig erhoben, aber die Neueren haben sie darin noch übertroffen. Wenn aber Einige viel Gutes davon gesagt haben, so haben es Andere wieder als schädlich dargestellt. Der Nil erhielt also auf einmal Lobeserhebungen und Tadel: dies ist das Schicksal berühmter Namen, wenn der Gegenstand derselben entfernt ist! + +Der Verfasser (Pauw) der philosophischen Untersuchungen über die Aegypter und Ehi-Nefer tritt als Anklager des Nilwassers, d. i. des einzigen Trinkwassers in einem Lande auf, wo es keine Quellen gibt und wo dieses Wasser, eine Art schlechten Bieres, ausgenommen, das mehr im Süden als gegen Norden im Gebrauche ist, das einzige Getränk der Einwohner ist. + +Er hat alles das zusammengesammelt, was die Reisenden von seinen schädlichen, sowohl wahren als erdichteten Eigenschaften gesagt haben; er führt Granger, Pococke, Harrelquist an, und nach ihrem Zeugnisse sieht er den Nil als die Quelle einer Menge von Krankheiten an: als wenn diese Krankheiten nicht in allen Gegenden der Erde eben so gut eine Geisel der Menschheit als in Aegypten waren, die Elephantiasis ausgenommen, die in Niederägypten sehr selten herrscht und die in Oberägypten, wo der Nil ebenfalls das einzige Trinkwasser für die Menschen ist, ganzlich unbekannt ist. + +Vielleicht ist dieses Bier der Tran oder Zitr der aus Weizen gemacht wird, oder wie Castell us behauptet, potus ex melica L. milio' et hordeo'; cerevisia Zythum. + +Der Übersetzer" +Z166069305,299,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000299/full/full/0/native.jpg,"Auf meiner ganzen Reife habe ich und meine Reisen +gefahrten kein ander Getrank als reines Nilwasser gehabt: +wir haben es in allen Jahreszeiten, und auch alsdann +getrunken, wenn die Ueberschwemmung es so mit Schlam +vermischt hatte, das es davon dik, rothlich und vor das +Auge wahrhaft abschreckend wird, ohne das wir nur +irgend eine unbequemlichkeit davon verspurt hatten und +ohne das uns eine Krankheit zugestosen ware, die wir +ihm vernunftiger Weise hatten zuschreiben konnen. Ich +fur meine Person habe besonders einen unmasigen +Gebrauch davon gemacht, weil ich in den heisen Landern +stets von einem brennenden Durste gequalt wurde und +ich habe niemals etwas ubels davon verspurt: ich habe +vielmehr bemerkt, das es wieder sehr schnell fortgieng und +das es folglich sehr gesund war. Leute, die eine grose +Angahl von Jahren in Aegypten wohnten und niemals +etwas anders als Nilwaffer getrunken hatten, ertheil- +ten diesem die grosten Lobspruche, und weit entfernt, es +als eine Quelle von Krankheiten anzusehen, hielten sie es +vielmehr fur die Ursache der Gesundheit, die sie immer +genossen hatten. Diese Meinung hatte man in a egy Ps +ten allgemein angenommen, wo man dieses Wasser nicht +allein fur gesund halt, sondern auch wahnt, es besite +wunderbare Eigenschaften*). +*) Wenn der Nil niedrig ist, so wird seine Oberflache mit einem +vielfarbigen Schleime uberzogen. Die Luft inacht alsdann +felbst das Silber schwarz. Der Flus sieht rothlich und endlich +grunlicht aus, und das Wasser bleibt so lange rotylic), bis +sich die Gewalt des Stromes im Dezember und Januar, vers +mindert. Bruce leitet, die Rothe des Flusses von den Seen +in Haberch her, deren Wasser der Nil mit sich fuhrt. Nach +Pococke hat der Nil, wo er klein ist, und schon im Januar +eine gelbliche Farbe, die man eine Strecke hinein in dein Meere +gewahr wird. Im Sommer befordert das Nitwaffer die +Ausbunstung und im Winter treibt es den Unrin. Bei folden +.. aber, die es noch nicht gewohnt sind, Toll es anfanglich einen +leichten Durchfall, erregen. Die Hegypter ermifen imy","271 + +i + +Auf meiner ganzen Reife habe ich und meine Reiſen +gefährten kein ander Getränk als reines Nilwaſſer gehabt: +wir haben es in allen Jahreszeiten, und auch alsdann +getrunken, wenn die Ueberſchwemmung es ſo mit Schlamı +vermiſcht hatte, daß es davon dik, róthlich und vor das +Auge wahrhaft abſchreckend wird, ohne daß wir nur +irgend eine unbequemlichkeit davon verſpürt hätten und +ohne daß uns eine Krankheit zugeſtoßen wäre, die wir +ihm vernünftiger Weiſe hatten zuſchreiben können. Ich +für meine Perſon habe beſonders einen unmäßigen +Gebrauch davon gemacht, weil ich in den heißen Ländern +ſtets von einem brennenden Durſte gequält wurde und +ich habe niemals etwas übels davon verſpürt: ich habe +vielmehr bemerkt, daß es wieder ſehr ſchnell fortgieng und +daß es folglich ſehr geſund war. Leute, die eine große +Angahl von Jahren in Aegypten wohnten und niemals +etwas anders als Nilwaffer getrunken hatten, ertheil- +ten dieſem die großten Lobſprüche, und weit entfernt, es +als eine Quelle von Krankheiten anzuſehen, hielten ſie es +vielmehr für die Urſache der Geſundheit, die ſie immer +genoſſen hatten. Dieſe Meinung hatte man in a egy Ps +ten allgemein angenommen, wo man dieſes Waſſer nicht +allein für geſund hålt, ſondern auch wähnt, eß beſite +wunderbare Eigenſchaften*). + +> + +*) Wenn der Nil niedrig iſt, ſo wird ſeine Oberfläche mit einem + +vielfarbigen Schleime überzogen. Die Luft inacht alsdann +felbſt das Silber ſchwarz. Der Fluß ſieht róthlich und endlich +grünlicht aus, und das Waſſer bleibt ſo lange rôtylic), bis +ſich die Gewalt des Stromes im Dezember und Januar, vers +mindert. Bruce leitet, die Róthe des Fluſſes von den Seen +in Haberch her, deren Waſſer der Nil mit ſich führt. Nach +Pococke hat der Nil, wo er klein iſt, und ſchon im Januar +eine gelbliche Farbe, die man eine Strecke hinein in dein Meere +gewahr wird.– Im Sommer befördert das Nitwaffer die + +Ausbünſtung und im Winter treibt es den Unrin. Bei folden +.. aber, die es noch nicht gewohnt ſind, Toll es anfänglich einen +leichten Durchfall, erregen. Die Hegypter øermifen imy + + +","Auf meiner ganzen Reise habe ich und meine Gefährten kein anderes Getränk als reines Nilwasser gehabt: wir haben es in allen Jahreszeiten, und auch alsdann getrunken, wenn die Überschwemmung es so mit Schlamm vermischt hatte, dass es davon dick, rotlich und vor das Auge wahrhaft abschreckend wird, ohne dass wir nur irgend eine Unbequemlichkeit davon verspürt hatten und ohne dass uns eine Krankheit zustieß, die wir ihr vernünftiger Weise hätten zuschreiben können. Ich für meine Person habe besonders einen unmaßigen Gebrauch davon gemacht, weil ich in den heißen Ländern stets von einem brennenden Durste gequält wurde und ich habe niemals etwas Übles davon verspürt: ich habe vielmehr bemerkt, dass es wieder sehr schnell fortging und dass es folglich sehr gesund war. Leute, die eine große Anzahl von Jahren in Ägypten wohnten und niemals etwas anderes als Nilwasser getrunken hatten, erteilten diesem die größten Lobsprüche, und weit entfernt, es als eine Quelle von Krankheiten anzusehen, hielten sie es vielmehr für die Ursache der Gesundheit, die sie immer genossen hatten. Diese Meinung hatte man in Ägypten allgemein angenommen, wo man dieses Wasser nicht allein für gesund hält, sondern auch wähnt, es besitze wunderbare Eigenschaften. + +*) Wenn der Nil niedrig ist, so wird seine Oberfläche mit einem vielfarbigen Schleime überzogen. Die Luft macht alsdann das Silber schwarz. Der Fluss sieht rotlich und endlich grünlich aus, und das Wasser bleibt so lange rötlich, bis sich die Gewalt des Stromes im Dezember und Januar vermindert. Bruce leitet die Röte des Flusses von den Seen in Habesch her, deren Wasser der Nil mit sich führt. Nach Pococke hat der Nil, wo er klein ist, und schon im Januar eine gelbliche Farbe, die man eine Strecke hinein ins Meer gewahrt wird. Im Sommer befördert das Nilwasser die Ausbünstung und im Winter treibt es den Urin. Bei Völkern aber, die es noch nicht gewohnt sind, Toll erregt es anfanglich einen leichten Durchfall. Die Ägypter nennen es ..." +Z166069305,300,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000300/full/full/0/native.jpg,"Eine von den Fabelt, wozu der Nil die Beranlas +fung gegeben Hat, ist Teine Gahrung, die nach der aber: +slaubirchen Sage der Copten, die einige Reisende +angenommen haben*), zur Zeit feines Anwachres, ttam. +lich im Sommerstolftitio, anfangen roll. Man ift fogar +so weit gegangen, den Sag und die Stunde von den ersten +Anzeichen seines Wachstumes zu bestimmen, die man at +dem Fallen eines besondern Thaues erkennen wollte, dert +man mit dem Namen cropfen **) benannt hat und +Auslanbe nichts to lebt als ihr Niwaffer. In Oberagupcent +giebt es deute, die taglich eine gewisse Quantitat Salg zu fid +nehmen, um desto mehr Nilwalser trinken zu konnen. Einige trints +ten taglid ohne Schaden wohl drei Eimet davon. Dat Nilwafset +hat einen angenehmen Geschmat. Maillet fagt, das Niwaffer +fey in seiner Art das, was der Champagner unter den Beiner +ist, und Blunt vergleicht feinen Geschmal mit der Milch, +Die einen falpeterartigen Belgeschmal hat. Forstal bat die +Bestandtheile des Nilwafers untersucht: Milwasser mit aque +fortis unverandert; mit Spir. Sal. Amme etwas gelb: mit Spir. +Vini wird es nicht duntler: mit Gallapfel wird es dunkelbraun. +Mit folutio lunae wird es erst weis, dann trube, zulezt Blau, +Jast ein blaues Sediment fallen und wird tlat. Mit Bleijuter +macht es ein helleres Scbiment. +Der Weberreger. +*) 3 ansleben. +**) Man nennt diesen Tropfen Nortas Die Weibet fesen defe +wegen, sagt Niebuhr, in der Nacht vom 16ten auf der +17ten Jun. eine Quantitat Teig auf die Dacher ihrer Hauser, und +wenn dieser am folgenden Morgen nicht am Gewicht zu genoms +men hat, so ist der Tropfen in dieser Nacht noch nicht gefallen. +Ist aber der Teig schwerer worden, so ist er gefallen, und max +wil hieraus berechnen konnen, wie viel Fus hoch der Nil +steigen, und in weldein Preise die Fruchte in dem folgenden +Jahre seyn werden. Weil die Witterung in Aegypten sehr +regelmasig ift, fo tann es seyn, das in dieser Jahreszeit des +Nachts ein starker Thau faut, der die Schwere des ausgestellten +Leiche& vermehrt, und da die Weiber ihren Teig in diefer +Nacht zum erstenmale Ausstelen, so werden sie immer in der","27% + +Eine von den Fabelt, wozu der Nil die Beranlaß +fung gegeben Hat, iſt Teine Gährung, die nach der aber: +slåubirchen Sage der Copten, die einige Reiſende +angenommen haben*), zur Zeit feines Anwachres, ttåm. +lich im Sommerſtolftitio, anfangen roll. Man ift fogar +ſo weit gegangen, den Sag und die Stunde von den erſten +Anzeichen ſeines Wachstumes zu beſtimmen, die man at +dem Fallen eines beſondern Thaues erkennen wollte, dért +man mit dem Namen cropfen **) benannt hat und + +9 + +Auslanbe nichts to lebt als ihr Niwaffer. In Oberågupcent +giebt es deute, die täglich eine gewiſſe Quantitat Salg zu fid +nehmen, um deſto mehr Nilwalſer trinken zu können. Einige trints +ten tåglid ohne Schaden wohl drei Eimet davon. Dat Nilwafſet +hat einen angenehmen Geſchmat. Maillet fagt, das Niwaffer +fey in ſeiner Art das, was der Champagner unter den Beiner +iſt, und Blunt vergleicht feinen Geſchmal mit der Milch, +Die einen falpeterartigen Belgeſchmal hat. Forstal bat die +Beſtandtheile des Nilwafers unterſucht: Milwaſſer mit aque +fortis unverändert; mit Spir. Sal. Amme etwas gelb: mit Spir. +Vini wird es nicht duntler: mit Gallapfel wird es dunkelbraun. +Mit folutio lunae wird es erſt weiß, dann trúbe, zulezt Blau, +Jáßt ein blaues Sediment fallen und wird tlat. Mit Bleijuter +macht es ein helleres Scbiment. + +Der Weberreger. + +*) 3 ansleben. + +**) Man nennt dieſen Tropfen Nortas Die Weibet feßen defe + +wegen, ſagt Niebuhr, in der Nacht vom 16ten auf der +17ten Jun. eine Quantitat Teig auf die Dächer ihrer Häuſer, und +wenn dieſer am folgenden Morgen nicht am Gewicht zu genoms +men hat, ſo iſt der Tropfen in dieſer Nacht noch nicht gefallen. +Iſt aber der Teig ſchwerer worden, ſo iſt er gefallen, und max +wil hieraus berechnen können, wie viel Fuß hoch der Nil +ſteigen, und in weldein Preiſe die Früchte in dem folgenden +Jahre ſeyn werden. Weil die Witterung in Aegypten ſehr +regelmäßig ift, fo tann es ſeyn, daß in dieſer Jahreszeit des +Nachts ein ſtarker Thau fåüt, der die Schwere des ausgeſtellten +Leiche& vermehrt, und da die Weiber ihren Teig in diefer +Nacht zum erſtenmale Ausſtelen, ſo werden ſie immer in der + + +","Eine von den Fabeln, wozu der Nil die Veranlassung gegeben hat, ist seine Gährung, die nach der abergläubischen Sage der Kopten, die einige Reisende angenommen haben*, zur Zeit seines Anwachsens, nämlich im Sommermonat, anfangen soll. Man ist so weit gegangen, den Tag und die Stunde von den ersten Anzeichen seines Wachstums zu bestimmen, die man am Fallen eines besonderen Tropfens erkennen wollte, den man mit dem Namen ""Kropfen"" ** benannt hat und Ausländer nichts anderes nennen als ihren ""Niwaffer"". In Oberägypten gibt es Leute, die täglich eine gewisse Quantität Salz zu essen pflegen, um desto mehr Nilwasser trinken zu können. Einige tranken täglich ohne Schaden wohl drei Eimer davon. Das Nilwasser hat einen angenehmen Geschmack. Maillet sagt, das Nilwasser sey in seiner Art das, was der Champagner unter den Weinern ist, und Blunt vergleicht seinen Geschmack mit der Milch, die einen falpeterartigen Beigeschmack hat. Forsskal hat die Bestandteile des Nilwassers untersucht: Milchwasser mit Aqua fortis unverändert; mit Spir. Sal. Ammonii etwas gelblich; mit Spir. Vini wird es nicht dünner; mit Gallapfel wird es dunkelbraun. Mit Solution lunae wird es erst weiß, dann trübe, zuletzt blau, fast ein blaues Sediment fallen und wird tlat. Mit Bleijuter macht es ein helleres Sediment. + +Der Weberreger. +*) Siehe Anmerkung. +**) Man nennt diesen Tropfen ""Norta"". Die Weiber fessen deswegen, sagt Niebuhr, in der Nacht vom 16ten auf den 17ten Juni eine Quantität Teig auf die Dächer ihrer Häuser, und wenn dieser am folgenden Morgen nicht an Gewicht zugenommen hat, so ist der Tropfen in dieser Nacht noch nicht gefallen. Ist aber der Teig schwerer worden, so ist er gefallen, und man will hieraus berechnen können, wie viel Fuß hoch der Nil steigen wird, und in welchem Preis die Früchte in dem folgenden Jahre sein werden. Weil die Witterung in Ägypten sehr regelmäßig ist, so kann es seyn, dass in dieser Jahreszeit des Nachts ein starker Thau fällt, der die Schwere des ausgestellten Teiges vermehrt, und da die Weiber ihren Teig in dieser Nacht zum erstenmal ausstellen, so werden sie immer in dieser Nacht den Tropfen erwarten." +Z166069305,301,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000301/full/full/0/native.jpg,"der gegen Anbruch des Tages falt, an welchem die +Copten das Fest des heiligen' Michaels feiern und der +mit unserm 17ten Juni ubereinkommt. Dieser Thau ift +nun in den von Unwiffenheit verblendeten Augen nichts +anders als der Erzengel felbft, den die Gottheit herabs +schikt, um den Flus in Gahrung zu fesen, das Land, +das er benezt, von den darin herrschenden Krankheiten zu +faubern, die Luft zu reinigen und allen Weren neues +Leben zu ertheilen. um den Zeitpunkt, wo man diese +Wunder erwartete; rahe man das Nilmasser als belona +ders ungesund und als die Ursache verschiedener Krank: +beiten an. Dieser Zustand der Verderbnis des Wassers/ +auf welchen die allgemeine Reinigung folgen sollte, +dauerte manchmal vierzig Eage lang, wahrend welcher +Zeit man in groser Verlegenheit war, wie man ohne +Gefahr feinen Durst fritlen konnte. Allein alles Dieres, +ist so wie vieles Andere, eine Fabel, an welche man selbst +in Aegypten nicht mehr zu glauben scheint; denn ich +habe Leute zu jeder Zeit und zu jeder Stunde Nile +waffer trinken gesehen, ohne das man nur die geringste +Gefahr davon zu besorgen geschienen hatte. +Man kennt die Methode, wie man in Aegypt ett +das Nilwaffer reinigt, wenn es schlammigt ist. Savary +Meinung von der Gewisheit ihrer Bersuche bestartt. Dod +waren die Weiber in Kairo im Dezember 1762 nicht einig, in +welcher Nacht der Tropfen gefallen sey; denn da sie alle der +toptischen Zeitrechnung folgen sollen, so hatten einige die Nacht +verfehlt, und doch den Tropfen entdekt. Forstal giebt mehe +rere urten art, wie man das Wachsthum des Nil erfahren zu kons +nen glaubt. Die eine Art ist, das man in einen Spulkum ein +Piotl gang durre Nilerde legt, und eben so viel Nilwaiter dars +auf giest. Man last es so in der Nacht, wo der Tropfen erwartet +wird, stehen. Wenn die Erde nun alles Wasser in sich geschluft +hat, fo befurchtet man ein dutres Jahr: je mehr aber Wasser +ubrig bleibt, desto mehr wadist der Nil an. Bei Forska! 8 Vets +suden blieb allemal Wasser ubrig, und er glaubt nicht, das +die Nilerde Wasser pom gleichem Gewichte einscluden konne, +Der ueberseber. +@onnini Reifen ir Po.","273 + +N + +# + +Ni + +der gegen Anbruch des Tages fält, an welchem die +Copten das Feſt des heiligen' Michaels feiern und der +mit unſerm 17ten Juni übereinkommt. Dieſer Thau ift +nun in den von Unwiffenheit verblendeten Augen nichts +anders als der Erzengel felbft, den die Gottheit herabs +ſchikt, um den Fluß in Gahrung zu feßen, das Land, +das er benezt, von den darin herrſchenden Krankheiten zu +fåubern, die Luft zu reinigen und allen Weren neues +Leben zu ertheilen. um den Zeitpunkt, wo man dieſe +Wunder erwartete; rahe man das Nilmaſſer als belona +ders ungeſund und als die Urſache verſchiedener Krank: +beiten an. Dieſer Zuſtand der Verderbniß des Waſſers/ +auf welchen die allgemeine Reinigung folgen ſollte, +dauerte manchmal vierzig Eage lang, während welcher +Zeit man in großer Verlegenheit war, wie man ohne +Gefahr feinen Durſt fritlen könnte. Allein alles Dieres, +iſt ſo wie vieles Andere, eine Fabel, an welche man ſelbſt +in Aegypten nicht mehr zu glauben ſcheint; denn ich +habe Leute zu jeder Zeit und zu jeder Stunde Nile +waffer trinken geſehen, ohne daß man nur die geringſte +Gefahr davon zu beſorgen geſchienen hätte. + +Man kennt die Methode, wie man in Aegypt ett +das Nilwaffer reinigt, wenn es ſchlammigt iſt. Savary + +Meinung von der Gewißheit ihrer Berſuche beſtårtt. Dod +waren die Weiber in Kairo im Dezember 1762 nicht einig, in +welcher Nacht der Tropfen gefallen ſey; denn da ſie alle der +toptiſchen Zeitrechnung folgen ſollen, ſo hatten einige die Nacht +verfehlt, und doch den Tropfen entdekt. Forstal giebt mehe +rere urten art, wie man das Wachsthum des Nil erfahren zu kons +nen glaubt. Die eine Art iſt, daß man in einen Spúlkum ein +Piotl gang důrre Nilerde legt, und eben ſo viel Nilwaiter dars +auf gießt. Man läßt es ſo in der Nacht, wo der Tropfen erwartet +wird, ſtehen. Wenn die Erde nun alles Waſſer in ſich geſchluft +hat, fo befürchtet man ein dutres Jahr: je mehr aber Waſſer +übrig bleibt, deſto mehr wadiſt der Nil an. Bei Forska! 8 Vets +ſuden blieb allemal Waſſer úbrig, und er glaubt nicht, daß +die Nilerde Waſſer pom gleichem Gewichte einſcluden könne, + +Der ueberſeber. +@onnini Reifen ir Po. + +1 + +I + +/ + + +","der gegen Anbruch des Tages fällt, an welchem die Copten das Fest des heiligen Michaels feiern und der mit unserm 17ten Juni übereinkommt. Dieser Tau ist nun in den von Unwissenheit verblendeten Augen nichts anders als der Erzengel selbst, den die Gottheit herabschickt, um den Fluss in Gahrung zu setzen, das Land, das er benetzt, von den darin herrschenden Krankheiten zu säubern, die Luft zu reinigen und allen Wesen neues Leben zu ertheilen. Um den Zeitpunkt, wo man diese Wunder erwartete; rühmte man das Nilmasser als etwas ungesund und als die Ursache verschiedener Krankheiten an. Dieser Zustand der Verderbnis des Wassers, auf welchen die allgemeine Reinigung folgen sollte, dauerte manchmal vierzig Tage lang, während welcher Zeit man in großer Verlegenheit war, wie man ohne Gefahr seinen Durst stillen konnte. Allein alles Dieres ist so wie vieles Andere, eine Fabel, an welche man selbst in Ägypten nicht mehr zu glauben scheint; denn ich habe Leute zu jeder Zeit und zu jeder Stunde Nilwasser trinken sehen, ohne dass man nur die geringste Gefahr davon zu besorgen geschienen hatte. + +Man kennt die Methode, wie man in Ägypten das Nilwasser reinigt, wenn es schlammig ist. Savarys Meinung von der Gewissheit ihrer Versuche bestätigt dies. Doch waren die Weiber in Kairo im Dezember 1762 nicht einig, in welcher Nacht der Tropfen gefallen sey; denn da sie alle der koptischen Zeitrechnung folgen sollten, so hatten einige die Nacht verfehlt und doch den Tropfen entdeckt. Forster gibt mehrere Arten an, wie man das Wachsthum des Nil erfahren zu können glaubt. Die eine Art ist, dass man in einen Spulkum ein Pfötchen durre Nilerde legt, und eben so viel Nilwasser darauf gießt. Man lässt es so in der Nacht stehen, wo der Tropfen erwartet wird. Wenn die Erde nun alles Wasser in sich geschlossen hat, so befürchtet man ein dürres Jahr: je mehr aber Wasser übrig bleibt, desto mehr wächst der Nil an. Bei Forskal's 8 Versuchen blieb allemal Wasser übrig, und er glaubt nicht, dass die Nilerde Wasser von gleichem Gewichte einschließen kann. + +@onnini Reifen ir Po." +Z166069305,302,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000302/full/full/0/native.jpg,"hat eine Nachricht davon mitgetheilt: und vor ihm hat +fie Prosper Alpinus noch genauer beschrieben. Sie +besteht darin, das man einige suse*) leicht zerstosene +Mandeln in das Wasser wirft, das fich in grosen Ger +schirren befindet und den Rand des Gefases damit reibt. +Nach Verlauf einiger Stunden haben sich die fremden +Bestandtheile auf den Boden des Geschirrs gelegt und +das Wasser ist rein und klar worden. +tid +Das auf diese Art gereinigte Wasser giest man zum +Gebrauche in kleine Gefase von getroknetem, aber nicht +gebranntem Chon, die die Surken Sardaks und +die Araber kollet nennen. Sie sind weder von +ausem noch von innem verglasurt; man fezt fie in die freie +Luft, und das Wasser verfliegt nach und nach durch ihre +Deffnungen: diese stets fortwahrende Verdunstung fuhlt +dasselbe auf eine auserordentliche Art ab. Es giebt mehr +oder weniger geschmakvol verfertigte Gefase diefer Art: +die am meisten geschazten erhalt man von Suez, und +diejenigen, die am meisten im Gebrauche find, kommen +aus der keinen Stadt Kenne in Oberagypten. Man +braucht sie eben sowohl zu Trinkgeschirren als zu Waffer: +topfen: bei Tische, ro wie auch den ganzen Tag uber, +trinkt jeder aus diesen gemeinen Gefasen. Man bedekt +fte gewohnlich mit einen aus Binsen gemachten Deckel: +reiche Leute laffen sie inwendig mit Mastir von Scio +ausrauchern, deffen sehr starker Geruch, wenn man ihn +einer porosen Substanz mittheilt, sich lange darin erhalt, +und der dem Wasser einen Wohlgeschmak giebt, an den +man gewohnt reyn mus, wenn man ihn angenehm finden +foul. +Wenn man den Gebrauch des Nilwaffers fur +die Ursache von mehrern Krankheiten gehalten hat, po +*) Andere Reisebeschreiber sagen; bittere mandeln. +Der ueberse Rer.","274 + +hat eine Nachricht davon mitgetheilt: und vor ihm hat +fie Proſper Alpinus noch genauer beſchrieben. Sie +beſteht darin, daß man einige ſüße*) leicht zerſtoßene +Mandeln in das Waſſer wirft, das fich in großen Ger +ſchirren befindet und den Rand des Gefäßes damit reibt. +Nach Verlauf einiger Stunden haben ſich die fremden +Beſtandtheile auf den Boden des Geſchirrs gelegt und +das Waſſer iſt rein und klar worden. + +2 + +1 + +tid + +Das auf dieſe Art gereinigte Waſſer gießt man zum +Gebrauche in kleine Gefäße von getroknetem, aber nicht +gebranntem Chon, die die Sürken Sardaks und +die Araber kollet nennen. Sie ſind weder von +außem noch von innem verglaſurt; man fezt fie in die freie +Luft, und das Waſſer verfliegt nach und nach durch ihre +Deffnungen: dieſe ſtets fortwährende Verdunſtung fühlt +daſſelbe auf eine außerordentliche Art ab. Es giebt mehr +oder weniger geſchmakvol verfertigte Gefäße diefer Art: +die am meiſten geſchåzten erhält man von Suez, und +diejenigen, die am meiſten im Gebrauche find, kommen +aus der keinen Stadt Kenne in Oberägypten. Man +braucht ſie eben ſowohl zu Trinkgeſchirren als zu Waffer: +topfen: bei Tiſche, ro wie auch den ganzen Tag über, +trinkt jeder aus dieſen gemeinen Gefäßen. Man bedekt +fte gewöhnlich mit einen aus Binſen gemachten Deckel: +reiche Leute laffen ſie inwendig mit Maſtir von Scio +ausräuchern, deffen ſehr ſtarker Geruch, wenn man ihn +einer poróſen Subſtanz mittheilt, ſich lange darin erhålt, +und der dem Waſſer einen Wohlgeſchmak giebt, an den +man gewohnt reyn muß, wenn man ihn angenehm finden +foul. + +11 + +1 + +1 + +1 + +Wenn man den Gebrauch des Nilwaffers für +die Urſache von mehrern Krankheiten gehalten hat, po + +*) Andere Reiſebeſchreiber ſagen; bittere mandeln. + +Der ueberſe Rer. + + +","hat eine Nachricht davon mitgetheilt: und vor ihm hat Prosper Alpinus noch genauer beschrieben. Sie besteht darin, dass man einige süße, leicht zerstoßene Mandeln in das Wasser wirft, das sich in großen Geschirren befindet und den Rand des Gefäßes damit reibt. +Nach Verlauf einiger Stunden haben sich die fremden Bestandteile auf den Boden des Geschirrs gelegt und das Wasser ist rein und klar worden. + +Das auf diese Art gereinigte Wasser gießt man zum Gebrauche in kleine Gefäße von getrocknetem, aber nicht gebranntem Ton, die die Surken Sardaks und die Araber kollet nennen. Sie sind weder von außen noch von innen verglast; man setzt sie in die freie Luft, und das Wasser verfliegt nach und nach durch ihre Desselungen: diese stets fortwährende Verdunstung fühlt dasselbe auf eine außerordentliche Art ab. Es gibt mehr oder weniger geschmackvolle verfertigte Gefäße dieser Art: die am meisten gesuchten erhält man von Suez, und diejenigen, die am meisten im Gebrauche finden, kommen aus der kleinen Stadt Kenne in Oberägypten. Man braucht sie eben sowohl zu Trinkgeschirren als zu Wassergefäßen; bei Tische, wo auch den ganzen Tag über, trinkt jeder aus diesen gemeinsamen Gefäßen. Man bedeckt sie gewöhnlich mit einem aus Binsen gemachten Deckel: reiche Leute laffen sie inwendig mit Mastix von Scio auszurauhen, dessen sehr starker Geruch, wenn man ihn einer porosen Substanz mitteilt, sich lange darin erhält, und der dem Wasser einen Wohlgeschmack gibt, an den man gewöhnt reyn muss, wenn man ihn angenehm finden soll. + +Wenn man den Gebrauch des Nilwassers für die Ursache von mehreren Krankheiten gehalten hat, so... + +*) Andere Reisebeschreiber sagen: bittere Mandeln. +Der überse Rer." +Z166069305,303,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000303/full/full/0/native.jpg,"Hat man auch das agyptische Clima lange Zeit fiir dert +Feuerheerd der schreklichsten Uebel angesehen. Eine Menge +Schriftsteller, und besonders Herr Pauw, der ewige +Herabweirdiger von Aegypten, haben versichert, die +Pest, diese unwiderstehliche Waffe des Todes, habe ir +diesem Lande als dem Schauplage ihrer schrecklichsten Vers +heerungen ihre Wiege. Diese Meinung, die man zu vers +fchiedenen Zeiten geausert, hat sich bis auf unsere Tage +fortgepflanzt. Ein Pariser Arzt machte noch im Jahr +1773 bekannt, Aegypten rey die Wiege der Pest*). Der +russische Arzt Herr Samoilovitz schrieb auch beinahe +zu der namlichen Zeit, die Pest wuthe unaufhorlich in +A fien Nur feit Sa- +vary's und des Burgers Volney)' s Zeiten ist man +28 zuglich in degypten. +von diesem Jrrthume und vielleicht noch nicht durchgangis +juruk gekommen. +Es ist ausgemacht, das die Pest, ob sie gleich in meh. +rern andern Morgenlandern einheimisch ist, es doch nicht +in Aegypten ist, und das fie daselbst niemals ihren +Anfang nimmt. Wenn sie sich zeigt, fo hat man sie ents +weder von Conftantinopel oder aus andern turkischen +Landern, oder aus dem Innern von Afrika dahin gia +bracht. Diese leztere, die man die Pest aus dem Said +Rennt, weil sie aus Obera gypten. herabfommt, wird +auserordentlich gefurchtet. Sie ist auch morderischer als +jene, welche aus andern Gegenden kommt. +Woraus man aber sehen kann, das das agyptische +Clima, weit entfernt, diese Schrecklichste von den anstecken. +den Seuchen zu erzeugen, derselben viclmehr den Eingang +*) Experiences pour parvenir de determiner la mature du ve +nin pestilential par Maudit; D. M;( Journal de Phyfic. Nugust","375 + +1 + +Hat man auch das ägyptiſche Clima lange Zeit fiir dert +Feuerheerd der ſchreklichſtén Uebel angeſehen. Eine Menge +Schriftſteller, und beſonders Herr Pauw, der ewige +Herabweirdiger von Aegypten, haben verſichert, die +Peſt, dieſe unwiderſtehliche Waffe des Todes, habe ir +dieſem Lande als dem Schauplage ihrer ſchrecklichſten Vers +heerungen ihre Wiege. Dieſe Meinung, die man zu vers +fchiedenen Zeiten geäußert, hat ſich bis auf unſere Tage +fortgepflanzt. Ein Pariſer Arzt machte noch im Jahr +1773 bekannt, Aegypten rey die Wiege der Peſt*). Der +ruſſiſche Arzt Herr Samoilovitz ſchrieb auch beinahe +zu der nämlichen Zeit, die Peſt wüthe unaufhörlich in +A fien Nur feit Sa- + +as +vary's und des Bürgers Volney)' s Zeiten iſt man + +28 zuglich in degypten. +von dieſem Jrrthume und vielleicht noch nicht durchgångis +jurůk gekommen. + +6 + +1 + +13 + +. + +Es iſt ausgemacht, daß die Peſt, ob ſie gleich in meh. +rern andern Morgenländern einheimiſch iſt, es doch nicht +in Aegypten iſt, und daß fie daſelbſt niemals ihren +Anfang nimmt. Wenn ſie ſich zeigt, fo hat man ſie ents +weder von Conftantinopel oder aus andern türkiſchen +Låndern, oder aus dem Innern von Afrika dahin giá +bracht. Dieſe leztere, die man die Peſt aus dem Said +Rennt, weil ſie aus Oberå gypten. herabfommt, wird +außerordentlich gefürchtet. Sie iſt auch mörderiſcher als +jene, welche aus andern Gegenden kommt. + +. + +11 + +Woraus man aber ſehen kann, daß das ágyptiſche +Clima, weit entfernt, dieſe Schrecklichſte von den anſtecken. +den Seuchen zu erzeugen, derſelben viclmehr den Eingang + +1 + +*) Experiences pour parvenir de determiner la mature du ve + +nin peſtilential par Maudit; D. M;( Journal de Phyfic. Nuguſt +177%). + + +","Hat man auch das ägyptische Klima lange Zeit für das Feuerherd der schrecklichsten Übel angesehen. Eine Menge Schriftsteller, und besonders Herr Pauw, der ewige Herabwürdiger von Ägypten, haben versichert, die Pest, diese unwiderstehliche Waffe des Todes, habe in diesem Lande als dem Schauplatz ihrer schrecklichsten Versehrungen ihre Wiege. Diese Meinung, die man zu verschiedenen Zeiten geäu��ert, hat sich bis auf unsere Tage fortgepflanzt. Ein Pariser Arzt machte noch im Jahr 1773 bekannt, Ägypten sei die Wiege der Pest*. Der russische Arzt Herr Samoilovitz schrieb auch beinahe zu derselben Zeit, die Pest wüthe unaufhörlich in Afrika. + +Nur seit Savary's und des Bürgers Volney's Zeiten ist man davon zurückgekommen. Es ist ausgemacht, dass die Pest, ob sie gleich in mehrern anderen Morgenländern einheimisch ist, es doch nicht in Ägypten ist, und dass sie daselbst niemals ihren Anfang nimmt. Wenn sie sich zeigt, so hat man sie entweder von Konstantinopel oder aus andern türkischen Ländern, oder aus dem Innern von Afrika dahin gebracht. + +Diese letztere, die man die Pest aus dem Said nennt, weil sie aus Oberägypten herabkommt, wird außerordentlich gefürchtet. Sie ist auch mörderischer als jene, welche aus andern Gegenden kommt. + +Woraus man aber sehen kann, dass das ägyptische Klima, weit entfernt, diese Schrecklichste von den ansteckenden Seuchen zu erzeugen, derselben vielmehr den Eingang verwehrt." +Z166069305,304,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000304/full/full/0/native.jpg,"zu versperren scheint, ift, das man zur Zeit meiner Reise +schon seit lager als zwolf Jahren in Aegypten nichts +von der Pest verspurt hatte, obgleich die Einwohner keine +Vorsicht sich dagegen zu verwahren gebraucht hatten. +Zu Alexandrien landeten haufig Schiffe von Cona +ftantinopel, das ein wahrer Feuerheerd einer unauf- +harlich wuthenden Seuche ist: in Kairo kommen in +einem Jahre mehrmals Karavanen aus Afrika an, und +man bemerkte kein Kennzeichen von Pest. Man wuste +fogar, das im Jahre 1780 eine Caravelle*) des Gros- +herrn in den alten Hnfen von Alexandrien eingelaufen +war, die die Pest an Bord hatte. Ein Mann, der an +einem Coffre stand, den man sffnete, fiel augenbliklich +todt zur Erde, weil ihn die pestilentialischen Ausdiinstune +gen trafen, die herausfuhren. Indessen stiegen doch alle +Durfen, die sich auf diesem Schiffe befanden, ans Land, +und liefen in der Stadt umher, ohne das jemand nur die +geringste Beunruhigung daruber geausert hatte: fie gien- +gen mit den Einwohnern um, und es erfolgte kein Unglut +daraus. +Dieses land ist also nicht die Wiege der Peft: +die Araber und die Turken, die dasselbe bewohnen, find +nicht die Urheber dieser Seude **); die geringste +Vorsicht reicht hin, fie auf ewig aus Aegypten zu +verbannen. Bei seltenen Gelegenheiten, wo sie sich zeigte, +richtete sie daselbst grose Verwustungen an, und dieser +Umstand hatte zu dem Beiveise, das sie nicht in deg ypa +ten einheimisch ren, hinreichen sollen. Ihre Wirkungen +*) Caravellen heisen diejenigeu turkischen Schiffe, die im Grunda +balfen die Lange von vierzig Ellen haben, 36 bis 48 Kanonen +fuhren und 200 Seesoldaten und 30 Griechen haben.. +Der Ueberseter. +**) Recherches philofophiques sur les Egyptions et les Chinois, +Tom. I. pag. gr.","276 + +X + +zu verſperren ſcheint, ift, daß man zur Zeit meiner Reiſe +ſchon ſeit låger als zwölf Jahren in Aegypten nichts +von der Peſt verſpürt hatte, obgleich die Einwohner keine +Vorſicht ſich dagegen zu verwahren gebraucht hatten. +Zu Alexandrien landeten håufig Schiffe von Cona +ftantinopel, das ein wahrer Feuerheerd einer unauf- +hårlich wuthenden Seuche iſt: in Kairo kommen in +einem Jahre mehrmals Karavanen aus Afrika an, und +man bemerkte kein Kennzeichen von Peſt. Man wußte +fogar, daß im Jahre 1780 eine Caravelle*) des Groß- +herrn in den alten Hnfen von Alexandrien eingelaufen +war, die die Peſt an Bord hatte. Ein Mann, der an +einem Coffre ſtand, den man sffnete, fiel augenbliklich +todt zur Erde, weil ihn die peſtilentialiſchen Ausdiinſtune +gen trafen, die herausfuhren. Indeſſen ſtiegen doch alle +Dürfen, die ſich auf dieſem Schiffe befanden, ans Land, +und liefen in der Stadt umher, ohne daß jemand nur die +geringſte Beunruhigung darüber geäußert håtte: fie gien- +gen mit den Einwohnern um, und es erfolgte kein Unglút +daraus. + +? + +1 + +Dieſes land iſt alſo nicht die Wiege der Peft: +die Araber und die Türken, die daſſelbe bewohnen, find +nicht die Urheber dieſer Seude **); die geringſte +Vorſicht reicht hin, fie auf ewig aus Aegypten zu +verbannen. Bei ſeltenen Gelegenheiten, wo ſie ſich zeigte, +richtete ſie daſelbſt große Verwüſtungen an, und dieſer +Umſtand håtte zu dem Beiveiſe, daß ſie nicht in deg ypa +ten einheimiſch ren, hinreichen ſollen. Ihre Wirkungen + +1 + +*) Caravellen heißen diejenigeu türkiſchen Schiffe, die im Grunda +balfen die Långe von vierzig Ellen haben, 36 bis 48 Kanonen +führen und 200 Seeſoldaten und 30 Griechen haben.. + +Der Ueberſeter. + +**) Recherches philofophiques ſur les Egyptions et les Chinois, + +Tom. I. pag. gr. + + +","zu versperren scheint, das man zur Zeit meiner Reise schon seit länger als zwölf Jahren in Ägypten nichts von der Pest verspürt hatte, obgleich die Einwohner keine Vorsicht sich dagegen zu verwahren gebraucht hatten. Zu Alexandrien landeten häufig Schiffe von Konstantinopel, das ein wahrer Feuerherd einer unaufhörlich wütenden Seuche ist: in Kairo kommen in einem Jahre mehrmals Karawanen aus Afrika an, und man bemerkte kein Kennzeichen von Pest. Man wusste sogar, dass im Jahre 1780 eine Caravelle des Großherrn in den alten Häfen von Alexandrien eingelaufen war, die die Pest an Bord hatte. Ein Mann, der an einem Coffre stand, den man öffnete, fiel augenblicklich tott zur Erde, weil ihn die pestilenzialischen Ausdünstungen trafen, die herausfuhren. Indessen stiegen doch alle Durften, die sich auf diesem Schiffe befanden, ans Land, und liefen in der Stadt umher, ohne dass jemand nur die geringste Beunruhigung darüber geäußert hatte: sie gingen mit den Einwohnern um, und es erfolgte kein Unglück daraus. + +Dieses Land ist also nicht die Wiege der Pest: die Araber und die Türken, die dasselbe bewohnen, sind nicht die Urheber dieser Seuche; die geringste Vorsicht reicht hin, sie auf ewig aus Ägypten zu verbannen. Bei seltenen Gelegenheiten, wo sie sich zeigte, richtete sie daselbst große Verwüstungen an, und dieser Umstand hatte zu dem Beweise, dass sie nicht in Ägypten einheimisch seien, hinreichen sollen. Ihre Wirkungen + +*) Caravellen heißen diejenigen türkischen Schiffe, die im Grund etwa die Länge von vierzig Ellen haben, 36 bis 48 Kanonen führen und 200 See-Soldaten und 30 Griechen haben.. + +Der Übersetzer. + +**) Recherches philosophiques sur les Égyptiens et les Chinois, +Tom. I. pag. gr." +Z166069305,305,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000305/full/full/0/native.jpg,"pflanzten sich schnell uud auf eine fchrefliche Art fort: die +Turken saben sie fur weit morderischer an als jene, in +deren Mitte fie leben. Es war immer der Monat April, +wo fie zum Vorscheine kam, und fie hatte die merkwurdige +Eigenheit, das sie zur Sommerfonnenwende sogleich auf- +hrte*). Dieser Zeitpunkt war auch das Ende von den +Porsichtsmaasregeln, die zu Alexandrien die fremden +Kaufleute ergriffen. Man offnete die Haufer wieder, der +gewohnliche Umgang nahm wieder feinea Anfang, ebe +man felbft noch Erkundigungen uber den Znstand der +Krankheit eingezogen hatte, so fest war man uberzeugt, +das ihre Verwustungen jezt ein Ende batten. Die Ales +randriner druften das Spruchwort, das ihnen die +Erfahrung gelehrt hatte, in der Lingua franca auf +folgende Weise aus: Saint Jean venir, grand ouf **) andat +( St. Johannes kommt, die Pest geht fort). +Man mus aber demohngeachtet gestehen, das die +jesigen Aegypter, wenn auch die Pest und die andern +Krankheiten, die ihren Grund in den schadlichen Ausdun. +ftungen der Faulnis haben, felten waren, nicht alles thaten, +was sie zu ihrer Vertilgung hatten thun sollen. Sie vers +* nachlasigten die gewohnlichsten Vorsichtsmasregeln. Unter +den Handen dieser Barbaren waren nicht allein fast alle +Charakterzuge von der Grose des alten Aegyptens +ausgetilgt worden, sondern auch tagtaglich verschwanden +diejenigen Werke, die die nothwendigen Bedingungen der +Fruchtbarkeit des Bodens und der Gesundheit der Luft +find. Moraste hatten die Stelle nuzlicher Seen eingenoms +men: Canale waren ausgefullt worden; andere, die durch +die Menge von Schlamm, den man darin lies, in kurzem +angefallt fenn werden, waren einen Theil des Jahres +#) Grose Hise und grose Ralte machen beibe der Pest ein Ende. +s Der Ueberseker .. +**) Pest. Im Arabisden, Koubbe **, O","277 + +pflanzten ſich ſchnell uud auf eine fchrefliche Art fort: die +Türken ſaben ſie für weit mörderiſcher an als jene, in +deren Mitte fie leben. Es war immer der Monat April, +wo fie zum Vorſcheine kam, und fie hatte die merkwürdige +Eigenheit, daß ſie zur Sommerfonnenwende ſogleich auf- +hørte*). Dieſer Zeitpunkt war auch das Ende von den +Porſichtsmaaßregeln, die zu Alexandrien die fremden +Kaufleute ergriffen. Man offnete die Häufer wieder, der +gewöhnliche Umgang nahm wieder feinea Anfang, ebe +man felbft noch Erkundigungen über den Znſtand der +Krankheit eingezogen hatte, ſo feſt war man überzeugt, +daß ihre Verwüſtungen jezt ein Ende båtten. Die Ales +randriner drüften das Sprüchwort, das ihnen die +Erfahrung gelehrt hatte, in der Lingua franca auf +folgende Weiſe aus: Saint Jean venir, grand ouf **) andat +( St. Johannes kommt, die Peſt geht fort). + +Man muß aber demohngeachtet geſtehen, daß die +jeßigen Aegypter, wenn auch die Peſt und die andern +Krankheiten, die ihren Grund in den ſchädlichen Ausdún. +ftungen der Fäulniß haben, felten waren, nicht alles thaten, +was ſie zu ihrer Vertilgung hätten thun ſollen. Sie vers +* nachlaßigten die gewohnlichſten Vorſichtsmaßregeln. Unter +den Händen dieſer Barbaren waren nicht allein faſt alle +Charakterzüge von der Größe des alten Aegyptens +ausgetilgt worden, ſondern auch tagtäglich verſchwanden +diejenigen Werke, die die nothwendigen Bedingungen der +Fruchtbarkeit des Bodens und der Geſundheit der Luft +find. Moråſte hatten die Stelle núzlicher Seen eingenoms +men: Canåle waren ausgefüllt worden; andere, die durch +die Menge von Schlamm, den man därin ließ, in kurzem +angefällt fenn werden, waren einen Theil des Jahres + +#) Große Hiße und große Rålte machen beibe der Peſt ein Ende. + +s Der Ueberſeker .. +**) Peſt. Im Arabiſden, Koubbe **, O + + +","pflanzten sich schnell und auf eine schreckliche Art fort: die Turken sahen sie für weit mörderischer an als jene, in deren Mitte sie leben. Es war immer der Monat April, wo sie zum Vorschein kam, und sie hatte die merkwürdige Eigenheit, dass sie zur Sommersonnenwende sogleich aufhörte*). Dieser Zeitpunkt war auch das Ende von den Vorsichtsmaßregeln, die zu Alexandrien die fremden Kaufleute ergriffen. Man öffnete die Häuser wieder, der gewöhnliche Umgang nahm wieder seinen Anfang, ehe man selbst Erkundigungen über den Zustand der Krankheit eingezogen hatte, so fest war man überzeugt, dass ihre Verwüstungen jetzt ein Ende hatten. + +Die Aleksandrijnen durften das Sprichwort, das ihnen die Erfahrung gelehrt hatte, in der Lingua franca auf folgende Weise aussprechen: Saint Jean venir, grand ouf **) andat (St. Johannes kommt, die Pest geht fort). + +Man muss aber demohngeachtet gestehen, dass die jetzigen Ägypter, wenn auch die Pest und die andern Krankheiten, die ihren Grund in den schädlichen Ausdünstungen der Faulnis haben, selten waren, nicht alles taten, was sie zu ihrer Vertilgung hatten thun sollen. Sie vernachlässigten die gewöhnlichsten Vorsichtsmaßregeln. + +Unter den Händen dieser Barbaren waren nicht allein fast alle Charakterzüge von der Größe des alten Ägyptens ausgetilgt worden, sondern auch täglich verschwanden diejenigen Werke, die die nothwendigen Bedingungen der Fruchtbarkeit des Bodens und der Gesundheit der Luft finden. Moräste hatten die Stelle nützlicher Seen eingenommen; Canale waren ausgefüllt worden; andere, die durch die Menge von Schlamm, den man darin ließ, in kurzem angefallen werden, waren einen Teil des Jahres über groß." +Z166069305,306,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000306/full/full/0/native.jpg,"uber nichts weiter als eine Menge verfaultes Waffer, das +in der Ferne einen hablichen Geftank verbreitete. Die Kors +Per von gefallenen Thieren verpesteten die Felder und manch. +mal selbst die Stadte: es schien als wenn sich die Eins +wohner absichtlid) alle Muhe gaben, ihr land ungesund +szu machen. Und welche Meinung mus man nicht von der +Gute eines Climas fassen, das, troz aller Anstrengungen +des Genius der Zerstorung und troz der Verwustungen +durch unwiffende Sorglosigkeit, keinen gefahrlichen Eins +flus auserte? +Es herrschen wirklich keine ansteckenden Seuchen in +Aegypten. Der neue Ankommling wird keine Beute +jener heftigen Entzundungsfieber, die in unsern amerikas +nischen Kolonien den Tribut des Codes ausmachen. Man +wird in Aegypten auch nicht von jenen langen Wechsels +fiebern geplagt, die in den leztern Gegenden von zahlreichen +Verstopfungen und von der Wassersucht begleitet werden. +Weder das Leben des Einheimischen noch des Fremdlings +wird von sftern Krankheiten bedroht. +von +Unter den vier +Franzosen, woaus wir bestanden, spurten blos zwei +eine Unpaslichkeit +9717 !! In Oberdgyptert grif eine Krankheit Eines dont +meinen Augen an, und der Zeichner wurde lange Zeit von +einer Kyautkrankheit geplagt, die er mitgebracht hatte: die +abrige Zeit uber waren wir stets gefund. Man fah Tur: +#eit aus. Confantinopel anlangen, die durch Aus- +Thweifungen und ihre fchreflichen Folgen ganz abgezehrt +waren, und die nach einem kurzen Aufenthalter wenigstens +kauserlich, wieder gefiend zu fein fchienen. Alle mogliche +Vernunftschlufte kontren nichts gegen Chatsachen ausrich- +ten, und umfunft wird man Schlas auf Odlus haufen, +wie es Herr Pau i gethan hat, um zu beweisen, das +Hegypten die tuime soon eine grosen Menge von +Krankheiten enthalte, da die Erfahrung deutlich beweist, +das man daselbst eine reine und gerande Luft eivathmes.","278 + +1 + +ܕܪܵ܃ + +安 + +über nichts weiter als eine Menge verfaultes Waffer, das +in der Ferne einen håblichen Geftank verbreitete. Die Kors +Per von gefallenen Thieren verpeſteten die Felder und manch. +mal ſelbſt die Städte: es ſchien als wenn ſich die Eins +wohner abſichtlid) alle Mühe gåben, ihr land ungeſund +szu machen. Und welche Meinung muß man nicht von der +Güte eines Climas faſſen, das, troz aller Anſtrengungen +des Genius der Zerſtörung und troz der Verwüſtungen +durch unwiffende Sorgloſigkeit, keinen gefährlichen Eins +fluß außerte? + +Es herrſchen wirklich keine anſteckenden Seuchen in +Aegypten. Der neue Ankommling wird keine Beute +jener heftigen Entzúndungsfieber, die in unſern amerikas +niſchen Kolonien den Tribut des Codes ausmachen. Man +wird in Aegypten auch nicht von jenen langen Wechſels +fiebern geplagt, die in den leztérn Gegenden von zahlreichen +Verſtopfungen und von der Waſſerſucht begleitet werden. +Weder das Leben des Einheimiſchen noch des Fremdlings +wird von sftern Krankheiten bedroht. +von + +Unter den vier +Franzoſen, woaus wir beſtanden, ſpürten bloß zwei +eine Unpåßlichkeit +9717 !! In Oberdgyptert grif eine Krankheit Eines dont +meinen Augen an, und der Zeichner wurde lange Zeit von +einer Kyautkrankheit geplagt, die er mitgebracht hatte: die +ábrige Zeit über waren wir ſtets gefünd. Man fah Túr: +#eit aus. Confantinopel anlangen, die durch Aus- +Thweifungen und ihre fchreflichen Folgen ganz abgezehrt +waren, und die nach einem kurzen Aufenthalter wenigſtens +käußerlich, wieder gefiend zu fein fchienen. Alle mogliche +Vernunftſchlüfte kontren nichts gegen Chatſachen ausrich- +ten, und umfunft wird man Schlaß auf Odluß haufen, +wie es Herr Pau i gethan hat, um zu beweiſen, das +Hegypten die tuime soon eine großen Menge von +Krankheiten enthalte, da die Erfahrung deutlich beweiſt, +daß man daſelbſt eine reine und gerande Luft eivathmes. + +1 + +1 + +1 + + +","über nichts weiter als eine Menge verfaultes Wasser, das in der Ferne einen üblen Gestank verbreitete. Die Körper von gefallenen Tieren verpesteten die Felder und manchmal selbst die Städte: es schien als wenn sich die Einwohner absichtlich alle Mühe gaben, ihr Land ungesund zu machen. Und welche Meinung muss man nicht von der Güte eines Klimas fassen, das, trotz aller Anstrengungen des Genies der Zerstörung und trotz der Verwüstungen durch unwissende Sorglosigkeit, keinen gefährlichen Einfluss auserte? + +Es herrschen wirklich keine ansteckenden Seuchen in Ägypten. Der neue Ankömmling wird keine Beute jener heftigen Entzündungsfeber, die in unseren amerikanischen Kolonien den Tribut des Todes ausmachen. Man wird in Ägypten auch nicht von jenen langen Wechselfiebern geplagt, die in den letzten Gegenden von zahlreichen Verstopfungen und von der Wassersucht begleitet werden. Weder das Leben des Einheimischen noch des Fremdlings wird von schweren Krankheiten bedroht. + +Unter den vier Franzosen, woaus wir bestanden, spürten bloß zwei eine Unpäßlichkeit. In Oberägypten griff eine Krankheit eines meiner Augen an, und der Zeichner wurde lange Zeit von einer Kyautkrankheit geplagt, die er mitgebracht hatte: die übrige Zeit über waren wir stets gesund. Man fährt nur aus Konstantinopel an, die durch Auszehrungen und ihre schrecklichen Folgen ganz abgezehrt waren, und die nach einem kurzen Aufenthalte wenigstens körperlich wieder gesund zu sein schienen. Alle möglichen Vernunftschlüsse können nichts gegen Erfahrungen ausrichten, und umfängt wird man Schluss auf Odysseus' Haufen machen, wie es Herr Pau gethan hat, um zu beweisen, dass Ägypten die Zeit über eine große Menge von Krankheiten enthalte, da die Erfahrung deutlich beweist, dass man daselbst eine reine und gesunde Luft einatmet." +Z166069305,307,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000307/full/full/0/native.jpg,"Bei den heutigen Aegyptern findet man noch +einige Spuren von den Vorsichtsmaasregeln, die die Alten +bei der Begrabung der Todten anwandten. Sie kennen +zwar nicht die Kunst, den Leichnam einzubalsamiren, aber +die Sorgfalt, mit der sie die tooten Korper behandeln, eine +Sorgfalt, die zwar mit den Geboten der mabommedani. +schen Religion enge verbunden ist, find doch noch die +Spuren, oder wenn man wil der Schatten von eince +alten aber vergeffenen Sitte. +Sobald jemand todt ift, fangt man eilig an, alle +seine verschiedenen Theile zu drucken, um alle Unreinige +feiten heraus zu preffen: man tascht ihn mehrmals, bal +birt ihn, reist ihm die Haare aus, und verstopft sorgfal. +tig mit Baumwolle alle Deffnungen des Korpers; man +giest wohlriechende Wasser auf diefe, und die Wohlgeruche +A r abiens durchdringen alle reine Schweislscher. Wenn +man auf diefe Are die lebenlosen Ueberreste gereinigt und +geebrt hat, vertraut man sie der Erde an, und fext fie int +den Schoos der Ewigkeit nieder. Ueber der Stelle, wo +der Kopf des Verstorbenen ruht, erhebt fich eine kleine +steinerne Saule, worauf man oben einer Turban feje. +Atle Freitage erneuert man am Fuse dieser Saule bett +traurigen Abschied. Die Weiber begeben sie allemal dahin +und drucken mit einer religiofen Andacht ihren Schmerz +und ihre Wunsche aus: die Chranen der Tochter benesen +das Geficht der Mutter und das Seufzen dieser verlan. +gern in ihrer Seele durch schmerzliche Erinnerungen +das Andenken an die Kinder, die fie verlohren hat. +fpricise nicht von den Ihranen der Eheleute: denn in die +Fem fande giebt es nur Herren und Sllavera +Diere Biebesbezeugungen gegen die Todten, die matt +in un ferm Abendlande To sehr vernachlasigt, find bei allen +Volkern des Morgenlandes eine heilige Pflicht, die nire +gends gewissenhafter erfullt wird. Der Sebanke, das","279 + +3 + +1 + +Bei den heutigen Aegyptern findet man noch +einige Spuren von den Vorſichtsmaaßregeln, die die Alten +bei der Begrabung der Todten anwandten. Sie kennen +zwar nicht die Kunſt, den Leichnam einzubalſamiren, aber +die Sorgfalt, mit der ſie die tooten Körper behandeln, eine +Sorgfalt, die zwar mit den Geboten der mabommedani. +ſchen Religion enge verbunden iſt, find doch noch die +Spuren, oder wenn man wil der Schatten von eince +alten aber vergeffenen Sitte. + +1 + +I + +Sobald jemand todt ift, fångt man eilig an, alle +ſeine verſchiedenen Theile zu drücken, um alle Unreinige +feiten heraus zu preffen: man taſcht ihn mehrmals, bal +birt ihn, reißt ihm die Haare aus, und verſtopft ſorgfäl. +tig mit Baumwolle alle Deffnungen des Körpers; man +gießt wohlriechende Waſſer auf diefe, und die Wohlgerüche +A r abiens durchdringen alle reine Schweißlscher. Wenn +man auf diefe Are die lebenloſen Ueberreſte gereinigt und +geebrt hat, vertraut man ſie der Erde an, und fext fie int +den Schooß der Ewigkeit nieder. Ueber der Stelle, wo +der Kopf des Verſtorbenen ruht, erhebt fich eine kleine +ſteinerne Säule, worauf man oben einer Turban feje. +Atle Freitage erneuert man am Fuße dieſer Säule bett +traurigen Abſchied. Die Weiber begeben ſie allemal dahin +und drücken mit einer religiofen Andacht ihren Schmerz +und ihre Wünſche aus: die Chránen der Tochter beneßen +das Geficht der Mütter und das Seufzen dieſer verlån. +gern in ihrer Seele durch ſchmerzliche Erinnerungen +das Andenken an die Kinder, die fie verlohren hat. +fpricise nicht von den Ihránen der Eheleute: denn in die +Fem fande giebt es nur Herren und Sllavera + +Diere Biebesbezeugungen gegen die Todten, die matt +in un ferm Abendlande To ſehr vernachlaßigt, find bei allen +Volkern des Morgenlandes eine heilige Pflicht, die nire +gends gewiſſenhafter erfüllt wird. Der Sebanke, daß + +1 + + +","Bei den heutigen Aegyptern findet man noch einige Spuren von den Vorsichtsmaßregeln, die die Alten bei der Begrabung der Toten anwandten. Sie kennen zwar nicht die Kunst, den Leichnam einzubalsamieren, aber die Sorgfalt, mit der sie die toten Körper behandeln, eine Sorgfalt, die zwar mit den Geboten der mohammedanischen Religion eng verbunden ist, findet doch noch die Spuren, oder wenn man will, den Schatten einer alten aber vergessenen Sitte. + +Sobald jemand tot ist, fängt man eilig an, alle seine verschiedenen Teile zu drücken, um alle Unreinigkeiten heraus zu pressen: man tunkt ihn mehrmals, badet ihn, reißt ihm die Haare aus und verstopft sorgfältig mit Baumwolle alle Öffnungen des Körpers; man gießt wohlriechende Wasser auf diese, und die Wohlgerüche Arabiens durchdringen alle reinen Schwitzlöcher. Wenn man auf diese Art die leblosen Überreste gereinigt und gewaschen hat, vertraut man sie der Erde an, und legt sie in den Schoß der Ewigkeit nieder. + +Ueber der Stelle, wo der Kopf des Verstorbenen ruht, erhebt sich eine kleine steinerne Säule, worauf man oben einen Turban setzt. Alle Freitage erneuert man am Fuße dieser Säule betrauernden Abschied. Die Weiber begeben sich allemal dahin und drücken mit einer religiösen Andacht ihren Schmerz und ihre Wünsche aus: die Klaglieder der Töchter besehen das Gesicht der Mutter, und das Seufzen dieser verlangten in ihrer Seele durch schmerzhafte Erinnerungen das Andenken an die Kinder, die sie verloren hat. + +Sprich nicht von den Ehrenbezeugungen gegen die Toten, die man in unserm Abendlande zu sehr vernachlässigt; bei allen Völkern des Morgenlandes findet eine heilige Pflicht statt, die nirgends gewissenhafter erfüllt wird." +Z166069305,308,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000308/full/full/0/native.jpg,"man im Code den Beweisen der Zuneigung- degjenigen +entfagen mus, was uns auf der Welt am liebsten war, +zerreist unsere Seele und bringt sie zur Verzweiflung; +wenn man aber versichert ist, das uns das Bedauern und +die Beweise der zartlichsten Empfindungen in das Grab +nachfolgen, das eine ruhrende und dauerhafte Verbins +dung zwischea dem Leben und dem Tode exiftirt, und das, +wenn man die Augen schliest, man nicht weniger von +Gegenstanden umgeben seyn wird, die man liebte, alsdann +scheinen sich die Freuden der Seele zu verewigen und selbst +fuser zu seyn, weil sie weniger gestort werden, und man +tritt muthig in jene Art von Unsterblichkeit ein, wozu die +Erkenntlichkeit die Vorbereitung macht, +So gros aber auch im Morgenlande die Achtung +gegen die Todten ist, so glaubt man doch nicht, das fie +ein Recht haben, der Gesundheit der Lebendigen rohadlich +zu seyn. Uebrigens herrscht Einsamkeit und Ruhe bei der +haufigen und traurigen Besuchen, die sie erhalten. Die +lezte Ruhestatte der Menschen liegt auserhalb des Uma +fangs der bewohnten Orte. Die Todtenacker find grose +einzeln liegende uno stille Flecken: den Leichnam bedekt +man mit einer dicken Schicht Erde, und schuzt ihn gegen +Verruckung und Unruhe, die ihm die Folgezeit verursachen +konnte. Eine zartliche Vorsicht, die ihren Grund in der +coelsten Empfindung bat! +In Aegypten schafft man die Todten in Sargen, +Die mit Zeugen bedekt find, deren Farbe aber nicht bes +fimmt ist, an den Begrabnisort. Auf die Decke uber +dem Kopfe fest +man einen Turban, den Lieblingsa +Kopfpuf der Mabommedaner, und damit die Tods +ten nichts mit den Christen gemein haben, tragt +man, fie mit dem Kopfe porwarts. Voraus gehen Pries +fter, welche Stellen aus dein Alcoran vorleren; und +im Gefolge des Leichenzugs schreien, heulen und mehr","280 + +man im Code den Beweiſen der Zuneigung- degjenigen +entfagen muß, was uns auf der Welt am liebſten war, +zerreißt unſere Seele und bringt ſie zur Verzweiflung; +wenn man aber verſichert iſt, daß uns das Bedauern und +die Beweiſe der zärtlichſten Empfindungen in das Grab +nachfolgen, daß eine rührende und dauerhafte Verbins +dung zwiſchea dem Leben und dem Tode exiftirt, und daß, +wenn man die Augen ſchließt, man nicht weniger von +Gegenſtänden umgeben ſeyn wird, die man liebte, alsdann +ſcheinen ſich die Freuden der Seele zu verewigen und ſelbſt +füßer zu ſeyn, weil ſie weniger geſtört werden, und man +tritt muthig in jene Art von Unſterblichkeit ein, wozu die +Erkenntlichkeit die Vorbereitung macht, + +So groß aber auch im Morgenlande die Achtung +gegen die Todten iſt, ſo glaubt man doch nicht, daß fie +ein Recht haben, der Geſundheit der Lebendigen rohadlich +zu ſeyn. Uebrigens herrſcht Einſamkeit und Ruhe bei der +håufigen und traurigen Beſuchen, die ſie erhalten. Die +lezte Ruheſtåtte der Menſchen liegt außerhalb des Uma +fangs der bewohnten Orte. Die Todtenåcker find große +einzeln liegende uno ſtille Flecken: den Leichnam bedekt +man mit einer dicken Schicht Erde, und ſchůzt ihn gegen +Verrückung und Unruhe, die ihm die Folgezeit verurſachen +könnte. Eine zärtliche Vorſicht, die ihren Gründ in der +coelſten Empfindung bat! + +In Aegypten ſchafft man die Todten in Särgen, +Die mit Zeugen bedekt find, deren Farbe aber nicht bes +fimmt iſt, an den Begräbnißort. Auf die Decke über +dem Kopfe fest + +man einen Turban, den Lieblingsa +Kopfpuf der Mabommedaner, und damit dię Tods +ten nichts mit den Chriſten gemein haben, trägt +man, fie mit dem Kopfe porwärts. Voraus gehen Pries +fter, welche Stellen aus dein Alcoran vorleren; und +im Gefolge des Leichenzugs ſchreien, heulen und mehr + +1 + + +","Man im Code den Beweisen der Zuneigung entfährt man muss, was uns auf der Welt am liebsten war, zerreißt unsere Seele und bringt sie zur Verzweiflung; wenn man aber versichert ist, daß uns das Bedauern und die Beweise der zärtlichsten Empfindungen in das Grab nachfolgen, das eine ruhrende und dauerhafte Verbindung zwischen dem Leben und dem Tode existiert, und daß, wenn man die Augen schließt, man nicht weniger von Gegenständen umgeben wird, die man liebte, alsdann scheinen sich die Freuden der Seele zu verewigen und selbst reiner zu sein, weil sie weniger gestört werden, und man tritt muthig in jene Art von Unsterblichkeit ein, wozu die Erkenntlichkeit die Vorbereitung macht. + +So groß aber auch im Morgenlande die Achtung gegen die Toten ist, so glaubt man doch nicht, daß sie ein Recht haben, der Gesundheit der Lebendigen Vorwurf zu sein. Uebrigens herrscht Einsamkeit und Ruhe bei den häufigen und traurigen Besuchen, die sie erhalten. Die letzte Ruhestätte der Menschen liegt außerhalb des Umfangs der bewohnten Orte. Die Totenäcker finden große einzeln liegende und stille Flecken: den Leichnam bedeckt man mit einer dicken Schicht Erde, und schützt ihn gegen Verrückung und Unruhe, die ihm die Folgezeit verursachen konnte. Eine zartliche Vorsicht, die ihren Grund in der köstlichsten Empfindung hat! + +In Ägypten schafft man die Toten in Särge, die mit Zeugen bedeckt sind, deren Farbe aber nicht bestimmt ist, an den Begräbnisort. Auf die Decke über dem Kopfe fest man einen Turban, den Lieblingskopfputz der Mohammedaner, und damit die Toten nichts mit den Christen gemein haben, trägt man sie mit dem Kopfe vorwärts. Voraus gehen Priester, welche Stellen aus dem Alcoran vortragen; und im Gefolge des Leichenzugs schreien, heulen und mehr..." +Z166069305,309,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000309/full/full/0/native.jpg,"klagen Frauen fur Geld. Man kann sich leicht vorstellen, +das, je mehr man bezahlt, desto groser das Gefolge +von Priestern und gedungenen Klageweibern rey. +Die zu Rarchid verstorbenen Franzosen hatten +daselbst keinen bestimmten Begrabnisplaz. Man fichaffte +diejenigen, die daselbst starben, nach Alerandrien, +wo man sie im Kloster des heiligen Georg begrub. Den +Verstorbenen begleitete ein Priester, ein Drogman und +ein Janitschar. Diefe. Reichenreifen geschahen zu lande +und waren sehr kostbar. +Nachdem ich von den Todteneckern in Aegypten +gesprochen habe, mus ich naturlicher Weise auch ein Wort +von den gemeinsten Krankheiten fagen, die dahin fuhren. +Faul- und Entzundungsfieber, die aber weder haufig +noch ansteckend ind, fallen die Menschen von gallichtem +Semperainente an. Die Ruhr erscheint zwar in Aegyps +ten, aber herrscht daselbst nicht so haufig als in Europa. +Die Bruche sind nicht selten, aber sie ruhren nicht von +dem Nilwaffer ber, wie einige Schriftsteller behauptet +haben. Sie haben ihren Grund in der Erschlaffung, die +der oftere Gebrauch der heisen Bader verursacht, in dem +unvorsichtigen Reuten und vorzuglich in der auserordent- +lichen Weite des eines Theiles der Kleider. Die Haute +krankheiten find daselbst gemein, und fie wurden es ohne +den Gebrauch der Bader noch mehr reyn. Manchmal zeigt +sich auch der Aussaz und die schrekliche Elephantiasis: +fie sind aber nicht sehr ansteckend, denn man trift felter +Leute an, die damit befallen find, +Die legtere Art von Ausfaz, der die alten Aegy pa +ter auch unterworfen waren, vertroknet das auserste +Hautlein( epiderme) der Seine uno"" verhartet dasselbe. +Die Fuse schwellen sehr auf, bekommen eine harte raube +Haut und sind den Beinen des Elephanten ahnlich. Diese","281 + +14 + +klagen Frauen für Geld. Man kann ſich leicht vorſtellen, +daß, je mehr man bezahlt, deſto großer das Gefolge +von Prieſtern und gedungenen Klageweibern rey. + +* + +Die zu Rarchid verſtorbenen Franzoſen hatten +daſelbſt keinen beſtimmten Begräbnißplaz. Man fichaffte +diejenigen, die daſelbſt ſtarben, nach Alerandrien, +wo man ſie im Kloſter des heiligen Georg begrub. Den +Verſtorbenen begleitete ein Prieſter, ein Drogman und +ein Janitſchar. Diefe. Reichenreifen geſchahen zu lande +und waren ſehr koſtbar. + +il + +$ + +Nachdem ich von den Todteneckern in Aegypten +geſprochen habe, muß ich natürlicher Weiſe auch ein Wort +von den gemeinſten Krankheiten fagen, die dahin führen. +Faul- und Entzündungsfieber, die aber weder häufig +noch anſteckend ind, fallen die Menſchen von gallichtem +Semperainente an. Die Ruhr erſcheint zwar in Aegyps +ten, aber herrſcht daſelbſt nicht ſo häufig als in Europa. + +?"" +Die Brüche ſind nicht ſelten, aber ſie rühren nicht von +dem Nilwaffer ber, wie einige Schriftſteller behauptet +haben. Sie haben ihren Grund in der Erſchlaffung, die +der oftere Gebrauch der heißen Båder verurſacht, in dem +unvorſichtigen Reuten und vorzüglich in der außerordent- +lichen Weite des eines Theilęs der Kleider. Die Haute +krankheiten find daſelbſt gemein, und fie würden es ohne +den Gebrauch der Båder noch mehr reyn. Manchmal zeigt +ſich auch der Ausſaz und die ſchrekliche Elephantiaſis: +fie ſind aber nicht ſehr anſteckend, denn man trift felter +Leute an, die damit befallen find, + +199 + +Die legtere Art von Ausfaz, der die alten Aegy pa +tér auch unterworfen waren, vertroknet das äußerſte +Håutlein( epiderme) der Seine uno"" verhärtet daſſelbe. +Die Füße ſchwellen ſehr auf, bekommen eine harte raube +Haut und ſind den Beinen des Elephanten ähnlich. Dieſe + + +","Klagen Frauen für Geld. Man kann sich leicht vorstellen, +das je mehr man bezahlt, desto größer das Gefolge von Priestern und gedungenen Klageweibern wird. +Die zu Rhodos verstorbenen Franzosen hatten daselbst keinen bestimmten Begräbnisplatz. Man schaffte diejenigen, die daselbst starben, nach Alexandria, +wo man sie im Kloster des heiligen Georg begrub. Den Verstorbenen begleitete ein Priester, ein Dragoman und +ein Janitschar. Diese Reichenreifen geschahen zu Lande +und waren sehr kostbar. + +Nachdem ich von den Totengräbern in Ägypten gesprochen habe, +muß ich natürlich auch ein Wort von den gemeinsten Krankheiten sagen, die dahin führen. +Faul- und Entzündungsfieber, die aber weder häufig +noch ansteckend sind, fallen die Menschen vom gallichtem Semperainente an. Die Ruhr erscheint zwar in Ägypten, +aber herrscht daselbst nicht so häufig als in Europa. +Die Brüche sind nicht selten, aber sie rühren nicht von dem Nilwasser her, wie einige Schriftsteller behauptet haben. Sie haben ihren Grund in der Erschlaffung, die der oftere Gebrauch der heißen Bäder verursacht, +in dem unvorsichtigen Reiten und vorzüglich in der außerordentlichen Weite des eines Teiles der Kleider. +Die Hautkrankheiten finden daselbst gemein, und sie wurden es ohne den Gebrauch der Bäder noch mehr rein. Manchmal zeigt sich auch der Aussatz und die schreckliche Elephantiasis: +sie sind aber nicht sehr ansteckend, denn man trifft felter Leute an, die damit befallen sind. + +Die letztere Art von Aussatz, der die alten Ägypter auch unterworfen waren, +vertrocknet das äußerste Hautlein (Epiderme) des Seins und verhartet dasselbe. +Die Füße schwellen sehr auf, bekommen eine harte raue Haut und sind den Beinen des Elephanten ähnlich." +Z166069305,310,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000310/full/full/0/native.jpg,"Krankheit ist vorzuglich dem nordlichen Cheile von Nege +ypten eigen. Selten erscheint fie in einiger Entfernung +oberhalb Stairo; diese Bemerkung haben auch schon die +Alten gemacht*). Hillary, der diefen trofnen Auss +faz zu Barbados beobachtet hat, hat dafelbft niemals +beide Fuse zugleich aufgeschwollen gesehen **). +gn Aegypten findet aber das Gegentheil fatt: +beide Fuse werden unformlich dik. Man kannte daselbst +kein Mittel gegen diese Krankheit. Die franzofirchen +Qerzte werden ohne Zweifel durch ihr Nachdenken und +durch ihre Gefchiklichkeit Eines ausfindig machen. Sie +werden auch zu erfahren Gelegenheit haben, ob die Art +tvie die indischen Azrzte die Elephantiasis heilen, wirffam +rey. Diese Methode wird mit vieler Genauigkeit im zweiten +Bande der asiatischen Denkschriften von Belle +galen, der zu Calcutta gedrukt worden ist, beschrieben. +Es giebt vielleicht kein Land in der Welt, wo folche +Krankheiten, die die Duellen der Fortpflanzung der Men- +fchen verderben, ausgebreiteter sind als in Aegypten. +Ihre Verwustungen, ob fie gleich durch die Hise des +Climas, die haufige Ausdunstung und die Heisen Hader +gemildert werden, find demohngeachytet nicht weniger +schreflich, und da man ihren Anfallen durch keine Art von +Pflege widersteht,' so bringen ste manchmal schrekliche +Wirkungen hervor. +Aber eine wirklich einheimische Krankheit ist das +Augenweh oder die Entgandung der Augen. Legs +ypten ist das Land der Einangigen und Blinden. Man +trift daselbst selten ganz gesunde Augen oder Augenlieder +*) Ef eleplaas. morbus, qui propter flumina Nill +Gignitur Aegypto in media, neque praeterea vfquam. +Lucretius VI. 1112. 1113. +, William Hillary's Observations ete. in the Island of Barha +dos. Logdon 1759.","282 + +Krankheit iſt vorzüglich dem nördlichen Cheile von Nege +ypten eigen. Selten erſcheint fie in einiger Entfernung +oberhalb Stairo; dieſe Bemerkung haben auch ſchon die +Alten gemacht*). Hillary, der diefen trofnen Auss +faz zu Barbados beobachtet hat, hat dafelbft niemals +beide Füße zugleich aufgeſchwollen geſehen **). + +gn Aegypten findet aber das Gegentheil fatt: +beide Füße werden unförmlich dik. Man kannte daſelbſt +kein Mittel gegen dieſe Krankheit. Die franzófirchen +Qerzte werden ohne Zweifel durch ihr Nachdenken und +durch ihre Gefchiklichkeit Eines ausfindig machen. Sie +werden auch zu erfahren Gelegenheit haben, ob die Art +tvie die indiſchen Azrzte die Elephantiaſis heilen, wirffam +rey. Dieſe Methode wird mit vieler Genauigkeit im zweiten +Bande der aſiatiſchen Denkſchriften von Belle +galen, der zu Calcutta gedrukt worden iſt, beſchrieben. + +? + +. + +Es giebt vielleicht kein Land in der Welt, wo folche +Krankheiten, die die Duellen der Fortpflanzung der Men- +fchen verderben, ausgebreiteter ſind als in Aegypten. +Ihre Verwüſtungen, ob fie gleich durch die Hiße des +Climas, die häufige Ausdůnſtung und die Heißen Håder +gemildert werden, find demohngeachytet nicht weniger +ſchreflich, und da man ihren Anfällen durch keine Art von +Pflege widerſteht,' ſo bringen ſte manchmal ſchrekliche +Wirkungen hervor. + +Aber eine wirklich einheimiſche Krankheit iſt das +Augenweh oder die Entgandung der Augen. Legs +ypten iſt das Land der Einängigen und Blinden. Man +trift daſelbſt ſelten ganz geſunde Augen oder Augenlieder +*) Ef eleplaas. morbus, qui propter flumina Nill +Gignitur Aegypto in media, neque praeterea vfquam. + +Lucretius VI. 1112. 1113. +, William Hillary's Obſervations ete. in the Island of Barha +dos. Logdon 1759. + + +","Krankheit ist vorzüglich dem nordlichen Theile von Neugeypten eigen. Selten erscheint sie in einiger Entfernung oberhalb Siut; diese Bemerkung haben auch schon die Alten gemacht*). Hillary, der die festen Tropen-Aussatz zu Barbados beobachtet hat, hat daselbst niemals beide Füße zugleich aufgeschwollen gesehen **). + +In Ägypten findet aber das Gegentheil statt: +beide Füße werden unformlich dick. Man kannte daselbst kein Mittel gegen diese Krankheit. Die französischen Ärzte werden ohne Zweifel durch ihr Nachdenken und durch ihre Geschicklichkeit Eines ausfindig machen. Sie werden auch zu erfahren Gelegenheit haben, ob die Art, wie die indischen Ärzte die Elephantiasis heilen, wirksam sey. Diese Methode wird mit vieler Genauigkeit im zweiten Bande der asiatischen Denkschriften von Bellecombe, der zu Calcutta gedruckt worden ist, beschrieben. + +Es giebt vielleicht kein Land in der Welt, wo solche Krankheiten, die die Düllen der Fortpflanzung der Menschen verderben, ausgebreiteter sind als in Ägypten. Ihre Verwüstungen, ob sie gleich durch die Hise des Klimas, die häufige Ausdünstung und die heißen Häuser gemildert werden, finden demohngeachtet nicht weniger schrecklich, und da man ihren Anfällen durch keine Art von Pflege widersteht,' so bringen sie manchmal schreckliche Wirkungen hervor. + +Aber eine wirklich einheimische Krankheit ist das Augenweh oder die Entzündung der Augen. Ägypten ist das Land der Einäugigen und Blinden. Man trifft daselbst selten ganz gesunde Augen oder Augenlider *) Ef elephas, morbus, qui propter flumina Nili Gignitur Aegypto in media, neque praeterea usquam. +Lucretius VI. 1112. 1113. + +William Hillary's Observations etc. in the Island of Barbados. London 1759." +Z166069305,311,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000311/full/full/0/native.jpg,"en, die nicht aufgefchwollen oder"" triefend find. Das +Elend hat auch seine Corporationen, und die Gesellschaft +Der Blinden ist zu stairo manchmal in einen solchen +Aufruhr gerathen, das fie die Regierung in Furcht und +Zittern versezte. +Wenn man Hasselquist en*) glaubt, to find die +Ausdunstungen der stehenden faulen Wasser die Hauptur- +fache dieser Augenkrankheiten. Allein die alten d egypter +unterhielten die Candle mit der grosten Sorgfalt: fie rei. +nigten fie und liesen kein stehendes Wasser darin, und +gleichwohl litten fie auch an Augenkrankheiten. Nach dico +Fem Grundsave erklart auch dieser Reisende die weit grose +sere Anzahl von Augenfranken zu Sairo, als an andern +Drten U egyptens durch die Ausdunstungen des Cana. +fes, der durch diese Stadt geht. Ich habe aber fast +ganze Tage lang an einem Stubenfenster, das auf diesen +Canal gieng, im Monat Uuguft, das heist, in einer +Jahreszeit zugebracht, wo die stinkendsten Dunfte aus ihm +aufstiegen, und gleichwohl habe ich auser dem haslichen +Gestanke keine Unbequemlichkeit davon verspurt. Wenn +es zu Sairo mehr Blinde als anderswarts giebt, so +ruhrt dies erstlich von der grosen Menge der Einwohner, +und zweitens davon her, das sich die Armen von allen +Drten her dabin begeben, weil fie daselbst mehr Unters +ftugung zu finden hoffen. Aber die Augenkrankheiten find +In dem ubrigen Aegypten auch gemein. Zu Kairo +Hatte ich meine Augen gesund erhalten und in dem Said +hatte ich bald Eines davon verloren. +Die auserordentliche Hise, die mit Salpetertheilchen +geschwangerte Luft, der scharfe und gluhende Staub, den +die Winde in der Atmosphare verbreiten, sind die Haupts +ursachen der Nugenkrankheiten. Ich habe Gelegenheit +gehabt, oft die Erfahrung davon zu machen. Blies der +.) Riise na 3 der Levante im 2. th. S. 117.","285 + +E1 + +* 3 + +en, die nicht aufgefchwollen oder"" triefend find. Das +Elend hat auch ſeine Corporationen, und die Geſellſchaft + +Der Blinden iſt zu stairo manchmal in einen ſolchen +Aufruhr gerathen, daß fie die Regierung in Furcht und +Zittern verſezte. + +Wenn man Haſſelquiſt en*) glaubt, to find die +Ausdünſtungen der ſtehenden faulen Waſſer die Hauptur- +fache dieſer Augenkrankheiten. Allein die alten d egypter +unterhielten die Candle mit der größten Sorgfalt: fie rei. +nigten fie und ließen kein ſtehendes Waſſer darin, und +gleichwohl littén fie auch an Augenkrankheiten. Nach dico +Fem Grundſave erklärt auch dieſer Reiſende die weit gröſe +ſere Anzahl von Augenfranken zu Sairo, als an andern +Drten U egyptens durch die Ausdunſtungen des Cana. +fes, der durch dieſe Stadt geht. Ich habe aber faſt + +ganze Tage lang an einem Stubenfenſter, das auf dieſen +Canal gieng, im Monat Uuguft, das heißt, in einer +Jahreszeit zugebracht, wo die ſtinkendſten Dünfte aus ihm +aufſtiegen, und gleichwohl habe ich außer dem håßlichen +Geſtanke keine Unbequemlichkeit davon verſpürt. Wenn +es zu Sairo mehr Blinde als anderswärts giebt, ſo +rührt dies erſtlich von der großen Menge der Einwohner, +und zweitens davon her, daß ſich die Armen von allen +Drten her dabin begeben, weil fie daſelbſt mehr Unters +ftügung zu finden hoffen. Aber die Augenkrankheiten find +In dem übrigen Aegypten auch gemein. Zu Kairo +Hatte ich meine Augen geſund erhalten und in dem Said +hätte ich bald Eines davon verloren. + +Die außerordentliche Hiße, die mit Salpetertheilchen +geſchwangerte Luft, der ſcharfe und glühende Staub, den +die Winde in der Atmoſphäre verbreiten, ſind die Haupts +urſachen der Nugenkrankheiten. Ich habe Gelegenheit +gehabt, oft die Erfahrung davon zu machen. Blies der + +. + +1 + +1 + +. + +.) Riiſe na 3 der Levante im 2. th. S. 117. + + +","...die nicht aufgeschwollen oder triefend sind. Das Elend hat auch seine Corporationen, und die Gesellschaft der Blinden ist zu Cairo manchmal in einen solchen Aufruhr geraten, dass sie die Regierung in Furcht und Zittern versetzt. + +Wenn man Hasselquist glaubt, so findet die Ausdünstungen der stehenden faulen Wasser die Hauptursache dieser Augenkrankheiten. Allein die alten Ägypter unterhielten die Canäle mit der größten Sorgfalt: sie reinigten sie und ließen kein stehendes Wasser darin, und gleichwohl litten sie auch an Augenkrankheiten. + +Nach diesem Fem Grundsatze erklart auch dieser Reisende die weit größere Anzahl von Augenfranken zu Cairo, als an andern Orten Ägyptens durch die Ausdünstungen des Canals, der durch diese Stadt geht. Ich habe aber fast ganze Tage lang an einem Stubenfenster, das auf diesen Canal ging, im Monat August, das heißt, in einer Jahreszeit zugebracht, wo die stinkendsten Dünste aus ihm aufstiegen, und gleichwohl habe ich außer dem hasslichen Gestanke keine Unbequemlichkeit davon verspürt. Wenn es zu Cairo mehr Blinde als anderswarts gibt, so rührt dies erstlich von der großen Menge der Einwohner, und zweitens davon her, dass sich die Armen von allen Orten her dabin begeben, weil sie daselbst mehr Unterstützung zu finden hoffen. + +Aber die Augenkrankheiten sind in dem übrigen Ägypten auch gemein. Zu Cairo hatte ich meine Augen gesund erhalten und in dem Said hatte ich bald eines davon verloren. + +Die außerordentliche Hitze, die mit Salpetertheilchen geschwängerte Luft, der scharfe und glühende Staub, den die Winde in der Atmosphäre verbreiten, sind die Hauptursachen der Augenkrankheiten. Ich habe Gelegenheit gehabt, oft die Erfahrung davon zu machen. + +Blies der Wind na 3 der Levante im 2. Th. S. 117." +Z166069305,312,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000312/full/full/0/native.jpg,"Wind ein wenig starf, fo durfte ich nur mitten' am Cage +cinen Augenblik auf die Terrasse des Hauses gehen, das +ich zu fairo bewohnte, und sogleich verspurte ich hef: +tige Entzundung an den Augen. Diese brennenden +Schmerzen qualten mich oft mehrere Tage lang hinterein. +ander und nur durch den Gebrauch des Waschens mit +fuhlendem Wasser konnte ich mich wieder davon befreien*). +*) Levaillant traf in dem sudlichen Theile von Afrika und +vorzuglich in dem Rande der sabobiquas auch sehr viele +Blinde und solche an, die mehr oder weniger an den Uugen +litten. I. R. Forster macht bei dieser Getegenheit( im 13. +B.. Magazins S. 171 und 172) die Anmerkung: prin allen +Landern, welche viele Salzseen, Salzquellen u. s. w. haben, +wachsen Pflanzen, die mit Salztheilchen angefullt find. Wenn +nun folche Pflanzen absterben oder wenn sie die dort wohnenden +Hirtenvolfer abbrennen, so werd die Salztheilchen zerlegt, +indem die Salzfaure durch das Feuer und die brenubaren Cheile +verfluchtigt und in die Ouft getrieben wird, da hingegen die +Cheile von Mineraldlfali zurufbleiben. Diese sind auserst feir +und leicht und steigen baher nun naturlicher Weise mit jebem +Winde in Staubwolken auf, fullen die ganze Luft an und +bedecken den Boden so wie alle darin wachsenden Pflanzen mit- +einem alkalischen Staube. Auch bei rubiger Luft steigt dieser, +wenn Menschen oder Thiere den Boden betreten, in Wolken +auf und fullt den Mund, die Nase, ja selbst die Luftrohre, +den Solund und vorzuglich die Augen mit seinen afenden +alkalischen Cheilen. Diese erregen Durst, Reiz und zulegt +Inflammation, im Halse Wunden, am Gaumen und an der +Zunge Erhitung und gefahrliche Entzundung der Augen, welde +oft ganzliche Blindheit verursacht. Bisweilen stellen diese +alkalischen Theile durch ihren immer wiederhohlten Reiz den +Augen auch Phantome von gar nicht vorhandenen Dingen +bar, so das man bezaubert zu seyn glaubt. In den russischen +Steppen ist wegen des weniger heisen Climas die Wirkung nicht +to stark und gefahrlich; doch enpfindet man sie in der Gegend +zwischen der Wolga und dem Ural( Fail) fchon sehr mertlich. +Su Aegypten und in den daneben liegenden Wusten mus +jie schon beftiger und allgemeiner feyn; am allerstartsten ist +sie aber unstreitig in dem Innern von Ufrifa, wo es lo +ungebeure Wusten ohne Wasser giebt, +Det ueberreter.","284 + +Wind ein wenig ſtarf, fo durfte ich nur mitten' am Cage +cinen Augenblik auf die Terraſſe des Hauſes gehen, das +ich zu fairo bewohnte, und ſogleich verſpürte ich hef: +tige Entzündung an den Augen. Dieſe brennenden +Schmerzen quålten mich oft mehrere Tage lang hinterein. +ander und nur durch den Gebrauch des Waſchens mit +fühlendem Waſſer konnte ich mich wieder davon befreien*). + +*) Levaillant traf in dem ſüdlichen Theile von Afrika und +vorzüglich in dem Rande der sabobiquas auch ſehr viele +Blinde und ſolche an, die mehr oder weniger an den Uugen +litten. I. R. Forſter macht bei dieſer Getegenheit( im 13. +B.. Magazins S. 171 und 172) die Anmerkung: prin allen +Låndern, welche viele Salzſeen, Salzquellen u. ſ. w. haben, +wachſen Pflanzen, die mit Salztheilchen angefüllt find. Wenn +nun folche Pflanzen abſterben oder wenn ſie die dort wohnenden +Hirtenvólfer abbrennen, ſo werd die Salztheilchen zerlegt, +indem die Salzfáure durch das Feuer und die brenubaren Cheile +verflúchtigt und in die Ouft getrieben wird, da hingegen die +Cheile von Mineraldlfali zurúfbleiben. Dieſe ſind äußerſt feir +und leicht und ſteigen baher nun natürlicher Weiſe mit jebem +Winde in Staubwolken auf, füllen die ganze Luft an und +bedecken den Boden ſo wie alle darin wachſenden Pflanzen mit- +einem alkaliſchen Staube. Auch bei rubiger Luft ſteigt dieſer, +wenn Menſchen oder Thiere den Boden betreten, in Wolken +auf und füllt den Mund, die Naſe, ja ſelbſt die Luftröhre, +den Solund und vorzüglich die Augen mit ſeinen áfenden + +de +alkaliſchen Cheilen. Dieſe erregen Durſt, Reiz und zulegt +Inflammation, im Halſe Wunden, am Gaumen und an der +Zunge Erhitung und gefährliche Entzündung der Augen, welde +oft gånzliche Blindheit verurſacht. Bisweilen ſtellen dieſe +alkaliſchen Theile durch ihren immer wiederhohlten Reiz den +Augen auch Phantome von gar nicht vorhandenen Dingen +bar, ſo daß man bezaubert zu ſeyn glaubt. In den ruſſiſchen +Steppen iſt wegen des weniger heißen Climas die Wirkung nicht +to ſtark und gefährlich; doch enpfindet man ſie in der Gegend +zwiſchen der Wolga und dem Ural( Fail) fchon ſehr mertlich. +Su Aegypten und in den daneben liegenden Wüſten muß +jie ſchon beftiger und allgemeiner feyn; am allerſtårtſten iſt +ſie aber unſtreitig in dem Innern von Ufrifa, wo es lo +ungebeure Wüſten ohne Waſſer giebt, + +Det ueberreter. + + +","Wind ein wenig stark, so durfte ich nur mitten am Cage +cinen Augenblick auf die Terrasse des Hauses gehen, das +ich zu fairo bewohnte, und sogleich verspürte ich heftige +Entzündung an den Augen. Diese brennenden Schmerzen qualten mich oft mehrere Tage lang hintereinander und nur durch den Gebrauch des Waschens mit fehlendem Wasser konnte ich mich wieder davon befreien. + +*) Levaillant traf in dem südlichen Theile von Afrika und +vorzüglich in dem Rande der sabobiquas auch sehr viele +Blinde und solche an, die mehr oder weniger an den Augen +litten. I. R. Forster macht bei dieser Gelegenheit (im 13. +B. Magazins S. 171 und 172) die Anmerkung: in allen +Landern, welche viele Salzseen, Salzquellen u. s. w. haben, +wachsen Pflanzen, die mit Salztheilchen angefüllt sind. Wenn +nun solche Pflanzen absterben oder wenn sie die dort wohnenden +Hirtenvölker abbrennen, so wird die Salztheilchen zerlegt, +indem die Salzfäure durch das Feuer und die brennbaren Theile +verflüchtigt und in die Luft getrieben wird, da hingegen die +Theile von Mineralwasser zurufbleiben. Diese sind außerst fein +und leicht und steigen daher nun naturlicher Weise mit jedem +Winde in Staubwolken auf, füllen die ganze Luft an und +bedecken den Boden so wie alle darin wachsenden Pflanzen mit +einem alkalischen Staube. Auch bei ruhiger Luft steigt dieser, +wenn Menschen oder Thiere den Boden betreten, in Wolken +auf und füllt den Mund, die Nase, ja selbst die Luftröhre, +den Schlund und vorzüglich die Augen mit seinen ätzenden +alkalischen Theilen. Diese erregen Durst, Reiz und zuletzt +Inflammation, im Halse Wunden, am Gaumen und an der +Zunge Erhitzung und gefährliche Entzündung der Augen, welche +oft ganzliche Blindheit verursacht. Bisweilen stellen diese +alkalischen Theile durch ihren immer wiederholten Reiz den +Augen auch Phantome von gar nicht vorhandenen Dingen +dar, so dass man bezaubert zu sein glaubt. In den russischen +Steppen ist wegen des weniger heißen Klimas die Wirkung nicht +so stark und gefährlich; doch empfindet man sie in der Gegend +zwischen der Wolga und dem Ural (Fjal) schon sehr merkich. +In Ägypten und in den daneben liegenden Wüsten muss +sie schon befürchteter und allgemeiner sein; am allerstärksten ist +sie aber unstreitig in dem Innern von Afrika, wo es ungeheure +Wüsten ohne Wasser gibt." +Z166069305,313,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000313/full/full/0/native.jpg,"Unter die Ursachen einer ro haufigen Blindheit zu +Rairo und in allen grosen Stadten mus auch das of +tere Besprengen der Hauser und der Strasen rechnen. +Um die Sise zu masigen, giest man mehrmals den Tag +uber eine grose Menge Wasser herum. Da die Erde +( denn die Strasen sind nicht gepflastert) auserordentlich +erhist ist, so steigen nach diefem Besprengen nitrore +und entflammte Dunfte in die hohe, die den Augen schad- +lich find. Als ich von meiner Augenkrankheit geheilt war, +waren meine Augen sehr gefchwacht, und ich bemerkte, +das ich allemal, wenn man die Erde oder die Galerie +besprengte, unter welcher ich mich aufhielt, Schmerzen +in den Yugen empfand, und auf einige Augenblicke das +Sehen verlor. Diese Bemerkung ist, wie ich glaube, +noch nie gemacht worden. Man kann nicht daran zweis +feln, das das Wasser, wenn man mit demselben mehrs +mals im Ueberfluffe einen gluhenden Boden, der viele +Salztheile enthalt, besprengt, Tcharfe Dunfte emporhebe, +die man als eine von den vorzuglichsten Ursachen der Blinde +heit ansehen kann. +Es giebt aber noch einige Nebenurfachen, die jezt die +Augenkrankheiten haufiger als bei den alten Negyptern +machen, wie z. B. die schlechte Beschaffenheit der Nah. +rungsmittel, die die jetzigen Einwohner geniesen, und +die den Saften eine gewisse Scharfe geben, woraus noth- +wendiger Weise mehrere Krankheiten und besonders Augene +beschwerden entstehen, und auch der ausschweifende Hang +zu Vergnugungen, die felten Freuden der Liebe find*). +*) Multiplicatio coitus eft nocibilior tes oculo. Avicenus 3. C 5.","285 + +11 + +Unter die Urſachen einer ro häufigen Blindheit zu +Rairo und in allen großen Städten muß auch das of +tere Beſprengen der Häuſer und der Straßen rechnen. +Um die Siße zu måßigen, gießt man mehrmals den Tag +über eine große Menge Waſſer herum. Da die Erde +( denn die Straßen ſind nicht gepflaſtert) außerordentlich +erhist iſt, ſo ſteigen nach diefem Beſprengen nitrore +und entflammte Dünfte in die hohe, die den Augen ſchad- +lich find. Als ich von meiner Augenkrankheit geheilt war, +waren meine Augen ſehr gefchwacht, und ich bemerkte, +daß ich allemal, wenn man die Erde oder die Galerie +beſprengte, unter welcher ich mich aufhielt, Schmerzen +in den Yugen empfand, und auf einige Augenblicke das +Sehen verlor. Dieſe Bemerkung iſt, wie ich glaube, +noch nie gemacht worden. Man kann nicht daran zweis +feln, daß das Waſſer, wenn man mit demſelben mehrs +mals im Ueberfluffe einen glühenden Boden, der viele +Salztheile enthält, beſprengt, Tcharfe Dünfte emporhebe, +die man als eine von den vorzüglichſten Urſachen der Blinde +heit anſehen kann. + +19 + +Es giebt aber noch einige Nebenurfachen, die jezt die +Augenkrankheiten häufiger als bei den alten Negyptern +machen, wie z. B. die ſchlechte Beſchaffenheit der Nah. +rungsmittel, die die jetzigen Einwohner genießen, und +die den Säften eine gewiſſe Schårfe geben, woraus noth- +wendiger Weiſe mehrere Krankheiten und beſonders Augene +beſchwerden entſtehen, und auch der ausſchweifende Hang +zu Vergnügungen, die felten Freuden der Liebe find*). + +*) Multiplicatio coitus eft nocibilior tes oculo. Avicenus 3. C 5. + + +","Unter die Ursachen einer sehr häufigen Blindheit zu Rairo und in allen großen Städten muss auch das öftere Besprengen der Häuser und der Straßen gerechnet werden. Um die Hitze zu mildern, giess man mehrmals den Tag über eine große Menge Wasser herum. Da die Erde (denn die Straßen sind nicht gepflastert) außerordentlich erhitzt ist, so steigen nach dem Besprengen nitrose und entflammte Dunste in die Höhe, die den Augen schädlich finden. Als ich von meiner Augenkrankheit geheilt war, waren meine Augen sehr geschwächt, und ich bemerkte, dass ich allemal, wenn man die Erde oder die Galerie besprengte, unter welcher ich mich aufhielt, Schmerzen in den Augen empfand, und auf einige Augenblicke das Sehen verlor. Diese Bemerkung ist, wie ich glaube, noch nie gemacht worden. + +Man kann nicht daran zweifeln, dass das Wasser, wenn man mit demselben mehrmals im Überfluss einen glühenden Boden, der viele Salztheile enthält, besprengt, scharfe Dunste emporhebt, die man als eine von den vorzüglichsten Ursachen der Blindheit ansehen kann. + +Es gibt aber noch einige Nebenursachen, die jetzo die Augenkrankheiten häufiger als bei den alten Ägyptern machen, wie z. B. die schlechte Beschaffenheit der Nahrungsmittel, die die jetzigen Einwohner genießen, und die den Säften eine gewisse Schärfe geben, woraus notwendiger Weise mehrere Krankheiten und besonders Augenbeschwerden entstehen, und auch der ausschweifende Hang zu Vergnügungen, die oft Freuden der Liebe finden. Multiplicatio coitus est nocibilior oculis. Avicenus 3. C. 5." +Z166069305,314,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000314/full/full/0/native.jpg,"Na trag +a u dem +zwei und zwanzigsten Capitel +Bon dem Ueberseker. +Von dem Einflus des agyptischen Climas auf die +Gesundheit der Einwohner: von dem Burger Olivier, +Associe des Nationalinstitutes*). +Wenn man den Boden pon Miederagopten mit +Seen, moraften, Candlen und stehenden Waffern bedeft +flebt, so ist man geneigt, dieres land fur eine Duelic +ansteckender Scuchen und groser Sterblichkeit zu halten: +indessen abar beweist eine lange Erfahrung das Gegenta +theil davon. Die Griechen und Rfmer haben sich +niemals uber das Clima von Aegypten beschtpert. Heut +zu Tage geniesen daselbst nicht allein die Copten und +die Araber einer dauerhaften Gesundheit, sondern +auch selbst der Europaer und der Mammel.ut findi +*) 3d habe diesen interessanten Auffaz, der mit dem vorheta +gebenden Capitel einen und denselben Gegenstand behandelt, +aus d. Magaz. encyclop. N. 3. I. Mellid an 7 uberfezt. Der +B. Olivier ist erst zu Ende des vorigen Jahres aus* ego pa +ten, dem turkira en usien, Arabien und Persien +zururgekommen, wo er auf Kosten der jerigen franz. Viegierung +mehrere Jahre lang gereist ist. +Der Ueberseber.","286 + +Na trag + +å u dem + +zwei und zwanzigſten Capitel + +Bon dem Ueberſeker. + +24 + +Von dem Einfluß des ágyptiſchen Climas auf die +Geſundheit der Einwohner: von dem Bürger Olivier, + +Aſſocié des Nationalinſtitutes*). + +be + +he + +Wenn man den Boden pon Miederågopten mit +Šeen, moraften, Candlen und ſtehenden Waffern bedeft +flebt, ſo iſt man geneigt, dieres land für eine Duelic +anſteckender Scuchen und großer Sterblichkeit zu halten: +indeſſen abar beweiſt eine lange Erfahrung das Gegenta +theil davon. Die Griechen und Rfmer haben ſich +niemals über das Clima von Aegypten beſchtpert. Heut +zu Tage genießen daſelbſt nicht allein die Copten und +die Araber einer dauerhaften Geſundheit, ſondern +auch ſelbſt der Europäer und der Mammel.ut findi + +IN +ผู้ + +1 + +*) 3d habe dieſen intereſſanten Auffaz, der mit dem vorheta + +gebenden Capitel einen und denſelben Gegenſtand behandelt, +aus d. Magaz. encyclop. N. 3. I. Mellid an 7 úberfezt. Der +B. Olivier iſt erſt zu Ende des vorigen Jahres auß* ego pa +ten, dem türkira en uſien, Arabien und Perſien +zurürgekommen, wo er auf Koſten der jerigen franz. Viegierung +mehrere Jahre lang gereiſt iſt. + +Der Ueberſeber. + + +","Na trag +a u dem +zwei und zwanzigsten Capitel +Von dem Uebersetzer. + +Von dem Einflus des ägyptischen Climas auf die Gesundheit der Einwohner: von dem Burger Olivier, Associe des Nationalinstitutes*). + +Wenn man den Boden von Mittelägypten mit Seen, Morästen, Candel und stehenden Waffen bedeckt fleht, so ist man geneigt, dieses Land für eine Düllheit ansteckender Seuchen und großer Sterblichkeit zu halten: indessen aber beweist eine lange Erfahrung das Gegenteil davon. Die Griechen und Römer haben sich niemals über das Clima von Ägypten beschwert. Heute zu Tage genießen dasselbst nicht allein die Copten und die Araber einer dauerhaften Gesundheit, sondern auch selbst die Europäer und die Mameluken finden + +*) 3d habe diesen interessanten Aufsatz, der mit dem vorhergehenden Capitel einen und denselben Gegenstand behandelt, aus d. Magaz. encyclop. N. 3. I. Mellid an 7 überfezt. Der B. Olivier ist erst zu Ende des vorigen Jahres aus seinem großen, den türkischen, arabien, und Persien umfassenden Reise zurückgekommen, wo er auf Kosten der jetzigen französischen Regierung mehrere Jahre lang gereist ist. + +Der Uebersetzer." +Z166069305,315,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000315/full/full/0/native.jpg,"nur den gewohnlichen Uebeln der menschlichen Natur +guggerezt: fie leben daselbst eben so lange als in den +von der Natur am meisten begunstigten Gegenden +Europens. +Wahrend meines Aufenthaltes in Negypten, habe +id nichts vernachlafigt, um die Ursache von der gesune +den Luft zu entdecken, da der Hoden einen so grosen +Feuerheer) von Krankheiten darstellt. Es fchien mir +ausgemacht zu seyn, das die tddtlichen Gasarten, die die +stehenden Waffer erzeugen, durch die trofne und heise +Puft aus der Wuste, die den grosten Theil von A egy ps +ten umringt, verbessert und von einer falzigen, nitrosen +and salpetrigen Sabstanz, die in der Luft verbreitet ist, +verschlungen oder unwirksam gemacht werden. Dhne +Zweifel tragen auch die Nordivinde, die einen grosen Theil +des Jahres uber wehen, zur Gesundheit der Luft bei, in- +dem fie diese nach Oberagypten hinauf treiben, und +fle unaufhorlid) erneuern; aber sie allein wurden die faulen +und fchadlichen Ausdunstungen der stehenden Baffer +nicht ganglich verbessern konnen, die nothwendiger Weise +gefahrliche Krankheiten, vorzuglich im Herbste verursachen +wurden, wo dieser Wind seltener weht, und wo diese, +Husdunstungen in groser Menge vorhanden find. +Diese salzige Substanz, wovon ich ro eben gesprochen +babe, ist in solchem Ueberflusse vorhanden, das fie fich +allenthalben ansezt, und an verschiedenen Orten crystalli- +firt. Die Oberflache des Bodens ift start damit geo +schwangert. Die obgleich sehr seltenen Regen ziehen sie +in die Seen und Moraste mit fort, wo sie die Einwohner +alle Jahre nach der ganzlichen oder theilweisen Verdun. +ftung des Wassers wieder heraus hohlen. Im Handel +ift fte unter dem Numen Natrum bekannt. +Diese in der Luft verbreiteten Salze greifen die +Sunge auf teine Weise an. Die Lungensucht, die auf den","287 + +nur den gewohnlichen Uebeln der menſchlichen Natur +guggerezt: fie leben daſelbſt eben ſo lange als in den +von der Natur am meiſten begünſtigten Gegenden +Europens. + +2 + +Während meines Aufenthaltes in Negypten, habe +id nichts vernachläfigt, um die Urſache von der geſune +den Luft zu entdecken, da der Hoden einen ſo großen +Feuerheer) von Krankheiten darſtellt. Es fchien mir +ausgemacht zu ſeyn, daß die tddtlichen Gasarten, die die +ſtehenden Waffer erzeugen, durch die trofne und heiße +Puft aus der Wüſte, die den großten Theil von A egy ps +ten umringt, verbeſſert und von einer falzigen, nitróſen +and ſalpetrigen Sabſtanz, die in der Luft verbreitet iſt, +verſchlungen oder unwirkſam gemacht werden. Dhne +Zweifel tragen auch die Nordivinde, die einen großen Theil +des Jahres über wehen, zur Geſundheit der Luft bei, in- +dem fie dieſe nach Oberägypten hinauf treiben, und +fle unaufhörlid) erneuern; aber ſie allein würden die faulen +und fchädlichen Ausdunſtungen der ſtehenden Baffer +nicht gånglich verbeſſern können, die nothwendiger Weiſe +gefährliche Krankheiten, vorzüglich im Herbſte verurſachen +würden, wo dieſer Wind ſeltener weht, und wo dieſe, +Husdunſtungen in großer Menge vorhanden find. + +1 + +Dieſe ſalzige Subſtanz, wovon ich ro eben geſprochen +babe, iſt in ſolchem Ueberfluſſe vorhanden, daß fie fich +allenthalben anſezt, und an verſchiedenen Orten cryſtalli- +firt. Die Oberfläche des Bodens ift ſtart damit geo +ſchwangert. Die obgleich ſehr ſeltenen Regen ziehen ſie +in die Seen und Moråſte mit fort, wo ſie die Einwohner +alle Jahre nach der gånzlichen oder theilweiſen Verdün. +ftung des Waſſers wieder heraus hohlen. Im Handel +ift fte unter dem Numen Natrum bekannt. + +Dieſe in der Luft verbreiteten Salze greifen die +Sunge auf teine Weiſe an. Die Lungenſucht, die auf den + + +","nur den gewöhnlichen Übeln der menschlichen Natur +guggerezt: sie leben daselbst ebenso lange als in den von der Natur am meisten begünstigten Gegenden Europens. + +Während meines Aufenthaltes in Ägypten, habe ich nichts vernachlässigt, um die Ursache von der gesunden Luft zu entdecken, da der Boden einen so großen Feuerherd von Krankheiten darstellt. Es schien mir ausgemacht zu sein, dass die tödlichen Gasarten, die die stehenden Wässer erzeugen, durch die trockene und heiße Pust aus der Wüste, die den größten Teil Ägyptens umringt, verbessert und von einer falszigen, nitrosen und salpetrigen Substanz, die in der Luft verbreitet ist, verschlungen oder unwirksam gemacht werden. Diese Zweifel tragen auch die Nordwinde, die einen großen Teil des Jahres über wehen, zur Gesundheit der Luft bei, indem sie diese nach Oberägypten hinauf treiben, und sie unaufhörlich erneuern; aber sie allein würden die faulen und schädlichen Ausdünstungen der stehenden Wässer nicht gangbar verbessern können, die notwendigerweise gefährliche Krankheiten, vorzüglich im Herbst verursachen würden, wo dieser Wind seltener weht, und wo diese Ausdünstungen in großer Menge vorhanden sind. + +Diese salzige Substanz, wovon ich so eben gesprochen habe, ist in solchem Überflusse vorhanden, dass sie sich allenthalben ansetzt, und an verschiedenen Orten kristallisiert. Die Oberfläche des Bodens ist stark damit geschwängert. Die obgleich sehr seltenen Regen ziehen sie in die Seen und Moräste mit fort, wo sie die Einwohner alle Jahre nach der gänzlichen oder teilweisen Verdunstung des Wassers wieder heraus holen. Im Handel ist sie unter dem Namen Natrum bekannt. + +Diese in der Luft verbreiteten Salze greifen die Säfte auf eine Weise an. Die Lungensucht, die auf den" +Z166069305,316,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000316/full/full/0/native.jpg,"Inseln des Archipelagus und in Griechenland +gemein ist, ist in degypten fast ganz unbekannt, +entiveder weil diese Salze dieses Organ nicht angreifen +konnen, oder weil die Natur mit ihnen eine andere Subs +stanz in Verbindung bringt, die das Nachtheilige derselben +wegschaft. Dies ist aber nicht der Fall mit ihrer Einwir. +kung auf das zarte Drgan des Gesichts. Ich schreibe +ihnen die haufigen Augenkrankheiten zu, die in Aegyps +ten herrschen, und die oft Blindheit bewirken. Mit uns +recht haben einige Schriftsteller den feinen Sand, den +die Sudwinde mandimal in der Luft verbreiten, als die +Ursachen von den Augenkrankheiten angesehen; aber diese +feltene und nur einen Augenblik dauernde Ursache wurde +nicht im Stande feyn, diese langsamen und hartnackigen +Entzundungen, die sich das ganze Jahr uber zeigen, hemie +vorzubringen. +Ich habe dieselbe Krankheit in Berrien bemerkt, +wo die Winde leg.yptens unbekannt sind, und wo die +Atmosphare niemals mit einem feinen und klaren Sande, +angefullt ist: aber in Persien, wie in Aegypten, ent- +halt die Luft eine falzige Substanz, deren ftete und in +unterbrochene Wirkung auf das Organ des Schens fichts +bar ist, und deren Gegenwart sich allenthalben offenbart. +Einige Reisende haben auch die Ursache von der +Blindheit in Negypten in der Gewohnheit der Eins +wohner, auf den Serraffen der Hauser zu schlafen, zu fins +den geglaubt, allein die Heivohner einiger Inseln des +Archipelagus, Syriens, Mesopotamiens, Aras +biens schlafen auch, daselbst, und verspuren gleichwohl +nichts von Augenentzundungen. Uebrigens greift diese +Krankheit wenige Personen auf einmal an, und sie wirft +so langsam, das man sich durch Waschen oder durch eine +auswartige Reise leicht dagegen verwahren, oder sie in +ihrem Gange aufhalten kann.","288 + +Inſeln des Archipelagus und in Griechenland +gemein iſt, iſt in degypten faſt ganz unbekannt, +entiveder weil dieſe Salze dieſes Organ nicht angreifen +können, oder weil die Natur mit ihnen eine andere Subs +ſtanz in Verbindung bringt, die das Nachtheilige derſelben +wegſchaft. Dies iſt aber nicht der Fall mit ihrer Einwir. +kung auf das zarte Drgan des Geſichts. Ich ſchreibe +ihnen die häufigen Augenkrankheiten zu, die in Aegyps +ten herrſchen, und die oft Blindheit bewirken. Mit uns +recht haben einige Schriftſteller den feinen Sand, den +die Südwinde mandimal in der Luft verbreiten, als die +Urſachen von den Augenkrankheiten angeſehen; aber dieſe +feltene und nur einen Augenblik dauernde Urſache würde +nicht im Stande feyn, dieſe langſamen und hartnåckigen +Entzündungen, die ſich das ganze Jahr über zeigen, hemie +vorzubringen. + +> + +1 + +Ich habe dieſelbe Krankheit in Berrien bemerkt, +wo die Winde leg.yptens unbekannt ſind, und wo die +Atmoſphäre niemals mit einem feinen und klaren Sande, +angefüllt iſt: aber in Perſien, wie in Aegypten, ent- +hålt die Luft eine falzige Subſtanz, deren ftete und in +unterbrochene Wirkung auf das Organ des Schens fichts +bar iſt, und deren Gegenwart ſich allenthalben offenbart. + +1 + +Einige Reiſende haben auch die Urſache von der +Blindheit in Negypten in der Gewohnheit der Eins +wohner, auf den Serraffen der Häuſer zu ſchlafen, zu fins +den geglaubt, allein die Heivohner einiger Inſeln des +Archipelagus, Syriens, Mesopotamiens, Aras +biens ſchlafen auch, daſelbſt, und verſpüren gleichwohl +nichts von Augenentzündungen. Uebrigens greift dieſe +Krankheit wenige Perſonen auf einmal an, und ſie wirft +ſo langſam, daß man ſich durch Waſchen oder durch eine +auswärtige Reiſe leicht dagegen verwahren, oder ſie in +ihrem Gange aufhalten kann. + + +","Inseln des Archipelagus und in Griechenland gemeinsam ist, ist in Ägypten fast ganz unbekannt, entweder weil diese Salze dieses Organ nicht angreifen können, oder weil die Natur mit ihnen eine andere Substanz in Verbindung bringt, die das Nachteilige derselben wegschaft. Dies ist aber nicht der Fall mit ihrer Einwirkung auf das zarte Organ des Gesichts. Ich schreibe ihnen die häufigen Augenkrankheiten zu, die in Ägypten herrschen, und die oft Blindheit bewirken. Mit Unrecht haben einige Schriftsteller den feinen Sand, den die Südwinde manchmal in der Luft verbreiten, als die Ursachen von den Augenkrankheiten angesehen; aber diese flüchtige und nur einen Augenblick dauernde Ursache würde nicht im Stande sein, diese langsamen und hartnäckigen Entzündungen, die sich das ganze Jahr über zeigen, hervorzubringen. + +Ich habe dieselbe Krankheit in Berrien bemerkt, wo die Winde Ägyptens unbekannt sind, und wo die Atmosphäre niemals mit einem feinen und klaren Sande angfüllt ist; aber in Persien, wie in Ägypten, enthält die Luft eine falzige Substanz, deren stete und ununterbrochene Wirkung auf das Organ des Sehens sichtbar ist, und deren Gegenwart sich allenthalben offenbart. + +Einige Reisende haben auch die Ursache von der Blindheit in Ägypten in der Gewohnheit der Einwohner, auf den Dachräumen der Häuser zu schlafen, zu finden geglaubt; allein die Einwohner einiger Inseln des Archipelagus, Syriens, Mesopotamiens, Arabiens schlafen auch daselbst, und verspüren gleichwohl nichts von Augenentzündungen. Uebrigens greift diese Krankheit wenige Personen auf einmal an, und sie wirft so langsam, dass man sich durch Waschen oder durch eine auswärtige Reise leicht dagegen verwahren, oder sie in ihrem Gange aufhalten kann." +Z166069305,317,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000317/full/full/0/native.jpg,"Eine in ihren Wirkungen schreklichere Krankheit +zeigt sich manchmal in Aegypten und l'afft einen Theil +Reiner Einwohner hinweg. Die Pest richtet wahrend der +drei gemasigteit Jahreszeiten mehr oder wenig grose +Verwustung? il an und verschwindet jedesmal wahrend +der starken Sommerhibe. +Man weis aus Erfahrungen, das diese grausame +Krankheit ihren Ursprung nicht in Aegypten hat und +das fie faft in mer dahin von Conftantinopel mit +Pelzwerk gebracht wird, das man jahrlich nach Alexan- +drien schafft. Die franzdfische Regierung wird ohne +Zweifel nicht ermangeln, zum Wohle der Einwohner +die Einfuhr einer fur sie so gefahrlichen Waare in ein +Land zu verbieten, wo fie wegen 068 milden Climas +ubrigens unnuz und far Frankreich Luchhandel +nachtheilig ist. +Da es bei denjenigen, die in der Levante gewohnt +haben, ausgemacht zu seyn scheint, das die Luft die Pert +nicht fortpflanzt und das man unmittelbar einen Pesta +franken oder eine angestekte Waare beruhren mas, wenn +mau davon befallen werden foll, so werden die Frans +zoren in Aegypten nicht von derfelben angeftefe +werden, weil fie deshalb die gehdrigen Vorsichtsniaafres +geln ergreifen werden. Noch mehr, sie werden durch die +Errichtung von Lazarethen dieser Krankheit vorbeugen, +das sie nicht mehr in's land koinme und sich unter den +Einwohnern fortpflanze. +Der Aussaz( lepre) ist auserordentlich reiten und +zeigt sich hier nicht unter dem haslichen Bilde, das er in +den Inseln des Archipelagus vorstellt. Die Unter. +suchungen, die ich daruber angestellt habe, haben nicht +vollstandig seyn konnen; aber es hat mir geschienen, als +wenn die kleine Anzahl von Ausrakigen, die man in +Sonnini Keifen ir ED.","289 + +Eine in ihren Wirkungen ſchreklichere Krankheit +zeigt ſich manchmal in Aegypten und l'afft einen Theil +Reiner Einwohner hinweg. Die Peſt richtet während der +drei gemäßigteit Jahreszeiten mehr oder wenig große +Verwüſtung? il an und verſchwindet jedesmal während +der ſtarken Sommerhibe. + +Man weiß aus Erfahrungen, daß dieſe grauſame +Krankheit ihren Urſprung nicht in Aegypten hat und +daß fie faft in mer dahin von Conftantinopel mit +Pelzwerk gebracht wird, das man jährlich nach Alexan- +drien ſchafft. Die franzdfiſche Regierung wird ohne +Zweifel nicht ermangeln, zum Wohle der Einwohner +die Einfuhr einer für ſie ſo gefährlichen Waare in ein +Land zu verbieten, wo fie wegen 068 milden Climas +übrigens unnůz und får Frankreich Luchhandel +nachtheilig iſt. + +Da es bei denjenigen, die in der Levante gewohnt +haben, ausgemacht zu ſeyn ſcheint, daß die Luft die Pert +nicht fortpflanzt und daß man unmittelbar einen Peſta +franken oder eine angeſtekte Waare berühren maß, wenn +mau davon befallen werden foll, ſo werden die Frans +zoren in Aegypten nicht von derfelben angeftefe +werden, weil fie deshalb die gehdrigen Vorſichtsniaafres +geln ergreifen werden. Noch mehr, ſie werden durch die +Errichtung von Lazarethen dieſer Krankheit vorbeugen, +daß ſie nicht mehr in's land koinme und ſich unter den +Einwohnern fortpflanze. + +Der Ausſaz( lepre) iſt außerordentlich reiten und +zeigt ſich hier nicht unter dem håßlichen Bilde, das er in +den Inſeln des Archipelagus vorſtellt. Die Unter. +ſuchungen, die ich darüber angeſtellt habe, haben nicht +vollſtändig ſeyn können; aber es hat mir geſchienen, als +wenn die kleine Anzahl von Ausråkigen, die man in + +Sonnini Keifen ir ED. + +be + + +","Eine in ihren Wirkungen schrecklichere Krankheit zeigt sich manchmal in Ägypten und rafft einen Teil der Einwohner hinweg. Die Pest richtet während der drei gemäßigten Jahreszeiten mehr oder weniger große Verwüstung an und verschwindet jedesmal während der starken Sommerhitze. + +Man weiß aus Erfahrungen, dass diese grausame Krankheit ihren Ursprung nicht in Ägypten hat und dass sie von Konstantinopel mit Pelzwerk gebracht wird, das man jährlich nach Alexandrien schafft. Die französische Regierung wird ohne Zweifel nicht ermangeln, zum Wohle der Einwohner die Einfuhr einer für sie so gefährlichen Ware in ein Land zu verbieten, wo sie wegen des milden Klimas übrigens unnütz und für Frankreich nachteilig ist. + +Da es bei denjenigen, die in der Levante gewohnt haben, ausgemacht zu sein scheint, dass die Luft die Pest nicht fortplant und dass man unmittelbar einen Pestafranken oder eine angesteckte Ware berühren muss, wenn man davon befallen werden soll, so werden die Franzosen in Ägypten nicht von derselben angefert werden, weil sie deshalb die gehörigen Vorsichtsmaßregeln ergreifen werden. Noch mehr, sie werden durch die Errichtung von Lazaretten dieser Krankheit vorbeugen, dass sie nicht mehr ins Land kommen und sich unter den Einwohnern fortpflanzen. + +Der Aussatz (Lepra) ist außerordentlich selten und zeigt sich hier nicht unter dem hässlichen Bilde, das er in den Inseln des Archipelagus vorstellt. Die Untersuchungen, die ich darüber angestellt habe, haben nicht vollständig sein können; aber es hat mir geschienen, als wenn die kleine Anzahl von Ausgerückten, die man in Ägypten findet," +Z166069305,318,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000318/full/full/0/native.jpg,"Aegypten antrift, daselbst nicht Einheimische waren, +das die Griechen gewohnlicher als die Ma ho mine +daner von dieser Krankheit befallen wurden und das +es kein Beispiel giebt, das ein Euro pa er den Aussaz +bekommen habe. Er scheint die Folge von einer schlechten +Diat und besonders von einem bestandigen Gebrauche +gesalzener Fische zu seyn. +Die intermittirenden und nachlaffenden Gallfieber, +die in morastigen Landern so gemein find, find in +Aegypten, selbst in der Nachbarschaft der Reiflander, +beinahe unbekannt. Das hisige Fieber, das man etwas +baufiger in Oberasypten als in Nieder a gypten +verspurt, heilt man durch Bader, zertheilende und fuhs +lende Mittel und beugt ihnen durch Ruhe, Bader, +masigen Gebrauch von Fruchten und durch eine vegeta- +bilische Diat vor. Die Ruhr nimmt' selten einen gefahr: +lichen Charakter an, weil sie am haufigsten durch den +unmasigen Gebrauch verschiedener Fruchte, die noch nicht +reif find, verursacht wird. +Der Winter ist in Aegypten Fehr gelinde und +fehr gesund: man fieht daher daselbst auch nicht so haufig, +als in Europa, Schnupfen und Fluffe. Das R e'a u. +m ur fdye Thermometer zeigte zu Alexandrien in +der Nacht niemals weniger als rechs bis sieben Grad +Warme. Die Winde find in dieser Jahreszeit veran- +derlich. Die Sudminde find trocken, ziemlich frisch und +werden nicht fur ungesund gehalten. Die Nord- und +Westwinde find gesund, falt und feucht. Die Ostwinde +sind sehr selten und zeigen fich niemals auser zur Fruh- +lingsnachtgleiche. Sie verursachen alsdann Kopfiveh +' und machen den Menschen weniger zum Arbeiten aufgelegt. +Sie wurden gefahrlich fern und ernstliche Krankheiten, +porzuglich Schlagfluffe hervorbringen, wenn sie sfterer +webeten. Auch wehet manchmal wahrend der 25 Tage","290 + +Aegypten antrift, daſelbſt nicht Einheimiſche waren, +daß die Griechen gewöhnlicher als die Ma ho mine +daner von dieſer Krankheit befallen würden und daß +es kein Beiſpiel giebt, daß ein Euro på er den Ausſaz +bekommen habe. Er ſcheint die Folge von einer ſchlechten +Diät und beſonders von einem beſtåndigen Gebrauche +geſalzener Fiſche zu ſeyn. + +Die intermittirenden und nachlaffenden Gallfieber, +die in moråſtigen Ländern ſo gemein find, find in +Aegypten, ſelbſt in der Nachbarſchaft der Reifländer, +beinahe unbekannt. Das hißige Fieber, das man etwas +båufiger in Oberåsypten als in Nieder å gypten +verſpürt, heilt man durch Båder, zertheilende und fühs +lende Mittel und beugt ihnen durch Ruhe, Båder, +måßigen Gebrauch von Früchten und durch eine vegeta- +biliſche Diåt vor. Die Ruhr nimmt' ſelten einen gefähr: +lichen Charakter an, weil ſie am häufigſten durch den +unmaßigen Gebrauch verſchiedener Früchte, die noch nicht +reif find, verurſacht wird. + +, + +Der Winter iſt in Aegypten Fehr gelinde und +fehr geſund: man fieht daher daſelbſt auch nicht ſo häufig, +als in Europa, Schnupfen und Flüffe. Das R e'a u. +m úr fdye Thermometer zeigte zu Alexandrien in +der Nacht niemals weniger als rechs bis ſieben Grad +Wärme. Die Winde find in dieſer Jahreszeit verán- +derlich. Die Südminde find trocken, ziemlich friſch und +werden nicht für ungeſund gehalten. Die Nord- und +Weſtwinde find geſund, falt und feucht. Die Oſtwinde +ſind ſehr ſelten und zeigen fich niemals außer zur Früh- +lingsnachtgleiche. Sie verurſachen alsdann Kopfiveh +' und machen den Menſchen weniger zum Arbeiten aufgelegt. +Sie würden gefährlich fern und ernſtliche Krankheiten, +porzüglich Schlagflůffe hervorbringen, wenn ſie sfterer +webeten. Auch wehet manchmal während der 25 Tage + + +","Aegypten antritt, daselbst nicht Einheimische waren, das die Griechen gewöhnlicher als die Mauren von dieser Krankheit befallen wurden und dass es kein Beispiel gibt, das ein Europäer den Aussatz bekommen habe. Er scheint die Folge von einer schlechten Diät und besonders von einem beständigen Gebrauche gesalzener Fische zu sein. + +Die intermittierenden und nachlassenden Gallfieber, die in morastigen Ländern so gemein finden, finden in Aegypten, selbst in der Nachbarschaft der Reisfelder, beinahe unbekannt. Das heisige Fieber, das man etwas häufiger in Oberägypten als in Niederägypten verspürt, heilt man durch Bäder, zertheilende und föhrende Mittel und beugt ihnen durch Ruhe, Bäder, mäßigen Gebrauch von Früchten und durch eine vegetabilische Diät vor. Die Ruhr nimmt selten einen gefährlichen Charakter an, weil sie am häufigsten durch den unmaßigen Gebrauch verschiedener Früchte, die noch nicht reif finden, verursacht wird. + +Der Winter ist in Aegypten sehr gelinde und sehr gesund; man fürchtet daher daselbst auch nicht so häufig, als in Europa, Schnupfen und Flüsse. Das Réaumur'sche Thermometer zeigte zu Alexandrien in der Nacht niemals weniger als sechs bis sieben Grad Wärme. Die Winde finden in dieser Jahreszeit veränderlich. Die Südwinde finden trocken, ziemlich frisch und werden nicht für ungesund gehalten. Die Nord- und Westwinde finden gesund, halt und feucht. Die Ostwinde sind sehr selten und zeigen sich niemals außer zur Frühlingsnachtgleiche. Sie verursachen alsdann Kopfschmer und machen den Menschen weniger zum Arbeiten aufgelegt. Sie würden gefährlich fern und ernstliche Krankheiten, vorzüglich Schlagflüsse hervorbringen, wenn sie stärker wehten. Auch weht manchmal während der 25 Tage" +Z166069305,319,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000319/full/full/0/native.jpg,"vor der Fruhlingsnachtgleiche und 25 Tage nach derfelben +einen, zwei bis drei Tage lang ein heifer, ungefunder +und unangenehner Sudwestwind, der die Atmosphare +verdunkelt, die Luft austrofnet, ihr die Schnellkraft +raubt und sie folglich zum Einathmen weniger tauglich +mad) t. Das Thermometer steigt wahrend seiner Dauer +von sechzehn, achtzehn und zwanzig Grad bis zu dreisig, +Techs und dreisig, ja bis zu acht und dreisig Graden. +Einige Reisende haben diesen Pind mit jenem der: +wechselt, der sich, ob wohl felten, in den zwei bis drei +heisesten Monaten des Jahres in Yrabien, Meros +potamien und im fuidlichen Persien zeigt und der +Menden und Chiere auf der Stelle tootet, wenn sie +nicht die gehorige Vorsicht brauchen, ihn auszuweichen. +Allein die Ursache und die Wirkungen find bei den beiden +Minden nicht die namlichen, wie ich anderw.rts zeigen +werde. Sie wehen zu ganz verschiedenen Zeiten. Derjes +nige, den man in Aegypten verspurt, ist ein regels +masiger, ausgebreiteter und fortdauernder Wind; der +Andere aber ist unregelmasig, nimmt nur eine kleine +Strecke ein,/ kommt plozlich und ist kaum dem geubten. +Auge des Arabers sichtbar. +Der Fruhling ist in Negypten im Augemeinen +die am wenigsten gesunde Jahreszeit, und die Krankheiten +wurden alsdann noch haufiger feyn, wenn der Sudwind +ofterer wehete: aber Masigkeit, Ruhe wahrend der +Dauer dieses Windes und eine vegetabilische Nahrung +find fast immer zur Erhaltung der Gesundheit hinreichend. +Den Sommer uber rezt fich ein Nordnordwestwind +feft, der stets von neun oder zehn Uhr Morgens bis nach +Sounenuntergang anhalt. Er fuhlt die Luft so sehr ab, +das die gewoshnliche Hitze zu Alerandrien, Ra. +rchid und Damiat nicht mehr als funf und zwanzig","291 + +vor der Frühlingsnachtgleiche und 25 Tage nach derfelben +einen, zwei bis drei Tage lang ein heifer, ungefunder +und unangenehner Súdweſtwind, der die Atmoſphäre +verdunkelt, die Luft austrofnet, ihr die Schnellkraft +raubt und ſie folglich zum Einathmen weniger tauglich +mad) t. Das Thermometer ſteigt während ſeiner Dauer + +. +von ſechzehn, achtzehn und zwanzig Grad bis zu dreißig, +Techs und dreißig, ja bis zu acht und dreißig Graden. + +HI + +1 + +رز + +Einige Reiſende haben dieſen Pind mit jenem der: +wechſelt, der ſich, ob wohl felten, in den zwei bis drei +heißeſten Monaten des Jahres in Yrabien, Meros +potamien und im füidlichen Perſien zeigt und der +Menden und Chiere auf der Stelle tootet, wenn ſie +nicht die gehörige Vorſicht brauchen, ihn auszuweichen. +Allein die Urſache und die Wirkungen find bei den beiden +Minden nicht die nämlichen, wie ich anderw.rts zeigen +werde. Sie wehen zu ganz verſchiedenen Zeiten. Derjes +nige, den man in Aegypten verſpürt, iſt ein regels +måßiger, ausgebreiteter und fortdauernder Wind; der +Andere aber iſt unregelmäßig, nimmt nur eine kleine +Strecke ein,/ kommt plozlich und iſt kaum dem geübten. +Auge des Arabers ſichtbar. + +V + +Der Frühling iſt in Négypten im Augemeinen +die am wenigſten geſunde Jahreszeit, und die Krankheiten +würden alsdann noch häufiger feyn, wenn der Südwind +ofterer wehete: aber Máßigkeit, Ruhe während der +Dauer dieſes Windes und eine vegetabiliſche Nahrung +find faſt immer zur Erhaltung der Geſundheit hinreichend. + +Den Sommer über rezt fich ein Nordnordweſtwind +feft, der ſtets von neun oder zehn Uhr Morgens bis nach +Sounenuntergang anhålt. Er fühlt die Luft ſo ſehr ab, +daß die gewoshnliche Hitze zu Alerandrien, Ra. +rchid und Damiat nicht mehr als fünf und zwanzig + +22 + + +","Vor der Frühlingsnachtgleiche und 25 Tage nach derselben +einen, zwei bis drei Tage lang ein heftiger, ungeheurer +und unangenehmer Südwestwind, der die Atmosphäre +verdunkelt, die Luft austrocknet, ihr die Schnellkraft +raubt und sie folglich zum Einathmen weniger tauglich +macht. Das Thermometer steigt während seiner Dauer +von sechzehn, achtzehn und zwanzig Grad bis zu dreißig, +dreißig, ja bis zu achtunddreißig Graden. +Einige Reisende haben diesen Wind mit jenem der +Wüstenstürme verglichen, der sich, obwohl seltener, in den zwei bis drei +heißen Monaten des Jahres in Arabien, Mesopotamien und im südlichen Persien zeigt und der Menschen und Tiere auf der Stelle tötet, wenn sie nicht die gehörige Vorsicht brauchen, ihn auszuweichen. +Allein die Ursache und die Wirkungen finden bei den beiden +Winden nicht dieselben, wie ich anderwärts zeigen werde. Sie wehen zu ganz verschiedenen Zeiten. Derjenige, den man in Ägypten verspürt, ist ein regelmäßiger, ausgebreiteter und fortdauernder Wind; der andere aber ist unregelmäßig, nimmt nur eine kleine Strecke ein, kommt plötzlich und ist kaum dem geübten Auge des Arabers sichtbar. + +Der Frühling ist in Ägypten im Allgemeinen die am wenigsten gesunde Jahreszeit, und die Krankheiten würden alsdann noch häufiger sein, wenn der Südwind öfter wehete; aber Mäßigkeit, Ruhe während der Dauer dieses Windes und eine vegetabilische Nahrung finden fast immer zur Erhaltung der Gesundheit hinreichend. +Den Sommer über rezt sich ein Nordnordwestwind fest, der stets von neun oder zehn Uhr Morgens bis nach Sonnenuntergang anhält. Er kühlt die Luft so sehr ab, dass die gewöhnliche Hitze zu Alexandria, Rosette und Damiette nicht mehr als fünf-" +Z166069305,320,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000320/full/full/0/native.jpg,"bis sechs und zwanzig Grade betragt. Er verbreitet in +der Atmosphare an der Nordkuste cine solche grose Menge +von Feuchtigkeit, das man dieselbe von Sonnenunters +gange an in Gestalt eines feinen Regens herabfallen fieht. +Sen es nun, das der Nordwind zur Gesundheit der +Luft beitragt, indem er die Fige ma sigt und sie gleicher +macht, und indem er eine wohlthatige Feuchtigkeit vers +breitet und alle faulen schadlichen Aussiinstungen nach +Dber a sypten und nach den Wusten hin jagt, genug, +es ist gewis, das der Sommer sehr gesund ist und das +sich der Mensch immer wohlbefindet, wenn er nicht etwann +auzu unmasig ist, wenn er eine gnugsame Ausdunstung +oder einen leichten Schweis an seinem Korper unterhalt, +wenn er vegetabilische Speisen ist und wenn er einen +masigen Gebrauch von den saftreichen Fruchten des Lan- +des macht. +Zur Herbstnachtgleiche werden die Winde verander: +lich: indessen behalt der Nordwind immer noch die +Dberhand. Di. Nachte sind etwas frischer; aber bei +Lage bleibt es immer noch heist man fuhlt die vibe +sogar manchmal, sowohl wegen der haufigen Windstillen +als auch, weil der Sudwind von Zeit zu Zeit weht, +starker. In dieser Jahreszeit giebt es Faulfieber und +eine Art von ziemlich gefahrlichem Fieber, das man unsern +bosartigen Gefangnisfiebern gleichstellen konnte. Es +uberfallt gewohnlich schmache, ungesunde, unmasige und +solche Leute, die sich durch Ausschweifungen oder durch +eine vorhergehende Krankheit geschwacht haben. Die +Stur, die die Landesarzte in diesem Falle gebrauchen +und die blos in solchen, die Safte flusiger machenden +und fuhlenden Mitteln besteht, ist nicht hinreichend, ja +sogar schadlich. Die Franzosen werden bald einsehen +Jernen, das, man hier Mittel gebrauchen mus, die die +Lebenskraft starken und die Masse der Safte, die sich +offenbar zur Saulnis hinneigen, verbessern.","292 + +bis ſechs und zwanzig Grade beträgt. Er verbreitet in +der Atmoſphäre an der Nordküſte cine ſolche große Menge +von Feuchtigkeit, daß man dieſelbe von Sonnenunters +gange an in Geſtalt eines feinen Regens herabfallen fieht. + +Sen es nun, daß der Nordwind zur Geſundheit der +Luft beiträgt, indem er die Fige må sigt und ſie gleicher +macht, und indem er eine wohlthätige Feuchtigkeit vers +breitet und alle faulen ſchädlichen Aussiinſtungen nach +Dber å sypten und nach den Wüſten hin jagt, genug, +es iſt gewiß, daß der Sommer ſehr geſund iſt und daß +ſich der Menſch immer wohlbefindet, wenn er nicht etwann +auzu unmäßig iſt, wenn er eine gnugſame Ausdůnſtung +oder einen leichten Schweiß an ſeinem Körper unterhält, +wenn er vegetabiliſche Speiſen ißt und wenn er einen +mäßigen Gebrauch von den ſaftreichen Früchten des Lan- +des macht. + +Zur Herbſtnachtgleiche werden die Winde veränder: +lich: indeſſen behålt der Nordwind immer noch die +Dberhand. Di. Nächte ſind etwas friſcher; aber bei +Lage bleibt es immer noch heißt man fühlt die vibe +ſogar manchmal, ſowohl wegen der häufigen Windſtillen +als auch, weil der Südwind von Zeit zu Zeit weht, +ſtårker. In dieſer Jahreszeit giebt es Faulfieber und +eine Art von ziemlich gefährlichem Fieber, das man unſern +bösartigen Gefängnißfiebern gleichſtellen konnte. Es +überfällt gewohnlich ſchmache, ungeſunde, unmäßige und +ſolche Leute, die ſich durch Ausſchweifungen oder durch +eine vorhergehende Krankheit geſchwächt haben. Die +Stur, die die Landesärzte in dieſem Falle gebrauchen +und die bloß in ſolchen, die Säfte flüßiger machenden +und fühlenden Mitteln beſteht, iſt nicht hinreichend, ja +ſogar ſchädlich. Die Franzoſen werden bald einſehen +Jernen, daß, man hier Mittel gebrauchen muß, die die +Lebenskraft ſtårken und die Maſſe der Säfte, die ſich +offenbar zur Saulniß hinneigen, verbeſſern. + + +","Bis sechs und zwanzig Grade beträgt. Er verbreitet in der Atmosphäre an der Nordküste eine solche große Menge von Feuchtigkeit, dass man dieselbe von Sonnenuntergang an in Gestalt eines feinen Regens herabfallen sieht. + +Es nun, dass der Nordwind zur Gesundheit der Luft beiträgt, indem er die Fiege masaigt und sie gleichmacht, und indem er eine wohlthätige Feuchtigkeit verbreitet und alle faulen schädlichen Ausdünstungen nach Ägypten und nach den Wüsten hin jagt, genug, es ist gewiss, dass der Sommer sehr gesund ist und dass sich der Mensch immer wohlbefindet, wenn er nicht etwa zu unmaßig ist, wenn er eine gnugsame Ausdünstung oder einen leichten Schweiß an seinem Körper unterhält, wenn er vegetabilische Speisen ißt und wenn er einen mäßigen Gebrauch von den saftreichen Früchten des Landes macht. + +Zur Herbstnachtgleiche werden die Winde verändert: indessen behält der Nordwind immer noch die Oberhand. Die Nächte sind etwas frischer; aber bei Tage bleibt es immer noch heiß, man fühlt die Wärme sogar manchmal, sowohl wegen der häufigen Windstille als auch, weil der Südwind von Zeit zu Zeit weht, stärker. + +In dieser Jahreszeit gibt es Faulfieber und eine Art von ziemlich gefährlichem Fieber, das man unseren bosartigen Gefängnisfiebern gleichstellen könnte. Es überfällt gewöhnlich schwache, ungesunde, unmaßige und solche Leute, die sich durch Ausschweifungen oder durch eine vorhergehende Krankheit geschwächt haben. Die Kur, die die Landärzte in diesem Falle gebrauchen, und die bloß in solchen, die Säfte flüssiger machenden und fühlenden Mitteln besteht, ist nicht hinreichend, ja sogar schädlich. + +Die Franzosen werden bald einsehen lernen, dass man hier Mittel gebrauchen muss, die die Lebenskraft stärken und die Masse der Säfte, die sich offenbar zur Faulnis neigen, verbessern." +Z166069305,321,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000321/full/full/0/native.jpg,"Nach der in Aegypten gangbaren Meiniing fou +fich die Race dermamelu den in diesem fremden +Lande nicht naturalifiren und feine fortdauernden Nach: +konimen hinterlassen konnen; ihre Kinder rollen in der +ersten und zweiten Generation aussterben. Diese Thate +rache Fchien mir bei meiner Ankunft in regop ten gut +interessant zu seyn, als das fie nicht eine genauere Unter. +suchung verdienen sollte. Ich vernachlasigte nichts, um +hinter die Ursache derfelben zu kommen, und ob sie von +dem Einflusse der Luft, oder von der Regierungsform der +Mamelucken herruhre, oder ob es eine nothwendige +Folge ihrer Ausschweifungen oder ob ihre Kindererzies +bung Schuld daran fer. +Es ist zwar wahr, das diese Freindlinge aus Grun. +ben, die wir weiter unten angeben wollen, sehr wenige +Kinder haben, aber die Erfahrung zeigt nicht, das diese +Kinder, wenn man sie au georgische und circa +rische Sklaven verheuratbet, nicht eine mehr oder +weniger zahlreiche Nachkommenschaft zu hinterlaffen im +Stande seyn .. Der groste Theil der Beys, der Sp i as +Tchefs und der gemeinen Mamelucken, die ich anfilly +ren konnte, haben gesunde und starke Finder hiterlassen,. +die eben so gesunde und starke Kinder, als sie selbst waren, +zeugten. Die Erfahrung lehrt auch, das die Euro- +paer, die sich in degypten niedergelassen habeny alle +fuser Vaterfreuden, wie in Europa, Senicsen. Man +weis, das die Griechen und r d mer die auseror's +dentliche Fruchtbarkeit der a gyptischen Weiber geruhmt +und das sie niemals vorgegeben haben, das die Perser, +die Nachbarn von jenen Landern find, wo die Mames +lucken ihren Ursprung genommen haben, sich in diesem +Lande, das ihnen ebenfalls fremd war, nicht naturalisi- +ren konnten. +Wir wollen nicht das Clima von Aegypten anklas +gen: es ist allzu rein und gesund, als das es die 3cu-","293 + +Nach der in Aegypten gangbaren Meiniing fou +fich die Race dermamelu den in dieſem fremden +Lande nicht naturalifiren und feine fortdauernden Nach: +konimen hinterlaſſen können; ihre Kinder rollen in der +erſten und zweiten Generation ausſterben. Dieſe Thate +rache Fchien mir bei meiner Ankunft in regop ten gut +intereſſant zu ſeyn, als daß fie nicht eine genauere Unter. +ſuchung verdienen ſollte. Ich vernachlaßigte nichts, um +hinter die Urſache derfelben zu kommen, und ob ſie von +dem Einfluſſe der Luft, oder von der Regierungsform der +Mamelucken herrühre, oder ob es eine nothwendige +Folge ihrer Ausſchweifungen oder ob ihre Kindererzies +bung Schuld daran fer. + +Es iſt zwar wahr, daß dieſe Freindlinge aus Grün. +ben, die wir weiter unten angeben wollen, ſehr wenige +Kinder haben, aber die Erfahrung zeigt nicht, daß dieſe +Kinder, wenn man ſie au georgiſche und circa +riſche Sklaven verheuratbet, nicht eine mehr oder +weniger zahlreiche Nachkommenſchaft zu hinterlaffen im +Stande ſeyn .. Der großte Theil der Beys, der Sp i as +Tchefs und der gemeinen Mamelucken, die ich anfilly +ren konnte, haben geſunde und ſtarke Finder hiterlaſſen,. +die eben ſo geſunde und ſtarke Kinder, als ſie ſelbſt waren, +zeugten. Die Erfahrung lehrt auch, daß die Euro- +påer, die ſich in degypten niedergelaſſen habeny alle +füßer Vaterfreuden, wie in Europa, Senicßen. Man +weiß, daß die Griechen und r d mer die außeror's +dëntliche Fruchtbarkeit der å gyptiſchen Weiber gerühmt +und daß ſie niemals vorgegeben haben, daß die Perſer, +die Nachbarn von jenen Ländern find, wo die Mames +lucken ihren Urſprung genommen haben, ſich in dieſem +Lande, das ihnen ebenfalls fremd war, nicht naturaliſi- +ren konnten. + +Wir wollen nicht das Clima von Aegypten anklas· +gen: es iſt allzu rein und geſund, als daß es die 3cu- + + +","Nach der in Ägypten gangbaren Meinung folg ich, dass die Rasse der Mamelucken in diesem fremden Lande nicht naturalisieren und keine fortdauernden Nachkommen hinterlassen können; ihre Kinder rollen in der ersten und zweiten Generation aussterben. Diese Tatsachen schienen mir bei meiner Ankunft in Regop ten gut interessant zu seyn, als dass sie nicht eine genauere Untersuchung verdienen sollte. Ich vernachlässigte nichts, um hinter die Ursache derselben zu kommen, und ob sie von dem Einflusse der Luft oder von der Regierungsform der Mamelucken herrührte, oder ob es eine nothwendige Folge ihrer Ausschweifungen oder ob ihre Kindererziehung Schuld daran war. + +Es ist zwar wahr, dass diese Fremdlinge aus Gründen, die wir weiter unten angeben wollen, sehr wenige Kinder haben, aber die Erfahrung zeigt nicht, dass diese Kinder, wenn man sie auf georgische und circassische Sklaven verheiratet, nicht eine mehr oder weniger zahlreiche Nachkommenschaft zu hinterlassen im Stande seyn. Der größte Theil der Beys, der Spias Tchefs und der gemeinen Mamelucken, die ich antrief, haben gesunde und starke Kinder hinterlassen, die eben so gesunde und starke Kinder, als sie selbst waren, zeugten. Die Erfahrung lehrt auch, dass die Europäer, die sich in Ägypten niedergelassen haben, alle Vaterfreuden, wie in Europa, genießen. Man weiß, dass die Griechen und andere die außerordentliche Fruchtbarkeit der ägyptischen Weiber gerühmt und dass sie niemals vorgegeben haben, dass die Perser, die Nachbarn von jenen Ländern, wo die Mamelucken ihren Ursprung genommen haben, sich in diesem Lande, das ihnen ebenfalls fremd war, nicht naturalisieren konnten. + +Wir wollen nicht das Klima von Ägypten anklagen: es ist allzu rein und gesund, als dass es die" +Z166069305,322,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000322/full/full/0/native.jpg,"gungsorgane angreifen oder die Zeugungskraft schwachen +sollte: seine zum Unterhalt dienende Produkte find allzu +zahlreich und zu uberflusig vorhanden, als das es die +Starke und Kraft vermindern konnte, die ihm von Natur +eigen sind. Wir wollen vielmehr untersuchen, ob nicht +die Regierungsform der Mamelucken, ihre Sitten und +die fehlerhafte Erziehung ihrer Kinder zu dieser fondera +baren Meinung Veranlassung gegeben hat. +Durch eine kaum begreifliche Sonderbarkeit beherrschte +in Aegypten eine Handvol, gewohnlich in Georgien +und Circarfien zusammengekaufter Sklaven, ein freies +Volf, und durch eine nicht weniger auffallende Sonder- +barkeit vererbte der Mameluce weder seine Gewalt +noch fein Vermogen +auf seine Kinder: feine Sklaven +theilten sich nach finem Tode in feine Hinterlassenschaft +und hofften eines Tages auch seinen Credit und seine +Macht zu erhalten i den +Sohn fiel unter den grosen +Haufen zuruk und hatte kein ander vermogen, wovon +er leben konnte als die Ersparnifie feiner Mutter oder +dasjenige, was er felbst verdiente: auf keine Weise +konnte er den Vortheil erhalten, unter die 9 amelucs +ten aufgenommen zu werden. So haben fidy also feit +mehr als funfhundert Jahren die Unterdrucker dieses +fruchtbaren landes nur durch den jahrlichen Ankauf einer +gewissen Anzahl; von Sklaven erneuert und erhalten. +Man sieht leicht ein, das ihre Kinder, die ohne Macht, +ohne Ansehen und ohne Vermogen waren, und die sich +gewohnlich unter der armsten Volksklane zerstreueten +oder auswandern musten, um anderwarts Beschaftigung +zu erhalten, die Augen des Publikunis nicht mehr auf +fich zogen und das fie also auf inmer unbekannt blieben. +Nan darf sich ubrigens nicht wundern, das die +Mamelucken immer nur eine sehr geringe Nachkoms, +menschaft hinterlassen haben, weil wenige unter ihnen","294 + +gungsorgane angreifen oder die Zeugungskraft ſchwächen +ſollte: ſeine zum Unterhalt dienende Produkte find allzu +zahlreich und zu überflüßig vorhanden, als daß es die +Stårke und Kraft vermindern konnte, die ihm von Natur +eigen ſind. Wir wollen vielmehr unterſuchen, ob nicht +die Regierungsform der Mamelucken, ihre Sitten und +die fehlerhafte Erziehung ihrer Kinder zu dieſer fondera +baren Meinung Veranlaſſung gegeben hat. + +0 + +Durch eine kaum begreifliche Sonderbarkeit beherrſchte +in Aegypten eine Handvol, gewöhnlich in Georgien +und Circarfien zuſammengekaufter Sklaven, ein freies +Volf, und durch eine nicht weniger auffallende Sonder- +barkeit vererbte der Mameluce weder ſeine Gewalt +noch fein Vermogen + +auf ſeine Kinder: feine Sklaven +theilten ſich nach finem Tode in feine Hinterlaſſenſchaft +und hofften eines Tages auch ſeinen Credit und ſeine +Macht zu erhalten i den + +Sohn fiel unter den großen +Haufen zurůk und hatte kein ander vermogen, wovon +er leben konnte als die Erſparnifie feiner Mutter oder +dasjenige, was er felbſt verdiente: auf keine Weiſe +konnte er den Vortheil erhalten, unter die 9 amelucs +ten aufgenommen zu werden. So haben fidy alſo feit +mehr als fünfhundert Jahren die Unterdrücker dieſes +fruchtbaren landes nur durch den jährlichen Ankauf einer +gewiſſen Anzahl; von Sklaven erneuert und erhalten. +Man ſieht leicht ein, daß ihre Kinder, die ohne Macht, +ohne Anſehen und ohne Vermogen waren, und die ſich +gewohnlich unter der årmſten Volksklane zerſtreueten +oder auswandern mußten, um anderwårts Beſchäftigung +zu erhalten, die Augen des Publikunis nicht mehr auf +fich zogen und daß fie alſo auf inmer unbekannt blieben. + +Nan darf ſich übrigens nicht wundern, daß die +Mamelucken immer nur eine ſehr geringe Nachkoms, +menſchaft hinterlaſſen haben, weil wenige unter ihnen + + +","gungsorgane angreifen oder die Zeugungskraft schwächen sollten: seine zum Unterhalt dienenden Produkte finden allzu zahlreich und zu überflüssig vorhanden, als dass es die Starke und Kraft vermindern könnte, die ihm von Natur eigen sind. Wir wollen vielmehr untersuchen, ob nicht die Regierungsform der Mamelucken, ihre Sitten und die fehlerhafte Erziehung ihrer Kinder zu dieser so abenteuerlichen Meinung Veranlassung gegeben hat. + +Durch eine kaum begreifliche Sonderbarkeit beherrschte in Ägypten ein Häuflein, gewöhnlich in Georgien und Circassien zusammengekaufter Sklaven, ein freies Volk; und durch eine nicht weniger auffallende Sonderbarkeit vererbte der Mameluke weder seine Gewalt noch sein Vermögen auf seine Kinder: seine Sklaven teilten sich nach seinem Tode in seine Hinterlassenschaft, und hofften eines Tages auch seinen Credit und seine Macht zu erhalten. Der Sohn fiel unter den großen Haufen zurück und hatte kein anderes Vermögen, wovon er leben konnte als die Ersparnisse seiner Mutter oder dasjenige, was er selbst verdiente: auf keine Weise konnte er den Vortheil erhalten, unter die Neun amelucs aufgenommen zu werden. So haben also seit mehr als fünfhundert Jahren die Unterdrücker dieses fruchtbaren Landes nur durch den jährlichen Ankauf einer gewissen Anzahl von Sklaven erneuert und erhalten. + +Man sieht leicht ein, dass ihre Kinder, die ohne Macht, ohne Ansehen und ohne Vermögen waren, und die sich gewöhnlich unter der ärmsten Volksklasse zerstreuten oder auswandern mussten, um anderwärts Beschäftigung zu erhalten, die Augen des Publikums nicht mehr auf sich zogen und dass sie also immer unbekannt blieben. + +Nun darf man sich übrigens nicht wundern, dass die Mamelucken immer nur eine sehr geringe Nachkommenschaft hinterlassen haben, weil wenige unter ihnen" +Z166069305,323,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000323/full/full/0/native.jpg,"verbcurathet waren. Man muste einen hohen Posten +einnehmen oder irgend ein eintragliches Amt verwalten, +wenn man Sklaven und einen Harem halten wollte: +und da diese Stellen und diese Uemter gar nicht zahlreich +waren, so sieht man leicht ein, das wenige unter ihnen +so viel besigen konnten als sie zur Bestreitung des Auf- +wandes, den eine eheliche Verbindung erfoderte, nothig +hatten. uebrigens vernachlafigten selbst diejenigen, die +geheurathet hatten, ihre Gattinnen fast immer und ubers +liesen fich mit ihren jungen Sklaven fchandlichen Aus. +schweifungen'; der gemeine Mamelucke blieb gewohnlich +zeitlebens unverheurathet, hielt fich an einen Herrn, +dem er bis an seinen Tod diente und dem er in seinem +ausgearteten Gerdmade nachahmte. +Zur Verminderung der Kinder der Mamelucken trug +auch noch bei, das fich ihre Frauen, die fast immer +verlaffen oder vernachlasigt wurden, um so mehr an +ihre Kinder hiengen, je weniger fich der Vater um fie +bekummerte: ihre Zartlichkeit ergos fich ganz auf diese +fchwachen und ungluklichen Geschopfe, die einigermasen +aus dem vaterlichen Schoose verstosen waren: fie vers +schwendeten alles an fie, was ihnen die lebhafteste und +glihendste Zuneigung eingeben konnte. Da diere Mutter +in einem strengen Clima geboren waren, so glaubten fie, +ihre Kinder in Zimmer- einschliesen zu mussen, wo keine +luft von ausen hineindrang: sie bedekten sie mit sehr +warmen Windeln und saugten sie nicht allein selbst, sondern +gaben ihnen auch noch die Milch einer Umme; es geschah +daher oft, das diefe ungluflichen Geschopfe die Opfer +einer unbesonnenen Zartlichkeit wurden und in den ersten +Monaten nach ihrer Geburt in Zuckungen starben oder +von den Blattern oder von einem Faulfieber hinwegges +rafft wurden, wahrend die landbewohner, die bis zum +mannbaren Alter naft gehen, das ganze Jahr uber allen +Einflussen der Luft und der Wirkung einer gluhenden","295 + +verbcurathet waren. Man mußte einen hohen Poſten +einnehmen oder irgend ein eintragliches Amt verwalten, +wenn man Sklaven und einen Harem halten wollte: +und da dieſe Stellen und dieſe Uemter gar nicht zahlreich +waren, ſo ſieht man leicht ein, daß wenige unter ihnen +ſo viel beſigen konnten als ſie zur Beſtreitung des Auf- +wandes, den eine eheliche Verbindung erfoderte, nothig +hatten. uébrigens vernachläfigten ſelbſt diejenigen, die +geheurathet hatten, ihre Gattinnen faſt immer und übers +ließen fich mit ihren jungen Sklaven fchåndlichen Aus. +ſchweifungen'; der gemeine Mamelucke blieb gewohnlich +zeitlebens unverheurathet, hielt fich an einen Herrn, +dem er bis an ſeinen Tod diente und dem er in ſeinem +ausgearteten Gerdmade nachahmte. + +1 + +1 + +f + +Zur Verminderung der Kinder der Mamelucken trug +auch noch bei, daß fich ihre Frauen, die faſt immer +verlaffen oder vernachläßigt wurden, um ſo mehr an +ihre Kinder hiengen, je weniger fich der Vater um fie +bekümmerte: ihre Zärtlichkeit ergoß fich ganz auf dieſe +fchwachen und unglůklichen Geſchopfe, die einigermaßen +aus dem väterlichen Schooße verſtoßen waren: fie vers +ſchwendeten alles an fie, was ihnen die lebhafteſte und +glihendſte Zuneigung eingeben konnte. Da diere Mutter +in einem ſtrengen Clima geboren waren, ſo glaubten fie, +ihre Kinder in Zimmer- einſchließen zu müſſen, wo keine +luft von außen hineindrang: ſie bedekten ſie mit ſehr +warmen Windeln und ſaugten ſie nicht allein ſelbſt, ſondern +gaben ihnen auch noch die Milch einer Umme; es geſchah +daher oft, daß diefe unglüflichen Geſchöpfe die Opfer +einer unbeſonnenen Zärtlichkeit wurden und in den erſten +Monaten nach ihrer Geburt in Zuckungen ſtarben oder +von den Blattern oder von einem Faulfieber hinwegges +rafft wurden, während die landbewohner, die bis zum +mannbaren Alter naft gehen, das ganze Jahr über allen +Einflüſſen der Luft und der Wirkung einer glühenden + +$ + + +","verbcurathet waren. Man musste einen hohen Posten einnehmen oder irgend ein einträgliches Amt verwalten, wenn man Sklaven und einen Harem halten wollte: und da diese Stellen und diese Ämter gar nicht zahlreich waren, so sieht man leicht ein, dass wenige unter ihnen so viel besitzen konnten als sie zur Bestreitung des Aufwandes, den eine eheliche Verbindung erforderte, nötig hatten. Übrigens vernachlässigten selbst diejenigen, die geheiratet hatten, ihre Gattinnen fast immer und überschritten sich mit ihren jungen Sklaven schandlichen Ausschweifungen; der gemeine Mamelucke blieb gewöhnlich zeitlebens unverheiratet, hielt sich an einen Herrn, dem er bis an seinen Tod diente und dem er in seinem ausgearteten Gemüte nachahmte. + +Zur Verminderung der Kinder der Mamelucken trug auch noch bei, dass sich ihre Frauen, die fast immer verlassen oder vernachlässigt wurden, um so mehr an ihre Kinder hängen, je weniger sich der Vater um sie bekümmerte: ihre Zärtlichkeit ergoss sich ganz auf diese schwachen und unglücklichen Geschöpfe, die einigermaßen aus dem väterlichen Schoße verstoßen waren: sie verschwendeten alles an sie, was ihnen die lebhafteste und glühendste Zuneigung eingeben konnte. Da ihre Mütter in einem strengen Klima geboren waren, so glaubten sie, ihre Kinder in Zimmer einzuschließen zu müssen, wo keine Luft von außen hineindrang: sie bedeckten sie mit sehr warmen Windeln und säugten sie nicht allein selbst, sondern gaben ihnen auch noch die Milch einer Amme; es geschah daher oft, dass diese unglücklichen Geschöpfe die Opfer einer unbesonnenen Zärtlichkeit wurden und in den ersten Monaten nach ihrer Geburt in Zuckungen starben oder von den Blattern oder von einem Faulfieber hinweggerafft wurden, während die Landbewohner, die bis zum mannbarren Alter nackt gehen, das ganze Jahr über allen Einflüssen der Luft und der Wirkung einer glühenden" +Z166069305,324,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000324/full/full/0/native.jpg,"Sonne ausgerezt find und blos die grobften Speisen +geniesen, fich mit der grosten Leichtigkeit entivickeln und +eine dauerhafte Gesundheit erhalten, die sie einigermasen +fur die Unterdruckung und die Tyrannei, die die Mames +lucken gegen sie ausubten, schadlos halt und sie bis auf +einen gewissen Punkt dafur radht. +Drei und zwanzigstes Capitel. +Beschneidung der Frauenzimmer Sekte der Saadi +oder Schlangenfresser. +Jedermann weis; worin die Befdncidung der Manner +besteht, und das fich die Juden und Mahommed as +ner beschneiden lassen. Die alten Aegypter hielten +die Beschneidung fur unumganglich nothwendig. lag der +Grund dieser Nothwendigkeit in ihrem Clima? Ich will +diese Frage hier nicht entscheiden, ob es mir gleich beinahe +ausgemacht zu seyn scheint, das die Beschneidung bei +einem ungebildeten und wenig sorgfaltigen Volfe, wenn +auch nicht nothwendig, doch wenigstens von grosem +Nusen ist. Sie ist' auch bei den Copten gebrauchlich, +die sich durch die Taufe, die fie als Chriften erhalten, des +Einganges in das Paradies nicht genug versichert halten, +und deshalb wie die Mahommedaner, unter denen file +leben, noch die Beschneidung unter ihre Religionslehren +rechnen. Und welch ein fonderbarer religiosor Gebrauch, +den die Natur misbilligt, und von dem man nicht ohne +Verlegung der Schamhaftigkeit reden kann. Die umstand. +lichen Nachrichten von einer solchen Operation, die bei","296 + +Sonne ausgerezt find und bloß die grobften Speiſen +genießen, fich mit der großten Leichtigkeit entivickeln und +eine dauerhafte Geſundheit erhalten, die ſie einigermaßen +für die Unterdrückung und die Tyrannei, die die Mamés +lucken gegen ſie ausübten, ſchadlos hålt und ſie bis auf +einen gewiſſen Punkt dafür rådht. + +Drei und zwanzigſtes Capitel. + +Beſchneidung der Frauenzimmer— Sekte der Saadi + +oder Schlangenfreſſer. + +Jedermann weiß; worin die Befdncidung der Männer +beſteht, und daß fich die Juden und Mahommed as +ner beſchneiden laſſen. Die alten Aegypter hielten +die Beſchneidung für unumgänglich nothwendig. lag der +Grund dieſer Nothwendigkeit in ihrem Clima? Ich will +dieſe Frage hier nicht entſcheiden, ob es mir gleich beinahe +ausgemacht zu ſeyn ſcheint, daß die Beſchneidung bei +einem ungebildeten und wenig ſorgfältigen Volfe, wenn +auch nicht nothwendig, doch wenigſtens von großem +Nußen iſt. Sie iſt' auch bei den Copten gebräuchlich, +die ſich durch die Taufe, die fie als Chriften erhalten, des +Einganges in das Paradies nicht genug verſichert halten, +und deshalb wie die Mahommedaner, unter denen file +leben, noch die Beſchneidung unter ihre Religionslehren +rechnen. Und welch ein fonderbarer religioſor Gebrauch, +den die Natur mißbilligt, und von dem man nicht ohne +Verlegung der Schamhaftigkeit reden kann. Die umſtånd. +lichen Nachrichten von einer ſolchen Operation, die bei + +2 + + +","Sonne ausgereizt find' und bloß die grobsteten Speisen genießen, sich mit der größten Leichtigkeit entwickeln und eine dauerhafte Gesundheit erhalten, die sie einigermaßen für die Unterdrückung und die Tyrannei, die die Mammen gegen sie ausüben, schadlos halten und sie bis auf einen gewissen Punkt dafür rächen. + +Drei und zwanzigstes Capitel. +Beschneidung der Frauenzimmer Sekte der Saadi oder Schlangenfresser. +Jedermann weiß, worin die Beschneidung der Männer besteht, und dass sich die Juden und Mahommedaner beschneiden lassen. Die alten Aegypter hielten die Beschneidung für unumgänglich notwendig. Lag der Grund dieser Notwendigkeit in ihrem Klima? Ich will diese Frage hier nicht entscheiden, ob es mir gleich beinahe ausgemacht zu sein scheint, dass die Beschneidung bei einem ungebildeten und wenig sorgfältigen Volke, wenn auch nicht notwendig, doch wenigstens von großem Nutzen ist. Sie ist auch bei den Kopten gebräuchlich, die sich durch die Taufe, die sie als Christen erhalten, des Einganges in das Paradies nicht genug versichert halten, und deshalb wie die Mahommedaner, unter denen sie leben, noch die Beschneidung unter ihre Religionslehren rechnen. Und welch ein sonderbarer religiöser Gebrauch, den die Natur missbilligt, und von dem man nicht ohne Verletzung der Schamhaftigkeit reden kann. + +Die umständlichen Nachrichten von einer solchen Operation, die bei" +Z166069305,325,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000325/full/full/0/native.jpg,"alen Anhangern ma hommeds die namliche ist, folien +ihre Stelle in meiner Reise nach der Turkei'crhalten: +in Aegypten aber beschneidet man nicht allein die Man- +ner, fondern auch die Weiber. +Diese leztere Art von Beschneidung war auch ein +Volfsgebrauch in dem alten Aegypten, der sich auf +die Nachkommenfchaft der alten Einwohner fortgepflanzt +bat: aber die weiblichen Fremdlinge, die sich in diesem +karde niedergelassen haben, beobachten ihn nicht: tfit +haben es nicht nothig. Ich weis wohl, wie schwer es ift, +von dergleichen Gegenstanden zu handeln, ohne andere +Ideen zu erwecken, als diejenigen, die den Naturforscher +bei seinen Untersuchungen begleiten: aber dieser Punkt in +der Naturgeschichte des Menschen ist allzu ivichtig, als +das ich ihn mit Stillfdweigen ubergehen konnte, und +niemand hat ihn vor mir genan untersucht und bestimmt. +Ich will mich nur solcher Ausdrucke bedienen, die in der +Zergliederungskunft gebrauchlich find. Wenn man irgends +wo fur den grosten Theil nicht allzu deutlich feyn darf, +po ist es ohne Zweifel: bei einem solchen kizlichen Gegen- +ftande. +Man wuste, das fich die Negypterinnen befchnei- +ben liesen, aber man war nicht uber den Beweggrund. +dieser Sitte einig. Die grdste. Nuzahl derjenigen, die +daruber geschrieben, haben fie fur das Abschneiden eines +Theiles von den Schaamlippen( nymphes) gehalten, die +in diesen Landern auferordentlich gros werden sollent. +Andere, worunter man den beruhmten Jacob Bruce +gahlt, haben geglaubt, man schneide den Seizler( Clyto. +ris) wes, dessen Verlingerung nach denselben Schriftstel: +lern etwas unformliches und eckelhaftes haben solls. +- Ehe ich Gelegenheit hatte,"" nahere Beobachtungen +uber die Beschaffenheit der Beschneidung der Aeg 1 pcs","297 + +7 + +alen Anhängern ma hommeds die nämliche iſt, folien +ihre Stelle in meiner Reiſe nach der Türkei'crhalten: +in Aegypten aber beſchneidet man nicht allein die Mán- +ner, fondern auch die Weiber. + +Dieſe leztere Art von Beſchneidung war auch ein +Volfsgebrauch in dem alten Aegypten, der ſich auf +die Nachkommenfchaft der alten Einwohner fortgepflanzt +bat: aber die weiblichen Fremdlinge, die ſich in dieſem +karde niedergelaſſen haben, beobachten ihn nicht: tfit +haben es nicht nöthig. Ich weiß wohl, wie ſchwer es ift, +von dergleichen Gegenſtånden zu handeln, ohne andere +Ideen zu erwecken, als diejenigen, die den Naturforſcher +bei ſeinen Unterſuchungen begleiten: aber dieſer Punkt in +der Naturgeſchichte des Menſchen iſt allzu ivichtig, als +daß ich ihn mit Stillfdweigen übergehen könnte, und +niemand hat ihn vor mir genan unterſucht und beſtimmt. +Ich will mich nur ſolcher Ausdrücke bedienen, die in der +Zergliederungskunft gebräuchlich find. Wenn man irgends +wo für den großten Theil nicht allzu deutlich feyn darf, +po iſt es ohne Zweifel: bei einem ſolchen kizlichen Gegen- +ftande. + +Man wußte, daß fich die Negypterinnen befchnei- +ben ließen, aber man war nicht über den Beweggrund. +dieſer Sitte einig. Die grdßte. Nuzahl derjenigen, die +darüber geſchrieben, haben fie für das Abſchneiden eines +Theiles von den Schaamlippen( nymphes) gehalten, die +in dieſen Ländern auferordentlich groß werden ſollent. +Andere, worunter man den berühmten Jacob Bruce +gåhlt, haben geglaubt, man ſchneide den Seizler( Clyto. +ris) wes, deſſen Verlingerung nach denſelben Schriftſtel: +lern etwas unfórmliches und eckelhaftes haben ſolls. + +- Ehe ich Gelegenheit hatte,"" náhere Beobachtungen +über die Beſchaffenheit der Beſchneidung der Aeg 1 pcs + + +","alen Anhangern macht diese Nachricht die nämliche ist, folglich ihre Stelle in meiner Reise nach der Türkei erhalten: in Ägypten aber beschneidet man nicht allein die Männer, sondern auch die Weiber. + +Diese letztere Art von Beschneidung war auch ein Völkergebrauch in dem alten Ägypten, der sich auf die Nachkommenschaft der alten Einwohner fortgepflanzt hat: aber die weiblichen Fremdlinge, die sich in diesem Lande niedergelassen haben, beobachten ihn nicht; sie haben es nicht nötig. Ich weiß wohl, wie schwer es ist, von dergleichen Gegenständen zu handeln, ohne andere Ideen zu erwecken, als diejenigen, die den Naturforscher bei seinen Untersuchungen begleiten: aber dieser Punkt in der Naturgeschichte des Menschen ist allzu wichtig, als dass ich ihn mit Stillschweigen übergehen konnte, und niemand hat ihn vor mir genauer untersucht und bestimmt. + +Ich will mich nur solcher Ausdrücke bedienen, die in der Zergliederungskunst gebräuchlich sind. Wenn man irgendwo für den größten Teil nicht allzu deutlich sein darf, so ist es ohne Zweifel: bei einem so delikaten Gegenstande. + +Man wusste, dass sich die Ägypterinnen beschneiden ließen, aber man war nicht über den Beweggrund dieser Sitte einig. Die größte Zahl derjenigen, die darüber geschrieben haben, haben sie für das Abschneiden eines Teiles von den Schamlippen (nymphae) gehalten, die in diesen Ländern außerordentlich groß werden sollen. + +Andere, worunter man den berühmten Jacob Bruce zählt, haben geglaubt, man schneide den Sitzler (clitoris), dessen Verlängerung nach denselben Schriftstellern etwas unformliches und eckelhaftes haben soll. + +Ehe ich Gelegenheit hatte, nähere Beobachtungen über die Beschaffenheit der Beschneidung der Ägypterinnen zu machen." +Z166069305,326,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000326/full/full/0/native.jpg,"rinnen anzustellen, war ich auch der Meinung, das +die Beschneidung in dem Abschneiden des Uebermases der +Schaamlippen oder des Kislers bestehe, und das man +sich dabei nach den Umstanden richte, je nachdem diese +Cheile mehr oder weniger lang waren. Es ist auch sehr +wahrscheinlich, das diese Dperation nicht allein in +Negypten, sondern cuch in mehrern andern Morgenlans +dern statt findet, wo das heise Clima und andere Ursachen +eine allzugrose Verlangerung dieser Theile hervorbringen +kennen, und ich hatte um so mehr Ursache, dies zu glau. +ben, weil mehrere Surfen, die ich zu Rachid uber +die Berdyneidung der Frauenzimmer gefragt, mir keinen +andern Aufschlus daruber gegeben hatten, als die Vorstels +lung von jener Art von schmerzhaften Verstammelungen. +Sie gaben mir auch die Grunde hierzu an. Da sie, wie +man gesehen hat, eine glatte und polirte Oberflache der +Haut auserordentlich lieben, fo sehen sie jede Ungleichheit, +jeden Auswuchs fur einen haslichen Fehler an. Von einer +andern Seite behaupteten sie wiederum, das die Frauen +durch eine solche Operation zugleich mit einem hisigen +Temperament die: Leichtigkeit verlohren, sich verbotenen +Genus zu verschaffen. +I UM +Syerr Niebuhr erzahlt, forskal und ein anderer +von seinen Reisegefahrten habe einem Herrn von Kairo, +auf dessen Landhause sie wohnten, ihr groses Verlangen +bezeugt, ein beschnittenes Madchen zu untersuchen, und +dieser gefallige Wirth habe sogleich eine Bauerin von 18 +Jahren herbeizubringen befohlen, und erlaubt, das man +fie mit aller Bequemlichkeit untersuche. Ihr Mahler zeich- +nete das Ganze in Gegenwart verschiesener turkischer Be- +dienten nach der Natur; allein er verfertigte diese Zeichs +nung mit zitternder Hand, weil sie uble Folgen von Seis +ten der Mabommedaner befurchteten*). Aber Herr +*) Beschreibung pou Arabien.","298 + +) + +1 + +NE + +rinnen anzuſtellen, war ich auch der Meinung, daß +die Beſchneidung in dem Abſchneiden des Uebermaßes der +Schaamlippen oder des Kißlers beſtehe, und daß man +ſich dabei nach den Umſtånden richte, je nachdem dieſe +Cheile mehr oder weniger lang wåren. Es iſt auch ſehr +wahrſcheinlich, daß dieſe Dperation nicht allein in +Negypten, ſondern cuch in mehrern andern Morgenlåns +dern ſtatt findet, wo das heiße Clima und andere Urſachen +eine allzugroße Verlängerung dieſer Theile hervorbringen +kennen, und ich hatte um ſo mehr Urſache, dies zu glau. +ben, weil mehrere Sürfen, die ich zu Rachid über +die Berdyneidung der Frauenzimmer gefragt, mir keinen +andern Aufſchluß daruber gegeben hatten, als die Vorſtels +lung von jener Art von ſchmerzhaften Verſtämmelungen. +Sie gaben mir auch die Gründe hierzu an. Da ſie, wie +man geſehen hat, eine glatte und polirte Oberfläche der +Haut außerordentlich lieben, fo ſehen ſie jede Ungleichheit, +jeden Auswuchs für einen häßlichen Fehler an. Von einer +andern Seite behaupteten ſie wiederum, daß die Frauen +durch eine ſolche Operation zugleich mit einem hißigen +Temperament die: Leichtigkeit verlohren, ſich verbotenen +Genuß zu verſchaffen. + +GE +I UM + +ha + +1 + +Syerr Niebuhr erzählt, forskal und ein anderer +von ſeinen Reiſegefährten habe einem Herrn von Kairo, +auf deſſen Landhauſe ſie wohnten, ihr großes Verlangen +bezeugt, ein beſchnittenes Mädchen zu unterſuchen, und +dieſer gefällige Wirth habe ſogleich eine Bäuerin von 18 +Jahren herbeizubringen befohlen, und erlaubt, daß man +fie mit aller Bequemlichkeit unterſuche. Ihr Mahler zeich- +nete das Ganze in Gegenwart verſchießener türkiſcher Be- +dienten nach der Natur; allein er verfertigte dieſe Zeichs +nung mit zitternder Hand, weil ſie üble Folgen von Seis +ten der Mabommedaner befürchteten*). Aber Herr + +*) Beſchreibung pou Arabien. + + +","rinnen anzustellen, war ich auch der Meinung, dass die Beschneidung in dem Abschneiden des Übergewichts der Schamlippen oder des Klitoris bestehe, und dass man sich dabei nach den Umständen richte, je nachdem diese Schleimhäute mehr oder weniger lang waren. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass diese Operation nicht allein in Ägypten, sondern auch in mehreren anderen Morgenländern statt findet, wo das heiße Klima und andere Ursachen eine allzugroße Verlängerung dieser Teile hervorbringen können, und ich hatte um so mehr Ursache, dies zu glauben, weil mehrere Süden, die ich zu Rachid über die Beschneidung der Frauenzimmer gefragt, mir keinen anderen Aufschluss darüber gegeben hatten, als die Vorstellung von jener Art von schmerzhaften Verstümmelungen. Sie gaben mir auch die Gründe hierzu an. Da sie, wie man gesehen hat, eine glatte und polierte Oberfläche der Haut außerordentlich lieben, so sehen sie jede Ungleichheit, jeden Auswuchs für einen hässlichen Fehler an. Von einer anderen Seite behaupteten sie wiederum, dass die Frauen durch eine solche Operation zugleich mit einem hitzigen Temperament die Leichtigkeit verlieren, sich verbotenen Genuss zu verschaffen. + +Um Syerr Niebuhr erzählt, forschal und ein anderer von seinen Reisegefährten habe einem Herrn von Kairo, auf dessen Landhause sie wohnten, ihr großes Verlangen bezeugt, ein beschnittenes Mädchen zu untersuchen, und dieser gefällige Wirth habe sogleich eine Bäuerin von 18 Jahren herbeizubringen befohlen, und erlaubt, dass man sie mit aller Bequemlichkeit untersuche. Ihr Mahler zeichnete das Ganze in Gegenwart verschlossener türkischer Bedienten nach der Natur; allein er verfertigte diese Zeichnung mit zitternder Hand, weil sie üble Folgen von Seiten der Mohammedaner befürchteten*) Aber Herr + +*) Beschreibung von Arabien." +Z166069305,327,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000327/full/full/0/native.jpg,"Niebuhr hat diese Abbildung nicht bekannt gemacht*), +und giebt uber die Beschneidung weiter keinen Aufschlus. +Indessen sieht man doch deutlich aus dem Vorhergehenden, +das dieser Reifende die Beschneidung fur nichts weiter als +fur die Abschneidung der Schaamlippen und des Kislers halt, +deren Lange den Mannern dieser Lander ro rehr misfallt. +Ich muthmasete, das es noch einen andern Grund +der Beschneidung als einen Auswuchs an diesen Theilen +geben musse: eine Unbequemlichkeit, die man nicht bei +allen Weibern antrift, und die also auch nicht der Gegens +stand eines alten und allgemeinen Gebrauches reyn konnte. +Ich entschlos mich endlich die Sache auf das Reine zu +bringen, und faste die in den Augen jedes, der die Bes +wohner Aegyptens fennt, ziemlich verwegene Absicht, +nicht eine verschnittene Frau zeichnen, sondern in meiner, +Wohnung relbft ein Frauenzimmer beschneiden zu lassen. +Herr Fornet i hatte die Gefalligkeit, mich bei diesem +Unternehmen zu unterstusen, und ich bekam durch die Vers +mittelung eines Turken, der den franzosischen Kaufleuten +zu Raschid als Makler diente, in mein Zimmer eine +Frau, die das Geschaft, Andere zu beschneiden trieb, und +zwei Madchen, wovon Eine schon vor zwei Jahren war +beschnitten worden, die Andere aber sollte eben erst beschnits +ten werden. Herr Forneti, der turkische Makler und +der Janitschar des franzosischen Consulats waren nebst +mir die Einzigen, die dieser Ceremonie beiwohnten. +Ich untersuchte anfanglich das kleine Madchen, das +man beschneiden wollte; sie war ungefahr acht Jahr alt, +*) Man findet jezt diese Abbildung in des Herrn Hofr. Blu: +menbach 8 Sdrift: de Generis humani varietate nativa +Tab. ll. Fig. 4. wo sie, dem Verfasser Herr Niebuhr mitge: +theilt bat. +Der ueberretete","299 + ++ + +Niebuhr hat dieſe Abbildung nicht bekannt gemacht*), +und giebt über die Beſchneidung weiter keinen Aufſchluß. +Indeſſen ſieht man doch deutlich aus dem Vorhergehenden, +daß dieſer Reifende die Beſchneidung für nichts weiter als +für die Abſchneidung der Schaamlippen und des Kißlers hålt, +deren Långe den Männern dieſer Länder ro rehr mißfällt. + +C. + +Ich muthmaßete, daß es noch einen andern Grund +der Beſchneidung als einen Auswuchs an dieſen Theilen +geben müſſe: eine Unbequemlichkeit, die man nicht bei +allen Weibern antrift, und die alſo auch nicht der Gegens +ſtand eines alten und allgemeinen Gebrauches reyn konnte. +Ich entſchloß mich endlich die Sache auf das Reine zu +bringen, und faßte die in den Augen jedes, der die Bes +wohner Aegyptens fennt, ziemlich verwegene Abſicht, +nicht eine verſchnittene Frau zeichnen, ſondern in meiner, +Wohnung relbft ein Frauenzimmer beſchneiden zu laſſen. +Herr Fornet i hatte die Gefälligkeit, mich bei dieſem +Unternehmen zu unterſtüşen, und ich bekam durch die Vers +mittelung eines Türken, der den franzöſiſchen Kaufleuten +zu Raſchid als Måkler diente, in mein Zimmer eine +Frau, die das Geſchåft, Andere zu beſchneiden trieb, und +zwei Mädchen, wovon Eine ſchon vor zwei Jahren war +beſchnitten worden, die Andere aber ſollte eben erſt beſchnits +ten werden. Herr Forneti, der türkiſche Måkler und +der Janitſchar des franzöſiſchen Conſulats waren nebſt +mir die Einzigen, die dieſer Ceremonie beiwohnten. + +-7 + +1 + +1 + +1 + +Ich unterſuchte anfänglich das kleine Mädchen, das +man beſchneiden wollte; ſie war ungefähr acht Jahr alt, + +*) Man findet jezt dieſe Abbildung in des Herrn Hofr. Blu: +menbach 8 Sdrift: de Generis humani varietate nativa +Tab. ll. Fig. 4. wo ſie, dem Verfaſſer Herr Niebuhr mitge: +theilt bat. + +Der ueberretete + +8 + + +","Niebuhr hat diese Abbildung nicht bekannt gemacht), und gibt über die Beschneidung weiter keinen Aufschluß. Indessen sieht man doch deutlich aus dem Vorhergehenden, daß dieser Reisende die Beschneidung für nichts weiter als für die Abschneidung der Schamlippen und des Kitzlers hält, deren Länge den Männern dieser Länder sehr mißfällt. + +Ich muthmaße, daß es noch einen andern Grund der Beschneidung als einen Auswuchs an diesen Theilen geben müsse: eine Unbequemlichkeit, die man nicht bei allen Weibern antrifft, und die also auch nicht der Gegensatz eines alten und allgemeinen Gebrauches sein konnte. + +Ich entschloß mich endlich die Sache auf das Reine zu bringen, und faßte die in den Augen jedes, der die Bewohner Aegyptens kennt, ziemlich verwegenen Absicht, nicht eine beschnittene Frau zeichnen, sondern in meiner Wohnung ein Frauenzimmer beschneiden zu lassen. + +Herr Fornet hatte die Gefälligkeit, mich bei diesem Unternehmen zu unterstützen, und ich bekam durch die Vermittelung eines Türken, der den französischen Kaufleuten zu Raschid als Makler diente, in mein Zimmer eine Frau, die das Geschäft, Andere zu beschneiden trieb, und zwei Mädchen, wovon Eine schon vor zwei Jahren beschnitten worden war, die Andre aber sollte eben erst beschnitten werden. Herr Forneti, der türkische Makler und der Janitschar des französischen Consulats waren nebst mir die Einzigen, die dieser Ceremonie beiwohnten. + +Ich untersuchte anfanglich das kleine Mädchen, das man beschneiden wollte; sie war ungefähr acht Jahr alt, +*) Man findet jetzt diese Abbildung in des Herrn Hofr. Blumenbach's Schrift: de Generis humani varietate nativa Tab. II. Fig. 4., wo sie dem Verfasser, Herrn Niebuhr mitgetheilt hat. + +Der überreichte" +Z166069305,328,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000328/full/full/0/native.jpg,"tind, stammte von der a gyptischen Race ab. Ich war +sehr erstaunt, als ich fahe, das sie einen dicken, schlappie +gen, fleischigen und mit Haut uberzogenen Uusivuchs +hatte. Dieser Auswuchs fieng uber der Fuge der grosen +Leffen an, und hieng einen halben zo lang an derselben +Fuge herunter. Man wird sich eine ziemliche richtige +Vorstellung davon machen konnen, wenn man ihn in +Rufficht seiner Dicke und selbst seiner Gestalt mit dem +herabhangendent kleinen Fleischklumpen' an dem Schnabel +des indianischen Hahnes vergleicht. +Die Beschneiderin Pas auf dem Fusboden;. fie lies +das kleine Madchen vor fich hinreben, und schnitt ohne +weitere Vorbereitung den sonderbaren Auswuchs, wos +von ich ro eben gesprochen habe, mit einem schlechten +Scheermesser weg. Das Kind gab kein Zeichen irgend +eines grosen Schmerzes von sich. Ein Paar Finger vol +urche war der einzige Umschlag, den sie darauf legte, ob +sie gleich nicht viel Blut wegfliesen lies. Die Beschneir +derin bertihrte weder die Nymphen noch die Clitoris, und +diese Cheile waren an diesem Kinde auserlih nicht sicht: +barer, als an dem andern bejahrten Naochen, das man +schon beschnitten hatte. +Hierin besteht also die Beschneidung der agyptischen +Madchen, und man sieht, das es eine nothroendige Sache +ist: denn diese Art von langlichen kleinen Fleischklunipen +wird mit den Jahren groser, und wenn man ihn hangen +liese, so wurde er die ganze Deffnung der Schaam be: +decken. Die Beschneiderin versicherte mir, das dieser +Auswuchs im funf und zwanzigsten Jahre mehr als vier +zou lang seyn wurde. Er findet sich vorzuglich bei Frauen +von agyptischer Abkunft. Bei allen andern aber, ob fie +gleich zu den Volkern gehoren, die fich in Aegypten +niedergelassen haben, und daselbst einheimifch worden +find, findet man ihn nicht.",": 500 + +1 + +tind, ſtammte von der å gyptiſchen Race ab. Ich war +ſehr erſtaunt, als ich fahe, daß ſie einen dicken, ſchlappie +gen, fleiſchigen und mit Haut überzogenen Uusivuchs +hatte. Dieſer Auswuchs fieng über der Fuge der großen +Leffen an, und hieng einen halben zo lang an derſelben +Fuge herunter. Man wird ſich eine ziemliche richtige +Vorſtellung davon machen können, wenn man ihn in +Rüfficht ſeiner Dicke und ſelbſt ſeiner Geſtalt mit dem +herabhängendent kleinen Fleiſchklumpen' an dem Schnabel +des indianiſchen Hahnes vergleicht. + +02 + +11 + +. + +M + +Die Beſchneiderin Paß auf dem Fußboden;. fie ließ +das kleine Mädchen vor fich hinreben, und ſchnitt ohne +weitere Vorbereitung den ſonderbaren Auswuchs, wos +von ich ro ebén geſprochen habe, mit einem ſchlechten +Scheermeſſer weg. Das Kind gab kein Zeichen irgend +eines großen Schmerzes von ſich. Ein Paar Finger vol +urche war der einzige Umſchlag, den ſie darauf legte, ob +ſie gleich nicht viel Blut wegfließen ließ. Die Beſchneir +derin bertihrte weder die Nymphen noch die Clitoris, und +dieſe Cheile waren an dieſem Kinde åußerlih nicht ſicht: +barer, als an dem andern bejahrten Nåochen, das man +ſchon beſchnitten hatte. + +21 + +At + +1 + +V + +6 + +1 + +Hierin beſteht alſo die Beſchneidung der ägyptiſchen +Madchen, und man ſieht, daß es eine nothroendige Sache +iſt: denn dieſe Art von långlichen kleinen Fleiſchklunipen +wird mit den Jahren großer, und wenn man ihn hången +ließe, ſo würde er die ganze Deffnung der Schaam be: +decken. Die Beſchneiderin verſicherte mir, daß dieſer +Auswuchs im fünf und zwanzigſten Jahre mehr als vier +zou lang ſeyn würde. Er findet ſich vorzüglich bei Frauen +von ágyptiſcher Abkunft. Bei allen andern aber, ob fie +gleich zu den Völkern gehören, die fich in Aegypten +niedergelaſſen haben, und daſelbſt einheimifch worden +find, findet man ihn nicht. + + +","Kind stammte von der ägyptischen Race ab. Ich war sehr erstaunt, als ich fand, dass sie einen dicken, schlaffen, fleischigen und mit Haut überzogenen Auswuchs hatte. Dieser Auswuchs hing über der Fuge der großen Lippen an, und hing einen halben Zoll lang an derselben Fuge herunter. Man wird sich eine ziemlich richtige Vorstellung davon machen können, wenn man ihn in Rücksicht seiner Dicke und selbst seiner Gestalt mit dem herabhängenden kleinen Fleischklumpen an dem Schnabel des indianischen Hahnes vergleicht. + +Die Beschneiderin pas auf dem Fußboden; sie lies das kleine Mädchen vor sich hinreben, und schnitt ohne weitere Vorbereitung den sonderbaren Auswuchs, von dem ich so eben gesprochen habe, mit einem schlechten Scheermesser weg. Das Kind gab kein Zeichen irgend eines großen Schmerzes von sich. Ein Paar Finger voll Urin war der einzige Umschlag, den sie darauf legte, ob sie gleich nicht viel Blut wegfliessen lies. Die Beschneiderin berührte weder die Nymphen noch die Clitoris, und diese Teile waren an diesem Kinde außerlich nicht sichtbarer, als an dem anderen beschnittenen Nachen, das man schon beschnitten hatte. + +Hierin besteht also die Beschneidung der ägyptischen Mädchen, und man sieht, dass es eine notwendige Sache ist; denn diese Art von langlichen kleinen Fleischklumpen wird mit den Jahren größer, und wenn man ihn hängen liesse, so würde er die ganze Dichtigkeit der Scham bedecken. Die Beschneiderin versicherte mir, dass dieser Auswuchs im fünfundzwanzigsten Jahre mehr als vier Zoll lang sein würde. Er findet sich vorzüglich bei Frauen von ägyptischer Abkunft. Bei allen andern aber, ob sie gleich zu den Völkern gehören, die sich in Ägypten niedergelassen haben, und daselbst einheimisch worden finden, findet man ihn nicht." +Z166069305,329,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000329/full/full/0/native.jpg,"sor +Man wartet gemeiniglich den Zeitpunkt der Mann- +barkeit nicht ab, der in Aegypten fruher als in uns +sern nordlichen Landern eintritt, um die agyptischen Mads +chen zu beschneiden: man befreiet fie im ficbenden oder +achten Jahre von diesem lastigen Uleberflusse. Die Frauen, +die diese eben nicht schwere Beschneidung( so viel man +fehen kann) verrichten, find aus dem Said. Sie reifen +in allen Stadten und Dorfern herum, und schreien auf +den Gafen: auf eine gute Berdyneiderinn! Eine +aberglaubische Sage hat die Zeit bestimmt, wo man die +Befchneidung vornehmen soll, namlich im Anfange des +Steigens des Nils. +Es kofete mir daher viel Muhe, +ehe ich Eltern fand, die in einer Jahreszeit, die so weit +von jener, die man fur die gunstigste halt, entfernt war, +in die Beschneidung ihrer Tochter einwilligten. Es war +damals Winter, aber einiges Geld raumte dieses Hinders +nis, so wie mehrere Andere, aus dem Wege. +Wenn inan nunmehro die Beschaffenheit dieses Uus. +wuchses, das ausschliesliche Kennzeichen der Frauen von +agyptischer Abkunft, betrachtet, so wird man leicht die +Aehnlichkeit mit jenem wieder erkennen konnen, der an +dem andern Ende von Afrika einigen von jenen Volkern, +die dasselbe bewohnen, eigen ist. Buffon wollte dem +Zeugnisse des einzigen Reisenden nicht glaubten, der be: +hauptete, die agyptischen Frauenzimmer hatten eine Art +von harter Haut, die ihnen uber dem Schaambeine wuchse +und die sehr weit herabreichte, die sie aber wegbrennten*). +Es war nichts destoweniger Wahrheit in der Erzahlung +des Herrn Thevenot, und weit weniger Uebertreibung, +als in der Erzahlungen des Jesuiten Zachard und +Kolbe8, als sie ihre Einbildungskraft verfuhrte, die +naturliche Schurze der Hottendotten zu mahlen. +wenn diese Art von naturlichem Schleier auch nicht +so beschaffen ist, wie man ihn beschrieben hat, so scheint +*) Naturgeschichte des Menschen.","sor + +2 + +Man wartet gemeiniglich den Zeitpunkt der Mann- +barkeit nicht ab, der in Aegypten früher als in uns +ſern nordlichen Ländern eintritt, um die ägyptiſchen Mäds +chen zu beſchneiden: man befreiet fie im ficbenden oder +achten Jahre von dieſem låſtigen Uleberfluſſe. Die Frauen, +die dieſe eben nicht ſchwere Beſchneidung( ſo viel man +fehen kann) verrichten, find aus dem Said. Sie reifen +in allen Städten und Dörfern herum, und ſchreien auf +den Gafen: auf eine gute Berdyneiderinn! Eine +abergläubiſche Sage hat die Zeit beſtimmt, wo man die +Befchneidung vornehmen ſoll, nåmlich im Anfange des +Steigens des Nils. + +Es kofete mir daher viel Mühe, +ehe ich Eltern fand, die in einer Jahreszeit, die ſo weit +von jener, die man für die günſtigſte hålt, entfernt war, +in die Beſchneidung ihrer Tochter einwilligten. Es war +damals Winter, aber einiges Geld räumte dieſes Hinders +niß, ſo wie mehrere Andere, aus dem Wege. + +Wenn inan nunmehro die Beſchaffenheit dieſes Uus. +wuchſes, das ausſchließliche Kennzeichen der Frauen von +ågyptiſcher Abkunft, betrachtet, ſo wird man leicht die +Aehnlichkeit mit jenem wieder erkennen können, der an +dem andern Ende von Afrika einigen von jenen Völkern, +die daſſelbe bewohnen, eigen iſt. Buffon wollte dem +Zeugniſſe des einzigen Reiſenden nicht glaubten, der be: +hauptete, die ägyptiſchen Frauenzimmer hatten eine Art +von harter Haut, die ihnen über dem Schaambeine wüchſe +und die ſehr weit herabreichte, die ſie aber wegbrennten*). +Es war nichts deſtoweniger Wahrheit in der Erzählung +des Herrn Thevenot, und weit weniger Uebertreibung, +als in der Erzählungen des Jeſuiten Zachard und +Kolbe8, als ſie ihre Einbildungskraft verführte, die +natürliche Schürze der Hottendotten zu mahlen. + +wenn dieſe Art von natürlichem Schleier auch nicht +ſo beſchaffen iſt, wie man ihn beſchrieben hat, ſo ſcheint + +1 + +1 + +*) Naturgeſchichte des Menſchen. + + +","Man wartet gemeiniglich den Zeitpunkt der Männbarkeit nicht ab, der in Aegypten früher als in unseren nordlichen Landern eintritt, um die ägyptischen Mädchen zu beschneiden: man befreiet sie im sechsten oder achten Jahre von diesem lastigen Überflusse. Die Frauen, die diese eben nicht so schwere Beschneidung (so viel man sehen kann) verrichten, sind aus dem Said. Sie reifen in allen Städten und Dörfern herum, und schreien auf den Gassen: Auf eine gute Beschneiderin! Eine abergläubische Sage hat die Zeit bestimmt, wo man die Beschneidung vornehmen soll, nämlich im Anfange des Steigens des Nils. + +Es kostete mir daher viel Mühe, ehe ich Eltern fand, die in einer Jahreszeit, die so weit von jener, die man für die günstigste hält, entfernt war, in die Beschneidung ihrer Tochter einwilligten. Es war damals Winter, aber einiges Geld räumte dieses Hindernis, so wie mehrere andere, aus dem Wege. + +Wenn man nunmehr die Beschaffenheit dieses Wuchses betrachtet, das ausschließliche Kennzeichen der Frauen von ägyptischer Abkunft, so wird man leicht die Ähnlichkeit mit jenem wieder erkennen können, der an dem andern Ende von Afrika einigen von jenen Völkern, die dasselbe bewohnen, eigen ist. Buffon wollte dem Zeugnisse des einzigen Reisenden nicht glauben, der behauptete, die ägyptischen Frauenzimmer hätten eine Art von harter Haut, die ihnen über dem Schaambeine wuchse und die sehr weit herabreichte, die sie aber wegbrennten. + +Es war nichts destoweniger Wahrheit in der Erzählung des Herrn Thevenot, und weit weniger Übertreibung, als in den Erzählungen des Jesuiten Zachard und Kolbe, als sie ihre Einbildungskraft verführte, die natürliche Schurze der Hottentotten zu mahlen. + +Wenn diese Art von natürlichem Schleier auch nicht so beschaffen ist, wie man ihn beschrieben hat, so scheint es... + +Naturgeschichte des Menschen." +Z166069305,330,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000330/full/full/0/native.jpg,"man doch wenigstens unrecht zu haben, wenn man sein +Dareyn durchaus leugnet*); und wenn er auch keine +allgemeine Eigenschaft der Frauenzimmer im mittaglichen +Afrika ist, so kann man doch nicht leugnen, das er sich +bei einigen dortiger Volkern findet. +Ein neuerer beruhmter Reisender hatte anfanglich +diche Bildung fur eine Erdichtung gehalten, weil er sie in +den Distrikten, die er bisher durchreist, nicht gesehen +hatte, allein er traf fie nachher unter den wilden Hot +tentotten in einer grosen Entfernung von dem +Vorgebirge der guten soffnung an. Er hat +eine Abbildung von einer von diesen Hottentottinnen +geliefert; die Schurze scheint eine Verlangerung der +fleischigten: Substanz anzuzeigen, die das Schaambein +bedekt und die fich, indem fie reufrecht an der Schaam +herunter faut, in zwei Theile theilt. Indeffen rezt der +Burger Levaillant hinzu, der diese Sonderbarkeit +nur fur eine Wirkung der Kunst oder vielmehr fur eine +fonderbare Grille der Mode ansieht, das es eine Verlan- +gerung der grosen Schaamlefzen rey, die man durch +Reiben und ziehen auszudehnen anfangt und die mau +durch daran gehangte Gewichte bis auf neun Zoll ver- +langert. Bei ein wenig mehr Zeit, als der Burger +levaillant **) gehabt hat, um seine Beobachtungen +*) Sparrmann sagt S. 173 d. deutsch. llebers .: bei den +Weibern findet sich nichts bei diesem Geschlechte ungewohnliches: +fondern ihre weibliche Nathe. und die Nymphen sind nur, +besonders bei den Aeltern, fast durchgangig langer als gewohn- +lid, und diese Verlangerung ruhrt wahrscheinlich von der +Schlafheit her, welche im Slima, im Salben oder Somieren +und im Musiggange liegt. +Der ueber feber. +**) Die naturliche Schurze der Hottentotten, fagt levail. +lant S. 399 der J. R. Forsterischen Uebers. ist nicht eine +Verlangerung der Nymphen, sondern eine Verlangerung der","302 + +man doch wenigſtens unrecht zu haben, wenn man ſein +Dareyn durchaus leugnet*); und wenn er auch keine +allgemeine Eigenſchaft der Frauenzimmer im mittäglichen +Afrika iſt, ſo kann man doch nicht leugnen, daß er ſich +bei einigen dortiger Völkern findet. + +Ein neuerer berühmter Reiſender hatte anfänglich +diche Bildung für eine Erdichtung gehalten, weil er ſie in +den Diſtrikten, die er bisher durchreiſt, nicht geſehen +hatte, allein er traf fie nachher unter den wilden Hot +tentotten in einer großen Entfernung von dem +Vorgebirge der guten soffnung an. Er hat +eine Abbildung von einer von dieſen Hottentottinnen +geliefert; die Schürze ſcheint eine Verlångerung der +fleiſchigten: Subſtanz anzuzeigen, die das Schaambein +bedekt und die fich, indem fie reufrecht an der Schaam +herunter fåüt, in zwei Theile theilt. Indeffen rezt der +Bürger Levaillant hinzu, der dieſe Sonderbarkeit +nur für eine Wirkung der Kunſt oder vielmehr für eine +fonderbare Grille der Mode anſieht, daß es eine Verlån- +gerung der großen Schaamlefzen rey, die man durch +Reiben und ziehen auszudehnen anfängt und die mau +durch daran gehängte Gewichte bis auf neun Zoll ver- +långert. Bei ein wenig mehr Zeit, als der Bürger +levaillant **) gehabt hat, um ſeine Beobachtungen + +1 + +*) Sparrmann ſagt S. 173 d. deutſch. lleberſ .: bei den + +Weibern findet ſich nichts bei dieſem Geſchlechte ungewöhnliches: +fondern ihre weibliche Nathe. und die Nymphen ſind nur, +beſonders bei den Aeltern, faſt durchgängig långer als gewöhn- +lid, und dieſe Verlängerung rührt wahrſcheinlich von der +Schlafheit her, welche im Slima, im Salben oder Somieren +und im Müßiggange liegt. + +Der ueber feber. + +**) Die natürliche Schürze der Hottentotten, fagt levail. + +lant S. 399 der J. R. Forſteriſchen Ueberſ. iſt nicht eine +Verlängerung der Nymphen, ſondern eine Verlängerung der + + +","man doch wenigstens unrecht zu haben, wenn man sein Darein durchaus leugnet); und wenn er auch keine allgemeine Eigenschaft der Frauenzimmer im mittäglichen Afrika ist, so kann man doch nicht leugnen, dass er sich bei einigen dortiger Völker findet. + +Ein neuerer berühmter Reisender hatte anfanglich diese Bildung für eine Erdichtung gehalten, weil er sie in den Distrikten, die er bisher durchreist, nicht gesehen hatte, allein er traf sie nachher unter den wilden Hottentotten in einer großen Entfernung von dem Vorgebirge der guten Hoffnung an. Er hat eine Abbildung von einer von diesen Hottentottinnen geliefert; die Schurze scheint eine Verlängerung der fleischigen Substanz anzuzeigen, die das Schaambein bedeckt und die sich, indem sie rechtwinklig an der Scham herunter fällt, in zwei Theile theilt. Indessen rezt der Burger Levaillant hinzu, der diese Sonderbarkeit nur für eine Wirkung der Kunst oder vielmehr für eine sonderbare Grille der Mode ansieht, dass es eine Verlängerung der großen Schamleisten sei, die man durch Reiben und Ziehen auszudehnen anfängt und die man durch daran gehängte Gewichte bis auf neun Zoll verlängert. Bei ein wenig mehr Zeit, als der Burger Levaillant *) gehabt hat, um seine Beobachtungen zu machen, + +Sparrmann sagt S. 173 d. deutschen Liebers.: bei den Weibern findet sich nichts bei diesem Geschlechte ungewöhnliches; sondern ihre weibliche Natur und die Nymphen sind nur, besonders bei den Aeltern, fast durchgängig länger als gewöhnlich, und diese Verlängerung rührt wahrscheinlich von der Schlafheit her, welche im Sitzlaufen, im Salben oder Somieren und im Musiggange liegt. + +Der über sie ber. + +*) Die natürliche Schurze der Hottentotten, sagt Levaillant S. 399 der J. R. Forsterischen Uebers., ist nicht eine Verlängerung der Nymphen, sondern eine Verlängerung der" +Z166069305,331,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000331/full/full/0/native.jpg,"uber einen so interessanten Punft der Naturgeschichte des +Menschen zn verfolgen, wurde er wahrscheinlich eingesehen +grosen Lefgen an den weiblichen Geschlechtstheilen. Sie kann +eine Lange von neun Zoll und etwas mehr oder weniger enthal:! +ten, je nachdem die Person bejahrt oder je nachdem sie auf +diese fonderbare Verzierung einen grosern oder geringern +Grad von Muh verwandt hat. Ich habe ein junges Midchen +von 15 Jahren gesehen, deren Schaamlefzen schon vier Zoll +lang waren. So weit geschieht diese Ausdehnung durch Neiben +und ziehen; daran gehangte Gewichte than das ubrige. Diese +Gewohnheit ist ein besonderer Geschmal, eine ziemlich seltene +Orille der Mode. Unter der Horde, bei der id) nich jest +befand, waren nur vier Weiber nud das even erwahnte Mads +chen in diesem lacherlichen Zustande. 3. R. Forster macht +zu Levaillants Beobachtung folgende Bemerkungen: man sieht +febr leicht ein, das durch Kunst verlangerte Schaainlefsen +nicht wie der Verfasser glaubt, von jeher eine Art von Mode +gewesen sind und sich jezt nur nod hier und da an einzelnen +Personen finden, die die Mode beibehalten wollen. In den +heisesten Gegenden von ufrifa, wo die Abspannung der +festen Theile sehr gros ist, ward es zuerst nothig, bei Manns- +personen die Beschneidung einzufuhren; und aus derselben +Urfache muste man auch bei den Beibern, denen die Schaams +lefzen zu lang wurden, diese Cheile besoneiden, wie es in +Habesch noch jest mit allen Madchen geschieht. Von folden +Horden nun, denen die grose Hise ubspannung der festen Theile +verursachte, zogen einige Abkommlinge, wie es ihr Bedurfnis +erfoderte, und vielleicht aus Roth allmahlich weiter bis an das +fudlichste Ende von"" frika. Sie waren dieser Form gewohnt +und fahen fie als nothwendig zur Bildung des Menschen, ja +als eine Bollommenheit an, so wie in den Gegenden, wo +alle Menschen ohne Unterschied einen Kropf haben, dieser fur +schon und nothwendig gehalten und der Fremde,' dem er fehlt, +ladherlich gefunden wird. Da eine gemasigtere Temperatur +der Luft dem Korper mehr Spannung sab, so wurden diese +Cheile allmahlig kleiner und bei einigen verschwauden die +Auswuchfe fogar. Dies ward far haslich und unanstandig +gehalten, und man suchte also das durch die Kunst zu ersehen, +was erst das Clima gewirkt hatte. Daher kain es, das nicht +alle diese besondere Form bekamen und das zulezt das, was +erst Natur war, und dann Nachahmung derselben gewesen war, +in Mode ausartete. +Der ueberseper.","303 + +über einen so intereſſanten Punft der Naturgeſchichte des +Menſchen zn verfolgen, würde er wahrſcheinlich eingeſehen + +1 + +großen Lefgen an den weiblichen Geſchlechtstheilen. Sie kann +eine Länge von neun Zoll und etwas mehr oder weniger enthal:! +ten, je nachdem die Perſon bejahrt oder je nachdem ſie auf +dieſe fonderbare Verzierung einen größern oder geringern +Grad von Müh verwandt hat. Ich habe ein junges Midchen +von 15 Jahren geſehen, deren Schaamlefzen ſchon vier Zoll +lang waren. So weit geſchieht dieſe Ausdehnung durch Neiben +und ziehen; daran gehångte Gewichte than das übrige. Dieſe +Gewohnheit iſt ein beſonderer Geſchmal, eine ziemlich ſeltene +Orille der Mode. Unter der Horde, bei der id) nich jest +befand, waren nur vier Weiber núd das even erwähnte Mads +chen in dieſem lacherlichen Zuſtande. 3. R. Forſter macht +zu Levaillants Beobachtung folgende Bemerkungen: man ſieht +febr leicht ein, daß durch Kunſt verlängerte Schaainlefsen +nicht wie der Verfaſſer glaubt, von jeher eine Art von Mode +geweſen ſind und ſich jezt nur nod hier und da an einzelnen +Perſonen finden, die die Mode beibehalten wollen. In den +heißeſten Gegenden von ufrifa, wo die Abſpannung der +feſten Theile ſehr groß iſt, ward es zuerſt nöthig, bei Manns- +perſonen die Beſchneidung einzuführen; und aus derſelben +Urfache mußte man auch bei den Beibern, denen die Schaams +lefzen zu lang wurden, dieſe Cheile beſoneiden, wie es in +Habeſch noch jest mit allen Mädchen geſchieht. Von folden +Horden nun, denen die große Hiße übſpannung der feſten Theile +verurſachte, zogen einige Abkommlinge, wie es ihr Bedürfniß +erfoderte, und vielleicht aus Roth allmählich weiter bis an das +füdlichſte Ende von"" frika. Sie waren dieſer Form gewohnt +und fahen fie als nothwendig zur Bildung des Menſchen, ja +als eine Bollommenheit an, ſo wie in den Gegenden, wo +alle Menſchen ohne Unterſchied einen Kropf haben, dieſer für +ſchón und nothwendig gehalten und der Fremde,' dem er fehlt, +ládherlich gefunden wird. Da eine gemäßigtere Temperatur +der Luft dem Körper mehr Spannung sab, ſo wurden dieſe +Cheile allmählig kleiner und bei einigen verſchwauden die +Auswuchfe fogar. Dies ward får håßlich und unanſtåndig +gehalten, und man ſuchte alſo das durch die Kunſt zu erſehen, +was erſt das Clima gewirkt hatte. Daher kain es, daß nicht +alle dieſe beſondere Form bekamen und daß zulezt das, was +erſt Natur war, und dann Nachahmung derſelben geweſen war, +in Mode ausartete. + +Der ueberſeper. + +no + + +","Uber einen so interessanten Punkt der Naturgeschichte des Menschen zu verfolgen, wurde er wahrscheinlich eingesehen grossen Lefzen an den weiblichen Geschlechtstheilen. Sie kann eine Lange von neun Zoll und etwas mehr oder weniger enthalten, je nachdem die Person bejahrt oder je nachdem sie auf diese fonderbare Verzierung einen grosern oder geringern Grad von Muh verwandt hat. + +Ich habe ein junges Midchen von 15 Jahren gesehen, deren Schaamlefzen schon vier Zoll lang waren. So weit geschieht diese Ausdehnung durch Neiben und ziehen; daran gehangte Gewichte than das ubrige. Diese Gewohnheit ist ein besonderer Geschmack, eine ziemlich seltene Orille der Mode. + +Unter der Horde, bei der ich mich befand, waren nur vier Weiber und das eben erwahnte Madchen in diesem lacherlichen Zustande. + +3. R. Forster macht zu Levaillants Beobachtung folgende Bemerkungen: man sieht leicht ein, dass durch Kunst verlangerte Schaamlefzen nicht wie der Verfasser glaubt, von jeher eine Art von Mode gewesen sind und sich jetz nur noch hier und da an einzelnen Personen finden, die die Mode beibehalten wollen. + +In den heisesten Gegenden von Afrika, wo die Abspannung der festen Theile sehr gros ist, ward es zuerst nothig, bei Mannspersonen die Beschneidung einzufuhren; und aus derselben Ursache muste man auch bei den Weibern, denen die Schaamlefzen zu lang wurden, diese Theile besondern, wie es in Habesch noch jest mit allen Madchen geschieht. + +Von diesen Horden nun, denen die grosze Hizeubspannung der festen Theile verursachte, zogen einige Abkommlinge, wie es ihr Bedurfnis erfoderte, und vielleicht aus Roth allmahlich weiter bis an das sudlichste Ende von Afrika. Sie waren dieser Form gewohnt und fanden sie als nothwendig zur Bildung des Menschen, ja als eine Vollkommenheit an, so wie in den Gegenden, wo alle Menschen ohne Unterschied einen Kropf haben, dieser fur schon und nothwendig gehalten und der Fremde, dem er fehlt, lacherlich gefunden wird. + +Da eine gemasigtere Temperatur der Luft dem Korper mehr Spannung gab, so wurden diese Theile allmahlig kleiner und bei einigen verschwanden die Auswuchse fogar. Dies ward fur hasslich und unanstandig gehalten, und man suchte also das durch die Kunst zu erhalten, was erst das Clima gewirkt hatte. + +Daher kam es, dass nicht alle diese besondere Form bekamen und das zuletzt das, was erst Natur war, und dann Nachahmung derselben gewesen war, in Mode ausartete." +Z166069305,332,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000332/full/full/0/native.jpg,"haben, das die ausirordentliche Ausdehnung, die man +ihm als das Werk der Kunf vorgestellt hat, ein Erzeug- +nis der Natur ist. +Es ist in der That schwer zu begreifen, wie der +obere Sheil der grosen Lefzen eine fu betrachtliche Lange +erreichen kann, mag man auch fur Kunstgriffe i dabei +anwenden, welche man will. Und wenn man bedenkt, +das an den andern Ende des n& mlichen festen Landes +ein Volk lebt, bei welchem die Weiber einen naturlichen +Auswuchs haben, der fich von jenem der hottentots +tinnen, die der Burger Levaillant befiicht hat, +nur dadurdy unterscheidet, das er einfach und nicht +gabelformig ist; ivenn man versichert ist, das dieser +Auswuchs keine Wirkung des Ziehens, Reibens oder +irgend eines ansern folden Mittels ist, weil isn die +Weiber mit auf die Welt bringen und weil sie ihn weg- +zuschaffen eilen, ro kann man sich nicht des Gedankens +enthalten, das er nicht blos den legypterinnen +eigen ist sondern das er fich von Aegypten an bis +zum Vorgebirge der guten Hoffnung in einer +Linie erstrecken wurde, die nur die schwarzbraunen Frau: +enzimmer, aber nicht die regerinnen begriffe, die +nichts Aehnliches von der Art haben. Diese Vermuthung +erhalt durch die Gewisheit einiges Gewicht, das sich auch +die habersinischen Frauenzimmer so wie die a g y P- +tisch en beschneiden laffen; und ob man gleich nichts +geiviffes iber die ursachen dieser Operation in Haberch +weis, so ist es doch mehr als wahrscheinlich, das fie +eine Folge einer bei beiden abnlichen Bildung ist und +das mit um fo mehrerm Grunde, weil die Meiber, die +das Geschaft der Beschneidung in Adypten treiben, +aus dem Theil diefes Landes find, der naher an Har +berch liegt. +Ich verschaffte mir auch in meiner Wohnung' ein +Schauspiel anderer Art.' zu dem Erstern hatte die Natur","504 + +? + +haben, daß die außirordentliche Ausdehnung, die man +ihm als das Werk der Kunf vorgeſtellt hat, ein Erzeug- +niß der Natur iſt. + +Es iſt in der That ſchwer zu begreifen, wie der +obere Sheil der großen Lefzen eine fu beträchtliche Lange +erreichen kann, mag man auch für Kunſtgriffe i dabei + +Do + +1 + +anwenden, welche man will. Und wenn man bedenkt, +daß an den andern Ende des n& mlichen feſten Landes +ein Volk lebt, bei welchem die Weiber einen natürlichen +Auswuchs haben, der fich von jenem der hottentots +tinnen, die der Bürger Levaillant befiicht hat, +nur dadurdy unterſcheidet, daß er einfach und nicht +gabelförmig iſt; ivenn man verſichert iſt, daß dieſer +Auswuchs keine Wirkung des Ziehens, Reibens oder +irgend eines ansern folden Mittels iſt, weil iſn die +Weiber mit auf die Welt bringen und weil ſie ihn weg- +zuſchaffen eilen, ro kann man ſich nicht des Gedankens +enthalten, daß er nicht bloß den legypterinnen +eigen iſt ſondern daß er fich von Aegypten an bis +zum Vorgebirge der guten Hoffnung in einer +Linie erſtrecken würde, die nur die ſchwarzbraunen Frau: +enzimmer, aber nicht die regerinnen begriffe, die +nichts Aehnliches von der Art haben. Dieſe Vermuthung +erhålt durch die Gewißheit einiges Gewicht, daß ſich auch +die haberſiniſchen Frauenzimmer ſo wie die å g y P- +tiſch en beſchneiden laffen; und ob man gleich nichts +geiviffes iber die urſachen dieſer Operation in Haberch +weiß, ſo iſt es doch mehr als wahrſcheinlich, daß fie +eine Folge einer bei beiden åbnlichen Bildung iſt und +das miť um fo mehrerm Grunde, weil die Meiber, die +das Geſchäft der Beſchneidung in Adypten treiben, +aus dem Theil diefes Landes find, der nåher an Har +berch liegt. + +Ich verſchaffte mir auch in meiner Wohnung' ein +Schauſpiel anderer Art.' zu dem Erſtern hatte die Natur + + +","haben, das die außergewöhnliche Ausdehnung, die man ihm als das Werk der Kunst vorgestellt hat, ein Erzeugnis der Natur ist. + +Es ist in der That schwer zu begreifen, wie der obere Teil der großen Lippen eine für beträchtliche Länge erreichen kann, mag man auch für Kunstgriffe dabei anwenden, welche man will. Und wenn man bedenkt, dass an den andern Ende des nämlichen festen Landes ein Volk lebt, bei welchem die Weiber einen natürlichen Auswuchs haben, der sich von jenem der Hottentotten, die der Burger Levaillant beschicht hat, nur dadurch unterscheidet, dass er einfach und nicht gabelförmig ist; wenn man versichert ist, dass dieser Auswuchs keine Wirkung des Ziehens, Reibens oder irgend eines ähnlichen Mittels ist, weil die Weiber mit auf die Welt bringen und weil sie ihn weg-zuschaffen eilen, so kann man sich nicht des Gedankens enthalten, dass er nicht bloß den Ägypterinnen eigen ist sondern dass er sich von Ägypten an bis zum Vorgebirge der guten Hoffnung in einer Linie erstrecken würde, die nur die schwarzbraunen Frauenzimmer, aber nicht die Regierenden begriffe, die nichts Ähnliches von der Art haben. Diese Vermutung erhält durch die Gewissheit einiges Gewicht, dass sich auch die haberischen Frauenzimmer so wie die ägyptischen beschneiden lassen; und ob man gleich nichts Gewisses über die Ursachen dieser Operation in Haberch weiß, so ist es doch mehr als wahrscheinlich, dass sie eine Folge einer bei beiden ähnlichen Bildung ist und dass mit um so mehrerm Grunde, weil die Meiber, die das Geschaft der Beschneidung in Ägypten treiben, aus dem Theile dieses Landes sind, der näher an Haberch liegt. + +Ich verschaffte mir auch in meiner Wohnung ein Schauspiel anderer Art. Zu dem Erstern hatte die Natur" +Z166069305,333,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000333/full/full/0/native.jpg,"die Kosten. Hergegeben: das Andere war ein merkwurdis +ger Beweis von der Aussoyweifung der Menschen. Die +Race der Prylli, jener Volkerschaft, die sich schmeis +chelte, die, Macht zu befigen, den Schlangen trokig +begegnen, ihnen schmeicheln, fie mit der Stimme herbei: +rufen und ihre Biffe beilen zu konnen, hat sich int +Aegypten fortgepflanzt. Es giebt eine Scfte vor +Leuten, die man nach dem Namen ihres Stifters, eines +bei den m a bom wedanern dieser Lander sehr vers +ehrten Heiligen, Saadi8 nennt. Diefer Saadi +hatte einen Oheim, der ein angesehener Mann in S- +rien war. Da man ihn nun eines Tages, einige Zweige +von Gestrauchen in der Wuste zu suchen, ausgeschikt +hatte, so gerieth der junge Mensch in grose Verlegenheit, +womit er das abgeschnittene Bundel zusammenbinden +follte. Nach vielen vergeblichen Suchen fiel er auf den +Einfall, mehrere Schlangen, Eine an das Ende der +Andern, zusammenzuknupfen: und mit diesem lebendigen +Stricke band er fein Bundel zusammen. Der Oheim +war uber den Fleis seines Enkels ganz bezaubert und +sagte zu ihm: Auf! du kanuft jest allein gehen; +du weist mehr als ich. Vor diefer Zeit an durch +jog Sieser so geschikte Mensch die Welt, betaubte durch +eine wunderbare und ubernaturliche Wiffenschaft die +Salangen und bekam eine grose Menge Schuler, denen +er seine Macht mittheilte. Sein Grab ist in der Nahe +von Damask: es ist voller Schlangen und anderer +giftiger Thiere, unter welchen man ohne irgend einige +Gefahr liegen und schlafen kann. +Dies ist der aberglaubische Ursprung einer in +Aegypten sehr zahlreichen Sekte, worunter jeder die +Wissenschaft ihres Stifters geerbt hat. +Sie feiern +jahrlich ein Feft auf eine ihrer Stiftung angemessene +21rt. Sie ziehen in Prozession auf den Gaffen herum +und jeder halt in der Hand eine lebendige Schlange, die +Sonnini Reifen. ir BD.","305 + +? + ++ + +die Koſten. Hergegeben: das Andere war ein merkwürdis +ger Beweis von der Ausſoyweifung der Menſchen. Die +Race der Prylli, jener Völkerſchaft, die ſich ſchmeis +chelte, die, Macht zu befigen, den Schlangen trokig +begegnen, ihnen ſchmeicheln, fie mit der Stimme herbei: +rufen und ihre Biffe beilen zu können, hat ſich int +Aegypten fortgepflanzt. Es giebt eine Scfte vor +Leuten, die man nach dem Namen ihres Stifters, eines +bei den m a bom wedanern dieſer Lånder ſehr vers +ehrten Heiligen, Saadi8 nennt. Diefer Saadi +hatte einen Oheim, der ein angeſehener Mann in S- +rien war. Da man ihn nun eines Tages, einige Zweige +von Geſträuchen in der Wüſte zu ſuchen, ausgeſchikt + +. +hatte, ſo gerieth der junge Menſch in große Verlegenheit, +womit er das abgeſchnittene Bündel zuſammenbinden +follte. Nach vielen vergeblichen Suchen fiel er auf den +Einfall, mehrere Schlangen, Eine an das Ende der +Andern, zuſammenzuknüpfen: und mit dieſem lebendigen +Stricke band er fein Bündel zuſammen. Der Oheim +war über den Fleiß ſeines Enkels ganz bezaubert und +ſagte zu ihm: Auf! du kanuft jest allein gehen; +du weißt mehr als ich. Vor diefer Zeit an durch +jog Sieſer ſo geſchikte Menſch die Welt, betäubte durch +eine wunderbare und übernatürliche Wiffenſchaft die +Salangen und bekam eine große Menge Schüler, denen +er ſeine Macht mittheilte. Sein Grab iſt in der Nähe +von Damask: es iſt voller Schlangen und anderer +giftiger Thiere, unter welchen man ohne irgend einige +Gefahr liegen und ſchlafen kann. + +1 + +Dies iſt der aberglåubiſche Urſprung einer in +Aegypten ſehr zahlreichen Sekte, worunter jeder die +Wiſſenſchaft ihres Stifters geerbt hat. + +Sie feiern +jährlich ein Feft auf eine ihrer Stiftung angemeſſene +21rt. Sie ziehen in Prozeſſion auf den Gaffen herum +und jeder hålt in der Hand eine lebendige Schlange, die + +Sonnini Reifen. ir BD. + + +","die Kosten. Hergegeben: das Andere war ein merkwürdiger Beweis von der Ausschweifung der Menschen. Die Rasse der Prylli, jener Völkerschaft, die sich schmichelte, die Macht zu begreifen, den Schlangen trotzig begegnen, ihnen schmeicheln, sie mit der Stimme herbeirufen und ihre Bisse heilen können, hat sich in Ägypten fortgepflanzt. Es gibt eine Secte vor Leuten, die man nach dem Namen ihres Stifters, eines bei den mohammedanischen Bewohnern dieser Länder sehr verehrten Heiligen, Saadi nennt. Dieser Saadi hatte einen Oheim, der ein angesehener Mann in Syrien war. Da man ihn nun eines Tages, einige Zweige von Gesträuchen in der Wüste zu suchen, ausgeschickt hatte, so geriet der junge Mensch in große Verlegenheit, womit er das abgeschnittene Bündel zusammenbinden sollte. + +Nach vielen vergeblichen Suchen fiel er auf den Einfall, mehrere Schlangen, eine an das Ende der Andern, zusammenzuknüpfen; und mit diesem lebendigen Stricke band er sein Bündel zusammen. Der Oheim war über den Fleiß seines Enkels ganz bezaubert und sagte zu ihm: Auf! du kannst jetzt allein gehen; du weißt mehr als ich. + +Vor dieser Zeit an zog dieser so geschickte Mensch die Welt, betäubte durch eine wunderbare und übernatürliche Wissenschaft die Schlangen und bekam eine große Menge Schüler, denen er seine Macht mitteilte. Sein Grab ist in der Nähe von Damask: es ist voller Schlangen und anderer giftiger Thiere, unter welchen man ohne irgend einige Gefahr liegen und schlafen kann. + +Dies ist der abergläubische Ursprung einer in Ägypten sehr zahlreichen Sekte, worunter jeder die Wissenschaft ihres Stifters geerbt hat. Sie feiern jährlich ein Fest auf eine ihrer Stiftung angemessene Weise. + +Sie ziehen in Prozession auf den Gassen herum und jeder hält in der Hand eine lebendige Schlange, die Sonnenhitze erträgt." +Z166069305,334,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000334/full/full/0/native.jpg,"er unter schreklichen Verzudungen und Grimaffen beist, +zerreist und stulweise verschlingt. Dieses Fest aber, das +ich zu sehen wunschte, wurde nur im Sommer gefeiert +und ich war sehr neugierig, einen rolchen Schlangenfreffer +in der Nahe zu untersuchen. Ich und Herr Forneti +nahmen zu denselben Mitteln unsere Zuflucht, die wir +bei dem Schauspiele der Beschneidung gebraucht hatten: +es kam ein Saadi auf mein Zimmer, der von einein +Priester seiner Sekte begleitet war. Dieser hatte eine +grose Schlange in seinem Busen, die er ohne Aufhoren +mit den Handen befuhlte. Nachdem er ein Gebet herges +sagt hatte, ubergab er fie dem Saadi. Ich bemerkte, +das man ihr die 3 abne ausgeriffen hatte: +fie war ubrigens sehr lebhaft, und sah dunkelgrun und +kupferroth aus. +Der Saadi faste die Schlange herzhaft an, die +fich um seinen nakten Arm herumschlang. Er fieng an +unruhig zu werden; feine Gestalt veranderte fich; feine +Uugen dreheten sich in Kreifen herum; er sties ein schrets +liches Gefchrei aus und der Rarende bis das Thier in +den Kopf und ris ein ganzes Stuk davon weg, das wir +ihn kauen und verschlingen fahen. Sezt gerieth er in +Zuckungen: fein Heulen verdoppelte sich seine Gliedmasen +krummten und biegten fich; feine Gesichtsbildung nahm +ale Kennzeichen der Wuth an; aus seinem Munde, den +er durch schrekliche Grimassen ausdehnte, floffen Wellen +von Schaum. Von Zeit zu Zeit verschlung er neue +Stucke von der Schlange: Drei Leute bemuheten fich, +ihn fest zu halten: aber er zog sie alle drei mit fort und +durchlief die Stube mit ihnen. Er schleuderte feine Arme +nach allen Seiten herum und schlug alles, was ihm in +den Weg kam. Da wir ihm immer aus dem Wege zu +gehen suchten, so musten wir, ich und Herr Forneti, +uns' manchmal an die Wand drucken, um ihn vorbeigehen +zu lassen, und seinen Schlagen auszuweichen. Gern","506 + +1 + +er unter ſchreklichen Verzudungen und Grimaffen beißt, +zerreißt und ſtůlweiſe verſchlingt. Dieſes Feſt aber, das +ich zu ſehen wünſchte, wurde nur im Sommer gefeiert +und ich war ſehr neugierig, einen rolchen Schlangenfreffer +in der Nähe zu unterſuchen. Ich und Herr Forneti +nahmen zu denſelben Mitteln unſere Zuflucht, die wir +bei dem Schauſpiele der Beſchneidung gebraucht hatten: +es kam ein Saadi auf mein Zimmer, der von einein +Prieſter ſeiner Sekte begleitet war. Dieſer hatte eine +große Schlange in ſeinem Buſen, die er ohne Aufhören +mit den Händen befühlte. Nachdem er ein Gebet herges +ſagt hatte, übergab er fie dem Saadi. Ich bemerkte, +daß man ihr die 3 åbne ausgeriffen hatte: +fie war übrigens ſehr lebhaft, und ſah dunkelgrün und +kupferroth aus. + +Der Saadi faßte die Schlange herzhaft an, die +fich um ſeinen nakten Arm herumſchlang. Er fieng an +unruhig zu werden; feine Geſtalt veränderte fich; feine +Uugen dreheten ſich in Kreifen herum; er ſtieß ein ſchrets +liches Gefchrei aus und der Rarende biß das Thier in +den Kopf und riß ein ganzes Stûk davon weg, das wir +ihn kauen und verſchlingen fahen. Sezt gerieth er in +Zuckungen: fein Heulen verdoppelte ſich ſeine Gliedmaßen +krümmten und biegten fich; feine Geſichtsbildung nahm +ale Kennzeichen der Wuth an; aus ſeinem Munde, den +er durch ſchrekliche Grimaſſen ausdehnte, floffen Wellen +von Schaum. Von Zeit zu Zeit verſchlung er neue +Stücke von der Schlange: Drei Leute bemüheten fich, +ihn feſt zu halten: aber er zog ſie alle drei mit fort und +durchlief die Stube mit ihnen. Er ſchleuderte feine Arme +nach allen Seiten herum und ſchlug alles, was ihm in +den Weg kam. Da wir ihm immer aus dem Wege zu +gehen ſuchten, ſo mußten wir, ich und Herr Förneti, +uns' manchmal an die Wand drücken, um ihn vorbeigehen +zu laſſen, und ſeinen Schlågen auszuweichen. Gern + + +","er unter schrecklichen Verzerrungen und Grimassen beist, +zerrißt und stückweise verschlingt. Dieses Fest aber, das ich zu sehen wünschte, wurde nur im Sommer gefeiert und ich war sehr neugierig, einen richtigen Schlangenfreßer in der Nähe zu untersuchen. Ich und Herr Forneti nahmen zu denselben Mitteln unsere Zuflucht, die wir bei dem Schaupiele der Beschneidung gebraucht hatten: es kam ein Saadi auf mein Zimmer, der von einem Priester seiner Sekte begleitet war. Dieser hatte eine große Schlange in seinem Busen, die er ohne Aufhören mit den Händen befühlte. Nachdem er ein Gebet hersagte hatte, übergab er sie dem Saadi. Ich bemerkte, dass man ihr die 3 Augen ausgerissen hatte: sie war übrigens sehr lebhaft, und sah dunkelgrün und kupferroth aus. + +Der Saadi faßte die Schlange herzhaft an, die sich um seinen nackten Arm herumschlang. Er fing an unruhig zu werden; seine Gestalt veränderte sich; seine Augen drehten sich in Kreisen herum; er stieß ein schreckliches Gefähr aus und der Rasende biß das Thier in den Kopf und riß ein ganzes Stück davon weg, das wir ihn kauen und verschlingen sahen. Seit gerieth er in Zuckungen: sein Heulen verdoppelte sich seine Gliedmaßen krümmten und biegten sich; seine Gesichtsbildung nahm alle Kennzeichen der Wuth an; aus seinem Munde, den er durch schreckliche Grimassen ausdehnte, floffen Wellen von Schaum. Von Zeit zu Zeit verschlang er neue Stücke von der Schlange: Drei Leute bemühnten sich, ihn fest zu halten: aber er zog sie alle drei mit fort und durchlief die Stube mit ihnen. Er schleuderte seine Arme nach allen Seiten herum und schlug alles, was ihm in den Weg kam. Da wir ihm immer aus dem Wege zu gehen suchten, so mußten wir, ich und Herr Forneti, uns manchmal an die Wand drücken, um ihn vorbeigehen zu lassen, und seinen Schlagen auszuweichen. Gern" +Z166069305,335,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000335/full/full/0/native.jpg,"hatten wir diesen Wuthenden weit von uns entfernt +gesehen. Endlich nahm ihm der Priester die Schlange +weg; aber feine Wuth und seine Zuckungen liesen nicht +fonteich nach; er bis sich in die Hande und seine Rarea +reien dauerten fort.- Der Priester fchlos ihn in seine +Arme, legte ihm fachte die Hand auf den Rucken, hob +ihn von der Erde auf und sagte Gebete her. Die Unruhe +lies allmahlig nach und verivandelte sich in eine ganzliche +Ermattung, die einige Augenblicke anhielt. +Die Surfen, die dieser wunderlichen und abge's +Ichmakten Ceremonie beiwohnten, waren von der Bahrheit +diefer heiligen Wuth vollig uberzeugt. Es ist wahr, +mag es nun Wahrheit oder Charletanerie renn, man +kann die Anfalle der Wuth und der Raserei niche natur- +licher darstellen, noch einen Menschen in einem schreklichern +Zustande vor fich Teben. +Die grose Unzahl solcher Schlangenfresser hat einige +Schriftsteller und besonders den Dr. Sha 10 auf den +Gedanken gebracht, das fie von diesen kriechenden Thieren +lebten. Es giebt nach dem englischen Reifenden in and +um sairo herum mehr als viertausend Personen, die +fich blos von Schlangen ernahren. Allein dies ift ein +Irrthun. Fur die Saadis sind die Sdlangen keine +Nahrung, und wenn sie auch bei ihren Ceremonien einige +I davon lebendig zerreisen und roh verschlingen, fo leben +ste doch nicht davon. Uebrigens find diere Menschen in +A egypten sehr geehrt: die Turken aber in andern +Theilen des ottomanischen Reiches lachen nur +daruber. +Ich habe Gelegenheit gehabt, mich mit einem Scheit +oder Priester von dieser Sekte zu unterhalten Er war +sehr offenherzig: denn ob er mir gleich ganz aufrichtig +versicherte, inehrere unter ihnen befasen eine auserordent.","507 + +hätten wir dieſen Wuthenden weit von uns entfernt +geſehen. Endlich nahm ihm der Prieſter die Schlange +weg; aber feine Wuth und ſeine Zuckungen ließen nicht +fonteich nach; er biß ſich in die Hände und ſeine Rarea +reien dauerten fort.- Der Prieſter fchloß ihn in ſeine + +. +Arme, legte ihm fachte die Hand auf den Rücken, hob +ihn von der Erde auf und ſagte Gebete her. Die Unruhe +ließ allmählig nach und verivandelte ſich in eine gånzliche +Ermattung, die einige Augenblicke anhielt. + +*** + +11 + +Die Sürfen, die dieſer wunderlichen und abge's +Ichmakten Ceremonie beiwohnten, waren von der Bahrheit +diefer heiligen Wuth völlig überzeugt. Es iſt wahr, +mag es nun Wahrheit oder Charletanerie renn, man +kann die Anfälle der Wuth und der Raſerei niche natur- +licher darſtellen, noch einen Menſchen in einem ſchreklichern +Zuſtande vor fich Teben. + +1 + +Die große Unzahl ſolcher Schlangenfreſſer hat einige +Schriftſteller und beſonders den Dr. Sha 10 auf den +Gedanken gebracht, daß fie von dieſen kriechenden Thieren +lebten. Es giebt nach dem engliſchen Reifenden in and +um şairo herum mehr als viertauſend Perſonen, die +fich bloß von Schlangen ernähren. Allein dies ift ein + +. +Irrthun. Für die Saadis ſind die Sdılangen keine + +Nahrung, und wenn ſie auch bei ihren Ceremonien einige +I davon lebendig zerreißen und roh verſchlingen, fo leben + +ſte doch nicht davon. Uebrigens find diere Menſchen in +A egypten ſehr geehrt: die Türken aber in andern +Theilen des ottomaniſchen Reiches lachen nur +darüber. + +Ich habe Gelegenheit gehabt, mich mit einem Scheit +oder Prieſter von dieſer Sekte zu unterhalten Er war +ſehr offenherzig: denn ob er mir gleich ganz aufrichtig +verſicherte, inehrere unter ihnen befäßen eine außerordent. + +11'2 + + +","hatten wir diesen Wuthenden weit von uns entfernt gesehen. Endlich nahm ihm der Priester die Schlange weg; aber seine Wuth und seine Zuckungen ließen nicht fort nach; er biß sich in die Hände und seine Rasereien dauerten fort. - Der Priester schloß ihn in seine Arme, legte ihm sachte die Hand auf den Rücken, hob ihn von der Erde auf und sagte Gebete her. Die Unruhe ließ allmählig nach und verwandelte sich in eine ganzliche Ermattung, die einige Augenblicke anhielt. + +Die Zuschauer, die dieser wunderlichen und abgesonderten Ceremonie beiwohnten, waren von der Wahrheit dieser heiligen Wuth vollig überzeugt. Es ist wahr, mag es nun Wahrheit oder Charlatanerie sein, man kann die Anfälle der Wuth und der Raserei nicht natürlich darstellen, noch einen Menschen in einem schrecklicheren Zustande vor sich sehen. + +Die große Unzahl solcher Schlangenfresser hat einige Schriftsteller und besonders den Dr. Shaw auf den Gedanken gebracht, dass sie von diesen kriechenden Thieren leben. Es gibt nach dem englischen Reisenden in und um Cairo herum mehr als viertausend Personen, die sich bloß von Schlangen ernähren. Allein dies ist ein Irrthum. Für die Saddis sind die Schlangen keine Nahrung, und wenn sie auch bei ihren Ceremonien einige davon lebendig zerreisen und roh verschlingen, so leben sie doch nicht davon. Uebrigens finden diese Menschen in Ägypten sehr geehrt; die Türken aber in andern Theilen des ottomanischen Reiches lachen nur darüber. + +Ich habe Gelegenheit gehabt, mich mit einem Scheich oder Priester von dieser Sekte zu unterhalten. Er war sehr offenherzig: denn ob er mir gleich ganz aufrichtig versicherte, einige unter ihnen besäßen eine außerordentliche" +Z166069305,336,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000336/full/full/0/native.jpg,"liche Gewalt uber die Schlangen, so geftand er mir doch +wiederum, das ihm nichts von dieser Gewalt verlieben +worden ren und das er fich hingegen vor diesen Thieren +gar sehr furchte. Ich erfuhr von ihm einige ndhere +Umstande, die ich mittheilen wil. Damit sie im Falle +der Moth immer Schlangen vorrathig baben, ern.hren +fie dieselben in ihren Hausern; gebrauchen aber dabei +die Vorsicht, ihnen die Zahne auszureisen. Wenn jemand +von einer Sdlange gebissen wird, so geht er zu einem +Saadi. Dieser ragt einige Worte uber der Wunde +her, macht daselbst mit dem Schermeffer einige Schropf. +Ischer urto nachdem er den Mund vou Zitronensaft genoin- +men hat, saugt er das Blut verschiedenemale aus. Die +namlichen Menschen heilen auch den Schlangenans +hauch. So nennen sie die entzundeten Hizblattern, +die manchmal diejenigen befallen, die unter freiem Himmel +schlafen und bei denen einige Theile des Korpers blos +gelegen haben: fie behaupten, diere Blattern ruhrten +von dem giftigen Anbauche einer Schlange her. Das +Mittel, das sie brauchen, ist Sesamel mit Bleiweis +vermischt: mit dieser Salbe reiben sie die Hizblattern +und ermangeln' niemals, zugleich einige Worte herzu: +brummen, ohne welche alle Mittel nichts helfen wurden. +So ist das Loos der Menschheit! Es giebt kein Volk auf +der Erde, dessen Geschichte nicht mehrere Seiten dem +Aberglauben widmen muste.","208 + +4 + +! + +liche Gewalt über die Schlangen, ſo geftand er mir doch +wiederum, daß ihm nichts von dieſer Gewalt verlieben +worden ren und daß er fich hingegen vor dieſen Thieren +gar ſehr fürchtë. Ich erfuhr von ihm einige ndhere +Umſtånde, die ich mittheilen wil. Damit ſie im Falle +der Moth immer Schlangen vorräthig baben, ern.hren +fie dieſelben in ihren Häuſern; gebrauchen aber dabei +die Vorſicht, ihnen die Zähne auszureißen. Wenn jemand +von einer Sdılange gebiſſen wird, ſo geht er zu einem +Saadi. Dieſer ragt einige Worte über der Wunde +her, macht daſelbſt mit dem Schermeffer einige Schropf. +Ischer urto nachdem er den Mund vou Zitronenſaft genoin- +men hat, ſaugt er das Blut verſchiedenemale aus. Die +nämlichen Menſchen heilen auch den Schlangenans +hauch. So nennen ſie die entzündeten Hizblattern, +die manchmal diejenigen befallen, die unter freiem Himmel +ſchlafen und bei denen einige Theile des Körpers bloß +gelegen haben: fie behaupten, diere Blattern rührten +von dem giftigen Anbauche einer Schlange her. Das +Mittel, das ſie brauchen, iſt Seſamel mit Bleiweiß +vermiſcht: mit dieſer Salbe reiben ſie die Hizblattern +und ermangeln' niemals, zugleich einige Worte herzu: +brummen, ohne welche alle Mittel nichts helfen würden. +So iſt das Loos der Menſchheit! Es giebt kein Volk auf +der Erde, deſſen Geſchichte nicht mehrere Seiten dem +Aberglauben widmen müßte. + + +","liche Gewalt über die Schlangen, so gestand er mir doch wiederum, dass ihm nichts von dieser Gewalt verliehen worden wäre und dass er sich hingegen vor diesen Thieren gar sehr fürchte. Ich erfuhr von ihm einige weitere Umstände, die ich mitteilen will. Damit sie im Falle der Not immer Schlangen vorrätig haben, ernähren sie dieselben in ihren Häusern; gebrauchen aber dabei die Vorsicht, ihnen die Zähne auszureißen. Wenn jemand von einer Schlange gebissen wird, so geht er zu einem Saadi. Dieser raunt einige Worte über der Wunde her, macht daselbst mit dem Schermesser einige Schnitte. Ischer erto nachdem er den Mund voll Zitronensaft genommen hat, saugt er das Blut verschiedenemale aus. Die nämlichen Menschen heilen auch den Schlangenbiss. So nennen sie die entzündeten Hitzeblattern, die manchmal diejenigen befallen, die unter freiem Himmel schlafen und bei denen einige Theile des Körpers bloß gelegen haben: sie behaupten, diese Blattern rührten von dem giftigen Anhauche einer Schlange her. Das Mittel, das sie brauchen, ist Sesam mit Bleiweiß vermischt: mit dieser Salbe reiben sie die Hitzeblattern und ermangeln niemals, zugleich einige Worte hinzubrummen, ohne welche alle Mittel nichts helfen würden. So ist das Loos der Menschheit! Es gibt kein Volk auf der Erde, dessen Geschichte nicht mehrere Seiten dem Aberglauben widmen müsste." +Z166069305,337,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000337/full/full/0/native.jpg,"Pier und zwanzigstes Capitel. +Winter Nilaal Schildkrote Vogel +Nachtigall som Raubvogel Kauzlein weise +Bachstelze Eisvogel- Reiher anyon Sultanss +Huhn"" gewaffnete Regenpfeifer- Wiedehopfen +Schattenkafer Pomeranzen Zwiebeln +Knoblauch Lattig- Aaronswurzel- Mungo +Thaleb Art und Weise, wie die Afrikaner die +Menschen benennen Ratten uud Mause +Schaafe Ziegen Anstalten zur Abreise vor +Raschid meteorologische Beobachtungen Winds +stose aus Suden. +Wenn +Senn uns irgend etwas wegen der Verirrungen trsten +fann, denen die Menschheit unterworfen ist und die fo +oft ihre Geisel werden, fo ist es ohne Zweifel die +Betrachtung der Natur. Bei meinen oftern Spaziers +gangen auf den Gefilden' von Rarch id vergas ich die +Thorheiten und Leiden, die jede Vereinigung von Mens +fchen tyrannifiren, und lieblichere Gedanken traten in +meinem Gemuthe an die Stelle der Sustern Farben der +Melancholie. +Es war jezt am Ende des Dezembers und es +Herrschte in diesen Gegenden der starffte Winter. Heftige +Winde tobten in der Atmosphare und schlugen Wellen +auf dem Nil, der sich in sein Bette zurukgezogen hatte.","500 + +1 + +12 + +Pier und zwanzigſtes Capitel. + +< + +Winter Nilaal Schildkröte Vögel +Nachtigall som Raubvogel Kauzlein weiße +Bachſtelze Eisvogel- Reiher anyon Sultanss +Huhn"" gewaffnete Regenpfeifer- Wiedehopfen +Schattenkäfer Pomeranzen Zwiebeln +Knoblauch Lattig- Aaronswurzel- Mungo +Thaleb Art und Weiſe, wie die Afrikaner die +Menſchen benennen Ratten uud Máuſe +Schaafe Ziegen Anſtalten zur Abreiſe vor +Raſchid meteorologiſche Beobachtungen Winds + +ſtöße aus Süden. + +11 + +11 + ++ + +܀ + +Wenn + +Senn uns irgend etwas wegen der Verirrungen trøſten +fann, denen die Menſchheit unterworfen iſt und die fo +oft ihre Geißel werden, fo iſt es ohne Zweifel die +Betrachtung der Natur. Bei meinen oftern Spaziers +gången auf den Gefilden' von Rarch id vergaß ich die +Thorheiten und Leiden, die jede Vereinigung von Mens +fchen tyrannifiren, und lieblichere Gedanken traten in +meinem Gemüthe an die Stelle der Süſtern Farben der +Melancholie. + +Es war jezt am Ende des Dezembers und es +Herrſchte in dieſen Gegenden der ſtårffte Winter. Heftige +Winde tobten in der Atmoſphäre und ſchlugen Wellen +auf dem Nil, der ſich in ſein Bette zurükgezogen hatte. + + +","Pier und zwanzigstes Capitel. +Winter Nilaal Schildkröte Vogel Nachtigall som Raubvogel Kauzlein weise Bachstelze Eisvogel- Reiher anyon Sultanss Huhn gewaffnete Regenpfeifer- Wiedehopfen Schattenkafer Pomeranzen Zwiebeln Knoblauch Lattig- Aaronswurzel- Mungo Thaleb Art und Weise, wie die Afrikaner die Menschen benennen Ratten und Mause Schaafen Ziegen Anstalten zur Abreise vor Raschid meteorologische Beobachtungen Windsstöße aus Süden. +Wenn uns irgend etwas wegen der Verirrungen trösten kann, denen die Menschheit unterworfen ist und die oft ihre Geisel werden, so ist es ohne Zweifel die Betrachtung der Natur. Bei meinen oftmalen Spaziergängen auf den Gefilden von Rarch id vergas ich die Thorheiten und Leiden, die jede Vereinigung von Menschen tyrannisieren, und lieblichere Gedanken traten in meinem Gemüthe an die Stelle der süstern Farben der Melancholie. +Es war jetzt am Ende des Dezembers und es herrschte in diesen Gegenden der strengste Winter. Heftige Winde tobten in der Atmosphäre und schlugen Wellen auf dem Nil, der sich in sein Bette zurückgezogen hatte." +Z166069305,338,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000338/full/full/0/native.jpg,"fel +Es fielen Regen, die manchmal mit Donner begleitet +waren und die ein schon durch das Fluswasser angefeuch: +tetes Land noch mehr mit Wasser anfullten. Das Meer +sturmte und crlaubte felten den Sarken, fich auf dasselbe +zu wagen: Sie inbesonnenheit der Seeleute, die feine +Gefahren nicht im Hafen zuruthalten konnten, rezte sie +gewifien Gefahren aus und der Tod war oft der Preis +ihrer Kuhnheit. Von zwei Schermes, die troz des +fturmischen Wetters das ruhige ufer von Rarchid +berlaffen hatten, um nach Alexandrien zu fegeln, +gieng eine auf dem Bog has zu Grunde, die andere +konnte, als sie die Gefahren der Barre uberstanden hatte, +der Wuth des Meeres nicht widerstehen und wurde von +den gewaltig tobenden Wellen verschlungen. Auser ihrer +Mannschaft hatte fede von diesen Barken noch funfzehn +bis zwanzig Galliondgis oder turkische Seefoldaten, +die zu einer im alten Hafen von Alexandrien gelans +deten Caravelle gehorten: niemand konnte sich retten. +Mitten unter diesem Aufruhre der Natur sprangen +Meerschweine fpielend uber die Mundung des Nils, +den Schauplaz der Gefahren und des Codes, hin und +zeigten sich haufiger als in andern Jahreszeiten vor den +Mauern von Rashid. +thi +ite +In dem Arme des Fluffes, der vor dieser Stadt +vorbeigeht, fand man mehrere Arten von Fischen, wovon +ich noch sprechen werde. Eine port denjenigen, die in +dieser Jahreszeit am gemeinsten sind, ist der Milaal, +ben die alten Legypter- nach Herodotus Erzahlung +fur heilig anfahen*). Die Priester hatten diesem Fische +das Siegel der Gottlichkeit aufgedrukt, damit das Volf +nicht von seinem Fleifche ase, weil fie wahrscheinlicher +Im 2. DO. F. 72.' Vor allen Fischen sehen die Wegypter +allein den Lepidotus und den' dal fur heitig und zwar dem +Nit heilig an. 1993","510 + +h +j + +N + +; + +fel + +Es fielen Regen, die manchmal mit Donner begleitet +waren und die ein ſchon durch das Flußwaſſer angefeuch: +tetes Land noch mehr mit Waſſer anfüllten. Das Meer +ſtürmte und crlaubte felten den Sarken, fich auf daſſelbe +zu wagen: Sie inbeſonnenheit der Seeleute, die feine +Gefahren nicht im Hafen zurůthalten konnten, rezte ſie +gewifien Gefahren aus und der Tod war oft der Preis +ihrer Kühnheit. Von zwei Schermes, die troz des +ftürmiſchen Wetters das ruhige ufer von Rarchid +berlaffen hatten, um nach Alexandrien zu fegeln, +gieng eine auf dem Bog has zu Grunde, die andere +konnte, als ſie die Gefahren der Barre überſtanden hatte, +der Wuth des Meeres nicht widerſtehen und wurde von +den gewaltig tobenden Wellen verſchlungen. Außer ihrer +Mannſchaft hatte fede von dieſen Barken noch funfzehn +bis zwanzig Galliondgis oder türkiſche Seefoldaten, +die zu einer im alten Hafen von Alexandrien gelans +deten Caravelle gehörten: niemand konnte ſich retten. +Mitten unter dieſem Aufruhre der Natur ſprangen +Meerſchweine fpielend über die Mündung des Nils, +den Schauplaz der Gefahren und des Codes, hin und +zeigten ſich håufiger als in andern Jahreszeiten vor den +Mauern von Raſhid. + +10 + +thi + +11 + +ite +SI + +N + +dC + +In dem Arme des Fluffes, der vor dieſer Stadt +vorbeigeht, fand man mehrere Arten von Fiſchen, wovon +ich noch ſprechen werde. Eine port denjenigen, die in +dieſer Jahreszeit am gemeinſten ſind, iſt der Milaal, +ben die alten Legypter- nach Herodotus Erzählung +für heilig anfahen*). Die Prieſter hatten dieſem Fiſche +das Siegel der Göttlichkeit aufgedrůkt, damit das Volf +nicht von ſeinem Fleifche aße, weil fie wahrſcheinlicher + +3 + +Im 2. DO. F. 72.'„ Vor allen Fiſchen ſehen die Wegypter +allein den Lepidotus und den' dal für heitig und zwar dem +Nit heilig an. 1993 + + +","Es fielen Regen, die manchmal mit Donner begleitet waren und die ein schon durch das Flusswasser angefeuchtetes Land noch mehr mit Wasser anfüllten. Das Meer stürmte und erlaubte felten den Sarken, sich auf dasselbe zu wagen: Sie in Besonnenheit der Seeleute, die feine Gefahren nicht im Hafen zurüthalten konnten, retzte sie gewisse Gefahren aus und der Tod war oft der Preis ihrer Kühnheit. Von zwei Schermes, die trotz des stürmischen Wetters das ruhige Ufer von Rarchid berühffen hatten, um nach Alexandrien zu segeln, ging eine auf dem Bog has zu Grunde, die andere konnte, als sie die Gefahren der Barre überstanden hatte, der Wuth des Meeres nicht widerstehen und wurde von den gewaltig tobenden Wellen verschlungen. Auser ihrer Mannschaft hatte jede von diesen Barken noch fünfzehn bis zwanzig Galliondgis oder türkische Seefoldaten, die zu einer im alten Hafen von Alexandrien gelandsdeten Caravelle gehörten: niemand konnte sich retten. + +Mitten unter diesem Aufruhr der Natur sprangen Meerschweine spielend über die Mundung des Nils, den Schauplatz der Gefahren und des Todes, hin und zeigten sich häufiger als in andern Jahreszeiten vor den Mauern von Rashid. + +In dem Arme des Flusses, der vor dieser Stadt vorbeigeht, fand man mehrere Arten von Fischen, wovon ich noch sprechen werde. Eine Port denjenigen, die in dieser Jahreszeit am gemeinsten sind, ist der Milaal, ben die alten Ägypter - nach Herodotus Erzählung - für heilig ansahen*. Die Priester hatten diesem Fische das Siegel der Gottlichkeit aufgedrückt, damit das Volk nicht von seinem Fleische äße, weil sie wahrscheinlicher + +Im 2. DO. F. 72.' Vor allen Fischen sehen die Ägypter allein den Lepidotus und den Dal für heilig an." +Z166069305,339,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000339/full/full/0/native.jpg,"Weise bei ihm einige schadliche Eigenschaften entdekt +hatten. Daher hat ihn Herr Pauw' den verderblichen +Nilaal genannt*). Sezt eisen ihn die Aegypter +ohne den geringsten Widerwillen: die Euro pa er tha. +ten es ihnen nach und weder die Einen noch die Andern +spurten uble Folgen davon. Blos die Turfen effen +nicht davon; aber dies ruhrt von dem Abscheue gegen +ein Chier her, das sich nach ihrer Meinung mit der +Schlange begatten fou. Diere Aale waren zu Rarchio +sehr gemein: fur zwanzig Sous erhielt man drei, wovon +jeder mehr als zwei Fus lang war: ich fand ihr Fleisch +so zart als jenes von dem Aale in Europa. +Indeffen hat dieser Ual doch einige kleine Verschieden +beiten, und man konnte ihn zu einer besondern Art, oder +wenigstens zu einer Spielart machen. Die vorzuglich. +fren Unterschiede find 1) die kleinen Barte an dem obern +Kiefer, die langer als bei unserm ale find. 2) Die +Flosfeder auf dem Rucken reicht bis nach dem Stopfe hin, +da sie sich bei unserm Uale nicht uber die Mitte des Korpers +erstrekt. 3) Eine verschiedene Stellung der Zahne. 4) +Die kleinen Locher an dem obern Kiefer find bei dem Nils +aale fehr deutlich zu fehen, da man sie an unserer gemeinen +Art nicht gewahr wird. 5) Sie haben endlich auch nicht +einerlei Farben: Der Nilaal sieht an dem ganzen obern +Sheile des Kopfes und des Korpers dunkelschwarz aus +und glanzt mit kupferrothen Lichtstreifen; seine Seiten sind +von einer bellen Farbe und ebenfalls mit Streifen geziert: die +Seiten und der untere Theil fowohl des Kopfes als des +Korpers sind schon glanzendweis; der Ring um den +Augapfel ist gelb. Die Aegypter nennen ihn im Urabis +Schen Anesc: dies ist der Geschlechtsname der Schlangen. +Die Fischer bedienen sich in diesem Lande verschiedener +Arten von Neben, worunter ich diejenige bemerkt habe, +*) Recherches philof. fur les Egyptiens et les Chinois Tom. I. +C. 154.","511 + ++ + +. + +Weiſe bei ihm einige ſchädliche Eigenſchaften entdekt +hatten. Daher hat ihn Herr Pauw' den verderblichen +Nilaal genannt*). Sezt eiſen ihn die Aegypter +ohne den geringſten Widerwillen: die Euro på er tha. +ten es ihnen nach und weder die Einen noch die Andern +ſpürten üble Folgen davon. Bloß die Túrfen effen +nicht davon; aber dies rúhrt von dem Abſcheue gegen +ein Chier her, das ſich nach ihrer Meinung mit der +Schlange begatten fou. Diere Aale waren zu Rarchio +ſehr gemein: für zwanzig Sous erhielt man drei, wovon +jeder mehr als zwei Fuß lang war: ich fand ihr Fleiſch +ſo zart als jenes von dem Aale in Europa. + +Indeffen hat dieſer Ual doch einige kleine Verſchieden +beiten, und man konnte ihn zu einer beſondern Art, oder +wenigſtens zu einer Spielart machen. Die vorzüglich. +fren Unterſchiede find 1) die kleinen Bärte an dem obern +Kiefer, die länger als bei unſerm ale find. 2) Die +Floßfeder auf dem Rücken reicht bis nach dem Stopfe hin, +da ſie ſich bei unſerm Uale nicht über die Mitte des Körpers +erſtrekt. 3) Eine verſchiedene Stellung der Zähne. 4) +3 + +) +Die kleinen Löcher an dem obern Kiefer find bei dem Nils +aale fehr deutlich zu fehen, da man ſie an unſerer gemeinen +Art nicht gewahr wird. 5) Sie haben endlich auch nicht +einerlei Farben: Der Nilaal ſieht an dem ganzen obern +Sheile des Kopfes und des Körpers dunkelſchwarz aus +und glänzt mit kupferrothen Lichtſtreifen; ſeine Seiten ſind +von einer bellen Farbe und ebenfalls mit Streifen geziert: die +Seiten und der untere Theil fowohl des Kopfes als des +Körpers ſind ſchon glänzendweiß; der Ring um den +Augapfel iſt gelb. Die Aegypter nennen ihn im Urabis +Schen Aneſc: dies iſt der Geſchlechtsname der Schlangen. + +Die Fiſcher bedienen ſich in dieſem Lande verſchiedener +Arten von Neben, worunter ich diejenige bemerkt habe, + +4:01 +*) Recherches philof. fur les Egyptiens et les Chinois Tom. I. + +C. 154. + +1 + + +","Weise bei ihm einige schädliche Eigenschaften entdeckt hatten. Daher hat ihn Herr Pauw den verderblichen Nial genannt*). Sezt essen ihn die Ägypter ohne den geringsten Widerwillen: die Europäer thaten es ihnen nach und weder die Einen noch die Andern spürten üble Folgen davon. Blos die Türken essen nicht davon; aber dies rührt von dem Abscheu gegen ein Tier her, das sich nach ihrer Meinung mit der Schlange begatten soll. Diese Aale waren zu Kairo sehr gemein: für zwanzig Sous erhielt man drei, wovon jeder mehr als zwei Fuß lang war: ich fand ihr Fleisch so zart als jenes von dem Aal in Europa. + +Indessen hat dieser Aal doch einige kleine Verschiedenheiten, und man konnte ihn zu einer besonderen Art, oder wenigstens zu einer Spielart machen. Die vorzüglichsten Unterschiede sind: 1) die kleinen Bärte an dem oberen Kiefer, die länger als bei unserm Aal sind. 2) Die Flossefedern auf dem Rücken reichen bis nach dem Stoßfe hin, da sie sich bei unserm Aal nicht über die Mitte des Körpers erstrecken. 3) Eine verschiedene Stellung der Zähne. 4) Die kleinen Löcher an dem oberen Kiefer sind bei dem Nilsaal sehr deutlich zu sehen, da man sie an unserer gemeinen Art nicht gewahr wird. 5) Sie haben endlich auch nicht einerlei Farben: Der Nial sieht an dem ganzen oberen Scheitel des Kopfes und des Körpers dunkelschwarz aus und glänzt mit kupferrothen Lichtstreifen; seine Seiten sind von einer hellen Farbe und ebenfalls mit Streifen geziert: die Seiten und der untere Teil sowohl des Kopfes als des Körpers sind schön glanzendweiß; der Ring um den Augapfel ist gelb. Die Ägypter nennen ihn im Urabischen Schan Anesc: dies ist der Geschlechtsname der Schlangen. + +Die Fischer bedienen sich in diesem Lande verschiedener Arten von Netzen, worunter ich diejenige bemerkt habe, +*) Recherches philos. fur les Egyptiens et les Chinois Tom. I. +C. 154." +Z166069305,340,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000340/full/full/0/native.jpg,"die sakformig gemacht ist, und die wir truble oder trouble +nennen*). +Man brachte mir eine Schildkrote, die man mit einem +Kidder, den man an einer grosen Angel feft gemacht hatte, +an der Nilmundung auf dem Boghas gefangen hatte. +Sie hatte vom Ende der Schnauze an bis an das Ende +des Schwanges, der nur zwei Zou lang war, eine Lange +von drei uns einem halben Fus. Ihre groste Breite +betrug mit der Schaale zwei Fus. Man wird leicht in +dieser Art jene wieder erkennen, die Forstal mit dem +Namen dreiflauigte Schildfrote benannt hat **). +Ihre Fuse sind wie Schwimmblaren gebildet, und jeder +derselben ist wirklich mit drei grosen hervorragenden und +mattweisen Klauen bewaffnet. Der obere Kiefer hat +an seinem ansersten Theile einen Auswuchs, worin die +Nasenlocher find, wodurch ihre Schnauze viel Aehnliches +mit dem Ruffel eines Schweines erhalt. Die oberste +Schaale ist rund, rauh, und gegen ihre Enden hin platt +und glatt. Der untere Theil des Korpers, das ist, alles, +was nicht in die knochigte Schaale eingeschlossen ist, sieht +weis aus; der obere Theil ist grunlich grau, und der +Kopf grau and weislicht schattirt. +Ist dies nun eine Seeschildkrote, oder halt fie sich +blos im fusen Waffer auf? Forstal ficheint fie fur ein +dem Nil eigenes Chier zu halten, weil er sagt, fie ren +darin felten. Allein ob fie gleich in dem mittellandischen +*) Eine Art fisdiernej, da man vorher das Wasser truse macht, +um die Fische ins Nez zu bringen. +Der ueberseker. +**) Testudo triunguis. Tirse. in Nilo rarior. pedibus pinniformis +omnibus triunguicula: is; dorli disco rugoso, orbiculato limbo +deprelliore, laevi:"" naribus in cylindro elevato et ultra caput +prominente. Forskal fauna pag. IX.","512 + +1 + +die ſakformig gemacht iſt, und die wir truble oder trouble +nennen*). + +Man brachte mir eine Schildkröte, die man mit einem +Kidder, den man an einer großen Angel feft gemacht hatte, +an der Nilmůndung auf dem Boghas gefangen hatte. +Sie hatte vom Ende der Schnauze an bis an das Ende +des Schwanges, der nur zwei Zou lang war, eine Länge +von drei uns einem halben Fuß. Ihre größte Breite +betrug mit der Schaale zwei Fuß. Man wird leicht in +dieſer Art jene wieder erkennen, die Forstal mit dem +Namen dreiflauigte Schildfroté benannt hat **). +Ihre Füße ſind wie Schwimmblaren gebildet, und jeder +derſelben iſt wirklich mit drei großen hervorragenden und +mattweißen Klauen bewaffnet. Der obere Kiefer hat +an ſeinem ånßerſten Theile einen Auswuchs, worin die +Naſenlöcher find, wodurch ihre Schnauze viel Aehnliches +mit dem Rüffel eines Schweines erhålt. Die oberſte +Schaale iſt rund, rauh, und gegen ihre Enden hin platt +und glatt. Der untere Theil des Körpers, das iſt, alles, +was nicht in die knochigte Schaale eingeſchloſſen iſt, ſieht +weiß aus; der obere Theil iſt grünlich grau, und der +Kopf grau and weißlicht ſchattirt. + +! + +Iſt dies nun eine Seeſchildkröte, oder hålt fie ſich +bloß im füßen Waffer auf? Forstal ficheint fie für ein +dem Nil eigenes Chier zu halten, weil er ſagt, fie ren +darin felten. Allein ob fie gleich in dem mittelländiſchen + +1 + +*) Eine Art fiſdiernej, da man vorher das Waſſer trüße macht, +um die Fiſche ins Nez zu bringen. + +Der ueberſeker. + +**) Teſtudo triunguis. Tirſe. in Nilo rarior. pedibus pinniformis + +omnibus triunguicula: is; dorli diſco rugoſo, orbiculato limbo +deprelliore, laevi:"" naribus in cylindro elevato et ultra caput +prominente. Forskal fauna pag. IX. + + +","die Sackformig gemacht ist, und die wir Trulle oder Trouble +nennen*). Man brachte mir eine Schildkrote, die man mit einem +Kuder, den man an einer großen Angel fest gemacht hatte, +an der Nilmundung auf dem Boghas gefangen hatte. Sie hatte +vom Ende der Schnauze an bis an das Ende des Schwanzes, +der nur zwei Zoll lang war, eine Länge von drei und einem halben Fuß. Ihre größte Breite betrug mit der Schale zwei Fuß. Man wird leicht in dieser Art jene wieder erkennen, die Forstål mit dem Namen dreiflügelte Schildkröte benannt hat **). +Ihre Füße sind wie Schwimmblätter gebildet, und jeder derselben ist wirklich mit drei großen hervorragenden und mattweißen Klauen bewaffnet. Der obere Kiefer hat an seinem äußersten Teile einen Auswuchs, worin die Nasenlöcher finden, wodurch ihre Schnauze viel Ähnlichkeit mit dem Rüssel eines Schweines erhalt. Die oberste Schale ist rund, rauh, und gegen ihre Enden hin platt und glatt. Der untere Teil des Körpers, das ist alles, was nicht in die knöcherne Schale eingeschlossen ist, sieht weiß aus; der obere Teil ist grünlich grau, und der Kopf grau und weißlicht schattiert. + +Ist dies nun eine Seeschildkröte, oder hält sie sich bloß im frischen Wasser auf? Forstål scheint sie für ein dem Nil eigenes Tier zu halten, weil er sagt, sie renn darin feilen. Allein ob sie gleich in dem mittelländischen +*) Eine Art Fischernei, da man vorher das Wasser trübe macht, um die Fische ins Netz zu bringen. + +Der Übersetzer. +**) Testudo triunguis. Tirse. in Nilo rarior. pedibus pinniformis omnibus triunguiculatis; dorso disco rugoso, orbiculato limbo depressiore, laevi: naribus in cylindro elevato et ultra caput prominente. Forskal fauna pag. IX." +Z166069305,341,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000341/full/full/0/native.jpg,"Meere lebt, konnte sie nicht auch manchmal mit den Seca +wasser in den Flus eintreten, wenn fich namlich das +Meer, von sturmenden Nordwinden getrieben, mit dem +Nilivaffer vermischt, und diesem bis felbft oberhalb +Rarchis einen salzigen Geschmak giebt, der es unanges +nehm zu trinken macht? Und da fich diese Umstande nicht +haufig ereignen, so wurde daraus folgen, das sich die +Schildkrote so selten an den Nilufern hin zeigte. Ich +weis wohl, das man den Seeschildkroten zum unterscheis +denden Charakter Pfoten in Gestalt von Schwimmhauten, +wie dieser; beilegt, und das jene an den fusen Wassers +Schildkroten stumpf und untersezt fenn sollen. Allein +die Methoden in der Naturgeschichte sind nicht die mes +thoden der Natur, und man sieht diese taglich daruber +fpotten, und sie als Vergleiche vernichten, wobei man sie +nicht zu Rathe gezogen hat. +Die Stelle, wo man diese Schilderste fieng, konnte +nicht geschikter gewahlt reyn, die ungewisheit zu vermehren. +An der Stelle, wo das uber die ihin gerezten Greas, +gen seiner Herrschaft erzarnte Meer fich an der Barre +bricht, die dasselbe aufhalt, und wo es seine tobender +Wellen mit dem susen und ruhigen Baffer eines Flusses +vermischt, an diesen unentschiedenen Grenzen, sage ich, +fand man sie. Die Landeseinwohner aber, die sie gefangen +hatten, und Andere, denen id) sie zeigte, und die die +Art kannten, versicherten mir, es sey eine Seeschildkrote: +Sie nannten fie Thirre: dies ist aber, wie ich Tihon +bemerkt habe, der Name, den man allen Arten von +Schildkroten und also der ganzen Gattung giebt, und +unterscheidet diese Amphibien nicht mehr von einander als +tortue im Franzosischen. Uebrigens liefert die Urt, wovou +hier die Rede ist, eine sehr gute Speise. Die Fischer, +von denen ich sie gekauft, hatten mir es voraus gesagt, +und ich war ihrer Meinung, als ich sie gekostet hatte, +nachdem ich sie nach Art der Amerikaner in ihrer pber. +ften Schaale hatte zubereiten laffen ... Mis","315 + +. + +4 + +Meere lebt, könnte ſie nicht auch manchmal mit den Seca +waſſer in den Fluß eintreten, wenn fich nåmlich das +Meer, von ſtürmenden Nordwinden getrieben, mit dem +Nilivaffer vermiſcht, und dieſem bis felbft oberhalb +Rarchis einen ſalzigen Geſchmak giebt, der es unanges +nehm zu trinken macht? Und da fich dieſe Umſtände nicht +häufig ereignen, ſo würde daraus folgen, daß ſich die +Schildkröte ſo ſelten an den Nilufern hin zeigte. Ich +weiß wohl, daß man den Seeſchildkröten zum unterſcheis +denden Charakter Pfoten in Geſtalt von Schwimmhåuten, +wie dieſer; beilegt, und daß jene an den füßen Waſſers +Schildkröten ſtumpf und unterſezt fenn ſollen. Allein +die Methoden in der Naturgeſchichte ſind nicht die mes +thoden der Natur, und man ſieht dieſe täglich darüber +fpotten, und ſie als Vergleiche vernichten, wobei man ſie +nicht zu Rathe gezogen hat. + +Die Stelle, wo man dieſe Schilderste fieng, konnte +nicht geſchikter gewählt reyn, die ungewißheit zu vermehren. +An der Stelle, wo das über die ihin gerezten Greas, +gen ſeiner Herrſchaft erzärnte Meer fich an der Barre +bricht, die daſſelbe aufhalt, und wo es ſeine tobender +Wellen mit dem ſüßen und ruhigen Baffer eines Fluſſes +vermiſcht, an dieſen unentſchiedenen Grenzen, ſage ich, +fand man ſie. Die Landeseinwohner aber, die ſie gefangen +hatten, und Andere, denen id) ſie zeigte, und die die +Art kannten, verſicherten mir, es ſey eine Seeſchildkröte: +Sie nannten fie Thirre: dies iſt aber, wie ich Tihon +bemerkt habe, der Name, den man allen Arten von +Schildkröten und alſo der ganzen Gattung giebt, und +unterſcheidet dieſe Amphibien nicht mehr von einander als +tortue im Franzöſiſchen. Uebrigens liefert die Urt, wovou +hier die Rede iſt, eine ſehr gute Speiſe. Die Fiſcher, +von denen ich ſie gekauft, hatten mir es voraus geſagt, +und ich war ihrer Meinung, als ich ſie gekoſtet hatte, +nachdem ich ſie nach Art der Amerikaner in ihrer pber. +ften Schaale hatte zubereiten laffen ... Mis + +1 + +90 + + +","Meere lebt, konnte sie nicht auch manchmal mit dem Seewasser in den Fluss eintreten, wenn sich nämlich das Meer, von sturmenden Nordwinden getrieben, mit dem Nilwasser vermischt, und diesem bis oberhalb Rarchis einen salzigen Geschmack gibt, der es unangenehm zu trinken macht? Und da sich diese Umstände nicht häufig ereignen, so würde daraus folgen, dass sich die Schildkröte so selten an den Nilufern hinzeigt. Ich weiß wohl, dass man den Seeschildkröten zum unterscheidenden Charakter Pfoten in Gestalt von Schwimmhäuten beilegt, und dass jene an den Füßen Wasserschildkröten stumpf und untersezt sein sollen. Allein die Methoden in der Naturgeschichte sind nicht die Meister der Natur, und man sieht diese täglich darüber spotten, und sie als Vergleiche vernichten, wobei man sie nicht zu Rate gezogen hat. + +Die Stelle, wo man diese Schilderste fing, konnte nicht geschickter gewählt sein, die Ungewissheit zu vermehren. An der Stelle, wo das über die Isthmus gereizte Meer sich an der Barre bricht, die dasselbe aufhält, und wo es seine tobenden Wellen mit dem süßen und ruhigen Wasser eines Flusses vermischt, an diesen unentschiedenen Grenzen, sage ich, fand man sie. Die Landeseinwohner aber, die sie gefangen hatten, und andere, denen sie sie zeigte, und die die Art kannten, versicherten mir, es sey eine Seeschildkröte: Sie nannten sie Thirre: dies ist aber, wie ich bemerkt habe, der Name, den man allen Arten von Schildkröten und also der ganzen Gattung gibt, und unterscheidet diese Amphibien nicht mehr voneinander als tortue im Französischen. Uebrigens liefert die Art, wovon hier die Rede ist, eine sehr gute Speise. Die Fischer, von denen ich sie gekauft, hatten mir es voraus gesagt, und ich war ihrer Meinung, als ich sie gekostet hatte, nachdem ich sie nach Art der Amerikaner in ihrer besten Schale hatte zubereiten lassen..." +Z166069305,342,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000342/full/full/0/native.jpg,"Das schlechte Wetter hatte mich in meinem Zimmer +guruk gehalten. Dicke Wolken hatten mehrere Tage lang +die Sonne bedekt :: ihre ersten Strahlen waren fur mich +die Losung zu neuen Wanderungen, und ich suchte auf dem +lande neue Vergnugungen auf. Ich traf zahlreiche Heerden +von Vogeln an, die ich gewohnlich daselbst fabe. Die +kleinen Arten, zu denen sich neue gefellt, die ich noch nicht +bemerkt hatte, f. B. Meisen, Grasmucken, Feigendroffeln +Goldhahnchen u. f. w. waren in der lebhaftesten Bewer +gung. Die Sonnenwarme, die sie einige Zeit hatten ents +behren mussen, verbreitete Freude unter ihnen. Sie +durchkreuzten einander, hupften unter einander herum, +und sprangen von Zweige zu Zweige: fie fchienen einan- +der zur Freude aufzumuntern. Unter diesen Beuserungen +der liebenswurdigsten Ausgelassenheit schienen einige ihre +Gewohnheiten vergessen zu haben. Die Bachftelzen woll. +ten auch an dieser gemeinschaftlichen Freude Theil nehmen, +und wiegten fich, indem sie sich unter diese so frohen +Gruppen' mischten, wie diese, auf den Gestrauchen. Ich +nahm mich rehr in Acht, dieses Fest der, Natur, nicht +zu ktoren, und ich brachte meinen Dank dem wohlthetis +gen Gestirn dar,' defen angenehmen Einflus diefe Bogel +mit so vielen Reizen und so viel Eifer feierten. +In einiger Entfernung fchlich ein ruhiger und eine +famer Vogel in dem dicken grosen Schilfrohre umher. +Man wuste in Niederagypten, das die Nachtigallen*) +Safelbst unsere kalte Jahreszeit zubrachten: ich traf meh. +rere davon an verschiedenen Drten des Delta 8 an, wo +fie vorzuglich solche Stellen aufsuchten, die am Wasser +lagen, und wo dicke Busche waren: fie zeigten daselbst +nicht Philomelens Kunst, nicht jene melodische Stimme, +nicht jene herrlichen Tone, die sie in unsern Garten und in +unfren Waldern horen laffen. Das einzige Geschrei, bas +My Motacilla luscinia L..","314 + +1 + +Das ſchlechte Wetter hatte mich in meinem Zimmer +gürük gehalten.“ Dicke Wolken hatten mehrere Tage lang +die Sonne bedekt :: ihre erſten Strahlen waren für mich +die Loſung zu neuen Wanderungen, und ich ſuchte auf dem +lande neue Vergnügungen auf. Ich traf zahlreiche Heerden +von Vogeln an, die ich gewöhnlich daſelbſt fabe. Die +kleinen Arten, zu denen ſich neue gefellt, die ich noch nicht +bemerkt hatte, f. B. Meißen, Grasmůcken, Feigendroffeln +Goldhähnchen u. f. w. waren in der lebhafteſten Bewer +gung. Die Sonnenwärme, die ſie einige Zeit hatten ents +behren müſſen, verbreitete Freude unter ihnen. Sie +durchkreuzten einander, hüpften unter einander herum, +und ſprangen von Zweige zu Zweige: fie fchienen einan- +der zur Freude aufzumuntern. Unter dieſen Beußerungen +der liebenswürdigſten Ausgelaſſenheit ſchienen einige ihre +Gewohnheiten vergeſſen zu haben. Die Bachftelzen woll. +ten auch an dieſer gemeinſchaftlichen Freude Theil nehmen, +und wiegten fich, indem ſie ſich unter dieſe ſo frohen +Gruppen' miſchten, wie dieſe, auf den Geſträuchen. Ich +nahm mich rehr in Acht, dieſes Feſt der, Natur, nicht +zu ktoren, und ich brachte meinen Dank dem wohlthetis +gen Geſtirn dar,' defen angenehmen Einfluß diefe Bogel +mit ſo vielen Reizen und ſo viel Eifer feierten. + +In einiger Entfernung fchlich ein ruhiger und eine +famer Vogel in dem dicken großen Schilfrohre umher. +Man wußte in Niederågypten, daß die Nachtigallen*) +Safelbſt unſere kalte Jahreszeit zubrachten: ich traf meh. +rere davon an verſchiedenen Drten des Delta 8 an, wo +fie vorzüglich ſolche Stellen aufſuchten, die am Waſſer +lagen, und wo dicke Büſche waren: fie zeigten daſelbſt +nicht Philomelens Kunſt, nicht jene melodiſche Stimme, +nicht jene herrlichen Tone, die ſie in unſern Garten und in +unfren Wåldern horen laffen. Das einzige Geſchrei, bas + +My Motacilla luſcinia L.. + + +","Das schlechte Wetter hatte mich in meinem Zimmer zurückgehalten. Dicke Wolken hatten mehrere Tage lang die Sonne bedeckt; ihre ersten Strahlen waren für mich die Losung zu neuen Wanderungen, und ich suchte auf dem Lande neue Vergnügungen auf. Ich traf zahlreiche Heerden von Vögeln an, die ich gewöhnlich daselbst fand. Die kleinen Arten, zu denen sich neue gefällt, die ich noch nicht bemerkt hatte, z.B. Meisen, Grasmücken, Feigendrosseln, Goldhähnchen u.f.w. waren in der lebhaftesten Bewegung. Die Sonnenwärme, die sie einige Zeit hatten entbehren müssen, verbreitete Freude unter ihnen. Sie durchkreuzten einander, hüpften unter einander herum, und sprangen von Zweige zu Zweige; sie schienen einander zur Freude aufzumuntern. + +Unter diesen Bezeugungen der liebenswürdigsten Ausgelassenheit schienen einige ihre Gewohnheiten vergessen zu haben. Die Bachstelzen wollten auch an dieser gemeinschaftlichen Freude Theil nehmen, und wiegten sich, indem sie sich unter diese so frohen Gruppen mischten, wie diese, auf den Gestrauchen. + +Ich nahm mich sehr in Acht, dieses Fest der Natur nicht zu stören, und ich brachte meinen Dank dem wohlthätigen Gestirn dar; dessen angenehmer Einfluss diese Vögel mit so vielen Reizen und so viel Eifer feiern ließ. + +In einiger Entfernung schlich ein ruhiger und seltener Vogel in dem dichten, großen Schilfrohr umher. Man wußte in Niederägypten, dass die Nachtigallen selbst unsere kalte Jahreszeit zubrachten; ich traf mehrere davon an verschiedenen Orten des Delta an, wo sie vorzüglich solche Stellen aufsuchten, die am Wasser lagen, und wo dicke Büsche waren; sie zeigten daselbst nicht Philomelens Kunst, nicht jene melodische Stimme, nicht jene herrlichen Töne, die sie in unsern Gärten und in unsern Waldern hören lassen. Das einzige Geschrei, das mein Motacilla luscinia L..." +Z166069305,343,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000343/full/full/0/native.jpg,"fie horen liesen, war eine Art von dem rauhen one, von +dem Rocheln, das in unsern Gegenden auf ihren hinreis- +fenden Gefang erfolgt, sobald sie ihre fiebe zu befingen +aufgehort haben. +Man hat also mit Unrecht behauptet, das es in Afrika +feine Nachtigalten gebe*). Man findet fie wenigstens in +dem sstlichsten lande dieses Erdtheiles. Sie treffen da, +Felbst im Herbste ein, und verlassen es im Fruhlinge wies +der', wo die Sanger der Natur in unsere Welder zuruk:- +kehren, um die Auferstehung derfelben zu feiern. Sie +fcheinen sich aber mehr in Syrien und in andern Hegir +ken von Afien auszubreiten. Haspelquist, den Guts +nau von Montbeillard anfuhrt, hatte schon gesagt, +man fande diere Vogel in den Weidenbuschen und zwischen +den Olivenbaumen von Juda a. Man weis aber nicht, +warum man seine Behauptang zweifelhaft zu machen be +muht gewesen ist, noch warum man immer lieber wiederi +hohlte, das man nicht wisse, wo die Nachtigaten den +Winter zubrachten. Es kann hierbei gar keine Ungewis. +beit mehr statt finden: ich habe sie in Aegypten gesehen, +wo sie gemein waren, und ich bin zur Zeit ihrer Wander +rung auf den Inseln des Archipelagus gewesen, wo +file ausruhten, um sich wahrscheinlich nach Aften zu +begeben. +Die Szene der Freude und des Gluts, die ich vor den +Augen hatte, were beinahe gestort und mit Blut beflekt +worden. Es schwebten Raubvogel in der Luft, die diese +reizenden Bersammlungen herbei gezogen hatten, und +ihre durchdringenden Augen hatten fchon die Opfer ihrer +Gierigkeit ausgewahlt. Ich wollte der Beschuser und +Racher dieser kleinen Gesellschaften fenn, und erklarte den +Henfern der Atmosphare den Krieg. Als ich einen davon +*) Mauduity Encycl. method. Art, Rollignol.","365 + +21 + +fie horen ließen, war eine Art von dem rauhen one, von +dem Rocheln, das in unſern Gegenden auf ihren hinreiß- +fenden Gefang erfolgt, ſobald ſie ihre fiebe zu befingen +aufgehort haben. + +7 + +3 + +다 + +Man hat alſo mit Unrecht behauptet, daß es in Afrika +feine Nachtigalten gebe*). Man findet fie wenigſtens in +dem sſtlichſten lande dieſes Erdtheiles. Sie treffen da, +Felbſt im Herbſtė ein, und verlaſſen és im Frühlinge wies +der', wo die Sånger der Natur in unſere Welder zurük:- +kehren, um die Auferſtehung derfelben zu feiern. Sie +fcheinen ſich aber mehr in Syrien und in andern Hegir +ken von Afien auszubreiten. Haſpelquiſt, den Guts +nau von Montbeillard anführt, hatte ſchon geſagt, +man fånde diere Vogel in den Weidenbüſchen und zwiſchen +den Olivenbäumen von Judå a. Man weiß aber nicht, +warum man ſeine Behauptang zweifelhaft zu machen be +müht geweſen iſt, noch warum man immer lieber wiederi +hohlte, daß man nicht wiſſe, wo die Nachtigaten den +Winter zubråchten. Es kann hierbei gar keine Ungewiß. +beit mehr ſtatt finden: ich habe ſie in Aegypten geſehen, +wo ſie gemein waren, und ich bin zur Zeit ihrer Wander +rung auf den Inſeln des Archipelagus geweſen, wo +file ausruhten, um ſich wahrſcheinlich nach Aften zu +begeben. + +Die Szene der Freude und des Glúts, die ich vor den +Augen hatte, were beinahe geſtört und mit Blut beflekt +worden. Es ſchwebten Raubvogel in der Luft, die dieſe +reizenden Berſammlungen herbei gezogen hatten, und +ihrè durchdringenden Augen hatten fchon die Opfer ihrer +Gierigkeit ausgewählt. Ich wollte der Beſchüßer und +Racher dieſer kleinen Geſellſchaften fenn, und erklärte den +Henfern der Atmoſphäre den Krieg. Als ich einen davon + ++ + +*) Mauduity Encycl. method. Art, Rollignol. + + +","fie horen ließen, war eine Art von dem rauhen Tone, von dem Rocheln, das in unsern Gegenden auf ihren hinreisenden Gefang erfolgt, sobald sie ihre Flügel zu bewegen aufgehört haben. + +Man hat also mit Unrecht behauptet, dass es in Afrika feine Nachtigallen gebe*. Man findet sie wenigstens in dem südlichsten Lande dieses Erdtheiles. Sie treffen da selbst im Herbste ein, und verlassen es im Frühlinge wie die Sänger der Natur in unsere Wälder zurückkehren, um die Auferstehung derselben zu feiern. Sie scheinen sich aber mehr in Syrien und in andern Gegenden von Asien auszubreiten. Haspelquist, den Gustav nach Montbeillard anführt, hatte schon gesagt, man finde diese Vögel in den Weidenbüschen und zwischen den Olivenbäumen von Juda a. Man weiß aber nicht, warum man seine Behauptung zweifelhaft zu machen bemüht gewesen ist, noch warum man immer lieber wiederholt, dass man nicht wisse, wo die Nachtigallen den Winter zubringen. Es kann hierbei gar keine Ungewissheit mehr stattfinden: ich habe sie in Ägypten gesehen, wo sie gemein waren, und ich bin zur Zeit ihrer Wanderung auf den Inseln des Archipelagus gewesen, wo sie ausruhten, um sich wahrscheinlich nach Afrika zu begeben. + +Die Szene der Freude und des Gluts, die ich vor den Augen hatte, waren beinahe gestört und mit Blut befleckt worden. Es schwebten Raubvögel in der Luft, die diese reizenden Versammlungen herbeigezogen hatten, und ihre durchdringenden Augen hatten schon die Opfer ihrer Gierigkeit ausgewählt. Ich wollte der Beschützer und Rächer dieser kleinen Gesellschaften sein, und erklärte den Hütern der Atmosphäre den Krieg. Als ich einen davon + +*) Mauduit Encycl. method. Art. Rollignol." +Z166069305,344,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000344/full/full/0/native.jpg,"niederschos, wunschte ich mir Gluk, diesen unschuldigen +Wesen das Leben und den Frieden erhalten zu haben. +Mehrere von diesen Raubvogelu waren fur mich von +einer neuen Urt. Es herrscht in keiner Classe von Vogeln +weniger Methode, und keine ist mehr den Eintheilungen +entwischt als diese. Ich will daher auch nicht versuchen, +dieser Art die Stelle anzuweisen, die sie in dieser oder +jener Ordnung einnehmen mus: ich will fie blos beschreia +ben, und dieser Gang ist fur die Naturgeschichte nuglicher +als Erdrterungen, woraus man oft nichts lernt. Indeffen +fchien mir dieser Vogel fich mehr dem Falken als irgend +einer andern Art zu nahern. +lin +lie +Die vorzuglichsten Formen dieses Vogels bestehen in +einem sehr krummen Schnabel, in einem dicken Hautchen, +das die Wurzel des Schnabels bedekt ;. in Flugeln, die +etwas langer als der Schwanz waren und an denen die +erste Feder langs ihrer Ausenseite hin ausgezakt war; ir +einer kurzen Fuswurzel( tarse) die vorn bis beinahe an +die Zehen befiedert war; in krummen scharfen Slauen +und in einem Schwanze mit fast gleich grosen Federn: +denn man merkt es nur, wenn man sie auseinander faltet, +das fie ein wenig an Lange abnehmen, je naber sie an der +Mitte find, wo sie ein wenig kurzer als die Andern sind: +Grose: Seine ganze Lange betragt eilf und einen +halben zou: der Schnabel ist zwolf und eine halbe Linie +gros: die Fuswurzel ist siebenzehnt tinten, und der +Schwanz vier Zoll acht kinien lang; die Flugel sind geht +und eine halbe Linie lang, und wenn sie gufainmen gelegt +werden, so geber: fie acht Linien uber den Schwanz hinaus. +Die Stirn, der ganze untere Sheil des Korpers und +des Schwanzes, so wie auch die untern Flugeldecken find +von dem schonsten Weis. Der obere Sheil und der vors","316 + +niederſchoß, wünſchte ich mir Glük, dieſen unſchuldigen +Weſen das Leben und den Frieden erhalten zu haben. + +Mehrere von dieſen Raubvogelu waren für mich von +einer neuen Urt. Es herrſcht in keiner Claſſe von Vogeln +weniger Methode, und keine iſt mehr den Eintheilungen +entwiſcht als dieſe. Ich will daher auch nicht verſuchen, +dieſer Art die Stelle anzuweiſen, die ſie in dieſer oder +jener Ordnung einnehmen muß: ich will fie bloß beſchreia +ben, und dieſer Gang iſt für die Naturgeſchichte nůglicher +als Erdrterungen, woraus man oft nichts lernt. Indeffen +fchien mir dieſer Vogel fich mehr dem Falken als irgend +einer andern Art zu nåhern. + +lin +lie + +Die vorzüglichſten Formen dieſes Vogels beſtehen in +einem ſehr krummen Schnabel, in einem dicken Håutchen, +das die Wurzel des Schnabels bedekt ;. in Flügeln, die +etwas länger als der Schwanz waren und an denen die +erſte Feder långs ihrer Außenſeite hin ausgezakt war; ir +einer kurzen Fußwurzel( tarſe) die vorn bis beinahe an +die Zehen befiedert war; in krummen ſcharfen Slauen +und in einem Schwanze mit faſt gleich großen Federn: +denn man merkt es nur, wenn man ſie auseinander faltet, +daß fie ein wenig an Länge abnehmen, je naber ſie an der +Mitte find, wo ſie ein wenig kürzer als die Andern ſind: + +10 + +Größe: Seine ganze Lánge beträgt eilf und einen +halben zou: der Schnabel iſt zwolf und eine halbe Linie +groß: die Fußwurzel iſt ſiebenzehnt tinten, und der +Schwanz vier Zoll acht kinien lang; die Flügel ſind geht +und eine halbe Linie lang, und wenn ſie gufainmen gelegt +werden, ſo geber: fie acht Linien über den Schwanz hinaus. + +Die Stirn, der ganze untere Sheil des Körpers und +des Schwanzes, ſo wie auch die untern Flügeldecken find +von dem ſchönſten Weiß. Der obere Sheil und der vors + + +","Niederschoss, wünschte ich mir Glück, diesen unschuldigen Wesen das Leben und den Frieden erhalten zu haben. Mehrere von diesen Raubvögeln waren für mich von einer neuen Art. Es herrscht in keiner Classe von Vögeln weniger Methode, und keine ist mehr den Eintheilungen entwischt als diese. Ich will daher auch nicht versuchen, dieser Art die Stelle anzuweisen, die sie in dieser oder jener Ordnung einnehmen muss; ich will sie bloß beschreiben, und dieser Gang ist für die Naturgeschichte nützlicher als Erörterungen, woraus man oft nichts lernt. Indessen schienen mir diese Vögel sich mehr dem Falken als irgend einer andern Art zu nähern. + +Die vorzüglichsten Formen dieses Vogels bestehen in einem sehr krummen Schnabel, in einem dicken Häutchen, das die Wurzel des Schnabels bedeckt; in Flügeln, die etwas länger als der Schwanz waren und an denen die erste Feder langs ihrer Außenseite hin ausgezackt war; einer kurzen Fußwurzel (Tarse) die vorn bis beinahe an die Zehen befiedert war; in krummen scharfen Klauen und in einem Schwanz mit fast gleich großen Federn: denn man merkt es nur, wenn man sie auseinander faltet, dass sie ein wenig an Länge abnehmen, je näher sie an der Mitte finden, wo sie ein wenig kürzer als die andern sind. Größe: Seine ganze Länge beträgt elf und einen halben Zoll; der Schnabel ist zwölf und eine halbe Linie groß; die Fußwurzel ist siebzehn Tinten, und der Schwanz vier Zoll acht Kinnien lang; die Flügel sind neun und eine halbe Linie lang, und wenn sie gefaltet gelegt werden, so geben sie acht Linien über den Schwanz hinaus. Die Stirn, der ganze untere Teil des Körpers und des Schwanzes, so wie auch die untern Flügeldecken sind von dem schönsten Weiß. Der obere Teil und der vordere" +Z166069305,345,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000345/full/full/0/native.jpg,"dere Augenwinkel sind mit kleinen dunn stehenden und +schwarzen Federn bedekt. Der Korper und der Kopf find +oben so wie die grosen obern Flugeldeckeu afchgrau; sie +kleinen sind schwarz. Die Schwungfedern an den Flu. +geln find aschgrau, und an den Spitzen leicht grau mit +fchwarzen Kielen; die Zacken. an den ersten ausern +Schwungfedern sind weis. Der Schwanz und die beiden +mittelsten Schwungfedern sind weis mit archgrau vers +mischt, und die andern find an ihrer innern Seite weis, +und& userlich leicht graut. Der Ring um den Augapfel +ist von einer glanzenden Orangefarbe. Die Haut an der +Wurzel des Schnabels und der Fuswurzel find gelb; der +Schnabel und die Klauen sind schwarz. +Der Bogel, den ich hier beschrieben habe, war ein +Mannchen. Die rechte Hode war weit dicker als die +linke. Die Eingeteiderdhre war siebenzehn Zoll lang: +fie hatte eine Gallenblase, aber ich habe keinen Blinddarm +bemerkt. Die Luftrohre war sehr hart, und bis an die +gabelformige Spaltung"" fast knochig; alsdann wurde sie +knorpelich und weich. +Der Magen war ganz leer. Der Vogel war indeffen +nicht an Fasten gewohnt gewesen, denn er war sehr fett. +Man sabe diese Art von Raubvogeln haufig auf dem +fande, vorzuglich aber auf solchen Feldern, wo man den +Reis abgeerndtet hatte, und an den Ufern des Nils. +Sie leben einsam, halten sich lange in der Luft, ohne +ihre Stelle zu verandern, und bewegen blos die Fluger +hin und her. Sie heften die Augen auf die Erde und +fuchen eine Beute zu entdecken, und wenn fie nichts gewahr +werden, so fliegen sie ein wenig weiter fort, nehmen eine +neue Stelle ein, und bleiben so lange in der Luft schweben, +bis fte ein Lhier, das sie zu verschlingen gewohnt sind, +zu Gesichte bekommen: dann sturzen sie mit Bligesschnelle","517 + +dere Augenwinkel ſind mit kleinen dúnn ſtehenden und + +ſchwarzen Federn bedekt. Der Körper und der Kopf find +oben ſo wie die großen obern Flügeldeckeu afchgrau; sie +kleinen ſind ſchwarz. Die Schwungfedern an den Flů. +geln find aſchgrau, und an den Spitzen leicht grau mit +fchwarzen Kielen; die Zacken. an den erſten åußern +Schwungfedern ſind weiß. Der Schwanz und die beiden +mittelſten Schwungfedern ſind weiß mit archgrau vers +miſcht, und die andern find an ihrer innern Seite weiß, +und& ußerlich leicht graut. Der Ring um den Augapfel +iſt von einer glänzenden Orangefarbe. Die Haut an der +Wurzel des Schnabels und der Fußwurzel find gelb; der +Schnabel und die Klauen ſind ſchwarz. + +; + +s' + +Der Bogel, den ich hier beſchrieben habe, war ein +Månnchen. Die rechte Hode war weit dicker als die +linke. Die Eingeteiderdhre war ſiebenzehn Zoll lang: +fie hatte eine Gallenblaſe, aber ich habe keinen Blinddarm +bemerkt. Die Luftrohre war ſehr hart, und bis an die +gabelförmige Spaltung"" faſt knochig; alsdann wurde ſie +knorpelich und weich. + +3 + +3 + +Der Magen war ganz leer. Der Vogel war indeffen +nicht an Faſten gewohnt geweſen, denn er war ſehr fett. + +1 + +Man ſabe dieſe Art von Raubvogeln häufig auf dem +fande, vorzüglich aber auf ſolchen Feldern, wo man den +Reiß abgeerndtet hatte, und an den Ufern des Nils. +Sie leben einſam, halten ſich lange in der Luft, ohne +ihre Stelle zu verändern, und bewegen bloß die Flüger +hin und her. Sie heften die Augen auf die Erde und +fuchen eine Beute zu entdecken, und wenn fie nichts gewahr +werden, ſo fliegen ſie ein wenig weiter fort, nehmen eine +neue Stelle ein, und bleiben ſo lange in der Luft ſchweben, +bis fte ein Lhier, das ſie zu verſchlingen gewohnt ſind, +zu Geſichte bekommen: dann ſtürzen ſie mit Bligesſchnelle + + +","dere Augenwinkel sind mit kleinen dunn stehenden und schwarzen Federn bedeckt. Der Körper und der Kopf finden oben so wie die großen oberen Flügeldecken aschgrau; die kleinen sind schwarz. Die Schwungfedern an den Flügeln finden aschgrau, und an den Spitzen leicht grau mit schwarzen Kielen; die Zacken an den ersten äußeren Schwungfedern sind weiß. Der Schwanz und die beiden mittelsten Schwungfedern sind weiß mit aschgrau vermischt, und die andern finden an ihrer innern Seite weiß, und außerlich leicht graut. Der Ring um den Augapfel ist von einer glänzenden Orangefarbe. Die Haut an der Wurzel des Schnabels und der Fußwurzel finden gelb; der Schnabel und die Klauen sind schwarz. + +Der Bögel, den ich hier beschrieben habe, war ein Männchen. Die rechte Hoden war weit dicker als die linke. Die Eingeweide waren siebzehn Zoll lang: sie hatte eine Gallenblase, aber ich habe keinen Blinddarm bemerkt. Die Luftrohre war sehr hart, und bis an die gabelförmige Spaltung fast knochig; alsdann wurde sie knorpelig und weich. + +Der Magen war ganz leer. Der Vogel war indeßen nicht an Fasten gewöhnt gewesen, denn er war sehr fett. Man sieht diese Art von Raubvögeln häufig auf dem Felde, vorzüglich aber auf solchen Feldern, wo man den Reis abgeerntet hatte, und an den Ufern des Nils. Sie leben einsam, halten sich lange in der Luft, ohne ihre Stelle zu verändern, und bewegen bloß die Flüger hin und her. Sie heften die Augen auf die Erde und suchen eine Beute zu entdecken, und wenn sie nichts gewahr werden, so fliegen sie ein wenig weiter fort, nehmen eine neue Stelle ein, und bleiben so lange in der Luft schweben, bis sie ein Tier, das sie zu verschlingen gewöhnt sind, zu Gesichte bekommen: dann stürzen sie mit Blitzesschnelle" +Z166069305,346,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000346/full/full/0/native.jpg,"auf dasselbe herab. Ich habe sie niemals auf der Erde +fiken sehen sie wiegen sich manchmal auf den Dattels +baumen, und man kann sich ihnen mit leichter Muhe +nabern. +Eine noch weit weniger wilde Art von Raubvogeln +ist jene oben ertbahnte Art von Kauzlein. Ich that ineh- +rere Flintenschusse, um mir ein Paar davon zu verschaffen, +und der Schreck jagte sie nicht weit fort: sie begnugten +sich blos von einem Baume zum andern zu fliegen. Man +sieht sie gewohnlich, wenigstens in der jesigen Jahreszeit, +paarweise beisammen, und es erhellt aus der Vergleichung, +die ich zwischen dem Manuchen und dem Weibchen anges +stellt habe, das keine sichtbare Verschiedenheit weder in +der Grose, noch in den Farben zwischen ihnen statt findet. +Unter der grosen Menge von Bachstelzen*), die auf +dem +fins. gebauten Boden von Nieder a g9Pte'n verbreitet +find, sah ich Eine, deren Gefieder ganz weis war. Ueber +den obern Theil des Kopfes und des Korpers hin erstrekte +fich eine leichte graue Schattirung, und machte nach +unten zu ein halbes Halsband. Nues, Uebrige war blen- +dendweis. +In der Nahe der Gewaffer fah man einen Haufen von +Bogeln, die hier Nahrung im Ueberflusse fanden. Eisvogel **) +streiften mit Pfeilesschnelle auf der Oberflache des War- +fers hin, wahrend andere auf ihre langen Beine gestuzt +beim Uebergange ihre Beute erwarteten. Hierunter ges +hrte der geduldige und unglukliche Reiber, den fein +fteter"" elender Zustand reht mistrauisch macht, und der +fortfliegt, so bald er einen Fager gewahr wird. +*) Motacilla alba. Lin .. +****) Man findet in diesem Lande zwei Arten: den eigentlich +sogenannten Eisvogel( alcedo ifpida) und den martia pecheur +si pie( Alcedo rudis Lig.) il suo","1 +1 +318 + +auf daſſelbe herab. Ich habe ſie niemals auf der Erde +fiken ſehen ſie wiegen ſich manchmal auf den Dattels +båumen, und man kann ſich ihnen mit leichter Mühe +nábern. + +Eine noch weit weniger wilde Art von Raubvögeln +iſt jene oben ertbåhnte Art von Kåuzlein. Ich that ineh- +rere Flintenſchüſſe, um mir ein Paar davon zu verſchaffen, +und der Schreck jagte ſie nicht weit fort: ſie begnügten +ſich bloß von einem Baume zum andern zu fliegen. Man +ſieht ſie gewohnlich, wenigſtens in der jeßigen Jahreszeit, +paarweiſe beiſammen, und es erhellt aus der Vergleichung, +die ich zwiſchen dem Manuchen und dem Weibchen anges +ſtellt habe, daß keine ſichtbare Verſchiedenheit weder in +der Große, noch in den Farben zwiſchen ihnen ſtatt findet. + +Unter der großen Menge von Bachſtelzen*), die auf +dem +fins. gebauten Boden von Nieder å g9Pte'n verbreitet +find, ſah ich Eine, deren Gefieder ganz weiß war. Ueber +den obern Theil des Kopfes und des Korpers hin erſtrekte +fich eine leichte graue Schattirung, und machte nach +unten zu ein halbes Halsband. Nues, Uebrige war blen- +dendweiß. + +1 + +6 + +4 + +In der Nähe der Gewäffer fah man einen Haufen von +Bogeln, die hier Nahrung im Ueberfluſſe fanden. Eisvogel **) +ſtreiften mit Pfeilesſchnelle auf der Oberfläche des War- +fers hin, während andere auf ihre langen Beine geſtüzt +beim Uebergange ihre Beute erwarteten. Hierunter ges +hørte der geduldige und unglůkliche Reiber, den fein +fteter"" elender Zuſtand reht mißtrauiſch macht, und der +fortfliegt, ſo bald er einen Fåger gewahr wird. + +4 + +*) Motacilla alba. Lin .. +****) Man findet in dieſem Lande zwei Arten: den eigentlich + +ſogenannten Eisvogel( alcedo ifpida) und den martia pecheur +şi pie( Alcedo rudis Lig.) il suo + + +","auf dasselbe herab. Ich habe sie niemals auf der Erde gesehen; sie wiegen sich manchmal auf den Dattelsbaumen, und man kann sich ihnen mit leichter Mühe nähern. +Eine noch weit weniger wilde Art von Raubvögeln ist jene oben erwähnte Art von Kauzlein. Ich that innerhalb weniger Flintenschüsse, um mir ein Paar davon zu verschaffen, und der Schreck jagte sie nicht weit fort: sie begnügten sich bloß von einem Baume zum andern zu fliegen. Man sieht sie gewöhnlich, wenigstens in der jetzigen Jahreszeit, paarweise beisammen, und es erhellt aus der Vergleichung, die ich zwischen dem Männchen und dem Weibchen angestellt habe, dass keine sichtbare Verschiedenheit weder in der Größe, noch in den Farben zwischen ihnen stattfindet. +Unter der großen Menge von Bachstelzen*), die auf dem feins gebauten Boden von Niederösterreich verbreitet finden, sah ich eine, deren Gefieder ganz weiß war. Über den obern Teil des Kopfes und des Körpers hin erstreckte sich eine leichte graue Schattierung, und machte nach unten zu ein halbes Halsband. Neus, Übriges war blendendweiß. +In der Nähe der Gewässer sah man einen Haufen von Bogeln, die hier Nahrung im Überflusse fanden. Eisvögel**) streiften mit Pfeilesschnelle auf der Oberfläche des Wassers hin, während andere auf ihre langen Beine gestützt beim Ubergange ihre Beute erwarteten. Hierunter gesellte der geduldige und unglückliche Reiher, den feiner Fettter elender Zustand recht misstrauisch macht, und der fortfliegt, so bald er einen Feind gewahr wird. +*) Motacilla alba. Lin.. +****) Man findet in diesem Lande zwei Arten: den eigentlich sogenannten Eisvogel (Alcedo ispida) und den martia pecheur si pie (Alcedo rudis Lig.)" +Z166069305,347,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000347/full/full/0/native.jpg,"An den Moraffen befanden sich zahlreiche Heerden +von Hrachvogeln, und in dem Schilfe, der darin wachst, +verbargen fich Wasserhuhner. Dieser schone Vogel hat +das schonste glanzendblaue Gefieder; fein Schnabel und +feine Beine find purpurroth: wegen seiner edlen Stellung +und wegen seiner glanzenden Farben nennt man ihn Sule +tanshuhn*). Er halt fich gern auf Reiffeldern auf, +: und man nennt ihn daher auch noch Reishuhn. Ich +habe zu Rarchio mehrere von diesen schonen Vogeln +ernahrt. Da nian sie alt gefangen hatte, so fam' es +ihnen schwer an, fich an der Verlust ihrer Freiheit zu +gewshnen: sie waren unruhig und plagten fich'unaufhors +lich, um aus dem Vogelbauer herauszukommen, worin +sie eingesperrt waren. Im Anfange ihrer Gefangenschaft +waren fie wild uno boshaft: fie biffen denjenigen +unbarmherzig in die Finger, der fie anruhren wollte. +Das Gefchrei, das sie von Zeit zu Zeit horen liesen, +glich ziemlich genau dem Lachen einer Person, die ihre +Stimme unter einer Maske verandert: dieses Geschrei +verwandelte sich manchmal gleichsam in Klagetone, und +dann war es kurzer und abgebrochener als das Erstere. +Sie frasen den Reis, der noch im Stroh war;. fie +machten das Korn aus seiner Schaale heraus und halfen +fich oft mit den Fusen, um dasselbe in den Mund zu +bringen und es zu zerdrucken. Sobald sie ein Reiskorn +gefreffen hatten, liefen sie jedesmal zu ihrem Wasservors +rathe und schienen diesen wahrend des Trinkens zu zer: +beisen oder zu faulen **).- +Am zahlreichsten und am meisten verbreitet, waren +unter allen diesen Wasservogeln die gewaffneten Regen- +*) Fulica porphyrio. Lin. Poule( ultane oder Porphyrion. Buffon +**) Die alten Naturforscher hatten diese Bemerkung gemast. +Solus morlu bibit. Plin. lib. 10, S. 63. lib. 11. S.79.","319 + +. + +An den Moräffen befanden ſich zahlreiche Heerden +von Hrachvogeln, und in dem Schilfe, der darin wächſt, +verbargen fich Waſſerhühner. Dieſer ſchöne Vogel hat +das ſchönſte glänzendblaue Gefieder; fein Schnabel und +feine Beine find purpurroth: wegen ſeiner edlen Stellung +und wegen ſeiner glänzenden Farben nennt man ihn Sule +tanshuhn*). Er hålt fich gern auf Reiffeldern auf, +: und man nennt ihn daher auch noch Réißhuhn. Ich +habe zu Rarchio mehrere von dieſen ſchönen Vogeln +ernährt. Da nian ſie alt gefangen hatte, ſo fam' es +ihnen ſchwer an, fich an der Verluſt ihrer Freiheit zu +gewshnen: ſie waren unruhig und plagten fich'unaufhors +lich, um aus dem Vogelbauer herauszukommen, worin +ſie eingeſperrt waren. Im Anfange ihrer Gefangenſchaft +waren fie wild uno boshaft: fie biffen denjenigen +unbarmherzig in die Finger, der fie anrühren wollte. +Das Gefchrei, das ſie von Zeit zu Zeit horen ließen, +glich ziemlich genau dem Lachen einer Perſon, die ihre +Stimme unter einer Maske verändert: dieſes Geſchrei +verwandelte ſich manchmal gleichſam in Klagetóne, und +dann war es kürzer und abgebrochener als das Erſtere. +Sie fraßen den Reiß, der noch im Stroh war;. fie +machten das Korn aus ſeiner Schaale heraus und halfen +fich oft mit den Füßen, um daſſelbe in den Mund zu +bringen und es zu zerdrücken. Sobald ſie ein Reißkorn +gefreffen hatten, liefen ſie jedesmal zu ihrem Waſſervors +rathé und ſchienen dieſen während des Trinkens zu zer: +beißen oder zu faulen **).- + +1 + +Am zahlreichſten und am meiſten verbreitet, waren +unter allen dieſen Waſſervögeln die gewaffneten Regen- + +*) Fulica porphyrio. Lin. Poule( ultane oder Porphyrion. Buffon + +**) Die alten Naturforſcher hatten dieſe Bemerkung gemast. + +Solus morlu bibit. Plin. lib. 10, S. 63. lib. 11. S.79. + + +","An den Moraffen befanden sich zahlreiche Heerden von Hrachvögeln, und in dem Schilfe, der darin wächst, verbargen sich Wasserhühner. Dieser schöne Vogel hat das schönste glänzendblaue Gefieder; sein Schnabel und seine Beine sind purpurroth: wegen seiner edlen Stellung und wegen seiner glänzenden Farben nennt man ihn Sulentanshuhn*). Er hält sich gern auf Reisfeldern auf, und man nennt ihn daher auch noch Reishuhn. Ich habe zu Rarchio mehrere von diesen schönen Vögeln ernährt. Da niemand sie alt gefangen hatte, so fiel es ihnen schwer an, sich an der Verlust ihrer Freiheit zu gewöhnen: sie waren unruhig und plagten sich unaufhörlich, um aus dem Vogelbauer herauszukommen, worin sie eingesperrt waren. Im Anfange ihrer Gefangenschaft waren sie wild und boshaft: sie bissen denjenigen unbarmherzig in die Finger, der sie anrühren wollte. + +Das Geschrei, das sie von Zeit zu Zeit hören ließen, glich ziemlich genau dem Lachen einer Person, die ihre Stimme unter einer Maske verändert: dieses Geschrei verwandelte sich manchmal gleichsam in Klagetöne, und dann war es kurzer und abgebrochener als das Erstere. Sie frassen den Reis, der noch im Stroh war; sie machten das Korn aus seiner Schale heraus und halfen sich oft mit den Füßen, um dasselbe in den Mund zu bringen und es zu zerdrücken. Sobald sie ein Reiskorn gefressen hatten, liefen sie jedesmal zu ihrem Wasservorrathe und schienen diesen während des Trinkens zu zerblosen oder zu faulen **).- + +Am zahlreichsten und am meisten verbreitet waren unter allen diesen Wasservögeln die gewaffneten Regen- +*) Fulica porphyrio. Lin. Poule(ultane oder Porphyrion. Buffon +**) Die alten Naturforscher hatten diese Bemerkung gemast. +Solus morlu bibit. Plin. lib. 10, S. 63. lib. 11. S.79." +Z166069305,348,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000348/full/full/0/native.jpg,"pfeifer*): e$ find Schreier und wegen ihrer schnellen +und fast unaufhorlichen Bewegung fdnnte man sie auch +Reverenzmacher nennen: ihren Kopf und ihren Hals +richten fie lebhaft in die Hohe und fuhren fie geschwind +wieder vorwarts, beinahe als wenn sie jemand lebhaft +und schnell ihre Ehrerbietung bezeugten. +ale +GOE +for +Um endlich meine Erzahlung von diesem gefiederten +Volke in dieren schonen Gefilden Aegyptens zu been- +digen, will ich noch blos bemerken, das man keine +auch noch so kleine Sandsirecke antrift, wenn sie nur an +angebauetes kand grenzt, wo man nicht wiedehopfen +stampfen und ihren langen Schnabel in den Sand fteko +fen fieht. +fur +CIM +ada +VAC +fore +die +In diesem Sande halt fich wirklich eine grose Menge +von Infekten auf; die da mit leichtigkeit sich einniften. +Ich fand in einem Loche, das sie dafelbst gemacht hatten, +eine grose Anzahl von Schattenkafern, wahre Ersekten +der finsternis: denn ihre ganze Farbe ist mattschwarz. +Geoffroi hat diese Art unter dem Namen kannelirter +Schattenkafer beschrieben **). Diejenigen, die ich hier +fand, waren groser und Einige waren bis funfzehn +Linien lang. +frin +lir +mitten unter dieser Verschwendung der lebendigen +Matur zeigt das Pflanzenreich seine glanzendsten Reich- +thumer: beinahe alle Arten von Fruchten stehen in der +Reife. Auser denjenigen, die ich i schon erwahnt habe, +enthalten die herrlichen Garten noch Pomeranzen, Citros +nen, Limonien, suse Citronen und Pompelmusen im +Ueberfluffe. Welchen von unsern Fruhlingen wurden wir +nicht gern mit einem solchen Winter vertauschen? +*) Man sebe 5. 208 dieses Banbes. +**) Histoire des Insecte des env. d. Paris tenebrion canele tenebrio +muricata. Lin.","320 + +臺 + +1 + +pfeifer*): e$ find Schreier und wegen ihrer ſchnellen +und faſt unaufhörlichen Bewegung fdnnte man ſie auch +Reverenzmacher nennen: ihren Kopf und ihren Hals +richten fie lebhaft in die Hohe und führen fie geſchwind +wieder vorwärts, beinahe als wenn ſie jemand lebhaft +und ſchnell ihre Ehrerbietung bezeugten. + +92 +ale + +WI + +fi +GOE +for +ar + +Um endlich meine Erzählung von dieſem gefiederten +Volke in dieren ſchönen Gefilden Aegyptens zu been- +digen, will ich noch bloß bemerken, daß man keine +auch noch ſo kleine Sandſirecke antrift, wenn ſie nur an +angebauetes kand grenzt, wo man nicht wiedehopfen +ſtampfen und ihren langen Schnabel in den Sand fteko +fen fieht. + +für +314 +CIM +ada + +VAC + +fore + +die + +In dieſem Sande hålt fich wirklich eine große Menge +von Infekten auf; dié da mit leichtigkeit ſich einniften. +Ich fand in einem Loché, das ſie dafelbſt gemacht hatten, +eine große Anzahl von Schattenkäfern, währe Erſekten +der finſterniß: denn ihre ganze Farbe iſt mattſchwarz. +Geoffroi hat dieſe Art unter dem Namen kannelirter +Schattenkäfer beſchrieben **). Diejenigen, die ich hier +fand, waren großer und Einige waren bis fünfzehn +Linien lang. + +MO +၆၃ +frin + +de +lir +G +do + +de + +je + +mitten unter dieſer Verſchwendung der lebendigen +Matur zeigt das Pflanzenreich ſeine glänzendſten Reich- +thümer: beinahe alle Arten von Früchten ſtehen in der +Reife. Außer denjenigen, die ich i ſchon erwähnt habe, +enthalten die herrlichen Garten noch Pomeranzen, Citros +nen, Limonien, ſüße Citronen und Pompelmuſen im +Ueberfluffe. Welchen von unſern Frühlingen würden wir +nicht gern mit einem ſolchen Winter vertauſchen? + +I + +$ + +*) Man ſebe 5. 208 dieſes Banbes. +**) Hiſtoire des Inſecte des env. d. Paris tenebrion canelé tenebrio +muricata. Lin. + + +","pfeifer*): Ich find Schreier und wegen ihrer schnellen und fast unaufhörlichen Bewegung fände man sie auch Reverenzmacher nennen: ihren Kopf und ihren Hals richten sie lebhaft in die Höhe und führen sie geschwind wieder vorwärts, beinahe als wenn sie jemand lebhaft und schnell ihre Ehrerbietung bezeugten. + +Um endlich meine Erzählung von diesem gefiederten Volke in diesen schönen Gefilden Ägyptens zu beenden, will ich noch bloß bemerken, dass man keine auch noch so kleine Sandshecke antritt, wenn sie nur an angebautes Land grenzt, wo man nicht Wiedehopfen stampfen und ihren langen Schnabel in den Sand stecken sieht. + +In diesem Sande hält sich wirklich eine große Menge von Insekten auf; die da mit Leichtigkeit sich einnisteten. Ich fand in einem Loch, das sie selbst gemacht hatten, eine große Anzahl von Schattenkäfern, wahre Erzeuger der Finsternis: denn ihre ganze Farbe ist mattschwarz. Geoffroi hat diese Art unter dem Namen kanellierter Schattenkäfer beschrieben **). Diejenigen, die ich hier fand, waren größer und einige waren bis fünfzehn Linien lang. + +Mitten unter dieser Verschwendung der lebendigen Natur zeigt das Pflanzenreich seine glänzendsten Reichtümer: beinahe alle Arten von Früchten stehen in der Reife. Außer denjenigen, die ich schon erwähnt habe, enthalten die herrlichen Gärten noch Pomeranzen, Citronen, Limonien, süße Citronen und Pompelmusen im Überfluss. Welchen von unsern Frühlingsmonaten würden wir nicht gern mit einem solchen Winter vertauschen? + +*) Man sehe 5. 208 dieses Bandes. +**) Histoire des Insecte des env. d. Paris tenebrion canele tenebrio muricata. Lin." +Z166069305,349,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000349/full/full/0/native.jpg,"Hie +Wer hat nicht von den agyptischen Zwiebeln reden +gehort? Wer weis nicht, in trelchem Unsehen sie bei den +alten Aegyptern ftanden? Und wem ist es nicht bekannt, +wie sehr die Hebrier, als sie Aegypten verlaffen +musten, ihren Verlust beklagten*)? Diese Art von Hul- +fenfrucht ist jezt noch in diesem Lande auserordentlich +gemein: sie ist sie gewohnlichste Nahrung des Volkes und +fast die einzige Speise der armsten Classe desselben Der +Arbeitslohn fur einen Tagelohner auf dem Lande betrug +einen Medin, d. i. ungefahr funf Liard unsers Geldes: +fur dieren masigen Lohn kaufte er sich so viel Brod und +Zwiebeln als er effen konnte, und er behielt immer noch +einige Burdes, eine kleine Kupfermunze brig, wovon +acht einen Mein gelten. Auf den Strasen und Markten +verkauft man gekochte und rohe Zwiebeln und sie gelten +fast gar nichts. Die Aegypter effen sie mit Fleisch +gekocht, dem sie zur Wurze dienen. Ich as fie gern auf +diese Art zubereitet, wenn sie jung ,, grin und noch zart +waren. Diese Zwiebeln haben nicht den beisenden +Gefciymat der europaischen Zwiebeln, fie schmecken lieblich, +find fir den Mund nicht unangenehm und locken keine +Ibranen aus den Angen, wenn man sie schneidet. Ins +defien da fie doch immer Zwiebeln bleiben und von den +Unsrigen nur durch einen weniger anzuiglichen und scharfen +Geschmak verschieden find, so kann man nicht zweifeln, +das der unmasige Gebrauch, den man in Aegypten +davon macht, nicht wenig zur Bermehrung der Geneigtheit +zu Uugenkrankheiten beitragt. +Man ist in egypten auch lattig, aer in gerin- +gerer Menge als die Zwiebeln. Es gab aber keinen +Knoblauch dafelbst, oder besser es gab keinen Knoblauch +mehr, denn diese Pflange scheint mir von den alten +*) In mentem nobis veniuat cucumeres, porrique, et cepe ce +allia. Num. XI. 5, +Connini Keifen ir ro,","321 + +Hie + +w + +Wer hat nicht von den ägyptiſchen Zwiebeln reden +gehört? Wer weiß nicht, in trelchem Unſehen ſie bei den +alten Aegyptern ftanden? Und wem iſt es nicht bekannt, +wie ſehr die Hebrier, als ſie Aegypten verlaffen +mußten, ihren Verluſt beklagten*)? Dieſe Art von Hül- +fenfrucht iſt jezt noch in dieſem Lande außerordentlich +gemein: ſie iſt sie gewöhnlichſte Nahrung des Volkes und +faſt die einzige Speiſe der ärmſten Claſſe deſſelben Der +Arbeitslohn für einen Tagelöhner auf dem Lande betrug +einen Medin, d. i. ungefähr fünf Liard unſers Geldes: +für dieren måßigen Lohn kaufte er ſich ſo viel Brod und +Zwiebeln als er effen konnte, und er behielt immer noch +einige Burdes, eine kleine Kupfermünze brig, wovon +acht einen Meðin gelten. Auf den Straßen und Märkten +verkauft man gekochte und rohe Zwiebeln und ſie gelten +faſt gar nichts. Die Aegypter effen ſie mit Fleiſch +gekocht, dem ſie zur Würze dienen. Ich aß fie gern auf +dieſe Art zubereitet, wenn ſie jung ,, grin und noch zart +waren. Dieſe Zwiebeln haben nicht den beißenden + +' +Gefciymat der europäiſchen Zwiebeln, fie ſchmecken lieblich, + +, +find fir den Mund nicht unangenehm und locken keine +Ibrånen aus den Angen, wenn man ſie ſchneidet. Ins +defien da fie doch immer Zwiebeln bleiben und von den +Unſrigen nur durch einen weniger anzuiglichen und ſcharfen +Geſchmak verſchieden find, ſo kann man nicht zweifeln, +daß der unmäßige Gebrauch, den man in Aegypten +davon macht, nicht wenig zur Bermehrung der Geneigtheit +zu Uugenkrankheiten beiträgt. + +Man ißt in egypten auch lattig, aðer in gerin- +gerer Menge als die Zwiebeln. Es gab aber keinen +Knoblauch dafelbſt, oder beſſer es gab keinen Knoblauch +mehr, denn dieſe Pflange ſcheint mir von den alten + +*) In mentem nobis veniuat cucumeres, porrique, et cepe çe + +allia. Num. XI. 5, +Connini Keifen ir ro, + + +","Wer hat nicht von den ägyptischen Zwiebeln reden gehört? Wer weiß nicht, in welchem hohen Ansehen sie bei den alten Ägyptern standen? Und wem ist es nicht bekannt, wie sehr die Hebräer, als sie Ägypten verlassen mussten, ihren Verlust beklagten)? Diese Art von Hülsenfrucht ist jetzt noch in diesem Lande außerordentlich gemein: sie ist die gewöhnlichste Nahrung des Volkes und fast die einzige Speise der ärmsten Classe desselben. Der Arbeitslohn für einen Tagelöhner auf dem Lande betrug einen Medin, d. i. ungefähr fünf Liard unseres Geldes; für diesen mäßigen Lohn kaufte er sich so viel Brot und Zwiebeln als er essen konnte, und er behielt immer noch einige Burdes, eine kleine Kupfermünze brig, wovon acht einen Medin gelten. + +Auf den Straßen und Märkten verkauft man gekochte und rohe Zwiebeln und sie gelten fast gar nichts. Die Ägypter essen sie mit Fleisch gekocht, dem sie zur Würze dienen. Ich esse sie gern auf diese Art zubereitet, wenn sie jung, grün und noch zart waren. Diese Zwiebeln haben nicht den beißenden Geschmack der europäischen Zwiebeln, sie schmecken lieblich, sind für den Mund nicht unangenehm und locken keine Tränen aus den Augen, wenn man sie schneidet. Insbesondere da sie doch immer Zwiebeln bleiben und von den unsrigen nur durch einen weniger anstößigen und scharfen Geschmack verschieden sind, so kann man nicht zweifeln, dass der unmaßige Gebrauch, den man in Ägypten davon macht, nicht wenig zur Vermehrung der Geneigtheit zu Augenkrankheiten beiträgt. + +Man ist in Ägypten auch lüstern nach Knoblauch, zwar in geringerer Menge als die Zwiebeln. Es gab aber keinen Knoblauch daselbst, oder besser es gab keinen Knoblauch mehr, denn diese Pflanze scheint mir von den alten..." +Z166069305,350,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000350/full/full/0/native.jpg,"Aegyptern gebauet worden zu seya: fie befindet fich +unter der Liste derjenigen, deren Verlust die Hebraer +so sehr beklagin*) und Dioscorides, den, Paut +eines Irrthumes zu beschuldigen scheint, hat den Knobe +lauch mit unter die agyptischen Pflanzen gerechnet **). +Wie dem aber auch seyn mag, man sieht ihn nicht mehr +in den Gemusgarten von Rarchid, und man hat mir +versichert, das der Boden seit undenklichen Zeiten seinen +Unbau nicht begunstige. In einigen Gegenden des juds +lichen Amerikas ift man, troz aller Versiche, nicht ro +gluklich gewesen, Zwiebeln zu erhalten: man lies derglei. +chen aus Frankreich dahin kommen und ich habe auf +Cayenne ein Zwiebelngericht fur einen leckerbissen halten +gesehen. Ich kann nicht sagen, ob man in Niedere +agypten die namlichen Versuche mit dem Knoblauch +angestellt hat: es ist aber moglich, das, da das Volk +unwiffend und ein Sklave Feiner alten Gebrsuche ist, die +jesigen Landbauer aus dem einzigen Grunde behauptet +haben, diese Psanze knne nicht auf ihrem Boden gedeie +hen, weil sie ihre Vorfahren nicht gefaet haben, und +dieser Grund, der in ihren Augen die Stelle eines wirk- +lichen Beweises vertreten wurde, ware hinreichend, ihnen +jeden Gedanken an neue Versuche zu benehmen. +Man ist demohngeachtet noch jezt viel Knoblauch in +Aegypten, aber man bringt ihn aus Syrien dahin +und verkauft ihn unter dem Namen Wurzeln von +Dana 8 f. +Beinahe alle Arten von Hulsenfruchten bauet man +im Ueberfluse in den Garten von Rardid: aber da die +Gartenkunst daselbst noch unvollkommen ist, so gewinnt +*) Man sehe die vorhergehende Anmerkung. +**) Recherches phil. fur les Aegypto ec les Chinois 1. S. 193. +in de: Anmerkung.","522 + +. + +Aegyptern gebauet worden zu ſeya: fie befindet fich +unter der Liſte derjenigen, deren Verluſt die Hebråer +ſo ſehr beklagin*) und Dioscorides, den, Paut +eines Irrthumes zu beſchuldigen ſcheint, hat den Knobe +lauch mit unter die ägyptiſchen Pflanzen gerechnet **). +Wie dem aber auch ſeyn mag, man ſieht ihn nicht mehr +in den Gemüsgårten von Rarchid, und man hat mir +verſichert, daß der Boden ſeit undenklichen Zeiten ſeinen +Unbau nicht begúnſtige. In einigen Gegenden des jüds +lichen Amerikas ift man, troz aller Verſiche, nicht ro +glüklich geweſen, Zwiebeln zu erhalten: man ließ derglei. +chen aus Frankreich dahin kommen und ich habe auf +Cayenne ein Zwiebelngericht für einen leckerbiſſen halten +geſehen. Ich kann nicht ſagen, ob man in Niedere +ågypten die nämlichen Verſuche mit dem Knoblauch +angeſtellt hat: es iſt aber möglich, daß, da das Volk +unwiffend und ein Sklave Feiner alten Gebrsuche iſt, die +jeßigen Landbauer aus dem einzigen Grunde behauptet +haben, dieſe Pſanze kønne nicht auf ihrem Boden gedeie +hen, weil ſie ihre Vorfahren nicht gefået haben, und +dieſer Grund, der in ihren Augen die Stelle eines wirk- +lichen Beweiſes vertreten würde, wäre hinreichend, ihnen +jeden Gedanken an neue Verſuche zu benehmen. + +, + +. + +2 + +Man ißt demohngeachtet noch jezt viel Knoblauch in +Aegypten, aber man bringt ihn aus Syrien dahin +und verkauft ihn unter dem Namen Wurzeln von +Dana 8 f. + +Beinahe alle Arten von Hülſenfrüchten bauet man +im Ueberfluſe in den Garten von Rardid: aber da die +Gartenkunſt daſelbſt noch unvollkommen iſt, ſo gewinnt + +*) Man ſehe die vorhergehende Anmerkung. +**) Recherches phil. fur les Aegypto ec les Chinois 1. S. 193. + +in de: Anmerkung. + + +","Aegyptern gebauet worden zu sehen; sie befindet sich unter der Liste derjenigen, deren Verlust die Hebräer so sehr beklagen*) und Dioscorides, den man eines Irrthumes zu beschuldigen scheint, hat den Knoblauch mit unter die ägyptischen Pflanzen gerechnet **). Wie dem aber auch sein mag, man sieht ihn nicht mehr in den Gemüsegärten von Rhardid, und man hat mir versichert, dass der Boden seit undenklichen Zeiten seinen Unbau nicht begunstige. In einigen Gegenden des jüdischen Amerikas ist man trotz aller Versuche nicht glücklich gewesen, Zwiebeln zu erhalten; man lässt dergleichen aus Frankreich dahin kommen und ich habe auf Cayenne ein Zwiebelgericht für einen Leckerbissen halten sehen. Ich kann nicht sagen, ob man in Niederägypten die nämlichen Versuche mit dem Knoblauch angestellt hat; es ist aber möglich, dass da das Volk unwissend und ein Sklave seiner alten Gebräuche ist, die jetzigen Landbauer aus dem einzigen Grunde behauptet haben, diese Pflanze könne nicht auf ihrem Boden gedeihen, weil sie ihre Vorfahren nicht gepflanzt haben, und dieser Grund, der in ihren Augen die Stelle eines wirklichen Beweises vertreten wurde, wäre hinreichend, ihnen jeden Gedanken an neue Versuche zu benehmen. + +Man ist demohnegeachtet noch jetzt viel Knoblauch in Aegypten, aber man bringt ihn aus Syrien dahin und verkauft ihn unter dem Namen Wurzeln von Dana 8 f. + +Beinahe alle Arten von Hülsenfrüchten baut man im Überfluss in den Gärten von Rhardid; aber da die Gartenkunst daselbst noch unvollkommen ist, so gewinnt man +*) Man sehe die vorhergehende Anmerkung. +**) Recherches phil. fur les Aegypto ec les Chinois 1. S. 193." +Z166069305,351,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000351/full/full/0/native.jpg,"man nicht die zahlreichen Spielarten, die eine Zierde +unserer Gemusgarten und Tafeln find. Man bauet +aber dafur einige Arten in groser Menge, z. B. romischer +Lattig bedekt. daselbst ganze Ebenen: Man ist ihn roh +und aus seinen Sternern bereitet man ein sehr gutes Del. +Man bauet auch andere Pflanzen, die zur Nahrung des +Menschen dienen und die in Europa nicht im Gebrauche +find: ro, zum Beispiel, pflanzt man Colocasia*), +eine Art von Aaronswurzel, die in dem alten Legypten +sehr bekannt war: wenn man ihre Wurzeln focht, po +Tchmecken sie wie unsere Erdapfel **). +Ana +Da das Delta eine Infel bildet, ro fonnte man +es leicht von wilden Thieren reinigen. Ob es nun gleich +von der einen Seite den Saum der Wuste beruhrt, ro +werden doch die angebaueten Flachen von Rafchid gar +nicht von denselben beunruhigt: das Leben und die Wire +kung des Anbaues verscheuchen fie: fie mufien zu ihrem +Aufenthalte entweder den Sand der Wistr oder die +Eindde der Walder wahlen. Diejenigen aber, welche +von Natur geneigt sind, das Geflugel, das der Mensch +ernahrt, oder die Vogel wegzufangen, die seine Nachbar- +*) Arum colocasia. Lin. +**) Savary fagt S. 7. 1. th. 8. Ueb .: die Einwohner von +Damiat bauen sie vorzuglich an, Man sieht in der Gegend +dieser Stadt grose Felder, die mit ihren breiten Blattern +bedeft fino. Ihre Wurzel ist tegelformig und dicter als die +Wurzel des Lotus. Sie ist nicht so unsdymathaft als der +Erdapfel."" Herr Prof. Soneider macht zu dieser Stelle +folgende Anmerkung: dieses Pflanzengeschlecht liefert vielen +Polferu manche esbare Art ftatt des Getraibes. Der alte +Name ist noch jezt derselbe, namlich Eulcas. In Rom +fand'man unter Vefpafian und weiter hin fo viel Geschmal +daran, das man sie sorgfaltig bauete. Palladius Febr. c. 24. +S. 14. +Der ueberreter.","323 + +11 + +AD + +man nicht die zahlreichen Spielarten, die eine Zierde +unſerer Gemúsgårten und Tafeln find. Man bauet +aber dafür einige Arten in großer Menge, z. B. rómiſcher +Lattig bedekt. daſelbſt ganze Ebenen: Man ißt ihn roh +und aus ſeinen Sternern bereitet man ein ſehr gutes Del. +Man bauet auch andere Pflanzen, die zur Nahrung des +Menſchen dienen und die in Europa nicht im Gebrauche +find: ro, zum Beiſpiel, pflanzt man Colocaſia*), +eine Art von Aaronswurzel, die in dem alten Legypten +ſehr bekannt war: wenn man ihre Wurzeln focht, po +Tchmecken ſie wie unſere Erdåpfel **). + +1 + +1 +Ana + +** + +Da das Delta eine Infel bildet, ro fonnte man +es leicht von wilden Thieren reinigen. Ob es nun gleich +von der einen Seite den Saum der Wüſte berührt, ro +werden doch die angebaueten Flächen von Rafchid gar +nicht von denſelben beunruhigt: das Leben und die Wire +kung des Anbaues verſcheuchen fie: fie mufien zu ihrem +Aufenthalte entweder den Sand der Wiſtr oder die +Eindde der Wålder wählen. Diejenigen aber, welche +von Natur geneigt ſind, das Geflügel, das der Menſch +ernährt, oder die Vogel wegzufangen, die ſeine Nachbar- + +. + +4 + +& 2 + +of + +*) Arum colocaſia. Lin. +**) Savary fagt S. 7. 1. th. 8. Ueb .:„ die Einwohner von + +Damiat bauen ſie vorzüglich an, Man ſieht in der Gegend +dieſer Stadt große Felder, die mit ihren breiten Blättern +bedeft fino. Ihre Wurzel iſt tegelförmig und dicter als die +Wurzel des Lotus. Sie iſt nicht ſo unſdymathaft als der +Erdapfel."" Herr Prof. Soneider macht zu dieſer Stelle +folgende Anmerkung: dieſes Pflanzengeſchlecht liefert vielen +Pólferu manche eßbare Art ftatt des Getraibes. Der alte +Name iſt noch jezt derſelbe, nämlich Eulcas. In Rom +fand'man unter Vefpafian und weiter hin fo viel Geſchmal +daran, daß man ſie ſorgfältig bauete. Palladius Febr. c. 24. +S. 14. + +Der ueberreter. + +1 + +1 + + +","man nicht die zahlreichen Spielarten, die eine Zierde unserer Gemüsegärten und Tafeln sind. Man baut aber dafür einige Arten in großer Menge, z. B. romischen Lattich bedeckt. daselbst ganze Ebenen: Man ist ihn roh und aus seinen Sternern bereitet man ein sehr gutes Delikat. Man baut auch andere Pflanzen, die zur Nahrung des Menschen dienen und die in Europa nicht im Gebrauche finden; so zum Beispiel pflanzt man Colocasia*), eine Art von Aronswurzel, die in dem alten Ägypten sehr bekannt war: wenn man ihre Wurzeln kocht, tun sie wie unsere Erdäpfel schmecken. + +Da das Delta eine Insel bildet, so findet man es leicht von wilden Thieren reinigen. Ob es nun gleich von der einen Seite den Saum der Wüste berührt, werden doch die angebauten Flächen von Räubern gar nicht von denselben beunruhigt: das Leben und die Wirksamkeit des Anbaues verscheuchen sie; sie müssen zu ihrem Aufenthalte entweder den Sand der Wüste oder die Eindäcke der Wälder wählen. Diejenigen aber, welche von Natur geneigt sind, das Geflügel, das der Mensch ernährt, oder die Vögel wegzu Fangen, die seine Nachbar- + +*) Arum colocasia. Lin. +**) Savary sagt S. 7. 1. th. 8. Ueb .: die Einwohner von Damiat bauen sie vorzüglich an. Man sieht in der Gegend dieser Stadt große Felder, die mit ihren breiten Blättern bedeckt sind. Ihre Wurzel ist tegelförmig und dichter als die Wurzel des Lotus. Sie ist nicht so unschmackhaft als der Erdapfel."" Herr Prof. Schneider macht zu dieser Stelle folgende Anmerkung: dieses Pflanzengeschlecht liefert vielen Pöferen manche essbare Art statt des Getraides. Der alte Name ist noch jetzt derselbe, nämlich Colocasia. In Rom fand man unter Vespasian und weiterhin so viel Geschmack daran, dass man sie sorgfältig baut. Palladius Febr. c. 24. S. 14. + +Der überreter." +Z166069305,352,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000352/full/full/0/native.jpg,"schaft an sich loft, halten sich gern dafelbft auf, weil file +einer gluklichern Jagd versichert find als anderwerts. +Man sieht da haufig den Nem s ober den mungo, +und der Dhaleb*) nimmit Theil an seinen Raubereien. +Dieses Thier hat etiyas Aehnliches mit dem Schakal, +aber es unterscheidet sich nicht destoweniger durch auffal. +lende' Ziige, vorzuglich durch seine Gewohnheiten von +ihm. Buffon hat in dem Nachtrage zu seiner +Naturgeschichte der vierfusigen Chiere eine fehr gute +Abbildung desselben unter dem Namen Chacal- adive +geliefert. Wenn der Schakal bei dem agyptischen gemeis +nen Manne Solimans Bater ift, so halt er den +"" Thaleb fur Aufseins Bater. Ich bin nicht im +Stande gewesen, den Grund dieser beiden Benennungen +zu entdecken. Ich will blos bei dieser Gelegenheit bemers +ken, das, wer den Aegyptern durch irgend einen +Zug oder irgend eine hervorspringende Eigenschaft auffalt, +unter ihnen' bald, unter dem Namen eines Vaters +dieses Zuges oder dieser Eigenschaft befannt wird. +Wegen meiner grosen Mare nannte man mich oft Vater +der Nase und Einer von meinen Reisegefalsrten, der +einen sehr starken Knebelbart trug, hatte wahrend unserer +Reise keinen andern Namen als Abu Schen app, +Vater des Knebelbartes. Eine lo scherzhafte +Art, seine Leute zu benennen, ohne fich nach ihrem +Namen erkundigen zu durfen, scheint in Afrika alges +mein zu sein. Die Neger auf dem Cap Vert +nannten einen Faktor der afrikanischen Gesellschaft, +der nur einen Arm hatte, Vater des Armes: und +die goloffen: wiffen den Gouverneur von Goree +nicht anders zu unterscheiben als durch den Titel Bos +rombir, Vater des Sa uch es, weil sie zwischen +Canis aureus. Lin. canis vulpes. Forskal, fauna. S. IV. +Nuperkung: der Thaleb ix von dem Fud se verschieden.","1 + +324 + +ſchaft an ſich loft, halten ſich gern dafelbft auf, weil file +einer glúklichern Jagd verſichert find als anderwerts. +Man ſieht da håufig den Nem s ober den mungo, +und der Dhaleb*) nimmit Theil an ſeinen Råubereien. + +. + +Dieſes Thier hat etiyas Aehnliches mit dem Schakal, +aber es unterſcheidet ſich nicht deſtoweniger durch auffal. +lende' Ziige, vorzüglich durch ſeine Gewohnheiten von +ihm. Buffon hat in dem Nachtrage zu ſeiner +Naturgeſchichte der vierfüßigen Chiere eine fehr gute +Abbildung deſſelben unter dem Namen Chačal- adive +geliefert. Wenn der Schakal bei dem ägyptiſchen gemeis + +nen Manne Solimans Bater ift, ſo hålt er den +"" Thaleb für Aufſeins Bater. Ich bin nicht im + +Stande geweſen, den Grund dieſer beiden Benennungen +zu entdecken. Ich will bloß bei dieſer Gelegenheit bemers +ken, daß, wer den Aegyptern durch irgend einen +Zug oder irgend eine hervorſpringende Eigenſchaft auffält, +unter ihnen' bald, unter dem Namen eines Vaters +dieſes Zuges oder dieſer Eigenſchaft befannt wird. +Wegen meiner großen Mare nannte man mich oft Vater +der Naſe und Einer von meinen Reiſegefälsrten, der +einen ſehr ſtarken Knebelbart trug, hatte während unſerer +Reiſe keinen andern Namen als Abu Schen app, +Vater des Knebelbartes. Eine lo ſcherzhafte +Art, ſeine Leute zu benennen, ohne fich nach ihrem +Namen erkundigen zu dürfen, ſcheint in Afrika alges +mein zu ſein. Die Neger auf dem Cap Vért +nannten einen Faktor der afrikaniſchen Geſellſchaft, +der nur einen Arm hatte, Vater des Armes: und +die goloffen: wiffen den Gouverneur von Goree +nicht anders zu unterſcheiben als durch den Titel Bos +rombir, Vater des Sa uch es, weil ſie zwiſchen + +Canis aureus. Lin. canis vulpes. Forskal, fauna. S. IV. +Nuperkung: der Thaleb ix von dem Fud ſe verſchieden. + + +","Schäft an sich loft, halten sich gern dafilelbft auf, weil sie einer glücklichern Jagd versichert finden als anderwerts. Man sieht da häufig den Nemsen über den Mungo, und der Dhaleb*) nimmt Theil an seinen Raubereien. + +Dieses Thier hat etwas Ähnliches mit dem Schakal, aber es unterscheidet sich nicht destoweniger durch auffallende Züge, vorzüglich durch seine Gewohnheiten von ihm. Buffon hat in dem Nachtrage zu seiner Naturgeschichte der vierfüßigen Thiäre eine sehr gute Abbildung desselben unter dem Namen Chacal-adive geliefert. + +Wenn der Schakal bei dem ägyptischen gemeinen Manne Solimans Bater ist, so hält er den Thaleb für Aufseins Bater. Ich bin nicht im Stande gewesen, den Grund dieser beiden Benennungen zu entdecken. Ich will bloß bei dieser Gelegenheit bemerken, dass wer den Ägyptern durch irgend einen Zug oder irgend eine hervorspringende Eigenschaft auffällt, unter ihnen bald unter dem Namen eines Vaters dieses Zuges oder dieser Eigenschaft befannt wird. + +Wegen meiner großen Nase nannte man mich oft Vater der Nase und einer von meinen Reisegefährten, der einen sehr starken Knebelbart trug, hatte während unserer Reise keinen andern Namen als Abu Schenapp, Vater des Knebelbartes. Eine lose scherzhafte Art, seine Leute zu benennen, ohne sich nach ihrem Namen erkundigen zu dürfen, scheint in Afrika allgemein zu sein. + +Die Neger auf dem Cap Vert nannten einen Faktor der afrikanischen Gesellschaft, der nur einen Arm hatte, Vater des Armes; und die Goloffen wussten den Gouverneur von Goree nicht anders zu unterscheiden als durch den Titel Bos rombir, Vater des Sauchs, weil sie zwischen Canis aureus. Lin. canis vulpes. Forskal, fauna. S. IV. + +Bemerkung: der Thaleb ist von dem Fuchs verschieden." +Z166069305,353,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000353/full/full/0/native.jpg,"dem Felsen, den diefe kleine Insel bildet, und einein dicken +Bauche eine Aehnlichkeit finden. +Man hat allen Grund zu glauben, das alles, was +die Alten und Neuern von dem a gyptischen Fuchse +gesagt haben, von dem Thaleb zu verstehen ist, der +in der That mehrere ahnliche Zuge mit dem Fuchre hat. +Sein Pelz ist hellfalb: diese Farbe aber fallt oben auf +dem Korper mehr ins Dunkle als unter dem Bauche. +Er zeichnet sich besonders durch einen prachtigen Schwang +aus, der in der Duere mit schwarzen und grauen Binden +bezeichnet ist. Seine Augen sind eben fo lebhaft als +seine Bewegungen; er hat eine verschlagene und liftige +Gesichtsbildung; und wahrend die Schakals, die blos +wild find, ihre Beute durch ihr Zusammenlaufen und ihr +Geschrei verscheuchen, wahrend ihre nachtlichen Wanderun- +gen oft fruchtlos ablaufen und sie manchinal ihren Sjunger +mit den eckelhaftesten oder ihrem Geschmacke widrigsten Dine +gen fattigen muffen, lauft der Thaleb nicht in Gesellschaft +umher und ist slaklicher, weil er gewandter ist: er zieht +allein, nahert fich sogar am hellen Tage den Wohnungeit, +um die er seinen unterirrdischen und sorgfaltig unter dichte +Gebusche verborgenen: Aufenthalt aufschlagt, schleicht fich +ohne Gerausch in die Hauser"" ein, uberfalt unversehens. +das Geflugel, nimmt die Eier mit fort und last keine +andern Spuren von seinen Verwustungen zuruk als reine +Verwustungen selbst. Er braucht bei der Jagd, die er +gewohnlich auf die Bogel macht, alle kist und Geschiflichs +keit, und kein Vogel kann ihm entwischen. Eines von +den artigsten vierfusigen Thieren murde vielleicht eines +von den liebensivirdigsten reyn, wenn seine List und +Feine Geschiklichkeit in dem kleinen Kriege nicht ein allzu- +auffaendes Geprage vont' Schurkcrei und Falschheit +trugen. Ich stand eines Tages machdenkend in einem +Garten und war an einer Seecke ftehen geblieben: ein +Shaleb, der nichts von irgend einem Gerausche horte,","325 + +dem Felſen, den diefe kleine Inſel bildet, und einein dicken +Bauche eine Aehnlichkeit finden. + +. + +} + +? + +4 + +11 + +21 + +Man hat allen Grund zu glauben, daß alles, was +die Alten und Neuern von dem å gyptiſchen Fuchſe +geſagt haben, von dem Thaleb zu verſtehen iſt, der +in der That mehrere åhnliche Züge mit dem Fuchre hat. +Sein Pelz iſt hellfalb: dieſe Farbe aber fållt oben auf +dem Körper mehr ins Dunkle als unter dem Bauche. +Er zeichnet ſich beſonders durch einen prachtigen Schwang +aus, der in der Duere mit ſchwarzen und grauen Binden +bezeichnet iſt. Seine Augen ſind eben fo lebhaft als +ſeine Bewegungen; er hat eine verſchlagene und liftige +Geſichtsbildung; und während die Schakals, die bloß +wild find, ihre Beute durch ihr Zuſammenlaufen und ihr +Geſchrei verſcheuchen, während ihre nachtlichen Wanderun- +gen oft fruchtlos ablaufen und ſie manchinal ihren Sjunger +mit den eckelhafteſten oder ihrem Geſchmacke widrigſten Dine +gen fåttigen múffen, läuft der Thaleb nicht in Geſellſchaft +umher und iſt slåklicher, weil er gewandter iſt: er zieht +allein, nåhert fich ſogar am hellen Tage den Wohnungeit, +um die er ſeinen unterirrdiſchen und ſorgfältig unter dichte +Gebüſche verborgenen: Aufenthalt aufſchlågt, ſchleicht fich +ohne Geräuſch in die Häuſer"" ein, überfält unverſehens. +das Geflügel, nimmt die Eier mit fort und läßt keine +andern Spuren von ſeinen Verwüſtungen zurük als reine +Verwüſtungen ſelbſt. Er braucht bei der Jagd, die er +gewohnlich auf die Bogel macht, alle kiſt und Geſchiflichs +keit, und kein Vogel kann ihm entwiſchen. Eines von +den artigſten vierfüßigen Thieren mürde vielleicht eines +von den liebensivıirdigſten reyn, wenn ſeine Liſt und +Feine Geſchiklichkeit in dem kleinen Kriege nicht ein allzu- +auffađendes Gepräge vont' Schurkcrei und Falſchheit +trügen. Ich ſtand eines Tages machdenkend in einem +Garten und war an einer Seecke ftehen geblieben: ein +Shaleb, der nichts von irgend einem Geräuſche horte, + + +","Dem Felsen, den die kleine Insel bildet, und einen dicken Bauche eine Ähnlichkeit finden. +Man hat allen Grund zu glauben, dass alles, was die Alten und Neuen von dem ägyptischen Fuchs gesagt haben, von dem Thaleb zu verstehen ist, der in der Tat mehrere ähnliche Züge mit dem Fuchse hat. Sein Pelz ist hellfalb; diese Farbe aber fällt oben auf dem Körper mehr ins Dunkle als unter dem Bauche. +Er zeichnet sich besonders durch einen prächtigen Schwanz aus, der in der Dicke mit schwarzen und grauen Binden bezeichnet ist. Seine Augen sind ebenso lebhaft als seine Bewegungen; er hat eine verschlagene und listige Gesichtsbildung; und während die Schakals, die bloß wild finden, ihre Beute durch ihr Zusammenlaufen und ihr Geschrei verscheuchen, während ihre nächtlichen Wanderungen oft fruchtlos ablaufen und sie manchmal ihren Säugling mit den eckelhaftesten oder ihrem Geschmacke widrigsten Dingen füttern, läuft der Thaleb nicht in Gesellschaft umher und ist schlauklüger, weil er gewandter ist: er zieht allein, nähert sich sogar am hellen Tage den Wohnungen, um die er seinen unterirdischen und sorgfältig unter dichte Gebüsche verborgenen Aufenthalt aufschlägt, schleicht sich ohne Gerausch in die Häuser ein, überfällt unversehens das Geflügel, nimmt die Eier mit fort und läßt keine anderen Spuren von seinen Verwüstungen zurück als reine Verwüstungen selbst. Er braucht bei der Jagd, die er gewöhnlich auf die Böge macht, alle List und Geschicklichkeit, und kein Vogel kann ihm entwischen. Eines von den artigsten vierfüßigen Thieren möchte vielleicht eines von den liebenswertesten sein, wenn seine List und feine Geschicklichkeit in dem kleinen Kriege nicht ein allzu-auffällendes Gepräge von Schurkerei und Falschheit trügen. Ich stand eines Tages nachdenkend in einem Garten und war an einer Ecke stehen geblieben: ein Shaleb, der nichts von irgend einem Gerausche hörte," +Z166069305,354,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000354/full/full/0/native.jpg,"kam durch diese Hecke auf mich los, und als er aus der +selben beraus war, befand er fich gerade vor meinen +Fusen. Als er mich gewahr wurde, gerieth er in ein +solches Schrecken, das er nicht einmal fich zu retten +versucite, sondern unbeweglich einige Minuten lang mit +auf mich gehefteten Augen stehen blieb. Seine Verlegen +heit war auf eine Art von seinem Gesichte gemahlt, deren +ich ihn gar nicht fahig gehalten hatte und die einen sehr +feinen Instinkt voraussezt. Ich von meiner Seite furche +tete eine Bewegung zu machen, die diere fur mich ro intes +reffante Stellung verandert haben wurde. Machdem er +aber endlich einige Seitenschritte gemacht hatte, als wenn +er zu sehr besturzt ware, das er nicht wisse, wo er hin- +fliehen sollte, entfernte er sich und hatte inmizr die Augen +auf mich gerichtet: aber er lief nicht, sondern strette fich +aus oder{ chlich sich vielmehr ziemlich langsamen Schrittes +wieder in die Hecke hinein, indem er inmer reine Fuse +wechselsweise mit einer auserordentlichen Borsicht weiters +feste. Er furchtete so sehr, fich auf seiner Flucht horen +zu lassen, das er seinen dicken Schwanz in einer beinahe +wagrechten Stellung hielt, damit er ihn nicht auf der +Erde schleppe oder damit er nicht die Pflanzen berlibre. +Auf der andern Seite der Hecki fand ich die Uebers +reste von seiner Mahlzeit: es war ein Raubvogel, den +er grostentheils aufgezehrt hatte. +Uebrigens glaube ich, das die Thalebs und die +Schakalz ihren Koth, wie die Kasen, sorgfaltig mit Erde +oder mit Sand, bedecken: denn ich habe mehrere folcher +Sdilupfivinkel im Sande und auf angebaueten Feldern +angetroffen, und sie konnten nichts anders als das Werk +dieser Thiere regn, Eine solche Reinlichkeit wurde den +Peyn, +Ghaled noch interesanter machen, wenn er fein folcher +Schurke ware. +Weit rejadlichere und auserordentlich zahlreiche +Thiere find die Ratten und Mause. Sie wurden eine","326 + +1 + +kam durch dieſe Hecke auf mich los, und als er aus der +ſelben beraus war, befand er fich gerade vor meinen +Füßen. Als er mich gewahr wurde, gerieth er in ein +ſolches Schrecken, daß er nicht einmal fich zu retten +verſucite, ſondern unbeweglich einige Minuten lang mit +auf mich gehefteten Augen ſtehen blieb. Seine Verlegen +heit war auf eine Art von ſeinem Geſichte gemahlt, deren +ich ihn gar nicht fähig gehalten hatte und die einen ſehr +feinen Inſtinkt vorausſežt. Ich von meiner Seite fürche +tete eine Bewegung zu machen, die diere für mich ro intes +reffante Stellung verändert haben würde. Machdem er +aber endlich einige Seitenſchritte gemacht hatte, als wenn +er zu ſehr beſtürzt wäre, daß er nicht wiſſe, wo er hin- +fliehen ſollte, entfernte er ſich und hatte inmizr die Augen +auf mich gerichtet: aber er lief nicht, ſondern ſtrette fich +aus oder{ chlich ſich vielmehr ziemlich langſamen Schrittes +wieder in die Hecke hinein, indem er inımer reine Füße +wechſelsweiſe mit einer außerordentlichen Borſicht weiters +feste. Er fürchtete ſo ſehr, fich auf ſeiner Flucht hören +zu laſſen, daß er ſeinen dicken Schwanz in einer beinahe +wagrechten Stellung hielt, damit er ihn nicht auf der +Erde ſchleppe oder damit er nicht die Pflanzen berlibre. + +Auf der andern Seite der Hecki fand ich die Uebers +reſte von ſeiner Mahlzeit: es war ein Raubvogel, den +er großtentheils aufgezehrt hatte. + +Uebrigens glaube ich, daß die Thalebs und die +Schakalz ihren Koth, wie die Kaßen, ſorgfältig mit Erde +oder mit Sand, bedecken: denn ich habe mehrere folcher +Sdilupfivinkel im Sande und auf angebaueten Feldern +angetroffen, und ſie konnten nichts anders als das Werk +dieſer Thiere regn, Eine ſolche Reinlichkeit würde den + +Peyn, +Ghaled noch intereſanter machen, wenn er fein folcher +Schurke wäre. + +Weit rejädlichere und außerordentlich zahlreiche +Thiere find die Ratten und Mauſe. Sie würden eine + +1 + + +","kam durch diese Hecke auf mich los, und als er aus derselben heraus war, befand er sich gerade vor meinen Füßen. Als er mich gewahr wurde, gerieth er in ein solches Schrecken, dass er nicht einmal sich zu retten versuchte, sondern unbeweglich einige Minuten lang mit auf mich gehefteten Augen stehen blieb. Seine Verlegenheit war auf eine Art von seinem Gesichte gemahlt, deren ich ihn gar nicht fähig gehalten hatte und die einen sehr feinen Instinkt voraussetzt. + +Ich von meiner Seite fürchtete eine Bewegung zu machen, die diese für mich interessante Stellung verändert haben würde. Nachdem er aber endlich einige Seitenschritte gemacht hatte, als wenn er zu sehr bestürzt wäre, dass er nicht wisse, wo er hinfliehen sollte, entfernte er sich und hatte inmitten die Augen auf mich gerichtet: aber er lief nicht, sondern streckte sich aus oder richtete sich vielmehr ziemlich langsamen Schrittes wieder in die Hecke hinein, indem er immer seine Füße wechselweise mit einer außerordentlichen Vorsicht weiterschob. + +Er fürchtete so sehr, sich auf seiner Flucht hören zu lassen, dass er seinen dicken Schwanz in einer beinahe wagrechten Stellung hielt, damit er ihn nicht auf der Erde schleppen oder damit er nicht die Pflanzen berühren sollte. Auf der andern Seite der Hecke fand ich die Überreste von seiner Mahlzeit: es war ein Raubvogel, den er größtenteils aufgezehrt hatte. + +Uebrigens glaube ich, dass die Thiere und die Schakale ihren Kot, wie die Katzen, sorgfältig mit Erde oder mit Sand bedecken: denn ich habe mehrere solcher Spuren im Sande und auf angebauten Feldern angetroffen, und sie konnten nichts anders als das Werk dieser Thiere sein. + +Eine solche Reinlichkeit würde den Pfeilen noch interessanter machen, wenn er ein feiner Schurke wäre. + +Weit reichlichere und außerordentlich zahlreiche Thiere sind die Ratten und Mäuse. Sie wurden eine" +Z166069305,355,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000355/full/full/0/native.jpg,"Geisel fur Aegypten fenn, die es unbewohnbar +machen wurden, wenn sie nicht daselbst viele Feinde +batten: unter den vierfusigen Shieren machen die Krase, +der Mungo, der Chaleb u. f. w. unter den Vogeln der +Jbis, der Storch, der Geier und mehrere Arten Raubz +vogel gagd auf fie und ernahren fich gewohnlich von +denselben: felbst der Mensch wird aus der namlichen +Ubficht ihr Feind, denn man findet meisier? Dorfee int +der Gegend von Rarchid, deren Eintrohner, sobald +fich das Nilwasser von den Felderit"" zurufgezogen hat, +die Natten aufsuchen, um sie zu essen. Die Ueberschwem- +mung des Flusses todtet noch eine grosere Menge: aber +ihre Fruchtbarkeit ist auch so ungeheuer, das fie trog ro +vieler Feinde dennoch so zahlreich find, das fie fich gang +ungestort fortzupflanzen und selbst aus dem Schoose der +Hindernisse hervorzukommen scheinen, die man ihrer allzu +grosen Vermehrung entgegensezt. Sobald der Nil das +Land befruchtet und es wieder dem Anbaue uberlaffen +hat, sieht man die Ratten und Mause in unzahlbaren +Schaaren nach und nach aus dem getranften Boden +hervorkommen: die Aegypter find daher auf den +Wahn gerathen, diese Thiere seyn selbst ein Produkt der +Erde. Einige unter ihnen, die man fur die Berstandig- +ften hielt, versicherten mich dreust, sie hatten selbst Mause +im Augenblicke ihrer vorgeblichen Bildung beobachtet, +bei welchen die eine Halfte des Srpers von Fleisch und +die andere Halfte von Koth gewesen sey. Dieset therigte +Glaube ist nicht blos den Aegypter 11 eigen; selbst +Schriftsteller find nicht errothet, ihre Werke damit zu +beflecken*). +Aue Thiere, die Jagd auf die Maufe und Katten +machten, wurden in dem alten Aegypten fur beilig +angesehen und standen unter dem Schutze der burgerlichen +*) Macrobius, Porta, u. U.","527 + +1 + +1 + +G + +! + +1 + +Geißel für Aegypten fenn, die es unbewohnbar +machen würden, wenn ſie nicht daſelbſt viele Feinde +båtten: unter den vierfüßigen Shieren machen die Kraße, +der Mungo, der Chaleb u. f. w. unter den Vogeln der +Jbis, der Storch, der Geier und mehrere Arten Raubz +vogel gagd auf fie und ernähren fich gewohnlich von +denſelben: felbſt der Menſch wird aus der nåmlichen +Ubficht ihr Feind, denn man findet meisier? Dörfee int +der Gegend von Rarchid, deren Eintrohner, ſobald +fich das Nilwaſſer von den Felderit"" zurüfgezogen hat, +die Natten aufſuchen, um ſie zu eſſen. Die Ueberſchwem- +mung des Fluſſes tödtet noch eine größere Menge: aber +ihre Fruchtbarkeit iſt auch ſo ungeheuer, daß fie trog ro +vieler Feinde dennoch ſo zahlreich find, daß fie fich gang +ungeſtort fortzupflanzen und ſelbſt aus dem Schooße der +Hinderniſſe hervorzukommen ſcheinen, die man ihrer allzu +großen Vermehrung entgegenſezt. Sobald der Nil das +Land befruchtet und es wieder dem Anbaue úberlaffen +hat, ſieht man die Ratten und Mäuſe in unzählbaren +Schaaren nach und nach aus dem getrånften Boden +hervorkommen: die Aegypter find daher auf den +Wahn gerathen, dieſe Thiere ſeyn ſelbſt ein Produkt der +Erde. Einige unter ihnen, die man für die Berſtändig- +ften hielt, verſicherten mich dreuſt, ſie hätten ſelbſt Måuſe +im Augenblicke ihrer vorgeblichen Bildung beobachtet, +bei welchen die eine Hälfte des Sørpers von Fleiſch und +die andere Hälfte von Koth geweſen ſey. Dieſet thérigte +Glaube iſt nicht bloß den Aegypter 11 eigen; ſelbſt +Schriftſteller find nicht errothet, ihre Werke damit zu +beflecken*). + +w + +E + +Aue Thiere, die Jagd auf die Mäufe und Katten +machten, wurden in dem alten Aegypten für beilig +angeſehen und ſtanden unter dem Schutze der bürgerlichen + +*) Macrobius, Porta, u. U. + + +","Geisel für Ägypten fenn, die es unbewohnbar machen würden, wenn sie nicht daselbst viele Feinde hätten: unter den vierfüßigen Thieren machen die Krase, der Mungo, der Chaleb u. f. w. unter den Vögeln der Ibiss, der Storch, der Geier und mehrere Arten Raubvögel Jagd auf sie und ernähren sich gewöhnlich von denselben: selbst der Mensch wird aus der nämlichen Ursicht ihr Feind, denn man findet meist Dorfer in der Gegend von Rachid, deren Einwohner, sobald sich das Nilwasser von den Feldern zurückgezogen hat, die Nächte aufsuchen, um sie zu essen. Die Überschwemmung des Flusses tötet noch eine größere Menge: aber ihre Fruchtbarkeit ist auch so ungeheuer, dass sie trotz vieler Feinde dennoch so zahlreich sind, dass sie sich ungestört fortzupflanzen und selbst aus dem Schoße der Hindernisse hervorkommen scheinen, die man ihrer allzu großen Vermehrung entgegensetzt. Sobald der Nil das Land befruchtet und es wieder dem Anbau überlässt, sieht man die Ratten und Mäuse in unzählbaren Scharen nach und nach aus dem getränkten Boden hervorkommen: die Ägypter finden daher auf den Wahn gerathen, diese Thiere seien selbst ein Produkt der Erde. Einige unter ihnen, die man für die Berühmtesten hielt, versicherten mich dreist, sie hätten selbst Mäuse im Augenblicke ihrer vorgeblichen Bildung beobachtet, bei welchen die eine Hälfte des Körpers von Fleisch und die andere Hälfte von Kot gewesen sey. Dieser thorichte Glaube ist nicht bloß den Ägyptern eigen; selbst Schriftsteller finden nicht erlogen, ihre Werke damit zu beflecken). + +Auch Thiere, die Jagd auf die Mäuse und Katzen machten, wurden in dem alten Ägypten für heilig angesehen und standen unter dem Schutze der bürgerlichen Gesetze. (Macrobius, Porta, u. a.)" +Z166069305,356,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000356/full/full/0/native.jpg,"und religiofen Gefese. Die neuern Volfer, die dieres +Rand bewohnen, ro barbarisch fie auch find, vernichten sie +nicht allein nicht, sondern haben auch in Nuksicht dersilben +etwas von jener alten Berehrung beibehalten. Die Fran- +goren werden leicht einsehen, wie viel daran liegt, die +namliche Schonung zu beobachten und sich das Vergnugen +der Jagd zu versagen, die zum allgemeinen Nachtheile +gereidyen wurde: das gute Gedeihen der Colonie hangt +davon ab. +Wenn wir von den schadlichen Thieren zu den nizs +lichsten ubergeben, fu finden wir zwei Arten, die in +A egypten sehr zahlreich find und die den Einwohnern +grose Vortheile gewahren: dies find das Schaaf und die +Ziege. Unter allen Haupthieren find das Schaaf und der +Widder in diesem Lande am gemeinsten: ihre Wolle ift +ein wichtiger Handelsgegenstand, und ihr Fleisch ist beinahe +das Einzige, das daselbst im Gebrauche ist, weil das +Ochrenfleisch felten und das Buffelfleisch sehr schlecht ist. +Der groste Theil der morgenlandischen Volker ver- +stummelt feine Widder nicht. Bei den Hebraern verbot +diese Operation ein Gesez, und aus einer alten Gewohnheit +verwirft man fie ebenfalls noch jezt in Aegypten. +Indeffen wurde man doch dadurch das Fleisch zarter +und faftiger machen und ihm den leichten Geschmaf von +Talg over Wolle nehmen, der seinen Geschmak verderbt. +Die Race, die man in Niederagypten zicht, ist von +der Widderrace in der Berberei*). Senn das +*) Ovis latica data. Lin.( Diese Nace ist am weitesten verbreitet +und hat verschiedene Nebenracen; ihre Wolle ist ansnehmend +fcon und in heisen Gegenden sprode. Der Sowanz wachst +bis zu vierzig Pfund: bei einigen ist er weit kleiner und +bftmals ragt aus dem dicken Fette kaum das kleine Schwangende +bervor. Diere Varietat wird von den nomadischen Volkern +Asiens vorzuglich gezogen. Der bide Schwanz scheint blos +vom Clima und von der Nahrung herzurihren. +Der Ueberseter.","328 + +1 + +es + +* + +und religiofen Gefeße. Die neuern Volfer, die dieres +Rand bewohnen, ro barbariſch fie auch find, vernichten ſie +nicht allein nicht, ſondern haben auch in Nůkſicht derſilben +etwas von jener alten Berehrung beibehalten. Die Fran- +goren werden leicht einſehen, wie viel daran liegt, die +nämliche Schonung zu beobachten und ſich das Vergnügen +der Jagd zu verſagen, die zum allgemeinen Nachtheile +gereidyen würde: das gute Gedeihen der Colonie hångt +davon ab. + +Wenn wir von den ſchädlichen Thieren zu den nizs +lichſten übergeben, fu finden wir zwei Arten, die in +A egypten ſehr zahlreich find und die den Einwohnern +große Vortheile gewähren: dies find das Schaaf und die +Ziege. Unter allen Haupthierèn find das Schaaf und der +Widder in dieſem Lande am gemeinſten: ihre Wolle ift +ein wichtiger Handelsgegenſtand, und ihr Fleiſch iſt beinahe +das Einzige, das daſelbſt im Gebrauche iſt, weil das +Ochrenfleiſch felten und das Büffelfleiſch ſehr ſchlecht iſt. + +Der größte Theil der morgenländiſchen Völker ver- +ſtůmmelt feine Widder nicht. Bei den Hebråern verbot +dieſe Operation ein Geſez, und aus einer alten Gewohnheit +verwirft man fie ebenfalls noch jezt in Aegypten. +Indeffen würde man doch dadurch das Fleiſch zarter +und faftiger machen und ihm den leichten Geſchmaf von +Talg over Wolle nehmen, der ſeinen Geſchmak verderbt. +Die Race, die man in Niederågypten zicht, iſt von +der Widderrace in der Berberei*). Senn das + +i + +*) Ovis latica dáta. Lin.( Dieſe Nace iſt am weiteſten verbreitet + +und hat verſchiedene Nebenracen; ihre Wolle iſt ansnehmend +fcón und in heißen Gegenden ſpróde. Der Sowanz wächſt +bis zu vierzig Pfund: bei einigen iſt er weit kleiner und +bftmals ragt aus dem dicken Fette kaum das kleine Schwangende +bervor. Diere Varietát wird von den nomadiſchen Völkern +Aſiens vorzüglich gezogen. Der bide Schwanz ſcheint bloß +vom Clima und von der Nahrung herzurihren. + +Der Ueberſeter. + + +","und religiösen Gebräuchen. Die neuern Völfer, die dies Land bewohnen, roh barbarisch sie auch sind, vernichten sie nicht allein nicht, sondern haben auch in Rücksicht derselben etwas von jener alten Bedachtnis beibehalten. Die Franzosen werden leicht einsehen, wie viel daran liegt, die nämliche Schonung zu beobachten und sich das Vergnügen der Jagd zu versagen, die zum allgemeinen Nachtheile gereichen würde: das gute Gedeihen der Colonie hängt davon ab. + +Wenn wir von den schädlichen Thieren zu den nützlichsten übergehen, finden wir zwei Arten, die in Ägypten sehr zahlreich sind und die den Einwohnern große Vortheile gewähren: dies sind das Schaf und die Ziege. Unter allen Haupthieren sind das Schaf und der Widder in diesem Lande am gemeinsten: ihre Wolle ist ein wichtiger Handelsgegenstand, und ihr Fleisch ist beinahe das Einzige, das daselbst im Gebrauche ist, weil das Ochsenfleisch selten und das Büffelfleisch sehr schlecht ist. + +Der größte Theil der morgenländischen Völker verstümmelt seine Widder nicht. Bei den Hebräern verbot diese Operation ein Gesetz, und aus einer alten Gewohnheit verwirft man sie ebenfalls noch jetzt in Ägypten. + +Indessen würde man doch dadurch das Fleisch zarter und fetter machen und ihm den leichten Geschmack von Talg oder Wolle nehmen, der seinen Geschmack verdirbt. + +Die Rasse, die man in Niederägypten züchtet, ist von der Widderrasse in der Berberei. Sennt das Ovis latica data. Lin. Diese Rasse ist am weitesten verbreitet und hat verschiedene Nebenrassen; ihre Wolle ist ansehnend schön und in heissen Gegenden sprode. Der Schwanz wächst bis zu vierzig Pfund: bei einigen ist er weit kleiner und bald ragt aus dem dicken Fette kaum das kleine Schwänzchen hervor. + +Diese Varietät wird von den nomadischen Völkern Asiens vorzüglich gezogen. Der breite Schwanz scheint bloß vom Clima und von der Nahrung herzurühren. + +Der Übersetzer." +Z166069305,357,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000357/full/full/0/native.jpg,"Schopfenfleisch auch in Aegypten nicht allgemein ro +gut als in Europa ist, so find doch daselbst die Schaafe +fruchtbarer. Sie hecken immer jahrlich zweimal und +werfen gewohnlich auf einmal zwei Lammer., +In Nieder a gypten ist die syrische Ziege*) +verbreitet. Man nennt sie auch die Bambergiege +von Mambre oder Mamre, weil sie auf dem Gebirge +dieses Namens, das in dem mitraglichen Theile von +Palaftin a in der Gegend des Hebron liegt, gemein +ift. Ihre Farbe ist fast immer belirothlich; fie hat kleine +Horner, einen langen und schmalen Korper, kurzes Haar; +einen mehr langlichen Kopf als die andern Racen: der +Vordertheil desselben ist krummer, wodurch diese Ziege +eine offenere, aber zugleich etwas dumme Gefichtsbildung +erhalt. Auf den ersten Unblik fallen dem Beobachter ihre +auserordentlich langen und hangenden Ohren ins Ges +ficht: diere find kein zweideutiges Kennzeichch, das fie +schon seit langen Zeiten ein Hausthier ist **). +Auf den feuchten Ebenen von Nieder a gypten +geben die Ziegen von dieser Race' kein sehr schmathaftes +Sleifch: man konnte sogar schliesen, es rey keine sehr +gesunde Speise, und das mit um fo groserm Rechte, weil +fie die Alten in dem Menderischen Nomo 8. ***) +*) Capra Mambrica Lin. +Chevre de Syrie. Brisson +Chevre mambrine oder chevre du Levant. Buffon,: Man +findet diese Ziege auch in Kleinafien und Indien. Schon +Aristoteles erwahnt dieselbe. +Der 11 eberr. +**) Man hat behauptet, diese Dhren waren so lang, das sie bis +auf die Erbe reichten und das die Morgenlander eines davon +megschnitten, damit die Ziege fresser konnte; dies ist aber ein +Grrthum: die Ohren reichen niemals bis auf die Erde und +man schneidet sie nicht weg. +***) Der mendesische Nomos begriff die Stadte Mendes, +Thmuis, und Panephisis, woraus die Griechen Diosa +polis machten. +Der ueber. +stoer","329 + +> + +Schopfenfleiſch auch in Aegypten nicht allgemein ro +gut als in Europa iſt, ſo find doch daſelbſt die Schaafe +fruchtbarer. Sie hecken immer jährlich zweimal und +werfen gewohnlich auf einmal zwei Låmmer., + +In Nieder å gypten iſt die ſyriſche Ziege*) +verbreitet. Man nennt ſie auch die Bambergiege +von Mambré oder Mamre, weil ſie auf dem Gebirge +dieſes Namens, das in dem mitraglichen Theile von +Palåftin á in der Gegend des Hebron liegt, gemein +ift. Ihre Farbe iſt faſt immer beliróthlich; fie hat kleine +Hörner, einen langen und ſchmalen Körper, kurzes Haar; +einen mehr långlichen Kopf als die andern Racen: der +Vordertheil deſſelben iſt krúmmer, wodurch dieſe Ziege +eine offenere, aber zugleich etwas dumme Gefichtsbildung +erhält. Auf den erſten Unblik fallen dem Beobachter ihre +außerordentlich langen und hängenden Ohren ins Ges +ficht: diere find kein zweideutiges Kennzeichch, daß fie +ſchon ſeit langen Zeiten ein Hausthier iſt **). + +. + +Auf den feuchten Ebenen von Nieder å gypten +geben die Ziegen von dieſer Race' kein ſehr ſchmathaftes +Sleifch: man konnte ſogar ſchließen, es rey keine ſehr +geſunde Speiſe, und das mit um fo großerm Rechte, weil +fie die Alten in dem Menderiſchen Nomo 8. ***) + +"" + +. + +*) Capra Mambrica Lin. + +Chevre de Syrie. Briſſon +Chevre mambrine oder chevre du Levant. Buffon,: Man +findet dieſe Ziege auch in Kleinafien und Indien. Schon +Ariſtoteles erwähnt dieſelbe. + +Der 11 eberr. +**) Man hat behauptet, dieſe Dhren waren ſo lang, daß ſie bis + +auf die Erbe reichten und daß die Morgenländer eines davon +megſchnitten, damit die Ziege freſſer könnte; dies iſt aber ein +Grrthum: die Ohren reichen niemals bis auf die Erde und +man ſchneidet ſie nicht weg. +***) Der mendeſiſche Nomos begriff die Städte Mendes, + +Thmuís, und Panephiſis, woraus die Griechen Diosa +polis machten. + +Der ueber. + +stoer + + +","Schopfenfleisch auch in Aegypten nicht allgemein roh als in Europa ist, so findet doch daselbst die Schaafe fruchtbarer. Sie hecken immer jährlich zweimal und werfen gewöhnlich auf einmal zwei Lämmer. + +In Niederägypten ist die syrische Ziege*) verbreitet. Man nennt sie auch die Bambergiege von Mambre oder Mamre, weil sie auf dem Gebirge dieses Namens, das in dem mittleren Theile von Palästina in der Gegend des Hebron liegt, gemein ist. Ihre Farbe ist fast immer belirsch; sie hat kleine Hörner, einen langen und schmalen Körper, kurzes Haar; einen mehr länglichen Kopf als die andern Rassen: der Vordertheil desselben ist krummer, wodurch diese Ziege eine offene, aber zugleich etwas dumme Gesichtsbildung erhält. Auf den ersten Unblick fallen dem Beobachter ihre außerordentlich langen und hängenden Ohren ins Gesicht: diere finden kein zweideutiges Kennzeichen, das sie schon seit langen Zeiten ein Haustier ist **). + +Auf den feuchten Ebenen von Niederägypten geben die Ziegen von dieser Rasse' kein sehr schmackhaftes Sleich; man konnte sogar schlussfolgern, es sey keine sehr gesunde Speise, und das mit um so größerem Rechte, weil sie die Alten in dem mendesischen Nome 8. ***) + +*) Capra Mambrica Lin. Chevre de Syrie. Brisson +Chevre mambrine oder chevre du Levant. Buffon: Man findets diese Ziege auch in Kleinasien und Indien. Schon Aristoteles erwähnt dieselbe. + +Der 11 eberr. +**) Man hat behauptet, diese Ohren waren so lang, dass sie bis auf die Erde reichten und dass die Morgenländer eines davon abschnitten, damit die Ziege fressen konnte; dies ist aber ein Gerücht: die Ohren reichen niemals bis auf die Erde und man schneidet sie nicht weg. +***) Der mendesische Nomos begriff die Städte Mendes, Thmuis, und Panephisis, woraus die Griechen Diosa polis machten. + +Der überstoer" +Z166069305,358,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000358/full/full/0/native.jpg,"mare +Inf +und in feiner Nachbarschaft, d. h. in den am meisten +uberschwemmten Gegenden verboten, wahrend fie in +- den gebirgigen Gegenden der Thebais( Oberagypten) +erlaubt war, wo hingegen das Schopsenfleisch verboten +war. Ob diere Ziegen gleich ziemlich gros, find, so kann +man fle doch nicht zu Last- und zu Zugvieh brauchen, +wie Bochart behauptet hat. Sie liefern aber im +Ueberflus eine sehr gute Milch, wovon man einen starten +Gebrauch macht. Man fuhrt sie alle Morgen in kleinen +Heerden in den verschiedenen Quartieren der Stadt. +Kairo umher, und jeder fieht die Milch melfen, die er +trinken will. Die aamlichen Schriftsteller, die die Frucht- +barkeit der Stuh und des Buffels ubertrieben haben, +haben in demselben Tone von den agyptischen Ziegex +gesprochen. +richi +och +Grige +Anne +uch +CUBE +Leg +Sie hecken nach Maillet auf einmal fechs bis +sieben Junge: und da fie des Jahres zweimal tragen, +To ist es nichts auserordentliches, tvenn man eine Ziege +' yon vierzehn Jungen begleitet ficht, die sie in fechs bis +fleben Monaten zur Welt gebracht hat*). Es ist zwar +wahr, das die Ziegen, eben so wie die Schaafe, jahrlich +zweimal becken, aber es ist auch wiederum wahr, das fie +auf einmal nur zwei, drei, felten vier Junge werfen. +nach +mbe +pon +Ich hatte mich in Rarchid schon uber zwei Monate +aufgehalten, und die Unruhen schienen sich in degypten +vielmehr zu vermehren als aufzuhoren. Der Bey +Ismael, war so gluflich gewesen, zwei andere Bens, +Murad und Ibrahim **), die an der Spitze der +- dpi +gle +) Description de l'Egypte, partie 2. S. 5. +**) Diese beiden Beys hatten das Commando uber die Manila +Iuden, die gegen Bonaparte ftritten. +Der ueberseher. +MIT","550 + +mare + +# 11 +1 + +Inf + +und in feiner Nachbarſchaft, d. h. in den am meiſten +überſchwemmten Gegenden verboten, während fie in +- den gebirgigen Gegenden der Thebais( Oberägypten) + +erlaubt war, wo hingegen das Schöpſenfleiſch verboten +war. Ob diere Ziegen gleich ziemlich groß, find, ſo kann +man fle doch nicht zu Laſt- und zu Zugvieh brauchen, +wie Bochart behauptet hat. Sie liefern aber im +Ueberfluß eine ſehr gute Milch, wovon man einen ſtarten +Gebrauch macht. Man führt ſie alle Morgen in kleinen +Heerden in den verſchiedenen Quartieren der Stadt. +Kairo umher, und jeder fieht die Milch melfen, die er +trinken will. Die aåmlichen Schriftſteller, die die Frucht- +barkeit der Stuh und des Büffels übertrieben haben, +haben in demſelben Tone von den ägyptiſchen Ziegex +geſprochen. + +richi + +och + +1211 + +Grige + +Anne + +uch + +MS +CUBE + +Leg + +Sie hecken nach Maillet auf einmal fechs bis +ſieben Junge: und da fie des Jahres zweimal tragen, +To iſt es nichts außerordentliches, tvenn man eine Ziege +' yon vierzehn Jungen begleitet ficht, die ſie in fechs bis +fleben Monaten zur Welt gebracht hat*). Es iſt zwar +wahr, daß die Ziegen, eben ſo wie die Schaafe, jährlich +zweimal becken, aber es iſt auch wiederum wahr, daß fie +auf einmal nur zwei, drei, felten vier Junge werfen. + +nach +mbe + +pon + +Ich hatte mich in Rarchid ſchon über zwei Monate +aufgehalten, und die Unruhen ſchienen ſich in degypten +vielmehr zu vermehren als aufzuhören. Der Bey +Ismael, war ſo glúflich geweſen, zwei andere Bens, +Murad und Ibrahim **), die an der Spitze der + +14 + +- dpi + +65 +gle + +) Deſcription de l'Egypte, partie 2. S. 5. +**) Dieſe beiden Beys hatten das Commando über die Manila +Iuden, die gegen Bonaparte ftritten. + +Der ueberſeher. + +I + +MIT +hu + + +","Mare Inf und in feiner Nachbarschaft, d. h. in den am meisten überschwemmten Gegenden verboten, während sie in den gebirgigen Gegenden der Thebais (Oberägypten) erlaubt war, wo hingegen das Schafsfleisch verboten war. Ob diese Ziegen gleich ziemlich groß sind, so kann man sie doch nicht zu Last- und zu Zugvieh brauchen, wie Bochart behauptet hat. Sie liefern aber im Überfluss eine sehr gute Milch, wovon man einen starken Gebrauch macht. Man führt sie alle Morgen in kleinen Heerden in den verschiedenen Quartieren der Stadt Kairo umher, und jeder sucht die Milch melken, die er trinken will. Die ägyptischen Schriftsteller, die die Fruchtbarkeit der Stuten und des Büffels übertrieben haben, haben in demselben Tone von den ägyptischen Ziegen gesprochen. + +Sie heckeln nach Maillet auf einmal sechs bis sieben Junge; und da sie des Jahres zweimal tragen, ist es nichts außerordentliches, wenn man eine Ziege von vierzehn Jungen begleitet sieht, die sie in sechs bis sieben Monaten zur Welt gebracht hat. Es ist zwar wahr, dass die Ziegen, eben so wie die Schafe, jährlich zweimal heckeln, aber es ist auch wiederum wahr, dass sie auf einmal nur zwei, drei, fünften vier Junge werfen. + +Ich hatte mich in Kairo schon über zwei Monate aufgehalten, und die Unruhen schienen sich in Ägypten vielmehr zu vermehren als aufzuhören. Der Bey Ismael war so glücklich gewesen, zwei andere Beys, Murad und Ibrahim **), die an der Spitze der Manilha-Juden standen, die gegen Bonaparte stritten. +**) Diese beiden Beys hatten das Commando über die Manilha-Juden, die gegen Bonaparte stritten. + +Der Übersetzer." +Z166069305,359,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000359/full/full/0/native.jpg,"Regicrung standen, aus Kairo zu verjagen. Sie +waren nach Oberagypten geflohen, von wo aus fie +mit Hulfe einiger arabischen Oberhaupter Ismael +bedrcheten. Dieser hob eine Armee aus, um gegen fte +zu Felde zu ziehen. Die einzelnen Befehlshaber oder +Kiarchef 8 batten den Ort ihres Commando's verlaffen +und folgten ihrem Herrn. Die Beduinen machten +fich ihre Abwesenheit zu Nuse, beunruhigten alle Strasen +und plunderten aller Orten. Die Dorfer bekriegten sich +wechselsiveise einander, und es entstanden dadurch andere +noch gefahrlichere und grausamere Reuber als die Bes +duinen find. Die groste Unordnung vorheerte diese + Gegenden und jedes Reiseunternehmen wurde eine Unbe +1. sonnenheit geivesen reyn. Ich war aber niude, langer +unthatig zu bleiben und es schmerzte mich, das ich sowohl +meine Zeit verstreichen feher, als die mhr als masigen +Gelder, die ich von der Regierung erhielt, ausgeben +* muste, ohne das ich meinen vorgesezten Zwek, namlich +Aegypten zu durchreisen, erreichen konnte. +Diere +Betrachtungen Fiegten uber die Vorstellungen der Klugs +heit, und selbst der Freundschaft, und da ich unmoglich +nach D'beragypten hinaufreisen konnte, weil es mit +unbandigen Soldaten und mit zugellofen Raubern ange. +fatt war, so beschlos ich, denjenigen Theil der Wuste +von kibyen zu besuchen, den man die Wuste Nitrie +oder die Wufte des heiligen Macarius nennt. +Ich hatte nach Kairo geschrieben, um von dem +Bey Ismael, der damals, aber nur auf sehr kurze +Zeit, Generalgouverneur oder Scheit el: Belled toar, +Befehle an seine untergeordneten Befehishaber, mich zu +beschuben uns die starkften Empfehlungen an alle diejeni- +gen zu erhalten, durch deren Besitzungen meine Reise +gieng. Man weis, in welchen Ehren die medicin bei den +Morgenlandern sieht: fie ist ein machtigerer Schild als +alle Empfehlungen der Herrscher; ich suchte mich mit","551 + +1 + +V + +न + ++ + +Regicrung ſtanden, aus Kairo zu verjagen. Sie +waren nach Oberágypten geflohen, von wo aus fie +mit Hülfe einiger arabiſchen Oberhäupter Ismael +bedrcheten. Dieſer hob eine Armee aus, um gegen fte + +- +zu Felde zu ziehen. Die einzelnen Befehlshaber oder +Kiarchef 8 batten den Ort ihres Commando's verlaffen +und folgten ihrem Herrn. Die Beduinen machten +fich ihre Abweſenheit zu Nuße, beunruhigten alle Straßen +und plünderten aller Orten. Die Dorfer bekriegten ſich +wechſelsiveiſe einander, und es entſtanden dadurch andere +noch gefährlichere und grauſamere Réuber als die Bes + +duinen find. Die größte Unordnung vorheerte dieſe +• Gegenden und jedes Reiſeunternehmen wurde eine Unbe +1. ſonnenheit geiveſen reyn. Ich war aber niůde, langer + +unthätig zu bleiben und es ſchmerzte mich, daß ich ſowohl +meine Zeit verſtreichen feher, als die mhr als måßigen + +Gelder, die ich von der Regierung erhielt, ausgeben +* mußte, ohne daß ich meinen vorgeſezten Zwek, nåmlich +Aegypten zu durchreiſen, erreichen konnte. + +Diere +Betrachtungen Fiegten über die Vorſtellungen der Klugs +heit, und ſelbſt der Freundſchaft, und da ich unmöglich +nach D'berågypten hinaufreiſen konnte, weil es mit +unbåndigen Soldaten und mit zugellofen Räubern ange. +fått war, ſo beſchloß ich, denjenigen Theil der Wüſte +von kibyen zu beſuchen, den man die Wüſte Nitrie +oder die Wüfte des heiligen Macarius nennt. + +1 + +Ich hatte nach Kairo geſchrieben, um von dem +Bey Ismael, der damals, aber nur auf ſehr kurze +Zeit, Generalgouverneur oder Scheit el: Belled toar, +Befehle an ſeine untergeordneten Befehishaber, mich zu +beſchüben uns die ſtårkften Empfehlungen an alle diejeni- +gen zu erhalten, durch deren Beſitzungen meine Reiſe +gieng. Man weiß, in welchen Ehren die medicin bei den +Morgenlandern ſieht: fie iſt ein mächtigerer Schild als +alle Empfehlungen der Herrſcher; ich ſuchte mich mit + + +","Regierung standen, aus Kairo zu verjagen. Sie waren nach Oberägypten geflohen, von wo aus sie mit Hülfe einiger arabischen Oberhaupter Ismael bedrohten. Dieser hob eine Armee aus, um gegen sie zu Felde zu ziehen. Die einzelnen Befehlshaber oder Kharef hatten den Ort ihres Commando's verlassen und folgten ihrem Herrn. Die Beduinen machten sich ihre Abwesenheit zu Nutze, beunruhigten alle Straßen und plünderten aller Orten. Die Dörfer bekriegten sich wechselseitig einander, und es entstanden dadurch andere noch gefährlichere und grausamere Räuber als die Beduinen sind. Die größte Unordnung vorherete diese Gegenden und jedes Reiseunternehmen wurde eine Unbesonnenheit gewiesen reyn. + +Ich war aber nicht länger untätig zu bleiben und es schmerzte mich, dass ich sowohl meine Zeit verstreichen sehe, als die mehr als mäßigen Gelder, die ich von der Regierung erhielt, ausgeben musste, ohne dass ich meinen vorgesehenen Zweck, nämlich Ägypten zu durchreisen, erreichen konnte. + +Diese Betrachtungen flogen über die Vorstellungen der Klugheit, und selbst der Freundschaft, und da ich unmöglich nach Oberägypten hinaufreisen konnte, weil es mit unbandigen Soldaten und mit zugellosenen Räubern angefüllt war, so beschloss ich, denjenigen Teil der Wüste von Kibyen zu besuchen, den man die Wüste Nitrie oder die Wüfte des heiligen Macarius nennt. + +Ich hatte nach Kairo geschrieben, um von dem Bey Ismael, der damals, aber nur auf sehr kurze Zeit, Generalgouverneur oder Scheit el: Belled war, Befehle an seine untergeordneten Befehlshaber, mich zu beschützen und die stärksten Empfehlungen an alle diejenigen zu erhalten, durch deren Besitzungen meine Reise ging. Man weiß, in welchen Ehren die Medizin bei den Morgenländern steht: sie ist ein mächtigerer Schild als alle Empfehlungen der Herrscher; ich suchte mich mit" +Z166069305,360,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000360/full/full/0/native.jpg,"demselben zu bedecken, und damit nichts an meiner +Verbergung oder vielmehr an den Vorsichtsmaasregeln +fehlte, ohne welche man vergeblich in diesem lande mit +Gluk zu reifen versuchen wurde, so nahm ich den Namen +Yusef( Joseph) an. Ich war nach den Umstanden und +nach den Personen, mit denen ich zu thun hatte, bald +Malliim, Gebieter, bald Kavouadji, Kaufmann, +bald auch Sidi, Herr( Monsieur). Ich trug sogar +nicht einmal Bedenken, einen rothen Turban aufzusesen, +weshalb man mich bei meiner Kleidung und bei jener +meiner drei Gefahrteri mehr als einmal fur einen Kias +fchef oder fur einen Mamelucenoffizier, der +Befehlshaber uber irgend einen Distrikt ist, ansahe. +Ehe ich Rarchid verlaffe, will ich noch die meteoa +rologischen Beobachtungen mittheilen, die ich daselbst wah. +rend meines Aufenthaltes in den Monaten November und +Dezember angestellt habe. Ich fuge zugleich die Beobady- +tungen von einem Theile des Monats Februar bei, die +ich ebenfalls daselbst bei meiner Rukkehr angestellt habe. +Das Thermometer, das ich bei meinen Beobachtungen +gebrauchte, war mit Quekfilber angefullt und von dem +geschikten Kunstler in dergleichen Arbeiten, Affier +Perica zu Paris, gebauet worden. +Ich habe den Tag uber dreimal Beobachtungen ange. +fteut: um acht uhr des Morgens, zu Mittage und um +rechs Uhr des Abends, wie man aus den folgendeu +Sabellen sehen wird.","332 + +demſelben zu bedecken, und damit nichts an meiner +Verbergung oder vielmehr an den Vorſichtsmaaßregeln +fehlte, ohne welche man vergeblich in dieſem lande mit +Glük zu reifen verſuchen würde, ſo nahm ich den Namen +Yuſef( Joſeph) an. Ich war nach den Umſtänden und +nach den Perſonen, mit denen ich zu thun hatte, bald +Malliim, Gebieter, bald Kavouadji, Kaufmann, +bald auch Sidi, Herr( Monſieur). Ich trug ſogar +nicht einmal Bedenken, einen rothen Turban aufzuſeßen, +weshalb man mich bei meiner Kleidung und bei jener +meiner drei Gefåhrteri mehr als einmal für einen Kias +fchef oder für einen Mamelucenoffizier, der +Befehlshaber über irgend einen Diſtrikt iſt, anſahe. + +: + +Ehe ich Rarchid verlaffe, will ich noch die meteoa +rologiſchen Beobachtungen mittheilen, die ich daſelbſt wah. +rend meines Aufenthaltes in den Monaten November und +Dezember angeſtellt habe. Ich füge zugleich die Beobady- +tungen von einem Theile des Monats Februar bei, die +ich ebenfalls daſelbſt bei meiner Rükkehr angeſtellt habe. +Das Thermometer, das ich bei meinen Beobachtungen +gebrauchte, war mit Quekfilber angefüllt und von dem +geſchikten Künſtler in dergleichen Arbeiten, Affier +Perica zu Paris, gebauet worden. + +Ich habe den Tag über dreimal Beobachtungen ange. +fteüt: um acht uhr des Morgens, zu Mittage und um +rechs Uhr des Abends, wie man aus den folgendeu +Sabellen ſehen wird. + + +","demselben zu bedecken, und damit nichts an meiner Verbergung oder vielmehr an den Vorsichtsmaßregeln fehlte, ohne welche man vergeblich in diesem Lande mit Glück zu reifen versuchen würde, so nahm ich den Namen Yusef (Joseph) an. Ich war nach den Umständen und nach den Personen, mit denen ich zu thun hatte, bald Mallim, Gebieter, bald Kavouadji, Kaufmann, bald auch Sidi, Herr (Monsieur). Ich trug sogar nicht einmal Bedenken, einen rothen Turban aufzusetzen, weshalb man mich bei meiner Kleidung und bei jener meiner drei Gefährten mehr als einmal für einen Pascha oder für einen Mameluckenoffizier, der Befehlshaber über irgend einen Distrikt ist, ansah. + +Ehe ich Erzurum verlasse, will ich noch die meteorologischen Beobachtungen mitteilen, die ich daselbst während meines Aufenthaltes in den Monaten November und Dezember angestellt habe. Ich füge zugleich die Beobachtungen von einem Teile des Monats Februar bei, die ich ebenfalls daselbst bei meiner Rückkehr angestellt habe. + +Das Thermometer, das ich bei meinen Beobachtungen gebrauchte, war mit Quecksilber angefüllt und von dem geschickten Künstler in dergleichen Arbeiten, M. Perica zu Paris, gebaut worden. + +Ich habe den Tag über dreimal Beobachtungen angestellt: um acht Uhr des Morgens, zu Mittag und um sechs Uhr des Abends, wie man aus den folgenden Tabellen sehen wird." +Z166069305,361,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000361/full/full/0/native.jpg,"Meteorologische Beobachtungen +8. u Rarchio +wahrend des Monats November 1777. +nos +Reau- +nats- Stunden mursches Wind. Beobachtungen. +tage. +Sherm. +6 8 Morg. +5. 7.D. Um drei Uhr mors +gens fiel ein betracht- +licher Staubregen, u. +dieser Regen war der +erste Regen in diesem +Winter. Um 7 Uhr +Morgens fiel wiedes +rum ein wenig Regen; +ein Regenbogen; um +9 Uhr fiel wiederuin +ein Staubregen, der +10 Minuten lang ans +hielt, und der Wind +hatte sich nach Nors +den umgedreht. Dru. +ber Himmel. Bei +Annaherung des Res +gens starker Wind, der +sich nach dem Regen +wieder legt. +Mittag +19 .. Srubes Wetter. +Groser Wind. Um I +Uhr ein kleiner feiner +Regen, der vier bis +funf Minuten dauerte. +6Abends +7. 7.5. Starker Wind. Viel +Wolcken. +7.8 Morg. 18 D.N.D. Klein. Wino. Sches +nes Wetter.","333 + +Meteorologiſche Beobachtungen + +8. u Rarchio +während des Monats November 1777. + +18° + +1 + +nos + +Reau- +nats- Stunden můrſches Wind. Beobachtungen. +tage. + +Sherm. +6 8 Morg. + +5. 7.D. Um drei Uhr mors + +gens fiel ein betracht- +licher Staubregen, u. +dieſer Regen war der +erſte Regen in dieſem +Winter. Um 7 Uhr +Morgens fiel wiedes +rum ein wenig Regen; +ein Regenbogen; um +9 Uhr fiel wiederuin +ein Staubregen, der +10 Minuten lang ans +hielt, und der Wind +hatte ſich nach Nors +den umgedreht. Drů. +ber Himmel. Bei +Annäherung des Res +gens ſtarker Wind, der +ſich nach dem Regen + +wieder legt. +Mittag +19° .. Srůbes Wetter. + +Großer Wind. Um I +Uhr ein kleiner feiner +Regen, der vier bis + +fünf Minuten dauerte. +6Abends + +18° +7. 7.5. Starker Wind. Viel + +Wolcken. +7.8 Morg. 18 D.N.D. Klein. Wino. Sches + +nes Wetter. + + +","Meteorologische Beobachtungen +8. u Rarchio wahrend des Monats November 1777. + +Reau-nats- Stunden mursches Wind. Beobachtungen. +tage. Sherm. +6 8 Morg. 5. 7.D. Um drei Uhr morgens fiel ein beträchtlicher Staubregen, u. dieser Regen war der erste Regen in diesem Winter. Um 7 Uhr Morgens fiel wieder ein wenig Regen; ein Regenbogen; um 9 Uhr fiel wiederum ein Staubregen, der 10 Minuten lang anhielt, und der Wind hatte sich nach Norden umgedreht. Durch den Himmel. Bei Annäherung des Regens starker Wind, der sich nach dem Regen wieder legt. + +Mittag +19 .. Srubes Wetter. Großer Wind. Um 1 Uhr ein kleiner feiner Regen, der vier bis fünf Minuten dauerte. + +6 Abends +7. 7.5. Starker Wind. Viel Wolcken. +7.8 Morg. 18 D.N.D. Kleines Wino. Schönes Wetter." +Z166069305,362,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000362/full/full/0/native.jpg,"Mos +Neaus +nats- Stunden mursches Wind +Wind Beobachtungen. +tage. +Therm. +mittag +Kleiner Wind. Viele +zerstreuete Wolken. +6 Abend. 18 N.D. Sehr kleiner Dind. +Der Himmel ein ire: +nig beooft. +8 Is Morg. 173 N. 2. Beinahe Windstille. +Klarer Himmel. +Mittag +18 N.D. Kleiner Wind. Schi- +ites Wetter. +6 Abend. 18 N.D. Seleiner ind. Reis +ner Himmel. +9 18 INors. 17 Windstil! Sehr dicker Nebel. +Mittag 18: N.D. Kleiner Wind. Ein +wenig trubes etter. +6 Abend 18 N.D. Sehr kleiner Wind. +Soomes Wetter. +10 18 Morg. 18 D.S.D. Beinahe Windstille. +Nebel. +18 D.S.D. Kleiner Wind. Dus +sterer Himmel. Nach +mittag gieng der Bind +nad Often und fury +darauf nach N. N. +9. uber. +6 Abend. +Kleiner Wind.Schos +Ines Wetter. +11 18 Morg. 17 O.S.D. Kleiner Wind. Nebel. +Mittag +Klziner Wind. Sdo +nes Wetter. +6 Abend. +7. 7.D. +Kleiner Wind.Schos +nes Wetter. +Den 12. 13. und 14. +war ich abwefend +und konnte also +keine Beobach- +tungen anstellen. +15:18 Morg. 171 +N. Starker 3 ind. +Schones Better. +N. Starker Wino. +Mittag +Mittag","354 + +1 + +Mos + +Neaus +nats- Stunden mürſches Wind + +Wind Beobachtungen. +tage. + +Therm. +1 +mittag + +19° +9.2. + +Kleiner Wind. Viele + +zerſtreuete Wolken. +6 Abend. 18 N.D. Sehr kleiner Dind. + +Der Himmel ein ire: +I + +nig beooft. +8 Is Morg. 173 N. 2. Beinahe Windſtille. + +Klarer Himmel. +Mittag +18 N.D. Kleiner Wind. Schi- + +ites Wetter. +6 Abend. 18 N.D. Seleiner ind. Reis + +ner Himmel. +9 18 INors. 17 Windſtil! Sehr dicker Nebel. +Mittag 18: N.D. Kleiner Wind. Ein + +wenig trübes etter. +6 Abend 18 N.D. Sehr kleiner Wind. + +Soomes Wetter. +10 18 Morg. 18 D.S.D. Beinahe Windſtille. + +Nebel. +18 D.S.D. Kleiner Wind. Důs + +ſterer Himmel. Nach +mittag gieng der Bind +nad Often und fury +darauf nach N. N. + +9. uber. +6 Abend. +18 + +Kleiner Wind.Schós + +Ines Wetter. +11 18 Morg. 17 O.S.D. Kleiner Wind. Nebel. +Mittag + +Klziner Wind. Sdo +20 + +nes Wetter. +6 Abend. + +7. 7.D. + +Kleiner Wind.Schos +192 + +nes Wetter. +Den 12. 13. und 14. + +war ich abwefend +und konnte alſo +keine Beobach- + +tungen anſtellen. +15:18 Morg. 171 +' + +N. Starker 3 ind. + +Schones Better. +18 + +N. Starker Wino. + +Mittag + +91 .. + +Mittag + + +","Mos Neaus nats- Stunden murches Wind. Wind-Beobachtungen. +Tage. Therm. Mittag Kleiner Wind. Viele zerstreute Wolken. + +6 Abend. 18 N.D. Sehr kleiner Wind. Der Himmel einigermaßen bewölft. + +8 Is Morg. 17° 3'. Beinahe Windstille. Klarer Himmel. +Mittag 18° N.D. Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +6 Abend. 18° N.D. Seelener Wind. Reiner Himmel. + +9 18 Morgen. 17° Windstill! Sehr dicker Nebel. +Mittag 18° N.D. Kleiner Wind. Ein wenig trübes Wetter. + +6 Abend 18° N.D. Sehr kleiner Wind. Sommers Wetter. + +10 18 Morgen. 18° D.S.D. Beinahe Windstille. Nebel. +18 D.S.D. Kleiner Wind. Dunsterer Himmel. Nach Mittag gieng der Wind nach Osten und fiel darauf nach N.N.O. über. + +6 Abend. Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +11 18 Morgen. 17° O.S.D. Kleiner Wind. Nebel. +Mittag Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +6 Abend. 7° D. +Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +Den 12., 13. und 14. war ich abwesend und konnte also keine Beobachtungen anstellen. + +15 18 Morgen. 17° N. Starker Wind. Schönes Wetter. +N. Starker Wind. +Mittag" +Z166069305,363,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000363/full/full/0/native.jpg,"Mos +Reaus +nats Stunden mursches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. +Ein wenig +truber +Himmel. +6 Abend. +171 N. Heiteres Wetter. +16 8 Morg. +N.9.13. Kleiner Wind. Der +Himmel in Often trube. +Mittag +18 NUN. Starker Wind. Irus +ber Himmel. +6 Abend. 171 N.N.W. Starker Wind. Sehr +trubes Wetter. +17 8 Morg. 18 +indstille. +Mittag 193 N. +Sehr kleiner Mind. +6 Abend. 195 N. +Sehr kleiner Wind. +Den ganzen Tag tiber +schones Wetter. +18 S Morg. 19 +M. Zieml. starker Wind. +Schones Wetter. +Mittag 20 +Starker sind. Es +droht mit ungestumen +Wetter. +6 Abend. 19 S. Kleiner Wind. Scho, +nes Wetter. +19 8 Morg. 171. Kleiner Bind. Dit +fer Nebel. +Mittag 20 +W. Der Himmel mit +lauter kleinen weisen +Wolfen liberzogen. +6 Abend. 194 3. Kleiner Wind. Priis +ber Himinel. Den gans +zen Abend uber Blite +nach Often ohne +Donner. +2018 Morg. 18 13. +Beinahe Windstille. +Bedekter Himmel. +Mittag 19 +zieml. starker Wind +mit heftigen Stosen. +Sruber und bedefter +Himmel. +6. Abend. +182 W. Spleiner Wind. Nex! +gen. +Bino.","335 + +$ + +Mos + +Reaus +nats Stunden můrſches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. + +Ein wenig + +trüber + +Himmel. +6 Abend. + +171° N. Heiteres Wetter. +16 8 Morg. + +17 +N.9.13. Kleiner Wind. Der + +Himmel in Often trúbe. +Mittag +18 NUN. Starker Wind. Irůs + +ber Himmel. +6 Abend. 171 N.N.W. Starker Wind. Sehr + +trůbes Wetter. +17 8 Morg. 18 + +indſtille. +Mittag 193 N. + +Sehr kleiner Mind. +6 Abend. 195 N. + +Sehr kleiner Wind. +Den ganzen Tag tiber + +ſchönes Wetter. +18 S Morg. 19 + +M. Zieml. ſtarker Wind. + +Schones Wetter. +Mittag 20 + +. + +Starker sind. Es +droht mit ungeſtümen + +Wetter. +6 Abend. 19 S. Kleiner Wind. Scho, + +nes Wetter. +19 8 Morg. 171. Kleiner Bind. Dit + +fer Nebel. +Mittag 20 + +W. Der Himmel mit + +lauter kleinen weißen + +Wolfen liberzogen. +6 Abend. 194 3. Kleiner Wind. Priis + +ber Himinel. Den gans +zen Abend über Blite +nach Often ohne + +Donner. +2018 Morg. 18 13. + +Beinahe Windſtille. + +Bedekter Himmel. +Mittag 19 + +. + +zieml. ſtarker Wind +mit heftigen Stoßen. +Sruber und bedefter + +Himmel. +6. Abend. +182 W. Spleiner Wind. Nex! + +gen. + +Bino. + +2 + +W. + +1 + + +","Mos Reise nach +Stunden murmender Wind. Beobachtungen. +Tage. +Therm. +Ein wenig trüber Himmel. +6 Abend. 171 N. Heiteres Wetter. +16 8 Morg. N.9.13. Kleiner Wind. Der Himmel in Osten trube. +Mittag +18 NUN. Starker Wind. Iris ber Himmel. +6 Abend. 171 N.N.W. Starker Wind. Sehr trubes Wetter. +17 8 Morg. 18 indstille. +Mittag 193 N. +Sehr kleiner Wind. +Den ganzen Tag über schönes Wetter. + +18 S Morg. 19 +M. Ziemlich starker Wind. +Schönes Wetter. +Mittag 20 +Starker sind. Es droht mit ungestümem Wetter. +6 Abend. 19 S. Kleiner Wind. Schö, +nes Wetter. +19 8 Morg. 171. Kleiner Wind. Dichter Nebel. +Mittag 20 +W. Der Himmel mit lauter kleinen weißen Wolken liberzogen. +6 Abend. 194 3. Kleiner Wind. Priis ber Himinel. Den ganzen Abend über Blitz nach Osten ohne Donner. + +2018 Morg. 18 13. +Beinahe Windstille. +Bedeckter Himmel. +Mittag 19 +ziemlich starker Wind mit heftigen Stößen. +Srüber und bedeckter Himmel. +6. Abend. +182 W. Schlaffer Wind. Neigt sich. +Bino." +Z166069305,364,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000364/full/full/0/native.jpg,"Mos +Reaus +nats- Stunden murfches Wind. Beobachtungen. +tage. +Sherm. +-21 Morg. +Windstill Es hat den gros +ten Theil dieser Nacht +uber geregnet. Mor.: +gens war der Himmel +bedekt. +Mittag 19 +N. D. Groser Wind. Der +himmel trube. Nachs +mittage sprang der +Wind nach S. S. W. +uber, und es regnete +bis 5 Uhr Abends. +6Abends 183 Windstia Biele Blise nach +Diften zu ohne Donner. +Beinahe die ganze +Nacht hindurch Regen. +228. Morg. 17 S. 1. Groser Wind. Sehr +bedekter Himmel. Ruka +weife Regen. +mittag +172 S. 3. Sehr groser Wind. +6Abends 17 S. W. Groser Wind. Haus +Ifiger Regen wahrend +des heutigen Sages. + N. B. Bis heute mit +eingeschlossen stand mein +Thermometer an dem +Fenster meines Zims +mers, wo ich, die Nacht +ausgenommen, Fenster +und Thuren offen stehen +hatte; den 23. aber sezte +ich es an einen Geset: +ten, aber ununterbros +chen der Luft ausgefez +ten Ort. Daher ruhren +die grosen Verschieden: +lheiten, die man bemers +ken wird. +23 8 Morg. 114 S.G.W. Sehr ungestumer +Wind, der reit mit","336 + +1 + +Mos + +Reaus +nats- Stunden můrfches Wind. Beobachtungen. +tage. + +Sherm. +-21 Morg. + +. 183 + +Windſtill Es hat den groß + +ten Theil dieſer Nacht +über geregnet. Mor.: +gens war der Himmel + +bedekt. +Mittag 19 + +N. D. Großer Wind. Der + +himmel trúbe. Nachs +mittage ſprang der + +Wind nach S. S. W. +über, und es regnete + +bis 5 Uhr Abends. +6Abends 183 Windſtia Biele Bliße nach + +Diften zu ohne Donner. +Beinahe die ganze + +Nacht hindurch Regen. +228. Morg. 17 S. 1. Großer Wind. Sehr + +bedekter Himmel. Ruka + +weife Regen. +mittag + +172 S. 3. Sehr großer Wind. +6Abends 17 S. W. Großer Wind. Håus + +Ifiger Regen während +des heutigen Sages. + +· N. B. Bis heute mit +eingeſchloſſen ſtand mein + +Thermometer an dem +Fenſter meines Zims +mers, wo ich, die Nacht +ausgenommen, Fenſter +und Thüren offen ſtehen +hatte; den 23. aber ſezte + +ich es an einen Geset: +ten, aber ununterbros +chen der Luft ausgefez +ten Ort. Daher rühren +die großen Verſchieden: +lheiten, die man bemers + +ken wird. +23 8 Morg. 114 S.G.W. Sehr ungeſtümer + +Wind, der reit mit + + +","Mos Reausnats-Stunden morgens. Beobachtungen. + +Tage. + +Scherm. -21 Morg. Windstill. Es hat den größten Teil dieser Nacht über geregnet. Morgen war der Himmel bedeckt. + +Mittag 19 N. D. Großer Wind. Der Himmel trube. Nachmittags sprang der Wind nach S. S. W. über, und es regnete bis 5 Uhr Abends. + +6 Abends 18° 3 Windstille mit leichten Bliesen nach Süden zu ohne Donner. Beinahe die ganze Nacht hindurch Regen. + +22. Morg. 17° 1. Großer Wind. Sehr bedeckter Himmel. Rauher, weifer Regen. + +Mittag + +172 3. Sehr großer Wind. + +6 Abends 17° S. W. Großer Wind. Haßiger Regen während des heutigen Tags. + +N.B. Bis heute mit eingeschlossen stand mein Thermometer an dem Fenster meines Zimmers, wo ich, die Nacht ausgenommen, Fenster und Türen offen hatte; den 23. aber setzte ich es an einen gesicherten, aber ununterbrochenen der Luft ausgeführten Ort. Daher rühren die großen Verschiedenheiten, die man bemerken wird. + +23. 8 Morg. 11° 4 S.G.W. Sehr ungestümer Wind, der reit mit" +Z166069305,365,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000365/full/full/0/native.jpg,"Mios +Neau- +nats: Stunden murfenes Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. +ternacht anhalt. Einis +ge gersfreuete Wolken. +Mittag +149 S.S.M. Sehr ungestumer +Wind. Die Luft wird +durch eine Menge +ISang verdunkelt, den +der Wind forttreibt. +6 Abends +S.S.M. Immee noch fehr +ungestumer Wind. Ich +habe wenige su beftige +und so lange dauernde +Winde gereben als sien +ren. Er hat ein wenig +nach Soncnuntergang +nachgelassen; aber er +ist immer noch sehr +beftig. Die Luft wird +immer noch durch den +Sand verdunkelt. +24 8 Morg. 104 M. Vor Tagesanbruch +schlug der Wind mit +groser Heftigkeit nach +W. ure., und den gans +zen Morgen fielen mehs +rere Staubregen. +Mittag +121 W.N.23 Groser Wind. Der +dekter Himmel. +6 Abends 141 W.N.W Groser Wind. An +dem ganzen Himmel +Wolken zerstreuet. Um +19 Uhr Abends ein +Staubregen. +25 8 Morg. +10 W. Groser Wind. Zients +lrich Tchines Wetter. +Mittag 14 W.S.W Groser Wind. Sches +nes Wetter. +16 Abends 13 M.S.23 Kleine Wind. Scho +nes Wetter. +26 18 Morg.l 143 Si SW Groser Wind. Scho. +Sonnini Reisen ir BD.","337 + +.. + +131 + +Mios + +Neau- +nats: Stunden mürfenes Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. + +ternacht anhålt. Einis + +ge gerſfreuete Wolken. +Mittag +149 S.S.M. Sehr ungeſtümer + +Wind. Die Luft wird +durch eine Menge +ISang verdunkelt, den + +der Wind forttreibt. +6 Abends + +S.S.M. Immee noch fehr + +ungeſtümer Wind. Ich +habe wenige ſu beftige +und ſo lange dauernde +Winde gereben als sien +ren. Er hat ein wenig +nach Soñcnuntergang +nachgelaſſen; aber er +iſt immer noch ſehr +beftig. Die Luft wird +immer noch durch den + +Sand verdunkelt. +24 8 Morg. 104 M. Vor Tagesanbruch + +ſchlug der Wind mit + +großer Heftigkeit nach +W. ure., und den gans +zen Morgen fielen mehs + +rere Staubregen. +Mittag +121 W.N.23 Großer Wind. Der + +dekter Himmel. +6 Abends 141 W.N.W Großer Wind. An + +dem ganzen Himmel +Wolken zerſtreuet. Um +19 Uhr Abends ein + +Staubregen. +25 8 Morg. +10 W. Großer Wind. Zients + +lrich Tchines Wetter. +Mittag 14 W.S.W Großer Wind. Sches + +nes Wetter. +16 Abends 13 M.S.23 Kleine Wind. Scho + +nes Wetter. +26 18 Morg.l 143 Si SW Großer Wind. Schó. +Sonnini Reiſen ir BD. + +♡ + + +","Mittags Neun-Uhr-Nachts: Stunden murfnener Wind. Beobachtungen. +Tage. Thermometer nacht anhaltend einigermassen geräuschvolle Wolken. + +Mittag 149 S.S.M. Sehr ungestümer Wind. Die Luft wird durch eine Menge Sand verdunkelt, den der Wind forttriebt. + +6 Abends S.S.M. Immer noch sehr ungestümer Wind. Ich habe wenige so heftige und so lange dauernde Winde erlebt als diesen. Er hat ein wenig nach Sonnuntergang nachgelassen; aber er ist immer noch sehr heftig. Die Luft wird immer noch durch den Sand verdunkelt. + +24 8 Morg. 104 M. Vor Tagesanbruch schlug der Wind mit großer Heftigkeit nach W., und den ganzen Morgen fielen mehrere Staubregen. + +Mittag 121 W.N.W. Großer Wind. Der dekter Himmel. + +6 Abends 141 W.N.W Großer Wind. An dem ganzen Himmel Wolken zerstreut. Um 19 Uhr Abends ein Staubregen. + +25 8 Morg. 10 W. Großer Wind. Ziemlich lichtes Wetter. + +Mittag 14 W.S.W Großer Wind. Schönes Wetter. + +16 Abends 13 M.S.W. Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +26 18 Morg.l 143 S. S.W. Großer Wind. Schönes Sonnini Reisen ir BD." +Z166069305,366,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000366/full/full/0/native.jpg,"mos +Reau- +nats- Stunden mrusches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. +nes Wetter. Um 6 Uhr +Morgens war der +Wind sehr scharf, und +die alte Tehr empfinds +lich. Indeffen zeigte +das Thermometer nur +Mittag +M. Sehr ungestumer +Wind. Det Himmel +ist mit kleinen Wolken +uberfaet. Um 2 Uhr +Nachmittages ein +Staubregen, der mit +einem sehr heftigen +Windsose und mit +einem Regenbogen bes +gleitet war. Um 8 Uhr +wiederum ein noch be- +trachlicherer Staubre- +gen als der erfte. +6 Abends 14 WIS.W Heftiger Wind. Rea; +gen. Beide dauerten +die ganze Nacht hins +durch fort. +27 18 Morg. 101 W.S.B Groser Wind. Re: +gen. +Mittag +131 W.S.W Groser Wind. Re: +gen. +6 Abends 12 W.S. Groser Wind. Res +gen, der beiuabe die +ganze Nacht hindurch +angehalten hat. +28 8 Morg. 1; N.N. Groser Wind. Ne +gen bis Morgens um +Mittag 13 N.9.23.1 Groser Wind. Ziem- +lich schones Wetter, +das aber von keine +langen Dauer ivar,","338 + +1 + +mos + +Reau- +nats- Stunden mrüſches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. + +nes Wetter. Um 6 Uhr +Morgens war der +Wind ſehr ſcharf, und +die alte Tehr empfinds +lich. Indeffen zeigte +das Thermometer nur + +910. +Mittag + +15 + +M. Sehr ungeſtümer + +Wind. Det Himmel +iſt mit kleinen Wolken +überfået. Um 2 Uhr +Nachmittages ein +Staubregen, der mit +einem ſehr heftigen +Windßoße und mit +einem Regenbogen bes +gleitet war. Um 8 Uhr +wiederum ein noch be- +trachlicherer Staubre- + +gen als der erfte. +6 Abends 14 WIS.W Heftiger Wind. Rea; + +gen. Beide dauerten +die ganze Nacht hins + +durch fort. +27 18 Morg. 101 W.S.B Großer Wind. Re: + +gen. +Mittag +131 W.S.W Großer Wind. Re: + +gen. +6 Abends 12 W.S. Großer Wind. Res + +gen, der beiuabe die +ganze Nacht hindurch + +angehalten hat. +28 8 Morg. 1ο; N.N. Großer Wind. Ne + +gen bis Morgens um + +9 1! 57. +Mittag 13 N.9.23.1 Großer Wind. Ziem- + +lich ſchönes Wetter, +das aber von keine +langen Dauer ivar, + +1 + + +","Mos Reise-Beobachtungen. + +Tage. +Therm. +nes Wetter. Um 6 Uhr Morgens war der Wind sehr scharf, und die alte Temperatur empfindlich. Indessen zeigte das Thermometer nur +Mittag M. Sehr ungestümer Wind. Der Himmel ist mit kleinen Wolken überdeckt. Um 2 Uhr Nachmittags ein Staubregen, der mit einem sehr heftigen Windschlag und mit einem Regenbogen begleitet war. Um 8 Uhr wiederum ein noch beträchtlicherer Staubregen als der erste. + +6 Abends 14 W.S.W Heftiger Wind. Regen. Beide dauerten die ganze Nacht hindurch fort. +27 18 Morg. 10 1/2 W.S.B Großer Wind. Regen. +Mittag +13 1/2 W.S.W Großer Wind. Regen. +6 Abends 12 W.S. Großer Wind. Regen, der dabei die ganze Nacht hindurch angehalten hat. + +28 8 Morg. 11 N.N.O Großer Wind. Nebel bis Morgens um +Mittag 13 N.E.23.1 Großer Wind. Ziemlich schönes Wetter, +das aber von nicht langen Dauer war" +Z166069305,367,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000367/full/full/0/native.jpg,"298 Morg. +Nos +Reaua +nats: Stunden mursches Wind. Beobachtungen. +tage. +Sherm. +denn Nachmittags fiel +einiger Regen. +6 Ubends II N.N.W. Sehr groser Wind. +Bedektor Himmel. +Wahrend der Nacht +rehr haufiger Staubs +regent. +ICE +WIN. Kleiner Wind. Den +ganzen Morgen uber +Staubregen. +Mittag, 12 +Kleiner Wind. Res' +jgen. Nachmittags klaro +te sid) der Himmel eitt +wenig auf. +6 Abends II 2. Triber Himel ohne +Regen. Kleiner wint. +308 Morg. 114 23. Kleiner Wind. Ein +kleiner feiner einige +Minuten anhaltender +Regen. Bedefter Him- +mel. +Mittag 151 W. +Klein. Wind. Schos +nes Wetter. +16 Abends 14 M. Klein. Wind. Sches +Ines Wetter. +Bemerkungen uber diese Tabelle, +Die ersten Tage dieses Monats waren in Bezug auf +Raschid und Alexandrien und die ganze agyptische +Rufte Winters Anfang. Der erfte Regen in dieser +Jahreszeit fiel den rechsten und das schlechte Wetier hielt +beinahe den ganzen Monat hindurch an. Von dem Ersten +an bis zum Sechsten, bis zu welchem ich keine ununter: +brochenen Beobadytungen hatte anstellen konnen, war der +Wind N. und N. N. D. gewesen, und alle Morgen war +ein dicker Nebel, der manchmal bis um 10 Uhr atthielt.","359 + +1 + +298 Morg. + +Nos + +Reaua +nats: Stunden mürſches Wind. Beobachtungen. +tage. +Sherm. + +denn Nachmittags fiel + +einiger Regen. +6 Ubends II N.N.W. Sehr großer Wind. + +Bedektor Himmel. +Während der Nacht +rehr häufiger Staubs + +regent. +ICE +WIN. Kleiner Wind. Den + +ganzen Morgen über + +Staubregen. +Mittag, 12 + +W. + +Kleiner Wind. Res' +jgen. Nachmittags kláró +te ſid) der Himmel eitt + +wenig auf. +6 Abends II 2. Triber Himel ohne + +Regen. Kleiner wint. +308 Morg. 114 23. Kleiner Wind. Ein + +kleiner feiner einige +Minuten anhaltender +Regen. Bedefter Him- + +mel. +Mittag 151 W. + +Klein. Wind. Schos + +nes Wetter. +16 Abends 14 M. Klein. Wind. Schés + +Ines Wetter. + +Bemerkungen über dieſe Tabelle, + +Die erſten Tage dieſes Monats waren in Bezug auf +Raſchid und Alexandrien und die ganze ågyptiſche +Rüfte Winters Anfang. Der erfte Regen in dieſer +Jahreszeit fiel den rechſten und das ſchlechte Wetier hielt +beinahe den ganzen Monat hindurch an. Von dem Erſten +an bis zum Sechſten, bis zu welchem ich keine ununter: +brochenen Beobadytungen hatte anſtellen können, war der +Wind N. und N. N. D. geweſen, und alle Morgen war +ein dicker Nebel, der manchmal bis um 10 Uhr atthielt. + +» 2 + + +","298 Morg. +Nos Reisen: Stunden mürbes Wind. Beobachtungen. +tage. +Scherm. +Denn Nachmittags fiel einiger Regen. +6 Abends II N.N.W. Sehr großer Wind. +Bedeckter Himmel. +Während der Nacht sehr häufiger Staubregen. + +ICE WIN. Kleiner Wind. Den ganzen Morgen über Staubregen. +Mittag, 12 +Kleiner Wind. Res' +jgen. Nachmittags klarte der Himmel ein wenig auf. +6 Abends II 2. Dreivierter Himmel ohne Regen. Kleiner Wind. + +308 Morg. 11/4 23. Kleiner Wind. Ein kleiner feiner einige Minuten anhaltender Regen. Bedeckter Himmel. +Mittag 151 W. +Kleiner Wind. Schönes Wetter. +16 Abends 14 M. Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +Bemerkungen über diese Tabelle, +Die ersten Tage dieses Monats waren in Bezug auf Raschid und Alexandrien und die ganze ägyptische Küste Winters Anfang. Der erste Regen in dieser Jahreszeit fiel den 29sten, und das schlechte Wetter hielt beinahe den ganzen Monat hindurch an. Von dem Ersten an bis zum Sechsten, bis zu welchem ich keine ununterbrochenen Beobachtungen hatte anstellen können, war der Wind N. und N.N.W. gewesen, und alle Morgen war ein dichter Nebel, der manchmal bis um 10 Uhr anhielt." +Z166069305,368,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000368/full/full/0/native.jpg,"Der Wind anderte fich oft tvahrend des Laufes dieses +Monats: indeffen kam er boch langer von Westen als +von irgend einem andern Punkte. Es blies oft ungestum, +am heftigsten aber war am 22sten der Sudwestwind, und +noch heftiger am 23sten der Sudsudwestwind. Es ift ein +feltner Fall, das ein so starker Windstos zwei Tage lang +mit derselben Heftigkeit anhalt. Es sind dies Windstose +aus Suden, die den Karavanen, die sich alsdann in dem +Sande von Aegypten befinden, fo traurig und gefahrs +lich find: denn fie laufen Gefahr durch den entflammten +Anhauch dieses Windes, oder durch die Sandberge, die er +empor hebt, erfitt zu werden. +Obrchon Rarchid um sich herum keine grosen Sanda +flachen hat, so wurde doch den 23ten die Luft durch den +feinen Sand ganzlich verdunkelt. Dieser Sand war so +fein, das er in die Zimmer hineindrang, ob man gleich +ihre Fenster und Thuren verschloffen hatte. Diese auser. +ordentliche Menge von Sans wurde durch den Wind aus +der Wuste des heitigen Macarius und der umliegenden +Gegenden herbeigefuhrt. +So lange mein Thermometer der freien Luft ausge +regt war, das heist, acht Tage hindurch, war die groste +Hise 15 den 3oten zu Mittage und fie fiel niemals un- +ter 10. Die Kalte war' indeffen doch stets empfindlich, +vorzuglich des Morgens. +Ich habe zwei Regenbogen bemerkt, den einen den +6ten Morgens, auf welchen schones Wetter folgte, und +den andern den 26ten Abends, auf welchen sehr schlechtes +Wetter folgte: dies bestatigt ziemlich die gemeine Meinung, +namlich, morgens verkundigt diese Erscheinung fchones +Wetter, und Abends zeigt fie schlechtes Wetter an.","340 + +Der Wind anderte fich oft tvährend des Laufes dieſes +Monats: indeffen kam er boch långer von Weſten als +von irgend einem andern Punkte. Es blies oft ungeſtüm, +am heftigſten aber war am 22ſten der Südweſtwind, und +noch heftiger am 23ſten der Südſüdweſtwind. Es ift ein +feltner Fall, das ein ſo ſtarker Windſtoß zwei Tage lang +mit derſelben Heftigkeit anhålt. Es ſind dies Windſtoße +aus Süden, die den Karavanen, die ſich alsdann in dem +Sande von Aegypten befinden, fo traurig und gefährs +lich find: denn fie laufen Gefahr durch den entflammten +Anhauch dieſes Windes, oder durch die Sandberge, die er +empor hebt, erfitt zu werden. + +Obrchon Rarchid um ſich herum keine großen Sanda +flächen hat, ſo wurde doch den 23ten die Luft durch den +feinen Sand gånzlich verdunkelt. Dieſer Sand war ſo +fein, daß er in die Zimmer hineindrang, ob man gleich +ihre Fenſter und Thüren verſchloffen hatte. Dieſe außer. +ordentliche Menge von Sans wurde durch den Wind aus +der Wüſte des heitigen Macarius und der umliegenden +Gegenden herbeigeführt. + +So lange mein Thermometer der freien Luft ausge +regt war, das heißt, acht Tage hindurch, war die größte +Hiße 15° den 3oten zu Mittage und fie fiel niemals un- +ter 10°. Die Kålte war' indeffen doch ſtets empfindlich, +vorzüglich des Morgens. + +Ich habe zwei Regenbogen bemerkt, den einen den +6ten Morgens, auf welchen ſchönes Wetter folgte, und +den andern den 26ten Abends, auf welchen ſehr ſchlechtes +Wetter folgte: dies beſtåtigt ziemlich die gemeine Meinung, +nåmlich, morgens verkündigt dieſe Erſcheinung fchönes +Wetter, und Abends zeigt fie ſchlechtes Wetter an. + + +","Der Wind änderte sich oft während des Laufes dieses Monats: indem kam er jedoch länger von Westen als von irgend einem anderen Punkte. Es blies oft ungestüm, am heftigsten aber war am 22sten der Südwestwind, und noch heftiger am 23sten der Südsüdwestwind. Es ist ein seltener Fall, dass ein so starker Windstoß zwei Tage lang mit derselben Heftigkeit anhalt. Es sind dies Windstöße aus Süden, die den Karawanen, die sich alsdann in dem Sande von Ägypten befinden, so traurig und gefährlich finden: denn sie laufen Gefahr durch den entflammten Anhauch dieses Windes oder durch die Sandberge, die er empor hebt, erschlagen zu werden. + +Obwohl Rarchid um sich herum keine großen Sandflächen hat, so wurde doch am 23sten die Luft durch den feinen Sand ganzlich verdunkelt. Dieser Sand war so fein, dass er in die Zimmer hineindrang, ob man gleich ihre Fenster und Türen verschlossen hatte. Diese außerordentliche Menge von Sand wurde durch den Wind aus der Wüste des heutigen Macarius und der umliegenden Gegenden herbeigeführt. + +So lange mein Thermometer der freien Luft ausgesetzt war, das heißt acht Tage hindurch, war die größte Hitze 15 am 30sten zu Mittag und sie fiel niemals unter 10. Die Kälte war jedoch stets empfindlich, vorzüglich des Morgens. + +Ich habe zwei Regenbogen bemerkt, den einen den 6ten Morgens, auf welchen schönes Wetter folgte, und den anderen den 26sten Abends, auf welchen sehr schlechtes Wetter folgte: dies bestätigt ziemlich die gemeine Meinung, nämlich, morgens verkündigt diese Erscheinung schönes Wetter, und abends zeigt sie schlechtes Wetter an." +Z166069305,369,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000369/full/full/0/native.jpg,"Monat Dezember 1777. +Mes +Reau. +nais- Stunden mursches Wind. Beobacht ang e it. +tage. +Sherm. +I 8 Morg. +II S.S.W. Klein. Wind. Scher +Ines Wetter. +Mittag 14 W. Klein. Wind. Schos +nes Wetter. +16 Abends +M. Klein: Wind. Schos +nes Wetter. +28 Morg. II S. Klein. Wind. Schos +nes Wetter. +Mittag 15$ N .. Seleiner Wind. Der +Himmel mit einigen +schwarzlichen Wolten +ubersaet. +6 Abends 14 +N. 23. Klein. Wind. Schd- +nes Wetter. +3.18 Morg. +N.. Klein. Wind. Sches +nes Wetter. Bon +Sonnenaufgang an eint +dunner Nebel. +mittag +15 N.D. Klein. Wind. Schas +nes Wetter. +16 Abends 14 +N.D. Klein. Wind. Sches +ines Better. +8 Morg. 12 D. Klein. Wind. Sche +nes Wetter. +Mittag +16 D.N.D. Ziemi. ftarker Wind. +Schones Wetter. Eis +nige grose dicke Wolken +6 Abends 15 +D.N.D. Groser Wind. Eru. +bes Wetter. +5 8 Morg. II Mindftill Schones Wetter. +Mittag 14 +N. Klein. Wind. Scho. +nes Wetter. +6 Abends +N. Klein. Wind. Scho +Ines Wetter.","341 + +Monat Dezember 1777. + +Mes + +Reau. +nais- Stunden mürſches Wind. Beobacht ang e it. +tage. + +Sherm. +I 8 Morg. +II S.S.W. Klein. Wind. Scher + +Ines Wetter. +Mittag 14 W. Klein. Wind. Schos + +nes Wetter. +16 Abends + +13 + +M. Klein: Wind. Schos + +nes Wetter. +28 Morg. II S. Klein. Wind. Schos + +nes Wetter. +Mittag 15$ N .. Seleiner Wind. Der + +Himmel mit einigen +ſchwarzlichen Wolten + +überſået. +6 Abends 14 + +N. 23. Klein. Wind. Schd- + +nes Wetter. +3.18 Morg. + +II +N.. Klein. Wind. Sches + +nes Wetter. Bon +Sonnenaufgang an eint + +dünner Nebel. +mittag +15 N.D. Klein. Wind. Schás + +nes Wetter. +16 Abends 14 + +N.D. Klein. Wind. Schés + +ines Better. +8 Morg. 12 D. Klein. Wind. Sche + +nes Wetter. +Mittag +16 D.N.D. Ziemi. ftarker Wind. + +Schönes Wetter. Eis + +nige große dicke Wolken +6 Abends 15 + +D.N.D. Großer Wind. Erů. + +bes Wetter. +5 8 Morg. II Mindftill Schönes Wetter. +Mittag 14 + +N. Klein. Wind. Scho. + +nes Wetter. +6 Abends + +13 + +N. Klein. Wind. Scho + +Ines Wetter. + +1 + + +","Monat Dezember 1777. + +Mein Reisebericht für die ersten Tage: +Scherm. +I. Morgens 8 Uhr: S.S.W. kleiner Wind. Schönes Wetter. +Mittag 14 Uhr: W. kleiner Wind. Schönes Wetter. +16 Abends: M. kleiner Wind. Schönes Wetter. +28 Morgens II: S. kleiner Wind. Schönes Wetter. +Mittag 15 Uhr: N.. Sehr heftiger Wind. Der Himmel mit einigen schwarzlichen Wolken übersät. + +6 Abends 14 Uhr: +N. 23. kleiner Wind. Schönes Wetter. +3. Morgens 18 Uhr: +N.. kleiner Wind. Schönes Wetter. Bonn: Bei Sonnenaufgang ein dünner Nebel. +Mittag 15 Uhr: +N.D. kleiner Wind. Schönes Wetter. +16 Abends 14 Uhr: +N.D. kleiner Wind. Schönes Wetter. + +8 Morgens 12 Uhr: +D. kleiner Wind. Schönes Wetter. +Mittag 16 Uhr: +D.N.D. Zeitweise starker Wind. Schönes Wetter. Eissige große dicke Wolken. +6 Abends 15 Uhr: +D.N.D. Großer Wind. Erst schönes Wetter. + +58 Morgens II: +Mindstillschönes Wetter. +Mittag 14 Uhr: +N. kleiner Wind. Schönes Wetter. +6 Abends: +N. kleiner Wind. Schönes Wetter." +Z166069305,370,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000370/full/full/0/native.jpg,"Mo- +nats. Stunden mursches Wind. Beobachtungen. +tage. +Sherm. +6 8 Morg. 13 +Windstil Nebel. +Mittag +171 N. Sehr kleiner Wind. +Ein wenig bedekter +Himmel. +6 Abends 14 +N. Sehr kleiner Sind. +Der Himmel ist wenis +ger trube als zu Mit: +tage. Kleiner Nebel. +7 8 Morg. II N.N.W. Beinahe Windstille. +Leichter Nebel. Der +Himmel mit lauter +kleinen weisen Wolfeu +uberzogen. +Mittag 16 N. Sicin. Wind. Scho- +nes Wetter. +6 Abends +13 N. Sehr kleiner Wind. +Sdiones Setter. +8 8 Morg. +5. 7.5. Kleiner Wind. Erus +ber Himmel +mittag +16 N.N.D. Zieml. starker Wind. +Schones Wetter. +16 Abends +14 ID.N.D. Zieml. starfer Wind. +Schones Wetter. +8 Morg. 141 B. 3.2. Zieml. starker Wind. +Schones Wetter. +Mittag +16' R... Groser sind. Fleis +ne zerstreuete Wolken. +6 Abends 14 +Sehr kleiner Wind. +Beinahe ganz heiterer +Himmel. +10 18 Morg. N. N. O. Groser Wind. Viel +WMken. +Mittag 17 +N. D. Groser Wind. Bei- +nahe ganz heiterer +Himmel. +6Abends 15 N. O. Groser Wind. Heis +terer sinnel. +II 18 Morg. 141 +Klein, Wind. Echo +Incs Wctter. +M. N. ...","342 + +( + +1 + +Mo- +nats. Stunden mürſches Wind. Beobachtungen. +tage. + +Sherm. +6 8 Morg. 13 + +Windſtil Nebel. +Mittag +171 N. Sehr kleiner Wind. + +Ein wenig bedekter + +Himmel. +6 Abends 14 + +N. Sehr kleiner Sind. + +Der Himmel iſt wenis +ger trúbe als zu Mit: + +tage. Kleiner Nebel. +7 8 Morg. II N.N.W. Beinahe Windſtille. + +Leichter Nebel. Der +Himmel mit lauter +kleinen weißen Wolfeu + +überzogen. +Mittag 16 N. Sicin. Wind. Scho- + +nes Wetter. +6 Abends +13 N. Sehr kleiner Wind. + +Sdiónes Setter. +8 8 Morg. + +15 +5. 7.5. Kleiner Wind. Erůs + +ber Himmel +mittag +16 N.N.D. Zieml. ſtarker Wind. + +Schönes Wetter. +16 Abends +14 ID.N.D. Zieml. ſtarfer Wind. + +Schones Wetter. +9 +8 Morg. 141 B. 3.2. Zieml. ſtarker Wind. + +Schones Wetter. +Mittag +16' R... Großer sind. Fleis + +ne zerſtreuete Wolken. +6 Abends 14 + +Sehr kleiner Wind. +Beinahe ganz heiterer + +Himmel. +10 18 Morg. N. N. O. Großer Wind. Viel + +WMken. +Mittag 17 + +N. D. Großer Wind. Bei- + +nahe ganz heiterer + +Himmel. +6Abends 15 N. O. Großer Wind. Heis + +terer sinnel. +II 18 Morg. 141 + +Klein, Wind. Echo +Incs Wctter. + +M. N. ... + +15 + + +","Monats. Stunden mursches Wind. Beobachtungen. + +6. 8 Morg. 13 N. Sehr kleiner Wind. Ein wenig bedeckter Himmel. + +Mittag. 17 N. Sehr kleiner Wind. Der Himmel ist wenisger trube als zu Mittage. Kleiner Nebel. + +7. 8 Morg. II N.N.W. Beinahe Windstille. Leichter Nebel. Der Himmel mit lauter kleinen weisen Wolken überzogen. + +Mittag. 16 N. Schönes Wetter. + +6 Abends. 13 N. Sehr kleiner Wind. Sdiones Setter. + +8. 8 Morg. 5, 7,5. Kleiner Wind. Erhabener Himmel. + +Mittag. 16 N.N.D. Ziemlich starker Wind. Schönes Wetter. + +6 Abends. 14 ID.N.D. Ziemlich stärfer Wind. Schönes Wetter. + +8 Morg. 141 B. 3,2. Ziemlich starker Wind. Schönes Wetter. + +Mittag. 16' R... Großer Wind. Fleißig zerstreute Wolken. + +6 Abends. 14 Sehr kleiner Wind. Beinahe ganz heiterer Himmel. + +10. 18 Morg. N. N. O. Großer Wind. Viel Wölkchen. + +Mittag. 17 N. D. Großer Wind. Beinahe ganz heiterer Himmel. + +6 Abends. 15 N. O. Großer Wind. Heißter Sinnel. + +II. 18 Morg. 141 Klein, Wind. Echo Inces Wetter. + +M. N..." +Z166069305,371,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000371/full/full/0/native.jpg,"' t +Mo- +Reau- +nats- Stunden mursches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. +Mittag 17 +N. D. Grof. Wind., Schos +nes Wetter. +6Abends +N. 97.0. Klcin. Wind. Scho +nes etter. +I 2 8 Morg. 13 +N. Beinahe Windstille. +Tribes Wetter. +Mittag 16 N. N. Starker Bind. Eru- +bes Wetter. +60 bends 141 N.'N.W. StarkerWind. Trus +bes Better. Der Sind +nahm nachher noch zu, +und der Himmel klarte +fich) auf. Die gange +Nacht uber sturmte der +Wind sehr heftig. +13 8 Morg. 12 +N .. Ungeftumer Wind. +Irubes und mit Regen +brohendes Wetter. Der +Nil war durch den +Sturm Fehr angewachs +ren, der auch auf dem +Fluffe eine grose Welle +erhob. Gegen Mittag +fiel ein kleiner feiner +Regen tropfenweise, +den aber der Sturm +wieder verjagt ?. +9 N. Sehr ungeftumer +23:10. rubes Bets +ter. Nachmittag fiel +einige Augenblicke ein +feincy Regen. +6 Abends +N.. Erubes Wetter. Der +I Sturm hat ein wenig +nadigelaren. +S Morg. I 2 +903. Groser Wind. Iru- +bes Wetter. Ein fleis +ner Regen. +mittag 14 +0. Groser Wind. Von +Mittag","343 + +' t + +Mo- + +Reau- +nats- Stunden můrſches Wind. Beobachtungen. +tage. + +Therm. +Mittag 17 + +N. D. Grof. Wind., Schos + +nes Wetter. +6Abends + +16 +N. 97.0. Klcin. Wind. Scho + +nes etter. +I 2 8 Morg. 13 + +N. Beinahe Windſtille. + +Tribes Wetter. +Mittag 16 N. N. Starker Bind. Eru- + +bes Wetter. +60 bends 141 N.'N.W. StarkerWind. Trús + +bes Better. Der Sind +nahm nachher noch zu, +und der Himmel klarte +fich) auf. Die gange +Nacht über ſtürmte der + +Wind ſehr heftig. +13 8 Morg. 12 + +N .. Ungeftumer Wind. + +Irůbes und mit Regen +brohendes Wetter. Der +Nil war durch den +Sturm Fehr angewachs +ren, der auch auf dem +Fluffe eine große Welle +erhob. Gegen Mittag +fiel ein kleiner feiner +Regen tropfenweiſe, +den aber der Sturm + +wieder verjagt ?. +9 N. Sehr ungeftúmer + +23:10. růbes Bets + +ter. Nachmittag fiel +einige Augenblicke ein + +feincy Regen. +6 Abends + +9 +N.. Erůbes Wetter. Der + +I Sturm hat ein wenig + +nadigelaren. +S Morg. I 2 + +903. Großer Wind. Irú- + +bes Wetter. Ein fleis + +ner Regen. +mittag 14 + +0. Großer Wind. Von + +Mittag + +14 + + +","Mo- Reise-Tage. + +Beobachtungen. +Therm. +Mittag 17 N. D. Großer Wind. Schönes Wetter. +Abends 6 N. 97,0. Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +I 2 8 Morg. 13 N. Beinahe Windstille. Tribes Wetter. +Mittag 16 N. N. Starker Wind. Erubes Wetter. + +60 Abends 141 N. N.W. Starker Wind. Trübes Wetter. Der Sturm nahm nachher noch zu, und der Himmel klarte sich auf. Die ganze Nacht über stürmte der Wind sehr heftig. +13 8 Morg. 12 N .. Ungeheurer Wind. Trübes und mit Regen brohendes Wetter. Der Nil war durch den Sturm viel angewachsen, der auch auf dem Flusse eine große Welle erhob. Gegen Mittag fiel ein kleiner feiner Regentropfenweise, den aber der Sturm wieder verjagte. + +9 N. Sehr ungeheurer Wind. 23:10 Trübes Wetter. Nachmittag fielen einige Augenblicke ein feincy Regen. +6 Abends N.. Trübes Wetter. Der Sturm hat ein wenig nachgelassen. + +S Morg. I 2 +903. Großer Wind. Trübes Wetter. Ein fließender Regen. +Mittag 14 +0. Großer Wind. Von Mittag" +Z166069305,372,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000372/full/full/0/native.jpg,"Mos +Reau- +nats- Stunden marsches Mino. Beobachtungen. +tage. +Therm. +Zeit zu Zeit ein kleiner +feiner Regen. +62 bends 121 W. Grose Wind. Srus +be8 Wetter. Abends +u. wahrend der Nacht +einige Regentropfen. +15 18 Morg. 13 +N. W. Kleiner Wind. Trus +bes Wetter. +Mittag 15* W. Seleiner Wind. Erus +bes Wetter. +6 Abends +14 W.N.B Sehr fleiner ind. +Erubes Wetter. +168 Morg. +S. Sehr kleiner ind. +Einige kl. weise Wolf. +Mittag +Kleiner Wirid. Der +Horizont nach Suden +zu bedett. +6 Abends 12 +S. Groser Wind. Erus +bes und mit Sturm +drohendes Wetter. +17 18 Morg 111 +S.D. Kleiner Wind. Ein +wenig trubes Wetter. +Gegen 10 Uhr hellte +fich der Himmel auf, +und es wurde den gan- +zen Tag uber sehr scho- +nes Wetter. +18 18 Morg. 13 +M. KleinerWind. Nebel, +der in die hohe ftieg. +Der Himmel wurde +mit Wolten bedekt. +zieml. starker Wind. +Trubes Wetter. +64bends 15 m. Kleiner Wind. Iru. +bes Wetter. +19 8 Morg. 13 IS. Ziemi. fterker Wind. +Sruber und auf der +Nordseite furditbar an- +zuseheuder Himmel. +Mittag","544 + +7 + +Mos + +Reau- +nats- Stunden marſches Mino. Beobachtungen. +tage. +Therm. + +Zeit zu Zeit ein kleiner + +feiner Regen. +62 bends 121 W. Große Wind. Srůs + +be8 Wetter. Abends +u. während der Nacht + +einige Regentropfen. +15 18 Morg. 13 + +N. W. Kleiner Wind. Trus + +bes Wetter. +Mittag 15* W. Seleiner Wind. Erůs + +bes Wetter. +6 Abends +14 W.N.B Sehr fleiner ind. + +Erůbes Wétter. +168 Morg. + +II + +S. Sehr kleiner ind. + +Einige kl. weiße Wolf. +Mittag + +13 +S. + +Kleiner Wirid. Der +Horizont nach Süden + +zu bedett. +6 Abends 12 + +S. Großer Wind. Erůs + +bes und mit Sturm + +drohendes Wetter. +17 18 Morg 111 + +S.D. Kleiner Wind. Ein + +wenig trúbes Wetter. +Gegen 10 Uhr hellte +fich der Himmel auf, +und es wurde den gan- +zen Tag über ſehr ſcho- + +nes Wetter. +18 18 Morg. 13 + +M. KleinerWind. Nebel, + +der in die hohe ftieg. +Der Himmel wurde + +mit Wolten bedekt. +933. + +zieml. ſtarker Wind. + +Trübes Wetter. +64bends 15 m. Kleiner Wind. Irú. + +bes Wetter. +19 8 Morg. 13 IS. Ziemi. fterker Wind. + +Srůber und auf der +Nordſeite furditbar an- +zuſeheuder Himmel. + +Mittag + +16 + + +","Mos-Reise-Nachrichten. Stundenmarsch mino. Beobachtungen. + +tage. +Therm. +Zeit zu Zeit ein kleiner feiner Regen. +62 Schritte 121 W. Großer Wind. Struß bes Wetter. Abends und während der Nacht einige Regentropfen. +15 18 Morg. 13 N.W. Kleiner Wind. Trübes Wetter. +Mittag 15° W. Sehr kleiner Wind. Erhabenes Wetter. +6 Abends 14 W.N.B. Sehr feiner und erhubener Wetter. +16 Morg. +S. Sehr kleiner Wind. Einige klare Weise Wolken. +Mittag Kleiner Wirbel. Der Horizont nach Süden zu bedeckt. +6 Abends 12 S. Großer Wind. Erhabenes und mit Sturm drohendes Wetter. +17 18 Morg 111 S.D. Kleiner Wind. Ein wenig trübes Wetter. +Gegen 10 Uhr hellte sich der Himmel auf, und es wurde den ganzen Tag über sehr schönes Wetter. +18 18 Morg. 13 M. Kleiner Wind. Nebel, der in die Höhe flog. +Der Himmel wurde mit Wolken bedeckt. +ziemlich starker Wind. +Trübes Wetter. + +64 Schritte 15 m. Kleiner Wind. Iru bes Wetter. +19 8 Morg. 13 I.S. Ziemlich stärker Wind. +Schroffer und auf der Nordseite fürchterbar anzusehender Himmel. +Mittag" +Z166069305,373,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000373/full/full/0/native.jpg,"Mus +Reait +nats. Stunden mursches Bind. Beobachtungen. +tage. +Therm. +Mittag 16 +M. Groser Wind. Bei. +terer Himmel. +6Abends 13} m. Der Horizont in +Weften trube. Uni 9 +Uhr des Abends ein +wenig Regen. +208 Morg. +11. S.S.W. Sehr kleiner Wind. +Schones Wetter. +Mittag +162 N.W. Sehr kleiner Wind. +Schones Wetter. +6Abends +Sehr kleiner Wind. +Der Horizont in Nord- +westen bedekt. +21 18 Morg. 11) Windstill Nebel. +Mittag 15$ +Beinahe Windstille. +Der Himmel mit gers +ftreiteten Wolfen uber- +faet. +6Abends +N.D. Sehr kleiner Wind. +Bedekter und in Nors +den sehr schwarzer +Himmel. +228 Morg. Il S.S.D. StarferWind. Trus +ber Simmel. +Mittag 15 +S. D. Zieml. starker Wind. +Srubes Wetter. Um +2 uhr Nachmittags +fiel einige Minnten +lang ein wenig Fegen. +6 Abends 13 S. 2. Kleiner Wind. Dru. +bes Wetter. +23 18 Morg. 13 W.S.23. Kleiner Wind. Sehr +truber Himmel. Dent +ganzen skorgen uber +ein falter Regen. +fchauer. +Mittag 15 K.S. Starteris ind. Sehr +truber Himmel. Kalter +Regenschauer.","345 + +be + +1.15 + +N. + +Mus + +Reait +nats. Stunden můrſches Bind. Beobachtungen. +tage. + +Therm. +Mittag 16 + +M. Großer Wind. Bei. + +terer Himmel. +6Abends 13} m. Der Horizont in + +Weften trúbe. Uni 9 +Uhr des Abends ein + +wenig Regen. +208 Morg. +11. S.S.W. Sehr kleiner Wind. + +Schones Wetter. +Mittag +162 N.W. Sehr kleiner Wind. + +Schones Wetter. +6Abends + +Sehr kleiner Wind. +Der Horizont in Nord- + +weſten bedekt. +21 18 Morg. 11) Windſtill Nebel. +Mittag 15$ + +Beinahe Windſtille. +Der Himmel mit gers +ftreiteten Wolfen über- + +fået. +6Abends + +143 +N.D. Sehr kleiner Wind. + +Bedekter und in Nors +den ſehr ſchwarzer + +Himmel. +228 Morg. Il S.S.D. StarferWind. Trůs + +ber Simmel. +Mittag 15 + +S. D. Zieml. ſtarker Wind. + +Srůbes Wetter. Um +2 uhr Nachmittags + +fiel einige Minnten + +lang ein wenig Fegen. +6 Abends 13 S. 2. Kleiner Wind. Drů. + +bes Wetter. +23 18 Morg. 13 W.S.23. Kleiner Wind. Sehr + +trüber Himmel. Dent +ganzen skorgen über +ein falter Regen. + +fchauer. +Mittag 15 K.S. Starteris ind. Sehr + +trůber Himmel. Kalter +Regenſchauer. + + +","Mus Reisetage. Stunden mürsches Bind. Beobachtungen. + +Tage. Therm. Mittag 16 M. Großer Wind. Bei klarerem Himmel. +Abends 13} m. Der Horizont in Weften trübe. Um 9 Uhr des Abends ein wenig Regen. + +208 Morg. 11. S.S.W. Sehr kleiner Wind. Schönes Wetter. +Mittag 16 N.W. Sehr kleiner Wind. Schönes Wetter. +Abends sehr kleiner Wind. Der Horizont in Nordwesten bedeckt. + +21 18 Morg. 11) Windstill Nebel. +Mittag 15$ Beinahe Windstille. Der Himmel mit gestreiften Wolken überfaet. + +Abends N.D. Sehr kleiner Wind. Bedeckter und in Nordosten sehr schwarzer Himmel. + +228 Morg. Il S.S.D. Stärfer Wind. Trübes Wetter. +Mittag 15 S. D. Ziemlich starker Wind. Schrubes Wetter. Um 2 Uhr Nachmittags fiel einige Minuten lang ein wenig Hagel. + +Abends 13 S. 2. Kleiner Wind. Trübes Wetter. + +23 18 Morg. 13 W.S.W. Kleiner Wind. Sehr trüber Himmel. Den ganzen Tag über ein falter Regen. Föhn. +Mittag 15 K.S. Stärkerer Wind. Sehr trüber Himmel. Kalter Regenschauer." +Z166069305,374,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000374/full/full/0/native.jpg,"INos +Reaus +nato- Stunden marsdes Windo Beobachtnngen. +tage. +Therm. +6Abends 132 S. W. Groser Wind. Sehr +truber Himmel. Kals +ter Regenschauer. +24 8 Morg. +I 2 +W Zieml. starker Wind. +Die Wolken, die den +gangen Himmel bedek. +ten, zertheilen fich. +Mittag 13 S. W. Zieml. starker Wind. +Die Wolfen haben sich +noch mehr zertheilt als +des Morgens. +16Abends TI +S. W. Zieml. starker Wind. +25 18 Morg. 9 +S. W. +Groser Wind. Mit +Sonnenaufgange fiel +ein betrachtlicher Res +gen, der bis um in +Uhr anhiclt. +29.S. Groser Wins. Se +dekter und sehr schwar. +zer Horizent. Nachs +mittags einiger Staubs +regen. +6Abends 12 S. W. Beinahe ganz heite: +rer Himmel. Nur +nach Suden war der +Horizont tribe. +268 Morg. IL S. Kleiner Wind. Tru +bes Wetter. +Mittag 15 +S.S.D. KleinerWind. Sches +nes Wetter. +6Ubends! 137 +S.S.D. Kleiner Wind.Scho +Ines Wetter. +27 18 Morg. Ia M.S. Beinahe indstille. +Ein kleiner Nebel. +Dufteres Wetter. Um +9 Uhr cin kleiner fals +ter Regenschauer, der +bis gegen Mittag an- +hielt. +Mittag","+ 346 + +"") + +INos + +Reaus +náto- Stunden mårſdes Windo Beobachtnngen. +tage. + +Therm. +6Abends 132 S. W. Großer Wind. Sehr + +trüber Himmel. Kals + +ter Regenſchauer. +24 8 Morg. + +I 2 + +W Zieml. ſtarker Wind. + +Die Wolken, die den +gangen Himmel bedek. + +ten, zertheilen fich. +Mittag 13 S. W. Zieml. ſtarker Wind. + +Die Wolfen haben ſich +noch mehr zertheilt als + +des Morgens. +16Abends TI + +S. W. Zieml. ſtarker Wind. +25 18 Morg. 9 + +S. W. + +Großer Wind. Mit +Sonnenaufgange fiel +ein betrachtlicher Res +gen, der bis um in + +Uhr anhiclt. +14 +29.S. Großer Wins. Se + +dekter und ſehr ſchwar. +zer Horizent. Nachs +mittags einiger Staubs + +regen. +6Abends 12 S. W. Beinahe ganz heite: + +rer Himmel. Nur +nach Süden war der + +Horizont tribe. +268 Morg. IL S. Kleiner Wind. Trú + +bes Wetter. +Mittag 15 + +S.S.D. KleinerWind. Sches + +nes Wetter. +6Ubends! 137 + +S.S.D. Kleiner Wind.Scho + +Ines Wetter. +27 18 Morg. Ia M.S. Beinahe indſtille. + +Ein kleiner Nebel. +Düfteres Wetter. Um +9 Uhr cin kleiner fals +ter Regenſchauer, der +bis gegen Mittag an- +hielt. + +Mittag + +NE + +di + + +","INos Reise +nach Stunden marschierte der Wind Beobachtungen. +tage. + +Therm. 6 Abends 132 S.W. Großer Wind. Sehr trüber Himmel. Kalter Regenschauer. +24 8 Morg. I 2 W Ziemlich starker Wind. +Die Wolken, die den ganzen Himmel bedeckten, zertheilten sich. + +Mittag 13 S.W. Ziemlich starker Wind. +Die Wolken haben sich noch mehr zertheilt als des Morgens. + +16 Abends T I S.W. Zieml. starker Wind. + +25 18 Morg. 9 S.W. Großer Wind. Mit Sonnenaufgang fiel ein beträchtlicher Regen, der bis um 1 Uhr anhält. +29 S. Großer Wind. Sehr schwarzer Horizont. Nachmittags einiger Staubsregen. + +6 Abends 12 S.W. Beinahe ganz heiterer Himmel. Nur nach Süden war der Horizont trüb. + +268 Morg. I L S. Kleiner Wind. Trübes Wetter. + +Mittag 15 S.S.D. Kleiner Wind. Schönes Wetter. +6 Abends! 137 S.S.D. Kleiner Wind. Schoenes Wetter. + +27 18 Morg. I a M.S. Beinahe indstille. +Ein kleiner Nebel. Duftendes Wetter. Um 9 Uhr ein kleiner falschter Regenschauer, der bis gegen Mittag anhielt. + +Mittag" +Z166069305,375,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000375/full/full/0/native.jpg,"MO- +Neaus +nats- Stunden murfches Wind. Beobachtungen. +tage. +Sherm. +Nittag 15 +S. 23. Kleiner ind. Tru, +bes und dusteres Wets +ter. +6Abends 131 U.S.W Sehr kleiner Wind. +Trubes und dusteres +Wetter. +28 8 Morg. 10 W.S.W Schones Wetter. +Kleiner Wind. +Mittag 12} W. Heiterer simmel. +Selir fchones Wetter. +6Abends I1 W. KleinerWind. Sehr +schones Wetter. +Abreise von Rarchis. +Sehr schones Wetter. +Bemerkungen uber diese Tabelle. +Der Monat Dezember war im Allgemeinen schoner +Els der Monat November. Der Wind kam bis zum +sten beinahe immer aus Norden, und'den ubrigen Sheil +es Monats uber aus Suden; nur den 13ten verspurte +nan einen Windstos aus N. W., der weniger ungeftum +var und nicht so lange anhielt als jener im November. +Das Therniometer stieg an dem warmsten Tage den +Sten bis auf 171o. Der Wind fan aus Norden und +s herrschte beinahe, Windstille den Morgen war ein +Rebel gewesen, und der Himmel war der ganzen Tag +iber ein wenig trube. +Der am wenigsten warme Sag war der 13te. Das +hermometer fant, nachdem es des Morgens auf +1,21 gestanden hate, bis auf 90, Dormittage blies","347 + +MO- + +Neaus +nats- Stunden můrfches Wind. Beobachtungen. +tage. + +Sherm. +Nittag 15 + +S. 23. Kleiner ind. Trú, + +bes und düſteres Wets + +ter. +6Abends 131 U.S.W Sehr kleiner Wind. + +Trúbes und düſteres + +Wetter. +28 8 Morg. 10 W.S.W Schönes Wetter. + +Kleiner Wind. +Mittag 12} W. Heiterer simmel. + +Selir fchönes Wetter. +6Abends I1 W. KleinerWind. Sehr + +ſchönes Wetter. +29 + +Abreiſe von Rarchis. +Sehr ſchönes Wetter. + +Bemerkungen über dieſe Tabelle. + +Der Monat Dezember war im Allgemeinen ſchöner +Els der Monat November. Der Wind kam bis zum +sten beinahe immer aus Norden, und'den übrigen Sheil +es Monats über aus Süden; nur den 13ten verſpürte +nan einen Windſtoß aus N. W., der weniger ungeftům +var und nicht ſo lange anhielt als jener im November. + +Das Therniometer ſtieg an dem warmſten Tage den +Sten bis auf 171º. Der Wind fanı aus Norden und +s herrſchte beinahe, Windſtille den Morgen war ein +Rebel geweſen, und der Himmel war der ganzen Tag +iber ein wenig trůbe. + +Der am wenigſten warme Sag war der 13te. Das +hermometer fant, nachdem es des Morgens auf +1,21° geſtanden hate, bis auf 90, Dormittage blies + + +","Monat Dezember. + +Beobachtungen. + +15. S. 23. Kleiner und dusterer Wind. Trübes und dusteres Wetter. +6 Abends 13° U.S.W. Sehr kleiner Wind. Trübes und dusteres Wetter. +28 8 Morg. 10 W.S.W. Schönes Wetter. Kleiner Wind. +Mittag 12° W. Heiterer Himmel. Sehr schönes Wetter. +6 Abends 11 W. Kleiner Wind. Sehr schönes Wetter. + +Abreise von Ratisbon. +Sehr schönes Wetter. + +Bemerkungen über diese Tabelle. +Der Monat Dezember war im Allgemeinen schöner als der Monat November. Der Wind kam bis zum ersten beinahe immer aus Norden, und den übrigen Teil des Monats über aus Süden; nur den 13ten verspürte man einen Windstoß aus N.W., der weniger ungestüm war und nicht so lange anhielt als jener im November. +Das Thermometer stieg an dem warmsten Tage, dem ersten, bis auf 17°. Der Wind wehte aus Norden und es herrschte beinahe Windstille. Den Morgen war ein Nebel gewesen, und der Himmel war den ganzen Tag über ein wenig trübe. +Der am wenigsten warme Tag war der 13te. Das Thermometer fiel, nachdem es des Morgens auf 12° gestanden hatte, bis auf 9°. Mittags blies" +Z166069305,376,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000376/full/full/0/native.jpg,"der Wind aus N. W.' mit grosem Ungeftum: der Sims +mel war sehr trube und es fiel Regen. +Der Unterschied zwischen dem beisesten und Fal- +testen Sage betrug also go und die Mittelzahl war","-348 + +der Wind aus N. W.' mit großem Ungeftum: der Sims +mel war ſehr trúbe und es fiel Regen. + +Der Unterſchied zwiſchen dem beißeſten und Fal- +teſten Sage betrug alſo go und die Mittelzahl war +134. + + +",Der Wind aus N.W. mit grossem Ungestüm; der Himmel war sehr trüb und es fiel Regen. Der Unterschied zwischen dem höchsten und tiefsten Stande betrug also 60 und die Mittelzahl war +Z166069305,377,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000377/full/full/0/native.jpg,"Monat Februar 1778. +No- +Reau- +ats: Stunden mursches Wind. Beobachtungen. +ge. +Sherm. +18 Morg. 13 W.N.W. Zieml. starker Wind. +Grose schrzarze und +dicke Wolfen. Um 112 +uhr ein feiner Regen, +der eine Viertelstunde +anhielt. +Mittag 14 +3.N.S. Zieml. starker Wind. +Mehrere grose dicke +Wolken. +6Abends 14 +W.N.W. Zieml. starfer Wind. +Heiterer Himmel. +28 Morg. III S. D. Klein. Wind. Durch +einige zerstreuete Wola +Een verdusterter Hims +mel. um 9 Uhr ein +kleiner Staubregen. +Mittag 16 IN.WIN Releiner Wind. Die +Luft mit dicken Dun. +ften beladen. +6 Abends 14 +Kleiner Wind. Scho: +nes Wetter. +38 Morg. 13 N.97.23. Groser Wind. Von +Mitternacht an bis um +19 Uhr fiel ein starker +Regen mit einem grore +Fen Winde aus N. N. +Mittag 13 N .. Sehr groser Wind. +Mehrere grose zer- +ftreuete Bolfen. +6 Abends 11 N.W. +Sehr groser Wird. +Der Horizont war mit +schwarzen Wolken bea +dekt. Um 7 Uhr fieng","349 + +Monat Februar 1778. + +1 + +No- + +Reau- +ats: Stunden mürſches Wind. Beobachtungen. +ge. + +Sherm. +18 Morg. 13° W.N.W. Zieml. ſtarker Wind. + +Große ſchrzarze und +dicke Wolfen. Um 112 +ühr ein feiner Regen, +der eine Viertelſtunde + +anhielt. +Mittag 14 + +3.N.S. Zieml. ſtarker Wind. + +Mehrere große dicke + +Wolken. +6Abends 14 + +W.N.W. Zieml. ſtarfer Wind. + +Heiterer Himmel. +28 Morg. III S. D. Klein. Wind. Durch + +einige zerſtreuete Wola +Een verdůſterter Hims +mel. um 9 Uhr ein + +kleiner Staubregen. +Mittag 16 İN.WIN Releiner Wind. Die + +Luft mit dicken Dún. + +ften beladen. +6 Abends 14 + +Kleiner Wind. Scho: + +nes Wetter. +38 Morg. 13 N.97.23. Großer Wind. Von + +Mitternacht an bis um +19 Uhr fiel ein ſtarker +Regen mit einem grore +Fen Winde aus N. N. + +. +Mittag 13 N .. Sehr großer Wind. + +Mehrere große zer- + +ftreuete Bolfen. +6 Abends 11 N.W. + +Sehr großer Wird. +Der Horizont war mit +ſchwarzen Wolken bea +dekt. Um 7 Uhr fieng + +N. + + +","Monat Februar 1778. + +Nochmals: Stunden mürbischer Wind. Beobachtungen. + +18 Morg. 13 W.N.W. Ziemlich starker Wind. +Grosse schwarze und dicke Wolken. Um 11 Uhr ein feiner Regen, der eine Viertelstunde anhielt. + +Mittag 14 3 N.S. Ziemlich starker Wind. Mehrere grosse dicke Wolken. + +6 Abends 14 W.N.W. Ziemlich stärfer Wind. Heiterer Himmel. + +28 Morg. III S.D. Kleiner Wind. Durch einige zerstreute Wolken ein verdunkelter Himmel. Um 9 Uhr ein kleiner Staubregen. + +Mittag 16 IN.W. Rehliner Wind. Die Luft mit dicken Dunstschichten beladen. + +6 Abends 14 Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +38 Morg. 13 N.N.O. Großer Wind. Von Mitternacht an bis um 9 Uhr fiel ein starker Regen mit einem großen Winde aus N.N.O. + +Mittag 13 N.. Sehr großer Wind. Mehrere große zerstreute Wolken. + +6 Abends 11 N.W. Sehr großer Wind. Der Horizont war mit schwarzen Wolken bedeckt. Um 7 Uhr fing" +Z166069305,378,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000378/full/full/0/native.jpg,"Mos +Rean- +nats- Stunden mursches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. +es an zu regnen, und +dieser Negen hielt einen +Theil d. Nachtliber au. +1:48. Morg. 11 +N. W. Kleiner ind. Srus +ber Himmel. Umg Uhr +drehete fid) der Wind +nach Dften, und es +fieng an zu regner. +Mittag +W. Klein. Wind. Regen. +6 Abends +W. Kleiner Wind. Srus +bes 23 etter. Um 8 Uhr +fieng es an fdyreklich zu +regnen, und dieser Res +gen hielt die ganze +Nacht hindurc) an. +578 Morg. 113 +N.M. Kleiner Wind. Trii. +ber Himmel. Um 9 +Uhr fiel ein kleiner Res +gen, der den ganzev +Vormittag fortdau- +erte. +Nittag II +N. W. Kleiner Wind. Ein +Regen, der den gan- +zen ubrigen Tag und +Die Nacht unter hefti +gen Giffen und unter +gewaltigen Windstosen +fortdauerte. +6 8 Morg. 84 +Groser Wind. Nes +gen. +Mittag 103 3. Groser Wind, und +Gusregen den ganzen +Tag und einen Theil +der Nacht uber. +Z 18. Morg. 102 97.9.23. +N.N.W. Kleiner Wind. Iru. +bes Wetter. Des Mors +gen Regen. +Mittag 15 N. N. W. Ziemi. starker Wind. +Das Wetter war wes","350 + +16 + +1 + +1 + +II + +Mos + +Rean- +nats- Stunden múrſches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. + +es an zu regnen, und +dieſer Negen hielt einen + +Theil d. Nachtliber au. +.4 +1:48. Morg. 11° + +N. W. Kleiner ind. Srus + +ber Himmel. Umg Uhr +drehete fid) der Wind +nach Dften, und es + +fieng an zu regner. +Mittag + +13 + +W. Klein. Wind. Regen. +6 Abends + +W. Kleiner Wind. Srůs + +bes 23 etter. Um 8 Uhr +fieng es an fdyreklich zu +regnen, und dieſer Res +gen hielt die ganze + +Nacht hindurc) an. +578 Morg. 113 + +N.M. Kleiner Wind. Trii. + +ber Himmel. Um 9 +Uhr fiel ein kleiner Res +gen, der den ganzev +Vormittag fortdau- + +erte. +Nittag II + +N. W. Kleiner Wind. Ein + +Regen, der den gan- +zen übrigen Tag und +Die Nacht unter hefti +gen Giffen und unter +gewaltigen Windſtoßen + +fortdauerte. +6 8 Morg. 84 + +. + +Großer Wind. Nes + +gen. +Mittag 103 3. Großer Wind, und + +Gußregen den ganzen +Tag und einen Theil + +der Nacht über. +Ž 18. Morg. 102 97.9.23. + +N.N.W. Kleiner Wind. Irů. + +bes Wetter. Des Mors + +gen Regen. +Mittag 15 N. N. W. Ziemi. ſtarker Wind. + +Das Wetter war wes + + +","Mos-Reinannats-Stunden mürsches Wind. Beobachtungen. + +Tage. Therm. es an zu regnen, und dieser Negen hielt einen Theil der Nacht über bis 1:48. Morg. 11 N. W. Kleiner Wind. Strus ber Himmel. Um Uhr drehete sich der Wind nach Osten, und es fing an zu regnen. + +Mittag. W. Klein. Wind. Regen. + +6 Abends. W. Kleiner Wind. Strus bes 23 etter. Um 8 Uhr fing es an sehr heftig zu regnen, und dieser Regen hielt die ganze Nacht hindurch an. + +5/8 Morg. 11°3 N.M. Kleiner Wind. Trüb ber Himmel. Um 9 Uhr fiel ein kleiner Regen, der den ganzen Vormittag fortandauerte. + +Mittag. II N. W. Kleiner Wind. Ein Regen, der den ganzen übrigen Tag und die Nacht unter heftigen Güssen und unter gewaltigen Windstößen fortandauerte. + +6/8 Morg. 84 Großer Wind. Ness gen. +Mittag 10°3. Großer Wind, und Gusregen den ganzen Tag und einen Theil der Nacht über. + +2/18. Morg. 10°2. 9.7. 9.23. N.N.W. Kleiner Wind. Trübes Wetter. Des Morgens Regen. +Mittag 15 N. N. W. Ziemlich starker Wind. Das Wetter war wesent" +Z166069305,379,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000379/full/full/0/native.jpg,"Mos +Reau- +nats Stunden mursches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. +niger trube als Mor- +gens, und die Sonne +tam von Zeit zn Zeit +zum Vorschein. +6Abends +N.N.2. Kleiner Wind. Das +Wetter weniger trube, +als zu Mittage. +8 8. Morg. II S.S.W. +Kleiner Wind. Heis +terer Himmel Sches. +nes Wetter. +Mittag +14! S. +Kleiner Wind. Sehr +schones Wetter, +6Abends III +N.N.W. Kleiner Wind.Sches +Ines Wetter. +9 8, Morg. 10 S.S.D. ziemi. ftarfer Wind. +Die Luft ist voll dicker +Dunfte. +Mittag +15 S.D. Ziemi. starfer Wind. +Srubes Wetter. +64bends 12 +Groser Wind. Das +Wetter weniger trube +als zu Mittage. +108. Morg +Beinahe Windstille. +Schones Wetter. +Mittag +16 W. Groserwind. Sches +nes Wetter. +6Abends 13 +3. Kleiner Wind. Schda +nes Wetter. +11 18 Morg. +M. Kleiner Wind.Schos +nes Wetter. +Mittag +Kleiner Wind. Schos +nes Wetter. +Gubends 13 Windstil Sehr schones Wetter. +8. Morg. +101 S. M. Kleiner Wind. Sehr +schones Wetter. +Mittag 15 +W. KleinerWind. Sehr +Irchsnes Wetter. +64 bends II M.N. Beinahe Windstille. +Sehr schones Wetter.","5513 + +Mos + +Reau- +nats Stunden můrſches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therm. + +niger trúbe als Mor- +gens, und die Sonne +tam von Zeit zn Zeit + +zum Vorſchein. +6Abends + +126 +N.N.2. Kleiner Wind. Das + +Wetter weniger trůbe, + +als zu Mittage. +8 8. Morg. II S.S.W. + +Kleiner Wind. Heis +terer Himmel Schés. + +nes Wetter. +Mittag +14! S. + +Kleiner Wind. Sehr + +ſchönes Wetter, +6Abends III + +N.N.W. Kleiner Wind.Sches + +Ines Wetter. +9 8, Morg. 10 S.S.D. ziemi. ftarfer Wind. + +Die Luft iſt voll dicker + +Dünfte. +Mittag +15 S.D. Ziemi. ſtarfer Wind. + +Srůbes Wetter. +64bends 12 + +Großer Wind. Das +Wetter weniger trůbe + +als zu Mittage. +108. Morg +101 + +Beinahe Windſtille. + +Schönes Wetter. +Mittag +16 W. Großerwind. Sches + +nes Wetter. +6Abends 13 + +3. Kleiner Wind. Schda + +nes Wetter. +11 18 Morg. +II + +IO + +M. Kleiner Wind.Schos + +nes Wetter. +Mittag + +Kleiner Wind. Schos + +nes Wetter. +Gubends 13 Windſtil Sehr ſchönes Wetter. +8. Morg. +101 S. M. Kleiner Wind. Sehr + +ſchönes Wetter. +Mittag 15 + +W. KleinerWind. Sehr + +Irchsnes Wetter. +64 bends II M.N. Beinahe Windſtille. + +Sehr ſchönes Wetter. + +ភ្នំ + +* + +15 + +W. + +12 + + +","Mos Reise-Aufzeichnungen Stunden mustercher Wind. Beobachtungen. +Tage Thermometer. +Niger trüber als Morgens, und die Sonne +tam von Zeit zu Zeit zum Vorschein. + +Abends N.N.2 Kleiner Wind. Das Wetter weniger trüber, als zu Mittag. +8 8. Morg. II S.S.W. Kleiner Wind. Heißerer Himmel Schönes Wetter. +Mittag 14! S. Kleiner Wind. Sehr schönes Wetter, +Abends III N.N.W. Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +9 8, Morg. 10 S.S.D. Ziemlich stärfer Wind. +Die Luft ist voll dicker Dünfte. +Mittag 15 S.D. Ziemlich stärfer Wind. Schönes Wetter. +6 Abends 12 Großer Wind. Das Wetter weniger trüber als zu Mittag. + +108 Morg Beinahe Windstille. Schönes Wetter. +Mittag 16 W. Großer Wind. Schönes Wetter. +6 Abends 13 3. Kleiner Wind. Schönes Wetter. +11 18 Morg. M. Kleiner Wind. Schönes Wetter. +Mittag Kleiner Wind. Schönes Wetter. + +Gubends 13 Windstill Sehr schönes Wetter. +8 Morg. +10 1 S. M. Kleiner Wind. Sehr schönes Wetter. +Mittag 15 W. Kleiner Wind. Sehr schönes Wetter. +6 Abends II M.N. Beinahe Windstille. +Sehr schönes Wetter." +Z166069305,380,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000380/full/full/0/native.jpg,"Mos +Reau. +nats- Stunden murrches Wind. Beobachtungen. +tage. +Therin. +13 8 Morg. 120 +N. W. Kleiner Wind. Eins; +ge zerftreuete Wolken. +Mittag +N. N.W. Zieml. starker Wind. +Einige Wolfen. +6Abends 13 NIN.W Beinahe indstille. +Piele Wolfen. +14 18 Morg. N.N.w.1 Beinahe Windstille. +Drubes Wetter. +Mittag SNIN. W Kleiner Wind. Iris +bes etter. +16 Abend. +.N. Beinahe Windstille. +Srubcs Wetter. +15 18. Morg. 101 S.S.D. Zieml. starker Wind. +Schones Wetter. +Snittag +Groser Wind. Scho. +nes Wetter. +6 Abend. 13 iS.S.D. Groser Wind. Die +Luft voll dicker Dunfte. +16 8 Morg. 107 S. Groser Wind. Schos +nes Wetter +171 3. Groser Wind. Scho +nes Wetter. +6 Abend. 13 +W. KleinerWind.Scho. +nes Wetter. +17 18 Morg. 121 +Kleiner Wind. Sehr +dicker Nebel. +Abreise von Raschid. +Mittag +Bemerkungen uber diese Tabelle. +Unter den ersten Fiebenzehn Tagen des Monats +Februar war der heiseste Tag der 15te und der am +ivenigsten beise der 6te. An dem erstern stand das +Thermometer 31: Mitte +auf 174 und an dem zweiten +zu der namlichen Tageszeit 101, nachdem es des Mors +gens auf 81 gestanden hatte. Es blies ein heftiger +Westwind, und der Regen hatte seit zwei Tagen nicht","352 + +IS 差 + +13 + +16 + +Mos + +Reau. +nats- Stunden mürrches Wind. Beobachtungen. +tage. + +Therin. +13 8 Morg. 120 + +N. W. Kleiner Wind. Eins; + +ge zerftreuete Wolken. +Mittag + +N. N.W. Zieml. ſtarker Wind. + +Einige Wolfen. +6Abends 13 NIN.W Beinahe indſtille. + +Piele Wolfen. +14 18 Morg. N.N.w.1 Beinahe Windſtille. + +Drůbes Wetter. +Mittag SNIN. W Kleiner Wind. Iris + +bes etter. +16 Abend. + +13 +.N. Beinahe Windſtille. + +Srúbcs Wetter. +15 18. Morg. 101 S.S.D. Zieml. ſtarker Wind. + +Schönes Wetter. +Snittag +17 + +Großer Wind. Scho. + +nes Wetter. +6 Abend. 13 iS.S.D. Großer Wind. Die + +Luft voll dicker Dünfte. +16 8 Morg. 107 S. Großer Wind. Schos + +nes Wetter +171 3. Großer Wind. Schó + +nes Wetter. +6 Abend. 13 + +W. KleinerWind.Scho. + +nes Wetter. +17 18 Morg. 121 + +Kleiner Wind. Sehr +dicker Nebel. +Abreiſe von Raſchid. + +Mittag + +Bemerkungen über dieſe Tabelle. + +Unter den erſten Fiebenzehn Tagen des Monats +Februar war der heißeſte Tag der 15te und der am +ivenigſten beiße der 6te. An dem erſtern ſtand das +Thermometer 31: Mitte + +auf 174° und an dem zweiten + +° +zu der nåmlichen Tageszeit 101°, nachdem es des Mors +gens auf 81° geſtanden hatte. Es blies ein heftiger +Weſtwind, und der Regen hatte ſeit zwei Tagen nicht + + +","Mos +Reau. +nachts- Stunden murmelndes Wind. Beobachtungen. +täg. +Therin. +13 8 Morg. 120 +N.W. Kleiner Wind. Eins; +gezerstreute Wolken. +Mittag N.N.W. Ziemlich starker Wind. +Einige Wolken. +6 Abends 13 N.W. Beinahe windstille. +Viele Wolken. +14 18 Morg. N.N.W. Beinahe Windstille. +Drohendes Wetter. +Mittag S.N.W. Kleiner Wind. Irisches +Wetter. +16 Abend. +N.W. Beinahe Windstille. +Schrobes Wetter. +15 18. Morg. 101 S.S.O. Ziemlich starker Wind. +Schönes Wetter. +Mittag Großer Wind. Schö- +nes Wetter. +6 Abend. 13 iS.S.O. Großer Wind. Die +Luft voll dicker Dunst. +16 8 Morg. 107 S. Großer Wind. Schö- +nes Wetter. +17 3. Großer Wind. Schö- +nes Wetter. +6 Abend. 13 +W. Kleiner Wind. Schö- +nes Wetter. +17 18 Morg. 121 +Kleiner Wind. Sehr +dickes Nebel. +Abreise von Raschid. +Mittag Bemerkungen über diese Tabelle. +Unter den ersten Fünfzehn Tagen des Monats Februar war der heißeste Tag der 15te und der am wenigsten heiße der 6te. An dem ersten stand das Thermometer auf 17,4 und an dem zweiten zu derselben Tageszeit 10,1, nachdem es des Morgens auf 8,1 gestanden hatte. Es blies ein heftiger Westwind, und der Regen hatte seit zwei Tagen nicht" +Z166069305,381,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000381/full/full/0/native.jpg,"aufgehort. Am 19ten aber war es am heisesten; der +Wind kam von S. S. Q. und von S. D. und es war +schones Wetter. Der Unterschied zwischen diesen beiden +Tagen betrug 7 und die Mittelzahl der Warme 14o. +Der Bind war diere ersten Riebenzehn Tage uber +sehr veranderlich: doch kam er ofterer aus Westen als +aus einer andern Weltgegend. Die Witterung war sehr +fchlecht uns es regnete unter beftigen Windstosen fast +unaufhsrlich. Wahrend dieses rchlechten Wetters fam +der +der Bind aus Westen. +Man mus auch bemerken, das, wenn der Wind aus +S.D. oder S. S. D. mit einiger Starke wehete, die +Luft allemal dit und duster war: diese Bemerkung gilt +fur den ganzen Zeitraum, den ich zu Rarchis beobach, +tet habe: denn in dem Monat Dezember blies der Wind +dreimal aus S. D. und aus S. S. D. und jedesmal +war trubes Wetter. So kam auch im Monat November +der Wind zwei Tage hintereinander aus O. S. D. und +die Atmosphare wurde des Morgens durch einen siden +Nebel verdunfelt. +Sonnini Neffen ir 32","353 + +aufgehört. Am 19ten aber war es am heißeſten; der +Wind kam von S. S. Q. und von S. D. und es war +ſchönes Wetter. Der Unterſchied zwiſchen dieſen beiden +Tagen betrug 7° und die Mittelzahl der Wärme 14º. + +1 + +Der Bind war diere erſten Riebenzehn Tage über +ſehr veranderlich: doch kam er ofterer aus Weſten als +aus einer andern Weltgegend. Die Witterung war ſehr +fchlecht uns es regnete unter beftigen Windſtoßen faſt +unaufhsrlich. Während dieſes rchlechten Wetters fam +der +der Bind aus Weſten. + +Man muß auch bemerken, daß, wenn der Wind aus +S.D. oder S. S. D. mit einiger Stärke wehete, die +Luft allemal dit und düſter war: dieſe Bemerkung gilt +für den ganzen Zeitraum, den ich zu Rarchis beobach, +tet habe: denn in dem Monat Dezember bließ der Wind +dreimal aus S. D. und aus S. S. D. und jedesmal +war trubes Wetter. So kam auch im Monat November +der Wind zwei Tage hintereinander aus O. S. D. und +die Atmoſphäre wurde des Morgens durch einen siden +Nebel verdunfelt. + +Sonnini Neffen ir 32 + + +","aufgehort. Am 19ten aber war es am heissesten; der Wind kam von S.S.W. und von S.D.W. und es war schönes Wetter. Der Unterschied zwischen diesen beiden Tagen betrug 7° und die Mittelzahl der Wärme 14°. + +Der Wind war in den ersten achtzehn Tagen sehr veränderlich: doch kam er ofter aus Westen als aus einer andern Weltgegend. Die Witterung war sehr schlecht und es regnete unter beständigen Windstößen fast unaufhörlich. Während dieses schlechten Wetters kam der Wind aus Westen. + +Man muss auch bemerken, dass, wenn der Wind aus S.D.W. oder S.S.W. mit einiger Stärke wehte, die Luft allemaal düster und trübe war: diese Bemerkung gilt für den ganzen Zeitraum, den ich zu Ragis beobachtet habe; denn in dem Monat Dezember blies der Wind dreimal aus S.D.W. und aus S.S.W. und jedesmal war trübes Wetter. So kam auch im Monat November der Wind zwei Tage hintereinander aus O.S.W.D. und die Atmosphäre wurde des Morgens durch einen dichten Nebel verdunkelt. + +Sonnenneigung ist 32" +Z166069305,382,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000382/full/full/0/native.jpg,"Funf und zwanzigstes Capitel. +Ubreise von Raschid- Beduinen Uebereinkunft +mit den Arabern Aufstand zu Abukir Kusten +zwischen Abukir und Alexandrien wilde Ochsen +Folge des Aufstandes zu Abukir +Inschrift +Beduinenlager Camele- Unruhe in dem +{ ager Gastfreiheit und Sitten der Beduinen +besondere Meinung dieser Beduinen, Araber antis +fer Wurfel. +Meine Abreise war auf den 29ten Dezember festgefeztu +Wir hatten Maulefel, womit man gewohnlich auf dem +Wege nach Alexandrien reist, und ein Cameel, um +unser Gepacke fortzuschaffen, das in zwei schone Caffas +( eine( dhone Art von grosen bedekten Korben) eingepakt +war, die man dem Cameele an die Seiten hangt. Der +Consul befahl seinem Janitscharen, inich bis nach Ubukir +zu begleiten, wo ich Mittel zu finden hoffte, in die +Wufte Nitrie reifen zu konnen. Um neun Uhr Mors +gens brachen wir von Raschio auf. Wir fanden +diesmal auf dem See a adie ein bequemes mit einem +Verbecke verfehenes Fahrzeug. Eine halbe Meile jenseits +dieser alten Nilmundung war ein kleines Beduinen- +lager aufgeschlagen. Die Beduine'n rezten uns, +wie es Sitte ift, Wasser vor und drangen sehr in uns, +die Nacht unter ihren Zelten zuzubringen. Einige Tage +vorher hatten euro pa isde Kaufleute, die mit ihren","354 + +Fünf und zwanzigſtes Capitel. + +Übreiſe von Raſchid- Beduinen Uebereinkunft +mit den Arabern Aufſtand zu Abukir Kůſten +zwiſchen Abukir und Alexandrien wilde Ochſen +Folge des Aufſtandes zu Abukir + +Inſchrift +Beduinenlager Camele- Unruhe in dem +{ ager Gaſtfreiheit und Sitten der Beduinen +beſondere Meinung dieſer Beduinen, Araber antis + +fer Würfel. + +- + +E + +1 + +I + +2 + +# 1 + +此 + +Meine Abreiſe war auf den 29ten Dezember feſtgefeztu +Wir hatten Maulefel, womit man gewöhnlich auf dem +Wege nach Aléxandrien reiſt, und ein Cameel, um +unſer Gepäcke fortzuſchaffen, das in zwei ſchone Caffas +( eine( dhône Art von großen bedekten Korben) eingepakt +war, die man dem Cameele an die Seiten hångt. Der +Conſul befahl ſeinem Janitſcharen, inich bis nach Ubukir +zu begleiten, wo ich Mittel zu finden hoffte, in die +Wüfte Nitrie reifen zu können. Um neun Uhr Mors +gens brachen wir von Raſchio auf. Wir fanden +diesmal auf dem See a adie ein bequemes mit einem +Verbecke verfehenes Fahrzeug. Eine halbe Meile jenſeits +dieſer alten Nilmůndung war ein kleines Beduinen- +lager aufgeſchlagen. Die Beduine'n rezten uns, +wie es Sitte ift, Waſſer vor und drangen ſehr in uns, +die Nacht unter ihren Zelten zuzubringen. Einige Tage +vorher hatten euro på iſde Kaufleute, die mit ihren + +I + + +","Funf und zwanzigstes Capitel. +Ueberreise von Raschid - Beduinen Uebereinkunft mit den Arabern. Aufstand zu Abukir. Kuesten zwischen Abukir und Alexandrien wilde Ochsen. Folge des Aufstandes zu Abukir. Inschrift. + +Beduinenlager Camele - Unruhe in dem Lager Gastfreiheit und Sitten der Beduinen besondere Meinung dieser Beduinen, Araber antis fer Wurfel. + +Meine Abreise war auf den 29ten Dezember festgesetzt. Wir hatten Maul- oder Lasttiere, womit man gewöhnlich auf dem Wege nach Alexandrien reist, und ein Cameel, um unser Gepäck fortzuschaffen, das in zwei schönen Caffas (eine schöne Art von großen bedeckten Korben) eingepackt war, die man dem Cameele an die Seiten hängt. Der Consul befahl seinem Janitscharen, mich bis nach Abukir zu begleiten, wo ich Mittel zu finden hoffte, in die Wüste Nitrie reifen zu können. Um neun Uhr morgens brachen wir von Raschio auf. Wir fanden diesesmal auf dem See ein bequemes mit einem Verdeck versehenes Fahrzeug. Eine halbe Meile jenseits dieser alten Nilmundung war ein kleines Beduinenlager aufgeschlagen. Die Beduine'n reichten uns, wie es Sitte ist, Wasser vor und drangen sehr in uns, die Nacht unter ihren Zelten zuzubringen. Einige Tage vorher hatten europäische Kaufleute, die mit ihren" +Z166069305,383,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000383/full/full/0/native.jpg,"Weibern von Alexandrien kamen, und die aus Mans +gel an einem Nachen nicht ubersegen konnten, in diesem +Beduinenlager ubernachten muffen und waren sehr +mit der Aufnahme zufrieden. Ich trug kein Bedenken, +mich ihnen anzuvertrauen, und dung daher einige von +ihnen, die das Cameel begleiten sollten, das durch seinen +langsamen Schritt uns auf dem Wege sehr aufgehalten +hatte. +Wir reisten mit dem Janitscharen und mit unsern +Maulesein voraus, und famen gegen acht Uhr Abends +in Abutir an. Wir ftiegen bei dem judischen Drogman +ab, der uns fehr gastfreundschaftlicy aufnehm. +Als er die Absicht meiner Reise, hrte und als ich +ihn bat, mir Camele zur Reise in die Wufte zu verschafs +fen, so en truftete sich der gute Jude gar sehr uber mein +unbesonnenes Unternehmen, und stellte es inir als auser, +ordentlich gefahrlid), ja selbst als schwarnarisch vor, und +erklarte mir endlich, er forne mir hierin nicht dienen, +weil er nicht das Werkzeug meines Unterganges seyn +wolle, den er als gewis anfah. Er gab nur alsdann +nach, als er fah, das ich unwillig wurde, und als ich ihm +versicherte, das mich nichts von meinem Entschlusse abs +bringen konnte und das ich durchaus abreisen wollte. +Ein Scheit oder Anfuhrer der Beduinen- Uraber +war in einiger Entfernung von A b ukir gelagert: es +war ein bekannter, braver Mann jund hatte die Aufsicht +uber den Weg von Alexandrien nach Rafchid. +Wir schloffen sogleich miteinander einen Vertrag ab. Der +Hraber muste mir fur den taglichen Preis von vier +Pataken*) ein Pferd und vier Camele liefern, und +*) Patafe ist der gewohnliche Name im dgyptischen Handel, +um eine ungarische Silbermunze zu bezeichnen, die' 5 Livres +und 10 Sols unsers Geldes gilt. Dieser Name ist aus X b 4","355 + +1 + +Weibern von Alexandrien kamen, und die aus Mans +gel an einem Nachen nicht überſegen konnten, in dieſem +Beduinenlager übernachten múffen und waren ſehr +mit der Aufnahme zufrieden. Ich trug kein Bedenken, +mich ihnen anzuvertrauen, und dung daher einige von +ihnen, die das Cameel begleiten ſollten, das durch ſeinen +langſamen Schritt uns auf dem Wege ſehr aufgehalten +hatte. + +Wir reiſten mit dem Janitſcharen und mit unſern +Mauleſein voraus, und famen gegen acht Uhr Abends +in Abutir an. Wir ftiegen bei dem jŭdiſchen Drogman +ab, der uns fehr gaſtfreundſchaftlicy aufnehm. + +Als er die Abſicht meiner Reiſe, hørte und als ich +ihn bat, mir Camele zur Reiſe in die Wüfte zu verſchafs +fen, ſo en trüftete ſich der gute Jude gar ſehr über mein +unbeſonnenes Unternehmen, und ſtellte es inir als außer, + +"" +ordentlich gefährlid), ja ſelbſt als ſchwarınariſch vor, und +erklärte mir endlich, er fórne mir hierin nicht dienen, +weil er nicht das Werkzeug meines Unterganges ſeyn +wolle, den er als gewiß anfah. Er gab nur alsdann +nach, als er fah, daß ich unwillig wurde, und als ich ihm +verſicherte, daß mich nichts von meinem Entſchluſſe abs +bringen könnte und daß ich durchaus abreiſen wollte. +Ein Scheit oder Anführer der Beduinen- Uraber +war in einiger Entfernung von A b ukir gelagert: es +war ein bekannter, braver Mann jund hatte die Aufſicht +über den Weg von Alexandrien nach Rafchid. +Wir ſchloffen ſogleich miteinander einen Vertrag ab. Der +Hraber mußte mir für den täglichen Preis von vier +Pataken*) ein Pferd und vier Camele liefern, und + +: 32 + +1 + +4 + +Y + +*) Patafe iſt der gewöhnliche Name im dgyptiſchen Handel, + +um eine ungariſche Silbermünze zu bezeichnen, die' 5 Livres +und 10 Sols unſers Geldes gilt. Dieſer Name iſt aus X b 4 + + +","Weibern von Alexandrien kamen, und die aus Mansur gel an einem Nachen nicht übersehen konnten, in diesem Beduinenlager übernachten müssen und waren sehr mit der Aufnahme zufrieden. Ich trug kein Bedenken, mich ihnen anzuvertrauen, und dachte daher einige von ihnen, die das Kamel begleiten sollten, das durch seinen langsamen Schritt uns auf dem Wege sehr aufgehalten hatte. + +Wir reisten mit dem Janitscharen und mit unseren Mauleseln voraus, und kamen gegen acht Uhr Abends in Abutir an. Wir stiegen bei dem jüdischen Drogman ab, der uns sehr gastfreundschaftlich aufnahm. +Als er die Absicht meiner Reise hörte und als ich ihn bat, mir Kamele zur Reise in die Wüste zu verschaffen, so entrüstete sich der gute Jude gar sehr über mein unbesonnenes Unternehmen, und stellte es ihm als außerordentlich gefährlich vor, ja selbst als schwarzrätschig, und erklärte mir endlich, er werde mir hierin nicht dienen, weil er nicht das Werkzeug meines Unterganges seyn wolle, den er als gewiss ansah. Er gab nur alsdann nach, als er sah, dass ich unwillig wurde, und als ich ihm versicherte, dass mich nichts von meinem Entschlusse abbringen konnte und dass ich durchaus abreisen wollte. + +Ein Scheit oder Anführer der Beduinen war in einiger Entfernung von Abukir gelagert: es war ein bekannter, braver Mann und hatte die Aufsicht über den Weg von Alexandrien nach Rosette. +Wir schlossen sogleich miteinander einen Vertrag ab. Der Hraber musste mir für den täglichen Preis von vier Pataken ein Pferd und vier Kamele liefern, und + +*) Patake ist der gewöhnliche Name im ägyptischen Handel, um eine ungarische Silbermünze zu bezeichnen, die 5 Livres und 10 Sols unseres Geldes gilt. Dieser Name ist aus Ägypten" +Z166069305,384,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000384/full/full/0/native.jpg,"Der +mich begleiten, ohne das ich weder der Mann noch die +Thiere bekostigen durfte. Mit Tagesanbruch rezte ein +inlandischer Schreiber unsere. Uebereinkunft, wozu der +judische Drogman die Bedingungen angegeben hatte, in +arabischer Sprache auf. Er schrieb so wie alle diejeni +gen von seiner Nation, die in diesem Lande wohnen, +spanisch, aber mit hebraischen Schriftzugen. Der Vers +trag wurde von Zeugen unterschrieben, eine Vorsicht, +woruber ich heimlich lachte: denn vor weldherr Richter- +Ruhle batte ich einen Beduinen- Araber verklagen +follen, wenn er feine Verbindlichkeiten nicht erfullt hatte? +Die vertragschliesenden Partheien, der Schreiber, die +Zeugen, der Jude, der Janitschar, meine Reisegefalirteu +rasen alle im Spreise herum auf der Erde; und als die +Bedingungen unterzeichnet waren, hielt jeder seine Hand +empor und richtete ein kurzes Gebet an Gott und an +M a hommed, das er damit endigte, das er fich mit +der rechten Hand bei dem Barte oder bei dem Kinne +faste: dies ist die Urt, wie man die Heiligachtung seiner +Bersprechungen beschwort, und die die Vollziehung +jedes sowohl schriftlichen als mundlichen Uebereinkommens +fichert*). +fare +DRE +nch +off +tala( Water Des Fensters) verstummelt, den die +Uraber dieser Munzsorte gegeben haben, weil sie das Bapa +peusdild fur ein Fenster halten. Bo nennen sie den hollandis +fchen Dollar wegen der elenden Lowenfigur, die darauf vorges +stellt ist, und die ihnen ein Hund zu seyn scheint, Ubufeln +( Vater des Hundes). +$) Als Bonaparte Ulerandrien eingenommen hatte, +kamen 13 Abgeordnete, von den arabischen Stammen, die sich +in der Wuste um diese Stadt lerum aufhielten, zu ihm und +brachten ihm einige Gefangene, die fie von ihm gemacht +batten, mit der Erklarung zuruf: da fie gebort hatten, das +die Franzofen nur gekommen seyn, um die Mamelut: +ten +zu befriegen, das fie Freunde des Voltes fenn und +weder +die Religion des Propheten vernichten noch ihnen ihre Weiber +tauben wollten, so wollten sie ihre Freunde seyn."" Bona:","356 + +Der +ir + +mich begleiten, ohne daß ich weder der Mann noch die +Thiere bekoſtigen durfte. Mit Tagesanbruch rezte ein +inländiſcher Schreiber unſere. Uebereinkunft, wozu der +jüdiſche Drogman die Bedingungen angegeben hatte, in +arabiſcher Sprache auf. Er ſchrieb ſo wie alle diejeni +gen von ſeiner Nation, die in dieſem Lande wohnen, +ſpaniſch, aber mit hebräiſchen Schriftzügen. Der Vers +trag wurde von Zeugen unterſchrieben, eine Vorſicht, +worüber ich heimlich lachte: denn vor weldherr Richter- +Ruhle båtte ich einen Beduinen- Araber verklagen +follen, wenn er feine Verbindlichkeiten nicht erfüllt håtte? +Die vertragſchließenden Partheien, der Schreiber, die +Zeugen, der Jude, der Janitſchar, meine Reiſegefálirteu +raßen alle im Spreiſe herum auf der Erde; und als die +Bedingungen unterzeichnet waren, hielt jeder ſeine Hand +empor und richtete ein kurzes Gebet an Gott und an +M a hommed, das er damit endigte, daß er fich mit +der rechten Hand bei dem Barte oder bei dem Kinne +faßte: dies iſt die Urt, wie man die Heiligachtung ſeiner +Berſprechungen beſchwört, und die die Vollziehung +jedes ſowohl ſchriftlichen als mündlichen Uebereinkommens +fichert*). + +ge + +306 +fare + +10 + +> + +DRE + +bi + +nch +16 + +off + +tala( Water Des Fenſters) verſtummelt, den die +Uraber dieſer Münzſorte gegeben haben, weil ſie das Bapa +peuſdild für ein Fenſter halten. Bo nennen ſie den holländis +fchen Dollar wegen der elenden Löwenfigur, die darauf vorges +ſtellt iſt, und die ihnen ein Hund zu ſeyn ſcheint, Ubufeln + +( Vater des Hundes). +$) Als Bonaparte Ulerandrien eingenommen hatte, + +kamen 13 Abgeordnete, von den arabiſchen Stammen, die ſich +in der Wüſte um dieſe Stadt lerum aufhielten, zu ihm und +brachten ihm einige Gefangene, die fie von ihm gemacht +batten, mit der Erklärung zurúf: da fie gebórt hátten, das +die Franzofen nur gekommen ſeyn, um die Mamelut: +ten +zu befriegen, daß fie Freunde des Voltes fenn und + +weder +die Religion des Propheten vernichten noch ihnen ihre Weiber +tauben wollten, ſo wollten ſie ihre Freunde ſeyn."" Bona: + +3 + + +","Der mich begleiten, ohne dass ich weder den Mann noch die Thiere bekostigen durfte. Mit Tagesanbruch rezte ein inländischer Schreiber unsere Übereinkunft, wozu der jüdische Drogman die Bedingungen angegeben hatte, in arabischer Sprache auf. Er schrieb so wie alle diejenigen von seiner Nation, die in diesem Lande wohnen, spanisch, aber mit hebräischen Schriftzügen. Der Vertrag wurde von Zeugen unterschrieben, eine Vorsicht, worüber ich heimlich lachte: denn vor welchem Richter-Ruhle hätte ich einen Beduinen-Araber verklagen können, wenn er seine Verbindlichkeiten nicht erfüllt hatte? + +Die vertragschließenden Parteien, der Schreiber, die Zeugen, der Jude, der Janitschar, meine Reisegefährten rasen alle im Kreise herum auf der Erde; und als die Bedingungen unterzeichnet waren, hielt jeder seine Hand empor und richtete ein kurzes Gebet an Gott und an Mohammed, das er damit endigte, dass er sich mit der rechten Hand bei dem Bart oder bei dem Kinn fasste: dies ist die Weise, wie man die Heiligkeit seiner Verheißungen beschwört, und die die Vollziehung jedes sowohl schriftlichen als mündlichen Übereinkommens sichert. + +Durch offnen Tala (Water des Fensters) verstimmtelt den die Uraber dieser Münzsorte gegeben haben, weil sie das Bapa-peusdild für ein Fenster halten. Bon nennen sie den holländischen Dollar wegen der elenden Löwenfigur, die darauf vorgestellt ist, und die ihnen ein Hund zu sein scheint, Ubufeln (Vater des Hundes). + +Als Bonaparte Ulm erobert hatte, kamen 13 Abgeordnete, von den arabischen Stämmen, die sich in der Wüste um diese Stadt herum aufhielten, zu ihm und brachten ihm einige Gefangene, die sie von ihm gemacht hatten, mit der Erklärung zuruf: dass sie gehört hatten, dass die Franzosen nur gekommen seyn, um die Mameluken zu befreien, dass sie Freunde des Volkes seyn und weder die Religion des Propheten vernichten noch ihnen ihre Weiber rauben wollten, so wollten sie ihre Freunde seyn." +Z166069305,385,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000385/full/full/0/native.jpg,"Unterdeffen rotteten fich diejenigen Abukiriner, +die den pyramidenformigen Stein gefunden hatten, der +ich bei meiner ersten Reise gekauft, und der die Verans +laffung zu einer Menge von Schwierigkeiten gewesen war, +zusammen, als fie meine Nakkehr erfuhren: fie regten +ihre landsleute unter dem Vorwandte in Aufruhr, das +ich aus ihrem Gebiete einen Schaz weggefuhrt hatte, und +das ich Camele miethete; um noch ansehnlichere Schatze +fortzuschaffen. Sie verlangten von mir voit neuem den +Werth so vieler Reichthumer, die ich entfiihrt hatte. +Der Aufftand wurde allgemein: der Barbier Gouverneur +wollte auch feinen Antheil an den Geldmassen haben, bic +ich schon weggeschafft hatte, und die ich ihm noch zu ente +fuhren gedachte:' er fties in seiner Bude Verwunsdungen +gegen die Franken uberhaupt und gegen mich insbesons +bere aus. Der ju difche Drogman zitterte; der +Janitschar redete die Volksgruppen an, um fie von ihrem +Wahne abzubringen: meine Reisegefahrten waren in +Furcht gerathen: und ich fuhlte zwar auch einige Unruhe, +aber ich verbarg fie und zeigte nichts als Sorglosigkeit +und Verachtung gegen diesen ganzen Lermen, der in der +That die erusthaftesten Folgen nach sich ziehen konnte. +Damit man nun nicht an meiner Furchtlosigkeit zweifelter +behielt ich die Maulefet von Rarchio und entschlos +mich, die ganze Kuste gwischen Alexandrien und +U butir zu durchreisen. +Ich brach Morgens um acht uhr auf und reifte +westwarts, in einer kleinen Eintfernung von 4 butir, +durch ein Dorf, das Kasr ofjami, Schlos der +parte Tchlos Hierauf einen Ullianzvertrag mit ihnen, wobei +folgende Ceremonien beobachtet wurden: beide Cheile festen +fid um einen Tisch herum und verfluchten denjenigen von ihnes +in das Hollenfeuer! der die Bedingungen desselben brechen. +wurde. +Der ueberseker.","357 + +} + +.. + +Unterdeffen rotteten fich diejenigen Abukiriner, +die den pyramidenförmigen Stein gefunden hatten, der +ich bei meiner erſten Reiſe gekauft, und der die Verans +laffung zu einer Menge von Schwierigkeiten geweſen war, +zuſammen, als fie meine Nakkehr erfuhren: fie regten +ihre landsleute unter dem Vorwandte in Aufruhr, daß +ich aus ihrem Gebiete einen Schaz weggeführt håtte, und +daß ich Camele miethete; um noch anſehnlichere Schätze +fortzuſchaffen. Sie verlangten von mir voit neuem den +Werth ſo vieler Reichthümer, die ich entfiihrt hätte. +Der Aufftand wurde allgemein: der Barbier Gouverneur +wollte auch feinen Antheil an den Geldmaſſen haben, bic +ich ſchon weggeſchafft håtte, und die ich ihm noch zu ente +führen gedachte:' er ftieß in ſeiner Bude Verwünſdungen +gegen die Franken überhaupt und gegen mich insbeſons +bere aus. Der jú difche Drogman zitterte; der +Janitſchar redete die Volksgruppen an, um fie von ihrem +Wahnë abzubringen: meine Reiſegefährten waren in +Furcht gerathen: und ich fühlte zwar auch einige Unruhe, +aber ich verbarg fie und zeigte nichts als Sorgloſigkeit +und Verachtung gegen dieſen ganzen Lermen, der in der +That die eruſthafteſten Folgen nach ſich ziehen konnte. +Damit man nun nicht an meiner Furchtloſigkeit zweifelter + +, +behielt ich die Maulefet von Rarchio und entſchloß +mich, die ganze Küſte gwiſchen Alexandrien und +U butir zu durchreiſen. + ++ + +Ich brach Morgens um acht uhr auf und reifte +weſtwärts, in einer kleinen Eintfernung von 4 butir, +durch ein Dorf, das Kasr ofjami, Schloß der + +parte Tchloß Hierauf einen Ullianzvertrag mit ihnen, wobei +folgende Ceremonien beobachtet wurden: beide Cheile festen +fid um einen Tiſch herum und verfluchten denjenigen von ihnes +in das Höllenfeuer! der die Bedingungen deſſelben brechen. +würde. + +Der ueberseker. + + +","Unterdeßen rotteten sich diejenigen Abukiriner, die den pyramidenformigen Stein gefunden hatten, den ich bei meiner ersten Reise gekauft und der die Veranlassung zu einer Menge von Schwierigkeiten gewesen war, zusammen, als sie meine Rückkehr erfuhren: sie regten ihre Landsleute unter dem Vorwand in Aufruhr, dass ich aus ihrem Gebiete einen Schatz weggeführt hatte, und dass ich Kamele mietete; um noch ansehnlichere Schätze fortzuschaffen. Sie verlangten von mir von neuem den Werth so vieler Reichthümer, die ich entflohen hatte. + +Der Aufstand wurde allgemein: der barbarische Gouverneur wollte auch seinen Antheil an den Geldmassen haben, bis ich schon weggeschafft hatte, und die ich ihm noch zu entreißen gedachte; er stieß in seiner Bude Verwünschungen gegen die Franken überhaupt und gegen mich insbesondre aus. Der jüdische Drogman zitterte; der Janitschar redete die Volksgruppen an, um sie von ihrem Wahn abzubringen: meine Reisegefährten waren in Furcht gerathen: und ich fühlte zwar auch einige Unruhe, aber ich verbarg sie und zeigte nichts als Sorglosigkeit und Verachtung gegen diesen ganzen Lärm, der in der That die ernsthaftesten Folgen nach sich ziehen konnte. + +Damit man nun nicht an meiner Furchtlosigkeit zweifelte, behielt ich die Maulaffen von Rarchio und entschloss mich, die ganze Küste zwischen Alexandrien und Abukir zu durchreisen. +Ich brach Morgens um acht Uhr auf und reiste westwarts, in einer kleinen Entfernung von 4 Meilen von Abukir, durch ein Dorf, das Kasr el-Dschami, Schloß der Pforte, heißt. Hierauf einen Ullianzvertrag mit ihnen, wobei folgende Ceremonien beobachtet wurden: beide Teile festen sid um einen Tisch herum und verfluchten denjenigen von ihnen in das Höllenfeuer! der die Bedingungen desselben brechen würde." +Z166069305,386,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000386/full/full/0/native.jpg,"Bezeichnung +Moschee, heist. Dieser Ort hat wirklich einen Tempel. +Jenseits das Dorfes traf ich bis nach Alexandrien +hin nichts weiter als mehrere sehr grose einzelnstehende +Hauser an, die nur in einer geringen Entfernung von +einander lagen: sie werden von Ackerleuten bewohnt und +find ziemlich gut gebauet: zu ihrem neuen Baue hat man +einige Granitstucke, ueberreste, von alten Gebauden, +genommen. Jedes von diesen Gebauden: fuhrt den +Namen Karr, Schlos, dem man eine besondere +beigelegt hat, Du fie gleich mit Mauern +eingeschlossen sind, so find sie doch nicht gegen die Pluns +derungen der Araber gesichert, die manchmal die, +Mauern durchbrechen, um darin zu stehlen. Pergeblich +habe ich das Schlos der Casarn, sarr Riaffera +gesucht, das Danville in seiner alten Erdbes +, und das er auf seiner Charte +von Heung erwahnt*) +von Aegypten als noch unter seinem arabischen Namen +vorhanden auffuhrt. Ich habe die Kustenbewohner +gefragt, und alle versicherten mir, ble batten niemals von +Kasr Stiaffera reden gehort. Uebrigens war das +Schlos der Safarn wahrscheinlicher Weise ein zu +Laposiris, das Strabo erwahnt **)( Tapofiris +*) In einer geringen Entfernung von Aleranbrien liegt am +Seeufer ein Ort, dessen Name Nifopolis das Andenken +eines durch den U uguftiis uber den Antonius erfochtenen +Vortheiles verewigte, und der heut zu Tage Karte Stiassera +Schlos der Casarn heist. Geographie Ancienne T. I. S. 11."" +( Strabonenyt Nikopolis eine Vorstadt' von Aler a u: +drien, und sie soll nach ihm nidt viel kleiner gewesen seyn als +Die Stadt felbst. +Der ueberi. +**) Im 17. Boh.( Taposiris lag westwarts von Aleran: +drietti doch etwas vom mittellandische! Meere entfernt. +gor jebiger Sianie ist ubusir. Hier, ungefahr 30,000 Schritte +von Alexandrien, befinden sich prachtige Ruinen. Pococe. +glein Taposiris aber lag am Meere und in dieser Gegend +batte Venus Urjinde einen Lempel, +Der Heberreter),","3,58 + +4 + +2 + +en + +Bezeichnung + +1 + +Moſchee, heißt. Dieſer Ort hat wirklich einen Tempel. +Jenſeits das Dorfes traf ich bis nach Alexandrien +hin nichts weiter als mehrere ſehr große einzelnſtehende +Häuſer an, die nur in einer geringen Entfernung von +einander lagen: ſie werden von Ackerleuten bewohnt und +find ziemlich gut gebauet: zu ihrem neuen Baue hat man +einige Granitſtücke, ueberreſte, von alten Gebåuden, +genommen. Jedes von dieſen Gebäuden: führt den +Namen Karr, Schloß, dem man eine beſondere + +beigelegt hat, Du fie gleich mit Mauern +eingeſchloſſen ſind, ſo find ſie doch nicht gegen die Plůns +derungen der Araber geſichert, die manchmal die, +Mauern durchbrechen, um darin zu ſtehlen. Pergeblich +habe ich das Schloß der Cåſarn, sarr Riaffera +geſucht, das Danville in ſeiner alten Erdbes + +, und das er auf ſeiner Charte +von Heung erwähnt*) +von Aegypten als noch unter ſeinem arabiſchen Namen +vorhanden aufführt. Ich habe die Küſtenbewohner +gefragt, und alle verſicherten mir, ble båtten niemals von +Kaſr Stiaffera reden gehört. Uebrigens war das +Schloß der Såfarn wahrſcheinlicher Weiſe ein zu +Lapoſiris, das Strabo erwähnt **)( Tapofiris + +E + +1 + +*) In einer geringen Entfernung von Aleranbrien liegt am + +Seeufer ein Ort, deſſen Name Nifopolis das Andenken +eines durch den U uguftiis über den Antonius erfochtenen +Vortheiles verewigte, und der heut zu Tage Karte Stiaſſera +Schloß der Cåſarn heißt. Geographie Ancienne T. I. S. 11."" +( Strabonenyt Nikopolis eine Vorſtadt' von Aler a u: +drien, und ſie ſoll nach ihm nidt viel kleiner geweſen ſeyn als +Die Stadt felbſt. + +Der ueberi. +**) Im 17. Boh.( Tapoſiris lag weſtwärts von Aleran: + +drietti doch etwas vom mittelländiſche! Meere entfernt. +gör jebiger Sianie iſt ubuſir. Hier, ungefähr 30,000 Schritte +von Alexandríen, befinden ſich prachtige Ruinen. Pococe. +glein Tapoſiris aber lag am Meere und in dieſer Gegend +batte Venus Urjinde einen Lempel, + +Der Heberreter), + + +","Bezeichnung Moschee, heißt. Dieser Ort hat wirklich einen Tempel. + +Jenseits des Dorfes traf ich bis nach Alexandrien hin nichts weiter als mehrere sehr große einzelnstehende Häuser an, die nur in einer geringen Entfernung von einander lagen; sie werden von Ackerleuten bewohnt und finden ziemlich gut gebaut; zu ihrem neuen Bau hat man einige Granitstücke, Überreste von alten Gebäuden, genommen. Jedes von diesen Gebäuden führt den Namen Karr, Schloß, dem man eine besondere Beziehung beigemessen hat, du sie gleich mit Mauern eingeschlossen sind, so finden sie doch nicht gegen die Plünderungen der Araber gesichert, die manchmal die Mauern durchbrechen, um darin zu stehlen. Vergeblich habe ich das Schloß der Casarn, sarr Riaffera gesucht, das Danville in seiner alten Erdbeschreibung und das er auf seiner Charte von Heung erwähnt, von Ägypten als noch unter seinem arabischen Namen vorhanden aufführt. Ich habe die Küstenbewohner gefragt, und alle versicherten mir, sie hätten niemals von Kasr Stiaffera reden gehört. + +Uebrigens war das Schloß der Safarn wahrscheinlicher Weise ein zu Tapofiris, das Strabo erwähnt. + +In einer geringen Entfernung von Alexandrien liegt am Seeufer ein Ort, dessen Name Nikopolis das Andenken eines durch den Uguftius über den Antonius erfochtenen Vorteils verewigte, und der heute zu Tage Karte Stiassera Schloß der Casarn heißt. Geographie Ancienne T. I. S. 11. + +Strabon nennt Nikopolis eine Vorstadt von Alexandrien, und sie soll nach ihm nicht viel kleiner gewesen sein als die Stadt selbst. + +Im 17. Buch (Taposiris lag westwarts von Alexandria), doch etwas vom mittelländischen Meere entfernt. Geographischer Sitz ist unbekannt. Hier, ungefähr 30,000 Schritte von Alexandrien, befinden sich prächtige Ruinen. Pococe gleicht Taposiris aber lag am Meere und in dieser Gegend hatte Venus Urjinde einen Tempel, Der Heberreter)." +Z166069305,387,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000387/full/full/0/native.jpg,"parva zum Unterschied einer andern gleichnamigen Stadt) +gehoriger Ort. Antonius vergas daselbfi oft in den +Hermen der Wollust die Grose des romischen Namens, +und tauschte reinen Ruhm gegen die Reize der schonen +und wollastigen Cleopatra aus. +Die ganze Kuste besteht aus kleinen Sandbergen, +hinter denen ein tiefer, oft uberschwemmter Boden einige +Strecken last, die man zum Anbauen benuzt hat. +Nachdem ich in einer Weite von zwei Kanonenschus- +ren von Alepandrien unter dem Schatten einiger +Dattelbaume ausgeruht hatte, kehrte ich nach a butir +guruk. Idh gieng vor zwei bis drei Beduinenzelten +vorbei: fie hielten einige wilde Ochsen, die man sehr jung +gefangen und daher eben so zahm als die gewohnlichen +Ochsen gemacht hatte: einige Schattirungen der Farben +ausgenommen, hatten sie viel Aehnlichkeit mit dem Zebu, +den Buffon beschrieben hat*). +Bei meiner Rukkunft nach Abukir fand ich die +Gahrung noch hoher gestiegen als bei meiner Abreise. +Niedertrachtige und richandliche Menschen, unverschamte +vingeber, fagten aus, sie hatten mich mehrmals des Nachts +in ihrer Nachbarschaft ankommen, meine Erel mit Geld +beladen und sogleich wieder abreisen gesehen. Es brauchte +nichts mehr, als dies, um den Aufruhr auf den hochsten +Grad zu treiben. Sie kamen uberein, die Camele, die +die Beduinen herbeischaffen sollten, mit ihren Reich- +thumern beladen zu lassen, dann uber uns herzufallen +und uns zu ermorden, um die Schase wieder zu erhalten, +die wir ihnen rauben wurden. Dieser Anschlag, der +meine Gefahrten in Schrecken rezte, berubigte mich sehr: +ich war uberdies entschloffen, mich nicht ungestraft angreis +fen zu lassen. Den Tag darauf hohlten mich die Beduis +nen init ihren Camclen ab: ein blodfinniger und zugel: +sil +*) Naturgeschichte der vierfusigen Zhiere.","559 + +parva zum Unterſchied einer andern gleichnamigen Stadt) +gehöriger Ort. Antonius vergas daſelbfi oft in den +Hermen der Wolluſt die Große des römiſchen Namens, +und tauſchte reinen Ruhm gegen die Reize der ſchönen +und wollåſtigen Cleopatra aus. + +Die ganze Küſte beſteht aus kleinen Sandbergen, +hinter denen ein tiefer, oft überſchwemmter Boden einige +Strecken läßt, die man zum Anbauen benuzt hat. + +Nachdem ich in einer Weite von zwei Kanonenſchůſ- +ren von Alepandrien unter dem Schatten einiger +Dattelbäume ausgeruht hatte, kehrte ich nach a butir +gurůk. Idh gieng vor zwei bis drei Beduinenzelten +vorbei: fie hielten einige wilde Ochſen, die man ſehr jung +gefangen und daher eben ſo zahm als die gewohnlichen +Ochſen gemacht hatte: einige Schattirungen der Farben +ausgenommen, hatten ſie viel Aehnlichkeit mit dem Zebu, +den Buffon beſchrieben hat*). + +Bei meiner Rúkkunft nach Abukir fand ich die +Gahrung noch höher geſtiegen als bei meiner Abreiſe. +Niederträchtige und richåndliche Menſchen, unverſchämte +vingeber, fagten aus, ſie hätten mich mehrmals des Nachts +in ihrer Nachbarſchaft ankommen, meine Erel mit Geld +beladen und ſogleich wieder abreiſen geſehen. Es brauchte +nichts mehr, als dies, um den Aufruhr auf den höchſten +Grad zu treiben. Sie kamen überein, die Camele, die +die Beduinen herbeiſchaffen ſollten, mit ihren Reich- +thümern beladen zu laſſen, dann über uns herzufallen +und uns zu ermorden, um die Schaße wieder zu erhalten, +die wir ihnen rauben würden. Dieſer Anſchlag, der +meine Gefahrten in Schrecken rezte, berubigte mich ſehr: +ich war überdies entſchloffen, mich nicht ungeſtraft angreis +fen zu laſſen. Den Tag darauf hohlten mich die Beduis +nen init ihren Camçlen ab: ein blodfinniger und zügel: + +3 + +sil + +*) Naturgeſchichte der vierfüßigen Zhiere. + + +","parva zum Unterschied einer andern gleichnamigen Stadt) gehöriger Ort. Antonius vergaß daselbst oft in den Höhlen der Wollust die Größe des römischen Namens, und tauschte reinen Ruhm gegen die Reize der schönen und wollüstigen Cleopatra aus. + +Die ganze Küste besteht aus kleinen Sandbergen, hinter denen ein tiefer, oft überschwemmter Boden einige Strecken läßt, die man zum Anbauen benutzt hat. Nachdem ich in einer Weite von zwei Kanonenschüssen von Alexandria unter dem Schatten einiger Dattelbäume ausgeruht hatte, kehrte ich nach Abukir zurück. Ich ging vor zwei bis drei Beduinenzelten vorbei: sie hielten einige wilde Ochsen, die man sehr jung gefangen und daher eben so zahm als die gewöhnlichen Ochsen gemacht hatte; einige Schattierungen der Farben ausgenommen, hatten sie viel Ähnlichkeit mit dem Zebu, den Buffon beschrieben hat*). + +Bei meiner Rückkunft nach Abukir fand ich die Gährung noch höher gestiegen als bei meiner Abreise. Niederträchtige und reichhändliche Menschen, unverschämte Verräter, sagten aus, sie hatten mich mehrmals des Nachts in ihrer Nachbarschaft ankommen, meine Waren mit Geld beladen und sogleich wieder abreisen gesehen. Es brauchte nichts mehr, als dies, um den Aufruhr auf den höchsten Grad zu treiben. Sie kamen überein, die Kamele, die die Beduinen herbeischaffen sollten, mit ihren Reichtümern beladen zu lassen, dann über uns herzufallen und uns zu ermorden, um die Schätze wieder zu erhalten, die wir ihnen rauben würden. Dieser Anschlag, der meine Gefährten in Schrecken setzte, beruhigte mich sehr; ich war übrigens entschlossen, mich nicht ungestraft angreifen zu lassen. Den Tag darauf holten mich die Beduinen mit ihren Kamelen ab: ein blutgieriger und zugleich stiller" +Z166069305,388,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000388/full/full/0/native.jpg,"loser Volkshaufen umringte uns, und als' er fah, das +ich ihn nicht zu furchten schien, und als er uberhaupt +merkte, das die Camele nichts als Menschen und die +w Kedrbe trugen, die wir mitgebracht hatten, so lies er uns +ruhig, einige Drohungen ausgenommen, abreisen. +Als ich von dem judischen Drogman Abschied nahm, +bat er mich nochmals inftandigst, mein Vorhaben aufzus +geben; denn er ren uberzeugt, sagte er, das ich ein Opfer +derselben werden wurde. Ich dankte ihm fur seine Sorgs +falt: der Janitschar reiste nach Rachid zurut, und +wir schlugen den Weg nach Sudosten ein. +Ich hatte bem Janitscharen einen Brief an Herrn +Fornet i mitgegeben, worin ich ihm von dem Aufruhre +zu Abukir Nachricht gab. Er meldete es dem Aga +von Rarchid, der gegen die Einwohner von Abukir +in einen gewaltigen Zorn gerieth. Er nannte sie Hunde +und stellte sie also den Europaern gleich. Er machte +dem Herrn Forneti das Anerbieten, fie bestrafen zu +laffen, das man aber, wie man leicht denken kann, nicht +annahm: endlich rezte er hinzu, das er mir, wenn ich +wieder diese Reise machen wurde, Einen von seinen Leuten +zur Begleitung mitgeben wolle, vor dem gang Abukir +zittern folle. +Wir"" reiften uber eine unangebauete und garzlich +entvolkerte Sandflache hin. In der Ferne zeigte sich eine +zahlreiche Heerde Gazellen*). Wir trafen das Grab eines +*) Capra gazella, Forskal, Fauna aegyptiaco- arabica p. IV. +Antilope pryx Linn.- Palan. Buffon.( Dieses Thier ist halb +so gros als ein Damhirsch. Der Rucen ift braunroth; der +Leib weis. Eine braune Linie scheidet an den Seiten die Farbe +des Rudens und Bauches. Die Horner find rund, sechzehn +god lang, bei der Wurzel rukwarts, nachher etwas vorwarts +gebogen, mit etwan dreizehn Ringen von der Wurzel an ge: +ringelt. An jedem Knie ist ein Haarzopf. +Det Ueberfeet)","360 + +1 + +loſer Volkshaufen umringte uns, und als' er fah, daß +ich ihn nicht zu fürchten ſchien, und als er überhaupt + +merkte, daß die Camele nichts als Menſchen und die +w Kedrbe trugen, die wir mitgebracht hatten, ſo ließ er uns +ruhig, einige Drohungen ausgenommen, abreiſen. + +Als ich von dem jüdiſchen Drogman Abſchied nahm, +bat er mich nochmals inftåndigſt, mein Vorhaben aufzus +geben; denn er ren überzeugt, ſagte er, daß ich ein Opfer +derſelben werden würde. Ich dankte ihm für ſeine Sorgs +falt: der Janitſchar reiſte nach Rachid zurüt, und +wir ſchlugen den Weg nach Südoſten ein. + +Ich hatte bem Janitſcharen einen Brief an Herrn +Fornet i mitgegeben, worin ich ihm von dem Aufruhre +zu Abukir Nachricht gab. Er meldete es dem Aga +von Rarchid, der gegen die Einwohner von Abukir +in einen gewaltigen Zorn gerieth. Er nannte ſie Hunde +und ſtellte ſie alſo den Europäern gleich. Er machte +dem Herrn Forneti das Anerbieten, fie beſtrafen zu +laffen, das man aber, wie man leicht denken kann, nicht +annahm: endlich rezte er hinzu, daß er mir, wenn ich +wieder dieſe Reiſe machen würde, Einen von ſeinen Leuten +zur Begleitung mitgeben wolle, vor dem gang Abukir +zittern folle. + +Wir"" reiften über eine unangebauete und gårzlich +entvolkerte Sandfläche hin. In der Ferne zeigte ſich eine +zahlreiche Heerde Gazellen*). Wir trafen das Grab eines + +*) Capra gazella, Forskal, Fauna aegyptiaco- arabica p. IV. + +Antilope pryx Linn.- Palan. Buffon.( Dieſes Thier iſt halb +ſo groß als ein Damhirſch. Der Růčen ift braunroth; der +Leib weiß. Eine braune Linie ſcheidet an den Seiten die Farbe +des Rudens und Bauches. Die Hörner find rund, ſechzehn +god lang, bei der Wurzel růkwarts, nachher etwas vorwärts +gebogen, mit etwan dreizehn Ringen von der Wurzel an ge: +ringelt. An jedem Knie iſt ein Haarzopf. + +Det Ueberfeet) + + +","loser Volksaufläufe umringte uns, und als er fand, dass ich ihn nicht zu fürchten schien, und als er überhaupt merkte, dass die Kamelträger nichts als Menschen und die Waren trugen, die wir mitgebracht hatten, so ließ er uns ruhig, einige Drohungen ausgenommen, abreisen. + +Als ich von dem jüdischen Dragoman Abschied nahm, bat er mich nochmals inständigst, mein Vorhaben aufzugeben; denn er war überzeugt, sagte er, dass ich ein Opfer derselben werden würde. Ich dankte ihm für seine Sorgfalt: der Janitschar reiste nach Rachid zurück, und wir schlugen den Weg nach Südosten ein. + +Ich hatte dem Janitscharen einen Brief an Herrn Fornet mitgegeben, worin ich ihm von dem Aufruhr zu Abukir Nachricht gab. Er meldete es dem Aga von Rarchid, der gegen die Einwohner von Abukir in einen gewaltigen Zorn geriet. Er nannte sie Hunde und stellte sie also den Europäern gleich. Er machte dem Herrn Forneti das Anerbieten, sie bestrafen zu lassen, das man aber, wie man leicht denken kann, nicht annahm: endlich rezitierte er hinzu, dass er mir, wenn ich wieder diese Reise machen würde, einen von seinen Leuten zur Begleitung mitgeben wolle, vor dem Gang Abukir zittern solle. + +Wir reiften über eine unangebaute und gänzlich entvölkerte Sandfläche hin. In der Ferne zeigte sich eine zahlreiche Heerde Gazellen*). Wir trafen das Grab eines + +*) Capra gazella, Forskal, Fauna aegyptiaco-arabica p. IV. +Antilope pryx Linn.- Palan. Buffon.( Dieses Thier ist halb so groß als ein Damhirsch. Der Rücken ist braunroth; der Leib weiß. Eine braune Linie scheidet an den Seiten die Farbe des Rückens und Bauches. Die Hörner sind rund, sechzehn Zoll lang, bei der Wurzel rückwärts, nachher etwas vorwärts gebogen, mit etwa dreizehn Ringen von der Wurzel an geringelt. An jedem Knie ist ein Haarzopf. +Das Überfeet" +Z166069305,389,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000389/full/full/0/native.jpg,"mufelmannischen Heiligen an: diese Graber find gewohn. +lich in eine kleine Kapelle eingeschlossen, und die frommen +IN u selmanner ermangeln niemals, darin ihr Gebet +zu verrichten. Ich gieng mit meinem Beduinenscheif, +der: Hussein hies, binein. Ich fah darin ein Stut +fchonen weisen Marmor, worauf eine griechische Inschrift +eingegrabent war. Die Halfte der ersten Zeile, war +ausgeloscht: das Uebrige war noch gut erhalten, aber +Feine Charaktere' waren ziemlich schlecht gebildet. Ich +bezeugte einige Luft, diesen Marmor zu besigen und +Hurrein ris ihn aus dem Pflaster, worin er festgemacht +war, heraus und verkaufte ihn mir. Er war zwei und +jfvanzig zou lang: fechszehn Zou breit und etwas uber +vier Zoll dik. Er befand sich unter der Anzahl einer +Menge anderer merkwurdiger Gegenstande, die mir gestoh. +len worden sind und die ich fur die Nationa! sammlungen +dieser Art bestimmte; und eine solche schandliche Treulo. +figkeit kann ich weder den Arabern noch andern +Morgenlandern Schuld geben. Ich liefere hier die +Inschrift nebst der Uebersegung, die ich so wie die Anmers, +kungen, die sie begleiten, dem Professor der griechischen +Sprache im College de France, dem Burger Gailla +verdanke. +TOCELAPX TOYIO. +OYC ' +AMHKOVCIIX' AI- +TOY TASMA TOCKAI + C","365 + +** + +2 + +mufelmanniſchen Heiligen an: dieſe Gråber find gewohn. +lich in eine kleine Kapelle eingeſchloſſen, und die frommen +IN u ſelmanner ermangeln niemals, darin ihr Gebet +zu verrichten. Ich gieng mit meinem Beduinenſcheif, +der: Huſſein hieß, binein. Ich fah darin ein Stüt +fchonen weißen Marmor, worauf eine griechiſche Inſchrift +eingegrabent war. Die Hälfte der erſten Zeile, war +ausgelöſcht: das Uebrige war noch gut erhalten, aber +Feine Charaktere' waren ziemlich ſchlecht gebildet. Ich +bezeugte einige Luft, dieſen Marmor zu beſigen und +Hurrein riß ihn aus dem Pflaſter, worin er feſtgemacht +war, heraus und verkaufte ihn mir. Er war zwei und +jfvanzig zou lang: fechszehn Zou breit und etwas über +vier Zoll dik. Er befand ſich unter der Anzahl einer +Menge anderer merkwürdiger Gegenſtände, die mir geſtoh. +len worden ſind und die ich für die Nationa! ſammlungen +dieſer Art beſtimmte; und eine ſolche ſchåndliche Treulo. +figkeit kann ich weder den Arabern noch andern +Morgenlandern Schuld geben. Ich liefere hier die +Inſchrift nebſt der Ueberſegung, die ich ſo wie die Anmers, +kungen, die ſie begleiten, dem Profeſſor der griechiſchen +Sprache im College de France, dem Bürger Gailla +verdanke. + +1 + +ΦΔΕΥΤΟΛ + +TOCELAPX TOYIO. + +ΑΙΓΥΠΤΙΑΚΗ CΔΙΟΙ + +ΑΓΑΙΑΠΟΘΕΜ ΕΛΙ"" + +ΒΑΘOYC ΠΗΧ' ΔΕΚΑ +AMHKOVCIIX' AI- + +Π' ΑΡΡ'. ΑΛΕΞΑΝΔΡΟΥ + +TOY TASMA TOCKAI +ΓΥΠΤΙΑ Κ ΗC ΔΙΟΙ + + +","mufelmannischen Heiligen an: diese Gräber finden gewöhnlich in einer kleinen Kapelle eingeschlossen, und die frommen Pilger ermangeln niemals, darin ihr Gebet zu verrichten. Ich ging mit meinem Beduinen-Scheich, der Hussein hieß, hinein. Ich fand darin ein Stück schönem weißen Marmors, worauf eine griechische Inschrift eingegrabent war. Die Hälfte der ersten Zeile war ausgelöscht: das Übrige war noch gut erhalten, aber die Charaktere waren ziemlich schlecht gebildet. Ich bezeugte einige Lust, diesen Marmor zu besitzen und Hurrein riß ihn aus dem Pflaster, worin er festgemacht war, heraus und verkaufte ihn mir. Er war zweiundzwanzig Zoll lang, sechzehn Zoll breit und etwas über vier Zoll dick. Er befand sich unter der Anzahl einer Menge anderer merkwürdiger Gegenstände, die mir gestohlen worden sind und die ich für die National-Sammlungen dieser Art bestimmte; und eine solche schändliche Treulosigkeit kann ich weder den Arabern noch andern Morgenländern Schuld geben. Ich liefere hier die Inschrift nebst der Übersetzung, die ich so wie die Anmerkungen, die sie begleiten, dem Professor der griechischen Sprache im College de France, dem Bürger Gaillard verdanke. + +ΤΟCELAPX TOYIO. +OYC +ΑΜΗΚΟΒΙΟΙΧ' AI- +TOY TASMA TOCKAI" +Z166069305,390,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000390/full/full/0/native.jpg,"Eutoltos +Statthalter des neunzehnden( Nomos) +Zu Ehren des agyptischen Jupiters. +Diefes( Denkmal) betragt an seiner Basis zehn Palmen. +Seine senkrechte Hohe betragt vierzig Palmen. Die Hohe +i feiner Seiten belauft fich auf hundert Palmen. +Seiner Urmeeprat 2018 +Und des agyptischen Jupiters. +Und des +zu Ehren Alerandere"", +in Diere Inschrift, die mir auf dem ersten Anblik leicht +rigu seyn sdien, hat grose Schwierigkeiten. In den +mbeiben ersten Buchstaben 0, 2 will ich keinen Sinn +suchen. Die Punkte, die vor ihnen vorausgehen, zeigen +meine Lucke an. Nach swooX zeigte der Strich seine Ubs. +,, kurzung an. Ich habe nichts mehr gethan, fie gu +vergangen, als die Auslassung des Wortes Nomos oder +Ubtheilung zu errathen. Die dritte Zeile scheint mir +heinen doppelten Sinn zuzulaffen: unter VYDIT TEANNS. + Alle kann man entweder verstehen: zu Ehren des +Jupiters von +bon Aegypten( muyurtiarys, +fc. ) +voder zu Ehren des& gyptischeri Jupiters, +udas ist wahrscheinlich ber gris, welche fo viel als Luna +,( Mond) bedeutet.?( Ueber die Iris rahe man Dupuis +,, l'Origine des Cultes.) + Bei dem Worte Alor Fonnte mich ein Grammatifer +,, aufhalten. Es ist der Genitiv von Zoos gen. doos, ionisch Acor. +,, Die neuern Griechen Sprechen so wie wahrscheinlich auch +in die alten den Diphtongus o wie unser i aus, wornach +,, mir die Lateiner. ihre Genitivos und Nominativos in i +zu haben scheinen, is IT17 +gebilder en","362 + +Eutoltos +Statthalter“ des neunzehnden( Nomos) + +Zu Ehren des ágyptiſchen Jupiters. +Diefés( Denkmal) beträgt an ſeiner Baſis zehn Palmen. +Seine ſenkrechte Höhe beträgt vierzig Palmen. Die Höhe +i feiner Seiten beläuft fich auf hundert Palmen. + +Zu + +Seiner Urmeeprat 2018 +Und des ägyptiſchen Jupiters. +Und des + +4 + +zu Ehren Alerandere"", + +# + +RO + +in Diere Inſchrift, die mir auf dem erſten Anblik leicht +rigu ſeyn ſdien, hat große Schwierigkeiten. In den +mbeiben erſten Buchſtaben 0, 2 will ich keinen Sinn +ſuchen. Die Punkte, die vor ihnen vorausgehen, zeigen +meine Lücke an. Nach swooX zeigte der Strich seine Úbs. +,, kürzung an. Ich habe nichts mehr gethan, fie gu +vergången, als die Auslaſſung des Wortes Nomos oder +Ubtheilung zu errathen. Die dritte Zeile ſcheint mir +heinen doppelten Sinn zuzulaffen: unter VYDIT TEANNS. +„ Alle kann man entweder verſtehen: zu Ehren des +Jupiters von +bon Aegypten( muyurtiarys, + +fc. χωρας) +voder zu Ehren des& gyptiſcheri Jupiters, +udas iſt wahrſcheinlich ber gris, welche fo viel als Luna +,( Mond) bedeutet.?( Ueber die Iris rahe man Dupuis +,, l'Origine des Cultes.) + +„ Bei dem Worte Alor Fonnte mich ein Grammatifer +,, aufhalten. Es iſt der Genitiv von Zoos gen. doos, ioniſch Acor. +,, Die neuern Griechen Sprechen ſo wie wahrſcheinlich auch +in die alten den Diphtongus o wie unſer i aus, wornach +,, mir dié Lateiner. ihre Genitivos und Nominativos in i +zu haben ſcheinen, is IT17 + +/ +gebilder en + + +","Eutoltos +Statthalter des neunzehnten (Nomos). Zu Ehren des ägyptischen Jupiters. Dieses Denkmal beträgt an seiner Basis zehn Palmen. Seine senkrechte Höhe beträgt vierzig Palmen. Die Höhe einer seiner Seiten beläuft sich auf hundert Palmen. + +Seiner Urmutter +Und des ägyptischen Jupiters, +In dieser Inschrift, die mir auf den ersten Anblick leicht erschien, hat große Schwierigkeiten. In den beiden ersten Buchstaben 0, 2 will ich keinen Sinn suchen. Die Punkte, die vor ihnen vorausgehen, zeigen meine Lücke an. Nachdem der Strich seine Abkürzung anzeigte, habe ich nichts mehr getan, als die Auslassung des Wortes Nomos oder Ubtheilung zu errathen. Die dritte Zeile scheint mir einen doppelten Sinn zuzulassen: unter VYDIT TEANNS kann man entweder verstehen: zu Ehren des Jupiters von Ägypten (muyurtiarys) oder zu Ehren des ägyptischen Jupiters, das ist wahrscheinlich ber gris, welche so viel als Luna (Mond) bedeutet. Über die Iris rahe man Dupuis l'Origine des Cultes. + +Bei dem Worte Alor hielt mich ein Grammatiker auf. Es ist der Genitiv von Zoos gen. doos, ionisch Acor. Die neuern Griechen sprechen so wie wahrscheinlich auch in den alten den Diphthongus o wie unser i aus, woraus mir die Lateiner ihre Genitivos und Nominativos in i zu haben scheinen." +Z166069305,391,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000391/full/full/0/native.jpg,",,@ emere fteht meiner Meinung nach durch eine Abbres +vviatur fur Feucheur und wird von uno regiert. +,, Mox fur anmoes das der Nominativus plur. von +1pon xus, 1205 ift, + Seine Tenkrechte Hohe betragt vierzig +Palmen Das griechische Wort A. kann entweder 4 +und io das ist vierzehn oder vielleicht viere durch zehn +multiplizirt, das ist 40 bedeuten. Da die erste Zahl mir +uit klein scheint, und die andere nur eine Muthmasung +wift, jo mochte ich gern die +Voraussetzung wagen, das + das A in ein groses II, namlich so 10 eingeschloffen ware + und da das A in das eingeschlossen funfmal mehr bes +deutet, so ware es 51. +' APP. Da die drei ersten Buchstaben sich nie. +imals in der griechischen Arithmetik beisamen befinden, +To vermutbe ich einen Jrrthum von dem Kunstler, der +,, die Aufschrift darauf eingegraben hat. Anstatt D'APP +rischlage ich die abgekurzte Leseart 11AP far adeupo, Seite, + vor. Das zweite P bedeutet 100. +nzu Ehren Aleranders. Es ist hier entiveder +die Rede von Alexander Severus oder von +Alerander dem Grosen."" +: Um funf Uhr Abendstrafen wir in einem arabis +bifchen lager ein: es gehrte sufrein: wir waren +Vormittags um neun Uhr von A butir abgereift, und +ich schazte den Weg, den wir diesen Tag uber zuruk ge- +legt hatten, auf ungefahr fleben Meilen. +Man war vorher in dem Lager von unserer Ankunft +unterrichtet worden: Hufseins Zelt war zu meinem","363 + +,,@ emere fteht meiner Meinung nach durch eine Abbres +vviatur für Feucheur und wird von uno regiert. + +,, Mox für anmoes das der Nominativus plur. von +1pon xus, 1205 ift, + +„ Seine Tenkrechte Höhe beträgt vierzig +Palmen Das griechiſche Wort A. kann entweder 4 +und io das iſt vierzehn oder vielleicht viere durch zehn +multiplizirt, das iſt 40 bedeuten. Da die erſte Zahl mir +uit klein ſcheint, und die andere nur eine Muthmaßung +wift, jo mochte ich gern die + +Vorausſetzung wagen, daß + +. +„ das A in ein großes II, nåmlich ſo 10 eingeſchloffen wäre +„ und da das A in das eingeſchloſſen fünfmal mehr bes + +a +deutet, ſo wäre es 51. + +„' APP. Da die drei erſten Buchſtaben ſich nie. +imals in der griechiſchen Arithmetik beiſamen befinden, +To vermutbe ich einen Jrrthum von dem Künſtler, der +,, die Aufſchrift darauf eingegraben hat. Anſtatt D'APP +riſchlage ich die abgekürzte Leſeart 11AP får adeüpo, Seite, +„ vor. Das zweite P bedeutet 100. + +nzu Ehren Aleranders. Es iſt hier entiveder +die Rede von Alexander Severus oder von +Alerander dem Großen."" + +: Um fünf Uhr Abendstrafen wir in einem arabis +bifchen lager ein: es gehørte sufrein: wir waren +Vormittags um neun Uhr von A butir abgereift, und +ich ſchåzte den Weg, den wir dieſen Tag über zurük ge- +legt hatten, auf ungefähr fleben Meilen. + +Man war vorher in dem Lager von unſerer Ankunft +unterrichtet worden: Hufſeins Zelt war zu meinem + + +",",,@ emere fteht meiner Meinung nach durch eine Abbreviatur für Feucheur und wird von uno regiert. +Mox fur anmoes, das der Nominativus plur. von Ipon xus, 1205 ist. + +Seine Tenkrechte Höhe beträgt vierzig Palmen. Das griechische Wort A. kann entweder 4 und io, das ist vierzehn oder vielleicht viere durch zehn multipliziert, das ist 40 bedeuten. Da die erste Zahl mir zu klein scheint, und die andere nur eine Muthmaßung ist, so möchte ich gern die Voraussetzung wagen, dass das A in ein großes II, namlich so 10 eingeschlossen wäre, und da das A in das eingeschlossene fünfmal mehr bedeutet, so wäre es 51. + +APP. Da die drei ersten Buchstaben sich niemals in der griechischen Arithmetik beisammen befinden, vermute ich einen Irrthum von dem Künstler, der die Aufschrift darauf eingegraben hat. Anstatt D'APP schlage ich die abgekürzte Lesart 11AP für adeupo vor. Das zweite P bedeutet 100. + +Zu Ehren Alexanders. Es ist hier entweder die Rede von Alexander Severus oder von Alexander dem Großen. + +Um fünf Uhr Abendstaffen wir in einem arabischen Lager ein: es gehörte Sufrein; wir waren Vormittags um neun Uhr von A butir abgereist, und ich schätzte den Weg, den wir diesen Tag zurückgelegt hatten, auf ungefähr sieben Meilen. + +Man war vorher in dem Lager von unserer Ankunft unterrichtet worden: Hufseins Zelt war zu meinem" +Z166069305,392,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000392/full/full/0/native.jpg,"Empfange zubereitet: Iman hatte' darin Teppiche ansges +breitet, die die Frauenzimmer felbft verfertigen, und +einige Bundel, die man mit diesen Teppichen bedekt hatte, +dienten anstatt der Polster. Die Thiere, die sonst ges +wshnlich mit den Beduinen unter einem Zelte stehen, +hatte man daraus weggezogen, und nur einen jungen +Dchsen darin gelassen. Diese Beduinenzelte haben +alle eixe und dieselbe Gestalt: fie unterscheiden sich nur +durch ihre Grose von einander. Dje Zelte derjenigen, +die ein mehr' herumirrendes Leben fuhren, sind kleiner, +um fie leicht fortschaffen zu konnen. Aufrein und die +Araber von seinem Stamme waren zugleid) Nomaden +und Ackerbauer: ihre Zelte waren daher groser. Alle +find niedrig, viel langer als breit, und auf der andern +langen dem Winde gegenuber stehenden Seite ganz offen +find. Da nun die Nordwinde in diesem Lande die herrs +fchenden sind, so ift fast immer die Seite nach Norden hin +zu gemacht. Der Stof, woraus fie bestehen, ist ein +Gewirt von Camelhaaren. Ich habe des Scheifs +Hussein$ Zelt zeichnen lassen.( Man Rehe die VI. Kupfers +platte.) Es unterschied sich von den andern durch einen +Buschel schwarzer Strausfedern, die man auf seine Spise +gestekt atte. +Diese Zeichnung kann zur Antwort auf Michaelis +Frage dienen, die er an die von dein Konige von Dins +nemark nach den Morgenlandern geschikten Reisenden +that, namlich welche Form die Beduinenzelte hatten*)? +Was nun den zweiten Theil dieser Frage anbelangt, ob +die Beduinen die Gewohnheit beibehalten hatten, ihre +Zelte en soldien Orten aufzuschlagen, wo ihnen ein Baum +Schatten gebe, so bemerfe ich, das die agyptischen Beduis +men die meiste Zeit uber an solchen Orten lagern, wo es +gar keine Baume giebt, und wenn fich irgend einige das +Fragen an eine Gefelichaft x.","364 + +Empfange zubereitet: Iman hatte' darin Teppiche ansges +breitet, die die Frauenzimmer felbft verfertigen, und +einige Bündel, die man mit dieſen Teppichen bedekt hatte, +dienten anſtatt der Polſter. Die Thiere, die ſonſt ges +wshnlich mit den Beduinen unter einem Zelte ſtehen, +hatte man daraus weggezogen, und nur einen jungen +Dchſen darin gelaſſen. Dieſe Beduinenzelte haben +alle eixe und dieſelbe Geſtalt: fie unterſcheiden ſich nur +durch ihre Große von einander. Dje Zelte derjenigen, +die ein mehr' herumirrendes Leben führen, ſind kleiner, +um fie leicht fortſchaffen zu können. Aufrein und die +Araber von ſeinem Stamme waren zugleid) Nomaden +und Ackerbauer: ihre Zelte waren daher größer. Alle +find niedrig, viel länger als breit, und auf der andern +langen dem Winde gegenüber ſtehenden Seite ganz offen +find. Da nun die Nordwinde in dieſem Lande die herrs +fchenden ſind, ſo ift faſt immer die Seite nach Norden hin +zu gemacht. Der Stof, woraus fie beſtehen, iſt ein +Gewirt von Camelhaaren. Ich habe des Scheifs +Huſſein$ Zelt zeichnen laſſen.( Man Rehe die VI. Kupfers +platte.) Es unterſchied ſich von den andern durch einen +Büſchel ſchwarzer Straußfedern, die man auf ſeine Spiße +geſtekt þatte. + +. + +ms + +Dieſe Zeichnung kann zur Antwort auf Michaelis +Frage dienen, die er an die von dein Könige von Dins +nemark nach den Morgenlandern geſchikten Reiſenden +that, nåmlich welche Form die Beduinenzelte håtten*)? +Was nun den zweiten Theil dieſer Frage anbelangt, ob +die Beduinen die Gewohnheit beibehalten hätten, ihre +Zelte en ſoldien Orten aufzuſchlagen, wo ihnen ein Baum +Schatten gebe, ſo bemerfe ich, daß die ägyptiſchen Béduis +men die meiſte Zeit über an ſolchen Orten lagern, wo es +gar keine Bäume giebt, und wenn fich irgend einige das + +Fragen an eine Gefelichaft x. + + +","Empfange zubereitet: Iman hatte darin Teppiche ausgesbreitet, die die Frauenzimmer selbst verfertigen, und einige Bundel, die man mit diesen Teppichen bedeckt hatte, dienten anstatt der Polster. Die Thiere, die sonst gewöhnlich mit den Beduinen unter einem Zelte stehen, hatte man daraus weggezogen, und nur einen jungen Esel darin gelassen. + +Diese Beduinenzelte haben alle dieselbe Gestalt: sie unterscheiden sich nur durch ihre Größe von einander. Die Zelte derjenigen, die ein mehr herumirrendes Leben führen, sind kleiner, um sie leicht fortschaffen zu können. Aufrein und die Araber von seinem Stamme waren zugleich Nomaden und Ackerbauer: ihre Zelte waren daher größer. + +Alle sind niedrig, viel länger als breit, und auf der andern langen dem Winde gegenüber stehenden Seite ganz offen. Da nun die Nordwinde in diesem Lande die herrschenden sind, so ist fast immer die Seite nach Norden hin zu gemacht. Der Stoff, woraus sie bestehen, ist ein Gewirt von Camelhaaren. + +Ich habe des Scheifs Hussein$ Zelt zeichnen lassen.( Man sehe die VI. Kupferplatte.) Es unterschied sich von den andern durch einen Buschel schwarzer Straußfedern, die man auf seine Spitze gesteckt hatte. + +Diese Zeichnung kann zur Antwort auf Michaelis Frage dienen, die er an die von dem Könige von Dänemark nach den Morgenländern geschickten Reisenden that, nämlich welche Form die Beduinenzelte hatten. + +Was nun den zweiten Theil dieser Frage anbelangt, ob die Beduinen die Gewohnheit beibehalten hatten, ihre Zelte an solchen Orten aufzuschlagen, wo ihnen ein Baum Schatten gebe, so bemerke ich, dass die ägyptischen Beduinen die meiste Zeit über an solchen Orten lagern, wo es gar keine Bäume gibt, und wenn sich irgend einige + +(Fortsetzung auf der nächsten Seite)" +Z166069305,393,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000393/full/full/0/native.jpg,"felbst befinden, to schlagen sie ihr Zelt auf, ohne darauf +Acht zu geben*). +*) Borney fagt von der Verfaitung und Eintheilung der +Beduinenst a mme( S. 305. 306 der deuts. Ueberf. feiner +Neise 1. th.). Jeder Stamm besteht aus einer oder mehrern +Hauptfamilien, deren Glieder deir Titel Scheifs oder +Herren fuhren. Diese Familien sind ziemlich dasselbe, was +in Europa der udel ist, und bei den Romern die Patris +cier waren. Einer dieser Sdeits befehligt als Chef alle +ubrigen und stellt den General dieser Armee vor. Zuweilen +nimmt' er den Titel Emir an, der so viel als Befehlshaber +und Furst bedeutet. Je mehr er Verwendte, Kinder und +Burdesgenossen hat, desto starker und mastiger ist er. Damit +verbindet er noch eine Anzahl Bediente, deren Bedurfnisse +er alle befriedigt und dadurch ihre Unhanglichkeit an sich erfauft. +Aufer diesen fchliesen fid andere kleine Familien, die nicht +stark genug find, um unabhangig leben zu konnen, und deswe: +gen Schuz und spulfe suchen mussen, an ein solches Oberhaupt +an. Eine solche Vereinigung nennt man kabile oder +Stamni. Man unterscheibet sie durch den Namen ihres +Oberhauptes oder der cominandirenten Familie vou einander. +Spricht man von seinen Individuis im Wlgemeinen, so nenut +inan fie Kinder desselben, ob sie gleich nicht wirtlid, aus seinem +Blute entsprungen sind, und er felbft lange Zeit gestorben +seyn kann. +Die Regierungsform dieser Gesellschaft ist zu +gleicher Zeit republikanisch, aristokratisch und selbst despotist, +ohne ganz genau und bestimmt Eine von diesen alen zu seyn. +Unter dem ganzen Stamme liegt dem Oberscheit allein ob, +die fiommenden und Sehenden frei zu bewirthen. Was +nun die Beduineu in Aegypten anbetrift, so find sie in +groser Menge durch das ganze Land zerstreuet, und ihrer +Anzahl und Verfassung nach sehr von einander unterschieden. +Sie leben entweder in Familien oder in ganzen Stammen +beisammen: im ersten Falle unter Familienoberhauptern oder +Scheiten, im leztem unter Grosscheiken oder Smirn. +Einige von ihnen wohnen in Hohlen, Grotten, Trummer: +und in andern abgelegenen Gegenden, wo fie Baler und +Weideu in der Nihe haben: die Meisten aber wohnen unter +wiedrigen und raucherigen Zelten. Ihre Hauptbesdod{ tigung +ist Viehzucht; ihre grosen Heerden, besonders von Camelen, +Biegen, Pferben und Schaafen, liefern ihnen Nahrung, Kleis","565 + +felbſt befinden, to ſchlagen ſie ihr Zelt auf, ohne darauf +Acht zu geben*). + +*) Borney fagt von der Verfaitung und Eintheilung der + +Beduinenſt á mme( S. 305. 306 der deutſ. Ueberf. feiner +Neiſe 1. th.). Jeder Stamm beſteht aus einer oder mehrern +Hauptfamilien, deren Glieder deir Titel Scheifs oder +Herren führen. Dieſe Familien ſind ziemlich daſſelbe, was +in Europa der udel iſt, und bei den Römern die Patris +cier waren. Einer dieſer Sdeits befehligt als Chef alle +úbrigen und ſtellt den General dieſer Armee vor. Zuweilen +nimmt' er den Titel Emir an, der ſo viel als Befehlshaber +und Fürſt bedeutet. Je mehr er Verwendte, Kinder und +Burdesgenoſſen hat, deſto ſtärker und måstiger iſt er. Damit +verbindet er noch eine Anzahl Bediente, deren Bedürfniſſe +er alle befriedigt und dadurch ihre Unhånglichkeit an ſich erfauft. +Aufer dieſen fchließen fid andere kleine Familien, die nicht +ſtark genug find, um unabhängig leben zu können, und deswe: +gen Schuz und spúlfe ſuchen müſſen, an ein ſolches Oberhaupt +an. Eine ſolche Vereinigung nennt man kabile oder +Stamni. Man unterſcheibet ſie durch den Namen ihres +Oberhauptes oder der cominandirenten Familie vou einander. +Spricht man von ſeinen Individuis im Wlgemeinen, ſo nenut +inan fie Kinder deſſelben, ob ſie gleich nicht wirtlid, aus ſeinem +Blute entſprungen ſind, und er felbft lange Zeit geſtorben +ſeyn kann. + +Die Regierungsform dieſer Geſellſchaft iſt zu +gleicher Zeit republikaniſch, ariſtokratiſch und ſelbſt deſpotiſt, +ohne ganz genau und beſtimmt Eine von dieſen alen zu ſeyn. +Unter dem ganzen Stamme liegt dem Oberſcheit allein ob, +die fiommenden und Sehenden frei zu bewirthen. Was +nun die Beduineu in Aegypten anbetrift, so find ſie in +großer Menge durch das ganze Land zerſtreuet, und ihrer +Anzahl und Verfaſſung nach ſehr von einander unterſchieden. +Sie leben entweder in Familien oder in ganzen Stammen +beiſammen: im erſten Falle unter Familienoberhauptern oder +Scheiten, im leztem unter Großſcheiken oder Smirn. +Einige von ihnen wohnen in Höhlen, Grotten, Trümmer: +und in andern abgelegenen Gegenden, wo fie Baler und +Weideu in der Nihe haben: die Meiſten aber wohnen unter +wiedrigen und raucherigen Zelten. Ihre Hauptbeſdod{ tigung +iſt Viehzucht; ihre großen Heerden, beſonders von Camelen, +Biegen, Pferben und Schaafen, liefern ihnen Nahrung, Kleis + +. + +1 + +1 + +J + + +","felbst befinden, to schlagen sie ihr Zelt auf, ohne darauf Acht zu geben. + +*) Borney sagt von der Verfassung und Eintheilung der Beduinen (S. 305. 306 der deuts. Uebers. seiner Neise I. Th.). Jeder Stamm besteht aus einer oder mehreren Hauptfamilien, deren Glieder den Titel Scheifs oder Herren führen. Diese Familien sind ziemlich dasselbe, was in Europa der Adel ist, und bei den Römern die Patricier waren. Einer dieser Sippen befehligt als Chef alle übrigen und stellt den General dieser Armee vor. Zuweilen nimmt er den Titel Emir an, der so viel als Befehlshaber und Fürst bedeutet. Je mehr er Verwandte, Kinder und Burgsgenossen hat, desto stärker und mächtiger ist er. Damit verbindet er noch eine Anzahl Bediente, deren Bedürfnisse er alle befriedigt und dadurch ihre Unabhängigkeit an sich erfaut. + +Außer diesen schließen sie andere kleine Familien ein, die nicht stark genug sind, um unabhängig leben zu können, und daher Schutz und Schirme suchen müssen an ein solches Oberhaupt. Eine solche Vereinigung nennt man Kabelle oder Stammni. Man unterscheidet sie durch den Namen ihres Oberhaupts oder der kommandierenden Familie voneinander. + +Spricht man von seinen Individuen im Allgemeinen, so nennt man sie Kinder desselben, ob sie gleich nicht wirklich aus seinem Blute entsprungen sind, und er selbst lange Zeit gestorben sein kann. + +Die Regierungsform dieser Gesellschaft ist zugleich republikanisch, aristokratisch und selbst despotist, ohne ganz genau und bestimmt eine von diesen allen zu sein. Unter dem ganzen Stamme liegt dem Oberscheit allein ob, die Kommenden und Sehenden frei zu bewirthen. + +Was nun die Beduinen in Ägypten anbetrifft, so finden sie in großer Menge durch das ganze Land zerstreut, und ihrer Anzahl und Verfassung nach sehr von einander unterschieden. Sie leben entweder in Familien oder in ganzen Stämmen beisammen: im ersten Falle unter Familienoberhauptern oder Scheiten, im lezten unter Großscheiken oder Emiren. + +Einige von ihnen wohnen in Höhlen, Grotten, Trümmern und in andern abgelegenen Gegenden, wo sie Bäler und Weideu in der Nähe haben: die Meisten aber wohnen unter windschiefen und rauchrigen Zelten. Ihre Hauptbeschäftigung ist Viehzucht; ihre großen Heerden, besonders von Kamelen, Böcken, Pferden und Schafen, liefern ihnen Nahrung, Kleidung" +Z166069305,394,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000394/full/full/0/native.jpg,"Das Lager stand etwan einige hundert Fus von dem +Canal von Alerandrien entfernt. Die Beduinen +hatten rein Wasser durch ihre Arbeiten abgeleitet, und +eine ziemlich grose Strecke unfruchtbaren Landes fruchts +bar gemacht. Man bauete verschiedente Arten Viehfutter +darauf, und man rah auch daselbst Pferde, Camele, +Hammel und einige Ochsen weiden. +Wenn man der Unterscheidung folgt, die Ariftote. +les und Plinius zwischen den zwei Arten von Thieren, +die die Natur felbft durch einen fortdauernden und sehr +dung und Obdach, und der Verkauf und der Tausch ihres +uberflusigen Viehes verschafft ihnen die andern nothwendigen +Lebensbedurfnisse. Verschiedene lieben die Jagd; alle aber +sind gute Nieuter. Viele von ihnen machen haufig Streifereien +auf ihre Feinde, und Feinde find' ihnen alle diejenigen, die +nicht ihre Bruder, Bundesgenoffen oder Schujverwandte find. +Oft rotten fie fich zusammen, uberfullen die Caravanelli, +plundern sie und lapfen dem ungluklichen Reisenden nichts wei. +ter als das Leben ubrig. Ihre Lebensart zwingt sie, von einem +Orte zum andern zu ziehen. Sie find bald in der Wuste, bald +an dem Ufern des Flusses. Dianche Stanne kommen nur +gegen den ublauf des Wassers aus weit entfernten Gegenden +des innern Afrikas oder aus Arabien der reichlichen Futte: +rung wegen an den Nil, und halten sich nur eine Zeitlang an +feinen Ufern auf;- andere bleiben das ganze Jahr lang inner- +halb der Grenzen Hegyptens, und ziehen der Weide nach. +Bisweilen sezt fich ein Stamm durch Gewalt oder Vertrag in +den Besiz groserer und kleinerer Landereien, bestellt die Decker +und verlast sie wieder, wenn die Erndte vorbei ist: Oftmals +erndten sie, wo sie nicht gesaet haben. Alle beobachten unter sich +Telbst gewisse festgesezte Grenzen, die sie nie, ohne Fich der +Gefahr eines Krieges auszuseken, uberschreiten durfen. Man +nimmt an, sagt Boinen, das die Beduinen in Uegypten +70,000 Neuter ins Feld stellen konnen, die aber sehr zerstreuet +leben und unter fich uneinig sind.' Maillet berechnet die +Anzahl der agyptischen Beduinen auf ungefahr 2 Millionen, +"" von denen fich aber Einige nur einige Monate lang daselbst +aufhalten. +Der Ueberseker.","366 + +Das Lager ſtand etwan einige hundert Fuß von dem +Canal von Alerandrien entfernt. Die Beduinen +hatten rein Waſſer durch ihre Arbeiten abgeleitet, und +eine ziemlich große Strecke unfruchtbaren Landes fruchts +bar gemacht. Man bauete verſchiedente Arten Viehfutter +darauf, und man rah auch daſelbſt Pferde, Camele, +Hammel und einige Ochſen weiden. + +Wenn man der Unterſcheidung folgt, die Ariftote. +les und Plinius zwiſchen den zwei Arten von Thieren, +die die Natur felbft durch einen fortdauernden und ſehr + +4 + +> + +2 + +1 + +0 + +11 + +dung und Obdach, und der Verkauf und der Tauſch ihres +überflüßigen Viehes verſchafft ihnen die andern nothwendigen +Lebensbedürfniſſe. Verſchiedene lieben die Jagd; alle aber +ſind gute Nieuter. Viele von ihnen machen häufig Streifereien +auf ihre Feinde, und Feinde find' ihnen alle diejenigen, die +nicht ihre Brüder, Bundesgenoffen oder Schujverwandte find. +Oft rotten fie fich zuſammen, úberfüllen die Caravanelli, +plündern ſie und lapfen dem unglúklichen Reiſenden nichts wei. +ter als das Leben übrig. Ihre Lebensart zwingt ſie, von einem +Orte zum andern zu ziehen. Sie find bald in der Wüſte, bald +an dem Ufern des Fluſſes. Dianche Stånne kommen nur +gegen den üblauf des Waſſers aus weit entfernten Gegenden +des innern Afrikas oder aus Arabien der reichlichen Fütte: +rung wegen an den Nil, und halten ſich nur eine Zeitlang an +feinen Ufern auf;- andere bleiben das ganze Jahr lang inner- +halb der Grenzen Hegyptens, und ziehen der Weide nach. +Bisweilen ſezt fich ein Stamm durch Gewalt oder Vertrag in +den Beſiz größerer und kleinerer Ländereien, beſtellt die Decker +und verläßt ſie wieder, wenn die Erndte vorbei iſt: Oftmals +erndten ſie, wo ſie nicht geſået haben. Alle beobachten unter ſich +Telbſt gewiſſe feſtgeſezte Grenzen, die ſie nie, ohne Fich der +Gefahr eines Krieges auszuſeken, überſchreiten dürfen. Man +nimmt an, ſagt Boinen, daß die Beduinen in Uegypten +70,000 Neuter ins Feld ſtellen können, die aber ſehr zerſtreuet +leben und unter fich uneinig ſind.' Maillet berechnet die +Anzahl der ågyptiſchen Beduinen auf ungefähr 2 Millionen, +"" von denen fich aber Einige nur einige Monate lang daſelbſt +aufhalten. + +Der Ueberſeker. + +0 + + +","Das Lager stand etwa einige hundert Fuss von dem Canal von Alexandria entfernt. Die Beduinen hatten rein Wasser durch ihre Arbeiten abgeleitet, und eine ziemlich grosse Strecke unfruchtbaren Landes fruchtbar gemacht. Man baute verschiedene Arten Viehfutter darauf, und man liess auch daselbst Pferde, Kamele, Schafe und einige Ochsen weiden. + +Wenn man der Unterscheidung folgt, die Aristoteles und Plinius zwischen den zwei Arten von Thieren machen, die die Natur selbst durch einen fortwährenden und sehr starken Trieb zum Wanderleben angetrieben hat, so ist es wahrscheinlich, dass die Beduinen zu dieser Klasse gehören. Ihre Lebensart, ihr Wohlstand und der Verkauf und der Tausch ihres überflüssigen Viehes verschafft ihnen die andern notwendigen Lebensbedürfnisse. Verschiedene lieben die Jagd; alle aber sind gute Nomaden. Viele von ihnen machen häufig Streifereien auf ihre Feinde, und Feinde finden sie alle diejenigen, die nicht ihre Brüder, Bundesgenossen oder Schwerverwandten sind. + +Oft rotten sie sich zusammen, überfallen die Karawanen, plündern sie und lassen dem unglücklichen Reisenden nichts weiter als das Leben übrig. Ihre Lebensart zwingt sie, von einem Orte zum andern zu ziehen. Sie finden bald in der Wüste, bald an dem Ufer des Flusses. Dänische Stämme kommen nur gegen den Lauf des Wassers aus weit entfernten Gegenden des inneren Afrikas oder aus Arabien wegen der reichlichen Futterung an den Nil, und halten sich nur eine Zeitlang an seinen Ufern auf; andere bleiben das ganze Jahr lang innerhalb der Grenzen Ägyptens und ziehen der Weide nach. + +Bisweilen setzt sich ein Stamm durch Gewalt oder Vertrag in den Besitz größerer und kleinerer Landereien, bestellt die Decker und verlässt sie wieder, wenn die Ernte vorbei ist. Oftmals ernten sie, wo sie nicht gesät haben. Alle beobachten unter sich feste gewisse Grenzen, die sie nie, ohne sich der Gefahr eines Krieges auszusetzen, überschreiten dürfen. + +Man nimmt an, sagt Boinen, dass die Beduinen in Ägypten 70,000 Neuter ins Feld stellen können, die aber sehr zerstreut leben und unter sich uneinig sind. Maillet berechnet die Anzahl der ägyptischen Beduinen auf ungefähr 2 Millionen, von denen sich aber einige nur einige Monate lang daselbst aufhalten. + +Der Übersetzer." +Z166069305,395,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000395/full/full/0/native.jpg,"merkwurdigen Charakter von einander abgesondert hat, +Festgesezt haben, und die Buffon*) wieder, erneuert hat, +To findet man in Aegypten keine Camele. Es giebt +keine Thiere von dieser Art mit zwei Hockern auf dem +Rucken **) in diesem lande: alle diejenigen, die sich +darin aufhalten, haben nur einen Hocker, und gehoren +folglich zur Art des Dromedars. Aber der Gattungs- +name Camel ist so stark im Gebrauch, das man auch +diefe leztere Art mit einem Hocker auf dem Rucken damit +bezeichnet, und der Name Dromedar wird so allgemein +einer besondern Race von diesen Thieren beigelegt, das +man sich ter Gefahr aussegen wurde, nicht verstanden zu +werden, wenn man eine zwar zur Bestimmtheit der +Wissenschaft nothivendige Unterscheidung annahme, die +aber einige Verwirrung in die Nachrichten bringen konnte. +Das arabische Wort Drjemmel, das mit unserm Worte +Camel ubereinstimmt, ist auch das Einzige, womit die +Einwohner Aegyptens die gemeinste und nuzlichste +Race benennen: fie; ist groser und starker als die andern: +ihr Schritt ist schwerfallig, und sie ist zur Fortschaffung +von grosen Lasten bestimmt ***). Diejenige hingegen, die +feinen so grosen und dicken Korper hat, und die auser. +ordentlich gewandt ift, nennen die Europaer Dromes +dar, und die Araber Hadjin t) weil gewohnlich die +Hadjis oder Pilgrime darauf reiten. +Uuser diesen beiden Camelracen giebt es noch eine +dritte, in Aegypten weit weniger bekannte Art. Ich +habe einige Stucke davon bei den Beduinen gefunden. +*) Noturgeschichte der vierfusigen Thiere, Artit. Eamel. +, **) Camelus bactrianus. Lin. Chameau. Buffon. +***) Camelus dromedarius. Lin. Camelus vulgaris, Forskal, Fauna .. +G. IV, dromadaire. Buffon. +*) Camelus dromedarius, Forskal, Fauna aegyptiaco- arabica +pag. IV.","367 + +merkwürdigen Charakter von einander abgeſondert hat, +Feſtgeſezt haben, und die Büffon*) wieder, erneuert hat, +To findet man in Aegypten keine Camele. Es giebt +keine Thiere von dieſer Art mit zwei Hockern auf dem +Rücken **) in dieſem lande: alle diejenigen, die ſich +darin aufhalten, haben nur einen Hocker, und gehören +folglich zur Art des Dromedars. Aber der Gattungs- +name Camel iſt ſo ſtark im Gebrauch, daß man auch +diefe leztere Art mit einem Hocker auf dem Rücken damit +bezeichnet, und der Name Dromedar wird ſo allgemein +einer beſondern Race von dieſen Thieren beigelegt, daß +man ſich ter Gefahr ausſegen würde, nicht verſtanden zu +werden, wenn man eine zwar zur Beſtimmtheit der +Wiſſenſchaft nothivendige Unterſcheidung annahme, die +aber einige Verwirrung in die Nachrichten bringen könnte. +Das arabiſche Wort Drjemmel, das mit unſerm Worte +Camel übereinſtimmt, iſt auch das Einzige, womit die +Einwohner Aegyptens die gemeinſte und núzlichſte +Race benennen: fie; iſt großer und ſtärker als die andern: +ihr Schritt iſt ſchwerfällig, und ſie iſt zur Fortſchaffung +von großen Laſten beſtimmt ***). Diejenige hingegen, die +feinen ſo großen und dicken Körper hat, und die außer. +ordentlich gewandt ift, nennen die Europäer Dromes +dar, und die Araber Hadjin t) weil gewöhnlich die +Hadjis oder Pilgrime darauf reiten. + ++ + +Uußer dieſen beiden Camelracen giebt es noch eine +dritte, in Aegypten weit weniger bekannte Art. Ich +habe einige Stücke davon bei den Beduinen gefunden. + +! + +*) Noturgeſchichte der vierfüßigen Thiere, Artit. Eamel. +, **) Camelus bactrianus. Lin. Chameau. Buffon. +***) Camelus dromedarius. Lin. Camelus vulgaris, Forskal, Fauna .. + +G. IV, dromadaire. Buffon. +*) Camelus dromedarius, Forskal, Fauna aegyptiaco- arabica + +pag. IV. + + +","merkwürdigen Charakter von einander abgesondert hat, +Festgesezt haben, und die Buffon wieder erneuert hat, +So findet man in Aegypten keine Camele. Es gibt +keine Thiere von dieser Art mit zwei Höckern auf dem Rucken in diesem Lande: alle diejenigen, die sich darin aufhalten, haben nur einen Hocker, und gehören folglich zur Art des Dromedars. Aber der Gattungs-name Camel ist so stark im Gebrauch, dass man auch diese letztere Art mit einem Hocker auf dem Rucken damit bezeichnet, und der Name Dromedar wird so allgemein einer besondern Race von diesen Thieren beigelegt, dass man sich in Gefahr aussähe, nicht verstanden zu werden, wenn man eine zwar zur Bestimmtheit der Wissenschaft nötivendige Unterscheidung annähme, die aber einige Verwirrung in die Nachrichten bringen konnte. + +Das arabische Wort Drjemmel, das mit unserm Worte Camel übereinstimmt, ist auch das Einzige, womit die Einwohner Aegyptens die gemeinste und nützlichste Race benennen: sie ist größer und stärker als die andern; ihr Schritt ist schwerfällig, und sie ist zur Fortschaffung von großen Lasten bestimmt. Diejenige hingegen, die einen so großen und dicken Körper hat, und die außerordentlich gewandt ist, nennen die Europaer Dromesdar, und die Araber Hadjin, weil gewöhnlich die Hadschis oder Pilgrime darauf reiten. + +Unter diesen beiden Camelracen gibt es noch eine dritte, in Aegypten weit weniger bekannte Art. Ich habe einige Stücke davon bei den Beduinen gefunden. +*) Naturgeschichte der vierfüßigen Thiere, Artikel Camel. +**) Camelus bactrianus. Lin. Chameau. Buffon. +***) Camelus dromedarius. Lin. Camelus vulgaris, Forskal, Fauna ... G. IV, dromadaire. Buffon. +*) Camelus dromedarius, Forskal, Fauna aegyptiaco-arabica pag. IV." +Z166069305,396,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000396/full/full/0/native.jpg,"Sie haben eine weniger langliche Form, einen weniger +runden Korper, eine weniger hohe Geftalt, und endlidy +ein langeres, dichteres und gelbes ins Braune falendes +Haar. +Indem die Natur den Boden dieser heisen lander +mit Wusten bedekte, gab sie dem Menschen das Cameel, +um durch sie hinreisen zu konnen. Sie hat es zur Ertras +gung von Muhseligkeiten, von Durst, von Hunger und +von allen unbequemlichkeiten der sige und der Unfruchts +barkeit gebildet. Ohne dieses Shier wurden ungeheuere +Sand- und Kiefelebenen, durre und felsigte Herge fur +die Menschen ein unubersteiglicher Sdilagbaum gewesen +reyn: mit ihm wandern zahlreiche Schaaren uber den +beweglichen Sand, und bieten dem erstaunten Beobachter: +ein wunderbares Schauspiel dar, das er Menschen an +Orten steht, die jedes lebende Weren zuruk ju ftosen +scheinen: mit ihm kommen alle Reid, thumer Des Morgens +landes in Unlauf: und mit ihm furchtet der einzelne +Reisende nicht, fich in die +unermeslichen Leere hinein +zu wagen, die ein Volk von dem andern trennt. +MIL +Mit ro allgemein nizlichen Eigenschaften verbinden. +diere kostlichen Shiere noch viel Instinkt und Einsicht. Man +halt sie sogar fur sehr empfindlich gegen Ungerechtigkeiten +und gegen uble Behandlungen. Die Araber behaupten, +das jemand, der sie zur Unzeit schluge, Muhe habe, fich +ihrer Rache zu entziehen, und das sie( durch eine auffallende +Uebereinstimmung des Charakters mit jenem ihrer Herren) +diefelbe so lange im Sedachtnisse behielten, bis sie Gelegen- +heit zu ihrer Befriedigung batten. Besonders find fie, in +der Brunstzeit am wenigsten geduldig. Dann lassen sie sehr +oft eine Art von rauhem Bloten, ein starkes Rocheln horen, +und es steht vor ihrem Maule eine rothliche und ekelhafte +Blafe, die ro dik als eine Schweinsblare ist. Man sagt +das fie manchmal in den Unfallen ihres Zornes den Mens","368 + +1, + +Sie haben eine weniger långliche Form, einen weniger +runden Körper, eine weniger hohe Geftalt, und endlidy +ein långeres, dichteres und gelbes ins Braune falendes +Haar. + +Indem die Natur den Boden dieſer heißen länder +mit Wüſten bedekte, gab ſie dem Menſchen das Cameel, +um durch ſie hinreiſen zu können. Sie hat es zur Ertras +gung von Mühſeligkeiten, von Durſt, von Hunger und +von allen unbequemlichkeiten der sige und der Unfruchts +barkeit gebildet. Ohne dieſes Shier würden ungeheuere +Sand- und Kiefelebenen, dürre und felſigte Herge für +die Menſchen ein unüberſteiglicher Sdílagbaum geweſen +reyn: mit ihm wandern zahlreiche Schaaren über den +beweglichen Sand, und bieten dem erſtaunten Beobachter: +ein wunderbares Schauſpiel dar, daß er Menſchen an +Orten ſteht, die jedes lebende Weren zurük ju ftoßen +ſcheinen: mit ihm kommen alle Reid, thümer Des Morgens +landes in Unlauf: und mit ihm fürchtet der einzelne +Reiſende nicht, fich in die + +unermeßlichen Leere hinein +zu wagen, die ein Volk von dem andern trennt. + +fe + +1 + +14 + +!! + +MIL + +€ + +Mit ro allgemein nizlichen Eigenſchaften verbinden. +diere köſtlichen Shiere noch viel Inſtinkt und Einſicht. Man +hålt ſie ſogar für ſehr empfindlich gegen Ungerechtigkeiten +und gegen üble Behandlungen. Die Araber behaupten, +daß jemand, der ſie zur Unzeit ſchlüge, Mühe habe, fich +ihrer Rache zu entziehen, und daß ſie( durch eine auffallende +Uebereinſtimmung des Charakters mit jenem ihrer Herren) +diefelbe ſo lange im Sedächtniſſe behielten, bis ſie Gelegen- +heit zu ihrer Befriedigung båtten. Beſonders find fie, in +der Brunſtzeit am wenigſten geduldig. Dann laſſen ſie ſehr +oft eine Art von rauhem Bloten, ein ſtarkes Rocheln hören, +und es ſteht vor ihrem Maule eine róthliche und ekelhafte +Blafe, die ro dik als eine Schweinsblare iſt. Man ſagt +daß fie manchmal in den Unfällen ihres Zornes den Mens + +11 + +;; + + +","Sie haben eine weniger langliche Form, einen weniger runden Körper, eine weniger hohe Gestalt, und endlich ein längereres, dichteres und gelbes ins Braune fallendes Haar. + +Indem die Natur den Boden dieser heißen Länder mit Wüsten bedeckte, gab sie dem Menschen das Kamel, um durch sie hinreisen zu können. Sie hat es zur Erleichterung von Mühseligkeiten, von Durst, von Hunger und von allen Unbequemlichkeiten der See und der Unfruchtbarkeit gebildet. Ohne dieses Tier wurden ungeheure Sand- und Kieferflächen, dürre und felsigte Höhen für die Menschen ein unübersteiglicher Stolperbaum gewesen; mit ihm wandern zahlreiche Scharen über den beweglichen Sand, und bieten dem erstaunten Beobachter ein wunderbares Schauspiel dar, das er in Orten steht, die jedes lebende Wesen zurückzuflößen scheinen; mit ihm kommen alle Reiseenden morgens im Lande in Unlauf; und mit ihm fürchtet der einzelne Reisende nicht, sich in die unermesslichen Leere hinein zu wagen, die ein Volk von dem andern trennt. + +Mit roh allgemeinnützlichen Eigenschaften verbinden diese kostlichen Tiere noch viel Instinkt und Einsicht. Man hält sie sogar für sehr empfindlich gegen Ungerechtigkeiten und gegen üble Behandlungen. Die Araber behaupten, dass jemand, der sie zur Unzeit schlage, Mühe habe, sich ihrer Rache zu entziehen, und dass sie (durch eine auffallende Übereinstimmung des Charakters mit jenem ihrer Herren) dieselbe so lange im Gedächtnis behielten, bis sie Gelegenheit zu ihrer Befriedigung hatten. Besonders sind sie in der Brunstzeit am wenigsten geduldig. Dann lassen sie sehr oft eine Art von rauhem Blöken, ein starkes Röcheln hörbar werden, und es steht vor ihrem Maul eine rothliche und ekelhafte Blase, die so dick als eine Schweinsblare ist. Man sagt dass sie manchmal in den Unfallen ihres Zornes den Menschen" +Z166069305,397,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000397/full/full/0/native.jpg,"fchen mit den Zahnen packeit, ihn auf die Erde werfin +und mit Fasen treten. Ob sie nun gleich rachsuchtig find, +fo verliehren sie doch jeden Groll, so bald sie befrier +digt find: es ist selbst hinreichend, wenn sie sich nur +gerecht zu haben glauben, Hat also ein Araber ciu +Cameel zum Zorn gereizt, so wirft er seine Kleider an den +Drt, wo das Chier vorbeigehen mus, und legt fie ro +zusammen, das fie einen darunter verborgenen Menschen +zu bedecken fuheinen. Das Camel erkennt die Kleidung +desjenigen wieder, von dem es eine ungerechte Behand- +lung erlitten hat; es paft sie mit seinen Zahnen mi, wirft +fie heftig hin und her, und tritt wuthend darauf herum. +Wenn rein Zorn vorbei ist, verlast es diefelben, und dann +kann sich der Eigenthumer der Slider wieder oone Furcht +zeigen, und das Thier, das sich mii einer bewundernse +wurdigen Gelehrigkeit in den Willen cines Menschen +fugt, den es einen Augenblik vorher die ML ficht zu ver- +nichten hatte, nach feinein Gefallen kiten und beladen. +Ich habe mand; inal Hadjins oder' Drome: +dare, die der Ungeduld ihrer Reuter uberdriisig waren, +plozlich halt machen, und ihren langen Hals umdrehen sehen, +un sie zu beisen, und vor Wuth schreien horen. Bei +folchen Umfianden mus man sich gar sehr in Acht nehmen, +s man nicht absteigt, man wurde sonst unfehlbar in +Stricken zerrissen werden: und man darf sie ja nicht schla- +gen, denn ihre Wuth wurde nur noch groser werden. +Es giebt hier kein ander Mittel als Geduld, und wann man +sie dadurch, das man sie mit der Hand streichelt, befanf, +tigt hat, welches aber oft ein wenig lange dauert, so +resen sie von felbft wieder ihren Weg fort. Der Eang +dieser Dromedare ist ein sehr weites Traben, wahrend +dessen fie den Kopf in die Hohe halten, und sen Schwanz +steif und wagerecht crapor gehoben tragen. Der Sattel +oder vielmehr die Saumsattel find in der Mitte hohl und +haben an den beiden Bogen ein Stuf rundes wagerecht +Eonnini Reisen ir Ed.","369 + +1 + +fchen mit den Zähnen packeit, ihn auf die Erde werfin +und mit Fåsen treten. Ob ſie nun gleich rachſüchtig find, +fo verliehren ſie doch jeden Groll, ſo bald ſie befrier +digt find: es iſt ſelbſt hinreichend, wenn ſie ſich nur +gerecht zu haben glauben, Hat alſo ein Araber ciu + +. +Cameel zum Zorn gereizt, ſo wirft er ſeine Kleider an den +Drt, wo das Chier vorbeigehen muß, und legt fie ro +zuſammen, daß fie einen darunter verborgenen Menſchen +zu bedecken füheinen. Das Camel erkennt die Kleidung +desjenigen wieder, von dem es eine ungerechte Behand- +lung erlitten hat; es paft ſie mit ſeinen Zähnen mi, wirft +fie heftig hin und her, und tritt wüthend darauf herum. +Wenn rein Zorn vorbei iſt, verläßt es diefelben, und dann +kann ſich der Eigenthümer der Slider wieder oöne Furcht +zeigen, und das Thier, das ſich mii einer bewundernse +würdigen Gelehrigkeit in den Willen cines Menſchen +fügt, den es einen Augenblik vorher die ML ficht zu ver- +nichten hatte, nach feinein Gefallen kiten und beladen. + +Ich habe mand; inal Hadjins oder' Drome: +dare, die der Ungeduld ihrer Reuter überdriiſig waren, +plozlich halt machen, und ihren langen Hals umdrehen ſehen, +un ſie zu beißen, und vor Wuth ſchreien horen. Bei +folchen Umfianden muß man ſich gar ſehr in Acht nehmen, + +ß man nicht abſteigt, man würde ſonſt unfehlbar in +Stricken zerriſſen werden: und man darf ſie ja nicht ſchla- +gen, denn ihre Wuth würde nur noch großer werden. +Es giebt hier kein ander Mittel als Geduld, und wann man +ſie dadurch, daß man ſie mit der Hand ſtreichelt, befånf, +tigt hat, welches aber oft ein wenig lange dauert, ſo +reßen ſie von felbft wieder ihren Weg fort. Der Eang +dieſer Dromedare iſt ein ſehr weites Traben, während +deſſen fie den Kopf in die Höhe halten, und sen Schwanz +ſteif und wagerecht crapor gehoben tragen. Der Sattel +oder vielmehr die Saumſáttel find in der Mitte hohl und +haben an den beiden Bogen ein Stůf rundes wagerecht +Eonnini Reiſen ir Ed. + +Ha + + +","Ich habe oft gesehen, wie ein Kamel mit den Zähnen packt, es auf die Erde wirft und mit Füßen tritt. Ob sie nun gleich rachsüchtig sind, so verlieren sie doch jeden Groll, sobald sie befriedigt finden: es ist selbst hinreichend, wenn sie sich nur gerecht zu haben glauben. Hat also ein Araber sein Kamel zum Zorn gereizt, so wirft er seine Kleider an den Ort, wo das Tier vorbeigehen muss, und legt sie so zusammen, dass sie einen darunter verborgenen Menschen bedecken können. Das Kamel erkennt die Kleidung desjenigen wieder, von dem es eine ungerechte Behandlung erlitten hat; es packt sie mit seinen Zähnen, wirft sie heftig hin und her und tritt wütend darauf herum. Wenn sein Zorn vorbei ist, verlässt es dieselben, und dann kann sich der Eigentümer des Tiers wieder ohne Furcht zeigen, und das Tier, das sich mit einer bewundernswürdigen Gelehrigkeit in den Willen eines Menschen fügt, den es einen Augenblick vorher die Lust gehabt hatte zu vermeiden, nach seinem Gefallen kitzeln und beladen. + +Ich habe manchmal in der Wüste Hadjins oder Dromedare, die der Ungeduld ihrer Reuter überdrüssig waren, plötzlich halt machen sehen, ihren langen Hals umdrehen und sie beißen, und vor Wut schreien hören. Bei solchen Umständen muss man sich gar sehr in Acht nehmen, dass man nicht absteigt, man würde sonst unfehlbar in Stücken zerrissen werden; und man darf sie ja nicht schlagen, denn ihre Wut würde nur noch größer werden. + +Es gibt hier kein anderes Mittel als Geduld, und wenn man sie dadurch, dass man sie mit der Hand streichelt, besänftigt hat, welches aber oft ein wenig lange dauert, so reisen sie von selbst wieder ihren Weg fort. Der Gang dieser Dromedare ist ein sehr weites Traben, währenddessen sie den Kopf in die Höhe halten und ihren Schwanz steif und wagerecht erhaben tragen. Der Sattel oder vielmehr die Saumsattel sind in der Mitte hohl und haben an den beiden Bogen ein stumpfes rundes wagerechtes Eonni Reisen ir Ed." +Z166069305,398,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000398/full/full/0/native.jpg,"gestelltes Holz, das man mit der Sand fast anfafit, um +fich fest zu halten. Es giebt solche Sattel, die gleichfr: +miger, weniger gut ausftafirt, und weniger bequem find +als die Sattel der Araber, und woran die Handgriffe +wagerecht find: diefe bringt nran aus der Hauptstadt +Sennar in N 11 bien. kange Beutel, die an jeder +Seite berabhangen, und worein man einige Lebensmittel +fur den Reuter und Futter fur das Thier thut, ein +Schlauch voll Wasser blos fur den Menschen, da das +Dromedar acht Tage ohne zu trinken aushalt, und eine +jederne Gurte in der Hand, um das Thier zu peitschen, +machen das ganze Reisegerath aus: auf diese Art kann +man die Wusteneien durchreisen, und taglich funfzig bis +achtzig Meilen zuruflegen. +Diere Art, zu reisen ist auserordentlich ermudend: +die Renden werden durch die starken und schnellen Er hut +terungen des Dromidars wie zerbrochen; die Hande +fchwellen bald auf, und schmerzen rehr, und die entflammte +luft, die man schnell zertheilt, macht das Athmon fo +beschwerlich, das man beinahe erstikt. Die auserordents +lichste Reise dieser Art, von der ich gehort habe, ist die +Reise eines Beduinen, den man mir oft zu Kairo +gezeigt' hat. In funf Tagen hat er den Weg von diefer +Stadt nach Metta zuruk gelegt: welcher Weg uber +vierhundert Meilen betragt, und wozu die Caravane der +Pilgrime mehr als dreisig Tagereifen braucht. +Wenn man nicht sehr eilig hat, oder wenn man in +Gesellschaft der Caravanen reift, die wegen der beladenen +Camele immer sehr langsam gehen, so macht man auf einem +von diesen Thieren eine Art von bedekter Sanfte feft, +worin man sich ziemlich bequem befindet, und worin men +auch schlafen kann. Auf diese Art reifen gewShnlich die +Frauenzimmer, und es stecken manchmal funf bis sechs +in diesen Arten von Sanften beisammen.","370 + +1 + +geſtelltes Holz, das man mit der Sand faſt anfafit, um +fich feſt zu halten. Es giebt ſolche Såttel, die gleichfør: +miger, weniger gut ausftafirt, und weniger bequem find +als die Sättel der Araber, und woran die Handgriffe +wagerecht find: diefe bringt nran aus der Hauptſtadt +Sennar in N 11 bien. kange Beutel, die an jeder +Seite berabhängen, und worein man einige Lebensmittel +für den Reuter und Futter für das Thier thut, ein +Schlauch voll Waſſer bloß für den Menſchen, da das +Dromedar acht Tage ohne zu trinken aushålt, und eine +jederne Gürte in der Hand, um das Thier zu peitſchen, +machen das ganze Reiſegeråth aus: auf dieſe Art kann +man die Wüſteneien durchreiſen, und täglich funfzig bis +achtzig Meilen zurúflegen. + +1 + +Diere Art, zu reiſen iſt außerordentlich ermüdend: +die Renden werden durch die ſtarken und ſchnellen Er hút +terungen des Dromidars wie zerbrochen; die Hånde +fchwellen bald auf, und ſchmerzen rehr, und die entflammte +luft, die man ſchnell zertheilt, macht das Athmon fo +beſchwerlich, daß man beinahe erſtikt. Die außerordents +lichſte Reiſe dieſer Art, von der ich gehört habe, iſt die +Reiſe eines Beduinen, den man mir oft zu Kairo +gezeigt' hat. In fünf Tagen hat er den Weg von diefer +Stadt nach Metta zurük gelegt: welcher Weg über +vierhundert Meilen betrågt, und wozu die Caravane der +Pilgrime mehr als dreißig Tagereifen braucht. + +1 + +Wenn man nicht ſehr eilig hat, oder wenn man in +Geſellſchaft der Caravanen reift, die wegen der beladenen +Camele immer ſehr langſam gehen, ſo macht man auf einem +von dieſen Thieren eine Art von bedekter Sånfte feft, +worin man ſich ziemlich bequem befindet, und worin men +auch ſchlafen kann. Auf dieſe Art reifen gewShnlich die +Frauenzimmer, und es ſtecken manchmal fünf bis ſechs +in dieſen Arten von Sånften beiſammen. + + +","gestelltes Holz, das man mit der Sand fest anfasst, um sich fest zu halten. Es gibt solche Sattel, die gleichförmiger, weniger gut ausstaffiert, und weniger bequem finden als die Sattel der Araber, und woran die Handgriffe wagerecht finden: diese bringt man aus der Hauptstadt Sennar in Nubien. Lange Beutel, die an jeder Seite herabhängen, und worin man einige Lebensmittel für den Reuter und Futter für das Thier thut, ein Schlauch voll Wasser bloß für den Menschen, da das Dromedar acht Tage ohne zu trinken aushält, und eine eiserne Gerte in der Hand, um das Thier zu peitschen, machen das ganze Reisegeräth aus: auf diese Art kann man die Wüsten durchreisen, und täglich fünfzig bis achtzig Meilen zurücklegen. + +Diese Art, zu reisen ist außerordentlich ermüdend: die Knie werden durch die starken und schnellen Erhitzungen des Dromedars wie zerbrochen; die Hände schwellen bald auf, und schmerzen sehr, und die entflammte Luft, die man schnell zerteilt, macht das Atmen so beschwerlich, dass man beinahe erstickt. Die außerordentlichste Reise dieser Art, von der ich gehört habe, ist die Reise eines Beduinen, den man mir oft zu Kairo gezeigt hat. In fünf Tagen hat er den Weg von dieser Stadt nach Medina zurückgelegt: welcher Weg über vierhundert Meilen beträgt, und wozu die Karawane der Pilger mehr als dreißig Tage braucht. + +Wenn man nicht sehr eilig hat, oder wenn man in Gesellschaft der Karawanen reist, die wegen der beladenen Kamele immer sehr langsam gehen, so macht man auf einem von diesen Thieren eine Art von bedeckter Sänfte fest, worin man sich ziemlich bequem befindet, und worin men auch schlafen kann. Auf diese Art reisen gewöhnlich die Frauenzimmer, und es stecken manchmal fünf bis sechs in diesen Arten von Sänften beisammen." +Z166069305,399,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000399/full/full/0/native.jpg,"Plinius berichtet nach dem Xenophon, die +Camele( und unter diesem Gattungsnamen sind die Dron +mebare mit begriffen) konnten die Pferde nicht leiden. +Andere haben behauptet, sie hatten ebenfalls einen folch +Abscheu gegen die Maulesel und gegen die Efel. Allein +die Wahrheit ist, das alle diese Chiere wenigstens in +Aegypten und in der Turkei beisammen leben, und +mit einander reifen, und das fast immer ein Erel an der +Spige einer Reihe beladener Cameele als Unfuhrer steht, +an welchen das erste Cameel feft gemacht ist, und ihm +Schritt fur Schritt folgt. Andere wiederum haben ber. +fichert, mani durfe die Camele nicht schlagen, um sie zum +Fortgehen zu bringen, und inan brauche nur zu fingen +oder zu pfeifen, um ihren Gang zu beschleunigen. Uns +man darf sie wirklich weder zu sehr noch zur Unzeit mig. +handeln: sie wurden sich bald widersesen; aber die Fuh. +rer der lastcamele haben ein Stabchen, womit sie diefelben +schlagen, und die Reitcamcele fuchtelt man mit einem +langen ledernen Riemen. Man muntert beide auch mit +einem Klatschen der Zunge auf, das jenen unserer Kut. +scher ahnlich ist, wenn fie ihre Pferde anfeuern. Ich mus +bier auch bemerken, das die Beduinen niemals pfeifen, +und das sie es nie leiden, wenn ein in ihren Gebrauchen +menig unterrichteter Reisende. in ihrer Gesellschaft pfeift. +Von der andern Seite glaube ich, das fie, wenn sie +fingen, keine andere Absicht haben, als sich die Langeweile +auf der Reise zu vertreiben. +Die Sebracr durften nichts von Camele effen*), +die Araber aber und die Bewohner Aegyptens, +Na 2 +Levit. XI. 3.( Michaelis meint, ofe$ habe es desa +wegen verboten, um den Israeliten alle Veranlassung zu +irgend einer Gemeinschaft mit den benadybarten Beduinen? +arabern zu benehmen, weil er die Hebrder zu einemu","1 + +1 + +1 + +, + +571 +Plinius berichtet nach dem Xenophon, die +Camele( und unter dieſem Gattungsnamen ſind die Dron +mebare mit begriffen) könnten die Pferde nicht leiden. +Andere haben behauptet, ſie hätten ebenfalls einen folch +Abſcheu gegen die Mauleſel und gegen die Efel. Allein +die Wahrheit iſt, daß alle dieſe Chiere wenigſtens in +Aegypten und in der Türkei beiſammen leben, und +mit einander reifen, und daß faſt immer ein Erel an der +Spige einer Reihe beladener Cameele als Unführer ſteht, +an welchen das erſte Cameel feft gemacht iſt, und ihm +Schritt für Schritt folgt. Andere wiederum haben ber. +fichert, maní důrfe die Camele nicht ſchlagen, um ſie zum +Fortgehen zu bringen, und inan brauche nur zu fingen +oder zu pfeifen, um ihren Gang zu beſchleunigen. Uns +man darf ſie wirklich weder zu ſehr noch zur Unzeit mig. +handeln: ſie würden ſich bald widerſeßen; aber die Füh. +rer der laſtcamele haben ein Stäbchen, womit ſie diefelben +ſchlagen, und die Reitcamcele fuchtelt man mit einem +langen ledernen Riemen. Man muntert beide auch mit +einem Klatſchen der Zunge auf, das jenen unſerer Kut. +ſcher ähnlich iſt, wenn fie ihre Pferde anfeuern. Ich muß +bier auch bemerken, daß die Beduinen niemals pfeifen, +und daß ſie es nie leiden, wenn ein in ihren Gebrauchen +menig unterrichteter Reiſende. in ihrer Geſellſchaft pfeift. +Von der andern Seite glaube ich, daß fie, wenn ſie +fingen, keine andere Abſicht haben, als ſich die Langeweile +auf der Reiſe zu vertreiben. + +Die Sebråcr durften nichts von Camele effen*), +die Araber aber und die Bewohner Aegyptens, + +Na 2 + +Levit. XI. 3.( Michaelis meint, ofe$ habe es desa +wegen verboten, um den Israeliten alle Veranlaſſung zu +irgend einer Gemeinſchaft mit den benadybarten Beduinen? +arabern zu benehmen, weil er die Hebrder zu einemu + +! + + +","Plinius berichtet nach dem Xenophon, die Camele (und unter diesem Gattungsnamen sind die Dromedare mit begriffen) konnten die Pferde nicht leiden. Andere haben behauptet, sie hätten ebenfalls einen solchen Abscheu gegen die Maulesel und gegen die Esel. Allein die Wahrheit ist, dass alle diese Tiere wenigstens in Aegypten und in der Türkei beisammen leben, und mit einander reifen, und dass fast immer ein Erle an der Spitze einer Reihe beladener Cameele als Unführer steht, an welchen das erste Cameel fest gemacht ist, und ihm Schritt für Schritt folgt. + +Andere wiederum haben berichtet, man dürfe die Camele nicht schlagen, um sie zum Fortgehen zu bringen, und man brauche nur zu flüstern oder zu pfeifen, um ihren Gang zu beschleunigen. Uns jedoch darf man sie wirklich weder zu sehr noch zur Unzeit misshandeln: sie würden sich bald widersetzen; aber die Führer der Lastcamele haben ein Stabchen, womit sie dieselben schlagen, und die Reitcamcele fuchtelt man mit einem langen ledernen Riemen. Man muntert beide auch mit einem Klatschen der Zunge auf, das jenen unserer Kutscher ähnlich ist, wenn sie ihre Pferde anfeuern. + +Ich muss hier auch bemerken, dass die Beduinen niemals pfeifen, und dass sie es nie leiden, wenn ein in ihren Gebräuchen wenig unterrichteter Reisender in ihrer Gesellschaft pfeift. Von der andern Seite glaube ich, dass sie, wenn sie flüstern, keine andere Absicht haben, als sich die Langeweile auf der Reise zu vertreiben. + +Die Sebraker durften nichts von Camele essen), die Araber aber und die Bewohner Aegyptens, + +Levit. XI. 3. (Michaelis meint, Moses habe es deswegen verboten, um den Israeliten alle Veranlassung zu irgend einer Gemeinschaft mit den benachbarten Beduinen-Arabern zu benehmen, weil er die Hebräer zu einem)" +Z166069305,400,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000400/full/full/0/native.jpg,"die feine Christen find, fehen ihr Fleisch fur eine ausges +suchte Speise und felbft fur eine gesunde Nahrung an: +denn in den Stadten, wo der Fanatismus am weitesten +getrieben wird, in Kairo und in Alexandrien, +durfte man fein solches Fleisch an die Franken verkaufen, +die ubrigens auch gar nicht begierig darnach sind, weil dasselbe +ob es gleich keinen schlechten Geschniak bat, doch trocken +und hart ist. In der Berberei bereitet man Camel +zungen zul, und raudyert fie, um sie nach Italien und +andern Landern zu verschicken: fie schmecken sehr gut. +Das Camel, dieses Thier, das die Natur so weis. +[ ich fur die Morgenlander gebildet hat, wo es den Haupts +reichthum der Nationen ausmacht, die es fur ein Ges +schenk des Himmels ansehen, war nicht unter der Zahl +der in dem alten Aegypten geheiligten Thiere. Unter +einer Regierung, die nur die Absicht batte, ihr Volf von +allen andern Volfern abzusondern, und es blos an den +Acerbau zu gewohnen, war alles, was keinen Bezug dar, +auf batte, gleidygultig, und alles, was davon entfernte, +wurde gehalig. Unter diesem leztern Gefichtspunkte +waren das Pferd, das Camel und der Erel, die handel. +freibenden Nationen nothwendig sind, fiir die Hegypter +Gegenstande der Verachtung. +Die jesigen Einwohner Negyptens unterhalten +eine grose Anzahl Camele, die ihnen die Araber ziehen +und liefern. Sie stehen daher stets in einem ziemlich +hohen Preise. Das Stuk galt zu Kairo vier- bis funf- +hundert Franken: in Ober agypten stand ihr Preis +A& erbau treibenden Volfe habe machen wollen. Mores +rechnete das Camel unter die Thiere, die zwar wiederkauen, +und in fo fern rein sind, aber weil es den Fus nicht ganz +durchspalte, fo rey es unrein.) +Der Ueberiemer.","572 + +1 + +die feine Chriſten find, fehen ihr Fleiſch für eine ausges +ſuchte Speiſe und felbft für eine geſunde Nahrung an: +denn in den Städten, wo der Fanatismus am weiteſten +getrieben wird, in Kairo und in Alexandrien, +durfte man fein ſolches Fleiſch an die Franken verkaufen, +die übrigens auch gar nicht begierig darnach ſind, weil daſſelbe +ob es gleich keinen ſchlechten Geſchniak bat, doch trocken +und hart iſt. In der Berberei bereitet man Camel +zungen zul, und räudyert fie, um ſie nach Italien und +andern Ländern zu verſchicken: fie ſchmecken ſehr gut. + +Das Camel, dieſes Thier, daß die Natur ſo weis. +[ ich für die Morgenländer gebildet hat, wo es den Haupts +reichthum der Nationen ausmacht, die es für ein Ges +ſchenk des Himmels anſehen, war nicht unter der Zahl +der in dem alten Aegypten geheiligten Thiere. Unter +einer Regierung, die nur die Abſicht batte, ihr Volf von +allen andern Volfern abzuſondern, und es bloß an den +Acerbau zu gewöhnen, war alles, was keinen Bezug dar, +auf batte, gleidygültig, und alles, was davon entfernte, +wurde gehålig. Unter dieſem leztern Gefichtspunkte +waren das Pferd, das Camel und der Erel, die handel. +freibenden Nationen nothwendig ſind, fiir die Hegypter +Gegenſtände der Verachtung. + +Die jeßigen Einwohner Negyptens unterhalten +eine große Anzahl Camele, die ihnen die Araber ziehen +und liefern. Sie ſtehen daher ſtets in einem ziemlich +hohen Preiſe. Das Stük galt zu Kairo vier- bis fünf- +hundert Franken: in Ober ágypten ſtand ihr Preis + +A& erbau treibenden Volfe habe machen wollen.· Mores +rechnete das Camel unter die Thiere, die zwar wiederkäuen, +und in fo fern rein ſind, aber weil es den Fuß nicht ganz +durchſpalte, fo rey es unrein.) + +Der Ueberiemer. + + +","die feinen Christen finden, sehen ihr Fleisch für eine ausgelesene Speise und leben für eine gesunde Nahrung an: denn in den Städten, wo der Fanatismus am weitesten getrieben wird, in Kairo und in Alexandrien, durfte man kein solches Fleisch an die Franken verkaufen, die übrigens auch gar nicht begierig darnach sind, weil dasselbe, ob es gleich keinen schlechten Geschmack hat, doch trocken und hart ist. In der Barberei bereitet man Kamelzungen zu, und räuchert sie, um sie nach Italien und anderen Ländern zu verschicken: sie schmecken sehr gut. + +Das Kamel, dieses Tier, das die Natur so weise für die Morgenländer gebildet hat, wo es den Hauptreichthum der Nationen ausmacht, die es für ein Geschenk des Himmels ansehen, war nicht unter der Zahl der in dem alten Ägypten geheiligten Thiere. Unter einer Regierung, die nur die Absicht hatte, ihr Volk von allen anderen Völkern abzusondern, und es bloß an den Ackerbau zu gewöhnen, war alles, was keinen Bezug darauf hatte, gleichgültig, und alles, was davon entfernt war, wurde gehasst. Unter diesem letztern Gesichtspunkte waren das Pferd, das Kamel und der Adler, die handeltreibenden Nationen nöthwendig sind, für die Ägypter Gegenstände der Verachtung. + +Die jetzigen Einwohner Ägyptens unterhalten eine große Anzahl Kamele, die ihnen die Araber züchten und liefern. Sie stehen daher stets in einem ziemlich hohen Preise. Das Stück galt zu Kairo vier- bis fünfhundert Franken: in Oberägypten stand ihr Preis über den der Pferde. + +Der Überlieferer." +Z166069305,401,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000401/full/full/0/native.jpg,"wischen zwei- und dreihundert Franken*).' Sie find +ebenfalls sehr zahlreich in der Berberei, aber file wers +den seltener, je weiter man an der Westkuste von Afrika +hinab kommt, und es scheint als wenn sie sich nicht weiter +als bis zum Cap Vert erstrekten: denn ich habe blos +ein oder zwei Camele bei einigen Gewaltigen in dem fande +der Joloffen gesehen. +Nuser den beiden grosen Gegenfanden des Nusens, +namlich des Fortschaffens von Raften und den Reisen, +gewahrt das Camel noch andere nicht weniger fostliche +Vortheile: sein Haar ist ein wichtiger Handelsartikel, die +Araber machen auch ihre Teppiche und Zelte daraus: +fein Mift mit klarem Stroh vermischt, und hierauf an +der Sonne geddrrt, ist in denjenigen Landern, wo das +Holz& userst felten ist, die gewohnliche Nahrung des +Feuers: auch entsteht aus dieser Materie das Ummoniaci +falz, und die Milch der Weibchen ist eines von den ein +fachen und heilsamen Nahrungsmitteln der Beduiner. +Wir waren noch keine Stunde bei Husseins Be +duinen angekommen, als fich unter ihnen beim Anblicke +einer Horde anderer rauberischer und feindlicher Bedu is +nen, die man in der Ebene entdekte, Unruhe verbreitete. +Alles gerieth in Schrecken und Bewegung: die Weiber +( chrien vor Entfesen; die Manner liefen zu den Waffen: +Einige sprangen auf das erste beste Camel, das sie fanden; +Undere verfolgten die Rauber zu Fuse. Wir blieben +mitten unter dieser unvermutheten Bewegung bei den Alten +und Weibern zur Bewachung des Lagers sehr ruhig. +ich uber diese plozliche Erscheinung einer abelgesinnten +Horde nachdachte, fo fiel mir ein, bas es uns gelte, wird +das ihre Reise eine Wirkung des Auffondes zu Abukir +*) Ein Frante gilt 6'gl. 21 Pfennig faci Seldes. +Der Ueberfeser.","373 + +* 17 + +wiſchen zwei- und dreihundert Franken*).' Sie find +ebenfalls ſehr zahlreich in der Berberei, aber file wers +den ſeltener, je weiter man an der Weſtküſte von Afrika +hinab kommt, und es ſcheint als wenn ſie ſich nicht weiter +als bis zum Cap Vert erſtrekten: denn ich habe bloß +ein oder zwei Camele bei einigen Gewaltigen in dem fande +der Joloffen geſehen. + +Nußer den beiden großen Gegenfånden des Nußens, +nämlich des Fortſchaffens von Raften und den Reiſen, +gewährt das Camel noch andere nicht weniger fóſtliche +Vortheile: ſein Haar iſt ein wichtiger Handelsartikel, die +Araber machen auch ihre Teppiche und Zelte daraus: +fein Mift mit klarem Stroh vermiſcht, und hierauf an +der Sonne geddrrt, iſt in denjenigen Ländern, wo das +Holz& ußerſt felten iſt, die gewohnliche Nahrung des +Feuers: auch entſteht aus dieſer Materie das Ummoniaci +falz, und die Milch der Weibchen iſt eines von den ein +fachen und heilſamen Nahrungsmitteln der Beduiner. + +Wir waren noch keine Stunde bei Huſſeins Be +duinen angekommen, als fich unter ihnen beim Anblicke +einer Horde anderer räuberiſcher und feindlicher Bedu is +nen, die man in der Ebene entdekte, Unruhe verbreitete. +Alles gerieth in Schrecken und Bewegung: die Weiber +( chrien vor Entfeßen; die Männer liefen zu den Waffen: +Einige ſprangen auf das erſte beſte Camel, das ſie fanden; +Undere verfolgten die Räuber zu Fuße. Wir blieben +mitten unter dieſer unvermutheten Bewegung bei den Alten +und Weibern zur Bewachung des Lagers ſehr ruhig. +ich über dieſe plozliche Erſcheinung einer åbelgeſinnten +Horde nachdachte, fo fiel mir ein, baß es uns gelte, wird +daß ihre Reiſe eine Wirkung des Auffondes zu Abukir + +*) Ein Frante gilt 6'gl. 21 Pfennig fáci Seldes. + +Der Ueberfeßer. + + +","zwischen zwei- und dreihundert Franken*). Sie finden sich ebenso sehr zahlreich in der Berberei, aber sie werden seltener, je weiter man an der Westkuste von Afrika hinab kommt, und es scheint als wenn sie sich nicht weiter als bis zum Cap Vert erstreckten: denn ich habe bloß ein oder zwei Kamele bei einigen Gewalthaber in dem Lande der Joloffen gesehen. + +Nebst den beiden großen Gegenständen des Nutzens, nämlich dem Fortschaffen von Lasten und den Reisen, gewährt das Kamel noch andere nicht weniger vorteilhafte Vortheile: sein Haar ist ein wichtiger Handelsartikel, die Araber machen auch ihre Teppiche und Zelte daraus; feines Mist mit klarem Stroh vermischt, und hierauf an der Sonne getrocknet, ist in denjenigen Ländern, wo das Holz überaus seltene ist, die gewöhnliche Nahrung des Feuers: auch entsteht aus dieser Materie das Ummoniaci falz, und die Milch der Weibchen ist eines von den einfachen und heilsamen Nahrungsmitteln der Beduiner. + +Wir waren noch keine Stunde bei Husseins Beduinen angekommen, als sich unter ihnen beim Anblicke einer Horde anderer rauberischer und feindlicher Beduinen, die man in der Ebene entdeckte, Unruhe verbreitete. Alles gerieth in Schrecken und Bewegung: die Weiber schrien vor Entsetzen; die Männer liefen zu den Waffen: Einige sprangen auf das erste beste Kamel, das sie fanden; Andere verfolgten die Räuber zu Fuß. Wir blieben mitten unter dieser unvermutheten Bewegung bei den Alten und Weibern zur Bewachung des Lagers sehr ruhig. + +Ich über diese plötzliche Erscheinung einer abgesinnten Horde nachdachte, so fiel mir ein, dass es uns gelte, wird ihre Reise eine Wirkung des Aufstandes zu Abukir*) Ein Franken gilt 6 gl. 21 Pfennig sächs. Geldes. + +Der Übersetzer." +Z166069305,402,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000402/full/full/0/native.jpg,"und der Meinung rey, die man daselbst uber unsere uner: +meslichen mit fortgenommenen Schatze verbreitet hatte. +Ich wollte meinen Gefahrden keinen Schrek verursachen, +und theilte ihnen daher moinen Verdacht nicht mit, aber +die Folge wird es lehren, wie sehr er gegrundet war. +Als die Ruhe wieder hergestellt war, trat die Gart. +freundschaft, deren Prichten bei diesen Nationen heilig +find, wieder in ihre Rechte ein, und es hatte nichts wenis +ger bedurft, als der Umstand einer rechtmasigen Vers +theidigung um ihre Ausubung aufzuschieben. Man +bracyte mir in Husseins Zelt, das das Meinige wors +den war, und das ich nur mit dem kleinen Ochsen theilte, +da meine Reisegefahrden in verschiedene andere Zelte vers +theilt worden waren; man brachte mir, rage ich, einen +lebenbigen Schops, den man mir fur meine kleine Gesells +schaft zum Abendessen bestimmte. Als man aber fah, das ich +Das Leben dieses armen Thieres Tichonte, rezte man uns +koftliche Milch und eine Art von kleinen knackernden sehr +guten Kuchen vor. Sufseins Frauen liesen mich alle +Augenblicke Fragen, ob ich etwas elfen wollte. +Hier, mitten unter diesen Gesellschaften in der Wriste, +mus man die offene +Dope +suchen, die augenbliflich +aus einem Wirthe einen Freund und einen Bruder macht. +Man fennt daselbst nicht jene heuchlerifchen Hoflidikeifen, +jene lugenhaften zuvorkommenden Freundschaftsbezeugun- +gen, woinit man sich einander in unsern grosen Gefell- +schaften in Europa uberhauft, und uber deren Nichts: +bedeutendheit man wechselseitig ubereingefommen ist. Ein +fache und naturliche Anerbietungen erstrecken fich nur +auf gleich einfache Gegenstande: Tchluge man- fie aus, To +wurde man demjenigen, der fie macht, eine wahre Kran: +fung verursachen; und indem man diese gastfreundschafts +lichen Geschenke annimmt, ist man dafur der Erkenntlichkeit +versichert und lauft nicht Gefahr, zur Last zu fallen.","374 + +und der Meinung rey, die man daſelbſt über unſere uner: +meßlichen mit fortgenommenen Schätze verbreitet hatte. +Ich wollte meinen Gefährden keinen Schrek verurſachen, +und theilte ihnen daher moinen Verdacht nicht mit, aber +die Folge wird es lehren, wie ſehr er gegründet war. + +6 + +OC + ++ + +11 + +BE + ++ + +1 +. + +Als die Ruhe wieder hergeſtellt war, trat die Gart. +freundſchaft, deren Prichten bei dieſen Nationen heilig +find, wieder in ihre Rechte ein, und es hatte nichts wenis +ger bedurft, als der Umſtand einer rechtmäßigen Vers +theidigung um ihre Ausübung aufzuſchieben. Man +bracyte mir in Huſſeins Zelt, das das Meinige wors +den war, und das ich nur mit dem kleinen Ochſen theilte, +da meine Reiſegefährden in verſchiedene andere Zelte vers +theilt worden waren; man brachte mir, rage ich, einen +lebenbigen Schops, den man mir für meine kleine Geſells +ſchaft zum Abendeſſen beſtimmte. Als man aber fah, daß ich +Das Leben dieſes armen Thieres Tichonte, rezte man uns +köftliche Milch und eine Art von kleinen knackernden ſehr +guten Kuchen vor. Şufſeins Frauen ließen mich alle +Augenblicke Fragen, ob ich etwas elfen wollte. + +Hier, mitten unter dieſen Geſellſchaften in der Wriſte, +muß man die offene + +Dope + +ſuchen, die augenbliflich +aus einem Wirthe einen Freund und einen Bruder macht. +Man fennt daſelbſt nicht jene heuchlerifchen Hoflidikeifen, +jene lügenhaften zuvorkommenden Freundſchaftsbezeugun- +gen, woinit man ſich einander in unſern großen Gefell- +ſchaften in Europa überhauft, und über deren Nichts: +bedeutendheit man wechſelſeitig übereingefommen iſt. Ein +fache und natürliche Anerbietungen erſtrecken fich nur +auf gleich einfache Gegenſtande: Tchlüge man- fie aus, To +würde man demjenigen, der fie macht, eine wahre Kran: +fung verurſachen; und indem man dieſe gaſtfreundſchafts +lichen Geſchenke annimmt, iſt man dafür der Erkenntlichkeit +verſichert und läuft nicht Gefahr, zur Laſt zu fallen. + +À +de + +02 + +6 + + +","und der Meinung rey, die man daselbst über unsere unermesslichen mit fortgenommenen Schätze verbreitet hatte. Ich wollte meinen Gefährten keinen Schreck verursachen, und teilte ihnen daher meinen Verdacht nicht mit, aber die Folge wird es lehren, wie sehr er begründet war. Als die Ruhe wieder hergestellt war, trat die Gastfreundschaft, deren Pflichten bei diesen Nationen heilig finden, wieder in ihre Rechte ein, und es hatte nichts weniger gebraucht, als der Umstand einer rechtzeitigigen Verteidigung um ihre Ausübung aufzuschieben. Man brachte mir in Husseins Zelt, das das meinige war, und das ich nur mit dem kleinen Ochsen theilte, da meine Reisegefährten in verschiedene andere Zelte vertheilt worden waren; man brachte mir, sage ich, einen lebendigen Schaf, den man mir für meine kleine Gesellschaft zum Abendessen bestimmte. Als man aber sah, dass ich das Leben dieses armen Thieres verschonte, reichte man uns kostliche Milch und eine Art von kleinen knackenden sehr guten Kuchen vor. Suleimans Frauen ließen mich alle Augenblicke fragen, ob ich etwas essen wollte. + +Hier, mitten unter diesen Gesellschaften in der Wüste, muss man die offene Dope suchen, die augenblicklich aus einem Wirthe einen Freund und einen Bruder macht. Man findet daselbst nicht jene heuchlerischen Hofladeleien, jene lugenhaften zuvorkommenden Freundschaftsbezeugungen, womit man sich einander in unsern großen Gesellschaften in Europa überhäuft, und über deren Nichtbedeutendheit man wechselseitig über einigefommen ist. Eine fache und natürliche Anerbietung erstreckt sich nur auf gleich einfache Gegenstände: Trüge man sie aus, würde man demjenigen, der sie macht, eine wahre Kränkung verursachen; und indem man diese gastfreundschaftlichen Geschenke annimmt, ist man dafür der Erkenntlichkeit versichert und läuft nicht Gefahr, zur Last zu fallen." +Z166069305,403,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000403/full/full/0/native.jpg,"Die Eifersucht, diese Tochter des Stolzes, fft hier +auch nicht der Tyrann der Weiber. kurus und funstliche +Pergnugung, die Unsittlichkeit in ihrem Gefolge haben, +baben keinen Verfuch gemacht, auf diesem unfruchtbaren +und ausgetrokneten Sande festen Fus zu fassen. Die +Sitten haben sich daselbst rein, einfach und so erhalten, +ffie man sie in der alten Geschichte dieser Wolfer geschil. +dert findet. Die Frauen tragen kein Bedenken, wie die +Weiber der andern in Aegypten Tebhaften Volfer, fich +mit offenem Gerichte zu zeigen, mit dem Fremden frei +umzugehen und eine sanfte und naturliche Munterkeit +reben zu lassen, die eine Gefahrtin der Sugend ist und +die Gewissensbiffe verscheuchen. Ich habe schon gesagt, +das diese Frauenzimmer, wenn sie noch jung sind, nicht +ohne Schonheit seyn, ob sie gleich eine Idwarzbraune +Farbe habent, und das europaische Augen fich nur mit +Muhe an die schmerzhaften Figuren gewohnen, die fie +fiets mit einer Nadel und mit Schwarz auf den untern +Theil ihres Gesichtes machen. Diese fonderbare Verzies +rung ift mehrern Volfern, besonders in Afrika, gemein: +fie hat sich sogar auf Malth a eingeschlichen, fich +das Volt ahnliche Figuren, zwar nicht in das Gesicht, +aber auf andere Theile des Korpers macht. Die proben- +calischen Matrosen, die an dieser Insel anlandeten, +bezahlten grostentheils Leute, deren Gewerbe darin +bestcht, das sie allerhand figuren, besonders religiose +Gegenstande, auf die Verme und Hande machten. Selbst +der Grenadier von der Marine, den ich bei mir hatte, +hatte auf der ganzen Lange seines Vorderarmes ein +Krcuz, das ich +as ich erst zu Kairo bemerkte und womit +er uns in Aegypten in grose Gefahr batte bringer +fnnen. +Die Beduinen sind im Augemeinen sehr schone +Lcute; ein einfaches und einformig: 8 Leben, das keine +Ausschweifungen zerstoren, dauert bis zu dem von der","375 + +. + +1 + +Die Eiferſucht, dieſe Tochter des Stolzes, fft hier +auch nicht der Tyrann der Weiber. kurus und fünſtliche +Pergnügung, die Unſittlichkeit in ihrem Gefolge haben, +baben keinen Verfuch gemacht, auf dieſem unfruchtbaren +und ausgetrokneten Sande feſten Fuß zu faſſen. Die +Sitten haben ſich daſelbſt rein, einfach und ſo erhalten, +ffie man ſie in der alten Geſchichte dieſer Wölfer geſchil. +dert findet. Die Frauen tragen kein Bedenken, wie die +Weiber der andern in Aegypten Tebhaften Volfer, fich +mit offenem Gerichte zu zeigen, mit dem Fremden frei +umzugehen und eine ſanfte und natürliche Munterkeit +reben zu laſſen, die eine Gefährtin der Sugend iſt und +die Gewiſſensbiffe verſcheuchen. Ich habe ſchon geſagt, +daß dieſe Frauenzimmer, wenn ſie noch jung ſind, nicht +ohne Schönheit ſeyn, ob ſie gleich eine Idwarzbraune +Farbe habent, und daß europäiſche Augen fich nur mit +Mühe an die ſchmerzhaften Figuren gewohnen, die fie +fiets mit einer Nadel und mit Schwarz auf den untern +Theil ihres Geſichtes machen. Dieſe fonderbare Verzies +rung ift mehrern Volfern, beſonders in Afrika, gemein: +fie hat ſich ſogar auf Malth a eingeſchlichen, fich +das Volt áhnliche Figuren, zwar nicht in das Geſicht, +aber auf andere Theile des Körpers macht. Die proben- +çaliſchen Matroſen, die an dieſer Inſel anlandeten, +bezahlten großtentheils Leute, deren Gewerbe darin +beſtcht, daß ſie allerhand figuren, beſonders religioſe +Gegenſtände, auf die Verme und Hände machten. Selbſt +der Grenadier von der Marine, den ich bei mir hatte, +hatte auf der ganzen Långe ſeines Vorderarmes ein +Krcuz, das ich + +as ich erſt zu Kairo bemerkte und womit +er uns in Aegypten in große Gefahr båtte bringer +fønnen. + +Die Beduinen ſind im Augemeinen ſehr ſchöne +Lcute; ein einfaches und einförmig: 8 Leben, das keine +Ausſchweifungen zerſtören, dauert bis zu dem von der + +1 + + +","Die Eifersucht, diese Tochter des Stolzes, ist hier auch nicht der Tyrann der Weiber. Kurze und fröhliche Pergnügung, die Unsittlichkeit in ihrem Gefolge haben, haben keinen Versuch gemacht, auf diesem unfruchtbaren und ausgetrockneten Sande festen Fuß zu fassen. Die Sitten haben sich daselbst rein, einfach und so erhalten, wie man sie in der alten Geschichte dieser Wüsten geschilt findet. Die Frauen tragen kein Bedenken, wie die Weiber der andern in Ägypten tebhäftigen Völfer, sich mit offenem Gerichte zu zeigen, mit dem Fremden frei umzugehen und eine sanfte und naturliche Munterkeit reben zu lassen, die eine Gefährtin der Sünde ist und die Gewissensbisse verscheucht. Ich habe schon gesagt, dass diese Frauenzimmer, wenn sie noch jung sind, nicht ohne Schönheit seyn, ob sie gleich eine dunkelbraune Farbe haben, und das europäische Auge sich nur mit Mühe an die schmerzhaften Figuren gewöhnen kann, die sie sich mit einer Nadel und mit Schwarz auf den untern Theil ihres Gesichtes machen. Diese sonderbare Verziehung ist mehreren Völkern, besonders in Afrika, gemein; sie hat sich sogar auf Malta eingeschlichen, sich das Volk ähnliche Figuren, zwar nicht in das Gesicht, aber auf andere Theile des Körpers macht. + +Die provencalischen Matrosen, die an dieser Insel anlandeten, bezahlten großentheils Leute, deren Gewerbe darin bestand, dass sie allerhand figuren, besonders religiöse Gegenstände, auf die Arme und Hände machten. Selbst der Grenadier von der Marine, den ich bei mir hatte, hatte auf der ganzen Länge seines Vorderarmes ein Kreuz, das ich erst zu Kairo bemerkte und womit er uns in Ägypten in große Gefahr bringen konnte. + +Die Beduinen sind im Allgemeinen sehr schöne Leute; ein einfaches und einformiges Leben, das keine Ausschweifungen zerstört, dauert bis zu dem von der" +Z166069305,404,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000404/full/full/0/native.jpg,"Natur bestimmten Ziele fort. Sie werden sehr alt, und +im hohen Alter zeichnen sie sich durch eine ehrwurdige und +wahrhaft patriarchalische Gesichtsbildung aus. Gleichwohl +giebt es ein: n Theil unter diesem Volke, eine Race, die; +burch Elend, durch ftetes Umberirren und durch die +Leiden eines kummerlichen und unruhigen Lebens; ro zu +fagen, ausgeartet ist. Sie wandern stets umher, find +ftets Kauber und stets Unglukliche, und fehen fast alle +Tehr durre und armselig aus, und man hat Muhe, tinten +ihnen die Spuren von ihrer ursprunglichen Schonheit +wieder zu erkennen. +nie +Ich fand bei meinen Wirthsleuten eine sonderbare. +Meinung, die die Sage unter ihnen geheiligt hatte. Sie +behaupteten, ihre Vorfahren waren Europaer und +Chriften gewesen; dean da eines ihrer Schifau der +agyptischen Kuste Schiffbruch gelitten hattelo waren +fie ausgeplundert und in der Wuste zu leben genothigt +worden. Aber alles, was fie von dem vorgeblichen +Christenthume ihrer Vater behalten hatten, war das +Kreuz, das sie mit den Fingern machten oder das sie +auf dem Sande nachbildeten. Ich weis nicht, in wiefern +man dieser Erzahlung glauben darf; aber es ist gewis, +das es mir mehrere Leute in dem Lager verschiedenemal +und ohne Auffoderung gesagt haben, und das ich es bei +keinein anern Stamme wiederhohlen gehort habe. +NIC +Ich schlief die ganze Nacht uber nicht; ich wurde +von einer ungeheuern menge von Floben geplagt, die +inir keinen Augenblik Ruhe liesen. Sie werden durch +das Dich und durch das Feuer herbeigeloft, das man +unter den Zelten unterhalt: der Boden und die Teppiche +waren voli bavon und ich bewunderte die Gefuhllosigkeit +Des Beduine ni, der mitten unter diesen Infekten in +tiefem Schlafe liegt.","376 + +Natur beſtimmten Ziele fort. Sie werden ſehr alt, und +im hohen Alter zeichnen ſie ſich durch eine ehrwürdige und +wahrhaft patriarchaliſche Geſichtsbildung aus. Gleichwohl +giebt es ein: n Theil unter dieſem Volke, eine Race, die; +burch Elend, durch ftetes Umberirren und durch die +Leiden eines kümmerlichen und unruhigen Lebens; ro zu +fagen, ausgeartet iſt. Sie wandern ſtets umher, find +ftets Käuber und ſtets Unglükliche, und fehen faſt alle +Tehr dürre und armſelig aus, und man hat Mühe, tinten +ihnen die Spuren von ihrer urſprünglichen Schönheit +wieder zu erkennen. + +I + +nie + +41 + +11 + +Ich fand bei meinen Wirthsleuten eine ſonderbare. +Meinung, die die Sage unter ihnen geheiligt hatte. Sie +behaupteten, ihre Vorfahren waren Europäer und +Chriften geweſen; dean da eines ihrer Schifau der +ågyptiſchen Küſte Schiffbruch gelitten háttelo wåren +fie ausgeplündert und in der Wüſte zu leben genothigt +worden. Aber alles, was fie von dem vorgeblichen +Chriſtenthume ihrer Våter behalten hatten, war das +Kreuz, das ſie mit den Fingern machten oder das ſie +auf dem Sande nachbildeten. Ich weiß nicht, in wiefern +man dieſer Erzählung glauben darf; aber es iſt gewiß, +daß es mir mehrere Leute in dem Lager verſchiedenemal +und ohne Auffoderung geſagt haben, und daß ich es bei +keinein anøern Stamme wiederhohlen gehört habe. + +NIC + +Ich ſchlief die ganze Nacht über nicht; ich wurde +von einer ungeheuern menge von Floben geplagt, die +inir keinen Augenblik Ruhe ließen. Sie werden durch +das Dich und durch das Feuer herbeigeloft, das man +unter den Zelten unterhalt: der Boden und die Teppiche +waren voli bavon und ich bewunderte die Gefühlloſigkeit +Des Beduine ni, der mitten unter dieſen Infekten in +tiefem Schlafe liegt. + + +","Natur bestimmten Zielen fort. Sie werden sehr alt, und im hohen Alter zeichnen sie sich durch eine ehrwürdige und wahrhaft patriarchalische Gesichtsbildung aus. Gleichwohl gibt es einen Teil unter diesem Volke, eine Rasse, die durch Elend, durch stetes Umherirren und durch die Leiden eines kummerlichen und unruhigen Lebens fast ausgeartet ist. Sie wandern stets umher, finden stets Käufer und stets Unglückliche, und sehen fast alle Theile dürre und armselig aus, und man hat Mühe, in ihnen die Spuren von ihrer ursprünglichen Schönheit wieder zu erkennen. + +Ich fand bei meinen Wirthsleuten eine sonderbare Meinung, die die Sage unter ihnen geheiligt hatte. Sie behaupteten, ihre Vorfahren waren Europäer und Christen gewesen; da eines ihrer Schiffau der ägyptischen Küste Schiffbruch gelitten hätte, wären sie ausgeplündert und in der Wüste zu leben genötigt worden. Aber alles, was sie von dem vorgeblichen Christenthume ihrer Väter behalten hatten, war das Kreuz, das sie mit den Fingern machten oder das sie auf dem Sande nachbildeten. Ich weiß nicht, in wiefern man dieser Erzählung glauben darf; aber es ist gewiss, dass es mir mehrere Leute in dem Lager verschiedenemal und ohne Aufforderung gesagt haben, und dass ich es bei keinem anderen Stamme wiederholt gehört habe. + +Ich schlief die ganze Nacht über nicht; ich wurde von einer ungeheuern Menge von Flöhen geplagt, die mir keinen Augenblick Ruhe ließen. Sie werden durch das Dickicht und durch das Feuer herbeigelockt, das man unter den Zelten unterhält: der Boden und die Teppiche waren voll davon und ich bewunderte die Gefühllosigkeit des Beduinen, der mitten unter diesen Insekten in tiefem Schlafe liegt." +Z166069305,405,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000405/full/full/0/native.jpg,": Ein Beduine hatte einen kleinen antifen Wurfel +ton Bronze, defien Flache neun Linien gros war, gefun- +den: er trat inir denselben ab. Die beiden darauf einges +grabenen Buchstaben LV. bedeuten wahrscheinlich 55. +Sechs und zwanzigstes Capitel. +Reise durch die Provinz Bahire Beduinen +Staare Bohnen Damanhur- verbreitete +Gerichte uber die Reise des Verfaffers Baum- +wolle offentliche Madchen Fortresung der +Reise bis in die Wuste klaglicher Zustand der +Sandleute +Herrliche Ebenen +Wuste Haas +fen Wogel wilde Ochsen Gazellen, +Tiger- Strause. +Nachdem ich den Weibern meines Wirthes einige Kleis +nigkeiten geschenkt hatte, reisten wir am iten Januar +1778 um acht Uhr des Morgens ab. Ich bestieg ein +sehr schones Pferd, und ich wurde auf demfelben eine +grose Strecke Weges zurufgelegt haben, wenn die Camele +von der kleinen Race, worauf meine Reisegefahrten ritten, +meinen Marsch Durch flyre anserordentliche Langsamkeit +nicht aufgehalten hatten. Eine halbe Meile von dem +Lager erblikte man gegen Nordwesten auf einer Aubdhe +ein Dorf. Es hies Kariam. Wir festen unsere Reise +an dem Canal von Alexandrien hin fort, indem wir: +fie nach Sustoffen richteten. Auf dieser Seite gab es sehr +kleine angebauete Bezirke; das Nebrige aber war blos +cine, obgleich weniger durre Sandflache, als jene, die","377 + +: Ein Beduine hatte einen kleinen antifen Würfel +ton Bronze, defien Fläche neun Linien groß war, gefun- +den: er trat inir denſelben ab. Die beiden darauf einges +grabenen Buchſtaben LV. bedeuten wahrſcheinlich 55. + +Sechs und zwanzigſtes Capitel. + +. + +Reiſe durch die Provinz Bahire Beduinen +Staare Bohnen Damanhur- verbreitete +Gerichte über die Reiſe des Verfaffers Baum- +wolle öffentliche Mädchen Fortreßung der +Reiſe bis in die Wüſte kláglicher Zuſtand der +Sandleute +Herrliche Ebenen + +Wüſte Haas +fen Wogel wilde Ochſen Gazellen, + +Tiger- Strauße. + +. + +Nachdem ich den Weibern meines Wirthes einige Kleis +nigkeiten geſchenkt hatte, reiſten wir am iten Januar +1778 um acht Uhr des Morgens ab. Ich beſtieg ein +ſehr ſchönes Pferd, und ich würde auf demfelben eine +große Strecke Weges zurüfgelegt haben, wenn die Camele +von der kleinen Race, worauf meine Reiſegefährten ritten, +meinen Marſch Durch flyre anßerordentliche Langſamkeit +nicht aufgehalten hätten. Eine halbe Meile von dem +Lager erblikte man gegen Nordweſten auf einer Aubdhe +ein Dorf. Es hieß Kariam. Wir festen unſere Reiſe +an dem Canal von Alexandrien hin fort, indem wir: +fie nach Súſtoffen richteten. Auf dieſer Seite gab es ſehr +kleine angebauete Bezirke; das Nebrige aber war bloß +cine, obgleich weniger dürre Sandfläche, als jene, die + + +","Ein Beduine hatte einen kleinen antiken Würfel von Bronze, dessen Fläche neun Linien groß war, gefunden: er trat denselben ab. Die beiden darauf eingeschriebenen Buchstaben LV bedeuten wahrscheinlich 55. + +Sechs und zwanzigstes Capitel. +Reise durch die Provinz Bahren Beduinen-Staare Bohnen Damanhur- verbreitete Gerichte über die Reise des Verfassers Baumwolle öffentliche Mädchen Fortsetzung der Reise bis in die Wüste klaglicher Zustand der Sandleute Herrliche Ebenen Wüste Haas feine Vögel wilde Ochsen Gazellen, Tiger-Strauße. + +Nachdem ich den Weibern meines Wirthes einige Kleinigkeiten geschenkt hatte, reisten wir am zehnten Januar 1778 um acht Uhr des Morgens ab. Ich bestieg ein sehr schönes Pferd, und ich würde auf demselben eine große Strecke Weges zurüggelegt haben, wenn die Kamele von der kleinen Rasse, worauf meine Reisegefährten ritten, meinen Marsch durch ihre außerordentliche Langsamkeit nicht aufgehalten hatten. Eine halbe Meile von dem Lager erblickte man gegen Nordwesten auf einer Anhöhe ein Dorf. Es hieß Kariam. Wir setzten unsere Reise an dem Canal von Alexandrien hin fort, indem wir uns nach Süden richteten. + +Auf dieser Seite gab es sehr kleine angebaute Bezirke; das Nächste aber war bloß eine, obgleich weniger dürre Sandfläche, als jene, die" +Z166069305,406,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000406/full/full/0/native.jpg,"mir den Tag vorher von A bulir aus durchreist hatten: +diese Verschiedenheit war ein Zeichen, das ein schreklicher +Despotismus und die Barbarei der Bewohner dieres ufer +verodet und unfruchtbar gemacht hatten. Das gegenaber- +ftchende Ufer gab einen weniger traurigen Anblif: man +rah daselbst in einiger Entfernung eine Reihe mit dem +Canal parallel laufender Dorfer. +Ich war mit meinem Pferde vorausgeritten, und +langte in eisim Dorfe, Namens Berfik, an, an deffen +Seite Beduinen von dem namlichen Stamme als +Hussein war, ihr Lager aufgeschlagen hatten. Der +Scheit fuhrte mich, ohne zu fragen, wer ich ware, in +rein Zelt. Ich gab ihm zu verstehen, ich sey ein Frans +fore, und sogleich wurde ich von einem Haufen Bedu is +nen umringt: fie fahen. inich an, untersuchten- und +befuhlten mich, als ob ich ein auserordentliches Werent +ware: fie machten so wie diejenigen, die ich so eben vers +laffen hatte, das Kreuz mit den Fingern oder bildeten +es in dem Sande' nach. Die Weiber wolna mich auch +sehen; sie begleiteten aber ihre Neugierde mit vortreflicher +Milch, die fie mir mitbrachten. Ich wurde von allen +Seiten gedrengt: endlich befreiete mich die Ankunft meiner +Begleitung von einer zwar wohlwollenden, aber auzu +judringlichen Gesellschaft. +rii +Die durren Sandflachen verwandelten sich bei unserm +Xustritte aus Berfil in fruchtbare Gefilde, wo es +fine ungeheuere Menge Lerchen gab, die in grosen Heers +deu umherflogen. +- Gegen Mittag kamen wir in einem Dorfe oder viel, +mehr in drei Dorfern an, die sehr nahe einander an der +Seite liegen, und die alle drei den Namen Sent a w +fuhren. In ihrer Nahe Fah ich mitten unter Ruhen einen +zahlreichen Zug Staare: fie waren die ersten, die ich in","378 + +1 + +mir den Tag vorher von A bulir aus durchreiſt hatten: +dieſe Verſchiedenheit war ein Zeichen, daß ein ſchreklicher +Deſpotismus und die Barbarei der Bewohner dieres ufer +verodet und unfruchtbar gemacht hatten. Das gegenåber- +ftchende Ufer gab einen weniger traurigen Anblif: man +rah daſelbſt in einiger Entfernung eine Reihe mit dem +Canal parallel laufender Dorfer. + +11 +* + +Ich war mit meinem Pferde vorausgeritten, und +langte in eisim Dorfe, Namens Berfik, an, an deffen +Seite Beduinen von dem nåmlichen Stamme als +Huſſein war, ihr Lager aufgeſchlagen hatten. Der +Scheit führte mich, ohne zu fragen, wer ich wäre, in +rein Zelt. Ich gab ihm zu verſtehen, ich ſey ein Frans +fore, und ſogleich wurde ich von einem Haufen Bedu is +nen umringt: fie fahen. inich an, unterſuchten- und +befühlten mich, als ob ich ein außerordentliches Werent +wäre: fie machten ſo wie diejenigen, die ich ſo eben vers +laffen hatte, das Kreuz mit den Fingern oder bildeten +es in dem Sande' nach. Die Weiber wolna mich auch +ſehen; ſie begleiteten aber ihre Neugierde mit vortreflicher +Milch, die fie mir mitbrachten. Ich wurde von allen +Seiten gedrengt: endlich befreiete mich die Ankunft meiner +Begleitung von einer zwar wohlwollenden, aber auzu +judringlichen Geſellſchaft. + +18 + +rii + +* + +1 + +Die dürren Sandflächen verwandelten ſich bei unſerm +Xustritte aus Berfil in fruchtbare Gefilde, wo es +fine ungeheuere Menge Lerchen gab, die in großen Heers +deu umherflogen. + +11 + +wy + +- Gegen Mittag kamen wir in einem Dorfe oder viel, +mehr in drei Dörfern an, die ſehr nahe einander an der +Seite liegen, und die alle drei den Namen Sent a w +führen. In ihrer Nähe Fah ich mitten unter Rühen einen +zahlreichen Zug Staare: fie waren die erſten, die ich in + + +","Mir den Tag vorher von A bulir aus durchreist hatten: +diese Verschiedenheit war ein Zeichen, das ein schrecklicher Despotismus und die Barbarei der Bewohner dieses Ufers verödet und unfruchtbar gemacht hatten. Das gegenüberliegende Ufer gab einen weniger traurigen Anblick: man sah daselbst in einiger Entfernung eine Reihe mit dem Canal parallel laufender Dörfer. + +Ich war mit meinem Pferde vorausgeritten, und langte in einem Dorfe, Namens Berfik, an, an dessen Seite Beduinen von dem namlichen Stamme als Hussein war, ihr Lager aufgeschlagen hatten. Der Scheich führte mich, ohne zu fragen, wer ich ware, in sein Zelt. Ich gab ihm zu verstehen, ich sey ein Franzose, und sogleich wurde ich von einem Haufen Beduinen umringt: sie sahen mich an, untersuchten und befühlten mich, als ob ich ein außerordentliches Wesen ware: sie machten so wie diejenigen, die ich so eben verlassen hatte, das Kreuz mit den Fingern oder bildeten es in dem Sande nach. Die Weiber wollen mich auch sehen; sie begleiteten aber ihre Neugierde mit vortrefflicher Milch, die sie mir mitbrachten. Ich wurde von allen Seiten gedrängt: endlich befreite mich die Ankunft meiner Begleitung von einer zwar wohlwollenden, aber aufdringlichen Gesellschaft. + +Die dürren Sandflächen verwandelten sich bei unserm Austritte aus Berfik in fruchtbare Gefilde, wo es eine ungeheure Menge Lerchen gab, die in großen Heeren umherflogen. + +Gegen Mittag kamen wir in einem Dorfe oder vielmehr in drei Dörfern an, die sehr nahe einander an der Seite liegen, und die alle drei den Namen Sentaw führen. In ihrer Nähe sah ich mitten unter Ruhen einen zahlreichen Zug Stare: sie waren die ersten, die ich in" +Z166069305,407,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000407/full/full/0/native.jpg,"aegypten zu Gesichte betam, wo fie den Winter uber +bleiben*). +Hurisin fuhrte uns zu dem Scheit el belled +oder fande's vorgerezten, dem ich Is ma e l'8 +Prief oder Befehl vorzeigte. Er konnte nicht lefen, aber +er fannte sehr gut das Siegel des obersten Befehlshabers, +beinahe wie es die wilden in Guyane machten, die +dem Vorzeiger von dem Siegel des Gouverneurs von +Cayenne gehorchten. Man trug uns ein Mittagsmal +auf, das schon sehr ecfelhaft an sich selbst war, es aber +noch mehr durch die hasliche Art wurde, mit der die Bea +Suinen und die Landleute uber die Schusseln herfielen. +Wir fezten um zwei Uhr unsere Reise wieder durch +die Ebenen fort, die sich von allen Seiten mit dem Horie +jonte vermischten und die den Anbau derselben verschos +nerten. Sie waren mit Bohnen bedekt **), deren damals +vollig aufgebluhete Bluthen in der Atmofphare einen +susen und angenehmen Gerud) verbreiteten. Die Winde; +die uber diese Bluthendecken bingehen, beladen sich mit +ihrem Wohlgiruche und durchrauchern die Stadte damit. +Die alten Aegypter"" hatten vor dieser Pflanze einen +Ab sdheu: fie asen sie nicht allein nicht, sondern sie durften +sie auch nicht faen; die Priester fonnten nicht einmal +ihren Anblik ertragen. Heut, zu Lage bedekt fie sehr +grose Felder, und ihre Koruer sind eines von dem gewohna +lichsten Futter fur das Lastvieh und fur die Schaafe. +Ich kenne keine Ebene, die man mit derjenigen vergleichen +konute, die wir jezt durchreiseten: einige Unhohen schic: +nen ausdruklich dahin gestellt zu seyn, um die glanzende +Einformigkeit der Bluthen zu unterbrechen.' Trummern +verlaffener Wohnungen machten die Anfidit noch inah +lerider. +*) Sturnus vulgaris. Lin. Etourneau, Buffon, +**) Vicia Faba. Lim.","379 + +. + +aegypten zu Geſichte betam, wo fie den Winter über +bleiben*). + +Hurisin führte uns zu dem Scheit el belled +oder fande's vorgerezten, dem ich Is ma e l'8 +Prief oder Befehl vorzeigte. Er konnte nicht lefen, aber +er fannte ſehr gut das Siegel des oberſten Befehlshabers, +beinahe wie es die wilden in Guyane machten, die +dem Vorzeiger von dem Siegel des Gouverneurs von +Cayenne gehorchten. Man trug uns ein Mittagsmal +auf, das ſchon ſehr ecfelhaft an ſich ſelbſt war, es aber +noch mehr durch die haßliche Art wurde, mit der die Bea +Suinen und die Landleute über die Schüſſeln herfielen. + +? + +Wir fezten um zwei Uhr unſere Reiſe wieder durch +die Ebenen fort, die ſich von allen Seiten mit dem Horie +jonte vermiſchten und die den Anbau derſelben verſchos +nerten. Sie waren mit Bohnen bedekt **), deren damals +vollig aufgeblühete Blüthen in der Atmofphäre einen +ſüßen und angenehmen Gerud) verbreiteten. Die Winde; +die über dieſe Blüthendecken bingehen, beladen ſich mit +ihrem Wohlgiruche und durchräuchern die Städte damit. +Die alten Aegypter"" hatten vor dieſer Pflanze einen +Ab ſdheu: fie aßen ſie nicht allein nicht, ſondern ſie durften +ſie auch nicht fåen; die Prieſter fonnten nicht einmal +ihren Anblik ertragen. Heut, zu Lage bedekt fie ſehr +große Felder, und ihre Kóruer ſind eines von dem gewohna +lichſten Futter für das Laſtvieh und für die Schaafe. +Ich kenne keine Ebene, die man mit derjenigen vergleichen +konute, die wir jezt durchreiſeten: einige Unhöhen ſchic: +ñen ausdrůklich dahin geſtellt zu ſeyn, um die glänzende +Einförmigkeit der Blüthen zu unterbrechen.' Trümmern +verlaffener Wohnungen machten die Anfidit noch inah +lerider. + +I + +*) Sturnus vulgaris. Lin. Etourneau, Buffon, +**) Vicia Faba. Lim. + + +","Aegypten zu Gesichte betam, wo sie den Winter über bleiben). + +Hurisin fuhrte uns zu dem Scheich el belled oder fand's vorgereizten, dem ich ein Schreiben oder Befehl vorzeigte. Er konnte nicht lesen, aber er kannte sehr gut das Siegel des obersten Befehlshabers, beinahe wie es die wilden in Guyane machten, die dem Vorzeiger von dem Siegel des Gouverneurs von Cayenne gehorchten. Man trug uns ein Mittagsmahl auf, das schon sehr abschreckend an sich selbst war, es aber noch mehr durch die hassliche Art wurde, mit der die Beduinen und die Landleute über die Schüsseln herfielen. + +Wir setzten um zwei Uhr unsere Reise wieder durch die Ebenen fort, die sich von allen Seiten mit dem Horiizont vermischten und die den Anbau derselben verschönerten. Sie waren mit Bohnen bedeckt **), deren damals vollig aufgeblühte Blüthen in der Atmosphäre einen süßen und angenehmen Geruch verbreiteten. Die Winde, die über diese Blüthen decken gehen, beladen sich mit ihrem Wohlgeruche und durchrauschen die Städte damit. + +Die alten Ägypter hatten vor dieser Pflanze einen Abscheu: sie aßen sie nicht allein nicht, sondern sie durften sie auch nicht fassen; die Priester konnten nicht einmal ihren Anblick ertragen. Heute bedeckt sie sehr große Felder, und ihre Körner sind eines von dem gewöhnlichsten Futter für das Lastvieh und für die Schafe. + +Ich kenne keine Ebene, die man mit derjenigen vergleichen könnte, die wir jetzt durchreisten: einige Unhöh'n schienen ausdrücklich dahin gestellt zu seyn, um die glänzende Einformigkeit der Blüthen zu unterbrechen. Trümmer verlassener Wohnungen machten die Ansicht noch inhaltsloser. + +*) Sturnus vulgaris. Lin. Etourneau, Buffon, +**) Vicia Faba. Lim." +Z166069305,408,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000408/full/full/0/native.jpg,"Wir langten Abends in dem Dorfe Quebil' an, +das am westlichen Ufer des Canals von Alexans +drien liegt, und das, wie alle diejenigen, die ich gesehen +hatte, von Erde erbauet war. Der Scheit el Belled, +bei dem ich mich erkundigte, ob es in seinem Dorfe oder +in den umliegenden Gegenden keine Spuren von Alterthu. +mern gebe, sagte mir, man rebe in der Moschee eine +prachtige Figur. Ich befah file und fand, das diere +beruhmte Figur die Halfte won einem Lowenkopfe und +wivklich antif war, und das sie die Ortsbewohner in eine +Mauer ihres Tempels eingemauert hatten. +Den 2ten Januar sah ich mit Tagesanbruch einer +betrachtlichen Zug Kraniche*), die uber das Dorf bin +flogen. Wir sezten uber den Canal von Alexandrien, +der Guebil gegenuber ganz trocken war, und trafen +um 10 Uhr Vormittags zu Damanbur ein. Der +Weg zwischen diesen beiden Orten gieng uber Felder hin, +die mit Klee und mit bluhenden Boonen bedeft waren. +Diere Strecke von angebaueten Bezirken macht einen Sheil +von der Provinz Bahire'i **) aus, wovou Damans +bur die Hauptstadt ist. Dieses fand ist eines von den- +schonsten in der Welt. +Ich machte beim Eintritte in die Stadt halt, +mich zu erkundigen, ob die Baumwollenhandler, die in +ununterbrochenen Handelsverkehr mit unsern Kaufleuten +fu Rarch id ftanden, zu Gause waren. Man hatte +mir zu Raichid versprochen, ihnen vorber meine +7) Ardea grus. L. Grue. Buffon. +**) Die Provinz Bahire' liegt von dein mittellandischen Meere +aus an dein rechten Ufer des Arms von Nardid, und bies +ehemals der nitriotische Nomos, der seinen Namen von +den zwei Matrumsseen hatte, in welchen Natruci in groser +Menge gekiminelt wird. +Det ueberreter.","380 + +Wir langten Abends in dem Dörfe Quebil' an, +das am weſtlichen Ufer des Canals von Alexans +drien liegt, und das, wie alle diejenigen, die ich geſehen +hatte, von Erde erbauet war. Der Scheit el Belled, +bei dem ich mich erkundigte, ob es in ſeinem Dorfe oder +in den umliegenden Gegenden keine Spuren von Alterthú. +mern gebe, ſagte mir, man rebe in der Moſchee eine +prachtige Figur. Ich befah file und fand, daß diere +berühmte Figur die Hälfte won einem Lowenkopfe und +wivklich antif war, und daß ſie die Ortsbewohner in eine +Mauer ihres Tempels eingemauert hatten. + +Den 2ten Januar ſah ich mit Tagesanbruch einer +beträchtlichen Zug Kraniche*), die über das Dorf bin +flogen. Wir ſezten über den Canal von Alexandrien, +der Guebil gegenüber ganz trocken war, und trafen +um 10 Uhr Vormittags zu Damanbur ein. Der +Weg zwiſchen dieſen beiden Orten gieng über Felder hin, +die mit Klee und mit blühenden Boonen bedeft waren. +Diere Strecke von angebaueten Bezirken macht einen Sheil +von der Provinz Bahire'i **) aus, wovou Damans +bur die Hauptſtadt iſt. Dieſes fand iſt eines von den- +ſchönſten in der Welt. + +ic + +Ich machte beim Eintritte in die Stadt halt, +mich zu erkundigen, ob die Baumwollenhåndler, die in +ununterbrochenen Handelsverkehr mit unſern Kaufleuten +fu Rarch id ftanden, zu Gauſe wåren. Man hatte +mir zu Raichid verſprochen, ihnen vorber meine + +, + +21 + +7) Ardea grus. L. Grue. Buffon. +**) Die Provinz Bahire' liegt von dein mittellandiſchen Meere + +aus an dein rechten Ufer des Arms von Nardid, und bieß +ehemals der nitriotiſche Nomos, der ſeinen Namen von +den zwei Matrumsſeen hatte, in welchen Natruci in großer +Menge gekiminelt wird. + +Det ueberreter. + + +","Wir langten Abends in dem Dorfe Quebil' an, +das am westlichen Ufer des Canals von Alexandrien liegt, und das, wie alle diejenigen, die ich gesehen hatte, von Erde erbaut war. Der Scheich El Belled, bei dem ich mich erkundigte, ob es in seinem Dorfe oder in den umliegenden Gegenden keine Spuren von Alterthümern gebe, sagte mir, man rebe in der Moschee eine prächtige Figur. Ich befahl file und fand, dass die berühmte Figur die Hälfte von einem Löwenkopfe und viel ähnlich war, und dass sie die Ortsbewohner in eine Mauer ihres Tempels eingemauert hatten. + +Den 2ten Januar sah ich mit Tagesanbruch einer beträchtlichen Zug Kraniche, die über das Dorf hin flogen. Wir setzten über den Canal von Alexandrien, der Guebil gegenüber ganz trocken war, und trafen um 10 Uhr Vormittags zu Damanbur ein. + +Der Weg zwischen diesen beiden Orten ging über Felder hin, die mit Klee und mit blühenden Bohnen bedeckt waren. Diese Strecke von angebauten Bezirken macht einen Teil von der Provinz Bahire' aus, wovon Damansbur die Hauptstadt ist. Dieses Land ist eines von den schönsten in der Welt. + +Ich machte beim Eintritte in die Stadt halt, mich zu erkundigen, ob die Baumwollenhandler, die in ununterbrochenen Handelsverkehr mit unsern Kaufleuten für Alexandrien standen, zu Hause waren. Man hatte mir zu Alexandrien versprochen, ihnen vorher meine Ankunft zu melden. + +Ardea grus, L. Grue. Buffon. + +Die Provinz Bahire' liegt von dem mittelländischen Meere aus an dem rechten Ufer des Arms von Nardid, und bies ehemals der nitriotische Nomos, der seinen Namen von den zwei Matrumsseen hatte, in welchen Natron in großer Menge gekocht wird." +Z166069305,409,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000409/full/full/0/native.jpg,"Ankunft zu melden und mich isnen zu empfehlen, damit +fie mir alle ihnen mogliche Dienste leisteten. Ob fie schon +teine Nachricist erhalten hatten, ro fchikten sie doch einen +von ihren Sohnen zu mir, um mich in ihr Haus zu fuh. +ren, wo ich sehr gut aufgenommen wurde. Als sie aber +den folgenden Tag merkten, das ich nicht vom Baum- +wolleneinkaufe sprach, den sie als Gegenstand? meiner +Reise ansahen, so wurde ich einige Salte gewahr: ich +nahm daher von diesen alizu faufmannisch gefinnten +Wirthen Abschied, und quartierte mich in eine eben so +schmuzige als finstere Stube einer Caravanserai +ein. Ich w.ar aber kaum in mein neues Zimmer einges +zogen, als ich einen eigenen Bothen von Rardid mit +cinem Empfehlungsschreiben an die Baumwollenhandler +erhielt. Sobald diese davon Nachricht erhalten hatten, +luden fie mich dringend ein, das Zimmer in ihrem Hause, +das ich verlassen hatte, wieder zu beziehen, ich dankte +ihnen aber dafur. +Herr forneti schrieb mir, es gienge das Gerede +zu Rarchid, die Wege waren nid) t sicher, und ich sollte +auf meiner Huth reyn: er rieth mir auch meiner eigenen +Sicherheit wegen, jedes Nachsuchen aufzugeben. Der + Stein, den fie nach Damanhur gebracht haben, +schrieb er mir, macht hier viel Lerm und ich gestehe +ihnen, das ich nidyt ohne Unruhe bin, weil mir mehrere + Personen versichert haben, ein Fremder durchlaufe in +Gesellschaft von Arabern die Dorfer, suche Schake, +, und habe einen bei Daman hur gefunden."" +mit welcher Schnelligkeit pflanzten sich diese Geruchte, +Kinder ciner roben Ilnwiffenheit, fort! Sie waren bor +inir nach Damanbur vorausgegangen, und mau +sprach hier laut von dem Golde, das ich schon gesama +melt batte und von demjenigen, das die Camele' der +Beduinen fortschaffen sollten. Ein einheimischer Kauf:","581 + +A + +. + +Ankunft zu melden und mich ißnen zu empfehlen, damit +fie mir alle ihnen mögliche Dienſte leiſteten. Ob fie ſchon +teine Nachricíst erhalten hatten, ro fchikten ſie doch einen +von ihren Sohnen zu mir, um mich in ihr Haus zu füh. +ren, wo ich ſehr gut aufgenommen wurde. Als ſie aber +den folgenden Tag merkten, daß ich nicht vom Baum- +wolleneinkaufe ſprach, den ſie als Gegenſtand? meiner +Reiſe anſahen, ſo wurde ich einige Sålte gewahr: ich + +ro +nahm daher von dieſen alizu faufmänniſch gefinnten +Wirthen Abſchied, und quartierte mich in eine eben ſo +ſchmuzige als finſtere Stube einer Caravanſerai +ein. Ich w.ar aber kaum in mein neues Zimmer einges +zogen, als ich einen eigenen Bothen von Rardid mit +cinem Empfehlungsſchreiben an die Baumwollenhåndler +erhielt. Sobald dieſe davon Nachricht erhalten hatten, +luden fie mich dringend ein, das Zimmer in ihrem Hauſe, +das ich verlaſſen hatte, wieder zu beziehen, ich dankte +ihnen aber dafür. + +Herr forneti ſchrieb mir, es gienge das Gerede +zu Rarchid, die Wege wären nid) t ſicher, und ich ſollte +auf meiner Huth reyn: er rieth mir auch meiner eigenen +Sicherheit wegen, jedes Nachſuchen aufzugeben.„ Der +„ Stein, den fie nach Damanhur gebracht haben, +ſchrieb er mir, macht hier viel Lerm und ich geſtehe + +ihnen, daß ich nidyt ohne Unruhe bin, weil mir mehrere +„ Perſonen verſichert haben, ein Fremder durchlaufe in + +Geſellſchaft von Arabern die Dörfer, ſuche Schake, +, und habe einen bei Daman hur gefunden."" + +1/ + +mit welcher Schnelligkeit pflanzten ſich dieſe Gerüchte, +Kinder ciner roben Ilnwiffenheit, fort! Sie waren bor +inir nach Damanbur vorausgegangen, und mau +ſprach hier laut von dem Golde, das ich ſchon geſama +melt båtte und von demjenigen, das die Camele' der +Beduinen fortſchaffen ſollten. Ein einheimiſcher Kauf: + +. + + +","Ankunft zu melden und mich ihnen zu empfehlen, damit sie mir alle ihnen möglichen Dienste leisteten. Ob sie schon eine Nachrich erhalten hatten, so schickten sie doch einen von ihren Söhnen zu mir, um mich in ihr Haus zu führen, wo ich sehr gut aufgenommen wurde. Als sie aber den folgenden Tag merkten, dass ich nicht vom Baumwolleneinkauf sprach, den sie als Gegenstand meiner Reise ansahen, so wurde ich einige Salute gewahr; ich nahm daher von diesen artig gefallenen Wirthen Abschied und quartierte mich in eine ebenso schmuzige als finstere Stube einer Caravanserai ein. + +Ich war aber kaum in mein neues Zimmer eingeszogen, als ich einen eigenen Boten von Rardid mit einem Empfehlungsschreiben an die Baumwollenhändler erhielt. Sobald diese davon Nachricht erhalten hatten, luden sie mich dringend ein, das Zimmer in ihrem Hause, das ich verlassen hatte, wieder zu beziehen; ich dankte ihnen aber dafür. + +Herr forneti schrieb mir, es gehe das Gerede zu Rarchid, die Wege waren nicht sicher, und ich sollte auf meiner Hut sein; er rieth mir auch meiner eigenen Sicherheit wegen, jedes Nachsuchen aufzugeben. Der Stein, den sie nach Damanhur gebracht haben, schrieb er mir, macht hier viel Lärm und ich gestehe ihnen, dass ich nicht ohne Unruhe bin, weil mir mehrere Personen versichert haben, ein Fremder durchlaufe in Gesellschaft von Arabern die Dörfer, suche Schätze, und habe einen bei Damanhur gefunden. + +Mit welcher Schnelligkeit pflanzten sich diese Gerüchte, Kinder einer rohen Unwissenheit, fort! Sie waren vor mir nach Damanbur vorausgegangen, und man sprach hier laut von dem Golde, das ich schon gesammelt hatte, und von demjenigen, das die Kamele der Beduinen fortschaffen sollten. Ein einheimischer Kaufmann" +Z166069305,410,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000410/full/full/0/native.jpg,"ilmy +mann, der fest von diesem Gedanken uberzeugt war, +fuchte mich heimlich auf, und schlug mir eine Verbindung +mit fich vor: er wolle alle Koften uber sich nehmen, sagte +er, mich allenthalben hinfuhren, wo Ruinen waren, +dafelbft nachgraben lassen, u. f. w. weon ich die Bedin: +gung eingehen wolle, die Reichthumer, die id) aus der +Erde heraushohlte, mit ihm zu thcilen. Ich lachte dem +dummien Teufel ins Gesicht: aber meine abschlagige +Antwort brachte ihn so auf, das er die Verdruflichkeiten +311 vermehren und die unfinnigen Reden glaublich zu +machen suchte. Nichts in der Welt fonnte diese Art von +Leuten von ihrer Meinung abbringen, die fie uber den +Gegenstand der Reifenden gefast hatten: fie begreifen +nicht, wie jenand sein Vaterland verlaffen, viel Geld +darauf wenden, und fich tausend Gefahren aussehen +fonne, und zwar blos in der einzigen Absicht, einige +Zeichnungen zu machen Thiere oder Pfanzen zu unter- +: suchen und einige Steinstucke zusammenzulesen. Alle +diese Dinge fonnen sie nicht in ihrem Gehirn zusammen- +reimen, und sie glauben lieber, das die Europaer eine +Kunst besigen, die sie die Kunst, gut zu schreiben +nennen, und durch deren Gebrauch jeder unter uns die +Macht habe, Schase auf die Oberflache der Erde heraus, +zuziehen, so tief vergraben sie auch reyn mogen. Sie +hielten mich in ihrer Einbildung fur einen Virtuosen +in dieser ubernaturlichen Kunst, gut zu schreis +ben. Da ich fah, das es, unmeglich war, fie von ihrem +Wahne abzubringen, so bekummerte ich mich nicht mehr +darum und beschlos, so gefahrlich es auch seyn mochte, +weder meinen Reiseplan zu andern noch die Fortretung +meiner Nachforschungen aufzugeben. +Indessen machte mir mein Fuhrer Scheif Huf +fein, auf dessen Geist alle diese Geruchte mehr Eindruk +gemacht hatten, wegen der Fortsegung meiner Reise einige +Sdywierigkeiten. Jd fab, das er, troz der Schrift, der","382 + +ilmy + +1 + +"" + +mann, der feſt von dieſem Gedanken überzeugt war, +fuchte mich heimlich auf, und ſchlug mir eine Verbindung +mit fich vor: er wolle alle Koften über ſich nehmen, ſagte +er, mich allenthalben hinführen, wo Ruinen waren, +dafelbft nachgraben laſſen, u. f. w. weon ich die Bedin: +gung eingehen wolle, die Reichthümer, die id) aus der +Erde heraushohlte, mit ihm zu thcilen. Ich lachte dem +dummien Teufel ins Geſicht: aber meine abſchlägige +Antwort brachte ihn ſo auf, daß er die Verdruflichkeiten +311 vermehren und die unfinnigen Reden glaublich zu +machen ſuchte. Nichts in der Welt fonnte dieſe Art von +Leuten von ihrer Meinung abbringen, die fie über den +Gegenſtand der Reifenden gefaßt hatten: fie begreifen +nicht, wie jenand ſein Vaterland verlaffen, viel Geld +darauf wenden, und fich tauſend Gefahren ausſehen +fónne, und zwar bloß in der einzigen Abſicht, einige + +Zeichnungen zu machen Thiere oder Pfanzen zu unter- +: ſuchen und einige Steinſtücke zuſammenzuleſen. Alle + +dieſe Dinge fönnen ſie nicht in ihrem Gehirn zuſammen- +reimen, und ſie glauben lieber, daß die Europäer eine +Kunſt beſigen, die ſie die Kunſt, gut zu ſchreiben +nennen, und durch deren Gebrauch jeder unter uns die +Macht habe, Schåße auf die Oberfläche der Erde heraus, +zuziehen, ſo tief vergraben ſie auch reyn mogen. Sie +hielten mich in ihrer Einbildung für einen Virtuoſen +in dieſer übernatürlichen Kunſt, gut zu ſchreis +ben. Da ich fah, daß es, unmeglich war, fie von ihrem +Wahne abzubringen, ſo bekümmerte ich mich nicht mehr +darum und beſchloß, ſo gefährlich es auch ſeyn mochte, +weder meinen Reiſeplan zu åndern noch die Fortretung +meiner Nachforſchungen aufzugeben. + +11 + ++ + +1 + +V + +” + +"" + +Indeſſen machte mir mein Führer Scheif Huf +fein, auf deſſen Geiſt alle dieſe Gerüchte mehr Eindruk +gemacht hatten, wegen der Fortſegung meiner Reiſe einige +Sdywierigkeiten. Jd fab, daß er, troz der Schrift, der + +, + + +","Ilmymann, der fest von diesem Gedanken überzeugt war, +fürchtete mich heimlich auf, und schlug mir eine Verbindung +mit sich vor: er wolle alle Kosten über sich nehmen, sagte +er, mich allenthalben hinführen, wo Ruinen waren, +dasselbe nachgraben lassen, u. s. w., wenn ich die Bedingung +eingehen würde, die Reichtümer, die er aus der Erde heraufholte, +mit ihm zu teilen. Ich lachte dem dummen Teufel ins Gesicht: +aber meine abschlägige Antwort brachte ihn so auf, dass er +die Verdrießlichkeiten vermehrte und die unsinnigen Reden +glaublich zu machen suchte. Nichts in der Welt konnte diese Art von +Leuten von ihrer Meinung abbringen, die sie über den Gegenstand +der Reisenden gefasst hatten: sie begreifen nicht, wie jemand +sein Vaterland verlassen, viel Geld darauf wenden und sich tausend +Gefahren aussetzen könne, und zwar blos in der einzigen Absicht, +einige Zeichnungen zu machen, Thiere oder Pflanzen zu untersuchen +und einige Steinstücke zusammenzulesen. Alle diese Dinge konnten +sie nicht in ihrem Gehirn zusammenreimen, und sie glaubten lieber, +dass die Europaer eine Kunst besäßen, die sie die Kunst, gut zu schreiben, +nannten, und durch deren Gebrauch jeder unter uns die Macht habe, +Schätze auf die Oberfläche der Erde herauszuziehen, so tief vergraben +sie auch sein möchten. Sie hielten mich in ihrer Einbildung für einen +Virtuosen in dieser übernatürlichen Kunst, gut zu schreiben. +Da ich sah, dass es unmöglich war, sie von ihrem Wahn abzubringen, +so bekümmerte ich mich nicht mehr darum und beschloss, so gefährlich +es auch sein mochte, weder meinen Reiseplan zu ändern noch die Fortsetzung +meiner Nachforschungen aufzugeben. + +Indessen machte mir mein Führer Scheich Husfein, +auf dessen Geist alle diese Gerüchte mehr Eindruck gemacht hatten, +wegen der Fortsetzung meiner Reise einige Schwierigkeiten. Jedoch fand, +dass er trotz der Schrift, der" +Z166069305,411,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000411/full/full/0/native.jpg,"Zeugen und der ganze Ceremonie, keine luft mehr hatte, +die verabredeten Bedingungen zu erfullen. Ich wollte +nidit, das er glauben rollte, er ren mir unentbehrlich: +daher verabschiedete ich ihn. Er kam aber bald wieder +zuruk und bat mich instandig, mich seiner Dienste noch +ferner zu bedienen. Er bezeugte viel Freude, als ich nach +einigen Schwierigkeiten in die Erfullung unsers abgeschloss +fenen Vertrages leinwilligte, und ich mus gestehen, das +ich seitdem keine Ursache gehabt habe, mit dem Betragen +dieses Araber s unzufrieden zu seyn. +Damanhur ist eine grose, aber schlecht gebauete +Stadt: fast alle Hiuser sind von Erde oder von schlechten +Ziegelsteinen erbauet. Sic ist die Residenz bes Bey's +oder Statthalters von Bahire' und eines Kiarchefs +oder besondern Befehlshabers. Der Erstere befand sich +bei der Armee: und der andere war den Tag vor meiner +Ankunft ausmarscirt, um auf die Beduinen Jagd +zu machen, die in der umliegenden Gegend plunderten. +Mehr Interesse aber gewahrt das, das Damanhur +der Mittelpunkt des Handels mit Baumwolle ist, die +man in den umliegenden grosen und schonen Ebenen +bauct. Man fauvert sie mit der Hand, man schlegt, +man krazt und man spinnt fie, und diese verschiedenen +Arbeiten beschaftigen den grosten heil der Einwohner*). +Diese wichtigen Beschaftigungen des Ackerbaues und +des Handels fchienen den Strom der Sittenverderbnis +nicht aufzuhalten. Man traf in dieser Stadt eine gros: +Menge offentliche Madchen an, die den Schleier des +Anstandes abgelegt hatten und Fredyheit zeigten, indem +*) Danville glaubt, das Damanhur auf den Truminern von +flciu Herin o polis stebe: Midaelis hingegen behauptet, +encla us habe dagestanden, wo jezt Damanhur is. +Der lieberiser.","383 + +Zeugen und der ganze Ceremonie, keine luft mehr hatte, +die verabredeten Bedingungen zu erfüllen. Ich wollte +nidit, daß er glauben rollte, er ren mir unentbehrlich: +daher verabſchiedete ich ihn. Er kam aber bald wieder +zurůk und bat mich inſtåndig, mich ſeiner Dienſte noch +ferner zu bedienen. Er bezeugte viel Freude, als ich nach +einigen Schwierigkeiten in die Erfüllung unſers abgeſchloſs +fenen Vertrages leinwilligte, und ich muß geſtehen, daß +ich ſeitdem keine Urſache gehabt habe, mit dem Betragen +dieſes Araber ß unzufrieden zu ſeyn. + +! + +1 + +Damanhur iſt eine große, aber ſchlecht gebauete +Stadt: faſt alle Hiuſer ſind von Erde oder von ſchlechten +Ziegelſteinen erbauet. Sic iſt die Reſidenz beş Bey's +oder Statthalters von Bahire' und eines Kiarchefs +oder beſondern Befehlshabers. Der Erſtere befand ſich +bei der Armee: und der andere war den Tag vor meiner +Ankunft ausmarſcirt, um auf die Beduinen Jagd +zu machen, die in der umliegenden Gegend plünderten. +Mehr Intereſſe aber gewährt das, daß Damanhur +der Mittelpunkt des Handels mit Baumwolle iſt, die +man in den umliegenden großen und ſchonen Ebenen +bauct. Man fåuvert ſie mit der Hand, man ſchlegt, +man krazt und man ſpinnt fie, und dieſe verſchiedenen +Arbeiten beſchäftigen den größten heil der Einwohner*). + ++ + +Dieſe wichtigen Beſchäftigungen des Ackerbaues und +des Handels fchienen den Strom der Sittenverderbniß +nicht aufzuhalten. Man traf in dieſer Stadt eine gros: +Menge offentliche Mädchen an, die den Schleier des +Anſtandes abgelegt hatten und Fredyheit zeigten, indem + +*) Danville glaubt, daß Damanhur auf den Trúminern von +flciu Herin o polis ſtebe: Midaelis hingegen behauptet, +encla us habe dageſtanden, wo jezt Damanhur iſ. + +Der lieberiser. + + +","Zeugen und der ganzen Ceremonie keine Luft mehr hatte, die verabredeten Bedingungen zu erfüllen. Ich wollte nicht, dass er glaubte, er sei mir unentbehrlich: daher verabschiedete ich ihn. Er kam aber bald wieder zurück und bat mich inständig, mich seiner Dienste noch weiter zu bedienen. Er bezeugte viel Freude, als ich nach einigen Schwierigkeiten in die Erfüllung unseres abgeschlossenen Vertrages einwilligte, und ich muss gestehen, dass ich seitdem keine Ursache gehabt habe, mit dem Betragen dieses Arabers unzufrieden zu sein. + +Damanhur ist eine große, aber schlecht gebaute Stadt: fast alle Häuser sind von Erde oder von schlechten Ziegelsteinen erbaut. Sie ist die Residenz des Bey's oder Statthalters von Bahire' und eines Kaid's oder besonderen Befehlshabers. Der Erstere befand sich bei der Armee: und der andere war den Tag vor meiner Ankunft ausmarschiert, um auf die Beduinen Jagd zu machen, die in der umliegenden Gegend plünderten. + +Mehr Interesse aber gewährt das, dass Damanhur der Mittelpunkt des Handels mit Baumwolle ist, die man in den umliegenden großen und schönen Ebenen baut. Man pflanzt sie mit der Hand, man schlägt, man krätzt und man spinnt sie, und diese verschiedenen Arbeiten beschäftigen den größten Teil der Einwohner. + +Diese wichtigen Beschäftigungen des Ackerbaues und des Handels schienen den Strom der Sittenverderbnis nicht aufzuhalten. Man traf in dieser Stadt eine große Menge öffentliche Mädchen an, die den Schleier des Anstandes abgelegt hatten und Freiheit zeigten, indem ... + +*) Danville glaubt, dass Damanhur auf den Trümmern von Herinopolis stehe: Midaelis hingegen behauptet, ein Klafter habe dagestanden, wo jetzt Damanhur ist." +Z166069305,412,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000412/full/full/0/native.jpg,"fie mit unverschleiertem Gefichte unter einem Volfe erschien +nen, in dessen Augen diese Zugellosigkeit ein ucbermaas +von Unverschamtheit ist. Sie hielten sich in der Nahe +des vornehnsten Kaffeehauses auf, und hatten an der +Seite desselben keine Zelte aufgeschlagen, in welche sie +ihre Eroberungen hineinfuhrten. Unter diefen Madchen +fahen einige sehr artig aus, und alle verstanden die nams +lichen Berfuhrungskunste, die man in unsern grosen +Stadten anwendet. +Ein kleines Gdgenbild von Bronze, das mit Lochern +barchbohrt war, um es wahrscheinlicher Weise als ein +Amulett zu tragen, war das einzige antifen Stat, das +mir zu Damanhur in die Hande gefallen ist: es war +zwei Zoll und drei Linien larg. +deb +Um unsere Reise nach der Wuste fortzusesen, reisten +wir den 4ten Vormittags um 9 Uhr von Damanbur +ab. Ich bemerkte, das die Stadt beinahe ganzlich von +Wasser yinringt war. In einer grosen Rache fah ich auch, +einen Eisvogel. In einer sehr geringen Entfernung von +Damanbur steht gegen Sudost ein Dorf, dessen Name +mir entfallen ist. Wir richteten hierauf unsern Weg +anderthalbe Meile weit fudlich bis zum Dorfe Gragues; +ehe wir aber dieses erreichten, famen wir noch in ein +anderes, Namens Sanes. In der Nachbarschaft des +erstern waren die Ufer einer grosen Wafferpfuse mit einer +Menge kleiner weiser Reiger, gewaffneter Regenpfeifir, +Wasserschnepfen und einer Art von Sybisen oder Regen- +pfeifern, bevolkert,( ich konnte ijnen nicht nahe genug +kommen, um sie genau zu unterscheiden) deren Gefieder +weis, die Flugel grau und die Fuse roth waren. + =: R +"" Eine Viertelmeile gegen Westen von Gragues +fteht feithalb ein Dorf, welchem gegenuber auf der Ost +seite des Weges ein anderes liegt. Zwischen diesen beiden","384 + +fie mit unverſchleiertem Gefichte unter einem Volfe erſchien +nen, in deſſen Augen dieſe Zügelloſigkeit ein ucbermaaß +von Unverſchämtheit iſt. Sie hielten ſich in der Nähe +des vornehınſten Kaffeehauſes auf, und hatten an der +Seite deſſelben keine Zelte aufgeſchlagen, in welche ſie +ihre Eroberungen hineinführten. Unter diefen Mädchen +fahen einige ſehr artig aus, und alle verſtanden die nams +lichen Berführungskünſte, die man in unſern großen +Stådten anwendet. + +AL + +Ein kleines Gdgenbild von Bronze, das mit Löchern +barchbohrt war, um es wahrſcheinlicher Weiſe als ein +Amulett zu tragen, war das einzige antifen Stát, das +mir zu Damanhur in die Hände gefallen iſt: es war +zwei Zoll und drei Linien larg. + +ME +deb +CH + +Na + +Um unſere Reiſe nach der Wüſte fortzuſeßen, reiſten +wir den 4ten Vormittags um 9 Uhr von Damanbur +ab. Ich bemerkte, daß die Stadt beinahe gånzlich von +Waſſer yinringt war. In einer großen Rache fah ich auch, +einen Eisvogel. In einer ſehr geringen Entfernung von +Damanbur ſteht gegen Südoſt ein Dorf, deſſen Name +mir entfallen iſt. Wir richteten hierauf unſern Weg +anderthalbe Meile weit füdlich bis zum Dorfe Gragues; +ehe wir aber dieſes erreichten, famen wir noch in ein +anderes, Namens Saneß. In der Nachbarſchaft des +erſtern waren die Ufer einer großen Wafferpfüße mit einer +Menge kleiner weißer Reiger, gewaffneter Regenpfeifir, +Waſſerſchnepfen und einer Art von Sybißen oder Regen- +pfeifern, bevolkert,( ich konnte ijnen nicht nahe genug +kommen, um ſie genau zu unterſcheiden) deren Gefieder +weiß, die Flügel grau und die Füße roth waren. + +. + +ർ ര=: R + +"" Eine Viertelmeile gegen Weſten von Gragues +fteht feithalb ein Dorf, welchem gegenüber auf der Oſt +ſeite des Weges ein anderes liegt. Zwiſchen dieſen beiden + + +","Sie erschienen mit unverschleiertem Gesichte unter einem Volke, in dessen Augen diese Zügellosigkeit ein Übermaß von Unverschämtheit ist. Sie hielten sich in der Nähe des vornehmsten Kaffeehauses auf, und hatten an der Seite desselben keine Zelte aufgeschlagen, in welche sie ihre Eroberungen hineinführten. Unter diesen Mädchen fanden einige sehr artig aus, und alle verstanden die namenslichen Berührungskünste, die man in unsern großen Städten anwendet. + +Ein kleines Götzenbild von Bronze, das mit Löchern durchbohrt war, um es wahrscheinlich als ein Amulett zu tragen, war das einzige antike Statuettenbild, das mir zu Damanhur in die Hände gefallen ist: es war zwei Zoll und drei Linien lang. + +Um unsere Reise nach der Wüste fortzusetzen, reisten wir den 4. Vormittags um 9 Uhr von Damanbur ab. Ich bemerkte, dass die Stadt beinahe ganzlich von Wasser umringt war. In einer großen Rache sah ich auch einen Eisvogel. In einer sehr geringen Entfernung von Damanbur steht gegen Südost ein Dorf, dessen Name mir entfallen ist. Wir richteten hierauf unseren Weg anderthalb Meilen weit südlich bis zum Dorfe Gragues; ehe wir aber dieses erreichten, kamen wir noch in ein anderes, Namens Sanes. In der Nachbarschaft des erstern waren die Ufer einer großen Wasserpfütze mit einer Menge kleiner weißer Reiher, bewaffneter Regenpfeifer, Wasserschnepfen und einer Art von Sylphien oder Regenpfeifern bevolkert (ich konnte ihnen nicht nahe genug kommen, um sie genau zu unterscheiden) deren Gefieder weiß, die Flügel grau und die Füße roth waren. + +Eine Viertelmeile gegen Westen von Gragues steht halb ein Dorf, welchem gegenüber auf der Ostseite des Weges ein anderes liegt. Zwischen diesen beiden" +Z166069305,413,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000413/full/full/0/native.jpg,"Dorfern, aber etwas oftlich vom Wege ab, fieht man +das Grab eines mufelmannischen Heiligen. Bon Gras +gues reisten wir eine halbe Meile nach Sudsudort bis +zum Dorfe Dentschell, wahrscheinlich das Done +fchal auf Danville's Charte. Den tf chelt milli +Fo viel fagen als verschwundenes Gefchirr. Nach +der Erzahlung der Landleute, follen ihre Borfahren auf +dieser Stelle ein croses Gefas voller Goldstucke gefunden +und daffelbe wieder bis auf den andern Tag' hingefegt +baben, um es unter fich zu theilen: als sie aber wiedet +jurutkamen, fanden Fie weder das Gold mody das Gef& e. +Von dieser wahren oder falschen Anekdote kommt nach +ihnen der jesige Name ihres Wohnortes her. Ganz an der +Seite des Dorfes Dentfchell liegt ein anderes',$ as +taum von ihm abgesondert ist und das man wegen Feinet +uberzwergen Lage, in Beziehung auf Dentschell, da, +boirchi, Dueruber nennt. Gegenaber, aber auf +ber entgegengerezten Seite des meges, fielt man die +Trummern von einem grosen von Erbe erbaueten Dorfe +das auf einer Anhdhe gestanden hatte. Man horte Wachi +teln in diesen Gegenden schlagen. +Der Weg fuhrte uns Sus ein Vlertel- Sudoft nach +Saft:, dieses Dorf war von drei oder vier mern +Dorfern umgeben; hierauf reiften wir eine Viertelmeile +#ach Sudost nach den zwei an einander liegenden Dorfern, +Schambrenum und fares. Zwifden Saft und +Schambrenu mi entdekte ich einen Thaleb, der in +einem Getraidefelde lag: sobald er mich naher kommen +Fab, stand er auf und gieng fort, indem er feinen Korper +und Feine Schritte verlangerte und feinen Schwanz wage +recht in die Hyshe hielt. Der Gang dieses Thieres hat +viel Yehnliches mit dem Gange eines Fuchses. +?. Wir fahen zwei Beduinen zu Pferde; fie flohen +eber o dinell als der Blig fobald fie uns gewahr wurden. +onnini Reisen in BD.","385 + +Dörfern, aber etwas öftlich vom Wege ab, fieht man +das Grab eines müfelmanniſchen Heiligen. Bon Gras +gueß reiſten wir eine halbe Meile nach Südſüdört bis +zum Dorfe Dentſchell, wahrſcheinlich das Done +fchal auf Danville's Charte. Den tf chelt milli +Fo viel fagen als verſchwundenes Gefchirr. Nach +der Erzählung der Landleute, follen ihre Borfahren auf +dieſer Stelle ein čroßes Gefäß voller Goldſtücke gefunden +und daffelbe wieder bis auf den andern Tag' hingefegt +baben, um es unter fich zu theilen: als ſie aber wiedet +jurůtkamen, fanden Fie weder das Gold mody das Gef& e. +Von dieſer wahren oder falſchen Anekdote kommt nach +ihnen der jeßige Name ihres Wohnortes her. Ganz an der +Seite des Dorfes Dentfchell liegt ein anderes',$ as + +"" +taum von ihm abgeſondert iſt und das man wegen Feinet +überzwergen Lage, in Beziehung auf Dentſchell, da, +boirchi, Duerüber nennt. Gegenåber, aber auf +ber entgegengerezten Seite des meges, fielt man die +Trümmern von einem großen von Erbe erbaueten Dorfe + +, +das auf einer Anhdhe geſtanden hatte. Man hörte Wachi +teln in dieſen Gegenden ſchlagen. + +> + +3 + +Der Weg führte uns Suðs ein Vlertel- Südoft nach +Saft:, dieſes Dorf war von drei oder vier møern +Dörfern umgeben; hierauf reiften wir eine Viertelmeile +#ach Südoſt nach den zwei an einander liegenden Dörfern, +Schambrenum und fareß. Zwifden Saft und +Schambrenu mi entdekte ich einen Thaleb, der in +einem Getraidefelde lag: ſobald er mich näher kommen +Fab, ſtand er auf und gieng fort, indem er feinen Körper +und Feine Schritte verlängerte und feinen Schwanz wage +recht in die Hyshe hielt. Der Gang dieſes Thieres hat +viel Yehnliches mit dem Gange eines Fuchſes. + +?. Wir fahen zwei Beduinen zu Pferde; fie flohen +eber o dinell als der Blig fobald fie uns gewahr wurden. + +onnini Reiſen in BD. + + +","Dorfern, aber etwas östlich vom Wege ab, sieht man das Grab eines moselmannischen Heiligen. Von Gras gutes reisten wir eine halbe Meile nach Südwestort bis zum Dorfe Dentschell, wahrscheinlich das Donefchal auf Danville's Charte. Den tschelt milli Fo viel sagen als verschwundenes Gefähr. Nach der Erzählung der Landleute sollen ihre Vorfahren auf dieser Stelle ein großes Gefäß voller Goldstücke gefunden und dasselbe wieder bis auf den andern Tag hingebracht haben, um es unter sich zu teilen: als sie aber wieder zurückkamen, fanden Sie weder das Gold noch das Gefäß. Von dieser wahren oder falschen Anekdote kommt nach ihnen der jetzige Name ihres Wohnortes her. + +Ganz an der Seite des Dorfes Dentfchell liegt ein anderes, das von ihm abgesondert ist und das man wegen seiner überwiegend bergigen Lage, in Beziehung auf Dentschell, da, boirchi, Dueruber nennt. Gegenüber, aber auf der entgegengesetzten Seite des Berges, sieht man die Trümmer von einem großen von Erde erbauten Dorfe, das auf einer Anhöhe gestanden hatte. Man hört Wachtlern in diesen Gegenden schlagen. + +Der Weg führte uns Südost nach Saft;, dieses Dorf war von drei oder vier mehreren Dorfern umgeben; hierauf reisten wir eine Viertelmeile nach Südost nach den zwei an einander liegenden Dorfern, Schambrenum und Fares. Zwischen Saft und Schambrenu entdeckte ich einen Thalab, der in einem Getreidefelde lag: sobald er mich näher kommen sah, stand er auf und gieng fort, indem er seinen Körper und seine Schritte verlängerte und seinen Schwanz gerade in die Höhe hielt. Der Gang dieses Tieres hat viel Ähnliches mit dem Gange eines Fuchses. + +Wir sahen zwei Beduinen zu Pferde; sie flohen überaus schnell als der Blitz, sobald sie uns gewahr wurden." +Z166069305,414,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000414/full/full/0/native.jpg,"Ihre Begegnung war keine gute Vorbebeutung, denn fle +hatten wahrscheinlicher Weise. keinen andern zwek als +unsern Weg auszukundschaften. +Mic +More +Bon Schambrenum reiften wir ungefahr eine +halbe Meile nach Sud- ein Viertel- Sudost, und kamen +nach. Nagrerd, wo wir die Nacht uber, blieben. Bei +unserer Ankunft verstekten fich die Einwohner und schlossen +die Thuren zu, weil sie uns fur Leute des Kiarchers +oder fur Beduinen hielten, die auf Plunderung +ausgiengen: wir hatten sehr viel Muhe,., ehe wir fie +dahin brachten, das fie uns einliesen, und als sie die +Shuren sffneten,- konnte ich nicht begreifen, wie fich +diese Leute vor einer Plinderung furchteten: denn alle, +schienen mir in dem schreklichsten Elende: +nicht einmal der Scheit el Belle ausgenommen, +bei welchem wir nach der von Hussein eingefuhrten +Gewohnheit einkehrten. Die Einwohner lebten mit einem +benachbarten und zwar betrachtlichern Dorfe im Kriege: +sie befurchteten, von diesem diese Nacht angegriffen zu +werden, und brachten sie daher in der lebhaftesten Unruhe +und Hangigkeit zu, die wir wider unsern willen mit ihnen +theilten. Zu jeder Stunde der Nacht kamen die Weiber +an unsere Thure geflohen, stiesen ein lautes Gefchrei aus +und sagten uns, die Rauber kamen: indessen lies sich +doch niemand feben: aber wir hatter demohngeachtet +gan +und gar keine Ruhe. +"" mis +Negresch war vom Wasser umgeben, in dessen +Nahe man dieselben Waffervogel, wie bei Damanbur, +und uberdies noch Enten und Heerschnepfen fah: einige +Baume waren in der umliegenden Gegend mit Turteltaus +brn bedeft. +NIE +Um acht uhr Morgens verliesen wir diesen Drt +wieder. Als wir herauskamen, bemerkte ich drei Beduto","386 + +Ihre Begegnung war keine gute Vorbebeutung, denn fle +hatten wahrſcheinlicher Weiſe. keinen andern zwek als +unſern Weg auszukundſchaften. + +Ĉ + +201 + +Ĉ + +{ + +Mic + +More + +Me + +M + +Bon Schambrenum reiften wir ungefähr eine +halbe Meile nach Süd- ein Viertel- Südoſt, und kamen +nach. Nagrerd, wo wir die Nacht über, blieben. Bei +unſerer Ankunft verſtekten fich die Einwohner und ſchloſſen +die Thüren zu, weil ſie uns für Leute des Kiarchers +oder für Beduinen hielten, die auf Plúnderung +ausgiengen: wir hatten ſehr viel Mühe,., ehe wir fie + +, +dahin brachten, daß fie uns einließen, und als ſie die +, + +, +Shuren sffneten,- konnte ich nicht begreifen, wie fich +dieſe Leute vor einer Plinderung fürchteten: denn alle, +ſchienen mir in dem ſchreklichſten Elende: +nicht einmal der Scheit el Belle ausgenommen, +bei welchem wir nach der von Huſſein eingeführten + +* 7 +Gewohnheit einkehrten. Die Einwohner lebten mit einem +benachbarten und zwar betråchtlichern Dorfe im Kriege: +ſie befürchteten, von dieſem dieſe Nacht angegriffen zu +werden, und brachten ſie daher in der lebhafteſten Unruhe +und Hangigkeit zu, die wir wider unſern willen mit ihnen +theilten. Zu jeder Stunde der Nacht kamen die Weiber +an unſere Thüre geflohen, ſtießen ein lautes Gefchrei aus +und ſagten uns, die Räuber kåmen: indeſſen ließ ſich +doch niemand feben: aber wir hatter demohngeachtet +gan +und gar keine Ruhe. + +"" mis +Negreſch war vom Waſſer umgeben, in deſſen +Nåhe man dieſelben Waffervogel, wie bei Damanbur, +und überdies noch Enten und Heerſchnepfen fah: einige +Båume waren in der umliegenden Gegend mit Turteltaus +brn bedeft. + +NIE + +PC + +Me + +gi + +AL +% + +1 + +Um acht uhr Morgens verließen wir dieſen Drt +wieder. Als wir herauskamen, bemerkte ich drei Beduto + + +","Ihre Begegnung war keine gute Vorbedeutung, denn sie hatten wahrscheinlicher Weise keinen andern Zweck als unsern Weg auszukundschaften. + +Von Schambrenum reisten wir ungefähr eine halbe Meile nach Süden, ein Viertel-Südosten, und kamen nach Nagrerd, wo wir die Nacht über blieben. Bei unserer Ankunft verstöckten sich die Einwohner und schlossen die Thüren zu, weil sie uns für Leute des Kaisers oder für Beduinen hielten, die auf Plünderung ausgingen; wir hatten sehr viel Mühe, ehe wir sie dahin brachten, dass sie uns einließen, und als sie die Schuren öffneten, konnte ich nicht begreifen, wie sich diese Leute vor einer Plünderung fürchteten: denn alle schienen mir in dem schrecklichsten Elende; nicht einmal der Scheich von Belle ausgenommen, bei welchem wir nach der von Hussein eingeführten Gewohnheit einkehrten. + +Die Einwohner lebten mit einem benachbarten und zwar beträchtlichen Dorfe im Kriege: sie befürchteten, von diesem diese Nacht angegriffen zu werden, und brachten sie daher in der lebhaftesten Unruhe und Bangigkeit zu, die wir wider unsern Willen mit ihnen theilten. Zu jeder Stunde der Nacht kamen die Weiber an unsere Thüre geflohen, stießen ein lautes Geschrei aus und sagten uns, die Räuber kämen: indessen ließ sich doch niemand sehen; aber wir hatten demohngedacht gar keine Ruhe. + +Negresch war vom Wasser umgeben, in dessen Nähe man dieselben Waffervögel wie bei Damanbur sah, und überdies noch Enten und Herzenschnepfen fand: einige Bäume waren in der umliegenden Gegend mit Turteltauben bewehrt. + +Um acht Uhr Morgens verließen wir diesen Ort wieder. Als wir herauskamen, bemerkte ich drei Beduinen, die uns beobachteten und sich nicht von der Stelle rührten." +Z166069305,415,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000415/full/full/0/native.jpg,"nen. Ich ritt auf fie los, aber Hufrein lies mich +rufen und bitten, ich mochte diese drei Menschen nicht +beunruhigen, fie feyn feine Freunde, ob er gleich zugea +stand, das fie Rauber waren. +Eine Viertelmeile weit richteten wir unsern Weg nach +Sudwest. Ich traf' einen Mamelu ck e'n'offisier +an, der midy fur einen Turken ansa), und daber mit +Salam Aleikum begruste,( einen Gruse, den man +blos on a hommedanern ertheilt) und sein Pferd auf +die Seite lenkte, um mir Plaz zu machen. Der Weg +geht eine Viertelmeile nach Suden, hierauf eine halbe +Meile nach Sudost bis nach Kamfes, das am Ufer +eines grosen Canales lag. Ehe wir noch an dieseru Ore +anlangten, sahen wir in der Ferne gegen zweihundert +Personen, theils zu Pferde; theils zu Fus .. Bir hielten +fie fur rauberische Beduinen und inachten uns schon +zum Kampfe bereit. +Als fie aber naber kamen, fahen +wir, das es eine Leichenbegleitung war. +Am Wege war ein Trupp Kybite: man konnte ihnen +ro nahe kommen, das ich einen davon tobten konnte. Er +war von der Art der gemeinen Kybise*). Die Araber +nennen ihn Goudguat. +Indem wir eine Viertelmeile nach Suden reiften, +giengen wir durch Kadus und Abu amer, und hier: +auf erreichten wir eine halbe Meile weiter hin den Flecken +Biban, wo sich der Kiarchef aufhalt. Alle Montage +wurde hier ein betrachtlicher Markt mit Camalen und +anderein Viehe gehalten. Wir trafen gerade an diesem +Viehmarkte hier ein: er wurde im freien Felde gehalten +und wir kamen nur mit Muhe durch die grose Menge +von Menschen und Thieren hindurch, die hier beisammen +Bb 2 +) Tringa Vanellus, Lin. +Vannea, erste Art. Buffon.","587 + +nen. Ich ritt auf fie los, aber Hufrein ließ mich +rufen und bitten, ich möchte dieſe drei Menſchen nicht +beunruhigen, fie feyn feine Freunde, ob er gleich zugea +ſtand, daß fie Räuber waren. + +Eine Viertelmeile weit richteten wir unſern Weg nach +Súdweſt. Ich traf' einen Mamelu ck e'n'offisier +an, der midy für einen Túrken anſa), und daber mit +Salam Aleikum begrüßte,( einen Gruße, den man +blos on a hommedanern ertheilt) und ſein Pferd auf +die Seite lenkte, um mir Plaz zu machen. Der Weg +geht eine Viertelmeile nach Süden, hierauf eine halbe +Meile nach Südoſt bis nach Kamfes, das am Ufer +eines großen Canales lag. Ehe wir noch an dieſeru Ore +anlangten, ſahen wir in der Ferne gegen zweihundert +Perſonen, theils zu Pferde; theils zu Fuß .. Bir hielten +fie für rauberiſche Beduinen und inachten uns ſchon +zum Kampfe bereit. + +Als fie aber naber kamen, fahen +wir, das es eine Leichenbegleitung war. + +Am Wege war ein Trupp Kybite: man konnte ihnen +ro nahe kommen, daß ich einen davon tobten konnte. Er +war von der Art der gemeinen Kybiße*). Die Araber +nennen ihn Goudguat. + +Indem wir eine Viertelmeile nach Süden reiften, +giengen wir durch Kaduß und Abu amer, und hier: +auf erreichten wir eine halbe Meile weiter hin den Flecken +Biban, wo ſich der Kiarchef aufhalt. Alle Montage +wurde hier ein beträchtlicher Markt mit Camalen und +anderein Viehe gehalten. Wir trafen gerade an dieſem +Viehmarkte hier ein: er wurde im freien Felde gehalten +und wir kamen nur mit Mühe durch die große Menge +von Menſchen und Thieren hindurch, die hier beiſammen + +Bb 2 + +) Tringa Vanellus, Lin. + +Vannea, erſte Art. Buffon. + + +","Ich ritt auf sie los, aber Hufrein lies mich rufen und bitten, ich möchte diese drei Menschen nicht beunruhigen, sie seyen feine Freunde, ob er gleich zugegeben stand, dass sie Räuber waren. + +Eine Viertelmeile weit richteten wir unseren Weg nach Südwest. Ich traf einen Mameluckenoffizier an, der mich für einen Türken ansah, und daher mit Salam Aleikum begrüßte, (einen Gruß, den man bloß auf hohem Stand ertheilt) und sein Pferd auf die Seite lenkte, um mir Platz zu machen. Der Weg geht eine Viertelmeile nach Süden, hierauf eine halbe Meile nach Südost bis nach Kames, das am Ufer eines großen Canales lag. Ehe wir noch an dieser Ore anlangten, sahen wir in der Ferne gegen zweihundert Personen, theils zu Pferde; theils zu Fuß. Wir hielten sie für räuberische Beduinen undachten uns schon zum Kampfe bereit. + +Als sie aber näher kamen, fanden +wir, dass es eine Leichenbegleitung war. + +Am Wege war ein Trupp Kybite: man konnte ihnen so nahe kommen, dass ich einen davon töten konnte. Er war von der Art der gemeinen Kybise*). Die Araber nennen ihn Goudguat. + +Indem wir eine Viertelmeile nach Süden reiften, giengen wir durch Kadus und Abu Amer, und hierauf erreichten wir eine halbe Meile weiter hin den Flecken Biban, wo sich der Kirchef aufhält. Alle Montage wurde hier ein beträchtlicher Markt mit Kamelen und andern Viehe gehalten. Wir trafen gerade an diesem Viehmarkte hier ein: er wurde im freien Felde gehalten und wir kamen nur mit Mühe durch die große Menge von Menschen und Thieren hindurch, die hier beisammen waren. + +Tringa Vanellus, Lin. +Vannea, erste Art. Buffon." +Z166069305,416,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000416/full/full/0/native.jpg,"waren. +Eine Viertelstunde nachher trafen wir rudfub. +westlich Ferbete' und nach Berlauf einer halben Stunde +in Suden zwei Dorfer an, die ungefahr hundert Schritte +von einander liegen und die beide den Namen Honeze +fuhren. Unser Fuhrer hatte dieses fur uns zum Nachts +quartier bestimmt, aber die Einwohner verstanden es nicht +fo: fie crgriffen alle die Flucht: alle Thuren waren ver, +rchlossen, und wir musten Drohungen brauchen, um +einen kleinen Sicherheitsort zu erhalten. Da fie unauf. +hrlichen Plunderungen ausgerezt sind, fo wiffen sie nicht, +was fie am meisten furchten follen, ob die Raubereien +foldier, menschen, die ein Gewerbe daraus machen, oder +die Mishandlungen derjenigen, in deren Handen die +Gewalt, weit entfernt, ihnen Schuz zu geivahren, nur +ein ficheres Mittel zu Gewaltthatigkeiten und Erpressuns +gen ist; tvogegen fie nicht einmal immer Entblosung und +Elend schusen. Wie innig musten diese ungluklicher +landbewohner die grosmuthige und machtige Hand regnen, +die sie von dem Joche der auf ihren Hauptern fo lange +Zeit laftendeir Ilnterdruckung befreiete! Mit welchen Ents +zuckungen musten sie nicht ihre Befreier aufnehmen, und +die Gewisheit erhalten, den Ueberflus ihrer Felder, auf +welchen Fruchtbarkeit herrschte, in Ruhe geniesen zu +konnen! Aber diese Sklavet: waren verwildert und graus +fam, und vertheidigten die Sache ihrer Tyrannen, und, +durch eine sonderbare und abscheuliche Wirkung des Aber. +glaubens verbanden fie, theilweise die Neuserungen einer +fchandlichen Grausamkeit, einer barbarischen Treulosigkeit +mit den ohnmachtigen Waffen ihrer gehassigen Beherrscher. +Die Sklaverei ist also der hochste Grad der Erniedrigung +des menschen, weil sie die intellektuellen und moralischen +Fahigkeiten so weit unterdruft und ausrottet, das der Ver. +lust der Sklaverei sogar Bedauern nach sich zieht. +Im Diten von Hone's e liegt eine Meile davon der +kleine Flecken Saffrane', wo ein Kiarchef Befehls, +haber war.","388 + +.- مو + +waren. + +Eine Viertelſtunde nachher trafen wir rúdfüb. +weſtlich Ferbete' und nach Berlauf einer halben Stunde +in Süden zwei Dörfer an, die ungefähr hundert Schritte +von einander liegen und die beide den Namen Honeze +führen. Unſer Führer hatte dieſes für uns zum Nachts +quartier beſtimmt, aber die Einwohner verſtanden es nicht +fo: fie crgriffen alle die Flucht: alle Thüren waren ver, +rchloſſen, und wir mußten Drohungen brauchen, um +einen kleinen Sicherheitsort zu erhalten. Da fie unauf. +hørlichen Plünderungen ausgerezt ſind, fo wiffen ſie nicht, +was fie am meiſten fürchten follen, ob die Räubereien +foldier, menſchen, die ein Gewerbe daraus machen, oder +die Mißhandlungen derjenigen, in deren Händen die +Gewalt, weit entfernt, ihnen Schuz zu geivähren, nur +ein ficheres Mittel zu Gewaltthåtigkeiten und Erpreſſuns +gen iſt; tvogegen fie nicht einmal immer Entbloſung und +Elend ſchůßen. Wie innig mußten dieſe unglůklicher +landbewohner die großmüthige und machtige Hand regnen, +die ſie von dem Joche der auf ihren Häuptern fo lange +Zeit laftendeir Ilnterdrückung befreiete! Mit welchen Ents +zůckungen mußten ſie nicht ihre Befreier aufnehmen, und +die Gewißheit erhalten, den Ueberfluß ihrer Felder, auf +welchen Fruchtbarkeit herrſchte, in Ruhe genießen zu +können! Aber dieſe Sklavet: waren verwildert und graus +fam, und vertheidigten die Sache ihrer Tyrannen, und, +durch eine ſonderbare und abſcheuliche Wirkung des Aber. +glaubens verbanden fie, theilweiſe die Neußerungen einer +fchåndlichen Grauſamkeit, einer barbariſchen Treuloſigkeit +mit den ohnmächtigen Waffen ihrer gehäſſigen Beherrſcher. +Die Sklaverei iſt alſo der höchſte Grad der Erniedrigung +des menſchen, weil ſie die intellektuellen und moraliſchen +Fähigkeiten ſo weit unterdrüft und ausrottet, daß der Ver. +luſt der Sklaverei ſogar Bedauern nach ſich zieht. + +Im Diten von Hone's e liegt eine Meile davon der +kleine Flecken Saffrane', wo ein Kiarchef Befehls, +haber war. + +جس کی + +OL + +d1 + +1 + + +","waren. + +Eine Viertelstunde nachher trafen wir rüdlich Ferebete und nach Berlauf einer halben Stunde in Süden zwei Dörfer an, die ungefähr hundert Schritte von einander liegen und die beide den Namen Honeze führen. Unser Führer hatte dieses für uns zum Nachtsquartier bestimmt, aber die Einwohner verstanden es nicht so: sie ergriffen alle die Flucht; alle Thüren waren verschlossen, und wir müssen Drohungen brauchen, um einen kleinen Sicherheitsort zu erhalten. Da sie unaufhörlichen Plünderungen ausgesetzt sind, so wissen sie nicht, was sie am meisten fürchten sollen, ob die Raubereien Soldaten, Menschen, die ein Gewerbe daraus machen, oder die Mißhandlungen derjenigen, in deren Handen die Gewalt, weit entfernt, ihnen Schutz zu gewähren, nur ein sicheres Mittel zu Gewalthätigkeiten und Erpressung ist; dagegen sie nicht einmal immer Entblößung und Elend scheuen. Wie innig müssen diese unglücklichen Landbewohner die großmütige und mächtige Hand regnen, die sie von dem Joche der auf ihren Häuptern so lange Zeit lastenden Unterdrückung befreite! Mit welchen Entzückungen müssen sie nicht ihre Befreier aufnehmen, und die Gewißheit erhalten, den Überfluß ihrer Felder, auf welchen Fruchtbarkeit herrschte, in Ruhe genießen zu können! Aber diese Sklaven waren verwildert und grausam, und vertheidigten die Sache ihrer Tyrannen, und durch eine sonderbare und abscheuliche Wirkung des Aberglaubens verbanden sie theilweise die Neuserungen einer schandlichen Grausamkeit, einer barbarischen Treulosigkeit mit den ohnmächtigen Waffen ihrer gehäßigen Beherrscher. + +Die Sklaverei ist also der höchste Grad der Erniedrigung des Menschen, weil sie die intellektuellen und moralischen Fähigkeiten so weit unterdrückt und ausrottet, daß der Verlust der Sklaverei sogar Bedauern nach sich zieht. + +Im Dörten von Hone's e liegt eine Meile davon der kleine Flecken Saffrane', wo ein Kirchhof befand." +Z166069305,417,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000417/full/full/0/native.jpg,"Die Bezirke, durch welche unsere Reise gieng, waren +von der Natur gesegnet, und zeigten die Pracht eines +leichten und muhseligkeitslosen Anbaues: sie stellten durch +ihren Ueberflus eine ausgesuchte Gegend vor, und gewahr. +ten dem Menschen, der bei dem Anblicke der Wohlthaten +der Natur geruhrt wird, das intereffanteste und prachtigste +Schauspiel. Uber wir waren an den Grenzen dieser gerega +neten Ebenen, und beruhrten die Wuste.. Das Dorf +Hanaze war die Scheidewand zwischen der glanzendsten +Fruchtbarkeit und der unfruchtbaren Eindde, zwischen einem +kande, das durch die Ergiesung des Nils befruchtet +wir, und zwischen Sandwusten, die fruchtlos Thau im +Ueberfiusfe befeuchtet. +Morgens den 6ten Januar betraten wir Einen der +wustesten Theile der Erde, einen von den sehr grosen Eins +Schnitten zwischen bewohnbaren Landern, den Aufenthalt +einer ewigen Unfruchtbarkeit und einer gluhenden Trockens +beit, eine von den Gegenden, die gleich dem Ebenen des +Ozeans auch ihre Seerauber und Schiffbruche hat. Vor +uns eroffnete sich die unerinebliche Wuste von Libyen: keine +Strase, kein Fussteig kann hier unsere Schritte leiten: +die mit Muhe eingeorukten Spuren werden sogleich wieder +verwischt, und von ungestumen Winden empor gehobene- +Sandwcllen verschlingen manchmal die Menschen. Der +Araber, der mit diesen Eindben vertrauet ist, weis fie +ohne Steg und ohne Compas nach allen Richtungen zu +durchlaufen, und durch den Anblik der Sterne geleitet, +verirrt er sich niemals darin. Hufrein besas in dieser +Art von Roifen eine lange Erfahrung. Ich denke ihn mir +noch, wie er selten auf seinent Camele,' beinahe immer zu +Fuse, die Hande auf den Rucken, und mit einer ruhigen +Sorglofigkeit in diesen offenen Gegenden wanderte, wo +ihn keine Spur leiten konnte, und als wenn er fich auf +dem schuurgerechtesten Spaziergange befande. +Der arabische Name dieser natten Ort, worin +kein Staubchen fruchtbarer Erde und wo alles Sand und","389 + +Die Bezirke, durch welche unſere Reiſe gieng, waren +von der Natur geſegnet, und zeigten die Pracht eines +leichten und mühſeligkeitsloſen Anbaues: ſie ſtellten durch +ihren Ueberfluß eine ausgeſuchte Gegend vor, und gewähr. +ten dem Menſchen, der bei dem Anblicke der Wohlthaten +der Natur gerührt wird, das intereffanteſte und prächtigſte +Schauſpiel. Uber wir waren an den Grenzen dieſer gerega +neten Ebenen, und berührten die Wüſte.. Das Dorf +Hanazé war die Scheidewand zwiſchen der glånzendſten +Fruchtbarkeit und der unfruchtbaren Eindde, zwiſchen einem +kande, das durch die Ergießung des Nils befruchtet +wirð, und zwiſchen Sandwüſten, die fruchtlos Thau im +Ueberfiuſfe befeuchtet. + +Morgens den 6ten Januar betraten wir Einen der +wüſteſten Theile der Erde, einen von den ſehr großen Eins +Schnitten zwiſchen bewohnbaren Ländern, den Aufenthalt +einer ewigen Unfruchtbarkeit und einer glühenden Trockens +beit, eine von den Gegenden, die gleich dem Ebenen des +Ozeans auch ihre Seeräuber und Schiffbrüche hat. Vor +uns eröffnete ſich die unerinebliche Wüſte von Libyen: keine +Straße, kein Fußſteig kann hier unſere Schritte leiten: +die mit Mühe eingeorúkten Spuren werden ſogleich wieder +verwiſcht, und von ungeſtümen Winden empor gehobene- +Sandwcllen verſchlingen manchmal die Menſchen. Der +Araber, der mit dieſen Eindben vertrauet iſt, weiß fie +ohne Steg und ohne Compaß nach allen Richtungen zu +durchlaufen, und durch den Anblik der Sterne geleitet, +verirrt er ſich niemals darin. Hufrein beſaß in dieſer +Art von Roifen eine lange Erfahrung. Ich denke ihn mir +noch, wie er ſelten auf ſeinent Camele,' beinahe immer zu +Fuße, die Hände auf den Rücken, und mit einer ruhigen +Sorglofigkeit in dieſen offenen Gegenden wanderte, wo +ihn keine Spur leiten konnte, und als wenn er fich auf +dem ſchuurgerechteſten Spaziergange befande. + +Der arabiſche Name dieſer natten Ort, worin +kein Stäubchen fruchtbarer Erde und wo alles Sand und + + +","Die Bezirke, durch welche unsere Reise ging, waren von der Natur gesegnet, und zeigten die Pracht eines leichten und mühseligkeitslosen Anbaues: sie stellten durch ihren Überfluss eine ausgesuchte Gegend vor, und gewährten dem Menschen, der bei dem Anblicke der Wohlthaten der Natur gerührt wird, das interessanteste und prächtigste Schauspiel. Über uns waren an den Grenzen dieser geregelten Ebenen, und berührten die Wüsten. Das Dorf Hanaze war die Scheidewand zwischen der glanzendsten Fruchtbarkeit und der unfruchtbaren Einöde, zwischen einem Lande, das durch die Ergießung des Nils befruchtet wird, und zwischen Sandwüsten, die fruchtlos Thau im Überflusse befeuchtet. + +Morgens den 6ten Januar betraten wir einen der wüstesten Theile der Erde, einen von den sehr großen Einschnitten zwischen bewohnbaren Landern, den Aufenthalt einer ewigen Unfruchtbarkeit und einer glühenden Trockenheit, eine von den Gegenden, die gleich dem Ebenen des Ozeans auch ihre Seerauber und Schiffbrüche hat. Vor uns eröffnete sich die unermeßliche Wüste von Libyen: keine Straße, kein Fußsteig kann hier unsere Schritte leiten: die mit Mühe eingezeichneten Spuren werden sogleich wieder verwischt, und von ungestümen Winden empor gehobene Sandwellen verschlingen manchmal die Menschen. Der Araber, der mit diesen Einöden vertraut ist, weiß sie ohne Steg und ohne Kompass nach allen Richtungen zu durchlaufen, und durch den Anblick der Sterne geleitet, verirrt er sich niemals darin. Hufrein besaß in dieser Art von Reisen eine lange Erfahrung. Ich denke ihn mir noch, wie er selten auf seinem Kamele, beinahe immer zu Fuß, die Hände auf den Rücken, und mit einer ruhigen Sorglosigkeit in diesen offenen Gegenden wanderte, wo ihn keine Spur leiten konnte, und als wenn er sich auf dem sichersten Spaziergange befände. + +Der arabische Name dieser natten Ort, worin kein Staubchen fruchtbarer Erde und wo alles Sand und" +Z166069305,418,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000418/full/full/0/native.jpg,"Stein ist, ist Driebel, das fo viel als Berg Tagen will. +Und der Soden erhebt sich auch wirklich in einem fanften +Abhange, der anfanglich Erhohungeni, uno hernach Sugel +und endlich Berge bildet. +Wir reiften nach und nach zwei bis drei eilen +weit uber eine dicke Schicht feinen und beweglichen Sana +des bin, to Menschen und Thiere im Schen hineinfallen. +Wir fanden hierauf mit Kiefeln bedekte Ebenen. Diese +Flachen, die anfanglich felten waren, wurden auf der +Oberflache zahlreicher, und der feine Sand verschwand +immer mehr, je hoher wir mit dem Boden ftiegen. Auf +den Gipfeln der Hugel gab es endlich gar keinen solchen +feinen und beweglichen Sand mehr: die Sandschicht war +fest und mit verschiedenformigen und verschiedenfarbia. +gen Kiefeln uberdekt: fie waren von der Art Jaspis, die +unter dem Namen a g 9.p.tifcher seierer bekannt ist, +der eine sehr schone Politur annimint, und dessen Inneres +mit verschiedenen Farben und Chier- und Pfianzens +figuren abwechfelt, woran die Einbildungskraft mehr Una +theil hat als der Pinsel der Ratur; endlich versteinerte: +Holzstucke, wenn man diese zweite Art von Jaspis wirke +lich der Verwandlung des Holzes in Kiefel zu verdanken +hat. Man erblift hier auch, aber feltener, andere kleine +Stellen, die mit verglasbaren Steinen bedekt sind, welche +rothlichgrau aussehen, und die fast in dem Boden stecken, +uber welchen sie wie spitzige Demante hervorragen. Diese +Steine trift man fo, wie auch die a g optischen Kiesel +und das verftrinerte Holz, nur auf den Hugeln an: andere +warts findet man nur gemeine Kiefel. +LORE +Alle diese Materien, die langsamen, aber leblofen Ers +zeugnisse der alten Natur, find nur die Begleiter der +Durre und des Graufens. Auf diesen rauhen und holpea +richten Stellen erquitt feine Pflanze mit ihrem Grun das +ermudete Auge: kein Baum gewahrt dem Reisenden","390 + +Stein iſt, iſt Driebel, das fo viel als Berg Tagen will. +Und der Soden erhebt ſich auch wirklich in einem fanften +Abhange, der anfänglich Erhöhungeni, uno hernach Sügel +und endlich Berge bildet. + +$ + +1 + +011 + +11 + +6t + +Wir reiften nach und nach zwei bis drei eilen +weit über eine dicke Schicht feinen und beweglichen Sana +des bin, to Menſchen und Thiere im Schen hineinfallen. +Wir fanden hierauf mit Kiefeln bedekte Ebenen. Dieſe +Flächen, die anfänglich felten waren, wurden auf der +Oberfläche zahlreicher, und der feine Sand verſchwand +immer mehr, je höher wir mit dem Boden ftiegen. Auf +den Gipfeln der Hügel gab es endlich gar keinen ſolchen +feinen und beweglichen Sand mehr: die Sandſchicht war +feſt und mit verſchiedenförmigen und verſchiedenfarbia. +gen Kiefeln überdekt: fie waren von der Art Jaſpis, die +unter dem Namen å g 9.p.tifcher seierer bekannt iſt, +der eine ſehr ſchöne Politur annimint, und deſſen Inneres +mit verſchiedenen Farben und Chier- und Pfianzens +figuren abwechfelt, woran die Einbildungskraft mehr Una +theil hat als der Pinſel der Ratur; endlich verſteinerte: +Holzſtücke, wenn man dieſe zweite Art von Jaspis wirke +lich der Verwandlung des Holzes in Kiefel zu verdanken +hat. Man erblift hier auch, aber feltener, andere kleine +Stellen, die mit verglasbaren Steinen bedekt ſind, welche +rothlichgrau ausſehen, und die faſt in dem Boden ſtecken, +über welchen ſie wie ſpitzige Demante hervorragen. Dieſe +Steine trift man fo, wie auch die å g optiſchen Kieſel +und das verftrinerte Holz, nur auf den Hügeln an: andere +warts findet man nur gemeine Kiefel. + +LORE + +JE + +4 + +Alle dieſe Materien, die langſamen, aber leblofen Ers +zeugniſſe der alten Natur, find nur die Begleiter der +Dürre und des Graufens. Auf dieſen rauhen und holpea +richten Stellen erquitt feine Pflanze mit ihrem Grün das +ermüdete Auge: kein Baum gewährt dem Reiſenden + + +","Stein ist, ist Dreibel, das so viel als Berg Tage will. +Und der Boden erhebt sich auch wirklich in einem sanften Abhange, der anfanglich Erhöhungen hat, und hernach Sügel und endlich Berge bildet. + +Wir ritten nach und nach zwei bis drei Meilen weit über eine dicke Schicht feinen und beweglichen Sandes, den Menschen und Thiere im Schnee hineinfallen. Wir fanden hierauf mit Kieseln bedeckte Ebenen. Diese Flächen, die anfanglich feltten waren, wurden auf der Oberfläche zahlreicher, und der feine Sand verschwand immer mehr, je höher wir mit dem Boden stiegen. + +Auf den Gipfeln der Hügel gab es endlich gar keinen solchen feinen und beweglichen Sand mehr: die Sandschicht war fest und mit verschiedenformigen und verschiedenfarbigen Kieseln überdeckt; sie waren von der Art Jaspis, die unter dem Namen agatoptischer Kiesel bekannt ist, der eine sehr schöne Politur annimmt, und dessen Inneres mit verschiedenen Farben und Tier- und Pflanzenfiguren abwechselt, woran die Einbildungskraft mehr Anteil hat als der Pinsel der Natur; endlich versteinerte Holzstücke, wenn man diese zweite Art von Jaspis wirklich der Verwandlung des Holzes in Kiesel zu verdanken hat. + +Man erblüht hier auch, aber seltener, andere kleine Stellen, die mit verglasbaren Steinen bedeckt sind, welche rötlichgrau aussehen, und die fast in dem Boden stecken, über welchen sie wie spitze Demanten hervorragen. Diese Steine trifft man so, wie auch die agatoptischen Kiesel und das versteinerte Holz, nur auf den Hügeln an; anderwärts findet man nur gemeine Kiesel. + +LORE + +Alle diese Materien, die langsamen, aber leblosen Erzeugnisse der alten Natur, finden nur die Begleiter der Dürre und des Grauens. Auf diesen rauhen und holprigen Stellen erquickt feine Pflanze mit ihrem Grün das ermüdete Auge: kein Baum gewährt dem Reisenden" +Z166069305,419,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000419/full/full/0/native.jpg,"Schatten, in welchem er ausruhen konnte. *** Nur an den +weniger erhabenen Orten, in den Schlunden, die die +Hugel von einander trennen, wo ein durrer Sand To +getheilt ist, das er keipen Theil von dem erfrischenden +Thaue zurukhalten kann, und wo tiefe Schichten; nicht durch +eine Menge von Steine belaftet werden, friechen einige +harte und magere Pflanzen, einige Arten von Strauchen +mit wenigen Blattern, wovon der groste Theit eben po +viele Dornen als Blatter treibe. *** +Diese Striuche, die fonst fast immer von einanders +entfernt stchen, find manchmal an weniger verwahrlostert +Stellen in Bufchel verbunden, und bilder traurige Bes +halter, worin Haaren"" ihr Futter"" und ihr Lager finden, +und Gazellen und andere wilde Thiere ihre Wohnung und +ihre Weide suchen. +en hon +Die Haaren find in der Wuste ziemlich zahlreicha +Wenn sie auch den Verfolgungen der vierfusigen Thiere +und der: Raubvogel} ausgefest find, fo haben sie dochy +wenigstens von Seiten ihrer grausamffen Feinde, Ruhe :: +denn fie haben, mit Ausnahme der Ebenen der Pyramiden +und von Sakkara, wohin die zu Stairo nieder, +gelassenen Enropaer sehr oft auf die Jagd gehen, von +Seiten der Menschen nichts zu furchten, die in unsern +Landern ihnen einen Bertilgnngskrieg erklart haben. Die +Einwohner von Aegypten storen sie nicht: denn ihr +Fleisch ist den M a hommedanern verboten, wie es +der Fall mit den Hebraern war, und die Copten, +die mehrere judische Gebrauche angenommen haben, effen +auch nicht davon.: Der Unterschied der Himmelsftriche +hat eine kleine Verschiedenheit in der Haarfarbe derjeni. +gen Haaren bewirkt, die sich in den brennenden und rana +digen Gegenden von Afrika aufhalten: fie fehen fast +grau' aus, und die Farbe verandert und verdunkelt fiche +je weniger heis das Clima wirs.","394 + +? + +Schatten, in welchem er ausruhen könnte. *** Nur an den +weniger erhabenen Orten, in den Schlünden, die die +Hügel von einander trennen, wo ein důrrer Sand To +getheilt iſt, daß er keipen Theil von dem erfriſchenden +Thaue zurükhalten kann, und wo tiefe Schichten; nicht durch +eine Menge von Steine belaftet werden, friechen einige +harte und magere Pflanzen, einige Arten von Stråuchen +mit wenigen Blåttern, wovon der großte Theit eben po +viele Dornen als Blåtter treibe. *** + +Dieſe Striuche, die fonſt faſt immer von einanders +entfernt ſtchen, find manchmal an weniger verwahrloſtert +Stellen in Bufchel verbunden, und bilder traurige Bes +hålter, worin Haaren"" ihr Futter"" und ihr Lager finden, +und Gazellen und andere wilde Thiere ihre Wohnung und +ihre Weide ſuchen. + +en hon + +Die Haaren find in der Wüſte ziemlich zahlreicha +Wenn ſie auch den Verfolgungen der vierfüßigen Thiere +und der: Raubvogel} ausgefest find, fo haben ſie dochy +wenigſtens von Seiten ihrer grauſamffen Feinde, Ruhe :: +denn fie haben, mit Ausnahme der Ebenen der Pyramiden +und von Sakkara, wohin die zu Stairo nieder, +gelaſſenen Enropåer ſehr oft auf die Jagd gehen, von +Seiten der Menſchen nichts zu fürchten, die in unſern +Låndern ihnen einen Bertilgnngskrieg erklärt haben. Die +Einwohner von Aegypten ſtören ſie nicht: denn ihr +Fleiſch iſt den M a hommedanern verboten, wie es +der Fall mit den Hebråern war, und die Copten, +die mehrere jüdiſche Gebräuche angenommen haben, effen +auch nicht davon.: Der Unterſchied der Himmelsftriche +hat eine kleine Verſchiedenheit in der Haarfarbe derjeni. +gen Haaren bewirkt, die ſich in den brennenden und rana +digen Gegenden von Afrika aufhaltén: fie fehen faſt +grau' aus, und die Farbe verändert und verdunkelt fiche +je weniger heiß das Clima wirs. + + +","Schatten, in welchem er ausruhen konnte. Nur an den +weniger erhabenen Orten, in den Schlunden, die die Hügel von einander trennen, wo ein dürre Sand zugetheilt ist, der keineswegs den erfrischenden Thau zurückhalten kann, und wo tiefe Schichten nicht durch eine Menge von Steinen belastet werden, friechen einige harte und magere Pflanzen, einige Arten von Sträuchen mit wenigen Blättern, wovon der größte Teil ebenso viele Dornen als Blätter treibt. + +Diese Sträuche, die fast immer von einander entfernt stehen, finden manchmal an weniger verwahrlosten Stellen in Büscheln verbunden, und bilden traurige Behälter, worin Haaren ihr Futter und ihr Lager finden, und Gazellen und andere wilde Thiere ihre Wohnung und ihre Weide suchen. + +Die Hare find in der Wüste ziemlich zahlreich. Wenn sie auch den Verfolgungen der vierfüßigen Thiere und der Raubvögel ausgesetzt sind, so haben sie doch wenigstens von Seiten ihrer grausamen Feinde Ruhe; denn sie haben, mit Ausnahme der Ebenen der Pyramiden und von Sakkara, wohin die zu Städten niederlassenden Europäer sehr oft auf die Jagd gehen, von Seiten der Menschen nichts zu fürchten, die in unsern Landern ihnen einen Vertilgnungskrieg erklärt haben. Die Einwohner von Aegypten stören sie nicht; denn ihr Fleisch ist den Mohammedanern verboten, wie es der Fall mit den Hebräern war, und die Copten, die mehrere jüdische Gebräuche angenommen haben, essen auch nicht davon. Der Unterschied der Himmelsstriche hat eine kleine Verschiedenheit in der Haarfarbe derjenigen Hare bewirkt, die sich in den brennenden und randaligen Gegenden von Afrika aufhalten: sie sehen fast grau aus, und die Farbe verändert und verdunkelt sich je weniger heiß das Klima wird." +Z166069305,420,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000420/full/full/0/native.jpg,"Diejenigen, die ich auf dem Cap Bert gesehen +habe, waren weniger dunkelgrau als die Aegyptifchen, +die nichts von der mehr oder weniger dunklen Schattirung +von Gelb oder Rothlichem haben, die die Haaren in +Griechenland jenen in den nordlichen Landern naher +bringt. Schon Aristoteles hatte die Bemerkung gee, +macht, das fte auch gegen Suden hin kleiner als gegen +Morden seyn. Uebrigcus geben die Haaren in sehr heisen +Landern bei weitem keine so gute Speise als die unserigen, +und hierdurch wird die allgemeine Bemerkung bestatigt, +die ich bei Gelegenheit der a gyptischen Ochsen geau. +Bert habe. Sie haben wirklich so wie der groste Theil +von den Thieren in diesen Sudlandern ein weniger festes +und schmalhaftes Fleisch als in dem nordlichen Europa. +Es ist auch weniger schwarzr und hat eben so wie das +Fleisch aller Arten von Wildpret des heisen Erdftriches +nicht den angenehmen Geruch mehr, der ihm einen vorzuge +lichen Berth giebt: vielleicht ist diese Verschiedenheit in +dem Haasenreische die Ursache gewesen, das man es fur +ungesund gehalten, und das man seinen Genus im Mers +genlande verboten hat. +Auch die oben beschriebene Art vor Eidechren hat +am Fuse der Gestrauche ihre focher. Ich habe auch in, +der umliegeuden Gegend aschgraue Vogel von der Gestalt +und dem Geschlecht der Amseln herumlaufen reben. Sie +teben einfam, so wie der Ort ihres Aufenthaltes ift, und +vereinigen sich nid) t init einander: fie halten sich abgefona +bert, reben sich nicht, stampfen auserordentlich schnell mit +dem Fuse,- fliegen selten, und wenn man sie fortzufliegen +nothigt, so lassen sie sich bald wieder nieder, um vom +neuen zu laufen. +In der Nahe von Einer dieser Amseln wurde ich einen +andern Laufer gewahr, dessen Gefieder roth aussah und +dessen Formen ich unmoglich genau unterscheiden konnte.","392 + +> + +Diejenigen, die ich auf dem Cap Bert geſehen +habe, waren weniger dunkelgrau als die Aegyptifchen, +die nichts von der mehr oder weniger dunklen Schattirung +von Gelb oder Rothlichem haben, die die Haaren in +Griechenland jenen in den nordlichen Ländern náher +bringt. Schon Ariſtoteles hatte die Bemerkung gee, +macht, daß fte auch gegen Süden hin kleiner als gegen +Morden ſeyn. Uebrigcus geben die Haaren in ſehr heißen +Ländern bei weitem keine ſo gute Speiſe als die unſerigen, +und hierdurch wird die allgemeine Bemerkung beſtåtigt, +die ich bei Gelegenheit der å gyptiſchen Ochſen geåu. +Bert habe. Sie haben wirklich ſo wie der größte Theil +von den Thieren in dieſen Südländern ein weniger feſtes +und ſchmalhaftes Fleiſch als in dem nördlichen Europa. +Es iſt auch weniger ſchwarzr und hat eben ſo wie das +Fleiſch aller Arten von Wildpret des heißen Erdftriches +nicht den angenehmen Geruch mehr, der ihm einen vorzüge +lichen Berth giebt: vielleicht iſt dieſe Verſchiedenheit in +dem Haaſenreiſche die Urſache geweſen, daß man es für +ungeſund gehalten, und daß man ſeinen Genuß im Mers +genlande verboten hat. + +1 + +Auch die oben beſchriebene Art vor Eidechren hat +am Fuße der Geſtråuche ihre focher. Ich habe auch in, +der umliegeuden Gegend aſchgraue Vogel von der Geſtalt +und dem Geſchlecht der Amſeln herumlaufen reben. Sie +teben einfam, ſo wie der Ort ihres Aufenthaltes ift, und +vereinigen ſich nid) t init einander: fie halten ſich abgefona +bert, reben ſich nicht, ſtampfen außerordentlich ſchnell mit +dem Fuße,- fliegen ſelten, und wenn man ſie fortzufliegen +nothigt, ſo laſſen ſie ſich bald wieder nieder, um vom +neuen zu laufen. + +In der Nähe von Einer dieſer Amſeln wurde ich einen +andern Läufer gewahr, deſſen Gefieder roth ausſah und +deſſen Formen ich unmoglich genau unterſcheiden konnte. + + +","Diejenigen, die ich auf dem Cap Bert gesehen habe, waren weniger dunkelgrau als die Ägyptischen, die nichts von der mehr oder weniger dunklen Schattierung von Gelb oder Röthlichem haben, die die Haaren in Griechenland jenen in den nördlichen Landern näher bringt. Schon Aristoteles hatte die Bemerkung gemacht, dass sie auch gegen Süden hin kleiner als gegen Norden seyn. Uebrigens geben die Haaren in sehr heißen Landern bei weitem keine so gute Speise als die unserigen, und hierdurch wird die allgemeine Bemerkung bestätigt, die ich bei Gelegenheit der ägyptischen Ochsen geäußert habe. + +Sie haben wirklich so wie der größte Teil von den Thieren in diesen Südländern ein weniger festes und schmahlhaftes Fleisch als in dem nördlichen Europa. Es ist auch weniger schwarz und hat ebenso wie das Fleisch aller Arten von Wildpret des heißen Erdteils nicht den angenehmen Geruch mehr, der ihm einen vorzüglichen Berth giebt; vielleicht ist diese Verschiedenheit in dem Hassenreich die Ursache gewesen, dass man es für ungesund gehalten und dass man seinen Genuss im Märkischen Lande verboten hat. + +Auch die oben beschriebene Art von Eidechsen hat am Fuße der Gestrauche ihre Höhlen. Ich habe auch in der umliegenden Gegend aschgraue Vögel von der Gestalt und dem Geschlecht der Amseln herumlaufen sehen. Sie leben einsam, so wie der Ort ihres Aufenthaltes ist, und vereinigen sich nicht mit einander; sie halten sich abgesondert, reiben sich nicht, stampfen außerordentlich schnell mit dem Fuße, fliegen selten, und wenn man sie fortzufliegen nötigt, so lassen sie sich bald wieder nieder, um von neuem zu laufen. + +In der Nähe von einer dieser Amseln wurde ich einen andern Läufer gewahr, dessen Gefieder roth aussah und dessen Formen ich unmöglich genau unterscheiden konnte." +Z166069305,421,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000421/full/full/0/native.jpg,"Diese beiden Arten von Bogeln ernahren fich von +Schnafen und Infekten, und es ist zu vermuthen, das +sie gar nicht, oder wenigstens sehr selten trinken, weil +fie ihr Leben auf Ebenen zu bringen, wo ein Wassertropfen, +eine feltene Erscheinung ist. +Unser Weg gieng den ganzen Tag uber nach Sude +weft: wir machten um 6 Uhr Abends halt, und legten +uns die Nacht uber auf den Sand. Von Mitternacht an +wurden wir von einer Menge Chau fo durchnast, als +wenn wir von einem ftarken Regen uberfallen worden +waren. Wir litten viel von der Stalte, aber wir wollten +doch kein Feuer anzunden, weil wir entdekt zu werden +furchteten. Um funf Uhr Morgens brachen wir wieder +auf, und sobald der Nebel +verschwunden war, sahen wir von +allen Seiten Heerden von Sazellen und wilden Ochsen: Diese +Gruppen von lebenden Wefen stellten bewegliche Szenen +vor, die uns allein mitten in sefer unermeslichen Leere +interessiren konnten, und diese Menge von lebendigen +Geschopfen machte diese Wuste weniger nackend, weniger +grauenvoll, mit einem Worte, weniger zur Wuste. +Ich habe fchon Gelegenheit gehabt, von den wilden +Dchren zu sprechen. Ich hatte bei den zwischen Abnkir +und Alexandrien gelagerten Beduinen einige Stuk +davon gefunden, die nicht mehr wild waren*). Was ich +damals daruber bemerkt habe, und was mir die grose +Entfernung, in welcher ich sie oft in der Wuste gesehen +habe, zu benierfen erlaubte, und selbst der Name Bat. +far el Merch oder wilder Ochre hat mich in der Muth. +masung beftarkt, das es eine besondere Race des Dchsen- +geschlechtes ift, die sehr viel Aehnlichkeit mit der Race +des Zebu hat, wenn sie nicht ganz die namliche ift. Der +Arisbock, ein Shier einer andern Art, das sowohl +*) Man Fehe oben S. 109 dief. BD.","593 + +Dieſe beiden Arten von Bögeln ernähren fich von +Schnafen und Infekten, und es iſt zu vermuthen, daß +ſie gar nicht, oder wenigſtens ſehr ſelten trinken, weil +fie ihr Leben auf Ebenen zu bringen, wo ein Waſſertropfen, +eine feltene Erſcheinung iſt. + +Unſer Weg gieng den ganzen Tag über nach Süde +weft: wir machten um 6 Uhr Abends halt, und legten +uns die Nacht über auf den Sand. Von Mitternacht an +wurden wir von einer Menge Chau fo durchnaßt, als +wenn wir von einem ftarken Regen überfallen worden +wåren. Wir litten viel von der Stålte, aber wir wollten +doch kein Feuer anzünden, weil wir entdekt zu werden +fürchteten. Um fünf Uhr Morgens brachen wir wieder +auf, und ſobald der Nebel + +verſchwunden war, ſahen wir von +allen Seiten Heerden von Sazellen und wilden Ochſen: Dieſe +Gruppen von lebenden Wefen ſtellten bewegliche Szenen +vor, die uns allein mitten in sefer unermeßlichen Leere +intereſſiren konnten, und dieſe Menge von lebendigen +Geſchöpfen machte dieſe Wüſte weniger nackend, weniger +grauenvoll, mit einem Worte, weniger zur Wüſte. + +1 + +Ich habe fchon Gelegenheit gehabt, von den wilden +Dchren zu ſprechen. Ich hatte bei den zwiſchen Abnkir +und Alexandrien gelagerten Beduinen einige Stuk +davon gefunden, die nicht mehr wild waren*). Was ich +damals darüber bemerkt habe, und was mir die große +Entfernung, in welcher ich ſie oft in der Wüſte geſehen +habe, zu benierfen erlaubte, und ſelbſt der Name Bat. +far el Merch oder wilder Ochre hat mich in der Muth. +maßung beftarkt, daß es eine beſondere Race des Dchſen- +geſchlechtes ift, die ſehr viel Aehnlichkeit mit der Race +des Zebu hat, wenn ſie nicht ganz die namliche ift. Der +Arisbock, ein Shier einer andern Art, das ſowohl + +1 + +*) Man Fehe oben S. 109 dief. BD. + + +","Diese beiden Arten von Bögen ernähren sich von Schafen und Insekten, und es ist zu vermuten, dass sie gar nicht, oder wenigstens sehr selten trinken, weil sie ihr Leben auf Ebenen zu bringen, wo ein Wassertropfen eine seltene Erscheinung ist. + +Unser Weg ging den ganzen Tag über nach Süden west: wir machten um 6 Uhr Abends halt, und legten uns die Nacht über auf den Sand. Von Mitternacht an wurden wir von einer Menge Chau so durchnässt, als wenn wir von einem starken Regen überfallen worden wären. Wir litten viel von der Kälte, aber wir wollten doch kein Feuer anzünden, weil wir entdeckt zu werden fürchteten. Um fünf Uhr Morgens brachen wir wieder auf, und sobald der Nebel verschwunden war, sahen wir von allen Seiten Heerden von Gazellen und wilden Ochsen: Diese Gruppen von lebenden Wesen stellten bewegliche Szenen vor, die uns allein mitten in dieser unermesslichen Leere interessiren konnten, und diese Menge von lebendigen Geschöpfen machte diese Wüste weniger nackt, weniger grauenvoll, mit einem Worte, weniger zur Wüste. + +Ich habe schon Gelegenheit gehabt, von den wilden Eseln zu sprechen. Ich hatte bei den zwischen Abukir und Alexandrien gelagerten Beduinen einige Stück davon gefunden, die nicht mehr wild waren*). Was ich damals darüber bemerkt habe, und was mir die große Entfernung, in welcher ich sie oft in der Wüste gesehen habe, zu bemerken erlaubte, und selbst der Name Bat. far el Merch oder wilder Ochse hat mich in der Meinung bestärkt, dass es eine besondere Rasse des Eselsgeschlechtes ist, die sehr viel Ähnlichkeit mit der Rasse des Zebus hat, wenn sie nicht ganz dieselbe ist. Der Arisbock, ein Schier einer andern Art, das sowohl +*) Man sehe oben S. 109 diese BD." +Z166069305,422,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000422/full/full/0/native.jpg,"dem Hirsche als dem Damhirsche ahnlich ift*), hat nach +Sh aw's Berichte **) denselben Namen, Baffar et +Merch, in der Berberei: allein der wilde Ochre der +Araber in Hegypte# ift fehr von dem Geschlechte des +Arisboces verschieden, und ich wiederhole es noch ein +mal, das er eine besondere Art von Ochsen ist ***). +Ich habe diefe Ochren gewohnlich in Heerden von +acht bis zehn beisamen gesehen, die beinahe immer hinters +einander Gergiengen, und manchmal ftiu ftanden, um zu +spiclen, oder sich mit einander zu frosen. Sie entfernen +Fich aber sogleich, fo bald fie Reifende in einer auch noch +so grosen Entfernung erblicken. Die Araber verfolgen +fte zu Pferde; und manchmal verstecken sie sich auch hin. +ter dichte Gestrauche, um fie xu uberfallen, und auf +fie zu schiesen. Ihr Fleisch fchmeft gut, und ihre Haut +wird wegen ihrer Festigkeit und Dicke gesucht. +Jene artige Art von vierfusigent Thieren, deren +Augen man in dem Morgenlande fur Muster schoner Augen +halt, die Gazellen, geben in zahlreichen Heerden beisammen, +und regen schnell uber die Hugel und Ebenen hin: fie find eben +po scheu als Sfe'wilden Ochsen, und die Unnaherung eines +fremden Gegenstandes verjagt sie sogleich. Ihre Leichtigs +keit und ihre Geschwindigkeit haben nicht ihres Gleichen. +Die Natur hat ihnen lange, fchwache und nervige Fuse +gegeben, die ihnen zwar ihre Freiheit fichern, aber auch +ein Hindernis zu fern scheinen, sie zu zahmeit und Ges? +*) Cervus axis. Lin. Axis. Buffon. +**) Reisen. +****) Bafar Ward, Bos filveftris. Forskal, Pauna aegyptiaco. +4 arab. pag. IV.- Anmerkung. Forskal hat dieses Thier in +den Paragraph gestellt, den er den Thieren ungewiffen Ge- +schledytes, incerti generis gewidinet hat, die er niot gesehen +hatte.","394 + +7 + +B + +dem Hirſche als dem Damhirſche ähnlich ift*), hat nach +Šh aw's Berichte **) denſelben Namen, Baffar et +Merch, in der Berberei: allein der wilde Ochre der +Araber in Hegypte# ift fehr von dem Geſchlechte des +Arisboces verſchieden, und ich wiederhole es noch ein +mal, daß er eine beſondere Art von Ochſen iſt ***). + +Ich habe diefe Ochren gewöhnlich in Heerden von +acht bis zehn beiſamen geſehen, die beinahe immer hinters +einander Gergiengen, und manchmal ftiü ftanden, um zu +ſpiclen, oder ſich mit einander zu froßen. Sie entfernen +Fich aber ſogleich, fo bald fie Reifende in einer auch noch +ſo großen Entfernung erblicken. Die Araber verfolgen +fte zu Pferde; und manchmal verſtecken ſie ſich auch hin. +ter dichte Geſträuche, um fie xu überfallen, und auf +fie zu ſchießen. Ihr Fleiſch fchmeft gut, und ihre Haut +wird wegen ihrer Feſtigkeit und Dicke geſucht. + +1 + +> + +Jene artige Art von vierfüßigent Thieren, deren +Augen man in dem Morgenlande für Muſter ſchöner Augen +hält, die Gazellen, geben in zahlreichen Heerden beiſammen, +und regen ſchnell über die Hügel und Ebenen hin: fie find eben +po ſcheu als Sfe'wilden Ochſen, und die Unnäherung eines +fremden Gegenſtandes verjagt ſie ſogleich. Ihre Leichtigs +keit und ihre Geſchwindigkeit haben nicht ihres Gleichen. +Die Natur hat ihnen lange, fchwache und nervige Füße +gegeben, die ihnen zwar ihre Freiheit fichern, aber auch +ein Hinderniß zu fern ſcheinen, ſie zu zähmeit und Ges? + +*) Cervus axis. Lin. Axis. Buffon. + +**) Reiſen. +****) Bafar Ward, Bos filveftris. Forskal, Pauna aegyptiaco. +4 arab. pag. IV.- Anmerkung. Forskal hat dieſes Thier in +den Paragraph geſtellt, den er den Thieren ungewiffen Ge- +ſchledytes, incerti generis gewidinet hat, die er niot geſehen +hatte. + + +","dem Hirsche als dem Damhirsche ähnlich ist), hat nach Shaw's Berichten denselben Namen, Baffar et Merch, in der Berberei: allein der wilde Ochse der Araber in Ägypten ist sehr von dem Geschlechte des Axis verschieden, und ich wiederhole es noch einmal, dass er eine besondere Art von Ochsen ist). Ich habe diese Ochsen gewöhnlich in Heerden von acht bis zehn beisammen gesehen, die beinahe immer hintereinander Gängen, und manchmal still standen, um zu spielen oder sich mit einander zu fröhnen. Sie entfernen sich aber sogleich, sobald sie Reiter in einer auch noch so großen Entfernung erblicken. Die Araber verfolgen sie zu Pferde; und manchmal verstecken sie sich auch hinter dichte Gesträuche, um sie zu überfallen und auf sie zu schießen. Ihr Fleisch schmeckt gut, und ihre Haut wird wegen ihrer Festigkeit und Dicke gesucht. + +Jene artige Art von vierfüßigen Thieren, deren Augen man in dem Morgenlande für Muster schöner Augen hält, die Gazellen, geben in zahlreichen Heerden beisammen, und regen schnell über die Hügel und Ebenen hin: sie sind eben so scheu als die wilden Ochsen, und die Unnäherung eines fremden Gegenstandes verjagt sie sogleich. Ihre Leichtigkeit und ihre Geschwindigkeit haben nicht ihres Gleichen. Die Natur hat ihnen lange, schwache und nervige Füße gegeben, die ihnen zwar ihre Freiheit sichern, aber auch ein Hindernis zu fern scheinen, sie zu zähmen und Ges? + +*) Cervus axis. Lin. Axis. Buffon. +**) Reisen. +****) Bafar Ward, Bos sylvestris. Forskal, Pauna aegyptiaca. +4 arab. pag. IV.- Anmerkung. Forskal hat dieses Thier in den Paragraph gestellt, den er den Thieren ungewissen Geschlechtes, incerti generis gewidmet hat, die er nicht gesehen hatte." +Z166069305,423,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000423/full/full/0/native.jpg,"brauch von ihnen zu machen. Diese Fufe' find wirklich so +dunn und zugleich so zerbrechlich, das sie sogleich zerbrechen, +wenn man die Gazellen nur weiter fchafft, und sogar +wenn man sie auf gepflasterten Orten oder auch an roldsen +Plasen futtert, ivo der Boden ro glatt ist, das sie aus. +glitschen. Indeffen holt der Araber auf seinem schwel. +len Pferde diefe so fluchtigen Thiere dennoch ein, und +wirft mit dem Stocke nach ihnen, worin fich ihre Fuse +verwickeln und sehr oft zerbrechen, es ist daher auch nicht +gewohnlich, das man sie lebendig erhalt, und das fie +nicht ro verwundet fern sollten, das man sie nuch am +Leben erhalten konnte*). +Ein noch gefahrlicherer Feind aber fur ein zahlreiches +Geschlecht von leichter und zierlicher Gestalt ist der Tiger, +und unter diesem Geschlechtsnamen verftehe ich alle jene +verfusigen Chiere Ufrikas mit einer getigerten Haut, s. +B. das Pantherthier, das kleine Pantherthier Conce), den +Leoparden u.. ww. und nehme nur den Tiger mit den +Streifen aus, der wie man weis, nur in findien +zu Hause ift. Dieses ganze Geschlecht ist in Negypten +unter den arabischen Namen Memura bekannt, und ich +weis nicht, ob es im gemeinen Leben befortdere Benens' +nungen fur jede Art giebt, woraus es besteht. Die Tiger, +die ihre auserordentliche Wildheit ungescheut auf einem +Boden befriedigen, dessen gluhende Durre mit ihren Neis +) Sparrmann fagt in feiner Reise nach dem Vorgeburge +der guten Hoffnung von der. capichen Gazelle, die mit der +oben erwahnten nahe verwandt ist: dies hier ist vielleicht +das aller schonste von allen Gazellen, fund zeichnet sich inson- +derheit wie die Gazellen uberhaupt durch seine feurigen und +schonen Augen aus: daher man auch in einem Theile der +Morgenlander es als das groste Lob ansielt, dass man der +Schonheit ejues Frauerzimmers ertheilen faun: seine 4 u. +sen find wie die Augen einer Gazelle. +Der Ueberseker.","1 + +395 +brauch von ihnen zu machen. Dieſe Fúfe' find wirklich ſo +dünn und zugleich ſo zerbrechlich, daß ſie ſogleich zerbrechen, +wenn man die Gazellen nur weiter fchafft, und ſogar +wenn man ſie auf gepflaſterten Orten oder auch an roldsen +Plaßen füttert, ivo der Boden ro glatt iſt, daß ſie aus. +glitſchen. Indeffen holt der Araber auf ſeinem ſchwel. +len Pferde diefe ſo flüchtigen Thiere dennoch ein, und +wirft mit dem Stocke nach ihnen, worin fich ihre Füße +verwickeln und ſehr oft zerbrechen, es iſt daher auch nicht +gewohnlich, daß man ſie lebendig erhalt, und daß fie +nicht ro verwundet fern ſollten, daß man ſie nuch am +Leben erhalten könnte*). + +1 + +Ein noch gefährlicherer Feind aber für ein zahlreiches +Geſchlecht von leichter und zierlicher Geſtalt iſt der Tiger, +und unter dieſem Geſchlechtsnamen verftehe ich alle jene +verfüßigen Chiere Ufrikas mit einer getigerten Haut, s. +B. das Pantherthier, das kleine Pantherthier Conce), den +Leoparden u.. ww. und nehme nur den Tiger mit den +Streifen aus, der wie man weiß, nur in findien +zu Hauſe ift. Dieſes ganze Geſchlecht iſt in Negypten +unter den arabiſchen Namen Memura bekannt, und ich +weiß nicht, ob es im gemeinen Leben befortdere Benens' +nungen für jede Art giebt, woraus es beſteht. Die Tiger, +die ihre außerordentliche Wildheit ungeſcheut auf einem +Boden befriedigen, deſſen glühende Důrre mit ihren Neis + +1 + +1 + +) Sparrmann fagt in feiner Reiſe nach dem Vorgeburge + +der guten Hoffnung von der. capichen Gazelle, die mit der +oben erwähnten nahe verwandt iſt: dies hier iſt vielleicht +das aller ſchönſte von allen Gazellen, fund zeichnet ſich inſon- +derheit wie die Gazellen überhaupt durch ſeine feurigen und +ſchönen Augen aus: daher man auch in einem Theile der +Morgenlander es als das größte Lob anſielt, dass man der +Schönheit ejues Frauerzimmers ertheilen faun: ſeine 4 u. +sen find wie die Augen einer Gazelle. + +Der Ueberſeker. + +1 + +1 + + +","Brauch von ihnen zu machen. Diese Füße finden wirklich so dünn und zugleich so zerbrechlich, dass sie sogleich zerbrechen, wenn man die Gazellen nur weiter schafft, und sogar wenn man sie auf gepflasterten Orten oder auch an rolsen Plätzen füttert, wo der Boden so glatt ist, dass sie ausglitschen. Indessen holt der Araber auf seinem schwachen Pferde diese so fluchtigen Thiere dennoch ein, und wirft mit dem Stocke nach ihnen, worin sich ihre Füße verwickeln und sehr oft zerbrechen; es ist daher auch nicht gewöhnlich, dass man sie lebendig erhält, und dass sie nicht zu verwundet fern sollten, dass man sie noch am Leben erhalten könnte. + +Ein noch gefährlicherer Feind aber für ein zahlreiches Geschlecht von leichter und zierlicher Gestalt ist der Tiger, und unter diesem Geschlechtsnamen verstehe ich alle jene verschlagenen Chiere Afrikas mit einer getigerten Haut, s. B. das Pantherthier, das kleine Pantherthier Conce), den Leoparden u. ww., und nehme nur den Tiger mit den Streifen aus, der wie man weiß, nur in Indien zu Hause ist. Dieses ganze Geschlecht ist in Ägypten unter dem arabischen Namen Memura bekannt, und ich weiß nicht, ob es im gemeinen Leben bevorzugte Benennungen für jede Art gibt, woraus es besteht. Die Tiger, die ihre außerordentliche Wildheit ungescheut auf einem Boden befriedigen, dessen glühende Dürre mit ihren Niesen... + +Sparrmann sagt in seiner Reise nach dem Vorgeburge der guten Hoffnung von der capichen Gazelle, die mit der oben erwähnten nahe verwandt ist: dies hier ist vielleicht das aller schönste von allen Gazellen; und zeichnet sich insbesondere wie die Gazellen überhaupt durch seine feurigen und schönen Augen aus; daher man auch in einem Teile der Morgenländer es als das größte Lob ansehen, dass man der Schönheit eines Frauenzimmers ertheilen kann: seine Augen sind wie die Augen einer Gazelle. + +Der Übersetzer." +Z166069305,424,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000424/full/full/0/native.jpg,"gungen Aehnlichkeit hat, uberfallen die wilden Ochren, +und sturzen sich aus Blutdurst auf die schuchternen und +Tchuldlosen Gazellen. +Ich bemerkte oft frische Spuren von Strausen in +dem Sande*). Ihre Jagd ist eine von den Leibesubuns +gen, worin der Araber die meiste Gefchiflichkeit und +fein Pferd die meiste Schnelligkeit zeigt. Es gehort viel +Zeit darzu, disse Vogel zu erhascheri, die erstaunlich ges +schwind im Laufen find. Hurrein ,, der eine lange Ers +fahrung hatte, und mir also eine Vorstellung von der +Lange dieser Jagd geben konnte, fagte mir, das, wenn +man sie Morgens um acht Uhr anfienge, man den Straus +erst gegen vier Uhr Nachmittags dadurch aufzuhalten im, +Stande fer', das man ihm wie den Gazellen einen Stok +zwischen die Fuse werfe. Wenn man Windhunde hat, +so erreicht man feinen Zwek viel fruher. Andere, die mehr +Geduld haben, lauern hinter Buschen und warten, bis ein +Straus in folcher Weite vorbeigeht, das fie auf ihn schter: +sen konnen. Niemand aber ist davon; die Araber begnus +gen fich, wenn sie dieselben todten, blos damit, das fie +ihnen die schonen Federn ausreisen, um Federbusche dar- +aus zu machen, oder das sie ihnen das Fett ausnehmen, +das sie zur Zubereitung der Speisen brauchen. Sie +schaffen auch viele Strauseier, die gine sehr gute Speise +und so gros sind, das fich jemand von einem Einzigen +fatt essen kann, in die Stadte. Diese Eier, die man in +Gewolben aufhangt, find eine von den gewohnlichs +ffen Zierrathen der- mahommedanischen Mefdeen imd der +griechischen und coptischen Kirchen. +*) Struthio camelus. Lin. +Autruche. Buffon.","396 + +gungen Aehnlichkeit hat, überfallen die wilden Ochren, +und ſtürzen ſich aus Blutdurſt auf die ſchüchternen und +Tchuldloſen Gazellen. + +A + +> + +Ich bemerkte oft friſche Spuren von Straußen in +dem Sande*). Ihre Jagd iſt eine von den Leibesübuns +gen, worin der Araber die meiſte Gefchiflichkeit und +fein Pferd die meiſte Schnelligkeit zeigt. Es gehört viel +Zeit darzu, disſe Vogel zu erhaſcheri, die erſtaunlich ges +ſchwind im Laufen find. Hurrein ,, der eine lange Ers +fahrung hatte, und mir alſo eine Vorſtellung von der +Långe dieſer Jagd geben konnte, fagte mir, daß, wenn +man ſie Morgens um acht Uhr anfienge, man den Strauß +erſt gegen vier Uhr Nachmittags dadurch aufzuhalten im, +Stande fer', daß man ihm wie den Gazellen einen Stok +zwiſchen die Füße werfe. Wenn man Windhunde hat, +ſo erreicht man feinen Zwek viel früher. Andere, die mehr +Geduld haben, lauern hinter Büſchen und warten, bis ein +Strauß in folcher Weite vorbeigeht, daß fie auf ihn ſchter: +ſen können. Niemand aber ißt davon; die Araber begnús +gen fich, wenn ſie dieſelben tódten, bloß damit, daß fie +ihnen die ſchönen Federn ausreißen, um Federbüſche dar- +aus zu machen, oder daß ſie ihnen das Fett ausnehmen, +das ſie zur Zubereitung der Speiſen brauchen. Sie +ſchaffen auch viele Straußeier, die gine ſehr gute Speiſe +und ſo groß ſind, daß fich jemand von einem Einzigen +fatt eſſen kann, in die Stådte. Dieſe Eier, die man in +Gewölben aufhångt, find eine von den gewohnlichs +ffen Zierrathen der- mahommedaniſchen Mefdeen imd der +griechiſchen und coptiſchen Kirchen. + +V + +*) Struthio camelus. Lin. + +Autruche. Buffon. + + +","Gungen Ähnlichkeit hat, überfallen die wilden Ochsen, +und stürzen sich aus Blutdurst auf die schüchternen und +schuldlosen Gazellen. + +Ich bemerkte oft frische Spuren von Straußen in dem Sande*) Ihre Jagd ist eine von den Leibesubungen, worin der Araber die meiste Geistesgegenwart und feine Pferde die meiste Schnelligkeit zeigt. Es gehort viel Zeit darzu, diese Vögel zu erhaschen, die erstaunlich geschnell im Laufen sind. + +Hurrein, der eine lange Erfahrung hatte, und mir also eine Vorstellung von der Länge dieser Jagd geben konnte, fragte mich: ""Wenn man sie morgens um acht Uhr anfängt, man den Strauß erst gegen vier Uhr nachmittags dadurch aufzuhalten im Stande wäre"", dass man ihm wie den Gazellen einen Stock zwischen die Füße werfe. Wenn man Windhunde hat, so erreicht man seinen Zweck viel früher. + +Andere, die mehr Geduld haben, lauern hinter Buschen und warten, bis ein Strauß in solcher Weite vorbeigeht, dass sie auf ihn schießen können. Niemand aber ist davon abgeneigt; die Araber begnügen sich, wenn sie dieselben töteten, bloß damit, dass sie ihnen die schönen Federn ausreisen, um Federbüsche daraus zu machen, oder dass sie ihnen das Fett ausnehmen, das sie zur Zubereitung der Speisen brauchen. + +Sie schaffen auch viele Straußeier, die eine sehr gute Speise sind und so groß, dass sich jemand von einem Einzigen satt essen kann, in die Städte. Diese Eier, die man in Gewölben aufhängt, finden eine von den gewöhnlichen Zierathen der mohammedanischen Moscheen und der griechischen und koptischen Kirchen. +*) Struthio camelus. Linn. +Autruche. Buffon." +Z166069305,425,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000425/full/full/0/native.jpg,"Sieben und zwanzigstes Capitel. +Natrumsseen- Kloster der Copten in der Wuste +Zusammentreffen mit einer Truppe rauberischer Ara +ber fonderbare Szenen, wozu dieses Gelegenheit +Schwierigkeiten, in das Kloster hinein zu +kommen wilde Schweine. +gab +Wir hatten ungefahr dreizehn bis viezehn Meilen von +Honez e an zuruk gelegt, und waren ununterbrochen +eine Flache hinangestiegen, die sich stufenweise erk- o. Wir +tamen auf den Gipfel eines Hugels oder vielmehr einer +Kette von Hugeln an, die nach Nordnordwest hinlief. +Gegenuber trift man in einer Entfernung von drei bis +vier Meilen eine andere Kette von Hugeln an, die mit der +Ersteren parallel lauft: fie bilden zwischen fich ein tiefes +Dhal, i das mit engen und noch tiefern Schlunden durcha +fchnitten ist. +Die Seiten dieses Thales von dem Gipfel der Hugel +an bis mehr als die Halfte von ihrer Hohe find steil: das +Uebrige ist ein fanfter Abhang von feinem lockern Sande. +In dem Grunde des Chales und am Fuse des sftlichen +Hugels liegen die Natrumsreen: fie feffeln das Auge des.' +durch die fchrekhafte Einformigkeit der Wuste ermudeten +Wanderes. Ein Tehr groses Wasserbecken, eine Menge +Strauche, die reine Ufer befchatten, das Schilfrohr und die +andern Wasserpflanzen, die feine Oberflache grun machen;","597 + +Sieben und zwanzigſtes Capitel. +Natrumsſeen- Kloſter der Copten in der Wüſte +Zuſammentreffen mit einer Truppe râuberiſcher Ara +ber fonderbare Szenen, wozu dieſes Gelegenheit + +Schwierigkeiten, in das Kloſter hinein zu + +kommen wilde Schweine. + +gab + +Wir hatten ungefähr dreizehn bis viezehn Meilen von +Honez é an zurük gelegt, und waren ununterbrochen +eine Fläche hinangeſtiegen, die ſich ſtufenweiſe erk- o. Wir +tamen auf den Gipfel eines Hügels oder vielmehr einer +Kette von Hügeln an, die nach Nordnordweſt hinlief. +Gegenüber trift man in einer Entfernung von drei bis +vier Meilen eine andere Kette von Hügeln an, die mit der +Erſteren parallel läuft: fie bilden zwiſchen fich ein tiefes +Dhal, i das mit engen und noch tiefern Schlünden durcha +fchnitten iſt. + +Die Seiten dieſes Thales von dem Gipfel der Hügel +an bis mehr als die Hälfte von ihrer Höhe find ſteil: dás +Uebrige iſt ein fanfter Abhang von feinem lockern Sande. +In dem Grunde des Chales und am Fuße des sftlichen +Hugels liegen die Natrumsreen: fie feffeln das Auge des.' +durch die fchrekhafte Einförmigkeit der Wüſte ermüdeten +Wanderes. Ein Tehr großes Waſſerbecken, eine Menge +Stråuche, die reine Ufer befchatten, das Schilfrohr und die +andern Waſſerpflanzen, die feine Oberfläche grün machen; + + +","Sieben und zwanzigstes Capitel. +Natrumsseen-Kloster der Copten in der Wüste. +Zusammentreffen mit einer Truppe rauberischer Araber. Über wunderbare Szenen, zu denen diese Gelegenheit gab. + +Wir hatten ungefähr dreizehn bis vierzehn Meilen von Honez an zurück gelegt, und waren ununterbrochen eine Fläche hinaufgestiegen, die sich stufenweise erhöht. Wir trafen auf den Gipfel eines Hügels oder vielmehr einer Kette von Hügeln an, die nach Nordnordwest hin lief. + +Gegenüber trifft man in einer Entfernung von drei bis vier Meilen eine andere Kette von Hügeln an, die mit der Ersteren parallel läuft: sie bilden zwischen sich ein tiefes Tal, das mit engen und noch tieferen Schlünden durchschnitten ist. + +Die Seiten dieses Tales von dem Gipfel der Hügel an bis mehr als die Hälfte von ihrer Höhe sind steil; das Übrige ist ein sanfter Abhang von feinem lockern Sande. +In dem Grunde des Tales und am Fuße des östlichen Hügels liegen die Natrumsseen: sie erfreuen das Auge des durch die schreckhafte Einformigkeit der Wüste ermüdeten Wanderers. +Ein sehr großes Wasserbecken, eine Menge Sträuche, die reine Ufer beschatten, das Schilfrohr und die andern Wasserpflanzen, die ihre Oberfläche grün machen;" +Z166069305,426,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000426/full/full/0/native.jpg,"die Heerden von Nothwilo, bie fich hier wersammeln, um +ihren Durft zu ftillen; die Vogel, in deren Nitte fich +der glanzende Flamingo*), durch die Schonheit reines +Gefieders auszeichnet, bilden an diesem Orte ein lachens +des Gemalde, wenn auch alles umher, nichts als die +Kennzeichen der todten Natur au fich; tragt. +Man kann unmoglich den Umfang der Seen bestima +men, worin fich das Natrum bildet: er berandert sich +nad den Jahreszeiten: in der Jahreszeit, wo das Wasser +im groften Ueberfluffe vorhanden ist, machen die beiden +Seen nur einen See ans, der mehr lang als breit ist, +und der einen Kaum von mehrern Meiler einnimmt: zu +andern Zeiten sind diese Seen nur wenig geraumige Teiche. +Wenn Plinius schreibt, das der Nil auf die +Matrumsquellen, wie das Meer auf die Salzquellen wirke, +und wenn er darunter versianden hat, das sich die Uebers +schwemmung des Flufses bis an die Seen erstrecke, ro +hat er fich offenbar geirrt, wie schon der Pater Sicard +Wenn er aber blos damit bat ragen +wollen, das es eine Art von Verbindung zwischen egen +Nil und diesen Seen gebe, so hat er zwar eine ronder. +bare, aber dennoch gewisse Thatrache behauptet, wovon +der Missionarins krine Kenntnis gehabt hat: eine Thats +fache, die die Eingebornen bemerkt haben, und die fie +mit Unrecht einer unmoglichen Verbindung zwischen dem +Nilwaffer und den Seen zu schreiben. Das Wachs- +thum, der leztern steht in umgekehrten Verhaltniffe mit +dem Wasser des Ersteren: ro das, wenn der Mit uber +feine Ufer zu treten anfangt, sich die Seen fo rehr vers +mindern, das sie in dem Uugenblicke, wo der Nii seine +o o +*) Phoenicopterus ruber. Lin. Flamant ober"" Phenicoptere. +Buffon. +**) Memoires des Millions du Levaut vol. VII, S. 61.","398 + +die Heerden von Nothwilo, bie fich hier werſammeln, um +ihren Durft zu ftillen; die Vogel, in deren Nitte fich +der glänzende Flamingo*), durch die Schönheit reines +Gefieders auszeichnet, bilden an dieſem Orte ein lachens +des Gemälde, wenn auch alles umher, nichts als die +Kennzeichen der todten Natur au fich; trågt. + +> + +A + +o + +Man kann unmöglich den Umfang der Seen beſtima +men, worin fich das Natrum bildet: er berändert ſich +nad den Jahreszeiten: in der Jahreszeit, wo das Waſſer +im groften Ueberfluffe vorhanden iſt, machen die beiden +Seen nur einen See ans, der mehr lang als breit iſt, +und der einen Kaum von mehrern Meiler einnimmt: zu +andern Zeiten ſind dieſe Seen nur wenig geräumige Teiche. + +T ܐ + +3 + +II + +de + +5 + +CE + +GE + +** + +Wenn Plinius ſchreibt, daß der Nil auf die +Matrumsquellen, wie das Meer auf die Salzquellen wirke, +und wenn er darunter verſianden hat, daß ſich die Uebers +ſchwemmung des Flufſes bis an die Seen erſtrecke, ro +hat er fich offenbar geirrt, wie ſchon der Pater Sicard + +Wenn er aber bloß damit bat ragen +wollen, daß es eine Art von Verbindung zwiſchen egen +Nil und dieſen Seen gebe, ſo hat er zwar eine ronder. +bare, aber dennoch gewiſſe Thatrache behauptet, wovon +der Miſſionarins krine Kenntniß gehabt hat: eine Thats +fache, die die Eingebornen bemerkt haben, und die fie +mit Unrecht einer unmoglichen Verbindung zwiſchen dem +Nilwaffer und den Seen zu ſchreiben. Das Wachs- +thum, der leztern ſteht in umgekehrten Verhältniffe mit +dem Waſſer des Erſteren: ro daß, wenn der Mit über +feine Ufer zu treten anfängt, ſich die Seen fo rehr vers +mindern, daß ſie in dem Uugenblicke, wo der Nii ſeine + +o o + +at +6 + +/ + +3 + +*) Phoenicopterus ruber. Lin. Flamant ober"" Phenicoptére. + +Buffon. +**) Memoires des Millions du Levaut vol. VII, S. 61. + + +","die Heerden von Nothwilo, die sich hier versammeln, um ihren Durst zu stillen; die Vögel, in deren Mitte sich der glanzende Flamingo*) durch die Schönheit reines Gefieders auszeichnet, bilden an diesem Orte ein lachendes Gemälde, wenn auch alles umher nichts als die Kennzeichen der toten Natur an sich trägt. + +Man kann unmöglich den Umfang der Seen bestimmen, worin sich das Natrum bildet: er ändert sich nach den Jahreszeiten: in der Jahreszeit, wo das Wasser im größten Überflusse vorhanden ist, machen die beiden Seen nur einen See aus, der mehr lang als breit ist, und der einen Raum von mehrern Meilen einnimmt: zu anderen Zeiten sind diese Seen nur wenig geräumige Teiche. + +Wenn Plinius schreibt, dass der Nil auf die Matrumsquellen, wie das Meer auf die Salzquellen wirke, und wenn er darunter verstanden hat, dass sich die Überschwemmung des Flusses bis an die Seen erstrecke, so hat er offenbar geirrt, wie schon der Pater Sicard bemerkt hat. + +Wenn er aber bloß damit beabsichtigt hat zu sagen, dass es eine Art von Verbindung zwischen dem Nil und diesen Seen gebe, so hat er zwar eine sonderbare, aber dennoch gewisse Tatsache behauptet, wovon der Missionärin keine Kenntnis gehabt hat: eine Tatsache, die die Eingebornen bemerkt haben, und die sie mit Unrecht einer unmöglichen Verbindung zwischen dem Nilwasser und den Seen zuschreiben. Das Wachstum des Letzteren steht in umgekehrtem Verhältnisse mit dem Wasser des Ersteren: so das, wenn der Nil über seine Ufer zu treten anfängt, sich die Seen so sehr vermindern, dass sie in dem Augenblicke, wo der Nil seine größte Höhe erreicht, fast verschwinden. + +*) Phoenicopterus ruber. Lin. Flamant oder Phoenicoptere. Buffon. +**) Memoires des Missions du Levaut vol. VII, S. 61." +Z166069305,427,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000427/full/full/0/native.jpg,"groste Hdhe erreicht hat, nur wie kleine Seiche aussehen: +hingegen scheint das Wasser dahin wieder zurut zu kehren, +wern der Nil abnimmt, und sie uberschwemmen daher +eine lange Flache in km Thale, wenn das. Nilwaffer +niedrig steht*). +Ueber einen so' regelmasigen Unterschicb zwischen den +Zeitpunkten des Wachsthums und der Abaahme des Bila +waffers erstaunt, glauben auch die Aegypter, das +der Flus Einflus auf die Wassermassen in der Wuste habe, +wenn dieser Einsins, im Falle das er auch ftatt fande, +nicht eine ganz entgegengeregte Wirkung hervorbringen +muste: denn alsdann muste die Ueberschwemmuug des +Nils und der Seeu, so wie ihr Fallen, fast zu einer und +derselben Zeit statt haben. Wenn man aber bedenkt, das +das Wachsthum des Nils von dem Regen in Haber +berruhrt, das er zur Zeit der Sommersonnenwend., also +in der heisesten und trofenften Jahreszeit in Nego ptent +zu wachsen anfangt, und das so bald, der Flus sich zuruk +gezogen hat, oder wahrend des Winters, der Regen halls +fig in dem nsrblichen Theile dieses fandes fallt, so wird +man einsehen, das die Jahreszeit, wo der Nil wachst, +auch diejenige feyn mus, wo das uber den Sand very +breitete Wasser vertrofnet und abnimint, und das von +der andern Seite die lokalen Regen, die gar keinen Ein- +flus auf die Ueberschwemmung des Nils baben knnen, +hinreichen, die Quellen zu vergrosern, die diese Seen +mit Wasser versorgen. +Wenn fich die beiden Seen von einander trennen, +und wenn also, ihr Wasser sich zurufzieht, so wird der +*) Sollte das Abnehmen der Seen nicht blos von der grosem +Sommerhike herruhren? denn der Soinmer ist auch die Zeit, +wo der Nil am hochsten steht. +Der Ueberseker.","399 + +größte Hdhe erreicht hat, nur wie kleine Seiche ausſehen: +hingegen ſcheint das Waſſer dahin wieder zurůt zu kehren, +wern der Nil abnimmt, und ſie überſchwemmen daher +eine lange Fläche in km Thale, wenn das. Nilwaffer +niedrig ſteht*). + +.. + +1 + +Ueber einen ſo' regelmäßigen Unterſchicb zwiſchen den +Zeitpunkten des Wachsthums und der Abaahme des Bila +waffers erſtaunt, glauben auch die Aegypter, daß +der Fluß Einfluß auf die Waſſermaſſen in der Wüſte habe, +wenn dieſer Einſinß, im Falle daß er auch ftatt fånde, +nicht eine ganz entgegengeregte Wirkung hervorbringen +müßte: denn alsdann müßte die Ueberſchwemmuug des +Nils und der Seeu, ſo wie ihr Fallen, faſt zu einer und +derſelben Zeit ſtatt haben. Wenn man aber bedenkt, daß +das Wachsthum des Nils von dem Regen in Haber +berrührt, daß er zur Zeit der Sommerſonnenwend., alſo +in der heißeſten und trofenften Jahreszeit in Nego ptent +zu wachſen anfängt, und daß ſo bald, der Fluß ſich zurük +gezogen hat, oder während des Winters, der Regen hålls +fig in dem nsrblichen Theile dieſes fandes fällt, ſo wird +man einſehen, daß die Jahreszeit, wo der Nil wachſt, +auch diejenige feyn muß, wo das über den Sand very +breitete Waſſer vertrofnet und abnimint, und daß von +der andern Seite die lokalen Regen, die gar keinen Ein- +fluß auf die Ueberſchwemmung des Nils baben kønnen, +hinreichen, die Quellen zu vergrößern, die dieſe Seen +mit Waſſer verſorgen. + +Wenn fich die beiden Seen von einander trennen, +und wenn alſo, ihr Waſſer ſich zurüfzieht, ſo wird der + +*) Sollte das Abnehmen der Seen nicht bloß von der großem + +Sommerhike herrühren? denn der Soiñmer iſt auch die Zeit, +wo der Nil am höchſten ſteht. + +Der Ueberſeker. + + +","großte Höhe erreicht hat, nur wie kleine Seen aussehen: +hingegen scheint das Wasser dahin wieder zurück zu kehren, +wenn der Nil abnimmt, und sie überschwemmen daher +eine lange Fläche in dem Tale, wenn das Nilwasser +niedrig steht. + +Ueber einen so regelmäßigen Unterschied zwischen den +Zeitpunkten des Wachsthums und der Abnahme des Nilwassers erstaunt, +glauben auch die Aegypter, dass der Fluss Einfluss auf die Wassermassen in der Wüste habe, +wenn dieser Eindruck, im Falle das er auch statt fände, +nicht eine ganz entgegengesetzte Wirkung hervorbringen müsste: +denn alsdann müsste die Überschwemmung des Nils und der Seen, +so wie ihr Fallen, fast zu einer und derselben Zeit statt haben. +Wenn man aber bedenkt, dass das Wachsthum des Nils von dem Regen in Abyssinien +berührt, das er zur Zeit der Sommersonnenwende, also +in der heißesten und trockensten Jahreszeit in Ägypten zu wachsen anfängt, +und das so bald, der Fluss sich zurückgezogen hat, oder während des Winters, +der Regen häufig in dem nördlichen Theile dieses Landes fällt, +so wird man einsehen, dass die Jahreszeit, wo der Nil wächst, +auch diejenige sein mus, wo das über den Sand verbreitete Wasser +verdunstet und abnimmt, und dass von der andern Seite die lokalen Regen, +die gar keinen Einfluss auf die Überschwemmung des Nils haben können, +hinreichen, die Quellen zu vergrößern, die diese Seen mit Wasser versorgen. + +Wenn sich die beiden Seen von einander trennen, +und wenn also ihr Wasser sich zurückzieht, so wird der + +*) Sollte das Abnehmen der Seen nicht bloß von der großen Sommerhitze herrühren? +denn der Sommer ist auch die Zeit, +wo der Nil am höchsten steht. + +Der Übersetzer." +Z166069305,428,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000428/full/full/0/native.jpg,"Boden, den sie uberschwemmt hatten und den sie jezt ver. +laffe ,, mit einem fristatlisirten und durch die Sonne ver- +harteten Bodenfase( sediment) bedekt: dies ist das Na +trum. Die Dicke dieser Salzschicht ist nach dem Verhalta +nisse des fangern oder kurzern Aufenthaltes des Wassers +1 auf dem Boden verschieden: an den Stellen, die dasselbe +blos eine sehr kurze Zeit befeuchtet hat, stellt das Natrum +nur einen leichten Anflug vor, der den Schneeflocken +gleicht. Man hat mir gesagt, diese Substanz bedecke zu +gewissen Zeiten auch die Oberflache des Wassers. Oran- +ger*) ergahlt, das Seesalz sey zu Ende Augusts auf +auf ihrer Oberfladhe hart und ro dik gewesen, das man +mit Camelen daruber habe wegreiten konnen. Allein als +ich das Wasser fab, war es klar und hell: es giebt viela +leicht tein Wasser, das so sehr den urin treibt: eine +Eigenschaft, die es der grosen Menge von Salztheilchen +verdankt, die es enthalt, und die Urzneikunft, die nur, +dann aufhort, eine muthmasende Kunst zu seyn, wenn +fie durch die Naturkunde geleitet wird, kann vielleicht in +seinem Gebrauche einfache und naturliche Mittel finden, +die Verstopfungen und Verschleimung der Eingeweide, fo +wie einige andere Krankheiten zu heilen, die in elegy pa +ten gemein sind. +Die Natrumsladungen geschehen vorzuglich im Mo +nat August: man findet das Natram zwar das ganze +Jahr hindurch, aber nur in geringer Menge. Man reist +es mit eifernen Werkzeugen los, uud fchafft es auf Camelen +nach Serrana, wo man es auf den Nil einschrifft, um +8 nach Kairo oder in die Magazine zu Raschid zu +fuhren. Seine Ausbeute belauft fich jahrlich auf beinahe +funf und zwanzig tausend Zentner, und man konnte File +noch weit mehr verinehren: den Zentner verkauft man +getoshnlich zu funfzehn bis achtzehn Medins, wenn man +ihn in Eine oder die Andere von diesen beiden Stadten +schafft. +) Relation d'un Voyage en Egypte S. 169.","400 + +. + +1 + +3 + +be + +TU + +Boden, den ſie überſchwemmt hatten und den ſie jezt ver. +laffe ,, mit einem friſtatliſirten und durch die Sonne ver- +hårteten Bodenfaße( ſediment) bedekt: dies iſt das Na +trum. Die Dicke dieſer Salzſchicht iſt nach dem Verhålta +niſſe des fångern oder kürzern Aufenthaltes des Waſſers +1 auf dem Boden verſchieden: an den Stellen, die daſſelbe +bloß eine ſehr kurze Zeit befeuchtet hat, ſtellt das Natrum +nur einen leichten Anflug vor, der den Schneeflocken +gleicht. Man hat mir geſagt, dieſe Subſtanz bedecke zu +gewiſſen Zeiten auch die Oberfläche des Waſſers. Oran- +ger*) ergåhlt, das Seeſalz ſey zu Ende Auguſts auf +auf ihrer Oberflådhe hart und ro dik geweſen, daß man +mit Camelen darüber habe wegreiten können. Allein als +ich das Waſſer fab, war es klar und hell: es giebt viela +leicht tein Waſſer, das ſo ſehr den urin treibt: eine +Eigenſchaft, die es der großen Menge von Salztheilchen +verdankt, die es enthält, und die Urzneikunft, die nur, +dann aufhört, eine muthmaßende Kunſt zu ſeyn, wenn +fie durch die Naturkunde geleitet wird, kann vielleicht in +ſeinem Gebrauche einfache und natürliche Mittel finden, +die Verſtopfungen und Verſchleimung der Eingeweide, fo +wie einige andere Krankheiten zu heilen, die in elegy pa +ten gemein ſind. + +Die Natrumsladungen geſchehen vorzüglich im Mo +nat Auguſt: man findet das Natram zwar das ganze +Jahr hindurch, aber nur in geringer Menge. Man reißt +es mit eifernen Werkzeugen los, uud fchafft es auf Camelen +nach Serrana, wo man es auf den Nil einſchrifft, um + +8 nach Kairo oder in die Magazine zu Raſchid zu +führen. Seine Ausbeute belåuft fich jährlich auf beinahe +funf und zwanzig tauſend Zentner, und man konnte File +noch weit mehr verinehren: den Zentner verkauft man +getoshnlich zu funfzehn bis achtzehn Medins, wenn man +ihn in Eine oder die Andere von dieſen beiden Städten +ſchafft. + +) Relation d'un Voyage en Egypte S. 169. + +1 + +lo + +1 + + +","Boden, den sie überschwemmt hatten und den sie jetzt verlassen, mit einem frisch getrockneten und durch die Sonne verharteten Bodensatz (Sediment) bedeckt: dies ist das Natrum. Die Dicke dieser Salzschicht ist nach dem Verhältnisse des längeren oder kürzeren Aufenthaltes des Wassers auf dem Boden verschieden: an den Stellen, die dasselbe bloß eine sehr kurze Zeit befeuchtet hat, stellt das Natrum nur einen leichten Anflug vor, der den Schneeflocken gleicht. Man hat mir gesagt, diese Substanz bedecke zu gewissen Zeiten auch die Oberfläche des Wassers. Orange*) erzählt, das Seesalz sey zu Ende Augusts auf ihrer Oberfläche hart und rot gewesen, das man mit Kamelen darüber habe wegreiten können. Allein als ich das Wasser sah, war es klar und hell: es gibt viel leichteres Wasser, das so sehr den Urin treibt: eine Eigenschaft, die es der großen Menge von Salztheilchen verdankt, die es enthält, und die Urneikunft, die nur dann aufhört, eine mühsame Kunst zu seyn, wenn sie durch die Naturkunde geleitet wird, kann vielleicht in ihrem Gebrauche einfache und natürliche Mittel finden, die Verstopfungen und Verschleimung der Eingeweide, so wie einige andere Krankheiten zu heilen, die in diesen Gegenden gemein sind. + +Die Natrumschläden geschehen vorzüglich im Monat August: man findet das Natrum zwar das ganze Jahr hindurch, aber nur in geringer Menge. Man reißt es mit eisernen Werkzeugen los und schafft es auf Kamelen nach Serrana, wo man es auf den Nil einschifft, um nach Kairo oder in die Magazine zu Raschid zu führen. Seine Ausbeute beläuft sich jährlich auf beinahe fünf und zwanzig tausend Zentner, und man könnte vieles noch weit mehr verdienen: der Zentner verkauft man getauscht zu fünfzehn bis achtzehn Medins, wenn man ihn in eine oder die andere von diesen beiden Städten schafft. + +Relation d'un Voyage en Egypte S. 169." +Z166069305,429,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000429/full/full/0/native.jpg,"Ehe man zu den Seen tommt, fteht am Abhange des +Hugels ein kleines Haus, worin nach den Copten ein +Heiliger geboren feyn reu, den fie vorzuglich verehren, +und den' fie marimus nennen: wahrscheinlich ist es +der Heilige Marimus oder der heilige mariminus. +der katholischen Legende. +gar hielt mich einige Zeit an diesen Seen auf und +gieng uitt ihre Ufer herum: hernach, machten wir uns +wieder auf den Weg und reisten immer nach Sudwest fort. +Wir kamen auf einen' +bedekten Sand, der das Gehen fitr Menden und Chiere +vollig mit si otetti Natram, +beschwerlich und ermudend machte."" Wir langten'iu einir +ger Entfernung von einem grosen vieredigen Gebatid& ait, +) worin einige coptische Menche"" eingesperrt leben. oh +glaube nicht, das es auf der Erde irgendwyd eine' abseheute +lichere und abschreckendere"" Fage giebt, als die Lage diefet +Nrt von Kloster. Es fieht mittett in der Wafte, und feine +Manern, ob sie gleich fehr hoch find, idenn man sie mi ber +Nahe fieht, unterscheiden sich nicht von dem Sander defa +ren rothliche Farbe und naften Anblik fie auch haben. +Man wird keinen Fichtvaren Eingang gewabr. Stein +Baum, keine hohe Pflanze umgiebt daffase: Metin Weg +fuhrt zu ihm hin: man bemerkt in Teiner Nachbarschaft +feine Spur von Menschen, oder wenn auch Einige darin +eingedruft werden, so werden fie doch bald wieder durcy den +Sand verweht, oder durch die Fustapfen von wathendert +und wilden Thieren,- den wahren Einwohnern dieser +schreflichen Einode, vertilgt. Dies ist der grausenhafte und +peinliche Anblik diefes Schlupfwinkels der Wohnung un: +Ruser Menschen! +Wir waren noch ungefahr funf bis Fechshunbert +Schritte davon entfernt: Hussein war vorausgegangen +um uns die Erlaubnis zur Einkehr in das Kloster zu vera +schaffen, die man nur mit vieler Muhe zugeficht. Ich +Sonnini Reifen 10 BD. +C C",". 401 + +Ehe man zu den Seen tommt, fteht am Abhange des +Hügels ein kleines Haus, worin nach den Copten ein +Heiliger geboren feyn reu, den fie vorzüglich verehren, +und den' fie marimus nennen: wahrſcheinlich iſt es +der Heilige Marimus oder der heilige mariminus. +der katholiſchen Legende. + +7 + +* + +2 + +3 + +gar hielt mich einige Zeit an dieſen Seen auf und +gieng uitt ihre Ufer herum: hernach, machten wir uns +wieder auf den Weg und reiſten immer nach Südweſt fort. + +. +Wir kamen auf einen' + +"" +bedekten Sand, der das Gehen fitr Menden und Chiere + +völlig mit si otetti Natram, +beſchwerlich und ermüdend machte."" Wir langten'iu einir + +ger Entfernung von einem großen vieredigen Gebatid& ait, +) worin einige coptiſche Menche"" eingeſperrt leben. oh + +glaube nicht, daß es auf der Erde irgendwyd eine' abſeheute +lichere und abſchreckendere"" Fage giebt, als die Lage diefet +Nrt von Kloſter. Es fieht mittett in der Wäfte, und feine +Manern, ob ſie gleich fehr hoch find, idenn man ſie mi ber +Nähe fieht, unterſcheiden ſich nicht von dem Sander defa +ren róthliche Farbe und naften Anblik fie auch haben. +Man wird keinen Fichtvaren Eingang gewäbr. Stein +Baum, keine hohe Pflanze umgiebt daffase: Metin Weg +führt zu ihm hin: man bemerkt in Teiner Nachbarſchaft +feine Spur von Menſchen, oder wenn auch Einige darin +eingedrüft werden, ſo werden fie doch bald wieder durcy den +Sand verweht, oder durch die Fußtapfen von wåthendert +und wilden Thieren,- den wahren Einwohnern dieſer +ſchreflichen Einode, vertilgt. Dies iſt der grauſenhafte und +peinliche Anblik diefes Schlupfwinkels der Wohnung un: +Růßer Menſchen! + +18 + +y + +Et + +1 + +3 + +34 + +-D + +1 + +Wir waren noch ungefähr fünf bis Fechshunbert +Schritte davon entfernt: Huſſein war vorausgegangen +um uns die Erlaubniß zur Einkehr in das Kloſter zu vera +ſchaffen, die man nur mit vieler Mühe zugeficht. Ich +Sonnini Reifen 10 BD. + +C C + + +","Ehe man zu den Seen kommt, steht am Abhange des Hügels ein kleines Haus, worin nach den Kopten ein Heiliger geboren sein soll, den sie vorzüglich verehren, und den sie Marimus nennen: wahrscheinlich ist es der Heilige Marimus oder der heilige Marinus der katholischen Legende. Gar hielt mich einige Zeit an diesen Seen auf und ging ihrer Ufer herum; hernach machten wir uns wieder auf den Weg und reisten immer nach Südwest fort. + +Wir kamen auf einen bedeckten Sand, der das Gehen für Menschen und Tiere vollig mit sichtbarer Not vermischte. Beschwerlich und ermüdend machte es unsern Gang. Wir langten in einiger Entfernung von einem großen viereckigen Gebäude an, worin einige koptische Mönche eingesperrt leben. Ich glaube nicht, dass es auf der Erde irgendwo eine abschreckendere und abstoßendere Lage gibt als die des Klosters. Es liegt mitten in der Wüste, und seine Mauern, ob sie gleich sehr hoch sind, unterscheiden sich nicht von dem Sande durch ihre rothliche Farbe und nahe Anblick; man hat auch keinen fichtbaren Eingang gewahr. Stein oder Baum, keine hohe Pflanze umgiebt dasselbe: mein Weg führt zu ihm hin; man bemerkt in seiner Nachbarschaft keine Spur von Menschen, oder wenn auch Einige darin eingedrungen werden, so werden sie doch bald wieder durch den Sand verweht, oder durch die Fußtapfen von wandernden und wilden Thieren, - den wahren Einwohnern dieser schrecklichen Einöde, vertilgt. Dies ist der grausenhafte und peinliche Anblick dieses Schlupfwinkels der Wohnung unsrer Menschen! + +Wir waren noch ungefähr fünf bis sechshundert Schritte davon entfernt: Hussein war vorausgegangen, um uns die Erlaubnis zur Einkehr in das Kloster zu verschaffen, die man nur mit vieler Mühe zugesteht." +Z166069305,430,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000430/full/full/0/native.jpg,"befand mich in einiger Entfernung davon, und der Ueber- +rest unserer Begleitung folgte in ziemlicher Weite nach. +Ein Trupp Beduinen zu Pferde. brach auf +einmal hinter den Mauern hervor. Ich konnte sie an. +fanglich unter den Staubwolken, die sie erregten, nicht +unterscheiden: als fie fich aber ausgebreitet hatten, +erfannte ich sowohl die Ort als die Anzahl von Leuten, +mit denen wir zu thun haben sollten. Ich wandte sogleich +inein Pferd um, und mit diefem vortreflichen Reuter, auf +welchem man mich nicht hatte einbohlen konnen, hatte ich +bald meine Gefahrten erreicht, die auch von ihren Came +len herab diese. Reuterei gewahr worden waren. Ich +fand sie zu Fus und in geschlossene Glieder gestellt. Ich +sturzte mich von meinem Pferde herab und munterte fie +zu einenu muthigen Widerstande auf. Wir waren im +Ganzen rechs Personen, unter welchen wir nur auf drei +| rechnen konnten. Zwei Eingebohrne fonnten nicht viel +helfen, und der Zeichner war noch jung und ohne Erfah- +rung, und konnte keine Flinte losschiesen. +ut Die Standhaftigkeit einer Handvou Menschen, die +fich mitten in einer Sandflache allein befanden, und die +von keiner Seite gedekt waren, liberraschte eine Schwa: +dron von ungefahr hundert Beduinen: man kann +daraus schliesen, wie wenig furchtbar solche Feinde find, +deren Muth fich blos darauf beschrankt, das fie fich in +zahlreichen Horden versammeln, um eine leichte Plundes +rung zu veruben, und auf eine feige Art den kleinen Krieg +zu fuhren. Ob fie gleich in starkem Galop auf uns zuge. +ritten kamen, so machten sie doch plozlich, etwann hundert +Schritte von uns, halt. Sie riefen uns zu, kein Feuer +zu geben, und ich erwiederte ihnen, fie sollten nicht vors +rucken. Sie blieben einige Augenblicke in einer Art von +Ungewisheit, was sie thun souten, wahrend welcher wir +fie unter einander berathschlagen sahen. Sie theilten sich","402 + +befand mich in einiger Entfernung davon, und der Ueber- +reſt unſerer Begleitung folgte in ziemlicher Weite nach. + +E + +1 + +1 + +a. + +be + +Ein Trupp Beduinen zu Pferde. brach auf +einmal hinter den Mauern hervor. Ich konnte ſie an. +fänglich unter den Staubwolken, die ſie erregten, nicht +unterſcheiden: als fie fich aber ausgebreitet hatten, +erfannte ich ſowohl die Ort als die Anzahl von Leuten, +mit denen wir zu thun haben ſollten. Ich wandte ſogleich +inein Pferd um, und mit diefem vortreflichen Reuter, auf +welchem man mich nicht håtte einbohlen können, hatte ich +bald meine Gefährten erreicht, die auch von ihren Came +len herab dieſe. Reuterei gewahr worden waren. Ich +fand ſie zu Fuß und in geſchloſſene Glieder geſtellt. Ich +ſtürzte mich von meinem Pferde herab und munterte fie +zu einenu muthigen Widerſtande auf. Wir waren im +Ganzen rechs Perſonen, unter welchen wir nur auf drei +| rechnen konnten. Zwei Eingebohrne fonnten nicht viel +helfen, und der Zeichner war noch jung und ohne Erfah- +rung, und konnte keine Flinte losſchießen. + +) +RE +ur +de + +du + +♡ +pl + +m + +m + +f + +ut Die Standhaftigkeit einer Handvou Menſchen, die +fich mitten in einer Sandfläche allein befanden, und die +von keiner Seite gedekt waren, liberraſchte eine Schwa: +dron von ungefähr hundert Beduinen: man kann +daraus ſchließen, wie wenig furchtbar ſolche Feinde find, +deren Muth fich bloß darauf beſchränkt, daß fie fich in +zahlreichen Horden verſammeln, um eine leichte Plündes +rung zu verüben, und auf eine feige Art den kleinen Krieg +zu führen. Ob fie gleich in ſtarkem Galop auf uns zuge. +ritten kamen, ſo machten ſie doch plozlich, etwann hundert +Schritte von uns, halt. Sie riefen uns zu, kein Feuer +zu geben, und ich erwiederte ihnen, fie ſollten nicht vors +růcken. Sie blieben einige Augenblicke in einer Art von +Ungewißheit, was ſie thun ſouten, während welcher wir +fie unter einander berathſchlagen ſahen. Sie theilten ſich + +8 + +4 + +E + +1 + + +","befand mich in einiger Entfernung davon, und der Überrest unserer Begleitung folgte in ziemlicher Weite nach. Ein Trupp Beduinen zu Pferde brach auf einmal hinter den Mauern hervor. Ich konnte sie anfangs unter den Staubwolken, die sie erregten, nicht unterscheiden; als sie sich aber ausgebreitet hatten, erkannte ich sowohl die Ort als die Anzahl von Leuten, mit denen wir zu tun haben sollten. + +Ich wandte sogleich mein Pferd um, und mit diesem vortrefflichen Reuter, auf welchem man mich nicht hatte einholen können, hatte ich bald meine Gefährten erreicht, die auch von ihren Kamelen herab diese Reuterei gewahr worden waren. Ich fand sie zu Fuß und in geschlossene Glieder gestellt. Ich stürzte mich von meinem Pferde herab und munterte sie zu einem mutigen Widerstande auf. Wir waren im Ganzen sechs Personen, unter welchen wir nur auf drei rechnen konnten. + +Zwei Eingeborne fanden nicht viel helfen, und der Zeichner war noch jung und ohne Erfahrung, und konnte keine Flinte los schießen. Die Standhaftigkeit einer Handvoll Menschen, die sich mitten in einer Sandfläche allein befanden, und die von keiner Seite gedeckt waren, erstaunte eine Schwadron von ungefähr hundert Beduinen: man kann daraus schließen, wie wenig furchtbar solche Feinde sind, deren Mut sich bloß darauf beschränkt, dass sie sich in zahlreichen Horden versammeln, um eine leichte Plünderung zu verüben, und auf eine feige Art den kleinen Krieg zu führen. + +Ob sie gleich in starkem Galopp auf uns zugeritten kamen, so machten sie doch plötzlich, etwa hundert Schritte von uns, halt. Sie riefen uns zu, kein Feuer zu geben, und ich erwiderte ihnen, sie sollten nicht vorsuchen. Sie blieben einige Augenblicke in einer Art von Ungewissheit, was sie tun sollten, während welcher wir sie unter einander berathschlagen sahen." +Z166069305,431,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000431/full/full/0/native.jpg,"hierauf in vier Rotten, wovon drei, mit dem Bauche vor: +warts, auf uns loskamen, und uns in die Seiten und in +den Rucken zu fallen Anstalt machten. Diese Kriegslist, +die wir nicht verhindern konnten, brachte meine beiden +Soldaten aus der Fassung, und es war mir unmeglich, +fie durch Bitten zur Vertheidigung entfdloffen zu machen. +Wir hatten gute Flinten und eine betrachtliche Anzahl +Patronen. Ich wuste, Tas die Beduinen, sobald +fie cinen von ihren Gefahrten fallen fahen, die Flucht +ergriffen, und ich war uberzeugt, das unsere ersten Sal. +ven mehrere davon zu Hoden strecken wurden. Aber ich +bedachte in der That nicht, das wir in einer unermeslis +chen Einode taren, und das, wenn unsere Feinde auch +fishen, fie doch bald wieder zurukfommen wurden, um +uns in Tausenden zu uberfallen, und den Tod der Jhrigen +Durch unsere Ermordung zu rachen. Es verdros mich, +das ich mich solchen Raubern ergeben sollte, und ich warf +meine Flinte weg. Sie waren bald bei uns und hatten +uns, ohne sich einmal die Muhe zu geben, von den +Pferden herauzusteigen, in einent Nugenblicke ausges +plundert. Geld, Waffen, Sachen, Stleider, Lebens. +mittel, alles wurde weggenommen. Sie tiesen mir blos +mein langes Kamisol und meine Beinfleider: meine Ge +fahrten behielten nichts auf dem Leibe als das Hemde. +Man nahm mir meinen Surban: mein matter und geschor: +Her Stopf brannte bei der grosen Sonnenhise und verur: +sahte mir grose Schmerzen, die meine beiden Hande, +womit ich ihn so gut als moglich bedekte, nicht mildern +konnten. Unsere geraubten Sachen lagen auf dem Sande +ausgebreitet. Einige zivanzig Araber, die wir nicht +gewahr worden waren, und die fich hinter einem Steins +haufen verborgen gehalten hatten, hatten fich mit den +Erfiern vereinigt, und alle waren, aber nicht ohne lar- +mende Zankereien, mit der Cheilung beschaftigt. +Unsere gemeinschaftliche Lage wurde unter dem Pinsel +eines geschikten Mahlers ein Gegenstand zu einem ruh- +Ecz","403 + +1 + +hierauf in vier Rotten, wovon drei, mit dem Bauche vor: +wärts, auf uns loskamen, und uns in die Seiten und in +den Rücken zu fallen Anſtalt machten. Dieſe Kriegsliſt, +die wir nicht verhindern konnten, brachte meine beiden +Soldaten aus der Faſſung, und es war mir unmeglich, +fie durch Bitten zur Vertheidigung entfdloffen zu machen. +Wir hatten gute Flinten und eine betrachtliche Anzahl +Patronen. Ich wußte, Taß die Beduinen, ſobald +fie cinen von ihren Gefährten fallen fåhen, die Flucht +ergriffen, und ich war überzeugt, daß unſere erſten Sal. +ven mehrere davon zu Hoden ſtrecken würden. Aber ich +bedachte in der That nicht, daß wir in einer unermeßlis +chen Einode tåren, und daß, wenn unſere Feinde auch +fishen, fie doch bald wieder zurükfommen würden, um +uns in Tauſenden zu überfallen, und den Tod der Jhrigen +Durch unſere Ermordung zu råchen. Es verdroß mich, +daß ich mich ſolchen Räubern ergeben ſollte, und ich warf +meine Flinte weg. Sie waren bald bei uns und hatten +uns, ohne ſich einmal die Mühe zu geben, von den +Pferden herauzuſteigen, in einent Nugenblicke ausges +plündert. Geld, Waffen, Sachen, Stleider, Lebens. +mittel, alles wurde weggenommen. Sie tießen mir bloß +mein langes Kamiſol und meine Beinfleider: meine Ge +fährten behielten nichts auf dem Leibe als das Hemde. +Man nahm mir meinen Surban: mein matter und geſchor: +Her Stopf brannte bei der großen Sonnenhiße und verur: +ſahte mir große Schmerzen, die meine beiden Hände, +womit ich ihn ſo gut als möglich bedekte, nicht mildern +konnten. Unſere geraubten Sachen lagen auf dem Sande +ausgebreitet. Einige zivanzig Araber, die wir nicht +gewahr worden waren, und die fich hinter einem Steins +haufen verborgen gehalten hatten, hatten fich mit den +Erfiern vereinigt, und alle waren, aber nicht ohne lår- +mende Zankereien, mit der Cheilung beſchäftigt. + +Unſere gemeinſchaftliche Lage wurde unter dem Pinſel +eines geſchikten Mahlers ein Gegenſtand zu einem rüh- + +Ecz + +4 + +1 + + +","hierauf in vier Rotten, wovon drei, mit dem Bauche vorwärts, auf uns loskamen, und uns in die Seiten und in den Rücken zu fallen Anstalt machten. Diese Kriegslist, die wir nicht verhindern konnten, brachte meine beiden Soldaten aus der Fassung, und es war mir unmöglich, sie durch Bitten zur Verteidigung entfliehen zu machen. + +Wir hatten gute Flinten und eine beträchtliche Anzahl Patronen. Ich wusste, dass die Beduinen, sobald sie einen von ihren Gefährten fallen sehen, die Flucht ergriffen, und ich war überzeugt, dass unsere ersten Salven mehrere davon zu Boden strecken würden. Aber ich bedachte in der Tat nicht, dass wir in einer unermesslichen Einöde waren, und dass, wenn unsere Feinde auch fliehen, sie doch bald wieder zurückkommen würden, um uns in Tausenden zu überfallen, und den Tod der Ihrigen durch unsere Ermordung zu rächen. + +Es verdross mich, dass ich mich solchen Räubern ergeben sollte, und ich warf meine Flinte weg. Sie waren bald bei uns und hatten uns, ohne sich einmal die Mühe zu geben, von den Pferden herabzusteigen, in einem Nu ausgeraubt. Geld, Waffen, Sachen, Stiefel, Lebensmittel, alles wurde weggenommen. Sie ließen mir bloß mein langes Kamisol und meine Beinfleider; meine Gefährten behielten nichts auf dem Leibe als das Hemd. + +Man nahm mir meinen Surban; mein matter und geschorener Hut brannte bei der großen Sonnenhitze und verursachte mir große Schmerzen, die meine beiden Hände, womit ich ihn so gut als möglich bedeckte, nicht mildern konnten. Unsere geraubten Sachen lagen auf dem Sande ausgebreitet. Einige zwanzig Araber, die wir nicht gewahr worden waren, und die sich hinter einem Steinhaufen verborgen gehalten hatten, hatten sich mit den Erfiern vereinigt, und alle waren, aber nicht ohne lärmende Zankereien, mit der Teilung beschäftigt. + +Unsere gemeinschaftliche Lage wurde unter dem Pinsel eines geschickten Mahlers ein Gegenstand zu einem rührenden Gemälde." +Z166069305,432,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000432/full/full/0/native.jpg,"renden Gemalde geworden feyn. Auf der einen der +Flachen hatte man die Sorbe mit Staub. bedekter, +schwarzer oder schwarzbrauner Rauber mit Gesichtsbil, +dungen, die so ausgedurrt als der Sand waren, den +ihre Raubereien noch grausenhafter machen, gefeben +wie sie sich einander die Beute streitig machen: in ihrer +Mitte mein alter treuer Diener, der ihnen mit groser +Kaltblutigkeit einige kleine Stucke von unsern geraubten +Sachen zu entreisen suchte, und der manchmal Fault- +schlage austheilte, um seinen Zwek zu erreichen: vorwarts +der unbewegliche und auser Fassung gebrachte Grenadier: +die beiden Negypter, die fich, einander mit dem Auge +der Dummheit ansahen; beiseite ich, in die Hand beisend +und mit der Miene des Verdrusses und deslinwidens, ends +lich der Zeichner, der heise Ihranen vergos in der mir nur +fchluchzend antwortete, wenn ich mich ihm naherte und +ihn fragte, ob er ubel behandelt mroon fey: Nein! +mein Herr! aber was follen wir jezt efren? +Da ich es uberdrusig war, der Zuschauer einer +Szene zu seyn, worin ich eine unnube Bolle spielte, ro +gieng ich in der Hoffnung nach dem Kloster- 311, Aufrein +dort zu finden, der fich dahin verfugt hatte, als ich mich +rufen horte und mich hierauf beim Arme nehmen fuhlte: +es war der Befehlshaber der Rauber, ein Araber aus +den Wusten Nubiens: denn sein Gesicht fah so schwarz, +wie ein Negergesicht aus. Er brachte mich, ohne'mir +etwas zu sagen, unter seine Horde zuruk. Ich glaubte; +es dauerten ihm die Kleider, die er mir noch gelassen +hatte, oder er sey auf den Entschlus gerathen, mir das +Leben zu nehmen. Wie gros wat also mein Erstaunen, +als ich diesen Oberbefehlshaber fich forgfaltig nad) den +Seleidern und Sachen, die mir besonders eigen gehorten, +erkundigen sah, und, nachdem er allzu unbarmherzig und +fu rafd, mein Kammerdiener gewesen war, un mic aus- +fukleiden, es jezt wiederum, aber auf chrlichere Weise","404 + +renden Gemälde geworden feyn. Auf der einen der +Flächen håtte man die Sorbe mit Staub. bedekter, +ſchwarzer oder ſchwarzbrauner Råuber mit Geſichtsbil, +dungen, die ſo ausgedůrrt als der Sand waren, den +ihre Råubereien noch grauſenhafter machen, gefeben +wie ſie ſich einander die Beute ſtreitig machen: in ihrer +Mitte mein alter treuer Diener, der ihnen mit großer +Kaltblütigkeit einige kleine Stücke von unſern geraubten +Sachen zu entreißen ſuchte, und der manchmal Fault- +ſchläge austheilte, um ſeinen Zwek zu erreichen: vorwärts +der unbewegliche und außer Faſſung gebrachte Grenadier: +die beiden Negypter, die fich, einander mit dem Auge +der Dummheit anſahen; beiſeite ich, in die Hand beißend +und mit der Miene des Verdruſſes und deslinwidens, ends +lich der Zeichner, der heiße Ihránen vergoß in der mir nur +fchluchzend antwortete, wenn ich mich ihm näherte und +ihn fragte, ob er übel behandelt møroon fey: Nein! +mein Herr! aber was follen wir jezt efren? + +1 + +Da ich es überdrüßig war, der Zuſchauer einer +Szene zu ſeyn, worin ich eine unnübe Bolle ſpielte, ro +gieng ich in der Hoffnung nach dem Kloſter- 311, Aufrein +dort zu finden, der fich dahin verfügt hatte, als ich mich +rufen hörte und mich hierauf beim Arme nehmen fühlte: +es war der Befehlshaber der Räuber, ein Araber aus +den Wüſten Nubiens: denn ſein Geſicht fah ſo ſchwarz, +wie ein Negergeſicht aus. Er brachte mich, ohne'mir +etwas zu ſagen, unter ſeine Horde zurük. Ich glaubte; +es dauerten ihm die Kleider, die er mir noch gelaſſen +håtte, oder er ſey auf den Entſchluß gerathen, mir das +Leben zu nehmen. Wie groß wat alſo mein Erſtaunen, +als ich dieſen Oberbefehlshaber fich forgfältig nad) den +Seleidern und Sachen, die mir beſonders eigen gehörten, +erkundigen ſah, und, nachdem er allzu unbarmherzig und +fu rafd, mein Kammerdiener geweſen war, un mic aus- +fukleiden, es jezt wiederum, aber auf chrlichere Weiſe + + +","renden Gemalde geworden feyn. Auf der einen der Flachen hatte man die Szene mit Staub bedeckter, schwarzer oder schwarzbrauner Räuber mit Gesichtsbildungen, die so ausgedörrt als der Sand waren, den ihre Raubereien noch grausenhafter machen, gezeigt, wie sie sich einander die Beute streitig machten: in ihrer Mitte mein alter treuer Diener, der ihnen mit großer Kaltblütigkeit einige kleine Stücke von unsern geraubten Sachen zu entreißen suchte, und der manchmal Faustschläge austehte, um seinen Zweck zu erreichen: vorwärts der unbewegliche und außer Fassung gebrachte Grenadier; die beiden Neger, die sich einander mit dem Auge der Dummheit ansahen; beiseite ich, in die Hand beschädigt und mit der Miene des Verdrusses und Desinteresses, endlich der Zeichner, der heisere Youranen verfasste, in der mir nur flüsternd antwortete, wenn ich mich ihm näherte und ihn fragte, ob er übel behandelt würde: Nein! mein Herr! aber was sollen wir jetzt tun? + +Da ich es überdrüssig war, der Zuschauer einer Szene zu sein, worin ich eine unliebsame Rolle spielte, ging ich in der Hoffnung nach dem Kloster-Aufrein dort zu finden, der sich dahin verfügt hatte, als ich mich rufen hörte und mich hierauf beim Arm nehmen fühlte: es war der Befehlshaber der Räuber, ein Araber aus den Wüsten Nubiens; denn sein Gesicht sah so schwarz, wie ein Negergesicht aus. Er brachte mich, ohne mir etwas zu sagen, unter seine Horde zurück. Ich glaubte, es dauerten ihm die Kleider, die er mir noch gelassen hatte, oder er sey auf den Entschluß gerathen, mir das Leben zu nehmen. Wie groß war also mein Erstaunen, als ich diesen Oberbefehlshaber sich förmlich nach den Seilen und Sachen, die mir besonders eigen gehörten, erkundigen sah, und, nachdem er allzu unbarmherzig und fürsichtig mein Kammerdiener gewesen war, mich ausfragen ließ, es jezt wiederum, aber auf christlichere Weise." +Z166069305,433,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000433/full/full/0/native.jpg,"war, indem er mir meine verschiedenen Kleidungsstucke +wieder verschaffen half, meine Borse wieder gab und +meine Wassen wieder uberlieferte! Von der andern Seite +leisteten andere Beduinen meinen Reisegefahrten, die +uber ein eben so sonderbares als unerwartetes Abentheuer +ebenfalls erstaunt waren, den namlichen Dienst. +Dies war die Folge von Hufreins muthigem Bes +tragen. Wahrend er sich an den Klostermauern befand, +wo er fich mit feiner Flinte im Bandelier hinbegebent +hatte, hatten fich einige Araber aufgemacht, um ihn +zurutzuhalten: fie hatten ihm seine Waffen genommen: +aber Hussein war nach langen Streitigkeiten so gluk- +lich, hinter einem Beduinen wegzuspringen, und den +Ort zu erreichen, wo sich die ganze Nauberhorde befand. +Araber, redete er sie an, indem er sich an den Anfuhrer +wandte, ihr habt einen Mann geplundert, der meinem +,, Schuse anvertrauet ist, und fur deffen Kopf ich stehen + mus: einen Mann, mit dem ich gegeffen habe, der +,, unter meinem Zelte geschlafen hat, und der mein Bruder + worden ist! Ich werde also niemals mehr unter dieses + Zelt zurukkehren durfen; ich werde mich nicht mehr in +,, meinem Lager zu zeigen wagen; ich mus dem Vergnugen +,, entsagen, meine Frau und meine Sinder zu umarmen! + Araber! nehmt mir das Leben oder gebt meinem Bruder +malles das Seinige wieder! Diese Rede, die er mit der +festestem Mine und mit dem entschlossenften Cone beglei: +tete, hatte auf den Geist der Beduinen Eindruk +gemacht; Hufrein hatte seine Flinte demjenigen wieder +aus den Handen geriffen, der sie ihm geraubt hatte, und +in der Erwartuug des Entschlusses, den man nehmen +wurde, legte er seine Buchse auf den vornehmsten Raus +beranfuhrer an, und war entschlossen, ihn im Falle einer +Verweigerung todtzuschiesen, und sich also vielmehr selbst +wieder dem Tode preis zu geben als zuzulaffen, das man +uns den geringsten Schaden zufugte. Unser Fuhrer war","405 + +war, indem er mir meine verſchiedenen Kleidungsſtücke +wieder verſchaffen half, meine Borſe wieder gab und +meine Waſſen wieder überlieferte! Von der andern Seite +leiſteten andere Beduinen meinen Reiſegefährten, die +über ein eben ſo ſonderbares als unerwartetes Abentheuer +ebenfalls erſtaunt waren, den nåmlichen Dienſt. + +Dies war die Folge von Hufreins muthigem Bes +tragen. Während er ſich an den Kloſtermauern befand, +wo er fich mit feiner Flinte im Bandelier hinbegebent +hatte, hatten fich einige Araber aufgemacht, um ihn +zurützuhalten: fie hatten ihm ſeine Waffen genommen: +aber Huſſein war nach langen Streitigkeiten ſo glük- +lich, hinter einem Beduinen wegzuſpringen, und den +Ort zu erreichen, wo ſich die ganze Nauberhorde befand. + +Araber, redete er ſie an, indem er ſich an den Anführer +wandte,„ ihr habt einen Mann geplündert, der meinem +,, Schuße anvertrauet iſt, und für deffen Kopf ich ſtehen +„ muß: einen Mann, mit dem ich gegeffen habe, der +,, unter meinem Zelte geſchlafen hat, und der mein Bruder +„ worden iſt! Ich werde alſo niemals mehr unter dieſes +„ Zelt zurükkehren durfen; ich werde mich nicht mehr in +,, meinem Lager zu zeigen wagen; ich muß dem Vergnügen +,, entſagen, meine Frau und meine Sinder zu umarmen! +„ Araber! nehmt mir das Leben oder gebt meinem Bruder +malles das Seinige wieder! Dieſe Rede, die er mit der +feſteſtem Mine und mit dem entſchloſſenften Cone beglei: +tete, hatte auf den Geiſt der Beduinen Eindruk +gemacht; Hufrein hatte ſeine Flinte demjenigen wieder +aus den Händen geriffen, der ſie ihm geraubt hatte, und +in der Erwartuug des Entſchluſſes, den man nehmen +würde, legte er ſeine Büchſe auf den vornehmſten Råus +beranführer an, und war entſchloſſen, ihn im Falle einer +Verweigerung todtzuſchießen, und ſich alſo vielmehr ſelbſt +wieder dem Tode preis zu geben als zuzulaffen, daß man +uns den geringſten Schaden zufügte. Unſer Führer war + +A + +in + + +","war, indem er mir meine verschiedenen Kleidungsstücke wieder verschafft half, meine Börse wieder gab und meine Wässe wieder überlieferte! Von der andern Seite leisteten andere Beduinen meinen Reisegefährten, die über ein eben so sonderbares als unerwartetes Abentheuer ebenfalls erstaunt waren, den nämlichen Dienst. Dies war die Folge von Hufreins muthigem Bestrangen. Wahrend er sich an den Klostermauern befand, wo er sich mit seiner Flinte im Bandelier hinbegeben hatte, hatten sich einige Araber aufgemacht, um ihn zurückzuhalten: sie hatten ihm seine Waffen genommen; aber Hussein war nach langen Streitigkeiten so glücklich, hinter einem Beduinen wegzuspringen, und den Ort zu erreichen, wo sich die ganze Räuberhorde befand. Araber, redete er sie an, indem er sich an den Anführer wandte, ihr habt einen Mann geplündert, der meinem Schutz anvertrauet ist, und für dessen Kopf ich stehen muss: einen Mann, mit dem ich gegessen habe, der unter meinem Zelte geschlafen hat, und der mein Bruder worden ist! Ich werde also niemals mehr unter dieses Zelt zurückkehren dürfen; ich werde mich nicht mehr in meinem Lager zu zeigen wagen; ich muss dem Vergnügen entsagen, meine Frau und meine Kinder zu umarmen! Araber! nehmt mir das Leben oder gebt meinem Bruder wieder das Seinige! Diese Rede, die er mit der festesten Miene und mit dem entschlossensten Con begleitete, hatte auf den Geist der Beduinen Eindruck gemacht; Hufrein hatte seine Flinte demjenigen wieder aus den Handen geriffen, der sie ihm geraubt hatte, und in der Erwartung des Entschlusses, den man nehmen würde, legte er seine Büchse auf den vornehmsten Räuberanführer an, und war entschlossen, ihn im Falle einer Verweigerung totzuschiesen, und sich also vielmehr selbst wieder dem Tode preis zu geben als zuzulassen, dass man uns den geringsten Schaden zufügte. Unser Führer war" +Z166069305,434,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000434/full/full/0/native.jpg,"bekannt; mau wuste, das er einen entschloffenen Charak: +ter hatte, und das er das gewis ausfuhren wurde, was +er drohete: der schwarze Anfuhrer willigte daher theils +aus Furcht, theils aus Ehrerbietung ein, mir alles das +wiederzugeben, was man inir geraubt hatte, und dies +wurde mit einer wahrhaft bewundernswerthen Ehrlichkeit +ausgefuhrt. Es war zwar eine Zuruffoderung nothig. +wenn es etwas betraf, das in den Augen desjenigen, der +PB gestohlen, Werth hatte; aber wenn der Anfuhrer dar. +auf bestand, ro wurde die Sache zurufgegeben, und diese +Untertvurfigkeit schien mir bei Leuten, und'an Orten, wo +man kein solches Beispiel zu finden erwartet, ein wirklich +erstaunenswurdiger Umstand zu feyn. Der Anfuhrer +fragte mich, was mir fur Sachen noch fehlten, und +als ich ihn eine nannte, so stieg er auf eine kleine Anhsbe +und rief aus: Araber! Diese Sache ift noch nicht +fur utgegeben: man bringe fie Wenn man +nicht augenbliklich gehorchte, To rezte er hinzu: Ges +fch wind, Araber, last nicht so lange warten! +Und der vermiste Gegenstand wurde mir augenblitlich +jurutgebracht. Der Anfuhrer bezeichnete hernach noch +eine andere gestohlne Sache, und sie wurde mir auf diere +Art auch wiederum zugestellt., +Es vergiengen zwei Stunden, ehe diese Art von +Perzeichnis meiner Sachen geendigt werden konnte: man +hatte mir alles auser das Geld zurukgegeben, wovon +ich nur einen sehr kleinen Sheil wieder erhielt: dies war +aber kein Fehler der beiden Scheifs. Besonders ver- +langte Burrein, das ich die Zechinen, die man mir +wieder zugeftelt hatte, in seiner Gegenwart zahlen sollte. +Die draber, in deren Augen meine Borre ein mit Recht +erworbenes Eigenthum zu feyn schien, und die sich schon +in den grosten Theil derselben getheilt hatten, erwarteten +mit Ungeduld das Resultat bieser Zahlung und wurden +beruhigt, als pie mich erklaren horten, das ich alles mein","406. + +i + +bekannt; mau wußte, daß er einen entſchloffenen Charak: +ter hatte, und daß er das gewiß ausführen würde, was +er drohete: der ſchwarze Anführer willigte daher theils +aus Furcht, theils aus Ehrerbietung ein, mir alles das +wiederzugeben, was man inir geraubt hatte, und dies +wurde mit einer wahrhaft bewundernswerthen Ehrlichkeit +ausgeführt. Es war zwar eine Zurüffoderung nothig. +wenn es etwas betraf, das in den Augen desjenigen, der +PB geſtohlen, Werth hatte; aber wenn der Anführer dar. +auf beſtand, ro wurde die Sache zurüfgegeben, und dieſe +Untertvůrfigkeit ſchien mir bei Leuten, und'an Orten, wo +man kein ſolches Beiſpiel zu finden erwartet, ein wirklich +erſtaunenswürdiger Umſtand zu feyn. Der Anführer +fragte mich, was mir für Sachen noch fehlten, und +als ich ihn eine nannte, ſo ſtieg er auf eine kleine Anhsbe +und rief aus: Áraber! Dieſe Sache ift noch nicht +fur útgegeben: man bringe fie Wenn man +nicht augenbliklich gehorchte, To rezte er hinzu: Ges +fch wind, Araber, laßt nicht ſo lange warten! +Und der vermißte Gegenſtand wurde mir augenblitlich +jurútgebracht. Der Anführer bezeichnete hernach noch +eine andere geſtohlne Sache, und ſie wurde mir auf diere +Art auch wiederum zugeſtellt., + +12 + +Es vergiengen zwei Stunden, ehe dieſe Art von +Perzeichniß meiner Sachen geendigt werden konnte: man +hatte mir alles außer das Geld zurükgegeben, wovon +ich nur einen ſehr kleinen Sheil wieder erhielt: dies war +aber kein Fehler der beiden Scheifs. Beſonders ver- +langte Burrein, daß ich die Zechinen, die man mir +wieder zugeftelt hatte, in ſeiner Gegenwart zählen ſollte. +Die draber, in deren Augen meine Borre ein mit Recht +erworbenes Eigenthum zu feyn ſchien, und die ſich ſchon +in den größten Theil derſelben getheilt hatten, erwarteten +mit Ungeduld das Reſultat bieſer Zåhlung und wurden +beruhigt, als pie mich erklären hörten, daß ich alles mein + +1 + + +","bekannt; man wußte, daß er einen entschlossenen Charakter hatte, und daß er das gewiß ausführen würde, was er drohete: der schwarze Anführer willigte daher theils aus Furcht, theils aus Ehrerbietung ein, mir alles das wiederzugeben, was man mir geraubt hatte, und dies wurde mit einer wahrhaft bewundernswürdigen Ehrlichkeit ausgeführt. Es war zwar eine Zurückforderung nötig, wenn es etwas betraf, das in den Augen desjenigen, der es gestohlen, Wert hatte; aber wenn der Anführer darauf bestand, so wurde die Sache zurückgegeben, und diese Unterwürfigkeit schien mir bei Leuten und an Orten, wo man kein solches Beispiel zu finden erwartet, ein wirklich erstaunenswürdiger Umstand zu sein. Der Anführer fragte mich, was mir für Sachen noch fehlten, und als ich ihm eine nannte, so stieg er auf eine kleine Anhöhe und rief aus: ""Araber! Diese Sache ist noch nicht für ausgegeben: man bringe sie!"" Wenn man nicht augenblicklich gehorchte, drohte er hinzu: ""Geschwind, Araber, laßt nicht so lange warten!"" Und der vermißte Gegenstand wurde mir augenblicklich zurückgebracht. Der Anführer bezeichnete hernach noch eine andere gestohlene Sache, und sie wurde mir auf dieselbe Art auch wiederum zugestellt. + +Es vergingen zwei Stunden, ehe diese Art von Prüfung meiner Sachen geendigt werden konnte: man hatte mir alles außer dem Gelde zurückgegeben, wovon ich nur einen sehr kleinen Teil wieder erhielt: dies war aber kein Fehler der beiden Schiffs. Besonders verlangte Burrien, daß ich die Zeichen, die man mir wieder zugestellt hatte, in seiner Gegenwart zahlen sollte. Die aber, in deren Augen meine Bürgschaft ein mit Recht erworbenes Eigentum zu sein schien, und die sich schon in den größten Teil derselben geteilt hatten, erwarteten mit Ungeduld das Resultat dieser Zahlung und wurden beruhigt, als sie mich erklären hörten, daß ich alles mein..." +Z166069305,435,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000435/full/full/0/native.jpg,"Geld wieder bekommen hatte.. Ich pries( mich glutlich, +das ich so wohlfeilen Kaufes davon gekommen war, und +opferte gern zwei Dritttheile von demjenigen auf, was +ich besas, um mir nicht den Has und die Rache der +ehrlichen Rauber, von denen ich umringt war, zuzuziehen. +Ich vergas nicht, das ich noch in der Wuste war, und +das ich befurchten muste, zum zweitenmal in ihre Hande +oder in jene von einigen ihnen& hnlicher Kameraden zu +fallen, die von ihnen Nachricht bekommen haben konnten, +und die nicht so gefallig gewesen seyn wurden. +Diese Banditen waren nicht damit zufrieden, gerecht +zu scheinen, sondern fie wollten auch artig reyn. Der +Anfuhrer brachte mir sein Pferd' und zwang mich hinauf- +zusteigen, um die kleine Strecke zu reuten, die wir noch +bis zum Kloster zu gehen hatten, und er folgte mir zu +Fuse nach. Andere Uraber erwiesen meinen Gefahrten +dieselbe Ehre: jeder unter ihnen gieng an der Seite feines +Pferdes her. Als wir bei den Mauern anlangten, fahen +wir Serbe vol Brod, und holzerne Schuffeln vou Linsert +an einem Stricke herablassen: wir rezten uns im Kreise +berum auf den Sand, und asen diese Speisen in Gesells +fchaft von Leuten, die noch einen Augenblit vorher unsere +Feinde gewesen waren. Nach dem Erfen naherten sich +mir einige von ihnen mit Offenheit, ja sogar mit einer +Art von Herzlichkeit, und dankten dem Himmel, das mir +nichts Verdrusliches wiederfahren ware, und warfen mir +in einem theilnehmenden Sone meine Unbesonnenheit vor, +das ich in einer Wuste zu reisen wagte, die nach ihrem +eigenen Gestandnisse nur ein Aufenthalt von Spigbuben +und Strasenraubern rey. Vorzuglich ermangelten fie +nicht, ihr Gebet mit vicler Andacht zu verrichten, nachdem +fie sich die Arme und die Fuse aus Mangel des zu den +Reinigungen nothigen und durch das Gesez vorgeschriebe- +Hen Waffers mit Sand gerieben hatten. Mabommed, +der selbst ein Araber war, hatte den ziemlich sfters","407 + +Geld wieder bekommen håtte.. Ich pries( mich glütlich, +daß ich ſo wohlfeilen Kaufes davon gekommen war, und +opferte gern zwei Dritttheile von demjenigen auf, was +ich beſaß, um mir nicht den Haß und die Rache der +ehrlichen Räuber, von denen ich umringt war, zuzuziehen. +Ich vergaß nicht, daß ich noch in der Wüſte war, und +daß ich befürchten mußte, zum zweitenmal in ihre Hånde +oder in jene von einigen ihnen& hnlicher Kameraden zu +fallen, die von ihnen Nachricht bekommen haben konnten, +und die nicht ſo gefällig geweſen ſeyn würden. + +1 + +Dieſe Banditen waren nicht damit zufrieden, gerecht +zu ſcheinen, ſondern fie wollten auch artig reyn. Der +Anführer brachte mir ſein Pferd' und zwang mich hinauf- +zuſteigen, um die kleine Strecke zu reuten, die wir noch +bis zum Kloſter zu gehen hatten, und er folgte mir zu +Fuße nach. Andere Uraber erwieſen meinen Gefährten +dieſelbe Ehre: jeder unter ihnen gieng an der Seite feines +Pferdes her. Als wir bei den Mauern anlangten, fahen +wir Serbe vol Brod, und hölzerne Schüffeln vou Linſert +an einem Stricke herablaſſen: wir rezten uns im Kreiſe +berum auf den Sand, und aßen dieſe Speiſen in Geſells +fchaft von Leuten, die noch einen Augenblit vorher unſere +Feinde geweſen waren. Nach dem Erfen nåherten ſich +mir einige von ihnen mit Offenheit, ja ſogar mit einer +Art von Herzlichkeit, und dankten dem Himmel, daß mir +nichts Verdrüßliches wiederfahren wäre, und warfen mir +in einem theilnehmenden Sone meine Unbeſonnenheit vor, +daß ich in einer Wüſte zu reiſen wagte, die nach ihrem +eigenen Geſtändniſſe nur ein Aufenthalt von Spigbuben +und Straßenrấubern rey. Vorzüglich ermangelten fie +nicht, ihr Gebet mit vicler Andacht zu verrichten, nachdem +fie ſich die Arme und die Füße aus Mangel des zu den +Reinigungen nöthigen und durch das Geſez vorgeſchriebe- +Hen Waffers mit Sand gerieben hatten. Mabommed, +der ſelbſt ein Araber war, hatte den ziemlich sfters + +..? + +> + + +","Geld wieder bekommen hatte. Ich pries mich glücklich, dass ich so wohlfeilen Kaufes davon gekommen war, und opferte gern zwei Drittheile von demjenigen auf, was ich besaß, um mir nicht den Hass und die Rache der ehrlichen Räuber, von denen ich umringt war, zuzuziehen. + +Ich vergaß nicht, dass ich noch in der Wüste war, und dass ich befürchten mußte, zum zweitenmal in ihre Hände oder in jene von einigen ihnen ähnlicher Kameraden zu fallen, die von ihnen Nachricht bekommen haben konnten, und die nicht so gefällig gewesen seyn würden. + +Diese Banditen waren nicht damit zufrieden, gerecht zu scheinen, sondern sie wollten auch artig rein. Der Anführer brachte mir sein Pferd und zwang mich hinaufzusteigen, um die kleine Strecke zu reiten, die wir noch bis zum Kloster zu gehen hatten, und er folgte mir zu Fuß nach. Andere Räuber erwiesen meinen Gefährten dieselbe Ehre: jeder ging an der Seite seines Pferdes her. + +Als wir bei den Mauern anlangten, fahren wir Serben voll Brot und hölzerne Schüffeln von Linsen an einem Stricke herablassen. Wir setzten uns im Kreise berum auf den Sand und aßen diese Speisen in Gesellschaft von Leuten, die noch einen Augenblick vorher unsere Feinde gewesen waren. + +Nach dem Essen näherten sich mir einige von ihnen mit Offenheit, ja sogar mit einer Art von Herzlichkeit, und dankten dem Himmel, dass mir nichts Verdrießliches wiederfahren wäre, und warfen mir in einem theilnehmenden Tone meine Unbesonnenheit vor, dass ich in einer Wüste zu reisen wagte, die nach ihrem eigenen Geständnisse nur ein Aufenthalt von Spitzbuben und Straßenräubern sei. + +Vorzuglich ermangelten sie nicht, ihr Gebet mit vieler Andacht zu verrichten, nachdem sie sich die Arme und die Füße aus Mangel des zu den Reinigungen nötigen und durch das Gesetz vorgeschriebenen Wassers mit Sand gerieben hatten. Mohammed, der selbst ein Araber war, hatte den ziemlich strengen" +Z166069305,436,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000436/full/full/0/native.jpg,"Fal vorausgesehen, wo fich seine Anhanger in der Waste +befinden wurden, und er hat ihnen daher befohlen, fich +anstatt des Wassers des Sandes zu bedienen. +Der Rauberscheit lies mich um ein Geschenk +bitten, indem er gegen mich bemerkte, er habe nichts +von meinem Gelde bchalten, und habe sich ubrigens viel +Muhe gegeben, mir meine Sachen wieder zu verschaffen. +Ich wollte ihm ichon den Ueberrest meiner Zechinen geben, +als es' Hussein gewahr wurde. Diefer gerieth fehr +daruber in Zorn und betheiterte, er werde es nie zugeben, +das ich einen Medin weggebe. Ob ich gleich alles that, +um seine Wachsamkeit zu hintergeben, so war es mir +dennoch unm& glich einen Augenblik abzupaffen, wo ich +dem andern Scheik ein kleines Geschenk hatte geben +fonnen. +Die ohne Zweifel fehr edelmuthige Hartnackigfeit +von Seiten Hufreins machte unsere Freunde einen +Augenblik unwillig, und hatte sie beinahe dahin gebracht, +wiederum eine feindliche Stellung gegen uns anzunehmen. +Demobugeachtet aber gaben sie mit den Rath, mich, vors +zusehen, weil die Sachen ein andermal nicht so ablaufen +und fie gleich anfanglich Hurrein ermorden wurden. +Dieser spottete ihrer Drohungen und blieb nicht weniger +bei seiner Weigerung. Hatte er gewust, das diefe Leute +Besiser eines grosen Theiles von meinem Gelde waren, +To wurde er einen schonen Lerm genadit und nicht eher +geruhet haben, bis sie mir alles zurufgegeben hatten. +Damit nun endlich nichts an einer Reihe ro auser- +ordentlicher Szenen fehle, verlangte der Scheik Abdalla +( lo hies der Anfuhrer der Beduinen), ich sollte es ihm +fchriftlich bezeugen, das er, als ich ihn in der Wuste anges +troffen, nichts gestohlen hatte, das ich hingegen mit +einem Betragen zufrieden ware. Er befahl einem von +den Moncher des Klosters, an dem namlichen Seile,","408 + +1 + +1 + +Fal vorausgeſehen, wo fich ſeine Anhänger in der Waſte +befinden würden, und er hat ihnen daher befohlen, fich +anſtatt des Waſſers des Sandes zu bedienen. + +Der Rauberſcheit ließ mich um ein Geſchenk +bitten, indem er gegen mich bemerkte, er habe nichts +von meinem Gelde bchalten, und habe ſich übrigens viel +Mühe gegeben, mir meine Sachen wieder zu verſchaffen. +Ich wollte ihm ichon den Ueberreſt meiner Zechinen geben, +als es' Huſſein gewahr wurde. Diefer gerieth fehr +darüber in Zorn und betheiterte, er werde es nie zugeben, +daß ich einen Medin weggebe. Ob ich gleich alles that, +um ſeine Wachſamkeit zu hintergeben, ſo war es mir +dennoch unm& glich einen Augenblik abzupaffen, wo ich +dem andern Scheik ein kleines Geſchenk håtte geben +fónnen. + +1 + +Die ohne Zweifel fehr edelmüthige Hartnäckigfeit +von Seiten Hufreins machte unſere Freunde einen +Augenblik unwillig, und håtte ſie beinahe dahin gebracht, +wiederum eine feindliche Stellung gegen uns anzunehmen. +Demobugeachtet aber gaben ſie mit den Rath, mich, vors +zuſehen, weil die Sachen ein andermal nicht ſo ablaufen +und fie gleich anfänglich Hurrein ermorden würden. +Dieſer ſpottete ihrer Drohungen und blieb nicht weniger +bei ſeiner Weigerung. Håtte er gewußt, daß diefe Leute +Beſißer eines großen Theiles von meinem Gelde waren, +To würde er einen ſchönen Lerm genadit und nicht eher +geruhet haben, bis ſie mir alles zurüfgegeben hätten. + +Damit nun endlich nichts an einer Reihe ro außer- +ordentlicher Szenen fehle, verlangte der Scheik Abdalla +( lo hieß der Anführer der Beduinen), ich ſollte es ihm +fchriftlich bezeugen, daß er, als ich ihn in der Wüſte anges +troffen, nichts geſtohlen hätte, daß ich hingegen mit +einem Betragen zufrieden wäre. Er befahl einem von +den Möncher des Kloſters, an dem nämlichen Seile, + + +","Fal vorausgesehen, wo sich seine Anhänger in der Wüste befinden würden, und er hat ihnen daher befohlen, sich anstatt des Wassers des Sandes zu bedienen. + +Der Räuberscheikh ließ mich um ein Geschenk bitten, indem er gegen mich bemerkte, er habe nichts von meinem Gelde behalten, und habe sich übrigens viel Mühe gegeben, mir meine Sachen wieder zu verschaffen. Ich wollte ihm schon den Überrest meiner Zechinen geben, als es Hussein gewahr wurde. Dieser geriet sehr darüber in Zorn und beherzigerte, er werde es nie zugeben, dass ich einen Medin weggäbe. Ob ich gleich alles that, um seine Wachsamkeit zu hintergehen, so war es mir dennoch unmöglich, einen Augenblick abzupaffen, wo ich dem anderen Scheikh ein kleines Geschenk hätte geben können. + +Die ohne Zweifel sehr edelmütige Hartnäckigkeit von Seiten Husreins machte unsere Freunde einen Augenblick unwillig, und hatte sie beinahe dahin gebracht, wiederum eine feindliche Stellung gegen uns anzunehmen. Demohnerachtet aber gaben sie mir mit dem Rat, vorsichtig zu sein, weil die Sachen ein andermal nicht so ablaufen würden, und sie gleich anfänglich Hussein ermordet hätten. + +Dieser spottete ihrer Drohungen und blieb nicht weniger bei seiner Weigerung. Hätte er gewusst, dass diese Leute Besitzer eines großen Teiles von meinem Gelde waren, so würde er einen schönen Lohn genommen haben und nicht eher geruht haben, bis sie mir alles zugegeben hätten. + +Damit nun endlich nichts an einer Reihe außerordentlicher Szenen fehle, verlangte der Scheikh Abdalla (so hieß der Anführer der Beduinen), ich sollte es ihm schriftlich bezeugen, dass er, als ich ihn in der Wüste angetroffen, nichts gestohlen hatte, das ich hingegen mit einem Betragen zufrieden wäre. Er befahl einem von den Mönchen des Klosters, an dem nämlichen Seile," +Z166069305,437,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000437/full/full/0/native.jpg,"kog +woran man die Schusseln' und Korbe herabgelassen hatte, +berunterzusteigen: die Schrift, worin ich ihm meine Zufriez +denheit bezeugen sollte, wurde arabisch geschrieben, und +man reichte mir fie zur Unterschrift hint. Ich hatte gar +keine fuft, solchen Raubern eitt Zeugnis ihrer guten +Auffuhrung zu geben: ich nahn daher einen Namen an, +der etwas Uchnliches mit unferm Abentheuer hatte, und +unterschrieb mich Deroute( Verwirrung). Ubdalla +wickelte dies vortrefliche Billet sorgfaltig ein, und verlies +uns, nachdem er uns eine gute Reife getvunicht, und uns +nochmals erinnert hatte, auf unserer Kuth 30 reyn. +Sein Rath war uberflusig: ich war fest entschlossen, alle +moglichen Maasregeln zu nehmen, um mich nicht wieder +uberfallen zu lassen. +Ich erfuhr, das diese Araber schon im voraus +von unserer Reife unterrichtet gewesen, und das fie vom +Anfange derselben an uns nachgefolgt waren. Seit drei +Wyr Morgens befanden sie sich an den Mauern des Klo: +fters, und hatten den Monchen die Nachricht gegeben, +das fie heute einen Besuch von Franken erhalten +wurden. Sie hatten sich miteinander bis zu dem Nugen- +blicke, wo fie uns gewahr worden waren, uber die Art +berathschlagt, wie sie uns mit der wenigften Gefahr +angreifen wollten: denn.fte liesen Unruhe blicken, weil +sie wusten, das wir gut beivaffnet waren. Einige Zeit: +lang waren sie daruber einig, das fie fich nicht sehen und +uns fo nabe kommen lassen wollten, das sie uns bequem +niederschiesen konnten: auf das Bitten der Monche aber +willigten sie ein, diefen meuchelmorderischen Entwurf +aufzugeben. +Nachdem wir diese gefahrlichen Leute los I waren, +musten wir uns noch lange mit den Monchen herum. +streiten. Ob sie gleich gesehen hatten, was seit Morgens +auf der Ebene vorgegangen war, und ob fie also gleich","kog + +1 + +woran man die Schüſſeln' und Kórbe herabgelaſſen hatte, +berunterzuſteigen: die Schrift, worin ich ihm meine Zufriez +denheit bezeugen ſollte, wurde arabiſch geſchrieben, und +man reichte mir fie zur Unterſchrift hint. Ich hatte gar +keine fuft, ſolchen Råubern eitt Zeugniß ihrer guten +Aufführung zu geben: ich nahın daher einen Namen an, +der etwas Uchnliches mit unferm Abentheuer hatte, und +unterſchrieb mich Deroute( Verwirrung). Ubdalla +wickelte dies vortrefliche Billet ſorgfältig ein, und verließ +uns, nachdem er uns eine gute Reife getvůnícht, und uns +nochmals erinnert hatte, auf unſerer Kuth 30 reyn. +Sein Rath war überflüßig: ich war feſt entſchloſſen, alle +möglichen Maaßregeln zu nehmen, um mich nicht wieder +überfallen zu laſſen. + +1 + +Ich erfuhr, daß dieſe Araber ſchon im voraus +von unſerer Reife unterrichtet geweſen, und daß fie vom +Anfange derſelben an uns nachgefolgt waren. Seit drei +Wyr Morgens befanden ſie ſich an den Mauern des Klo: +fters, und hatten den Mönchen die Nachricht gegeben, +daß fie heute einen Beſuch von Franken erhalten +wurden. Sie hatten ſich miteinander bis zu dem Nugen- +blicke, wo fie uns gewahr worden waren, über die Art +berathſchlagt, wie ſie uns mit der wenigften Gefahr +angreifen wollten: denn.fte ließen Unruhe blicken, weil +ſie wußten, daß wir gut beivaffnet waren. Einige Zeit: +lang waren ſie darüber einig, daß fie fich nicht ſehen und +uns fo nabe kommen laſſen wollten, daß ſie uns bequem +niederſchießen konnten: auf das Bitten der Monche aber +willigten ſie ein, diefen meuchelmorderiſchen Entwurf +aufzugeben. + +1 + +1 + +Nachdem wir dieſe gefährlichen Leute los I waren, +mußten wir uns noch lange mit den Monchen herum. +ſtreiten. Ob ſie gleich geſehen hatten, was ſeit Morgens +auf der Ebene vorgegangen war, und ob fie alſo gleich + + +","Woran man die Schüsseln und Korbe herabgelassen hatte, +beruhigte sich die Menge zu untersteigen: die Schrift, worin ich ihm meine Zufriedenheit bezeugen sollte, wurde arabisch geschrieben, und man reichte mir sie zur Unterschrift hin. Ich hatte gar keine Lust, solchen Räubern ein Zeugnis ihrer guten Aufführung zu geben: ich nahm daher einen Namen an, der etwas Ähnliches mit unserem Abenteuer hatte, und unterschrieb mich Deroute (Verwirrung). Ubdalla wickelte dieses vortreffliche Billet sorgfältig ein, und verließ uns, nachdem er uns eine gute Reise gewünscht, und uns nochmals erinnert hatte, auf unserer Kuthe 30 reyn. Sein Rath war überflüssig: ich war fest entschlossen, alle möglichen Maßregeln zu nehmen, um mich nicht wieder überfallen zu lassen. + +Ich erfuhr, dass diese Araber schon im voraus von unserer Reise unterrichtet gewesen, und dass sie vom Anfange derselben an uns nachgefolgt waren. Seit drei Uhr Morgens befanden sie sich an den Mauern des Klosters, und hatten den Mönchen die Nachricht gegeben, dass sie heute einen Besuch von Franken erhalten würden. Sie hatten sich miteinander bis zu dem Augenblicke, wo sie uns gewahr worden waren, über die Art berathschlagt, wie sie uns mit der wenigsten Gefahr angreifen wollten: denn sie ließen Unruhe blicken, weil sie wussten, dass wir gut bewaffnet waren. Einige Zeitlang waren sie darüber einig, dass sie sich nicht sehen und uns so nahe kommen lassen wollten, dass sie uns bequem nieder schießen konnten: auf das Bitten der Mönche aber willigten sie ein, die meuchelmörderischen Entwürfe aufzugeben. + +Nachdem wir diese gefährlichen Leute los waren, +mussten wir uns noch lange mit den Mönchen herumstreiten. Ob sie gleich gesehen hatten, was seit Morgens auf der Ebene vorgegangen war, und ob sie also gleich" +Z166069305,438,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000438/full/full/0/native.jpg,"nicht zweifeln konnten, das wir Franken waren, fo +stellten sie fich dennoch, als wenn fie es nicht glaubten, +und verlangten, Einer von uns sollte einein ausdruflich +abgefciften Pater Untersucher beweisen, das er fich keiner +religiofen Beschneidung unterworfen hatte. Als dies +Hindernis gehoben war, maditen sie uns eine neue +Schwierigkeit: fie behaupteten, fie wuften und an dem +Seile als auf dem einzigen gewohnlichen Wege in das +Klofter hinaufziehen. Das Gebaude, worin fie wohnen +und das sehr hohe Mauern hat, ist von allen Seiten +verschloffen, ein kle nes Thor mit einer eisernen Thur +ausgenommen, durch) welche ich hineingehen wollte. Die +Copten versicherten uns, diese Thur werde nur bei +seltenen Gelegenheiten geoffnet, wenn sie ihre Lebensmittel +erhielten, niemals aber, wenn Ar aber in der Gegend +umherstreiften: sie ermahnten mid, daher; mich an das +Seil festzuhalten. Derjenige Monch, der bei uns war, +hieng fich daran. um uns zu zeigen, wie bequem diese +Art in der Luft zu reisen ware, und man wans ihn an +einer Noue, wie einen Brunneneimer, in die Hohe. Zwei +oder drei von meinen Gefahrten, die immer an ihrer +Seite Beduin en zu sehen glaubten, nahmen denselben +Weg. Dieses Beispiel fonnte mich nicht in Versuchung +fuhren, und da es eine Shur in dem Kloster gab, so +bestand ich auf ihrer Deffnung. Ich wurde darin durch +Hussein unterstuzt, der schwur, das, wenn ihm die +Monche nicht mittel zeigten, wie er seine Camele in +Sicherheit bringen konnte, er in wenig Sagen zurufkoms +men und alles vertilgen wolke, was er im Kloster fande. +Seine Drohungen wirkten mehr als meine dringenden +Bitten. Man offnete uns, obgleich nicht ohne auserors +dentliche Vorsicht, die Thur; aber fic war zu niedrig, +als das die Camele batten hineinkommen konnen: Hurs +fein lies fie auf eine Matte niederkauern, und band +ihnen mit einem Stricke einen Fus auf dem Rucken feft, +damit fie nicht aufstehen konnten. Mehrere Menschen","410 + +ME + +* + +nicht zweifeln konnten, daß wir Franken waren, fo +ſtellten ſie fich dennoch, als wenn fie es nicht glaubten, +und verlangten, Einer von uns ſollte einein ausdrüflich +abgefciften Pater Unterſucher beweiſen, daß er fich keiner +religiofen Beſchneidung unterworfen hatte. Als dies +Hinderniß gehoben war, maditen ſie uns eine neue +Schwierigkeit: fie behaupteten, fie wüften und an dem +Seile als auf dem einzigen gewöhnlichen Wege in das +Klofter hinaufziehen. Das Gebåude, worin fie wohnen +und das ſehr hohe Mauern hat, iſt von allen Seiten +verſchloffen, ein kle nes Thor mit einer eiſernen Thúr +ausgenommen, durch) welche ich hineingehen wollte. Die +Copten verſicherten uns, dieſe Thür werde nur bei +ſeltenen Gelegenheiten geöffnet, wenn ſie ihre Lebensmittel +erhielten, niemals aber, wenn Ar aber in der Gegend +umherſtreiften: ſie ermahnten mid, daher; mich an das +Seil feſtzuhalten. Derjenige Monch, der bei uns war, +hieng fich daran. um uns zu zeigen, wie bequem dieſe +Art in der Luft zu reiſen wäre, und man wans ihn an +einer Noue, wie einen Brunneneimer, in die Höhe. Zwei +oder drei von meinen Gefährten, die immer an ihrer +Seite Beduin en zu ſehen glaubten, nahmen denſelben +Weg. Dieſes Beiſpiel fonnte mich nicht in Verſuchung +führen, und da es eine Shůr in dem Kloſter gab, ſo +beſtand ich auf ihrer Deffnung. Ich wurde darin durch +Huſſein unterſtüzt, der ſchwur, daß, wenn ihm die +Mönche nicht mittel zeigten, wie er ſeine Camele in +Sicherheit bringen könnte, er in wenig Sagen zurüfkoms +men und alles vertilgen wolke, was er im Kloſter fånde. +Seine Drohungen wirkten mehr als meine dringenden +Bitten. Man offnete uns, obgleich nicht ohne außerors +dentliche Vorſicht, die Thür; aber fic war zu niedrig, +als daß die Camele bätten hineinkommen können: Hurs +fein ließ fie auf eine Matte niederkauern, und band +ihnen mit einem Stricke einen Fuß auf dem Rücken feft, +damit fie nicht aufſtehen konnten. Mehrere Menſchen + +ga + +m +h + +U + +1 + + +","nicht zweifeln konnten, dass wir Franken waren, so stellten sie sich dennoch, als wenn sie es nicht glaubten, und verlangten, einer von uns sollte eine ausdrücklich abgeschriebene Paternoster unterschreiben, das er sich keiner religiösen Beschneidung unterworfen hatte. Als dies Hindernis gehoben war, machten sie uns eine neue Schwierigkeit: sie behaupteten, sie wussten und an dem Seile als auf dem einzigen gewöhnlichen Wege in das Kloster hinaufziehen. Das Gebäude, worin sie wohnen und das sehr hohe Mauern hat, ist von allen Seiten verschlossen, ein kleines Thor mit einer eisernen Tür ausgenommen, durch welche ich hineingehen wollte. + +Die Copten versicherten uns, diese Tür werde nur bei seltenen Gelegenheiten geöffnet, wenn sie ihre Lebensmittel erhielten, niemals aber, wenn Araber in der Gegend umherstreiften: sie ermahnten mich, daher, mich an das Seil festzuhalten. Derjenige Mönch, der bei uns war, hing sich daran, um uns zu zeigen, wie bequem diese Art in der Luft zu reisen wäre, und man sah ihn an einer Noue, wie einen Brunneneimer, in die Höhe. + +Zwei oder drei von meinen Gefährten, die immer an ihrer Seite Beduinen zu sehen glaubten, nahmen denselben Weg. Dieses Beispiel führte mich nicht in Versuchung; und da es eine Schur in dem Kloster gab, so bestand ich auf ihrer Döffnung. + +Ich wurde darin durch Hussein unterstützt, der schwur, dass, wenn ihm die Mönche nicht Mittel zeigten, wie er seine Kamele in Sicherheit bringen konnte, er in wenig Sagern zurükommt und alles vertilgen wolle, was er im Kloster fände. + +Seine Drohungen wirkten mehr als meine dringenden Bitten. Man öffnete uns, obgleich nicht ohne außerordentliche Vorsicht, die Tür; aber sie war zu niedrig, als dass die Kamele hineinkommen konnten: Hussein ließ sie auf eine Matte niederkauern und band ihnen mit einem Stricke einen Fuß auf dem Rücken fest, damit sie nicht aufstehen konnten. Mehrere Menschen" +Z166069305,439,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000439/full/full/0/native.jpg,"vereinigten( sich), ftrengten ihre Krafte an und zogen das +Camel auf der Matte hinein, dem man den Hals nieders +hielt, und auf diese Art brachte man eines nach dem +andern hinein. Ich wuste nicht, was ich am meisten +bewundern follte, ob die Geschiklichkeit der A r aber, +die ein groses Thier durch eine kleine Deffnung hindurch. +brachten oder die Geduld des Cameles, das sich anbinden +und lange unter heftigen Rutteln fortziehen lies. +Die Nacht war schon weit vorgeruft, als alle Thiere +und Menschen im innern Umfange beisammen waren. +Die Monche fuhrten uns, Hufrein ausgenommen, in +ihre Kirche. Wir wohnten einer sehr langen Meise bei. +Hierauf folgte eine sehr kurze Abendmahlzeit, die nur in +Reis, der in blosem Wasser gekocht war, bestand. +Der Mond breitete reine filbernen und schwermuthis +gen Strahlen, auf der uns umgebenden Wuste aus: sein +sanftes Licht masigte ihre Harte; wir befanden uns mitten +in einer unermeslichen Eindde, worauf unsere Augen +herumwanderten. Huffein erblikte ein groses Thier +und fchos auf dasselbe, als es am Fuse der Mauern +hinlief, aber es blieb nicht stehen.: Es war ein wildes +Schwein, das die Araber Hanzire nennen; ein Name, +den sie ebenfalls dem zahmen Schweine geben. Wir hat: +ten fchon zwei folche Schweine, aber nur in der Ferne, +gesehen, seitdem wir in der Wufte reiseten. +Es scheint mir nicht ivahrscheinlich zu feyn, das sie +wilden Schweine in Aegypten von derselben Art sind, +wie in Europa. Die grose Ungleichheit der Himmels- +striche, der noch grosere Unterschied der kagen mussen +wenigstens einige Veranderung in der Urt dieser Thiere +bewirkt haben. In gemasigten und kalten fandern, die +ihnen angemessener scheinen, sind sie zahlreicher und +beipohnen dicke Waloer, wo sie Futter im Ueberfluffe","411 + +vereinigten( ſich), ftrengten ihre Kräfte an und zogen das +Camel auf der Matte hinein, dem man den Hals nieders +hielt, und auf dieſe Art brachte man eines nach dem +andern hinein. Ich wußte nicht, was ich am meiſten +bewundern follte, ob die Geſchiklichkeit der A r aber, +die ein großes Thier durch eine kleine Deffnung hindurch. +brachten oder die Geduld des Cameles, das ſich anbinden +und lange unter heftigen Rütteln fortziehen ließ. + +Die Nacht war ſchon weit vorgeruft, als alle Thiere +und Menſchen im innern Umfange beiſammen waren. +Die Monche führten uns, Hufrein ausgenommen, in +ihre Kirche. Wir wohnten einer ſehr langen Meiſe bei. +Hierauf folgte eine ſehr kurze Abendmahlzeit, die nur in +Reiß, der in bloßem Waſſer gekocht war, beſtand. + +Der Mond breitete reine filbernen und ſchwermüthis +gen Strahlen, auf der uns umgebenden Wüſte aus: ſein +ſanftes Licht maßigte ihre Hårte; wir befanden uns mitten +in einer unermeßlichen Eindde, worauf unſere Augen +herumwanderten. Huffein erblikte ein großes Thier +und fchoß auf daſſelbe, als es am Fuße der Mauern +hinlief, aber es blieb nicht ſtehen.: Es war ein wildes +Schwein, das die Araber Hanzire nennen; ein Name, +den ſie ebenfalls dem zahmen Schweine geben. Wir hat: +ten fchon zwei folche Schweine, aber nur in der Ferne, +geſehen, ſeitdem wir in der Wufte reiſeten. + +Es ſcheint mir nicht ivahrſcheinlich zu feyn, daß sie +wilden Schweine in Aegypten von derſelben Art ſind, +wie in Europa. Die große Ungleichheit der Himmels- +ſtriche, der noch größere Unterſchied der kagen müſſen +wenigſtens einige Veränderung in der Urt dieſer Thiere + +*** +bewirkt haben. In gemäßigten und kalten fåndern, die +ihnen angemeſſener ſcheinen, ſind ſie zahlreicher und +beipohnen dicke Waloer, wo ſie Futter im Ueberfluffe + + +","Vereinigten sich, strengten ihre Kräfte an und zogen das Camel auf der Matte hinein, dem man den Hals niederschlug, und auf diese Art brachte man eines nach dem andern hinein. Ich wußte nicht, was ich am meisten bewundern sollte, ob die Geschicklichkeit der Araber, die ein großes Thier durch eine kleine Döffnung hindurchbrachten oder die Geduld des Kamels, das sich anbinden und lange unter heftigen Ruckeln fortziehen ließ. + +Die Nacht war schon weit vorgerückt, als alle Thiere und Menschen im innern Umfange beisammen waren. Die Mönche führten uns, Hufein ausgenommen, in ihre Kirche. Wir wohnten einer sehr langen Messe bei. Hierauf folgte eine sehr kurze Abendmahlzeit, die nur in Reis bestand, der in bloßem Wasser gekocht war. + +Der Mond breitete reine silberne und schwermütige Strahlen auf der uns umgebenden Wüste aus; sein sanftes Licht mäßigte ihre Härte; wir befanden uns mitten in einer unermeßlichen Einsamkeit, worauf unsere Augen herumwanderten. Hufein erblickte ein großes Thier und schoß auf dasselbe, als es am Fuße der Mauern hinlief, aber es blieb nicht stehen; es war ein wildes Schwein, das die Araber Hanzire nennen; ein Name, den sie ebenfalls dem zahmen Schweine geben. Wir hatten schon zwei solche Schweine, aber nur in der Ferne gesehen, seitdem wir in der Wüste reisten. + +Es scheint mir nicht unwahrscheinlich zu sein, dass die wilden Schweine in Ägypten von derselben Art sind wie in Europa. Die große Ungleichheit der Himmelsstriche, der noch größere Unterschied der Kälte muss wenigstens einige Veränderung in der Natur dieser Thiere bewirkt haben. In gemäßigten und kalten Ländern, die ihnen angemessener scheinen, sind sie zahlreicher und bevölkern dicke Wälder, wo sie Futter im Überflusse finden." +Z166069305,440,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000440/full/full/0/native.jpg,"finden. Sie kommen nur aus denselben heraus, um +aus eincin Walde in den andern zu laufen oder um aber +die Erndten herzufallen: und nur des Nachts unterneh, +men sie ihre Wanderungen und ihre Raubzuge. Sie +zichen fich gewshnlich mit Sonnenaufgang, deren Glanz +iind Warme fte zu furchten scheinen, in die difften und +finstersten Stellen zuruk. Das agyptische wilde +Schwein hingegen hat keinen Schujort. +der Gluth einer brennenden Sonne ausgera. Es ist stets +und durch +wandert den ebenfalls erhizten Sand, wo es kaum einige +perfireuete Strauche antrift, die ihm nur schwache Unter. +haltsmittel und fast gar keinen Schatten gewahren. Man +fieht sie ziemlich haufig in der Wufte Nitrie, wo man +diese Thiere wegen der Wassermassen, die fte enthalt, und +der Pflanzen, die an diesen wachsen, in groserer Menge +antrift, als in andern Theilen der Wuste. +Diese wilden Schweine leben einzeln: nur ein +gemeinschaftliches Bedurfnis fuhrt sie manchmal beerden- +weise in die Gegenden der Natrumsfeen zusammen. Die +beiden, die ich fah, giengen einzeln: sie hielten den Kopf +zur Erde, und ihr Gang war eine Art von Traben. +Die M a hommebaner und die Copten essen +eben so wenig das Fleisch von dem wilden als von dem +zahmen Schweine, und da fie vor diesen beiden Thieren +einen gleich grosen Abscheu haben, so konnte man sich +unmoglich in Aegypten ein wildes Schwein verschafs +fen, wenn man es nicht selbst in der Wuste aufsuchte. +Durch dasjenige, das Hurreins Kugel entwisdite, +verlohr ich die einzige Gelegenheit, die Muthmasung +bestatigt zu finden, die ich uber die Race dieser wilden +Schweine hegte, und die ich mit der europaischen nicht +fur gleichartig ansehen kann. Vielleicht mus man nur +in diesem Sinne die Stellen des Aristoteles*) und +*) Historia nat. Libr. 8. c. 24.""","412 + +1 + +finden. Sie kommen nur aus denſelben heraus, um +aus eincin Walde in den andern zu laufen oder um áber +die Erndten herzufallen: und nur des Nachts unterneh, +men ſie ihre Wanderungen und ihre Raubzüge. Sie +zichen fich gewshnlich mit Sonnenaufgang, deren Glanz +iind Wärme fte zu fürchten ſcheinen, in die difften und +finſterſten Stellen zurük. Das ägyptiſche wilde +Schwein hingegen hat keinen Schujort. +der Gluth einer brennenden Sonne ausgera. Es iſt ſtets + +und durch +wandert den ebenfalls erhizten Sand, wo es kaum einige +perfireuete Sträuche antrift, die ihm nur ſchwache Unter. +haltsmittel und faſt gar keinen Schatten gewahren. Man +fieht ſie ziemlich häufig in der Wüfte Nitrie, wo man +dieſe Thiere wegen der Waſſermaſſen, die fte enthalt, und +der Pflanzen, die an dieſen wachſen, in großerer Menge +antrift, als in andern Theilen der Wüſte. + +Dieſe wilden Schweine leben einzeln: nur ein +gemeinſchaftliches Bedürfniſ führt ſie manchmal beerden- +weiſe in die Gegenden der Natrumsfeen zuſammen. Die +beiden, die ich fah, giengen einzeln: ſie hielten den Kopf +zur Erde, und ihr Gang war eine Art von Traben. + +Die M a hommebaner und die Copten eſſen +eben ſo wenig das Fleiſch von dem wilden als von dem +zahmen Schweine, und da fie vor dieſen beiden Thieren +einen gleich großen Abſcheu haben, ſo konnte man ſich +unmöglich in Aegypten ein wildes Schwein verſchafs +fen, wenn man es nicht ſelbſt in der Wüſte aufſuchte. +Durch dasjenige, das Hurreins Kugel entwiſdite, +verlohr ich die einzige Gelegenheit, die Muthmaßung +beſtåtigt zu finden, die ich über die Race dieſer wilden +Schweine hegte, und die ich mit der europäiſchen nicht +für gleichartig anſehen kann. Vielleicht muß man nur +in dieſem Sinne die Stellen des Ariſtoteles*) und + +1 + +*) Hiſtoria nat. Libr. 8. c. 24."" + + +","finden. Sie kommen nur aus denselben heraus, um aus einem Walde in den andern zu laufen oder um aber die Erndten herzufallen: und nur des Nachts unternehmen sie ihre Wanderungen und ihre Raubzuge. Sie ziehen sich gewöhnlich mit Sonnenaufgang, deren Glanz und Wärme sie zu fürchten scheinen, in die dichten und finstersten Stellen zurück. + +Das ägyptische wilde Schwein hingegen hat keinen Schlupfwinkel. Der Gluth einer brennenden Sonne ausgeetzt, ist es stets und durchaus gewohnt, den ebenfalls erhitzten Sand zu wandern, wo es kaum einige verbrannte Sträuche antrifft, die ihm nur schwache Unterhaltungsmittel und fast gar keinen Schatten gewahren. Man sieht sie ziemlich häufig in der Wüste Nitre, wo man diese Thiere wegen der Wassermassen, die sie enthalten, und der Pflanzen, die an diesen wachsen, in größerer Menge antrifft, als in andern Theilen der Wuste. + +Diese wilden Schweine leben einzeln: nur ein gemeinschaftliches Bedürfnis führt sie manchmal beiderweise in die Gegenden der Natronseen zusammen. Die beiden, die ich sah, giengen einzeln: sie hielten den Kopf zur Erde, und ihr Gang war eine Art von Trab. + +Die Mohammedaner und die Kopten essen eben so wenig das Fleisch von dem wilden als von dem zahmen Schweine, und da sie vor diesen beiden Thieren einen gleich großen Abscheu haben, so konnte man sich unmöglich in Ägypten ein wildes Schwein verschaffen, wenn man es nicht selbst in der Wüste aufsuchte. + +Durch dasjenige, das Hurrenins Kugel entwindet, verlor ich die einzige Gelegenheit, die Muthmaßung bestätigt zu finden, die ich über die Rasse dieser wilden Schweine hegte, und die ich mit der europäischen nicht für gleichartig ansehen kann. Vielleicht muss man nur in diesem Sinne die Stellen des Aristoteles*) und *) Historia nat. Libr. 8. c. 24.""" +Z166069305,441,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000441/full/full/0/native.jpg,"Plinius*) Serstehen, die beide behauptet haben, iu +Afrika gabe es keine wilden Schweine. +Die Reisenden, die vor mir vorausgegangen waren, +find nicht gluklicher gewesen als ich: oder menn einige +unter ihnen auch Gelegenheit gehabt haben, ein Hans +zire zu untersuchen, so haben sie es doch nur auf eine +Tehr oberflachliche Art gethan. Welche Aufklarung fann +man 3. B. durch folgende Worte Maillets erhalten: + Wenn man in Aegypten einige wilde +Schweine antrift, to find pie sanfter als +unsere Haussch wei we ;. es wurde Togar +leicht Teyn, einige Verrdie den besten zw is +rchen beiden zu entdecken **). Man findet in +Afrika und in Ufien, sagt Buffon ***) eben so haufig +wilde Schweine als in Europa."" Diere Stelle aber lies +uns in ebenderselben ingewisheit tiber die Race dieser +Thiere in Afrika: sie hat seitdem mit vieler Wahrs +scheinlichkeit aufgehort, als Buffon uns eine Nachricht +und eine Abbildung von einem afrikanischen wila +den Schweine t) gab, das sich durch mehrere befont- +dere Charaktere auszeichnet: man hat daher Grund zu +glauben, das der Hanzire in 4 egypten und dieses +afrikanische wilde Schwein ein und dafelbe Thier ist. +*). Historia nat. Libr. 8. c. 33. +**) Description de l'Egypte p. 31. +***) Naturgeschichte des Schweines. ++) Nachtrag zur Naturgesdichte der vierfusigen Thiere.","Plinius*) Serſtehen, die beide behauptet haben, iu +Afrika gäbe es keine wilden Schweine. + +Die Reiſenden, die vor mir vorausgegangen waren, +find nicht glüklicher geweſen als ich: oder menn einige +unter ihnen auch Gelegenheit gehabt haben, ein Hans +zire zu unterſuchen, ſo haben ſie es doch nur auf eine +Tehr oberflächliche Art gethan. Welche Aufklärung fann +man 3. B. durch folgende Worte Maillets erhalten: +„ Wenn man in Aegypten einige wilde +Schweine antrift, to find pie ſanfter als +unſere Hausſch wei we ;. es würde Togar +leicht Teyn, einige Verrdie den beſten zw is +rchen beiden zu entdecken **). Man findet in + +“- 7, +Afrika und in Ufien, ſagt Buffon ***) eben ſo häufig +wilde Schweine als in Europa."" Diere Stelle aber ließ +uns in ebenderſelben ingewißheit tiber die Race dieſer +Thiere in Afrika: ſie hat ſeitdem mit vieler Wahrs +ſcheinlichkeit aufgehört, als Büffon uns eine Nachricht +und eine Abbildung von einem afrikaniſchen wila +den Schweine t) gab, das ſich durch mehrere befont- +dere Charaktere auszeichnet: man hat daher Grund zu +glauben, daß der Hanzire in 4 egypten und dieſes +afrikaniſche wilde Schwein ein und dafelbe Thier iſt. + +*). Hiſtoria nat. Libr. 8. c. 33. +**) Deſcription de l'Egypte p. 31. +***) Naturgeſchichte des Schweines. ++) Nachtrag zur Naturgeſdichte der vierfüßigen Thiere. + +mi + +ji + + +","Plinius*) verstehen, die beide behauptet haben, in Afrika gäbe es keine wilden Schweine. + +Die Reisenden, die vor mir vorausgegangen waren, fand nicht glücklicher gewesen als ich; oder wenn einige unter ihnen auch Gelegenheit gehabt haben, ein Haar zu untersuchen, so haben sie es doch nur auf eine sehr oberflächliche Art gethan. Welche Aufklärung findet man z.B. durch folgende Worte Maillets erhalten: Wenn man in Ägypten einige wilde Schweine antrifft, sind sie sanfter als unsere Haus-Schweine; es würde leicht sein, einige Verdienste der besten zwischen beiden zu entdecken **). Man findet in Afrika und in Ungarn, sagt Buffon ***), eben so häufig wilde Schweine als in Europa. + +Diess Stelle aber lässt uns in ebenderselben Ungewisheit über die Rasse dieser Thiere in Afrika: sie hat seitdem mit vieler Wahrscheinlichkeit aufgehört, als Buffon uns eine Nachricht und eine Abbildung von einem afrikanischen wilden Schweine t) gab, das sich durch mehrere befonders charakteristische Charaktere auszeichnet: man hat daher Grund zu glauben, dass der Hausschwein in Ägypten und dieses afrikanische wilde Schwein ein und dasselbe Thier ist. + +*) Historia nat. Libr. 8. c. 33. +**) Description de l'Egypte p. 31. +***) Naturgeschichte des Schweines. ++) Nachtrag zur Naturgeschichte der vierfüssigen Thiere." +Z166069305,442,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000442/full/full/0/native.jpg,"PWL +Adt und zwanzigstes Capitel. +Hussein's Abreise coptische Monche ihr +Kloster, ihre Kirche, ihre Messen, ihre kirchlichen +Gebrauche, iyre Nahrung, igre Neidung, ihr +ihre +ihre +Garten +Fulful Beladi +Gyps +Stein- +sal; +andere Kloster in der Wuste Meer +ohne Wasser +Beduinen+ schlechtes Betragen +der Monche Nebel und Regen. +con +uk u Menkm +Den Tag nach unserer Ankunft in dem Kloster erinnerte +mich Husseini ah das gestern Vorgefallene und an die +Muhe, die er sich gegeben hatte, mich aus dieser Verlegen +heit zu ziehen. Er gab mir zu verstehen, das er unmoga +lich zum zweitenmal einen solchen glutlichen Ausgang er +warten konne, und erklarte mir endlich frei, jer knne +nicht mehr fur die kunftigen Ereigniffe ftehert, weil ihn +die Araber der Wuste gewis umbringen wurden, wenn +fie uns noch einmal beisanren antrafen. Er regte hinzu, +er wolle augenbliklich seiner eigenen Sicherheit wegen ab. +reifen, und erbot fich, mich auf eben demselben Wege zu- +rut zu fuhren, auf welchem wir hergekommen waren, aber +ich muste mich sogleich entschliesen. Mein Entschlus war +eben so geschwind gefast, als er ihn verlangen konnte. +Ich hatte diese Reise nicht deshalb unternommen, um sie +so schnell zu beendigen: die Gefahren, die idy mir nicht +verborgen hatte, ehe ich sie antrat, fchienen mich nicht +davon abhalten zu durfen: und da ich bis mitten in die","1:41 + +1 + +la + +ho + +of + +PWL + +Adt und zwanzigſtes Capitel. +Huſſein's Abreiſe coptiſche Mönche ihr +Kloſter, ihre Kirche, ihre Meſſen, ihre kirchlichen +Gebräuche, iýře Nahrung, iğré Neidung, ihr +ihre + +ihre +Garten +Fulful Beladi + +Gyps + +Stein- +ſal; + +andere Kloſter in der Wüſte— Meer +ohne Waſſer + +Beduinen+ ſchlechtes Betragen +der Mönche Nebel und Regen. + +con + +1 + +fr + +7, + +U + +uk 四 u 现 Menkm + +di + +DE + +Den Tag nach unſerer Ankunft in dem Kloſter erinnerte +mich Huſſeini ah das geſtern Vorgefallene und an die +Mühe, die er ſich gegeben hatte, mich aus dieſer Verlegen +heit zu ziehen. Er gab mir zu verſtehen, daß er unmoga +lich zum zweitenmal einen ſolchen glútlichen Ausgang er +warten könne, und erklärte mir endlich frei, jer kønne +nicht mehr für die künftigen Ereigniffe ftehert, weil ihn +die Araber der Wüſte gewiß umbringen würden, wenn +fie uns noch einmal beiſanren antráfen. Er regte hinzu, +er wolle augenbliklich ſeiner eigenen Sicherheit wegen ab. +reifen, und erbot fich, mich auf eben demſelben Wege zu- +růt zu führen, auf welchem wir hergekommen wären, aber +ich mußte mich ſogleich entſchließen. Mein Entſchluß war +eben ſo geſchwind gefaßt, als er ihn verlangen konnte. +Ich hatte dieſe Reiſe nicht deshalb unternommen, um ſie +ſo ſchnell zu beendigen: die Gefahren, die idy mir nicht +verborgen hatte, ehe ich ſie antrat, fchienen mich nicht +davon abhalten zu dürfen: und da ich bis mitten in die + +6 + +? + + +","PWAL +Achtundzwanzigstes Capitel. + +Hussein's Abreise. Koptische Mönche ihr Kloster, ihre Kirche, ihre Messen, ihre kirchlichen Gebräuche, ihre Nahrung, ihre Kleidung, ihre Gärten. +Fulful Beladi. Gyps Stein-sal; andere Klöster in der Wüste Meer ohne Wasser. +Beduinen + schlechtes Betragen der Mönche. Nebel und Regen. + +Den Tag nach unserer Ankunft in dem Kloster erinnerte mich Husseini an das gestern Vorgefallene und an die Mühe, die er sich gegeben hatte, mich aus dieser Verlegenheit zu ziehen. Er gab mir zu verstehen, dass er unmöglich zum zweitenmal einen solchen glücklichen Ausgang erwarten könne, und erklärte mir endlich frei, er könne nicht mehr für die künftigen Ereignisse fürethehert, weil ihn die Araber der Wüste gewiss umbringen würden, wenn sie uns noch einmal beisammen antrafen. Er regte hinzu, er wolle augenblicklich seiner eigenen Sicherheit wegen abreisen, und erbot sich, mich auf eben demselben Wege zurückzuführen, auf welchem wir hergekommen waren, aber ich musste mich sogleich entschließen. Mein Entschluss war eben so geschwind gefasst, als er ihn verlangen konnte. + +Ich hatte diese Reise nicht deshalb unternommen, um sie so schnell zu beendigen: die Gefahren, die mir nicht verborgen hatten, ehe ich sie antrat, schienen mich nicht davon abhalten zu dürfen: und da ich bis mitten in die" +Z166069305,443,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000443/full/full/0/native.jpg,"Wuste gekommeu war, fo: wollte ich wenigstens Zeit +haben, einige Beobachtungen daselbst anzustellen. Sup +rein, den mein Entschlus berbros, reiste sogleich ab, +nachdem er mich noch vorher herzlich und liebreich umarmt +hatte, und lies mich bier in vier Mauern eingeschloffen, +ohne das wir beide wusten, wie ich wieder herauskommen +wurde. +Dieser Aufenthaltsort wurde ehemals von griechis +schen Monchen bewohnt. Diese wurden durdy Cop tien +ersezt, das heist, durch Eingeborne Aegyptens, die +fich zum Chriftenthume bekannten, und in ihrec Mitte jene +Vereinigungen entstehen sahen, die man religise nannte, +und die grostentheils nur der Abschaum des Lasters und des +musigganges iparen. Hier hatte' noch die Barbarei und +die stupide unwissenheit ihren Aufenthalt"" aufgeschlagen. +Sie verewigten das Andenken alter Einsiedler, die fich +ju Laugenichtfen bestimmt hielten, und die in diesen abges +legenen Eindden per menschlichen Gesellschaft, obgleich +noch voll Leben, abstarben. Vorzuglich hatte sich ein heir +liger on acarius beruhmt gemacht, und man nannte +diejenige Wuste nach ihm, die Sie Alten durch die Benen- +nung Nitrie unterschieden, welche sie auch ohne +Zweifel behalten wird, weil man dafelbft immer Natrum +oder den Salpeter( Nitrie) des Alterthumes +findet: die Her +nennungen,' wozu die Natur die Veranlassung giebt, haben +einen ganz andern Charakter von Grose und Unwandele +barkeit als diejenigen, die ihre Duelle in den Einbildun. +gen der Menschen haben. +Der gegenwartige Schlupfwinkel der coptischen +Monche heist Zaidi el Baramus und bei den Ura- +bern, Kasr Zaidi. Er bat hobe Mauern ohne +irgend eine Deffnung: denn man darf eine kleine Char, die +man jahrlich nur zweia bis dreimal offnet, fur feine solche +anfehen. Die Ankommenden und Abreisenden werden an","415 + +Wüſte gekommeu war, fo: wollte ich wenigſtens Zeit +haben, einige Beobachtungen daſelbſt anzuſtellen. Sup +rein, den mein Entſchluß berbroß, reiſte ſogleich ab, +nachdem er mich noch vorher herzlich und liebreich umarmt +hatte, und ließ mich bier in vier Mauern eingeſchloffen, +ohne daß wir beide wußten, wie ich wieder herauskommen +würde. + +4 + +Dieſer Aufenthaltsort wurde ehemals von griechis +ſchen Mönchen bewohnt. Dieſe wurden durdy Cop tien +erſezt, das heißt, durch Eingeborne Aegyptens, die +fich zum Chriftenthume bekannten, und in ihrec Mitte jene +Vereinigungen entſtehen ſahen, die man religiſøe nannte, +und die größtentheils nur der Abſchaum des Laſters und des +müßigganges iparen. Hier hatte' noch die Barbarei und +die ſtupide unwiſſenheit ihren Aufenthalt"" aufgeſchlagen. +Sie verewigten das Andenken alter Einſiedler, die fich +ju Laugenichtfen beſtimmt hielten, und die in dieſen abges +legenen Eindden per menſchlichen Geſellſchaft, obgleich +noch voll Leben, abſtarben. Vorzüglich hatte ſich ein heir +liger on acarius berühmt gemacht, und man nannte +diejenige Wüſte nach ihm, die Sie Alten durch die Benen- +nung Nitrie unterſchieden, welche ſie auch ohne + +"" +Zweifel behalten wird, weil man dafelbft immer Natrum +oder den Salpeter( Nitrie) des Alterthumes + +findet: die Her +nennungen,' wozu die Natur die Veranlaſſung giebt, haben +einen ganz andern Charakter von Große und Unwandele +barkeit als diejenigen, die ihre Duelle in den Einbildun. +gen der Menſchen haben. + +Der gegenwärtige Schlupfwinkel der coptiſchen +Monche heißt Zaidi el Baramus und bei den Ura- +bern, Kasr Zaidi. Er bat hobe Mauern ohne +irgend eine Deffnung: denn man darf eine kleine Chår, die +man jährlich nur zweia bis dreimal öffnet, für feine ſolche +anfehen. Die Ankommenden und Abreiſenden werden an + + +","Wüste gekommen war, so wollte ich wenigstens Zeit haben, einige Beobachtungen daselbst anzustellen. Sprein, den mein Entschluß berührte, reiste sogleich ab, nachdem er mich noch vorher herzlich und liebevoll umarmt hatte, und ließ mich hier in vier Mauern eingeschlossen, ohne dass wir beide wußten, wie ich wieder herauskommen würde. + +Dieser Aufenthaltsort wurde ehemals von griechischen Mönchen bewohnt. Diese wurden durch Copten ersetzt, das heißt, durch Eingeborene Ägyptens, die sich zum Christentum bekannten, und in ihrer Mitte jene Vereinigungen entstehen sahen, die man religiös nannte, und die großenteils nur der Abschaum des Lasters und des Müßigganges waren. Hier hatte noch die Barbarei und die stupide Unwissenheit ihren Aufenthalt aufgeschlagen. + +Sie verewigten das Andenken alter Einsiedler, die sich jugendlich bestimmt hielten, und die in diesen abgeschiedenen Eindden der menschlichen Gesellschaft, obgleich noch voll Leben, abstürben. Vorzüglich hatte sich ein heiliger Anachoretus berühmt gemacht, und man nannte diejenige Wüste nach ihm, die Sie Alten durch die Benennung Nitrie unterschieden, welche sie auch ohne Zweifel behalten wird, weil man daselbst immer Natron oder den Salpeter (Nitrie) des Alterthums findet. Die Herrnennungen, wozu die Natur die Veranlassung gibt, haben einen ganz andern Charakter von Größe und Unveränderlichkeit als diejenigen, die ihre Duelle in den Einbildungen der Menschen haben. + +Der gegenwärtige Schlupfwinkel der koptischen Mönche heißt Zaidi el Baramus und bei den Arabern, Kasr Zaidi. Er hat hohe Mauern ohne irgend eine Defnung: denn man darf eine kleine Char, die man jährlich nur zweimal bis dreimal öffnet, für feine solche ansehen. Die Ankommenden und Abreisenden werden an" +Z166069305,444,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000444/full/full/0/native.jpg,"ter +einem grosen Selle ait einer Rolle hinauf gewunden und +heruntergelaffen. Das ganze: Gebaude ist von wenig +barten Kalksteinen erbaueti Mehrere enthalten fosfiles +Muschelwerk .. Innerhalb der Mauern ist eine Art von +kleinem mit Graben umgegebenem Caftel mit einer Zuga +brucke. Hier retten sich die Monche bin, wenn die Ara: +ber die erste Mauer uberwaltigen. Vor zehn Jahren +hatten sie sich, bei Gelegenheit Husseins, der die grosen +Mauerns: durchbrochen, und das Kloster geplundert und +verwife hatte, hier verschanzen muffen. Die Copten, +die mir diese Anedote ergahlten, Fezten noch hinzu, eben +dierer. Hufrein mein treuer Gefahrte; metu redlicher +und muthiger Freund, s ware dainals der Furchterlichste +unter den Beduinen und der entschlofenste Rauber +gewesen: Feit einigen Jahren aber fuhre er eitt ehrbares +und ruhiges Leben .. sau frein mustez ein gefahrlicher +Fend gewefen Tenn: denn er verband mit viel Herzhaftig +keit eine Reitne Geschiklichkeit. Ich habe ihn mehrmals in +Ser Ferne aus freier Hans auf kleine Vogel fichiesen und +fie nicht verfehlen feben. +In dem kleinen Kaftelle war eine Kirche, eine zisterne, +Lebensmittel und endlich alles, was nothig ist, um eine +lange Blokadz auszuhalten. Die Moriche bewahren darin +auch ihre in der coptischen Sprache geschriebenen Bucher +auf. Die coptische Sproche ist aus dem Griechischen und +aus, den deberbleibfeln der alten egyptischen Sprache zu: +sammengesezt. 96, fie gleich niemals in diesen Buchern +lesen, und ob fie diefelben gleich auf dein Boden aufeinan- +der gehauft haben, sie von Insekten fressen, und vom +Staube verderben lassen, so kann man sie doch nicht das +hin bringen, das fie cines davon verkauften. +zaidi el Baramus war ein allzu merkwurdiger +Ort in meiner Reisegeschichte als das ich ihn nicht hatte +zeichnen lassen sollen. Seine Ansicht ist von Nordost aus +genommen.","416 +จ + +. + +ter + +4 + +le + +einem großen Selle ait einer Rolle hinauf gewunden und +heruntergelaffen. Das ganze: Gebäude iſt von wenig +barten Kalkſteinen erbaueti Mehrere enthalten foſfiles +Muſchelwerk .. Innerhalb der Mauern iſt eine Art von +kleinem mit Graben umgegebenem Caftel mit einer Zuga +brücke. Hier retten ſich die Mönche bin, wenn die Ara: +ber die erſte Mauer überwältigen. Vor zehn Jahren +hatten ſie ſich, bei Gelegenheit Huſſeins, der die großen +Mauerns: durchbrochen, und das Kloſter geplündert und +verwife hatte, hier verſchanzen můffen. Die Copten, +die mir dieſe Anedote ergåhlten, Fezten noch hinzu, eben +dierer. Hufrein mein treuer Gefährte; metu redlicher +und muthiger Freund, s wäre dainals der Fürchterlichſte +unter den Beduinen und der entſchlofenſte Räuber +geweſen: Feit einigen Jahren aber führe er eitt ehrbares +und ruhiges Leben .. sau frein mußtez ein gefährlicher +Fend gewefen Tenn: denn er verband mit viel Herzhaftig +keit eine Reitne Geſchiklichkeit. Ich habe ihn mehrmals in +Ser Ferne aus freier Hans auf kleine Vogel fichießen und +fie nicht verfehlen feben. + +In dem kleinen Kaftelle war eine Kirche, eine ziſterne, +Lebensmittel und endlich alles, was nothig iſt, um eine +lange Blokadz auszuhalten. Die Moriche bewahren darin +auch ihre in der coptiſchen Sprache geſchriebenen Bücher +auf. Die coptiſche Sproche iſt aus dem Griechiſchen und +aus, den deberbleibfeln der alten egyptiſchen Sprache zu: +ſammengeſezt. 96, fie gleich niemals in dieſen Bůchern +leſen, und ob fie diefelben gleich auf dein Boden aufeinan- +der gehåuft haben, ſie von Inſekten freſſen, und vom +Staube verderben laſſen, ſo kann man ſie doch nicht das +hin bringen, daß fie cines davon verkauften. + +zaidi el Baramus war ein allzu merkwürdiger +Ort in meiner Reiſegeſchichte als daß ich ihn nicht håtte +zeichnen laſſen ſollen. Seine Anſicht iſt von Nordoſt aus +genommen. + +IT + +112 + +IT + +2 + + +","einem grossen Selle an einer Rolle hinauf gewunden und heruntergelassen. Das ganze Gebäude ist von wenig barten Kalksteinen erbaut; Mehrere enthalten fossile Muschelwerk. Innerhalb der Mauern ist eine Art von kleinem mit Graben umgebenem Castell mit einer Zugbrücke. Hier retten sich die Mönche hin, wenn die Araber über die erste Mauer überwältigen. Vor zehn Jahren hatten sie sich, bei Gelegenheit Husseins, der die grossen Mauern durchbrochen und das Kloster geplündert und verwüstet hatte, hier verschanzen müssen. Die Kopten, die mir diese Anekdote erzählten, fügten noch hinzu: ""Dein treuer Gefährte; mein redlicher und muthiger Freund, wäre damals der Furchtbarste unter den Beduinen und der entschlossenste Rauber gewesen! Feit einigen Jahren aber führt er ein ehrbares und ruhiges Leben."" Saß freilich müssen sie ein gefährlicher Feind gewesen sein; denn er verband mit viel Herzhaftigkeit eine reine Geschicklichkeit. Ich habe ihn mehrmals in der Ferne aus freier Hand auf kleine Vögel schießen und nicht verfehlen sehen. + +In dem kleinen Castelle war eine Kirche, eine Zisterne, Lebensmittel und endlich alles, was nötig ist, um eine lange Belagerung auszuhalten. Die Mönche bewahren darin auch ihre in der koptischen Sprache geschriebenen Bücher auf. Die koptische Sprache ist aus dem Griechischen und aus den Überbleibseln der alten ägyptischen Sprache zusammengesetzt. 96, sie gleich niemals in diesen Büchern lesen, und ob sie dieselben gleich auf ihren Boden aufeinander gehäuft haben, sie von Insekten fressen und vom Staub verderben lassen, so kann man sie doch nicht dazu bringen, dass sie eines davon verkauften. + +Zaidi el Baramus war ein allzu merkwürdiger Ort in meiner Reisegeschichte als dass ich ihn nicht hatte zeichnen lassen sollte. Seine Ansicht ist von Nordost aus genommen." +Z166069305,445,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000445/full/full/0/native.jpg,"3. Die gewolbten und Fehr niedrigen Zellen sind im +den Hof herum dem Boden gleich eine des fchandlichsten +Musigganges, den man hier findet, wurdige Hohit. +Die Kirche ist einfach und ohne andere Verzierung +als Strauseneier und einige fallechte Gemalde von +Heiligen. In Landern, wo die geinchlten Bilder verbo +ten find, halt man diese fur Meisterstucke,' und die Moncher +die sie mir mit groser Selbsigefalligkeit zeigten, schienen +uber meine verachtliche Miene erstaunt za fenn. Die +Me te halt man in arabificher Sprache, und im Neucopti. +fchen, das heist, im griechisch Soptifden:"" denn das bucha +flabliche Coptische oder die Spiache der Pharsonen +wird heut zu Tage von den Copten gar nicht mehr sera +standen*). Das Evangelium wiederholt mar in arabia +scher Sprache, damit es jedermann verstehen fann. Ob +fie schon ihre Gebete- im Neucoptisdjeri derrichten, und ob +gleich die meisten Munche daffelbe ver fichen, fo farines +doch demohngeachtet keiner sprechen, unb fie bedienen +fidy +im Sprechen nur des"" Arabischen. Stebrigens famne +kann +man sich unmoglich eine Vorstellung von der Unordnung +machen, die bei ihrem Gottesdienst herrscht:"" der Eine +wollte einen zweicharigen Gefang, oder einen Pfalm, der +Andere wolte wieder ttwas Anderes haben: fie ftritten +und schlugen fich: unterdessen stimmte ein Dritter ein +Gebet an, das dem Streit ein Ende machte, und demi +der Chor folgte. Jhr Gesang besteht aus turkischen oder +arabischen Liedern"", und diese begleiten ste mit Zymbeln, +die nebst ihrem Gefchrei und ihrer disharmonifichen Musie +einen gewaltigen und burchbringenden Larm machen. +) Wansleben erzahlt in feiner Nelse,( pa ulus Samme +fung 3. Bd. S. 347) er habe das Bergnugeh gehabt, im +Oberagypten den lezten Copten ja +Jahre perstand, un mit dem sie ausstarb .. +der seine, +Dieser Manu hies muallim Athanafius. Wansleben +Haber Hatte nicht viel Wusen von dieser Bekanntschaft, weit et +herman +taub and achtsig Jahr alt war: +Bonnini Reifen in* 0.","6417 + +. + +3. Die gewölbten und Fehr niedrigen Zellen ſind im +den Hof herum dem Boden gleich eine des fchåndlichſten +Müßigganges, den man hier findet, würdige Höhit. + +Die Kirche iſt einfach und ohne andere Verzierung +als Straußeneier und einige fallechte Gemälde von +Heiligen. In Låndern, wo die geinchlten Bilder verbo +ten find, hålt man dieſe für Meiſterſtücke,' und die Möncher +die ſie mir mit großer Selbſigefälligkeit zeigten, ſchienen +über meine verächtliche Miene erſtaunt za fenn. Die +Me te hålt man in arabificher Sprache, und im Neucopti. +fchen, das heißt, im griechiſch Soptifden:"" denn das bucha +flåbliche Coptiſche oder die Spiache der Pharsonen +wird heut zu Tage von den Copten gar nicht mehr sera +ſtanden*). Das Evangelium wiederholt már in arabia +ſcher Sprache, damit es jedermann verſtehen fann. Ob +fie ſchon ihre Gebetë- im Neucoptiſdjeri derrichten, und ob +gleich die meiſten Münche daffelbe vér fichen, fo farines +doch demohngeachtet keiner ſprechen, unb fie bedienen + +fidy +im Sprechen nur des"" Arabiſchen. Stebrigens famne + +kann +man ſich unmöglich eine Vorſtellung von der Unordnung +machen, die bei ihrem Gottesdienſt herrſcht:"" der Eine +wollte einen zweichårigen Gefang, oder einen Pfalm, der +Andere wolte wieder ttwas Anderes haben: fiè ftritten +und ſchlugen fich: unterdeſſen ſtimmte ein Dritter ein +Gebet an, das dem Streit ein Ende machte, und demi +der Chor folgte. Jhr Geſang beſteht aus türkiſchen oder +arabiſchen Liedern"", und dieſe begleiten ſte mit Zymbeln, +die nebſt ihrem Gefchrei und ihrer disharmonifichen Muſie +einen gewaltigen und burchbringenden Lärm machen. + +. + +) Wansleben érzählt in feiner Nelſe,( pa ulus Samme +fung 3. Bd. S. 347) er habe das Bergnügeh gehabt, im + +Oberágypten den lezten Copten ja +Jahre perſtand, unð mit dem ſie ausſtarb .. + +der ſeine, +Dieſer Manu hieß muallim Athanafius. Wansleben +Haber Hatte nicht viel Wußen von dieſer Bekanntſchaft, weit et + +herman +taub and achtsig Jahr alt war: +Bonnini Reifen in* 0. + + +","3. Die gewölbten und sehr niedrigen Zellen sind im Hof herum dem Boden gleich eine der schönsten Musiggänge, die man hier findet, würdige Höhe. Die Kirche ist einfach und ohne andere Verzierung als Straußeneier und einige fahle Gemälde von Heiligen. In Ländern, wo die geschlossenen Bilder verboten sind, hält man diese für Meisterstücke, und die Mönche, die sie mir mit großer Selbstgefälligkeit zeigten, schienen über meine verächtliche Miene erstaunt zu sein. Die Meßtage halt man in arabischer Sprache, und im Neukoptischen, das heißt, im griechisch-koptischen: ""denn das buchstäbliche Koptische oder die Sprache der Pharaonen wird heute zu Tage von den Kopten gar nicht mehr verstanden""). Das Evangelium wiederholt man in arabischer Sprache, damit es jedermann verstehen kann. Ob sie schon ihre Gebete im Neukoptischen verrichten, und ob gleich die meisten Mönche dasselbe verfechten, so spricht doch demohngeachtet keiner, und sie bedienen sich nur des Arabischen im Sprechen. Übrigens kann man sich unmöglich eine Vorstellung von der Unordnung machen, die bei ihrem Gottesdienst herrscht: ""der Eine wollte einen zweistimmigen Gesang oder einen Psalm, der Andere wollte wieder etwas Anderes haben; sie stritten und schlugen sich; unterdessen stimmte ein Dritter ein Gebet an, das dem Streit ein Ende machte, und dem der Chor folgte. Ihr Gesang besteht aus türkischen oder arabischen Liedern"", und diese begleiten sie mit Zimbeln, die neben ihrem Geschrei und ihrer disharmonischen Musik einen gewaltigen und durchdringenden Lärm machen. + +Wansleben erzählt in seiner Nelse (p. 347) er habe das Vergnügen gehabt, im Oberägypten den letzten Copten zu sehen, der vor fünfzig Jahren gestorben ist... Dieser Mann hieß Mu'allim Athanasiu s. Wansleben hatte aber nicht viel Wissen von dieser Bekanntschaft, weil er achtzehn Jahre alt war: Bonini Reifen in* 0." +Z166069305,446,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000446/full/full/0/native.jpg,"Der Musiggang und die Langeweile hatten uns froinnt +gemacht: wir stellten uns bei den Meffen ein. 3 Dic +Mouche waren auf der Einfau gerathen, das wir viel +Vergnugen daran fanden, ihnen auch des Nachts brizuwoh +nen: der Superior wette uns daher mitten in der ersten +Nacht auf, die wir in dem Kloster zu brachten: ich bat ihn, +sich einer solchen wenigstens uberflusigen Aufmerksamkeit +uberheben. Es war genug, bei Tage Zeuge ihrer Uusi +fchweifungen zu seya. +Wir machten ubrigens diefelben +Ceremonien nach die die Copten machten: wir richtes +ten uns nach den zahlreichen Gebrauchen ihrer Kirche. Ich +beobachtete meinen Nachbar, und ahmte ihm nad: jeder +pon meinen Leuten that dasselbe, und es entstanden fomic +( che Szenen, wobei, meine Gefahrten in lautes lachen +ausbrachen. +Bei diesen Meffen steht man weder aufrecht, noch rezt +fich noch liegt auf den Knien, man halt sich auf den Fasen +mit Ren Lenden nach der Mauer, und mit dem Korper +vorwarts gebeugt: man stuzt sich auf eine Art von Krucke, +quf einen Stof, der die Gestalt des Taues T. hat. Das +Sanktuarium fteht wie in den, griechischen Kirchen abge +sondert, und ist verschlossen. Der +Priester liest darin die +Mere mit dem Wasser: ihre heiligen Gefase sind eine Art +von kleinen glasernen Schusseln, die, jenen ahnlich sind ,. +die man bei uns bei dem Nachessen auf den Tisch bringt. +Sie weihen gewohnliches Brdt; der Priester schneidet es +in Stucken, und vermischt es mit Wasser, das man ebene +falls gepeiht hati hierdurd, entsteht eine Suppe, wovon +man einige Loffel, pot ift, hernach +, theilt er auch mit dem +poll ,: +Loffel das Abendmahl an alle diejenigen aus, die es genier +fen wollen.. Nach dem Abendmahl wascht sich der Abends +nighl austheilende Priester die Hande, stellt sich init den +naffen und ausgebreiteten finden an die Thure des Sanf: +tuariums, und jebey geht' in Prozeiton vorbel und hatt +sein Gesicht hin, uber welches der Priester mit den Handen +-"": k 3: Giai","418 + +2 + +Der Müßiggang und die Langeweile hatten uns froinnt +gemacht: wir ſtellten uns bei den Meffen ein. 3 Dic +Mouche waren auf der Einfau gerathen, daß wir viel +Vergnügen daran fänden, ihnen auch des Nachts brizuwoh +nen: der Superior wette uns daher mitten in der erſten +Nacht auf, die wir in dem Kloſter zu brachten: ich bat ihn, +ſich einer ſolchen wenigſtens überflüßigen Aufmerkſamkeit + +überheben.• Es war genug, bei Tage Zeuge ihrer Uusi +fchweifungen zu ſeya. + +Wir machten übrigens diefelben +Ceremonien nach die dię Copten machten: wir richtes +ten uns nach den zahlreichen Gebräuchen ihrer Kirche. Ich +beobachtete meinen Nachbar, und ahmte ihm nadı: jeder +pon meinen Leuten that daſſelbe, und es entſtanden fomic +( che Szenen, wobei, meine Gefährten in lauteß lachen +ausbrachen. + +ir + +0E + +li +br + +0 + +b. + +Bei dieſen Meffen ſteht man weder aufrecht, noch rezt +fich noch liegt auf den Knien, man hålt ſich auf den Fäßen +mit Ren Lenden nach der Mauer, und mit dem Körper +vorwärts gebeugt: man ſtüzt ſich auf eine Art von Krücke, +quf einen Stof, der die Geſtalt des Taues T. hat. Das +Sanktuarium fteht wie in den, griechiſchen Kirchen abge +ſondert, und iſt verſchloſſen. Der + +Prieſter lieſt darin die +. + +, +Mere mit dem Waſſer: ihre heiligen Gefäße ſind eine Art +von kleinen glåſernen Schüſſeln, die, jenen ähnlich ſind ,. +die man bei uns bei dem Nacheſſen auf den Tiſch bringt. +Sie weihen gewöhnliches Brødt; der Prieſter ſchneidet es +in Stücken, und vermiſcht es mit Waſſer, das man ebene +falls gepeiht hati hierdurd, entſteht eine Suppe, wovon +man einige Löffel, pot ift, hernach + +, theilt er auch mit dem + +poll ,: +Löffel das Abendmahl an alle diejenigen aus, die es genier +fen wollen.. Nach dem Abendmahl waſcht ſich der Abends +nighl austheilende Prieſter die Hände, ſtellt ſich init den +naffen und ausgebreiteten finden an die Thüre des Sanf: +tuariums, und jebey geht' in Prozeiton vorbel und hätt +ſein Geſicht hin, über welches der Prieſter mit den Händen + +-"": k 3: Giai + +, + +臺 + + +","Der Müssiggang und die Langeweile hatten uns froh gemacht; wir stellten uns bei den Meßen ein. Die Mönche waren auf der Einfahrt geraten, das wir viel Vergnügen daran fanden, ihnen auch des Nachts beizuwohnen: der Superior weckte uns daher mitten in der ersten Nacht auf, die wir in dem Kloster zu bringen hatten; ich bat ihn, sich einer solchen wenigstens überflüssigen Aufmerksamkeit zu entheben. Es war genug, bei Tage Zeuge ihrer Üsischweifungen zu sein. +Wir machten übrigens dieselben Ceremonien nach, die die Copten machen: wir richteten uns nach den zahlreichen Gebrauchen ihrer Kirche. Ich beobachtete meinen Nachbar und ahmte ihm nach; jeder von meinen Leuten that dasselbe, und es entstanden komische Szenen, wobei meine Gefährten in lautes Lachen ausbrachen. + +Bei diesen Meßen steht man weder aufrecht noch liegt auf den Knien, man hält sich auf den Füßen mit ren Lenden nach der Mauer, und mit dem Körper vorwärts gebeugt; man stützt sich auf eine Art von Krücke, auf einen Stoff, der die Gestalt des Taues T. hat. Das Sanctuarium steht wie in den griechischen Kirchen abgesondert, und ist verschlossen. Der Priester liest darin die Messe mit dem Wasser; ihre heiligen Gefäße sind eine Art von kleinen glasernen Schüsseln, die jenen ähnlich sind, die man bei uns beim Nachessen auf den Tisch bringt. +Sie weihen gewöhnliches Brot; der Priester schneidet es in Stücke und vermischt es mit Wasser, das man ebensfalls gepumpt hat; hierdurch entsteht eine Suppe, wovon man einige Löffel voll nimmt. Hernach theilt er auch mit demselben Löffel das Abendmahl an alle diejenigen aus, die es genieren wollen. +Nach dem Abendmahl wascht sich der Abendsnäglicht austheilende Priester die Hände, stellt sich in den nassen und ausgebreiteten Füßen an die Thüre des Sanctuariums, und jebey geht' in Prozession vorbel und hat sein Gesicht hin, über welches der Priester mit den Händen" +Z166069305,447,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000447/full/full/0/native.jpg,"wegfahr: er hat also kein ander sandtuch nothig, als +die! Sigur der Anwesenden. Der Priester regnet auch +wahrend der Meffe die kleinen ruuden Brodte, die fast +gar nicht gebacken sind. Um Ende der Meffe vertheile? +man fie, und diese Bertheilung lauft nicht ohne Zanka8. +Wenn der Priester Meffe halten will, zieht er ein weises +Hemde mit einer Kapute an, das voller kleiner Kreuze +ift. Bei den andern gottesdienst.chen Verrichtungen +aber hat der Geistliche nur eine breite wise Leinwandbinde +mit solchen kleinen Streuzeu um die Halfte des Kopfes i +in. Gestalt eines Durbans gebunden, dessen beide Enden +vorne und hinten hangen. +Diese Copter lieben gar Pehr lastige Gebrauche +und Ceremonien die richnell auf einander folgen: fie find +walyrend der Weffe in einer steten Bewegung: der Geists +liche besonders ift ftets beschaftigt: jeden Augenblik +berauchert er die Heiligen, die Gemaldeidie Bucher uaf. ty .. +Bei jedem besondern Stauchern kustzek feine linke Hand: +Nach vielem Rauchern lauft er herum, legt jedem der +Beiwohnenden eine Hand auf die Stirit. und nimmt +schnell das Nardfas. Wenn er sein Herumrennen geendet +hat, ertheilt er mit einem kleinen Kreuze, auf welches er +vorher ein kleines Ende von einem Wachsstocke klebt, den +Segen. Wenn alle gottesdienstlichen Verrichtungen vor. +bei find; ro fust man ein kleines mit fchmufiger Leins +wand bedektes Stuffen, bernach ein Kreuz, und endlich +pen Reliquienkasten, woran man den Stopf reibt, und mit +demfelben daruber hinfahrt.: +go i sinoni oli +Wenn man den Arabern glaubt, die der Meinung +sind, das in allen Lanern religioser Betrug zu bause. Pero, +foirnthalt der sehr grose Reliquienfalten nichts anders als +Knochen von in der Witte gefallenett Gantelen und Ereln, +welche die Menche aller Orten zusammeu: gelesen haben., +Diese hingegen behaupteitie$ fen ein Schafvon sieben Korper","419 + +wegfähr: er hat alſo kein ander sandtuch nothig, als +die! Sigur der Anweſenden. Der Prieſter regnet auch +während der Meffe die kleinen ruuden Brodte, die faſt +gar nicht gebacken ſind. Um Ende der Meffe vertheile? +man fie, und dieſe Bertheilung läuft nicht ohne Zanka8. +Wenn der Prieſter Meffe halten will, zieht er ein weißes +Hemde mit einer Kapute an, das voller kleiner Kreuze +ift. Bei den andern gottesdienſt.chen Verrichtungen +aber hat der Geiſtliche nur eine breite wiße Leinwandbinde +mit ſolchen kleinen Streuzeu um die Hälfte des Kopfes i +in. Geſtalt eines Durbans gebunden, deſſen beide Enden +vorne und hinten hången. + +1 + +19 + +17 + +Dieſe Copter lieben gar Pehr läſtige Gebrauche +und Ceremonien die richnell auf einander folgen: fie find +walyrend der Weffe in einer ſteten Bewegung: der Geiſts +liche beſonders ift ftets beſchäftigt: jeden Augenblik +beräuchert er die Heiligen, die Gemaldeidie Bücher uaf. ty .. +Bei jedem beſondern Ståuchern küßtzek feine linke Hand: +Nach vielem Räuchern läuft er herum, legt jedem der +Beiwohnenden eine Hand auf die Stirit. und nimmt +ſchnell das Nardfaß. Wenn er ſein Herumrennen geendet +hat, ertheilt er mit einem kleinen Kreuze, auf welches er +vorher ein kleines Ende von einem Wachsſtocke klebt, den +Segen. Wenn alle gottesdienſtlichen Verrichtungen vor. +bei find; ro füßt man ein kleines mit fchmufiger Leins +wand bedektes Stüffen, bernach ein Kreuz, und endlich +pen Reliquienkaſten, woran man den Stopf reibt, und mit +demfelben darüber hinfährt.: + +go i sinoni oli +Wenn man den Arabern glaubt, die der Meinung +ſind, daß in allen Lånðern religioſer Betrug zu bauſe. Pero, +foirnthalt der ſehr große Reliquienfalten nichts anders als +Knochen von in der Witte gefallenett Gantelen und Ereln, +welche die Menche aller Orten zuſammeu: geleſen haben., +Dieſe hingegen behaupteitie$ fen ein Schafvon ſieben Körper + +1 + + +","Wegfahr: er hat also kein anderes Sandtuch nötig, als die Sigur der Anwesenden. Der Priester regnet auch während der Messe die kleinen runden Brotte, die fast gar nicht gebacken sind. Um Ende der Messe vertheilt man sie, und diese Verteilung läuft nicht ohne Zank. + +Wenn der Priester Messe halten will, zieht er ein weißes Hemde mit einer Kapuze an, das voller kleiner Kreuze ist. Bei den andern gottesdienstlichen Verrichtungen aber hat der Geistliche nur eine breite weiße Leinwandbinde mit solchen kleinen Streuzen um die Hälfte des Kopfes in Gestalt eines Turbans gebunden, dessen beide Enden vorne und hinten hangen. + +Diese Copter lieben gar pehr lästige Gebrauche und Ceremonien, die recht schnell auf einander folgen: sie finden während der Woche in einer steten Bewegung; der Geistliche besonders ist fest beschaftigt: jeden Augenblick berührt er die Heiligen, die Gemälde, die Bücher usw. + +Bei jedem besondern Stauchern küßt er seine linke Hand. Nach vielem Rauchen läuft er herum, legt jedem der Beiwohnenden eine Hand auf die Stirn und nimmt schnell das Nardfass. Wenn er sein Herumrennen geendet hat, erteilt er mit einem kleinen Kreuze, auf welches er vorher ein kleines Ende von einem Wachsstocke klebt, den Segen. + +Wenn alle gottesdienstlichen Verrichtungen vorbei sind, rüst man ein kleines mit schmuckiger Leinwand bedecktes Stoffen, dann ein Kreuz, und endlich einen Reliquienkasten, woran man den Stopf reibt, und mit demselben daruber hinfährt. + +Wenn man den Arabern glaubt, die der Meinung sind, dass in allen Ländern religiöser Betrug zu Hause ist, so enthält der sehr große Reliquienaltar nichts anders als Knochen von in der Wüste gefallenen Kamelen und Erlen, welche die Menschen aller Orten zusammengeschrieben haben. + +Diese hingegen behaupten sieben Schaf von sieben Körper" +Z166069305,448,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000448/full/full/0/native.jpg,"sono +von Heiligen, worunter fie vorzuglich zwei, namlich den +heiligen Maximus und den helligen Domadius, vera +ehren. Ihre Gemalde stellen blos diese beiden Heiligen +vr: es gab darunter auch eine Jungfrau und einen +heiligen Georg, dem fie viel Ehrfurcht bezeugen. +Es befanden sich in diesem Kloster nur drei Priester +und einige Bruder. Die coptischen Landleute thaten von +Zeit zu Zeit hier Buse, und brachten: nebst ihrer Andachti +Lebensmittel fur die Monche mit. Es waren damals im +Ganzen dreisig Personen im Kloster. Sie asen gemeins +schaftlich in dem Speisesaal, und Einer von ihnen las +wahrend der Mahlzeit, die nicht schlechter fenn konnte, vor. +Ihre ganze Nahrung besteht in Brodt oder vielmehr in +Zwiebacke von Linsenmehle, in kinsen, oder Reis, der in +Waffer und Salz gekocht war, ohne irgend eine andere +Art von Zuthat; in abfcheulichem Kare und manchmal in +ein wenig Honig: vorzuglich aber misfiel mir das Tab +sige ubelschmeckenbe Wasser, das ihr einziges Getrank +war. Ihre Lebensmittel sind die Fruchte ihres Bettelns, +und vorzuglich der Almofen von den reicheu Copten zu +Kairo: jahrlich bringen ihnen Camelcaravanen zwei- bis +dreimal Rebensmittel: die Araber lassen sie ungehin: +dert gehen, weil fie diefelben als ihren eigenen Unterhalt: +ansehen. Und wirklich sind diejenigen, die in der Wuste +herumlaufen, versichert, in diesen coptischen Klftern alles +das zu finden, was sie fur sich und ihre: Pferdei brauchen. +Sie durfen nur an einer kleinen Glocke ziehen, deren Seil +von ausen berunter geht, und fobald man fie oben von +der Mauer gesehen hat, erhalten sie das, was sie nothig +haben. Es war nicht genug, das die Monche in der +slufte unnuge Gesellfichaften bildeten, fie musten auchy +noch schadlich und gefahrlich werden."" Dhne idie Unters +stusung, die die Beduinen hier erhalten wurden fic +weder lange in diesen Gegenden leben, toch die an die +Wuste grenzenden Orte ftets feindlich anfallen und plan,","420 + +sono +von Heiligen, worunter fie vorzüglich zwei, nåmlich den +heiligen Maximus und den helligen Domadius, vera +ehren. Ihre Gemälde ſtellen bloß dieſe beiden Heiligen +vør: es gab darunter auch eine Jungfrau und einen +heiligen Georg, dem fie viel Ehrfurcht bezeugen. + +he + +NE + +00 +hu + +Es befanden ſich in dieſem Kloſter nur drei Prieſter +und einige Brüder. Die coptiſchen Landleute thaten von +Zeit zu Zeit hier Buße, und brachten: nebſt ihrer Andachti +Lebensmittel für die Mönche mit. Es waren damals im +Ganzen dreißig Perſonen im Kloſter. Sie aßen gemeins +ſchaftlich in dem Speiſeſaal, und Einer von ihnen las +während der Mahlzeit, die nicht ſchlechter fenn konnte, vor. +Ihre ganze Nahrung beſteht in Brodt oder vielmehr in +Zwiebacke von Linſenmehle, in kinſen, oder Reiß, der in +Waffer und Salz gekocht war, ohne irgend eine andere +Art von Zuthat; in abfcheulichem Kåre und manchmal in +ein wenig Honig: vorzüglich aber mißfiel mir das Tab +sige übelſchmeckenbe Waſſer, das ihr einziges Getränk +war. Ihre Lebensmittel ſind die Früchte ihres Bettelns, +und vorzüglich der Almofen von den reicheu Copten zu +Kairo: jährlich bringen ihnen Camelcaravanen zwei- bis +dreimal Rebensmittel: die Araber laſſen ſie ungehin: +dert gehen, weil fie diefelben als ihren eigenen Unterhalt: +anſehen. Und wirklich ſind diejenigen, die in der Wüſte +herumlaufen, verſichert, in dieſen coptiſchen Kløftern alles +das zu finden, was ſie für ſich und ihre: Pferdei brauchen. +Sie dürfen nur an einer kleinen Glocke ziehen, deren Seil +von außen berunter geht, und fobald man fie oben von +der Mauer geſehen hat, erhalten ſie das, was ſie nothig +haben. Es war nicht genug, daß die Mönche in der +slüfte unnüge Geſellfichaften bildeten, fie mußten auchy +noch ſchädlich und gefährlich werden."" Dhne idie Unters +ſtüßung, die die Beduinen hier erhalten würden fic +weder lange in dieſen Gegenden leben, toch die an die +Wüſte grenzenden Orte ftets feindlich anfallen und plån, + +! + +1 + + +","Von Heiligen, worunter sie vorzüglich zwei, namlich den heiligen Maximus und den heiligen Domadius, verehren. Ihre Gemälde stellen blos diese beiden Heiligen dar; es gab darunter auch eine Jungfrau und einen heiligen Georg, dem sie viel Ehrfurcht bezeugen. + +Es befanden sich in diesem Kloster nur drei Priester und einige Brüder. Die koptischen Landleute thaten von Zeit zu Zeit hier Buße, und brachten nebst ihrer Andacht Lebensmittel für die Mönche mit. Es waren damals im Ganzen dreißig Personen im Kloster. Sie aßen gemeinschaftlich in dem Speisesaal, und Einer von ihnen las während der Mahlzeit, die nicht schlechter sein konnte, vor. + +Ihre ganze Nahrung besteht in Brot oder vielmehr in Zwiebacken von Linsenmehle, in Käsen, oder Reis, der in Wasser und Salz gekocht war, ohne irgend eine andere Art von Zutat; in abscheulichem Käse und manchmal in ein wenig Honig: vorzüglich aber misfiel mir das träge übelschmeckende Wasser, das ihr einziges Getränk war. + +Ihre Lebensmittel sind die Früchte ihres Bettelns, und vorzüglich der Almosen von den reichen Kopten zu Kairo: jährlich bringen ihnen Kamelcaravanen zwei- bis dreimal Rebensmittel; die Araber lassen sie ungeniert gehen, weil sie dieselben als ihren eigenen Unterhalt ansehen. Und wirklich sind diejenigen, die in der Wüste herumlaufen, versichert, in diesen koptischen Klöstern alles das zu finden, was sie für sich und ihre Pferde brauchen. + +Sie dürfen nur an einer kleinen Glocke ziehen, deren Seil von außen berührt geht, und sobald man sie oben von der Mauer gesehen hat, erhalten sie das, was sie nötig haben. Es war nicht genug, dass die Mönche in der Stille unzüchtige Gesellschaften bildeten, sie müssen auch noch schädlich und gefährlich werden. + +Daher ist die Unterstützung, die die Beduinen hier erhalten wurden, gewiss lange in diesen Gegenden leben, doch die an die Wüste grenzenden Orte stets feindlich anfallen und plündern." +Z166069305,449,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000449/full/full/0/native.jpg,"dern fnnen: unter einer weisen Regierung, die einen +Begriff von einer guten Polizei hatte, wurden dergleichen +Schlupfwinkel, Koder und Sammelplase von Raubern +nicht lange bestanden haben. +Die Kleidung dieser Menschen, die man fur Monche +hielt, und die es nicht ivaren, stimmte vollkommen mit +den Arten von Hohlen, die ihnen zum Aufenthalte diente +ten, und der groben Einfachheit ihrer Nahrungsmittel ubera +ein. Eine Art von Rock, und ein langes schwarzleinwan- +denes Hemde machen ihre ganze Kleidung aus; die duftere +Farbe dieses einzigen Kleides, die nur in der Schattirung +von der dunkeln Farbe ihrer Figur' verschieden ift, ihre +kurze Leibesgestalt, ihre breite und unedle Gesichtsbildung, +Charaktere, die sich von den alten Uegyptern auf die +Copten fortgepflanzt haben, machen sie schon zu der +haslichsten Geschopfen, wenn sie auch nicht noch die schmu. +zigsten und ekelhaftesten waren. +In der Mitte des Hofes haben sie einen kleinen +Flecken zubereitet, worauf sie ein wenig Erde geschafft +haben, und den sie einen Garten nennen. Sie haben +darauf einige Atles gepflanzt, die darin ziemlich gut +fortkommen: und eine kleine Anzahl Pflanzen macht in +in diefen durren Ebenen vielmehr einen Gegenstand der +Neugier als eine nuzliche Anpflanzung aus. Unter diesen +Pflanzen traf ich Eine an, die mich uberraschte, und die +ich an keinem andern Orte in Aegypten wieder gesehen +habe: sie scheint aus fublicher gelegenen Gegenden herzu. +stammen. Man nennt fie Fulfut Beladi, bas heist +Pfeffer des Landes; sie hat wirklich einen wurzs +haften Geruch: ihre Stengel, roh oder an Fleisch gefocht +gegeffen, dienen Wurze. Sie hatte weder +austatt den +Bluthen noch Fruchte, als ich file sah: man kann nicht be +stimmen, zu welchem Geschlechte fie gehort: fie hat aber +gewis nichts Aehnliches mit bem Pfefferpflanzengeschlechte.","421 + +dern fønnen: unter einer weiſen Regierung, die einen +Begriff von einer guten Polizei håtte, würden dergleichen +Schlupfwinkel, Kóder und Sammelplåße von Råubern +nicht lange beſtanden haben. + +3 + +Die Kleidung dieſer Menſchen, die man für Mönche +hielt, und die es nicht ivaren, ſtimmte vollkommen mit +den Arten von Höhlen, die ihnen zum Aufenthalte diente +ten, und der groben Einfachheit ihrer Nahrungsmittel übera +ein. Eine Art von Rock, und ein langes ſchwarzleinwan- +denes Hemde machen ihre ganze Kleidung aus; die duftere +Farbe dieſes einzigen Kleides, die nur in der Schattirung +von der dunkeln Farbe ihrer Figur' verſchieden ift, ihre +kurze Leibesgeſtalt, ihre breite und unedle Geſichtsbildung, +Charaktere, die ſich von den alten Uegyptern auf die +Copten fortgepflanzt haben, machen ſie ſchon zu der +häßlichſten Geſchöpfen, wenn ſie auch nicht noch die ſchmu. +zigſten und ekelhafteſten waren. + +In der Mitte des Hofes haben ſie einen kleinen +Flecken zubereitet, worauf ſie ein wenig Erde geſchafft +haben, und den ſie einen Garten nennen. Sie haben +darauf einige Atles gepflanzt, die darin ziemlich gut +fortkommen: und eine kleine Anzahl Pflanzen macht in +in diefen dürren Ebenen vielmehr einen Gegenſtand der +Neugier als eine nuzliche Anpflanzung aus. Unter dieſen +Pflanzen traf ich Eine an, die mich überraſchte, und die +ich an keinem andern Orte in Aegypten wieder geſehen +habe: ſie ſcheint aus füblicher gelegenen Gegenden herzu. +ſtammen. Man nennt fie Fulfut Beladi, bas heißt +Pfeffer des Landes; ſie hat wirklich einen würzs +haften Geruch: ihre Stengel, roh oder an Fleiſch gefocht +gegeffen, dienen Würze. Sie hatte weder + +auſtatt den +Blüthen noch Früchte, als ich file ſah: man kann nicht be +ſtimmen, zu welchem Geſchlechte fie gehort: fie hat aber +gewiß nichts Aehnliches mit bem Pfefferpflanzengeſchlechte. + +܀ + + +","Derninnen: unter einer weisen Regierung, die einen Begriff von einer guten Polizei hatte, wurden dergleichen Schlupfwinkel, Kauder und Sammelplätze von Raubern nicht lange bestanden haben. + +Die Kleidung dieser Menschen, die man für Mönche hielt, und die es nicht zu achten schienen, stimmte vollkommen mit den Arten von Höhlen, die ihnen zum Aufenthalt dienten, und der groben Einfachheit ihrer Nahrungsmittel überein. Eine Art von Rock, und ein langes schwarzleinenes Hemde machen ihre ganze Kleidung aus; die düstere Farbe dieses einzigen Kleides, die nur in der Schattierung von der dunkeln Farbe ihrer Figur verschieden ist, ihre kurze Leibesgestalt, ihre breite und unedle Gesichtsbildung, Charaktere, die sich von den alten Ägyptern auf die Kopten fortgepflanzt haben, machen sie schon zu der häßlichsten Geschöpfen, wenn sie auch nicht noch die schmutzigsten und ekelhaftesten waren. + +In der Mitte des Hofes haben sie einen kleinen Flecken zubereitet, worauf sie ein wenig Erde geschafft haben, und den sie einen Garten nennen. Sie haben darauf einige Alten gepflanzt, die darin ziemlich gut fortkommen: und eine kleine Anzahl Pflanzen macht in diesen dürren Ebenen vielmehr einen Gegenstand der Neugier als eine nützliche Anpflanzung aus. + +Unter diesen Pflanzen traf ich Eine an, die mich überraschte, und die ich an keinem andern Orte in Ägypten wieder gesehen habe: sie scheint aus fernen gelegenen Gegenden herzustammen. Man nennt sie Fulfut Beladi, das heißt Pfeffer des Landes; sie hat wirklich einen würzigen Geruch: ihre Stengel, roh oder an Fleisch gefocht gegessen, dienen als Würze. Sie hatte weder Blüthen noch Früchte, als ich sie sah: man kann nicht bestimmen, zu welchem Geschlecht sie gehört: sie hat aber gewiß nichts Ähnliches mit dem Pfefferpflanzengeschlecht." +Z166069305,450,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000450/full/full/0/native.jpg,"Sie wird von keinem Krauterkundigen erwahnt, und dies +jenigen, denen ich die Abbildung derselber gezeigt habe, +kannten sie nicht. Sie mus also als eine ganz neue +Pflanze fiir die Pflanzenkunde angesehen werden.( Man +fog ihre Abbildung auf der V. Platte.) Ihre zahlreichen +Stengel, dic nur ungefahr zwei Fus hoch sind, sind griin +und die Sp: ben gelb. +An der Seite des filosters findet man Schutthaufen, +bie, wie man mir gesagt, Ueberreste von dem alten Klos +fter seyn sollen. Man sieht hier auch einen sehr tiefen +Brunnen, in welchen man auf Stufen hinabsteigta. Sein +Wasser ist eben ro salzig, wie jenes aus dem Brunnen, +ber dasselbe dem jebigen Kloster liefert. Vor der Thure +hatten die Monche Steine zusarmen schaffen lassen, um +neue Zellen zu bauen, und ich bemerkte, das beinahe alle +blos auserordentlich verhartetes Natrum waren, +findet in der unrliegenden Gegend auch viel gemeinen +Gyps., arabisch Guips:*), geblatterten Gyps odet +schuppigen Gypsstein **). +Nan +In der Gegend der Natrumsseen giebt es dicke und +feste Schichten Steinfalz ***), das man in grosen Massen +bricht. Dieses Sals sieht von ausen blendend weis, und +in seinem Innern rosenfarbig aus. An einigen Stellen +findet man auch, aber weit seltener eine andere Art cry: +stallisirten Steinsatzes in kleinen harten Stucken, die feft, +weislicht, durchsichtig und beinahe pyramidenfermig gestala +tet find: man nennt es Melhe Maktum oder gezeich +netes Sals, weil diefc kleinen Piramiden +1 an ihrer Basis +ein Zeichen haben, das nicht naturlich zu seyn, scheint, +und das ihm wahrscheinlicher Weise die coptischen Monche +Gypsum vulgare, Line +**) Gypsum lanellofum. Lima, +**) Sal gemmae. Lin. +... tapir;","422 + +1 + +Sie wird von keinem Kräuterkundigen erwähnt, und dies +jenigen, denen ich die Abbildung derſelber gezeigt habe, +kannten ſie nicht. Sie muß alſo als eine ganz neue +Pflanze fiir die Pflanzenkunde angeſehen werden.( Man +fog ihre Abbildung auf der V. Platte.) Ihre zahlreichen +Stengel, dic nur ungefähr zwei Fuß hoch ſind, ſind griin +und die Sp: ben gelb. + +..: + +An der Seite des filoſters findet man Schutthaufen, +bie, wie man mir geſagt, Ueberreſte von dem alten Klos +fter ſeyn ſollen. Man ſieht hier auch einen ſehr tiefen +Brunnen, in welchen man auf Stufen hinabſteigta. Sein +Waſſer iſt eben ro ſalzig, wie jenes aus dem Brunnen, +ber daſſelbe dem jebigen Kloſter liefert. Vor der Thüre +hatten die Mönche Steine zuſarmen ſchaffen laſſen, um +neue Zellen zu bauen, und ich bemerkte, daß beinahe alle +bloß außerordentlich verhärtetes Natrum waren, +findet in der unrliegenden Gegend auch viel gemeinen +Gyps., arabiſch Guips:*), geblåtterten Gyps odet +ſchuppigen Gypsſtein **). + +8 + +1 + +Nan + +10 + +1 + +In der Gegend der Natrumsſeen giebt es dicke und +feſte Schichten Steinfalz ***), das man in großen Maſſen +bricht. Dieſes Sals ſieht von außen blendend weiß, und +in ſeinem Innern roſenfarbig aus. An einigen Stellen +findet man auch, aber weit ſeltener eine andere Art cry: +ſtalliſirten Steinſatzes in kleinen harten Stücken, die feft, +weißlicht, durchſichtig und beinahe pyramidenférmig geſtala +tet find: man nennt es Melhe Maktum oder gezeich +netes Sals, weil diefc kleinen Piramiden + +1 an ihrer Baſis +ein Zeichen haben, das nicht natürlich zu ſeyn, ſcheint, +und das ihm wahrſcheinlicher Weiſe die coptiſchen Mönche + +1 + +Gypſum vulgare, Line +**) Gypſum lanellofum. Lima, +**) Sal gemmae. Lin. + +... tapir; + + +","Sie wird von keinem Kräuterkundigen erwähnt, und dies jenen, denen ich die Abbildung derselben gezeigt habe, kannten sie nicht. Sie muss also als eine ganz neue Pflanze für die Pflanzenkunde angesehen werden. (Man fügte ihre Abbildung auf der V. Platte.) Ihre zahlreichen Stengel, die nur ungefähr zwei Fuß hoch sind, sind grün und die Spitzen gelb. + +An der Seite des Klosters findet man Schutthaufen, bei denen, wie man mir gesagt, Überreste von dem alten Kloster seyn sollen. Man sieht hier auch einen sehr tiefen Brunnen, in welchen man auf Stufen hinabsteigt. Sein Wasser ist eben so salzig, wie jenes aus dem Brunnen, der dasselbe dem jetzigen Kloster liefert. Vor der Thüre hatten die Mönche Steine zusammentragen lassen, um neue Zellen zu bauen, und ich bemerkte, dass beinahe alle bloß außerordentlich verhartetes Natron waren. + +In der Gegend der Natronseen gibt es dicke und feste Schichten Steinflöz ***), das man in großen Massen bricht. Dieses Salz sieht von außen blendend weiß aus, und in seinem Innern rosafarbig aus. An einigen Stellen findet man auch, aber weit seltener eine andere Art kristallisirten Steinsatzes in kleinen harten Stücken, die feucht, weißlich, durchsichtig und beinahe pyramidenförmig gestaltet sind; man nennt es Melch Maktum oder gezeichnetes Salz, weil diese kleinen Pyramiden an ihrer Basis ein Zeichen haben, das nicht natürlich zu sein scheint, und das ihm wahrscheinlicher Weise die koptischen Mönche + +Gypsum vulgare. Line +**) Gypsum lanellofum. Lima, +**) Sal gemmae. Lin. + +..." +Z166069305,451,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000451/full/full/0/native.jpg,"aufdrucken, um das Wunderbare zu vermehren, das fie +mit diesem Naturprodukte zu verbinden so gluklich gewefeier +find. Sie schienen uber die Zweifel;* die ich hieruber dits: +serte, Tehr erstaunt zu feynt und befasen nicht Frechheit +genug, ihre Charletanevie sit vertheidigen. Sie allein +haben es uber fich genommen, das bezeichnete Salz zu: +fammeln. Sie reisen es von dem Boden mit kleinen eisers +nen Sachen los, und wenn man die dumme Leichtglaubig. +feit derjenigen Menschen theilte, fur welche Nonchingen: +eben so viele Drafelfpruche find, so muste man glauben, +diese Salzcristallisirung geschehe blos in der Nacht, wo in +Negypten der Tropfen fault, und wovon den andera: +Tag keine Spuren mehr ubrig find. Der Mondhsbetrug +gereichte wie gewshnlich denjenigen zum Vortheil, die +daran Theil nahmen: denn wenn die Mondre von Zaidi +el Baramu s allein diefes. Steinfalz fammelten for +tareit sie auch die einzigen Verkaufer, und der Firnis des +Wunderbaren, womit man es forgfaltig sertleistert hatten +brachte es in Ruf, und vermehrte die Nachfrage darnach. +Seine Eigenschafteu rollen fast eben so wunderbar renn: +diejenige aber, woruber man nicht den geringsten Zweifel +zu erregen erlaubt hat, weil es, die Monche versichern, +besteht darin, das es die Weiber fruchtbar machen und +ein unfehlbares Mittel wider die Unfruchtbarkeit fenn soll. +Man hat mir auch erzahlt, die Landesgoldschmidte bea +dienten sich desselben zu ihren Arbeiten. +Auser diesen verfchiedenent Salgarten bringen die +Seen in der Wuste Nitrie noch eine grose Menge +Schilfrohr hervor, das auch einen ziemlichen ausgebreitea. +ten Handelsartikel ausmacht. Die Aegopter sammeln +Cs in der Abfidht aus feinen Blattern Matten, und aus +seinen Stengeln Pfeifenrohre zu machen. +Das Klosters, worin ich mich befand, war nicht das +Einzige, das in dieser Einode existirte. Man hatte in.","423 + +aufdrücken, um das Wunderbare zu vermehren, das fie +mit dieſem Naturprodukte zu verbinden ſo glüklich gewefeier +find. Sie ſchienen über die Zweifel;* die ich hierüber ditſ: +ſerte, Tehr erſtaunt zu feynt und befaßen nicht Frechheit +genug, ihre Charletanevie sit vertheidigen. Sie allein +haben es über fich genommen, das bezeichnete Salz zu: +fammeln. Sie reißen es von dem Boden mit kleinen eiſers +nen Sachen los, und wenn man die dumme Leichtgläubig. +feit derjenigen Menſchen theilte, für welche Nónchingen: +eben ſo viele Drafelfprüche find, ſo mußte man glauben, +dieſe Šalzcriſtalliſirung geſchehe bloß in der Nacht, wo in +Negypten der Tropfen fåült, und wovon den andera: +Tag keine Spuren mehr übrig find. Der Mondhsbetrug +gereichte wie gewshnlich denjenigen zum Vortheil, die +daran Theil nahmen: denn wenn die Móndre von Zaidi +el Baramu s allein diefes. Steinfalz fammelten for +tareit ſie auch die einzigen Verkäufer, und der Firniß des +Wunderbaren, womit man es forgfältig sertleiſtert hatten +brachte es in Ruf, und vermehrte die Nachfrage darnach. +Seine Eigenſchafteu rollen faſt eben ſo wunderbar renn: +diejenige aber, worüber man nicht den geringſten Zweifel +zu erregen erlaubt hat, weil es, die Mönche verſichern, +beſteht darin, daß es die Weiber fruchtbar machen und +ein unfehlbares Mittel wider die Unfruchtbarkeit fenn ſoll. +Man hat mir auch erzählt, die Landesgoldſchmidte bea + +, +dienten ſich deſſelben zu ihren Arbeiten. + +$ + +. + +20 + +Außer dieſen verfchiedenent Salgarten bringen die +Seen in der Wüſte Nitrie noch eine große Menge +Schilfrohr hervor, das auch einen ziemlichen ausgebreitea. +ten Handelsartikel ausmacht. Die Aegopter ſammeln +Cs in der Abfidht aus feinen Blättern Matten, und aus +ſeinen Stengeln Pfeifenrohre zu machen. + +Das Kloſters, worin ich mich befand, war nicht das +Einzige, das in dieſer Einode exiſtirtę. Man hatte in. + + +","aufdrucken, um das Wunderbare zu vermehren, das sie mit diesem Naturprodukte zu verbinden so glücklich gewesen finden. Sie schienen über die Zweifel, die ich hierüber dargestellt habe, sehr erstaunt zu sein und besaßen nicht Frechheit genug, ihre Charlatanerie zu verteidigen. Sie allein haben es über sich genommen, das bezeichnete Salz zu sammeln. Sie reisen es von dem Boden mit kleinen eisernen Sachen los, und wenn man die dumme Leichtgläubigkeit derjenigen Menschen teilte, für welche Nichts eben so viele Drahtsprüche sind, so müsste man glauben, diese Salzkristallisierung geschehe bloß in der Nacht, wo in Ägypten der Tropfen fällt, und wovon den anderen Tag keine Spuren mehr übrig finden. Der Mondhäuser-Betrug gereichte wie gewöhnlich denjenigen zum Vorteil, die daran Teil nahmen: denn wenn die Mönche von Zaidiel Baramu s allein dieses Steinfalz sammelten, so waren sie auch die einzigen Verkäufer, und der Firnis des Wunderbaren, womit man es forgeschältig erhalten hatte, brachte es in Ruf, und vermehrte die Nachfrage darnach. Seine Eigenschaften rollen fast ebenso wunderbar wie diejenige aber, worüber man nicht den geringsten Zweifel zu erregen erlaubt hat, weil es, die Mönche versichern, besteht darin, dass es die Weiber fruchtbar machen und ein unfehlbares Mittel wider die Unfruchtbarkeit sein soll. Man hat mir auch erzählt, die Landesgoldeschmidte bedienten sich desselben zu ihren Arbeiten. + +Auser diesen verschiedenen Salgärten bringen die Seen in der Wüste Nitrie noch eine große Menge Schilfrohr hervor, das auch einen ziemlich ausgebreiteten Handelsartikel ausmacht. Die Ägypter sammeln es in der Abendhälfte aus feinen Blättern Matten, und aus seinen Stengeln Pfeifenrohre zu machen. + +Das Kloster, worin ich mich befand, war nicht das Einzige, das in dieser Einöde existirte. Man hatte in" +Z166069305,452,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000452/full/full/0/native.jpg,"dem namlichen Thale, aber in einer ziemlichen grosen Ent- +fernung von diesem, einige Andere erbauet, die die Stele +alter Wohnplase von einer Menge Einsiedler bezeichneten, +die dem Tode durch ein unniges und wildes Leben zuvors +eilen, die sich blos den Gefesen der Natur entgegen zu hans +deln bestreben, und die nach Abschworung der Menschheit, +eine far den Himmel unfruchtbare Colonie zu bilden, fich +bemuhen Von Baidiel Baramus habe ich mit +dem Kompas die Lage der Gebaude aufgenommen, die +man pon den Mauern berabentdekte. Gegen Oftsudost +stand das kleine unbewohnte Haus des heiligen Maxis +mus: in einer Entfernung von ungefahr zwei Meilen +war gegen Sudfudoft ein anderes Klofter, Namens +zaidi Surian: ganz nahe bei diesem stand gegen +Sud ein Viertel Sudoft ein zweites; endlich gab es auf +der andern Seite der Natrumsfeen gegen Nordoft ein +Siertel Oft ein kleines verlaffenes Gebaude, das von +einem Kiafch ef' erbauet war, der den Auftrag hatter +bie B e duinen zurut zu treiben und zu verjagen. Es +diente jezt noch den Leuten zum Zufluchtsorte, die das +Natrum fammelten*). +*) Sicard fagt in seiner Reise( +faulus Sammlung 5. +BD. S. 15): Die Wuste des Heiligen Macarius enthalt vier +Kloster: 1) das Kloster des Heiligen Macarius; 2) das +Kloster unserer lieben Frauen von Syrien; 3) das +Kloster som heiligen Bidoi oder abifa y und 4) das +Kloster der beitigen Fungfrau von Elba ramus, +das den. Griechen sehort. Das erstere Kloster ist eine +Lagereife bom pil, nuddas zweite eine halbe Lagereise +Dom ersten entfernt: das dritte liegt nur zwei Musfetenschu sse +von diesemu und das Vierte, wenn man immer vom Nil ab +und gegen Abend geht, anderthalb cagereifen vom zweiten +und dritten, und 25 bis 30 lieuven vom mittetlandisden +Meere und Alexandrienn gegen Norden. Das Kloster +des heiligen Nacarius ist von einem geitlichen Priester, +von einem Thurhuter, ebenfalls einem Monche, und von zwet +weltlichen Diafonen bewohnt. Der Convent des Heiligen +Bird of besteht aus vier Monchen, und die beiden andern","424 + +dem nämlichen Thale, aber in einer ziemlichen großen Ent- +fernung von dieſem, einige Andere erbauet, die die Stele +alter Wohnpläße von einer Menge Einſiedler bezeichneten, +die dem Tode durch ein unniges und wildes Leben zuvors +eilen, die ſich bloß den Gefeßen der Natur entgegen zu hans +deln beſtreben, und die nach Abſchwörung der Menſchheit, +eine får den Himmel unfruchtbare Colonie zu bilden, fich +bemühen Von Baidiel Baramus habe ich mit +dem Kompaß die Lage der Gebäude aufgenommen, die +man pon den Mauern berabentdekte. Gegen Oftſüdoſt +ſtand das kleine unbewohnte Haus des heiligen Maxis +mus: in einer Entfernung von ungefähr zwei Meilen +war gegen Südfúdoft ein anderes Klofter, Namens +zaidi Surian: ganz nahe bei dieſem ſtand gegen +Súd ein Viertel Sudoft ein zweites; endlich gab es auf +der andern Seite der Natrumsfeen gegen Nordoft ein +Siertel Oft ein kleines verlaffenes Gebäude, das von +einem Kiafch ef' erbauet war, der den Auftrag hatter +bie B e duinen zurůt zu treiben und zu verjagen. Es +diente jezt noch den Leuten zum Zufluchtsorte, die das +Natrum fammelten*). + +! + +2 + +*) Sicard fagt in ſeiner Reiſe( + +faulus Sammlung 5. +BD. S. 15): Die Wüſte des Heiligen Macarius enthält vier +Kloſter: 1) das Kloſter des Heiligen Macarius; 2) das +Kloſter unſerer lieben Frauen von Syrien; 3) das + +, +Kloſter som heiligen Bidoi oder abifa y und 4) das +Kloſter der beitigen Fungfrau von Elba ramus, +das den. Griechen sehört. Das erſtere Kloſter iſt eine +Lagereife bom pil, nuddas zweite eine halbe Lagereiſe +Dom erſten entfernt: das dritte liegt nur zwei Musfetenſchú ſſe +von dieſemų und das Vierte, wenn man immer vom Nil ab +und gegen Abend geht, anderthalb cagereifen vom zweiten +und dritten, und 25 bis 30 lieuven vom mittetlandiſden +Meere und Alexandrienn gegen Norden. Das Kloſter +des heiligen Nacarius iſt von einem geitlichen Prieſter, +von einem Thürhüter, ebenfalls einem Mönche, und von zwet +weltlichen Diafonen bewohnt. Der Convent des Heiligen +Bird of beſteht aus vier Mönchen, und die beiden andern + +! + + +","Dem namlichen Thale, aber in einer ziemlich großen Entfernung von diesem, einige andere erbaut, die die Stelle alter Wohnplätze von einer Menge Einsiedler bezeichneten, die dem Tode durch ein unniges und wildes Leben zuvorkommen, die sich bloß den Gefahren der Natur entgegen zu handeln bestreben, und die nach Abschworung der Menschheit eine für den Himmel unfruchtbare Kolonie zu bilden sich bemühen. Von Baidiel Baramus habe ich mit dem Kompaß die Lage der Gebäude aufgenommen, die man von den Mauern berabenteckte. + +Gegen Ostsüdost stand das kleine unbewohnte Haus des heiligen Makarius; in einer Entfernung von ungefähr zwei Meilen war gegen Südsüdost ein anderes Kloster, Namens Zaidi Surian: ganz nahe bei diesem stand gegen Süd ein Viertel Südöstlich ein zweites; endlich gab es auf der anderen Seite der Natrumsseen gegen Nordost ein Viertel Ost ein kleines verlassenes Gebäude, das von einem Kiasch er erbaut war, der den Auftrag hatte die Beduinen zurück zu treiben und zu verjagen. Es diente jetzt noch den Leuten zum Zufluchtsorte, die das Natrum fahnden. + +*) Sicard sagt in seiner Reise (faulus Sammlung 5. BD. S. 15): Die Wüste des Heiligen Macarius enthält vier Klöster: 1) das Kloster des Heiligen Macarius; 2) das Kloster unserer lieben Frauen von Syrien; 3) das Kloster vom heiligen Bidoi oder Abifa y und 4) das Kloster der beiligen Jungfrau von Elba ramus, das den Griechen gehört. Das erstere Kloster ist eine Tagereise vom Nil entfernt, das zweite eine halbe Tagereise vom ersten entfernt: das dritte liegt nur zwei Musketenschüsse von diesem und das Vierte, wenn man immer vom Nil ab und gegen Abend geht, anderthalb Tagesreisen vom zweiten und dritten, und 25 bis 30 lieues vom mittelländischen Meere und Alexandrien gegen Norden. Das Kloster des heiligen Macarius ist von einem geistlichen Priester, von einem Türhüter, ebenfalls einem Mönch, und von zwei weltlichen Diakonen bewohnt. Der Konvent des Heiligen Bidoi besteht aus vier Mönchen, und die beiden andern" +Z166069305,453,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000453/full/full/0/native.jpg,"Eine Lagereise weiter gegen Westen liegt das Meer +ohne Wasser, Bahr bela ma, ein altes Bette +einer Verbindung zwischen den Seen Miris und Ma: +reotis. Die verschiedengestalten Felfen, die aus diesem +ausgetrokneten Canale einporragen, haben den Wahn +erzeugt, als taren fie versteinerte Ueberreste von Fahrs +Zeugen: mar ift sogar so weit gegangen, das man bes +hauptet hat, man rehe. Menschen und Thiere darin, die +ebenfalls versteinert waren. Die Adlerfteine oder Aetiten +sind in der umliegenden Gegend fehr gemein*). Wenn +man immer in derselben Richtung, nemlich nach Westen zu, +uber das Meer ohne Wasser hinaus, in der Wuste von +libyen fortgeht, fo trift man fruchtbare Bezirke an, die +voller Dattelbaume und verschiedener anderer Pflanzen, aber +ohne irgend einen Einwohner, find. Wenigstens haben +mir dies die Monche und die Vraber in der Wuste ver- +sichert. +haben 12 bis 15 Monche. Es sind aber nicht alle Priester, +fondern es sind auch Secularen darunter. Das Kloster unses +rer lieben Frauen'von Syrien ist unter allen vieren +das schonste: es hat einen sehr angenehmen Garten mit einem +Radbrunnen, der ih befeuchtet. +Der ueberreger. +*) Herr Profeffor Paulu$ fagt in seiner Anmerkung zu dettt +5. Bande feiner Sammlung von Reisen, von diesem Bahr +bela ma: entweder mus ein Theil des Nils einst hierher +seinen Lanf genommen haben, oder das mittellandische Meet +ehemals 10 tief in das Land hineingetreten feyn, wovon der +See bei Alexandrien noch ein Ueberrest zu feyn fcheint. Die +ypothese wurde das Daseyn groser versteinerter holz, +stamme u. f. w. erklaren. Toyrtecot sagt: diese +merkwurdigen Naturspiele find Felsenspisen vou einer harter +und fchweren Steinart, die aus dein Sande hervorragen, +und inandmal verschiedene Farben und eine auffallende Mehr +Itch feit mit Eichenholze haben. Der Grund dieser funderbaren +Bildung ruhrt von der Beschaffenheit und Vermischung ver: +fchiedener Erbarten her, die mit einem persteineruden Safte +durchbrungen find. +D. Ueberf,","425 + +* + +Eine Lagereiſe weiter gegen Weſten liegt das Meer +ohne Waſſer, Bahr bela ma, ein altes Bette +einer Verbindung zwiſchen den Seen Miris und Ma: +reotis. Die verſchiedengeſtalten Felfen, die aus dieſem +ausgetrokneten Canale einporragen, haben den Wahn +erzeugt, als tåren fie verſteinerte Ueberreſte von Fahrs +Zeugen: mar ift ſogar ſo weit gegangen, daß man bes +hauptet hat, man rehe. Menſchen und Thiere darin, die +ebenfalls verſteinert wären. Die Adlerfteine oder Aetiten +ſind in der umliegenden Gegend fehr gemein*). Wenn +man immer in derſelben Richtung, nemlich nach Weſten zu, +über das Meer ohne Waſſer hinaus, in der Wüſte von +libyen fortgeht, fo trift man fruchtbare Bezirke an, die +voller Dattelbåume und verſchiedener anderer Pflanzen, aber +ohne irgend einen Einwohner, find. Wenigſtens haben +mir dies die Monche und die Vraber in der Wüſte ver- +ſichert. + +haben 12 bis 15 Mönche. Es ſind aber nicht alle Prieſter, +fondern es ſind auch Secularen darunter. Das Kloſter unſes +rer lieben Frauen'von Syrien iſt unter allen vieren +das ſchönſte: es hat einen ſehr angenehmen Garten mit einem +Radbrunnen, der ihæ befeuchtet. + +Der ueberreger. + +*) Herr Profeffor Paulu$ fagt in ſeiner Anmerkung zu dettt + +5. Bande feiner Sammlung von Reiſen, von dieſem Bahr +bela ma: entweder muß ein Theil des Nils einſt hierher +ſeinen Lanf genommen haben, oder das mittellandiſche Meet +ehemals 10 tief in das Land hineingetreten feyn, wovon der +See bei Alexandrien noch ein Ueberreſt zu feyn fcheint. Die + +ypotheſe würde das Daſeyn großer verſteinerter holz, +ſtamme u. f. w. erklären. Toyrtecot ſagt: dieſe +merkwürdigen Naturſpiele find Felſenſpißen vou einer harter +und fchweren Steinart, die aus dein Sande hervorragen, +und inandmal verſchiedene Farben und eine auffallende Mehr +Itch feit mit Eichenholze haben. Der Grund dieſer funderbaren +Bildung rührt von der Beſchaffenheit und Vermiſchung ver: +fchiedener Erbarten her, die mit einem perſteineruden Safte +durchbrungen find. + +D. Ueberf, + +1 + +Et + + +","Eine Lagereise weiter gegen Westen liegt das Meer ohne Wasser, Bahr bela ma, ein altes Bett einer Verbindung zwischen den Seen Miris und Mareotis. Die verschiedengestalteten Felsen, die aus diesem ausgetrockneten Canale einporragen, haben den Wahn erzeugt, als wären sie versteinerte Überreste von Fahrzeugen; Zeugen sagt es ist sogar so weit gegangen, dass man behauptet hat, man sehe Menschen und Tiere darin, die ebenfalls versteinert waren. Die Adlerssteine oder Aëtiten sind in der umliegenden Gegend sehr gemein.). Wenn man immer in derselben Richtung, nämlich nach Westen zu, über das Meer ohne Wasser hinaus, in der Wüste von Libyen fortgeht, so trifft man fruchtbare Bezirke an, die voller Dattelbäume und verschiedener anderer Pflanzen, aber ohne irgend einen Einwohner, finden. Wenigstens haben mir dies die Mönche und die Väter in der Wüste versichert. + +Das Kloster unserer lieben Frauen von Syrien ist unter allen vier das schönste: es hat einen sehr angenehmen Garten mit einem Radbrunnen, der ihn befeuchtet. +Der Überreger. + +*) Herr Professor Paulus sagt in seiner Anmerkung zu dem 5. Bande seiner Sammlung von Reisen, von diesem Bahr bela ma: entweder muss ein Teil des Nils einst hierher seinen Lauf genommen haben, oder das mittelländische Meer ist ehedem tiefer in das Land hineingetreten gewesen, wovon der See bei Alexandrien noch ein Überrest zu sein scheint. Die Hypothese würde das Daseyn großer versteinerter Holzstämme u. f. w. erklären. Touyrtecot sagt: diese merkwürdigen Naturspiele sind Felsenspitzen von einer harten und schweren Steinart, die aus dem Sande hervorragen, und haben inwendig verschiedene Farben und eine auffallende Ähnlichkeit mit Eichenholz. Der Grund dieser wunderbaren Bildung rührt von der Beschaffenheit und Vermischung verschiedener Erden her, die mit einem persteinernen Saft durchdrungen sind. +D. Überf" +Z166069305,454,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000454/full/full/0/native.jpg,"Es kam ein coptischer Landmannt von Serrana +in das Kloster, der uns Nachrichten von unsern rauberis +fchen Beduinen gab. Da fie nicht glauben konnten, +das ich mich mehrere Tage lang an einem solchen elendent +und armseligen Drte aufhalten wurde, so hatten fie bin- +ter dem Kloster der Syrer, Zaidi Surian, auf mich +gelauert, und da sie uberdruffig waren, hier langer vers +geblich auf mich zu warten, so waren fie auf den Gedans +ken gerathen, ich hatte einen andern Weg genommen. +Um aber eine fur ihre Strasenraubereien verlorne Zeit +nicht als ganz unnuz verstrichen bedauern zu mussen, +hatten fie sich in die Gegend von Serrana geworfen, +wo sie die Camele weggenonimen und einem Haufen Land- +leute, die Natrum bohlen wollten, die Lebensmittel ge: +raubt hatten. Unser Erzahler hatte fie gerade getroffen, +als sie die Camele wegfuhrten, die sie gestohlen hatten. +Den Sag nach der Ankunft dieses Mannes entdekte +ich morgens um die Mauern herum die frischen Fustapfen +eines Pferdes:' ich ahndete gleich, das wir bald die Aras +ber wieder ankomnicu reben wurden. Einige Stunden +darauf klingelte man wirklich rasch an der Shurglocke: es +war ein Haufen von sieben Beduinen, die viel Inruhe +und Mistrauen bezeugten, und die fich der Mauer zu +nabern fairchteten, weil sie, wie sie fagten, Fremde ent- +hielte. Die Monche suchten ihnen Muth zuzusprechea +und liesen ihnen Lebensmittel hinab. Wahreno dem sie +asen, jog +ich den Rock eines Monches an; fezte seinen +Kopfputz auf, und ftica +auf die Gallerie, um sie nach +Bequemlichkeit untersuchen zu konnen. Sie unterhielten +fich mit den Copten, in deren Mitte ich stand: fie hatten +Nachridht davon, das der S dyeit Hufrein mit Games +len eingetroffen ware, und sie wollten die Ursache davon +wissen: Einer von ihnen war gestern Abends um die Mau: +ernberum geritten, und hatte auf denselben jemand mit +einem rothen Schall auf den Kopfe gesehen: fie sprachen","426 + +b + +A + +he + +条 + +3 + +Es kam ein coptiſcher Landmannt von Serrana +in das Kloſter, der uns Nachrichten von unſern räuberis +fchen Beduinen gab. Da fie nicht glauben konnten, +daß ich mich mehrere Tage lang an einem ſolchen elendent +und armſeligen Drte aufhalten würde, ſo hatten fie bin- +ter dem Kloſter der Syrer, Zaidi Surian, auf mich +gelauert, und da ſie überdrüffig waren, hier långer vers +geblich auf mich zu warten, ſo waren fie auf den Gedans +ken gerathen, ich hatte einen andern Weg genommen. +Um aber eine für ihre Straßenräubereien verlorne Zeit +nicht als ganz unnůz verſtrichen bedauern zu müſſen, +hatten fie ſich in die Gegend von Serrana geworfen, +wo ſie die Camele weggenonimen und einem Haufen Land- +leute, die Natrum bohlen wollten, die Lebensmittel ge: +raubt hatten. Unſer Erzähler hatte fie gerade getroffen, +als ſie die Camele wegführten, die ſie geſtohlen hatten. + +- + +< + +- + +1 + +7 + +Den Sag nach der Ankunft dieſes Mannes entdekte +ich morgens um die Mauern herum die friſchen Fußtapfen +eines Pferdes:' ich ahndete gleich, daß wir bald die Aras +ber wieder ankomnicu reben würden. Einige Stunden +darauf klingelte man wirklich raſch an der Shürglocke: es +war ein Haufen von ſieben Beduinen, die viel Inruhe +und Mißtrauen bezeugten, und die fich der Mauer zu +nåbern fairchteten, weil ſie, wie ſie fagten, Fremde ent- +hielte. Die Monche ſuchten ihnen Muth zuzuſprechea +und ließen ihnen Lebensmittel hinab. Währeno dem ſie +aßen, jog + +ich den Rock eines Mönches an; fezte ſeinen +Kopfputz auf, und ftica + +auf die Gallerie, um ſie nach +Bequemlichkeit unterſuchen zu können. Sie unterhielten +fich mit den Copten, in deren Mitte ich ſtand: fie hatten +Nachridht davon, daß der S dyeit Hufrein mit Games +len eingetroffen wäre, und ſie wollten die Urſache davon +wiſſen: Einer von ihnen war geſtern Abends um die Mau: +ernberum geritten, und hatte auf denſelben jemand mit +einem rothen Schall auf den Kopfe geſehen: fie ſprachen + +. + + +","Es kam ein koptischer Landmann von Serrana in das Kloster, der uns Nachrichten von unsern räuberischen Beduinen gab. Da sie nicht glauben konnten, dass ich mich mehrere Tage lang an einem solchen elenden und armseligen Orte aufhalten würde, so hatten sie hinter dem Kloster der Syrer, Zaidi Surian, auf mich gelauert, und da sie überdrüssig waren, hier länger vergeblich auf mich zu warten, so waren sie auf den Gedanken geraten, ich hätte einen anderen Weg genommen. Um aber eine für ihre Strassenraubereien verlorene Zeit nicht als ganz unnütz verstrichen zu bedauern, hatten sie sich in die Gegend von Serrana geworfen, wo sie die Kamele weggenommen und einem Haufen Landleuten, die Natron bohren wollten, die Lebensmittel geraubt hatten. Unser Erzähler hatte sie gerade getroffen, als sie die Kamele wegfuhren, die sie gestohlen hatten. + +Den Tag nach der Ankunft dieses Mannes entdeckte ich morgens um die Mauern herum die frischen Fußtapfen eines Pferdes; ich ahnte gleich, dass wir bald die Araber wieder ankommen sehen würden. Einige Stunden darauf klingelte man wirklich rasch an der Schürglocke: es war ein Haufen von sieben Beduinen, die viel Unruhe und Misstrauen bezeugten, und die sich der Mauer zu näherten, weil sie, wie sie fragten, Fremde enthielt. Die Mönche suchten ihnen Mut zuzusprechen und ließen ihnen Lebensmittel hinab. + +Während sie aßen, zog ich den Rock eines Mönchs an; setzte seinen Kopfputz auf, und stieg auf die Galerie, um sie nach Bequemlichkeit untersuchen zu können. Sie unterhielten sich mit den Kopten, in deren Mitte ich stand: sie hatten Nachricht davon, dass der Scheich Hussein mit Kamelen eingetroffen wäre, und sie wollten die Ursache davon wissen; Einer von ihnen war gestern Abends um die Mauern herum geritten, und hatte auf denselben jemand mit einem rothen Schalle auf dem Kopfe gesehen." +Z166069305,455,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000455/full/full/0/native.jpg,"von Franken, die Schase suchten und von dem Wun. +sche, mit ihnen zusammen zu treffen. +Die Copten +fuchten Ihnen dies auszureden, und erzahlten ihnen tau. +fend Geschichtchen, die fie felbft nicht glaubten. Ich +hatte das fchmuzige Monchskleid wieder ausgezogen, und +mich mit meinen beiden Reisegefahrten vereinigt, auf +welche ich am meisten rechnen konnte: ich bat die Monche, +fie mochten mir die Thure offnen. Es war eine sehr +gunstige Gelegenheit: die Rauber sasen um die Lebens. +mittel herum, die man ihnen gereicht hatte: ihre Flinten +lagen auf dem Sande in ziemlicher Entfernung von ihnen, +und die Pferde standen im Schatten einer Mauer noch +weiter davon. Sie wurden uber unsern Ausfall in Bes +fturzung gerathen, keiner von den Meuchelmordern wiirde +uns daher entwischt feyn, und die Pferde wurden uns zur +Zurukreise aus einem Bezirk gedient haben, woraus wir +nicht allzu leicht wieder heraus fommen konnten. Aber +alle meine Bitten, und alle meine Drohungen waren vers +geblich: die Copten fezten sich meinem Vorhaben ents +gegen, weil sie furchteten, es mochte ein einziger von den +Beduinen davon kommen, und zahlreiche Fjorden zu +sammen bringen, die das Kloster plundern wurden. Da +wir nicht hinaus hatten kommen konnen, fo reiften die +Araber, die nicht wusten, was unter uns vorgieng, +nach eingenommenee Mahlzeit wieder ab, und nahmen +ihren Weg nach zaidi Surian, um uns ohne Ziveifel +am Wege dort aufzulauerit, +Ich hatte einen von den Landleuten, die im Kloster +waren, nach Terrana gefchikt, wo ein Beduineria +lager fern sollte, um die Araber dahin zu vermogen, +uns mit ihren Reitthieren abzuholen, Den 13ten Jaa +nuar, das ist, den finften Tag ansers Aufenthaltes bei +den Copten fanden sich zehn gut bewaffnete Beduis +nen mit einem Camele und mit Erein ein. Einer von +ihnen hatte am Ufer Eines von den Natrumsseen einen","3 +427 + +von Franken, die Schäße ſuchten und von dem Wun. +ſche, mit ihnen zuſammen zu treffen. + +Die Copten +fuchten Ihnen dies auszureden, und erzählten ihnen tau. +fend Geſchichtchen, die fie felbft nicht glaubten. Ich +hatte das fchmuzige Mönchskleid wieder ausgezogen, und +mich mit meinen beiden Reiſegefährten vereinigt, auf +welche ich am meiſten rechnen konnte: ich bat die Mönche, +fie mochten mir die Thüre öffnen. Es war eine ſehr +günſtige Gelegenheit: die Räuber ſaßen um die Lebens. +mittel herum, die man ihnen gereicht hatte: ihre Flinten +lagen auf dem Sande in ziemlicher Entfernung von ihnen, +und die Pferde ſtanden im Schatten einer Mauer noch +weiter davon. Sie würden über unſern Ausfall in Bes +ftürzung gerathen, keiner von den Meuchelmordern wiirde +uns daher entwiſcht feyn, und die Pferde würden uns zur +Zurükreiſe aus einem Bezirk gedient haben, woraus wir +nicht allzu leicht wieder heraus fommen konnten. Aber +alle meine Bitten, und alle meine Drohungen waren vers +geblich: die Copten fezten ſich meinem Vorhaben ents +gegen, weil ſie fürchteten, es mochte ein einziger von den +Beduinen davon kommen, und zahlreiche Fjorden zu +ſammen bringen, die das Kloſter plündern würden. Da +wir nicht hinaus hatten kommen können, fo reiften die +Araber, die nicht wußten, was unter uns vorgieng, +nach eingenommenee Mahlzeit wieder ab, und nahmen +ihren Weg nach zaidi Surian, um uns ohne Ziveifel +am Wege dort aufzulauerit, + +1 + +mi + +/ + +Ich hatte einen von den Landleuten, die im Kloſter +waren, nach Terrana gefchikt, wo ein Beduineria +lager fern ſollte, um die Araber dahin zu vermogen, +uns mit ihren Reitthieren abzuholen, Den 13ten Jaa +nuar, das iſt, den finften Tag anſers Aufenthaltes bei +den Copten fanden ſich zehn gut bewaffnete Beduis +nen mit einem Camele und mit Erein ein. Einer von +ihnen hatte am Ufer Eines von den Natrumsſeen einen + +1 + + +","von Franken, die Scharen suchten und von dem Wunsche, mit ihnen zusammen zu treffen. +Die Copten fürchteten Ihnen dies auszureden, und erzählten ihnen tausend Geschichtchen, die sie selbst nicht glaubten. Ich hatte das schmuckige Mönchskleid wieder ausgezogen, und mich mit meinen beiden Reisegefährten vereinigt, auf welche ich am meisten rechnen konnte: ich bat die Mönche, sie möchten mir die Tür öffnen. +Es war eine sehr günstige Gelegenheit: die Räuber saßen um die Lebensmittel herum, die man ihnen gereicht hatte: ihre Flinten lagen auf dem Sande in ziemlicher Entfernung von ihnen, und die Pferde standen im Schatten einer Mauer noch weiter davon. +Sie wurden über unseren Ausfall in Bestürzung geraten, keiner von den Meuchelmördern würde uns daher entwischen; und die Pferde würden uns zur Zurückreise aus einem Bezirk dienen haben, woraus wir nicht allzu leicht wieder heraus kommen konnten. + +Aber alle meine Bitten, und alle meine Drohungen waren vergeblich: die Copten setzten sich meinem Vorhaben entgegen, weil sie fürchteten, es möchte ein einziger von den Beduinen davon kommen, und zahlreiche Fjorde zusammen bringen, die das Kloster plündern würden. +Da wir nicht hinaus hatten kommen können, so riefen die Araber, die nicht wußten, was unter uns vorging, nach einer eingenommenen Mahlzeit wieder ab, und nahmen ihren Weg nach Saidi Surian, um uns ohne Zweifel am Wege dort aufzulauern. + +Ich hatte einen von den Landleuten, die im Kloster waren, nach Terrana geschickt, wo ein Beduinen-Lager fern sollte, um die Araber dahin zu verpflichten, uns mit ihren Reitthieren abzuholen. Den 13ten Januar, das ist, den fünften Tag unseres Aufenthaltes bei den Copten fanden sich zehn gut bewaffnete Beduinen mit einem Kamele und mit Einer ein. +Einer von ihnen hatte am Ufer eines der Natronseen einen" +Z166069305,456,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000456/full/full/0/native.jpg,"Flamingo getdtet, den er mir gab. Ob dieser gleich +ein ziemlich schlechtes Wildpret war, fo wurde er doch eine +herrliche Speise fur Leute, die mehrere Sage lang ein +bartes Fasten ausgestanden hatten. Meine Gefahrten +brieten, ihn sogleich: als wir ihn aber effen wollten, fielen +die Monche mit eiwer Gefrasigkeit daruber her, die der +Gefrasigkeit der Schakals, dieser Alleischfreffenden und +unreinlichen Thiere, glich, die feiger Weise eine leichte und +ekelhafte Heute verschlingen, die sie nicht das Herz- wegzus +nehmen haben, und in einem Augenblicke verschwand +unser Vogel unter den Klauen und Zahnen dieser MonchBz +akale. +Da wir uns solche schlechte Wirthe zu verlassen bereit +machten, nahm ich mir vor, ihnen fur den unangenehmen +Uufenthalt in ihrem Kloster ein kleines Geschenk za machen. +mic +Ich sah bald ein, das ich mit gefahrlichern Leuten +als mit den Beduinen zu thun hatte, die als Freunde +offenherzig und grosmuthig sind, und selbst bei der Bers +ubung ihrer Raubereiena eine Art von Ehrlichkeit zeigen. +Der Superior fagte mir, es fen schiklich, das ich erftlich +fur das Kloster, hernach fur die Verschonerung der Kirche, +glsdann fur die Armen und endlich fur ihn selbft etwas +gabe. Ich hrte geduldig diefe lange Reihe von Bedurfs +nissen an, und da ich gera wissen wollte, wie hoch fich +die Summe zur Bestreitung aller dieser Ausgaben beliefe, +ro bat ich ihn um die Angabe derselben. Nach einigen +Augenblicken, wo er sie uberrechnete, erwiederte er mir, +das, da das ganze Kloster geweist werden muste, ro +glaube er, das funf bis sechshundert Zechinen zu allen +diesen Bedurfniffen zureichen wurden. Ohne Zweifel eine +Kleinigkeit fur eine funftagige Koft von Linsenbrog und +von in Waffer gefochten Linsen! Ich machte einen +Gegenvorschlag. Meine Berfe fam aus den Handen +dep: A r aber, die sie mir beinahe ganz geleert hattens","428 + +臺 + +28 + +ME + +. + +Flamingo getødtet, den er mir gab. Ob dieſer gleich +ein ziemlich ſchlechtes Wildpret war, fo wurde er doch eine +herrliche Speiſe für Leute, die mehrere Sage lang ein +bartes Faſten ausgeſtanden hatten. Meine Gefährten +brieten, ihn ſogleich: als wir ihn aber effen wollten, fielen +die Mönche mit eiwer Gefräßigkeit darüber her, die der +Gefräßigkeit der Schakals, dieſer Alleiſchfreffenden und +unreinlichen Thiere, glich, die feiger Weiſe eine leichte und +ekelhafte Heute verſchlingen, die ſie nicht das Herz- wegzus +nehmen haben, und in einem Augenblicke verſchwand +unſer Vogel unter den Klauen und Zähnen dieſer MönchBz +akale. + +NE + +Da wir uns ſolche ſchlechte Wirthe zu verlaſſen bereit +machten, nahm ich mir vor, ihnen für den unangenehmen +Uufenthalt in ihrem Kloſter ein kleines Geſchenk za machen. + +mic + +$ + +WC + +be + +ZE + +AE + +& + +Ich ſah bald ein, daß ich mit gefährlichern Leuten +als mit den Beduinen zu thun hätte, die als Freunde +offenherzig und großmüthig ſind, und ſelbſt bei der Bers +übung ihrer Räubereiena eine Art von Ehrlichkeit zeigen. +Der Superior fagte mir, es fen ſchiklich, daß ich erftlich +für das Kloſter, hernach für die Verſchönerung der Kirche, +glsdann für die Armen und endlich für ihn ſelbft etwas +gabe. Ich hørte geduldig diefe lange Reihe von Bedürfs +niſſen an, und da ich gera wiſſen wollte, wie hoch fich +die Summe zur Beſtreitung aller dieſer Ausgaben beliefe, +ro bat ich ihn um die Angabe derſelben. Nach einigen +Augenblicken, wo er ſie überrechnete, erwiederte er mir, +daß, da das ganze Kloſter geweißt werden mußte, ro +glaube er, daß fünf bis ſechshundert Zechinen zu allen +dieſen Bedürfniffen zureichen würden. Ohne Zweifel eine +Kleinigkeit für eine fünftågige Koft von Linſenbrog und +von in Waffer gefochten Linſen! Ich machte einen +Gegenvorſchlag. Meine Bérfe fam aus den Händen +dep: A r aber, die ſie mir beinahe ganz geleert hattens + +g + +* + +23 + +? + + +","Flamingo getötet, den er mir gab. Ob dieser gleich ein ziemlich schlechtes Wildpret war, so wurde er doch eine herrliche Speise für Leute, die mehrere Tage lang ein bartes Fasten ausgestanden hatten. Meine Gefährten brieten ihn sogleich: als wir ihn aber essen wollten, fielen die Mönche mit eifernder Gierigkeit daruber her, die der Gierigkeit der Schakals, dieser allein schmarotzenden und unreinlichen Thiere, glich, die in feiger Weise eine leichte und ekelhafte Beute verschlingen, die sie nicht das Herz haben zu verlassen, und in einem Augenblicke verschwand unser Vogel unter den Klauen und Zähnen dieser Mönchszakale. + +Da wir uns solche schlechte Wirthe zu verlassen bereit machten, nahm ich mir vor, ihnen für den unangenehmen Aufenthalt in ihrem Kloster ein kleines Geschenk zu machen. Ich sah bald ein, dass ich mit gefährlicheren Leuten als mit den Beduinen zu thun hatte, die als Freunde offenherzig und großmütig sind, und selbst bei der Ausübung ihrer Räubereien eine Art von Ehrlichkeit zeigen. + +Der Superior fragte mich, es sei schicklich, dass ich erstlich für das Kloster, hernach für die Verschönerung der Kirche, dann für die Armen und endlich für ihn selbst etwas gäbe. Ich hörte geduldig diese lange Reihe von Bedürfnissen an, und da ich gerne wissen wollte, wie hoch sich die Summe zur Bestreitung aller dieser Ausgaben belaufe, bat ich ihn um die Angabe derselben. Nach einigen Augenblicken, wo er sie überrechnete, antwortete er mir, dass, da das ganze Kloster geweiht werden müsse, er glaube, dass fünf bis sechshundert Zechinen zu allen diesen Bedürfnissen zureichen würden. Ohne Zweifel eine Kleinigkeit für eine fünftägige Kost von Linsenbrod und von in Wasser gefochten Linsen! Ich machte einen GegenVorschlag. Meine Befehle waren aus den Händen des Paschas, der sie mir beinahe ganz geleert hatte." +Z166069305,457,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000457/full/full/0/native.jpg,"Soufreins Bezahlung hatte wiederum mehrere Zechinen +hinweggenommen; es blieben mir alio blos noch richs +Zechinen ubrig, die ich dem Superior anbot. Wir waren +ein wenig weit von einander in unserer Rechnung entfernt +der Mond gerieth auch in eine schwerlich zu beschreibende +Wuth: er brach in Schimpfworte aus, betheuerte, er +wolle ganz und gar nichts annehmen, und fchwur bei +allen Heiligen seiner Kirche, das mich meine Undankbare +keit bald gereuen rolle. Der Elende wagte sogar den +Himmel um Gerechtigkeit anzuflehen, auf den er"" feine +ruchlofen Koffuungen Rezte, und der, wie er fagte, nicht +ermangeln wurde, Araber Berbeizufuhren, denen er +meinen Weg anzeigen 1 und ihn zu rachen, den Auftrag +gebeit wolle. Hier verlies mich meine Kaltblutigkeit, und +ich batte den Schurten auf der Stelle umgebracht, wenn +ihn nicht die Ar aber, die mich abhohlen-' wollten, +meinen Schlagen sentrissen hattenii +HI 191 +Ich verlies endlich diesen. heltischer Aufenthalt und +wollte einen Efel besteigen, den man fur mich bestimmt +batte, als der alte such mich bitten lief, ihm die sechs +Zechinen zu geben, die ich ihm angeboten hatte. Der +arabische Scheit hatte diesen Auftrag ubernommen, und +in Betracht. Seiner gab ich sie ihm. Wir fahen alsdann +den Bosewicht, den Himmel fur sans um cine glittliche +Reise bitten, den er einige Minuten vorger zur Kache +gegen uns aufgefodert hatte. +Pennisy +Wahrscheinlicher Weise lebt dieser Mensch nicht +mehr: er war schon alt und abgezehrt, und seine elende +Figur stimmte vollkommen mit seiner baslichen Seele +uberein: er hies Mikael. Wenn es auch jezt unnig +ist, ihn zu beschreiben, so ist doch aber gar viel daran +gelegen, meine landsleute in Aegypten mit dem +treulosen Charakter dieser vorgeblichen Monche bekannt +zu machen, die einander beinahe alle, einige Schattiruit","429 + +; + +Soufreins Bezahlung hatte wiederum mehrere Zechinen +hinweggenommen; es blieben mir alio bloß noch richs +Zechinen übrig, die ich dem Superior anbot. Wir waren +ein wenig weit von einander in unſerer Rechnung entfernt +der Mond gerieth auch in eine ſchwerlich zu beſchreibende +Wuth: er brach in Schimpfworte aus, betheuerte, er +wolle ganz und gar nichts annehmen, und fchwur bei +allen Heiligen ſeiner Kirche, daß mich meine Undankbare +keit bald gereuen rolle. Der Elende wagte ſogar den +Himmel um Gerechtigkeit anzuflehen, auf den er"" feine +ruchlofen Koffuungen Rezte, und der, wie er fagte, nicht +ermangeln würde, Araber Berbeizuführen, denen er +meinen Weg anzeigen 1 und ihn zu rächen, den Auftrag +gebeit wolle. Hier verließ mich meine Kaltblütigkeit, und +ich båtte den Schurten auf der Stelle umgebracht, wenn +ihn nicht die År aber, die mich abhohlen-' wollten, +meinen Schlägen sentriſſen hattenii + +HI 191 +Ich verließ endlich dieſen. héltiſcher Aufenthalt und +wollte einen Efel beſteigen, den man für mich beſtimmt +batte, als der alte such mich bitten lief, ihm die ſechs +Zechinen zu geben, die ich ihm angeboten hatte. Der +arabiſche Scheit hatte dieſen Auftrag übernommen, und +in Betracht. Seiner gab ich ſie ihm. Wir fahen alsdann +den Böſewicht, den Himmel für sans um cine glittliche +Reiſe bitten, den er einige Minuten vorger zur Kache +gegen uns aufgefodert hatte. + +Pennisy + +Wahrſcheinlicher Weiſe lebt dieſer Menſch nicht +mehr: er war ſchon alt und abgezehrt, und ſeine elende +Figur ſtimmte vollkommen mit ſeiner baßlichen Seele +überein: er hieß Mikael. Wenn es auch jezt unnig +iſt, ihn zu beſchreiben, ſo iſt doch aber gar viel daran +gelegen, meine landsleute in Aegypten mit dem +treuloſen Charakter dieſer vorgeblichen Mönche bekannt +zu machen, die einander beinahe alle, einige Schattiruit + + +","Soufreins Bezahlung hatte wiederum mehrere Zechinen hinweggenommen; es blieben mir also bloß noch fünf Zechinen übrig, die ich dem Superior anbot. Wir waren ein wenig weit von einander in unserer Rechnung entfernt; der Mönch geriet auch in eine schwerlich zu beschreibende Wuth: er brach in Schimpfworte aus, betheuerte, er wolle ganz und gar nichts annehmen, und schwur bei allen Heiligen seiner Kirche, das mich meine Undankbarkeit bald gereuen solle. Der Elende wagte sogar den Himmel um Gerechtigkeit anzuflehen, auf den er seine ruchlosen Koffuungen Rezite, und der, wie er fragte, nicht ermangeln würde, Araber Berbeitzu führen, denen er meinen Weg anzeigen und ihn zu rächen, den Auftrag gebe. Hier verließ mich meine Kaltblütigkeit, und ich batte den Schurken auf der Stelle umgebracht, wenn ihn nicht die Arbeiter, die mich abhohlen wollten, meinen Schlagen entrissen hätten. + +Ich verließ endlich diesen höllischen Aufenthalt und wollte einen Berg besteigen, den man für mich bestimmt hatte, als der alte Mönch mich bitten lief, ihm die sechs Zechinen zu geben, die ich ihm angeboten hatte. Der arabische Scheich hatte diesen Auftrag übernommen, und in Betracht seiner gab ich sie ihm. Wir fuhren alsdann den Bösewicht, den Himmel für seine glückliche Reise bitten, den er einige Minuten vorher zur Kutsche gegen uns aufgefordert hatte. + +Wahrscheinlicher Weise lebt dieser Mensch nicht mehr: er war schon alt und abgezehrt, und seine elende Figur stimmte vollkommen mit seiner böslichen Seele überein: er hieß Mikael. Wenn es auch jetzt unnütz ist, ihn zu beschreiben, so ist doch aber gar viel daran gelegen, meine Landsleute in Ägypten mit dem treulosen Charakter dieser vorgeblichen Mönche bekannt zu machen, die einander beinahe alle, einige Schattirungen" +Z166069305,458,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000458/full/full/0/native.jpg,"gen ausgenommen, ahnlich sind. Welche Ausenseite fie +auch zeigen mogen, man kann doch gewis uberzeugt feyn, +das fie einen tiefern und schreklichern as gegen die +Europaer begen als die Mahommedaner, und +das ihre Hauser in der Wuste der Unterstuzungspunkt der +Streifereien der Beduinen, ihre Verproviantirungs- +magazine, und der Sammelplas find, wo sie sich am +bequemsten berathschlagen konnen, wie sie ihre Raubereien +gluklich ausfuhren wollen. +Diese schlechten Eigenschaften scheinen bei den Supes +erblich +feyns denn der Pater Wandleben, der im Jahr 1667 +rioren der Kloster des heiligen Macarine den Supes. +in dieser Bufter cifte, beschwert sich ebenfalls' bitterlich +uber denjenigen, den er daselbst fand, und den er einen +unredlichen Mann nennt. In einem Undern von diesen +Kldstern hatte er fich auch gar fehr uber die coptischen +Monche zu beklagen: fie, verlangten von ihm dreisig +venetianische Zechinen, und der Vicarius entlokte ihm noch +uberdies( mit List einiges Geld*). 2011 +s} Wahrend unfers funftagigen Aufenthaltes in dem +Kloster 3 aidil Haramu$ war alle Morgen ein +sehr dicker Nebel, und eines Abends fiel ein wenig Regens +the 1360 +) Wansleben neue Reife in Aegypten( Paulus Sammlung 3.0 +Bb.&. 397 und 3.28). 1.","430 + +gen ausgenommen, ähnlich ſind. Welche Außenſeite fie +auch zeigen mogen, man kann doch gewiß überzeugt feyn, +daß fie einen tiefern und ſchreklichern aß gegen die +Europäer begen als die Mahommedaner, und +daß ihre Håuſer in der Wüſte der Unterſtůzungspunkt der +Streifereien der Beduinen, ihre Verproviantirungs- +magazine, und der Sammelplas find, wo ſie ſich am +bequemſten berathſchlagen können, wie ſie ihre Räubereien +glúklich ausführen wollen. + +"": + +bi + +/ + +ne + +lo + +Dieſe ſchlechten Eigenſchaften ſcheinen bei den Supes + +erblich +feyns denn der Páter Wandleben, der im Jahr 1667 +rioren der Kloſter des heiligen Macarine den Supes. + +i +in dieſer Büfter cifte, beſchwert ſich ebenfalls' bitterlich +über denjenigen, den er daſelbſt fand, und den er einen +unredlichen Mann nennt. In einem Undern von dieſen +Kldſtern hatte er fich auch gar fehr über die coptiſchen +Monche zu beklagen: fie, verlangten von ihm dreißig +venetianiſche Zechinen, und der Vicarius entlokte ihm noch +überdies( mit Liſt einiges Geld*). 2011 + +: + +s} Während unfers fünftågigen Aufenthaltes in dem +Kloſter 3 aidil Haramu$ war alle Morgen ein +ſehr dicker Nebel, und eines Abends fiel ein wenig Regens + +the 1360 +) Wansleben neue Reife in Aegypten( Paulus Sammlung 3.0 +Bb.&. 397 und 3.28). 1. + +li +9 + +E + +SE + +ܝ ܕ' ܕ + +2) + + +","gen ausgenommen, ähnlich sind. Welche Außenseite sie auch zeigen mögen, man kann doch gewiss überzeugt sein, dass sie einen tieferen und schrecklicheren Hass gegen die Europäer hegen als die Mohammedaner, und dass ihre Häuser in der Wüste der Unterstützungspunkt der Streifereien der Beduinen, ihre Verproviantierungsmagazine, und der Sammelplatz sind, wo sie sich am bequemsten beratschlagen können, wie sie ihre Raubereien glücklich ausführen wollen. + +Diese schlechten Eigenschaften scheinen bei den Kopten erblich zu sein; denn der Pater Wansleben, der im Jahr 1667 die Klöster des heiligen Makarius besuchte, beschwert sich ebenfalls bitterlich über denjenigen, den er daselbst fand, und den er einen unredlichen Mann nennt. In einem Kloster von diesen hatte er sich auch gar sehr über die koptischen Mönche zu beklagen: sie verlangten von ihm dreißig venezianische Zechinen, und der Vikarius entlockte ihm noch obendrein mit List einiges Geld. + +Während unseres fünftägigen Aufenthaltes in dem Kloster Aidil Haramu war alle Morgen ein sehr dichter Nebel, und eines Abends fiel ein wenig Regen." +Z166069305,459,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000459/full/full/0/native.jpg,"Neun und zwanzigstes Capitel. 2: 8 +Abreise von Zaidi el Baramus- Zaidi Surian +Seblab Tamarinde- Herr Bruce --Umba Bix +schoi- Amba Monguar Edelmuthigkeit eines Bez +duinen Warban- Weg nach Kairo- westliches +Nilufer- Schiffahrt auf dem Mil von Schubra an +bis nach Raschid. Rauber auf dem Nil +gemaff- +nete Regenpfeifer- Beerdigungen Hochzeit +lobliche Eigenschaften der Beduinen +Uugenkrankheiten- Mebka -Tauben Fortsez- +zung ber Schiffahrt auf dem Nilik- Terrana 19 +Taus +brnhauser Bachftetzen Enten Krahen."" +Mittet gegen +snian blog fan +Den Izten Januar 1778 verliesen wir zaidier Bara +mus und reisten zwei Meiten weit nach Sudsudoft an +tiefen Schlunden bin, die mit den grosen Hugeln parallel +liefen und die am Rande steil fing: fie find offenbar das +Werk von reisenden Stromen. An diesem Drte findet +ottan bloso feinen Sand, einige natte Stellen ausgenome +inen, die mit dunnen Lagen von Kalkstein' uberbeckt sind. +Auf der Oberflache dieser Blatten fieht man eine ziemlich +giose Anzahl& gyptischer Kiefel*), die das Waffen +oben von den Hugeln herabgefuhrt hat. +*) Diese Kiesel fetom meg burd Soleifen und Bearbeiten einen +herrlichen Glanz. an monchen Orten macht man Dosen Mfa +ferhefte und andere Sagen daraus: man, findet sie fast uberall +in mesopten: ram bgufighten, aber, anf dem Wege ron +saire nach Surs. +Der ueberfeet.","431 + +1 + +Neun und zwanzigſtes Capitel. 2: 8 + +C + +Abreiſe von Zaidi el Baramus- Zaidi Surian +Seblab Tamarinde- Herr Bruce --Umba Bix +ſchoi- Amba Monguar Edelmüthigkeit eines Bez +duinen Warban- Weg nach Kairo- weſtliches +Nilufer- Schiffahrt auf dem Mil von Schubra an +bis nach Raſchid. Räuber auf dem Nil + +gemaff- +nete Regenpfeifer- Beerdigungen Hochzeit +löbliche Eigenſchaften der Beduinen +Uugenkrankheiten- Mebka -Tauben Fortſez- +zung ber Schiffahrt auf dem Nilik- Terrana 19 + +Taus +brnhäuſer Bachftetzen Enten Krähen."" + +Mittet gegen + +. + +snian blog fan + +Di + +Den Izten Januar 1778 verließen wir zaidier Bara +mus und reiſten zwei Meiten weit nach Südſüdoft an +tiefen Schlünden bin, die mit den großen Hügeln parallel +liefen und die am Rande ſteil fing: fie find offenbar das +Werk von reisenden Stromen. An dieſem Drte findet +ottan bloßo feinen Sand, einige natte Stellen ausgenome +inen, die mit dünnen Lagen von Kalkſtein' überbeckt ſind. +Auf der Oberfläche dieſer Blatten fieht man eine ziemlich +gioße Anzahl& gyptischer Kiefel*), die das Waffen +oben von den Hügeln herabgeführt hat. + +*) Dieſe Kieſel fetom meg burd Soleifen und Bearbeiten einen + +herrlichen Glanz. an monchen Orten macht man Doſen Mfa +ferhefte und andere Sagen daraus: man, findet ſie faſt überall +in mesopten: ram bgufighten, aber, anf dem Wege ron +saire nach Surs. + +Der ueberfeet. + ++ + + +","Neun und zwanzigstes Capitel. + +Abreise von Zaidi el Baramus - Zaidi Surian Seblab Tamarinde - Herr Bruce - Umba Bix schoi - Amba Monguar Edelmuthigkeit eines Beduinen Warban - Weg nach Kairo - westliches Nilufer - Schiffahrt auf dem Mil von Schubra an bis nach Raschid. Rauber auf dem Nil gemaffnete Regenpfeifer - Beerdigungen Hochzeit lobliche Eigenschaften der Beduinen Uugenkrankheiten - Mebka - Tauben Fortsetzung ber Schiffahrt auf dem Nilik - Terrana 19 Taus brnhauser Bachftetzen Enten Krahen. + +Mittags gegen Süden bog fan + +Den zehnten Januar 1778 verließen wir Zaidi el Baramus und reisten zwei Meilen weit nach Südosten an tiefen Schlunden hin, die mit den großen Hügeln parallel liefen und die am Rande steil fingen; sie finden offenbar das Werk von reisenden Strömen. An diesem Orte findet man feinen Sand, einige nasse Stellen ausgenommen, die mit dünnen Lagen von Kalkstein überdeckt sind. +Auf der Oberfläche dieser Blätter sieht man eine ziemlich große Anzahl ägyptischer Kiesel*, die das Wasser oben von den Hügeln herabgeführt hat. + +*) Diese Kiesel färbt man bei Soleifen und bearbeitet sie zu herrlichen Glanz. An manchen Orten macht man Dosen Mfa ferhefte und andere Sagen daraus; man findet sie fast überall in mesopten ram bgufighten, aber an dem Wege von saire nach Surs. + +Der Überfeet" +Z166069305,460,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000460/full/full/0/native.jpg,"- Als wir uns bein Kloster 3 aidi Surian naherten, +gab mir der Anfuhrer der Ar aber, die uns begleiteten, +im voraus die Nachricht, das nach, allen Erkundiguugen +diejenigen, die uns angegriffen hatten, hinter den Mauern +verborgen waren, um uns zu uberfalleu, und das ich mich zu +einer berzhaften Bertheidigung Bereit machen muste: er +versprach mir an mich mit seiner ganzen Mannschaft zu uns +terstigen. Meine Reisegefahrten waren auch gut vorbe. +reitet und wir wurden diesmal nicht gehindert worden +sein. +Mls wir unsere Vorbereitungen gemacht hatten, nar +Berten wir uns dem Hause; aber es lies sich niemand in +der umliegenden Gegend reben. +Wir gingen in das Kloster hinein, das nach demfel. +ben Modell erbauet war, wie dasjenige, das wir ver: +lassen hatten: es war aber weit besser eingerichtet und beque. +mer. Man fieht aus feinem Namen, das +es ehemals in +den Handen fyrircher mon che gewesen ist, die man +durch Copten erfekt hat. Die alte fyrische Stirche +steht noch: sie ist ziemlich schon und mit Schniswerken und +Gemelden gezieret. Auf einem der Pfeiler stehen die Na .. +men mehrerer Europa er eingegraben: unter den fran. +soren waren Baron und Granger die Einzigen, die +ir che nicht: fie haben eine auf ihre Art, b 1. in Breuges- +erkennen +bedienen sich dieser +Kirche sie +form, bauen lassen. Der Reliquienfasten; ist voer Heiligen. +gebeine, worunter den 9. Marmarotus am mei. +ften verehrt. Der Schusort oder das kleine Fort war +ebenfalls besser gebauet als in Zaidi el Baramus, +und die Monche schienen mir weniger schmuzig und weniger +duminwild zu reyn. Ihr Superior war ein Mann von +mehr als dreisig Jahren, der ganz ohne Barthaar war, +und nicht ein einziges Haar am ganzen Reibe hatte. In +einem Lande, wo das Anfehen mit dem Barte wachst, war +dieser Mangel fehr unangenehm, und er bat mich sehr, ihni +Rittel sorzuschlagen, wie er Barthaar bekommen fonpe. +ich","432 + +- Als wir uns bein Kloſter 3 aidi Surian näherten, +gab mir der Anführer der Ar aber, die uns begleiteten, +im voraus die Nachricht, daß nach, allen Erkundiguugen +diejenigen, die uns angegriffen hatten, hinter den Mauern +verborgen waren, um uns zu überfalleu, und daß ich mich zu +einer berzhaften Bertheidigung Bereit machen mußte: er +verſprach mir an mich mit ſeiner ganzen Mannſchaft zu uns +terſtigen. Meine Reiſegefährten waren auch gut vorbe. +reitet und wir würden diesmal nicht gehindert worden +ſein. + +Mls wir unſere Vorbereitungen gemacht hatten, når +Berten wir uns dem Hauſe; aber es ließ ſich niemand in +der umliegenden Gegend reben. + +& + +BE + +Wir gingen in das Kloſter hinein, das nach demfel. +ben Modell erbauet war, wie dasjenige, das wir ver: +laſſen hatten: es war aber weit beſſer eingerichtet und beque. +mer. Man fieht aus feinem Namen, daß + +es ehemals in +, +den Hånden fyrircher mon che geweſen iſt, die man +durch Copten erfekt hat. Die alte fyriſche Stirche +ſteht noch: ſie iſt ziemlich ſchon und mit Schnißwerken und +Gemelden gezieret. Auf einem der Pfeiler ſtehen die Na .. +men mehrerer Europå er eingegraben: unter den fran. +soren waren Baron und Granger die Einzigen, die +ir che nicht: fie haben eine auf ihre Art, b 1. in Breuges- +erkennen + +bedienen ſich dieſer +Kirche ſie + +0. 5: +form, bauen laſſen. Der Reliquienfaſten; iſt vođer Heiligen. +gebeine, worunter den 9. Marmarotus am mei. + +w +ften verehrt. Der Schußort oder das kleine Fort war + +, +ebenfalls beſſer gebauet als in Zaidi el Baramus, + +. +und die Mönche ſchienen mir weniger ſchmuzig und weniger +duminwild zu reyn. Ihr Superior war ein Mann von +mehr als dreißig Jahren, der ganz ohne Barthaar war, +und nicht ein einziges Haar am ganzen Reibe hatte. In +einem Lande, wo das Anfehen mit dem Barte wächſt, war +dieſer Mangel fehr unangenehm, und er bat mich ſehr, ihni +Rittel sorzuſchlagen, wie er Barthaar bekommen fónpe. + +ich + +2 + +3 + + +","Als wir uns dem Kloster St. Anthony bei Surian naherten, +gab mir der Anführer der Araber, die uns begleiteten, +im Vorhinein die Nachricht, dass nach allen Erkundigungen +diejenigen, die uns angegriffen hatten, hinter den Mauern +verborgen waren, um uns zu überfallen, und dass ich mich zu +einer besonnenen Vertheidigung bereit machen müsste: er +versprach mir, sich mit seiner ganzen Mannschaft zu uns +zu stellen. Meine Reisegefährten waren auch gut vorbereitet +und wir wurden diesmal nicht gehindert worden sein. + +Als wir unsere Vorbereitungen gemacht hatten, näherten +wir uns dem Hause; aber es ließ sich niemand in der umliegenden +Gegend rühren. +Wir gingen in das Kloster hinein, das nach demselben Modell +erbaut war wie dasjenige, das wir verlassen hatten: es war aber +weit besser eingerichtet und möbliert. Man sieht aus seinem +Namen, dass es ehedem in den Händen frygischer Mönche gewesen ist, +die man durch Kopten erfücht hat. Die alte frygische Stürze +steht noch: sie ist ziemlich schön und mit Schnitzwerken und Gemälden geziert. +Auf einem der Pfeiler stehen die Namen mehrerer Europäer eingegraben: +unter den Franzosen waren Baron und Granger die Einzigen, die sich dieser +Kirche bedienen. Sie haben eine auf ihre Art gebaute Form, +die Monche erkennen sie daran. + +Der Reliquienaltar ist voll Heiliger Gebeine, worunter der 9. +Märtyrer Maruthus am meisten verehrt. Der Schutzort oder das kleine Fort +war ebenso besser gebaut als in Zaidi el Baramus, +und die Mönche schienen mir weniger schmutzig und weniger dumm zu sein. +Ihr Superior war ein Mann von mehr als dreißig Jahren, der ganz ohne Barthaar war, +und nicht ein einziges Haar am ganzen Leibe hatte. In einem Lande, +wo das Anwachsen mit dem Bart wächst, war dieser Mangel sehr unangenehm, +und er bat mich sehr, ihm Rat zu schlagen, wie er Barthaare bekommen könnte." +Z166069305,461,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000461/full/full/0/native.jpg,"Diese Monche haben auch einen kleinen Garten, der +nicht so eng und der in befferm Zustande war als jener +in dem erstern Kloster. Es waren Atles, einige Data +telbaume, einige Slivenbaume und ein Mandelbaum +darin. Unter den Kuchenpflanzen fab ich den Kelab*) +eine Art von grosen langlebenden Bohnen, die sehr hoch +emporsteigt und die wie die Weinstocke sehr gut zu Laus +ben ist. Ihre Vlatter find bou einem lichten Grun; ihre +breiten und langlichen Schoten haben die namliche Farbe +mit einer dunkelrothen Einfassung: sie enthalten langlich, +runde Krner, die mit Gelb und Rothlichbraun und manch +mal mit Schwarz abwechseln. Man bauet diese Art von +Hulsenfrucht in gang Aegypten, und ihre Bohnen sind +eine gewohnliche Nahrung. +Quf Einem der Hsfe stand ein ungeheuerer Tamarina +denbaum **), den die Copten fur die Wirkung eines mun. +berbaren Wachsthums ansehen. Der heilige Effrem +lies an der Thure eines andern Einsiedlers, den er besuchte, +reinen Stock stehen, der augenblicklich Wurzel fchlug, +Zweige trieb, und sogleich ein ungeheuer groser Tama, +rindenbaum wurde. Um die Grose Des Wunders noch +mehr zu vermehren, behaupten sie, er rey der einzige +Baum dieser Art in Aegypten. Aber dies ist ein Betrug: +denn ob schont die Samarindenbaume barelbst selten find, +to fieht man doch in den Garten von Rachid einige +Stocke davon.' Auf allen Markten in den egyptischeit +Stabten trift man die Schoten, die Kerner und das Fleisch +gefochter und zugleich mit Zucker vermischter Camarinden an. +Die Caravanen bringen diese Art von dicken Einge. +machten aus dem Innern Afrikas' nach Negypten. +Sie ist eine unentbehrliche Sache, wenn man burch Wu. +*) Dolichios lablab. Lin. +**) Tamarindus- indica. Lin. Im arabischen Tamar: Hindi +( Dattelbaum der Indier).","435 + +Dieſe Mönche haben auch einen kleinen Garten, der +nicht ſo eng und der in befferm Zuſtandé war als jener +in dem erſtern Kloſter. Es waren Atles, einige Data +telbåume, einige Slivenbäume und ein Mandelbaum +darin. Unter den Küchenpflanzen fab ich den Kelab*) +eine Art von großen langlebenden Bohnen, die ſehr hoch +emporſteigt und die wie die Weinſtocke ſehr gut zu Laus +ben iſt. Ihre Vlåtter find bou einem lichten Grün; ihre +breiten und långlichen Schoten haben die nämliche Farbe +mit einer dunkelrothen Einfaſſung: ſie enthalten långlich, +runde Kørner, die mit Gelb und Rothlichbraun und manch +mal mit Schwarz abwechſeln. Man bauet dieſe Art von +Hülſenfrucht in gang Aegypten, und ihre Bohnen ſind +eine gewöhnliche Nahrung. + +Quf Einem der Hsfe ſtand ein ungeheuerer Tamarina +denbaum **), den die Copten für die Wirkung eines mun. +berbaren Wachsthums anſehen. Der heilige Effrem +ließ an der Thüre eines andern Einſiedlers, den er beſuchte, +reinen Stock ſtehen, der augenblicklich Wurzel fchlug, +Zweige trieb, und ſogleich ein ungeheuer großer Tama, +rindenbaum wurde. Um die Große Des Wunders noch +mehr zu vermehren, behaupten ſie, er rey der einzige +Baum dieſer Art in Aegypten. Aber dies iſt ein Betrug: +denn ob ſchont die Samarindenbäume barelbſt ſelten find, +to fieht man doch in den Garten von Rachid einige +Stocke davon.' Auf allen Märkten in den egyptiſcheit +Ståbten trift man die Schoten, die Kérner und das Fleiſch +gefochter und zugleich mit Zucker vermiſchter Camarinden an. + +Die Caravanen bringen dieſe Art von dicken Einge. +machten aus dem Innern Afrikas' nach Negypten. +Sie iſt eine unentbehrliche Sache, wenn man burch Wů. + +i + +*) Dolichios lablab. Lin. +**) Tamarindus- indica. Lin. Im árabiſchen Tamar: Hindi + +( Dattelbaum der Indier). + + +","Diese Mönche haben auch einen kleinen Garten, der nicht so eng und der in besserem Zustande war als jener in dem ersten Kloster. Es waren Atlanten, einige Datteinbäume, einige Silberbäume und ein Mandelbaum darin. Unter den Kuchenpflanzen fand ich die Dolichos, eine Art von großen langlebenden Bohnen, die sehr hoch emporsteigen und die wie die Weinstöcke sehr gut zu Lauben sind. Ihre Blätter finden einen lichten Grün; ihre breiten und langlichen Schoten haben dieselbe Farbe mit einer dunkelroten Einfassung: sie enthalten lange, runde Kerne, die mit Gelb und Röthlichbraun und manchmal mit Schwarz abwechseln. Man baut diese Art von Hülsenfrucht in ganz Ägypten, und ihre Bohnen sind eine gewöhnliche Nahrung. + +Auf einem der Höfe stand ein ungeheurer Tamarindenbaum **), den die Kopten für die Wirkung eines wunderbaren Wachsthums ansehen. Der heilige Ephrem ließ an der Thüre eines anderen Einsiedlers, den er besuchte, einen reinen Stock stehen, der augenblicklich Wurzel schlug, Zweige trieb, und sogleich ein ungeheuer großer Tamarindenbaum wurde. Um die Größe des Wunders noch mehr zu vermehren, behaupten sie, er sey der einzige Baum dieser Art in Ägypten. Aber dies ist ein Betrug: denn obwohl die Tamarindenbäume zwar selten finden, so findet man doch in den Gärten von Rachid einige Stöcke davon. + +Auf allen Märkten in den ägyptischen Städten trifft man die Schoten, die Kerne und das Fleisch gefochter und zugleich mit Zucker vermischter Tamarinden an. Die Karawanen bringen diese Art von dicken Eingemachten aus dem Innern Afrikas nach Ägypten. Sie ist eine unentbehrliche Sache, wenn man durch Wüsten reist. + +*) Dolichos lablab. Lin. +**) Tamarindus indica. Lin. Im arabischen Tamar: Hindi (Dattelbaum der Indier)." +Z166069305,462,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000462/full/full/0/native.jpg,"ften reifen mus: man ist fie, um sich zu erquicken und den +brennenden Durst zu stillen, den diese gluhenden Gegens +gen erregen. +Die kleine Anzahl von Baumen, die einen Sheil von +dem Umfange von Zaidi Surian beschatten, lodt ei. +nige kleine Vogel herbei: fie verbreiten daselbst einen An- +strich von Heiterkeit, wahrend die Natur zu Zaidi el +Baramus rauh ist und alle lebenden Geschepfe ver. +scheucht. +Das Brunnenwasser ist gut, wenn man es mit jenem +vergleicht, das wir mehrere Tage lang hatten trinken +mussen: es hat blos einen leichten Salzgeschmack, und es +verdankt wahrscheinlich reinen Duel dem Natrumsfee, der +nur drei Viertelmeilen von dem Kloster entfernt ist. +Es war iu diesem Kloster ein Monch, der in Sas +berch gewesen war: er erzahlte mir, ein Europaer +stande daselbst so wohl bei dem Kaiser in grosen Gnaden +als unter dem Wolfe in hohem Ansehen. Ich hatte Arn .. +Bruce zu Montbard bei Buffon gesehen: ich ers +hielt von ihm besondre Nachrichten von seinen Aufenthalte +in Syaberch, und diese Nachrichten und die genaue Ueber. +einstimmung der Zeitpunkte waren der vollstandigste Bes +weis, das der Europa er, von dem er mir erzahlte, +er habe eine grose Rolle zu Gudar gespielt, Hr. Bru. +ce ren. Dies ist nicht der einzige Beweis, den ich von +der Wirklichkeit einer Reife zu sammelu Gelegenheit gehabt +habe, die unserm Jahrhunderte Ehre macht und woruber +man Zweifel erregt hat*). Sowohl in Frankreich +se: +*) Dik Deutschen baben zwei Uebersekungen von seinen Reifen +zur Entdeckung der Nilquellen: die eine ist von Voll: +1nan n in 5 Bd. 1790, 1791; die andere von Cuhn( die +abgeturzt ift) 1791.","434 + +ften reifen muß: man ißt fie, um ſich zu erquicken und den +brennenden Durſt zu ſtillen, den dieſe glühenden Gegens +gen erregen. + +Die kleine Anzahl von Bäumen, die einen Sheil von +dem Umfange von Zaidi Surian beſchatten, lodt ei. +nige kleine Vogel hérbei: fie verbreiten daſelbſt einen An- +ſtrich von Heiterkeit, während die Natur zu Zaidi el +Baramus rauh iſt und alle lebenden Geſchepfe ver. +ſcheucht. + +1 + +Das Brunnenwaſſer iſt gut, wenn man es mit jenem +vergleicht, das wir mehrere Tage lang hatten trinken +müſſen: es hat bloß einen leichten Salzgeſchmack, und es +verdankt wahrſcheinlich reinen Duel dem Natrumsfee, der +nur drei Viertelmeilen von dem Kloſter entfernt iſt. + +Es war iu dieſem Kloſter ein Mönch, der in Sas +berch geweſen war: er erzählte mir, ein Europåer +ſtånde daſelbſt ſo wohl bei dem Kaiſer in großen Gnaden +als unter dem Wolfe in hohem Anſehen. Ich hatte Arn .. +Bruce zu Montbard bei Buffon geſehen: ich ers +hielt von ihm beſondre Nachrichten von ſeinen Aufenthalte +in Syaberch, und dieſe Nachrichten und die genaue Ueber. +einſtimmung der Zeitpunkte waren der vollſtändigſte Bes +weis, daß der Europå er, von dem er mir erzählte, +er habe eine große Rolle zu Gudar geſpielt, Hr. Bru. +ce ren. Dies iſt nicht der einzige Beweis, den ich von +der Wirklichkeit einer Reife zu ſammelu Gelegenheit gehabt +habe, die unſerm Jahrhunderte Ehre macht und worüber +man Zweifel erregt hat*). Sowohl in Frankreich + +se: + +*) Dik Deutſchen baben zwei Ueberſekungen von ſeinen Reifen + +zur Entdeckung der Nilquellen: die eine iſt von Voll: +1nan n in 5 Bd. 1790, 1791; die andere von Čuhn( die +abgetürzt ift) 1791. + +. + + +","Oft reifen Musen: man ist frei, um sich zu erquicken und den brennenden Durst zu stillen, den diese glühenden Gegensätze erregen. + +Die kleine Anzahl von Bäumen, die einen Schil von dem Umfange von Zaidi Surian beschatten, lockt einige kleine Vögel herbei: sie verbreiten daselbst einen Hauch von Heiterkeit, während die Natur zu Zaidi el Baramus rauh ist und alle lebenden Geschöpfe verschüchtert. + +Das Brunnenwasser ist gut, wenn man es mit jenem vergleicht, das wir mehrere Tage lang hatten trinken müssen: es hat bloß einen leichten Salzgeschmack, und es verdankt wahrscheinlich reinen Duell dem Natrumssee, der nur drei Viertelmeilen von dem Kloster entfernt ist. + +Es war in diesem Kloster ein Mönch, der in Sachsenberg gewesen war: er erzählte mir, ein Europäer stehe daselbst so wohl bei dem Kaiser in großen Gnaden als unter dem Wolfe in hohem Ansehen. Ich hatte Herrn Bruce zu Montbard bei Buffon gesehen: ich ersahlt von ihm besondere Nachrichten von seinen Aufenthalten in Sachsenberg, und diese Nachrichten und die genaue Übereinstimmung der Zeitpunkte waren der vollständigste Beweis, daß der Europäer, von dem er mir erzählte, eine große Rolle zu Gudar gespielt habe, Herr Bruce ren. Dies ist nicht der einzige Beweis, den ich von der Wirklichkeit einer Reise zu sammeln Gelegenheit gehabt habe, die unserem Jahrhundert Ehre macht und worüber man Zweifel erregt hat. + +*) Die Deutschen haben zwei Übersetzungen von seinen Reisen zur Entdeckung der Nilquellen: die eine ist von Vollmann in 5 Bd. 1790, 1791; die andere von Cuhn (die abgeturzt ist) 1791." +Z166069305,463,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000463/full/full/0/native.jpg,"als in England gab es. Peute, die nicht daran glaubtent. +Man schrieb mir nach Kairo: ,, Wir wunschen Ihnen alle +,, megliche Gesundheit, die man nothig hat, wenn man eine +forchwierige Reife unternehmen will, als diejenige ist, die +wfie nach Haberch machen wollen*). Vielleicht werden + fie Gelegenheit finden, dasjenige auser Zweifel zu reken, was +wuns ein beruhmter englandischer Reisender Herr, Bruce, +,, davon erzahlt hat. Man glaubt in feinem Vaterlande +mgang und gar nicht daran, und Sie wurden feiner Ehre +,, einen Dienft erweisen, wenn Sie bei Ihrer Ruttehr so +wie Er von diesem Lande sprachen. +Es ist das Schickfal auserordentlicher Unternehmun. +sen, das fie angegriffen und verlaumdet werden. Es +giebt eine zahlreiche Klasse von Menschen, die nichts Gutes +thun fann, und die daher auf alles Uneigennuzzige und +Nuzliche neidisch ist: sie ist eifersuchtig auf Geschicklichkei- +ten, weil sie felbft feine befist, und sucht dem Berdienste +die gebuhrende Belohnung zu entreisen. +Den 14. um 3 Uhr morgens reiste ich von Zaidi +Surian ab, nachdem ich den Monchen einige noch +ubrige Geldstucke gegeben hatte. Ich nahm mir vor, +meinen Fus in kein Kloster weiter zu fesen: es gab noch +zwei solche Seidster; ich hatte nichts mehr, womit ich die +Habsucht der Munche befriedigen fonnte; ich wuste ubri. +gens, das fie auch keines Besuches werth waren. +Als ich vor dem Einen diefer Ridster vorbei reifte, das +blos einige Schritte von jenem liegt, das wir so eben ver. +lassen hatten,' und das Amba Birchoi heist, erwartea +ten mich die Monche in der Thur: fie baten mich'Brin. +gend, hinein zu gehen, und um mich dazu geneigt ju mar +*) Ich werde die Grunde' angeben, die mich an der Ausfuhrung +dieser Reise verhindert haben.","435 + +als in England gab es. Peute, die nicht daran glaubtent. +Man ſchrieb mir nach Kairo: ,, Wir wünſchen Ihnen alle +,, megliche Geſundheit, die man nothig hat, wenn man eine +forchwierige Reife unternehmen will, als diejenige iſt, die +wfie nach Haberch machen wollen*). Vielleicht werden +„ fie Gelegenheit finden, dasjenige außer Zweifel zu reken, was +wuns ein berühmter englandiſcher Reiſender Herr, Bruce, +,, davon erzählt hat. Man glaubt in feinem Vaterlande +mgang und gar nicht daran, und Sie würden feiner Ehre +,, einen Dienft erweiſen, wenn Sie bei Ihrer Rüttehr ſo +wie Er von dieſem Lande ſpråchen.“ + +Es iſt das Schickfal außerordentlicher Unternehmun. +sen, daß fie angegriffen und verläumdet werden. Es +giebt eine zahlreiche Klaſſe von Menſchen, die nichts Gutes +thun fann, und die daher auf alles Uneigennůzzige und +Nüzliche neidiſch iſt: ſie iſt eiferſüchtig auf Geſchicklichkei- +ten, weil ſie felbft feine befißt, und ſucht dem Berdienſte +die gebührende Belohnung zu entreißen. + +Den 14. um 3 Uhr morgens reiſte ich von Zaidi +Surian ab, nachdem ich den Monchen einige noch +übrige Geldſtücke gegeben hatte. Ich nahm mir vor, +meinen Fuß in kein Kloſter weiter zu feßen: es gab noch +zwei ſolche Seidſter; ich hatte nichts mehr, womit ich die +Habſucht der Münche befriedigen fonnte; ich wußte úbri. +gens, daß fie auch keines Beſuches werth waren. + +1 + +Als ich vor dem Einen diefer Ridſter vorbei reifte, das +bloß einige Schritte von jenem liegt, das wir ſo eben ver. +laſſen hatten,' und das Amba Birchoi heißt, erwartea +ten mich die Mönche in der Thür: fie baten mich'Brin. +gend, hinein zu gehen, und um mich dazu geneigt ju mar + +1 + +*) Ich werde die Gründe' angeben, die mich an der Ausführung +dieſer Reiſe verhindert haben. + + +","als in England gab es Leute, die nicht daran glaubten. +Man schrieb mir nach Kairo: ""Wir wünschen Ihnen alle mögliche Gesundheit, die man nötig hat, wenn man eine schwierige Reise unternehmen will, als diejenige ist, die wir nach Habesch machen wollen."" Vielleicht werden Sie Gelegenheit finden, dasjenige ausser Zweifel zu reken, was uns ein berühmter engländischer Reisender Herr, Bruce, davon erzählt hat. Man glaubt in seinem Vaterlande nicht daran und gar nicht daran, und Sie würden Ihrer Ehre einen Dienst erweisen, wenn Sie bei Ihrer Rückkehr so wie Er von diesem Lande sprechen. + +Es ist das Schicksal ausserordentlicher Unternehmungen, dass sie angegriffen und verleumdet werden. Es gibt eine zahlreiche Klasse von Menschen, die nichts Gutes thun kann, und die daher auf alles Unerlaubte und Nützliche neidisch ist: sie ist eifersüchtig auf Geschicklichkeit, weil sie selbst keine besitzt, und sucht dem Verdienste die gebührende Belohnung zu entreißen. + +Den 14. um 3 Uhr morgens reiste ich von Saida Surian ab, nachdem ich den Mönchen einige noch übrige Geldstücke gegeben hatte. Ich nahm mir vor, meinen Fuß in kein Kloster weiter zu setzen: es gab noch zwei solche Klöster; ich hatte nichts mehr, womit ich die Habsucht der Mönche befriedigen konnte; ich wusste übrigens, dass sie auch keines Besuches werth waren. + +Als ich vor dem einen dieser Klöster vorbei reiste, das bloß einige Schritte von jenem liegt, das wir so eben verlassen hatten, und das Amba Birchoi heisst, erwarteten mich die Mönche in der Thür: sie baten mich, hinein zu gehen, und um mich dazu geneigt zu machen, +*) Ich werde die Gründe angeben, die mich an der Ausführung dieser Reise verhindert haben." +Z166069305,464,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000464/full/full/0/native.jpg,"chen, sagten fie mir, fie befasen den Korper eines Heilis +gen, der noch ro frisch und roth ware, als wenn er am +Leben ware. Sie schienen fehr erzurnt zu seyn, als ich +einer solchen Lockung widerstand, allein der wahre Grund +ihrer Unzufriedenheit, die sie zeigten, war der Verlust des +Geldes, das fte von meinem Besuche zu erhalten hofften. +Mein arabischer Scheif wollte mich noch vor einem +alten Kloster vorbei fuhren: ich fagte ihm aber, das ich +mich durchaus diesen so schlecht bewohnten Gebauden nicht +nahern wolle, hinter welchen eine Rauberbande versteckt +reyn konnte, ich wollte lieber auf freier Ebene bleiben, +wenn ich auch nochmals der Gefahr eines Leberfalles aus. +gefest feyn sollte. Unsere Reise war also gegen Often ge. +richtet, und wir gingen am usersten fudlichen Ende des +Jezten Natrumsfees vorbei, der mit einer ungeheuern +Menge von allen Arten von Enten bedeckt war. +Wir liesen das Vierte von dieren Klostern in der +Wuste eine starke Meile von uns zur Rechten liegen. Dice +res ist besonders dem heiligen Macarius geweihet. +Man nennt es auch Amba Monguar: die Araber ra- +gen blos Monguar. Es ist wie die Andern von copti. +fchen Monchen betwohnt; man sieht in seiner Nachbar. +Ichaft viele Srummern, die die Copten fur Ueberbleibfel +von dem alten Kloster des heiligen Macarius ausgeben. +Die Araber geben diesen Trummern einen Namen, der +Weiberfchlos bedeutet. +Bir reiften den ganzen Tag und die ganze Nacht +uber, und kamen um funf Uhr Morgens im Dorfe Etris +am westlichen Nilufer an. Das kager der Beduinen, +in deren Gesellschaft ich reifte, war ganz nahe bei diesem +Dorfe aufgeschlagen. Der Scheit fuhrte mich in sein +Zelt, und fogleich brachten uns die Weiber auf eine gasta +freie Weise zu effen.","436 + +di + +chen, ſagten fie mir, fie befäßen den Körper eines Heilis +gen, der noch ro friſch und roth wäre, als wenn er am + +, +Leben wäre. Sie ſchienen fehr erzúrnt zu ſeyn, als ich +einer ſolchen Lockung widerſtand, allein der wahre Grund +ihrer Unzufriedenheit, die ſie zeigten, war der Verluſt des +Geldes, das fte von meinem Beſuche zu erhalten hofften. + +9 +M + +「 + +- + +b + +重 + +Mein arabiſcher Scheif wollte mich noch vor einem +alten Kloſter vorbei führen: ich fagte ihm aber, daß ich +mich durchaus dieſen ſo ſchlecht bewohnten Gebäuden nicht +nåhern wolle, hinter welchen eine Räuberbande verſteckt +reyn konnte, ich wollte lieber auf freier Ebene bleiben, +wenn ich auch nochmals der Gefahr eines Leberfalles aus. +gefeßt feyn ſollte. Unſere Reiſe war alſo gegen Often ge. +richtet, und wir gingen am đußerſten füdlichen Ende des +Jezten Natrumsfee’s vorbei, der mit einer ungeheuern +Menge von allen Arten von Enten bedeckt war. + +I + +0 + +Wir ließen das Vierte von dieren Kloſtern in der +Wüſte eine ſtarke Meile von uns zur Rechten liegen. Dice +res iſt beſonders dem heiligen Macarius geweihet. +Man nennt es auch Amba Monguar: die Araber ra- +gen bloß Monguar. Es iſt wie die Andern von copti. +fchen Monchen betwohnt; man ſieht in ſeiner Nachbar. +Ichaft viele Srůmmern, die die Copten für Ueberbleibfel +von dem alten Kloſter des heiligen Macarius ausgeben. +Die Araber geben dieſen Trúmmern einen Namen, der +Weiberfchloß bedeutet. + +Bir reiften den ganzen Tag und die ganze Nacht +über, und kamen um fünf Uhr Morgens im Dorfe Etriß +am weſtlichen Nilufer an. Das kager der Beduinen, + +in deren Geſellſchaft ich reifte, war ganz nahe bei dieſem +Dorfe aufgeſchlagen. Der Scheit führte mich in ſein +Zelt, und fogleich brachten uns die Weiber auf eine gaſta +freie Weiſe zu effen. + + +","chen, sagten sie mir, sie befasen den Körper eines Heiligen, +der noch so frisch und roth ware, als wenn er am Leben wäre. +Sie schienen sehr erzürnt zu sein, als ich einer solchen Lockung widerstand, +allein der wahre Grund ihrer Unzufriedenheit, die sie zeigten, war der Verlust des +Geldes, das sie von meinem Besuche zu erhalten hofften. + +Mein arabischer Scheich wollte mich noch vor einem alten Kloster vorbeiführen: +Ich fragte ihn aber, dass ich mich durchaus diesen so schlecht bewohnten Gebäuden nicht nähern wolle, +hinter welchen eine Räuberbande versteckt sein könnte, ich wollte lieber auf freier Ebene bleiben, +wenn ich auch nochmals der Gefahr eines Überfalls ausgesetzt sollte. + +Unsere Reise war also gegen Osten gerichtet, und wir gingen am äußersten südlichen Ende des +jetzigen Natronsees vorbei, der mit einer ungeheuren Menge von allen Arten von Enten bedeckt war. + +Wir ließen das Vierte von vier Klostern in der Wüste eine starke Meile von uns zur Rechten liegen. +Dieses ist besonders dem heiligen Makarius geweiht. Man nennt es auch Amba Monguar: +die Araber nennen es bloß Monguar. Es ist wie die Andern von koptischen Mönchen bewohnt; +man sieht in seiner Nachbarschaft viele Trümmer, die die Kopten für Überbleibsel +von dem alten Kloster des heiligen Makarius ausgeben. +Die Araber geben diesen Trümmern einen Namen, der Weiberfriedhof bedeutet. + +Wir reisten den ganzen Tag und die ganze Nacht über, +und kamen um fünf Uhr Morgens im Dorfe Etris am westlichen Nilufer an. +Das Lager der Beduinen, in deren Gesellschaft ich reiste, war ganz nahe bei diesem +Dorfe aufgeschlagen. Der Scheich führte mich in sein Zelt, +undogleich brachten uns die Weiber auf eine gastfreie Weise zu essen." +Z166069305,465,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000465/full/full/0/native.jpg,"Ich hatte den Scheit gleich bei unserm ersten Zua +fammentreffen in der Wuste gesagt, das ich ihm unmoglich +den Lohn fur die Bedeckung und fur die Shiere, die er mir +gegeben hatte, bezahlen konnte, ehe ich von Kairo wie. +der zuruckfame, wohin ich, um Geld zu hohlen, reisen muste, +weil mir Leute von seiner Nation meine Borse ausgeleert +hatten. Er hatte mir zur Antwort gegeben, das er nicht +allein um einen Sold nid) t besorgt ware, sondern das +er auch Geld zu meinen Diensten batte. Auf den legten +Theil seiner Antwort hatte ich nicht eben genau aufge. +merkt. Ich vergas, das ich nicht mehr in Landern war, +wo der Mund etwas anders ragt, als der Geist denkt, +wo viele dem Anscheine nach liebreiche Worte oft nur Aus, +drucke der Gleichgultigkeit und manchmal eines versteckten +Hasses sind; wo endlich ahnliche Anerbieten, ahnliche zua +vorkommende Gefadigkeiten fur unfruchtbare Hoflichkeitsa +bezeugungen, und fur Unerbieten der Artigkeit angesehen +werden, die man durch eine wechrelseitige Uebereinkunft +feine Lust zu halten hat, und die man abschlagt, ohne daran +zu glauben. Da die Mablzeit vorbei war, gieng mein +Wirth nach einem Koffer hin, der in einem Winkel feines +Zeltes ftand, zog einen kleinen Sack vol Geld heraus und +reichte mir ihn mit folgenden Worten: Ich bin mit +,, Unwillen Zeuge von der Schurkerei des Monchs zu Zaidi +wel Haramus gewesen. Ich weis, das du Empfehlungsa +fchreiben hast, und das du bei dem Kiarchef zu War: +Joan alle benothigte Unteflusung finden wurdest: aber + du wurdest mich franken, wenn du dich an einen Hund + von Turken, an einen Mamelucken, wendetest. Ich +werde nicht zugeben, das derjenige, mit welchem ich ein +afreundschaftliches Mahl eingenommen habe, den ich mit + Gefahr meines Lebens wurde beschust haben, und der +w mein Bruder worden ist, seine Zuflucht zu Undern nehme. +,, Nimm dieses Geld; es gehort dein. Wenn du es aus. +vschlugest, wurde ich glauben, das du einen Freund ver. +,, achtetest, weil er Einer von den 9 annern aus der Wuste","437 + +1 + +1 + +Ich hatte den Scheit gleich bei unſerm erſten Zua +fammentreffen in der Wüſte geſagt, daß ich ihm unmöglich +den Lohn für die Bedeckung und für die Shiere, die er mir +gegeben håtte, bezahlen könnte, ehe ich von Kairo wie. +der zurückfåme, wohin ich, um Geld zu hohlen, reiſen mußte, +weil mir Leute von ſeiner Nation meine Börſe ausgeleert +håtten. Er hatte mir zur Antwort gegeben, daß er nicht +allein um einen Sold nid) t beſorgt ware, ſondern daß +er auch Geld zu meinen Dienſten båtte. Auf den legten +Theil ſeiner Antwort hatte ich nicht eben genau aufge. +merkt. Ich vergaß, daß ich nicht mehr in Låndern war, +wo der Mund etwas anders ragt, als der Geiſt denkt, +wo viele dem Anſcheine nach liebreiche Worte oft nur Aus, +drücke der Gleichgültigkeit und manchmal eines verſteckten +Haſſes ſind; wo endlich ähnliche Anerbieten, ähnliche zua +vorkommende Gefädigkeiten für unfruchtbare Höflichkeitsa +bezeugungen, und für Unerbieten der Artigkeit angeſehen +werden, die man durch eine wechrelſeitige Uebereinkunft +feine Luſt zu halten hat, und die man abſchlågt, ohne daran +zu glauben. Da die Mablzeit vorbei war, gieng mein +Wirth nach einem Koffer hin, der in einem Winkel feines +Zeltes ftand, zog einen kleinen Sack vol Geld heraus und +reichte mir ihn mit folgenden Worten: Ich bin mit +,, Unwillen Zeuge von der Schurkerei des Mönchs zu Zaidi +wel Haramus geweſen. Ich weiß, daß du Empfehlungsa +fchreiben haſt, und daß du bei dem Kiarchef zu War: +Joan alle benöthigte Unteflüßung finden würdeſt: aber +„ du würdeſt mich frånken, wenn du dich an einen Hund +„ von Túrken, an einen Mamelucken, wendeteſt. Ich +werde nicht zugeben, daß derjenige, mit welchem ich ein +afreundſchaftliches Mahl eingenommen habe, den ich mit +„ Gefahr meines Lebens wurde beſchüßt haben, und der +w mein Bruder worden iſt, ſeine Zuflucht zu Undern nehme. +,, Nimm dieſes Geld; es gehört dein. Wenn du es aus. +vſchlugeſt, würde ich glauben, daß du einen Freund ver. +,, achteteſt, weil er Einer von den 9 ånnern aus der Wüſte + + +","Ich hatte dem Scheich gleich bei unserem ersten Zusammentreffen in der Wüste gesagt, dass ich ihm unmöglich den Lohn für die Bedeckung und für die Schiffe, die er mir gegeben hatte, bezahlen konnte, ehe ich von Kairo zurückkäme, wohin ich um Geld zu holen reisen müsste, weil mir Leute von seiner Nation meine Börse ausgeleert hatten. Er hatte mir zur Antwort gegeben, dass er nicht allein um einen Sold benötigt wäre, sondern dass er auch Geld zu meinen Diensten batte. Auf den letzten Teil seiner Antwort hatte ich nicht eben genau aufgemerkt. + +Ich vergaß, dass ich nicht mehr in Ländern war, wo der Mund etwas anders sagt, als der Geist denkt, wo viele dem Anscheine nach liebliche Worte oft nur Ausdrücke der Gleichgültigkeit und manchmal eines versteckten Hasses sind; wo endlich ähnliche Anerbieten, ähnliche zuvorkommende Gefälligkeiten für unfruchtbare Höflichkeitsbezeugungen, und für Unerbieten der Artigkeit angesehen werden, die man durch eine wechselseitige Übereinkunft feine Lust zu halten hat, und die man abschlägt, ohne daran zu glauben. + +Da die Mahlzeit vorbei war, ging mein Wirth nach einem Koffer hin, der in einem Winkel seines Zeltes stand, zog einen kleinen Sack voll Geld heraus und reichte mir ihn mit folgenden Worten: Ich bin mit Unwillen Zeuge von der Schurkerei des Monchs zu Zaidi wel Haramus gewesen. Ich weiß, dass du Empfehlungsschreiben hast, und dass du bei dem Kirchenfürsten zu War Joan alle benötigte Unterstützung finden würdest; aber du würdest mich franken, wenn du dich an einen Hund von Türken, an einen Mamelucken, wendest. Ich werde nicht zugeben, dass derjenige, mit welchem ich ein freundschaftliches Mahl eingenommen habe, den ich mit Gefahr meines Lebens würde beschützt haben, und der mein Bruder worden ist, seine Zuflucht zu Untern nimmt. + +Nimm dieses Geld; es gehört dir. Wenn du es ausschlägst, würde ich glauben, dass du einen Freund verachtest, weil er einer von den anderen aus der Wüste ist." +Z166069305,466,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000466/full/full/0/native.jpg,"mift*)."" Welche edelmuthige Gesinnungen! Welche Sees +lengrose! Und derselbe menfch wurde mich geplundert hai +ben, wenn er mich in der Wuste angetroffen hatte. Um +eine so offene und redliche Herzlichkeit zu erwiedern, und +um meinen Wirth nicht zu Franken, nahm ich einige Pas +tafen, die er inich nicht zahlen fah: er hrte mich nicht +an, als ich sie ihm bei meiner sehr nahen Kudfunft wieder +zu bezahlen versprach. +Wir horten, die Horde Abdalla's, jenes fchwarzen +Rauberanfuhrers, der mir so gern die Beute wieder hers +ausgab,' die er schon genoinmen hatte, habe sich durch +neue Abtheilungen verstarkt und uns unter den Mauern des +Klosters des heiligen Ma carius oder Amba Mun. +gar aufgelauert, in deffen Nabe ich nicht vorbei gehen +mollte. Der Scheif danite mir berzlich, das ich keinen +Besuch in diesem Kloster gemacht, und das ich ihn gend, +thigt hatte, die ganze Nacht hindurch ju reisen. Alle Be. +Duinen fchwarmten im Freien herum, um mich zu uber. +fallen, weil sie sich einbildeten, ich hatte grose Reichthus +mer bei mir, und nur dem Nebenwege und demn Eilmarsche, +zu welchen ich meine Fuhrer zwang, verdanke ich meine +Rettung. Diere Meinung von der grosen Menge Gold, +das ich bei mir truge, hatte auch die einfaltigen Kopfe +der Fellahs oder Candleute eingenominen: sie konnte +also noch traurigere Wirkungen fur mid) von Seiten dieser +berwilderten Menschen haben, die eben so grose Rauber +als die Beduinen waren, aber keine von ihren 1dblidhen +Eigenfchaften befasen. Diese Umfande brachten mich auf +den Entschlus, mich zu den Befehlshaber der Gegend zu +begeben: ich reifte daher nach seiner Refidenz Bardan +ab, das eine halbe Meile gegen Sudsudost von Etris +liegt. Der Mamelucken. Difizier nahin mich mit vieler Ge- +*) Bedaui, worau wir Beduiken gemacht haben, will fo +viel fagen als Bewohner det ute.","438 + +mift*)."" Welche edelmuthige Geſinnungen! Welche Sees +lengroße! Und derſelbe menfch würde mich geplündert hai +ben, wenn er mich in der Wüſte angetroffen håtte. Um +eine ſo offene und redliche Herzlichkeit zu erwiedern, und +um meinen Wirth nicht zu Frånken, nahm ich einige Pas +tafen, die er inich nicht zählen fah: er hørte mich nicht +an, als ich ſie ihm bei meiner ſehr nahen Kúdfunft wieder +zu bezahlen verſprach. + +t + +. + +1 + +Wir horten, die Horde Abdalla's, jenes fchwarzen +Råuberanführers, der mir ſo gern die Beute wieder hers +ausgab,' die er ſchon genoinmen hatte, habe ſich durch +neue Abtheilungen verſtärkt und uns unter den Mauern des +Kloſters des heiligen Ma carius oder Amba Mun. +gar aufgelauert, in deffen Nåbe ich nicht vorbei gehen +mollte. Der Scheif danite mir berzlich, daß ich keinen +Beſuch in dieſem Kloſter gemacht, und daß ich ihn gend, +thigt hatte, die ganze Nacht hindurch ju reiſen. Alle Be. +Duinen fchwärmten im Freien herum, um mich zu über. +fallen, weil ſie ſich einbildeten, ich håtte große Reichthús +mer bei mir, und nur dem Nebenwege und demn Eilmarſche, +zu welchen ich meine Führer zwang, verdanke ich meine +Rettung. Diere Meinung von der großen Menge Gold, +das ich bei mir trúge, hatte auch die einfältigen Köpfe +der Fellahs oder Candleute eingenominen: ſie konnte +alſo noch traurigere Wirkungen für mid) von Seiten dieſer +berwilderten Menſchen haben, die eben ſo große Räuber +als die Beduinen waren, aber keine von ihren 1dblidhen +Eigenfchaften befaßen. Dieſe Umfånde brachten mich auf +den Entſchluß, mich zu den Befehlshaber der Gegend zu +begeben: ich reifte daher nach ſeiner Refidenz Bardan +ab, das eine halbe Meile gegen Südſüdoſt von Etriß +liegt. Der Mamelucken. Difizier nahin mich mit vieler Ge- + +*) Bedaui, worauð wir Beduiken gemacht haben, will fo +viel fagen als Bewohner det ute. + +« ;; + + +","Welche edelmuthige Gesinnungen! Welche Seelenengrosse! Und derselbe Mensch wurde mich geplundert haben, wenn er mich in der Wüste angetroffen hätte. Um eine so offene und redliche Herzlichkeit zu erwiedern, und um meinen Wirthen nicht zu kränken, nahm ich einige Pastafen, die er mir nicht zahlen sollte; er hörte mich nicht an, als ich sie ihm bei meiner sehr nahen Kundschaft wieder zu bezahlen versprach. + +Wir hörten, die Horde Abdalla's, jenes schwarzen Räuberanführers, der mir so gern die Beute wiedergab, die er schon genommen hatte, habe sich durch neue Abtheilungen verstärkt und uns unter den Mauern des Klosters des heiligen Macarius oder Amba Mun gar aufgelauert, in dessen Nähe ich nicht vorbei gehen sollte. Der Scheich dannte mir beredtlich, dass ich keinen Besuch in diesem Kloster gemacht hatte, und dass ich ihn genötigt hatte, die ganze Nacht hindurch zu reisen. Alle Beduinen schwärmten im Freien herum, um mich zu überfallen, weil sie sich einbildeten, ich hätte große Reichthümer bei mir, und nur dem Nebenwege und dem Eilmarsche, zu welchem ich meine Fürher zwang, verdanke ich meine Rettung. Diese Meinung von der großen Menge Gold, das ich bei mir trug, hatte auch die einfältigen Köpfe der Fellahs oder Kandelute eingenommen: sie konnte also noch traurigere Wirkungen für mich von Seiten dieser verwilderten Menschen haben, die eben so große Räuber als die Beduinen waren, aber keine von ihren üblen Eigenschaften besaßen. Diese Umstände brachten mich auf den Entschluss, mich zu dem Befehlshaber der Gegend zu begeben: ich reiste daher nach seiner Residenz Bardan ab, das eine halbe Meile gegen Südost von Etris liegt. + +Der Mamelucken-Difizier nahm mich mit vielem Geschmack auf. + +*) Bedawi, worauf wir Beduinen gemacht haben, will so viel sagen als Bewohner der Wüste." +Z166069305,467,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000467/full/full/0/native.jpg,"falligkeit auf und wunschte, das ich in seinem eignen Hause +wohnen mochte. +Wardan ist ein groses Dorf in einer kleinen Ento +fernung von dem westlichen Nilufer, und, steht auf der +Stelle' von der alten Stadt Latopolis*) die der kato. +na geweiht war, und wornach Einer von den Nomen +( Abtheilungen) Aegyptens benannt wurde. In neuern +Zeiten war dieser Ort auf eine andere Art, namlich durch +Raubereien, beruchtigt worden. Es war ein furchtbares +Raubernest, das alle Schiffe plunderte, die an diesem Orte +vorbei fuhren. Die Kaufleute hatten fein anderes Hulfs. +mittel als ihre Waaren selbst auf Fahrzeuge von War. +dan zu laden, deren Patrone mit den Raubern in Ver. +bindung standen und dadurch den ihnen anvertrauten Ra. +bungen Sicherheit verschafften. Diese Raubergefellschaft +wurde von Alibey vernichtet, und hierauf war War. +dan ein ficherer Ort. +Ich dung ein Fahrzeug, das mich nach sair o brin. +gen und nach Rachid zuruck fuhren follte, und reifete +den 16 Abends um 5 Uhr ab. Da wir keinen Wind hat. +ten, so musten wir ftill halten. Um zwei Uhr Morgens +aber brachen wir wieder auf. Des Morgens faben wir +im Vorbeifahren die Einwohner eines Dorfes ihre Woh. +nungen verlassen und mit ihren Habseligkeiten und ihren +Heerden auf das oftliche Nilufer ubersesen: fie hatten +den Tag vorher einige hundert Beduinen gesehen und +befurchteten daher, von ihnen geplundert zu werden. Es +war ohne Zweifel Abdallas Horde, die uns nach regte. +Das Dorf, ob es gleich am Ufer des Fluffes steht, liegt +faft in der Wuste. Je naher man Kairo kommt, desto +*) Man nennt sie auch letno, die die Hauptftadt des latas +litischen Nomios war. +Der Ueberseger.","439 + +fälligkeit auf und wünſchte, daß ich in ſeinem eignen Hauſe +wohnen möchte. + +Wardan iſt ein großes Dorf in einer kleinen Ento +fernung von dem weſtlichen Nilufer, und, ſteht auf der +Stelle' von der alten Stadt Latopolis*) die der kato. +na geweiht war, und wornach Einer von den Nomen +( Abtheilungen) Aegyptens benannt wurde. In neuern +Zeiten war dieſer Ort auf eine andere Art, nämlich durch +Räubereien, berüchtigt worden. Es war ein furchtbares +Råuberneſt, das alle Schiffe plünderte, die an dieſem Orte +vorbei fuhren. Die Kaufleute hatten fein anderes Hülfs. +mittel als ihre Waaren ſelbſt auf Fahrzeuge von War. +dan zu laden, deren Patrone mit den Räubern in Ver. +bindung ſtanden und dadurch den ihnen anvertrauten Ra. +bungen Sicherheit verſchafften. Dieſe Räubergefellſchaft +wurde von Alibey vernichtet, und hierauf war War. +dan ein ficherer Ort. + +Ich dung ein Fahrzeug, das mich nach sair o brin. +gen und nach Rachid zurück führen follte, und reifete +den 16 Abends um 5 Uhr ab. Da wir keinen Wind hat. +ten, ſo mußten wir ftill halten. Um zwei Uhr Morgens +aber brachen wir wieder auf. Des Morgens faben wir +im Vorbeifahren die Einwohner eines Dorfes ihre Woh. +nungen verlaſſen und mit ihren Habſeligkeiten und ihren +Heerden auf das oftliche Nilufer überſeßen: fie hatten +den Tag vorher einige hundert Beduinen geſehen und +befürchteten daher, von ihnen geplündert zu werden. Es +war ohne Zweifel Abdallas Horde, die uns nach regte. +Das Dorf, ob es gleich am Ufer des Fluffes ſteht, liegt +faft in der Wüſte. Je näher man Kairo kommt, deſto + +*) Man nennt ſie auch letno, die die Hauptftadt des latas +litiſchen Nomios war. + +Der Ueberſeger. + + +","Falligkeit auf und wünschte, dass ich in seinem eigenen Hause wohnen möchte. + +Wardan ist ein großes Dorf in einer kleinen Entfernung von dem westlichen Nilufer, und steht auf der Stelle von der alten Stadt Latopolis*) die der Kato. na geweiht war, und wornach Einer von den Nomen (Abtheilungen) Aegyptens benannt wurde. In neueren Zeiten war dieser Ort auf eine andere Art, namlich durch Raubereien, berüchtigt worden. Es war ein fürchterliches Räubernest, das alle Schiffe plünderte, die an diesem Orte vorbeifuhren. Die Kaufleute hatten kein anderes Hülfsmittel als ihre Waaren selbst auf Fahrzeuge von Wardan zu laden, deren Patrone mit den Räubern in Verbindung standen und dadurch den ihnen anvertrauten Räubungen Sicherheit verschafften. Diese Raubergefellschaft wurde von Alibey vernichtet, und hierauf war Wardan ein sicherer Ort. + +Ich mietete ein Fahrzeug, das mich nach Said oder Birket el-Raschid bringen und nach Rachid zurückführen sollte, und reiste den 16. Abends um 5 Uhr ab. Da wir keinen Wind hatten, so mussten wir stillhalten. Um zwei Uhr Morgens aber brachen wir wieder auf. Des Morgens sahen wir im Vorbeifahren die Einwohner eines Dorfes ihre Wohnungen verlassen und mit ihren Habseligkeiten und ihren Herden auf das östliche Nilufer übersetzen: sie hatten den Tag vorher einige hundert Beduinen gesehen und befürchteten daher, von ihnen geplündert zu werden. Es war ohne Zweifel Abdallas Horde, die uns nachging. + +Das Dorf, ob es gleich am Ufer des Flusses steht, liegt fast in der Wüste. Je näher man Kairo kommt, desto + +*) Man nennt sie auch Lato, die Hauptstadt des litischen Nomios war. +Der Überseger." +Z166069305,468,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000468/full/full/0/native.jpg,"mahr nimmt auf der Weftseite des Nils'nach und nach +das fruchtbare Land ab und breitet sich in dem Babire +in unermeslichen Ebenen aus: das westliche Ufer ist daher +gegen diese Hauptstadt Aegypten 8 hin, beinahe nichts +weiter, als eine durre Sandstrecke, +Da der Patron dos Schiffes fich zu Bulat, dem +Hafen von sairo nicht zu zeigen wagte, weil er furch. +tete, man mchte ihm fein Fahrzeug zum Dienste der +Armee wegnehmen, die der Ben Ismael gegen seine +Mitbewerber Murat und Ibrahim versammelte, so +hielten wir eine halbe Meile unterhalb ulak*) bei eis +nem Dorfe, Namiens Sch ubra, an. Ich schickte je +mand von den Meinigen zu Lande nach Kairo, und for +bald er wieder zuruck fam, fo regelten wir wieder Abends +um 9 Uhr den Flus hinab. +Ich legte mich in die Schiffskammer nieder, nachdem +ich mit der Halfte meiner Leute bis Mitternacht gemacht +hatte, wo wir durch eine andere Halfte abgeldt wurden; +diese Borsichtsmaasregel habe ich auf allen meinen Reifen +beobachtet **). Man weckte mich, um mir zu melden, das +drei kleine Fahrzeuge ohne Maften und ohne Segel auf uns ++) Bulat ist eine halbe Stunde von Kairo entfernt. Der uib. +**) Vor dem Einrucken der Franzosen in regopten war die +Schiffahrt auf dem Nil, vorzuglich des Nadto, auserordentlich +unsicher. Die Bauern zogen sich' nackend aus, besomierten +den Korper mit Del, und bestahien mit groser Geschwindigkeit +die Schiffe. Sie pflegten vorzuglich die Zeit wahrzunehmen, +wann die Schiffe vor Anker lagen, schwammen mit einem +Iedernen Schlauche am Leibe und einem Pesfer in der Hand, +tamen in der Stille auf das Fahrzeug zerschnitten die Stride, +womit die Ballen an einander befestigt waren, und warfen sie +ins Wasser, wohin fie nachsprangen. Eine Zeitlang waren sie +mit ihrer Beute gang unter dem Waffer, und kamen nicht eber +wieder mit dem Kopfe zum Porscheine., als bis fie nichts +mehr zu furchten hatten, Europaische Reisende liesen des +ihrer","440 + +mahr nimmt auf der Weftſeite des Nils'nach und nach +das fruchtbare Land ab und breitet ſich in dem Babire +in unermeßlichen Ebenen aus: das weſtliche Ufer iſt daher +gegen dieſe Hauptſtadt Aegypten 8 hin, beinahe nichts +weiter, als eine durre Sandſtrecke, + +Da der Patron dos Schiffes fich zu Bulat, dem +Hafen von sairo nicht zu zeigen wagte, weil er fürch. +tete, man møchte ihm fein Fahrzeug zum Dienſte der +Armee wegnehmen, die der Ben Ismael gegen ſeine +Mitbewerber Murat und Ibrahim verſammelte, ſo +hielten wir eine halbe Meile unterhalb Øulak*) bei eis +nem Dorfe, Namiens Sch ubra, an. Ich ſchickte je + +, +mand von den Meinigen zu Lande nach Kairo, und for +bald er wieder zurück fam, fo regelten wir wieder Abends +um 9 Uhr den Fluß hinab. + +$ + +Ich legte mich in die Schiffskammer nieder, nachdem +ich mit der Hälfte meiner Leute bis Mitternacht gemacht +hatte, wo wir durch eine andere Hälfte abgeldt wurden; +dieſe Borſichtsmaaßregel habe ich auf allen meinen Reifen +beobachtet **). Man weckte mich, um mir zu melden, daß +drei kleine Fahrzeuge ohne Maften und ohne Segel auf uns + +1 + ++) Bulat iſt eine halbe Stunde von Kairo entfernt. Der uib. +**) Vor dem Einrücken der Franzoſen in regopten war die + +Schiffahrt auf dem Nil, vorzüglich des Nadto, außerordentlich +unſicher. Die Bauern zogen ſich' nackend aus, beſomierten +den Körper mit Del, und beſtahien mit großer Geſchwindigkeit +die Schiffe. Sie pflegten vorzüglich die Zeit wahrzunehmen, +wann die Schiffe vor Anker lagen, ſchwammen mit einem +Iedernen Schlauche ám Leibę und einem Péſfer in der Hand, +tamen in der Stille auf das Fahrzeug zerſchnitten die Stride, +womit die Ballen an einander befeſtigt waren, und warfen ſie +ins Waſſer, wohin fie nachſprangen. Eine Zeitlang waren ſie +mit ihrer Beute gang unter dem Waffer, und kamen nicht eber +wieder mit dem Kopfe zum Porſcheine., als bis fie nichts +mehr zu fürchten hatten, Europäiſche Reiſende ließen des + +ihrer + + +","Mahr nimmt auf der Westseite des Nils nach und nach das fruchtbare Land ab und breitet sich in dem Babiene unermesslichen Ebenen aus: das westliche Ufer ist daher gegen diese Hauptstadt Aegyptens hin beinahe nichts weiter, als eine dürre Sandstrecke. + +Da der Patron des Schiffes sich zu Bulat, dem Hafen von Kairo nicht zu zeigen wagte, weil er fürchtete, man möchte ihm sein Fahrzeug zum Dienste der Armee wegnehmen, die der Ben Ismael gegen seine Mitbewerber Murat und Ibrahim versammelte, so hielten wir eine halbe Meile unterhalb Ulak bei einem Dorfe, Namens Schubra, an. Ich schickte jemand von den Meinigen zu Lande nach Kairo, und sobald er wieder zurück kam, so regelten wir wieder Abends um 9 Uhr den Fluß hinab. + +Ich legte mich in die Schiffskammer nieder, nachdem ich mit der Hälfte meiner Leute bis Mitternacht gemacht hatte, wo wir durch eine andere Hälfte abgelöst wurden; diese Vorsichtsmaßregel habe ich auf allen meinen Reisen beobachtet. Man weckte mich, um mir zu melden, daß drei kleine Fahrzeuge ohne Masten und ohne Segel auf uns zukamen. + +Bulat ist eine halbe Stunde von Kairo entfernt. Der übliche Weg nach Kairo führt durch Bulak. + +Vor dem Einrücken der Franzosen in Ägypten war die Schiffahrt auf dem Nil, vorzüglich des Nachts, außerordentlich unsicher. Die Bauern zogen sich nackt aus, besudelten den Körper mit Dattelsaft und bestiegen mit großer Geschwindigkeit die Schiffe. Sie pflegten vorzüglich die Zeit zu wählen, wenn die Schiffe vor Anker lagen, schwammen mit einem ledernen Schlauche am Leibe und einem Pfrieme in der Hand, tauchten in der Stille auf das Fahrzeug zu, schnitten die Stricke, womit die Ballen aneinander befestigt waren, und warfen sie ins Wasser, wohin sie nachsprangen. Eine Zeitlang waren sie mit ihrer Beute gang unter dem Wasser, und kamen nicht wieder mit dem Kopfe zum Vorscheine, als bis sie nichts mehr zu fürchten hatten. Europäische Reisende ließen deshalb" +Z166069305,469,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000469/full/full/0/native.jpg,"los ruberten, und das fie auf unsere an fie gerichteten +Fragen nicht antworten wollten: der Patron lies mir fan +gen, es waren Rauber, und es fon fein Augenblick zu +verliehren uber fie hinznschiesen, che pe selbst zu feuern an. +fiengen. Sie hatten sogleich mehrere Ladungen aus un, +Fern Musketen bekommen, die fie nur dadurch erwiederten, +bas sie sich durch angestrengtes Rudern von uns ent. +fernten, +Den 18. fuhren wir zwischen Wardan und dem +fleinen Dorfe Guereis hindurch, unterhalb wel. +chem eine Viertelmeile weiter hin man ein anderes Dorf, +Geziret Wardan genannt, feht. An diesem Orte +lauft der Nil bis nach Etris Nordwest ein Biertel +Nord. Wir fahen mehrere Zuge von Enten, archgraue +Moven von der grosen und kleinen Art, und einen Fla. +mingo, den die Araber Berarus nennen. An den beiden +ufern des Flufics waren viele getafnete Regenpfeifer, die +oft des Nachts ein Geschrei horen lassen. Zu Raichid, +wo sie, wie ich fchon bemerkt habe, sehr zahlreich find, +halten fie fich des Nachts langs dem Nil vor den Haue +fern bin auf, und ermangeln nicht mit ihrer scharfen und +durchdringenden Stimme das lange Sellen zu begleiten, +womit die Hunde auf der Strase bei dem geringsten Gea +rausche die Ruhe der Menschen fioren, +Als wir vor Geziret Wardan vorbei fuhren, +rahen wir eine Beerdigung. Vor der Begleitung giengen +zwei Fahnen her, wovon die eine weis, die andere roth +war; ein Gebrauch, der in den Starten nicht gewohnlich +ift. Weiter hinunter bekamen wir bei dem Dorfe Men 8. +gi eine weniger traurige Szene zu Gesichte. Es war eine +Nachts licht auf ihren Schiffen brennen, um zu zeigen, das +fie wachfam waren, und waren Dadurch vor Anfallen gesichert. +Der ile berreter.","441 + +1 + +los ruberten, und daß fie auf unſere an fie gerichteten +Fragen nicht antworten wollten: der Patron ließ mir fan +gen, es waren Räuber, und es fon fein Augenblick zu +verliehren uber fie hinznſchießen, che pe ſelbſt zu feuern an. +fiengen. Sie hatten ſogleich mehrere Ladungen aus un, +Fern Musketen bekommen, die fie nur dadurch erwiederten, +baß ſie ſich durch angeſtrengtes Rudern von uns ent. +fernten, + +1 + +Den 18. fuhren wir zwiſchen Wardan und dem +fleinen Dorfe Guereiß hindurch, unterhalb wel. +chem eine Viertelmeile weiter hin man ein anderes Dorf, +Geziret Wardan genannt, feht. An dieſem Orte +läuft der Nil bis nach Etriß Nordweſt ein Biertel +Nord. Wir fahen mehrere Züge von Enten, archgraue +Möven von der großen und kleinen Art, und einen Fla. +mingo, den die Araber Beraruß nennen. An den beiden +ufern des Flufics waren viele getafnete Regenpfeifer, die +oft des Nachts ein Geſchrei hören laſſen. Zu Raichid, +wo ſie, wie ich fchon bemerkt habe, ſehr zahlreich find, +halten fie fich des Nachts långs dem Nil vor den Häue +fern bin auf, und ermangeln nicht mit ihrer ſcharfen und +durchdringenden Stimme das lange Sellen zu begleiten, +womit die Hunde auf der Straße bei dem geringſten Gea +räuſche die Ruhe der Menſchen fioren, + +Als wir vor Geziret Wardan vorbei fuhren, +rahen wir eine Beerdigung. Vor der Begleitung giengen +zwei Fahnen her, wovon die eine weiß, die andere roth +war; ein Gebrauch, der in den Stårten nicht gewohnlich +ift. Weiter hinunter bekamen wir bei dem Dorfe Men 8. +gi eine weniger traurige Szene zu Geſichte. Es war eine + +Nachts licht auf ihren Schiffen brennen, um zu zeigen, daß +fie wachfam wåren, und waren Dadurch vor Anfällen geſichert. + +Der ile berreter. + + +","los rüberten, und das sie auf unsere an sie gerichteten Fragen nicht antworten wollten: der Patron liess mir sagen, es waren Räuber, und es sei ein Augenblick zu verlieren, um über sie hinwegzuschiessen, ehe sie selbst zu feuern anfingen. Sie hatten sogleich mehrere Ladungen aus fern Musketen bekommen, die sie nur dadurch erwiderten, dass sie sich durch angestrengtes Rudern von uns entfernten. + +Den 18. fuhren wir zwischen Wardan und dem kleinen Dorfe Guereis hindurch, unterhalb welchem eine Viertelmeile weiter hin man ein anderes Dorf, Geziret Wardan genannt, sieht. An diesem Orte läuft der Nil bis nach Etris Nordwest ein Bisschen Nord. Wir fahen mehrere Züge von Enten, aschgraue Möven von der großen und kleinen Art, und einen Flamingo, den die Araber Berarus nennen. An den beiden Ufern des Flusses waren viele getäfelte Regenpfeifer, die oft des Nachts ein Geschrei hören lassen. Zu Raichid, wo sie, wie ich schon bemerkt habe, sehr zahlreich sind, halten sie sich des Nachts langs dem Nil vor den Häusern hin auf, und ermangeln nicht mit ihrer scharfen und durchdringenden Stimme das lange Sellen zu begleiten, womit die Hunde auf der Straße bei dem geringsten Geräusche die Ruhe der Menschen stören. + +Als wir vor Geziret Wardan vorbei fuhren, sahen wir eine Beerdigung. Vor der Begleitung giengen zwei Fahnen her, wovon die eine weiss, die andere roth war; ein Gebrauch, der in den Staaten nicht gewöhnlich ist. Weiter hinunter bekamen wir bei dem Dorfe Men 8. Gi eine weniger traurige Szene zu Gesichte. Es war eine Hochzeit, und die Gäste hatten Nachts Licht auf ihren Schiffen brennen lassen, um zu zeigen, dass sie wachsam waren, und waren dadurch vor Anfallen gesichert. Der Ile berreter." +Z166069305,470,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000470/full/full/0/native.jpg,"Hochzeit. Die Braut fas auf einem grosen Camele; und +war von einem Haufen Landleute umringt: diese stellten +unter einander Gefechte mit langen Stocken vor. Voraus +gieng eine Musik von Hautboisten und Lambadurs. Der +Sang des Cameles war sehr langsam, unb man lies es +noch jeden Augenblick ftide halten, um um die Braut herum +zu tanzen, zu schreien und sich zu fchlagen: auf diese Art +fuhrte man sie einen halben Tag lang in dem Dorfe und +in den umliegenden Gegenben herum. +Eine Viertelmeile unterhalb Mendgi liegt das +fleine Dorf Monfi. Gegen uber fteht zwischen diesen +beiden Dorfern Etris, wo wir morgens um zehn Uhr +anlangten. +Ich lief in bas Lager meines edelmuthigen Bedui. +nen scheiks. Er schien erstaunt zu seyn, als er mich ro +bald wieder fabe. Ich bezahlte ihm meine Schuld und +that noch ein kleines Geschenk von einigen Elen Luch hin. +zu. Wahrend ich mit ihm ein frugales Mahl genos, das +er mich anzunehmen zwang, lies er ohne mein Wissen +einen Hammel und einige andere Lebensmittel auf mein +Fahrzeug bringen. Ich trennte mich voller Bewunderung +und Dankbarkeit von diesem vortreflichen Manne. D! +mochte derjenige, der uber das Verderbnis unserer Stadte, +uber die darin herrschenden und schlecht unter der Maste +der Heuchelei versteckten Lafter, uber die gleisnerischen Tur +genden und uber jene Trennung kleinlicher Interessen, +die aus einer Gesellschaft von Menschen eine Vereinigung +von Feinden macht, unwillig ist, die Menschheit zu vers +laumden aufhoren! Zu ihrer Ehre giebt es noch Volfer, +die nicht grose Fehler verbergen, indem sie ihre offenbare +Berubung mit den Aeuserungen vortreflicher Eigenschaften +vermischen! Unter dem groben Zelte des Beduinen, +auf dem unfruchtbaren Sande, der ihm zum Lager diente","442 + +Hochzeit. Die Braut faß auf einem großen Camele; und +war von einem Haufen Landleute umringt: dieſe ſtellten +unter einander Gefechte mit langen Stocken vor. Voraus +gieng eine Muſik von Hautboiſten und Lambadurs. Der +Sang des Cameles war ſehr langſam, unb man ließ es +noch jeden Augenblick ftide halten, um um die Braut herum +zu tanzen, zu ſchreien und ſich zu fchlagen: auf dieſe Art +führte man ſie einen halben Tag lang in dem Dorfe und +in den umliegenden Gegenben herum. + +Eine Viertelmeile unterhalb Mendgi liegt das +fleine Dorf Monfi. Gegen über fteht zwiſchen dieſen +beiden Dörfern Etriß, wo wir morgens um zehn Uhr +anlangten. + +Ich lief in bas Lager meines edelmüthigen Bedui. +nen ſcheiks. Er ſchien erſtaunt zu ſeyn, als er mich ro +bald wieder fabe. Ich bezahlte ihm meine Schuld und +that noch ein kleines Geſchenk von einigen Elen Luch hin. +zu. Während ich mit ihm ein frugales Mahl genoß, daß +er mich anzunehmen zwang, ließ er ohne mein Wiſſen +einen Hammel und einige andere Lebensmittel auf mein +Fahrzeug bringen. Ich trennte mich voller Bewunderung +und Dankbarkeit von dieſem vortreflichen Manne. D! +mochte derjenige, der über das Verderbniß unſerer Stådte, +über die darin herrſchenden und ſchlecht unter der Maste +der Heuchelei verſteckten Lafter, über die gleißneriſchen Tur +genden und über jene Trennung kleinlicher Intereſſen, +die aus einer Geſellſchaft von Menſchen eine Vereinigung +von Feinden macht, unwillig iſt, die Menſchheit zu vers +låumden aufhören! Zu ihrer Ehre giebt es noch Volfer, +die nicht große Fehler verbergen, indem ſie ihre offenbare +Berübung mit den Aéußerungen vortreflicher Eigenſchaften +vermiſchen! Unter dem groben Zelte des Beduinen, +auf dem unfruchtbaren Sande, der ihm zum Lager diente + +1 + + +","Hochzeit. Die Braut fuhr auf einem großen Kamel; und war von einem Haufen Landleute umringt: diese stellten unter einander Gefechte mit langen Stöcken vor. Voraus ging eine Musik von Hautboisten und Tambouren. Der Gang des Kamels war sehr langsam, aber man ließ es noch jeden Augenblick halten, um um die Braut herum zu tanzen, zu schreien und sich zu schlagen: auf diese Art führte man sie einen halben Tag lang in dem Dorfe und in den umliegenden Gegenben herum. + +Eine Viertelmeile unterhalb Mendgi liegt das kleine Dorf Monfi. Gegenüber steht zwischen diesen beiden Dörfern Etris, wo wir morgens um zehn Uhr anlangten. + +Ich lief in das Lager meines edelmütigen Beduinen-Scheichs. Er schien erstaunt zu sein, als er mich bald wieder sah. Ich bezahlte ihm meine Schuld und that noch ein kleines Geschenk von einigen Ellen Leinwand hinzu. Während ich mit ihm ein frugales Mahl genoß, das er mich anzunehmen zwang, ließ er ohne mein Wissen einen Hammel und einige andere Lebensmittel auf mein Fahrzeug bringen. Ich trennte mich voller Bewunderung und Dankbarkeit von diesem vortrefflichen Manne. + +Dem möge derjenige, der über das Verderben unserer Städte, über die darin herrschenden und schlecht unter der Maske der Heuchelei versteckten Laster, über die gleißnerischen Türme und über jene Trennung kleinlicher Interessen, die aus einer Gesellschaft von Menschen eine Vereinigung von Feinden macht, unwillig ist, die Menschheit zu versöhnen aufhören! Zu ihrer Ehre gibt es noch Völker, die nicht große Fehler verbergen, indem sie ihre offensichtliche Berührung mit den Äußerungen vortrefflicher Eigenschaften vermischen! Unter dem groben Zelte des Beduinen, auf dem unfruchtbaren Sande, der ihm zum Lager diente" +Z166069305,471,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000471/full/full/0/native.jpg,"mus man einfache Sitten) edelmuthige Gewohnheiten und +gastfreundschaftliche Tugenden Puigen. +Ich hatte Gelegenheit,' ein fonderbares Mittel zu res +hen, das die Fellahs oder die a gyptischen Bauern +gegen die Augenkrankheiten brauchen. Sie hangen an eie +nen Faden und an ihren Kopfpus eine kleine Kugel von so. +rallen, und zwar so, das fie gerade uber das franke Auge +herabfalt, das fie stets vor fich bat, und das ohne Auf. +horen von ihr geschlagen wird. Wenn man sich blind +machen wollte, so konnte man fein besseres Mittel daju +wahlen, als dieses tolle Spezififum. +Wir reiften um vier Uhr Abends von Etrit ab +und fanden zwei Meilen weiter hinunter Ab unesch a be +und im Angesicht desselben auf dem oftlichen Ufer sabue'. +Der Nil ist zwischen diesen beiden Dorfern sehr breit, +aber er hat nur eine geringe Tiefe: mein Fahrzeug, ob es +gleich ganz leer war, gerieth dennoch auf dem Strand, +und fas lange feft. Um neun Uhr Abends tamen wir nach +Sagnus, das ein ziemlich betrachtliches Dorf ift, und +eine halbe Meile von Tabu e' liegt. +zu Jagnus as ich zum erstenmal eine kleine Frucht, +Nebfa genannt. Der Baum, der fie tragt, ist eine +grose Art Kreuzbeerenstaude, die hoher als der Pflaumen. +baum wird, und dessen Rinde grau aussieht, und ziemlich +der Weidenrinde abnlich ist. Ihre Blatar feben wechsels. +weise und find klumpf, haben drei erhabene Adern, und +fehen dunkelgrun aus. Die Fruchte gleichen fleinen runden +Nepfeln*) und haben auch vielmehr'den Geschmack dersele +ben als den Geschmack von Pflaumen: wenn sie noch nicht +) Da der Nebta noch wenig, befannt und Forstals Bert +$. nicht in jedermanns handen ist. To glaube ich den Krautertens +neru ein Vergnugen zu machen, wenn ich hier das einrucke,","443 + +muß man einfache Sitten) edelmüthige Gewohnheiten und +gaſtfreundſchaftliche Tugenden Puigen. + +Ich hatte Gelegenheit,' ein fonderbares Mittel zu res +hen, das die Fellahs oder die å gyptiſchen Bauern +gegen die Augenkrankheiten brauchen. Sie hången an eie +nen Faden und an ihren Kopfpuß eine kleine Kugel von so. +rallen, und zwar ſo, daß fie gerade über das franke Auge +herabfält, das fie ſtets vor fich bat, und das ohne Auf. +horen von ihr geſchlagen wird. Wenn man ſich blind +machen wollte, ſo konnte man fein beſſeres Mittel daju +wählen, als dieſes tolle Spezififum. + +. + +Wir reiften um vier Uhr Abends von Etrit ab +und fanden zwei Meilen weiter hinunter Ab uneſch a be +und im Angeſicht deſſelben auf dem oftlichen Ufer sabue'. +Der Nil iſt zwiſchen dieſen beiden Dorfern ſehr breit, +aber er hat nur eine geringe Tiefe: mein Fahrzeug, ob es +gleich ganz leer war, gerieth dennoch auf dem Strand, +und faß lange feft. Um neun Uhr Abends tamen wir nach +Sagnuß, das ein ziemlich beträchtliches Dorf ift, und +eine halbe Meile von Tabu e' liegt. + +zu Jagnuß aß ich zum erſtenmal eine kleine Frucht, +Nebfa genannt. Der Baum, der fie trågt, iſt eine +große Art Kreuzbeerenſtaude, die hoher als der Pflaumen. +baum wird, und deſſen Rinde grau ausſieht, und ziemlich + +der Weidenrinde åbnlich iſt. Ihre Blåtar feben wechſels. +weiſe und find klumpf, haben drei erhabene Adern, und + +fehen dunkelgrún aus. Die Früchte gleichen fleinen runden +Nepfeln*) und haben auch vielmehr'den Geſchmack derſele +ben als den Geſchmack von Pflaumen: wenn ſie noch nicht + +) Da der Nebta noch wenig, befannt und Forstals Bert +$. nicht in jedermanns hånden iſt. To glaube ich den Kräutertens + +neru ein Vergnügen zu machen, wenn ich hier das einrücke, + + +","mus man einfache Sitten, edelmuthige Gewohnheiten und gastfreundschaftliche Tugenden pflegen. +Ich hatte Gelegenheit, ein fonderbares Mittel zu beschreiben, das die Fellahs oder die ägyptischen Bauern gegen die Augenkrankheiten brauchen. Sie hängen an einem Faden und an ihren Kopfputz eine kleine Kugel von Korallen, und zwar so, dass sie gerade über das rechte Auge herabfällt, das sie stets vor sich hat, und das ohne Aufhören von ihr geschlagen wird. Wenn man sich blind machen wollte, so könnte man kein besseres Mittel dazu wählen, als dieses tolle Spezifikum. + +Wir reisten um vier Uhr Abends von Erit ab und fanden zwei Meilen weiter hinunter Abuscheb auf dem östlichen Ufer. Der Nil ist zwischen diesen beiden Dörfern sehr breit, aber er hat nur eine geringe Tiefe: mein Fahrzeug, ob es gleich ganz leer war, geriet dennoch auf dem Strand, und fiel lange fest. Um neun Uhr Abends kamen wir nach Sagnus, das ein ziemlich betrachtliches Dorf ist, und eine halbe Meile von Tabu liegt. + +Zu Jagnus aß ich zum erstenmal eine kleine Frucht, Nebsta genannt. Der Baum, der sie trägt, ist eine große Art Kreuzbeerenstrauch, die höher als der Pflaumenbaum wird, und dessen Rinde grau aussieht, und ziemlich der Weidenrinde ähnlich ist. Ihre Blätter sind wechselweise und finden klumpf, haben drei erhabene Adern, und sehen dunkelgrün aus. Die Früchte gleichen kleinen runden Pfirschen und haben auch vielmehr den Geschmack derselben als den Geschmack von Pflaumen: wenn sie noch nicht reif sind, schmecken sie säuerlich. + +Da der Nebsta noch wenig bekannt und Forstals Bertsch nicht in jedermanns Händen ist. To glaube ich den Kräuternern ein Vergnügen zu machen, wenn ich hier das einrücke" +Z166069305,472,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000472/full/full/0/native.jpg,"gang reif find, so haben fie einen herben Geschmack, wie +Hotzapfel: sind sie uberreif, so haben sie gar keinen Gjes +schmack mehr: ist man sie aber in dem Zeitpunkte ihrer +Reife e ro haben sie einen ziemlich angenehmen Geschmack, +und einen runden rauhen Stern. +Jagnus gegen uber war der Nit fast ganz mit +Enten bedeckt, ich erstaunte, mitten unter ihren Zugen Felds +tauben, die man in Aegypten in unglaublicher Unzahl +antrifft, fich zu jeder Tageszeit auf das Wasser, selbst wo +es den starfften Strom hat, niederlassen, und auf seiner +Oberflache oft langer als eine Minute verweilen zu sehen. +Diese Gewohnheit, die ich nirgends bemerkt habe, und die +wahrscheinlich von der grosen Hise des Klimas herruhrt, +baben in heisen Landern alle Lauben diefer Ure gemein. +Den 20. septen wir unsere Schiffahrt nach Raroid +fort, nachdem ein dicker Nebel, wahrend deffen. Dauer +wir keinen Gegenstand, nicht einmal in der grosten Nahe, +unterscheiden konnten, verschwunden war. Der Himmel +bellte sich auf, und es erhob fich ein ungeftumer Nords +wind, der unser Fahrzeug den Strom herunter zu laufen +was dieser Reisende, der ihn an Ort und Stelle untersucht, +davou bekannt gemacht hat. +Rhamnus Nabeca. Variat. a) Rh. divaricatus; foliis semi- +pollicar. Caulibus ad fingula folia divaricatis; fpinis validis, +saepe geminis. +b) Rhamnus rectus; ramis rectis; spinis +aut nullis aut folitariis ad latus petioli, rectis patentibus; +folus pollicaribus Viriusque caudex arboreus; fructu drupa, +nuce biloculari; folia crenulata, trinervia gravra, ovata, +obtusa, alterna, disticha, petiolata; ftipulae fetaceae,' Arab. +prior Sidr, vel Ghaft aut Fell. Alter Ardj. vel Orredj. Fors- +kal, flora aegyptiaca- arab. fupp. p. 204. Rhamnus napeca. +Rhumph. arab. 2 tab. 42. +**) Savari der diese Fruchte nicht gesehen zu taben scheint, +fagt, fie waren tleine Bira von einem( duerlichen Geschmade +Briefe 2. Bd. S. 430 12""","444 + +gang reif find, ſo haben fie einen herben Geſchmack, wie +Hotzäpfel: ſind ſie überreif, ſo haben ſie gar keinen Gjes +ſchmack mehr: ißt man ſie aber in dem Zeitpunkte ihrer +Reife e ro haben ſie einen ziemlich angenehmen Geſchmack, +und einen runden rauhen Stern. + ++ + +if + +Jagnuß gegen über war der Nit faſt ganz mit +Enten bedeckt, ich erſtaunte, mitten unter ihren Zügen Felds +tauben, die man in Aegypten in unglaublicher Unzahl +antrifft, fich zu jeder Tageszeit auf das Waſſer, ſelbſt wo +es den ſtårfften Strom hat, niederlaſſen, und auf ſeiner +Oberfläche oft långer als eine Minute verweilen zu ſehen. +Dieſe Gewohnheit, die ich nirgends bemerkt habe, und die +wahrſcheinlich von der großen Hiße des Klimas herrührt, +baben in heißen Ländern alle Lauben diefer Ure gemein. + +IF + +中 +de +. + +0. + +Den 20. ſepten wir unſere Schiffahrt nach Raroid +fort, nachdem ein dicker Nebel, während deffen. Dauer +wir keinen Gegenſtand, nicht einmal in der größten Nähe, +unterſcheiden konnten, verſchwunden war. Der Himmel +bellte ſich auf, und es erhob fich ein ungeftumer Nords +wind, der unſer Fahrzeug den Strom herunter zu laufen + +GE +de + +was dieſer Reiſende, der ihn an Ort und Stelle unterſucht, +davou bekannt gemacht hat. + +Rhamnus Nabeca. Variat. a) Rh. divaricatus; foliis ſemi- +pollicar. Caulibus ad fingula folia divaricatis; fpinis validis, +ſaepe geminis. + +b) Rhamnus rectus; ramis rectis; ſpinis +aut nullis aut folitariis ad latus petioli, rectis patentibus; +folüs pollicaribus Viriuſque caudex arboreus; fructu drupa, +nuce biloculari; folia crenulata, trinervia gravra, ovata, +obtuſa, alterna, diſticha, petiolata; ftipulae fetaceae,' Arab. +prior Sidr, vel Ghaft aut Fell. Alter Ardj. vel Orredj. Fors- +kal, flora aegyptiaca- arab. fupp. p. 204. Rhamnus napeca. + +Rhumph. arab. 2 tab. 42. +**) Savari der dieſe Früchte nicht geſehen zu taben ſcheint, + +fagt, fie waren tleine Bira von einem( duerlichen Geſchmade +Briefe 2. Bd. S. 430 12"" + +/ + + +","gang reif find, so haben sie einen herben Geschmack, wie Holzapfel; sind sie überreif, so haben sie gar keinen Geschmack mehr; ist man sie aber in dem Zeitpunkte ihrer Reife erobert, so haben sie einen ziemlich angenehmen Geschmack und einen runden rauhen Stern. + +Jagnus gegenüber war der Nil fast ganz mit Enten bedeckt, ich erstaunte, mitten unter ihren Zügen Feldtauben, die man in Ägypten in unglaublicher Unzahl antrifft, sich zu jeder Tageszeit auf das Wasser, selbst wo es den stärksten Strom hat, niederlassen, und auf seiner Oberfläche oft länger als eine Minute verweilen zu sehen. Diese Gewohnheit, die ich nirgends bemerkt habe, und die wahrscheinlich von der großen Hefe des Klimas herrührt, haben in heißen Ländern alle Lauben dieser Art gemein. + +Den 20. September setzten wir unsere Schiffahrt nach Rhodoi fort, nachdem ein dichter Nebel, während dessen Dauer wir keinen Gegenstand, nicht einmal in der größten Nähe, unterscheiden konnten, verschwunden war. Der Himmel besserte sich auf, und es erhob sich ein ungestümer Nordwind, der unser Fahrzeug den Strom herunter zu laufen zwang. + +Rhamnus Nabeca. Variat. a) Rh. divaricatus; foliis semi-pollicaribus. Caulibus ad singula folia divaricatis; spinis validis, sæpe geminis. +b) Rhamnus rectus; ramis rectis; spinis aut nullis aut folitariis ad latus petioli, rectis patentibus; foliis pollicaribus Viribusque caudex arboreus; fructu drupa, nuce biloculari; folia crenulata, trinervia gravra, ovata, obtusa, alterna, disticha, petiolata; stipulae fetaceae. Arab. prior Sidr, vel Ghaft aut Fell. Alter Ardj. vel Orredj. Forskal, flora aegyptiaca- arab. sup. p. 204. Rhamnus napaea. Rhumph. arab. 2 tab. 42. + +Savari, der diese Früchte nicht gesehen zu haben scheint, fragt, sie waren kleine Birnen von einem dauerlichen Geschmack. Briefe 2. Bd. S. 430" +Z166069305,473,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000473/full/full/0/native.jpg,"Berhinderte, und der Wellen auf dem Flusie chlug. Un. +terhalb Jagnus geht der Nil nach Nord ein Viertel +Nordwest. Eine halbe Meile weiter hin sieht man einen +Ort, Namens It mas, und noch eine halbe Meile weiter +unten Serrana, wo ich anhielt. +Zu Derrana mohnt ein Kiafchef. Diefer Flecken +ist gut mit Mauern versehen, und wie alle Dorfer in die. +fen Gegenden ganz von Erde erbauet. In feiner Rachbars +fchaft sieht man Trummern, die Ueberbleibfel von der alten +Stadt Terenuthis find*). Diese Kuinen find heut +zu Tage im Lande unter dem Namen Ububell u bekannt. +Die Einwohner von Serrana find ein Bres und +mildes Volf. Die Abwesenheit des Rialchefs, der bei +der Armee war, machte sie nod) gefahrlicher. Wir wur. +den von ihnen beschimpft und bedroht. Man hatte bier +von meiner Reise in der Wuste erzahlen gehort, und, wie +gewohnlich, gesagt, ich hatte daselbst grose Schabe gefun +den. Man glaubte, mein Fahrzeug rey damit beladen, +und die Einwohner von Terrana entwarfen den Plan, +es in der Nacht wegzunehmen. Wir waren auf unserer +Hut: einige Leute strichen am Ufer herum, aber feiner +wagte sich uns zu nahern. +Es wohnte hier ein Turke, der fehr schones Schiesput. +ver verfertigte. Dieser Ungluckliche hatte, ob er gleich +noch jung war, einen weisen Bart und eine auserst schwa. +che Stimme: dies ruhrte von dem Schrecken her, den ihm +Alibey verursachte, der ihn im Verdacht hatte, er lie. +fere den Beduinen, die er ausrotten wollte, Pulver, +und der daher den Befehl gab, ihm den Kopf abzuschnei. +den; einen Befehl, den der Tyrann augenblicklich wieder, +rufte, und der solche starke Eindrucke hinterlies. +Ich rahe Reiger, aschgraue Moven und zuge von +Enten. Diese Lesteren bielten sich nicht in der Nahe von","445 + +Berhinderte, und der Wellen auf dem Fluſie chlug. Un. +terhalb Jagnuß geht der Nil nach Nord ein Viertel +Nordweſt. Eine halbe Meile weiter hin ſieht man einen +Ort, Namens It mas, und noch eine halbe Meile weiter +unten Serrana, wo ich anhielt. + +AU + +Zu Derrana mohnt ein Kiafchef. Diefer Flecken +iſt gut mit Mauern verſehen, und wie alle Dörfer in die. +fen Gegenden ganz von Erde erbauet. In feiner Rachbars +fchaft ſieht man Trümmern, die Ueberbleibfel von der alten +Stadt Terenuthis find*). Dieſe Kuinen find heut +zu Tage im Lande unter dem Namen Ububell u bekannt. + +Die Einwohner von Šerrana find ein Børes und +mildes Volf. Die Abweſenheit des Rialchefs, der bei +der Armee war, machte ſie nod) gefährlicher. Wir wur. +den von ihnen beſchimpft und bedroht. Man hatte bier +von meiner Reiſe in der Wüſte erzählen gehört, und, wie +gewohnlich, geſagt, ich hätte daſelbſt große Schåbe gefun +den. Man glaubte, mein Fahrzeug rey damit beladen, +und die Einwohner von Terrana entwarfen den Plan, +es in der Nacht wegzunehmen. Wir waren auf unſerer +Hut: einige Leute ſtrichen am Ufer herum, aber feiner +wagte ſich uns zu nähern. + +Es wohnte hier ein Türke, der fehr ſchones Schießput. +ver verfertigte. Dieſer Unglückliche hatte, ob er gleich +noch jung war, einen weißen Bart und eine äußerſt ſchwa. +che Stimme: dies rührte von dem Schrecken her, den ihm +Alibey verurſachte, der ihn im Verdacht hatte, er lie. +fere den Beduinen, die er ausrotten wollte, Pulver, +und der daher den Befehl gab, ihm den Kopf abzuſchnei. +den; einen Befehl, den der Tyrann augenblicklich wieder, +rufte, und der ſolche ſtarke Eindrücke hinterließ. + +Ich rahe Reiger, aſchgraue Moven und zúge von +Enten. Dieſe Lesteren bielten ſich nicht in der Nähe von + + +","Berhinderte, und der Welle auf dem Flusse schlug. Unterhalb Jagnus geht der Nil nach Nord ein Viertel Nordwest. Eine halbe Meile weiter hin sieht man einen Ort, Namens Itmas, und noch eine halbe Meile weiter unten Serrana, wo ich anhielt. + +Zu Derrana kommt ein Kiafchef. Dieser Flecken ist gut mit Mauern versehen, und wie alle Dörfer in diesen Gegenden ganz von Erde erbaut. In seiner Nachbarschaft sieht man Trümmer, die Überbleibsel von der alten Stadt Terenuthis finden. Diese Kühnen finden heutzutage im Lande unter dem Namen Ububell u. bekannt. + +Die Einwohner von Serrana sind ein braves und mildes Volk. Die Abwesenheit des Rialchefs, der bei der Armee war, machte sie noch gefährlicher. Wir wurden von ihnen beschimpft und bedroht. Man hatte hier von meiner Reise in der Wüste erzählen gehört, und wie gewöhnlich gesagt, ich hätte daselbst große Schätze gefunden. Man glaubte, mein Fahrzeug sey damit beladen, und die Einwohner von Serrana entwarfen den Plan, es in der Nacht wegzunehmen. Wir waren auf unserer Hut: einige Leute strichen am Ufer herum, aber keiner wagte sich uns zu nähern. + +Es wohnte hier ein Türke, der sehr schöne Schießpulver verfertigte. Dieser Unglückliche hatte, ob er gleich noch jung war, einen weisen Bart und eine außerst schwache Stimme: dies rührte von dem Schrecken her, den ihm Alibey verursachte, der ihn im Verdacht hatte, er liefere den Beduinen, die er ausrotten wollte, Pulver, und der daher den Befehl gab, ihm den Kopf abzuschneiden; einen Befehl, den der Tyrann augenblicklich wieder rief, und der solche starke Eindrücke hinterließ. + +Ich sah Reiger, aschgraue Möwen und Zug von Enten. Diese Vögel hielten sich nicht in der Nähe von" +Z166069305,474,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000474/full/full/0/native.jpg,"Serrana auf, weil der Nil hier breit und gerade ist +gewohnlich ein starker Wind hier herrscht und Wellen toben, +die fie verscheuchen. Die Richtung des Fluffes geht noch +immer nach Nord ein Viertel Nordwest. Auf dem sftlichen +Ufer liegen etwas unterhalb Terrana zwei Dorfer, +Zeie' und Sansaft, beisammen, deren Einwohner in +demselben bssen Rufe, wie die Einwohner von Serrana, +stehen. +Ich eilte, eine unwirthbare Gegend zu verlaffen, unb +wir uberliesen uns den 22. um drei Uhr morgens wieder +vom Neuen dem Strome des Fluffes. Um fechs Uhr be. +fanden wir uns zu Bur- Edgiatt. Man fieht hier +noch einige ueberrefte aus dem Alterthume. Der Flus +nimmt hier reine Richtung nach Nordoft. Eine halbe Meile +von Sur- Eogiatt liegt Dimitfchi. Gegenuber, +d. h. auf dem Sftlichen Ufer steht Tamate. Bei diesem +regtern Dorf geht ein Canal nach Suden, und macht dort +das Land fruchtbar. +Eine kleine halbe Meile weiter hin, findet man auf +demselben Ufer Scheufchir; unterhalb liegt in einer glei- +chen Entfernung Kafr Nadir, und endlich eine Viertel, +meile weiter hin Nadir. Hier geht ein anderer, aber rehr +betrachtlicher Canal, als jener bei Lamale, gegen Nord. +oft. Ich sah einen Zus grauer Ktybise*), archgraue +Miven und viele Enten. Ebenderfelbe heftige Nordwind, +der gestern unsere Fahrt so aufhielt, machte sie wiederum +sehr langsam und sehr unruhig. Auf demselben Ufer, wo +Nadir steht, trift man Geziret el adjar( Stein +insel) an, ein Dorf, wo man in einiger Entfernung von +demselben alte Ruinen findet, die vielleicht Ueberreste von +Nikii find **). +*) Tringa fquatarola. Lin. Vanneau pluvier. Buffon. +*) Nitif war die Hauptstadt des prosopitisden Nomos, den","446 + +Serrana auf, weil der Nil hier breit und gerade iſt +gewöhnlich ein ſtarker Wind hier herrſcht und Wellen toben, +die fie verſcheuchen. Die Richtung des Fluffes geht noch +immer nach Nord ein Viertel Nordweſt. Auf dem sftlichen +Ufer liegen etwas unterhalb Terrana zwei Dórfer, +Zeie' und Sanſaft, beiſammen, deren Einwohner in +demſelben bsſen Rufe, wie die Einwohner von Serrana, +ſtehen. + +Ich eilte, eine unwirthbare Gegend zu verlaffen, unb +wir überließen uns den 22. um drei Uhr morgens wieder +vom Neuen dem Strome des Fluffes. Um fechs Uhr be. +fanden wir uns zu Bur- Edgiatt. Man fieht hier +noch einige ueberrefte aus dem Alterthume. Der Fluß +nimmt hier reine Richtung nach Nordoft. Eine halbe Meile +von Sur- Eogiatt liegt Dimitfchi. Gegenüber, +d. h. auf dem Sftlichen Ufer ſteht Tamate. Bei dieſem +regtern Dorf geht ein Canal nach Süden, und macht dort +das Land fruchtbar. + +Eine kleine halbe Meile weiter hin, findet man auf +demſelben Ufer Scheufchir; unterhalb liegt in einer glei- +chen Entfernung Kafr Nadir, und endlich eine Viertel, +meile weiter hin Nadir. Hier geht ein anderer, aber rehr +beträchtlicher Canal, als jener bei Lamale, gegen Nord. +oft. Ich ſah einen Zus grauer Ktybiße*), archgraue +Miven und viele Enten. Ebenderfelbe heftige Nordwind, +der geſtern unſere Fahrt ſo aufhielt, machte ſie wiederum +ſehr langſam und ſehr unruhig. Auf demſelben Ufer, wo +Nadir ſteht, trift man Geziret el adjar( Stein +inſel) an, ein Dorf, wo man in einiger Entfernung von +demſelben alte Ruinen findet, die vielleicht Ueberreſte von +Nikii find **). + +*) Tringa fquatarola. Lin. Vanneau pluvier. Buffon. +*) Nitif war die Hauptſtadt des proſopitiſden Nomos, den + + +","Serrana auf, weil der Nil hier breit und gerade ist, gewöhnlich ein starker Wind hier herrscht und Wellen toben, die sie verscheuchen. Die Richtung des Flusses geht noch immer nach Nord ein Viertel Nordwest. Auf dem südlichen Ufer liegen etwas unterhalb Terrana zwei Dörfer, Zeie' und Sansaft, beisammen, deren Einwohner in demselben Bessen Rufe, wie die Einwohner von Serrana, stehen. + +Ich eilte, eine unwirthbare Gegend zu verlassen, und wir überliessen uns den 22. um drei Uhr morgens wieder vom Neuen dem Strome des Flusses. Um sechs Uhr befanden wir uns zu Bur- Edgiatt. Man sieht hier noch einige Überreste aus dem Alterthume. Der Fluss nimmt hier eine Richtung nach Nordost. Eine halbe Meile von Sur- Eogiatt liegt Dimitfchi. Gegenüber, d.h. auf dem südlichen Ufer steht Tamate. + +Bei diesem regtern Dorf geht ein Canal nach Süden, und macht dort das Land fruchtbar. Eine kleine halbe Meile weiter hin, findet man auf demselben Ufer Scheufchir; unterhalb liegt in einer gleichen Entfernung Kafr Nadir, und endlich eine Viertelmeile weiter hin Nadir. + +Hier geht ein anderer, aber sehr betrachtlicher Canal, als jener bei Lamale, gegen Nordost. Ich sah einen Zug grauer Ktybise*), archgraue Miven und viele Enten. Ebenderfelbe heftige Nordwind, der gestern unsere Fahrt so aufhielt, machte sie wiederum sehr langsam und sehr unruhig. + +Auf demselben Ufer, wo Nadir steht, trifft man Geziret el adjar (Steininsel) an, ein Dorf, wo man in einiger Entfernung von demselben alte Ruinen findet, die vielleicht Überreste von Nikii sind." +Z166069305,475,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000475/full/full/0/native.jpg,"Der Flus lauft unterhalb Nadir bis nach Alguan +nach Sudwest. Alguan*) ist ein kleines Dorf, drei Vier, +meilen von Nabir. Dieser Drt hat ein febr elendes ansehen: +er ist auch von feinen Mauern verschlossen, wie beinahe +alle etwas grosen Dorfer. Die Menschen wohnen hier +in elenden Erdhutten, die Sauben aber haben eine grose +Menge von Behaltern. Nirgends habe ich so viele Sau. +benschlage beisammen gesehen. Ihre Gestalt, die einige +Aehnlichkeit mit unsern Bienenstocken hat, ist sonderbar. +Diese Bauart findet man an den Taubenschlagen einiger +Sheile von Niederagypten, wo sie in sehr groser inzahl +vorhanden find. Sie sind von Erde erbauet und unten +viereckig, nach oben zu haben sie eine Kegelgeftalt. In +bem Innern steht eine Menge irdener Topfe, worein die +Lauben ihre Nefter machen. +Der Befehlshaber dieses Ortes war ein Neger. Ma. +meluck. Er erzahlte mir, vor zwei oder drei Jahren +hatten die Fellahs in den Trummern, die nicht weit +entfernt davon sind, ein groses Gefas von Schaumunzen +gefunden, und diese Entdeckung batte unter ihnen einer +blutigen Krieg erregt, der drei Tage lang gedauert hatte. +Indem wir dem Strome des. Nils von Ulguar +an nad folgten, regelten wir anfanglich eine Viertelstunde +lang nach Oftnordost, hierauf nach Norden, und endlich +bis Kafr Demichi, einem Dorfe auf dem oftlichen ufer +eine Meile von Alguan nad Nord ein Viertel Nordwest. +Zwischen diesen beiden Orten liegt Kafr Gefie'. Eine +balbe Meile weiter unten, wahrend deren sich der kauf +Ptolem d us an den westlichen Nilarm gegen Morgen fest. +Der ganze Nomos machte eine Insel im Delta aus. +Der ueberreter. +*) Underte fchreiben diesen Ort Alfan. +Der Ueberseker,","447 + +Der Fluß läuft unterhalb Nadir bis nach Alguan +nach Südweſt. Alguan*) iſt ein kleines Dorf, drei Vier, +meilen von Nabir. Dieſer Drt hat ein febr elendes anſehen: +er iſt auch von feinen Mauern verſchloſſen, wie beinahe +alle etwas großen Dörfer. Die Menſchen wohnen hier +in elenden Erdhütten, die Sauben aber haben eine große +Menge von Behåltern. Nirgends habe ich ſo viele Sau. +benſchläge beiſammen geſehen. Ihre Geſtalt, die einige +Aehnlichkeit mit unſern Bienenſtocken hat, iſt ſonderbar. +Dieſe Bauart findet man an den Taubenſchlågen einiger +Sheile von Niederågypten, wo ſie in ſehr großer inzahl +vorhanden find. Sie ſind von Erde erbauet und unten +viereckig, nach oben zu haben ſie eine Kegelgeftalt. In +bem Innern ſteht eine Menge irdener Topfe, worein die +Lauben ihre Nefter machen. + +Der Befehlshaber dieſes Ortes war ein Neger. Ma. +meluck. Er erzählte mir, vor zwei oder drei Jahren +håtten die Fellahs in den Trümmern, die nicht weit +entfernt davon ſind, ein großes Gefäß von Schaumünzen +gefunden, und dieſe Entdeckung båtte unter ihnen einer +blutigen Krieg erregt, der drei Tage lang gedauert hatte. + +Indem wir dem Strome des. Nils von Ulguar +an nad folgten, regelten wir anfänglich eine Viertelſtunde +lang nach Oftnordoſt, hierauf nach Norden, und endlich +bis Kafr Demichi, einem Dorfe auf dem oftlichen ufer +eine Meile von Alguan nad Nord ein Viertel Nordweſt. +Zwiſchen dieſen beiden Orten liegt Kafr Gefie'. Eine +balbe Meile weiter unten, während deren ſich der kauf + +Ptolem d us an den weſtlichen Nilarm gegen Morgen fest. +Der ganze Nomos machte eine Inſel im Delta aus. + +Der ueberreter. +*) Underte fchreiben dieſen Ort Alfan. + +Der Ueberſeker, + +1 + + +","Der Fluß läuft unterhalb Nadi bis nach Alguan nach Südwest. Alguan*) ist ein kleines Dorf, drei Viertelmeilen von Nabi. Dieser Ort hat ein feindseliges Ansehen: er ist auch von feinen Mauern verschlossen, wie beinahe alle etwas größeren Dörfer. Die Menschen wohnen hier in elenden Erdhütten, die Taubenschläge aber haben eine große Menge von Behältern. Nirgends habe ich so viele Taubenschläge beisammen gesehen. Ihre Gestalt, die einige Ähnlichkeit mit unsern Bienenstöcken hat, ist sonderbar. Diese Bauart findet man an den Taubenschlägen einiger Schäflein von Niederägypten, wo sie in sehr großer Zahl vorhanden sind. Sie sind von Erde erbaut und unten viereckig, nach oben zu haben sie eine Kegelgestalt. Im Innern steht eine Menge irdener Töpfe, worin die Tauben ihre Nester machen. + +Der Befehlshaber dieses Ortes war ein Neger. Mamaluck. Er erzählte mir, vor zwei oder drei Jahren hätten die Fellahs in den Trümmern, die nicht weit entfernt davon sind, ein großes Gefäß von Schaumünzen gefunden, und diese Entdeckung hätte unter ihnen einen blutigen Krieg erregt, der drei Tage lang gedauert hatte. + +Indem wir dem Strome des Nils von Alguan an nad folgten, regelten wir anfanglich eine Viertelstunde lang nach Ostenordost, hierauf nach Norden, und endlich bis Kafr Demichi, einem Dorfe auf dem östlichen Ufer eine Meile von Alguan nad Nord ein Viertel Nordwest. + +Zwischen diesen beiden Orten liegt Kafr Gefie'. Eine halbe Meile weiter unten, während deren sich der Kauf Ptolemaios an den westlichen Nilarm gegen Morgen fest. Der ganze Nomos machte eine Insel im Delta aus. + +*) Unterzeichnen diesen Ort Alfan. +Der Übersetzer." +Z166069305,476,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000476/full/full/0/native.jpg,"des Flusses nach Nordnordwelt wendet, steht in einiger Ent. +fernung vom Nil das Dorf Denafor, das viel besser +gebauet ist, als diejenigen, von denen ich jest gesprochen +habe. Gegenuber liegt Abulfaui: Eine Krummung +von einer halben Meile gegen Nordwest ein Viertel Nord +fuhrt vor Etrie, einem auf den oftlichen Ufer verlasses +nen Dorfe; vorbei, welchem gegenuber auf der andern Seite +Baoue d el Begli liegt, das ein wenig weit vom Fluffe +abfteht. Eine Viertermeile unterhalb Etrie ift Kaft +Etrit. Zwischen diefen beiden ist ein groser Canal, der +einen Theil dan Bahire' bewaffert, und der mit dem +Canale von Alexandrien in Verbindung steht. +Der Nil richtet hierauf feinen Rauf nach Nordoft eint +Viertelnord. Wir hielten unterhalb Stafr Etrie bei eis +nem grosen Dorfe an, das eine Viertelstunde vom Nil +entfernt ist: man nennt es Mischlami. Wir fuhren +hierauf zu dem westlichen Ufer hinuber, und niachten das +Fahrzeug die Nacht uber zu Komscherick feft. +Auser den Enten, die wir stets auf unferer Fahrt in +gahlreichen Zugen zu Gesichte bekamen, sah ich heute rechs +Pelifane, die in Gesellschaft reisten, und einen betrachtlis +chen Zug wilder Ganse. +och bemerkte, das die Bachftetzen, die den Tag hier +und da zerstreuet waren, fich mit dem Einbruche der +Nacht versanmelten. Diese Versammlungen, die ihrer +Grund nicht in Vertheidigungsentwurfen haben konnen, +weil diese schwachen und unschuldigen Vogel nicht einmal +in Marie im Stande find, einem am wenigsten gefahrlichen +Feinde Furcht einzusagen, find eine Folge eines geselligen +Instinktes. Alle jene, die fich auf diese Art aus einem +Que +Bezirke mit einander verbunden haben, fliegen eine Zeitlang +uber der Dberflache des Wassers hin, und fesen sich nach. +her insgesammt auf Eines der Flusufer, um daselbst zu","448 + +1 + +des Fluſſes nach Nordnordwelt wendet, ſteht in einiger Ent. +fernung vom Nil das Dorf Denafor, das viel beſſer +gebauet iſt, als diejenigen, von denen ich jest geſprochen +habe. Gegenüber liegt Abulfaui: Eine Krümmung +von einer halben Meile gegen Nordweſt ein Viertel Nord +führt vor Etrie, einem auf den oftlichen Ufer verlaſſes +nen Dorfe; vorbei, welchem gegenüber auf der andern Seite +Baouë d el Begli liegt, das ein wenig weit vom Fluffe +abfteht. Eine Viertermeile unterhalb Etrie ift Kaft +Etrit. Zwiſchen diefen beiden iſt ein großer Canal, der +einen Theil dan Bahire' bewäffert, und der mit dem +Canale von Alexandrien in Verbindung ſteht. + +5 + +2 + +Der Nil richtet hierauf feinen Rauf nach Nordoft eint +Viertelnord. Wir hielten unterhalb Stafr Etrie bei eis +nem großen Dorfe an, das eine Viertelſtunde vom Nil +entfernt iſt: man nennt es Miſchlami. Wir fuhren +hierauf zu dem weſtlichen Ufer hinüber, und niachten das +Fahrzeug die Nacht über zu Komſcherick feft. + +Außer den Enten, die wir ſtets auf unferer Fahrt in +gahlreichen Zúgén zu Geſichte bekamen, ſah ich heute rechs +Pelifane, die in Geſellſchaft reiſten, und einen betråchtlis +chen Zug wilder Gänſe. + +1 + +7 + +. + +} + +1 + +och bemerkte, daß die Bachftetzen, die den Tag hier +und da zerſtreuet waren, fich mit dem Einbruche der +Nacht verſanımelten. Dieſe Verſammlungen, die ihrer +Grund nicht in Vertheidigungsentwürfen haben können, +weil dieſe schwachen und unſchuldigen Vogel nicht einmal +in Marie im Stande find, einem am wenigſten gefährlichen +Feinde Furcht einzusagen, find eine Folge eines geſelligen +Inſtinktes. Alle jene, die fich auf dieſe Art aus einem + +Que +Bezirke mit einander verbunden haben, fliegen eine Zeitlang +über der Dberfläche des Waſſers hin, und feßen ſich nach. +her insgeſammt auf Eines der Flußufer, um daſelbſt zu + +2 + + +","des Flusses nach Nordnordwest wendet, steht in einiger Entfernung vom Nil das Dorf Denafor, das viel besser gebaut ist, als diejenigen, von denen ich jest gesprochen habe. Gegenüber liegt Abulfaw; eine Krummung von einer halben Meile gegen Nordwest ein Viertel Nord führt vor Etrie, einem auf dem östlichen Ufer verlassenen Dorfe; vorbei, welchem gegenüber auf der andern Seite Baoue el Begli liegt, das ein wenig weit vom Flusse absteht. Eine Viertelmeile unterhalb Etrie ist Kaft Etrit. Zwischen diesen beiden ist ein großer Canal, der einen Teil von Bahire bewässert, und der mit dem Canale von Alexandrien in Verbindung steht. + +Der Nil richtet hierauf seinen Lauf nach Nordost ein Vier.tel Nord. Wir hielten unterhalb Stafr Etrie bei einem großen Dorfe an, das eine Viertelstunde vom Nil entfernt ist: man nennt es Mischlami. Wir fuhren hierauf zu dem westlichen Ufer hinüber, und machten das Fahrzeug die Nacht über zu Komscherick fest. + +Außer den Enten, die wir stets auf unserer Fahrt in zahlreichen Zügen zu Gesichte bekamen, sah ich heute recht viele Pelikane, die in Gesellschaft reisten, und einen beträchtlichen Zug wilder Ganse. +Ich bemerkte auch, dass die Bachstelzen, die den Tag hier und da zerstreut waren, sich mit dem Einbruch der Nacht versammelten. Diese Versammlungen, die ihren Grund nicht in Vertheidigungsentwürfen haben können, weil diese schwachen und unschuldigen Vögel nicht einmal in Menge im Stande finden, einem am wenigsten gefährlichen Feinde Furcht einzujagen, finden eine Folge eines geselligen Instinktes. Alle jene, die sich auf diese Art aus einem Bezirke mit einander verbunden haben, fliegen eine Zeitlang über der Oberfläche des Wassers hin, und setzen sich nachher insgesamt auf Eines der Flusseufer, um daselbst zu übernachten." +Z166069305,477,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000477/full/full/0/native.jpg,"ubernachten. Der Zug, den ich diesen Abend zu kom, +scherit- sah, brachte mehrere Minuten zu, ehe er bei dem +Hintertheile des Fahrzeuges norbei mari +, ro ohlreicha +war er. +Kein Vogel ist in Degypten zahlreicher als diefer, +Auf allen angebaueten Feldern, bei allen Dorfern und be +sonders um diejenigen berum, die an dem Nilufer liegen. +habe ich Bacustelgen angetroffen. Sein Bogel ist auch fick +rer, einige kainen wahrend unserer Fahrt auf dem +in das Zimmer des Fahrzeuges, und frasen mit einer lies +beuswurdigen Sicherheit an unserer Seite. +Ich fand ju soomscherich einige unbedeutende Gen +dachtnismunzen, die aber doch beipeisent, das an dieser +Stelle ehemals ein Ort aus dem Alterthume geftanden habe. +Ich hatte den Tag, den ich an diesem Orte zubrachte, viel +Ursache, mit dem Mameludenoffigier zufrieden au +reyn, der hier befehligte. +Wenn mir meine Eigenschaft als Arzt viel Erleichte. +rungen auf meinen Wanderungen verschafte, und wenn +felbst ihre Ausubung mich manchmal durch ziemlich lustis +gen Szenen vergnugte, ro regte fie mich doch auch auf harte +Proben. Man mar in mich gedrungen, einen Tag zu +Ko micherit zu bleiben, um einen arabischen Scheit ab. +zuwarten, der in diesem Bezirke in grosem Anf ten stand, und +krank war. Er kam, und ich sah das scheuslichfte und empo, +rendste Schauspiel. Dieser Ungluckliche hatte nur noch die +obere Halfte von dem Kopfe, der andere Theil von dem Munde +an und der ganze untere Kinnbacter waren von einem schreck. +lichen Krebse gefressen worden, und ganz abgefallen. Die Zung +gehieng ohne Stuse unbempeglich und vertrocnet, ihre Wur. +gel lag offen, und das Innere der Gurgel, die schon fein +Fleisch und keine Decken mehr hatte, fast ganz naft +war, schwarz aussah und entzundet war, verkundigte das","449 + +. + +übernachten. Der Zug, den ich dieſen Abend zu kom, +ſcherit- ſah, brachte mehrere Minuten zu, ehe er bei dem +Hintertheile des Fahrzeuges norbei mari + +, ro ohlreicha +war er. + +Kein Vogel iſt in Degypten zahlreicher als diefer, +Auf allen angebaueten Feldern, bei allen Dörfern und be +ſonders um diejenigen berum, die an dem Nilufer liegen. + +, +habe ich Bacúſtelgen angetroffen. Sein Bogel iſt auch fick +rer, einige kainen während unſerer Fahrt auf dem + +Ni +in das Zimmer des Fahrzeuges, und fraßen mit einer lies +beuswürdigen Sicherheit an unſerer Seite. + +190 + +Ich fand ju soomſcherich einige unbedeutende Gen +dächtniſmünzen, die aber doch beipeiſent, daß an dieſer +Stelle ehemals ein Ort aus dem Alterthume geftanden habe. +Ich hatte den Tag, den ich an dieſem Orte zubrachte, viel +Urſache, mit dem Mameludenoffigier zufrieden au +reyn, der hier befehligte. + +Wenn mir meine Eigenſchaft als Arzt viel Erleichte. +rungen auf meinen Wanderungen verſchafte, und wenn +felbſt ihre Ausübung mich manchmal durch ziemlich luſtis +gen Szenen vergnügte, ro regte fie mich doch auch auf harte +Proben. Man mar in mich gedrungen, einen Tag zu +Ko micherit zu bleiben, um einen arabiſchen Scheit ab. +zuwarten, der in dieſem Bezirke in großem Anf ten ſtand, und +krank war. Er kam, und ich ſah das ſcheuslichfte und empo, +rendſte Schauſpiel. Dieſer Unglückliche hatte nur noch die +obere Hälfte von dem Kopfe, der andere Theil von dem Munde +an und der ganze untere Kinnbacter waren von einem ſchreck. +lichen Krebſe gefreſſen worden, und ganz abgefallen. Die Zung +gehieng ohne Stüße unbempeglich und vertrocnet, ihre Wur. +gel lag offen, und das Innere der Gurgel, die ſchon fein +Fleiſch und keine Decken mehr hatte, faſt ganz naft +war, ſchwarz ausſah und entzündet war, verkündigte das + +Ff + +I + +3 + +1 + + +","ubernachten. Der Zug, den ich diesen Abend zu kommen sah, brachte mehrere Minuten zu, ehe er bei dem Hintertheile des Fahrzeuges vorbeikam. Reichhaltig war er. +Kein Vogel ist in Ägypten zahlreicher als der Storch. Auf allen angebauten Feldern, bei allen Dörfern und besonders um diejenigen herum, die an dem Nilufer liegen, habe ich Bäustelgen angetroffen. Sein Bogel ist auch flink, einige kamen während unserer Fahrt in das Zimmer des Fahrzeuges, und fraßen mit einer lächerlichen Sicherheit an unserer Seite. +Ich fand also einigermaßen einige unbedeutende Gedächtnismünzen, die aber doch beipielten, dass an dieser Stelle ehemals ein Ort aus dem Alterthume gefunden habe. Ich hatte den Tag, den ich an diesem Orte zubrachte, viel Ursache, mit dem Mamelukenoffizier zufrieden zu sein, der hier befehligte. +Wenn mir meine Eigenschaft als Arzt viele Erleichterungen auf meinen Wanderungen verschaffte, und wenn selbst ihre Ausübung mich manchmal durch ziemlich lustige Szenen vergnügte, so regte sie mich doch auch auf harte Proben. Man drang in mich, einen Tag zu bleiben, um einen arabischen Scheich abzuwarten, der in diesem Bezirke in großem Ansehen stand und krank war. Er kam, und ich sah das scheußlichste und empörendste Schauspiel. Dieser Unglückliche hatte nur noch die obere Hälfte von dem Kopfe, der andere Theil von dem Munde an und der ganze untere Kinnbacken waren von einem schrecklichen Krebs gefressen worden, und ganz abgefallen. Die Zunge hing ohne Stütze unbemächtig und verrenkt, ihre Wurzel lag offen, und das Innere der Gurgel, die schon kein Fleisch und keine Decken mehr hatte, fast ganz nackt war, schwarz aussah und entzündet war, verkündigte das" +Z166069305,478,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000478/full/full/0/native.jpg,"nahe Ende der Leiben bieses Araber 8; man fahe, das +die Unmoglichkeit zu athmen und zu schlucken bald fein +fchrecklichesi Dafinn endet werde. Ich ersdrak uber den +Anblick eines halblebendigen und halb der Faulnitz des Todes +uberlassenen Kopfes, eilte von einem solchen Kranken weg, +und lief nach meinem Sahtjeuge, das ich sogleich los ma, +djen lief: meine Einbildungskraft war durch den Anblick +eines To Haslichen Gegenstandes in eine solche Unruhe ver. +fert worden, das fie meyrere Tage lang davon gefoltert +wurde. +Salbe bare for the parauf auf dem +gegenuberstehenden ufet +Es war den 25. Vormittags um zehn Uhr, als wir +Kom jerick verliesen, um den Nil hinab in fahren. +Sein ift Norbort ein Viertel Nord gerichtet. Eine +imeifer +Weiter unten trafen wir auf dem oftlichea Ufer, +Amrus, kurs +Ufer +Magenin' und noch eine halbe Meite unter Umrus, +Und zwar auf der namlichen Seite, Connub an. Der +Flus geht hierauf nach Nordnordwest bis eine Viertelmeile +unterhalb dem Dorfe Zaira, das auf einer erhabenen +Spige auf der rechten Seite, und in einer kleinen Entfera +nung davon liegt."" zwischen diesem Orte und 3 air a' liegt +zur linken 3 a'wua, das ein wenig weit von dem alfer ab. +steht. Ewas unterhalb Zaira fieht man auf einer Er. +hshung, die von den Trummern einer alten Stadt herzu. +mahomedanischen Heiligen. Eine halbe Meile unterhalb +ruhren fcheint, eine Capelle, den. Begrabnisplaz eines +3 awa: a liegt 3 a wired el Babari. +Der Mit richtet +Teinen Lauf nad +Dinordost, und in weniger als +inan nad Negile, 8cr als einer Viertelmeile kommt +ar oftlichen Ufer. Un der Stelle, wo der Flus feine Picha +tung von Nordnordwest nach Ostnordost verandert, giebt +er Waffer an einen Canal ab, der gegen Westen geht, und +eine kleine Insel bildet. Eine halbe Meile von Negile","450 + +$ + +nahe Ende der Leiben bieſes Araber 8; man fahe, daß +die“ Unmöglichkeit žu athmen und zu ſchlucken bald fein +fchrecklichesi Dafinn endet werde. Ich erſdrak über den +Anblick eines halblebendigen und halb der Fåulnitz des Todes +überlaſſenen Kopfes, eilte von einem ſolchen Kranken weg, +und lief nach meinem Sahtjeüge, das ich ſogleich los ma, +djen lief: meine Einbildungskraft war durch den Anblick +eines To Haßlichen Gegenſtandes in eine ſolche Unruhe ver. +fért worden, daß fie meyřere Tage lang davon gefoltert +wurde. + +3 + +. + +Salbe bare for the parauf auf dem + +gegenüberſtehenden ufet + +Es war den 25. Vormittags um zehn Uhr, als wir +Kom jerick verließen, um den Nil hinab in fahren. +Sein ift Norbort ein Viertel Nord gerichtet. Eine +imeifer + +Weiter unten trafen wir auf dem oftlichea Ufer, +Amruß, kurs + +Ufer +Magenin' und noch eine halbe Meite unter Umruß, +Und zwar auf der nämlichen Seite, Connub an. Der + +,"" +Fluß geht hierauf nach Nordnordweſt bis eine Viertelmeile +unterhalb dem Dorfe Zaira, das auf einer erhabenen +Spige auf der rechten Seite, und in einer kleinen Entfera +nung davon liegt."" zwiſchen dieſem Orte und 3 air a' liegt +zur linken 3 a'wua, das ein wenig weit von dem alfer ab. +ſteht. Ewas unterhalb Zaira fieht man auf einer Er. +hshung, die von den Trümmern einer alten Stadt herzu. +mahomedaniſchen Heiligen. Eine halbe Meile unterhalb +rühren fcheint, eine Capelle, den. Begräbnißplaz eines +3 awa: a liegt 3 a wired el Babari. + +. +Der Mit richtet + +Teinen Lauf nad +Dinordoſt, und in weniger als +inan nad Negile, 8cr als einer Viertelmeile kommt +är oftlichen Ufer. Un der Stelle, wo der Fluß feine Picha +tung von Nordnordweſt nach Oſtnordoſt veråndert, giebt +er Waffer an einen Canal ab, der gegen Weſten geht, und +eine kleine Inſel bildet. Eine halbe Meile von Negile + + +","nahe Ende der Leiden dieses Arabers; man sah, dass die Unmöglichkeit zu atmen und zu schlucken bald ein furchtbarer Todeseinbruch enden werde. Ich erschrak über den Anblick eines halblebendigen und halb von der Faulnis des Todes überlassenen Kopfes, eilte von einem solchen Kranken weg, und lief nach meinem Satteljäger, das ich sogleich los machte; meine Einbildungskraft war durch den Anblick eines so Hässlichen Gegenstandes in eine solche Unruhe versetzt worden, dass sie mehrere Tage lang davon gefoltert wurde. + +Salbe bare für die Passage auf dem gegenüberstehenden Ufer + +Es war den 25. Vormittags um zehn Uhr, als wir Kôm Ombo verließen, um den Nil hinab zu fahren. Sein Ist Norbert ein Viertel Nord gerichtet. Eine Meile weiter unten trafen wir auf dem oftlichen Ufer Amrus und noch eine halbe Meile unter Amrus, und zwar auf der nämlichen Seite, Kôm Ombo an. Der Fluss geht hierauf nach Nordnordwest bis eine Viertelmeile unterhalb dem Dorfe Zaira, das auf einer erhabenen Spitze auf der rechten Seite liegt. + +In einer kleinen Entfernung davon liegt zwischen diesem Orte und 3 awa' liegt zur linken 3 a'wua, das ein wenig weit von dem Ufer absteht. Etwas unterhalb Zaira sieht man auf einer Erhöhung, die von den Trümmern einer alten Stadt herzurühren scheint, eine Capelle, den Begräbnisplatz eines mohamedanischen Heiligen. Eine halbe Meile unterhalb 3 awa liegt 3 a' wired el Babari. + +Der Mittelarm richtet seinen Lauf nach Dinordost, und in weniger als einer Viertelmeile kommt er an das oftliche Ufer. An der Stelle, wo der Fluss seine Richtung von Nordnordwest nach Ostnordost verändert, gibt er Wasser an einen Canal ab, der gegen Westen geht, und eine kleine Insel bildet. Eine halbe Meile von Negile" +Z166069305,479,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000479/full/full/0/native.jpg,"safe mis di borbei. Mitmei +liegt eine halbe Meile +Bon dieren +eine Insel. Bei diefem Drie gab"" es"" cine folche grose +fahrt man vor ulet Adhmet und, faft gegenuber vor +unterhalb, Nlet ud met und eine Viertelmeile unterhalb +Acrub. Safr Bagj und Kafr A94, welchem ges +genuber Kafr Garim fteht, liegen eine Wiertelmeile von +einander und von A crub. +TS! Vi visi +Von diesem legtern Dorfe an wendet sich der Mit +wieder nach Wetrorsloeft,' iind macht vor afr Bagi +Menge von Enten auf dem Laffer, das fie einen Raum +von mehr als einer Halbert Meile in die Lange und aber +eine Dorfe in die Breite einnahmen. 40370 +..02.1979 mois d.o. 91190 +Ich habe auf meiner Reise auf dem Nil von Cairo +nach Nahid bemerkt, das die Entten fich tworzuglich gern +an yleisens Stellen dto Fluffes aufhielten, wo das Waffee +weder od dew winde, noch von dert reisenden Stronie +beunruhigt wurden und da das Waridagemeiniglichibog. +den Dorfeen ruhigti, skueil diese fu liegenjodas fienicht bend +Strome ausgereptofoldin bas fie dem Fahrzeuges come! +fichere' Rhede gewahren 70 berhesen die enten des Wafiek +nicht, das die Mauern dieserosohnungen hefpielte, gegin! +welchen uber man fast immer grose Speeing saison fahig +Sie lassen fd almalig von dem Strome des Waffers mit +fortnehmen, der an diesen Sheilediodes Fluffes sehr lange +fam fliest, und weiin: fie auf diefe: Aroaber das Ende dere +Dorfer hinaus, il und also an den Stellen angelangti +sind, wo die Oberflacheil des Nilsoin Bewegungifts for +heben sie sich empor, fliegen wieder zuruck, laser fich wie +De nieber, und legen son neem die namliche Strecke von +beinahe ftillstehendem Waffer zuruck. Mit diesen abwech. +felnden Bewegungen bringen sie auf diese Uce Dage lang fu. +Dies war auch ein Sammelplag fur verschiedene Ara +ten von Waffervogeln,*. B. wilden Ganfen, gewaffneten +Negenpfeifern, Reigern und gschgrauen moyen. +Sfa","451 + +safe mis di borbei. Mitmei + +liegt eine halbe Meile + +Bon dieren + +eine Inſel. Bei diefem Drie gab"" es"" cine folche große + +fährt man vor ulet Adhmet und, faft gegenüber vor + +. +unterhalb, Nlet ud met und eine Viertelmeile unterhalb +Acrub. Safr Bagj und Kafr A94, welchem ges +genůber Kafr Garim fteht, liegen eine Wiertelmeile von +einander und von A crub. + +TS! Vi visi +Von dieſem legtern Dorfe an wendet ſich der Mit +wieder nach Wétrörslöeft,' iind macht vor afr Bagi +. + +'' +Menge von Enten auf dem Laffer, daß fie einen Raum +von mehr als einer Halbert Meile in die Länge und åber +eine Dorfe in die Breite einnahmen.° 40370 + +..02.1979 mois d.o. 91190 +Ich habe auf meiner Reiſe auf dem Nil von Cairo +nach Nahid bemerkt, daß die Entten fich tworzüglich gern +an yleisens Stellen dto Fluffes aufhielten, wo das Waffee +weder od dew winde, noch von dert reißenden Stronie +beunruhigt wurden und da das Waridagemeiniglichibog. +den Dörfeen ruhigti, skueil dieſe fu liegenjodaß fienicht bend +Strome ausgereptofoldin baß fie dem Fahrzeuges come! +fichere' Rhede gewähren 70 berheßen die enten des Wafiek +nicht, das die Mauern dieſerosohnungen hefpielte, gegin! +welchen über man faſt immer große Speeing saison fahig +Sie laſſen fd almålig von dem Strome des Waffers mit +fortnehmen, der an dieſen Sheilediodes Fluffes ſehr lange +fam fließt, und weiin: fie auf diefe: Aroaber das Ende dere +Dorfer hinaus, il und alſo an den Stellen angelangti +ſind, wo die Oberflächeil des Nilsoin Bewegungifts for +heben ſie ſich empor, fliegen wieder zurück, laſer fich wie +De nieber, und legen son neem die nämliche Strecke von +beinahe ftillſtehendem Waffer zurück. Mit dieſen abwech. +felnden Bewegungen bringen ſie auf dieſe Uče Dage lang fu. + +Dies war auch ein Sammelplag für verſchiedene Ara +ten von Waffervogeln,*. B. wilden Gånfen, gewaffneten +Negenpfeifern, Reigern und gſchgrauen moyen. + +Sfa + +5 + +/ + +19 + +Le + +1 + + +","safe miss di Borbei. Mit einem +liegt eine halbe Meile entfernt Bon dieren eine Insel. Beim tiefem Drei gab es eine folche große Fahrt man vor über Adhmet und, fast gegenüber vor unterhalb Nlet ud met und eine Viertelmeile unterhalb Acrub. Safr Bagj und Kafr A94, welchem gegenüber Kafr Garim steht, liegen eine Viertelmeile von einander und von A crub. + +TS! Vi visi +Von diesem letzten Dorfe an wendet sich der Mit wieder nach Westrorsloeft,' und macht vor afr Bagi Menge von Enten auf dem Laffer, das sie einen Raum von mehr als einer halben Meile in die Lange und aber eine Dorfe in die Breite einnahmen. + +Ich habe auf meiner Reise auf dem Nil von Cairo nach Nahid bemerkt, dass die Entten sich vorzüglich gern an stillen Stellen des Flusses aufhielten, wo das Wasser weder von Wind noch von der reisenden Strömung beunruhigt wurden und da das Wässer den Dorfeen ruhig täglich, schwiel diese zu liegen, jodas sie nicht bend Strome ausgereptofoldin bas fie dem Fahrzeuges kommen! Fichere' Rhede gewahren 70 berhesen die Enten des Wasser nicht, dass die Mauern dieserohnungen hefpielte, gegen welchen über man fast immer große Speeing saison fahig Sie lassen sich allmalig von dem Strome des Wassers mit fortnehmen, der an diesen stillen Flüssen sehr lange fliest, und wenn sie auf diese: Aroaber das Ende dere Dorfer hinaus, il und also an den Stellen angelangt sind, wo die Oberflächeil des Nilsoin Bewegungifts for heben sie sich empor, fliegen wieder zurück, lassen sich wie nieber, und legen son neem die namliche Strecke von beinahe stillstehendem Wasser zurück. Mit diesen abwechselnden Bewegungen bringen sie auf diese Uce Dage lang fu. + +Dies war auch ein Sammelplag für verschiedene Arten von Wasservögeln, B. wilden Gänfen, gewöhnlichen Negenpfeifern, Reigern und geschgrauen Möwen. +Sfa" +Z166069305,480,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000480/full/full/0/native.jpg,"balte Meile. +Zu Rafr Garim lauft der Flus eine Viertelmeile +weit Nord ein' Viertel Nordost, und an'feinem westlichen +Ufer findet man Salamum, ein fast ganzlich verlassenes +Dorf. Weiter ins Land hinein hat man ein Anderes ge. +bauet, das man Kafr Salamum"" nennt. Man er. +ins +kennt Salamum noch an einem Grunde antifen Se. +mauers, worin eine Tvure ist. Dies find. nebst einigen +Opgnitftucken die einzigen alten Spuren, die man daselbft +Sublict. Von hier, bis nach Schabur*) hat man eine +balbe meile. Diese beiden Orte bezeichnen nach Dan. +oille **) Die Lage pon Unpropolis( Mannerstadt) +und von Gynacopolis( Weiberstadt), die allem Ang +fcheine nach einst an einander stiesen. +117 Von Salamum bis nach Schabur geht der Flus +nach Norboft ein Biertel Oft. Ehe man an diefen Iestern +Drt kommt, sieht man am westlichen ufer das Goab eines +Speiligen. Ich hielt bete Schabuti ang das ein giemlich +betrichtliches Dorfio abeo gangliban Birde und schlecht gea +baurts ift: Das Haus des Befehlshabers lag auf einem +Balgange, der zwar ebenfalls you Erde aber doch giem, +lich gut, grbarieti maps Auchder Minaret der Mofchce war +ziemlich Pyon gtbayet. 5: 17.00 +Bittt adit2: 001), ont +ma Des Abends begaben sich alle Krahen aus den umlie, +genbetts Gegenden hache und nad und in febr groser An. +jaht plaufreine kleine gandinsel mitten im Flus. 1. Auf diese +Not zusammen gedrangt, blieben sie eine Viertelstunde lang +beisammen, hierauf perftreneren fie fidy und Mogen eine +prach der Undern nach allen Feiten hinsa man batte glaus +o corp +..) Dies if ohne Swetfel das Dorfhebreiffe, wie es +Bonaparte nennt, und wo er den 13ten Juli 1798 vier: +tausend Mameluden unter Anfuhrung des Murad Bey's +Schlug. +Drer Weberlerier. +**) Geographie ancienne. Tom'. 1. p. 43.21","452 + +balte Meile. + +Zu Rafr Garim läuft der Fluß eine Viertelmeile +weit Nord ein' Viertel Nordoſt, und an'feinem weſtlichen +Ufer findet man Salamum, ein faſt gånzlich verlaſſenes +Dorf. Weiter ins Land hinein hat man ein Anderes ge. +bauet, das man Kafr Salamum"" nennt. Man er. + +ins +kennt Salamum noch an einem Grunde antifen Se. +máuers, worin eine Tvůre iſt. Dies find. nebſt einigen +Opgnitftücken die einzigen alten Spuren, die man daſelbft +Sublict. Von hier, bis nach Schabur*) hat man eine +balbe meile. Dieſe beiden Orte bezeichnen nach Dan. +oille **) Die Lage pon Unpropolis( Mannerſtadt) +und von Gynåçopolis( Weiberſtadt), die allem Ang +fcheine nach einſt an einander ſtießen. + +38* ใม่: 2 +117 Von Salamum bis nach Schabur geht der Fluß +nach Norboft ein Biertel Oft. Ehe man an diefen Iestern +Drt kommt, ſieht man am weſtlichen ufer das Goab eines +Speiligen. Ich hielt bete Schabuti ang das ein giemlich +betrichtliches Dorfio abeo gangliban Birde und ſchlecht gea +baurts ift: Das Haus des Befehlshabers lag auf einem +Balgange, der zwar ebenfalls you Erde aber doch giem, +lich gut, grbarieti maps Auchder Minaret der Mofchce war +ziemlich Pyon gtbayet. 5: 17.00 + +- +Bittt adit2: 001), ont +ma Des Abends begaben ſich alle Krähen aus den umlie, +genbetts Gegenden hache und nad und in febr großer An. +jaht plaufreine kleine gandinſel mitten im Fluß. 1. Auf dieſe +Not zuſammen gedrängt, blieben ſie eine Viertelſtunde lang +beiſammen, hierauf perftreneren fie fidy und Mogen eine +prach der Undern nach allen Feiten hinsa man båtte glaus + +2 + +915 + +o corp + +..) Dies if ohne Swetfel das Dorfhebreiffe, wie es + +Bonaparte nennt, und wo er den 13ten Juli 1798 vier: +tauſend Mameluden unter Anführung des Murad Bey's +Schlug. + +Drer Weberlerier. +**) Geographie ancienne. Tom'. 1. p. 43.21 + + +","balte Meile. + +Zu Rafr Garim lauft der Fluss eine Viertelmeile weit Nord ein' Viertel Nordost, und an seinem westlichen Ufer findet man Salamum, ein fast ganzlich verlassenes Dorf. Weiter ins Land hinein hat man ein Anderes gebaut, das man Kafr Salamum nennt. Man erkennt Salamum noch an einem Grunde an einer Semmauer, worin eine Tür ist. Dies findet nebst einigen Öffnungen die einzigen alten Spuren, die man daselbst sieht. Von hier bis nach Schabur hat man eine halbe Meile. Diese beiden Orte bezeichnen nach D'Anville Die Lage von Unpropolis (Männerstadt) und von Gynacopolis (Weiberstadt), die allem Anschein nach einst aneinander stießen. + +Von Salamum bis nach Schabur geht der Fluss nach Nordost ein Biertel Ost. Ehe man an diese östern Dörfer kommt, sieht man am westlichen Ufer das Grab eines Spieligen. Ich hielt Schabut für ein ziemlich beträchtliches Dorf; es ist aber gangbar und schlecht gebaut: Das Haus des Befehlshabers lag auf einem Balken, der zwar ebenfalls von Erde war, aber doch ziemlich gut gegrabet war Auch der Minarett der Moschee war ziemlich pyramidal gebaut. + +Des Abends begaben sich alle Krähen aus den umliegenden Gegenden nach und in febr großer Anzahl auf eine kleine Insel mitten im Fluss. Auf diese Not zusammen gedrängt, blieben sie eine Viertelstunde lang beisammen, hierauf perften sie friedlich und Mogen eine Pracht der Unterhaltung nach allen Seiten hinsah man hatte glauben können. + +..) Dies ist ohne Zweifel das Dorf Chebreiffe, wie es Bonaparte nennt, und wo er den 13ten Juli 1798 viertausend Mamelucken unter Anführung des Murad Bey's schlug." +Z166069305,481,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000481/full/full/0/native.jpg,"ben folen, ihre Versammlung habe eine Berathschlagung. +zum Zwecke gehabt. Den namlichen Abend flogen mehrere +Zuge wilder Ganfe uber uns bin. +Borwarts Schabur hat ein Dorf den unanstandi. +gen Namen Kafr*) Sapari. Die Nilschiffahrt ist in +diesen Gegenden in der Nacht wegen der Menge von Reu, +bern, womit die Dorfer angefullt find, und die unverfe. +hens die Fahrzeuge uberfallen, sehr gefahrlich. Die Un- +ruhen im Lande, und die Abreise fast aller Befehlshaber +mit ihren Truppen zur Armee, vergroserten noch die Geo +fahren der Schiffahrt. +*) Kafr bedeutet ein Dorfo +Der ueberreter. +Ende des ersten Theile 6.","453 + +ben folen, ihre Verſammlung habe eine Berathſchlagung. +zum Zwecke gehabt. Den nämlichen Abend flogen mehrere +Zúge wilder Gånfe über uns bin. + +Borwarts Schabur hat ein Dorf den unanſtåndi. +gen Namen Kafr*) Sapari. Die Nilſchiffahrt iſt in +dieſen Gegenden in der Nacht wegen der Menge von Réu, +bern, womit die Dörfer angefüllt find, und die unverfe. +hens die Fahrzeuge überfallen, ſehr gefährlich. Die Un- +ruhen im Lande, und die Abreiſe faſt aller Befehlshaber +mit ihren Truppen zur Armee, vergrößerten noch die Geo +fahren der Schiffahrt. + +*) Kafr bedeutet ein Dorfo + +Der ueberreter. + +Ende des erſten Theile 6. + +1 + + +","ben folgen, ihre Versammlung habe eine Beratsschlagung zum Zwecke gehabt. Den nämlichen Abend flogen mehrere Züge wilder Gänsen über uns hin. + +Borwartz Schabur hat ein Dorf den unanständigen Namen Kafr*) Sapari. Die Nilschiffahrt ist in diesen Gegenden in der Nacht wegen der Menge von Reußern, womit die Dörfer angefüllt sind, und die unversehens die Fahrzeuge überfallen, sehr gefährlich. Die Unruhen im Lande, und die Abreise fast aller Befehlshaber mit ihren Truppen zur Armee, vergrößerten noch die Gefahren der Schiffahrt. + +*) Kafr bedeutet ein Dorf + +Der Überreter. + +Ende des ersten Theiles 6." +Z166069305,482,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000482/full/full/0/native.jpg,"iC; 1: 0 Wis +. bici"" ..) +.""., 6,7, ART 9 +* nois i t' goei: +min .: 13:25 +fois +doing the +So, go +bobie the","ie + +"" !!! + +3 + +iC; 1: 0 Wis +. bici"" ..) + +.""., 6,7, ART 9 +* nois i t' goei: + +min .: 13:25 + +21:00 + +* 5,5 +fois + +061 4:11 + +doing the + +So, go + +7 + +a. + +bobie the + ++ + + +","Ich kam also um die neunte Stunde + +zu Wismar." +Z166069305,483,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000483/full/full/0/native.jpg,"Drukfehler und Verbesserungen +im ersten Theile. +rooooww- au +Seite 10 Zeile 3 v. u. Barberei lies Berberei +14 9 v. u. Verfaille lies Versailles Der auf +dieser Seite erwahnte Burger Bens +ture ist dieses Jahr vor Jean +D'ucre gestorben, als Bonaparte +diese Stadt belagerte. +15 20 Mrund lies Hintergrund +16 I Gavoun lies Gavouer +8 wenigen lies ewigen +17 10 v. u. nad) ift, lies, vorzuglid +18 7 v. u. anstatt unter bleiben, lies, mit heraba. +gelassenen Segeln fahren. +19 17 welchen lies welcher +25 16 die lies hier +26 4 Goelands lies aschgraue Moven. +31 ii Bridonte lies Brydone +43 16 es lies fie +43 19 es lies jie seine lies ihre +2 Lybien lies Libyen. +10 v. 1. Lybien lies Libyen +49 18 angezeigten lies anzeigten +53 9 Demante lies Demant. +56 7 neuere lies neue +57 3 Chazelle lieb Chazelles +65 IT v. u. nach andere, lies, stehen +65 10 v. u. stehende del. +70 12. u. diad, von, lies, den +71 In der Note ***). Der Architekt Norry hat die +ganze Hohe der Pompejus Taule 88 Fus und 6 +Zoll hoch gefunden. +72 9 es ist Blok, lies, Sie besteht in einem sechs Fus +hohen blos vieredigten Blode, +74 12 V. u. die lies fie +19 17 er lies fie +79 19 seinem lies ihrem +80 i nach Wasser lies nur +81 in der Anmerkung: zu jeder Zeit, lies, einen grosen +Iheil des Jahres uber +87 12 Bruye lies Bruyn +88 4 v. u. aus lies von +101 3 1. u. Barberei lies Berberei +106 4 d. 4. waren, lies, waren","Drukfehler und Verbeſſerungen + +im erſten Theile. + +56 778 + +M + +- + +rooooww- au + +48 +48 + +Seite 10 Zeile 3 v. u. Bárberei lies Berberei +14 9 v. u. Verfaille lies Verſailles Der auf + +dieſer Seite erwähnte Bürger Bens +ture iſt dieſes Jahr vor Jean +D'ucre geſtorben, als Bonaparte + +dieſe Stadt belagerte. +15 20 Mrund lies Hintergrund +16 I Gavoun lies Gavouer +17 + +8 wenigen lies ewigen +17 10 v. u. nad) ift, lies, vorzüglid +18 7 v. u. anſtatt unter bleiben, lies, mit heraba. + +gelaſſenen Segeln fahren. +19 17 welchen ließ welcher +25 16 die lies hier +26 4 Goelands lies aſchgraue Móven. +31 ii Bridonte lies Brydone +43 16 es lies fie +43 19 es lies jie ſeine lies ihre + +2 Lybien lies Libyen. + +10 v. 1. Lybien lies Libyen +49 18 angezeigten lies anzeigten +53 9 Demante lies Demant. +56 7 neuere lies neue +57 3 Chazelle lieb Chazelles +65 IT v. u. nach andere, lies, ſtehen +65 10 v. u. ſtehende del. +70 12». u. diad, von, lies, den +71 In der Note ***). Der Architekt Norry hat die + +. + +I + +- + +- + +. + +ganze Höhe der Pompejus Tåule 88 Fuß und 6 + +Zoll hoch gefunden. +72 9 es iſt Blok, lies, Sie beſteht in einem ſechs Fuß + +hohen bloß vieredigten Blode, +74 12 V. u. die lies fie +19 17 er lies fie +79 19 ſeinem lies ihrem +80 i nach Waſſer lies nur +81 in der Anmerkung: zu jeder Zeit, lies, einen großen + +Iheil des Jahres über +87 12 Bruye lies Bruyn +88 4 v. u. aus lies von +101 3 1. u. Barberei lies Berberei +106 4 d. 4. waren, lies, wåren + +. + + +","rooooww- au Seite 10 Zeile 3 v. u. Berberei. +14 9 v. u. Versailles Der auf dieser Seite erwähnte Bürger Bensture ist dieses Jahr vor Jean D'ucre gestorben, als Bonaparte diese Stadt belagerte. + +15 20 Hintergrund +16 Gavouer +8 ewigen +17 10 v. u. vorzuglich +18 7 v. u. mit herabgelassenen Segeln fahren. +19 17 welcher +25 16 hier +26 4 aschgraue Moven. +31 Brydone +43 16 sie +43 19 sie ihre +2 Libyen. +10 v. 1. Libyen +49 18 anzeigten +53 9 Demant. +56 7 neue +57 3 Chazelles +65 nach andere, +65 10 stehende del. +70 den +71 In der Note ***). Der Architekt Norry hat die ganze Höhe der Pompejus Taule 88 Fus und 6 Zoll hoch gefunden. +72 9 Sie besteht in einem sechs Fuß hohen bloß vieredigten Block, +74 12 sie +19 17 sie +79 19 ihrem +80 nur Wasser +81 in der Anmerkung: einen großen Teil des Jahres über +87 12 Bruyn +88 4 von +101 3 Berberei +106 4 waren" +Z166069305,484,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000484/full/full/0/native.jpg,"Seite 109 Zeile I v. u. Abansoon lies as anson +125 17 ihre lies reine +4 von- gefuhrt lies aus stolzer Gleichgultigkeit +20. u. 21 lies 20 +12 Korn lies Setraide +141 5 Sie lies Dieje Hebelbaume +144 8 nach: womit lies die +1.17. konnten lies konnte +150 12 0. u. hatte lies hatte","1 + +- + +1 + +Seite 109 Zeile I v. u. Abanſoon lies as anſon + +125 17 ihre lies reine +130 + +4 von- geführt lies aus ſtolzer Gleichgültigkeit +134 + +20. u. 21 lies 20 +139 + +12 Korn lies Setraide +141 5 Sie lies Dieje Hebelbäume +144 8 nach: womit lies die + +1.17. konnten lies konnte +150 12 0. u. hatte lies håtte + +145 + +1 + +M + +3 + + +","Seite 109 Zeile I v. u. Abends sonnig, ansonsten +125 17 ihre Reine +4 von- gef체hrt aus stolzer Gleichg체ltigkeit +20. u. 21. Sie z채hlte 20 +12 Korn Sistraide +141 5 Sie Die Hebelb채ume +144 8 nach: womit die +117. konnten sie konnte +150 12 O. u. hatte" +Z166069305,485,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000485/full/full/0/native.jpg,"Riedel fec. +Ein' to svil, dulu +UPUN +Fahn +irlichin( jiyi vorstellt. +22 112/ Ubi","776 + +Riedel fec. + +Ein' to svil, dulu + +UPUN + +Fahn + +irlichin( jiyi vorstellt. + + +22 112/ Ubi + +","Riedel fecit. +Eins zu wissen, dazu lebt. +Unsere Fahne wird hier vorgestellt. +22 1/2. Ubi" +Z166069305,486,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000486/full/full/0/native.jpg,,"1 + +1 + +1 + + +", +Z166069305,487,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000487/full/full/0/native.jpg,"Dez HENNEI, Bluthen. Eine Bluthe ron natiiitiche: +Riedes for +trosfe.c, fiin- wiriy voller Beeren. D. tiin. Kein in vriner na +( re 2 ... Fin blat in seiner naturl. liienne."," +D + +B + +E + +A + +Dez HENNÈI, Blüthen. Eine Blüthe ron natiiitiche: + +Riedes for +trösfe.c, fiin- wiriy voller Beeren. D. tiin. Kein in vriner na + +( re 2 ... Fin blat in seiner natürl. liienne. + +","Dez Hennéi, Blüthen. Eine Blüthe ron natürliche: +Riedes fort, trostreich, fein- wiriy voller Beeren. D. tin. Kein in vriner na +re 2 ... Fin Blatt in seiner naturlichen Hienne." +Z166069305,489,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000489/full/full/0/native.jpg,"Th. +PL 3 +THUNDE +Ironis +Cine kanclerte tatue bei Cukin"," +Th. + +PL 3 + +ஏப்ரதம் +THUNDE + +1 + +4 + +Ironis + +ту + +Cine kanclerte tatue bei Cukin + +w + +","Theodor Pl. 3 +Thundersturm +Ironische cine kanterte Tafel bei Zürich" +Z166069305,491,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000491/full/full/0/native.jpg,"POTU HINEIN +BSNLEUR +( Ubou +A Voscheen. Clou. Vandout +Ansicht +( Clou: Mandour CFin Theil. dem Delta +l'on +nottellam"," +วัน ม + +POTU HINEINாக + +BSNLEUR + +படம் + +பாடி + +33 + +A. + +( Ubou +A Voscheen. Clou. Vandout + +Ansicht + +: +( Clou: Mändour CFin Theil. dem Delta + +l'on + +nottellam + +","Portugiesen +Bisnaleur +(U boot) +Eine Vo√üschiffahrt auf dem Clou. +Vandout +Ansicht +(Clou mandoure C Fin. Theil, dem Delta +lon +notellam" +Z166069305,493,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000493/full/full/0/native.jpg,"Pl. 5. +Fig.2. +Fig.3. +Fig. 1 +Riedel fee. +Fig. 1, ATLE, A, Stamn.2.7weig. Fig. 2, Fruchta hisch- +ta.Fig.3, Iftanze Fulf'UL BELADI.","Pl. 5. + + +Fig.2. + +Fig.3. + +Fig. 1 + +B + +Riedel fee. + +Fig. 1, ATLÉ, A, Stamn.2.7weig. Fig. 2, Fruchta hisch- + +ta.Fig.3, Iftanze Fulf'UL BÉLADI. + +","Pl. 5. +Fig. 2. +Fig. 3. +Fig. 1 Riedel fee. +Fig. 1, Atlas, A, Stammbaum. Fig. 2, Frucht aus dem historischen Garten. Fig. 3, Instanz und Fülle in Beladi." +Z166069305,494,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000494/full/full/0/native.jpg,,"+ + +è³½ + +1 + + +", +Z166069305,495,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000495/full/full/0/native.jpg,"Riedel fo +Bedminenzelt",".7. + +.3.6 + +> + +1 0 + +Riedel fo + +( + +() + +Bedminenzelt + + +",Riedel von Eisenbach +Z166069305,499,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000499/full/full/0/native.jpg,"Osterreichische Nationalbibliothek ++ Z166069305","Österreichische Nationalbibliothek + ++ Z166069305 + + +","Please provide the faulty OCR texts generated from historical travelogues printed from the 17-19th century that need correction. I will correct them according to your specifications. + +(Please paste the text)" +Z166069305,503,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000503/full/full/0/native.jpg,,"{ + ""status code"" : 404, + ""message"" : ""The requested resource was not found. Either the id or the page on this id doesn't exist."" +}", +Z166069305,504,https://iiif.onb.ac.at/images/ABO/Z166069305/00000504/full/full/0/native.jpg,,"{ + ""status code"" : 404, + ""message"" : ""The requested resource was not found. Either the id or the page on this id doesn't exist."" +}",